Kapitel 2 Gesundheit und Reiki

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Kapitel 2 Gesundheit und Reiki
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Manuskript entnommen aus ‘Was ist Reiki?’
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Vorwort
Die Welt von heute steht vor großen Veränderungen. Der Klimawandel, mit
dem ich mich schon lange aus wissenschaftlicher und spiritueller Sicht beschäftigt habe, sowie die damit verbundene Notwendigkeit des Umstiegs auf
erneuerbare Energien, sind globale Phänomene geworden. Während meiner
Dissertation hatte ich mich für diesen Wandel im Großen stark gemacht.
Doch kein globaler Wandel ist ohne den Wandel des Individuums möglich.
Heute hat sich mein Fokus mit Reiki auf diesen Aspekt des Wandels verschoben, ohne dabei das Große aus den Augen zu verlieren. Dadurch, dass
ich mich selber weiterentwickle und andere Menschen in diesem Prozess unterstütze, fördere ich den Wandel im Kleinen. Das ist meiner Ansicht nach
die Basis dafür, dass Wandel im Großen geschehen kann. Wir sind bereits
mitten drinnen in dieser spannenden Zeit des Übergangs.
Namasté1 , David Bolius, April 2012
1
Einer Überlieferung zufolge soll Mahatma Gandhi auf eine Nachfrage von Albert
Einstein, was er denn mit dem bei ihm beobachteten Gruß Namasté ausdrücken wolle, dem Wissenschaftler Folgendes geantwortet haben: “Ich ehre den Platz in dir, in
dem das gesamte Universum residiert. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der
Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn
du dort bist und auch ich dort bin, wir beide nur noch eins sind. (Wikipedia, 11.2010,
http://de.wikipedia.org/wiki/Namaste)”
1
Inhaltsverzeichnis
1 Was ist Reiki?
1.1 Reikibehandlung . . . . . . .
1.2 Eisberg . . . . . . . . . . . .
1.3 Materie, Energie und Reiki .
1.4 Menschen und ihr Energiefeld
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2 Gesundheit und Reiki
2.1 Körperliche Gesundheit
2.2 Mentale Gesundheit . .
2.3 Emotionale Gesundheit
2.4 Spirituelle Gesundheit .
2.5 Soziale Gesundheit . . .
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3 Die ganzheitliche Reiki Behandlung
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3.1 Regelmäßigkeit und Rahmenbedingungen der Reiki Selbstbehandlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
3.2 Selbstsabotage und Heilungskrisen . . . . . . . . . . . . . . . 23
3.3 Erste Hilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4 Eigenschaften von Reiki
4.1 Empfindung in den Händen . . . . . . .
4.2 Automatischer Fluss . . . . . . . . . . .
4.3 Fluss nach Bedarf . . . . . . . . . . . .
4.4 Reiki ist in beiden Händen gleich . . . .
4.5 Reiki ist unerschöpflich . . . . . . . . . .
4.6 Unabhängig vom Gesundheitszustand .
4.7 Anwendbarkeit bei Tieren und Pflanzen
4.8 Zugang zu Reiki . . . . . . . . . . . . .
4.9 Reiki ist keine Glaubensrichtung . . . .
4.10 Reiki ist frei von Nebenwirkungen . . .
4.11 Reiki ist komplementär . . . . . . . . . .
4.12 Frei von Diagnose . . . . . . . . . . . . .
4.13 Reiki mindert Stress . . . . . . . . . . .
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Kapitel 1
Was ist Reiki?
Das Schöne an Reiki ist die Einfachheit.
Das Wichtigste an Reiki ist die Selbstbehandlung.
Reiki ist:
• Universelle Energie oder ganzheitliche Energie. Das wäre die Übersetzung des japanischen Wortes Rei-ki (Rei: universell, Ki: Energie). Es
handelt sich also um eine Energieform, die uns ganzheitlich, das heisst
auf allen Ebenen unserer Gesundheit, unterstützt. Reiki mobilisiert
unsere Selbstheilungskräfte. Wenn diese aktiv sind, können wir mit
jeder Belastung besser umgehen.
• Reiki ist eine Technik, mit der man sich selber und andere Menschen
behandeln kann. Durch die Möglichkeit der Selbstanwendung wird
man unabhängig. Reiki ist jedoch kein Ersatz für eine schulmedizinische Behandlung, es wirkt ergänzend.
• Reiki ist auch eine Lebenseinstellung und -philosophie, die von Selbstverantwortung geprägt ist. Anstatt sich über sein Schicksal oder eine
Krankheit zu beklagen, werden Krisen als Chancen begriffen, die es
einem ermöglichen, zu wachsen und voranzukommen.
Reiki geht noch weit über das, was hier erwähnt ist, hinaus. So gibt es
Umschreibungen, die Reiki mit vorbehaltsloser Liebe oder universellem Bewusstsein gleichsetzen. Diese Kurzbeschreibung, mit der sich gut arbeiten
lässt, soll einen ersten Eindruck davon geben, was Reiki ist.
1.1
Reikibehandlung
Um eine Reikibehandlung durchführen zu können, ist zunächst ein Aktivierung der Hände des Behandlers für Reiki notwendig (Reiki-Initiation). Das
ist die Aufgabe des Reikimeisters und diese Aktivierung wird üblicherweise
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innerhalb eines Reikiseminars durchgeführt. Hat man sie erhalten, kann man
sofort damit beginnen, sich selber oder andere Menschen zu behandeln. In
der Regel wird eine Selbstbehandlung als ganzheitliche Behandlung durchgeführt. Das heisst, man berührt sich selber an 12 verschiedenen Positionen
des Körpers mit den Händen.
Es gibt zwölf verschiedene Körperpositionen, vier am Kopf, vier an der
Körpervorderseite und vier am Rücken, wo die Hände jeweils für fünf Minuten verweilen. Somit dauert eine Behandlung eine ganze Stunde. Der Erholungswert einer solchen Behandlung entspricht einem Schlafäquivalent von
mehreren Stunden. Das ist wichtig zu wissen, denn damit entfällt die Ausrede, man hätte keine Zeit für Reiki. Reiki unterstützt die körperliche Erholung
derart, dass man im Extremfall sogar etwas von seinem Schlaf wegnehmen
kann und nach dieser Reikibehandlung besser erholt ist, als hätte man sein
normales Schlafpensum absolviert.
1.2
Eisberg
Um die Wirkung von Reiki im Detail zu beschreiben, möchte ich das Eisbergmodell vorstellen (Abb. 1.1). Das Charakteristische an einem Eisberg
ist, dass der Großteil seiner Masse (ca. 90%) unter Wasser liegt und nicht
sichtbar ist. Die Krankheits-Symptome gehören zu jenen 10% des Eises, die
über dem Wasserspiegel liegen. Sie sind jener Teil, den wir sehen und/oder
spüren können. Die Ursachen der jeweiligen Symptome liegen oft im Verborgenen, also in jenem Teil des Eisbergs, der unter Wasser liegt und nicht
sichtbar ist.
Nehmen wir als Symptom z.B. Kopfschmerzen. Das Symptom ist spürbar
und gehört somit zur Spitze des Eisbergs. Die Ursache der Schmerzen würde
hingegen dem Teil, der unter Wasser liegt, zugeordnet werden. Was wären
etwa potentielle Ursachen von Kopfschmerzen? Das wären z.B. der Genuss
von zu viel Alkohol, Stress, Angst, Wetterwechsel . . . In extremen Fällen
könnten Kopfschmerzen aber auch von einem Gehirntumor ausgelöst werden.
Die wahren Ursachen sind oft nicht eindeutig zu identifizieren.
Die Frage ist nun, wie gehen wir in der Praxis mit einem vorhandenen Symptom um? Was macht man z.B., wenn man Kopfschmerzen hat?
Man kann ein Aspirin oder ein anderes Medikament einnehmen, oder man
kann sich einfach hinlegen, man kann schlafen und warten, dass die Schmerzen nachlassen, man kann einen Tee trinken und vieles mehr. Werden die
Kopfschmerzen von einem Tumor ausgelöst, so kann man diesen operativ
entfernen.
Medikamente und medizinische Maßnahmen sind in der Regel auf die
Symptomebene ausgerichtet, wirken also nur auf jenen Teil des Eisbergs,
der über Wasser liegt, ein. Sie ändern an der Ursache der Kopfschmerzen
gar nichts. Medikamente können allerdings auf der Symptomebene außeror-
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Abbildung 1.1: Eisberg Modell. Über Wasser und sichtbar liegen Krankheitssymptome, unter Wassser im Verborgenen liegen deren Ursachen.
dentlich effizient wirken und ein Ende der Schmerzen herbeiführen. Gerade
bei lebensbedrohlichen Symptomen ist es sehr wichtig, schnell auf der Symptomebene zu reagieren.
Reiki wirkt ganz anders : Es zielt primär auf jenen Teil des Eisbergs ab,
der unter Wasser liegt. Reiki arbeitet an den Ursachen der Symptome und
es kann sie langsam abbauen oder sogar zum Verschwinden bringen. Wenn
die Ursachen einmal weitgehend abgebaut sind, verschwindet das zugehörige
Symptom von allein und zwar dauerhaft. Das ist der große Unterschied zu
den Maßnahmen der Schulmedizin, die in der Regel auf der Symptomebene stattfinden. Die schulmedizinischen Maßnahmen sind in vielen Bereichen
sehr wichtig, zu ihnen gehören z.B. die lebensrettenden Maßnahmen der Unfallchirurgie, die Zahnmedizin, Augenkorrekturen (Brillen, Kontaktlinsen,
Laseroperationen) und vieles mehr. Auf diese Möglichkeiten der Schulmedizin soll auch nicht verzichtet werden. Ich sehe Reiki als wertvolle Ergänzung
zur Schulmedizin. Denn während man im Bedarfsfall mit Medikamenten und
anderen Maßnahmen Linderung von Symptomen erzielen kann, kann man
mit Reiki auch an den tiefen Ursachen einer Krankheit arbeiten und sie mit
der Zeit auflösen.
Das Schöne an Reiki ist, dass es sehr einfach ist. Ich muss die Ursache
der Symptome nicht kennen, um mit Reiki zu behandeln. Ich mache einfach
regelmäßig die ganzheitliche Selbstbehandlung, und Reiki beginnt an den
Ursachen zu ‘arbeiten’. Reiki entfaltet dort seine Wirkung zuerst, wo der Bedarf am Größten ist. Das heißt auch, dass man mit Reiki einen guten Schritt
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in Richtung Vorbeugung machen kann. Denn wenn ich an den Ursachen
meiner möglichen zukünftigen Probleme arbeite, entstehen die Symptome
vielleicht erst gar nicht. Das heisst, wenn jetzt meine Kopschmerzen durch
zu viel Stress verursacht werden und ich behandle mich mit Reiki, das den
Stress reduziert, dann entstehen unter Unständen die Kopfschmerzen gar
nicht mehr. Das kann so weit gehen, dass ich auch Symptome verhindern
kann, die ich noch gar nicht gehabt habe.
1.3
Materie, Energie und Reiki
Wie passen die Begriffe Materie, Energie und Reiki zusammen? Die Frage, die hierbei zuerst einmal im Raum steht, ist: Woraus besteht Materie?
Woraus besteht zum Beispiel ein Tisch? Das ist einfach zu beantworten:
Ein Tisch besteht aus Holz. Woraus besteht Holz? Holz besteht aus Molekülen, konkret aus Zellulose. Woraus bestehen Zellulosemoleküle? Letztlich
aus Atomen und zwar aus Atomen der Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff
und Sauerstoff. Es gibt über 100 verschiedene Elemente im Periodensystem.
Aus ihnen setzt sich die gesamte Materie des Universums zusammen.
Woraus bestehen nun Atome? Sie bestehen ihrerseits aus Elektronen,
Protonen und Neutronen. Im Kern eines Atoms gibt es eben Protonen und
Neutronen, die den Atomkern bilden, in dem praktisch die ganze Masse des
Atoms enthalten ist, um den Kern herum befinden sich die Elektronen. Die
Protonen haben eine positive Ladung, die Elektronen eine negative. Nur,
woraus bestehen jetzt diese Bauteile des Atoms ihrerseits? Wenn wir noch
weiter ins Detail gehen, sehen wir, dass Protonen aus Quarks bestehen,
die sich auch noch unterteilen lassen usf. Führt man diese Kette weiter, so
erkennen wir schließlich, dass Materie aus Energie besteht.
Aus wissenschaftlicher Sicht kann man sagen, dass Materie und Energie
das Gleiche sind. So hat Albert Einstein folgende Gleichung formuliert:
E = mc2
Die wahrscheinlich berühmteste Gleichung der Welt bedeutet: Energie ist
äquivalent zur Masse multipliziert mit der Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat, dem c2 . Die Lichtgeschwindigkeit ist eine sehr große Zahl: c = 300.000.
000 Meter pro Sekunde. In der Gleichung steht die Lichtgeschwindigkeit
darüber hinaus im Quadrat. Die Konsequenz davon ist, dass bei der Umwandlung von Materie in Energie sehr große Mengen an Energie freigesetzt
werden.
Diese Umwandlung passiert in der Praxis beim Zünden einer Atombombe
oder einer Wasserstoffbombe, in der Nutzung der Kernkraft in Kernkraftwerken und in der Sonne. Denn auch die Sonne setzt ihre Energie aus dieser
Umwandlung von Masse in Energie frei. Der Prozess, bei dem sie ihre Energie gewinnt, ist die Umwandlung des Elements Wasserstoff in das Element
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Helium.
Die Umwandlung eines Elements in ein anderes ist das, was schon die
Alchemisten versucht haben. Sie wollten Blei in Gold verwandeln. Die Sonne
verwandelt zwar nicht Blei in Gold, aber Wasserstoff in Helium und das ist
vom Prozess her etwas Ähnliches. Die Energie, die dabei erzeugt wird, ist
sehr groß, der Prozess ist außerordentlich effizient, so effizient, dass unsere
Sonne gut zehn Milliarden (10.000.000.000) Jahre diese Energie produzieren
kann, bevor die Quelle versiegt.
Bestünde die Sonne aus Kohle, die verbrannt wird, dann würde diese
Energiemenge bei gleicher Masse nur für ungefähr 6000 Jahre ausreichen.
Man muss sich das einmal vorstellen, in 6000 Jahren hätte es die Evolution
und die Entwicklung von Leben nie geben können, vor allem nicht so, wie wir
sie auf unserer Erde kennen. Denn dieser Prozess hat sich über Milliarden
von Jahren hingezogen. Das, woraus die Sonne ihre Energie bezieht, ist das
Gleiche, woraus auch die Sterne unserer Galaxie und des Universums ihre
Energie, ihr Leuchten beziehen, nämlich aus der Umwandlung von Materie
in Energie.
Woher kommt aber nun die Materie? Die Materie, so meint man heute,
sei im Urknall entstanden und zwar wiederum aus Energie, bzw. weiß man
das eigentlich nicht so genau. Der Urknall selber ist eine so genannte Singularität. Das ist ein ganz lustiger Ausdruck dafür, dass wir nicht wirklich
verstehen, was da passiert ist. Das heisst, die Naturgesetze waren offenbar
zum Zeitpunkt des Urknalls noch nicht gültig, wie sie es heute sind. Man
kann eigentlich erst die Zeit nach dem Urknall rekonstruieren. So viel zum
Thema Materie.
Wenn ich jetzt Energie definiere, so lautet eine mögliche Definition: Energie ist Schwingung zwischen zwei Polen. Eine Welle im Wasser z.B., sie hat
Wellenberge und Wellentäler. Dieses Auf und Ab dazwischen, zwischen einem Tiefstand und einem Hochstand, ist also das, wo die Energie zum Ausdruck kommt.
Was ist überhaupt eine Welle oder eine Schwingung? Von der Definition
her ist eine Welle oder eine Schwingung ein ‘räumlich und zeitlich periodischer Vorgang’. Das klingt sehr einfach, ist aber gleichzeitig sehr abstrakt
und gar nicht so leicht mit dem Verstand zu erfassen.
Wenn man diese Energiedefinition hernimmt, dann sprechen wir hier von
dieser polarisierten Energie im Sinne von Schwingung zwischen zwei Polen.
Licht als Energieform passt auch in diese Definition, es lässt sich als Schwingung beschreiben. Dass Licht Energie ist, ist klar und das wissen wir nicht
zuletzt aus der Photovoltaik, wo Licht in elektrischen Strom umgewandelt
wird. Licht ist Energie. Licht ist Schwingung, Licht ist eine Welle.
Allerdings gibt es auch andere Möglichkeiten, Licht zu beschreiben, zum
Beispiel als Partikel. Ob nun das Licht eine Schwingung oder ein Teilchen ist,
das war lange Zeit nicht geklärt und beide Beschreibungen existierten und
existieren nebeneinander. Isaac Newton hat gesagt, Licht sei ein Teilchen. Im
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19. Jahrhundert hat man viele Experimente durchgeführt, die ganz eindeutig
belegt haben, dass das Licht nicht aus Teilchen besteht, sondern eine Welle
ist. Das führte zu einem großen Streit unter den Wissenschaftlern, der über
eine lange Zeit hinweg nicht aufgelöst werden konnte.
Es war das Verdienst von Albert Einstein, den photoelektrischen Effekt
zu deuten und zum Schluss zu kommen, dass Licht aus Teilchen (Quanten)
besteht. Später erhielt er dafür den Nobelpreis1 . Damit war die Theorie, dass
Licht aus Teilchen besteht, wieder populär. Geendet hat die Auseinandersetzung um die ‘wahre Natur’ des Lichts mit der Erkenntnis, dass Licht sowohl
eine Schwingung als auch ein Teilchen sein kann, je nach Betrachtungsweise. Das erscheint auf den ersten Blick paradox und entzieht sich unserem
Vorstellungsvermögen. Dies gilt jedoch für viele Erkenntnisse aus der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik. Jedenfalls kann man Energie als
Schwingung zwischen Polaritäten veranschaulichen.
Wenn nun Energie als Schwingung zwischen zwei Polen beschrieben werden kann, wie passt nun Reiki in diese Definition? Reiki ist Energie im Potential. Reiki manifestiert sich erst als Reaktion auf ‘negative Energie’ (Disharmonie, also Energie, die körperliche Beschwerden oder Symptome hervorruft), wenn ein Lebewesen mit ‘Reiki-Händen’ berührt wird. Das heisst,
Reiki wird erst zu Energie, also zur Schwingung zwischen den Polen, wenn
es auf Disharmonie oder Energieblockaden trifft.
Man kann sich das so vorstellen: Wenn ein gesundheitliches Problem, eine
Disharmonie vorliegt, kann man die Disharmonie im Menschen als ‘negative
Energie’ oder ‘negative Schwingung’ bezeichnen, die sich als Sinuswelle darstellen lässt (siehe Abb. 1.2, rote Schwingung). Wenn jetzt der Träger dieser
Disharmonie mit Reiki behandelt wird, dann manifestiert sich Reiki als ein
Spiegelbild der Disharmonie (siehe Abb. 1.2, grüne Schwingung).
Abbildung 1.2: Negative Energie (Disharmonie) dargestellt als Schwingung (rot).
Reiki manifestiert sich als Spiegelbild (grün) der Disharmonie, sobald der Träger
der Disharmonie mit Reiki behandelt wird.
Es entsteht eine Wechselwirkung zwischen der negativen Energie und ih1
Einstein erhielt demnach den Preis nicht für die Relativitätstheorie, der man nachsagt,
ihr Verständnis habe wegen ihrer hohen Komplexität das Nobelpreiskomittee überfordert.
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rem Spiegelbild, der Manifestation von Reiki: Es kommt zu einer sogenannten Interferenz oder Auslöschung der ursprünglichen Welle, der Disharmonie.
Die negative Energie schwächt sich zusehends ab und kann letztendlich auch
vollständig verschwinden. Wenn es sich um starke negative Energieschwingungen handelt (z.B. Auslöser chronischer Beschwerden), geht das nicht auf
einmal, aber Reiki kann sukzessive an diesem Prozess arbeiten und die negative Energie schwächen. Dieser Aspekt wird im nächsten Abschnitt (1.4)
noch im Detail besprochen. Es ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:
• Reiki ist nicht steuerbar, es sucht sich den Weg zur Disharmonie, die
es behandeln will, selber. Damit habe ich keinen Einfluss mehr darauf,
was Reiki macht, es geht dorthin, wo es gebraucht wird.
• Reiki ist nicht manipulierend, denn ich kann den Weg, den Reiki
nimmt, nicht beeinflussen. Reiki sucht sich die größte Disharmonie
selber. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Behandlung, denn ich will den ganzen Körper mit Reiki versorgen, um
mögliche Disharmonien an jeder Stelle des Körpers in Kontakt mit
Reiki zu bringen.
• Ich brauche keine Diagnose. Das System der 12 Behandlungspositionen
dient dazu, dass der ganze Körper erreicht wird und dass die größte
Disharmonie auch tatsächlich gefunden wird. Man könnte einwenden,
wenn Reiki sowieso den Weg zur größten Disharmonie selber findet,
dann bräuchte ich ja gar nicht so viele Positionen. Bei den meisten
Menschen ist allerdings nicht nur eine Disharmonie im Körper vorhanden, sondern viele. Das heisst, wenn ich meine Position beim Behandeln nicht verändere, kann es sein, dass ich nie in die Nähe der größten
Disharmonie komme und Reiki gar nicht bis zur größten durchdringen
kann, weil es vorher schon mit den kleinen Disharmonien verbraucht
wird. Daher ergibt sich die Notwendigkeit der ganzheitlichen Behandlung mit 12 Positionen. Die Diagnosefreiheit ist ein großer Unterschied
zu diversen anderen Therapien, wo zuerst diagnostiziert wird und dann
nur bestimmte Stellen behandelt werden.
Bei anderen energetischen Methoden (z.B. Schamanismus) kann das Problem auftreten, dass bei falscher Diagnose die Behandlung mit Energie unter
Umständen nicht produktiv ist. Ein Beispiel dafür wäre die Behandlung von
Krebs mit Energetik. Krebs ist ein Phänomen, das Energie liebt. Man muss
bei Krebs sehr, sehr vorsichtig sein, wenn man mit Energien arbeitet. Wenn
man das Handwerk nicht wirklich beherrscht, kann man unter Umständen
das Krebswachstum sogar fördern. Das bezieht sich wie gesagt auf Methoden außerhalb von Reiki. Reiki kann generell gefahrlos angewendet werden,
weil es immer auf vorhandene Disharmonien reagiert und diese abschwächt,
niemals jedoch neue Disharmonien induzieren kann.
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1.4
Menschen und ihr Energiefeld
Menschen, aber auch Tiere und Pflanzen, bestehen aus mehr als nur Materie,
sie sind von einem Energiefeld umgeben, das man auch oft Aura nennt.
Es gibt inzwischen Techniken, mit denen man dieses Energiefeld messen
kann. Eine davon ist die Aurafotografie, die es ermöglicht, dieses Energiefeld
sichtbar zu machen. Dieses Energiefeld dehnt sich um den Menschen, das
Tier oder die Pflanze herum aus. Dies ist in Abb. 1.3 dargestellt. Gehen
wir davon aus, dass die dargestellte Person mit ihrem Energiefeld ich selber
wäre.
Abbildung 1.3: Ich und mein Energiefeld
In Abbildung 1.4 gehe ich einen Schritt weiter. Hier sieht man mich mit
meinem Energiefeld und zusätzlich noch eine weitere Person. Diese Person
stellt meine Partnerin dar, ich nenne sie hier Verena. Verena hat auch ein
Energiefeld. Nachdem wir eine enge Beziehung führen, haben wir auch ein
gemeinsames Energiefeld. Dabei handelt es sich um das sogenannte Beziehungsfeld. Im Unterschied zum Energiefeld von Personen ist das Beziehungsfeld immateriell, es besitzt keinen Körper, man kann es also nicht angreifen.
In der nächsten Abbildung (1.5) füge ich der Skizze auch noch Disharmonien, die wir mit uns herumtragen, hinzu. Diese Disharmonien kann man
mit den eigentlichen Ursachen unserer Symptome gleichsetzen. Oder man
kann diese Disharmonien auch als Energieblockaden ansehen. Diese können
sich im physischen Körper befinden, oder auch im Energiefeld um uns herum
(Abbildung 1.5).
Nehmen wir an, eines meiner Symptome wären Magenbeschwerden, deren Ursache eine Disharmonie bzw. Energieblockade im Verdauungsbereich
sein könnte. Diese Disharmonie wird als rote Wellenlinie im Bereich meines Bauches dargestellt. Die Disharmonien sind nichts anderes als ‘negative
Energien’, die ich als Schwingung, in diesem Fall als rote Wellenlinie, darstellen kann. In diesem einfachen Beispiel gehe ich zunächst davon aus, dass
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Abbildung 1.4: Das Energiefeld von mir und meiner Partnerin sowie unser gemeinsames Beziehungsfeld.
Abbildung 1.5: Disharmonien im Energiefeld und die Wirkungsweise von Reiki.
Links: Zur ursprünglichen Disharmonie erzeugt Reiki ein Spiegelbild (grün).
11
in mir nur eine einzige Ursache für meine Symptome vorhanden ist.
Was passiert nun, wenn mich ein anderer Mensch, der Reiki hat, berührt?
Angenommen dieser Mensch berührt mich spontan an den Schultern. Auf
die Berührung hin startet der Reikifluss, und zwar dort, wo die Berührung
stattfindet. Reiki sucht sich den Weg zur größten Disharmonie selber. Da
in diesem Fall die negative Energie im Magenbereich vorhanden ist und
keine weiteren Disharmonien vorhanden sind, strömt Reiki in den Bereich
des Magens.
An der Stelle, wo die negative Energie sitzt, erzeugt Reiki ein dazu passendes Spiegelbild (Abb. 1.5). Durch Interferenz der beiden Wellen kommt
es zur sukzessiven Abschwächung der ursprünglichen Disharmonie. Je nach
Intensität kann diese auch ganz aufgehoben werden, womit die eigentliche
Ursache des Symptoms verschwindet. Ist das der Fall, so verschwindet auch
das Symptom. Reiki setzt also nicht direkt beim Symptom an, sondern an
dessen Ursache. Ist diese behoben, zieht die Symptomebene gleich.
In der realen Welt ist die Angelegenheit etwas komplexer. In der Regel
haben die Menschen nicht nur eine Dishamonie, sondern viele (Abb. 1.6).
Diese können sich im ganzen Körper befinden, sind jedoch am dichtesten um
die lebenswichtigen Organe im Oberkörper angesiedelt. Das ist der Grund,
warum bei der Selbstbehandlung die verschiedenen Positionen durchgegangen werden. So wird sichergestellt, dass der ganze Oberkörper abgedeckt
wird.
Krankheit und das, was uns zustößt, sind kein Zufall. Was wir aber
machen können, um zu vermeiden krank zu werden, ist die Arbeit an den
Disharmonien mittels der Reiki Selbstbehandlung. Auf diese Weise ist es
möglich, dass sich Disharmonien erst gar nicht in Form von Krankheit und
Symptomen äußern. Die regelmäßige Selbstbehandlung ist also ein optimales
Mittel zur Vorbeugung.
Abbildung 1.6: In der realen Welt hat der Mensch nicht nur eine Disharmonie
sondern viele. Auch im Beziehungsfeld zwischen zwei Menschen können sich Disharmonien befinden.
12
Manche Disharmonien befinden sich gar nicht im physischen Körper,
sondern im Energiefeld des Körpers. Auf Symptomebene kann das bedeuten, dass es sich um Ursachen von Krankheiten handelt, die noch gar nicht
ausgebrochen sind.
Auch im Beziehungsfeld kann Disharmonie auftreten. Das merkt man
an Streit, Unstimmigkeit oder schlechter Stimmung in der Beziehung. Interessant ist, dass Disharmonie in der Beziehung häufig eine Wiederspiegelung
eigener Probleme darstellt. Dazu ein Beispiel: Ich habe ein Problem, mich
selbst so zu lieben und zu akzeptieren, wie ich bin (dabei handelt es sich um
den weit verbreiteten Mangel an Selbstliebe). Eine der Möglichkeiten, dies
zu kompensieren, besteht darin, möglichst viel zu tun, um die Anerkennung
anderer Menschen zu erlangen. Aus diesem Grund räume ich z.B. immer
die Küche perfekt auf, um von meiner Partnerin gelobt zu werden. Tut sie
das, so ist meine Welt in Ordnung, falls sie aber aufhört, mich zu loben und
somit meine Erwartung nicht mehr erfüllt, verspüre ich Enttäuschung und
bin gekränkt. Möglicherweise werfe ich ihr das vor und beginne damit einen
Streit.
In Wahrheit liegt aber die Ursache des Problems nicht in fehlendem
Lob, sondern in meinem Mangel an Eigenliebe. Wenn ich nun dort etwas in
Bewegung setze, z.B. indem ich mir mehr Zeit für mich nehme oder mich
regelmäßig mit Reiki behandle, kann ich diesem Mangel entgegen wirken.
Mein Bedürfnis nach Anerkennung wird zurückgehen, da ich mein Glück
immer mehr in mir selber finde und immer unabhängiger von der Bestätigung durch andere Personen werde. Ich mag dann immer noch die Küche
perfekt aufräumen oder auch nicht, fehlendes Lob wird jedenfalls nicht mehr
zu Kränkung führen. Dies führt zu folgender Schlussfolgerung:
Es braucht zwei Personen, um eine Beziehung mühsam und anstrengend zu machen, aber es reicht die Anstrengung von nur
einer Person, um die Qualtität einer Beziehung zu verbessern.
Führen wir die Idee von den Energiefeldern weiter. Wenn ich jetzt auch
noch eine mir zuvor unbekannte Seminarteilnehmerin in die bisherige Skizze
einzeichne, komme ich zur Abb. 1.7. Auch die neu dazu gezeichnete Person
hat ein Energiefeld. Ich habe auch zu ihr, obwohl ich sie noch nicht lange kenne, eine Beziehung. Das heisst, es hat sich zwischen dieser Person und mir
ein Beziehungsfeld aufgebaut, genauso wie zu allen anderen Teilnehmern,
die zu mir in ein Seminar gekommen sind. Dieses Beziehungsfeld hat natürlich eine andere Qualität als das Beziehungsfeld zu meiner Partnerin. Es
ist leicht vorzustellen, dass das Beziehungsfeld zu meiner Partnerin stärker,
gewichtiger ist als das zu Personen, die ich erst im Seminar kennenlerne.
Gehen wir noch einen Schritt weiter: In mir existiert im Potential bereits eine Beziehung zu allen Menschen und ich kann sagen, dass ich schon
jetzt potentiell mit allen Personen auf dieser Welt über ein Beziehungsfeld
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Abbildung 1.7: Vernetzung (Beziehung) zu weiteren Menschen
verbunden bin. Je besser ich natürlich einen Menschen kenne, desto stärker
wird die Beziehung zu ihm sein.
Die Idee, dass die Menschen miteinander verbunden sind, ist nicht neu.
Demnach sind wir nicht nur mit allen Menschen, sondern auch mit der gesamten Erde und der Natur verbunden. Diese Botschaft ist aus der Mystik
bekannt, dort hört man unter anderem: “Alles ist eins, ich bin eins mit dem
Universum.” Hier ein Zitat von Black Elk, einem Medizinmann der LakotaIndianer, er bringt diese Botschaft folgendermaßen auf den Punkt:
Der Friede wird dann kommen, wenn die Menschen verstehen,
dass sie mit allen anderen Menschen und dem Universum verbunden sind, wenn sie diese Einheit erleben, erfahren und begreifen
können.
Sobald man dieses Prinzip verstanden hat und es lebt, wird man aufhören, andere Menschen zu bekämpfen, denn man weiß, dass alles, was man
anderen antut, man sich im Grunde auch selber antut.
14
Kapitel 2
Gesundheit und Reiki
“Solange du noch gehen kannst, bist du gesund!”
Schnell wird klar, dass diese im Volksmund verbreitete Definition zu kurz
greift. Denn Gesundheit ist mehr als bloß das Fehlen von Krankheit oder
Verletzung. Gesundheit stellt vielmehr einen Zustand der Ausgeglichenheit
auf verschiedenen Ebenen dar. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Gesundheit in ihrer Verfassung von 1946 auf ganz ähnliche Weise:
Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen,
geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen
von Krankheit oder Gebrechen.
Von diesen Ebenen der Gesundheit ist die körperliche nur eine, wahrscheinlich die bekannteste. Dass Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht weit
darüber hinaus geht, wird folgendermaßen klar: Auch wenn der Körper funktioniert, ist man nicht automatisch gesund. Das ist man erst, wenn die Ausgeglichenheit auf allen Ebenen erreicht ist; es gibt fünf davon.
Die fünf Ebenen von Gesundheit:
• körperliche
• mentale
• emotionale
• spirituelle
• soziale
2.1
Körperliche Gesundheit
Körperliche Gesundheit zeichnet sich also tatsächlich durch einen ‘funktionierenden Körper’, der unverletzt, nicht von Krankheit betroffen und fit
15
ist, aus. Ist körperliche Gesundheit nicht gegeben, kann Reiki durch Ankurbelung der Selbstheilungskräfte Heilungsverläufe beschleunigen, sowohl bei
Krankheit als auch bei Verletzung. Ein Knochenbruch bleibt auch mit Reiki
immer noch ein Bruch, aber es besteht die Chance, dass er mit regelmäßiger
Reiki Anwendung schneller wieder verheilt.
2.2
Mentale Gesundheit
Die mentale Ebene umfasst unsere Konzentrations- und Gedächnisfähigkeit.
Dies wird häufig bei Kindern in der Schule zu einem Thema, wenn sie mit
dem Lernen Mühe haben. Oft fehlt es den Kindern nicht an Begabung oder
Talent, sie können aber die geforderte Leistung im System, z.B. wegen Konzentrationsschwierigkeiten, nicht erbringen. Reiki und die dabei oft beobachtete entspannende Wirkung kann hier eine große Unterstützung darstellen.
2.3
Emotionale Gesundheit
Emotionale Gesundheit ist unsere Fähigkeit, mit emotional fordernden Situationen umzugehen. Wie geht ein Mensch mit Ereignissen wie z.B. Liebeskummer, dem Verlust einer geliebten Person oder Wutausbrüchen um?
Emotionale Gesundheit heisst, Emotionen zulassen und verarbeiten zu können. Viele Menschen sind in diesem Bereich blockiert oder gehemmt. Tränen
stellen zum Beispiel eine gute Möglichkeit der Verarbeitung von Trauer dar,
werden aber häufig — besonders von Männern — unterdrückt.
Dies lässt sich häufig mit der Erziehung in Verbindung bringen. Sprüche
wie ‘Ein Indianer kennt keinen Schmerz’ oder ‘Stell dich doch nicht so an’
vermitteln, dass Tränen, insbesonders bei Buben, unangebracht sind.
Wut wird gerne ‘hinunter geschluckt’, was der Verarbeitung dieser Emotion nicht besonders dienlich ist und sich auf die Verdauung schlagen kann.
Angst ist eine sehr mächtige Emotion, die die Lebensentscheidungen vieler
Menschen bezüglich dem, was sie tun und was sie nicht tun, nachhaltig beeinflusst. Ist uns wirklich immer voll bewusst, in welchem Ausmaß unsere
Entscheidungen und unser Leben von Angst beeinflusst werden? So können
Existenzängste beispielsweise wesentlich dazu beitragen, dass jemand einen
Beruf, der ihm keinen Spaß macht, weiter ausübt. Fragt man ihn, warum
er bleibt, kommt entweder keine Antwort oder es werden Argumente vorgebracht, die nicht stichhaltig sind.
Ängste, vor allem Existenzängste, sind oft der einzige wirkliche Grund,
an einer ungeliebten Arbeitstelle zu bleiben. Um etwas zu verändern, müsste
man sich zuerst diese Ängste bewusst machen.
Obwohl Ängste sehr häufig der vollen Entfaltung des eigenen Potentials
im Weg stehen, brauchen wir die Emotion Angst. Sie kann uns vor gefährlichen Situationen bewahren: So mag aufkommende Angst am Abgrund an
16
einer hohen Felsklippe dazu führen, dass wir dort nicht weitergehen und
abstürzen.
Angst beschützt und behindert uns also gleichzeitig. Um diese Effekte
auseinander halten zu können, ist Bewusstseinsarbeit sehr hilfreich
Bleibt als vierte Grundemotion noch die Liebe oder Freude. Diese Emotion ist in der Regel nicht mit unangenehmen Symptomen verknüpft und gilt
demnach als ‘unproblematisch’. Ist diese Grundemotion aber gehemmt, was
sich darin äussern kann, dass Menschen zum Empfinden wahrer und tiefer
Freude nicht mehr oder nur noch selten fähig sind, dann liegt auch hier ein
Problem.
Energetisch gesehen liegen die Emotionen Trauer und Freude im gleichen
Zentrum, dem Herzchakra. Dies erklärt, warum man aus Freude weinen
kann, aber auch, dass das Unterdrücken von Trauer dazu führen kann, dass
die Fähigkeit des Empfindens von Freude beeinträchtigt ist. Somit bedeutet
emotionale Gesundheit die Fähigkeit, die Emotionen fließen zu lassen und
sie auszuleben.
Emotionale Gesundheit bedeutet weiters, in tiefer Zufriedenheit leben zu
können. Und das ist vielleicht überhaupt das höchste Gut, das wir im Leben
erreichen können. Die wichtigste Vorraussetzung, um wirklich zufrieden zu
leben, ist die Selbstliebe. Selbstliebe ist die Fähigkeit, sich so anzunehmen,
zu akzeptieren und zu lieben, wie man ist. Viele Menschen erhoffen sich ihr
Glück in Äußerlichkeiten, sie wären gerne intelligenter, reicher, attraktiver,
begabter, erfolgreicher usw. Das sind Sehnsüchte, die häufig von gesellschaftlichen Vorgaben beeinflusst sind. Solche Menschen denken, dass sie glücklich
wären, wenn sie so wären, wie sie es sich wünschen. Erfüllt sich jedoch einer
dieser Wünsche (z.B. mehr Wohlstand oder mehr Attraktivität durch eine
Schönheitsoperation), so ist das Glück meist nur von kurzer Dauer und die
Sehnsucht nach dem nächsten, noch nicht erreichten Ziel, ist wieder voll da.
Unter diesem Gesichtspunkt eröffnet sich auch eine kritische Betrachtung von plastischer Chirurgie. Ist mangelnde Selbstliebe Grund der Unzufriedenheit, kann dieses Defizit nie durch eine optische Korrektur am Körper
behoben werden. Es liegt nahe, dass auch bei gelungenem Eingriff die Unzufriedenheit wieder zurückkehrt und sich einen neuen ‘Aufhänger’ sucht.
Daher besteht die Kunst darin, schon mit dem, was jetzt in diesem Moment
da ist, zufrieden zu sein. Das ist erreichbar, indem man sich selber liebt, seine Bedürfnisse achtet, seinen eigenen Weg geht und seine Talente umsetzt.
Bei mangelnder Eigenliebe sind regelmäßige Reiki-Behandlungen schon per
se ein Gegenmittel, da das Sich-Zeit-Nehmen für sich selber ein wichtiger
Schritt in die richtige Richtung ist. Denn das ist gelebte Selbstliebe.
Es ist möglich bei mangelnder körperlicher Gesundheit (z.B. Krankheit,
Behinderung) zufrieden zu sein, hingegen führt ein perfekt funktionierender Körper noch lange nicht automatisch zu Zufriedenheit. Die emotionale
Gesundheit ist daher die wichtigste Ebene der Gesundheit.
Reiki kann uns auf der emotionalen Ebene, also bei der Verarbeitung von
17
Trauer, Wut und Angst, massiv unterstützen. Beim Umgang mit Schicksalsschlägen (z.B. Scheidung, Kündigung, Tod einer nahe stehenden Person . . . )
unterstützt uns Reiki, schneller wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
2.4
Spirituelle Gesundheit
Wer sich mit der Frage nach dem Sinn seines eigenen Lebens oder seiner Berufung auseinandersetzt, der befasst sich mit seiner spirituellen Gesundheit.
Denn Spiritualität ist nicht notwendigerweise an die Ausübung einer religiösen oder meditativen Praxis geknüpft. Auch Berufsentscheidungen haben
somit spirituellen Charakter, trifft man sie doch in der Regel auf der Basis
dessen, was man im Leben gerne erreichen und verwirklichen möchte.
Den Sinn des eigenen Lebens zu erkennen und zu verwirklichen, das ist
gelebte Spiritualität und eine der Grundlagen für spirituelle Gesundheit.
Erreicht man das, dann macht man auch nicht mehr einfach einen Job,
sondern man folgt seiner wahren Berufung.
Wenn Menschen diesen Sinn nicht sehen, kann das zu Depression und
Antriebslosigkeit führen. Auch die midlife crisis ist ein Beispiel für eine spirituelle Krise. Wenn etwa im Alter um die 50 die Karriere einen Höhepunkt
erreicht hat und sich trotzdem die Frage stellt, wozu das gut sein oder wie
es weiter gehen soll, oder wenn die eigenen Kinder so weit selbständig sind,
dass sie auf die Hilfe der Eltern nicht mehr angewiesen sind und die Eltern
sich fragen, was denn jetzt für sie noch zu tun bleibe, dann spätestens ist es
Zeit für eine neue Sinnsuche.
Wenn ein Mensch in seinem Leben gar keinen Sinn mehr erkennen kann,
werden auch so extreme Reaktionen wie Suizid in Erwägung gezogen. Die
Suizidrate ist in Österreich relativ hoch, doppelt so hoch wie die Zahl der
Verkehrstoten. Bedenkt man, dass die Zahl der Menschen, die ‘nur’ einen
Suizidversuch begehen, noch deutlich höher ist, merkt man, wie stark verbreitet das Phänomen der Sinnlosigkeit ist. Und das trifft auch auf die Depression oder die damit verwandte Krankheit des Burnout zu, die heute
immer mehr junge Menschen trifft.
Antworten auf den Sinn des Lebens können nicht einfach vorgegeben und
übernommen werden. Sie müssen individuell entdeckt und gelebt werden,
deshalb finden Sie hier auch keine Antworten. Es ist wichtig, dass diese
Antworten nicht nur intelektuell, sondern auch emotional erfasst werden.
Dann wollen sie gelebt werden.
Mich haben beispielsweise diese Fragen nach dem Sinn mein ganzes Leben lang beschäftig. Erst nachdem ich begonnen habe, mich mit Reiki auseinanderzusetzen, sind neben den Fragen auch allmählich Antworten am
Horizont aufgetaucht. Das geschah völlig unerwartet, denn ich hätte mir nie
gedacht, dass Reiki bei mir diesen Effekt hervorruft.
18
2.5
Soziale Gesundheit
Die soziale Gesundheit umfasst unsere Beziehungsfähigkeit. Wer also chronisch von einer Beziehung in die nächste schlittert, der sollte sich verstärkt
dieser Ebene zuwenden. Soziale Gesundheit bedeutet, dass wir auf einen
Freundes- und Familienkreis zählen können, der im Notfall einen Betroffenen, der Hilfe benötigt, auffängt. Zur sozialen Gesundheit gehört daher auch
die Fähigkeit, sich mit den eigenen Eltern auszusöhnen und ihnen zu vergeben. Nach wie vor sind die Menschen, die als Erwachsene zu ihren Eltern
einen harmonischen, friedlichen, aber auch emanzipierten Umgang pflegen,
selten. Viel zu oft sterben die Eltern, ohne sich zuvor mit ihren Kindern zu
versöhnen.
Ausgrenzung und Mobbing gehören ebenfalls zu den Schieflagen sozialer
Gesundheit. Hier ist es besonders hilfreich, wenn der Betroffene es schafft,
sich nicht mehr über die ihn ausgrenzenden Menschen zu beklagen und sondern beginnt, in sich selber Schritte zu setzen, die zu einem Ende der Ausgrenzung führen können. Reiki kann ihm hier unter anderem dadurch helfen,
dass es den Weg zu dieser Einsicht und diesem Bewusstsein katalysiert.
Auf globaler Ebene wäre soziale Gesundheit mit dem Weltfrieden gleichzusetzen. Diesen Zustand haben wir noch nicht erreicht. Doch es wundert
nicht, dass es global nicht gelingt, wenn auch im Kleinen gestritten wird. So
fehlt vollkommener Frieden auf der Erde im Großen wie im Kleinen.
Reiki unterstützt uns auf der Ebene der sozialen Gesundheit, indem es
uns im Fall von Beziehungsunfähigkeit z.B. mit unserem eigenen Anteil an
der Beziehungsunfähigkeit vertraut macht und es uns damit ermöglicht, bei
uns selber anzusetzen. Das ist viel effizienter als der Versuch, den eigenen
Partner zu ändern.
19
Kapitel 3
Die ganzheitliche Reiki
Behandlung
Bei der ganzheitlichen Reiki Behandlung handelt es sich um die “Standard–
Reiki Behandlung”, also die “normale” Behandlung für jeden Tag und für
alle Fälle. Denn bei Reiki wird in der Regel unabhängig vom Symptom immer gleich behandelt (Eine Ausnahme dazu stellt die Behandlung im Fall
von erster Hilfe dar, S. 24). Die Behandlung umfasst ein System von zwölf
Körperpositionen, die über den Kopf und den Oberkörper verteilt sind. Dabei lässt man die Hand an jeder dieser Positionen für fünf Minuten ruhen,
eine Behandlung dauert also eine Stunde. Sie wird liegend, in der Regel im
eigenen Bett durchgeführt. Man kann sich aber natürlich auch im Freien auf
einer Wiese behandeln.
Die ganzheitliche Reiki Behandlung kann man an sich selber oder an anderen Menschen praktizieren. Die Möglichkeit, sich selber zu behandeln ist
neben der Einfachheit die größte Stärke von Reiki. Eigenbehandlungen funktionieren bei wenig anderen Methoden so gut wie mit Reiki: Z.B. ist es weder
in der Akupunktur einfach, sich selber zu behandeln, noch bei Shiatsu oder
bei klassischer Massage. Bei Reiki funktioniert dies jedoch hervorragend.
Die zwölf Positionen sind auf vier Blöcke verteilt: Vier Positionen befinden sich am Kopf (Gesicht, Scheitel, Hinterkopf und Hals; siehe Abb. 3.1),
vier Positionen sind auf der Körpervorderseite (Brust, Rippen, Bauch und
Unterleib; siehe Abb. 3.2) und vier Positionen befinden sich auf der Körperrückseite (Nacken, Schulterblätter, Nieren und Gesäß; siehe Abb. 3.3). Die
Positionen an den wichtigen Organen und Drüsen des Körpers ausgerichtet
und nicht an den Chakren.
Beim Wechseln der Positionen sollte eine Hand nach der anderen versetzt werden. So reisst der Reikifluss nie ab. Sollte man bei der Behandlung
einschlafen, kann man sie beim Aufwachen einfach fortsetzen oder von vorne
anfangen. Die Reikiversorgung läuft sogar weiter, wenn man schläft, wenngleich auch mit geringerer Intensität. Nur das Wechseln der Positionen ist
20
Abbildung 3.1: Reiki Selbstbehandlung: Positionen 1–4, Kopfpositionen
Abbildung 3.2: Reiki Selbstbehandlung: Positionen 5–8, Vorderpositionen
Abbildung 3.3: Reiki Selbstbehandlung: Positionen 9–12, Rückenpositionen
21
beim Schlafen schlecht möglich. Bei der Behandlung behält man in der Regel
die Augen geschlossen, so lässt es sich leichter in die Entspannung eintauchen.
3.1
Regelmäßigkeit und Rahmenbedingungen der
Reiki Selbstbehandlung
Wie häufig soll man sich selbst behandeln? Hier gilt, “Mehr hilft auch mehr”.
Daher ist eine möglichst regelmäßige Behandlung empfehlenswert, idealerweise täglich eine Stunde. Keine Zeit für eine Selbstbehandlung zu haben,
ist übrigens unschlüssig argumentiert. Denn der regenerative Wert der Behandlung ist so hoch, dass man im Extremfall — falls man die Stunde sonst
nicht aufbringt — auch auf Schlaf verzichten kann. Wer normalerweise sieben Stunden Schlaf braucht, kann erholter den Tag beginnen, wenn er den
Schlaf auf sechs Stunden verkürzt und sich dafür eine Stunde behandelt.
Trotz der Empfehlung der täglichen Behandlung gilt, dass jeder selbst die
für ihn passende Frequenz herausfinden muss. Es ist wichtig, dass die eigene
Wunschvorstellung der gelebten Praxis entspricht, andernfalls ist entweder
die Praxis anzupassen oder die eigene Wunschvorstellung. Wer also aus innerer Überzeugung und dem Setzen seiner Prioritäten sich viermal wöchentlich
behandelt, der hat ein Gleichgewicht gefunden. Wer sich viermal behandelt,
obwohl er sich eine tägliche Behandlung vorgenommen hat, der lebt diesbezüglich in einem Ungleichgewicht und eben dann empfehle ich, die Praxis
oder den Vorsatz neu auszurichten.
Es empfiehlt sich, die ganze Selbstbehandlung am Stück durchzuführen
und sie nicht auf kleinere Einheiten aufzuspalten. Viele Menschen kommen
bei der Behandlung nach ca. 15–20 Minuten in einen Zustand der tiefen
Entspannung und gerade in diesem Zustand können Selbstheilungsprozesse
sehr gut ablaufen. Eine Aufteilung der Behandlung würde bedeuten, dass
man diesen Zustand nicht mehr oder nur für kurze Zeit erreicht.
Weiters ist es ratsam, sich bei der Selbstbehandlung nicht ablenken zu
lassen, z.B. durch einen laufenden Fernseher. Zwar funktioniert Reiki auf
Kontakt und somit auch, wenn das Fernsehgerät läuft, jedoch ist die Effizienz deutlich höher, wenn man sich ausschließlich der Behandlung widmet.
Natürlich kann man beim Fernsehen sich zusätzlich berühren (Zusatzpositionen) und damit behandeln, das ist jedoch nicht als Ersatz für die ganzheitliche Behandlung zu sehen.
Zusatzpositionen können nicht nur beim Fernsehen angewandt werden.
So bietet sich jede Gelegenheit, in der ich die Hände nicht anderwertig im
Einsatz habe, für Zusatzpositionen an. So kann man zum Beispiel beim
Zugfahren die Hände auf den Bauch oder eine andere Körperstelle legen.
Hat jemand Knieprobleme oder Schmerzen an anderer Stelle, kann er sich
dort zusätzlich behandeln. Sitzt man im Auto und muss nicht selber fahren,
22
kann man sich ebenfalls behandeln.
3.2
Selbstsabotage und Heilungskrisen
Manchmal kommt es vor, dass Seminarteilnehmer die Behandlungsfrequenz,
die sie sich nach dem Seminar vornehmen, nicht oder nur eine Zeit lang
durchziehen können. Dann behandeln sie sich seltener, verkürzen die Stunde
auf 40 Minuten oder lassen bestimmte Positionen aus. Oft handelt es sich
bei diesem Phänomen um ‘Selbstsabotage’.
Selbstsabotage tritt bei vielen Menschen auf. Wir wissen ja eigentlich,
was wir bräuchten, um gesund zu leben: Bewegung, ausreichend Schlaf, eine
ausgewogene Ernährung und ein Arbeit oder Lebensaufgabe, die uns Spaß
macht und uns erfüllt. Obwohl das alles sehr einfach klingt, gibt es doch
wenige, die all das erfolgreich umsetzen. Oft hindert uns unserer ‘innerer
Selbstsaboteur’ daran. Seine Stimme hört sich dann oft an wie:
• Dafür habe ich keine Zeit
• Ich würde ja gerne, aber ich kann nicht, weil . . .
• Ich muss arbeiten, um Geld zu verdienen (implizierend: ‘Arbeit ist
primär zum Broterwerb da, nicht zur Freude’)
• Wenn ich das tue, was ich will, werde ich nicht mehr anerkannt und
geliebt (denn das gilt als egoistisch)
• Diesen Spaß für mich kann ich mir nicht leisten
Immer, wenn sich so ein Gedanke meldet, lohnt es sich, ihn auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen (‘Kann ich wirklich absolut sicher sein, dass dieser
Gedanke wahr ist?’). Oft stellt sich dann heraus, dass in Wirklichkeit der
Widerstand aus einer anderen Ecke kommt und mit eigenen Ängsten (z.B.
vor Veränderung oder dem Verlust von Anerkennung) verknüpft ist. Auch
bei Reiki kann sich also Selbstsabotage breit machen und dann lohnt es
sich, immer wieder einen Blick darauf zu werfen, wo im Moment die eigenen
Prioritäten liegen. Gegebenenfalls passt man die Praxis an.
Bei einer Reiki-Behandlung kann es in manchen Fällen zu einer Erstverschlimmerung oder Heilungskrise kommen. Die kann sich darin äußern,
dass ein zu Beginn der Behandlung vorhandenes Symptom wie Kopfschmerz
zunächst stärker wird. Tritt so etwas auf, zeigt das an, dass der Körper Reiki
annimmt und darauf reagiert. Das ist ein positives wenngleich auch manchmal unangenehmes Zeichen. Es gilt, die Behandlung, falls dies erträglich ist,
weiter fortzusetzen, denn in der Regel lässt die Stärke des Symptoms dann
wieder nach. Manchmal kann es auch bis zu drei Behandlungen in Anspruch
nehmen, bis Verbesserung eintritt. Das Phänomen der Erstverschlimmerung
ist übrigens auch aus der Homöopathie und der Akupunktur bekannt.
23
Tränen, die während einer Selbstbehandlung oder der Behandlung einer anderen Person auftreten, können eine weitere Form von Erstverschlimmerung darstellen. Reiki induziert niemals von außen Traurigkeit in uns,
es kann aber dazu führen, dass nicht verarbeitete Trauer ihren Weg nach
draussen findet, eben in Form von Tränen. Das ist in der Regel ein sehr
heilsamer Prozess, da unterdrückte Trauer Lebensfreude blockieren kann.
3.3
Erste Hilfe
Zur ersten Hilfe zähle ich Hilfestellung innerhalb der ersten 24 Stunden nach
dem Eintreten eines Ereignisses (Unfall, Verletzung, Schock . . . ). Auch für
Reikianer haben die klassischen Erste Hilfe Maßnahmen wie Absicherung
der Unfallstelle, Alarmierung (Rettung), Bergung von Verletzten, Seitenlagerung, Wiederbelebungsmaßnahmen absolute Priorität. Ist all das erledigt,
bleibt häufig Zeit, die man damit verbringt auf die Rettung zu warten. Das
ist eine wertvolle Zeit, in der mit Reiki behandelt werden kann. Es gilt,
so schnell wie möglich, so lange wie möglich und so direkt wie möglich die
verletzte Körperstelle mit den Händen zu berühren.
Im Fall von Verbrennungen empfiehlt es sich auch, sofort mit den ReikiHänden zu berühren, eventuell in Kombination mit fließendem kalten Wasser. Dabei kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen und der Schmerz
an der Brandstelle zunächst zunehmen. Es empfiehlt sich trotzdem weiterzumachen.
Mir ist einmal ein mehrere Kilogramm schwerer Ofendeckel eines Koksofens auf den kleinen Finger gefallen (November 2009). Der Finger fing an zu
bluten und stark zu schmerzen. Ich habe ihn verbunden und so viel wie möglich behandelt. Leider passierte dieser Zwischenfall abends und ich musste
meine Tochter (damals knapp zwei Jahre alt) zum Schlafen bringen, ich war
mit ihr allein zu Hause. Da war noch eine Runde mit dem Kinderwagen nötig, bis sie einschlief. Erst danach konnte ich mich ausführlich meinem Finger
widmen. Der Nagel war total blau und blutete. Auch aus der Unterseite des
Fingers kam Blut, der Finger lag in dem Moment, als der Deckel drauffiel
auf einer stumpfen Kante und war aufgeplatzt. Als ich mich ins Bett legte,
hatte ich ausführlich Zeit, den Finger zu behandeln, indem ich die andere
Hand darüber legte. Der Schmerz war inzwischen weitaus stärker als kurz
nach dem Unfall. Beim Behandeln schwoll der Schmerz immer wieder so
stark an (Erstverschlimmerung), dass ich die Hand zum Behandeln weggeben musste und erst nach kurzer Pause weiter machte. Das ging so weiter
bis zum Einschlafen. Die anschließende Heilung verlief beeindruckend. Nach
wenigen Tagen war der Finger schmerzfrei. Zunächst sah es so aus, als würde
der blaue Nagel dranbleiben, nach etlichen Wochen fiel er dann aber ab und
wuchs neu nach. Nach sechs Monaten war der neue Nagel voll ausgebildet
und die ursprüngliche Verletzung gar nicht mehr sichtbar.
24
Sind 24 Stunden seit dem Unfall vergangen, lohnt es sich, wieder zur
ganzheitlichen zwölf Positionen Behandlung zurückzukehren. Natürlich kann
eine verletzte Stelle noch zusätzlich behandelt werden.
25
Kapitel 4
Eigenschaften von Reiki
Es gibt ein paar Beobachtungen zu Reiki, auf die ich eingehen möchte. Dabei
handelt es sich um Erfahrungenwerte, die beim Arbeiten mit Reiki festgestellt werden können.
4.1
Empfindung in den Händen
Viele Menschen erzählen, dass sie beim Behandeln mit Reiki in den Händen Wärme oder ein Prickeln, oder auch Kälte empfinden. Oder auch gar
nichts. Die Empfindungen bei einer Reikibehandlung sind sehr individuell.
Ich empfinde ein Wärmegefühl, aber bei mir ist es eher so, dass ich die Stelle, wo ich die Hände hingebe, als warm empfinde, nicht so sehr die Hände
selbst. Manchmal tritt bei mir Folgendes auf: Ich fange an, leicht zu gähnen,
sobald ich mich mit Reiki behandle. Manchmal muss ich auch tief durchatmen. Besonders als ich mit Reiki begonnen habe, war immer eine der ersten
Reaktionen das Bedürfnis eines tiefen Durchatmens.
Was empfindet die behandelte Person? Sie kann auch Wärme oder Hitze empfinden, so, wie ich es beschrieben habe, und das fühlt sich etwas
anders an als Kontaktwärme. Denn diese Wärme empfindet man oft nicht
nur an der Oberfläche, sie vermag auch in den Körper einzudringen. Dies
sind persönliche subjektive Beispiele, andere Menschen mögen ganz andere
Empfindungen haben. Und vor allem: Es gibt keine Regeln, was man zu
empfinden hat.
4.2
Automatischer Fluss
Der Fluss von Reiki startet automatisch, sobald man die Hände auf den Körper legt, auch bei Tieren oder Pflanzen. Wenn man die Hände vom Körper
wieder entfernt, dann fließt auch kein Reiki mehr. Der Reikifluss ist nicht
steuerbar, das heisst, wenn es passiert, dass ich bei einer Reikibehandlung
26
einschlafe und die Hände beim Schlafen an der zuletzt behandelten Position
liegen bleiben, dann geht der Fluss weiter.
Ich gehe davon aus, dass er dann nicht mit der gleichen Intensität wie
während einer bewussten Behandlung weiter geht. Denn das bewusste Ausführen der Reiki-Behandlung, das Positionieren der Hände und auch die
Tatsache, bewusst und mit Freude dabei zu sein, scheinen einen stärkeren
Reikifluss hervorzurufen, als wenn man einschläft.
4.3
Fluss nach Bedarf
Reiki fließt nach Bedarf. Das heisst, der Fluss ist abhängig vom Grad der
Disharmonie. Wenn jemand gerade einen Unfall gehabt, eine Operation oder
eine Geburt hinter sich hat, dann wird dieser Fluss deutlich stärker sein.
Meine Mutter hat z.B. nach einer Operation, wo sie eine große Narbe gehabt
hat, Reiki verwendet und hat gemeint, es war unglaublich, wenn sie nur in
die Nähe der Narbe kam, wurden die Hände so heiß wie sonst nie.
4.4
Reiki ist in beiden Händen gleich
Wenn ich nur eine Hand auf den Körper lege, dann gebe ich 50% des ReikiPotentials und bei beiden Händen eben 100%. Es gibt keine empfangende
und gebende Hand, so wie man das zum Teil von anderen Methoden kennt.
4.5
Reiki ist unerschöpflich
Es sind auch viele Behandlungen an einem Tag möglich. Reiki wird auch
durch intensiven Gebrauch nicht schwächer. Es tritt auf Grund der vielen
Behandlungen, die man gibt, keine Abschwächung ein.
Beim Behandeln mit Reiki – und das ist ein großer Unterschied zu anderen Methoden – wird keine körpereigene Energie verwendet. Wenn Heiler
mit körpereigener Energie arbeiten, sind sie erschöpft, wenn sie viele Behandlungen geben.
4.6
Unabhängig vom Gesundheitszustand
Reiki fließt unabhängig vom eigenen Gesundheitszustand, das heisst, es können auch schwer kranke Personen, etwa Krebs- oder MS-Patienten, sich selber und auch andere Menschen mit Reiki behandeln, vorausgesetzt, sie haben die Reiki-Aktivierung erhalten. Es kann für kranke Menschen auch schön
sein, wenn sie sehen, dass sie trotz ihrer Krankheit noch anderen Menschen
etwas Gutes tun können. Auch Kinder und altersschwache Personen können
Reiki anwenden.
27
4.7
Anwendbarkeit bei Tieren und Pflanzen
Tiere sprechen im Allgemeinen schneller auf Reiki an als Menschen. Das
liegt daran, dass die Wiederherstellungskräfte bei Tieren meist ausgeprägter sind, da Tiere weniger unter Stress und nicht an Selbstsabotage leiden.
Tiere schlafen und bewegen sich ausreichend und sie ernähren sich einigermaßen ausgewogen. Menschen hingegen leiden häufig unter Stress, machen
zu wenig Bewegung, ernähren sich unausgewogen, arbeiten zu viel und ihre
Arbeit macht ihnen häufig nicht sehr viel Spaß. All diese Faktoren stehen
im Krankheitsfall einer schnellen Genesung im Weg.
Haustiere spiegeln allerdings oft das negative Verhalten ihrer Besitzer
wider. Wenn z.B. der Besitzer eines Hundes oft nervös und ärgerlich reagiert, kann es vorkommen, dass das Tier diese Nervosität übernimmt. Dann
kommt man mit Reiki-Behandlungen des Tieres nicht so schnell voran. Genau genommen müsste man hier den Besitzer behandeln, das wäre unter
Umständen effizienter.
Auch Pflanzen lassen sich mit Reiki behandeln.
4.8
Zugang zu Reiki
Wie kommt man zu Reiki? Zu Reiki kommt man über die sogenannten ReikiAktivierungen oder Reiki-Initiationen. Dabei handelt es sich um ein überliefertes Ritual, das am Menschen, der Reiki möchte, von einem Reikimeister
vollzogen wird. Wenn die Initiation durchlaufen wurde, der Prozess wird in
der Regel im Reikiseminar vier Mal durchschritten und dauert pro Person
jeweils ca. zwei Minuten, dann steht der Reikifluss den Menschen dauerhaft zur Verfügung. Reiki-Initiationen funktionieren immer und bei jedem
Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Gesundheitszustand.
Das Energiefeld um den Menschen herum (siehe Abb. 1.3, S. 10) wird
in diesem Prozess gestärkt. Nachdem unsere Austrahlung nach Außen von
unserem Energiefeld abhängt, verändert sich bei einigen Menschen ihre Austrahlung, ihre Präsenz, im positiven Sinn. Sie werden dann z.B. deutlicher
wahrgenommen oder ihrem Wort wird mehr Gewicht beigemessen.
Wenn nun der übliche Zugang zu Reiki über die Initiation verläuft, dann
stellt sich die Frage, wie der erste Mensch zu Reiki gekommen ist. Er konnte
ja die Reiki-Aktivierung nicht von jemand anderem empfangen. Offenbar
gibt es auch eine Möglichkeit, ohne Initiation zu Reiki zu kommen, was aber
vermutlich sehr zeitaufwendig und nur durch Ausübung spiritueller Praxis
(Meditation . . . ) erreichbar ist. Der Weg zu Reiki über einen Reikimeister
ist auf jeden Fall einfacher, schneller und direkter.
28
4.9
Reiki ist keine Glaubensrichtung
Reiki ist kein Kult und keine Religion und steht für Menschen aller Religionen und auch für Nicht-Gläubige offen und wird auch von Menschen
verschiedener Religionen praktiziert. Es gibt in der Reiki-Welt keinen Guru
und die Reikianer, also jene Leute, die Reiki haben, sind unabhängig. Sie
sind in keiner Weise an den Meister gebunden, von dem sie die Initiation
bekommen haben.
4.10
Reiki ist frei von Nebenwirkungen
Reiki hat auch keine schädigenden Nebenwirkungen. Manchmal kann bei
einer Behandlung so etwas wie eine Erstverschlimmerung oder Heilungskrise
auftreten. Man kennt dieses Phänomen auch aus der Homöopathie oder der
Akupunktur, im Allgemeinen ist das ein gutes Zeichen. Denn es zeigt, dass
der Körper auf Reiki anspricht.
Ich hatte z.B. eine Frau in Behandlung, die die erste Behandlung als sehr
anstrengend empfand, so, als hätte man ihr Energie entzogen. Nun war ich
aber sicher, dass das mit Reiki nicht der Fall gewesen sein konnte und sie
durchaus Energie empfangen hat. Aber sie hat die erste Behandlung einfach
so empfunden. Bei späteren Behandlungen war das dann nicht mehr der Fall
und sie fühlte sich danach gut erholt.
Hin und wieder beobachte ich als Erstverschlimmerung, dass manchen
Menschen bei der Reiki-Behandlung Tränen aufsteigen. Reiki induziert keine Traurigkeit in die Menschen. Ist in ihnen jedoch unverarbeitete Trauer
vorhanden, so kann es sein, dass Reiki dazu beiträgt, sie zu lösen und diese
Menschen nach der Behandlung häufig eine Erleichterung verspüren.
4.11
Reiki ist komplementär
Reiki wird komplementär eingesetzt, es gibt keine Kontraindikationen, also keine Situationen, wo man es nicht einsetzen darf. Trotzdem ist Reiki
kein Ersatz für die Schulmedizin. Wer z.B. Krebs hat oder eine Blinddarmentzündung, der soll alle Möglichkeiten der Schulmedizin nützen, das muss
immer wieder betont werden. Reiki kann aber diesen Weg immer daneben
unterstützen und zu einem beschleunigten Heilungsprozess führen.
Reiki wirkt auf der Ursachenebene und geht zum Ort der größten Disharmonien, wie ich in Kapitel 1 beschrieben habe. Das kann sich z.B. darin
äußern, dass man die Hände in eine Position bringt und dann einen Wärmefluss weit weg an einer ganz anderen Stelle des Körpers spürt. Ich habe oft
bei meiner eigenen Behandlung am Ansatz der Wirbelsäule Wärme empfunden, ganz unabhängig davon, wo meine Hände waren. Ich kann nicht direkt
29
erklären, warum das so ist. Ich habe keine Rückenprobleme, aber Reiki ist
offenbar der Meinung, hier gäbe es Handlungsbedarf.
Das Phänomen der Wirkung auf Ursachenebene erklärt auch, warum
beim gleichen Symptom ein unterschiedliches Ansprechverhalten beobachtet
wird. Zum Beispiel können bei einem arthritischen Knie die Schmerzen mit
2–3 Behandlungen deutlich besser werden. Aber es kann Menschen geben,
wo nach 10 Behandlungen immer noch Knieprobleme auftreten. In einem
solchen Fall kann man davon ausgehen, dass dieser Mensch noch andere,
gravierendere Probleme als das Knie hat, z.B. eine Herzschwäche. Reiki geht
primär einmal zur größten Disharmonie - in unserem Fall die Herzprobleme
- und deshalb ändert sich an den Knieproblemen so lange nichts.
Generell sind Krankheiten, die wir haben, oft viel älter als die Symptome. Wenn jemand am Herzen ein Problem hat, so können die Ursachen
dafür (z.B. mangelnde Selbstliebe) schon sehr viel länger existieren, und in
Wirklichkeit trägt man diese Probleme schon viele Jahre mit sich herum,
bevor sich die Symptome körperlich manifestieren. Deshalb ist die Selbstbehandlung so wichtig. Denn mit ihrer Hilfe können wir an der Ursachenebene
arbeiten, auch wenn sich das Symptom noch gar nicht gezeigt hat.
4.12
Frei von Diagnose
Reiki erfordert keine Diagnose. Das ist eine ganz herausragende Eigenschaft,
die einen großen Unterschied zu vielen anderen Therapien darstellt. Reiki
hat die Eigenintelligenz, dort hinzugehen, wo Handlungsbedarf besteht, wo
Disharmonien bestehen, wo etwas zu tun ist. Das ist eine Herausforderung
für unseren Verstand, weil wir Menschen immer die Ursache eines Problems
zuerst ganz erfassen wollen, bevor wir handeln können. Nun hören wir: Reiki
erfordert überhaupt nicht, dass wir die Ursachen unserer Probleme kennen.
Das ist für manche Menschen schwer zu akzeptieren und bei all den guten
Seiten von Reiki, gibt es viele Skeptiker, die mit der Einfachheit von Reiki
ein Problem haben. Diese läuft letztlich darauf hinaus, dass Reiki intelligenter ist als unser Verstand. Gleichzeitig ist aber die Tatsache, dass Reiki
ohne Diagnose auskommt ein Grund, warum man sich Reiki in einem Wochenendseminar aneignen kann. Man muss nicht selber wissen, wo genau die
Ursache eines Problem liegt, sondern als Antwort auf Probleme führt man
einfach die ganzheitliche Selbstbehandlung durch.
4.13
Reiki mindert Stress
Reiki mindert Stress. Das ist ein außerordentlich wichtiger Aspekt von Reiki, denn Stress stellt für viele Menschen eine große Herausforderung dar.
Was ist die Konsequenz von Stress? Stress geht immer an die individuelle
Schwachstelle, die ein jeder schon latent mit sich herumträgt.
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Wie merkt man, dass Reiki Stress mindert? Während einer Behandlung empfinden viele Leute einen tiefen Entspannungszustand, stressgeplagte Menschen berichten gar von einer Tiefe der Entspannung, die sie sonst
nicht kennen. Ich selber gerate während einer Selbstbehandlung oft in eine
Art Halbschlaf (Alpha[α]-Zustand): Ich schlafe nicht wirklich und nehme
noch etwas von dem wahr, was um mich herum passiert. Es kann aber z.B.
sein, dass ich auf ein unerwartetes Geräusch hin erschrecke. Ich erschrecke
bei solchen Geräuschen in einem vollwachen, bewussten Zustand normalerweise nicht. Ein weiteres Phänomen einer Reiki-Behandlung kann sein, dass
sich das Zeitgefühl verzerrt. Es vergeht eine ganze Stunde, und oft kommt
es mir so vor, als sei viel weniger Zeit verstrichen.
31