10 MilliArDen – Wie WerDen Wir Alle sAtt?

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10 MilliArDen – Wie WerDen Wir Alle sAtt?
Das Monatsprogramm für April 2015 im Cinema Münster
Drehbuch Geschichte: 1945 im Film
Neue Reihe: Alles außer Tatort
Schwarzweiß ist die bessere Farbe
Münsterländisches Filmgut
Filme mit Gleis 22,
Gesellschaft für ChristlichJüdische Zusammenarbeit,
Amnesty Asylgruppe
Queer Monday
Arthouse Sneak
Kino Kaffeeklatsch
Kurzfilme
Kino für Kinder
u.v.a.
10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?
Ab Do 16. April neu im Cinema,
So 19. April • 11:00 Uhr mit Regisseur Valentin Thurn (Taste the Waste)!
DIE LINSE: unterstützt von der
DIE LINSE e. V.
Cinema & Kurbelkiste Münster
www.cinema-muenster.de
Das Cinema:
Mitglied bei
2
DIE LINSE +
April Zweitausendfünfzehn
Münster, 24. März 2015
Filmschaffende im April
Guten Tag!
Im Cinema zu Gast
A BLAST –
AUSBRUCH
Ob Dokumentar- oder Spielfilm: unser Programm im April kann (was)
bewegen. Zwei Dokumentarfilmer reisten mit ihren Fragen um die
Welt: Edgar Hagen begab sich in DIE REISE ZUM SICHERSTEN ORT
DER ERDE auf filmische Suche nach „sicheren“ Aufbewahrungsorten
für unseren Atommüll, Valentin Thurn sucht Lösungsansätze für
die Ernährung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung. Wie schon
bei Taste the Waste kommt Thurn auch mit seinem aktuellen Film 10
MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT? zur Diskussion zu uns.
Nach der Sondervorstellung von WILLKOMMEN AUF DEUTSCH über
das Neben-, Mit- und Gegeneinander von Flüchtlingen und Anwohnern
in einer norddeutschen Gemeinde soll Raum sein für Gespräche über
die Situation von Geflüchteten in Münster.
Die Spielfilme im April sind von großer Emotionalität. Mit dem explosiven
griechischen Film A BLAST – AUSBRUCH wartet ein Leckerbissen auf
alle CineastInnen. Mehr Energie als Angeliki Papoulia (oben) in die Darstellung der Hauptfigur Maria kann man nicht in eine Rolle packen. Und
so freue ich mich besonders auf ihren Besuch zusammen mit Regisseur
Syllas Tzoumerkas. Beide werden sicher auch die Frage beantworten,
in wie weit der Film als Kommentar zur griechischen Krise zu sehen
ist. Ein spannender Gesprächsabend steht auch Ende des Monats auf
dem Programm. Filmemacher Gerd Schneider und Weihbischof Dr.
Stefan Zehkorn diskutieren über den Umgang der Kirche mit dem Missbrauchsskandal. Vorab schickt der Filmemacher in VERFEHLUNG einen
Priester (ganz stark: Sebastian Blomberg) in einen Kampf mit seinem
Gewissen und mit den kirchlichen Strukturen. Packend! Ein weiterer
Höhepunkt in unserem Programm konnte schon die BesucherInnen
der Arthouse Sneak zu Tränen rühren, zum Lachen bringen und zum
Nachdenken anregen: IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM war mit der
Durchschnittsnote von 1,76 unsere mit Abstand beste Sneak aller Zeiten!
Bewegende Unterhaltung im Cinema wünscht: Holger Lüsch
P.S.: Im Sonderprogramm werden wir ganz mutig und greifen des
Deutschen liebsten Fernsehkrimi an. Alles außer Tatort bringt ab
sofort sehenswerte Filme zu einem bestimmten Thema (Auftaktstaffel:
Werd endlich erwachsen!) auf die Leinwand. Mit Streitgespräch. Zweimal
monatlich. Anfangszeit, na klar, Sonntag um 20:15 Uhr.
Das nächste LINSE-Heft erscheint voraussichtlich am Freitag, 24. April.
April Zweitausendfünfzehn
+ DIE LINSE
Fr 3.4. • 22:45 Uhr
> s. S. 6
Regisseur Mark Lorei & Team zu
ACHTERHOEK – EINE SCHAUERGESCHICHTE IN BILD & TON
Mi 8.4. • 18:00 Uhr
> s. S. 7
Regisseur Ömer Pekyürek zu
Tek Ümit – einzige Hoffnung
Sa 11.4. • 18:30 Uhr > s. S. 23
Darstellerin Angeliki Papoulia
und Regisseur Syllas Tzoumerkas
zu A BLAST – AUSBRUCH
So 12.4. • 11:00 Uhr
> s. S. 17
Die Musiker Helmut Buntjer, Jo-
hannes Dolezich, Udo Herbst und
Bernd Kortenkamp zu NOSFERATU –
Eine Sinfonie des Grauens
So 19.4. • 11:00 Uhr > s. S. 22
Regisseur Valentin Thurns zu
10 MILLIARDEN – WIE WERDEN
WIR ALLE SATT?
Do 30.4. • 19:00 Uhr > s. S. 26
Regisseur Gerd Schneider zu
VERFEHLUNG
3
4
DIE LINSE +
April Zweitausendfünfzehn
Filme alphabetisch
Thema
Oberhausen On Tour 2015: Deutscher Wettbewerb
12
10 MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT? [teilw.OmU] 22
ABSOLUTE GIGANTEN
9
ACHTERHOEK – EINE SCHAUERGESCHICHTE IN BILD & TON 6
ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN
11
AROUND THE BLOCK [engl.OmU]18
BENJAMIN BLÜMCHEN – SEINE SCHÖNSTEN ABENTEUER 17
ABLAST – AUSBRUCH [griech.OmU + dF]23
DASBLAUE ZIMMER [franz.OmU + dF]27
DROWN [engl.OmU]18
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT [farsi OmU + dF]25
THE GREEN PRINCE [engl.OmU]10
IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM [poln.OmU + dF]
6, 21
KARBID UND SAUERAMPFER
11
KLETTER-IDA
17
MICHEL MUSS MEHR MÄNNCHEN MACHEN
17
DIEMÖRDER SIND UNTER UNS
10
MÜLHEIM – TEXAS: HELGE SCHNEIDER HIER UND DORT 24
NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS
17
OUR VINYL WEIGHS A TON:
THIS IS STONE THROW RECORDS [engl.OF]8
PEPE MUJICA – DER PRÄSIDENT [span.OmU]19
DIE REISE ZUM SICHERSTEN ORT DER ERDE [teilw. engl.OmU]20
RICO, OSCAR UND DIE TIEFERSCHATTEN
17
SHANA – THE WOLF'S MUSIC
17
SHORT TERM 12 [engl.OmU]9
TEK ÜMIT – EINZIGE HOFFNUNG
7
VERFEHLUNG
26
WILLKOMMEN AUF DEUTSCH
13
Aufbruch
ABSOLUTE GIGANTEN
A BLAST – AUSBRUCH
IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM
Australien
AROUND THE BLOCK
18
DROWN18
Sprachfassungen
EnglischDROWN (S. 18) · AROUND THE BLOCK (S. 18) · THE
GREEN PRINCE (S. 10) · OUR VINYL WEIGHS A TON:
THIS IS STONE THROW RECORDS (S. 8) · SHORT
TERM 12 (S. 9)
Farsi
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT (S. 25)
Französisch
LA CHAMBRE BLEUE (Das blaue Zimmer) (S. 27)
Griechisch
A BLAST (A Blast – Ausbruch) (S. 23)
Polnisch
Chce sie zyc (In meinem Kopf ein Universum) (S. 21)
9
23
6, 21
Behinderung IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM
21
Deutschland ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN
DIE MÖRDER SIND UNTER UNS
WILLKOMMEN AUF DEUTSCH
11
8
13
Ernährung
10 MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT? 22
Familie
A BLAST – AUSBRUCH
23
17
SHANA – THE WOLF'S MUSIC
SHORT TERM 12 [engl.OmU]9
Freundschaft ABSOLUTE GIGANTEN
9
VERFEHLUNG26
Geschichte
ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN
DIE MÖRDER SIND UNTER UNS
11
8
Glaube+GewissenVERFEHLUNG
26
Griechenland A BLAST – AUSBRUCH
23
Grusel
ACHTERHOEK – EINE SCHAUERGESCHICHTE … 6
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT
25
NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS 17
Indigene
AROUND THE BLOCK
SHANA – THE WOLF'S MUSIC
18
17
IsraelTHE GREEN PRINCE
10
Jugend
25
9
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT
SHORT TERM 12
LateinamerikaPEPE MUJICA – DER PRÄSIDENT
19
MigrationTEK ÜMIT – EINZIGE HOFFNUNG
WILLKOMMEN AUF DEUTSCH
7
13
MünsterländischACHTERHOEK – EINE SCHAUERGESCHICHTE … 6
TEK ÜMIT – EINZIGE HOFFNUNG
7
MusikMÜLHEIM – TEXAS: HELGE SCHNEIDER …
24
NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS 17
OUR VINYL WEIGHS A TON
8
SHANA – THE WOLF'S MUSIC
17
Politik
10 MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT? 22
DIE REISE ZUM SICHERSTEN ORT DER ERDE 20
PEPE MUJICA – DER PRÄSIDENT
19
WILLKOMMEN AUF DEUTSCH
13
Queer
AROUND THE BLOCK
18
DROWN18
Schwarz-Weiß A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT
25
NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS 17
SpanischPEPE MUJICA – DER PRÄSIDENT (S. 19)
Starke Frauen A BLAST – AUSBRUCH
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT
23
25
Stumm+Musik NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS (S. 17)
Umwelt
20
April Zweitausendfünfzehn
DIE REISE ZUM SICHERSTEN ORT DER ERDE
+ DIE LINSE
5
Das Cinema zeigt mit Seniorenbüro Mauritz
Kino Kaff eeklatsch
Jeden vierten Donnerstag im Monat laden wir
Menschen in den „besten Jahren“ zu einem
ausgewählten Film sowie Kaffee und Kuchen
zum Sonderpreis. Es stehen Rollstuhl-Plätze
zur Verfügung, die Hörbehindertenanlage
kann mit Hörgerät oder einem hauseigenen
Kopfhörer genutzt werden.
Seniorinnen und Senioren zahlen für den Film
ohne Café-Besuch 5,20 Euro, für den Film
inklusive Heißgetränk und Kuchen 8 Euro.
Premiere im Cinema
Achterhoek – Eine Schauergeschichte in Bild & Ton
Vom Münsteraner Amateurfilmkollektiv
fettepolarelipide filme
Im April:
IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM
Ein bewegendes Drama, das zu Tränen rührt
und zum Nachdenken anregt. Basierend
auf einer wahren Geschichte, zeigt der Film
auch mit Humor den Zwiespalt eines jungen
Mannes, der bei wachem Geist mit einer zerebralen Bewegungsstörung lebt und nicht
im Stande ist, seinen Körper zu kontrollieren.
»Wie Pieprzyca diese an sich furchtbar tragische Geschichte zu einem Film formt, der
alles andere als traurig ist, ist bemerkenswert.
Gerade dass er dabei so vollkommen pragmatisch erzählt, die Normalität in Mateus
Leben betont, auch wenn er von außen
alles andere als normal wirkt, macht die Geschichte so berührend.« (programmkino.de)
CHCE SIE ZYC · Polen 2013 · R & Db: Maciej Pieprzyca · K: Paweł
Dyllus • Mit Dorata Kolak, Arkadiusz Jakubik, Dawid Ogrodnik, Helena Sujecka, Mikołaj Roznerski, Kamil Tkacz u.a. · dF · ab 6 J. · 112'
Do 23. April • 14:30 Uhr > siehe auch Seite 21
6
DIE LINSE
Versteckt zwischen nebelverhangenen Feldern
und allmählich verfallenden Höfen und Mühlen
irgendwo an der deutsch-niederländischen Grenze: eine kleine Bücherstadt. Die von faulenden
Büchern vollgestopften Antiquariate des Ortes
werden von eigentümlichen Büchernarren behaust, die einen misstrauischen Groll gegenüber
jedem Fremden hegen. Manch einer glaubt,
dass sie ein schauerliches Geheimnis hüten. Die
meisten Durchreisenden jedoch sind sicher, dass
sie ganz einfach dem Wahnsinn anheimgefallen
sind, hervorgerufen durch die Ausdünstungen
der verrottenden Bücher, die in das Innere ihrer
Hirnschalen gewabert sind und dort nun den
gesunden Menschenverstand lähmen …
Deutschland/Niederlande 2015 · R & Db: Mark Lorei · K: Simon Stücker
Musik: Ketar • Mit Manuel Talarico, Faye Barth-Farkas, Claus Becker,
Kathrin Marhofen, Judith Conrads u. a. · ab 16 J. · 32'
Fr 3. April • 22:45 Uhr in Anwesenheit von
Regisseur Mark Lorei und seinem Team
April Zweitausendfünfzehn
Münsterländisches Filmgut – mit dem Filmservice Münster.Land
Tek Ümit – einzige Hoffnung
Ein Duisburger Action-Drama, gedreht von einem Münsterländer
Zu Gast im Cinema:
Ömer Pekyürek
Ümit lebt mit seinen Eltern türkischer Herkunft in Duisburg. Sein älterer
Bruder Servet wohnt mit seiner deutschen Frau im gleichen Stadtteil.
Die beiden Brüder unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Während
Servet gebildet ist und erfolgreich einen Job bei einer Bank hat, schlägt
sich Ümit arbeitslos und ohne Perspektive durch das Leben. In einem
von Gewalt geprägten Alltag, versucht er sein soziales Umfeld vor
Unrecht zu beschützen. Er provoziert dabei immer wieder Schlägereien
und Auseinandersetzungen. Servet sieht sich trotz seiner Ausbildung
täglichen Rassismen und Anfeindungen gegenüber, aber er versucht
dagegen anzukämpfen. Ümit hingegen schließt sich einer krimineller
Rockerbande an. Seine Familie kann nur hilflos mit ansehen, wie er
immer weiter in ein kriminelles Milieu abrutscht. Die Liebe zu einer
Frau ermutigt ihn schließlich, mit seiner Vergangenheit zu brechen …
D 2013 · R & Db: Ömer Pekyürek · K: Ali Bal · Musik: Stephan Dominikus Wehrle • Mit Dogan Biz, Gökhan
Biz, Funda Bostanlik, Patrick Breit, Elisabeth von Bodnarovicz Conte, Marc Engel · ab 16 J. · 90'
Mi 8. April • 18:00 Uhr mit anschließendem Gespräch und Plaudern
bei Getränk mit Regisseur Ömer Pekyürek
Als Sohn türkischer Einwanderer 1982 in Duisburg geboren,
lebt Ömer Pekyürek heute
im Münsterland. Geprägt und
inspiriert von den Problemen ausländischer Familien,
beschäftigt er sich genau
mit solchen Themen. Schon
früh interessierte er sich für
Theater und die Filmindustrie.
Mit seinem Film The Story of
Bruckhausen 1&2 gewann er
früh einen Schulfilm-Preis.
Später gab er seine Tätigkeit
als Stahlarbeiter auf, um sein
Hobby zum Beruf zu machen
und widmete sich dem Kurzund Dokumentarfilm – neben
seinem Engagement in der
Jugendmedienarbeit und
Auftragsarbeiten für das türkische Fernsehen. Es folgten
die Komödie Letzte Hoffnung
Deutschland und die Kurzfilme Esra und Koma. 2010
besuchte er Regie-Seminare
im Kölner Filmhaus und bei
Samanyolu Frankfurt. Filme
und Interviews finden Sie
auf Ömer Pekyüreks YoutubeChannel:
www.youtube.com/user/
Saygimdan
April Zweitausendfünfzehn
DIE LINSE
7
Arthouse Sneak
– Pay After! –
Wir machen das Programm,
ihr macht den Preis!
Zweimal monatlich laden wir zur Arthouse
Sneak. Im Rahmen der Cinema-Nachtschicht
könnt ihr in der Regel am 1. und 3. Mittwoch
des Monats um 22:45 Uhr aktuelle Perlen aus
der Welt der Filmfestivals und Programmkinos
schon vor Bundesstart entdecken. Synchronisiertes hat dabei keine Chance: alle Filme
laufen in der Originalsprache (nicht-deutschsprachige Filme mit deutschen Untertiteln).
Weiterhin gilt die Devise Pay After: ihr bestimmt selbst, wie viel euch der gezeigte Überraschungsfilm wert ist. Schlappe 2,50 Euro beträgt der Mindesteintritt, mit bis zu 7,50 Euro
könnt ihr nach dem Besuch den Film „bewerten“.
Mit dem Gleis 22
Our Vinyl Weighs a Ton
Wie das Label Stones Throw Records dem Westcoast
Hip-Hop seine eigene Kultur zurück schenkte
Top in 2015: In meinem Kopf
ein Universum [poln.OmU]1,78
Flop in 2015: Foxcatcher [engl.OmU]3,39
1993 wird Charles Hicks alias MC Charizma, gerade 20
Jahre alt, auf offener Straße in Los Angeles erschossen.
Drei Jahre später gründet sein bester Freund, Chris
Manak alias DJ Peanut Butter Wolf,das Label Stones
Throw Records, um ihr gemeinsames musikalisches
Vermächtnis auf Vinyl zu bannen.
Der geradezu akademische Ernst, mit dem Wolf sein
Label betreibt, wird anfangs in der von Drogen, Bandenkriminalität und hemmungsloser Zurschaustellung
des eigenen Reichtums bestimmten Hip-Hop-Szene
der amerikanischen Westküste belächelt, erntet aber
schon bald Bewunderung allerorten: Nicht nur von
lokalen Weltstars wie Kanye West und Snoop Dogg,
sondern auch aus einer kleinen englischen Gemeinde
namens Portishead. Und als ein gewisser Aloe Blacc
ganz dringend einen Dollar braucht, weiß dank Stones
Throw bald die ganze Welt davon.
Nächste ARTHOUSE SNEAK-Termine:
#48:Mi 1. April • 22:45 Uhr
#49:Mi 15. April • 22:45 Uhr
OUR VINYL WEIGHS A TON: THIS IS STONES THROW RECORDS · USA 2013 · R: Jeff
Broadway · Db: Rob Bralver, Jeff Broadway · K: Sébastien Bauer u.a. · M: Madlib u.a.
· Mit Peanut Butter Wolf, Kanye West, Snoop Dogg, Mike D, Geoff Barrow, Common,
MF Doom, Talib Kweli, Questlove, Aloe Blacc, Tyler the Creator u.v.a. · engl. OmU · 94’
Einlassmusik mit freundlicher Unterstützung
durch Green Hell Records!
Zuletzt liefen in der ARTHOUSE SNEAK
(mit Durchschnittsnoten):
#43Bande de filles [franz.OmU]2,46
#44VON MENSCHEN UND PFERDEN
[isländ.OmU]2,65
#45A Girl Walks Home Alone
At Night [farsi.OmU]
2,53
#46In meinem Kopf
ein Universum [poln.OmU]
1,76
#47Das ewige Leben 2,75
Mo 6 April • 21:00 Uhr
8
DIE LINSE
April Zweitausendfünfzehn
Die cineastische Alternative zur sonntäglichen Krimi-Langeweile!
Staffel 1: WERD ENDLICH ERWACHSEN!
Neu im Cinema! Jeden zweiten Sonntag werden sehenswerte und ungewöhnliche
Filme in der Originalversion gezeigt und diskutiert.
Die vom Filmemacher und Doktorand der Kommunikationswissenschaft Anil Jacob Kunnel ausgewählten
Produktionen werden in thematisch geordneten Staffeln präsentiert, die aus jeweils vier Filmen bestehen.
In den anschließenden Streitgesprächen wird mit Gästen und Beteiligung des Publikums ganz explorativ
nach erzählerischen Gemeinsamkeiten, stilistischen Ausdrucksweisen und thematischen Verbindungen in
den Filmen gesucht. Den Auftakt macht die Staffel Werd endlich erwachsen!, die sich mit den Wirrungen und
Tücken des späten Erwachsenwerdens auseinandersetzt. Ob drei Hamburger Jungs in ABSOLUTE GIGANTEN,
eine junge amerikanische Sozialarbeiterin in SHORT TERM 12, ein antriebsloser kanadischer Slacker in SCOTT
PILGRIM VS. THE WORLD oder ein spleeniger walisischer Schüler in SUBMARINE, sie alle sehnen sich nach
Stillstand und Veränderung zugleich.
Short Term 12
Absolute Giganten
Ein Sozialdrama ohne Pathos
American Graffiti in Hamburg
Floyd (Frank Giering), Ricco (Florian Lukas) und
Walter (Antoine Monot, Jr.) sind dicke Freunde.
Walter ist Lackierer in einer Hinterhofwerkstatt,
Ricco jobbt in einem Schnellimbiss. Für Floyd, den
dritten im Bunde, beginnt jedoch ein neuer Lebensabschnitt: Nachdem er eine Strafe abgebüßt
hatte, kann er auf einem Containerschiff anheuern.
Aus Angst vor der Reaktion seiner Freunde teilt er
diesen seine Entscheidung erst einen Tag vorher mit.
Deutschland 1999 · R & Db: Sebastian Schipper · K: Frank Griebe • Mit Frank Giering, Florian Lukas, Antoine Monot, Jr., Julia Hummer, Albert Kitzl u.a. · ab 6 J. · 80'
So 12. April • 20:15 Uhr
Grace (Brie Larson) arbeitet als Betreuerin in der
Einrichtung „Short Term 12“, in der junge Menschen
mit sozialen und psychischen Problemen behandelt
werden. Als die 15-jährige Jayden neu aufgenommen wird, gelingt es Grace, eine Verbindung zu ihr
aufzubauen. Doch als Jayden ihr ihre Geschichte
offenbart, wird Grace an eigene dunkle Zeiten ihrer
Kindheit erinnert.
USA 2013 · R & Db: Destin Cretton · K: Brett Pawlak • Mit Brie Larson, John
Gallagher Jr., Kaitlyn Dever, Rami Malek, Keith Stanfield u.a. · ab 12 J. ·
engl.OmU · 101'
So 26. April • 20:15 Uhr
E
Mai.
s folgen SCOTT PILGRIM VS. THE WORLD am So 10. Mai und SUBMARINE am So 31.
April Zweitausendfünfzehn
DIE LINSE
9
Mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit e.V.
The Green Prince
Publikumspreis Sundance Filmfestival 2014:
Dokumentarfilm über Mosab Hassan Yousef,
Sohn eines Hamas-Führers, der zehn Jahre lang
für den israelischen Geheimdienst arbeitete
Unter dem Codenamen „The Green Prince“ wurde
Mosab Hassan Yousef zum wichtigsten Informanten
für Israels Inlandsgeheimdienst Schin Beth. Seine
Zusammenarbeit mit Gonen Ben Itzhak führte zur
Verhaftung hochrangiger Terroristen und verhinderte eine Reihe von Selbstmordanschlägen.
»Aus langen Interviews mit Yousef sowie seinem
israelischen Führungsoffizier Gonen Ben Yitzhak
rekonstruiert der erhellende Film im Zusammenwirken mit historischem Nachrichtenmaterial und
nachgestellten Bildern eine schillernde Facette des
Nahost-Konflikts. Politisch-moralische Fragen werden
dabei freilich nur ansatzweise gestreift.« (film-dienst)
»Ein spannender und brisanter Dokumentarfilm
gelungen, der mit seiner unglaubliche Geschichte
auch Licht in einen hochgradig aktuellen politischen
Konflikt bringt.« (FBW Prädikat besonders wertvoll)
Deutschland/Israel/Großbritannien 2013 · R & Db: Nadav Schirman · K:
Hans Fromm, Giora Bejach, Raz Degan, Hans Funck · ab 12 J. · engl.OmU · 101'
So 19. April • 17:00 Uhr
10
Die Mörder sind unter uns
Der erste deutsche Spielfilm der Nachkriegsgeschichte
Der Kriegsheimkehrer Dr. Mertens wohnt mit der KZÜberlebenden Susanne Wallner (Hildegard Knef) in
einer Trümmerwohnung. Eines Tages begegnet der
schwer kriegstraumatisierte Arzt seinem früheren
Hauptmann wieder, der an der Ostfront die Erschießung unschuldiger Zivilisten befohlen hatte. Der
Mann lässt mittlerweile als Fabrikant aus Stahlhelmen
Kochtöpfe pressen und lebt als biederer Familienvater ohne jedes Schuldbewusstsein. Der im Frühjahr
1946 im zerstörten Berlin entstandene erste deutsche
Nachkriegsfilm ist »einer der wenigen deutschen
Trümmerfilme, der eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Schuld und Gewissen sucht.« (www.kino.de)
Deutschland 1946 · R & Db: Wolfgang Staudte · K: Friedl Behn-Grund, Eugen Klagemann • Mit Wilhelm Borchert, Hildegard Knef, Erna Sellmer, Arno Paulsen,
Christian Blackwood u.a. · ab 6 J. · 84'
Mi 15. April • 19:00 Uhr
Mit einer Einführung von Katarzyna Salski, Historikerin
DIE LINSE
April Zweitausendfünfzehn
Drehbuch Geschichte:
Zwischen Trümmern und Träumen – 1945 im Film
Im Frühjahr 2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal. Diese Epochenzäsur
deutscher und europäischer Geschichte hat auch im Film vielfältigen Niederschlag gefunden.
Die Reihe „Drehbuch Geschichte 2015“ präsentiert deshalb bis zum 29. April ausgewählte Spielfilme
aus den Jahren 1945 bis 2008, die das Kriegsende 1945 in den Blick rücken.
In Kooperation mit: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Geschichtsort Villa ten Hompel, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bezirksverband Münster, Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Filmwerkstatt Münster – Filmclub Münster
Anonyma – Eine Frau in Berlin
Nina Hoss im zerstörten Berlin
Berlin, April 1945. Im Keller eines halbzerstörten
Wohnhauses warten die Menschen auf das Kriegsende. Als die Russen einmarschieren, beginnt ein
Martyrium. Massenhaft vergewaltigen die Eroberer
Frauen jeden Alters. Die frühere Journalistin und
Fotografin Anonyma (Nina Hoss) sucht Schutz beim
russischen Offizier Andrej. Es entsteht eine Beziehung, die sich wie Liebe anfühlt. Der Film inszeniert
ein Tabuthema des Kriegsendes und stützt sich dabei
auf die Tagebuchaufzeichnungen einer bis zu ihrem
Tod anonym gebliebenen Autorin.
Karbid und Sauerampfer
Frank Beyers Defa-Klassiker
Kalle (Erwin Geschonneck), Arbeiter in einer Dresdner
Zigarettenfabrik, will nach Kriegsende mit dafür sorgen, dass wieder produziert wird. Auf abenteuerliche
Weise organisiert er elbabwärts sieben Fässer Karbid,
die er nun per Anhalter nach Dresden schaffen muss.
Sein Zahlungsmittel sind Zigaretten, seine Wegzehrung Sauerampfer.
»Eine der besten deutschen Filmkomödien, die […]
mit einem souverän-überzeugenden Hauptdarsteller
aufwarten kann. Dabei wird bei aller komischen Forciertheit nie die soziale Genauigkeit aus den Augen
verloren.«
(Lexikon des Internationalen Films)
Deutschland 2008 · R & Db: Max Färberböck · K: Benedict Neuenfels • Mit
Nina Hoss, Jewgeni Sidikhin, Irm Hermann, Rüdiger Vogler, Ulrike Krumbiegel
u.a. · ab 12 J. · 131'
DDR 1963 · R: Frank Beyer · Db: Hans Oliva · K: Günter Marczinkowsky • Mit Erwin
Geschonneck, Manja Behrens, Margot Busse, Marita Böhme u.a. · ab 16 J. · 80'
Mi 22. April • 19:00 Uhr
Mi 29. April • 19:00 Uhr
Mit einer Einführung von Dr. Julia Paulus, Historikerin
Mit einer Einführung von Horst Wiechers, Historiker
April Zweitausendfünfzehn
DIE LINSE
11
Oberhausen On Tour 2015
Deutscher Wettbewerb
Familie, aber auch alternative Lebensgemeinschaften
stehen im Mittelpunkt dieses Programms aus dem
Archiv der Oberhausener Kurzfilmtage
Während wir in Das satanische Dickicht – EINS
die Auflösungserscheinungen einer bildungsbürgerlichen Kleinfamilie boshaft und präzise vorgeführt
bekommen, zeigt uns Udita Bhargava auf sinnliche
Weise und ganz direkt einen indischen Carrom
Club als faszinierende Mischung aus Spielhalle und
Halbwelt. Loretta Fahrenholz lässt klassische Genreunterscheidungen als überholt erscheinen, wenn
Uli Lommel inmitten einer merkwürdig anmutenden
Lebensgemeinschaft unbeirrt lässig agiert. Susann
Maria Hempel schließlich führt eine spezielle ostdeutsche Erfahrung nach 1989 traumwandlerisch als
explodierte Puppenstube wieder auf. Dafür erhielt
sie schon verschiedene wichtige Auszeichnungen,
in Oberhausen den Preis für den besten Beitrag des
Deutschen Wettbewerbs 2014.
Das satanische Dickicht – Eins
Das Huhn wird geschlachtet, das Lied gesungen, der
See durchquert und die Anhalterin wusste eh nicht
so genau, wohin sie wollte. So viel ist jedenfalls klar:
Die anderen zu verstehen, das ist schwer.
D 2014 von Willy Hans, 30'
Imraan, c/o Carrom Club
Der 11-jährige Imraan kümmert sich um einen "Carrom Club" in Mumbai. Hier versammeln sich Männer
jedes Alters zum Carromspiel. Ein kleiner Einblick in
Imraans Cluballtag.
D 2014 von Udita Bhargava, 14'
My throat, my air
Ein semi-fiktionales Familiendrama, gedreht in
Münchens kleinbürgerlichem Westend mit dem ehemaligen Fassbinder-Schauspieler, Warhol-Mitarbeiter
und Horrorfilmregisseur Ulli Lommel.
D 2013 von Loretta Fahrenholz, 17'
Birds
Da steht er, der Geier. Majestätisch breitet er seine
Schwingen aus. Auch die anderen Vögel beobachten
ihr Territorium. Quo vadis, Bird?
D 2014 von Ulu Braun, 15'
Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und
nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen
Ein filmisches Andachtsbuch. Basierend auf Interviews
mit einem leidgeprüften Erwerbsunfähigen (und seinen Leidensgenossen), der in Ostdeutschland auf dem
Land lebt. Der 1989 sein Gedächtnis verloren hat und
seitdem in verschiedenen Albträumen erwacht ist.
D 2014 von Susann Maria Hempel, 18' Gesamtlänge: 93'
So 12. April • 13:00 Uhr
12
DIE LINSE
April Zweitausendfünfzehn
Mit der Amnesty
International
Asylgruppe Münster
Willkommen auf Deutsch
»Ein klug erzählter Dokumentarfilm, der Probleme
beschreibt. Und gleichzeitig Möglichkeiten zeigt, sie
miteinander zu lösen.« (FBW: Besonders wertvoll)
Landkreis Harburg, zwischen Lüneburger Heide und
Hamburg. 240.000 Einwohner, Backsteinhäuser, Weideland – hier scheint die Welt noch in Ordnung zu
sein. Doch jetzt leben traumatisierte Flüchtlinge neben Dorfbewohnern, die sich angesichts der neuen
Nachbarn um ihre Töchter und den Verkaufswert ihrer
Eigenheime sorgen. Junge Männer, die Krieg, Armut
und Perspektivlosigkeit entfliehen wollten, sollen in
einem 400-Seelen-Dorf untergebracht werden, das
weder Bäcker noch Supermarkt hat. Was passiert,
wenn Menschen aufeinander prallen, die sich fremd
sind? Über einen Zeitraum von fast einem Jahr begleitet der Film Flüchtlinge, Anwohner sowie den Bereichsleiter der überlasteten Landkreisverwaltung –
stellvertretend für die 295 Landkreise bundesweit.
Deutschland 2014 · R & Db: Carsten Rau, Hauke Wendler · K: Boris Mahlau
ab 0 J. · 93'
Mo 27. April • 19:00 Uhr
Im Anschluss geht es um die Situation von Geflüchteten in Münster: Die Sozialarbeiterin Frederike Brosche, die ein Asylbewerberheim in Roxel betreut, erzählt aus ihrem Alltag in der Arbeit
mit Geflüchteten. Es besteht Raum für Fragen und Austausch
mit ihr und der Amnesty International Asylgruppe Münster.
April Zweitausendfünfzehn
DIE LINSE
13
Warendorfer Str. 45 · Münster Mauritz-West · Tel. 0251.30300
www.cinema-muenster.de · [email protected]
Café und Kneipe
im Cinema
Gegründet 1968 an der Weseler Straße, seit 1981 am jetzigen Standort.
Neben dem Abaton in Hamburg das älteste Programmkino der Republik.
Tel. 0251.30309
Drei Säle: Cinema 1 (158 Plätze), Cinema 2 (58 Plätze), Kurbelkiste (52 Plätze).
Ausgezeichnet: regelmäßig für das herausragende Jahresprogramm,
Dokumentarfilmprogramm und Kinder­film­programm vom Staatsminister
für Kultur und Medien und der Film- und Medienstiftung NRW.
Barrierefreiheit: Das Cinema 1 ist nicht, Cinema 2 und Kurbelkiste bedingt
rollstuhlgerecht. Am besten vorher einen Rollstuhlplatz reservieren. Die Toiletten sind nicht rollstuhlgerecht.
Hörbehinderte: Alle Säle sind mit Induktionsschleifen
für Hörgeräte und Infrarot-Tonübertragungsanlagen ausgestattet.
Kopfhörer gibt es an der Kinokasse.
Lage: ca. 800 Meter = 10 Fußminuten vom Hauptbahnhof
in Mauritz-West, auf der Warendorfer Straße –
das ist die Straße Richtung Osten nach Handorf, Telgte, Warendorf
Anfahrt per ÖPNV: Mit den Stadtbus-Linien 2, 10, N83.
Die Haltestelle Zumsandestraße liegt fast direkt vor dem Haus.
Anfahrt per Auto: Parkplätze beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe
• an der Friedensstraße (Zufahrt gegenüber Anna-Krückmann-Haus)
• und an der Warendorfer Straße 21-25.
Parkgebühr 1 € pro angefangener Stunde (max. 8 Euro/Tag). Gezahlt werden
muss mit Geld- oder EC-Karte. Die Parkplätze sind rund um die Uhr geöffnet.
Anfahrt mit dem Fahrrad: Die besten Parkmöglichkeiten gibt es
an den Fahrradständern auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Öffnungszeiten der Kinokasse: So ab ca. 10:30 Uhr,
Mo-Sa ab ca. 14:45 Uhr, Mi auch 10:00 bis 10:30 Uhr
Eintrittspreis: 8,00 €*
ErmäSSigung: 6,50 €*
für Studierende, Behinderte über 50%, Münster-Pass-Besitzende u.a.
5er Karte (gilt nicht am Tag des Kaufes): 35,00 € (7,00 € je Karte)
Donnerstag = Premierentag: 5,50 €* für alle Filme, die neu starten
Kino für Kinder: 4,50 € für alle
Schul- und Sondervorstellungen nach Absprache möglich
Adresse und Barrierefreiheit:
wie Cinema
Sehbehinderte:
Die Speisen- und Getränkekarte
liegt auch in Brailleschrift vor.
Tischreservierungen:
wir können leider nur Reservierungen
für max. 8 Personen annehmen
Öffnungszeiten:
Mo-Do 10:00 bis 0:00 Uhr,
Fr+Sa 10:00 bis 0:30 Uhr,
So 10:00 bis 22:30 Uhr
Große Karte:
Mo-Do 17:45 bis 22:45 Uhr,
Fr+Sa 17:45 bis 23:15 Uhr,
So 10:00 bis 22:00 Uhr
Sonderöffnungszeiten
von Cinema & Café Garbo:
Donnerstag, 2.4.
wg. folgendem Feiertag
bis 0:30 Uhr geöffnet
(Kar)Freitag, 3.4.
erst ab 12:00 Uhr
(bis 0:30 Uhr) geöffnet
(Oster)Sonntag, 5.4.
erst ab 12:00 Uhr
(bis 0:30 Uhr) geöffnet
(Oster)Montag, 6.4.
Kino und Café mit Matineen
ab 10:00 Uhr geöffnet
Freitag, 24. 4.
wegen Betriebsversammlung
erst ab 15:00 Uhr geöffnet
Freitag, 1.5. (Tag der Arbeit)
erst ab 12:00 Uhr geöffnet
*Preise ggf. plus Überlängenzuschlag
· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Übersicht zum herausnehmen! · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·
Das Cinema zeigtCinema & Die Linse
Wochenprogramm
April 2015
Sondertermine
ab Do 26.3. Das Cinema zeigt zum Bundesstart
EINE NEUE FREUNDIN [franz.OmU + dF]
Do 26.3. 14:30 Das Cinema zeigt mit dem Seniorenbüro St. Mauritz
LINSE März STILL ALICE – MEIN LEBEN OHNE GESTERN
LINSE März
Das Cinema zeigt zum Bundesstart
TOD DEN HIPPIES!! ES LEBE DER PUNK
Mi 1.4. 22:45 Cinema Nachtschicht
LINSE März ARTHOUSE SNEAK – Pay After #48
Kino für Kinder
DAS GROSSE RENNEN LINSE März
8
ab Do 2.4 Das Cinema zeigt
Fr 3.4. Premiere mit Regisseur Mark Lorei & Team
PEPE MUJICA – DER PRÄSIDENT [span.OmU]19 22:45ACHTERHOEK - EINE SCHAUERGESCHICHTE IN BILD & TON
Kino für Kinder
RICO, OSCAR UND DIE TIEFERSCHATTEN
6
Mo 6.4. Mit dem Gleis 22
17 21:00 OUR VINYL WEIGHS A TON: THIS IS STONE THROW RECORDS [engl.OF] 8
Mi 8.4. Münsterländisches Filmgut mit Regisseur Ömer Pekyürek
18:00TEK ÜMIT - EINZIGE HOFFNUNG
7
ab Do 9.4 Das Cinema zeigt
Sa 11.4. Vorpremiere mit Angeliki Papoulia und Syllas Tzoumerkas
DIE REISE ZUM SICHERSTEN ORT DER ERDE [teilw. engl.OmU]20 18:30A BLAST – AUSBRUCH [griech.OmU]23
Das Cinema zeigt zum Bundesstart
So 12.4. Schwarzweiss ist die bessere Farbe – mit dem Theaitetos Trio
11:00NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS
17
IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM [poln.OmU + dF]21 Kino für Kinder
KLETTER-IDA
Oberhausen On Tour 2015
17 13:00 Deutscher Wettbewerb
12
Alles außer Tatort
20:15 ABSOLUTE GIGANTEN
9
A BLAST – AUSBRUCH
Mo 13.4. Queer Monday – mit KCM
21:00DROWN [engl.OmU]18
Mi 15.4. Drehbuch Geschichte: Trümmer und Träume
19:00 DIE MÖRDER SIND UNTER UNS
10
22:45 Cinema Nachtschicht
ARTHOUSE SNEAK – Pay After #49
8
ab Do 16.4. Das Cinema zeigt zum Bundesstart
So 19.4.
Mit Regisseur Valentin Thurns
10 MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT? [teilw.OmU]22
1
1:00 10 MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT?
22
Das Cinema zeigt zum Bundesstart
Mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
A BLAST – AUSBRUCH [griech.OmU + dF]23 17:00 THE GREEN PRINCE [engl.OmU]10
Kino für Kinder
BENJAMIN BLÜMCHEN – SEINE SCHÖNSTEN ABENTEUER
17
Mi 22.4. Drehbuch Geschichte: Trümmer und Träume
19:00ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN
11
ab Do 23.4. Das Cinema zeigt zum Bundesstart
Do 23.4. Das Cinema zeigt mit dem Seniorenbüro St. Mauritz
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT [farsi OmU + dF]25 14:30IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM
Das Cinema zeigt zum Bundesstart
MÜLHEIM – TEXAS: HELGE SCHNEIDER HIER UND DORT
Fr 24.4.
Endlich …
24 DIE NEUE LINSE IST FERTIG
Das Cinema zeigt zum Bundesstart / Kino für Kinder
SHANA – THE WOLF'S MUSIC
17
Donnerstag
Premierentag!
Alle Filme im Wocheneinsatz kosten donnerstags nur 5,50*
So 26.4. Alles außer Tatort
20:15SHORT TERM 12 [engl.OmU]9
Mo 27.4. Mit Amnesty International – Asylgruppe Münster
19:00 WILLKOMMEN AUF DEUTSCH
Kino für Kinder
MICHEL MUSS MEHR MÄNNCHEN MACHEN
26
17
13
Queer Monday
21:00AROUND THE BLOCK [engl.OmU]18
Mi 29.4. Drehbuch Geschichte: Trümmer und Träume
19:00 KARBID UND SAUERAMPFER
ab Do 30.4. Das Cinema zeigt
Do 30.4. Premiere mit Regisseur Gerd Schneider
DAS BLAUE ZIMMER [franz.OmU + dF]27 und Weihbischof Dr. Stefan Zekorn
19:00VERFEHLUNG
Das Cinema zeigt
VERFEHLUNG
6
11
26
Irrtümer sind nicht beabsichtigt, aber möglich. Alle Angaben also ohne Gewähr.
Änderungen (besonders bei den Zeiten) vorbehalten!
Aktuelle Termine und Uhrzeiten unter www.cinema-muenster.de
und im wöchentlich erscheinenden Programmheft KINOaktuell
· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Übersicht zum herausnehmen! · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·
Scarlett, das offizielle Glücksschwein des Cinema, präsentiert:
Kino für Kinder im Cinema im April
Eintritt im Cinema: 4,50 Euro · Geburtstagskinder
und ein Elternteil bekommen freien Eintritt!
Bei größeren Gruppen hat jede zehnte Person
freien Eintritt! (nach Voranmeldung)
Unser „Kino für Kinder“-Faltblatt ist im Cinema
und an vielen guten Auslagestellen erhältlich!
Neue Spielzeiten ab April: In der Regel Samstag und
Sonntag ca. 15:00 Uhr und Mittwoch ca. 16:30 Uhr
Starke Kinder
Rico, Oscar und
die Tieferschatten
Nach den beliebten Rico-Büchern
von Andreas Steinhöfel
ab Donnerstag, 2. April
Starke Kinder
Kletter-Ida
Die begabte Kletterin Ida will mit
ihren Freunden eine Bank ausrauben, um ihrem Vater zu helfen …
ab Donnerstag, 9. April
Tierisch gut
Benjamin Blümchen – seine
schönsten Abenteuer
Der erste Kinofilm des von Elfie
Donnelly erfundenen Elefanten
ab Donnerstag, 16. April
Kinderklassiker
Michel muss mehr
Männchen machen
Der Klassiker nach den Büchern
von Astrid Lindgren!
ab Donnerstag, 30. April
Kino für Kinder – zum Bundesstart
Shana – The Wolf's Music
Ein Indianermädchen, ein Wolf, eine Geige – und
die Magie der Musik. Vielfach ausgezeichnet u.a. mit
dem Filmpreis JULE auf dem KinderFilmFest Münster.
Shana ist musikalisch hoch talentiert. Sie lebt mit
ihrem Vater in einem kanadischen Indianerdorf. Vor
zwei Jahren ist die Mutter in den Wald gegangen
und nicht wieder gekommen. Shana schreibt ihr
herzzerreißende Briefe und hängt diese in einen
Ahnenbaum. Ein weißer Wolf scheint magisch
von ihrem Geigenspiel angezogen. Auch Shanas
neue Lehrerin entdeckt ihr Talent und meldet sie
an der Musikschule an. Doch wenige Tage vor der
Aufnahmeprüfung aber verkauft Shanas Vater die
Wolfskopf-Geige, die der Mutter gehörte. Auf der
Suche nach dem Erinnerungsstück gerät Shana
immer tiefer in den Wald, wo sie dem weißen Wolf
und den Geistern ihrer Ahnen begegnet.
»Uns hat besonders gefallen, wie die Beziehung
zwischen Mensch und Natur dargestellt wird. Außergewöhnlich sind die Aufnahmen aus Sicht des
Wolfes, der eine besondere Rolle im Film spielt.«
(Kinderjury KinderFilmFest Münster)
Schweiz/Kanada 2014 · R & Db: Nino Jacusso · K: Séverine Barde • Mit Sunshine
O'Donovan, Delilah Dick, Marcel Shackely, Alana Aspinall, Marty Aspinall u.a.
ab 0 J., empf. ab ca. 8 J. · 96'
Ab Donnerstag, 23. April im Wochenprogramm
·16· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Übersicht zum herausnehmen!
April Zweitausendfünfzehn
································
Schwarzweiss ist die bessere Farbe
Nosferatu
Eine Symphonie des Grauens
F.W. Murnaus Horror-Klassiker frei nach Bram Stoker – live begleitet vom vierköpfigen Theaitetos Trio
»Kaum dass Nosferatu, der phallische Raffzahn, seine
Beißerchen an die Kehle der opferbereiten Schönen
setzt, wird im Publikum auch schon wieder kräftig
losgeprustet. Weil das Toy-Piano leise säuselt, was
die hingebungsvolle Schöne vielleicht denkt, aber
in Murnaus stummen Bildern eben stumm für sich
behalten muss: „Es muss was Wunderbares sein, von
dir geliebt zu werden!“ Mit nur wenigen Takten aus
Benatzkys „Weißem Rößl“ wird der schwarz-weiße
Leinwandalbtraum zur bunten Operetten-Groteske.
Dem tiefenpsychologischen Spürsinn des Theaitetos
Trio sei Dank! Die legendären Experten in Sachen
schräger Musik wissen eben, wie klein der Schritt
vom Erhabenen zum Lächerlichen bei diesem mitt-
lerweile fast tot adaptierten Untoten Nosferatu sein
kann – und demontieren ihn lustvoll. Eines ist die
Tonkulisse des Theaitetos Trio niemals: blutleer. Und
darauf kommt es bei einem Vampirfilm doch schließlich an, oder?« (Westfälische Nachrichten)
»Hemmungsloser Spaß und tiefes Mitgefühl für das
Monster kennzeichnen am besten, was das Theaitetos
Trio zu Gehör brachte: Eine wahre Symphonie des
Grauens, unterlegt mit wunderbar stillen Liebesliedern („This is a strange country“ – hinreißend) an die
entfernte Geliebte … Dass dabei der ironische Blick
nicht fehlte, das konnte man vorher wissen. Nichts für
Puristen, alles für Genießer. Hörenswert.“ (Carl Fricke)
Deutschland 1922 · R: Friedrich Wilhelm Murnau · Db: Henrik Galeen · K: Fritz Arno Wagner · Musik: Hans Erdmann
Mit Max Schreck, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder, Alexander Granach · ab 12 J. · 94'
So 12. April 11:00 Uhr • Mit Live-Musik vom vierköfigen Theaitetos Trio: Helmut Buntjer (Posaune, Ukulele,
Elektronik), Johannes Dolezich (Piano, Flöten, Toypiano), Udo Herbst (Gitarre, E-Gitarre, Schränkchen) und
Bernd Kortenkamp (Wachtelrealisator, Interpulsat-Neoschall, Schrott). Alle Vier singen bisweilen auch.
April Zweitausendfünfzehn
DIE LINSE
17
Queer Monday
Around the Block
Ein junger Aborigine wird von seiner Liebe zur
Schauspielerei und dem Zerfall seiner Familie
hin- und hergerissen. Mit Christina Ricci.
Queer Monday – mit KCM
Drown
Dean Francis’ greller Clip aus heißen Bildern und
wilden Rhythmen ist eine aufreizende Satire über
Männlichkeitskult und Testosteronstau
Blauer Himmel, rote Shorts, Muskeln und der wilde
Ozean. Der Bondi Beach bei Sydney ist das Territorium
von Lenny, fünfmaliger „Rettungsschwimmer des
Jahres“, wie sein Vater vor ihm. Seine Teamkollegen
himmeln ihn an, vor allem der treue „Meat“, dem die
Badehose besonders eng sitzt. Dann taucht plötzlich
Phil auf, rettet an seinem ersten Tag bereits ein Kind vor
dem Ertrinken, gewinnt den Lifesaver-Wettkampf und
die Herzen der Männer. Als Lenny dann noch merkt,
dass sein neuer Konkurrent einen Freund hat, gerät
seine Alphamännchen-Welt ins Wanken. Eine wilde
Nacht voller Alkohol, verschwitzter Männerkörper
und heißer Blicke endet für Lenny, Meat und Phil am
Strand, wo Lenny endlich merkt, was mit ihm los ist.
Sein oder Nichtsein. Als die idealistische Lehrerin
Dino (Christina Ricci) in Sydneys Problemviertel
Redfern Shakespeare an der Schule aufführen will,
erntet sie nicht nur bei den Schülern zunächst wenig Interesse. Im Herz der Aborigine-Gemeinde hat
man andere Probleme, als alte Texte auswendig zu
lernen. Auch Dinos weiße Freunde sind fassungslos.
Doch als sie den jungen Liam trifft, der zwar aus
problematischen Verhältnissen kommt, dem das
Theater aber im Blut liegt, hat sie ihren Hamlet gefunden. Schon bald versteht er, was das Rachedrama
mit seinem Leben in Redfern zu tun hat. Und auch
Dino trifft wichtige Entscheidungen: zum Beispiel,
ihre Beziehung zur Deli-Verkäuferin Kate wieder
aufzuwärmen. Dino kämpft für die Freiheit der Kunst
und die Zukunft ihrer Schüler … Australien/USA 2013 · R & Db: Sarah Spillane · K: Martin McGrath • Mit
Christina Ricci, Matt Nable, Ruby Rose u.a. · ab 12 J. · engl.OmU · 104'
Mo 27. April • 21:00 Uhr
»In diesen Bildern ertrinkt jeder, der sich nicht
(Verleih)
retten lässt!« Australien 2014 · R & K: Dean Francis · Db: Stephen Davis, Stephen Davis • Mit Matt
Levett, Harry Cook, Jack Matthews, Sam Anderson u.a. · ab 16 J. · engl.OmU · 93'
Mo 13. April • 21:00 Uhr
18
DIE LINSE
April Zweitausendfünfzehn
Das Cinema zeigt
Pepe Mujica – Der Präsident
Vom Guerillero zum Staatsführer Uruguays: ein filmisches Denkmal für den „ärmsten Präsidenten der Welt“
Pepe Mujica ist als „der ärmste Präsident der Welt“
ein Begriff geworden. Der ehemalige Guerillero und
Blumenzüchter gilt als eine der charismatischsten
politischen Persönlichkeiten Lateinamerikas. Sein
bescheidener Lebensstil und sein unkonventionelles Auftreten im politischen Protokoll machen ihn
glaubhaft für Jung und Alt – nicht nur, weil er mit
10% seines Präsidentengehalts auskommt und den
Rest an Projekte und NGOs spendet. Seine politischen
Visionen erregen weltweites Aufsehen, zuletzt die
spektakuläre Regulierung des Marihuanamarktes.
»Heidi Specogna begleitet Pepe Mujica und seine
Lebensgefährtin Lucia Topolansky auf ihren Wegen
zwischen Regierungsaufgaben und dem Privatleben
auf einem Bauernhof (…) Die Botschaft des Films
stimmt optimistisch: Ja, es gibt sie noch, die Vorbilder
und Idealisten in der Politik, die fest daran glauben,
dass man durch gute Taten die Welt verändern
kann und muss. Hier ist der lebende Beweis dafür,
dass Macht nicht unbedingt korrumpiert. Dieses
Präsidentenpaar, das lediglich ein Zehntel seiner
Einkünfte behält und den Rest an NGO’s spendet,
verkörpert eine soziale und tolerante Politik, von der
viele träumen, die aber kaum jemand für möglich
hält. Heidi Specogna, die seit ihrem Film Tupamaros
mit beiden bekannt und offenbar gut befreundet ist,
zeigt in ihrem kleinen und angemessen prunklosen
Film das Leben dieser beiden Kämpfer und Träumer,
die noch immer Visionen haben und dazu stehen.«
(Gaby Sikorski, programmkino.de)
Deutschland 2014 · R & Db: Heidi Specogna · K: Rainer Hoffmann, Thomas
Keller · ab 0 J. · span.OmU · 93'
Ab Do 2. April im Wochenprogramm
»Unprätentiöse Annäherung an einen ebenso bodenständigen wie gebildeten ehemaligen Revolutionär,
der heute darum kämpft, den Menschen ihre Würde
zurückzugeben. Die mit dem Paar befreundete Dokumentaristin Heidi Specogna greift dabei auch auf
Aufnahmen ihres Films Tupamaros (1997) über die
revolutionäre Vergangenheit des unzeitgemäßen
Politikers zurück, der sich zeitlebens seine Integrität
(film-dienst)
bewahrt hat.« April Zweitausendfünfzehn
19
Das Cinema zeigt
DIE REISE ZUM SICHERSTEN
ORT DER ERDE
Ein Dokumentarfilm über unsere „Strahlende
Hinterlassenschaft“: Den Atommüll
In den letzten 60 Jahren haben sich rund um die Welt
mehr als 350.000 Tonnen hochradioaktive Atomabfälle angesammelt, die für Tausende von Jahren an
einem sicheren Ort, sprich: für Mensch und Umwelt
unschädlich, endgelagert werden müssen. Doch ein
Endlager existiert bis heute nicht, und die Produktion
von atomarem Restmüll wird ungebrochen fortgesetzt. Der in der Schweiz lebende Nuklearphysiker
und international renommierte Endlagerexperte
Charles McCombie und einige seiner wichtigsten
Weggefährten geben dem Regisseur Edgar Hagen
Einblick in ihr hartnäckiges Ringen, den dereinst
sichersten Ort der Erde zu finden, um das fatale
Dilemma zu beheben. Die weltumspannende Suche führt an die unterschiedlichsten Orte – durch
dicht besiedelte Gebiete in der Schweiz, zu einer
Nomadenfamilie in der chinesischen Wüste Gobi,
zu einem heiligen Berg in einem atomverseuchten
Indianerreservat, zu Demonstranten im Wald von
Gorleben in Deutschland. An all diesen Orten werden
Vernunft, Demokratie und wissenschaftliche Redlichkeit durch Sachzwänge, Strategien und Ängste
auf die Probe gestellt. Die Reise zum sichersten Ort
der Erde bringt fixe Weltbilder ins Wanken und führt
uns an die Grenzen von Wissen und gesellschaftlich
Verantwortbarem.
20
»Irgendwie kann einem dieser Mann fast leidtun,
der im Mittelpunkt von Edgar Hagens Film DIE
REISE ZUM SICHERSTEN ORT DER ERDE steht. Seine
Reisen, auf denen ihn der Regisseur begleitet, sind
Reisen ohne jegliche Hoffnung darauf, dass das Ziel
jemals erreicht werden wird. Weil es, so macht der
Film behutsam und zwischen den Bildern klar, den
sichersten Ort der Erde gar nicht gibt und ihn auch nie
geben wird. Insofern gleicht die Arbeit von Charles
McCombie und seinen Mitarbeitern dem sinnlosen
Tun der griechischen Sagengestalt Sisyphos. Kaum
glaubt sich McCombie am Ziel, entstehen neue Widerstände, tun sich ungeahnte Schwierigkeiten auf,
so dass jede vermeintliche Lösung immer wieder zu
(Joachim Kurz, kino-zeit.de)
scheitern droht.« »Regisseur Edgar Hagen hält sich mit Polemik und
Parteilichkeit zurück und verzichtet klugerweise auf
jenen selbstgefälligen Ton, der gerne zur großen
Schwäche von Polit-Dokus gerät. Er stellt ohne Besserwisserei die richtigen Fragen, lässt ausgewiesene
Experten beider Seiten zu Wort kommen und setzt
auf ein Publikum, das durchaus selbst die richtigen
Schlüsse ziehen kann. Das Konzept überzeugt, die
Dramaturgie mutet an wie aus einem Thriller. «
(Dieter Oßwald, programmkino.de)
Schweiz 2013 · R & Db: Edgar Hagen · K: Peter Indergand · ab 0 J. · teilw.
engl.OmU · 104'
Ab Do 9. April im Wochenprogramm
April Zweitausendfünfzehn
Das Cinema zeigt zum Bundesstart
IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM
Auf einer wahren Geschichte basierendes Drama,
das zu Tränen rührt, zum Nachdenken anregt und mit
seiner selbstironischen Perspektive zum Lachen bringt
Mateus liebt die Sterne. Oft lehnt er nachts am
Fenster und blickt in die Tiefen des Universums. Und
immer stellt er sich die eine Frage: „Wie kann ich den
anderen zeigen, dass ich nicht zurückgeblieben bin?
Wie kann ich beweisen, dass ich fühle und denke wie
jeder andere?“ Mateus leidet unter einer zerebralen
Bewegungsstörung und ist nicht im Stande seinen
Körper zu kontrollieren. Obwohl er nicht mit seiner
Umwelt kommunizieren kann, nimmt er doch alles
um sich herum wahr: Die abstoßenden Bemerkungen
seiner Schwester. Das Lächeln der wunderschönen
Anka. Die liebevolle Fürsorge seiner Mutter. Und die
üppigen Brüste der netten Nachbarin. Doch der Tag
wird kommen, an dem er es allen zeigen wird …
»Das Drehbuch zu IN MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM
basiert auf einer wahren Geschichte und wurde von
Przemek inspiriert, der mit einer zerebralen Bewegungsstörung geboren wurde. Er lebt bis heute in einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen. Obwohl er seinen Körper nicht kontrollieren kann, stellte
sich heraus, dass sein Geist völlig wach und gesund
war. Jahrelang sagte man, er sei ein„Gemüse“, bis sich
zeigte, dass er sich nur nicht verständigen konnte.
(…) Im Leben gibt es selten eindeutige Momente von
Traurigkeit oder Freude, es ist eher ein Zwischenzustand dieser Gefühle. Das Leben ist gleichermaßen
komisch und tragisch, deswegen ist der Film auch
eine Tragikomödie.« (Regisseur Maciej Pieprzyca)
April Zweitausendfünfzehn
»Kurz nach der Oscar-Verleihung kommt mit IN
MEINEM KOPF EIN UNIVERSUM ein Film in die
Kinos, der mit seiner zentralen Darstellungen
eines schwer behinderten Mannes, ideal in die
lange Reihe vergleichbarer Filme aus Hollywood
zu passen scheint. Doch Maciej Pieprzyca erzählt
ungleich pragmatischer und ist gerade dadurch
deutlich berührender als viele vergleichbare Filme.
An etliche Filme fühlt man sich bei IN MEINEM KOPF
EIN UNIVERSUM erinnert, auf den ersten Blick an
rührselige Hollywood-Dramen wie Mein linker Fuß
oder aktuell Die Entdeckung der Unendlichkeit, bald
dann eher an ungewöhnlichere Filme wie Ziemlich
beste Freunde oder Schmetterling und Taucherglocke,
bis man schließlich merkt, dass Maciej Pieprzycas
Film etwas ganz und gar Eigenes ist.«
(Michael Meyns, programmkino.de)
Ausgezeichnet als Bester Film beim World Cinema Festival Montréal
und mit dem Publikumspreis auf der Filmkunstmesse Leipzig.
Im Cinema beste Arthouse-Sneak-Bewertung aller Zeiten!
CHCE SIE ZYC · Polen 2013 · R & Db: Maciej Pieprzyca · K: Paweł Dyllus • Mit
Dorata Kolak, Arkadiusz Jakubik, Dawid Ogrodnik, Helena Sujecka, Mikołaj
Roznerski, Kamil Tkacz u.a. ·poln.OmU + dF · ab 6 J. · 112'
Ab Do 9. April im Wochenprogramm
Do 23.4. • 14:30 Uhr im Kino Kaffeeklatsch (s. Seite 6)
21
Das Cinema zeigt zum Bundesstart
10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?
Taste the Waste-Regisseur Valentin Thurns filmische Reise auf den
Spuren der derzeit drängendsten Fragen der Welternährung
Zu Gast im Cinema:
Valentin Thurn
Valentin Thurn ist DiplomGeograf und wurde an der
Deutschen Journalistenschule in München ausgebildet.
1993 gründete er die International Federation of Environmental Journalists (IFEJ), 2012
den Verein Foodsharing e.V..
Valentin Thurn drehte über 40
Dokumentationen für Fernsehen und Kino und veröffentlichte mehrere Bücher. Sein
bekanntester Kinofilm Taste
the Waste war 2011 einer der
erfolgreichsten deutschen
Dokumentarfilme.
22
Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen
anwachsen. Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen? Kann man
Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder
baut jeder bald seine eigene Nahrung an? Regisseur, Bestseller-Autor
und Food-Fighter Valentin Thurn sucht weltweit nach Lösungen. Auf
der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie wir verhindern können,
dass die Menschheit durch die hemmungslose Ausbeutung knapper
Ressourcen die Grundlage für ihre Ernährung zerstört, erkundet er
die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion. Er spricht
mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der
bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken.
»Der Verlust unserer Esskultur fängt nicht erst bei der Verschwendung
an, er beginnt bereits bei der Erzeugung auf dem Feld. Wenn die Nahrungsmittel von immer weiter her kommen, dann wird auch der Blick
darauf erschwert, wie sie erzeugt wurden. (…) Schon bei der Recherche
wurde mir klar, dass es ein Unbehagen gegenüber den industriellen
Methoden der Lebensmittelproduktion und -verteilung gibt, und zwar
überall auf der Welt. Und dass immer mehr Menschen versuchen, eine
neue Landwirtschaft aufzubauen, die Mensch und Natur respektiert.«
(Regisseur Valentin Thurn)
Deutschland 2015 · R: Valentin Thurn · Db: Sebastian Stobbe, Valentin Thurn · K: Hajo Schomerus
ab 0 J. · teilw. mehrspr.OmU · 107'
Ab Do 16. April im Wochenprogramm
So 19. April • 11:00 Uhr · anschl. Gespräch mit Regisseur Valentin Thurn
April Zweitausendfünfzehn
Das Cinema zeigt zum Bundesstart
A Blast – Ausbruch
Explosives, mitreißendes und anspruchsvoll
verschachteltes Kino aus Griechenland: In
der Geschichte von Marias Ausbruch spiegelt sich die Krise einer ganzen Generation.
Maria (Angeliki Papoulia) rast in ihrem donnernden Geländewagen
über eine Autobahn irgendwo in Griechenland. Sie ist allein. Hinter
ihr liegen eine Insel in Flammen und ein Koffer voller Geld. Vor ihr, die
hoffnungslose Weite der Straße. Nichts kann ihre wilde, immer schneller
werdende Fahrt stoppen. Erst gestern war sie noch fürsorgliche Mutter,
liebende Ehefrau und verantwortungsbewusste Tochter. Doch heute hat
sie genug: Sie hat den Entschluss gefasst, alles, worum sie gekämpft hat,
aus ihrem Leben zu verbannen. Marias dramatische Geschichte, ihr Weg
bis zum Ausbruch aus ihrem bisherigen Leben wird durch Fragmente
der Gegenwart erzählt, die eng mit ihrer Vergangenheit verwoben
sind und zugleich ein schillerndes und auch sehr verstörendes Bild
des gegenwärtigen Griechenlands zeichnen.
»A BLAST spielt in den turbulenten Jahren nach dem Zusammenbruch
der griechischen Wirtschaft und erzählt von der Ernüchterung und Radikalisierung einer ganzen Generation.« (Regisseur Syllas Tzoumerkas)
Griechenland/Deutschland/Niederlande 2014 · R: Syllas Tzoumerkas · Db: Syllas Tzoumerkas, Youla Boudali
K: Pantelis Mantzanas • Mit Angeliki Papoulia, Vassilis Doganis, Maria Filini, Themis Bazaka, Yorgos
Biniaris u.a. · griech.OmU + dF · 83'
Zu Gast im Cinema:
Angeliki Papoulia
Angeliki Papoulia, geboren
in Athen, studierte an der
Universität Athen Theaterwissenschaft und an der Empros Theatre Drama School.
2004 gründete sie die wohl
bekannteste freie Theatergruppe Griechenlands „Blitz“
mit und ist dort seitdem als
Autorin, Regisseurin und Darstellerin aktiv. Vor A BLAST
spielte sie bereits die Hauptrollen in Yorgos Lanthimos’
Filmen Dogtooth und Alpen.
Sa 11. April • 18:30 Uhr: Vorpremiere in griech.OmU · anschl. Gespräch mit
Hauptdarstellerin Angeliki Papoulia und Regisseur Syllas Tzoumerkas
Ab Do 16. April im Wochenprogramm
Syllas Tzoumerkas
Syllas Tzoumerkas, geboren
in Thessaloniki, studierte Theater, Regie und Schauspiel in
Athen, Utrecht und New York.
Erste Erfolge feierte er mit dem
Kurzfilm The Devouring Eyes
(Jury-Preis in Karlovy Vary).
Nach der Mitarbeit an TVDokumentationsreihen drehte
er den vielgelobten Spielfilm
Homeland über eine Familie
und ein Land im freien Fall.
April Zweitausendfünfzehn
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Das Cinema zeigt zum Bundesstart
MÜLHEIM – TEXAS: HELGE
SCHNEIDER HIER UND DORT
Wer ist Helge Schneider?
»Wenn Roggon Schneider in kurzen Momenten in seinem Haus irgendwo im Ruhrgebiet am Schreibtisch
sitzend zeigt, kommt sie Schneider nicht wirklich
nahe. Gerade dieser Leerstellen der Persönlichkeit
Schneiders machen ihn aber aus und in einer Zeit,
in der C- und D-Promis jeden irrelevanten Fakt ihres
eigentlich irrelevanten Lebens bereitwillig in die Öffentlichkeit tragen, zu einer angenehmen Abwechslung. Als Porträt des Menschen Helge Schneider
funktioniert MÜLHEIM – TEXAS: HELGE SCHNEIDER
HIER UND DORT somit nur bedingt, als Bild der
Kunstfigur „Helge Schneider“ aber umso mehr.«
(Michael Meyns, programmkino.de)
„Den grauen Alltag mache ich mir selber bunt“,
schreibt Helge Schneider über sich. Musik, Filme,
Konzerte, Bücher sind das in seiner Vielfalt kaum zu
fassende kreative Ergebnis dieser selbst gestellten
Aufgabe. In seiner Welt existiert das Fantastische
neben dem Alltäglichen und es ist nur schwer auszumachen, wo die Grenze zwischen Wirklichkeit und
Fiktion verläuft. Das gilt erst recht bei Schneiders
Konzerten im direkten Dialog mit seinem Publikum.
Doch wie reagiert er auf die junge Filmemacherin
Andrea Roggon, die sich ihm nähert, um ihn zu
portraitieren? Schnell wird deutlich: Helge Schneider
hat es nicht gern, wenn einer zu viel über ihn weiß.
»„Von dem, was die anderen nicht von mir wissen,
lebe ich.“ Dieser Satz stammt nicht von Helge Schneider sondern von Peter Handke. Als ich auf diesen Satz
gestoßen bin, habe ich etwas verstanden über die
Magie des Geheimnisses. Und gleichzeitig wurde mir
bewusst, dass die Aufgabe, einen Film über Helge
Schneider zu machen, eine noch viel größere Herausforderung werden würde, als ohnehin erwartet: Wie
kann man einem Menschen filmisch nahe kommen
und ihm dabei sein Geheimnis lassen?«
(Regisseurin Andrea Roggon)
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»Dieser Film ist ein gelungenes cineastisches Porträt,
das uns beglückt durch seine Leichtigkeit, seine
Situationskomik und manchmal seine Melancholie. Der Widerstand Helges, sich auf dieses Porträt
einzulassen wird miterzählt. Ein Porträt, das sich
selbst immer wieder in die Luft sprengt und genau
dadurch seinem Protagonisten gerecht wird. Dieser
Preis soll ermutigen, sich weiterhin auf Experimente
einzulassen.« (Jurybegründung zum Förderpreis
der DEFA-Stiftung auf dem 36. Max Ophüls Festival)
Deutschland 2015 · R & Db: Andrea Roggon · K: Petra Lisson · 89'
Ab Do 23. April im Wochenprogramm
April Zweitausendfünfzehn
Das Cinema zeigt zum Bundesstart
A Girl Walks Home Alone at Night
Einfach die beste iranische Western-Vampir-Romanze
aller Zeiten!
Ölfelder, soweit das Auge reicht, eine Wüste, staubige
Straßen und dann eine Stadt. Bad City soll sie heißen
und scheint nur noch von wenigen Menschen und
Geistern bewohnt zu sein. Der junge Arash (Arash
Marandi) hat sich in dieser einsamen Ödnis einen
wertvollen Oldtimer erarbeitet und sich gleichzeitig
um seinen Drogensüchtigen Vater Hossein (Marshall
Manesh) gekümmert. Doch dieser hat Schulden
beim Dealer Saeed (Dominic Rains), der den Oldtimer direkt pfändet. Aber Dealer und Prostituierte
sind nicht allein in den leeren Straßen von Bad City.
Ein Schatten geht um, ein namenloses Mädchen
(Sheila Vand) gehüllt in einen Tschador, umgeben
von einer dunklen Aura der Bedrohung. Wie sollte
Arash sich da nicht verlieben?
»Es ist, als hätten Sergio Leone und David Lynch
ein gemeinsames Baby und dafür Nosferatu als
Babysitter bestellt« schreibt Regisseurin Ana Lily
Amirpour über ihren ersten Langfilm. Sie wollte
einen iranischen Film machen, musste dann aber in
den USA drehen; das Team setzt sich aus Mitgliedern
April Zweitausendfünfzehn
der iranischen Exilgemeinde zusammen. Auf diesem
verworrenen Weg hat sie es geschafft eine düstere
Traumwelt zu erschaffen, in deren wunderschönen
schwarz-weißen Bildern man sich verlieren kann.
Eine Prise Humor, ein Schuss Gesellschaftskritik,
und im Grunde eine Boy-Meets-Girl-Geschichte
voller Anspielungen. Ob James Dean oder Dracula,
Morricone und iranischer Indie-Pop, dieser Film ist
ein Kind der Postmoderne. Und wenn das Mädchen
im wehenden Tschador auf einem Skateboard die
Straße hinuntergleitet, ist der Bogen zu einer globalen Jugendkultur geschlagen.
»Es gibt wenige Filme, die in ihrem unbedingten Willen zum Obskuren eine ganz eigene Welt erschaffen.
Oft sind es Erstlingswerke, verworrene Kopfgeburten
zwischen Dystopie und visueller Idylle, unermesslich
und mysteriös in ihrem Stil. Und sie spielen natürlich
ausschließlich nachts: Eraserhead von David Lynch
ist so einer, oder auch Lars von Triers The Element of
Crime. A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT dürfen
wir hier getrost einreihen. (…) [Es] ist ein Midnight
Movie im besten Sinne, einerseits vollkommen neu,
andererseits getränkt in Referenzen, irgendwie Retro
also, aber gleichzeitig ein Film, der etwas undeutlich
Zukünftiges in sich hat.« (Johannes Bluth, critic.de)
USA 2014 · R & Db: Ana Lily Amirpour · K: Lyle Vincent • Mit Sheila Vand, Arash Marandi, Marshall Manesh, Mozhan Marnò, Dominic Rains u.a. · farsi OmU + dF · 99'
Ab Do 23. April im Wochenprogramm
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Das Cinema zeigt
Verfehlung
»Hervorragend gespielt und recherchiert, überzeugt der Film durch
seinen differenzierten Blick auf den kirchlichen Umgang mit dem
Missbrauchsskandal. Sehenswert.« (film-dienst)
Zu Gast im Cinema:
Gerd Schneider
Gerd Schneider, Jahrgang
1974, studierte zunächst katholische Theologie an den
Universitäten von Bonn und
Wien und bereitete sich auf
das Priesteramt vor. Nach
dem Diplom änderte er seine
Meinung und begann ein
Regiestudium an der Filmakademie Baden Württemberg.
In dieser Zeit inszenierte er
verschiedene Kurz- und Dokumentarfilme. VERFEHLUNG
ist sein Spielfilmdebüt.
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„Da schmeißt einer mit Dreck, und es ist nur eine Frage der Menge, ob
was hängen bleibt...” Das möchte der katholische Gefängnisseelsorger
Jakob Völz (Sebastian Blomberg) gern glauben, als sein bester Freund
und Kollege Dominik Bertram (Kai Schumann) wegen des Verdachts
auf sexuellen Missbrauch in Untersuchungshaft genommen wird. Doch
was Jakob ahnt, aber nicht wissen will, wird zur Zerreißprobe für seinen
Glauben und sein Selbstverständnis.
»Schon lange hat mich der Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen erschüttert. Vor etwa sieben Jahren hatte ich dann die
ursprüngliche Idee zu einem Film, der sich mit genau diesem Thema
auseinander setzt: Ein Gefängnisseelsorger hat den eigenen Kollegen
und guten Freund plötzlich in der Untersuchungshaft sitzen. Was geht
in ihm vor, wie verändert sich ihr Verhältnis – Was wird er tun? Diese
Fragen liegen mir sehr nahe: Ich war selbst Priesteramtskandidat der
Erzdiözese Köln und festen Willens, mein Leben in den Dienst der katholischen Kirche zu stellen. Vor dem Hintergrund dieser tiefgreifenden
Erfahrung war es mir wichtig zu erzählen, dass es kein System der
Vertuschung gibt, aber das Vertuschen durchaus systematische Züge
hat. Angst, Unvermögen und vorauseilender Gehorsam haben ein Klima
geschaffen, in dem diese ungeheuren Vorgänge stattfinden konnten.
Um was es in VERFEHLUNG geht, ist mehr als eine Schuldfrage: Es geht
um die Integrität einer Person, um die Wahrhaftigkeit dessen, was sie
im Innersten ausmacht.«
(Regisseur Gerd Schneider)
Deutschland 2014 · R & Db: Gerd Schneider · K: Pascal Schmit • Mit Sebastian Blomberg, Kai Schumann,
Jan Messutat, Sandra Borgmann, Valerie Koch u.a. · ab 12 J. · 95'
Ab Do 30. April im Wochenprogramm
Do 30. April • 19:00 Uhr mit anschl. Gespräch mit Regisseur
Gerd Schneider und Weihbischof Dr. Stefan Zekorn
April Zweitausendfünfzehn
Das Cinema zeigt
DAS BLAUE ZIMMER
Regisseur und Darsteller Mathieu Amalric
(Schmetterling und Taucherglocke; Grand
Budapest Hotel) adaptiert den gleichnamigen
Kriminalroman von Georges Simenon
Ein Mann und eine Frau lieben sich heimlich in
einem Zimmer, sie begehren einander, sie wollen
einander und beißen sich sogar vor Leidenschaft.
Danach tauschen sie für einen kurzen Moment noch
Nichtigkeiten aus. Auf jeden Fall will das der Mann
glauben. Doch dann wird er verhaftet, von der Polizei
verhört und findet keine Worte mehr. Was ist passiert?
Wessen wird er eigentlich beschuldigt?
Affäre rekonstruiert. Die Erinnerungsfetzen wirken
zunächst verwirrend und entspinnen das Rätsel,
weshalb und vor allem wofür sich der Mann hier
rechtfertigen müsse. Des Rätsels Lösung kommt
bröckchenweise und muss vom Zuschauer selbst wie
ein Mosaik zusammengesetzt werden. Dabei kann
mehr als nur ein einziges Bild entstehen.«
(Sophie Charlotte Rieger, programmkino.de)
»Ein Mann, der eines Schwerverbrechens angeklagt
wird. Eine böse Frau, die dem Film Noir entstiegen
ist. Eine verhängnisvolle Affäre und zerredete Leidenschaft. Ein Gerichtsdrama ohne Wahrheitsfindung. All
das und noch viel mehr ist DAS BLAUE ZIMMER von
und mit Mathieu Amalric. (…) Fragmente, CloseUps, die nur Details zweier verschlungener Körper
zeigen, leiten die Geschichte ein. Schweißperlen,
Liebesgeflüster. Der Zuschauer kann aus den kleinen
Bildelementen zunächst noch kein großes Ganzes
konstruieren, bis er schließlich Julien (Amalric) und
Esther (Stéphanie Cléau) im Liebesakt erblickt. Das
Fragment ist auch im Folgenden Gestaltungsmittel
der Wahl, wenn Julien im Verhör mit der Polizei diese
April Zweitausendfünfzehn
»Die Grenzen der Interpretation: Mathieu Amalrics
irreführender Kriminalfilm im 4:3-Format entwickelt
eine verstörende Kraft. (…) Der Film springt permanent zwischen den Erzählebenen und konfrontiert
das Erleben mit dem Erzählen, das Bild mit dem Wort,
die Kälte der Ermittlungen mit der Hitze der Emotionen. Effektbewusst und präzise arbeitet Amalric mit
dem Schnitt und lässt die Handlungsstränge über
die Ton- und Bildspur ineinandergreifen. Die Kamera
blickt in ein Hotelzimmer. Schnitt. Die Tür geht auf,
aber jetzt sind wir im Büro des Staatsanwalts. Die
Montage funktioniert hier wie ein sich drehendes
Kaleidoskop: ein Cut, und der Blick ist ein völlig
anderer. Aus dieser genialen Konstruktion zieht der
Film seine verstörende trügerische Kraft.«
(Almut Steinlein, critic.de)
LA CHAMBRE BLEUE · Frankreich 2014 · R: Mathieu Amalric · Db: Mathieu Amalric,
Stéphanie Cléau · K: Christophe Beaucarne • Mit Léa Drucker, Mathieu Amalric,
Stéphanie Cléau, Laurent Poitreneaux, Serge Bozon u.a. · franz.OmU + dF · 76'
Ab Do 30. April im Wochenprogramm
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