IFAholt Baby aus Pristina

Transcription

IFAholt Baby aus Pristina
Rückholung von Pristina nach Bayreuth
Dramatische Rettungsaktion
IFA holt Baby aus Pristina
Vater mit Baby und
Kleinkind verliert
Frau bei Autounfall im
Kosovo. IFA greift ein.
Aktion „IFA hilft“
Im Rahmen unserer Aktion „IFA hilft“ übernehmen wir in
besonderen Fällen die Rückholung auch für Nichtmitglieder.
Von Peter Güttinger
A
ls am Freitagmorgen, dem 18.
Juni 2014 das Telefon in der
Annahmezentrale der IFA klingelte, war es kein alltäglicher Anruf.
Die Leiterin der Abteilung Allgemeine
Sozialarbeit beim BRK, Susanne Bühner,
hatte einen Hilferuf einer Bayreutherin
erhalten, deren Schwester einen tödlichen
Autounfall im Kosovo hatte und deren
Baby in Lebensgefahr schwebe. Da die
medizinische Versorgung vor Ort schwierig sei, hinge das Überleben des Kleinen
davon ab, dass er rechtzeitig in eine Spezialklinik nach Deutschland käme. Da
war es keine Frage, dass die IFA ohne
zu zögern für die Rückholkosten aufkam.
So konnte Dr. Wagner unbürokratisch die
Rückholung der unglücklichen Familie
zusagen und innerhalb weniger Stunden
den Rettungsflug, das Ärzteteam und die
Begleiter organisieren.
Unterstützt wurde die Aktion noch
durch das Klinikum Bayreuth, das den
Notarzt und einen Krankenschwester bereitstellte, das BRK mit einem Rettungsassistenten und die Kurier-Stiftung Menschen in Not.
Im Notarztwagen in Pristina wurde das Baby für den Flug stabilisiert, so dass es
ohne Gefahr nach Bayreuth transportiert werden konnte.
Alle Fotos: IFA
Die junge Familie war eigentlich zu einer
Familienfeier in den Kosovo geflogen,
um dort mit ihren Verwandten endlich
einmal wieder gemeinsam zu feiern. Auf
dem Weg vom Flughafen wurde diese
Hoffnung jedoch durch einen schrecklichen Autounfall zunichte gemacht. Dabei
wurde die Mutter so schwer verletzt, dass
sie kurz danach ihren Verletzungen erlag.
Während der Vater nur leichte Verletzungen davontrug und der 5-jährige Sohn
mittelschwer am Arm verletzt wurde, hatte das 3 Monate alte Baby weniger Glück.
Schwerverletzt wurde es in eine Klinik in
Pristina eingeliefert und erstbehandelt.
Als er zur Rückholung aufbrach, hatte der verantwortliche Notarzt Christian
Haag bereits teils widersprüchliche In-
Das schwerverletzte Baby wachte im Flugzeug sogar kurz auf.
fos von der Klinik vor Ort erhalten und
rechnete mit dem schlimmsten. Als er
das Baby im Krankenwagen in Pristina
untersuchte und die begleitenden Sanitäter befragte, war klar, dass jetzt alles sehr
schnell gehen musste. „Das Kind war dehydriert und wir stabilisierten es für den
Flug“. Für Dr. Haag gab es kein Zögern.
Nach zwei Stunden Rückflug konnten
die Bayreuther endlich den kleinen Patienten sicher ins Kinderkrankenhaus bringen. Allen Beteiligten war die emotionelle Belastung der Aktion noch anzusehen.
Als der Vater sicher war, dass sein Baby
überleben würde, konnte man ein kurzes
Lächeln in seinem müden Gesicht erkennen. Sein Sohn und er hatten das Erlebte
bis dahin noch gar nicht richtig realisiert.
Trotz Schlafmangels war der Vater für seine Kinder da.