Tagungsbericht Die Leitideen von Luigi Boscolo – eine Mailänder

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Tagungsbericht Die Leitideen von Luigi Boscolo – eine Mailänder
Tagungsbericht
Die Leitideen von Luigi Boscolo – eine Mailänder
Gedenkveranstaltung am 27./28. 3. 2015
Marie-Luise Conen
Luigi Boscolo, der am 15. 1. 2015 verstarb, gilt als einer der Gründerväter der
systemischen Therapie und Familientherapie. Er und Gianfranco Cecchin haben
weltweit und mehrere Generationen von Systemikern und Familientherapeuten
beeinflusst. Luigi Boscolo zeigte in den Begegnungen mit ihm ein großes Zutrauen in sein Gegenüber, verbunden mit großer Güte und Zugewandtheit. Er
brachte uns allen viele Inspiritationen und war uns ein Vorbild in seiner Bereitschaft, bisher nicht Gedachtes zu denken – ein Querdenker!
Anlässlich seines Todes führte das Centro Milanese dei Terapia della Famiglia
in Mailand am 27./28. 3. 2015 an seinem 83. Geburtstag eine Fachtagung durch.
Unter dem Tagungsthema »Il Pensiero di Luigu Boscolo 1967–2015« fanden
zahlreiche Teilnehmer zusammen. Für mich war die Tagung ein guter Weg, mich
von Luigi Boscolo zu verabschieden.
Die Mitarbeiter des Centro referierten zu einzelnen Aspekten der von Luigi
Boscolo (und Gianfranco Cecchin) entwickelten Leitideen, die seit langem die
systemische Therapie und Beratung prägen. So berichtete Paolo Bertrando über
Boscolos Werdegang – »Reise eines Therapeuten«. Sein Nachfolger als Leiter des
Centro, Massimo Schinco, refererierte über »Der systemische Ansatz und die
Identität des Individuums – eine Konversation in der Schwebe«. Pietro Barbetta
sprach über Luigi Boscolo als Psychoanalytiker (als seinem Ausgangspunkt),
Massimo Guiliani über »Die Kunst der Narrativen in der Therapie« und Gabriela
Gaspar über »Die Sprache der Veränderung«. Insgesamt beeindruckten die Referate durch ihren persönlichen Bezug zu dem, was Luigi Boscolo für die Vortragenden als Lehrender bedeutet. Vor allem der Abschluss mit einer Foto»session« über das Leben von Luigi Boscolo war sehr bewegend. Seine Frau, Jackie
Pereira, erzählte unter anderem einige humorvolle and anrührende Begebenheiten, an die sich viele erinnern konnten.
In den Beiträgen wurde noch mal deutlich, wie sehr er mit seiner grundständig
neugierigen, zugewandten und auch sehr humorvollen Haltung ein ganz besonderer Mensch, Mann und Kollege war. Es war ein Farewell von einem Großen der
KONTEXT 46,3, S. 279 – 280, ISSN (Printausgabe): 0720-1079, ISSN (online): 2196-7997
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Gçttingen 2015
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systemischen Therapie, einem Vordenker vieler Denk- und Vorgehensweisen, die
heute zum Alltag systemischer Therapeuten und Berater gehören.
Es war ein guter Abschied von einem Menschen und Kollegen, der viele von uns
geprägt und beeinflusst hat. Wir alle, die ihn kennenlernen konnten, wissen um
die Bedeutung, die er für die systemische Therapie und Familientherapie hat.
Das Institut wird weitergeführt, mit Massimo Schinco ist ein würdiger Nachfolger gefunden; eine geplante Tagung vom 15.-17. 10. 2015 in Mailand zeigt eine
Erneuerung der Orientierung des Centro auf die lange bestehenden internationalen kollegialen Kontakte. Wir werden also weiter aus Mailand Neues erfahren.
Korrespondenzadresse: Dr. Marie-Luise Conen, Context-Institut, Heinrich-SeidelStr. 3, 12167 Berlin; E-Mail: [email protected]
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