Neue Zuger Zeitung, 2. August 2005

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Neue Zuger Zeitung, 2. August 2005
Dienstag, 2. August 2005 / Nr. 176
Z U G E R G E M E I N D E N 23
Neue Zuger Zeitung
OPEN-AIR-KINO
Steinhausen
Will Smith als
Heiratsvermittler
Der Star bleibt das Festival
Das Zuger Open-Air-Kino an der
Seepromenade steht in seiner neunten Saison. Bis 21. August gibt es
täglich einen Film unter freiem Himmel zu sehen.
● Heute: Hitch (USA, 2005, Regie:
Andy Tennant, 120 Minuten): Hitch
(Will Smith), genannt der Date Doktor,
ist New Yorks erfolgreichster Heiratsvermittler und Meister seines Fachs. Er
verschafft jedem noch so mittelmässigen Typen ein Rendez-vous mit dessen
Traumfrau. «Hitch – Der Date-Doktor»
ist eine solide, etwas seichte Komödie.
Sie glänzt nur mit wenigen echten
Highlights. Dazu gehören die Szenen,
in denen Hitch Albert (Kevin James aus
der US-Serie «King of Queens») Nachhilfe im Tanzen oder Küssen gibt.
Kevin James hat in seiner Filmografie
nicht viel mehr als die Präsenz in dieser
Kultserie vorzuweisen. «Hitch» ist sein
erster großer Kinofilm, und in dem
lässt er einen leinwanderfahrenen Will
Smith stellenweise ganz schön blaß
aussehen. Die Komödie gefiel dem
Publikum: Weltweit spielte der Film,
dessen Produktion gegen 100 Millionen Franken verbrannte, fast 500
Millionen Franken ein. Alleine schon
nach dem Startwochenende in Nordamerika wurde mehr als die Hälfte der
Produktionskosten wieder hereingeholt.
● Vorverkauf: Tickets gibt es bei
Foto Grau (Bundesplatz 2, Zug). InfoTelefon: 041 726 10 04 (9 bis 12 Uhr,
ab 14 Uhr). Tickets können nicht
telefonisch reserviert werden. Der
Eintritt kostet 15 Franken (12 Franken für UBS-Generation- oder UBSCampus-Kunden). Abendkasse ab 19
Uhr. Und ab 19 Uhr ist auch die
Restauration von Beat Zürcher (Restaurations AG Kulinaria Zugersee) in
Betrieb.
● Zehn Gratiseintritte! Die «Neue
Zuger Zeitung» verlost fünfmal zwei
Gratistickets für die Vorstellung von
heute Abend. Sie müssen nur heute
von 10.30 Uhr bis 10.40 Uhr die
Telefonnummer
041 725 44 09
wählen. Wir nehmen während dieser Zeit das Telefon fünfmal ab. Viel
Glück.
● Die Vorstellungen beginnen jeweils mit dem Eindunkeln (heute um
21.15 Uhr) und finden bei jeder
mo
Witterung statt.
GRATULATION
Zur Lehrprüfung
Steinhausen – Michael Rüttimann
hat die Lehre als A-Metzger in der
Metzgerei Rogenmoser in Baar erfolgreich abgeschlossen. Er war der
einzige Lehrling im Kanton Zug, der
die Lehrer als A-Metzger absolvierte.
Herzliche Gratulation und alles Gute
für die Zukunft.
Die Zuger Band Trio Euter begeisterte am Sonntagabend am Waldstock: im Bild Sänger Aldo Caviezel.
Fernab von Mainstream, Millionengagen und Marketingstrategien fand am Wochenende das Waldstock statt. Ein
Fest mit unkonventionellem
Konzept und Nähmaschine.
VON MARCO RÜEGG
Sie thront mitten auf dem Gelände,
drei Meter hoch und gegen fümf Meter
lang: die Nähmaschine aus Holzlatten,
wie von einem Riesen vergessen. Spätestens beim Blick auf das kuriose Objekt
dämmert jedem: Das Waldstock ist anders als herkömmliche Musikfestivals.
Was von Freitag bis Sonntag in Steinhausen abging, hatte viel mehr den Charakter eines multikulturellen Volksfests.
Publikum wird gefordert
Die Nähmaschine steht für Individualität. Und vielleicht benutzte sie OKMitglied Patrik Pauli, um einen roten
Faden ins Programm zu flechten. «Wir
fordern unsere Besucher», erklärt er.
«Einmal müssen sie aktiv mitmachen,
dann können sie sich wieder zurücklehnen und geniessen.»
Andere Veranstalter dröhnen ihr Publikum mit Gitarrengeschrammel und
Partysound zu, am Waldstock dominiert die Variation. Händörgeli-Comedy
wechselt sich mit Kurzfilmen aus
Schweizer Produktion ab, Akrobatik
vom Künstlerkollektiv Polstergruppe
trifft auf Sowjet-Zigeunermusik von Dr.
Bajan, dem Familiennachmittag folgt
ein Live-Hörspiel mit Michael Schacht
alias Radiodetektiv Philipp Maloney.
eigenem Geschmack definieren. Der
Star ist das Festival.
Zum Festival gehört auch die eigenwillige Infrastruktur. Die Hütten, Bars
und Bühnen zu errichten, dauerte fast
zwei Wochen. Improvisation ist hier
Trumpf. Heuballen mutieren zu Sitzbänken und der Medienverantwortliche Silvan Meier zum Handlanger.
Filmperle auf Leinwand
Qualität vor Budget lautet die Devise.
An Stelle von «Blockbustern» aus HollyCüpli nippen und Bier schlürfen
wood flimmert am Waldstock mit
Fast bunter als die Dekorationen
«Sonnenallee» eine Filmperle über die präsentierte sich das Publikum. ManLeinwand, die mit Ironie die DDR auf che kreuzten mit Karo-Hemd und Stirndie Schippe nimmt. Zum Abschluss am glatze auf, andere mit Shorts und RastaSonntag stand ein
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Aquapark ihr Feieraus der Region. Unabendbier.
ter dem Namen FUK zelebrierte etwa
Einen Strich durch die Rechnung
ein Patchwork aus Musikern der Zuger machte der grossen Party am Freitag
Szene den krachenden Rock ’n’ Roll. und Samstag das Wetter, das sich von
Fast wie an einem richtigen Festival, der nasskalten Seite zeigte. Dafür floss
nur kleiner und sympathischer.
das Baarer Bier in den VerpflegungsbuDass nicht jedem Zuschauer alles den, wo die Wasserscheuen unterstangefällt, nehmen die Veranstalter in den, mit dem Regen um die Wette.
Kauf. Jeder müsse den Höhepunkt nach Hartgesottene trotzten den Tropfen,
BILD PATRIK PAULI
EXPRESS
Von Freitag bis Sonntag
fand in Steinhausen das
Waldstock statt.
Es ist ein kleines, aber feines
Open Air – und soll es auch
bleiben.
Rund 1800 Besucher
pilgerten an den Steinhauser
Waldrand.
tanzten wild und liessen – im Volksmund formuliert – erst recht die Sau
raus. Wenigstens am Sonntag erbarmte
sich Petrus und liess die Sonne auf das
Gelände brennen.
Rund 1800 Gäste pilgerten an die
sechste Waldstock-Ausgabe. Silvan Meier zieht ein positives Fazit, spricht von
einer «super Stimmung und einem Wochenende ohne Zwischenfälle». Dass
das Waldstock bald aufstockt, scheint
kein Thema. Das Festival, sagt Meier,
solle die beschaulichen Dimensionen
beibehalten. «Höchstens an den Holzkonstrukten könnte man noch etwas
weiterbasteln, sonst soll alles so herzig
bleiben wie jetzt.» Mit der grossen Kelle
rührt am Waldstock also nur einer an:
der Koch hinter der Paella-Pfanne.
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