Strafe - BIOwelt

Transcription

Strafe - BIOwelt
HEFT 10/2013 – SEPTEMBER – 9. JAHRGANG
Das Wirtschaftsmagazin für den gesamten Biomarkt
Konsequenz
Petra Tjaden (Hamburg)
Seite 14
Vielfalt
BIOWELT VERLAGSGESELLSCHAFT MBH, 49074 OSNABRÜCK PVST
BIOWELT – DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN FÜR DEN GESAMTEN BIOMARKT
TJADEN‘S - LEIPZIG - GLUTENFREI - DÄNEMARK - HERBSTMESSEN
SEPTEMBER 2013
ZKZ 68958 // ISSN 1862-1910
Biohändler in Leipzig
Seite 24
Strafe
Preise diktiert: Wala muss
Millionen-Bußgeld zahlen
Seite 12
Editorial
D
Foto: BIOwelt er Kunde ist König – dieser Ausspruch ist schon so oft getätigt
worden und macht einen doch manchmal fast schon zum Zyniker, wenn die Realität dauernd das Gegenteil beweist (fahren
Sie auch noch Bahn?). Dennoch, die Idee dahinter wird dadurch nicht
verkehrt: Wer am Kunden vorbeiwirtschaftet, macht sich überflüssig.
Wer weiß, was die jeweiligen Kunden vor Ort wünschen, ist klar im
Vorteil. Hier sehen wir unverändert die Trümpfe der selbstständigen
Kaufleute im Naturkosthandel: Wer mit seinen Kunden eine enge Beziehung eingeht, der weiß viel besser, was ankommt und was nicht, als
ein „versetzter“ Filialleiter, dessen Anregungen im Getriebe der Strukturen versanden und auf dem Weg zu den Entscheidern „verhungern“.
Marktführer in Leipzig: Biomare. Im Bild Prokurist Daniel von der Heide und Abteilungsleiterin Andrea Gola. Lesen Sie mehr über die Leipziger Biohändler ab Seite 24. Foto: BIOwelt Was der Kunde wünscht...
Sechs Biosupermärkte betreibt Petra Tjaden in Hamburg. Die BIOwelt hat sie besucht. Und berichtet ab Seite 14.
Erfolg multiplizieren. Dass man dennoch auch als
Kaufmann sein Erfolgsmodell nicht auf einen Standort
beschränken muss, ohne die regionale Haftung zu verlieren, beweisen zahlreiche Biohändler in ganz Deutschland.
Zum Beispiel Petra Tjaden, die innerhalb weniger Jahre in
Hamburg eine kleine Filialkette aufgebaut hat, die heute
sechs Märkte umfasst. BIOwelt-Redakteurin Stephanie
Nölke hat die engagierte Kauffrau in der Hansestadt besucht und unter anderem festgestellt: Es geht auch ohne
Bedientheke, dafür aber mit bewussten und konsequent
betriebswirtschaftlichen Entscheidungen (Seite 14).
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Titelfoto: Flasche: BIOwelt / Seil: www.pixelio.de/r.wagner, Montage: BIOwelt
10/2013 3
INHALT 5
5
6
6
8
10
12
24
12
Titelthema
Biohändler
in Leipzig
BIOwelt
September 2013
14
14
18
20
48
50
56
MESSEN
60
62
4
10/2013 64
56
64
64
66
67
Messen
Vorbericht
BioNord & BioSüd
SORTIMENT
54
56
Sortiment
Glutenfreie
Backwaren
Rezensionen
BIOwelt Academy
Praxistipps für Ihre Mitarbeiter
Leben
Recht
Investitionshilfen
Der kinderfreundliche Biomarkt
Ladengestaltung
Folge 2 – Das Ladenkonzept
Glutenfreie Backwaren
Alles, was Sie wissen müssen
Neue Produkte
50
50
MARKT
MANAGEMENT
43
44
46
Investitionshilfen
Kinderfreundliche
Biomärkte
MACHER
Verkaufskonzept
Petra Tjaden, Tjaden‘s (Hamburg)
Quereinsteiger
Sammy und David Porath, Biosam (Köln)
38
38
39
BIOwelt vor Ort
Peter Riegel
Weinimport
BRENNPUNKT
Wala: Bundeskartellamt verhängt Bußgeld
34
32
46
NACHRICHTEN
Inland
Neueröffnungen
Ausland
Interview Fabian Ganz (Biovista)
Titelthema
Biohändler in Leipzig
BIOwelt vor Ort
Peter Riegel (Orsingen)
International Dänemark
20
24
32
MEINUNG
Kommentare
BioSüd & BioNord
Messeduo für den Herbst
BioFach
Viel Neues in Nürnberg
Anuga Organic
International dominiert
SERVICE
Handelsregister
Impressum
Vor fünf Jahren
Cartoon
Kommentar MEINUNG
Kommentar
Vorreiter bleiben
A
D
Foto: Sxc.hu / just4you
Foto: BIOwelt
ie Reihen fest geschlossen, so scheinen sie in die Wahlkämpfe zu ziehen
– die Grünen und ihre Riege von Landwirtschaftsministern. In der Tat: In Mainz,
Stuttgart, Kiel, Hannover und Düsseldorf
wird das jeweilige Agrarministerium bereits von grünen Politikerinnen und Politikern geleitet, und auch wenn es in München nach menschlichem Ermessen auch
in diesem Jahr wohl nichts wird, besteht
doch immerhin die Möglichkeit, dass es Kommentar von Karsten dafür in Wiesbaden klappen könnte und Runge, Chefredakteur damit das Agraressort in sechs von 15 Bundesländern von Grünen
geführt wird. Rechtzeitig vor den Wahlen haben diese grünen Ministerinnen und Minister jetzt einen 10-Punkte-Plan für die Ausgestaltung der Landwirtschaft vorgelegt. Das kann man als Ansage
verstehen, in einer möglichen Regierungsbeteiligung Anspruch auf
das Bundeslandwirtschaftsministerium zu erheben und damit das
späte Erbe von Renate Künast anzutreten. Allerdings genießt die grüne Ministerriege nicht überall in der Biobranche ein Heimspiel ohne
Gegner mit dem Elfmeter vor dem leeren Tor bei abschüssigem Platz.
Aus Baden-Württemberg war beispielsweise zuletzt zu hören, dass
sich die ökologischen Anbauverbände dort offenbar etwas mehr Rückenwind vom dortigen grünen Agrarminister Bonde erwartet hatten. Bei einer Veranstaltung in Stuttgart musste sich Grünen-Fraktionschef Cem Özdemir in der Tat auch die eine oder andere kritische
Frage gefallen lassen. Die grünen Agrarminister könnten gerne noch
geschlossener auftreten, so die Botschaft der Biobranche. Notwendig wäre es, denn nach den Verhandlungen zur EU-Agrarreform ist
ohnehin klar: Die entscheidende Schaltstelle ist und bleibt das Bundeslandwirtschaftsministerium. Was dort versäumt wird, etwa in der
Umschichtung von Mitteln aus der ersten in die zweite Säule, das
werden die Bundesländer schwerlich kompensieren können.
Foto: BIOwelt
Die Reihen fest geschlossen oder?
nfang diesen Jahres wurde das Tierw o h l -S i e g e l
des
Deutschen
Tierschutzbundes
offiziell
gestartet.
Produkte, die dieses
Siegel tragen, weisen
auf eine besondere
Berücksichtigung
Kommentar von Jens des Tierwohls wäh- Hertling, Redakteur rend der Mast hin.
Konzerne wie Westfleisch oder Wiesenhof
entfalten ebenfalls rege Aktivitäten mit eigenen Labels. Es handelt es sich dabei weder
um Tierschutzprogramme noch um Bio. Die
Biobranche muss dennoch aufpassen, dass
sie sich nicht die Vorreiterrolle nehmen
lässt. Aktionen wie die „Bruderhahninitiative“ regionaler Großhändler sind deshalb
ein richtiger und wichtiger Ansatz.
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Super, Frau Aigner! Nette Idee, die Verbraucherbefragung „Öko-­
barometer“ einfach mal in den Wahlkampf vorzuziehen und ein paar Monate eher als sonst mit Nachrichten zu punkten wie: „Immer mehr junge Menschen kaufen Biolebensmittel“. In Brüs-­
sel haben Sie ja gerade mit Vehemenz verhindert, dass der öko-­
logische Landbau künftig stärker gefördert wird. Die Ländermini-­
ster werden sich noch freuen, wenn die dann den schwarzen Pe-­
ter haben, weil nicht genug Mittel in der 2. Säule übrig sind und sie ihre groß angekündigten Ziele gar nicht erreichen können.
10/2013 5
Inland
Basic: Konzern legt bei
Umsatz und Gewinn zu
Molkerei Söbbeke: Bongrain übernimmt die
Mehrheit der Anteile von Paul Söbbeke
D
D
ie Basic AG hat im Geschäftsjahr
2012 auf Konzernebene (also
inklusive der Österreich- und Immobilien-Tochterunternehmen) ein Umsatzwachstum von 4,6% auf nunmehr
111,9 Mio. Euro erzielt. Auf die Basic
AG, in der das operative Deutschlandgeschäft zusammengefasst ist, entfielen davon 103,6 Mio. Euro. Beigetragen zum Wachstum haben einmal
Umsatzsteigerungen auf bestehender
Fläche, aber auch die Implementierung des Depotgeschäfts im LEH sowie die Eröffnung einer neuen Filiale
in Augsburg. Aktuell betreibt Basic 25
Biosupermärkte in Deutschland und
zwei in Österreich. Die Handelsspanne
lag 2012 in Deutschland mit 37,2% um
0,3 Prozentpunkte höher als im Jahr
zuvor. Zum Jahresende lag der Finanzmittelbestand mit 6,7 Mio. Euro um
0,3 Mio. unter dem Ausgangswert zu
Jahresbeginn. Inklusive aller Tochterunternehmen erzielte Basic 2012 einen
Gewinn nach Steuern von 1,65 Mio.
Euro, das war rund eine halbe Million
Euro mehr als 2011.
Tee: Marktanteil von
Bioprodukten wächst
D
er Anteil von biologischen Kräuter- und Früchtetees am gesamten Absatz dieser Warengruppen ist
2012 leicht um 0,1 Prozentpunkte auf
nunmehr 5,6% gestiegen. Dies teilte die
Wirtschaftsvereinigung Kräuter und
Früchtetee (WAKF) in Hamburg mit.
In absoluten Zahlen ergab sich damit
eine Menge von rund 2.116 Tonnen.
Insgesamt betrug das Marktvolumen
37.786 Tonnen und damit 1.970 Tonnen oder 5,5% mehr als 2011. Unverändert wird der Gesamtmarkt dominiert von klassischen Monosorten, auf
die 55,2% entfielen. Am beliebtesten
waren hier die Sorten Pfefferminze,
Fenchel und Kamille.
6
10/2013 er französische Molkereikonzern Bongrain (Marken
u.a. Géramont, Le Tartare, Bresso, Brunch) hat die
Mehrheit der Anteile an der Biomolkerei Söbbeke übernommen. Wie das Unternehmen aus dem münsterländischen
Gronau-Epe im August bekanntgab, soll Firmenchef Paul
Söbbeke als geschäftsführender Gesellschafter weiter
die Geschicke des bisherigen Familienunternehmens leiten. Söbbeke und
Bongrain-Chef Alex Bongrain hatten sich
zuvor in der Molkerei in Gronau getroffen
und die Übernahme besiegelt. Bongrain war
Ende 2011 mit einer Minderheitsbeteiligung bei
Söbbeke eingestiegen. Das Unternehmen hält seit
Paul Söbbeke hat die Mehrheit 1999 auch eine Minderheitsbeteiligung an der der Anteile seiner Molkerei jetzt Andechser Molkerei Scheitz, die mit Söbbeke im an Bongrain verkauft.
direkten Wettbewerb steht. In der Molkereibranche ist es ein weiteres Beispiel für
eine sich anbahnende Konzentration. So hat der Arla-Konzern die Molkereien Allgäuland und Milchunion Hocheifel übernommen, Ende 2012 stieg die Schweizer
Käserei Emmi bei der Gläsernen Meierei ein.
Kartoffeln: AMI erwartet geringere Ernteerträge
D
ie Bio-Kartoffelernte wird in Deutschland in diesem Jahr wohl unterdurchschnittlich ausfallen. Dies prognostiziert die Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) auf der Basis von Meldungen aus der Landwirtschaft. Demnach
sollen die Erträge nicht nur im Hauptanbaugebiet Niedersachsen zum Teil sehr
gering ausfallen, auch in vielen weiteren Anbauregionen Deutschlands werde von
geringeren Erträgen berichtet. Wie stark die Einbußen sein werden, lasse sich gegenwärtig allerdings noch nicht genau beziffern. Auffällig in diesem Jahr sei die
frühere Abreife, meldet das Onlineportal „Top Agrar“. Dadurch werde die Ernte
der Lagerware noch im August beginnen. Nach den Erhebungen der AMI bei den
Öko-Kontrollstellen wurden 2011 in Deutschland insgesamt 154.000 Tonnen Biokartoffeln auf 8.300 ha angebaut, das entsprach einem Anteil von 1,3% der gesamten deutschen Kartoffelproduktion.
Biofleisch NRW: Wächst um 10%
D
er Erzeugerzusammenschluss Biofleisch NRW (Kamen) ist im Geschäftsjahr 2012 um 10% gewachsen. Dies teilte Geschäftsführer Hugo Gödde nach
einem Bericht des Aktionsbündnisses Bioschweinehalter Deutschland (ABD) mit.
Auch in diesem Jahr werde Biofleisch NRW wachsen, wenn auch in geringerem
Umfang als 2012. Die Preise seien in den vergangenen Monaten stabil geblieben.
Der Erzeugerzusammenschluss vermarktet das Biofleisch seiner 45 landwirtschaftlichen Mitgliedsbetriebe vor allem an Bioläden und Biosupermärkte wie den
Superbiomarkt sowie an Metzgereien, Hofläden und Großküchen. Geschlachtet
wird in Unna, die Zerlegung und Verarbeitung erfolgt in einem angeschlossenen
Zerlegebetrieb in Bergkamen.
Foto: BIOwelt
NACHRICHTEN
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Mecklenburger Landpute:
Investiert am Standort Severin
D
Foto: BIOwelt
as Unternehmen Mecklenburger Landpute (Severin)
weitet seine Bio-Aktivitäten aus. Nach einem Bericht
der „Norddeutschen Neuesten Nachrichten“ wird derzeit
ein verlassenes ehemaliges LPG-Grundstück von rund 7
ha Fläche in unmittelbarer Nähe des Firmensitzes saniert.
Über die neue Gesellschaft Hof Severin GmbH, deren Geschäftsführung bei Landputen-Geschäftsführer Armin
Kremer und Freiland-Puten-Gründer Dr. Martin Bohn
liegt, sollen nach Fertigstellung 2.500 Puten aufgezogen und
in den umliegenden
Farmen zur Schlachtreife gebracht werden. Zudem sollen
etwa 7.000 Hähnchen
heranwachsen. Beide
Projekte unterliegen
den Richtlinien der
E U - Ö k o - Ve r o r d Die Mecklenburger Landpute weitet ihre Bio-­Erzeugung aus.
nung.
Bruderhahn: Eier breit gelistet. Die vor einem Jahr
gestartete „Bruderhahn-Initiative“ hat sich erfolgreich entwickelt: Derzeit verkaufen 259 Einzelhandelskunden von
Naturkost Elkershausen Eier, die entsprechend gekennzeichnet sind. Deutlich verhaltener war die Resonanz bei
der Einlistung von entsprechend ausgelobtem Fleisch der
männlichen Küken: Nur 63 Kunden interessierten sich
bislang für diese Alternative. +++ Gut Rosenkrantz:
Wächst um 9,4%. Die Handelsgesellschaft Gut Rosenkrantz hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2011/12
um 9,4% auf nunmehr rund 27 Mio. Euro erhöht. Unter
dem Strich stand ein Gewinn nach Steuern von knapp
25.000 Euro. Mit einem Kostensenkungsprogramm will
das Unternehmen seit 2012 für eine größere Profitabilität sorgen. +++ Next Organic: Soll 2014 wieder
stattfinden. Die Biomesse Next Organic soll auch 2014
wieder in Berlin stattfinden. Die Organisatoren FuturEins
UG nannten als Termin jetzt den 18.5.2014.
ACHTUNG
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Presseerzeugnisse werden nicht weitergeleitet!
Adressänderungen werden von der Post nicht an uns
gemeldet. Bitte teilen Sie uns rechtzeitig Ihre neue
Anschrift mit!
Neueröffnungen
Lübeck: Landwege
eröffnet vierten Markt
D
ie Erzeuger-Verbraucher Gemeinschaft EVG Landwege legt
noch einmal nach: Erst im März wurde der vierte Markt in Bad Schwartau
eröffnet, der nach den drei Filialen in
Lübeck die Expansion ins Umland
ausdehnte. Nun steht ein weiterer
Biosupermarkt in Lübeck ins Haus,
und wieder ist die Verkaufsfläche
für Landwege-Verhältnisse groß: Im
Herbst eröffnet der fünfte Markt in der
Ziegelstraße 3-5. Mit rund 700 m ist
das Geschäft nur wenig kleiner als in
Bad Schwartau, aber deutlich größer
als die bisherigen Landwege-Märkte
in Lübeck. Das Bistro wird
auch um einen Außenbereich erweitert. GeboLübeck
ten werden zudem 30
Kundenparkplätze.
Landwege (V), Ziegel-­
straße 3-­5, 23556 Lübeck, Ö: Mo-­Fr 8-­19, Sa 8-­16
B
ernhard Probst zählt im Biofachhandel zu den expansionsfreudigsten Unternehmern. Das hat er
auch Anfang August wieder unter Beweis gestellt: Am
8.8.2013 eröffnete Probst eine weitere Filiale seiner
Biomarkt-Kette Vorwerk Podemus – diesmal im hoch
frequentierten Hauptbahnhof in Dresden. Der rund 320
m große Markt ist die achte Filiale des Unternehmens.
„Wir denken einfach, dass es eine relativ große Schnittmenge zwischen Biokunden und Bahnfahrern gibt“,
Am Dresdner Hbf. wurde sagte
Probst vor wenigen Monaten der „Sächsischen
jetzt die achte Filiale von Zeitung“. Bahnhofsstandorte werden
Vorwerk Podemus eröffnet.
von Biomarkt-Betreibern bisher eher selten besetzt. Die in der Regel
hohen Mieten und kleinen Durchschnittsbons erfordern eine hohe
Frequenz in den Läden und eine straffe Logistik. Der PodemusDresden
Markt in Dresden hat jeden Tag 14 Stunden lang von 7-21 Uhr
geöffnet, das sind 98 Stunden in der Woche.
Vorwerk Podemus, Wiener Platz 4, Im Hauptbahnhof, 01069 Dresden, Ö: Mo-­So 7-­21
Buxtehude: Quereinsteiger eröffnen Markt
Berlin: Dennree
legt zweimal nach
S
Z
ie Essener Biobäckerei Troll
hat den Bioladen „Biotroll“ in
Wuppertal-Cronenberg eröffnet. Wie
die „Cronenberger Woche“ berichtet,
ging der neue Laden Mitte Juni 2013
an den Start. Betrieben wird er von
Thomas Lang. Der Inhaber der Vollkornbäckerei Troll beliefert von seiner
Produktionsstätte Essen-Werden aus
fünf eigene Filialen und etwa 70 Wiederverkäufer im Ruhrgebiet, im Rheinland sowie im Bergischen Land mit
frischen Backwaren. Der neue Laden
in Wuppertal ist mit 60 m Verkaufsfläche klein, bietet jedoch
ein Vollsortiment inklusive O&G, Mopro und
Wuppertal
Trockenware.
eit einigen Monaten zieht es nach
BIOwelt-Beobachtungen
wieder verstärkt Quereinsteiger in den
Biofachhandel. Ein aktuelles Beispiel kommt aus Norddeutschland:
Sidar Elci und Arno Westerwick
haben Anfang August 2013 in Buxtehude (knapp 40.000 Einwohner)
den SE Biomarkt eröffnet. Wie die
„Kreiszeitung Wochenblatt“ berichtet, kommen die beiden Betreiber
aus der Logistikbranche. Elci ist Geschäftsführer der Logistikholding SE
Group, die in diesem Bereich unterschiedliche Dienstleistungen anbietet. Der 330 m große Markt ist in
einer ehemaligen Rossmann-Filiale
untergebracht und nimmt am Marketingverbund „Echt Bio“ regionaler
Biogroßhändler teil. Auch
ein Bistro in der VorBuxtehude
kassenzone
wurde
eingerichtet.
Biotroll, Kemmannstraße 15, 42349 Wuppertal, Ö: Mo-­Fr 8-­18, Sa 8-­13
SE Biomarkt, Brauerei-­
weg 4, 21614 Buxtehude, Ö: Mo-­Fr 8.30-­20, Sa 9-­18
Wuppertal: Bäckerei
Troll eröffnet Bioladen
D
8
Dresden: Vorwerk Podemus expandiert
weiter – neuer Markt im Hauptbahnhof
Foto: Vorwerk Podemus
NACHRICHTEN
10/2013 wei Marken, derselbe Betreiber:
Sowohl Denn‘s Biomarkt als auch
der viv Biofrischemarkt gehören dem
Großhändler Dennree. Und beide
Vertriebsmarken werden in Berlin offenbar parallel weiterbetrieben: Am
1.8.2013 gibt in der Bernauer Straße
die neunte Berliner Filiale von viv an
den Start. Wenige Tage zuvor hatte
das Unternehmen, das von Thomas
Greims Sohn Joseph Nossol geleitet
wird, Wiedereröffnung nach einer
Renovierung in der Greifswalder Straße gefeiert. Am 15.8.2013 zog Denn‘s
Biomarkt nach und eröffnete ebenfalls
die neunte Berliner Filiale in der Mühsamstraße (Friedrichshain). Nimmt
man beide Filialisten zusammen,
kommt Dennree damit auf 18 Filialen
in der Bundeshauptstadt.
viv Biofrischemarkt (10), Bernauer Straße 50, 10435 Berlin, Ö: Mo-­Sa 9-­22
Denn‘s Biomarkt (118), Mühsamstraße 54, 10249 Berlin, Ö: Mo-­Sa 9-­21
Berlin
4XHOOH%,2ZHOW*UD¿N%,2ZHOW$OOH$QJDEHQRKQH*HZlKU6WDQG
Neueröffnungen
NACHRICHTEN
Top 20 Biosupermarkt-­Filialisten (Stand 31.8.2013)
Rang
Neu 8/13
31.08.13
1
Name
Denn‘s Biomarkt (Töpen)
1
118
2
Alnatura (Bickenbach)
0
80
3
Bio Company (Berlin)
0
33
4
Basic (München)
0
25
5
ebl (Nürnberg)
0
21
6
Superbiomarkt (Münster)
0
18
7
Voll Corner (München)
0
12
8
Aleco (Sottrum)
0
10
9
viv Biofrischemarkt (Berlin)
1
10
10
Erdkorn
1
9
11
Naturgut (Stuttgart)
0
8
12
Biofrischmarkt (Saarbrücken)
0
8
13
Tagwerk (Dorfen)
0
8
14
Vorwerk Podemus (Dresden)
1
8
15
LPG Biomarkt (Berlin)
0
6
16
Landmann‘s (Pfaffenhofen)
0
6
17
Tjaden‘s (Hamburg)
0
6
18
Pro Biomarkt (Duisburg)
0
5
19
Terra Verde (Taunusstein)
0
4
20
Füllhorn (Töpen/Dennree)
0
4
21
Füllhorn (Sulzfeld)
0
4
22
Biofair (Trostberg)
0
4
23
Temma (Köln)
0
4
+++ Petershagen: Grüner Laden. Monica Jentsch
hat am 8.8.2013 in Petershagen-Eggersdorf (rund 14.000
Einwohner) im Kreis Märkisch-Oderland östlich von
Berlin ihren Bioladen „Grüner Laden“ eröffnet. Anbieten
will die studierte Betriebswirtin vor allem regionale Bioprodukte, berichtet die „Märkische Oderzeitung“. +++
Friedrichshafen: Bio-Center. Der Friedrichshafener
Biosupermarkt Bio Center von Michael Ganster und
Brigitta Miglietta soll Ende 2014 ins neue Geschäftshaus
Metz-Quartier ziehen und seine Fläche dabei auf rund
500 m mehr als verdoppeln. Das berichtet die Tageszeitung „Südkurier“. Den Laden gibt es seit 1990, vor sieben
Jahre wurde erweitert. +++ Bad Salzuflen: Meffert
schliesst. Die Vollkornbäckerei Meffert (Lemgo) hat
zum 10.8.2013 ihre Filiale am Marktplatz in Bad Salzuflen
geschlossen. Man habe vor Ort leider nicht genug Kunden gehabt, sagte Betreiber Jörg Meffert der „Lippischen
Landes-Zeitung“. Ganz aus Bad Salzuflen verabschiedet
sich die Bäckerei aber nicht: Die Filiale im Biomarkt von
Thomas Rolle soll erhalten bleiben.
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10/2013 9
NACHRICHTEN Ausland
CHN: Mehr Kontrolle
CH: 2,4% mehr Biobauern
W
W
ährend die Zahl der konventionellen
Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz
weiter abnimmt, bewirtschaften Biobauern immer mehr landwirtschaftliche Flächen, wie das
Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Laut offizieller Statistik entfielen auf die Öko-Landwirte
2012 insgesamt 121.788 ha – so viel wie nie zuvor.
Allerdings liegen die Wachstumsraten auch in
der Schweiz deutlich unter dem Wachstum des
Marktes: Das BFS zählte 5.895 Bio-Bauernhöfe.
Das waren 138 Betriebe oder 2,4 Prozent mehr 2012 gab es in der Schweiz 138 Biobauern mehr als noch 2011. als im Vorjahr. Die meisten Biobauern gibt es im
Kanton Graubünden (1.278), gefolgt vom Kanton Bern (1.145). An der gesamten
Landwirtschaftsfläche der Schweiz macht Bio inzwischen rund 12 Prozent aus.
Foto: www.pixelio.de/Sabine Menge
egen zahlreicher Pestizidfunde in Biolebensmitteln
aus China hat die EU-Kommission
schärfere Kontrollen angeordnet, wie
die Tageszeitung „taz“ berichtet. In
einem Brief an die zwölf in der Volksrepublik tätigen Öko-Kontrollstellen
mit EU-Lizenz schreibt die Kommission, dass „jedes Jahr zusätzliche
unangekündigte Inspektionen stattfinden sollen“ — inklusive Laboranalysen von Produkten oder des Ackerbodens. Mit diesen Maßnahmen will
die Kommission ein Problem lösen,
das schon lange bekannt ist. Viele vermeintliche Biolebensmittel aus China
würden mithilfe von im Ökolandbau
verbotenen chemisch-synthetischen
Pestiziden oder Düngern erzeugt,
so die „taz“. Die Kommission nennt
in ihrem Schreiben 15 teils extrem
giftige Chemikalien, die in vermeintlichen Bioimporten aus China gefunden wurden. Die Effizienz des Kontrollsystems „könnte infrage gestellt
werden“. Die privaten Kontrollstellen
überprüfen, ob sich Biofirmen an die
EU-Ökoverordnung halten.
NL: Ekoplaza erweitert Filiale in Tilburg
D
er niederländische Biofilialist Ekoplaza hat seine Filiale in Tilburg von 340
m auf 590 m erweitert. Landesweit firmieren inzwischen 64 Geschäfte unter dem Ekoplaza-Label. Das Format wurde vom Großhändler Udea entwickelt,
der etwa die Hälfte der Outlets in Eigenregie betreibt und die andere Hälfte an
Franchisenehmer vergibt. Die Entwicklung des Biofachhandels in den Niederlanden, der sich mit einem Marktanteil von etwas mehr als einem Drittel behauptet,
wird derzeit sehr stark durch den Konkurrenzkampf der Großhändler Udea und
Natudis (Tochterunternehmen der Wessanen-Gruppe) geprägt. Wessanen drängt
dabei in den Benelux-Ländern mit einem kompakt gebündelten Block in die Supermärkte, setzt im Fachhandel jedoch weiter auf seine Franchiseformel „Natuurwinkel“ sowie auf das moderne Biomarkt-Filialkonzept „GooodyFooods“.
+++ CHN: Zotter in Shanghai. Spatenstich für das „Zotter Chocolate Theatre“ in Shanghai: Der Flagship-Store, in den
rund 5 Millionen Euro investiert werden, soll zu Weihnachten eröffnet werden, wie die „Salzburger Nachrichten“ berichten.
Der Baustart war bereits für Oktober 2012 geplant gewesen, doch „für einen ausländischen Unternehmer sind die Chinesen
schwer zu durchblicken“, meinte Zotter im Gespräch mit der APA. Nun begannen die Arbeiten erst am 1. August 2013. Bis
Mitte Dezember werde gebaut, damit „um den 24. Dezember“ die Pforten geöffnet werden können. Zotters Tochter Julia werde Mitte September nach Shanghai siedeln und die Geschicke vor Ort lenken. Gleichzeitig werde der Vertrieb in Hongkong
und Macao aufgebaut. Etwa 80 Mitarbeiter sollen in dem Geschäft, das Entertainment und Verkostung bietet, arbeiten. +++
BioFach América Latina: Großer Andrang. Die diesjährige Bio Brazil Fair/BioFach América besuchten 21.485 Menschen, wie die Nürnbergmesse meldet. Die Besucher strömten vom 27. bis 30. Juni in den Bienal Pavillon im Ibirapuera Park in
São Paulo, um sich auf der erstmals in dieser Konstellation stattfindenden Bio-Messe sowie der parallel laufenden Naturaltech,
Internationale Fachmesse für gesunde Ernährung, Naturprodukte und Gesundheit, zu informieren. +++ Northern Organic
Food: Gute Ausstellerresonanz. Vom 20. bis zum 21. Oktober 2013 findet im schwedischen Malmö die Messe Nordic
Organic Food Fair statt. Laut Veranstalter ist die Resonanz der Aussteller gut: Rund sechs Wochen vor der Eröffnung seien nur
noch sieben Stände zu vergeben. Biolebensmittel in Skandinavien verkauften sich derzeit gut, so die Messe. Eine der größten
Supermarktketten in Norwegen  Kiwi  berichtet von 145 Prozent mehr Umsatz im Vergleich zum vergangenen Jahr. Einige
bekannte deutsche Biohersteller, darunter die Erdmann Hauser Getreideprodukte GmbH und der Safthersteller Voelkel, werden an der Messe teilnehmen.
10
10/2013 BRENNPUNKT Wala
Teure Kosmetik
Foto: Flickr/Dierk Schäfer
Die Wala Heilmittel GmbH muss 6,5 Mio. Euro Bußgeld zahlen.
Das Bundeskartellamt wirft dem Unternehmen vor, Händler unter Druck
gesetzt zu haben, um die Preisempfehlungen für Produkte
der Marke Dr. Hauschka zu befolgen.
Der Kosmetik-­ und Arzneimittelhersteller Wala (Bild: die Fir-­
menzentrale in Bad Boll) muss 6,5 Mio. Euro an das Bundes-­
kartellamt zahlen.
F
ür Billigpreise war die Marke Dr. Hauschka bisher nicht
bekannt. Kundinnen mussten für die natürliche Pflege,
die auch bei Promis ankommt, tiefer in die Tasche greifen als bei vielen anderen Marken. Billig wird es nun allerdings
auch für ihren Hersteller, die Wala Heilmittel GmbH mit Sitz
im schwäbischen Bad Boll, nicht: Am 31.7.2013 hat das Bundeskartellamt gegen das Unternehmen und einige „verantwortliche Mitarbeiter“ Geldbußen in Höhe von insgesamt 6,5 Mio.
Euro verhängt. Begründet wird das mit einem Tatbestand, der
auch in der Vergangenheit in verschiedenen Branchen Folgen
hatte: die so genannte „vertikale Preisbindung“. Das Bundeskartellamt wirft dem Arzneimittel- und Naturkosmetikhersteller vor, über Jahre hinweg Händler unter Druck gesetzt und
dazu verpflichtet zu haben, die Preisempfehlungen Wala‘s für
Präparate seiner Naturkosmetik der Marke ‚Dr. Hauschka’ zu
befolgen.
Selektiver Vertrieb. Wala zählt neben Weleda zu den größ-
ten Naturkosmetik-Anbietern der Branche. Die Wala-Stiftung
verbuchte im Geschäftsjahr 2011 Umsätze in Höhe von 145,9
Mio. Euro. Knapp zwei Drittel davon werden mit Naturkos-
12
10/2013 metik erwirtschaftet, rund 20% mit Arzneimitteln, der Rest
über diverse Tochterfirmen mit Düngern, Tierarzneimitteln
und anderen Geschäftsfeldern. 2011 wies die Firmengruppe einen Konzern-Jahresüberschuss von 13,2 Mio. Euro aus.
Bereits auf der Vivaness 2007 hatte Unternehmenschef Johannes Stellmann das damals neue Vertriebskonzept der anthroposophisch ausgerichteten Schwaben (Jahresumsatz 107
Mio. Euro) der interessierten Fachpresse, darunter auch der
BIOwelt, vorgestellt: Eingeführt wurde ein System „autorisierter Fachhandelspartner“ auf Grundlage von Depotverträgen.
Verhindern wollte man, dass die edle Kosmetik zu Niedrigpreisen im Discounter oder im Internet verramscht würde.
Von den Handelspartnern erwarte man, dass sie die Qualität
besonders herausstellten, die Beratungskompetenz unterstrichen und eine Basis für eine „partnerschaftliche Weiterentwicklung“ schufen. Aus Sicht der Markenführung eines Herstellers durchaus nachvollziehbare Erwartungen.
„Druck auf Händler“. Wer nun in den vergangenen Jahren
ein bißchen im Fachhandel unterwegs war, mochte hier und
da durchaus Zweifel entwickeln, ob die Handelsumgebung, in
der die Produkte verkauft wurden, tatsächlich diesen Zielen
entsprach und etwa die eingeforderte Beratungskompetenz
flächendeckend gewährleistet war. Nach der Argumentation
des Bundeskartellamtes hat das Unternehmen eines jedoch
offenbar durchaus geschafft: „Wala hat sein Vertriebssystem
systematisch auf die strikte Einhaltung vorgegebener Endverbraucherpreise ausgerichtet und Druck auf Händler ausgeübt,
um zu verhindern, dass sie die Preisempfehlungen des Herstellers unterschreiten“, so Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Anders als eine bloß unverbindliche Preisempfehlung (UVP) seien derartige Preisbindungen verboten, da
sie den Wettbewerb zwischen den Händlern verhinderten und
damit dazu führten, dass Produktpreise künstlich überhöht
sind. „Auch das selektive Vertriebssystem über ausgewählte Händler diente der Durchsetzung der vertikalen Preisbindung“, urteilt Mundt. Am 21. Juli 2009 reagierte seine Behörde
auf Klagen von Verbrauchern und Einzelhändlern und ließ die
Büros des Unternehmens in Bad Boll durchsuchen.
Anzeige
Liefersperren angedroht? Spätestens seit 2003 soll Wala
damit begonnen haben, „mit verschiedenen Maßnahmen die
Einhaltung der (...) ausgesprochenen Preisempfehlungen für
Produkte der Marke Dr. Hauschka“ durchgesetzt zu haben.
So sollen Verkaufspreise bei Fachhändlern regelmäßig durch
den Außendienst kontrolliert und in Fällen der Unterschreitung Liefersperren angedroht und verhängt worden sein. Der
im Sommer 2007 eingeführte Depotvertrag sorgte dafür, dass
nur noch ausgewählte Händler beliefert wurden. „Dabei wurden Abschluss und Aufrechterhaltung des Depotvertrages
von der Einhaltung der empfohlenen Preise abhängig gemacht“, heißt es in der Mitteilung des Bundeskartellamts. Die
Verträge enthielten demnach „auch Einschränkungen des
Internetvertriebs, welche die Durchsetzung der vertikalen
Preisbindung noch unterstützten.“ Mit mehreren bundesweit
tätigen Fachhändlern soll es zudem auch unzulässige Absprachen über die Endverbraucherpreise für Produkte der Marke
Dr. Hauschka gegeben haben.
Wala akzeptiert Geldbuße. Wala stellt den Vorgang –
vielleicht wenig überraschend – anders dar. „Selbstverständlich verpflichtete der Depotvertrag zu keinem Zeitpunkt
dazu, die empfohlenen Verkaufspreise einzuhalten“, heißt es
aus Bad Boll. Bei der Implementierung des Depotvertrags
hätten „in diversen Gesprächen zwischen Wala und Fachhändlern unter anderem die Themen Preisstellung bzw.
discountmäßige Warenpräsentation eine Rolle gespielt.“ Im
Rahmen des Vergleichs habe Wala daher die Zahlung einer
Geldbuße akzeptiert und sich verpflichtet, die Unverbindlichkeit der eigenen Preisempfehlungen in den Depotverträgen „ausdrücklich zu formulieren und unmissverständlich zu
kommunizieren.“ Am selektiven Vertrieb mit Depotvertrag
will man jedoch festhalten. Den Internetvertrieb sieht das
Unternehmen nach eigenen Angaben als „einen Vertriebsbereich des stationären Fachhandels.“ Auch dort sei es ein Anliegen der Wala, „dass sich die hohe Qualität der Produkte
widerspiegelt.“
Verfahren beendet. Das Verfahren wurde im Einvernehmen zwischen Bundeskartellamt und Wala inzwischen
beendet. In einem so genannten „Settlement“ verpflichtet
das Unternehmen sich gegenüber dem Bundeskartellamt,
die Depotverträge künftig so zu gestalten, dass sie nicht als
Instrument der Preisbindung dienen können, verschiedene
Händler gleich behandelt werden und der Internetvertrieb
nicht unzulässig behindert wird. Was zulässig ist und was
nicht, darüber wacht auch künftig das Bundeskartellamt: Je
nach Ausgestaltung der Verträge behalte man sich vor, die
Neuverträge einer erneuten kartellrechtlichen Prüfung zu
unterziehen, hieß es aus Bonn.
Karsten Runge
MACHER Verkaufskonzept
Hanseatische Frauen-Power
Petra Tjaden betreibt in Hamburg sechs Biosupermärkte. Der Erfolg ihres „Tjaden’s“
fußt auf konsequenten, wirtschaftlichen Entscheidungen und klaren Personalstrukturen.
Foto: BIOwelt
Die Anfänge. Als Biopionierin sieht sich die Geschäftsfrau nicht.
Petra Tjaden hat in Hamburg eine Filialkette mit inzwischen sechs Märkten aufgebaut.
A
ls Petra Tjaden im Jahr 2002 mit einem 120 m2 großen Bioladen im Hamburger Stadtteil Wandsbek den
Schritt in die Selbstständigkeit wagte, ahnte sie
noch nicht, dass Tjaden’s Biofrischemarkt elf Jahre später zu
den Top 15 Biosupermarkt-Filialisten Deutschlands gehören würde. Heute betreibt die Geschäftsfrau sechs Filialen.
Dabei kann sich das Expansionstempo, das sie an den Tag
gelegt hat, wirklich sehen lassen: In den Jahren 2006 (Eimsbüttel, 450 m2), 2008 (Niendorf, 450 m2), 2009 (Winterhude,
780 m2), 2011 (Eppendorf, 350 m2), 2012 (Bahrenfeld, 820
m2) und 2013 (Brahmfeld, 320 m2) kam je ein neuer Standort
hinzu. Ihren ersten Laden in Wandsbek hingegen verkaufte
sie 2007.
14
10/2013 „Zu Bio bin ich erst Anfang der 1990er Jahre durch die Geburt
meiner beiden Kinder gekommen“, erzählt Tjaden, die eigentlich
gelernte Erzieherin ist. Aus dem Vorsatz heraus, für ihre Söhne
gesund einzukaufen, entfachte sich ihre Leidenschaft für ökologische Produkte. Lange Zeit arbeitete sie schließlich als Aushilfe in
verschiedenen Bioläden der Stadt. „Irgendwann dachte ich dann:
Das kann und will ich selber.“ Und so gedeihten 2000 die ersten
Ideen, bis schließlich ein Jahr später ihr eigener Laden in Wandsbek eröffnete. Doch so groß der Erfolg elf Jahre später auch ist,
so schwierig war die Anfangszeit. „Die ersten Jahre waren schon
hart,“ resümiert Tjaden rückblickend. „Ich musste mir schließlich
erst einmal einen Namen machen.“ So bot sie anfänglich parallel
auch einen kleinen Lieferservice mit an. Die mobile Biokiste hat
sich schließlich herumgesprochen und Tjaden und ihr Angebot
bekannt gemacht. „Punkten wollte ich von Anfang an vor allem
mit Frische, Kompetenz und günstigen Preisen“, so die Inhaberin.
Und das gelang mit nachhaltigem Erfolg. Auch heute verbinden
Kunden das Angebot von „Tjaden’s“ mit genau diesen drei Stichworten. Ausgeliefert hat die Inhaberin in den Anfangsjahren größtenteils selber. Doch nicht nur wegen der – für eine Frau – recht
schweren körperlichen Arbeit, sondern auch wegen des großen
Zeit- und Personalaufwands fiel nach drei Jahren schließlich die
Entscheidung, den Lieferservice wieder einzustellen. „Wenn ich
am Markt bestehen wollte, musste ich mich auf eine Sache konzentrieren,“ so Tjaden. So entschied sie sich zu expandieren und
sich aktiv nach einer zweiten Filiale umzuschauen. Gefunden hat
sie sie schließlich in der Fruchtallee in Eimsbüttel, wo sie 2006 auf
450 m2 ihren zweiten Laden eröffnete. Die Tatsache, dass sich bereits eine Basic-Filiale in unmittelbarer Nähe befand, beeinflusste
die Entscheidung für das Ladenlokal nicht. „Wir haben uns dort
von Anfang an gut behauptet.“
Konsequentes Konzept. Tjadens mit 820 m2 größter und fünf-
ter Laden eröffnete im Oktober 2012 in der Friedensallee in Hamburger Stadtteil Bahrenfeld. Dort bezog sie die Räumlichkeiten des
ehemaligen Naturkostmarktes Hamburg. „Der Vermieter ist auch
mein Vermieter in Winterhude und hat mir die Fläche angeboten“, sagt Tjaden. Lange überlegen musste sie nicht. „Ich sah hier
die große Chance, diejenigen Kunden zu gewinnen, die vorher im
Naturkostmarkt eingekauft hatten.“ Wie in allen anderen Filialen
verzichtet die Inhaberin auch in Bahrenfeld im Frischebereich bei
Käse, Fleisch und Backwaren konsequent auf Bedientheken und
MACHER
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
Verkaufskonzept
Bild links: Der Eingangsbereich der Filiale in Bahrenfeld ist hell und freundlich. Bild Mitte: O+G macht rund ein Viertel des Umsatzes aus. Bild rechts: Das Mopro-­Regal ist zwecks Energieeinsparung mit Türen ausgestattet.
setzt stattdessen ausschließlich auf SB. Anfänglich war das gerade in der Bahrenfelder Filiale schon ein kleines Problem, denn der
vorherige Bioladen hatte Bedientheken. „Für die Kunden war das
ein gelernter Laden“, so die Geschäftsfrau, „da gab es anfänglich
schon den ein oder anderen Kunden, der etwas irritiert war. Heute ist das aber kein Problem mehr.“ Warum fiel die Entscheidung
gegen die Bedienung? „Sie ist mir zu personal- und zeitintensiv“,
formuliert es Tjaden recht direkt. „Alleine schon den Aufwand, um
alles sauber und hygienisch zu halten, halte ich für nicht angemessen.“ Dass sich dieses Konzept rechnet, beweist die Tatsache, dass
die SB-Theken bei Tjaden‘s vom Umsatz gesehen mit Bedientheken
gleichauf liegen. Angst, dass durch die SB-Theken bei Käse und
Backwaren etwas vom Servicegedanken verloren geht, hat die Inhaberin nicht. „Meine Mitarbeiter können deshalb nicht schlechter beraten – sie besuchen regelmäßig interne wie externe Käseschulungen – und bei Kundennachfragen bestellen wir auch gerne,
wenn möglich, die gewünschten Produkte.“ Insgesamt stehen gut
180 Sorten Käse zur Auswahl, die frisch in den Filialen ankommen,
dort portioniert und für den SB-Bereich abgepackt werden. Auch
die Einrichtung eines Bistros in allen Filialen hat Petra Tjaden von vornherein
ausgeschlossen. „Das steht für mich in
keinem Verhältnis zum Personal- und
Zeitaufwand“, sagt die Inhaberin. An
der Backwarentheke darf sich der Kunde gleichfalls selbst bedienen. Mit einer
Ausnahme: Obwohl auch halbe Brote
gekauft werden können, sollen die Brote
ausschließlich vom Personal und nicht
vom Kunden selbst geschnitten werden.
„Leider halten sich nicht alle Kunden
daran“, stellt Tjaden fest.
Klare
terin Liesa Schmitt unterstützt. „Frau Schmitt hat als Filialleiterin
in der Filiale in Eimsbüttel angefangen und ist in die Rolle nach und
nach hineingewachsen“, erzählt Tjaden. Die studierte Betriebswirtschaftlerin kommt aus dem Lebensmitteleinzelhandel und hat in
der Vergangenheit schon Käse- und Fleischtheken geleitet. Schmitt
ist es daher auch, die interne Mitarbeiterschulungen, gerade in den
Bereichen O+G oder Käse, durchführt. „Sie kann ihr Wissen sehr
gut weitergeben.“ Zudem besucht Schmitt selber Seminare zu Themen wie Diebstahl, Mitarbeiterführung und ähnliches. Obwohl
Tjaden einige Verantwortungsbereiche abgegeben hat, sieht sie
sich selber trotzdem immer noch als erste Anlaufstelle, sollten einmal Probleme auftauchen. So besucht sie, wenn möglich, alle sechs
Filialen täglich und schaut persönlich nach dem Rechten. „Würde
ich das nicht machen, würde der einzelne Laden darunter leiden“,
ist sich Tjaden sicher. Und auch für die Nähe zum Kunden ist das
wichtig. „Die Kunden merken, dass hinter dem „Tjaden’s“ tatsächlich eine Person mit eben diesem Namen steht. Das schafft Vertrauen.“ Neben sechs Filialleitern hat Tjaden zudem Abteilungsleiter, so beispielweise auch für die Bereiche Kosmetik und O+G. Die
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Organisationsstrukturen.
Schon früh setzte Petra Tjaden auf die
Einführung einer zweiten Führungsebene. Seit der Eröffnung der dritten Filiale
in Winterhude wird sie von Verkaufslei-
10/2013 15
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
MACHER Verkaufskonzept
Bild oben: Käse gibt es ausschließlich in der SB-­Variante – insgesamt etwa 180 Sorten. Bild Mitte: Mit ihrer Regionalkarte setzt Petra Tjaden auf Transparenz hinsichtlich ihrer Lie-­
feranten. Bild rechts: Die Rösterei „El rojito“ ist lokaler Kaffeelieferant.
Transparenz bieten. In ihrer Filiale in Bahrenfeld bietet Tja-
den mit 6.000 Artikeln ein Bio-Vollsortiment an. Rund 400 bis
800 Kunden zählt sie – je nach Wochentag – dort. Insgesamt
ein Viertel des Umsatzes erzielt sie allein mit O+G, der gesamte
Umsatzanteil der Frische liegt bei 60 Prozent. Die Naturkosmetik macht etwa vier bis fünf Prozent des Umsatzes aus. Trotz
zahlreicher Mitarbeiter-Schulungen
von
Herstellern und Beratertagen vor Ort in
den Filialen bleibt das
Vor Ort in:
Hamburg
Segment Stiefkind aller
IN KÜRZE
Märkte. „Mehr Umsatz
Tjaden’s bringen solche AktiBio frischemarkt
onen leider nicht“, resüFriedensallee 275
22763 Hamburg
miert Tjaden, „aber das
Tel.: 040 89063761
habe ich mittlerweile akInternet: www.tjadens-­biomarkt.de
zeptiert.“ Anders sieht es
im Frischesegment aus.
Inhaberin: Petra Tjaden
Anzahl der Produkte: 6.000 „Unsere Stärke ist es,
9HUNDXIVÀlFKH820 m²
den Kunden transparent
16
10/2013 zu machen, dass wir mit regionalen Lieferanten arbeiten, die aus
Hamburg oder Umgebung kommen, und Ware zu fairen Preisen
anbieten,“ bringt es Tjaden auf den Punkt. So werden die Filialen von der Biofleischerei Schröder aus Schwarzenbek beliefert,
Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln kommen vom Hof Büsch, Äpfel vom Demeter-Hof Augustin aus dem Landkreis Stade, Säfte
von der Süßmosterei Lütauer. „Ich unterstütze auch die kleinen,
regionalen Anbieter,“ so Tjaden. So kommt beispielsweise der
Kaffee von der Hamburger Rösterei „El rojito“ sowie von Maya.
Im SB-Backwaren-Regal bietet sie etwa 50 Sorten Brot und 20
Arten von Brötchen an, die von der Bohlsener Mühle, der Demeter-Bäckerei Bahde aus Hamburg und dem Reesdorfer Hof
aus Bordelsholm geliefert werden. Die Liste der regionalen Lieferanten ließe sich noch fortführen. Insgesamt 30 sind es bei O+G,
zwölf bei Käse, Wurst und Mopro sowie 14 im Trockensortiment. Damit diese Regionalität für die Kunden auch transparent
wird, hängt eine Regionalkarte deutlich sichtbar für die Kunden
in der O+G-Abteilung. Verzeichnet sind dort alle Lieferanten
aus Hamburg und Umgebung mit Namen und Firmensitz.
Zukunftspläne. Nach ihren Expansionsplänen gefragt, antwortet Tjaden: „Mit unseren sechs Standorten sind wir ganz gut
aufgestellt und haben auch wichtige Lagen besetzt. Ich bin zwar
nicht aktiv auf der Suche, aber wenn ein Standort zu uns passt,
Foto: BIOwelt
Position für die Abteilungsleitung „Wein“ – das Sortiment umfasst
ca. 100 Sorten – ist hingegen bis dato noch unbesetzt. „Ich möchte da niemanden reindrängen, so etwas muss sich entwickeln“, so
die Inhaberin. „Aber glücklicherweise verkauft sich der Wein auch
ohne Beratung gut,“ schmunzelt sie. Insgesamt beschäftigt Tjaden
45 Fest- und 3 Teilzeitangestellte sowie 15 Aushilfen – hauptsächlich Studenten. Auf eine hohe Zahl an Festangestellten legt Petra
Tjaden großen Wert. „Anders als die Aushilfen haben sie meist
eine Einzelhandelsausbildung“, so die Kauffrau. „Ich finde es wichtig, dass meine Mitarbeiter um die Strukturen im LEH Bescheid
wissen.“ Seit 1. August dieses Jahres gehört auch ein Auszubildender zum Team. Er wird fest in der Filiale in Eimsbüttel eingesetzt.
Und das aus gutem Grund: „Meine Filialleiterin dort war schon
mal selbstständig. Unter ihr hat er eine qualifizierte Betreuung.“
Rund 100 Sorten Wein hat Tjaden im Angebot, viele davon sind zum Selbstläufer geworden.
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Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
Bild links: Die Naturkosmetikabteilung ist nach Aussagen der Inhaberin mit vier bis fünf Prozent Umsatzanteil Stiefkind des Ladens. Bild rechts: Der Getränkeumsatz hingegen ist gut – die hauseigenen Parkplätze bringen einen guten Abverkauf (im Bild: Christiane Schulz).
die Konkurrenz verliert, hat sie nicht. „Unsere Kunden können in unsere Filialen nach
Eppendorf oder hier nach Bahrenfeld ausweichen, beide Läden sind nur etwa vier Kilometer entfernt.“ Hat sie sich schon Gedanken über die Generationsnachfolge gemacht?
„Noch nicht wirklich,“ gibt die heute 46-jährige zu. Ein Grundstein ist dennoch schon
gelegt: Sohn Marvin (21) hat ein ernährungswissenschaftliches Studium begonnen und
kann sich mit heutigem Stand vorstellen, die
Läden später zu übernehmen. „Wirklich fest
steht das allerdings noch nicht“, sagt Tjaden.
„Wobei ich mir durchaus schon bewusst bin,
dass das Konzept „Tjaden’s“ nicht unbedingt
mit jedem externen Nachfolger funktioniert.
Von daher wäre eine familiäre Lösung schon
schön.“ Doch so wirklich drängt diese Entscheidung ja noch nicht. Und irgendwie sind
wir uns sowieso sicher, dass wir nicht erst bei
der Unternehmensnachfolge, sondern schon
viel früher Neuigkeiten von Petra Tjaden und
einem neuen Markt hören werden – die letzten Jahre haben es schließlich gezeigt.
Bild links: Verkaufsleiterin Liesa Schmitt ist Tjadens rechte Hand. Die studierte Betriebswirt-­
schaftlerin hat in der Vergangenheit schon Frischetheken geleitet. Bild rechts: Brot ist aus-­
schließlich als SB-­Ware zu haben.
Foto: BIOwelt
Stephanie Nölke
Foto: BIOwelt
sage ich auch nicht nein.“ Mindestens 300 m2
Verkaufsfläche müsse ein zukünftiges Ladenlokal haben, damit das Sortiment entsprechend
dargestellt werden könne, zudem wären eigene
Parkplätze unerlässlich. Auch heute schon bietet jede Filiale eigene Parkplätze. „20 wie in unserer Filiale in Bahrenfeld müssten es an neuen
Standorten mindestens sein“, so die Inhaberin.
Der Pluspunkt bei einer guten Parkplatzsituation: Der Getränkeumsatz – gerade auch der
von Mineralwasser- und Bierkisten – wird angekurbelt, da die Kunden die Getränke gleich
in den Kofferraum laden können. Flächen außerhalb Hamburgs zu besetzen sieht Tjaden als
problematisch an, nicht zuletzt auf Grund der
starken regionalen Ausrichtung. „Unsere Kunden verbinden das „Tjaden’s“ mit Hamburg. Eine
Filiale außerhalb der Stadt passt nicht in unser
Konzept.“ Ihr nächstes konkretes Projekt hat sie
dennoch schon im Blick. „Innerhalb der nächsten fünf Jahre müssen wir unseren Markt in
Eimsbüttel renovieren.“ Dass dazu der Laden
für einige Zeit komplett geschlossen werden
muss, macht der Geschäftsfrau nur bedingt
Bauchschmerzen. Angst, dass sie Kunden an
MACHER
Quereinsteiger
Nicht zu jung für die
Selbstständigkeit
)RWR%,2ZHOW
Der 22-jährige Sammy Porath hat mit seinem Vater David Porath in
einer ehemaligen Schlecker-Filiale im Kölner Agnesviertel einen Biosupermarkt
eröffnet. In Zukunft sind weitere regionale Ableger geplant.
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18
10/2013 )RWR%,2ZHOW
sein seit über 30 Jahren kennt. Über 18 Monate haben
beide an ihren Plänen getüftelt, bis es schließlich soweit
war. „Besonders die Banken haben am Anfang wegen
)RWR%,2ZHOW
N
eustart im Kölner-Agnesviertel: Mit 22 Jahren
wagt Sammy Porath den Schritt in die Selbstständigkeit. Gemeinsam mit seinem Vater David eröffnete er am 6. Juni 2013 einen Biosupermarkt mit einer
Verkaufsfläche von 260 m. Trotz seines jugendlichen Alters ist der frischgebackene Inhaber kein Newcomer. Seit
seinem 16. Lebensjahr war der gelernte Einzelhandelskaufmann zuerst als Aushilfe, später als Azubi in einer
Kölner Filiale der Biosupermarkt-Kette Alnatura tätig.
Das machte er so gut, dass er sogar ein Ausbildungsjahr
überspringen konnte. „Die Selbstständigkeit hat mich immer schon interessiert“, sagt er zu den Beweggründen für
die Ladeneröffnung. In seinem Vater, einem DruckereiBesitzer, fand er einen Mitstreiter, der das Unternehmer-
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meines Alters gezögert“, sagt Sammy Porath. Nachdem
er einen guten Sparkassenberater zur Seite gestellt bekam, der an das Konzept glaubte, ging alles sehr schnell.
Das Agnesviertel war dabei für die Poraths erste Wahl, da
hier die Familie seit 22 Jahren zu Hause ist. „Wir haben
vor der Eröffnung eine Umfrage gemacht, die zu dem Ergebnis kam, dass hier ein Biomarkt gefehlt hat“, so David
Porath. Nach der Eröffnung ist das Geschäft gut angelaufen. Ziel der Unternehmer ist es, ein gutes wettbewerbsfähiges Preisniveau für die 4.000 Produkte zu halten, die
zum Großteil von Großhändler Weiling kommen. Dabei
kommt es zwischen
Vater und Sohn nicht
zu einem Kompetenzgerangel. „Mein Sohn
ist der Fachmann und
er kann mir noch viel
Vor Ort in:
Köln
beibringen“, sagt David
Porath. Wenn es gut IN KÜRZE
läuft, wollen beide UnBiosam
ternehmer es nicht bei Neusser Str. 55
dem einen Laden belas- 50670 Köln
Tel.:
sen, sondern auch noch Inhaber:6DPP\3RUDWKXQG
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Ableger gründen.
VKFP²
Jens Hertling
MARKT
Interview
„Neue Artikel werden
kritischer begutachtet“
Das Handelspanel Biovista feiert in diesem Jahr sein 10jähriges Bestehen.
BIOwelt sprach mit Vertriebsleiter Fabian Ganz über die Entwicklung der Branche
und die Erkenntnisse der Marktforschung.
Foto: Biovista
BIOwelt: Herr Ganz, Biopassendere Sortimente anvista feiert in diesem Jahr
bieten zu können.
das 10jährige Bestehen.
Was waren aus Ihrer Sicht
BIOwelt: Was sind die
die wesentlichen „Meileninteressantesten Analysesteine” auf dem bisherigen
Möglichkeiten, die Biovista
Weg?
Fachhändlern eröffnet?
Fabian Ganz: In den
Fabian Ganz: Das liegt
Gründungsjahren gab es
ganz im Auge des Betrachmehrere wesentliche Meiters. Man muss dabei deutlensteine. Die Umwandlich zwischen Filialisten und
lung der ursprünglichen
Unternehmern mit einem
GbR in eine GmbH und
einzelnen Ladengeschäft
damit das Schaffen eiunterscheiden. Während
ner soliden unternehmefür Filialisten die Steuerung
rischen Grundlage war ein
der Gesamtheit der Filialen
erster wichtiger Schritt.
und übergreifende SortiDas Erreichen von rund
mentsarbeit im Fokus steht,
100 Einzelhändlern und
geht es den Unternehmern
die damit einhergehende
in Einzelgeschäften darum,
Validität unserer Auswerdie eigenen Entwicklungen
tungen war ein weiterer
mit denen anderer Läden
Meilenstein. Der offenzu vergleichen und Trends,
sichtliche Nutzen für alle
herausragende Neuartikel
Marktteilnehmer brachte
oder
Preisanpassungen
trotz anfänglicher Skepsis Fabian Ganz ist Vertriebsleiter beim Ettlinger Handelspanel Biovista. einzelner Artikel nicht zu
die Anerkennung in der In diesem Jahr feiert der Dienstleister 10jähriges Firmenjubiläum. verpassen. So gibt unsere
Branche. Im Jahr 2009
monatliche Auswertung
starteten wir das Handelspanel für den Reformwarenhandel.
Einzelgeschäften Informationen darüber, wie die Entwicklung
des Marktes hinsichtlich Umsatz, Kundenzahlen usw. ist und
BIOwelt: Wie viele Handelsunternehmen aus dem Naturkost- stellt diese den eigenen Kennzahlen gegenüber. So kann leicht
bereich nutzen derzeit die Dienste von Biovista? Wie viele Her- identifiziert werden, ob z.B. 5% Mehrkunden im eigenen Gesteller zählen Sie zu Ihren Kunden?
schäft gut sind oder eben nur Branchenschnitt. Außerdem zeigen
Fabian Ganz: Rund 400 Einzelhändler setzen unsere kosten- wir direkt auf, in welchen Sortimentsbereichen der Markt gerade
freien Dienstleistungen zur Sortimentsoptimierung ein, rund besondere Umsatzsprünge verzeichnet, die im eigenen Geschäft
200 davon aus dem Bio-Fachhandel. Im Bereich der Hersteller nicht realisiert werden. Damit gleich darauf reagiert werden
arbeiten wir mit rund 90 Firmen regelmäßig zusammen. Die kann, liefern wir zu diesen Sortimentsbereichen dann ListungsHersteller nutzen unsere Auswertungen, um dem Handel noch vorschläge zu Artikeln, die im Markt gute Umsätze erzielen und
20
10/2013 Interview
im eigenen Geschäft nicht geführt werden. Auch ein Preis-Check
zu den Sortimenten ist selbstverständlich.
BIOwelt: Und für Filialisten?
Fabian Ganz: Für Filialisten bieten wir zusätzlich unseren interaktiven Filialvergleich. Hiermit ist es möglich, Stärken und
Schwächen jedes einzelnen Standorts zu bewerten. Die Filialauswertung gibt eine Übersicht zu dem erzielten Umsatz,
Umsatz je Quadratmeter, Zahl der gelisteten Artikel, Anzahl
MARKT
sich dies in der Struktur der ausgewerteten Naturkostgeschäfte
wider? Auf welcher Basis erfolgt eine Gewichtung?
Fabian Ganz: Die Strukturdaten des Naturkostfachhandels aus
dem Projekt „Marktdaten Naturkostfachhandel“ des BNN bilden die Grundlage für unsere Gewichtungen und unser Stichprobenmanagement. So kommen rund 44% der teilnehmenden
Händler aus der Region Süd, also Bayern und Baden-Württemberg. Wir richten unsere Stichprobe also gezielt auf die Gegebenheiten im Markt aus. Zusätzlich überprüfen wir unsere Ge-
„Der Trend, gut laufende Artikel aus dem LEH in den
Biofachhandel zu bringen, ist offenbar vorbei.“
der Bons sowie anderen Kriterien. Dies alles natürlich auch immer im Vergleich zum Markt. Stehen größere Veränderungen
wie z.B. ein Ladenumbau an, dann helfen wir regelmäßig mit
unseren Auswertungen den bei uns teilnehmenden Händlern,
diesen Schritte erfolgreich zu meistern.
BIOwelt: Inwiefern unterscheiden sich die Dienstleistungen
von Biovista von Handelspanels, wie wir sie aus dem konventionellen Bereich etwa von Nielsen oder GfK kennen?
Fabian Ganz: Ein wesentlicher Hauptunterschied ist die Anonymität, welche wir den teilnehmenden Einzelhändlern garantieren. Jeder Einzelhändler kann sich sicher sein, dass wir keine
Informationen herausgeben, die einen Rückschluss auf einen
seiner Läden zulassen. Ziemlich einzigartig ist auch der Ansatz,
dass alle teilnehmenden Händler von uns monatlich Auswertungen kostenfrei erhalten.
BIOwelt: Der Biofachhandel in Deutschland ist in unterschiedlichen Regionen nicht gleichmäßig vertreten, z.B. gibt es
deutlich mehr Geschäfte in Süddeutschland. Inwieweit spiegelt
wichtung jährlich im Abgleich mit Reinverkaufsdaten wichtiger
Hersteller.
BIOwelt: Biovista hat seinen Kundenkreis in den vergangenen
Jahren auch auf den Reformwarenbereich ausgedehnt. Wie
viele Teilnehmer am Biovista-Handelspanel konnten Sie bisher
gewinnen?
Fabian Ganz: Derzeit nehmen rund 200 Einzelhändler an unserem Handelspanel für den Reformwarenhandel teil. Hiermit
können wir den Reformwarenhandel ziemlich valide abdecken.
BIOwelt: Sie bieten Leistungen für den Einzelhandel wie auch
für die Hersteller. Welche Rolle spielt eigentlich der Großhandel, der ja durch seine Vorselektion und Bündelung den Marktzutritt wesentlich mit beeinflusst, in Ihrem Geschäftsmodell?
Fabian Ganz: Wir beobachten durch Großhändler eingeleitete Veränderungen im Markt und in den Sortimenten der
Einzelhändler. Auch findet die entsprechende Belieferung
durch bestimmte Großhändler Beachtung im Rahmen unseres o.g. Stichprobenmanagements. In der Zusammenarbeit
Anzeige
10/2013 21
Interview
mit den stärksten Umsatzsteigerungen waren allesamt typische
Naturkostartikel, häufig von etablierten Herstellern. Hier sind die
erfolgreichen Frühstücksbreie von
Rapunzel, Allos und Rosengarten zu nennen oder der Trend zu
qualitativ hochwertigen Leinölen.
Zusätzlich mischen NewcomerMarken den Markt auf – mit Naturkostartikeln, die ideal die Sortimente ergänzen. Als positives
Beispiel aus dem letzten Jahr für
eine solche Newcomer-Marke ist
z.B. Lovechock zu sehen.
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
MARKT
22
BIOwelt: Geht man nach der Zahl
der neu auf dem Markt platzierten
Produkte, dann hat es zuletzt in der
Summe einen deutlichen Einbruch
gegeben. Wie ist die aktuelle Entwicklung? Werden die Sortimente
wieder stärker ausgebaut?
Fabian Ganz: Bei vielen Herstellern
und im Groß- und Einzelhandel hat
ein Umdenken stattgefunden. Neuartikel werden wesentlich kritischer
begutachtet, und somit schaffen es
wesentlich weniger Artikel in den
Handel und zum Endkunden. Häufig
müssen bestehende Artikel aus dem
Sortiment genommen werden, um
Neuartikel überhaupt listen zu können. Gerade im Bereich der Frische
Das Bauchgefühl kann selbst erfahrene Fachhändler täuschen. Wer seine sortiments-­ oder preispolitischen Entscheidung mit soliden Zahlen unterfüttern will, kann über seine Waren-­
gibt es kaum Spielraum. Somit erhalwirtschaft Daten zusammentragen und mit Handelspanels wie Biovista Erfahrungswerte aus ten nur noch wirklich verkaufsstarke
der Branche gegenüberstellen.
oder innovative Artikel eine Chance.
mit Großhändlern dürfen wir häufig auf Tagungen aktuelle Was zuletzt deutlich zugenommen hat, ist das Platzieren von
Sortimentstrends und Marktentwicklungen präsentieren.
Neuprodukten im Herbst eines Jahres, also zu den Regional- und
Hausmessen. Das führt dazu, dass nicht mehr jährlich zur BioBIOwelt: In zehn Jahren hat sich die Handelslandschaft auch Fach alle Neuartikel auf einen Schlag präsentiert werden und der
in der Biobranche stark verändert. Welche Entwicklungen ha- Markt auch im Laufe eines Jahres sich weiter verändert. Daraus
ben Sie bei den Auswertungen, die Sie etwa jährlich auch auf folgt auch für den Einzelhändler, dass eine kontinuierliche Sortider BioFach und anderen Messen präsentieren, am meisten mentsarbeit mit regelmäßiger Überprüfung aller Sortimente anüberrascht? Welche Trends finden Sie am spannendsten?
gebracht ist. Darüber hinaus ist bei den Herstellern zu beobachFabian Ganz: Im Überblick der letzten Jahre kann man sagen, ten, dass die eigenen Sortimente ebenfalls mit einer gewissen
dass die Sortimentsgestaltung im Biofachhandel die eigene Regelmäßigkeit einem Relaunch unterzogen werden, um einen
Identität neu erfunden hat, und zwar erfolgreich! Der Trend der zeitgemäßen und verkaufsfördernden Auftritt zu gewährleisten.
vorhergehenden Jahre, gut laufende Artikel aus dem klassischen
LEH auch in den Biofachhandel zu bringen, ist augenschein- BIOwelt: Auf der Basis der Erfolgszahlen aus dem Abverkauf:
lich vorbei. Die erfolgreichsten Neuartikel und Sortimente Haben Sie den Eindruck, dass der Wettbewerbs- und Innovati-
10/2013 Interview
onsdruck (z.B. neue Produkte zu den wichtigen Messen zu bringen) die nach wie vor sehr kleinteilig aufgestellte Naturkostbranche auf der Seite der Markenartikler stellenweise überfordert?
Fabian Ganz: Natürlich ist es eine große Herausforderung –
insbesondere auch finanziell – wirklich verkaufsstarke Neuartikel, die auch noch innovativ sind, stets aufs Neue zu kreieren
und zugleich mit einem Relaunch den Auftritt zu verbessern.
„Das Platzieren von
Neuprodukten im Herbst
eines Jahres hat
deutlich zugenommen.“
MARKT
sagen, dass im Reformwarenhandel, bedingt durch den höheren Umsatzanteil von hochpreisigen Artikeln der Kosmetik
und Kurmitteln, die Verkaufspreise im Schnitt höher liegen. Bei
vielen Artikeln, die in beiden Vertriebskanälen vertreten sind,
messen wir ein nahezu identisches Preisniveau.
BIOwelt: Welche weiteren Ziele hat sich Biovista gesetzt? Wo
soll das Unternehmen in fünf Jahren stehen?
Fabian Ganz: Das Ziel ist, weiterhin der führende Informationsdienstleister für die Branche zu sein. Derzeit sind wir dabei, die Informationstiefe unseres Angebots auszubauen, indem wir Daten
entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Erzeugung
der Rohstoffe bis zum Einkaufswagen verknüpfen, um Trends und
Entwicklungen noch besser abbilden zu können. Dabei spielen natürlich Daten aus dem Ausland eine entscheidende Rolle.
BIOwelt: Herr Ganz, vielen Dank für das Gespräch!
Aber es gibt eben auch kaum eine Sortiments-Kategorie, in
der nicht großer Wettbewerbsdruck herrscht oder NewcomerMarken Regalplätze für sich beanspruchen. Eine Überforderung sehe ich darin allerdings nicht, denn es sind ja gerade
diese Hersteller, die stets aufs Neue probieren, auch in anderen
Sortimentsbereichen Umsätze für sich zu gewinnen.
Die Fragen stellte BIOwelt-Chefredakteur Karsten Runge.
Ausfühliche Interviews aus neun Jahren BIOwelt lesen Abonnenten unter www.biowelt-online.de
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BIOwelt: Neben dem Erfolg von Produkten im Fachhandel ist
auch die Preisstellung ein interessantes Thema. Lässt sich die
häufig geäußerte These eines zunehmenden Preisdrucks anhand der Biovista-Marktdaten bestätigen?
Fabian Ganz: Hier kommt es klar darauf an, welche Sortimente betrachtet werden. Besonders im Fokus stehende Sortimentsbereiche wie Frischmilch stehen selbstverständlich unter
einem höheren Preisdruck als Randsortimente. Rohstoffpreise
sind zumeist ausschlaggebend für Preissteigerungen.
BIOwelt: Einige Marken aus dem Reformhausbereich haben
den Sprung in den Bioladen geschafft, auch die umgekehrte
Entwicklung gibt es. Wo sehen Sie zwischen Naturkost- und
Reformbranche ähnliche Entwicklungen, wo unterscheiden
sich die Entwicklungen? Lässt sich z.B. sagen, welcher Vertriebskanal preisaggressiver agiert?
Fabian Ganz: Es ist klar: Reformhaus und Biofachhandel haben große Überschneidungen. Nicht nur in den Sortimenten,
sondern auch in der Motivation, eben ein Fachhandel zu sein
und bestimmte Sortimente anzubieten. Jeder mit seinen individuellen Stärken. Im Reformhaus liegt der Sortimentsfokus
im Bereich der Kurmittel, Kosmetik und Artikeln für eine diätetische Ernährung. Im Bio-Fachhandel liegt der Fokus auf
Frische-Artikeln. Interessant ist, dass aktuelle Trends und
Entwicklungen wie z.B. vegane Ernährung oder der Trend zu
hochwertigen Leinölen von uns sowohl im Biofachhandel als
auch im Reformwarenhandel gemessen werden. Es lässt sich
10/2013 23
Foto: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH
Foto: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH Foto: pixelio/R_K_by_Dietmar Grummt
Foto: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH
Foto: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH Leipzig
Foto: Stadtmarketing Leipzig
MARKT
Vielfalt im Osten
Die Messestadt Leipzig vereint eine bunte Mischung an NaturkostFachgeschäften – und ist auch für die Filialisten interessant geworden.
L
eipzig ist eine kreisfreie Großstadt in Sachsen und neben Dresden das wichtigste
Zentrum für Wirtschaft, Bildung und Handel sowie Verwaltung, Kultur und Verkehr im Freistaat. Die Messestadt ist mit über 535.000 Einwohnern Deutschlands
zwölftgrößte Stadt. Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort in Mitteleuropa mit
einer der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück. Außerdem befinden
sich hier eine der ältesten Universitäten sowie die ältesten Hochschulen für Handel und
Musik in Deutschland. Vor dem Zweiten Weltkrieg und auch zu DDR-Zeiten war Leipzig
ein bedeutender Industriestandort. Mit der Wende brach, wie in fast allen Regionen der
ehemaligen DDR, nahezu die gesamte Industrieproduktion zusammen. Nur wenige Unternehmen blieben nach der Privatisierung erhalten. Dennoch gelangen aber auch einige
große Industrieansiedlungen, darunter Siemens (etwa 1.700 Mitarbeiter), Porsche (etwa
400 Mitarbeiter) und BMW (2.500, mit Partnern und Zulieferern über 5.200 Mitarbeiter).
Laut örtlicher IHK sind die durchschnittlichen Ladenmieten in den vergangenen Jahren
gestiegen. Der Büroflächenumsatz konzentriert sich auf den Innenstadtkern, die Ringla-
24
10/2013 IN ZAHLEN
‡(LQZRKQHU
(Stand: 2012)
‡.DXINUDIW,QGH[85,2
‡ 9.))DFKKDQGHOJHVDPW
ca. 3.800 m² davon Filialisten: 1.610 m²
‡9.))DFKKDQGHO(Z
7,1 m²
Leipzig
ge und den erweiterten Cityrand. Aber auch der klassische
Leipziger Westen (Plagwitz, Lindenau) oder der Süden (Südvorstadt, Connewitz) verzeichnen steigende Durchschnittsmieten. Untersuchungen von Immobiliendienstleistern belegen, dass sich Leipzig im Vergleich zu Städten wie Dresden,
Magdeburg, Chemnitz oder Halle/Saale an der Spitze von
Höchst- und Durchschnittsmieten befindet.
Der Naturkost-Markt. In Leipzigs Bio-Szene ist vom Hof-
laden bis zum Umweltverband alles vertreten. Die Verbraucher mussten nach der Wende erst an Naturkost herangeführt werden, denn zu DDR-Zeiten war „Bio“ ein Fremdwort,
und auch nach der Wende hatten die meisten Menschen
andere Sorgen. Dennoch: In der Messestadt hat sich – ähnlich wie in Dresden – in den vergangenen Jahren viel getan.
Nach der aktuellen BIOwelt-Erhebung gibt es derzeit sechs
Biosupermärkte mit mindestens 200 m Verkaufsfläche sowie
14 kleinere Bioläden. Zusammen bringen die Fachhändler in
Leipzig rund 3.800 m Verkaufsfläche auf die Waage. Bei einer Einwohnerzahl von rund 535.000 macht das rechnerisch
eine Verkaufsfläche von 7,1 m pro 1.000 Einwohner. 2006
und 2010 eröffnete Malte Reupert seine beiden Biosupermärkte „Biomare“, die zusammen knapp 30% der Leipziger
Fachhandelsfläche ausmachen. Die dritte Filiale im Stadtteil
Plagwitz ist bereits geplant, und auch mit der vierten wird
Reupert wohl nicht allzu lange warten. 2012 zog es auch
Denn‘s in die Stadt, daneben gab es immer wieder Neueröffnungen. Der älteste noch bestehende Bioladen ist Lebensart
Naturkost: 1995 eröffnete Stefan Werner das Geschäft, das
wie einige andere in Leipzig vom ostdeutschen Großhändler Naturkost Erfurt beliefert wird. Ein interessantes Projekt
MARKT
ist das Macis – Restaurant, Café und Bioladen, das der Koch
Olaf Herzig und der Kaufmann Andrej Zebrowski 2009 aus
der Taufe hoben. Eine gehobene Bio-Küche wird hier kombiniert mit einem kleinen Café und einem Bioladen. Angesichts
der enormen Expansion von Denn‘s ist es nicht verwunderlich, dass die Töpener auch in Leipzig angekommen sind: Seit
Ende September 2012 ist Denn‘s Biomarkt im Einkaufszentrum „Höfe am Brühl“ mit von der Partie. Nach unseren VorOrt-Recherchen sucht auch Alnatura schon seit längerer Zeit
nach einem geeignetem Objekt, während der Berliner Filialist
Bio Company seine Pläne nach der Eröffnung der zwei Dresdener Filialen offenbar erst einmal auf Eis gelegt hat. Viele
Schließungen, wie sie in den alten Bundesländern zu beobachten waren, gab es in der Messestadt Leipzig bisher nicht.
Einzig der Kulturkostladen in der Dresdner Straße, der 1990
eine der erste Gründungen war (Stefan Werner war dort seinerzeit der erste Mitarbeiter), musste aufgeben. Ebenfalls
aufgeben musste die Naturkostecke der Heilpraktikerin Michaela Garbotz, die 1997 im Eingangsbereich der PreisringFiliale Marktfrisch im Westen Leipzigs einen Bio-Shop auf
20 m eröffnete. Seit 2003 führt sie ihre „Naturkostecke Natürlich“ als Onlineshop weiter. Auch in Leipzig sind die Fachhandelsgeschäfte wichtige Abnehmer für Bioproduzenten
aus der Region. Das Potenzial ist offenbar noch lange nicht
ausgeschöpft: „In Leipzig ist noch Platz“, bekamen wir bei unseren Recherche immer wieder zu hören. Dennoch dürften
sich die bundesweit agierenden Filialisten schwer tun, da die
hiesige Bioszene sich im jeweiligen Stadtteil ihre Stammkunden selbst herangezogen hat und die Enge dieser Beziehung
möglicherweise größer ist als im Westen.
Stephanie Nölke und Jens Hertling
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Wildentensteig 11, 04249 Leipzig
40
2010
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7KRPDV(QJOHU
%LRÀDLU
Prager Straße 38, 04317 Leipzig
200
2011
Hagen Göhren
Biokarawane
Grünewaldstraße 5, 04103 Leipzig
120
2009
Maria Mboup
Biomare I
Simildenstr. 20, 04277 Leipzig
600
2000/2006
Malte Reupert
Biomare II
Karl-­Liebknecht-­Str. 27, 04107 Leipzig
550
2010
Malte Reupert
Denn‘s
Brühl 1, 04109 Leipzig
460
2012
FL: Friederike Nack
(DW7KLQN
Lützowstr. 25, 04157 Leipzig
k.A.
2011
Thomas Schaal
Fairkost
Karl-­Liebknecht-­Str. 30-­33, 04107 Leipzig 100
2009
Mario Glaetzer
Lebensart Naturkost
Könneritzstraße 49, 04229 Leipzig
120
1995
Stefan Werner
Flotte Karotte
Gemeindeamtsstr. 1, 04177 Leipzig
150
2012
6DUDK(IIHUWV
Lebensgarten
Körnerstr. 41, 04107 Leipzig
90
2012
Magnus Zulic
Linke Hof
Brandiser Straße 79, 04316 Leipzig
20
k.A.
Reinhard Sommer
Macis
Markgrafenstraße 10, 04109 Leipzig
400
2009
Andrej Zebrowski
1DWXU)HLQ
Waldstraße 23, 04105 Leipzig
180
2004
Uta Philipp
Naturkost Gohlis
Gohliser Straße 18, 04105 Leipzig
120
1996
Andrej Zebrowski
Naturparadies
Nikolaistr. 6-­10, 04109 Leipzig
50
2002
Carola Hollmach
Natur Pur
Grassistr. 20, 04107 Leipzig
ca. 120
2010
Christine Becker
Naturraum
Georg-­Schumann-­Str. 363, 04159 Leipzig
ca. 350
k.A.
Heiko Höhne
Schwarzwurzel
(ULFK.|KQ6WU/HLS]LJ
k.A. 2013
Kollektiv Sommerstrauß
Ferdinand-­Jost-­Straße 28 a, 04299 Leipzig
50
2001
Richard Strauß
10/2013 25
Leipzig
Biomare
D
Foto: Biomare
ie Erfolgsgeschichte von Biomare
(Mare setzt sich
übrigens aus den
Anfangssilben
des Namens von
Inhaber Ma(lte)
Re(upert)
zusammen) begann
im Jahr 2006,
als Reupert eine
Ladenfläche in
dem ehemaligen
Pferdestall
der
Leipziger Straßenbahn in der
Die Zeichen stehen auf Wachstum: Noch Simildenstraße
in diesem Jahr eröffnet Malte Reupert bezog und daseine dritte Biomare-­Filiale.
mit auf 600 m
den ersten Biosupermarkt in Ostdeutschland eröffnete.
Vier Jahre später folgte die zweite Filiale mit 550 m in
der Karl-Liebknecht-Straße. „Wenn man erfolgreich sein
will, muss man in die Filialisierung gehen,“ begründet Daniel von der Heide, seit Mai 2013 Prokurist und Assistent
der Geschäftsleitung von Biomare, die Entscheidung für
den zweiten Laden. Dahinter steckte auch der Gedanke,
schneller zu sein als die Konkurrenz. Mit Erfolg: „In der
Karl-Liebknecht-Straße hatten wir einen Bio-Filialist als
Mitbewerber um die Ladenfläche“, erzählt von der Heide.
Biomare kann seinen Kunden insgesamt 6.000 Produkte
anbieten, mehr als die Hälfte des Umsatzes werden mit
der Frische erzielt. Eines der Erfolgsrezepte von Reupert
ist dabei sicherlich die Stringenz und Transparenz in Bezug auf das Sortiment, dessen Richtlinien öffentlich sind.
So nimmt er wo immer möglich nur Produkte von Firmen
mit auf, die ausschließlich Bio und nicht konventionell
produzieren oder die sich höher als der EU-Biostandard
zertifizieren lassen. „Unsere Richtlinien sind deutlich
strenger als andere“, betont von der Heide. Weiteres Highlight im Sortiment ist Reuperts Regionalmarke „Biomare
– Hand in Hand“. Hierunter werden Produkte vermarktet,
die Biomare gemeinsam mit kleinen Betrieben aus der Region entwickelt hat. So kommen die Eier unter anderem
von Peter Meister aus Gera-Cretschewitz, der dank einer
Abnahmegarantie von Biomare in einen neuen, mobilen
Hühnerstall investieren konnte. Fruchtaufstriche liefert
Familie Hilser aus Schnaudertrebnitz – natürlich von den
eigenen Streuobstwiesen. „Wir sehen es auch als unsere
Aufgabe, ein Stück weit Verantwortung zu übernehmen“,
26
10/2013 so von der Heide. „Bei der Marke geht es vor allem um
die Entwicklung der lokalen Bio-Branche, um sich langfristig Lieferanten und Produkte in entsprechender Qualität zu sichern.“ Insgesamt 50 Mitarbeiter beschäftigt Biomare, darunter fünf Aushilfen. Diese Zahl wird bewusst
niedrig gehalten. „Festangestellte bringen Stabilität und
einen gewissen Zusammenhalt ins Team. Wir legen sehr
viel Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter auftretende Probleme im Team lösen und eigenverantwortlich handeln,“
sagt von der Heide. Auch Weiterbildung ist bei Biomare
ein wichtiges Thema. Neben regelmäßigen Schulungen
bei den Großhändlern Weiling und Naturkost Erfurt absolvieren aktuell drei Mitarbeiter eine Weiterbildung zum
Naturkost-Fachberater. Die Kosten werden von Biomare
übernommen. Im Gegenzug verpflichten sich die entsprechenden Mitarbeiter, für weitere fünf Jahre bei Biomare zu
arbeiten. Aber auch Malte Reupert persönlich schult die
Mitarbeiter. „Biomare für Anfänger“ heißt sein Seminar,
in dem er neuen Mitarbeitern wie interessiertem Stammpersonal die Philosophie und Wertehaltung näherbringt,
für die der Unternehmer mit Biomare einsteht. Zudem
engagiert sich Reupert hinsichtlich der Teilnahme an Erzeugerreisen, die z.B. Großhändler Weiliing initiiert – und
das nicht ausschließlich für sich selbst, sondern ebenso für
seine Mitarbeiter. So waren einige Mitarbeiter kürzlich in
Spanien. „Unseren Mitarbeitern und dem gesamten Unternehmen tut es gut, wenn sie eingebunden werden und
Verantwortung übertragen bekommen“, erläutert von der
Heide das Credo von Biomare. Ganz konkrete Zukunftspläne hegt Reupert auch schon. Noch für dieses Jahr ist
ein dritter Laden in Leipzig geplant – mehr wird allerdings
noch nicht verraten. Bleiben wir also gespannt, wann und
wie wir demnächst von Malte Reupert und Biomare hören.
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)RWR%,2ZHOW
MARKT
Prokurist Daniel von der Heide und Andrea Gola, Abteilungs-­
leiterin Kasse, in der Biomare-­Filiale in der Karl-­Liebknecht-­
Straße.
Leipzig
)RWR%,2ZHOW
Macis
2ODI+HU]LJOXQG$QGUHM=HEURZVNLEHWUHLEHQJHPHLQVDP
das Unternehmen Macis, das Restaurant, Café und Bio-­Markt vereint.
I
n der Nähe der Thomaskirche wurden am 2. April 2009
in zentraler Lage ein Restaurant, ein Café und ein BioMarkt in einem Objekt eröffnet, das unter dem Namen
Macis agiert. Das Restaurant betreibt Olaf Herzig, der
Bio-Laden wird von Andrej Zebrowski gemanagt, die beide unter einer GbR firmieren. Von der Straßenseite aus
gesehen befindet sich links neben dem Treppenhaus das
110 m große Restaurant, rechts daneben sind Café und
Laden (insgesamt 400 m) untergebracht. In das Objekt investierten die beiden Geschäftsführer zusammen 600.000
MARKT
Euro. Olaf Herzig leitete bislang das Restaurant Medici an
der Nikolaikirche, das Bio-Gourmetfreunden in Leipzig
ein Begriff ist. Viele der alten Gäste sind deshalb in das
neue Restaurant gewechselt. Alle Speisen im Restaurant
werden zu 100% aus Bio-Zutaten frisch auf den Tisch gebracht. Kennengelernt hatte Herzig seinen Geschäftspartner Zebrowski vor einigen Jahren, als er Bio-Gerichte für
Kinder kochte und einen Zulieferer für die Zutaten suchte.
Schließlich bestellte Herzig die ersten Produkte in Zebrowskis Laden in der Gohliser Straße für sein Restaurant.
Heute geben die beiden Sammelbestellungen für das gesamte Objekt ab. Mit dem neuen Objekt schließt Herzig
sein Restaurant-Medici-Kapitel ab. Im Macis gibt es ein
Vollsortiment auf Bio-Basis, inklusive einer großen Kosmetik- und Drogerieabteilung. „Unser Hauptaugenmerk
liegt vor allem auf der Frische“, betont Zebrowski, der die
Anzahl der Artikel mit 7.000 angibt. Schwerpunkt im Laden ist die Regionalität. In Zukunft will Zebrowski nur die
Produkte listen, die er von regionalen Lieferanten erhält.
„Ich will das Möglichste aus der Region. Das ist ein größerer Aufwand, doch ich will kleine und regionale Lieferanten fördern“, so der Inhaber.
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7HOg0R6D8KU0DUNW
S
eit Ende September 2012 ist der Biosupermarkt Denn‘s
in Leipzig vertreten. In dem 2012 fertiggestellten, attraktiven Einkaufszentrum „Höfe am Brühl“ in der Leipziger Innenstadt, das insgesamt 130 Geschäfte auf drei
Etagen beherbergt, hat der Bio-Fachhändler im Untergeschoss einen Laden mit einer Verkaufsfläche von 460 m
angemietet. „Das Instore-Konzept bietet unseren Kunden
ein modernes Ambiente. Wir erleben in Leipzig einen interessierten Kundenkreis, der die biologische Landwirtschaft schätzt. Es leben viele junge Menschen dort, die Bio
für sich entdeckt haben und nachfragen“, resümiert Antje
Müller, verantwortlich für die Pressearbeit von Denn‘s,
das erste Jahr des Bio-Fachhändlers in der zweitgrößten
Stadt Sachsens. Marktleiterin Friederike Nack führt den
Laden seit der Eröffnung und kann mit ihrem Team – acht
Festangestellten und zwei Aushilfen – den pro Tag gut 300
Kunden über 5.000 Produkte anbieten, darunter etwa 400
Produkte aus dem eigenen „Bio für jeden Tag“-Sortiment,
das im unteren Preissegement angesiedelt ist. Vegetarier
und Veganer erhalten eine breite Produktpalette, für Lebensmittelallergiker hat Denn‘s viele glutenfreie und laktosefreie, aber auch hefe- und eifreie Produkte im Ange-
Foto: Denn‘s
Denn‘s Biomarkt
'LH'HQQµV)LOLDOHLP/HLS]LJHU(LQNDXIV]HQWUXPÄ+|IHDP
Brühl“ feiert am 25. September ihr einjähriges Bestehen.
bot. Hauptlieferant ist Dennree, dazu kommen zahlreiche
regionale Lieferanten wie die Egenberger Lebensmittel
GmbH, die Plagwitzer Wanderimkerei oder Klaus Fruchtsäfte & Cannewitzer Biere. Die Backwarentheke lockt mit
insgesamt 160 Produkten von der Bäckerei Bachmann, der
Bäckerei Vogel sowie Gustav‘s Brot.
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g0R6D8KU
10/2013 27
MARKT
Leipzig
)RWR%,2ZHOW
Fairkost
In seiner Leipziger Filiale wird Inhaber Mario Glaetzer (rechts) von Robert (links) unterstützt.
S
eit 2009 führt Mario Glaetzer seinen 100 m großen
Bioladen in der Leipziger Karl-Liebknecht-Straße. Dort
übernahm er die Ladenfläche eines Bioladens, deren Inhaber das Rentenalter erreicht hatten und ihr Geschäft daher
aufgaben. „Der Laden war gut eingeführt, so dass für uns
der Start hier recht einfach war,“ beschreibt Glaetzer die Anfänge. Der Leipziger Laden ist seine zweite Filiale, gestartet
hat der Inhaber im Jahr 1998 mit einem 70 m großen Bioladen im nordöstlich von Leipzig gelegenen Taucha, der in-
zwischen schon dreimal umgezogen ist und dabei stets bei
Standort und Austattung optimiert wurde. In der Leipziger
Filiale kann Glaetzer seinen Kunden – es sind etwa 100 pro
Tag – 2.000 Produkte anbieten, zwei Festangestellte und
drei Studenten beschäftigt er dort. Dass er sich in direkter
Konkurrenz zu Malte Reuperts Biomare befindet – dessen
2010 eröffneter Markt befindet sich direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite – beunruhigt den Inhaber nicht:
„Wir wussten von Anfang an, dass wir unsere Nische finden.
Als kleiner Laden sind wir sehr flexibel und auch für kleinere Erzeuger interessant, die nicht in großen Mengen liefern können.“ Hauptlieferanten beim O+G sind die Biohöfe
Scholle und Reiche, Backwaren kommen unter anderem
von den Bäckereien Beier und Fischer. Als Stärken seines
Sortiments sieht Glaetzer das Käseangebot (30 Sorten) sowie die Auswahl an vegetarischen und veganen Produkten.
Marektingtechnisch versuchen der Inhaber und sein Team
mit diversen Aktionen auf sich aufmerksam zu machen.
So verkaufen sie z.B. auf Straßenfesten oder Festivals mit
einem Bauchladen selbstkreierte Biodrinks oder veranstalten in den Sommermonaten Bioladen-Konzerte.
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7HO
g0R)U8KU6D8KU
Bioflair
28
10/2013 sen wie zuletzt auf
der BioOst oft das
Gespräch mit den
Herstellern sucht.
Im Marketing geht
der Inhaber ebenfalls neue Wege. In
regelmäßigen Abständen wird durch
den örtlichen Radiosender MDR bei Ernährungsfragen auf
die Beratungskompetentz im Laden
zurückgegriffen und
Maria Göhring (l.) und Vater Hagen Interviews mit dem VRZLH9HUNlXIHULQ6WHI¿6FKLQGOHULQ
Inhaber und seiner dem modernen Verkaufsraum.
Diätassistentin ausgestrahlt. In Zukunft möchte der Kaufmann auch deutschlandweit mit seinem Online-Shop noch
mehr durchstarten.
)RWR%,2ZHOW
S
eit dem 7.7.2011 hat Leipzig-Reudnitz mit dem Biosupermarkt Bioflair einen modernen Bioladen mehr. Inhaber
Hagen Göhring, der schon seit langem im Einzelhandel tätig
war, wagte mit der Gründung seinen Schritt in die Selbständigkeit. Bioflair ist der erste generationenfreundliche Bioladen Leipzigs und bietet eine große Auswahl regionaler Produkte in hellen, breit angelegten Gängen. Inhaber Göhring
kann seinen Kunden über 4.600 Produkte auf einer Verkaufsfläche von 200 m anbieten. Sieben Mitarbeiter, die das Sortiment und die Lieferanten genau kennen, stehen mit Rat und
Tat zur Seite und wissen auch bei Ernährungsunverträglichkeiten wie Laktose- oder Fructoseintoleranz immer eine Lösung. Regionalität und Fairness werden bei Göhring groß geschrieben. „Wir legen viel Wert auf eine gute und kompetente
Beratung“, sagt Göhring, der sein Personal zu regelmäßigen
Schulungen schickt. Außer vom Großhändler Weiling sowie
von Naturkost Erfurt bezieht der Inhaber Ware von kleineren regionalen Produzenten. Während der Käse vom Hofgut
Pulsitz kommt, liefert die Imkerei Fabian Lahres Honig. „Wir
möchten gern unsere Produzenten persönlich kennenlernen,
damit wir die Produkte unseren Kunden mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen können“, sagt Göhring, der auf Mes-
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7HO
g0R)U8KU6D8KU
Leipzig
Naturkost Gohlis
M
)RWR%,2ZHOW
aria Mboup eröffnete ihren Bioladen im November
2009. Zuerst als reiner Bioladen gestartet, wurde
das Konzept weiterentwickelt. Heute sieht Mboup ihren
Laden als eine Mischung aus Bio-Markt mit einem großen
Bistroanteil. Neben den täglich wechselnden, internationalen Bistro-Angeboten (ausschließlich vegetarisch) und dem
ebenfalls vegetarischen Cateringservice gibt es auch original afrikanische Lebensmittel wie Kochbananen, Fisch und
Yam und sogar Schmuck zu kaufen. Vier Mitarbeiter können den Kunden etwa
1.500 Produkte anbieten. Ware bekommt die
Inhaberin vom Großhändler Naturkost Erfurt und Rapunzel. In
Zukunft möchte sie
ihre Homepage ausbauen sowie auf Facebook stärker die Werbetrommel rühren.
Silke Leopold ist eine von vier Mitar-­
beiterinnen des Bioladens. A
ls Andrej Zebrowski, der
heute das Bio-Unternehmens Macis Restaurant, Café
und Markt betreibt, seinen
ersten Bioladen 1996 in der
Coppistraße eröffnete, war er
einer der ersten in der Messestadt (siehe Porträt Macis). Als
der Mietvertrag 2001 auslief,
zog der Werbekaufmann an
)UDQ]LVND(LVHUPDQQLVWLP1D-­ den heutigen Standort in die
turkostladen Gohlis angestellt.
Gohliser Straße. Zu Bio kam
Zebrowski nach der Wende, als er sich klarmachte, wie viel
eine gesunde Ernährung ausmacht. „Am Anfang mussten wir
hier echte Pionierarbeit leisten, um den Menschen die Möglichkeit einer ökologischen Ernährung nahezubringen, sagt
der Inhaber. Heute ist Bio in Leipzig angekommen. Der Laden
weist eine Verkaufsfläche von 120 m auf. Den Kunden bietet
Zebrowski 4.000 Produkte, die er überwiegend von Dennree
und Naturkost Erfurt bezieht.
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Biokarawane
MARKT
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Sommerstrauß
V
größten Anteil auf. Beliefert wird er vor allem von Naturkost
Erfurt. Salat und Tomaten kommen vom Lindenhof. ,QIR6RPPHUVWUDX‰7HO
g0R'R8KU8KU)U8KU6D8KU
Anzeige
)RWR%,2ZHOW
or zwölf Jahren öffnete Richard Strauß seinen kleinen
Bioladen, den er aus dem Familiennamen seiner Frau
(Sommer) und seinem eigenen Namen zusammensetzte. Mit
dem kleinen Laden, der eine Verkaufsfläche von 50 m aufweist, erfüllte sich Strauß einen Wunsch.
Der studierte Agraringenieur war schon
immer von biologischen Lebensmitteln begeistert. Da er nach dem Studium nicht in
der Landwirtschaft arbeiten konnte, nutzte
er die Chance und machte sein Hobby zum
Beruf. In seinem kleinen Laden kann der
Kaufmann ca. 1.500 Lebensmittel anbieten. Die Frische macht mit einem Umsatzanteil von einem Drittel bis zur Hälfte den
Sommerstrauß in der Ferdinand-­Jost-­Straße.
10/2013 29
Leipzig
Lebensgarten e.V.
I
)RWR%,2ZHOW
m Sommer 2012 konnte das Naturparadies Leipzig sein zehnjähriges Bestehen feiern. In ihrem 50 m großen Laden
führt Inhaberin Carola Hollmach ein
breitgefächertes Sortiment an Bio- und
konventionellen Produkten an, einen
Schwerpunkt bildet jedoch das umfangSindy Lestchinski gehört reiche Naturkosmetiksortiment sowie
]XPGUHLN|S¿JHQ9HU-­
kaufsteam des Naturpa-­
das Teeangebot (etwa 100 Sorten), bei
radieses Leipzig.
dem sich der Anteil von konventionellen
und bio-zertifizierten Tees die Waage hält. Beliefert wird Hollmach
direkt von den Herstellern. Bei der Naturkosmetik setzt die Inhaberin, die im Verkauf von zwei Angestellten unterstützt wird, vor
allem auf die persönliche Beratung. „Wir können sehr individuell
auf jeden Hauttyp abgestimmt beraten,“ beschreibt sie die Beratungskompetenz. Ein- bis zweimal im Jahr nehmen sie und ihre
Mitarbeiterinnen an Naturkosmetik-Schulungen durch diverse
Hersteller teil: „Das ist das A&O.“ Aktionen wie Verkostungen oder
Schminktage sind eine immer wieder gern gesehene Abwechslung
und runden das Angebot rund um Naturkosmetik & Wellness ab.
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g0R)U8KU6D8KU
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Lebensart Naturkost
Natur & Fein
D
A
)RWR%,2ZHOW
er
älteste
noch
bestehende Bioladen
von Leipzig hat seit kurzem
wieder eröffnet. Der Bioladen Lebensart hatte am
Pfingstmontag einen Wasserschaden erlitten, als im
Obergeschoss ein Boiler Stefan Werner kann seinen Kunden Honig seiner Bienen-­
geplatzt und über fünf völker anbieten.
Stunden lang Wasser in
die Geschäftsräume gelaufen war. Inhaber Stefan Werner
musste einen Gesamtschaden von ca. 40.000 Euro bilanzieren. Er konnte allerdings davon profitieren, dass die
Versicherung schnell reagierte und die Sanierungsarbeiten
zügig angegangen werden konnten. Dazu beigetragen hatte auch, dass sich der Vorfall vor der Hochwasserwelle
ereignete. Den heute 120 m große Laden hatte Werner
1995 eröffnet. Seine 18 Mitarbeiter können den Kunden
ca. 4.000 Produkte anbieten. Außer Naturkost Erfurt, Biogarten und Rapunzel wird Werner von vielen kleinen Lieferanten beliefert. Eine Besonderheit ist, dass Werner als
Imker selbstgemachten Honig anbieten kann.
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30
H
inter der Idee des Vereins „Lebensgarten“ steckt noch mehr
als der 90 m große Bioladen in der Körnerstraße. „Wir haben
uns der Gesundheit für Körper, Geist und Seele verschrieben“, sagt
Initiator Magnus Zulic. So fußt das ganzheitliche Konzept nicht nur
auf dem Ladengeschäft, das 2012 übernommen und in den Verein
eingegliedert wurde, sondern auch auf einer Praxis für Körpertherapie und Mentalcoaching, einer Selbsthilfe-Akademie sowie dem
Angebot von Naturevents wie Ponyreiten o.ä.. Im Bioladen kann
Zulic etwa 800 Produkte anbieten. Als Demeter-aktiv-Partner
führt er in allen Sparten Produkte des ältesten Bioanbauverbandes.
Beliefert wird er von Weiling und Naturkost Erfurt. Highlight
des Ladens ist eine „Waschmitteltankstelle“, an der sich
die Kunden die Produkte in
mitgebrachte Gefäße abfüllen
können. Zudem gehört eine
Biokiste, die Kindergärten,
Firmen und Privathaushalte
einmal die Woche mit O+G
versorgt, zum Angebot.
Lebensgarten e.V.-­Initiator )RWR%,2ZHOW
Naturparadies Leipzig
10/2013 Magnus Zulic verfolgt ein ganz-­
heitliches Konzept, von dem ein Teil der Bioladen ist.
ls die studierte Diplom-Mineralogin Uta Philipp vor
zehn Jahren vor der Entscheidung stand, in ihrem
Beruf zu arbeiten oder einen Bioladen zu eröffnen, zog
sie Letzteres vor. „Im Studium hatte ich mich schon mit
dem Thema einer gesunden Ernährung auseinandergesetzt“, sagt Philipp. Um Erfahrungen zu sammeln, betrieb
sie mit einem Bekannten einen Stand am örtlichen Wochenmarkt. Am 26.11.2004 war es dann soweit: Mit einer
kleinen Eröffnungsfeier wurde der Laden von Uta Philipp
eingeweiht. Inzwischen hat sich das Geschäft im umgebenden Waldstadtviertel gut
etabliert. Die Inhaberin kann
deshalb ein stetiges Umsatzwachstum verzeichnen. Mit
ihren zehn Mitarbeitern kann
sie den Kunden über 3.500
Produkte anbieten. Beliefert
wird sie von Naturkost Erfurt,
Biogarten, Pural und Rapunzel
sowie mehreren kleineren Lieferanten aus der Region.
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MARKT
Seit neun Jahren betreibt Inhaberin Uta Philipp den %LRODGHQ1DWXU)HLQ
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Anzeige
Kommentar
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Gemeinsam stark
ie Zahl der regionalen Verarbeitungsbetriebe in
Sachsen ist so niedrig wie in kaum einem anderen
Bundesland. Strukturen sowie Betriebe und deren Lieferund Logistikwege sind noch im Wachstum. Und so hat es
auch der Fachhandel schwerer, auf regionale Produkte zu- Stephanie Nölke, rückzugreifen, die nicht über die Größhändler gelistet sind. Redakteurin
Da freut es zu hören, dass Bioflair und der Lebensgarten e.V. eine Partnerschaft anstreben, um gemeinsam entsprechende Produkte direkt beim Erzeuger abzuholen. Denn nur durch Initiativen wie diese wird es inhabergeführten
Bioläden möglich sein, mit den großen Filialisten, die bei den Erzeugern und
Verarbeitern – allein schon durch höhere Abnahmemengen – einen anderen
Stellenwert haben, hinsichtlich der Produktpalette Schritt zu halten.
Weitere Bioläden
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1DWXU3XU. Auf etwa 150 m² bietet sie eine Vielzahl von Bioprodukten an – haupt-­
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schon ein Auge darauf, dass meine /LHIHUDQWHQ RKQH 3ÀDQ]HQVFKXW]PLW-­
tel und ähnliches arbeiten.“ Zum An-­
gebot des Natur Pur gehört auch ein Imbiss, in dem Christine Becker und ihr Team täglich ab 8 Uhr wechselnde Mittagsgerichte sowie Ganztagesan-­
gebote zu kleinen Preisen anbieten.
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BIOwelt vor Ort
Foto: BIOwelt
MARKT
Peter Riegel (2.v.l.) mit seiner Frau Gisela und seinen Söhnen Florian (l.) und Felix vor dem Haupteingang.
Bio-Wein ist Lebensfreude
Bio-Weinhändler Peter Riegel beliefert seit 28 Jahren den Handel und erzielte
damit 2012 einen Umsatz von 28 Mio. Euro. An die Anfänge im bescheidenen
Rahmen kann sich der Unternehmer heute noch erinnern.
W
32
10/2013 Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
ein ist ein Stück Lebensfreude und Leidenschaft. Kontinuierlich baute er den Weinhandel aus. Während die erBio ist das Tüpfelchen auf dem i der Weinquali- sten Mitarbeiter wie Stephan Thel mit der Mitarbeiternummer
tät“, sagt Peter Riegel. Er muss es wissen, denn er 1 damals noch in der heimischen Scheune arbeiteten, wurde
ist Geschäftsführer des größten und mit 28 Mio. Euro (2012) der Firmensitz 1999 in das Industriegebiet von Orsingen-Nenumsatzstärksten Bioweinhändlers in Deutschland. Riegels zingen verlagert, wo Riegel einen Neubau mit 1.550 m Fläche
Leidenschaft für Wein begann schon früh. Zuerst eröffnete er bauen ließ. „Der Bau mit einer Summe von 2,6 Mio. Mark war
vor über 30 Jahren mit Gleichgesinnten einen Laden in Kon- damals für uns ein mutiger Schritt“, erinnert sich der Weinstanz, in dem er Tee, Wolle und Wein verkaufte. Den Laden händler. Nach Fertigstellung einer weiteren 780 m großen
gibt es – unter anderer Führung – immer noch. Mit dem Ver- Lagerhalle Mitte Oktober 2007 ist jetzt auf insgesamt 2.330
ein für deutsch-okzitanische Freundschaft organisierte Riegel m Platz für 1,5 Mio. Flaschen. Insgesamt 12 Mio. Flaschen
dann eine Art Fair Trade-Handel für Weine von politisch ak- werden im eigenen Lager und beim Dienstleister Mayer in
tiven Winzern aus dem Languedoc, einer im damaligen
zentralistischen Frankreich
benachteiligten Region im
Südosten. Ab 1983 gab es diese Weine zunächst in Riegels
Gemischtwarenladen in Konstanz, 1986 wurde dann der
Großhandel gegründet. Riegel
übernahm in jenen Jahren die
Organisation für die WeinSammelbestellungen für das Im Lager mit einer Fläche von 2.330 m² (links: Gerome Stemmer, mitte: Friederike Helmes) er-­
folgt ein Teil des Umschlags der Ware. Die Angestellte Isabell Chohan (rechts) kann dem Kunden südliche Baden-Württemberg. am Telefon neben einer großen Auswahl eine anspruchsvolle Beratung bieten. Anzeige
Foto: Riegel
Foto: BIOwelt
Das Foyer des Ladens, wie hier bei den „3. Riegel Bio-­Weintagen 2013“, wird oft für Hausmessen genutzt (l.). Über 1.000 Weine kann der Großhändler seinen Kunden anbieten.
Foto: Riegel
Radolfzell verwaltet. Insgesamt 60 Mitarbeiter, davon 15 im Außendienst, teilen
Riegels Leidenschaft für Wein und seine ökologische Weltanschauung. Das wird
bei einem Besuch in Orsingen schon von außen sichtbar. Die ökologische Holzbauweise sticht sofort ins Auge: Das Lager als mächtiger Kubus, das Bürogebäude
einladend, das 2011 erweitert wurde, offen und von Grün umgeben. Ökologisch
ist auch die Unterstützung der Kampagne zur Förderung des Mehrwegsystems.
Eine von Peter Riegel angeregte Studie der Universität Gießen zur Klimabilanz von
Mehrwegsystemen kam zu dem Ergebnis, dass bis zu einer Transportentfernung
von 1.050 Kilometern Mehrweg-Weinflaschen klimaverträglicher sind als Einwegflaschen. Verglichen wurden 0,75-Liter-Einwegflaschen im 6er Karton mit 1-LiterMehrwegflachen im Kunststoffkasten. Als wichtigste Emissionsquellen erwiesen
sich die Glasherstellung bei der Einwegflasche sowie Transport und Reinigung bei
der Mehrwegflasche. Im vergangenen Jahr wurde ein Pool mit drei weiteren Großhändlern mit dem Ziel der gegenseitigen Rücknahme gegründet. Insgesamt sind
rund 1.000 Weine, davon 200 Private Label im Sortiment. 220 Lieferanten aus 15
Ländern weltweit zählen zu seinen Produzenten. Peter Riegel und sein Einkaufsteam sind sehr darauf bedacht, jeden einzelnen Lieferanten genauer kennen zu
lernen. „Der wichtigste Punkt ist die Qualitätssicherung“, unterstreicht Riegel. Seminare und Fortbildungen werden bei ihm ebenso angeboten wie die persönliche
Beratung vor Ort. Mitarbeiter im Außendienst sind bundesweit auf Tour, optimieren Sortimente und Weinregale. Mit einer Liefergarantie innerhalb von 48 Stunden,
mit Plakaten, Flyern und Displays zur Verkaufsunterstützung, mit Aktionen, Regalschildern, Wein-Informationen und einem fachhandelsoptimierten Sortiment
mit 40 Weinen als Basis, individuell erweiterbar für
alle Ladengrößen zugeschnitten, bietet Riegel dem
Fachhandel ein großes Servicepaket. So langfristig
wie die Kunden- und Lieferantenpflege ist bei ihm
auch die Betreuung sozialer Projekte angelegt. Vor
mehr als zehn Jahren nahm er sich z.B. des südafrikanischen Weinguts Stellar Organic an, das damals
als erstes biologisch wirtschaftendes Weingut in
Vor Ort in:
Orsingen
Südafrika mit dem Fairtrade Logo von FloCert zerti- IN KÜRZE
fiziert wurde. Ebenso setzt der Unternehmer im BePeter Riegel Weinimport trieb auf Kommunikation: Die Büros haben Zugang GmbH
zu Balkon oder Garten mit Teich, Bouleplatz, Grill Steinäcker 12
78359 Orsingen und Sitzplätzen. Am großen Holztisch treffen sich
täglich alle zum gemeinsamen Mittagessen, das von Tel.: 07774 9313-­0
Fax: 0 7774 9313-­810
zwei Köchinnen in der Küche frisch zubereitet wird. E-­Mail: [email protected]
Jens Hertling
Internet: www.riegel.de
MARKT
Dänemark
Klein aber innovativ
nach Aussage von CEO Peder Tuborgh demnächst auch das
Biogeschäft. Lediglich Carlsberg hat im Bio-Segment bisher
zurückhaltend agiert. Aber wer weiß, ob sich das nicht auch
noch ändert?
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
Biolebensmittel sind in Dänemark schon früh gefördert worden. Das Land
bietet Produzenten bei 5,6 Mio. Einwohnern jedoch nur ein begrenztes
Wachstumspotenzial. Deshalb zieht es Bio-Anbieter verstärkt in den Export.
Bio hat Tradition. So richtig interessant für deutsche Bio-
händler sind allerdings eher die vielen kleinen, nicht selten
handwerklich produzierenden Biobetriebe, die im ganzen
Dänemark ist in Europa Vorreiter der
Biovermarktung. Bereits seit 1987 gibt es
staatliche Richtlinien für den Ökolandbau.
Bild Links: Rasmus Bo Bojesen ist nicht nur Catering-­Experte, er bietet mit Oialla auch exotische Schokolade an. Bild rechts: Gero-­
Harmen Zempel (r.) soll die Bioschiene von Danaeg ankurbeln.
D
enkt man als deutscher Lebensmittelhändler an Dänemark, dann fallen einem wohl zunächst drei Konzerne ein, die es in ihren jeweiligen Betätigungsfeldern
international in die Spitzengruppe geschafft haben und mit
ihren Marken und Produkten wohl in jedem Supermarkt
vertreten sind: Die dänisch-schwedische Großmolkerei Arla
Foods mit Sitz in Viby bei Aarhus peilt in diesem Jahr einen
Umsatz von 10 Mrd. Euro an, der Fleischverarbeiter Danish
Crown ist mit rund 7,6 Mrd. Euro der weltgrößte Exporteur
von Bio-Schweinefleisch, und die Brauerei Carlsberg liegt mit
einem weltweiten Umsatz von rund 9 Mrd. Euro ebenfalls gut
im Rennen. In der deutschen Biovermarktung sind zumindest
Arla und Danish Crown ebenfalls positioniert. So gehört der
im Jahr 2000 gegründete Biofleisch-Spezialist Friland J. Hansen GmbH mit einem Jahresumsatz von 23,5 Mio. Euro über
seine Muttergesellschaft Friland A/S zum Danish-CrownKonzern. Die Molkerei Arla hat es hierzulande zuletzt mit
Übernahmen von Molkereien wie Hansa Milch, Allgäuland
und der auf Discount- und Handelsmarken spezialisierten
Milchunion Hocheifel (MUH) in die Top 3 der Milchverarbeiter geschafft und peilt hierzulande schon einen Umsatz von
einer Milliarde Euro an. Ausweiten will man in Deutschland
Land verstreut sind und die mit innovativen Produkt- und
Marketingideen trotz ihrer überschaubaren Größe von sich
reden machen – ob sie nun Bier brauen, Schokolade oder
Pralinen in Handarbeit fertigen, Ziegenkäse herstellen oder
Eiscreme anbieten. Dass es im kleinen Dänemark vergleichsweise viele dieser Unternehmen gibt, hat wohl etwas mit dem
Vorsprung zu tun, den Politik und Wirtschaft auf dem Biomarkt schon frühzeitig aufbauen konnten. Bereits 1987, als es
noch längst keine EU-Öko-Verordnung gab, geschweige denn
ein staatliches deutsches Biosiegel, definierte die Regierung,
was unter Bio (oder „økologisk“) rechtlich zu verstehen sei.
Zwei Jahre später wurde das staatliche “Ø”-Biosiegel ins Leben
gerufen. Nicht zuletzt durch die massiven Marketingmaßnahmen und Listungen bei großen Handelsketten wie Netto oder
Coop (unter den diversen Vertriebslinien wie Superbrugsen,
Irma oder Kvickly) sowie durch frühzeitige staatliche Absatzund Umstellungsförderung wie auch immer wieder Aktionspläne für den Ökolandbau wurde der Anteil von Biolebensmitteln über Jahre hinweg deutlich ausgeweitet. Anders als in
Deutschland durchlief der dänische Biomarkt nach 1999 einige Jahre lang eine Stagnationsphase. Seit 2005 geht es jedoch
Jahr für Jahr wieder aufwärts: 2012 erreichte der Bio-Anteil an
den Lebensmittelumsätzen die 8%-Marke und übertraf damit
den Vergleichswert aus Deutschland um mehr als das Doppelte. In den kommenden drei Jahren wird die Wachstumsrate nach Einschätzung von Organic Denmark, einer 2002 aus
acht verschiedenen Vereinigungen gegründeten Organisation
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34
10/2013 Anzeige
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
Foto: BIOwelt
Bild oben: Lars Winther Hansen ist Vertriebsleiter beim Fischverar-­
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pro Jahr, obwohl Agustson die Bioproduktion gerne ausweiten würde.
Bild Mitte: Niels und Nicolai Rømer übernahmen 1997 die Braue-­
rei Ørbaek Bryggeri auf der Insel Fünen. Der Ausstoß beträgt etwa 10.000 hl im Jahr, neben Bier auch Limonade und Whiskey.
Bild unten: Malene Aaris (l.) organisiert die Exportinitiative „Bio aus Dänemark“. Rechts im Bild Kräuter-­ und Gewürzfachmann Carsten Gregersen in der Biogärtnerei von Økologihaven in Bellinge.
Foto: BIOwelt
Dänemark
Foto: BIOwelt
MARKT
Bild links: Der Biofachhandel in Dänemark ist vergleichsweise selten. Im Bild einer der Pioniere, der Laden „Heksekosten“, der 1977 von Signe und Niels Rømer in Silkeborg gegründet wurde. Bild rechts: Lebensmittel kommen nicht aus der Dose, sondern vom Acker. Dieses den Kindern frühzeitig zu vermitteln, unternimmt beispielsweise der Bio-­Abokisten-­Anbieter Aarstiderne, der 45.000 Haushalte versorgt.
von Landwirten, Lebensmittelherstellern und Verbrauchern,
zwischen 5% und 10% liegen.
Exportchancen im Ausland. Im europäischen Vergleich
liegt Dänemark bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Biolebensmittel mit zuletzt 162 Euro pro Kopf an der Spitze in Europa
– nur die Schweizer konsumieren mit rechnerisch 177 Euro
pro Verbraucher mehr Bio. Obwohl auch dieser Wert noch
auszubauen ist, macht eine Reise durch das Land schnell klar:
Angesichts eines bei 5,6 Mio. Einwohnern vergleichsweise
überschaubaren Marktvolumens ist die Exportförderung für
die dänischen Produzenten nicht nur sinnvoll, sondern auch
notwendig. Da die Bearbeitung des deutschen Biomarktes
schon geographisch zwar nahe liegt, die Ressourcen kleinerer
Unternehmen jedoch meist übersteigt, kommt dem im Jahr
2000 gegründeten Unternehmensverbund “Bio aus Dänemark” auf diesem Feld eine wichtige Funktion in der Anbahnung von Geschäftskontakten nach Deutschland zu. Koordiniert werden die Aktivitäten, darunter Gemeinschaftsstände
auf Messen wie BioFach, Anuga, ISM oder BioNord, von der
erfahrenen Marketingexpertin Malene Aaris. Sie organisiert
die Netzwerke im In- und Ausland, vermittelt Kontakte, versucht gerade auf den internationalen Märkten, das Profil der
dänischen Erzeuger auf Events, Exkursionen und Messen zu
kommunizieren und den einen oder anderen kulturellen Unterschied zu vermitteln.
Eigenes Profil. Punkten können die KMUs aus Dänemarkt
vor allem mit handwerklicher Zubereitung, flexiblen und
innovativen Produktideen und nicht zuletzt mit markanten
Geschichten und Gesichtern. Stories wie die des gelernten
Kochs Rasmus Bo Bojesen, der nach Erfahrungen in der
französischen Spitzengastronomie neue Maßstäbe im Catering setzte (und dabei unter anderem die Königliche Oper in
Kopenhagen gastronomisch versorgt) und für wild im bolivianischen Regenwald geerntete Kakaobohnen die Biomarke
„Oialla“ im Premiumsegment entwickelt hat, lassen sich eben
gut vermarkten, sind in Dänemark aber auch keine Selten-
36
10/2013 heit. Die Bandbreite von Firmen macht einerseits deutlich,
wie stark sich kleine Unternehmen wie Woodshade Organics
(Manufaktur von Schokolade, Marzipan und Fruchtriegeln),
Peters Is (Eiscreme) oder die Brauerei Ørbaek (Bier, Whiskey,
Limonaden) mit Bioprodukten in ihren Geschäftsfeldern spezialisiert haben. Andererseits sind Unternehmen in der Größenklasse der Molkerei Thise Mejeri, die mit 76 Mio. Euro
Umsatz auch den deutschen Markt stärker ins Visier nimmt,
noch vergleichsweise selten in der dänischen Biobranche,
aber für das Überleben des Mittelstandes nicht unwichtig.
Die spannende Frage in den kommenden Jahren wird sein,
ob es die Dänen schaffen, die bisherige Vielfalt im Schatten
der Großkonzerne aufrecht zu erhalten – oder ob mittelfristig die großen Player das Ruder übernehmen. Bereits heute
sind Firmengruppen wie der größte dänische Eierproduzent
Danaeg, die Großgärtnerei Rosborg mit dem Bio-Tochterunternehmen Økologi Haven oder Fischverarbeiter Agustson in
der Biovermarktung aktiv. Der Verkauf des traditionsreichsten dänischen Biogroßhändlers Solhjulet an die Hedegaard &
Christensen Holding vor wenigen Monaten hat gezeigt, dass
auch der dänische Biomarkt in eine neue Phase eintritt, in der
es vor allem um die Sicherung der Unternehmensnachfolge
Karsten Runge
geht  und damit auch der Vielfalt.
Dänische Aussteller
auf der Anuga
Die Anuga Organic (5.-­
LQ.|OQ¿QGHQ
6LHLQ+DOOH=XGHQ
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F008/F028y/F022y/E024y)
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2LDOODSchokolade (C080a)
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Schokolade, Pralinen, Süß-­
waren (F021)
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B020/A021)
Kein Anspruch auf Vollständigkeit!
MANAGEMENT
Buchtipps
BUCHTIPPS
Die Zukunft gestalten
Unternehmer unternehmen – und haben dabei immer die Zukunft im Blick.
Wir stellen Ihnen zwei Lektüren vor, die bei der strategischen Ausrichtung – sei
es beim Personal oder im Erschließen neuer Trends – neue Anregungen geben.
Christine Wegerich
Handbuch Traineeprogramme
In diesem Handbuch stellt die Autorin die einzelnen Bausteine erfolgreicher Traineeprogramme zusammen, erläutert deren Erfolgsfaktoren und beschreibt deren Umsetzung in die Praxis – von der Auswahl geeigneter Kandidaten über die Erstellung eines
Lernprogramms bis hin zur Erfolgskontrolle. Dank zahlreicher Checklisten, Musterbeispielen für Veranstaltungs- und Workshop-Gestaltungen und Gesprächsleitfäden
gibt das Buch Führungskräften Hilfen an die Hand, mit denen sie individuelle Traineeprogramme für das eigene Unternehmen konzipieren können. Auch wenn sich
die insgesamt 13 Best Practice-Beispiele von Großunternehmen wie unter anderem
BMW, Siemens oder der Deutschen Telekom nicht 1:1 auf den Einzelhandel übertragen lassen, so finden Verantwortliche doch viele Anregungen und Ansätze dazu, wie
ein Traineeprogramm sinnvoll aufgebaut und weiterentwickelt werden kann. Wer
also hier nicht das Patentrezept erwartet, sondern Orientierung für das eigene Konzept finden und sich den theoretischen Hintergrund aneignen will, für
den ist das Buch eine gewinnbringende Lektüre.
Christine Wegerich. Handbuch Traineeprogramme: Nachwuchskräfte finden, fördern und binden. Stuttgart: Schäffer-Poeschel
Verlag, 2013, 389 Seiten, 49,95 Euro. ISBN: 978-3-7910-3190-3
Ralph Scheuss
Trend Tools
Wer Trends nicht erkennt, verpasst die Zukunft – diese Aussage zieht sich konsequent durch
das kleine Büchlein „Trend Tools“. Der St. Galler Autor Ralph Scheuss präsentiert die Instrumente aus dem Zukunftsmanagement in einer kompakten, praktisch nutzbaren Form.
Dabei beantwortet er Fragen wie „Wie man Zukunftsmärkte erkennt, Zukunftskompetenz
aufbaut, attraktive „Zukünfte“ entwirft und Zukunftschancen nutzt“. Das Buch ist ideal für
Führungskräfte mit strategischen Aufgaben, die sich heute mit der ständigen Veränderungsdynamik konfrontiert sehen. Die praktischen „Management Tools“ sind sofort anwendbar und eröffnen eine Fülle von Anregungen. Das Buch stellt wichtige Zukunftsfragen und bietet Werkzeuge für den Umgang mit der Zukunft. Es ist eine nützliche Lektüre
für diejenigen, die nicht im Nebel stochern wollen, sondern systematisch
danach fragen, was dem Kunden morgen wichtig ist.
Ralph Scheuss. Trends Tools: Zukunft entdecken, Perspektiven finden,
Chancen nutzen, Walhalla Workbook. Regensburg: Walhalla Fachverlag, 2012, 135 Seiten, 16,95 Euro. ISBN-13: 978-3802939983.
38
10/2013 BIOwelt Academy
MANAGEMENT
Kundentypen:
Erkennen und ansprechen
Die Palette der Kundentypen im Biofachgeschäft ist bunt gemischt.
Wir haben sie in sechs Gruppen unterteilt, sagen, woran Sie diese erkennen
und geben Tipps für die individuelle Ansprache.
Foto: BIOwelt
1. Der sparsame Kunde
Woran Sie ihn erkennen:
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Wie Sie reagieren:
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2. Der anspruchsvolle Kunde
Woran Sie ihn erkennen:
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Wie Sie reagieren:
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3. Der unentschlossene Kunde
Woran Sie ihn erkennen:
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Wie Sie reagieren:
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4. Der entschlossene Kunde
Woran Sie ihn erkennen:
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Wie Sie reagieren:
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5. Der schweigsame Kunde
Woran Sie ihn erkennen:
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Wie Sie reagieren:
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6. Der redselige Kunde
Woran Sie ihn erkennen:
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Wie Sie reagieren:
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10/2013 39
MANAGEMENT
BIOwelt Academy
Verkauf
Foto:www.pixelio.de/ S. Hofschlaeger
Wenn Viele alles wollen – Kundenandrang managen
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Kleine Rechtskunde: Waren richtig auszeichnen
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Vielfältiger Genuss – Obst und Gemüse im Herbst
Äpfel, Aprikosen, Birnen, Brombeeren,
Kirschen, Mirabellen, Pflaumen,
Stachelbeeren, Trauben, Zwetschgen
Blattspinat, Blumenkohl, Brechbohnen,
Brokkoli, Buschbohnen, Champignons,
Chinakohl, Eisbergsalat, Endiviensalat,
Feldsalat, Fenchel, Knollensellerie,
Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Mangold,
Möhren, Rote Bete, Rotkohl,
Salatgurken, Stangenbohnen,
Stangensellerie, Tomaten, Weißkohl,
Zucchini, Zuckermais, Zwiebeln, Wirsing
Oktober
Äpfel, Aprikosen, Birnen, Quitten
Blattspinat, Blumenkohl, Brechbohnen,
Brokkoli, Buschbohnen, Champignons,
Chicoree, Chinakohl, Eisbergsalat,
Endiviensalat, Feldsalat, Fenchel,
Grünkohl, Kartoffeln, Knollensellerie,
Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Mangold,
Möhren, Rosenkohl, Rotkohl, Rote Bete,
Schwarzwurzeln, Stangenbohnen,
Stangensellerie, Tomaten, Weißkohl,
Wirsing, Zucchini, Zwiebeln
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November
Äpfel, Birnen
Blattspinat, Blumenkohl, Brokkoli, Chicoree,
Chinakohl, Champignons, Endiviensalat,
Feldsalat, Fenchel, Grünkohl, Kürbis,
Kartoffeln, Knollensellerie, Lauch, Mangold,
Möhren, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl,
Schwarzwurzeln, Stangensellerie, Weißkohl,
Wirsing
Foto: www.pixelio.de/w.r.wagner
September
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MANAGEMENT
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Hintergrund
Konservierungsstoffe? – Nein, danke!
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Obst und Gemüse
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Ernährung während der Schwangerschaft
Leben
MANAGEMENT
Mühlentag bei der Ölmühle Solling
Zum Mühlentag der Ölmühle Solling (im Bild die Inhaberfamilie Baensch, v.l. Sohn Sebastian, Inhaberin Gudrun, Tochter Sarah und Inhaber Werner) kamen über 2.000 Besucher. Mit einer Schaupresse konnte jeder Besucher sein eigenes Rapsöl pressen und mit nach Hause nehmen. Foto: Bodan Forum bei Bodan
Knapp 100 Ein-­
zelhandelspartner folgten der Einla-­
dung des Groß-­
händlers Bodan zum alljährlichen Partnerforum in Überlingen. Dabei wurde dem Wunsch der Naturkost-­Ein-­
zelhändler Rech-­
nung getragen, Höfe der Bio-­Erzeu-­
gergemeinschaft Bodensee zu besuchen. Die Naturkostsaf-­
terei Voelkel erhält Auszeichnung als bester Ausbildungs-­
betrieb 2012 von der Arbeitsagentur. Sie würdigt seit einigen Jahren Unternehmen im Landkreis Lüchow-­
Dannenberg für ihr besonderes Engagement in der Ausbildung. Foto: Voelkel Die Mitarbeiterin der Bio-­Molkerei Söbbe-­
ke Eva Schneider mit Willie Smeenk bei der Beringung eines Jung-­
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Venn. Beim diesjährigen 25-­jährigen Firmenju-­
biläum von Söbbeke kamen viele Spenden für das Naturschutzgebiet zusammen.
Voelkel erhält Preis
Hausmesse bei Rinklin
Foto: Rinklin
Foto: Söbbeke
Söbbeke sponsort
Naturschutzgebiet
Foto: Ölmühle Solling
Foto: BIOwelt
Foto: Ölmühle Solling
Einen regen Zuspruch gab es bei den stetigen Führungen durch die Ölproduktion. Pro-­
duktions-­ und Betriebsleiter erklärten anschaulich, wie ein kalt gepresstes Öl von der Saat bis hin zur Abfüllung entsteht.
Im Rahmen einer kleinen Hausmesse präsentierten 19 Aus-­
steller auf dem Unternehmensgelände von Rinklin Naturkost in Eichstetten ihre kulinarischen Highlights.
10/2013 43
MANAGEMENT
Recht
Elternzeit: Kann im
Zeugnis stehen
Urlaub: BriefkastenKontrolle
Facebook-Eintrag:
Arbeitgeber liest mit
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A
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Zeitbetrug:
Fristlose Kündigung
Unfall mit eigenem Hund: Auf dem Weg
zur Arbeit zählt dies als Arbeitsunfall
A
rbeitnehmer müssen hinsichtlich
ihrer Arbeitszeit stets korrekte
Angaben machen. Andernfalls riskieren sie eine fristlose Kündigung, wie
das Landesarbeitsgericht RheinlandPfalz entschieden hat. Im vorliegenden
Fall war einer Angestellten gekündigt
worden, die ihre Arbeitszeiten selbst in
Zeitsummenkarten eingetragen hatte.
Dabei schummelte sie. Als der Arbeitgeber davon erfuhr, kündigte er der Frau
fristlos. Die Richter bestätigten die Kündigung. Gestatte der Arbeitgeber seinen
Mitarbeitern, die Arbeitszeit selbst zu
dokumentieren, müsse er sich darauf
verlassen können, dass sie korrekte Angaben machten. (Az.: 10 Sa 270/12)
44
10/2013 uch wenn eine Kündigung während des Urlaubs eintrifft, ist die
Zustellung wirksam. Ob der Mitarbeiter das Schreiben tatsächlich zur
Kenntnis nimmt, ist unerheblich. Die
dreiwöchige Frist, innerhalb der eine
Kündigungsschutzklage zulässig ist,
beginnt trotzdem zu laufen. Das hat
das Bundesarbeitsgericht klargestellt.
Einem OP-Pfleger war fristlos gekündigt worden, als er im Urlaub im Ausland war. Die Kündigungsschutzklage
reichte er nach den drei Wochen ein.
In Ausnahmefällen könnten Klagen
zwar auch nachträglich zugelassen
werden. Ein solcher Ausnahmefall
liege hier aber nicht vor. Es sei kein
Grund, dass der Arbeitnehmer von
der Kündigung wegen seines Urlaubs
erst später Kenntnis erhalten habe.
Es sei darauf abzustellen, wann unter
gewöhnlichen Umständen mit dem
Zugang des Schreibens zu rechnen
sei. Da Hausbriefkästen täglich geleert würden, gingen Briefe auch an
diesem Tag zu. (Az.: 2 AZR 224/11)
itteilungen auf Facebook können
für Arbeitnehmer gefährlich werden. Das musste jetzt ein Lagerist erfahren, der trotz Bandscheibenvorfalls seine
schwangere Frau hochhob und davon
im Internet Bilder postete. Durch diese
Aktion habe der Lagerist den Heilungserfolg gefährdet und sich grob genesungswidrig verhalten, hatte der Arbeitgeber argumentiert. Dass er geheiratet
hatte, während er krankgeschrieben war,
spielte dabei keine Rolle. Der 1,95 Meter große gekündigte Mann vertrat die
Auffassung, er habe seine Ehefrau im
Überschwang der Gefühle einmal kurz
hochgehoben. Dies rechtfertige seiner
Meinung nach keine Kündigung. Seine
Frau sei 1,67 Meter groß und habe selbst
hochschwanger nur 62 Kilo gewogen.
Drei Tage nach der Hochzeit bekam er
die fristlose Kündigung zugestellt. Die
Richter argumentierten, dass als Kündigungsgrund generell anerkannt wird,
wenn krankgeschriebene Arbeitnehmer
genesungswidrig handeln. (Arbeitsgericht Krefeld, 3 Ca 1384/13)
N
ach einem Urteil des Landessozialgerichts Sachsen-Anhalt kann
ein versicherter Arbeitsunfall vorliegen,
wenn ein Arbeitnehmer vom eigenen
Hund auf dem Weg zur Arbeit umgerannt
und dabei verletzt wird. Ein Arbeitnehmer war morgens auf dem Weg zum Auto
von seinem Schäferhund umgerannt worden und verletzte sich. Da er mit seinem
Wagen zur Arbeit fahren wollte, stand
die Frage im Raum, ob es sich um einen
Arbeitsunfall handelte. Nach Auffassung
Wer auf den Weg zur Arbeit von seinem der Richter in Halle hat sich der Mann
Hund verletzt wird, kann dies als auf dem unmittelbaren Weg zur Arbeit
Arbeits unfall geltend machen.
befunden. Dass er sich von seinem Hund
verabschieden wollte und nach diesem pfiff, sei nur eine unerhebliche und geringfügige Unterbrechung des Arbeitswegs gewesen. (Az. L 6 U 12/12)
Foto: www.pixelio/www.hamburg-­fotos-­bilder.de
immt ein Arbeitnehmer Elternzeit, muss er damit rechnen, dass
die Auszeit im Arbeitszeugnis erwähnt
wird. Eine Diskriminierung des Angestellten ist darin nicht zu sehen, wie
die Richter des Landesarbeitsgerichts
Köln entschieden. Im verhandelten
Fall verlangte eine Arbeitnehmerin
von ihrem Arbeitgeber eine Entschädigung. Sie hatte ein Arbeitszeugnis
bekommen, das sie als diskriminierend empfand. Die Frau hatte rund
sechs Jahre für die Firma gearbeitet
 ein Jahr davon war sie in Elternzeit.
In dem Arbeitszeugnis erwähnte der
Arbeitgeber die Auszeit. Das Gericht
sprach der Frau keine Entschädigung
zu. Ein potenzieller neuer Arbeitgeber
habe großes Interesse daran, zu erfahren, ob das Wissen des Bewerbers auf
dem aktuellen Stand sei. Erhebliche
Ausfallzeiten des Mitarbeiters dürften
deshalb im Arbeitszeugnis erwähnt
werden. In diesem Zusammenhang sei
die einjährige Elternzeit eine nennenswerte Ausfallzeit. (Az.: 4 Sa 114/12)
Recht
MANAGEMENT
Stevia: LG Konstanz sieht
irreführende Werbung
Überstunden: Keine
besondere Anordnung notwendig
W
D
as Thema Überstunden sorgt immer wieder für arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen. In einem aktuellen Fall
hat das Landesarbeitsgericht Hamm entschieden, dass es keiner besonderen Anordnung des Arbeitgebers für die Leistung
von Überstunden bedürfe, wenn diese Überstunden notwendig seien, um anfallende Arbeiten zu erledigen. Der Kläger
war achtzehn Monate lang als Nachtwache bei einem privaten
Pflegedienst beschäftigt. Bei einer regelmäßigen monatlichen
Arbeitszeit von 120 Stunden wurde im Arbeitsvertrag auch
schriftlich geregelt, dass mit der Zahlung des Grundgehaltes
Überstunden mit abgegolten wurden. Nach Ableisten von ca.
540 Überstunden und Beendigung des Arbeitsverhältnisses
erhob der Kläger Zahlungsklage über einen Betrag von 6.750
Euro. Zurecht, urteilte das LAG Hamm. Wenn Überstunden
gebilligt oder geduldet würden oder zur Erledigung der anfallenden Aufgaben notwendig seien, reiche dies aus. Unter Berufung auf die ständige Rechtsprechung interpretierte das Gericht zudem die Abgeltungsklausel im Vertrag als unwirksam.
(Az.: 13 Sa 512/12)
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erden Lebensmittel, die mit dem Süßungsmittel
„Steviolglycoside“ gesüßt sind, mit dem Begriff
„Stevia“ beziehungsweise Abbildungen von Stevia-Blättern beworben, so besteht die Gefahr einer Irreführung.
Das geht aus einem Urteil des LG Konstanz hervor. Die
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte den Hersteller eines mit Steviolglycosiden gesüßten Lebensmittels mit der Begründung abgemahnt, dass die Begriffe
„Stevia-Fluid“ sowie „Stevia-Blätter“ in der Beschreibung
irreführend seien, da es sich bei den Steviolglycosiden
lediglich um ein chemisch gewonnenes Isolat der
Stevia-Pflanze handle, das aber mit der
Pflanze selbst nicht mehr viel gemein
habe. Aus dem Grund sei auch
die Abbildung eines
Stevia-Blattes auf dem
Produkt irreführend,
so die Richter. (Az.: 7 O
32/12 KfH)
Es darf nur mit Stevia geworben werden, wenn auch Stevia-­Bestandteile in dem Produkt sind.
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Illegaler Leiharbeiter: Kann
sich in neue Firma einklagen
W
erden Arbeitnehmer von ihrem Betrieb unerlaubterweise an eine andere Firma verliehen, können sie sich
dort auf eine unbefristete Stelle einklagen, urteilte das Landesarbeitsgericht Hamm. Ein Mann war bei einer Reinigungsfirma
angestellt. Diese setzte ihn vorwiegend bei einem Kunden ein.
Für den Kunden erledigte der Mann Hausmeistertätigkeiten,
regelte den Wareneingang oder besetzte die Poststelle. Im Frühjahr 2012 klagte der Mann. Er wollte feststellen lassen, dass sein
Arbeitsverhältnis nicht zwischen ihm und der Reinigungsfirma
bestand, sondern zwischen ihm und dem Kunden. Mit Erfolg,
urteilten die Richter. Der Mann sei wie ein Zeitarbeiter in die
betriebliche Organisation des Kunden eingegliedert gewesen.
Die Rahmenvereinbarung über Dienstleistungstätigkeiten sei
ein Scheinwerkvertrag. Die Reinigungsfirma habe ihn vielmehr
wie einen Zeitarbeiter verliehen, ohne dass sie eine Erlaubnis zur
gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung hatte. Die Überlassung sei deshalb illegal und der Arbeitsvertrag zwischen der Reinigungsfirma und dem Mann ungültig. Stattdessen sei kraft gesetzlicher Fiktion ein Arbeitsvertrag zwischen dem Kunden und
dem Leiharbeitnehmer zustande gekommen. (Az.: 3 Sa 1749/12)
10/2013 45
MANAGEMENT
Investitionshilfen
Mit Kindern einkaufen
Foto: www.pixelio.de/Helene Souza
Wer sein Ladenkonzept auf Familien mit Kindern abstimmt, erhöht die Verweildauer dieser Zielgruppe und damit seinen Umsatz. Einige Tipps und Beispiele.
Einkaufen ohne Stress – das klappt, wenn die kleinen Kunden im Laden Beschäftigungsmöglichkeiten haben.
D
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46
en Einkauf mit Kindern empfinden viele Familien als
großen Stress. Dennoch haben Studien gezeigt, dass
Kinder immer häufiger Einfluss auf die Kaufentscheidungen ihrer Eltern nehmen. In einer repräsentativen Studie
wurde das Konsumverhalten von 6,2 Mio. deutschsprachigen
Kindern im Alter von sechs bis 13 Jahren ermittelt. 72% der
Kinder dürfen sich demnach kleiden, wie es ihnen gefällt, 63%
frei über ihr Taschengeld verfügen. In einer weiteren Studie der
Universität Wien wurde ermittelt, dass der Einfluss von Kindern auf die Kaufentscheidungen in Geschäften und Supermärkten von Eltern enorm unterschätzt wird. Nur die Hälfte
der Spontankäufe, die im Supermarkt von Kindern ausgelöst
werden, soll den Eltern auch bewusst sein.
10/2013 Kinder – die Kunden von morgen. „Ich halte es für wichtig, dass auch Kinder gern ihre Eltern in den Bioladen begleiten
und dies als besonders positives Einkaufserlebnis empfinden“,
sagt Klaus Lorenzen, Geschäftsführer der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft Landwege, die vier Biomärkte in Lübeck
und Bad Schwartau betreibt. Lässt sich der Umsatz dadurch
steigern? „Das kann keiner messen, ist aber menschen- und
kundenfreundlich und damit natürlich auch umsatzsteigernd“,
sagt Raoul Schaefer-Gröbel, Inhaber des Bonner Naturkostladens Momo. „Kinder sind eine Zielgruppe, viele Menschen
kommen erst zur Naturkost, weil sich die Eltern um ihr Kleines
mehr sorgen als um sich selbst“, so Schaefer-Gröbel.
Folgendes sollte in der Ladengestaltung beachtet werden:
1. Breite Gänge mit Platz für einen Kinderwagen.
2. Toiletten: Eine Kindertoilette mit niedrigerem Sitz ebenso
ein für Kinder erreichbares Waschbecken.
3. Eltern-Kind-Parkplätze für Eltern mit Babys und Kleinkindern freihalten. Diese Parkplätze sind breit, so dass ein Kinderwagen neben dem Fahrzeug Platz hat.
Beispiele zu „Familienfreundlich“
‡„Kinder-­ und Familienfreundliches Zertifikat“: Die City Initiative Karlsruhe (CIK) hat dieses Projekt entwickelt. Das Zertifikat sorgt dafür, dass die Kunden sich darauf verlassen können, beim Einkauf, Essen oder Freizeitspaß auf eine kind-­
gerechte Umgebung zu treffen. Kriterien: gut begehbarer Ein-­
gangsbereich für Kinderwagen, Familienpreise und besonders kinderfreundliches Servicepersonal. ‡IHK-­Plakette „Selbstverständlich familienfreundlich“ für den Einzelhandel in Kassel und Marburg: Die IHK vergibt die Plakette an Einzelhandelsbetriebe, die sich als besonders fa-­
milienfreundlich auszeichnen. Dabei unterscheidet die IHK zwi-­
schen Maßnahmen, die im Grunde eine Selbstverständlichkeit darstellen und Ausdruck gelebter Familienfreundlichkeit sind, Mindeststandards, die seitens der Unternehmen erfüllt werden müssen, und freiwilligen Leistungen, die der familienfreund-­
lichen Profilierung des Unternehmens dienen. Des Weiteren gibt es Mindeststandards, die als verbindlich vorausgesetzt werden. Hierzu zählen Spielangebote für Kinder (Spielecke, Spielkiste, Maltisch etc.), Platz, um einen Kinderwagen abstellen zu kön-­
nen und die Schaffung von Wickelmöglichkeiten. Es muss kein eigener Wickelraum zur Verfügung gestellt werden, sondern es reichen eine Wickelunterlage aus.
‡IKEA: Was Kinderfreundlichkeit angeht ist der Möbelriese IKEA gut aufgestellt. Es gibt einige Spielecken, Spielplätze und vor allem Spielsachen. Die Kinder haben so viele Möglichkeiten sich abzulenken, etwa an den Dutzenden Stofftieren, die gefühlt in jedem Gang herumstehen. Es gibt sehr viele Sitzgelegenheiten und genügend Platz herumzulaufen.
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Checkliste
für den Ladenbau
breite Gänge bringen Ru
he und Übersicht in den Einkauf
Kinderspielecke
gut gekennzeichnete Ein
-­ und Ausgänge
Wickeltisch
Übersichtstafeln
bunte Farbgestaltung
Süßigkeiten nicht in Auge
nhöhe
Kindereinkaufswagen
gerade Wegführung und
rutschfeste Bodenbeläge
keine Stufen
Automatiktür
%DE\SÀHJHXQG%DE\NRV
PHWLNLP$QJHERW
Hochstuhl im Ladenbistr
o
Verkaufsraum gleichmäßig
und gut ausgeleuchtet mit warmem Licht
4. Automatisch öffnende Eingangstüren statt Drehkreuz.
5. Einkaufswagen mit Abstellfläche für eine Babyschale und
kindgerechte
Einkaufsfahrzeuge machen den Einkauf einfacher.
6. Süßwarenfreie Kassen, die
immer besetzt sind.
7. In größeren Geschäften: Spielecken unter Aufsicht Erwachsener und nicht in Ausgangsnähe,
wo Kinder leicht unbemerkt verschwinden können.
8. Ein ausgeschilderter Still- und
Wickelraum mit der erforderlichen Privatsphäre. Wickelplätze, die für Väter und Mütter gleichermaßen zugänglich.
Sicherheit geht vor. Klaus Lorenzen empfiehlt, Süßwaren nicht in Augenhöhe zu platzieren. „Das ist dennoch kaum zu realisieren  Kinder sind z.T.
auch zu erstaunlichen Kletterleistungen in der Lage. Eine naschfreie Kassenzone ist bei uns überall realisiert. Mit Kindereinkaufswagen haben wir nicht nur
positive Erfahrungen gemacht – sie sind z.T. umkippgefährdet“, so Lorenzen.
Es sei gut, wenn Kinder die Möglichkeit haben, an den Bedienbereichen etwas
zu probieren – die Eltern müssen natürlich vorher gefragt werden. In den neuen Märkten haben die Landwege-Verantwortlichen eine Wickelmöglichkeit in
den Kundentoiletten sowie eine kleine Spielecke in jedem Markt eingerichtet.
„Sie wird auch von den Kunden eingefordert“, so Lorenzen. Die Ecke befindet
sich meist in Bistronähe, sollte aber nicht zu dicht an Ein- oder Ausgang liegen.
„Eine Spielecke muss nicht sehr teuer, aber sicher sein: Stühle, Tisch, eine Tafel,
passendes Spielzeug, Bücher  beim Spielzeug kann man auch versuchen, mit
einem ortsansässigen Laden zusammenzuarbeiten“, so Lorenzen. Jörg Linssen,
Leitung Marketing bei Wanzl Ladenbau, empfiehlt vor allem auf einen plumpen
Quengelbereich an der Kasse zu verzichten. Neben breiten Gängen sei auf Türen
zu achten, die leicht zu öffnen sind. Bei der Spielecke rät er nicht von der „Stange
zu kaufen und die Phantasie walten lassen“ und sich eventuell von einem Ladenbauer beraten zu lassen.
„Ein ausgearbeitetes Konzept zum Thema kinderfreundlicher Bioladen gibt es
bei uns nicht“, sagt Dieter Römhild, Einzelhandelsberater beim Großhändler Bodan. Jedoch gebe es Empfehlungen für die Kaufleute, die an den Großhändler
herantreten. Dennoch sei das Thema „Kinderfreundlichkeit“ kein Thema in der
Ladengestaltung mehr, da „es alle machen“. „Familienfreundlichkeit ist in der Gesellschaft angekommen“, sagt Römhild.
Wie ist die rechtliche Situation, wenn Kinder die Ware angeknabbert haben? Bei
Kindern unter sieben Jahren hängt dies von der jeweiligen „Aufsichtssituation“
ab. Die Verbraucherzentralen vertreten die Rechtsposition, dass Eltern bei einer
angemessenen Aufsicht angeknabberte Ware nicht bezahlen müssen. Wegen des
geringen Streitwertes gibt es dazu allerdings noch keine richterlichen Urteile.
Jens Hertling
MANAGEMENT
Die glorreichen 7
Folge 2
Das Ladenkonzept
Die glorreichen 7: Tipps zur Laden-­
gestaltung für den inhabergeführten Biofachhandel
Das Ladenkonzept ist die Grundlage für viele weitere
Entscheidungen. Teil 2 der BIOwelt-Serie „Die glorreichen 7“
Alle Fotos: Petzinger
in Kooperation mit dem Ladenplanungsbüro Der Petzinger.
1
Die Grundlagen
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Abteilungen mit eigenem Cha-­
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2
Die Bestandsanalyse
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Kundenanalyse
Standortanalyse
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Potenzial der Räumlichkeiten
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Mitbewerber
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3
Schaufenstergestaltung
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Gut ausgeleuchtet, attraktive Eyecatcher  HLQ6FKDXIHQVWHUNDQQHLQH(LQODGXQJVHLQ
48
10/2013 Die glorreichen 7
4
Ideenfindung, Raumskizzen, Grundrisspläne
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tPetzinger-special-Tipp:
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tPetzinger-special-Tipp:
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Vorschau: Tipp 3
Der Eingangsbereich – „die Landezone“
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MANAGEMENT
5
Abteilungen planen
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-BEFOLPO[FQU
Der Autor
Werner Petzinger ist Gründer und Geschäftsführer des Planungsbüros Der 3HW]LQJHU
.RQWDNWZZZGHUSHW]LQJHUGH
10/2013 49
SORTIMENT Glutenfreie Backwaren
Garantiert glutenfrei
Zöliakie ist eine der häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten.
An Herstellung und Verkauf von glutenfreien Produkten sind strenge
Vorgaben geknüpft. Wer diese beachtet, kann sich leicht Kompetenzen
aufbauen und neue Zielgruppen erschließen.
A
llergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen in den letzten Jahren und Jahrzehnten in allen industrialisierten Ländern drastisch zu. Neben der Laktose-Intoleranz ist die Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) eine der
am häufigsten vorkommenden Lebensmittelunverträglichkeiten.
Eine Chance für den Fachhandel, mit dem Angebot von entsprechenden Produkten den Umsatz zu steigern. Doch wieviel Aufwand und Know-how sind nötig, um dieses Sortiment kompetent und wirtschaftlich anbieten zu können?
1. Die Betroffenen. Nach Schätzungen der Deutschen Zölia-
kie Gesellschaft (DZG) ist in Deutschland jeder 250. Mensch von
Zöliakie betroffen. In einer Stadt wie Köln wären das rund 4.000
Menschen. Davon zeigen sich laut DZG bei 10 bis 20 Prozent der
Betroffenen die klassischen Symptome einer Unverträglichkeit
wie Blähungen, Durchfälle, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Müdigkeit oder Erbrechen, bei 80 bis 90 Prozent zeigen sich hingegen
Foto: Steinofenbäcker
Brot und Backwaren gehören zu den Grund-­
nahrungsmitteln. Umso größer sind die Ein-­
schränkungen, wenn Zöliakie diagnostiziert wird. 50
10/2013 untypische oder überhaupt keine Symptome. „Die Prävalenz
[Krankheitshäufigkeit, die Redaktion zeigt in den letzten
Jahren einen deutlichen Anstieg, wobei die Zöliakie vermehrt
im Erwachsenenalter diagnostiziert wird“, sagt Oecotrophologin
Sofia Beisel von der DZG. Für Verbraucher, die von dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffen sind, bedeutet das einen
lebenslangen Verzicht auf das Klebereiweiß Gluten. Wird dieser
Ernährungsgrundsatz nicht eingehalten, kann es zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut kommen, bei
der die Nährstoffaufnahme durch den Darm gestört wird. Gluten
und seine verwandten Eiweiße sind in fast allen Getreidearten –
darunter auch Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer – und
daher in vielen Lebensmitteln und vor allem auch in herkömmlichen Brot und Backwaren enthalten.
2. Die Rohstoffe. Bei der Herstellung von glutenfreien Back-
waren ist die Vermeidung von glutenhaltigen Getreiden oberstes
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WoraufSiesichverlassenkönnen:
DasPrüfsiegelfürglutenfreieProdukte
Wer vergibt das Siegel? Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V. (DZG)
Kategorie des Siegels: Produkte
Wo gilt das Siegel? national oder europaweit
Wie lange gilt es?'UHL-DKUHDE=HUWL¿]LHUXQJDQ-­
schließende Weiterführung möglich
Seit 2007 dürfen Produkte, die weniger als zwei Milli-­
gramm Gluten pro 100 Gramm enthalten, als glutenfrei verkauft werden. Um das Glutenfrei-­Siegel der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG), die durchgestrichene Ähre, für ausschließlich in Deutschland vertriebene Produkte verwenden zu dürfen, muss ein Unternehmen einen na-­
tionalen Lizenzvertrag mit der DZG abschließen und die Produkte regelmäßig im Labor analysiert werden, um sicherzustellen, dass sie kein Gluten enthalten. Für Ex-­
porteure ist der Abschluss eines Europäischen Lizenzab-­
kommens möglich. Wird der Vertrag gekündigt oder nicht ZHLWHUJHIKUW PXVV QRFK YRUKDQGHQH ]HUWL¿]LHUWH :DUH
innerhalb von sechs Monaten ausgeliefert werden.
Achtung: Das Glutenfrei-­Label (durchgestrichene Ähre) sagt lediglich aus, dass es sich um glutenfreie Produkte handelt. Aufschluss darüber, ob die Produkte auch aus kontrolliert ökologischem Anbau stammen, geben sie nicht. So können auch konventionelle Produkte dieses Siegel tra-­
gen. Das Label dürfen Sie übrigens nicht ohne Genehmi-­
gung der DZG verwenden. Bitte fragen Sie dort nach den entsprechenden Regelungen: www. dzg-­online.de.
Gebot. Was nach einer einfachen Strategie klingt, ist in der Realität jedoch nicht unproblematisch und eine kleine Wissenschaft
für sich. Denn: „Im normalen Brot hat man außer dem Gluten
keine anderen Zutaten, die eine Teigstruktur erzeugen“, erklärt
Volker Apitz, Inhaber der Demeter-Bäckerei Vollkern aus dem
brandenburgischen Rohrlack, die Problematik. „Diese muss man
bei glutenfreien Varianten irgendwie ersetzen.“ Vollkern beliefert über 70 Verkaufsstellen im Raum Berlin-Brandenburg und
dem größeren Umkreis mit Brot- und Backwaren, darunter auch
mit glutenfreien Produkten. Als Alternative zu Weizen- oder
Roggenmehl werden daher zum Beispiel Mais, Reis, Hirse, aber
auch Buchweizen eingesetzt. „Reis, Hirse und Mais sind diejenigen Rohstoffe, die dem Gaumen am meisten schmeicheln,“ so
Apitz. „Jedoch kann man diese auf Grund des fehlenden Eiweißes
nicht alleine verbacken, sondern muss sie mit ein oder mehreren Zutaten kombinieren, um eine Teigstruktur zu erhalten.“ Als
Verdickungs- oder Bindemittel wird daher oft auf Johannisbrotkernmehl oder Guakernmehl zurückgegriffen. Der unvermeidbare Nachteil: Die Zutatenliste ist lang, was beim ernährungsbewussten Endverbraucher nicht unbedingt den besten Eindruck
hinterlässt. Auch hinsichtlich der Qualität der Produkte müssen
SORTIMENT Glutenfreie Backwaren
mitunter Abstriche gemacht werden. Neben der Frischehaltung
ist auch die Krusten- und Porenbildung ein Problem. „Bei glutenfreiem Brot bekommt man einfach keine mit normalen Broten
vergleichbare Porung hin, und auch den Brötchen fehlt es generell an Leichtigkeit und Lockerheit“, sagt Friedrich J. Dieter, Geschäftsführer der Steinofenbäcker GmbH aus Ibbenbüren. „Aber
dagegen kann man leider nicht viel tun.“ Es gibt aber auch Produkte, die sich nur schwer bis gar nicht glutenfrei herstellen lassen. „Volumige Backwaren wie Plunderteilchen, Croissants und
andere Blätterteigprodukte benötigen für den Aufbau ihrer Struktur unbedingt Gluten,“ sagt Juliane Palm von der Firma Bauckhof Naturkost, die im Bereich Trockensortiment eine Vielzahl an
glutenfreien Produkten, darunter Mehle und Kuchen- und Brotbackmischungen, anbietet.
3. Die Verarbeitung. An den Herstellungsprozess von glutenfreien Backwaren sind strenge Vorgaben geknüpft. „Schon beim
Anbau müssen die Landwirte darauf achten, dass kein Fremdbesatz auf ihren Feldern zu finden ist. Auch die Transportmittel
müssen gründlich gereinigt sein, damit es nicht durch Verunreinigungen durch glutenhaltige Getreidesorten kommen kann“, schildert Palm. Ebenso gilt es bei Lagerung, Produktion, Abpackung
und Verkauf der Produkte, Kontaminationen mit Gluten zu vermeiden. „Bereits ein Korn kann dafür sorgen, dass der zulässige
EU-weit festgelegte Grenzwert von 20 mg/kg überschritten wird,“
so Palm. Größere Unternehmen wie der Bauckhof oder auch die
Naturkornmühle Werz fertigen daher die glutenfreien Backwaren
auf separaten Anlagen, auch die Lagerung der Rohstoffe erfolgt
getrennt. Bei kleineren Betrieben ist das hingegen nicht immer
umsetzbar. So bäckt der Steinofenbäcker seine glutenfreien Produkte ein- bis zweimal die Woche in einer Sonderschicht nach
gründlicher Reinigung von Produktionsräumen und Anlagen.
Foto: www.pixelio.de/Verena Münch
4. Der Verkauf. Auf dem Weg in die Verkaufsstellen müssen
jegliche glutenfreien Frischeprodukte vorverpackt werden, damit sie nicht mit glutenhaltigen Artikeln in Berührung kommen.
Auch im Verkauf und bei der Warenpräsentation müssen Kontaminationen ausgeschlossen werden. Eine klassische Kontaminationsfalle lauert dabei im Verkauf von halben Broten.
Werden Brote durchgeschnitten, darf dieses nicht mit
demselbem Messer und auf demselben Brett geschehen
wie bei glutenhaltigen
Produkten.
Aber
52
Alternative zu glutenhaltigen Getreidesorten: Mais.
10/2013 auch im Regal, an den Händen oder Transportkisten lauern Kontaminationsquellen. „Glutenfreie Backwaren bleiben glutenfrei,
indem sie in ihrer Verpackung gelassen werden“, formuliert Apitz
eine Grundsatzregel. Wird im konventionellen Bereich dabei auf
Plastik gesetzt, verwenden Biobäckereien aus ökologischen Gesichtspunkten – wie auch die Bäckerei Vollkern – z.B. Pergaminpapier. Der Nachteil: Wirklich durchsichtig ist die Verpackung
nicht, der Kunde kann nur erahnen, was sich darin befindet. Das
wiederum erschwert eine attraktive Warenpräsentation. „Wir
persönlich bauen darauf, dass der Kunde die Marke kennt und
sich daher für den Artikel entscheidet“, so Apitz. Eine gezielte
Neukundenansprache und entsprechende Warenpräsentation
sieht auch Friedrich J. Dieter als zweitrangig an: „Hier geht es weniger um die Argumente als um die Notwendigkeit des Verzehrs
bei den Kunden, die auf diese Produkte angewiesen sind. Frische
wird in der Regel gezielt gekauft.“ Anders sieht es im Bereich der
Trockenware aus. „Wir empfehlen Händlern, ein gesondertes Regal für glutenfreie Produkte einzurichten und dieses als solches
kenntlich zu machen,“ sagt Juliane Palm von Bauckhof. „Sollte das
aus Platzgründen nicht möglich sein, ist es erforderlich, die Produkte an den Regalen sichtbar hervorzuheben.“ Dafür bietet der
Bauckhof bei Bedarf Glutenfrei-Regalschienen an.
5. Die Beratung. Einen hohen Stellenwert im Kontext mit glutenfreien Backwaren – sei es im Bereich Frische oder im Trockensortiment – nimmt die Beratung durch das Verkaufspersonal ein.
„Vor allem Menschen, die gerade die Diagnose ‚Zöliakie‘ gestellt
bekommen haben, sind mit dieser neuen Situation oft überfordert,“ so Palm. Besonders dann ist es sehr hilfreich, wenn das Verkaufspersonal die Angebotspalette der gelisteten Firmen kennt,
die Möglichkeiten glutenfreier Ernährung aufzählen und über
Inhaltsstoffe aufklären kann. „Darüber hinaus gibt es viele Sondersituationen wie Familienfeiern oder Urlaubsreisen, die einer
fachkundigen Beratung bedürfen,“ sagt Palm. Genauso wichtig
wie die Fachkenntnis ist jedoch – gerade im Frischebereich – das
Bewusstsein und eine gewisse Sensibilität für das Hantieren mit
glutenfreien Produkten. Eine Verkäuferin müsse z.B. wissen, dass
sie die Backwaren nicht auspacken und neben die anderen Brote
ins Regal legen dürfe, so Bäckermeister Apitz. Regelmäßige
Schulungen helfen hier, den an den Verkauf von gluten-
Anzeige
Foto: BIOwelt
Im Trockensortiment bietet sich bei glutenfreien Backwaren – wie hier beim Superbiomarkt – eine Blockplatzierung an.
freien Frische-Backwaren geknüpften hohen Standard zu
halten und diesen den Kunden vorzuleben.
6. Das Potenzial. Es sind nicht nur die Zöliakie-Betroffenen, die auf glutenfreie Produkte zurückgreifen, sondern
auch Verbraucher, die sich bewusst für diese Ernährungsform entscheiden und für eine gewisse Zeit oder dauerhaft
glutenfrei essen wollen. So kann es z.B. zu Zwecken einer
Darmsanierung oder bestimmter Diäten gut und sinnvoll
sein, auf Gluten zu verzichten. „Ich denke, 20 bis 30 Prozent
der Kunden, die glutenfreie Produkte kaufen, müssten es –
zumindest aus Unverträglichkeitsgründen – eigentlich nicht,“
so Apitz. Nicht zu vergessen sind zudem die einkaufenden
Angehörigen. „Der Familien- oder Wochenendeinkauf wird
immer dort stattfinden, wo auch glutenfreie Produkte erhältlich sind“, sagt Sofia Beisel. Trotzdem: Auch wenn glutenfreie
Produkte Bestandteil jedes Vollsortimentes sein sollten und
dem Fachhändler zur Profilierung und zum Kompetenzbeweis dienen, ist Eines klar: „Glutenfreie Backwaren im
Frischebereich sind ein Randgeschäft und sollten als Ergänzungsprodukte zum Gesamtsortiment gesehen werden“, sagt
Dieter. So bietet der Steinofenbäcker – zumeist auf Vorbestellung – lediglich ein glutenfreies Brot, ein Früchtebrot sowie
im Bereich Konditorei Florentiner oder Lübecker Makronen
und Mandelhörnchen an, die klassisch ohne Mehl hergestellt
werden. Ähnlich sieht es bei Volker Apitz aus: Vier Brot- und
drei Brötchensorten sind bei ihm glutenfrei, daneben noch
ein Kuchen. „Erst letztens haben wir zwei glutenfreie Kuchen
wieder aus dem Sortiment genommen, weil sie schlechter
gelaufen sind als erhofft,“ so der Inhaber. Auch der Steinofenbäcker bietet mittlerweile keine glutenfreien Brötchen mehr
an. „Das Thema ‚glutenfrei‘ kam vor zwei bis drei Jahren auf,
da wurde das Angebot größer, bis man merkte, dass sich viele
Artikel einfach nicht so gut verkauften“, erläutert Dieter. „Für
uns als Biobäckerei ist es eine Verpflichtung, glutenfreie Varianten anzubieten – nicht mehr und nicht weniger.“
Stephanie Nölke
SORTIMENT Neue Produkte
Provamel
Leicht süßlich und lecker: Der neue Bio ReisMandeldrink von Provamel wird aus Bio-Reis
und ganzen südeuropäischen Mandeln hergestellt und mit einem Hauch Agavendicksaft
gesüßt. Als Milchalternative pur, mit Müsli oder
aufgeschäumt mit Kaffee und Tee genießen.
BioSüd: Halle 7, Stand K 18
BioNord: Halle 13, Stand G 24
ZUR BIONORD 2013
Melvita
Damit die Gesichtsreinigung
Haut nicht noch unnötig
angreift, wurden für die neue
Gesichtsreinigungslinie Floral Bouquet drei milde Blüten
mit herausragenden Pflegeeigenschaften ausgesucht: Die
Persische Rose, die Marokkanische Orangenblüte und die
Mediterrane Narzisse.
BioSüd: Halle 7, Stand N 01
BioNord: Halle 13, Stand H 12
Lebensbaum
Lebensbaum hat seine TeeZeit-Reihe
um zwei Sorten erweitert: TeeZeit
zum Denken und TeeZeit zum Ankommen. Alle sechs TeeZeit-Sorten
gibt es im praktischen Teebeutel.
BioSüd: Halle 7, Stand M 30
BioNord: Halle 13, Stand H 19
Bio Planète
Dr. Antonio Martins
Ab sofort sorgt coco juice von Dr. Antonio Martins auch
unterwegs für erfrischenden Genuss — in der praktischen 330 ml PET-Flasche mit
Schraubverschluss. Erhältlich in den
drei Sorten coco juice pur, coco juice
mango sowie coco juice grüner tee
und weißer pfirsich.
Anuga: Halle 8.1, Gang B, Stand 049
BioSüd: Halle 5, Stand G 19
BioNord: Halle 13, Stand F 03
54
10/2013 Bauckhof
Läufer-Müsli Start und Läufer-Müsli
Ziel wurden in Zusammenarbeit mit
dem Langstreckenläufer Jan Fitschen
und dem Institut für Sporternährung entwickelt und bieten jeweils
eine optimale Zusammensetzung an
Nährstoffen für die Phasen vor und
BioSüd: Halle 5, Stand F 18
nach dem Training.
BioNord: Halle 13, Stand D 12
Naturata
Naturata Teigwaren erhalten ein neues Gewand. Ebenfalls
neu: die Sorte „Hörnchen“. Altbewährt bleibt hingegen
die Zusammenarbeit mit 25 Landwirten einer DemeterErzeugergemeinschaft, welche für Naturata die traditionellen Dinkel-Sorten anbaut. Mit ihnen bestehen schon
seit über 20 Jahren faire Handelsbeziehungen.
Gemahlen und verarbeitet wird der Dinkel
dann ebenfalls unweit des Anbaugebietes.
Neu: Klimaneutrale Nudel  die CO2Emissionen, die bei der Herstellung und
dem Transport von Nudel und Verpackung
entstehen, werden in Zusammenarbeit mit
myclimate finanziell kompensiert.
BioSüd: Halle 5, Stand A 21
BioNord: Halle 13, Stand G 22
Alle Fotos: Hersteller
Der Ölmühle Moog ist mittels eines einzigartigen Verfahrens, der sogenannten 3D-Filtration, gelungen, die
Bitterstoffe auf natürliche Weise aus dem Bio-Leinöl zu
entfernen. Die Bitterkeit im Leinöl wird durch einen bestimmten Eiweißbaustein, ein Peptid, verursacht. Dessen
Struktur wird genutzt, um es in einer dreidimensionalen
Matrix herauszufiltern. Durch das 3D-Filtrationsverfahren kann sichergestellt werden, dass die Bitterstoffe
des Leinöls nicht mehr enthalten sind und das Leinöl so
seinen Geschmack länger behält. Das neue kaltgepresste Öl
aus goldener Leinsaat überzeugt mit seinem milden, nussigen
Geschmack und ist somit die ideale Basis der Omega ColorVitalölserie. Leinöl ist auch ernährungsphysiologisch wertvoll,
da es zu etwa zwei Dritteln aus den mehrfach ungesättigten
Fettsäuren Alpha-Linolensäure (Omega 3) und Linolsäure
(Omega 6) besteht.
BioSüd: Halle 5, Stand B 03
BioNord: Halle 13, Stand C 07
Neue Produkte SORTIMENT
Schilcher Käse
Ökoland
Die ‚Via Mala‘ ist eine bis zu 300m tiefe
und 6km lange Schlucht. Die Straße
nach Italien über den San Bernadino führt durch diese Schlucht und
gleichzeitig auch zu den 1600-2500
m gelegenen Hochalpen des Dorfes
Nufenen. Die Kühe, die dort im Sommer
weiden, sind die ‚Lieferanten‘ für die Spezialität an Bündner
Bergkäse. Nach mindestens elf monatiger Reifezeit und sorgfältiger Pflege bekommen wir unseren würzig-kräftigen Spitzenbergkäse Viamala.
BioSüd: Halle 7, Stand Q 17
Feine Ökoland-Würstchen aus
reinem Bio-Rindfleisch. Sie enthalten neben einem
hohen Fleischanteil
wertvolles Sonnenblumenöl. Die feine
Gewürzmischung
verleiht ihnen einen
würzigen Geschmack.
Auf Zusatzstoffe aller
Art verzichten wir aus
Überzeugung.
BioSüd: Halle 5, Stand B 04
BioNord: Halle 13, Stand C 12
Stuwa
Das Rapswachs wird ausschließlich aus der in Europa wachsenden
Rapspflanze hergestellt und ist
biologisch abbaubar, da keine
künstlichen bzw. synthetischen
Inhaltsstoffe zugesetzt werden.
Info: www.stuwa.de
The Bridge
Der neue praktische und moderne
Bio Reis Drink ist aus 17% italienischem Reis hergestellt und in der
neuen Tetra Edge verpackt. Das
neue Produkt enthält Quell-Wasser
aus den kleinen Dolomiten sowie
Distelöl (Omega 3 und 6). Es wird
mit der ganzen Erfahrung eines
Familienunternehmens produziert.
Info: www.thebridgesrl.com
Ölmühle Solling
Für das Barbecueöl werden Erdnüsse mit
Pfeffer, Rosmarin, Kümmel, Senfkörnern,
Lorbeerblättern, Wacholderbeeren und
Knoblauch mühlenfrisch kalt gepresst. Es ist
ideal geeignet für die heiße Küche — zum
Backen und Braten, zum Marinieren von
Fleisch und Fisch sowie für Käse.
BioSüd: Halle 7, Stand N 25
BioNord: Halle 13, Stand A 27
Sonett
ZUR
Die Handseife 7 Kräuter (vormals
Épure) vereint den Duft von
sieben ätherischen Pflanzenölen,
die mit den Planeten verbundenen sind. Die milde Seife
eignet sich bestens für Hände,
Gesicht und Körper.
BioSüd: Halle 7, Stand M 09
BioNord: Halle 13, Stand J 10
BIOSÜD
2013
Öma Beer
Blumig-bunte Blütenmischung trifft fein-cremigen Weichkäse: Öma
Edler Weisser FlowerPower ist eine Komposition, die
durch ihre raffinierte Blumennote alle Käsefreunde geschmacklich und optisch betört.
BioSüd: Halle 5, Stand B 04, BioNord: Halle 13, Stand C 12
Mehr Informationen zur Buchung und der Wahl des Produkt des Monats bei Sonja Shirley, Tel.: 0541-580544-80
10/2013 55
MESSEN BioNord & BioSüd
Start in den Messeherbst
Mit der BioSüd am 15. September und der BioNord am 6. Oktober finden
in den kommenden Wochen zwei der vier Regionalmessen statt.
Wir geben Ihnen einige nützliche Informationen für Ihre Besuchsplanung.
H
aben im Frühjahr die BioOst sowie die BioWest ein gelungenes Debüt gefeiert, steht der Herbst ganz im Zeichen
der bereits etablierten Regionalmessen BioSüd (Augsburg) und BioNord (Hannover). In Ausburg wurden im vergangenen Jahr 3.850 Fachbesucher (+13,2% gegenüber 2011) und 474
Aussteller (+38%) gezählt, in Hannover waren es 4.100 Besucher
(+11,4%) und 434 Aussteller (+20%). Weit über 500 neue Produkte
wurden dabei auf den beiden Messen präsentiert. Auch für dieses
Jahr erwartet der Veranstalter, die Matthias Deppe & Wolfram
Müller GbR, eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte. Dabei steht
das Thema Regionalität wie gewohnt im Vordergrund: Rund 20%
der Aussteller auf der BioSüd und rund 15% der Aussteller der BioNord haben im Umkreis von 200 Kilometern um den jeweiligen
Messestandort ihren Sitz. An erster Stelle steht der direkte Kon-
Stephanie Nölke und Jens Hertling
Alle Angaben ohne Gewähr
Sonntag, 15. September 2013
Hallen 5 und 7
‹
‹
‹
‹
‹
Veranstaltungsort:
Augsburger Schwabenhallen
Messe- und Veranstaltungs GmbH
Am Messezentrum 5
86159 Augsburg
Öffnungszeiten: Sonntag, den 15. September 2013
von 9 bis 17:30 Uhr, Tageskasse ab 8:30 Uhr
Eintritt: 15 Euro, Kinder und Auszubildende
(mit Nachweis) haben freien Eintritt
Internet: www. biosued.de
Akkreditierung: ein Formular ist unter
www. biosued.de/Besucher abrufbar
Anreise:
Mit dem Auto:
Aus Richtung München, Nürnberg oder Stuttgart
kommend über die A8 München-Stuttgart bis zur
Anschlussstelle Augsburg/West. Von dort auf die B17
Richtung Landsberg bis zur Ausfahrt Augsburg/Messe.
Aus südlicher Richtung (Allgäu, Österreich, Schweiz)
kommend auf der A96 bis zur Anschlussstelle Landsberg/
Nord. Von dort auf die B17 Richtung Landsberg bis zur
Ausfahrt Augsburg/Messe.
10/2013 ‹
Kontakt:
Messeservice-Büro:
Tel.: 0511-87654-820
E-Mail: [email protected]
‹
nächster Termin:
Sonntag, 28. September 2014
Foto: Deppe & Müller
Mit Bus und Bahn:
Vom Hauptbahnhof /Stadtzentrum (Königsplatz) mit
der S 3 bis zur Haltestelle „Bukowina-Institut/PCI“
(Fahrzeit ca. 12 Minuten). Von dort gelangen Sie zu
Fuß in ca. 8 Minuten zum Messezentrum.
Achtung: Wegen des Königsplatz-Umbaus vom Hauptbahnhof mit dem Bus B1 Richtung Göggingen bis zur Haltestelle Maria Stern und von dort mit der Buslinie 41 bis
zur Haltestelle „Messezentrum“ (Fahrzeit ca. 15 Minuten)
Tipp: Für Messe-Besucher steht in diesem Jahr ein
kostenloser Bus-Shuttle zwischen Bahnhofsvorplatz und
dem Messegelände zur Verfügung. Die Busse fahren im
Pendelverkehr von
8:30 bis 11 Uhr alle 15 Minuten
11 bis 16 Uhr alle 30 Minuten
16 bis 18:30 Uhr alle 15 Minuten
BioSüd
‹
56
takt zwischen Ausstellern und Fachbesuchern. Ein besonderes
Highlight für das Messepublikum wird in diesem Jahr ein ShowCooking mit einem Fernsehkoch und prominenten Akteuren aus
Politik und Biobranche sein, in dessen Rahmen über Trendthemen wie vegane Ernährung informiert wird. Apropos essen: Das
Catering bei beiden Veranstaltungen übernimmt erstmalig Michael Ganster, Inhaber von „Naturkost am Buchhornplatz“ im
Friedrichshafen. Man darf also gespannt sein, mit welchen Köstlichkeiten er das Fachpublikum überraschen wird. Übrigens: Beide Messen bieten während der Öffnungszeiten eine professionelle
Kinderbetreuung an. Dort haben Ihre Kinder von 3 bis 12 Jahren
viel Spaß beim Basteln, Malen und Spielen, während Sie selbst zu
einem hoffentlich inspirierenden Messe-Rundgang starten!
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BioNord & BioSüd MESSEN
Alle Angaben ohne Gewähr
BioNord
Sonntag, 6. Oktober 2013
Halle 13
‹
‹
‹
‹
‹
Veranstaltungsort:
Deutsche Messe
Karlsruher Straße 12
(gegenüber liegt West 1
und Halle 13)
30880 Hannover
Öffnungszeiten: Sonntag, 6. Oktober 2013,
von 9 bis 17:30 Uhr
Eintritt: 15 Euro, Kinder und Auszubildene
(mit Nachweis) haben freien Eintritt
Internet: www.bionord/de
Akkreditierung: ein Formular ist unter
www.bionord.de/Besucher abrufbar
Anreise:
Mit dem Auto:
Aus allen Richtungen kommend der Beschilderung Messe folgen. Die entsprechende Ausfahrt
auf der A7 nehmen und dann vom Messeschnellweg die Ausfahrt Messe-Süd nehmen. Dort gibt
es ausreichend Parkflächen. Auf der Homepage
der BioNord steht ein detailierter Parkplatzplan
als Download zur Verfügung.
Mit Bus und Bahn:
Vom Hauptbahnhof mit der U 8 bis Messe-Nord
Endhaltestelle.
Tipp: Da der Fußweg von dort zu den Messehallen
sehr weit ist, sollten Sie den Shuttle-Bus bis zur
Halle 13 in Anspruch nehmen.
Mit dem Flugzeug:
Vom Flughafen bis zum Hauptbahnhof und dann
mit der U 8 wie oben beschrieben.
‹
Kontakt: Messeservice-Büro
Tel.: 0511-87654-820
E-Mail: [email protected]
‹
nächster Termin:
Sonntag, 14. September 2014
Foto: Deppe & Müller
‹
10/2013 57
MESSEN
BioSüd & BioNord
Kontakte knüpfen
Was erwarten Hersteller und Fachhändler von ihrem Besuchen auf der
BioSüd in Augsburg und der BioNord in Hannover? Die BIOwelt hat nachgefragt.
er
Herstell
Erwin Winkler, Geschäftsführer Herbaria Kräuterparadies GmbH, Fischbachau
Foto: Herbaria
„Wir haben uns für diese beiden Messen entschieden, weil wir in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit diesen Regionalmessen gemacht haben. Für uns ist es wichtig, sich für den Fachhandel am Messetag Zeit zu nehmen und seine Anregungen und Wünsche direkt vor Ort zu besprechen. Hierfür sind die Regionalmessen der optimale Rah-­
men. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass wir dort viele neue Kunden gewinnen und bestehende Kundenbezie-­
hungen vertieft positiv weiterentwickeln konnten. Dies werden wir auch dieses Jahr wieder bei unseren Gesprächen auf den Messen fortführen. Wir erhoffen uns natürlich den Besuch der Inhaber des Naturkostfachhandels, aber auch sämtliche Mitarbeiter des Fachhandels sind für uns sehr wichtig, um Erfahrungen auszutauschen und Empfehlungen, Tipps und Proben direkt an das Verkaufspersonal weiterzugeben. Dieses Jahr waren wir bereits auf der BioFach in Nürn-­
berg, der BioWest in Düsseldorf und auf der BioOst in Berlin. Ich finde, es ist schwierig, die BioFach direkt mit den Regionalmessen zu vergleichen, da in Nürnberg vor allem internationales Fachpu-­
blikum vor Ort ist. Die BioWest und BioOst hätten unserer Meinung nach jedoch stärker frequen-­
Gudrun und Werner tiert sein können. Dennoch sind die Baensch, Inhaber Ölmühle Solling, Boffzen
Regionalmessen für uns ein Muss. Gerade die BioSüd ist für „Der Naturkostfachhandel und Feinkosthandel ist unsere Kernzielgruppe, uns als bayerisches Un-­
die wir bestens auf den Regionalmessen erreichen. Dabei ist für uns das per-­
ternehmen natürlich sönliche Gespräch zur Kundenbindung wie zur Neukundengewinnung sehr wichtig sehr wichtig.“
sowie die Verkostung unserer Ölspezialitäten und Präsentation neuer Produkte. Wir möchten unseren Neuauftritt der Ölmühle Solling, den wir Anfang 2013 eingeführt haben, weiter kommunizieren, bestehende Kontakte pflegen sowie Neukunden generieren. Insbe-­
sondere die BioNord erschliesst für uns regionale, heimatbewusste Kunden, die wir einfacher und schneller versorgen können. Beide regionale Herbstmessen, insbesondere die BioSüd, bedeuten für uns auch eine ideale Möglichkeit, den Bekanntheitsgrad der Ölmühle Solling weiter zu steigern. Ansonsten sind wir durch unseren gut eingeführten Onlineshop von überall bundesweit gut zu erreichen. Mit der bisherigen Organisation sind wir sehr zufrieden. Parkmöglichkei-­
ten direkt vor den Messehallen wären erleichternd. Wir halten die regionalen Biomessen, auch die in diesem Jahr erstmalig stattgefundenen BioWest und BioOst für wichtige Veranstaltungen, um einen persönlichen Kontakt zu den Händlern in den jeweiligen Gebieten anbieten und herstellen zu können. Auf ein Jahr verteilt sind neben der BioFach im Februar zwei Frühjahrs-­ und zwei Herbstmessen, die bundesweit gut platziert sind, eine ideale flächendeckende Präsentationsmöglichkeit. Außer den oben genannten Messen haben wir in diesem Jahr keine weitere be-­
sucht. Mit der BioFach sowie den Regionalmes-­
sen fühlen wir uns ausreichend Michaela Abdelhamid, und gut versorgt.“
Martina Gebhardt, Marketingleiterin Mayka Naturbackwaren, Geschäftsführerin Martina Schliengen
Gebhardt Naturkosmetik, Rott am Lech
Foto: Solling
er
Herstell
„Wir stellen seit mehreren Jahren erfolg-­
reich auf der BioNord und BioSüd aus. Seit dem letzten Jahr befindet sich unser Stand jeweils auf dem Demeter-­Areal. Durch die Demeter-­Zertifizierung unseres gesamten Produktsortiments sind wir hier nun noch bes-­
ser platziert. Die Veranstaltungen leben von dem unmittelbaren Kontakt mit den Händlern. Wir set-­
zen mit einem flächendeckenden Außendienst auf Kundennähe, welche wir auch durch die Teilnahme an regionalen Messen stärken möchten. Da wir un-­
sere Produkte exklusiv im Fachhandel und über die Naturkosmetikerin vertreiben, erwarten wir viele Fachhändler an unserem und freuen uns auch dieses Jahr wieder auf gute Gespräche und Anregungen.“
58
10/2013 „Seit Bestehen dieser beiden Messen ist Mayka mit dabei und wir waren bisher fast immer sehr zufrieden. Insgesamt sind die Re-­
gionalmessen eine gute Ergänzung zur BioFach. Die BioFach ist eher Branchentrend-­ und Export-­
messe, während die Regionalmessen einen wichtigen Beitrag zum Kontakt zwischen Fachhandel und Hersteller leisten. Als Unternehmen mit relativ kleinen Vertriebskapazitä-­
ten ist es uns enorm wichtig, gute Chancen zum Dialog mit dem gesamten Handelsspektrum in Deutschland konsequent wahrzu-­
nehmen. Die Regionalmessen sind dabei zum unverzichtbaren In-­
strument geworden. Die Konzentration auf einen Veranstaltungstag und vor al-­
lem die bessere Erreichbarkeit für Fachhändler aus einer Region haben viele Vorteile. Die Überschaubarkeit des Angebots und die lockere Atmosphäre der Regionalmessen tragen positiv zur Qualität der Gespräche am Stand bei. Das Interesse an den Produkten und am Austausch ist deutlich intensiver als bei der BioFach.“
Foto: Mayka
Foto: Martina Gebhardt
er
Herstell
Herste
ller
BioSüd & BioNord
Martina Thalmayr, Geschäftsführe-­
rin, Bio Bäuerin, Gronsdorf/Haar
„Ich habe dieses Jahr die BioFach, BioNord, -­Süd, -­Ost, regionale Slowfood-­Messen und die Sana/Bologna besucht. Ich fahre zur BioNord und –Süd wegen der persönlichen Kon-­
takte zu meinen Lieferanten, Produzenten und Firme-­
ninhabern. Die Messen unterscheiden sich teilweise erheblich von den Produkten und Ausstellern. Sehr positiv finde ich, dass hier der Kundenkontakt direkter und persönlicher ist als beispielsweise auf der BioFach und der Aufwand auf einen Messetag begrenzt ist. Ich nehme meine Angestellten nicht mit auf die Messen. Bei kleinen, inhabergeführten Geschäften mit Spezialitäten und besonderen Produkten ist der persönliche Kontakt „Chefsache“. Die Kommunikation dieser Beziehungen, Kontakte und Geschichten an unsere Kunden ist die Stärke der Biowelt. Diese Authentizität ist neben der hochstehender Qualität unserer verkauften Produkte die Grundlage, weshalb unsere Kunden bei uns einkaufen. Im Zuge der Messeinflation und Verwässerung im Biobereich sollte jede Messeorga-­
nisation eine klare Zielsetzung und Konzeption haben bezüglich Aussteller-­ und Besucherstruktur, die ange-­
sprochen werden soll, und diese auch konsequent umsetzen. Profilierung, neue Denk-­ und Her-­
angehensweisen statt Einnahmenmaxi-­
mierung wären hier mehr.“
Foto: BIOwelt
Fachhändler
Barbara und Volker P i c a r d , B i o m a r k t Picard, Frankfurt
„Ich persönlich habe am Tag der BioSüd leider einen anderen, wichti-­
gen Termin, dafür wird meine Kollegin und Mit-­Geschäftsführerin Anja Hadamek vor Ort sein – gemeinsam mit einem ganzen Schwung unserer Belegschaft. Der Besuch bei der BioSüd ist für uns fast wie ein Betriebsausflug. Wir freuen uns über jeden Mit-­
arbeiter, der Interesse bekundet, mitfahren zu wollen. Das Schöne an den Regionalmessen ist die Tatsache, dass die Produkte und Neuheiten der ausstellenden Firmen direkt vor Ort ausprobiert und verkostet werden können. Sie sind im Gegensatz zur BioFach, die ich zum Teil etwas konzeptorien-­
tierter und zukunftsgerichteter finde, irgendwie „greifbarer“ – gerade auch für unsere Mitarbeiter, die sich direkt vor Ort von der Vielfalt und Qualität der Bioprodukte überzeugen können. Wir erleben es immer wieder, dass der Besuch der BioSüd – gerade für diejenigen Mitarbeiter, die vielleicht noch nicht 100prozentig bioaffin sind – einen Motivationsschub darstellt, sich mit der Branche und ihren Erzeugnissen zu identifizieren. Noch ist es möglich, es in einem Tag über die Messe zu schaffen, sollte die Zahl der Aussteller zukünftig jedoch weiter wachsen, sollte eventuell über einen zweiten Veranstaltungstag nachgedacht werden.“
Dr. Nicolaus Müller, Gesamtlei-­
ter Marketing/Vertrieb, Lebensbaum – Ulrich Walter GmbH, Diepholz
Fachhändler
Foto: Lebensbaum
Foto: BIOwelt
Dr. Ilse Hildebrandt, Inhaberin, Biowelt, Potsdam
Foto: Patrick Meroth
Fachhändler
MESSEN
„ W i r b e s u c h t e n „Wir haben uns für beide Regionalmessen entschieden, da sich (bisher) ausschließ-­
sowohl die BioSüd als auch die BioNord als regionale Messen lich und jedes Jahr etabliert haben. Hier findet ein reger Austausch zwischen Handel die BioFach in Nürn-­
und Markenanbietern statt. Zudem können auf beiden Herbstmes-­
berg, weil es für uns näher ist sen die Neuprodukte der zweiten Jahreshälfte vorgestellt werden. Wir erhoffen und die Aussteller für unseren uns Zeit für einen guten Gedankenaustausch mit verschiedenen Großhändlern, vielen Einzel-­
Bereich (fast) alle dort sind. händlern aus dem Naturkostfachhandel und Reformhaus und auch Herstellerkollegen sowie Außerdem ist dort das Flair eine gelungene Vorstellung von und Feedback zu Neuprodukten. Nach unseren Einschätzun-­
des ‚weltweiten’ für uns im-­
gen hätte die Besucherfrequenz auf den Frühjahrsmessen – BioOst und BioWest – deutlich mer interessant. Für unsere höher sein können. Das bringt uns dazu, zukünftig unsere Standgröße zu überdenken. Gene-­
Mitarbeiter bieten wir (bezahl-­
rell wird die Zukunft zeigen, ob ein Bedarf für die BioWest und BioOst besteht bzw. inwieweit ten) Besuch an, wenn die Per-­
regionale Großhändler auf eine eigene Hausmesse verzichten und sich auf den regionalen sonal-­Lage dies zulässt.“
Biomessen stärker engagieren.“ Herste
ller
Anzeige
MESSEN
BioFach
Die Zukunft
hat schon begonnen
Die BioFach 2014 startet vom 12.-15.2.2014 nicht nur mit einem neuen
Erscheinungsbild. Mit der „Organic 3.0” wird es einen neuen Schwerpunkt
geben. Daneben wird es auch die Erlebniswelten wieder geben – und, ganz
im Trend der Zeit, einen Fokus auf vegetarische und vegane Produkte.
N
icht alles neu macht der Februar, aber doch so
Einiges: Wenn die ersten Besucher der Fachmesse BioFach am 12. Februar 2014 das Gelände der
Nürnbergmesse betreten, wird ihnen wohl als erstes der
Foto: BioFach
Auf ein Neues: 2014 wird die BioFach im Verbund mit der Vivaness mit einem neuen Erschei-­
nungsbild an den Start gehen.
60
10/2013 neue Markenauftritt der Veranstaltung ins Auge fallen.
Organisch, dynamisch, abgerundete Formen statt eckiger,
dabei orientiert an dem Reichtum der Natur – so hat die
Gießener Agentur Yool von Hassaan Hakim den Relaunch
Anzeige
angelegt, der sich in der Tat deutlich vom bisherigen Erscheinungsbild unterscheidet. Das in diesem Jahr eingeführte Konzept der „Themenwelten”
(2013 lag der Schwerpunkt auf Käse) hat sich offensichtlich bewährt und
wird 2014 fortgeführt.
Dass eine Messe an den aktuellen Trends nicht vorbeisegeln sollte, hat
das Team um Udo Funke natürlich erkannt: „Vegan liebt Bio” wird es 2014
heißen. Wenn man bedenkt, dass sich geschätzt eine Milliarde Menschen
vegetarisch ernähren sollen, dann dürfte gerade eine weltweit orientierte
Messe wie die BioFach eine gute Plattform sein, um Synergien herzustellen und darzustellen. Bereits 2013 hatten 436 Aussteller der BioFach und
43 Aussteller der Vivaness entsprechende Produkte im Programm. Angesichts des anhaltenden Trends dürften diese Zahlen 2014 noch getoppt
werden. Das Thema interessiert nicht nur den Handel, es interessiert auch
die Gastronomie, in der vegetarische und vegane Konzepte zunehmend
gefragt sind. Am Neuheitenstand wird es im kommenden Jahr eine eigene
Kategorie „Vegan” geben, im Messebegleiter wird diese mit einem kleinen
Label eigens gekennzeichnet.
„Organic 3.0“ als Schwerpunkt. Weltweit gilt es unverändert, große
Herausforderungen zu meistern – etwa bei der Sicherung der Welternährung, dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und der immer
noch zunehmenden Industrialisierung in bisher traditionell agrarisch geprägten Ländern. Deshalb muss der Ökolandbau – inzwischen in immerhin 160 Ländern nach zertifizierten Standards betrieben – über die rein
ökologische Frage hinaus auch den ursprünglichen ganzheitlichen Ansatz
neu definieren. Mit dem Schwerpunkt „Organic 3.0” will die BioFach genau diese Zukunftsfragen stellen – oder besser: Den Akteuren der Branche weltweit ein Forum bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen
und den Ökolandbau inhaltlich weiterzuentwickeln. Dass der Fokus 2014
auf der Landwirtschaft liegt, werden viele begrüßen, die sich entweder
noch an die Anfänge der Biobewegung erinnern oder den ursprünglichen
Impuls, ökologisch zu wirtschaften, in die Gegenwart übertragen haben.
Wie sieht die Zukunft aus? Allerdings haben sich die Rahmenbe-
dingungen seit den Gründerzeiten deutlich verändert – und das wird in
Zukunft auch so weitergehen. Markus Arbenz, Geschäftsführer des Weltdachverbandes der Ökolandbau-Bewegungen IFOAM, blickt voraus: „In
Zukunft wird eine Vielzahl kleiner und kleinster Märkte entstehen, wo
sich Produzenten und Verbraucher dank neuer Medien zusammenfinden.” Wer wird unter diesen neuen Bedingungen Geschäftsmodelle entwickeln, die zukunftsfähig sind? Qualitäts- und Produktionseigenschaften sieht Arbenz in einem Prozess der Individualisierung. „Transparenz
wird nicht nur eine Frage der Zertifizierung, sondern des direkten Informationsaustausches sein.” Spannend dürfte sein, inwieweit solche doch
eher abstrakten Zukunftsvisionen in die Realität der Märkte übertragen
werden können. Deutlich wird das etwa, wenn Arbenz andeutet, dass
man sich auch Fragen wie der Preistransparenz oder der „Gerechtigkeit
der Systeme” stellen wolle. Dass bei wachsendem Wettbewerb das Thema
Branchenethik ein ständiger Begleiter von Wachstumsraten und Verdrängungskämpfen sein wird, bleibt zu hoffen, wenn der Biomarkt nicht vollKarsten Runge
ends als „das Gleiche in Grün” enden soll.
MESSEN
Anuga
Auf ein Neues
Vom 5.-9.10.2013 findet die Fachmesse Anuga Organic im Rahmen der
Foto: Kölnmesse
Anuga wie gewohnt in Halle 5.1 statt. Womit dürfen Besucher rechnen?
Hohe Internationalität: Die Anuga spricht ein sehr internationales Pu-­
blikum an. Das gilt auch für die Anuga Organic.
K
ennen Sie Aksara Kencana Purta? Nach dem, was
wir recherchieren konnten, hat sich das 1998 gegründete Unternehmen aus Jakarta, Indonesien,
auf den Vertrieb von Honig, Tee und Heilkräutern spezialisiert. Auf der Anuga, die in diesem Jahr wieder turnusgemäß vom 5.-9.10.2013 in den Hallen 1 bis 11 auf dem
Messegelände in Köln-Deutz stattfindet, dürfen Sie Herrn
Henry Tedjasaputra gleich in Halle 01.1 an Stand D072/
D082 ansprechen. Schließlich ist sein Unternehmen eines
von 1.143, die unter der Kategorie „Bio-Produkte” im Ausstellerkatalog der Anuga gelistet sind. Wenn Sie den vorab
schon mal ausdrucken wollen, reservieren Sie sich ein paar
Minuten am Gemeinschaftsdrucker: Es sind schlappe 191
Seiten.
62
10/2013 Weltweite Leistungsschau. Dass Bioprodukte auf der
Anuga ausgestellt werden, ist eigentlich nicht verwunderlich – auch nicht, in welcher Breite Unternehmen aus der
Ernährungsindustrie inzwischen auf den Zug aufgesprungen sind. Schließlich erfreut sich die Biobranche weltweit
seit Jahren meist hervorragender Wachstumsraten, und
die Anuga als Messebündel für Feinkost, Getränke, Chilled & Fresh Food, Fleisch, TK, Mopro, Brot & Backwaren,
Heißgetränke und eben auch Bio ist schließlich die Weltleitmesse für den Lebensmittelsektor. 2011 wurden insgesamt 6.743 Aussteller aus 97 Ländern gezählt, die BruttoAusstellungsfläche betrug 284.000 m. Ohne gründliche
Messeplanung im Vorfeld besteht durchaus die Gefahr,
verloren zu gehen zwischen indonesischen Heilkräutern
Anzeige
und bolivianischen Nüssen. Für solche Fälle sollte unter anderem eine eigene Anuga-App helfen, die allerdings erst ab Mitte September angeboten wird
und über deren Qualtät wir deshalb hier noch keine Aussage treffen können.
Nun haben natürlich viele der 1.143 Aussteller lediglich wenige Artikel oder
manchmal sogar nur ein Produkt in Bioqualität im Sortiment. Deshalb ist
es naheliegend, auf der Anuga Organic als eine von zehn verschiedenen
Fachmessen das gebündelte Angebot in Augenschein zu nehmen. Die Tatsache, dass es die Bio-Anbieter seit 2007 zu einer eigenen Messe unter dem
Dach der Anuga gebracht haben, zeugt vom gewachsenen Stellenwert der
Wirtschaftsbranche Bio in der globalen Ernährungswirtschaft. Andererseits
müssen sich die Bio-Aussteller bis heute die Halle 05.1 mit Chilled & Fresh
Food teilen, was wohl auch in diesem Jahr wieder für manche Irritation sorgen wird, trotz der optisch durchaus sichtbaren Abgrenzung der Bereiche.
Einige bekannte Gesichter. Filtern wir die Liste der 1.143 Bio-Treffer
einmal auf die Anuga Organic herunter, zählt man zunächst 224 Aussteller
in Halle 05.1. Die haben teilweise eigene Stände, teilweise sind sie an Gemeinschaftsständen anzutreffen (etwa die Italiener mit einem starken Kontingent an D060/F069), und einige müssen Sie schon in anderen Hallen etwa
bei den Molkereien oder den Bäckern suchen, da sie auf der Anuga Organic
lediglich ihre neuen Produkte in der Sonderschau “Voll Bio” präsentieren
lassen (E001/F008). Den ein oder anderen bekannten Anbieter werden Sie in
Köln allerdings auch entdecken: die Bio Zentrale etwa, die jetzt zum Agrarkonzern KTG Agrar gehört, oder auch die direkten Wettbewerber von Vita+
(Verival), Teigwarenhersteller wie Alb Gold und Zabler, Fleischverarbeiter
wie Kff und Bühler, auch die Feinkost-Anbieter LaSelva und Roggenkamp
Organics sind in diesem Jahr dabei. Die Milchwerke Berchtesgadener Land
stellen auf der Anuga Organic aus, die Andechser Molkerei Scheitz dagegen
auf der Anuga Dairy. Raab Vitalfood ist ebenso vertreten wie der Bauckhof
oder C.W. Tropicai.
Internationale Besucher dominieren. Glaubt man den Zahlen von
2011, dann kamen mit knapp 33.000 Besuchern deutlich mehr aus dem Ausland als aus dem Inland (20.324). Entsprechend dürften die Erwartungen
der Bio-Aussteller wohl erneut überwiegend auf das Exportgeschäft sowie
die Kontakte zum deutschen LEH gerichtet sein. Zu hören sein werden auf
den Gängen der Anuga Organic viele Sprachen, darunter vor allem Niederländisch, Italienisch, Französisch, Englisch und Spanisch. Der Handel ist mit
einem Anteil von rund einem Drittel an den Besuchern 2011 zwar die größte
Besuchergruppe gewesen, allerdings kam auch rund jeder Fünfte aus dem
Gastronomie- und AHV-Bereich. Das Ärgernis, dass wie in den Vorjahren
auch konventionelle Produkte auf der Anuga Organic „mitausgestellt” wurden, soll es in diesem Jahr nicht mehr geben. Neu sind auch die Öffnungszeiten. Los geht es diesmal um 10 Uhr, Schluss ist für Besucher um 19 Uhr,
am letzten Messetag (Mittwoch) schon um 18 Uhr. Wer die Tageskarte im
Vorverkauf erwirbt (30 Euro), spart satte 22 Euro, die Dauerkarte ist im Vorverkauf für 72 Euro zu haben.
Ach ja, und falls Sie es doch nicht nach Köln schaffen, Herr Tedjasaputra ist
übrigens auch auf Facebook und freut sich bestimmt auf Ihre Nachricht...
Karsten Runge
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BIOwelt, 9. Jahrgang
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ABAKUS Naturkost e.K., Bremen, Brunnenstr. 15-­16, 28203 Bremen (Handel mit Lebensmitteln, insbesondere Naturkostprodukten aller Art, Drogeriearti-­
keln, Naturkosmetik, Getränken und Spirituosen, Zigaretten sowie alle damit in Zusammenhang stehenden Rechtsgeschäfte.). Inhaber: Zumfelde, Lothar, *09.08.1952, Bremen. Einzelkaufmännisches Unternehmen.
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Naturkost Kling e.K., Benningen, Hawanger Str. 13, 87734 Benningen. (Betrieb eines Einzelhandels mit Naturkost.). Einzelkaufmann/Einzelkauffrau. Geschäfts-­
anschrift: Hawanger Str. 13, 87734 Benningen. Der Inhaber/die Inhaberin han-­
delt allein. Inhaber: Kling, Ulrike, Benningen, *03.07.1977.
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Biomarkt Naturata & Feine Räder Magdeburg e.K., Magdeburg, Liebknechtstraße 39, 39108 Magdeburg. (Der Einzelhandel mit Lebensmitteln aus kontrollierten biologischem Anbau, Naturwaren (Bioladen), Spielwaren, Textilien, erlaubnis-­
freier Gaststättenbetrieb (ohne Ausschank von Alkohol), Möbeln, Fahrräder und Fahrradzubehör.). Einzelkaufmann. Geschäftsanschrift: Liebknechtstraße 39, 39108 Magdeburg. Der Inhaber handelt allein. Inhaber: Tschentscher, Jürgen, Magdeburg, *12.08.1967.
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Cambosan Cosmetics UG (haftungsbeschränkt), Kempten (Allgäu), Großer Korn-­
hausplatz 2, 87439 Kempten (Allgäu). Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschaftsvertrag vom 24.06.2013. Geschäftsanschrift: Großer Kornhaus-­
platz 2, 87439 Kempten (Allgäu). Gegenstand des Unternehmens: Der Vertrieb und die Herstellung von Naturkosmetik. Stammkapital: 1.000,00 EUR. Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch die Geschäftsführer gemeinsam vertreten. Geschäftsführer: Arndt, Christian, Kempten (Allgäu), *10.04.1974, mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.
Copyright © 2013 für alle Beiträge, sofern
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TofuTown New Cheeses GmbH, Neukirchen, Bahnhofstraße 11, 34626 Neukir-­
chen. Gesamtprokura gemeinsam mit einem Geschäftsführer: Weber, Volker, Üxheim, *24.02.1976.
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Ausland 100 Euro. Alle Preise verstehen sich inkl.
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2 Monate vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich an
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höherer Gewalt, Materialverknappung, Streik o. Ä.
besteht kein Anspruch auf Nachlieferung bzw.
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TofuTown New Cheeses GmbH, Neukirchen, Bahnhofstraße 11, 34626 Neu-­
kirchen. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschaftsvertrag vom 25.04.2013. Geschäftsanschrift: Bahnhofstraße 11, 34626 Neukirchen. Ge-­
genstand: Die Herstellung und der Vertrieb, der Import und Export von Tofu, Käsealternativen und anderen rein pflanzlichen Lebensmitteln. Stammkapital: 25.000,00 EUR. Allgemeine Vertretungsregelung: Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Bestellt als Ge-­
schäftsführer: Drosihn, Bernd, Bonn, *16.12.1959, einzelvertretungsberechtigt;; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.
Erscheinungsweise: BIOwelt erscheint 12 mal
im Jahr.
ISSN 1862-1910
Beilagen: –
Gerichtsstand: Osnabrück
Veränderungen
Es gelten die AGBs der BIOwelt Verlagsgesellschaft,
die im Internet einsehbar sind.
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LOGOCOS Holding GmbH, Salzhemmendorf, Zur Kräuterwiese, 31020 Salzhem-­
mendorf. Die Gesellschafterversammlung vom 21.06.2013 hat eine Änderung des Gesellschaftsvertrages in § 1 (Firma und Sitz) und § 14 (Liquidation der Gesellschaft) und mit ihr die Änderung der Firma beschlossen. Neue Firma: LH Abwicklungsgesellschaft mbH. Allgemeine Vertretungsregelung geändert, nun: Ist nur ein Liquidator bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Liquidatoren bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Liquidatoren oder durch einen Liquidator gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Geändert, nun: Liquidator: Grieshaber, Ulrich, Bad Tölz, *04.08.1960;; Hansel, Hans, Salzhem-­
mendorf, *28.01.1952, jeweils einzelvertretungsberechtigt;; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen. Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Weitere Objekte der BIOwelt Verlags GmbH
Foto: aboutpixel.de © Konstantin Gastmann
Sonderausgabe zur BIOwelt 10/2008 – Die Fachzeitung für den gesamten Biomarkt
MARKT
HANDEL
ZUKUNFT
Anteile: Wer setzt sich
durch, wer geht unter?
S. 8
Wettbewerb: Artenvielfalt
im Fachhandels-Biotop
S. 14
Nachhaltigkeit: Welche
Konzepte haben Handel
und Industrie?
S. 28
SERVICE KOMPAKT
64
Abo-Service:
05181 8004-40, · Fax: 05181 8004-81
E-Mail: [email protected]
Redaktion:
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Anzeigen:
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10/2013 ‡$PWVJHULFKW$UQVEHUJ‡+5%
Lebensgarten -­ mein Bioladen in Soest GmbH, Soest, Brüder-­Walburger-­Wall-­
str. 5, 59494 Soest. Nicht mehr Geschäftsführer: Schlund, Sebastian, Soest, *22.05.1966;; Wagener, Marion, Soest, *07.10.1971.
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Naturkost Waging UG (haftungsbeschränkt), Waging a. See, Strandbadallee 41, 83329 Waging a. See. Die Gesellschafterversammlung vom 07.08.2013 hat die Änderung der Ziff. I (Firma) der Satzung beschlossen. Neue Firma: Bio Hütte UG (haftungsbeschränkt).
Handelsregister
‡$PWVJHULFKW0DLQ]‡+5%
Bioland Beratung GmbH, Mainz, Kaiserstraße 18, 55116 Mainz. Bestellt als Ge-­
schäftsführer: Pöpsel, Gregor, Bodenheim, *04.04.1964, einzelvertretungsbe-­
rechtigt. Nicht mehr Geschäftsführer: Fisel, Thomas, Stadtbergen, *11.03.1962.
‡$PWVJHULFKW6WXWWJDUW‡+5%
Grünschnabel Naturkost GmbH, Stuttgart, Sigmundtstr. 1, 70563 Stuttgart. Nicht mehr Geschäftsführer: Barz, Christine, Gechingen, *16.03.1955.
‡$PWVJHULFKW)UWK‡+5$
ebl-­naturkost GmbH & Co. KG, Fürth, Am Grünen Weg 1, 90766 Fürth. Ge-­
samtprokura gemeinsam mit einem anderen Prokuristen: Reinhard, Angelika, Nürnberg, *23.10.1958. Gesamtprokura gemeinsam mit einem Abwickler oder einem anderen Prokuristen: Oswald, Jürgen, Nürnberg, *24.10.1969.
‡$PWVJHULFKW6WXWWJDUW‡+5%
Börlind Gesellschaft für kosmetische Erzeugnisse mbH, Calw, Lindenstr. 15, 75365 Calw. Prokura erloschen: Frerks, Axel, Oftersheim, *01.05.1964;; Gebert, Stefan, Calw.
‡$PWVJHULFKW2OGHQEXUJ‡*Q5
GS agri eG, Schneiderkrug (Raiffeisenstraße 4, 49685 Schneiderkrug). Bestellt: Vorstand: Reents, Christoph, Wardenburg, *27.08.1964. Nicht mehr Vorstand: Krömer, Anton, Geschäftsführer, Cloppenburg, *28.06.1959.
‡$PWVJHULFKW2OGHQEXUJ‡+5%
Biofino GmbH, Emstek, Europa-­Allee 7, 49685 Emstek. Nicht mehr Geschäftsfüh-­
rer: Reents, Christoph, Wardenburg, *27.08.1964. Geschäftsführer: Dr. Tölke, Jürgen, Oldenburg, *23.10.1966, einzelvertretungsberechtigt;; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen. ‡$PWVJHULFKW)ULHGEHUJ‡+5%
Phönix Naturprodukte Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Rosbach vor der Höhe, Siemensstraße 3, 61191 Rosbach vor der Höhe. Geändert, nun: Ge-­
schäftsanschrift: Bornweg 100, 61191 Rosbach vor der Höhe.
‡$PWVJHULFKW:DOVURGH‡+5%
Allos GmbH, Mariendrebber, Imkerhof, 49457 Mariendrebber. Bestellt als Ge-­
schäftsführer: Stecking, Wolfgang, Hambergen, *29.01.1960, vertretungsbe-­
rechtigt gemäß allgemeiner Vertretungsregelung;; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen. Prokura erloschen: Brabner, Andrew, Lilienthal, *02.05.1972. Gesamtprokura gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder ei-­
nem anderen Prokuristen mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschlie-­
ßen: Claeßens, Guido, Hamburg, *08.02.1970.
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BCI Bio Cosmetics International GmbH, Salzhemmendorf, Zur Kräuterwiese, 31020 Salzhemmendorf. Bestellt als Geschäftsführer: Grieshaber, Ulrich, Bad Tölz, *04.08.1960;; Hiersche, Katrin, Köln, *16.06.1967, jeweils einzelver-­
tretungsberechtigt;; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschlie-­
ßen. Nicht mehr Geschäftsführer: Weiland-­Groterjahn, Heinz-­Jürgen, Hameln, *16.07.1959. Prokura erloschen: Hiersche, Katrin, Köln, *16.06.1967.
SERVICE
‡$PWVJHULFKW.OHYH‡+5%
De Rit Naturfeinkost GmbH, Rees, Empeler Straße 87, 46459 Rees. Die Gesell-­
schaft ist als übertragender Rechtsträger nach Maßgabe des Verschmelzungs-­
vertrages vom 12.07.2013 sowie der Zustimmungsbeschlüsse ihrer Gesell-­
schafterversammlung vom 12.07.2013 und der Gesellschafterversammlung des übernehmenden Rechtsträgers vom 12.07.2013 mit der Wessanen Fachhandels GmbH mit Sitz in Bremen (Amtsgericht Bremen, HRB 27982 HB) verschmolzen. Die Verschmelzung wird erst wirksam mit Eintragung auf dem Registerblatt des übernehmenden Rechtsträgers. Als nicht eingetragen wird bekannt gemacht: Den Gläubigern der an der Verschmelzung beteiligten Rechtsträger ist, wenn sie binnen sechs Monaten nach dem Tag, an dem die Eintragung der Verschmelzung in das Register des Sitzes desjenigen Rechtsträgers, dessen Gläubiger sie sind, nach § 19 Absatz 3 UmwG als bekanntgemacht gilt, ihren Anspruch nach Grund und Höhe schriftlich anmelden, Sicherheit zu leisten, soweit sie nicht Befrie-­
digung verlangen können. Dieses Recht steht den Gläubigern jedoch nur zu, wenn sie glaubhaft machen, dass durch die Verschmelzung die Erfüllung ihrer Forderung gefährdet wird.
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Biobrüterei Biofino GmbH, Emstek, Europa-­Allee 7, 49685 Emstek. Nicht mehr Geschäftsführer: Reents, Christoph, Hundsmühlen, *27.08.1964. Bestellt als Geschäftsführer: Dr. Tölke, Jürgen, Oldenburg, *23.10.1966, einzelvertretungs-­
berechtigt;; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.
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Molkerei Söbbeke GmbH, Gronau, Amelandsbrückenweg 131, 48599 Gronau. Die Gesellschafterversammlung vom 25.06.2013 hat eine Änderung des Ge-­
sellschaftsvertrages in § 6 (Einziehung und Zwangsübertragung) beschlossen.
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Wessanen Beteiligungs GmbH, Bremen, Domshof 18-­20, 28195 Bremen. Nicht mehr Geschäftsführer: Brabner, Andrew. Geschäftsführer: Claessens, Guido, *08.02.1970, Hamburg;; mit der Befugnis die Gesellschaft mit einem anderen Geschäftsführer oder einem Prokuristen zu vertreten, mit der Befugnis Rechts-­
geschäfte mit sich selbst oder als Vertreter Dritter abzuschließen.
Insolvenzen, Geschäftsaufgaben
‡$PWVJHULFKW&KDUORWWHQEXUJ‡E,1
In dem Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der bio gastro cm GmbH, Bänschstraße 67, 10247 Berlin HRB 141216, vertreten durch den Ge-­
schäftsführer Hellbach Uwe, wurde der Antrag auf Eröffnung des Insolvenz-­
verfahrens durch Beschluss vom 09.08.2013 mangels Masse abgewiesen. Der Beschluss liegt in der Geschäftsstelle des Insolvenzgerichts zur Einsicht der Beteiligten aus.
Alle Angaben ohne Gewähr. Quelle: Handesregisterauszüge der Amtsgerichte.
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SERVICE Vor fünf Jahren
Vor fünf Jahren
Das bewegte die BIOwelt im September 2008.
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10/2013 Cartoon
SERVICE
10/2013 67