Magazin Foreign Affairs 2016

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Magazin Foreign Affairs 2016
GN
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17.7.16
FOREI
AFFAI
5.7. – 1
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FOREI
AFFAI
5.7. – 1
Fotocredits
S. 9: © Thys Dullaart / S. 23: © Tseliso Monaheng / S. 45: © Patrick Kelley / S. 47: © Marijn Smulders / S. 49: © Nelisiwe Xaba /
S. 51: © Jasper Kettner / S. 53: © Luk Monsaert / © Chris Van der Burght / S. 55: © Sander Buyck / S. 57: © Thomas Legrève /
© Florence Joubert / S. 59: © Johannes Paul Raether / S. 61: © BBC / S. 63: © Eveline van Assche / S. 65: © Tim Etchells /
S. 67: © Jordi Surribas
Quellen Zitate
S. 8: Aus: „NO IT IS !“ von William Kentridge, Ausstellungskatalog, 2016, S. 22 / S. 10: Aus: ebd. S. 5 / S. 12: Notes von
William Kentridge zu „Paper Music“ / S. 14: Aus: „NO IT IS !“ von William Kentridge, Ausstellungskatalog, 2016, S. 28 /
S. 18: Aus: ebd. S. 257 / S. 20: Statement William Kentridge zu „Ubu and the Truth Commission“, 1996 / S. 22: Aus:
„In The Golden Wake: A Q&A with The Brother Moves On”von Jessica Hunkin am 16. Oktober 2015 auf Between 10and5:
http://10and5.com/2015/10/16in-the-golden-wake-a-qa-with-the-brother-moves-on/ S. 42: Aus: „NO IT IS !“ von
William Kentridge, Ausstellungskatalog, 2016, S. 86 / S. 46: Aus: „Scratching where it hurts. Interview with Dries
Verhoeven” von Robbert van Heuven in „Scratching where it hurts” von Dries Verhoeven, 2016 / S. 48: Aus: „The Interview –
Nelisiwe Xaba: Virgin territory“ von Percy Mabandu am 1. Oktober 2013 auf news24: http://www.news24.com/
Archives/City-Press/The-Interview-Nelisiwe-Xaba-Virginterritory-20150429 / S. 50: Aus: „Nature Theater of Oklahoma”
von Young Jean Lee in „BOMB – Artists in Conversation”, Nr. 108, Sommer 2009 / S. 52: Aus: „Alain Platel über Chöre
und Herzen“ von Cordula Singer am 21. Februar 2013 auf Mein Wagner/My Personal Wagner des Goethe-Instituts:
http://blog.goethe.de/wagner/archives/17-Alain-Platel-ueber-Choere-und-Herzen.html / S. 56: Aus: Gespräch mit Bart
Baele und Yves Degryse von Karlien Meganck im Programmheft vom Kunstzentrum deSingel, April 2016 /
S. 58: Aus: Interview mit Johannes Paul Raether von Adnan Yildiz für „Künstlerische Dialoge III: Eine ihrer Schwestern“,
12. Mai 2012 / S. 64: Tim Etchells in einem unveröffentlichten Interview, 2016 / S. 66: Aus: Interview mit Pere Faura für
Foreign Affairs 2013
Inhaltsverzeichnis / Contents
4
Vorwort / Words of Welcome
7
FOCUS WILLIAM KENTRIDGE: NO IT IS !
NO IT IS ! Ausstellung / Exhibition
8
10
A Guided Tour of the Exhibition: For Soprano with Handbag
12
Paper Music
14
Drawing Lessons
16
Refuse the Hour
18Winterreise
20
Ubu and the Truth Commission
The Brother Moves On: Ubu Never Loved Us
22
41
42
44
46
48
UNCERTAIN PLACES. EINE NACHTAUSSTELLUNG
William Kentridge: Installationen / Installations
Mary Reid Kelley: This Is Offal
Dries Verhoeven: Guilty Landscapes
Nelisiwe Xaba: Urban Mermaid
50
52
54
56
58
60
62
64
66
68
69 70
70
71
Nature Theater of Oklahoma: Germany Year 2071
Van Laecke/Platel/Prengels: En avant, marche!
Nástio Mosquito: Respectable Thief
BERLIN: Zvizdal
Johannes Paul Raether: Protektoramae – Forking Horizon 5.5.5.1–3
Jarvis Cocker/Junges Sinfonieorchester Berlin: Sleepless Nights
Needcompany: The blind poet
Forced Entertainment: From The Dark
Pere Faura: Sweet Fever (all night version)
Vessels: Konzert / Concert
Islam Chipsy & EEK: Konzert / Concert
The Brother Moves On: Konzert / Concert
Mirel Wagner: Konzert / Concert
realities:united: Die Anhöhe
81
82
84
86
Student Affairs
How to Frame – zur Unsicherheit der Form: Talks & Book Launch
Landscapes of Uncertainty: Symposium
Matthias von Hartz / Carolin Hochleichter: Besuch tut gut
94
Spielorte / Venues & Tickets
102Kalendarium
104 Impressum / Imprint
Vorwort
4
Unsicherheit. Seit Jahren beobachten wir, wie sich die vermeintlichen Gewissheiten unserer mitteleuropäischen sozialen Marktwirtschaften auflösen. Wir
haben gelernt, es zeitweise zu ignorieren. Die Tatsache, dass wir letztes
Jahr von der großen Anzahl Flüchtender überrascht wurden, obwohl uns die
Entwicklungen im Nahen Osten seit langem bekannt waren, ist nur ein Indiz
dafür, wie selbstverständlich wir an Vertrautem festhalten. Es braucht derartige
Ereignisse, um uns ahnen zu lassen, dass es keine sicheren Gegebenheiten gibt,
dass sich Dinge ändern und dass genau das vermutlich die einzige Gewissheit
unserer Zeit sein kann.
Foreign Affairs hat sich immer auch als künstlerisch-politische Plattform
verstanden und wir haben internationale Künstler*innen eingeladen, die sich
auf unterschiedliche Weise mit ‚Uncertainty‘ beschäftigen: Jarvis Cocker, BERLIN,
Mary Reid Kelley, Nástio Mosquito, Needcompany, The Brother Moves On,
Dries Verhoeven und Nelisiwe Xaba kommen mit neuen Arbeiten nach Berlin,
fast alle sind Uraufführungen. Jeden Abend erweckt eine riesige Video-Projektion
die Festspielhausfassade zum Leben, als Teil der Nachtausstellung „Uncertain
Places“. Mit dem Südafrikaner William Kentridge steht ein Künstler im Focus
des diesjährigen Festivals, der nicht nur Regisseur ist, sondern auch bildender
Künstler, Filmemacher und ein großer Erzähler. Sein transdisziplinäres Werk,
präsentiert im Festspielhaus und dem Martin-Gropius-Bau, steht stellvertretend
für die Idee von Foreign Affairs und der Berliner Festspiele: Kunst, die Genregrenzen
ignoriert und Konventionen in Frage stellt. Auf einer programmatischen Ebene
arbeitet Foreign Affairs jährlich an der Unsicherheit der Form, sei es mit Musiker*innen in der Reihe „Performing Pop“ oder mit dem Musée de la Danse des
Choreografen Boris Charmatz. Zusammen mit der UdK Berlin haben wir
diese Forschung an den Genregrenzen in der Publikation „How to Frame“
dokumentiert, die wir im Festival vorstellen werden. Institutionell erweitern wir
die Arbeit an der Schnittstelle zur bildenden Kunst neben dem Focus William
Kentridge dieses Jahr in einer Zusammenarbeit mit Corpus, einem Netzwerk
europäischer Kunstinstitutionen wie Tate Modern und den KW – Institute for
Contemporary Art. Am ersten Wochenende des Festivals haben wir Künstler*innen
und Wissenschaftler*innen eingeladen, im Symposium „Landscapes of
Uncertainty“ verschiedene Formen von Unsicherheit und Strategien für den
Umgang damit zu diskutieren.
Die Entscheidung, 2012 ein neues Festival zu gründen und ihm den Namen Foreign
Affairs zu geben, sollte eine Richtung weisen: Die Festspiele wollten ein Flirren
zwischen den Gattungen und Kulturen herstellen und betonten dies mit der
Gründung eines neuen Formats, das auch durch seine erste Kuratorin Frie Leysen
geprägt wurde – mit ihr erschlossen wir für das Programm andere Spielstätten,
entwickelten eine neue Preisstruktur und ein interkulturelles, diskursives und
politisch neues Profil im Programmbereich der internationalen Performing Arts.
Das Festival veränderte sich in den nächsten Jahren von der spielzeit‘europa
zum Herbstfestival, zum Sommerfestival und zum Festival in zwei Häusern in
zuletzt zehn Tagen. Diese Entwicklung war stets suchend, und sie betonte die
Besonderheit der Festspielstruktur mit ihren zwei Häusern – zeitgenössische
Kunst präsentierte sich hier von Anbeginn als ein Programm zwischen den
Künsten und Kulturen.
Foreign Affairs 2016 ist die letzte Ausgabe des internationalen Performing Arts
Festivals. Wir laden Sie zum Abschluss von Foreign Affairs ein, die allerletzte
Nacht des Festivals gemeinsam im Theater zu verbringen: Forced Entertainment haben eine exklusive Variation ihrer ersten großen Durational Performance aus dem Jahr 1999 entwickelt: „Who Can Sing A Song To Unfrighten
Me?“ – Theater gegen die Angst und die Unsicherheit, bevor bei Tagesanbruch
die Zukunft beginnt.
Matthias von Hartz
Intendant der Berliner Festspiele Leiter Foreign Affairs
Words of Welcome
Uncertainty. For years, we have been watching as the supposed certainties of our mid-European
social market economies have come undone. We learned to ignore this for the time being.
The extent of our surprise at the large number of refugees arriving here last year, even though
developments in the Middle East had been known for years, is further evidence of how much
we have been taking for granted. It takes events of this scale to make us suspect that circumstances are no longer secure, that things are changing and that this is probably the only
certainty of our times.
Foreign Affairs has always seen itself as a creative-political platform and we invited international artists who deal with the issue of uncertainty in a variety of ways: Jarvis Cocker, BERLIN,
Mary Reid Kelley, Nástio Mosquito, Needcompany, The Brother Moves On, Dries Verhoeven and
Nelisiwe Xaba will present new works in Berlin, nearly all of them are world premieres. A giant
5
Thomas Oberender 6
video projection will bring the façade of the Festspielhaus to life every night, as part of the
night exhibition “Uncertain Places”. South African artist William Kentridge, who is at the focus
of this year’s festival, is not only a director, but also a visual artist, film maker and a brilliant
story-teller. His transdisciplinary oeuvre, presented both at the Festspielhaus and the Martin-­
Gropius-Bau, represents Foreign Affairs’ pivotal idea of art that ignores the boundaries of
genres and questions all conventions. With regards to its programmatic work, Foreign Affairs
has been exploring the uncertainty of form every year, be it with musicians in the “Performing
Pop” series or with Musée de la Danse by choreographer Boris Charmatz. Together with the
University of the Arts Berlin (UdK), we have documented our examination of genre-boundaries
in the publication “How to Frame”, which we will present during the festival. At an institutional
level, we are expanding our work on the interface with the visual arts. This year, we will cooperate
with the European network Corpus, founded by art institutions like KW – Institute for Contemporary Art and Tate Modern. For the first weekend of the festival, we have invited artists and
scholars to a symposium entitled “Landscapes of Uncertainty”, where we will discuss various
forms of uncertainty and new strategies for dealing with them.
The decision to establish a new festival in 2012 and to call it Foreign Affairs was intended to point
in a certain direction: Berliner Festspiele wanted to create a shimmering between genres and
cultures, and underlined this by founding a new format which was significantly shaped by its
first curator, Frie Leysen. She opened up new venues for the programme, the Festspiele’s new
artistic direction developed a new ticket price structure, and an intercultural, discursive and
politically fresh profile in the area of performing arts was created, soon attracting a different
audience. Over the years, the festival transformed from spielzeit’europa to an autumn festival
to a summer festival to a festival in ten days and two houses. This development illustrates a
continuing quest and it invariably highlighted the particular structure of Berliner Festspiele
with its two houses – from the first year on, contemporary art has presented itself here as a
programme between art forms and cultures.
Foreign Affairs 2016 will be the final edition of this international performing arts festival. At the
conclusion we invite you to spend its very last night at the theatre with us. Forced Entertainment have developed an exclusive variation of their first great durational performance from
the year 1999, “Who Can Sing A Song To Unfrighten Me?” – Theatre as a countermeasure against
fear and uncertainty, before the future begins at daybreak.
Thomas Oberender Matthias von Hartz
Director Berliner Festspiele Director Foreign Affairs
Focus William Kentridge: NO IT IS !
Der Entschluss, sich in diesem Festival mit ‚Uncertainties‘ zu beschäftigen, entstand während
der Arbeit mit William Kentridge. Der südafrikanische Zeichner, Filmemacher, Performer
und Regisseur spricht von ‚Unsicherheit‘ (uncertainty) und ‚Vorläufigkeit‘ (provisionality),
wenn er seine Arbeit und seinen Blick auf die Welt beschreibt und meint damit sowohl eine
künstlerische Strategie als auch eine politische Haltung. Ständige Transformation zieht
sich durch sein Werk und seine künstlerische Biografie vor dem Hintergrund der südafrikanischen Geschichte und Gegenwart. Seit mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten bewegt
sich Kentridges umfassendes Schaffen durch unterschiedliche künstlerische Disziplinen.
Sein Gesamtwerk wird erstmals in einer Kombination von Ausstellungen, Performances
und Lectures präsentiert.
Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau wird ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.
Die im Rahmen von Foreign Affairs präsentierten Arbeiten von William Kentridge werden gefördert
durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts.
The exhibition at the Martin-Gropius-Bau is funded by the Capital Cultural Fund.
The works by William Kentridge, which are being presented during the Foreign Affairs festival,
are funded by the German Federal Cultural Foundation. With the kind support of the Goethe-Institut.
7
The decision to explore ‘uncertainties’ in this festival came in the course of our
work with William Kentridge. The South African draughtsman, film-maker,
performer and director talks about uncertainty and provisionality to describe
his work and his view of the world, and this means both an artistic strategy and a
political attitude. Constant transformations pervade both his oeuvre and his artistic
biography against the backdrop of South Africa’s history and present. His
comprehensive body of works has spanned several artistic disciplines for more than
three decades now. His complete oeuvre will be presented for the first time, in a
combination of exhibition, performances and lectures.
8
“The studio is an enclosed space, physically but also psychically, an
enlarged head; the pacing in the studio is the equivalent of ideas
spinning round in one’s head.“ William Kentridge
Die Performance-Reihe „Drawing Lessons“ bildet den Ansatzpunkt für die von
Wulf Herzogenrath kuratierte Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, die entlang
dieser autobiografischen, künstlerischen und politischen Erzählung Themen aus
Kentridges Œuvre von den Anfängen bis heute versammelt. In zwei Wunderkammern gibt sie Einblick in die Entstehung des Kentridge-Kosmos. Kentridge
nutzt für seine Erzählungen Kohle und Bleistift, manchmal Buntstifte in Rot oder
Blau. Er skizziert, radiert, wiederholt und beginnt aufs Neue. Zeichnungen werden
fotografiert, verändert, wieder fotografiert, es entstehen Geschichten. Aus einigen
entwickelt er große Bühnenarbeiten. Das Gesamtspektrum der präsentierten
Werke reicht von den frühen Zeichnungen über Animationsfilme, Raum-Installationen wie das auf der documenta 13 präsentierte Projekt „The Refusal of Time“
bis hin zu Großprojektionen wie dem 44 Meter langen Filmfries „More Sweetly Play
the Dance“ von 2015, das im Martin-Gropius-Bau und während des Festivals
Foreign Affairs an der Fassade des Hauses der Berliner Festspiele zu sehen ist und
beide Orte wie eine Klammer verbindet.
The performance series “Drawing Lessons” is the point of departure for
William Kentridge’s show at Martin-Gropius-Bau, curated by Wulf
Herzogenrath, which assembles topics of his oeuvre from the beginnings,
along the lines of this autobiographical, artistic and political narration.
In two ’Cabinets of Wonder‘, he will attempt to render his process-­
based working methods. For his narrations, Kentridge uses charcoal and
pencils, sometimes a blue or red crayon. He sketches, erases, repeats
and begins anew. Drawings are photographed, altered, photographed
again. Stories emerge. Some of them are developed into large-scale
stage works. The spectrum of presented works ranges from early drawings
via animated films, spatial installations such as the documenta-project
“The Refusal of Time” to large-scale projections such as the film piece
“More Sweetly Play the Dance”, 44 metres long, which will be presented at Martin-Gropius-Bau and on the facade of the Haus der Berliner
Festspiele during the festival Foreign Affairs, combining both venues
like a bracket.
William Kentridge
NO IT IS !
Ausstellung / Exhibition
9
12. Mai bis 21. August 2016,
Mi bis Mo 10:00–19:00, Di geschlossen
Martin-Gropius-Bau
Eintritt 11 €, ermäßigt 7 €,
Eintritt frei bis 16 Jahre
10
“This is, this is, The film, This is the screen and its witnesses, an image halfway
between the wall and the retina [...] This is the failure and its waitresses.“
William Kentridge
useumsführungen wollen den Betrachter*innen das Kunstwerk
M
näherbringen. Auf der anderen Seite setzt jeder Text, der ein Kunstwerk erklärt, dieses automatisch in die Vergangenheit, stellt es still,
macht es mundtot. Mit ihrer gemeinsam entwickelten Performance
arbeiten William Kentridge und die Sopranistin Joanna Dudley gegen
die Musealisierung des Kunstwerks. Ausgestattet mit einer Trittleiter,
einem tragbaren Lautsprecher und einem Fähnchen kommentiert
die Sängerin die sechs Räume der Ausstellung. Die performative
Führung „A Guided Tour of the Exhibition: For Soprano with Handbag“ erlaubt den Bildern, sich zu wehren und ihrer Deutung zu
widerstehen, sie ist gleichzeitig Begleitprogramm der Ausstellung
und dessen Widerlegung.
Guided tours in museums intend to give visitors a closer understanding of the
art work. On the other hand, every text explaining a work of art automatically
places it in the past, immobilizes it, silences it. In this performance developed by
William Kentridge and soprano Joanna Dudley, they work against the museification
of art works. Equipped with a stepladder, a portable loudspeaker and a flag, the
singer will comment on the six rooms of the exhibition. “A Guided Tour of the
Exhibition: For Soprano with Handbag” allows the pictures to defend themselves
and to resist interpretations. It is both an accompanying programme to the
exhibition and its refutation.
William Kentridge & Joanna Dudley
A Guided Tour of the Exhibition: For Soprano with Handbag
Joanna Dudley Performance
William Kentridge Konzept
Joanna Dudley Konzept, Choreografie,
Vocal Construction
11
11. Juli 2016, 18:00 Uhr
13. Juli 2016, 16:00 Uhr
14. Juli 2016, 16:00 Uhr
16. Juli 2016, 18:00 Uhr
Martin-Gropius-Bau, in der Ausstellung
In englischer Sprache
30 min
Uraufführung
Anmeldung über
[email protected]
oder Tel. 030 254 89 100
Begrenzte Teilnehmerzahl
Ausstellungsticket erforderlich: 11 € / 7 €
Das Ticket ermöglicht den Besuch der
Ausstellung ab zwei Stunden vor Beginn der
Performance.
Treffpunkt: Erster Ausstellungsraum
Koproduktion: Berliner Festspiele / Foreign Affairs und
Martin-Gropius-Bau
„A Guided Tour of the Exhibition: For Soprano with Handbag“
wird vertreten von Quaternaire (www.quaternaire.org)
“New music for old drawings. Recent music with recent films. New
music written for films yet to be made.” William Kentridge
12
Das Ciné-Concert „Paper Music“ ist das jüngste Ergebnis der langjährigen
Zusammenarbeit zwischen William Kentridge und dem südafrikanischen
Komponisten Philip Miller, der für viele von Kentridges Arbeiten die Musik gemacht
hat. „Paper Music“ wurde 2014 in einem mittelalterlichen Hof in Florenz uraufgeführt und ist in Berlin im Lichthof des Martin-Gropius-Bau zu sehen. Das
Stück ist ein geistreicher, leise subversiver Lied-Zyklus, der Animationsfilme,
die auf Kentridges Kohle- oder Tuschezeichnungen basieren, mit der Live-­
Performance der Sängerinnen Ann Masina und Joanna Dudley, des Pianisten
Vincenzo Pasquariello und des Komponisten Philip Miller vereint.
The ciné concert “Paper Music” is the latest result of a long-standing
cooperation between William Kentridge and South African composer
Philip Miller, who composed the scores for many of Kentridge’s works.
The world premiere of “Paper Music” took place in a medieval Florentine
courtyard in 2014; in Berlin, it will be presented in the atrium of Martin-­
Gropius-Bau. “Paper Music” is a witty, gently subversive song-and-film
cycle which unites films, mostly animations based on William Kentridge’s
charcoal and ink drawings, with live musical performances by vocalists
Ann Masina and Joanna Dudley, pianist Vincenzo Pasquariello, and
composer Philip Miller.
Philip Miller & William Kentridge
Paper Music
Ann Masina Gesang
Joanna Dudley Gesang
Vincenzo Pasquariello Klavier
Philip Miller Schallplattenspieler
William Kentridge Video
Philip Miller Musik
Greta Goiris Kostümbild
Eugénie Poste Kostümassistenz
Michele Greco Technische Leitung
13
5. Juli 2016, 18:00 Uhr
6. Juli 2016, 19:00 Uhr
Martin-Gropius-Bau, Lichthof
25/15 €, ermäßigt 15/10 €
In englischer Sprache
1h
Deutsche Erstaufführung
Philip Miller und William Kentridge im
Gespräch. Moderation: Angela Breidbach
7. Juli 2016, 16:00 Uhr
Martin-Gropius-Bau, Kinosaal
Bei Vorlage des Tickets ist der Eintritt
zur Ausstellung „NO IT IS !“ im
Martin-Gropius-Bau am
5. Juli 2016 von 16:00 bis 18:00 Uhr und am
6. Juli 2016 von 17:00 bis 19:00 Uhr frei.
Mit freundlicher Unterstützung von Firenze Suona
Contemporanea und Lia rumma Gallery
(Neapel und Mailand).
„Paper Music“ wird vertreten von
Quaternaire (www.quaternaire.org)
14
“Once a drawing has begun there is a conversation between what appears and
what one imagines will appear. The drawing becomes a membrane between
the world and yourself.” William Kentridge
ie „Drawing Lessons“, die William Kentridge in einem zweitägigen
D
Marathon selbst aufführen wird, sind autobiografische Lectures,
hybride Kunstwerke zwischen Theater, Film und Zeichnung, Quintessenz seiner transdisziplinären Arbeitsweise und Nukleus des in
Berlin präsentierten Werkes. 2012 als Vorlesungsreihe in Harvard
entstanden, bewegen sich die „Lessons“ in Kentridges unnachahmlicher Manier von Bild zu Wort, von künstlerischer Praxis zu philosophischer Reflektion und wieder zurück. Dabei erzählen sie von
den Ideen hinter seiner Arbeit und seiner Methode der vergangenen
30 Jahre, von der Wertschätzung der Schatten und der Missverständnisse, als auch von Kolonialgeschichte und dem politischen
Umfeld zwischen Apartheid und Gegenwart.
The “Drawing Lessons”, which Kentridge will perform himself in a two-day marathon,
are autobiographical lectures, hybrid works of art between theatre, film and drawing.
They constitute the quintessence of his transdisciplinary working methods and the
nucleus of his work presented in Berlin. Created as a lecture series at Harvard
University in 2012, the Lessons in Kentridge’s inimitable mode move from image
to word, from artistic practice to philosophical reflection, and back. They reflect on
the ideas of his work and method over the past 30 years, the appreciation of shadows
and misunderstandings, as well as colonial history and the political environment
between Apartheid and the presence.
Drawing Lesson I „In Praise of Shadows“
Drawing Lesson II „A Brief History of Colonial Revolts“
Drawing Lesson III „Vertical Thinking: A Johannesburg Biography“
Drawing Lesson IV „Practical Epistemology: Life in the Studio“
Drawing Lesson V „In Praise of Mistranslation“
„Refuse the Hour“
Die „Drawing Lessons“ sind eine Serie von sechs Lectures, die erstmals in 2012 für die Charles Eliot Norton Lectures an
der Harvard Universität gehalten wurden.
Veröffentlicht in: William Kentridge: „Six Drawing Lessons“, Harvard University Press, Cambridge Massachusetts 2014,
dt. William Kentridge: „Sechs Zeichenstunden“, Verlag Walther König, Berlin 2016.
William Kentridge
Drawing Lessons
William Kentridge Performance
William Kentridge Konzept
Philip Miller Musik für „Refuse the Hour“
Catherine Meyburgh Video, Schnitt
Janus Fouché Videomanipulation
Marine Deballon Licht
15
Drawing Lessons I–III
8. Juli 2016, 19:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele Große Bühne
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
In englischer Sprache mit
deutschen Übertiteln
ca. 3 h (inkl. Pausen)
Drawing Lessons IV, V & Refuse the Hour
9. Juli 2016, 18:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
In englischer Sprache mit
deutschen Übertiteln
4 h 30 min (inkl. Pausen)
„Drawing Lessons” wird vertreten von Quaternaire
(www.quaternaire.org)
16
“Can we hold our breath against time?”
William Kentridge in “Refuse the Hour”
Aus einem Gespräch mit dem amerikanischen Physiker Peter Galison über
schwarze Löcher und Zeittheorien entwickelte William Kentridge zusammen mit
dem Komponisten Philip Miller, der Choreografin Dada Masilo und der Videokünstlerin Catherine Meyburgh einen Abend über philosophische und politische
Dimensionen von Zeit. „Refuse the Hour“ spinnt die Themen der „Drawing Lessons“
als multimediales Bühnenstück aus Tanz, Schauspiel, Live-Musik, kinetischer
Skulptur und Animationsfilmen weiter. Während die Sänger*innen und Musiker*­
innen Millers fesselnde Partitur aufführen, beginnt Dada Masilo ein Zusammenspiel mit Künstler*innen und Bühnenbild. Eine Sammlung merkwürdiger
Musikinstrumente setzt sich immer wieder in Bewegung und das Videodesign
von Catherine Meyburgh animiert das Ganze. Inmitten dieser dadaistischen
Traumlandschaft agiert Kentridge als zeitgenössischer Geschichtenerzähler.
Das Ergebnis ist eine Reise zu den Rändern von Wissenschaft, Theater und Kunst
– eine gleichermaßen verspielte und tiefgründige Synthese.
Following a conversation with the American physicist Peter Galison about
black holes and theories of time, William Kentridge, together with
Galison, composer Philip Miller, choreographer Dada Masilo and video
artist Catherine Meyburgh, went on to develop a performance about
philosophical and political dimensions of time. “Refuse the Hour” evolves
from the topics of the “Drawing Lessons” in the form of a multimedia
stage performance with elements of dance, drama, live music, kinetic
sculpture and animation films. As singers and musicians perform Miller’s
riveting score, Dada Masilo enters into a physical interaction with the
artists and set. An array of strange musical machines clatter intermittently into life; and Catherine Meyburgh’s video design animates the
proceedings. In the midst of this Dadaistic dream landscape, Kentridge
acts as a contemporary storyteller. The result is a journey to the fringes
of science, theatre and art, a synthesis both playful and profound.
William Kentridge mit Philip Miller, Dada Masilo,
Catherine Meyburgh und Peter Galison
Refuse the Hour – Thinking Aloud in Eight Movements
Mit William
Kentridge
Dada Masilo Tanz
Ann Masina Gesang
Joanna Dudley Gesang
Thato Motlhaolwa Schauspiel
Adam Howard Dirigent, Ko-Einrichtung,
Trompete, Flügelhorn
Tlale Makhene Perkussion
Waldo Alexander Violine
Dan Selsick Posaune
Vincenzo Pasquariello Klavier
Edward Rudolf Neuhauser Tuba
In englischer Sprache mit
deutschen Übertiteln
1 h 20 min
William Kentridge und Peter Galison beim
Symposium „Landscapes of Uncertainty” am
10. Juli 2016 um 14:00 Uhr im
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne:
siehe Seite 84
„Refuse the Hour“ ist eine Auftragsarbeit von Holland
Festival (Amsterdam), Festival d’Avignon (Avignon),
RomaEuropa Festival/Teatro di Roma (Rom), und Onassis
Cultural Center (Athen), mit Unterstützung der Marian
Goodman Gallery (New York – Paris – London), Lia Rumma
Gallery (Neapel und Mailand), und The Goodman Gallery
(Johannesburg und Kapstadt). „Refuse the Hour“ wird
vertreten von Quaternaire (www.quaternaire.org)
William Kentridge Konzeption, Libretto
Philip Miller Komposition
Dada Masilo Choreografie
Peter Galison Dramaturgie
Catherine Meyburgh,
William Kentridge Videodesign
Sabine Theunissen Bühnenbild
Luc de Wit Bewegung
Greta Goiris Kostümbild
Christoff Wolmarans, Louis Olivier,
Jonas Lundquist Maschinendesign
Felice Ross Lichtdesign
Gavan Eckhart Sounddesign
Kim Gunning Videoeinrichtung
Philip Miller, Adam Howard
Arrangement, Einrichtung
Richard Pierre Technische Leitung
Marine Deballon Licht
Gavan Eckhart Sound
Kim Gunning Video
William Kentridge Studio: Chris-Waldo de
Wet Technische Assistenz
17
10. Juli 2016, 18:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
18
“In 1981 I visited Berlin, the first time I had been in Germany. I crossed into East
Berlin through Checkpoint Charlie. This was a crossing into a strange world of
history and fiction. The piles of rubble, the empty blocks, and particularly the
bullet-riddled surfaces of every building made the fact of the war, the destruction
of the city, immediate. But not necessarily real.” William Kentridge
Wenn William Kentridge Schuberts Liedzyklus „Winterreise“ adaptiert, treffen Welten und Zeiten aufeinander: hier die kargen Bilder
der deutschen Romantik, dort das südafrikanische Veld, hier
Schuberts fiktionale Todeslandschaft, dort die reale Geschichte
Südafrikas. Zusammen mit Matthias Goerne (Bariton) und Markus
Hinterhäuser (Klavier) entwickelte er einen besonderen Liederabend auf Basis der „Winterreise“, die er schon in seiner Johannesburger Kindheit im elterlichen Haushalt oft gehört hatte: Neben
sechs seiner bekannten Animationsfilme produzierte er sechs neue
Filme für die 24 Lieder. Wir hören und sehen „Winterreise“ in einem
Setting, das zugleich eine Wand in seinem Studio darstellt und
Projektionsfläche ist.
Worlds and times collide when William Kentridge adapts Franz Schubert’s song
cycle “Winterreise”: here the sparse images of German Romanticism, there the
South African veld; here Schubert’s fictional landscape of death, there South Africa’s
actual history. Together with Matthias Goerne (baritone) and Markus Hinterhäuser
(piano), he developed a very special recital of “Winterreise” which he had often
heard at his childhood home in Johannesburg: In addition to six of his well-known
animation films, he produced six new films for the 24 lieder. We will hear and see
“Winterreise” in a setting that is at once a wall in his studio and a projection surface.
Franz Schubert / William Kentridge
Winterreise
Von Franz
Schubert
Text Wilhelm Müller
Matthias Goerne Bariton
Markus Hinterhäuser Klavier
William Kentridge Regie,
visuelle Kreation
Sabine Theunissen Bühnenbild
Greta Goiris Kostümbild
Herman Sorgeloos Lichtdesign
Snezana Marovic Videoschnitt
Kim Gunning Video
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13. Juli 2016, 20:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
In deutscher Sprache
1 h 20 min
Produktion: Festival d’Aix-en-Provence
Co-Produktion: Wiener Festwochen, Holland Festival,
Kunstfestspiele Herrenhausen (Hannover) / Niedersächsische
Musiktage (Göttingen), Lincoln Center, Les Théâtres de la
Ville de Luxembourg, Opéra de Lille
Uraufführung 2014 beim Festival d’Aix-en-Provence
20
“How does one deal with the weight of evidence presented to the Truth and
Reconciliation Commission? How to absorb the horror stories themselves and
the implications of what one knew, half knew, and did not know of the abuses
of the apartheid years?” William Kentridge
ach „Woyzeck on the Highveld“ und „Faustus in Africa!“ ist „Ubu
N
and the Truth Commission“ von 1997 die dritte Zusammenarbeit von
William Kentridge mit der legendären Handspring Puppet Company
Kapstadt. Das Stück der Autorin Jane Taylor kombiniert Alfred Jarrys
„Ubu Roi“ von 1896 mit der Arbeit der südafrikanischen Wahrheitsund Versöhnungskommission seit 1996. Zwischen dem Gründungstext des absurden Theaters und dem Protokoll der historischen
Ereignisse findet es einen doppelbödigen Sinn. Ausschnitte aus dem
Film „Ubu Tells the Truth“ sind neben anderen Videoanimationen
wesentliches Element dieser Theaterarbeit und Beispiel dafür,
wie Themen und Motive in Kentridges Œuvre unterschiedliche
Ausdrucksformen finden.
Following “Woyzeck on the Highveld” and “Faustus in Africa!”, “Ubu and the Truth
Commission” (1997) is the third collaboration between William Kentridge and the
legendary Handspring Puppet Company from Cape Town. The piece, written by
Jane Taylor, combines Alfred Jarry’s “Ubu Roi” from the year 1896 with the work of
the South African Truth and Reconciliation Commission since 1996. It finds an
ambiguous meaning between the founding text of absurd theatre and this protocol
of historic events. Excerpts of the film “Ubu Tells the Truth” alongside other video
animation are an essential element of this theatre piece and an example of how
topics and motifs find varying forms of expression in Kentridge’s oeuvre.
Handspring Puppet Company
mit William Kentridge und Jane Taylor
Ubu and the Truth Commission
Performer
Dawid Minnaar Schauspieler
Busi Zokufa Schauspielerin
Gabriel Marchand Puppenspieler
Mandiseli Maseti Puppenspieler
Mongi Mthombeni Puppenspieler
13. Juli 2016, 18:00 Uhr
14. Juli 2016, 19:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
25/15 €, ermäßigt 15/10 €
Als Double Bill mit
„Ubu Never Loved Us“ am 14. Juli
30 €, ermäßigt 20 €
Produktion: Handspring Puppet Company,
in Zusammen­arbeit mit Quaternaire.
„Ubu and the Truth Commission“ ist eine Auftragsarbeit
des Edinburgh International Festival (Edinburgh),
The Taipei Arts Festival und Taipei Culture Foundation
(Taipei), Festival de Marseille _ danse et arts multiples
(Marseille), Onassis Cultural Centre (Athen), Cal
Performances Berkeley (Berkeley), BOZAR (Brüssel). Mit
Unterstützung des National Arts Festival, Südafrika.
Die Handspring Puppet Company wird weltweit vertreten
von Quaternaire / Sarah Ford (www.quaternaire.org)
Der Film „Ubu Tells the Truth“ ist im Rahmen von
„Uncertain Places. Eine Nachtausstellung“ täglich ab
22:00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele zu sehen:
siehe Seite 42
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In englischer Sprache mit
deutschen Übertiteln
1 h 30 min
William Kentridge Regie
Janni Younge Co-Regie
Jane Taylor Text
Adrian Kohler Puppendesign
Tau Qwelane Puppenmacherassistenz
William Kentridge Animation
Tau Qwelane, Suzie Gable
Animationsassistenz
Adrian Kohler, William Kentridge Bühnenbild
Adrian Kohler Kostümbild
Phyllis Midlane, Sue Steele Kostümmacher
Wesley France Lichtdesign
Wilbert Schubel Sounddesign
Warrick Sony, Brendan Jury
Musikkomposition
Robyn Orlin Choreografie
Catherine Meyburgh Animationsschnitt
Antjie Krog TRC-Recherche
Gail Berhmann Film- und Videorecherche
Wesley France Technischer Direktor
Bruce Koch Inspizienz
Simon Mahoney Sound
“Our music is about the idea that happy brown babies are a reality
and a possibility, and we are only the beginning.” Siyabonga Mthembu
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Mit ihrer Performance „Ubu Never Loved Us“ reagieren The Brother Moves On
auf den Film „Ubu Tells the Truth” von William Kentridge. Das Ausbleiben eines
tatsächlichen Versöhnungsangebots durch die Wahrheits- und Versöhnungskommission (Truth and Reconciliation Commission, TRC) hat in der südafrikanischen Gesellschaft ein tiefes Trauma hinterlassen. The Brother Moves On feiern
die TRC als ein „Total Refreshment Centre“, eine Wohlfühloase. Zum Service
gehören Kissen, eine Masseurin, Eis, Wassermelonen, Snacks, Getränke und Musik
aus der Zeit der Apartheid, gespielt von einer jungen Generation von Künstler*innen. Die „Songs of Death“ der südafrikanischen Band sind generationenübergreifende Liebesbotschaften von Johannesburg nach Berlin.
With their performance “Ubu Never Loved Us”, The Brother Moves On
react to “Ubu Tells the Truth” by William Kentridge. The lack of an
effective offer of reconciliation by the South African Truth and Reconciliation Commission (TRC) has left a deep sense of trauma in South
African society. The Brother Moves On celebrate the TRC as a “Total
Refreshment Centre”, a feel-good area. The set-up includes cushions,
a masseuse and ice cream, water melons, snacks and drinks for the
audience as well as music from the Apartheid era, played by a young
generation of artists. The South African band‘s “Songs of Death” are
inter-generational love messages from Johannesburg to Berlin.
The Brother Moves On
Ubu Never Loved Us
Simphiwe Tshabalala
Drums, Gesang
Ayanda Zalekile Bass, Gesang
Zelizwe Mthembu Gitarre, Gesang
Itani Thalefi Gitarre, Gesang
Siyabonga Mthembu Gesang
Nolan Dennis Visuals
Mmakgosi Kgabi Inspizienz
23
14. Juli 2016, 21:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
15 €, ermäßigt 10 €
(Double Bill mit
„Ubu and the Truth Commission“:
30 €, ermäßigt 20 €)
In englischer Sprache
ca. 1 h 30 min
The Brother Moves On im Konzert am
16. Juli 2016 um 19:00 Uhr im
Haus der Berliner Festspiele:
siehe Seite 70
Produktion: Berliner Festspiele / Foreign Affairs
„A Guided Tour of the Exhibition: For Soprano with Handbag“ © Rufus Didwiszus
Demo Sketch „This Is Offal“ © Mary Reid Kelley
27
Joanna Dudley in „A Guided Tour of the Exhibition: For Soprano with Handbag“ © Rufus Didwiszus
BERLIN, „Zvizdal“ © Frederik Buyckx
Dries Verhoeven, „Guilty Landscapes“ © Kevin McElvaney
Nelisiwe Xaba in „Urban Mermaid“ © Mocke J van Veuren, skyline photo by Chris7cns
Kelly Copper © Nature Theater of Oklahoma
Wim Opbrouck und Chris Thys in „En avant, marche!“© Phile Deprez
Zentralkapelle Berlin © Zentralkapelle Berlin
Nástio Mosquito in „S.E.F.A.“, Festival Belluard Bollwerk International, 2014 © Margaux Kolly
The Brother Moves On © Tseliso Monaheng
Organic Light Emitting Processiorama 5.5.4, Foto: Melanie Bonajo © Johannes Paul Raether
Jarvis Cocker in „Wireless Nights“ © Emma Russell
Grace Ellen Barkey in „The blind poet“ © Els De Nil
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Vessels © Promo
Islam Chipsy & EEK © Promo
Mirel Wagner © Rebaud Monfourny – Les Inrocks
Pere Faura, „Sweet Fever“ © Alessia Bombaci
Forced Entertainment, „Who Can Sing A Song To Unfrighten Me?“ © Hugo Glendinning
Uncertain Places. Eine Nachtausstellung
Wenn es dunkel wird während Foreign Affairs, wird das Haus der Berliner Festspiele zum
Ausstellungshaus: Die Fassade, die Kassenhalle, ein Vordach, das Skelett der Drehbühne, der
Lastenaufzug und viele andere Orte werden mit Projektionen, Installationen und Live-­
Performances von William Kentridge, Mary Reid Kelley, Dries Verhoeven und Nelisiwe Xaba
bespielt. Die 44 Meter lange Filmprojektion „More Sweetly Play the Dance“ von William
Kentridge ist im Rahmen des Projekts „NO IT IS !“ nicht nur im Martin-Gropius-Bau, sondern
auch an der Festspielhausfassade zu erleben. Die großflächige Projektion bildet das Entrée
zur Nachtausstellung, die täglich ab 22:00 Uhr geöffnet ist und die Besucher*innen in das
Untergeschoss führt, von wo aus sich weitere Installationen und Filmarbeiten von William
Kentridge erschließen: „I Am Not Me The Horse Is Not Mine“, „Breathe (Dissolve, Return)“,
„Ubu Tells the Truth“ sowie einige „Drawing Lessons“-Videos sind auf diesem nächtlichen
Parcours durch den Keller zu finden.
5. bis 15. Juli 2016, 22:00–1:00 Uhr
(außer 11. Juli)
Haus der Berliner Festspiele
Eintritt frei
41
When night falls on Foreign Affairs, the Haus der Berliner Festspiele turns into an
exhibition hall: the facade, the box office foyer, a canopy, the skeleton of the
revolving stage, the freight lift and many other locations will be the venues for
projections, installations and live performances by William Kentridge, Mary Reid
Kelley, Dries Verhoeven and Nelisiwe Xaba. William Kentridge’s 44-metre film projection
“More Sweetly Play the Dance”, a part of the project “NO IT IS !”, can be seen not
only at Martin-Gropius-Bau but also on the facade of the Festspielhaus. This large-­
scale projection is the entrance to a night exhibition which will be open from 10pm
every night and which will lead visitors into the lower depths of the building, where
more installations and films by William Kentridge will be revealed. “I Am Not Me
The Horse Is Not Mine”, “Breathe (Dissolve, Return)”, “Ubu Tells the Truth” as well
as some “Drawing Lessons” videos will be presented on this nightly course through
the theatre’s basement.
Uncertain Places: Eine Nachtausstellung
42
“The procession is a form I have used many times before, trying to
encompass in the work the muchness of the people in the world – and
to record the fact that here in the 21st century we are still locked in
the manual labour of individual bodies as a way of making the world.“
William Kentridge
uch in seinen Kurzfilmen nutzt William Kentridge Material aus anderen
A
Arbeitszusammenhängen: Nebenprodukte, die sich zu eigenständigen Kunstwerken auswachsen. Ein beständiges Weiterschreiben der Ideen, dem wir Rechnung
tragen, indem wir im Bühnenunterraum eine ephemere Zone etablieren. Folgen
Sie einem Parcours im Kellerreich der Schatten, Skizzen und Versuche, die
William Kentridges zentrale Idee von Uncertainty und Provisionality spiegeln:
Auf halber Treppe, im Wandschrank, zwischen Alltagsgegenständen finden Sie
„Drawing Lessons“, schnell produzierte Filme, in denen Kentridge Ideen testet.
In der Kantine zeigen wir „Ubu Tells the Truth“: eine Auseinandersetzung mit der
Wahrheits- und Versöhnungskommission Südafrikas, auch im Bühnenstück
„Ubu and the Truth Commission“ zu sehen. „I Am Not Me, The Horse Is Not
Mine“ bildet in der Unterbühne das Zentrum der Ausstellung; Projektionen aus
der Arbeit an Schostakowitschs Oper „Die Nase“. Die Installation „Return“ im
Lastenfahrstuhl stammt aus der Trilogie „Breathe Dissolve Return“, entworfen
für den Bühnenvorhang des Theaters La Fenice in Venedig – eine Hommage an
den Theaterraum und den besonderen Moment, bevor der Vorhang sich hebt
und wir Sie wieder aus der Unterwelt unseres Theaters entlassen.
In his short films, too, William Kentridge uses material that originated in
other work contexts: by products grow into autonomous works of art.
We will account for this continuing development of ideas by establishing
an ephemeral zone underneath the stage. Join us on a journey into an
underworld of shadows, sketches and attempts: Halfway down the stairs,
in a closet among everyday utensils, you will find “Drawing Lessons”,
rapidly produced films that Kentridge uses to test ideas. In the cafeteria,
we will screen “Ubu Tells the Truth”: an analysis of South Africa’s Truth
and Reconciliation Commission which is part of the stage play “Ubu and
the Truth Commission”. “I Am Not Me, The Horse Is Not Mine”, set below
the main stage, forms the centre of this subterranean exhibition and
features projections from Kentridge’s work on Shostakovich’s opera “The
Nose”. The installation “Return”, shown in the freight lift, is part of the
trilogy “Breathe Dissolve Return”, created especially for the stage curtain
of La Fenice in Venice. After this homage to the theatre space, we
release you from the underworld of our theatre.
William Kentridge: Filme & Installationen
Ausstellungsgestaltung: Sabine Theunissen
Drawing Lesson 17 & 47, 2010 (Schleuse)
Videoschnitt: Catherine Meyburgh
Drawing Lesson 37 & 44 (aus der Serie„Carnets d’Egypt“),
2010 (Umgang Unterbühne)
Musik: Philip Miller
Musiker*innen: Jill Richards, Klavier; Linda van Copenhagen,
Sopran; Daniel Bouyer, Tuba; Etienne Mecloen, Posaine;
Glen Veale, Schlagzeug, Perkussion
Videoschnitt: Catherine Meyburgh
Zeno Writing, 2002 (Umgang Unterbühne)
35 mm Film, Video; übertragen auf Video, Farbe, Sound
Musik: Kevin Volans
Sounddesign: Wilbert Schübel
Videoschnitt: Catherine Meyburgh
Ubu Tells the Truth, 1996–97 (Kantine)
35 mm Film, 16 mm Archivfilm und dokumentarische
Fotografien; übertragen auf Video, Farbe, Sound
8 Minuten
Videoschnitt: Catherine Meyburgh
Musik: Warrick Sony, Brendan Jury
More Sweetly Play the Dance, 2015 (Oberes Foyer)
8-Kanal-Videoprojektion, Farbe, Sound, Megaphone
15 Minuten
Videoschnitt und Konstruktion: Janus Fouché
Choreografie: Dada Masilo
Komposition: Johannes Serekeho
Musiker*innen: African Immanuel Essemblies Brass Bund
(Leitung: Bishop R.E. Sefatsa)
Gesang: Bham Ntabeni, Moses Moeta
Perkussion: Tlale Makhene
Soundmischung: Gavan Eckhart
Kostümbild: Greta Goiris
Performance: Dada Masilo, Tlale Makhene, Bham Ntabeni,
Thato Motlhaolwa, Mncedisi Shabangu, Luc de Wit,
Joanna Dudley, Sue Pam-Grant, Lara Adine Lipschitz,
Lawrence Maduna, Samson Falowo, Sipho Zungu,
Sipho Seroto, Agnes Khunou, Maria Ndlela, Maphokoane
Serobanyane, Okechukwu Adinnu, Thuthuka Sibisi,
Matthews Phala, Stella Olivier, Motsamai Thabane,
Mitglieder der African Immanuel Essemblies Brass Band,
Mitglieder der First St John Brass Band
43
I Am Not Me, the Horse Is Not Mine, 2008 (Unterbühne)
8-Kanal-Videoprojektion, Farbe, Sound
DVcam, HDV; übertragen auf Video
6 Minuten
Musik: Philip Miller
Videoschnitt: Catherine Meyburgh
Tanzende Figur: Thato Motlhaolwa
Animationsassistenz: Gerhard Marx, Naomi van Niekerk,
Catherine Walker
Musik
Galopp: Komposition von Philip Miller (Galopp-Band:
Dan Selsick, Posaune; Billy Middleton, Tuba;
Adam Howard, Trompete; Ntkozo Zunga, CastrolBlechdosen-­Gitarre; Bethuel Mbonani, Perkussion;
Thulani Manaka, Stimmführer)
Ngilahlekelelwe Ikhala Lami: Arrangement
von Philip Miller mit Musik und Lyrics von
Richard Siluma und Thulani Manana
Chor: Thulani Manana, Abanikazi Bomkhalanga
Return (aus dem Triptychon „Breathe,
Dissolve, Return“), 2008 (Lastenfahrstuhl)
DVcam, HDV; übertragen auf Video, Farbe, Sound
6 Minuten
Musik: Philip Miller
Gesang: Nokrismesi Skota
Videoschnitt: Catherine Meyburgh
Mitarbeit Konstruktion: Gerhard Marx
Konstruktionsassistenz: Naomi van Niekerk,
Catherine Walker
Mitarbeit Stahlskulptur: Christoff Wolmarans
Assistenz Stahlskulptur: Siebert Letsie
Uncertain Places. Eine Nachtausstellung
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“You think your intellect is so commanding,
But without me, Brain, you’d have no standing.“
Foot to Brain in “This Is Offal”
„ This Is Offal“ von Mary Reid Kelley und ihrem Partner Patrick Kelley
folgt auf tragikomische Weise der schwerwiegendsten und hartnäckigsten menschlichen Katastrophe: dem Suizid. In einem nächtlichen Pathologieraum bereitet ein Professor eine Leiche zur Obduktion vor und mutmaßt dabei über ihr Leben und ihren Tod.
Parallel dazu erhebt sich die Leiche vom Balsamierungstisch und
beobachtet ihre neue Situation, während ihre inneren Organe und
Körperteile ihrer Verwirrung Ausdruck verleihen. Als die wahren
Sprecher in diesem Drama stellen Leber, Herz und Hirn den Abfall
(offal) im Titel dar und zugleich die schreckliche (awful) Unwiderruflichkeit des Todes. Diese wortwitzreiche Stück aus dem existenzialistisch-feministischen Horrorkabinett stellt auf makabre Weise
Camus’ Philosophie des Absurden als Gegenentwurf zur Selbsttötung dar. Außerdem wirft die Aufführung einen satirischen Blick
auf die lange Faszination mit schönen, toten, stillen Frauen als
Gegenstand der Kunst. Der weibliche Körper ist hier alles andere als
still, verweigert aber doch die Hoffnung auf eine vernünftige Erklärung
dieser tragischsten und komplexesten menschlichen Handlung.
“This Is Offal” by Mary Reid Kelley and her partner Patrick Kelley traverses in tragicomic
form the most serious and persistent of human disasters: suicide. In the setting of a
nocturnal pathology classroom, a professor prepares a corpse for dissection, hypothesizing about her life and death. In parallel, the corpse herself rises from her embalming table to observe her new situation, while her internal organs and body parts
speak their confusion about her suicide. As the actual speakers in the drama, her
liver, heart, and brain signify the “offal” of the film’s title and the “awful” irrevocability
of death. The pun-filled work of existentialist feminist horror ghoulishly enacts Camus’
philosophy of the absurd as a counter to suicide. The performance also satirizes an
enduring fascination with the beautiful, dead, silent woman as subject for art. The
female body here is decidedly un-silent, yet also denies the hope of a rational explanation for the most tragic and motivationally complex of human actions. At the recent
Art Basel fair, Mary Reid Kelley received the Baloise Art Prize for the installation which
this work is based on.
Mary Reid Kelley
This Is Offal
Von Mary
Reid Kelley
Mary Reid Kelley und Patrick Kelley
Performance und Raum
45
5. bis 15. Juli 2016, 22:00–1:00 Uhr
(außer 11. Juli)
Haus der Berliner Festspiele, Kassenhalle
Eintritt frei
In englischer Sprache
Artist Talk mit Mary Reid Kelley, Patrick Kelley
und Ellen Blumenstein im Rahmen von
„How to Frame“ am 9. Juli 2016, 15:00 Uhr im
Haus der Berliner Festspiele, Oberes Foyer:
siehe Seite 82
„This Is Offal“ von Mary Reid Kelley ist eine Auftragsarbeit
von und für Corpus, das Netzwerk für performative Praxis.
Produktion: Playground (STUK Kunstencentrum &
M-Museum, Leuven)
Koproduktion: KW Institute for Contemporary Art,
Berliner Festspiele / Foreign Affairs
Corpus besteht aus den Partnern Bulegoa z/b (Bilbao),
CAC (Vilnius), KW Institute for Contemporary Art (Berlin),
If I Can’t Dance (Amsterdam), Playground (STUK & M,
Leuven) und Tate Modern (London). Corpus wird vom
Creative Europe-Programm der Europäischen Union
ko-finanziert. www.corpusnetwork.org
Uncertain Places. Eine Nachtausstellung
46
“It is understandable that we cling to entertainment and comfort,
certainly in times of proclaimed doom. But under that unifying
reassurance there is also an uncertainty. What art can do is occasionally open the basement door.” Dries Verhoeven
Die permanente Verfügbarkeit von Nachrichten über Laptops, Fernsehgeräte
und Smartphones macht uns zu ständigen Zeugen von ‚auswärtigen Angelegenheiten‘, die sich am anderen Ende der Welt abspielen. Die Begegnung mit
Armut, Krankheit und Verzweiflung bereitet uns täglich Unbehagen. Die Kamera
der Nachrichtensendungen ist keineswegs neutral; ob absichtlich oder unabsichtlich werden die Gefilmten als Opfer dargestellt. Bevor man sich versieht, ist
man als sozial aufgeklärter Zuschauer in einen Strudel aus Schuld und
Schamgefühl gezogen. In der Videoinstallation „Guilty Landscapes, episode II“
konfrontiert uns Dries Verhoeven mit der Realität der unbehaglichen Nachrichtenbilder. Er stellt die Frage, ob es zwischen dem Betrachter und dem Menschen,
der betrachtet wird, eine persönliche Beziehung geben kann. Was wäre, wenn
diese Bilder sich umdrehen und ihre Zeugen anschauen; was, wenn uns die
Hauptdarsteller der abendlichen Nachrichten in die Augen sehen?
The continual availability of news on our laptops, televisions and smartphones makes us perpetual witnesses to ‘foreign affairs’ on the other
side of the world. We can feel unease every day through the confrontation with poverty, sickness and desperation. The news camera is not
neutral; intentionally or unintentionally, those who are filmed are
framed as victims. Before they know it, the social conscious viewer is
dragged into a vortex of guilt and shame. With the video installation
“Guilty Landscapes, episode II” Dries Verhoeven confronts us with the
reality of uncomfortable news images. He poses the question of whether
a personal connection is possible between the viewer and the person
being viewed. What if the news were to turn and look back at its
witnesses; what if the protagonists on the evening news were to look
us in the eye?
Dries Verhoeven
Guilty Landscapes, episode II
Dries Verhoeven Konzept
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5. bis 15. Juli 2016, 22:00–1:00 Uhr
(außer 11. Juli)
Haus der Berliner Festspiele
Eintritt frei
Einlass nur einzeln, Anmeldung vor Ort
Produktion: Studio Dries Verhoeven
Koproduktion: SPRING Festival Utrecht, Berliner Festspiele /
Foreign Affairs, Theaterfestival Boulevard ’s – Hertogenbosch,
MU Eindhoven
Uncertain Places. Eine Nachtausstellung
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“They ask, ‘Why don’t you just do Swan Lake or some beautiful work?’
There’s no way I can create work where we are just being beautiful, dancing
and just gyrating.” Nelisiwe Xaba
„Urban Mermaid” wurde vom Mythos der Meerjungfrau inspiriert,
eines Wesens, halb Frau und halb Fisch. Meerjungfrauen tauchen
unter verschiedenen Namen in der Folklore zahlreicher Kulturen in
der ganzen Welt auf. Einerseits werden sie mit Gefahren wie Sturm,
Schiffbruch und Ertrinken assoziiert. In anderen Folklore-Traditionen
sind sie gütig, machen Geschenke oder verlieben sich in Menschen.
Dieses Wesen ohne Beine inspirierte die in Dube, Soweto, geborene
Tänzerin Nelisiwe Xaba dazu, einen eigenen choreografischen
Mythos zu erschaffen: Johannesburg ist eine Stadt ganz ohne Fluss
oder Meeresufer, nur ein paar Bäche und Nebenflüsschen sickern
traurig vor sich hin. Stattdessen gibt es jede Menge Schwimmbäder,
sowohl private als auch öffentliche – und dort taucht die Meerjungfrau auf, um (politisch) zu verführen, zu locken und letztlich zu
vernichten. Wie die Sirene die Schiffe zum Sinken bringt, so richtet
diese urbane Meerjungfrau, die ironischerweise nicht schwimmen
kann, in den Pools der Vorstadt ein ebenso humorvolles wie tragisches Chaos an.
“Urban Mermaid” takes its inspiration from the mermaid myth, the creature that
is half-woman and half-fish. Mermaids appear in the folklore of many cultures
worldwide which know them by different names. They are sometimes associated with
perilous events such as storms, shipwrecks and drownings. In other folk traditions,
they can be benevolent, bestowing gifts or falling in love with humans. This legless
creature inspired Soweto-born dancer Nelisiwe Xaba to create her own choreographic myth: Johannesburg is a city without a river or an ocean, a few streams and
spruits sadly trickle. Instead there are an abundance of swimming pools, private
and public, where the mermaid appears, to (politically) seduce, lure and ultimately
destroy. Like the siren that causes ships to wreck, the urban mermaid, who ironically
can‘t swim, humorously and tragically wrecks havoc in the swimming pools of the
suburban Johannesburg.
Nelisiwe Xaba
Urban Mermaid
Nelisiwe Xaba Konzept, Performance
Siya Makhuzeni Musik
Candida Merwe Video, Assistenz
Mocke J van Veuren Künstlerische
Beratung
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5. bis 15. Juli 2016, 22:00–1:00 Uhr
(außer 11. Juli)
Haus der Berliner Festspiele
Eintritt frei
Produktion: Berliner Festspiele / Foreign Affairs
50
“I know that what we do is ridiculous, that no one would care
tomorrow if we stopped making it, but I always hope that what
we do changes people’s lives, that it alters consciousness, that it
cures cancer and AIDS.” Kelly Copper
Das Nature Theater of Oklahoma hat unsere Vorstellung von Theater immer
wieder herausgefordert. Ihre neue Theaterarbeit ist ein Film-Shooting. Während
des Festivals drehen Kelly Copper und Pavol Liska gemeinsam mit interessierten
Beteiligten einen Science-Fiction-Film an verschiedenen Orten in Berlin. In
„Germany Year 2071“ kommen Dorothy und Joseph, die Helden des legendären
„Detroit Miracles“, einem Deutschland der Zukunft zu Hilfe, das kurz vor dem
Zusammenbruch steht. Hemmungslose Geschäftsleute züchten Außerirdische
für die Fleischproduktion und halten die Bevölkerung mit mysteriösen Ungeheuern
in Schach, die den Hauptstadtsumpf bevölkern. Um einen Ausweg aus der wirtschaftlichen Krise zu finden, werden die Kinder direkt nach ihrer Geburt in die
griechischen Kolonien verbannt, bis sie das arbeitsfähige Alter erreicht haben.
Gefühle werden längst durch Emojis ersetzt… Helfen Sie uns, die Zukunft
aufzumischen! Für diesen exklusiven Blick in die bewegte Zukunft unseres
Landes können Sie eine Eintrittskarte bekommen, aber keinen Stuhl. Unbeteiligt
bleiben geht nicht. Wir sind alle Mitwirkende im Film. Welcome to the Future –
von Oklahoma aus gesehen.
More than once, Nature Theater of Oklahoma have challenged our
notions of the theatre. Their latest theatre work is a film shoot. During
the festival, Kelly Copper and Pavol Liska will shoot a science-fiction
film at various locations throughout Berlin, with a cast of interested
participants. In “Germany Year 2071”, Dorothy and Joseph, the heroes
of the legendary “Detroit Miracle”, come to the aid of a country on the
brink of collapse. Ruthless business people are breeding aliens for
meat production and are keeping the city’s inhabitants at bay with
mysterious monsters that live in the capital’s swamp. To solve the
economic crisis, children are banished to new Greek colonies straight
after birth until they reach working age. Emotions have long since
been replaced by emojis… Help us to mix up the future! For this exclusive
look at our country’s eventful future detachment is not an option.
We’re all part of this film. Welcome to our future – as seen from Oklahoma!
Nature Theater of Oklahoma
Germany Year 2071
Von und mit Kelly
Copper, Pavol
Liska und Laiendarsteller*innen
aus Berlin und Köln
51
5. Juli 2016, 18:30 Uhr, Haus der Berliner
Festspiele: „Evacuation in Pyjamas”
10. Juli 2016, 12:00 Uhr, Haus der Zukunft:
„National Pride Construction Site”
11. Juli 2016, 20:00 Uhr, silent green Kulturquartier:
„E.T. Auction”
14. Juli 2016, 22:00 Uhr, undisclosed location:
„The Swamp”
16. Juli 2016, 18:00 Uhr, Haus der Berliner
Festspiele: „The Road”
Eintritt frei, begrenzte Platzkapazität
Infos & Anmeldung unter
www.berlinerfestspiele.de/oktheater
In deutscher und englischer Sprache
Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie zu, dass Sie
an einem Filmdreh mitwirken und dass das
dabei entstandene Bild- und Videomaterial
als Teil des Films „Germany Year 2071“ durch
das Nature Theater of Oklahoma sowie durch
die Berliner Festspiele oder ihre Partner
veröffentlicht und verwertet werden darf.
Produktion: Berliner Festspiele / Foreign Affairs,
Akademie der Künste der Welt, Impulse Theater Festival
Mit Unterstützung von studiobühneköln, Haus der
Zukunft, Berlin und silent green Kulturquartier, Berlin.
52
”What I am looking for is something almost like a ritual; a collective ritual that
takes place onstage, but that can also be shared with the audience. In this sense,
it is true that art can connect us.“ Alain Platel
Ein Posaunist, der krankheitsbedingt sein Instrument nicht mehr
spielen kann und deshalb an die Becken verbannt wurde, ist
Protagonist von „En avant, marche!“ Gemeinsam mit dem Regisseur
Frank Van Laecke und dem Komponisten Steven Prengels blickt
der Choreograf Alain Platel auf die Blaskapelle als Mikrokosmos der
Gesellschaft. Auf alle Genregrenzen pfeifend feiert dieses tragikomische Stück das Leben und die Kunst und zeigt einen kollektiven
Kampf gegen den Tod und die Vergänglichkeit. Herzstück des
Berliner Abends ist die hitzige Musikalität der Zentralkapelle Berlin,
die neben sieben weiteren Musiker*innen und vier Schauspieler*innen auf der Bühne steht und durch ihren einzigartigen Sound
bekannte klassische Werke – u.a. von Mahler, Verdi und Strauß – neu
hörbar macht.
A trombone player, no longer able to play his instrument due to his illness and
demoted to play the cymbals, is the protagonist of “En avant, marche!” Together
with director Frank Van Laecke and composer Steven Prengels, choreographer Alain
Platel looks at brass bands as microcosms of society. Flouting all genre-boundaries,
this tragicomic performance celebrates life and art and depicts a communal
struggle against death and ephemerality. The evening’s centerpiece is the fiery
musicality of Zentralkapelle Berlin, who are on stage together with seven further
musicians and four actors and whose particular sound turns familiar classics of
the likes of Mahler, Verdi and Strauß into a completely new listening experience.
NTGent/les ballets C de la B
Frank Van Laecke, Alain Platel, Steven Prengels
En avant, marche!
Entwickelt und gespielt von
Chris Thys, Griet Debacker, Hendrik Lebon,
Wim Opbrouck
Gregory Van Seghbroeck Basstuba
Jan D’Haene, Jonas Van Hoeydonck
Trompete
Lies Vandeburie Waldhorn
Niels Van Heertum Euphonium
Simon Hueting Horn
Witse Lemmens Schlagzeug
Steven Prengels Dirigent
und der Zentralkapelle Berlin
In deutscher, englischer,
flämischer, französischer,
italienischer und spanischer Sprache
mit deutschen Übertiteln
1 h 40 min
Produktion: NTGent und les ballets C de la B in
Zusammenarbeit mit VLAMO
Koproduktion: La Rose Des Vents (Villeneuve d’Ascq),
TorinoDanza, Théâtre National de Chaillot (Paris),
Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Festspielhaus
St. Pölten, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Festival
Printemps des Comédiens Montpellier, Maillon, Théâtre
de Strasbourg-scène européenne, GREC-Festival de
Barcelona, KVS Brussel, Brisbane Festival, Théâtre
Vidy-Lausanne
Vertrieb: Frans Brood Productions
Mit Unterstützung der Stadt Gent, der Provinz
Ostflandern und der flämischen Regierung
Die Eröffnungsfeierlichkeiten werden unterstützt
von der Generaldelegation der Regierung Flanderns
(Belgische Botschaft).
Frank Van Laecke, Alain Platel Regie
Steven Prengels Komposition und
musikalische Leitung
Koen Haagdorens Dramaturgie
Klanglandschaft KMV De Leiezonen unter
Leitung von Diederik De Roeck
Steve De Schepper, Katelijne Laevens
Regieassistenz
Carlo Bourguignon Licht
Bartold Uyttersprot Tondesign
Luc Goedertier Bühne
Marie ‘Costume’ Lauwers Kostüme
Kostüme und Bühne hergestellt von
atelier NTGent
Wim Van de Cappelle Inspizienz
Marieke Cardinaels, Valerie Desmet
Produktionsleitung
Steve De Schepper Tourmanagement
Mit Dank an alle Mitarbeiter von NTGent, les ballets C de
la B, Etienne Soens, Linda Bonte, Annelies Desendere, Jan
Czajkowski, Bart De Lausnay, Isnelle da Silveira, Bérengère
Bodin, VLAMO, Huis van Alijn, Hilde Van Wesepoel, Griet
Van Landeghem, Wim Hees, Jozef Lust, Anette De Wilde,
Schuhfabrik Van Beers
53
5. Juli 2016, 20:00 Uhr
6. Juli 2016, 19:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele,
Große Bühne
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
54
“Don’t be cool be relevant! Yeap! And if you can be relevantly cool,
good for you...” From “Nástia‘s Manifesto“
„ I am not interdisciplinary. I am a hustler ... a good one.“ Nástio Mosquitos
charismatische und gleichzeitig provokante Performances und Videos, seine
Musik und seine Lyrik stellen eine neue, unverbrauchte Stimme in der zeitgenössischen Kunst dar. In seiner Arbeit beschäftigt er sich intensiv mit dem
unbegrenzten Potential der Sprache. Sie könnte zwar auf den ersten Blick als
eine Art von Weltüberdruss missverstanden werden, ist aber, ganz im Gegenteil,
ein außergewöhnlicher Ausdruck des dringenden Wunsches, sich mit der Realität
und allen ihren Ebenen auseinanderzusetzen. „Daily Lovemaking“, seiner ersten
Einzelausstellung in der IKON Gallery in Birmingham im Jahr 2015, folgte eine
beeindruckende Ausstellung bei der 56. Biennale von Venedig. In seiner neuen
Arbeit „Respectable Thief“ kombiniert Mosquito Video, Musik und Live-Performance und zelebriert damit einen produktiven, konsequenten, ausdrucksstarken
und eloquenten Zorn sowie die Kraft, mit der dieser Zorn Entwicklungen in
einem gemeinsamen sozialen Umfeld anstoßen kann.
“I am not interdisciplinary. I am a hustler… a good one.” With his
charismatic and at the same time provocative performances, videos,
music and poetry, multimedia artist Nástio Mosquito brings a raw
new voice into contemporary art. His work shows an intense commitment to the open-ended potential of language. Easily misread as a
kind of world weariness, it is the extraordinary expression of an urgent
desire to engage with reality at all levels. In 2015, Birmingham’s
IKON Gallery presented his first solo exhibition “Daily Lovemaking”,
followed by a powerful show at the 56th Venice Biennale. With his
new piece “Respectable Thief”, Mosquito combines video, music and
live-performance to celebrate a productive, consequent, articulate and
eloquent anger, and the power it has to instigate motion in communal
social environments.
Nástio Mosquito
Respectable Thief
Ein Rezept von Nástio
Mosquito
Nástio Mosquito Text
Nástio Mosquito, Vic Pereiró
Entwicklung
Godelieve Mosquito Projektkoordinierung für ZZZZZ Creative Projects
Nástio Mosquito, DZZZZ Band
remixed by Seiji Musik
Vic Pereiró Video
55
5. Juli 2016, 23:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
20 €, ermäßigt 12 €
In englischer Sprache
ca. 45 min
Uraufführung
Eine Auftragsarbeit für The Museum of Modern Art
in Verbindung mit Projects 104: Nástio Mosquito,
Respectable Thief, organisiert von Cara Manes,
Assistenzkuratorin, Department of Painting and
Sculpture, MoMA
Koproduktion:
KW Institute for Contemporary Art mit Berliner Festspiele /
Foreign Affairs, als Teil von Corpus, das Netzwerk
für performative Praxis. Corpus besteht aus den
Partnern Bulegoa z /b (Bilbao), CAC (Vilnius),
If I Can’t Dance, I Don’t Want To Be Part Of Your Revolution
(Amsterdam), KW Institute for Contemporary Art
(Berlin), Playground (STUK Kunstencentrum & M-Museum,
Leuven) und Tate Modern (London). Corpus wird
unter anderem vom Creative Europe-Programm
der Europäischen Union finanzier t.
www.corpusnetwork.org
Vooruit Art Centre
Mit Unterstützung des Pinchuk Art Centre und des
Espaço Espelho d’Água.
In Zusammenarbeit mit den KW Institute for
Contemporary Art
56
“The more time you spend with them, the more you realise that their story is
also about us. Loneliness, isolation were important themes. At the same time
this is also a story about living from the land, living with a cow, a horse, a cat,
a dog and some chickens.” Yves Degryse
1 986. Etwa 90 Städte und Dörfer in der Umgebung von Tschernobyl
werden evakuiert. Das Scheitern eines Atomexperiments verändert
das Leben der Bewohner*innen drastisch. Pétro und Nadia, ein
damals sechzigjähriges Ehepaar, in Zvizdal geboren und aufgewachsen, weigert sich, evakuiert zu werden und entscheidet sich, in
der totalen Ungewissheit ihrer Heimat weiter zu leben. Von 2011 bis
2016 begleitete die belgische Theatergruppe BERLIN Pétro und
Nadia in Zvizdal, mittlerweile eine Geisterstadt, in der es weder
Strom noch fließend Wasser gibt; dafür aber Aberglauben und Wodka,
Zahnschmerzen, Alterskrankheiten und den 20 km-Fußweg zum
nächsten Geschäft. „Zvizdal“ ist eine Filmperformance über Einsamkeit, Überleben, Armut, Hoffnung und die Liebe zweier alter
Menschen. Um sie herum und zwischen ihnen herrscht die farblose,
geruchlose, aber allgegenwärtige Strahlung.
1986. About 90 towns and villages around Chernobyl are evacuated. The failure of
an atomic experiment causes a drastic change in the lives of the inhabitants.
Pétro and Nadia, a married couple at that time 60 years old, born and raised in
Zvizdal, refuse to be evacuated and decide to stay put in the total uncertainty of
their village. Between 2011 and 2016 the Belgian theatre group BERLIN followed
Pétro and Nadia in Zvizdal, a ghost town with neither electricity nor running water;
but there are superstitions, there is vodka, the toothaches, the ailments that come
with the age, the 20 km walk to the nearest store. “Zvizdal” is a filmic portrait of
solitude, survival, poverty, hope and of love between two elderly people. All around
and in between them reigns the colourless, scentless but omnipresent radiation.
BERLIN
Zvizdal
Mit Nadia
Lubenoc
& Pétro Opanassovitch
7. Juli 2016, 22:30 Uhr
8. Juli 2016, 22:30 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
20 €, ermäßigt 12 €
In ukrainischer Sprache mit deutschen und
englischen Untertiteln
1 h 10 min
Koproduktion: Het Zuidelijk Toneel (Tilburg),
PACT Zollverein (Essen), Dublin Theatre Festival,
LE CENTQUATRE (Paris), Kunstenfestivaldesarts (Brüssel),
Brighton Festival, BIT Teatergarasjen (Bergen),
Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main,
Theaterfestival Boulevard (Den Bosch),
Onassis Cultural Center (Athen)
In Zusammenarbeit mit deSingel (Antwerpen)
Mit Unterstützung der flämischen Regierung
57
Bart Baele, Yves Degryse, Cathy Blisson
Konzept
Manu Siebens, Ina Peeters, BERLIN
Szenografie
Yves Degryse, Cathy Blisson Interviews
Bart Baele, Geert De Vleesschauwer
Kamera, Schnitt
Toon Meuris, Bas de Caluwé, Manu Siebens,
Karel Verstreken Tonaufnahmen
Olga Mitronina Dolmetscherin
Peter Van Laerhoven Soundtrack, Mixing
Manu Siebens, Klaartje Vermeulen,
Dirk Stevens, Kasper Siebens, Kopspel,
Rex Tee Bühnenbildbau
Joris Festjens, Dirk Lauwers Mechanik
Ina Peeters mit Hilfe von Puck Vonk,
Rosa Fens, Thomas Dreezen Modelle
Jelle Verryckt Grafik
Laura Fierens Kommunikation, Produktion
Kurt Lannoye Management
Jane Seynaeve Verwaltungsmitarbeit
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„I am convinced that the concept of the ‘audience’ is one of the most
useless constructions of the cultural sector. My characters are not
of this world, in a way, but they are formulating a passionate ‘we’
– a community of those present, a moment of construed affinity.”
Johannes Paul Raether
Zentrum der künstlerischen und para-wissenschaftlichen Arbeit von Johannes
Paul Raether bildet eine Herde von farbigen Forschungs-Drag-Avataras, die
innerhalb eines aufeinander bezogenen Systems entlang verschiedener Lebenslinien in unterschiedlichen, komplexen Wissenszusammenhängen verkörpert
sind. Bereits 2013 war die WorldWideWitch Protektorama im Busch der Berliner
Festspiele damit beauftragt, die Besucher*innen von Ihren Smartphone-Candy-­
Fetischen zu trennen. Nun, drei Jahre später, kehrt die Hexe von den Gipfeln des
Allgäu, dem mittsommernächtlichen Ritual im techno-magischen Steinkreis in
Schottland und der Kathedrale der Screens (a.k.a Times Square) zurück. Ihre
Plattform bei Foreign Affairs 2016 wird sie für eine Serie von Selbstteilungs-, also
Gabelungsprozessen nutzen, die die Schmelzungen potenzierter Daten, Smartphone-Beschwörungen, Skizzen neuer Legierungen, eine Alchemie seltener Erden
und die Infiltration der Screen-Hochregale beinhalten werden.
At the centre of Johannes Paul Raether’s artistic and para-scientific
work is a ‘herd’ of colourful research drag avatars. They are manifested
within a correlated system along diverse lifelines, in various complex
contexts of knowledge. In 2013, the WorldWideWitch Protektorama
was on a mission to separate the visitors of Berliner Festspiele from their
smartphone candy fetishes. Now, three years later, the witch returns
from the peaks of the Allgäu, the midsummer rituals of the techno-­
magical stone circles of Scotland and the Cathedral of the Screens
(a.k.a. Times Square). She will use her platform at Foreign Affairs 2016
for a series of self-partition processes (or furcating), which will include
the melting of exponentiated data, smartphone invocations, sketches
of new alloys, an alchemy of rare earths and the infiltration of screen
high-rise racks.
Johannes Paul Raether
Protektoramae – Forking Horizon 5.5.5.1–3
Von und mit Johannes
Paul Raether
9. Juli 2016, 13:00 Uhr
Meeting Point und Audio-Guides: Haus der
Berliner Festspiele, Vorplatz
„Protektoramae – Forking Horizon 5.5.5.1 /
DysTerb, NeoEuroGado PraYttLanth – Infiltration
der Rare Screen Halde”
Begrenzte Platzkapazität,
kostenlose Anmeldung zur Teilnahme via
[email protected]
17. Juli 2016, 16:00 Uhr
Meeting Point und Audio-Guides: Haus der
Berliner Festspiele, Vorplatz
„Protektoramae – Forking Horizon 5.5.5.3 /
Pfaueninsel Glossary: An Alchemical Afternoon”
Begrenzte Platzkapazität,
kostenlose Anmeldung zur Teilnahme via
[email protected]
Produktion: Berliner Festspiele / Foreign Affairs
59
10. Juli 2016, 14:00 Uhr
„Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
Protektoramae – Forking Horizon 5.5.5.2 /
(Un)certainly (Un)readable”
im Rahmen von „Landscapes of Uncertainty“,
Symposium (siehe Seite 84)
Eintritt frei
“I’m not Jesus though I have the same initials /
I’m the man who stays home and does the dishes.” Pulp, “Dishes”
60
ie britische Poplegende und Pulp-Frontmann Jarvis Cocker ist ein
D
bemerkenswerter Geschichtenerzähler und hat in den letzten Jahren
Kultstatus als Radiomoderator der BBC erreicht. 2012 wurde er Host
der nächtlichen Radioserie „Wireless Nights“ auf BBC Radio 4.
Seither sammelt Jarvis Cocker Geschichten und Akteur*innen der
Nacht – „to investigate the human nature after dark“. Wie zu
erwarten, spielt neben historischen Tonmitschnitten a Musik bei
seiner Erforschung des Unbewussten, Ungewissen und Obskuren
eine große Rolle. Im Haus der Berliner Festspiele wird er Anekdoten
von Bach bis Nixon erzählen, Lieder singen, mit dem Jungen Sinfonieorchester Berlin das klassische Repertoire erkunden und so sich und
uns durch die Dämmerung bis in die Nacht hinein begleiten.
Jarvis Cocker, British pop legend and frontman of Pulp, is a remarkable storyteller –
and in recent years has gained cult status as a radio personality on the BBC. In
2012 he began to host the award-winning late night radio series “Wireless Nights”
on BBC Radio 4. Since then, Jarvis has been collecting nocturnal stories and characters – “to investigate the human condition after dark”. In his exploration of the
subconscious – unknown and obscure – music obviously plays a large part, as do
historical sound recordings. At the Haus der Berliner Festspiele, he will tell stories
featuring characters from Bach to Nixon, sing songs and venture into the classical
repertoire with Junges Sinfonieorchester Berlin, seeing us through the twilight hours
into the deepest darkness of the night.
Jarvis Cocker /Junges Sinfonieorchester Berlin
Sleepless Nights
Mit Jarvis
Cocker und dem
Jungen Sinfonieorchester Berlin
Laurence Grissell,
Neil McCarthy Produzenten
Fiona Brice Arrangement
Auge Altona Video
Andreas Schulz Musikalische Leitung
61
12. Juli 2016, 20:30 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
In englischer Sprache
ca. 1 h 20 min
Deutsche Erstaufführung
“Wireless Nights” and “BBC Radio 4” are trademarks
of the British Broadcasting Corporation and are used
under licence. © BBC 2016
62
“We are sailors and world travellers who live in an anti-time.“
From “The blind poet“
Geschichte wird von Siegern geschrieben. Von Männern. Von ein paar wenigen,
die sich sicher sind, die glauben zu wissen, was zu tun ist. Der historischen
Wahrheit setzt die Needcompany in „The blind poet“ persönliche Geschichten
entgegen: Einzelporträts der sieben Performer*innen auf der Bühne, die sich zu
einem alternativen Bild von (Welt-)Geschichte verweben. Das von Jan Lauwers
geschriebene und inszenierte Stück zitiert die Schriften des arabischen Poeten
Abu l-’Ala al-Ma’arri (973–1057) und Wallada bint al Mustakfis, einer andalusischen
Dichterin aus dem 11. Jahrhundert. Sie beschreiben eine Zeit der Aufklärung, in
der u.a. Córdoba das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Welt war,
Frauen Machtpositionen innehatten und Atheismus ein Gemeinplatz war. Im
Spiegel dieser vergangenen Epoche und ausgehend von den unterschiedlichen
Nationalitäten, Kulturen und Sprachen der Performer*innen, die – einzeln oder
chorisch, in Form eines Rocksongs oder als Tanzeinlage – von ihren Vorfahren,
Biografien und Brüchen erzählen, dreht sich „The blind poet“ um Identitätsauffassungen im heutigen multikulturellen Europa.
History is written by the victorious. By men. By the selected few who
think they know what has to be done. In “The blind poet”, Needcompany
counter historical truth with personal stories: Individual portraits of the
seven performers on stage, whose histories ultimately interweave to
form an alternative image of (world) history. This production, written
and directed by Jan Lauwers, quotes from the writings of the Arabic
poet Abu l-‘Ala al-Ma’arri (973–1057) and of Wallada bint al Mustakfi,
an Andalusian poet from the 11th century. Their works describe an era
of enlightenment when for instance Córdoba was the economic and
cultural centre of the world, women held positions of power and atheism
was commonplace. Reflected by this past epoch and based on the
various nationalities, cultures and languages of the performers who
tell us about their ancestors, biographies and discontinuities – individually or as a chorus, in the form of a rock song or a dance –, “The
blind poet” deals with our concepts of identity in a contemporary,
multicultural Europe.
Jan Lauwers & Needcompany
The blind poet
Mit Grace
Ellen Barkey, Jules
Beckman, Anna Sophia Bonnema,
Hans Petter Melø Dahl,
Benoît Gob, Maarten Seghers,
Mohamed Toukabri,
Elke Janssens, Jan Lauwers
In arabischer, englischer, französischer,
flämischer, norwegischer und tunesischer
Sprache mit deutschen und englischen
Übertiteln
2 h 30 min (inkl. Pause)
Produktion: Needcompany
Koproduktion: Kunstenfestivaldesarts,
KunstFestSpiele Herrenhausen,
FIBA – Festival Internacional de Buenos Aires,
Künstlerhaus Mousonturm
Mit Unterstützung der flämischen Regierung
63
15. Juli 2016, 19:30 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
Jan Lauwers Text, Regie, Bühne
Maarten Seghers Musik
Lot Lemm Kostüm
Bachir bin Ahmed bin Rhaïem El Toukabri
Kostüm Mohammed
Elke Janssens Dramaturgie, Übertitel
Marjolein Demey, Jan Lauwers Licht
Ditten Lerooij Tondesign
Marc Combas Ton
Marjolein Demey Technische Leitung
Marjolein Demey, Kurt Bethuyne,
Gwen Laroche Technik, Produktion
De Muur, X-Treme Technischer Bühnenbildbau
Irmgard Mertens Logistische Unterstützung
Lieve Meeussen Kostümassistenz
Lisaboa Houbrechts Regieassistenz
Pablo Pérez Albalaejo, Ludovicus Grevendonk
Technische Assistenz
Erwin Jans Dramaturgische Einführung
Jef Lambrecht, Lucas Catherine, Taha Adnan
Dramaturgische Mitarbeit
Olivier Taymans Französische Übersetzung
Gregory Ball Englische Übersetzung
Rosi Wiegmann Deutsche Übersetzung
Maarten Vanden Abeele Fotograf
64
“The work takes its time, it is what it is, becoming something through its own
process, uncovering a different dramaturgy at the edges of the theatrical. This
pushing to the limit frees one as a maker and also as a watcher – different
experiences and different kinds of meaning are made possible in this work.“
Tim Etchells
Forced Entertainment begeben sich auf die lange Reise vom Sonnenuntergang bis zum Morgenlicht der Dämmerung. Im Kern dieser
improvisierten, lange andauernden Arbeit steht eine Reihe von Texten,
in denen elf Performer*innen ihre großen und kleinen, epischen und
intimen Ängste aufzählen. Ganz allein und mitten auf der Bühne
durchforsten sie das Dickicht ihrer Befürchtungen, vom Tod durch
Verbrennen zu Armut und sozialer Isolation, von Wespenstichen zu
kollabierender Weltwirtschaft und vergessenen Geburtstagen der
besten Freunde. Rings um diese einfachen Solomomente entfaltet
sich die komplexe, ausufernde und atmosphärische Aktion des
Stücks. Die Performer*innen überfluten die Bühne mit Skeletten,
Königen und anderen Märchenbuchfiguren, ein Wald wird lebendig
und eine Prozession von Märchenspiel-Tieren zieht vorbei, bevor
sie in einer wiederholten komischen Illusion wie durch Magie verschwindet. „From The Dark“ begleitet das Publikum durch die abschließenden Momente von Foreign Affairs 2016 und greift dabei auf
Material aus Forced Entertainments bahnbrechender 24-Stunden-­
Performance „Who Can Sing A Song to Unfrighten Me?“ zurück.
Forced Entertainment take the long route from the sunset to the morning light of
dawn. At the centre of this improvised durational work are a series of texts in
which eleven performers list their fears, great and small, epic and intimate. Alone
centre stage they each sift the tangle of own anxieties, taking us from death in a
fire to poverty and social isolation, from being stung by wasps to world social
economic collapse and forgetting best-friends birthdays. Around these simple
solo moments the complex, sprawling and evocative action of the piece unfolds
as the performers flood the stage with skeletons, kings and other story-book figures,
a forest of trees come to life, and a procession of pantomime animals that are
magically disappeared in a recurring comical illusion. ”From The Dark” brings the
audience to the closing moments of Foreign Affairs 2016, drawing on material
from Forced Entertainment’s ground-breaking 24-hour-performance “Who Can
Sing A Song to Unfrighten Me?”
Forced Entertainment
From The Dark
Mit Robin
Arthur, Mark Etchells,
Nada Gambier, Tobias Lange,
Reena Kalsi, Jerry Killick,
Richard Lowdon, Claire Marshall,
Cathy Naden, Terry O’Connor,
John Rowley
Forced Entertainment Konzept
Tim Etchells Künstlerische Leitung
Nigel Edwards Licht
Richard Lowdon Design
Claire Marshall Kostüm
Jim Harrison Produktionsmanagement
65
16. Juli 2016, 21:21 Uhr bis Sonnenaufgang
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
25 €, ermäßigt 15 €
In englischer Sprache
Uraufführung
Produktion: Forced Entertainment
Koproduktion: Berliner Festspiele / Foreign Affairs
„Who Can Sing A Song To Unfrighten Me?“ (1999)
wurde beauftragt von LIFT London, Royal Festival Hall
London und SpielArt München
66
“I see theatre as a one-night stand. I’m here to seduce you, we’ll have an
experience together and then you’ll leave.” Pere Faura
Die Kultchoreografie aus „Saturday Night Fever“, getanzt zur Musik
der Bee Gees, ist zur wohl bekanntesten Hollywood-Referenz für die
Disko-Welt geworden. In „Sweet Fever“ wiederholt eine Gruppe von
Tänzer*innen diese Choreografie über Stunden hinweg mal originalgetreu, mal variierend zu elektronischer Musik von DJ Amaranta und
Visuals von VJ Joan Escofet. Es entsteht eine rituelle und ekstaseähnliche Trance, in der immer wieder Verkörperungen des Nachtund Partylebens auftauchen und mit ihnen die ständige Suche nach
dem sofortigen Vergnügen hinterfragt wird. Zwischen Freude und
Erschöpfung entfaltet die emblematische Choreografie Reflexionen
über die Notwendigkeiten unserer Fever-Nächte, die Anstrengung,
Glückserfahrungen zu orchestrieren und den Raum der Freiheit
herzustellen, den wir Disko nennen. In dieser eigens für den Abschlussabend von Foreign Affairs produzierten Version dauert
„Sweet Fever“ vom Einbruch der Dunkelheit bis zum Morgengrauen.
Das Publikum ist eingeladen, die Tänzer*innen zu jeder Zeit und
ganz nach Belieben zu besuchen, ihnen in einer entspannten
Chill-out-Umgebung zuzuschauen oder auch mitzutanzen.
The iconic line dance from “Saturday Night Fever”, danced to the sounds of the Bee
Gees’ “Night Fever”, has become Hollywood’s most famous representation of the
world of Disco. In “Sweet Fever”, a group of dancers performs this choreography for
hours – from a faithful execution to variations set to electronic music by DJ
Amaranta and complemented by VJ Joan Escofet’s video footage. A ritual and ecstasylike trance ensues, with visions of the night- and party-life that explore the
continual search for instant gratification. Between joy and exhaustion, the emblematic choreography unfolds reflections about the necessities of our fever nights
and the effort it takes to orchestrate moments of pleasure and the space of freedom
that we call Disco. This version of “Sweet Fever” will be produced specifically for
the concluding night of Foreign Affairs and will last from dusk till dawn. Spectators
are invited to saunter in and out as they please, to watch the dancers in a relaxed
chill-out environment, or to join them in the dance.
Pere Faura
Sweet Fever (all night version)
Mit Eneko
Alcaraz, Oihana Altube,
Pere Faura, Roser Tutusaus,
Javier Vaquero
Pere Faura Konzept, Regie (Choreografie
des Originals „Night Fever“: Lester Wilson)
Jordi Queralt Ko-Regie, Licht-,
Raumdesign
Esteve Soler Ko-Regie,Text
Amaranta Velarde DJ
Joan Escofet Videodesign
Jorge Dutor Bühne, Kostüm
Jefta van Dinther, Anna Rubirola
Choreografische Assistenz
Iva Horvat / Agente129 Management,
Tournee
Joan Gay Verwaltung
16. Juli 2016, 22:00–5:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Probebühne
Koproduktion: Mercat de les flors (Barcelona) /
Festival Temporada Alta (Girona) / Pere Faura company
Unterstützt durch La Caldera (Barcelona), nunArt
(Barcelona), la palomera / les antonietes teatre
(Barcelona), la visiva (Barcelona), antic teatre
(Barcelona)
Mit besonderer Unterstützung durch den Künstlerfonds 2015 der Kulturabteilung der Generalitat de
Catalunya (CAT)
67
Sandra Casals / blancproduccions
Künstlerische Produktionsleitung
Vessels
Konzert
Tom Evans Electronics, Vocals
Tim Mitchell Drums
Martin Teff Guitar, Bass, Synth
Lee J. Malcolm Electronics, Synth, Drums
Peter Wright Electronics
68
Die aus Leeds stammenden Vessels, beheimatet in den melancholischen Sphären
des Postrock, verbinden ihren neuerfundenen Sound mit der Energie des Techno-Dancefloors. An Jon Hopkins, Moderat oder Caribou erinnernd, gelingt es
der Band, ihre mal komplexen, mal epischen Arrangements in euphorische,
schweißtreibende Live-Erlebnisse zu verwandeln. Im Rahmen von Foreign Affairs
kommen sie für eines der wenigen Club-Konzerte in diesem Jahr nach Berlin.
Leeds-based band Vessels are at home in the melancholy spheres of post-rock,
combining their newly invented sound with the energy of the techno dancefloor.
Reminiscent of Jon Hopkins, Moderat or Caribou, the band manages to transform
their complex and epic arrangements into euphoric, sweat-inducing live experiences.
At Foreign Affairs, they will play one of their rare club concerts of this year.
www.vesselsband.com
9. Juli 2016, 23:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
12 €
Islam Chipsy & EEK
Konzert & Closing Party
Islam Chipsy Keyboard
Khaled Mando, Mahmoud Refat Drums
Der Kairoer Islam Chipsy und seine Band EEK, komplettiert durch die beiden
Perkussionisten Khaled Mando und Mahmoud Refat, warten mit ekstatischen
Rhythmen auf, die zum kollektiven Muskelzucken animieren. Der Sound des
Keyboard-Virtuosen und seiner beiden Mitstreiter entspringt dem „electrochaabi“ – einem in den ärmeren Vororten von Kairo entstandenen Genre, das
Elemente populärer ägyptischer Hochzeitsmusik mit Elektroklängen zu einem
eigenwilligen, höchst tanzbaren Stil vermischt.
15. Juli 2016, 22:30 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
12 €
69
Islam Chipsy from Egypt and his band EEK, augmented by percussionists Khaled Mando
and Mahmoud Refat, play ecstatic rhythms that will inspire the audience to collective
muscle-movement. The sound developed by the keyboard virtuoso and his two companions originates in “electro chaabi” – a genre that comes from the poorer suburbs of
Cairo and combines elements of popular Egyptian wedding music with electro sounds,
mixing them into an unconventional and highly danceable style.
The Brother Moves On
Konzert
Zelizwe Mthembu Gitarre, Gesang
Ayanda Zalekile Bass, Gesang
Itai Hakim Gitarre, Gesang
Simphiwe Tshabalala Drums, Gesang
Siyabonga Mthembu Gesang
Kieron Jina, Mmakgosi Kgabi Performance
Nolan Dennis Live Visuals
Nkululeko Mthembu, Raytheon Moorvan,
Stuart Cairns Screen Visuals
www.thebrothermoveson.com
70
16. Juli 2016, 19:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele
Eintritt frei
Mirel Wagner
Konzert
beraus düster kommt das letzte Albums „When The Cellar Children
Ü
See The Light Of Day“ (Sub Pop) der äthiopisch-finnischen Musikerin
Mirel Wagner daher. Ihr minimalistischer Folk mit dunkler Seite
bedient sich eines großen emotionalen Spektrums und wandelt
zwischen den Gefühlswelten des Blues und der Fragilität des Pop.
Am 16. Juli wird Mirel Wagner damit die Besucher*innen von Foreign
Affairs betören.
“When the Cellar Children See the Light of Day” (Sub Pop), the latest
album by Ethiopian-Finnish musician Mirel Wagner, has a decidedly
sombre feel to it. Her minimalist folk with a dark aspect draws on a wide
emotional spectrum, touching both on blues music and the fragility of
pop. On 16 July, Mirel Wagner will enchant the audience of Foreign Affairs.
www.mirelwagner.com
16. Juli 2016, 20:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele
Eintritt frei
Die Anhöhe
Tim Edler, realities:united
71
Schauspieler sind daran gewöhnt. Aber für Architekten oder bildende Künstler
ist es ungewöhnlich, das gleiche Stück immer wieder neu aufzuführen. Die
Entwürfe und Rauminstallationen, die von der Gruppe realities:united in den
letzten Jahren für das Foreign Affairs Festival entwickelt wurden, hatten jedes
Mal aufs Neue die Architektur des Festspielhauses zum Gegenstand. Dabei
wurden unterschiedliche Orte und Aspekte des von Fritz Bornemann in den
frühen 1960ern realisierten Ensembles thematisiert: Fassade, Foyer, großer Saal
und sogar das angrenzende Parkdeck.
Die diesjährige Installation „Anhöhe“ ist die distanzierteste Arbeit der Serie. Sie
berührt das Gebäude nicht. Die ansteigende Rampe vor dem Haupteingang
folgt dem repräsentativen Gestus einer zentralen, zum Gebäude hinführenden
Freitreppe. Faktisch ist sie aber ein Hindernis und liegt wie ein Wall dem modernen, zum Außenraum hin offenen Gebäude buchstäblich im Weg. Der Zugang
wird zu einer Abfolge aus Annäherung, Anstieg und dem Anhalten auf dem Höhepunkt (wonach der eigentliche Eingang ein Abstieg ist). Die künstliche Anhöhe hebt den Beobachtungspunkt über die Dachebene der seitlichen Kassenhalle, die dadurch optisch zurückfällt. Die Hauptfassade, auf deren
Zentralachse die Anhöhe den Betrachter führt, steht dadurch frei und in besonderer Deutlichkeit vor Augen. Ihre körperliche Präsenz wird durch die Abstraktionswirkung der Beklebung der Glasscheiben, die im Rahmen der Installation von William Kentridge erfolgt, zusätzlich hervorgehoben.
In etwa kopiert die hügelähnliche Installation vor dem Haupteingang ein
Schema der romantischen Landschaftsmalerei, die im Vordergrund der eigentlichen Landschaft oft eine Art Anhöhe konstruiert, auf der andere Beobachter
als Rückenfiguren zu sehen sind. In der Malerei wird das Gefühl der Erhabenheit
auch durch diese Gleichzeitigkeit der Betrachtung der eigentlichen Szenerie im
Hintergrund und der Beobachtung anderer (Co-)Betrachter, die im Vordergrund
stehen und ebenfalls in die Szenerie vertieft sind, erzeugt. Sicherheitshalber
verdeutlicht diese Komposition aber auch, worum es in dem Bild geht und was
eigentlich angeschaut werden soll. Das Objekt, auf das der Blick gelenkt wird,
ist das Gebäude selbst, dessen nun intransparente Fassade es aufgegeben hat,
das Theater mit der umgebenden Stadt in Beziehung setzen zu wollen.
72
Actors are used to it. But for architects or visual artists, performing the
same work again and again is rather unusual. Each of the designs and
installations created by the architect group realities:united for the
festival Foreign Affairs in the past four years dealt with the architecture
of the Festspielhaus. They addressed various aspects and areas of the
ensemble designed by Fritz Bornemann in the early 1960s: the façade,
foyer, main auditorium and even the adjoining parking structure.
This year’s installation “Anhöhe” (Elevation) is the most distanced work
of the series. It does not touch the building. The ascending ramp in
front of the main entrance follows the representative attitude of a central
open staircase leading to the building. But it is in fact an obstacle,
like a wall, literally obstructing the modern building and its aperture
towards the outside. Access to the building becomes a sequence of
approach, ascent and pause on the highest point (followed by the entry,
which is actually a descent). The artificial elevation lifts the viewing
point above the roof level of the lateral box office annex, which in turn
recedes visually. The Elevation guides the viewer to the central axis of
the main façade, thus detaching it and presenting it to the gaze with
particular clarity. Its physical presence is additionally emphasised by
the abstracting effect of the opaque self-adhesive film applied to the
window panes as part of the installation by William Kentridge.
The hill-like installation in front of the main entrance is an approximation of a model of romantic landscape painting, where an elevation is
constructed at the forefront of the landscape proper, depicting other
viewers atop it, seen from the back. In painting, the feeling of grandeur
is also produced through the simultaneity of viewing the scenery in
the background and observing other (co-)viewers who are standing in
the foreground, also contemplating the scenery. And just to be on
the safe side, this composition also clarifies the point of this picture
and what we are supposed to be looking at. The object our eye is
directed towards is the building itself. Its now non-transparent façade
has given up its efforts to set the theatre in a relationship with the
surrounding city.
Tim Edler, realities:united
Vier Jahre realities:united bei Foreign Affairs
Auszug aus dem Konzeptarchiv
Student Affairs
7. bis 10. Juli 2016
Im Rahmen von Student Affairs lädt Foreign Affairs Studierende verschiedener
Hochschulen ein, Aufführungen, Ausstellungen und Diskursveranstaltungen des
internationalen Performing Arts Festivals zu besuchen und ihre Eindrücke
gemeinsam zu reflektieren. Das Programm wird zu jeder Ausgabe von Foreign
Affairs in Kooperation mit Hochschulen im In- und Ausland realisiert. Foreign
Affairs möchte mit diesem Programm einen Austausch der Bildungseinrichtungen über Forschungsfragen, Lehransätze und Reflexionsformate fördern und
die Studierenden zur überregionalen Vernetzung ermutigen.
Anlässlich des umfassenden Programm-Focus rund um den Künstler William
Kentridge wird die überregionale Begegnung der Studierenden in 2016 zu einem
transdisziplinären Austausch zwischen jungen Theaterwissenschaftler*innen
und Kunsthistoriker*innen erweitert.
Folgende Hochschulen werden vertreten sein / With participants from:
- Freie Universität Berlin
- Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
- Universität zu Köln
- Leuphana Universität Lüneburg
- Ludwig-Maximilians-Universität München
www.berlinerfestspiele.de/studentaffairs
81
With Student Affairs, Foreign Affairs invites students from different
universities to watch performances and join in discussions during the
international performing arts festival and to reflect on their experiences
collectively. For every edition of Foreign Affairs Student Affairs the
programme is organized in cooperation with universities at home and
abroad. With this programme, Foreign Affairs aims to encourage a
manifold exchange between the participating educational institutions
on questions of research, approaches to teaching, and formats of
reflection, as well as encouraging a supraregional network of students.
To mark the extensive programme focus on artist William Kentridge
and his work, the national meeting of students will be expanded in 2016
into a transdisciplinary exchange between young theatre scholars and
art historians.
82
Die Verunsicherung etablierter Rahmen, Regeln und Rollen gehört zu den
entscheidenden Innovationen zeitgenössischer Ästhetik. Ob und wie etwas als
Kunst wahrgenommen wird, welche Positionen dabei wem zukommen und
welche Wirkungen das Ästhetische haben kann, hängt von der Setzung institutioneller, politischer, raum-zeitlicher und kommunikativer Rahmen ab.
Foreign Affairs hat kontinuierlich Produktionen mit internationalen Künstlern
realisiert, die unterschiedliche institutionelle Rahmungen herausfordern.
Gemeinsam mit der UdK hat Foreign Affairs wiederholt die Schnittstellen
performativer und bildender Kunst untersucht. In verschiedenen Formaten wie
Symposien, Artist Talks und dem diskursiven Format Student Affairs (siehe Seite
81) wurden Auseinandersetzungen an der Schnittstelle unterschiedlicher Kunstformen gesucht. Die Frage „How to Frame“ diente dabei als Ausgangspunkt.
Welche Rahmen werden in der Programmierung Darstellender, aber auch
Bildender Kunst gesetzt? Das Zusammentreffen dieser Ausschnitte zu provozieren
und zu moderieren, ist Ziel des Buchs „How to Frame“. Dabei ist die Überführung der Fragen aus fünf Jahren Foreign Affairs in ein Buch ein weiterer
Versuch, Kunst und ihrer Reflektion einen neuen Rahmen zu geben. Als Momentaufnahme und Speicher bezeugt es die theoretischen Kontexte, kuratorischen
Strategien und künstlerischen Positionen der letzten Jahre. Ausgehend von
Beiträgen im Buch und gemeinsam mit Künstlern des diesjährigen Festivals
werden diese Fragen weiter diskutiert.
The upsetting of established frames, rules and roles is a significant innovation of contemporary
aesthetics. Whether and how something is perceived as art, who holds which position in this
process and what can be the effects of aesthetics – it all largely depends on the positing of
institutional, political, spatio-temporal and communicative frames. Foreign Affairs has been
continually realising productions with international artists to challenge various institutional
framings. Together with the University of the Arts Berlin (UdK), Foreign Affairs has repeatedly
explored the interfaces of performative and visual arts. In various formats complementing the
festival, including symposia, artists’ talks and the discursive format Student Affairs (p. 81),
they continually practised a critical examination of the interfaces between different art forms.
The question “How to Frame?” was the point of departure. Which frames do we put in place
when we programme performing arts and visual arts? Provoking and moderating an encounter
of these aspects is the aim of the book “How to Frame”. And yet, this transfer of questions
from five years of Foreign Affairs into a book is another attempt to lend a new frame to art and
its reflection. As snapshot and storage device, it bears witness to the theoretical contexts,
curatorial questions and artistic positions of recent years. Based on the articles in the book, there
will be further discussions of these issues, joined by featured artists of this year’s festival.
How to Frame – zur Unsicherheit der Form
Talks & Book Launch
Ellen Blumenstein,
Christian Falsnaes, Barbara
Gronau, Matthias von Hartz,
Carolin Hochleichter,
Mary Reid Kelley, Patrick Kelley,
Eva Wittocx
Mit:
9. Juli 2016, 15:00–17:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Oberes Foyer
Eintritt frei
In englischer Sprache
83
„How to Frame. On the Threshold of Performing and Visual Arts”
Herausgegeben von Barbara Gronau, Matthias von Hartz, Carolin Hochleichter
Mit Beiträgen von Claire Bishop, Ellen Blumenstein, Gabriele Brandstetter, Corpus-Netzwerk,
Franz Anton Cramer, Boris Charmatz, Tim Etchells, Christian Falsnaes, Barbara Gronau,
Dorothea von Hantelmann, Matthias von Hartz, Carolin Hochleichter, William Kentridge,
Ragnar Kjartansson, La Ribot, Hans-Thies Lehmann, Rabih Mroué, Jörn Schafaff, Shelley Senter,
Stefan Troebst, Katleen Van Langendonck, Catherine Wood, Adela Yawitz
Redaktion: Greta Hoheisel, Julia Stoff
Design: Santiago da Silva
Juli 2016, Sternberg Press
Preis: 16 €
84
Wir sind es gewöhnt, Fragen unverzüglich Antworten folgen zu lassen, in Sekundenschnelle
Information abzurufen, Definitionen zu finden, uns Urteile zu bilden. Wir planen Termine
und Reisen. Wir zahlen in Versicherungen ein und legen unser Geld vernünftig an, für
spätere Zeiten. Nicht selten haben diese Verhaltensweisen auch etwas mit Ängsten zu tun
– vor Veränderungen, dem Unkontrollierten und dem Ungewissen. Dabei ist kaum etwas
sicherer als Veränderung. Der Ausgangspunkt für die Erforschung des Themenfelds
„Uncertainty“ ist die Zusammenarbeit mit unserem Focus-Künstler William Kentridge. Es
geht aber nicht nur um eine künstlerische Strategie, sondern um einen Blick auf die Welt.
Fortwährende Transformation zieht sich vor dem Hintergrund südafrikanischer Geschichte
und Gegenwart durch Kentridges Werk. Unsicherheit nicht als Bedrohung, sondern als
Lebenswahrheit zu verstehen mag in anderen Teilen der Welt üblicher sein als in Mitteleuropa. Gleichzeitig stellt sich immer dringlicher die Frage, wie wir mit der Unsicherheit
sozialer und politischer Realitäten umgehen. Für das Symposium haben wir Künstler*innen
und Wissenschaftler*innen eingeladen, um Perspektiven und Strategien für den Umgang
mit Unsicherheit vorzustellen.
It has become our habit to answer questions immediately, to access information
within seconds, to find definitions and form opinions. We plan appointments and
trips. We pay insurance and invest our money prudently, for later. These behaviours
are often connected to anxieties – the fear of change, of the uncontrolled, uncertain. Although, of course, there is hardly anything as certain as change. The point
of departure for examining the topic of “Uncertainty” was our cooperation with
focus artist William Kentridge. This is not just expression of an artistic strategy,
however, but also a way of looking at the world. Against the backdrop of South
African history and present times, continual transformation runs through Kentridge’s
oeuvre. Seeing uncertainty less as a threat than a fact of life seems to be more
common in other parts of the world than it is in Central Europe. At the same time,
however, the question of how to deal with the uncertainty of social and political
realities is becoming increasingly urgent. For the symposium we have invited artists
and academics to introduce perspectives and strategies for dealing with uncertainty.
Landscapes of Uncertainty
Symposium
Armin Chodzinski,
Peter Galison, William Kentridge,
The Laboratory of Insurrectionary
Imagination, Helga Nowotny und
Johannes Paul Raether a.k.a.
Protektorama
Mit Beiträgen von
Jörn Schafaff Moderation
85
10. Juli 2016, 14:00–17:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
Eintritt frei
In englischer Sprache
86
Besuch tut gut
Kunst ist schön. Internationale Kunst ist
manchmal noch ein bisschen schöner, weil
sie andere und überraschende Blickwinkel
bietet. Am schönsten ist ein internationales
Performing Arts Festival, denn da sieht man
nicht nur Kunstobjekte aus anderen Ländern,
wie sie auf Biennalen ausgestellt werden,
sondern man trifft Menschen. Denn ein
internationales Festival für darstellende
Künste bedeutet nicht zuletzt auch jede
Menge Besuch, es ist nicht nur eine Einladung
an die Kunst, sondern auch an Künstler*innen, die andere Erfahrungen und Sichtweisen mitbringen. Am allerschönsten!
Es ist kaum möglich, diese Tatsache nicht
auch als politisches Moment zu verstehen
und zu versuchen, das Festival und das Haus
der Berliner Festspiele als Ort der Begegnung zum Nachdenken mit Gästen aus
anderen Gesellschaften zu nutzen. Foreign
Affairs hat sich, neben der Präsentation von
Focuskünstler*innen und dem Forschen an
der Grenze zwischen bildender und darstellender Kunst, immer auch als politische
Plattform verstanden. Das bedeutet zum
einen, sich für Künstler*innen zu interessieren,
zu deren Selbstverständnis es gehört, sich
politisch agierend zu positionieren. Zum anderen hieß es für Foreign Affairs, mit und
jenseits der Präsentation von Kunst Fragen
zu stellen, thematische Setzungen zu machen
und diese mit Künstler*innen in einem
internationalen Kontext zu diskutieren.
Dieser Text betrachtet das Festival als einen
Versuch, politische Fragestellungen und
gesellschaftliche Phänomene mit internationaler Relevanz zu verhandeln.
2013 nannten wir diese Versuchsanordnung
„Unterschätzte Phänomene der Gegenwart“, und obwohl dieser Übertitel in den
nächsten Jahren nicht mehr verwendet
wurde, bildet er sich in den folgenden Ausgaben des Festivals ab. Unterschätzen kann
verschiedene Formen annehmen. Spekulation,
Empowerment, Zeit und Unsicherheit, die
inhaltlichen Schwerpunkte von Foreign
Affairs, haben gemeinsam, dass sie gegenwärtig wesentliche Themen sind, die auf ganz
unterschiedliche Weise unterschätzt werden.
Spekulation ist heute allgegenwärtig, liegt
mal unsichtbar, mal offensichtlich unter
gesellschaftlichen Prozessen. Viele politische und ökonomische Kalküle funktionieren
nach dem Prinzip der Wette; Risikoabschätzung und Wahrscheinlichkeitsrechnung sind
selbstverständlich gewordene Faktoren von
Entscheidungsprozessen und das hat Konsequenzen dafür, welche gesellschaftlichen
Fragen wie diskutiert werden. Unterschätzt
ist also, dass unser Handeln auf Übereinkünften basiert, die in der Regel nicht hinterfragt werden.
Ähnlich verhält es sich mit dem Thema Zeit.
Durch das herrschende Zeitregime und
-verständnis ergeben sich bestimmte Realitäten, Strukturen und Handlungsweisen,
die wir durchaus auch anders gestalten
könnten. Andere Formen von Unterschätzung interessierten uns hinsichtlich des
Themenfelds Empowerment. Im Gespräch
mit Künstler*innen und Theoretiker*innen
hatten wir den Eindruck gewonnen, dass die
emanzipatorische Kraft von Teilhabe unterschätzt wird.
‚Uncertainty‘ ist auf ganz andere Art und
Weise unterschätzt: Vermutlich sind sich
viele einig, dass Unsicherheit ein sehr verbreitetes Lebensgefühl ist. Doch wichtiger
noch: Unsicherheit schürt Angst. Für uns
tauchte ‚Uncertainty’ zunächst im Gespräch
mit William Kentridge auf, für den damit
zugleich eine grundlegende Arbeitsstrategie
entwickelte und testete mit Künstler*innen
und Aktivist*innen digitale Tools im künstlerischen Rahmen, die später während des
COP 21 in Paris zum Einsatz kamen.
Diese beiden Projekte sind Beispiele für
Ansätze, mit denen Künstler*innen versuchen, reale politische Wirkung aus den
Möglichkeiten des Kunstbetriebs abzuleiten.
Für die Geheimagentur ist dabei die Realität
und das Potential der Kulturinstitution der
Ausgangspunkt. Während sie mit dem Begriff
der ‚Unwahrscheinlichkeit‘ und der Einbettung in eine Narration einen geradezu poetischen Ansatz wählte, nahmen die „Climate
Games“ zwar den spielerischen Ansatz eines
Wettkampfs zum Ausgangspunkt, der Bezugsrahmen des Projekts lag mit dem Klimagipfel jedoch in einer (zukünftigen) explizit
politischen Realität.Für das Labofii ist es also
das real-politische Ereignis, auf das sich die
Entwicklung in der Kunstinstitution bezieht.
Ein ganz anderes Verständnis politischer
Kunst zeigt die spanische Autorin und Regisseurin Angélica Liddell. Wie kaum eine
andere Künstlerin erweckt sie den Eindruck
einer wütenden Kämpferin, und auch wenn
sie eine konkrete politische Mission im Gespräch weit von sich weist, ziehen sich doch
Themen, Haltungen und Dringlichkeiten
sehr kohärent durch ihre Arbeit. Auch in den
Arbeiten von William Kentridge, die die
Berliner Festspiele in einem genreüberschreitenden Projekt zwischen Ausstellungshaus und Festspielhaus präsentieren, gibt es
wiederkehrende politische Themen über viele
Jahre. Auch seine Haltung und sein Selbstverständnis als Künstler sind zweifellos eine
gesellschaftliche Position, die er durchaus
auch öffentlich artikuliert. Gleichwohl verbleibt
das Kunstwerk weitgehend im Kunstraum.
Von expliziten Bezüglichkeiten bis zu eher
87
und eine politische Haltung verbunden sind;
er begreift Unsicherheit als durchaus positiv,
und sicherlich gilt: das konstruktive Potential
von Unsicherheit ist unterschätzt.
Die Frage, was mit politischen Projekten in
den darstellenden Künsten gemeint sein
kann, lässt sich unterschiedlich beantworten.
Eine Möglichkeit der Zuordnung ergibt sich
aus der Frage, wie explizit ein Thema benannt wird, also ein Kontinuum von eindeutigen Statements bis hin zu eher assoziativen
Arbeiten. Eine andere Möglichkeit ist es, die
Frage nach dem Wirkungsfeld zu betrachten:
von klaren Kunstwerken, die Inhalte erklärtermaßen in einem Kunstraum verhandeln,
über Projekte, die in soziale Realitäten intervenieren, bis hin zu aktivistischen Arbeiten,
für die aktive Teilnahme genauso konstitutiv
sein kann wie das Verlassen des Kunstraumes.
Immer wieder hat Foreign Affairs Künstler*innen eingeladen, in ihren Arbeiten
konsequent politische Themen zu verhandeln
und zum Teil entweder mit oder jenseits ihrer
künstlerischen Tätigkeit konkret politisch zu
agieren. Das gilt sicherlich für Gruppen wie
die Geheimagentur oder das Laboratory of
Insurrectionary Imagination (Labofii). Im
Projekt der Geheimagentur „Improbability
Drive“ konnten sich Künstler*innen und
Aktivist*innen mit unwahrscheinlichen
Vorschlägen zur Nutzung einer alten
Stretchlimousine bewerben. Der Gewinner­
idee wurde diese anschließend zur Verfügung gestellt – vielleicht das ‚realste‘ der
politischen Projekte. Die Geheimagentur
arbeitet immer wieder mit der Hinterfragung
der Bedingtheiten und Realitäten der Produktion politischer Kunst wie z.B. der realen
Umverteilung kulturellen Kapitals. Der
Workshop des Laboratory of Insurrectionary
Imagination (Labofii) zu „Climate Games“
88
subtil eingebetteten Themen haben wir
verschiedene Möglichkeiten durchdekliniert.
‚Uncertainty’ ist dieses Jahr eine relativ
sichtbare Setzung, die von mehreren Künstler*innen wörtlich verstanden und zum Teil
auch explizit benannt wurde. Das reicht bei
William Kentridge von der buchstäblichen
Thematisierung in seinen Werken bis zur
impliziten Ablesbarkeit im Gesamtwerk. Oder
es spiegelt sich in Projekten wie dem Science
Fiction-Filmdreh mit nicht-professionellen
Darstellern von Nature Theater of Oklahoma.
Den Gegenpol bildete die Beschäftigung mit
dem Kontext aktueller Zeitregimes und der
Erprobung von Alternativen z.B. in der Auseinandersetzung mit long duration oder
repetitiven Zeitstrukturen in 2015. Viele
Projekte im Festival haben in ihrem Umgang
mit der Zeit der Besucher*innen das etablierte Zeitverständnis herausgefordert oder
in Frage gestellt. Spielerisch zog sich die Frage
von Zeit durch die vier Generationen von
Performer*innen, mit denen man in Tino
Sehgals „This Progress“ in Gespräche über
Fortschritt verwickelt wurde – eine Arbeit,
die parallel zur Tino Sehgal-Ausstellung im
Martin-Gropius-Bau stattfand und beide
Häuser der Berliner Festspiele verband. Arbeiten, die 24-stündige Anwesenheit einforderten, wie Jan Fabres „Mount Olympus“, oder
einen wiederholten Besuch über neun Tage
hinweg nahelegten wie „Complete Works“
von Forced Entertainment, konfrontierten
das herrschende Zeitregime mit radikalen
Abweichungen. Vielleicht könnte man sagen,
das Thema Zeit war weniger sichtbar und
ablesbar, dafür deutlicher erfahrbar.
2014 widmeten sich verschiedene Projekte
auf heterogene Art und Weise dem Thema
Empowerment: Das russische Kollektiv Chto
Delat setzte sich in einem einwöchigen
Workshop und einer anschließenden Performance vor allem mit der hitzigen Diskussion
um den Brandanschlag auf ihre Skulptur vor
dem Haus der Berliner Festspiele auseinander.
Marta Górnickas Chorarbeiten mit Laien und
das Neon Neon-Musical über den kommunistischen Verleger Feltrinelli hatten beinahe
agitatorische Kraft. Mit dem Projekt „We
Have Never Been Here Before“ von Labofii,
einem appellativen Rückblick auf zehn Jahre
künstlerischen Aktivismus, entstand ein Programm zwischen realistischem Pragmatismus
und romantischer Ideologisierung.
Diese Beispiele machen deutlich, dass
Künstler*innen auf ganz unterschiedliche
Art politisch denken und arbeiten. Zu politischen oder zumindest gesellschaftlichen
Themen und Fragestellungen zu kuratieren,
bedeutet, eine große Spannbreite von Formaten zu versammeln. Was auf den ersten Blick
eine Herausforderung sein mag, ist für den/
die (Festival-)Besucher*in letztlich ein abwechslungsreiches Programm. Wir sind der
Ansicht, dass der zeitlich begrenzte Rahmen
eines Festivals geradezu ideale Plattform für
thematisches Kuratieren und für politische
Kunst ist. Sie bietet die ideale Mischung aus
Heterogenität und doch überschaubarem
Rahmen, in dem sich Bezüge relativ einfach
herstellen lassen. Diese Potentiale des Formats
Festival treffen sich mit der praktischen
Realität des internationalen Zusammentreffens, die wir am Anfang beschrieben
haben. Damit bleibt das Format Festival
auch für die Zukunft ein einzigartiges und
relevantes Szenario.
Denn auch kulturpolitisch und für eine
Wahrnehmungsästhetik ist internationaler
Besuch sehr hilfreich. Die deutsche Theaterlandschaft ist sicherlich nach wie vor
eine der interessantesten der Welt. Doch
Kulturlandschaft gehört. Auch davon zu erzählen, ist eine Chance internationaler Festivals.
Wir verstehen Kunstorte immer auch als
Orte der Verhandlung von Gesellschaft, da
die Freiräume dazu angesichts fortschreitender Kommerzialisierung gesellschaftlicher
Räume immer weniger werden. Gleichzeitig
ist schon längst absehbar, dass Orten und
Momenten internationaler und interkultureller
Begegnung angesichts der sich abzeichnenden gesellschaftlichen Herausforderungen
größere Bedeutung zukommt. Wir glauben,
dass ein Festival ein solcher Ort ist. Es gibt
nicht viele Orte, an denen wir Gesellschaft
jenseits von unmittelbarem tagesaktuellem
Diskurs in einem internationalen Rahmen
verhandeln können. Wir sollten sie nutzen.
Die Präsenz internationaler Kunst und
Künstler*innen und der damit verbundene
Austausch ist in der Gesellschaft, in der
Kunst, im Theater wichtiger denn je.
Wir danken den Künstler*innen, die diese
Überzeugungen teilen und durch ihre Arbeit
dieses Festival möglich gemacht haben, die
mit uns Ideen diskutiert, Projekte entwickelt
und nach Berlin gebracht haben. Mit ihnen
glauben wir daran, dass Kunst schön ist und
zugleich ein Anlass, sich über die Gesellschaft
zu verständigen, in der wir leben wollen.
Matthias von Hartz
Künstlerischer Leiter Foreign Affairs
Carolin Hochleichter
Dramaturgie Foreign Affairs
89
Sehgewohnheiten bleiben weitgehend lokal,
und das zu ändern ist sicher eine Aufgabe
für Generationen. Festivals können aber
andere Ästhetiken und die Spezifik der
eigenen Perspektiven deutlich machen. Viel
Besuch hilft, die eigene Sehgewohnheit als
solche zu erkennen und zu erweitern. Das
Gleiche gilt für Produktionsweisen: Die praktischen Optionen für verschiedene Arten
des Arbeitens und Produzierens sind in
Deutschland nach wie vor beschränkt.
Nach wie vor wird differenziert zwischen
Kunst, die aus großen, strukturgeförderten
Häusern kommt, deren Äquivalent in vielen
Ländern gar nicht existiert, und dem Rest.
Einige der Highlights von Foreign Affairs in
den letzten Jahren, wie Boris Charmatz‘
„20 Dancers for the 20th Century“ im Treptower Park oder Jan Fabres 24-Stunden-Epos
„Mount Olympus“ im Festspielhaus hätten
in den Produktionsstrukturen deutscher
Theater so nicht kreiert werden können. Beide Arbeiten werden mittlerweile international zu den großen Ereignissen der letzten
Jahre gezählt. Vielleicht besteht eine kulturpolitische Chance von Festivals auch darin,
auf diese Bedingtheiten der künstlerischen
Produktion hinzuweisen, die nur zu gerne für
nicht veränderbar gehalten werden. Dafür
gibt es auch Beispiele auf ganz anderen
Ebenen. So ist die Positionierung eines
Theaters als explizit ‚postmigrantisch’ nur
in einer Landschaft möglich, in der Internationalität und postkoloniale und postmigrantische Diskurse nicht ohnehin Teil
des regulären Kulturbetriebs sind. Das ist
sicher kein singulär deutsches Phänomen,
aber es gibt durchaus Länder, in denen
zur Verarbeitung der eigenen Kolonialgeschichte auch ein weniger nationaler Kulturbegriff und eine entsprechend internationale
90
Visitors do us a world of good
Art is great. International art is sometimes even
a little greater, because it presents us with
different and surprising perspectives. And the
greatest of all is an international performing
arts festival, because not only do we see art
objects from other countries, as shown by
Biennials, but we also meet people. Because an
international festival for performing arts
means having any number of visitors; it is an
invitation, not only to art but also to artists
who bring along different experiences and points
of view. It’s the greatest!
It is difficult not to recognise this as a political
feature and to try to use the festival and the
Haus der Berliner Festspiele as a venue for
encounters and for deliberations with guests
from different societies. Apart from presenting
focus artists and exploring the boundaries
between visual and performing arts, Foreign
Affairs has always seen itself as a political
platform, too. On the one hand, this means an
interest in artists whose self-conception entails
that they position themselves as political. On
the other, it means that Foreign Affairs undertook to ask questions through and beyond the
presentation of art, to set thematic positings
and to discuss these with artists in an international context. This text views the festival as
an attempt to address political issues and social
phenomena of international relevance.
In 2013, we called this series of experiments
“Underestimated Phenomena of the Present”,
and even though this overriding title was no
longer used in later years, it pervaded the
following editions of the festival. Underestimation can take several different forms. Speculation, empowerment, time and uncertainty –
what unites the focus topics of Foreign Affairs
is the fact that they are currently essential
issues and each of them is underestimated in
different ways.
Speculation is everywhere today; it underlies
social processes, sometimes invisibly and
sometimes quite evidently. Many political and
economic calculations function according to
the principle of a bet; we have become accustomed to risk assessment and calculations of
probabilities as factors of decision-making
processes, and this leads to definite consequences for decisions about which social issues
should be debated and how. In this case, we
underestimate the fact that our actions are
based on agreements that are generally no
longer questioned.
Similar facts apply to the topic of time. The
prevailing regime and understanding of time
result in specific realities, structures and behaviours that we could also organise quite differently. With regard to the topic of empowerment,
other forms of underestimation seemed interesting to us. In conversations with artists and
theoreticians, we got the impression that the
emancipatory power of participation is generally
underestimated. ‘Uncertainty’ is underestimated in quite a different manner. Many would
agree that it is a widespread feeling. But even
more importantly: Uncertainty stokes fear. We
first encountered the topic of uncertainty in
conversation with William Kentridge, who also
associates a fundamental working method
and a political attitude with the term. He sees
uncertainty as a positive, and it is certainly
true: The constructive potential of uncertainty
is underestimated.
The question of what might be seen as political
projects in performing arts has several possible
answers. One way of classifying political art
could be to ask how explicitly an issue is designated. There is a continuum ranging from clear
statements to works of a more associative
nature. Another could be the question of a
work’s sphere of influence: On the one end of
and director Angélica Liddell. More than most
other artists, she strikes one as an angry
fighter, and although in conversation she will
emphatically deny any specific political
mission, there are political topics, attitudes
and urgencies that most coherently permeate
her work. In the works of William Kentridge,
which Berliner Festspiele are presenting in a
genre-crossing project between the exhibition
venue and the Festspielhaus, too, there have
been recurring political topics over many years.
His attitude and his conception of himself as
an artist doubtlessly include a social position
that he will readily express in public. Nevertheless, these works of art stay mainly within
art spaces.
We ran through various options of realising our
focus themes, from explicit references to more
subtly embedded topics. This year’s ‘uncertainty’
is a relatively clearly visible positing, which
several artists have interpreted quite literally
and, in some cases, named explicitly. In the
case of William Kentridge, ‘uncertainty’ is both
a literal topic of his works and can be implicitly
found in his entire oeuvre. Or it is reflected in
projects like a science-fiction film shoot with
non-professional actors by the Nature Theatre
of Oklahoma.
An antithesis to all this was set by our exploration of the context of current regimes of
time and the testing of alternatives in 2015,
in performances of long duration or repetitive time-structures. Many projects presented
during the festival challenged the established notions of time by playing with the time
of the spectators. In a playful manner, the
issue of time ran through the four generations
of performers who engaged us in conversations about progress during Tino Sehgal’s
work “This Progress” – a work which took
place in parallel to a Tino Sehgal-exhibition
91
the spectrum, there are clear works of art that
by definition deal with content within an art
space. Then there are projects intervening in
social realities, followed by activist works for
which active participation can be as constitutive as leaving the art space behind.
Foreign Affairs repeatedly invited artists to
stringently deal with political issues in their
work and to operate in specifically political ways,
either through or beyond their creative work.
Geheimagentur’s project “Improbability Drive”
called on artists and activists to apply for the
use of an old stretch limousine with the most
improbable proposals. The limousine was finally
made available to the winning idea – maybe the
most ‘real’ among the political projects.
Geheimagentur continually question the contingencies and realities of producing political art,
such as the real redistribution of cultural
capital. During the workshop of the Laboratory
of Insurrectionary Imagination (Labofii) on
“Climate Games”, artists and activists developed
and tested digital tools within a creative framework, which were later employed during the
COP 21 in Paris.
These two projects are examples for approaches
used by artists to create real political impact
with the art sector’s devices. For Geheim­
agentur, the point of departure is the reality
and potential of the cultural institution. While
they chose a downright poetical approach by
choosing the term ‘improbability’ and embedding the project in a narrative, “Climate Games“
may have started out with the playful approach of a competition, but the climate summit
as the project’s frame of reference was set in
an explicitly (future) political reality. For Labofii,
therefore, it is the real political event which the
development within the art institution relates to.
A completely different understanding of
political art is presented by Spanish author
92
at Martin-Gropius-Bau, connecting both
houses of Berliner Festspiele. Performances
that demanded a 24-hour attendance, like
Jan Fabre’s “Mount Olympus”, or that encouraged repeated visits over a period of nine days,
like “Complete Works” by Forced Entertainment, confronted the ruling time regime with
radical deviations. Perhaps one could say that
the topic of time was less visible and readable,
but could be experienced more directly.
In 2014, various projects chose a wide variety
of approaches toward the topic of empowerment: In a week-long workshop and a subsequent performance, Russian collective Chto Delat
dealt mainly with the heated debate about the
arson attack on their sculpture in front of the
Haus der Berliner Festspiele. Marta Górnicka’s
choir work with amateurs and the Neon Neon-­
musical about the communist publisher Feltrinelli
had an almost fomenting power. In “We Have
Never Been Here Before”, Labofii created an
appellative look back at ten years of ‘artistic
activism’, a programme between realistic
pragmatism and romantic idealization.
These examples illustrate the fact that artists
have very different ways of thinking and
working politically. Curating a programme on
political or at least social topics and questions
involves gathering a wide spectrum of formats.
What might initially appear to be a challenge
ultimately becomes a diverse programme for
the (festival) visitor. We consider the limited
duration of a festival to be the perfect platform for topical curating and for political art.
It is an ideal combination of heterogeneity
and a still manageable frame, within which
references can be created with relative ease.
The potential of the festival format is most
convenient for the practical realities of the kind
of international gathering which we described
initially. This means that it will remain a unique
and relevant scenario, also for the future.
Because international visitors are also most
helpful when it comes to cultural politics and
the development of aesthetics of perception.
The German theatre scene is still among the
most interesting world-wide. Our viewing habits,
however, remain largely local and changing
this will certainly be a task for several generations. But festivals can highlight different
aesthetics and the particularity of our own
perspectives. Having plenty of guests can help
to recognise our own viewing habits for what
they are, and to expand them. The same goes
for production methods: Practical options for
different methods of working and producing are
still limited in Germany. There is still a distinction between art that comes from large,
structurally subsidised houses or institutions –
which don’t even have an equivalent in many
countries – and the rest. Festival highlights,
like Boris Charmatz’ “20 Dancers for the 20th
Century” in Treptower Park in 2014 or Jan
Fabre’s 24-hour-epic “Mount Olympus” at the
Haus der Berliner Festspiele in 2015, could
not have been created in this way within the
production structures of German theatre.
Both works have since then been internationally
counted among the great theatre events of
recent years. Maybe one opportunity that
festivals provide for a cultural-political debate
is to point out these contingencies of artistic
production, which are often seen as unchangeable as a matter of course. There are examples
of this on entirely different levels, too. For
instance, positioning a certain kind of theatre
as ‘post-migrant’ is only possible in a situation
where internationality as well as post-colonial
and post-migrant discourses are not considered part of the regular cultural sector and the
community of cultural institutions. Of course,
this is not a uniquely German phenomenon –
Matthias von Hartz
Artistic Director Foreign Affairs
Carolin Hochleichter
Dramaturg Foreign Affairs
93
but there are countries which consider a less
national concept of culture and a correspondingly more international cultural scene as part
of processing their own colonial history.
Talking about this is another opportunity which
international festivals can provide.
We invariably understand art spaces as places
for dealing with social issues, because in times
of an advancing commercialisation, open
social spaces are disappearing. At the same time,
it has been foreseeable for some time that
times and places for international and intercultural encounters are gaining ever greater
significance in the face of the apparent social
challenges we are facing. We believe that a
festival is such a place. There are not many
venues where we can address social issues in
an international context, beyond a direct
discourse on current affairs. We should protect
and make the best use of them. The actual
presence of international art and artists and
the resulting exchange that it brings are
more important than ever in society, in art,
in the theatre.
We would like to thank the artists who share
these convictions and whose work made this
festival possible, who discussed their ideas with
us, developed projects and brought them to
Berlin. Together with them we believe that art
is great and at the same time an occasion to
communicate about the society we want to
live in.
Spielorte / Venues
Tickets
Haus der Berliner Festspiele
Schaperstraße 24, Berlin-Wilmersdorf
U9, U3 Spichernstraße
Bus 204, 249 (Friedrich-Hollaender-Platz)
Kasse
Haus der Berliner Festspiele
Schaperstraße 24, 10719 Berlin
Mo bis Sa 14:00 bis 18:00 Uhr, während des
Festivals Mo bis So 14:00 bis 18:00 Uhr
Abendkasse jeweils eine Stunde vor
Vorstellungsbeginn
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchner Straße 7, Berlin-Kreuzberg
S Anhalter Bahnhof oder Potsdamer Platz
U2 Potsdamer Platz
Bus M29 (S Anhalter Bahnhof), M41,
123 (Abgeordnetenhaus)
94
Nature Theater of Oklahoma
Weitere Infos und Anmeldung unter
www.berlinerfestspiele.de/oktheater
Haus der Zukunft
Kapelle-Ufer 2, Berlin-Mitte
S Hauptbahnhof
silent green Kulturquartier
Gerichtstraße 35, Berlin-Wedding
S Wedding
U6 Wedding oder Leopoldplatz
Bus 247, M27 (Nettelbeckplatz/S Wedding)
Bus 120 (Gerichtstraße)
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchner Straße 7, 10963 Berlin
Mi bis Mo 10:00 bis 18:30 Uhr
Ohne Vorverkaufsgebühr
Online
www.berlinerfestspiele.de
Gebühr 2 € pro Bestellung
Telefon
+49 30 25489 100
Mo bis Fr 10:00 bis 18:00 Uhr
Gebühr 3 € pro Bestellung
Preise / Prices
Haus der Berliner Festspiele
Große Bühne:
Forced Entertainment, From The Dark: 25 €, ermäßigt 15 €
Franz Schubert/William Kentridge, Die Winterreise:
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
Jan Lauwers & Needcompany, The blind poet: 35/25/15 €,
ermäßigt 25/15/10 €
Jarvis Cocker / Junges Sinfonieorchester Berlin,
Sleepless Nights: 35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
NTGent / les ballets C de la B … , En avant, marche!:
35/25/15 €, ermäßigt 25/15/10 €
William Kentridge, Drawing Lessons: 35/25/15 €, ermäßigt
25/15/10 €
William Kentridge, Refuse the Hour: 35/25/15 €,
ermäßigt 25/15/10 €
Kombiticket Drawing Lessons I–VI (8. & 9. Juli):
50/40/25 €, ermäßigt 35/25/20 €
Haus:
Uncertain Places. Eine Nachtausstellung: Eintritt frei
Martin-Gropius-Bau
William Kentridge: NO IT IS ! (Ausstellung):
11 €, ermäßigt 7 €, Eintritt frei bis 16 Jahre
A Guided Tour of the Exhibition:
For Soprano with Handbag: Teilnahme kostenlos
(Anmeldung erforderlich/Registration required)
Philip Miller & William Kentridge, Paper Music:
25/15 €, ermäßigt 15/10 €
NO IT IS ! Pass
Berechtigt zum Besuch aller NO IT IS !-Veranstaltungen
im Martin-Gropius-Bau und im Haus der Berliner
Festspiele vom 12. Mai bis 21. August 2016.
Limitierte Auflage. Preis 150 €. Der Ausstellungskatalog
ist im Preis inkludiert. Erhältlich an der Kasse im Haus der
Berliner Festspiele und unter +49 30 25489 100.
Holders of this pass are admitted to all NO IT IS ! events at
Martin-Gropius-Bau and at Haus der Berliner Festspiele
from 12 May to 21 August 2016. Limited edition.
Price 150 €. Catalogue included. Available at the box office
at Haus der Berliner Festspiele and by telephone at
+49 30 25489 100.
Ermäßigungen
Ermäßigte Karten je nach Verfügbarkeit für Schülerinnen,
Schüler und Studierende bis zum 27. Lebensjahr,
Auszubildende, Wehr- und Bundesfreiwilligendienstleistende und ALG II-Empfänger (Ausweis erforderlich).
Concessions available for school and higher education
students up to 27 years old, trainees, the unemployed, and
those on military and alternative service. Please bring your ID.
95
Seitenbühne:
BERLIN, Zvizdal: 20 €, ermäßigt 12 €
Handspring Puppet Company/William Kentridge/
Jane Taylor, Ubu and the Truth Commission:
25/15 €, ermäßigt 15/10 €
Nástio Mosquito, Respectable Thief: 20 €, ermäßigt 12 €
The Brother Moves On, Ubu Never Loved Us:
15 €, ermäßigt 10 €
(als Double Bill mit Ubu and the Truth Commission:
30 €, ermäßigt 20 €)
Islam Chipsy, Vessels (Konzerte): 12 €
Mit dem Ticket für eine Theatervorstellung ist der Eintritt
zum anschließenden Konzert frei (nach Platzkapazität).
With the ticket for a theatre performance the admission
for the following concert is free of charge (depending of
the seating capacity).
Sonstige Orte
Nature Theater of Oklahoma, Germany Year 2071:
Eintritt frei/Free Entrance (Anmeldung erforderlich/
Registration required)
Johannes Paul Raether, Protektoramae – Forking Horizon
5.5.5.1–3: Eintritt frei/Free Entrance (teilweise Anmeldung
erforderlich/Registration partly required)
Bundeswettbewerbe
3. Tanztreffen der Jugend
Berliner Festspiele
Musikfest Berlin
23. bis 30. September 2016
2. bis 20. September 2016
Martin-Gropius-Bau
bis 18. September 2016
Thomas Struth
Nature & Politics
Ed.
22
Haus der Berliner Festspiele
16. bis 19. Dezember 2016
Pina Bausch
Palermo, Palermo
'16
Martin-Gropius-Bau
bis 7. August 2016
Maya
Sprache der Schönheit
Martin-Gropius-Bau
1. Juli bis 3. Oktober 2016
Berenice Abbott
Fotografien
Martin-Gropius-Bau
16. September 2016 bis 9. Januar 2017
Pina Bausch
und das Tanztheater
Tickets und Programm unter
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Di 5.7.
William Kentridge
18:00 Uhr
MGB
Paper Music
Mi 6.7.
Do 7.7.
Fr 8.7.
Sa 9.7.
So 10.7.
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
19:00 Uhr
HBF
Drawing Lessons
I–III
18:00 Uhr
HBF
Drawing Lessons
IV, V & Refuse
the Hour
18:00 Uhr
HBF
Refuse the Hour
19:00 Uhr
MGB
Paper Music
Nature
18:30 Uhr
Theater of Oklahoma HBF
Germany Year 2071:
Evacuation in
Pyjamas
Frank Van Laecke,
Alain Platel,
Steven Prengels
20:00 Uhr
En avant,
marche!
Nástio Mosquito
23:00 Uhr
Respectable Thief
12:00 Uhr
Haus der Zukunft
Germany Year 2071:
National Pride
Construction Site
19:00 Uhr
En avant,
marche!
102
BERLIN
22:30 Uhr
Zvizdal
22:30 Uhr
Zvizdal
Johannes Paul
Raether
13:00 Uhr
Protektoramae –
Forking Horizon
5.5.5.1
14:00 Uhr
Protektoramae –
Forking Horizon
5.5.5.2
15:00 Uhr
How to Frame
Talks & Book
Launch
14:00 Uhr
Landscapes of
Uncertainty
Symposium
Jarvis Cocker / Junges
Sinfonieorchester
Berlin
The Brother
Moves On
Jan Lauwers &
Needcompany
Forced Entertainment
Pere Faura
Musik & Diskurs
23:00 Uhr
Vessels
Konzert
William Kentridge
Mary Reid Kelley
Dries Verhoeven
Nelisiwe Xaba
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
Spielorte
Soweit im Kalendarium nicht anders ausgezeichnet,
finden alle Veranstaltung im Haus der Berliner Festspiele statt.
Martin-Gropius-Bau = MGB
Haus der Berliner Festspiele = HBF
Mo 11.7.
Di 12.7.
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
18:00 Uhr
A Guided Tour of
the Exhibtion:
For Soprano
with Handbag
Mi 13.7.
Do 14.7.
Fr 15.7.
Sa 16.7.
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
16:00 Uhr
A Guided Tour of
the Exhibtion:
For Soprano
with Handbag
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
16:00 Uhr
A Guided Tour of
the Exhibtion:
For Soprano
with Handbag
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
10:00–19:00 Uhr
MGB
NO IT IS !
18:00 Uhr
A Guided Tour of
the Exhibtion:
For Soprano
with Handbag
18:00 Uhr
HBF
Ubu and the Truth
Commission
19:00 Uhr
HBF
Ubu and the Truth
Commission
So 17.7.
20:00 Uhr
HBF
Die Winterreise
20:00 Uhr
silent green
Germany Year 2071:
E.T. Auction
22:00 Uhr
undisclosed
location
Germany Year 2071:
The Swamp
18:00 Uhr
HBF
Germany Year 2071:
The Road
16:00 Uhr
Protektoramae –
Forking Horizon
5.5.5.3
20:30 Uhr
Sleepless Nights
21:00 Uhr
Ubu Never
Loved Us
19:00 Uhr
Konzert
19:30 Uhr
The blind poet
21:21
From The Dark
5:05 Uhr
22:00
5:00 Uhr
Sweet Fever (all night version)
22:30 Uhr
20:00 Uhr
Islam Chipsy & EEK Mirel Wagner
Konzert &
Konzert
Closing Party
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
22:00–1:00 Uhr
Uncertain Places.
Eine Nacht‑
ausstellung
Impressum / Imprint
Festival
Künstlerische Leitung: Matthias von Hartz
Mitarbeit Künstlerische Leitung: Maria Rößler
Dramaturgie: Carolin Hochleichter
Produktionsleitung: Caroline Farke
Mitarbeit Produktion: Anne-Kerstin Hege
Projektleitung „Germany Year 2071“: Eva Lämmerzahl
Projektassistenz „Germany Year 2071“: Katie Fenderl, Jacob Preuß
Projektassistenz Student Affairs u.a.: Adrian Waschmann
Ausstattung „Germany Year 2071“: Melanie Kanior
Konzertprogramm: Nikita Lavrinenko
Technische Leitung: Matthias Schäfer
Mitarbeit Technische Leitung: Thomas Burkhard, Axel Kriegel
Vorplatzarchitektur: realities:united
Ausstattung Festivalzentrum: Zuloark
Street Food: Denise Palma Ferrante
Praktikum Produktion: Nóra Feigl
Praktikum Programm/Dramaturgie: Bence Mohai, Erik Fritzsch
Künstlerbetreuung: Bendix Fesefeldt, Jakob Freese, Undine Klose,
Felix Lardon, Amelie Schulz
Spielstättenleitung & Vorderhaus: Karsten Neßler
Kontakt: Berliner Festspiele,
Schaperstraße 24, 10719 Berlin, T +49 30 254 89 0
www.berlinerfestspiele.de, [email protected]
Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH,
Schöneberger Straße 15, 10963 Berlin, kbb.eu
104
Die Berliner Festspiele werden gefördert durch
Magazin
Herausgeber Berliner Festspiele
Redaktion: Carolin Hochleichter, Anne Phillips-Krug, Maria Rößler,
Christina Tilmann, Jochen Werner
Übersetzung: Elena Krüskemper / Local International
Künstlerporträts: Anje Jager
Grafik: Ta-Trung, Berlin
Anzeigen: Runze & Casper Werbeagentur GmbH
Herstellung: enka-druck GmbH
Copyright 2016 Berliner Festspiele und Autoren, Stand Juni 2016
Veranstalter
Berliner Festspiele
Ein Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes
in Berlin GmbH
Gefördert durch die Beauftragte der
Bundesregierung für Kultur und Medien
Intendant: Dr. Thomas Oberender
Kaufmännische Geschäftsführerin: Charlotte Sieben
Direktor Martin-Gropius-Bau: Gereon Sievernich
Presse: Sara Franke, Patricia Hofmann, Claudia Nola (Ltg.),
Jennifer Wilkens
Redaktion: Barbara Barthelmes, Anne Phillips-Krug,
Christina Tilmann (Ltg.), Jochen Werner
Internet: Frank Giesker, Jan Köhler
Marketing: Gerlind Fichte, Christian Kawalla,
Stefan Wollmann (Ltg.)
Grafik: Christine Berkenhoff
Vertrieb: Uwe Krey, Florian Schinagl
Ticket Office: Simone Erlein, Ingo Franke (Ltg.), Frano Ivic,
Gabriele Mielke, Marika Recknagel, Hasan Sahbaz, Torsten Sommer
Hotelbüro: Heinz Bernd Kleinpaß (Ltg.), Frauke Nissen
Protokoll: Gerhild Heyder
Technische Leitung: Andreas Weidmann
Leitung Beleuchtung: Carsten Meyer
Leitung Ton / Video: Manfred Tiesler
Technische Produktionsleitung: Matthias Schäfer
Bühneninspektor: Thomas Pix
Bühnenmeisterin und Chefmaschinistin: Lotte Grenz
Maschinisten: Martin Zimmermann, Fred Langkau
Beleuchtungsmeisterin: Petra Dorn
Tonmeister: Axel Kriegel, Martin Trümper-Bödemann
Ton- und Videotechniker: Stefan Höhne
Gebäudemanagement: Ulrike Johnson
Haustechnik: Frank Choschzick, Olaf Jüngling
Empfang: Georg Mikulla
Kein Nacheinlass während der Vorstellungen. Bild- und Tonaufnahmen sind nicht gestattet. Programm- und Besetzungsänderungen
vorbehalten.
Förderer
William Kentridge bei
Foreign Affairs wird
gefördert durch
Partner
Medienpartner
Die Ausstellung im
Martin-Gropius-Bau
wurde ermöglicht durch
www.berlinerfestspiele.de