MITEINANDER 2_12_Miteinander 1_12

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MITEINANDER 2_12_Miteinander 1_12
64. Jahrgang
Anno 2012
Nr. 2
I.R.
ITEINANDER
INSIEME
Vers. im P. A. lt. Art. 2 ABS 20/C, Gesetz 662/96 - Zweigstelle Bozen
Spedizione in a. p. art. 2 comma 20/C, legge 662/96 - Filiale di Bolzano
Chiesa Evangelica Luterana in Italia
Evangelisch-Lutherische Kirche
in Italien
Foto: Andrea Burgenmeister
Diakonie zwischen Gebirge und Meer
Mützen aus Meran für Genua
Diaconia tra mari e monti
cappelli di Merano per marinai di Genova
I N H A LT S V E R Z E I C H N I S • I N D I C E
Goethe, Pasolini und die Musik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Goethe, Pasolini e la musica . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
LEBENSBILDER • VITA UMANA
Shirin Ebadi: »Menschenrechte kann man nicht
mit Bomben erzwingen« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Shirin Ebadi: «I diritti umani non si possono estorcere
con le bombe» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
ELKI • CELI
Gedenkfeier zum 100. Geburtstag
von Idelmo Poggioli in Torre Annunziata . . . . . . . . . . . 39
Sanremo: 130 Jahre evangelisch-lutherische Kirche . . . 42
Musikalische ELKI-Reise auf Bachs Spuren . . . . . . . . . . 46
ELKI – Wanderfreizeit 2012
Fassatal (Trentino) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Mit der ELKI unterwegs nach Slowenien und Ungarn . 48
Einladung zum ELKI-Tag - 12.–14. Oktober 2012 . . . . . 49
Dear friends at the Lutheran Church Connection … . . 54
Meraner Mützen für Genua . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Commemorazione per il 100° anniversario della nascita
di Idelmo Poggioli a Torre Annunziata . . . . . . . . . . . . . . . 39
130 anni di Chiesa Evangelica Luterana a Sanremo . . . . . 42
Viaggio musicale della CELI nei luoghi di Bach . . . . . . . . . 44
Seminario teologico . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Escursioni in montagna con la CELI – Edizione 2012
Val di Fassa (Trentino) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Viaggio CELI in Slovenia e Ungheria . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Invito alla Giornata CELI - 12–14 ottobre 2012 . . . . . . . . 49
Caro amico, ti scrivo … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Cappelli di lana «Made in Merano» per Genova . . . . . . . . 55
SÄULEN DER GEMEINDE • COLONNE DELLE COMUNITÀ
Antje Andreini: Vom Jungmädchentraum
zum 40-jährigen Dienstjubiläum . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Antje Andreini: Dal sogno di una ragazzina
al giubileo di 40 anni di servizio . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
GLAUBE • FEDE
Die Kopten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Bernardino Ochino (1487–1564) . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Roberto Tresoldi: Der Weg ist das Ziel . . . . . . . . . . . . . 65
Copti Egiziani . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Bernardino Ochino (1487–1564) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Roberto Tresoldi: Il cammino è la meta . . . . . . . . . . . . . . . 65
BLICK ÜBER DEN TELLERRAND • NON SOLO NOI
Non é facile … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
L’Italia sono anch’io – Auch ich bin Italien . . . . . . . . . . 69
Non è facile … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
L’Italia sono anch’io . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
KULTUR & MEDIEN • MEDIA & CULTURA
Helmut Fischer: Musste Jesus
für uns sterben? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Il Gesù delle parabole –
Der Jesus aus den Gleichnissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
Helmut Fischer: Era necessario
che Gesù morisse per noi? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Il Gesù delle parabole. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
VERANSTALTUNGSKALENDER • APPUNTAMENTI
Geistliche Abendmusik zur Karwoche . . . . . . . . . . . . . 74
Geistliche Abendmusik zum Karfreitag . . . . . . . . . . . . 74
Konzert »Von der Finsternis zum Licht« . . . . . . . . . . . . 74
Musica Sacra per la Settimana Santa . . . . . . . . . . . . . . . . 73
Musica Sacra per il Venerdì Santo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
«Dalle Tenebre alla Luce» - Concerto . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
Otto per mille . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
Otto per mille . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
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Goethe, Pasolini und die Musik
Goethe, Pasolini e la musica
Jubiläen regen zum Nachdenken an. Ein Blick in die Geschichte ist auch ein Blick auf unser Werden als Menschen, als Gesellschaft, als Kirche und hilft, neue Seiten daran zu entdecken.
Im Jahr der Reformationsdekade »Reformation und Musik«
liegt der Blick auf Komponisten und Lieddichter nahe. Doch
ich möchte in dieser Ausgabe einen anderen Zugang wählen,
einen Umweg. Zwei ganz unterschiedliche Personen sind mir
begegnet. Einer, an dessen 180. Todestag (22. März 1832) in
diesem Jahr erinnert wird, der deutsche Dichter Johann Wolfgang Goethe, und ein Italiener, der am 5. März 2012 seinen
90. Geburtstag gefeiert hätte, der Regisseur und Schriftsteller,
Pier Paolo Pasolini. Zwei Männer, deren Lebensstil und Lebenskonzept wohl kaum unter einen Hut zu bringen gewesen
wären: ein Italiener und ein Deutscher … Auf der einen Seite
steht der Aufsteiger des entstehenden Bildungsbürgertums,
ein etwas überheblicher Machtmensch, Jupiter der Weimarer
Klassik und »Dichterfürst«, Italien-Reisender
und Italien-Liebhaber. Auf der anderen
sehen wir das Kriegskind, ein sensibler, sozialkritischer und angefochtener Linksintellektueller im Italien der 60er und 70er
Jahre, ein Fremder im eigenen Land. Zwei
Persönlichkeiten, die kaum die Nähe oder
Bekanntschaft des anderen gesucht hätten.
Gleichwohl waren sie beide Dichter, aus
Leidenschaft und mit Leidenschaft. Und
darin liegt ein Berührungspunkt:
In einem Aufsatz untersucht Pasolini die
Musik Johann Sebastian Bachs. Die Sprache
dieser Musik ist für Pasolini unmittelbar, erreicht die Sinne ohne Umweg, ergreift und
befreit zugleich, ohne aber sentimental zu
sein. In diesem Aufsatz nun zitiert Pasolini eine Stelle aus dem
Werk Johann Wolfgang Goethes, und zwar, wie passend, aus
dessen »Italienischer Reise«. Goethe kam 1829 nach Venedig
und begegnete dort einem ungewöhnlichen Phänomen:
dem Gesang der Schiffer auf der Lagune. Zwischen denen,
die sich auf dem Wasser befinden, und denen, die am Land
blieben, entspinnt sich ein Wechselgesang, von dem Goethe
schreibt: »Da ward mir der Sinn des Gesangs erst aufgeschlossen. Als Stimme aus der Ferne klingt es höchst sonderbar, wie eine Klage ohne Trauer; es ist darin etwas unglaublich, bis zu Tränen Rührendes.« Und von den Frauen des Lido
weiß Goethe zu berichten: »Sie haben die Gewohnheit, wenn
ihre Männer aufs Fischen ins Meer sind, sich ans Ufer zu setzen und mit durchdringender Stimme abends diese Gesänge
erschallen zu lassen, bis sie auch von ferne die Stimme der Ihrigen vernehmen und sich so mit ihnen unterhalten.«
Dieser Bericht fasziniert Pasolini. Vor allem, weil der Gesang
einen weiten Bogen schlägt und Ferne und Trennung überwindet. In Goethes Worten findet er einen Hinweis auf die Ursprünglichkeit und ewige Wahrheit des Gesanges. Die Noten
sind nur toter Buchstabe, wenn sie aber gesungen werden
und in der Einsamkeit der Seele eine Antwort finden, so
atmen sie das Leben in seiner ganzen Tiefe.
Können wir über Grenzen und Unterschiede hinweg im gemeinsamen Lied ein Stück des Lebens miteinander teilen?
Können wir den Zauber der Musik als Teil der Botschaft von
Freiheit und Frieden spüren und ihm Raum geben im Leben
unserer Kirche? Können wir ein wenig in die Rolle derer
schlüpfen, die vom Strand aus denen draußen auf dem Meer
Gli anniversari invitano alla riflessione. Uno sguardo alla
storia è anche uno sguardo al nostro divenire di persone,
di società, di chiesa e ci aiuta a scoprirne nuovi aspetti.
In questa decade della Riforma, l’anno che viviamo è dedicato a «Riforma e musica». E ci conduce verso il ricordo di
compositori e poeti, ma – nel saluto di oggi – voglio scegliere un’altra strada, magari un pò più tortuosa. Mi voglio riferire a due persone completamente differenti fra
loro: uno di cui si ricorda il 180° anniversario della morte,
avvenuta nel marzo 1832, il poeta tedesco Johann Wolfgang Goethe, e un italiano che – sempre nel mese di
marzo 2012 – avrebbe compiuto 90 anni, il regista e scrittore Pier Paolo Pasolini. Due persone il cui stile e concezione di vita sarebbe difficile accomunare: un italiano ed un
tedesco … da un lato l’arrampicatore della nascente borghesia acculturata, un uomo di potere un pò presuntuoso,
divinità del classicismo a Weimar e «principe dei poeti», viaggiatore nell’Italia che
amava. Dall’altro un figlio della guerra,
un intellettuale di sinistra sensibile e contestato, un critico sociale degli anni
60/70, straniero nel proprio paese. Due
personalità che non si sarebbero certamente cercate per conoscersi. Eppure
erano ambedue poeti, per passione e con
passione ed è questo che li accomuna.
In un suo scritto Pasolini esamina la musica di Johann Sebastian Bach. Il linguaggio
di questa musica è, per Pasolini, immediato, raggiunge i sentimenti senza giri di parole, afferra e libera contemporaneamente
senza scadere nel sentimentalismo. In
questo scritto Pasolini cita un passo dell’opera di Goethe –
e chi l’avrebbe mai detto – dal «Viaggio in Italia». Goethe
giunge in Italia, a Venezia, nel 1829 e lì si confronta con
un curioso fenomeno: il canto dei barcaioli sulla laguna.
Fra coloro che si trovavano sull’acqua e coloro che restavano sulla riva si tesseva un canto alternato di cui Goethe
scrive: «Ed all’improvviso mi si chiarì il senso del canto.
Come voce in lontananza risuona altamente starna, come
un lamento senza tristezza in cui c’era qualcosa di incredibile che toccava fino alle lacrime», e delle donne del Lido
Goethe racconta: «Hanno l’abitudine, quando i loro mariti sono a pescare sul mare, di sedere sulla riva e, con voce
penetrante, di sera, lasciano riecheggiare i loro canti fino a
che la loro voce non venga udita in lontananza, e così dialogano fra loro».
È una narrazione che affascina Pasolini soprattutto perché
il canto supera, va al di là della lontananza e della separazione. Nelle parole di Goethe trova l’indicazione dell’origine e dell’eterna verità del canto. Le note sono lettere
morte, ma se vengono cantate e trovano una risposta alla
solitudine dell’anima, allora respirano l’atmosfera della
vita nella sua intera pienezza.
Possiamo noi condividere, superando limiti e differenze,
una parte della vita nel canto comune? Possiamo noi sentire la magia della musica come parte del messaggio di libertà e di pace e darle spazio nella vita della nostra chiesa? Possiamo entrare, anche se solo per un pò, nel ruolo di
coloro che, dalla riva, danno coraggio, sicurezza ed orientamento a coloro che sono sul mare?
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Zuspruch, Sicherheit und Richtung geben? Kurzum: Stimmen
wir ein Stück Osterbotschaft an, einen Anklang an die Kraft
der Auferstehung, die Risse schließen, Wunden heilen und
das Leben zum Klingen bringen will.
Das Musik-Jahr in der Reformationsdekade lädt uns auch dazu
ein. Ich wünsche uns in den Gemeinden und in der Landeskirche reiche und berührende Erfahrungen damit.
Ihr Holger Milkau
In breve: cantiamo un pezzo dell’annuncio di Pasqua, ed
un accordo sulla forza della Resurrezione che ricuciano
spaccature, guariscano ferite e portino armonia nella vita!
L’anno della musica, nella decade della Riforma, ci invita
anche a questo.
Auguro a tutti noi, nelle singole comunità come in tutta la
chiesa, di farne una ricca e diretta esperienza.
Il Vostro Holger Milkau
L E B E N S B I L D E R • V I TA U M A N A
Immer wieder wird mir zugetragen, dass die Lebensbilder-Reihe zu den beliebtesten MITEINANDER-Rubriken
gehört. Frau Dorothea Kraiss-Vinciguerra aus Taormina
hat einen nicht unerheblichen Anteil daran. Nach einigen
Beiträgen zu historischen Frauenpersönlichkeiten in den
Jahren 2007/ 2008, stellte sie uns ab der MITEINANDERAusgabe 2009/4 in loser Folge, angefangen bei Bertha
von Suttner, die Friedensnobelpreisträgerinnen vor.
Gegen Ende des vergangenen Jahres, kurz nach Abgabe
des Artikels über Jody Williams, bat mich Frau Kraiss-Vinciguerra darum, nach einer Nachfolgerin für die Lebensbilder-Reihe zu suchen. Ich hoffe, dass sie uns in Zukunft gelegentlich wieder mit spontanen Einzelbeiträgen (ohne
den Stress der Serie) erfreuen wird und danke ihr an dieser Stelle ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit.
Als würdige Nachfolgerin mit einem Faible für Biographien
konnten wir Frau Nicole Dominique Steiner aus Bozen gewinnen, die sich in dieser Ausgabe mit einem Beitrag über
Shirin Ebadi einführt. Lassen Sie sich überraschen!
Sabine Wolters
Spesso mi è stato riferito che la rubrica Vita umana conterebbe tra quelle più amate di INSIEME. Una bella parte di questa
popolarità è certamente dovuta alla Signora Dorothea KraissVinciguerra di Taormina. Dopo alcuni articoli negli anni
2007/2008 dedicati a personalità storiche al femminile, a
partire dell’edizione 2009/4 di INSIEME ha iniziato a farci
conosere le Premio Nobel per la Pace da Bertha Suttner in
poi. Verso la finel del 2011, la Signora Kraiss-Vinciguerra mi
chiese di trovare un’altra donna interessata a continuare la
serie Vita umana. Spero che continuerà a deliziarci con qualche articolo spontaneo (senza lo stress della serie) in futuro
e la ringrazio a questo punto di cuore per l’ottima collaborazione.
Per la degna successione abbiamo potuto trovare un’autrice
con un debole per le biografie, la Signora Nicole Dominique
Steiner di Bolzano, che esordisce su questo numero con un articolo su Shirin Ebadi. Fatevi sorprendere da lei!
Sabine Wolters
Shirin Ebadi, iranische Juristin, Menschenrechtsaktivistin
und Trägerin des Friedensnobelpreises 2003
Shirin Ebadi, giuristata iraniana, attivista per i diritti umani e
detentrice del Premio Nobel per la pace 2003
»Menschenrechte kann man
nicht mit Bomben erzwingen«
«I diritti umani non si possono
estorcere con le bombe»
Seit der Wiederwahl Mahmud AhmadhinedDalla rielezione di Mahmud Ahmadinejad la
schads ist ihre Heimat ein zu heißes Pflaster. Im
sua patria è diventata per lei un posto pericoloStaatsfernsehen verkündete ihr Mann zur besten
so. Alla televisione di stato, nella fascia oraria
Sendezeit und gegen seine Überzeugung, sie sei
migliore, suo marito, contro la sua stessa coneine schlechte Ehefrau, sei politisch fehlgeleitet
vinzione, ha dovuto affermare che è una cattiva
und habe gar mit einem Schuh nach ihm gewormoglie, che è stata manovrata politicamente e
fen! Die Iranerin Shirin Ebadi, Juristin und bis zur
che gli avrebbe anche tirato addosso una scarRevolution 1979 erste weibliche Richterin des
pa! L’iraniana Shirin Ebadi, avvocata e primo
Iran, unbeirrte Verfechterin der Menschenrechte,
giudice donna in Iran fino alla rivoluzione del
ist eine der bemerkenswerten Frauen, die sich
1979, difenditrice indefessa dei diritti umani è
von einem frauenfeindlichen Regime zwar einen Shirin Ebadi - Wpclipart-com
una di quelle donne più degne di nota che si laSchleier aufs Haar setzen aber keinen Maulkorb
scia mettere un velo in testa da un regime misohat verpassen lassen. 2003 wurde sie für ihre Zivilcourage mit
gino, ma sicuramente non si fa appioppare nessuna museruodem Friedensnobelpreis ausgezeichnet; seit Oktober 2009
la. Nel 2003 le è stato conferito il Premio Nobel per la pace
lebt sie im Exil in Großbritannien.
per il suo impegno nel difendere i diritti umani; dall’ottobre del
Aufgewachsen ist die 1947 geborene Tochter aus gutbürger2009 vive in esilio in Gran Bretagna.
lichem Haus im pro-westlich eingestellten, pseudomodernen
Nata nel 1947 in una famiglia borghese è cresciuta nell’Iran
Iran des Schah Reza Pahlevi. Ihrem Selbstverständnis nach ist
pro-occidentale, pseudo-moderno dello scià Reza Pahlevi.
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sie eine demokratiL’immagine che ha di se stessa è
sche Frau muslimiquella di una donna democratica di
schen Glaubens.
fede mussulmana.
Unter dem Schah
Sotto lo scià aveva protestato contro
protestierte
sie
la tortura nelle carceri ed era scesa in
gegen Folter in den
campo per la libertà di stampa. IniGefängnissen und
zialmente aveva appoggiato la rivotrat für Pressefreiheit
luzione iraniana. Ma la rivoluzione
ein. Zunächst unterfinì per tradire i suoi figli. Con la
stützte sie auch die
presa del potere degli ayatollah nel
iranische Revolution.
1979 la vita di Shirin Ebadi cambiò
Aber die Revolution
radicalmente. Il regime non sapeva
verriet ihre Kinder.
come utilizzare un giudice donna, la
Mit der Machtübergiurista altamente qualificata venne
nahme der Ayatolinquadrata come segretaria. Più
lahs 1979 änderte
tardi ha lavorato come libera avvosich ihr Leben radicata e docente di giurisprudenza alkal. Für eine weiblil’università di Teheran.
che Richterin hatte Mit freundlicher Genehmigung von Silvana Frivoli/«dedicato a Shirin Ebadi l’avvo- I diritti dei bambini delle donne e
das Regime keine catessa iraniana che lotta per i diritti civili» – olio su tela di Silvana Frivoli
una legislazione equa sono questioni
Verwendung, die hochqualifizierte Juristin wurde als Sekretäche l’hanno sempre riguardata da vicino. Il credo della madre
rin eingestuft. Später arbeitete sie als freie Rechtsanwältin
di due figlie è la «Dichiarazione congiunta per i diritti umani».
und Dozentin für Rechtswissenschaften an der Universität TeRivendica l’equiparazione delle donne nella vita pubblica, diheran.
fende i diritti dei bambini e scende in campo per una riforma
Die Rechte von Kindern und Frauen und eine gerechte Gedella giustizia con giudici ed avvocati indipendenti. Giudica la
setzgebung sind der Mutter von zwei Töchtern seit jeher ein
giurisdizione vigente in Iran, che tollera l’omicidio d’onore e
Anliegen. Ihr Credo ist die »Allgemeine Erklärung der Menprevede l’amputazione degli arti e la lapidazione, che dichiaschenrechte«. Sie fordert eine gleichberechtigte Rolle der
ra imputabili bambine di nove anni e ragazzi di 15 anni,
Frauen im öffentlichen Leben, tritt für die Rechte von Kindern
come un’interpretazione errata della sharia e come abuso
und für eine Justizreform mit unabhängigen Richtern und Andella religione islamica.
wälten ein. Die geltende Rechtsprechung im Iran, die EhrenShirin Ebadi si adopera per una società pluralista democratica
morde toleriert, die Abtrennung von Gliedmaßen und Steininell’Iran post-Khomeini e rifiuta il patrimonio ideologico fongung vorsieht, die neunjährige Mädchen und 15jährige Jundamentalista del regime di Ahmadhinejad. Vorrebbe produrre
gen für strafmündig erklärt, bezeichnet sie als Fehlinterpretadei cambiamenti all’interno della società; per questo non aption der Scharia und als Missbrauch der Religion des Islam.
prova le misure militari contro il suo paese. «I diritti umani
Shirin Ebadi setzt sich für eine pluralistische demokratische
non si possono estorcere con le bombe», di questo è convinta
Gesellschaft im Post-Khomeini-Iran ein und lehnt das fundala detentrice del Premio Nobel.
mentalistische Gedankengut des Ahmadhinedschad Regimes
Questa donna coraggiosa e risoluta non ha mai pensato al
ab. Veränderungen möchte sie innerhalb der Gesellschaft beproprio pericolo personale. Né quando viveva ancora in Iran
wirken; sie lehnt deshalb militärische Maßnahmen gegen ihr
né ora. Come avvocata ha difeso intellettuali e dissidenti. Il
Land ab. »Menschenrechte kann man nicht mit Bomben ersuo impegno nei processi per l’uccisione di due intellettuali e di
zwingen«, davon ist die Nobelpreisträgerin überuna canadese di origini
zeugt.
iraniane in carcere ha riAuf ihr persönliches Risiko hat diese mutige und rechiamato l’attenzione
solute Frau nie geschaut. Solange sie noch im Iran
internazionale dell’opilebte und auch jetzt nicht. Als Rechtsanwältin vernione pubblica sulla sitrat sie Intellektuelle und Dissidenten. Ihr engagiertuazione in Iran. Già tre
ter Einsatz in den Prozessen um den Mord an zwei
anni prima, nell’anno
Intellektuellen und einer Kanadierin iranischer Ab2000, Shirin Ebadi a
stammung im Gefängnis lenkte das internationale
causa del suo lavoro di
Interesse auf die Situation im Iran. Bereits drei Jahre
avvocato difensore era
zuvor, im Jahr 2000, war Shirin Ebadi aufgrund
stata condannata a 26
ihrer Arbeit als Verteidigerin zu 26 Tagen Einzelhaft
giorni di isolamento e diund teilweisem Berufsverbot verurteilt worden.
vieto parziale di eserci1995 war die Juristin Mitbegründerin der Kinder- Die grüne Revolution / La rivoluzione verde – Quelle/ Fonte: tare la professione.
rechtsorganisation Society for Protecting the Internet
Nel 1995 la giurista è
Child’s Rights, 2002 des Zentrums Verfechter der
stata cofondatrice delMenschenrechte, das 2006 vom Regime in Teheran verboten
l’organizzazione per i diritti dei bambini Society for Protecting
wurde. Den Schleier trägt sie im Iran, weil es die dortigen Gethe Child’s Rights, nel 2002 del Centro Difensori dei diritti
setze vorschreiben; im Westen präsentiert sie sich in der Öfumani, che è stato vietato nel 2006 dal regime di Teheran. Il
fentlichkeit ohne. So auch bei der Verleihung des Friedensnovelo lo porta in Iran, perché le leggi del suo paese lo prescrivobelpreises am 10. Oktober 2003 in Stockholm. Eine Provokano; in Occidente invece, si presenta senza velo in pubblico,
tion für das Regime.
così come ha fatto quando le è stato conferito il Premio Nobel
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Auch heute setzt sich die mittlerweile 65-jährige hartnäckig
per la pace il 10 ottobre 2003 a Stoccolma. È stata una profür die Wahrung der Menschenrechte ein; die Lage in ihrer
vocazione per il regime.
Heimat ist nach wie vor ihr größtes Anliegen. Derzeit kämpft
Anche oggi l’ormai 65enne continua a combattere tenacesie für die Freilassung von Sakineh Mohammadi Ashtiani, die
mente per la difesa dei diritti umani; segue sempre con
wegen Ehebruchs zumTod durch Steinigung verurteilt worgrande impegno la situazione nel suo paese. Attualmente
den ist. Im Januar 2012 rief sie zum Boykott der
lotta per la liberazione di Sakineh Mohammadi
in diesem Jahr anstehenden Parlamentswahlen
Ashtiani, che per aver commesso adulterio è
im Iran auf.
stata condannata a morte per lapidazione. Nel
Am 6. Mai 2012 wird Shirin Ebadi in der Frankgennaio 2012 ha incitato a boicottare le elezioni
furter Paulskirche eine weitere Auszeichnung verparlamentari che si svolgeranno quest’anno in
liehen: der Avicenna-Preis für »wegweisende IniIran.
tiativen von Personen oder Institutionen zur inIl 6 maggio 2012 Shirin Ebadi riceverà un’altra
terkulturellen Verständigung insbesondere zwionorificenza nella chiesa di S. Paolo a Francoforschen Orient und Okzident«. Eine weitere Bestäte: il Premio Avicenna per «iniziative innovatrici
Shirin Ebadi - by wikipedia
tigung für sie, ihren Weg unbeirrt fortzusetzen!
di persone o istituzioni per la comprensione interculturale soprattutto fra l’Oriente e l’Occidente». Un’ulteriore
Shirin Ebadi in eigenen Worten
conferma per continuare il suo cammino!
Im Exil lebt Shirin Ebadi eigentlich in Großbritannien. In
Citazioni di Shirin Ebadi
Wirklichkeit sind seit drei Jahren Flughäfen und Hotels
ihre Heimat. Unermüdlich setzt sich die Juristin in VorträCitazioni di Shirin Ebadi Shirin Ebadi vive in esilio in Gran Bregen und Interviews für die Menschenrechte in ihrer Heitagna ma in realtà da tre anni è più a casa negli aeroporti e
mat Iran ein.
negli hotel. La giurista si adopera instancabilmente, tenendo
conferenze e rilasciando interviste, per i diritti umani nella sua
»Die ganze Welt muss wissen, dass der Fall von Sakineh Mopatria, l’Iran.
hammadi Ashtiani (zum Tod durch Steinigung verurteilte
Frau, Anm. d. Red.) nicht der einzige ist und es auch nicht
«Il mondo intero deve sapere che il caso di Sakineh Mohambleiben wird.«
madi Ashtiani (la donna condannata a morte per lapidazione,
nota della redazione) non è né l’unico né lo resterà.»
»Die demokratische Bewegung in meinem Land, die 2009
aus der grünen Revolution hervorgegangen ist, wächst täg«Il movimento democratico nel mio paese, sorto nel 2009
lich. Der Unterschied zu den Revolutionen in Ägypten und in
dalla rivoluzione verde, continua a crescere ogni giorno. A difTunesien ist, dass die Macht in der Hand der Revolutionsferenza con le rivoluzioni in Egitto e in Tunisia il potere è nelle
wächter und der Miliz liegt und der Regierungschef gleichzeimani dei custodi della religione e della milizia e il capo del
tig oberster Wächter der Religion ist.«
governo è allo stesso tempo il custode supremo della religione.»
»Die Verleihung des Friedensnobelpreises an mich hat die
Opposition im Iran gestärkt.«
«Il fatto che mi abbiano conferito il Premio Nobel per la pace
»Glaube ist für mich eine Lebensphilosophie. Ich glaube an
ha rafforzato l’opposizione in Iran.»
den Islam und respektiere ihn als Religion, aber das ist Privatsache!«
«La fede è per me una filosofia di vita. Credo nell’Islam e lo ri»Wir müssen die Zerrbilder über den Islam mit Bildung und
spetto come religione, ma questo è un affare privato!»
kultureller Entwicklung bekämpfen.«
«Con la cultura e lo sviluppo vanno combattute le immagini
»Sie drohen mir. Ich weiß, dass ich auf den Todeslisten des
deformate che si hanno dell’Islam.»
Regimes stehe. Aber ich glaube an meine Arbeit und werde
sie im Rahmen der Menschenrechte fortsetzen. Ich liebe
«Mi minacciano. Il mio nome è segnato nella lista nera del remein Land und ich liebe meinen Glauben. Sterben müssen
gime. Ma credo nel mio lavoro e continuerò a battermi per i
wir alle – irgendwann.«
diritti umani. Amo il mio paese e la mia fede. Tanto, morire
dobbiamo tutti, prima o poi.»
»Ich bin permanent auf Reisen, lebe auf Flughäfen, um die
Stimme der Menschen im Iran an die Weltöffentlichkeit zu
«Sono continuamente in viaggio, vivo negli aeroporti per portare all’opinione pubblica mondiale la voce delle persone in
bringen.«
Iran.»
Zum Weiterlesen
• Angelika U. Reutter, Anne Rüffer: Frauen leben für den
Frieden. Die Friedensnobelpreisträgerinnen von Bertha von
Suttner bis Schirin Ebadi. Piper, München 2004.
• ISBN 3-492-24209-X
• Katajun Amirpur: Gott ist mit den Furchtlosen. Schirin
Ebadi. Die Friedensnobelpreisträgerin und der Kampf um
die Zukunft Irans. Herder, Freiburg 2004.
• ISBN 3-451-05469-8
Nicole Dominique Steiner
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Per approfondire
• Shirin Ebadi, Azadeh Moaveni. Il mio Iran. Una vita di
rivoluzione e speranza. Milano, Sperling & Kupfer, 2006.
• ISBN 9788820040772
• Shirin Ebadi. La gabbia d'oro. Tre fratelli nell'incubo della
rivoluzione iraniana. Milano, Rizzoli, 2008.
• ISBN 9788817025935
Nicole Dominique Steiner
Traduzione: Maria Clara Finetti
ELKI • CELI
Gedenkfeier zum
100. Geburtstag von
Idelmo Poggioli
in Torre Annunziata
Commemorazione per il
100° anniversario della
nascita di Idelmo Poggioli a
Torre Annunziata
Eine Hommage von Jürg Kleemann
Un omaggio di Jürg Kleemann
So Viele waren gekommen, trotz Werktag! Sie wollten an Idelmo Poggioli denken. Was ich dazu beitragen konnte, fasse ich
zusammen. Bei Wegweisern halten wir, um Orientierung zu
finden. Idelmo Poggioli steht für Wege, die weiter zu erkunden sind. Erfahrung damit begegnete mir in Elvira und Paolo
Poggioli, in Gesichtern der Anwesenden und zwei Weggefährten, die mir sehr fehlten, Edilia Granato und Dr. Gaetano
Marullo. In seinem Hause planten wir einst als Konsistorium
Intesa und das Centro polivalente in Torre Annunziata.
Erano venuti in tanti, nonostante fosse un giorno lavorativo!
Volevano ricordare Idelmo Poggioli. Qui di seguito riassumo il
contributo che ho potuto dare. Quando incontriamo degli indicatori stradali ci fermiamo per trovare l’orientamento. Idelmo Poggioli è sinonimo di vie che è necessario continuare a
esplorare. Quest’esperienza la riconosco in Elvira e Paolo Poggioli, nei volti dei presenti e di due compagni di viaggio di cui
sento la mancanza, Edilia Granato e il dr. Gaetano Marullo. A
casa sua noi membri del Concistoro un tempo abbiamo progettato l’Intesa e il Centro polivalente di Torre Annunziata.
Rom 1975
Mein erster Pfarrkonvent, wie zuhause, alle reden Deutsch.
Unterwegs ins Dekanat streift mein Hamburger Kollege einen
Fiat. Panik! Polizei? Doch unser Mitfahrer ist schon ausgestiegen.
Un
Signore,
schwarz der Anzug, die
Krawatte … Lebhafte
Gesten und Wortwechsel mit dem anderen
Fahrer, dann knapp auf
Deutsch: »50.000 Lire
und alles ist erledigt.«
Eine Lektion Italienisch!
Nützlicher als lächerliche
vier Wochen Sprachkurs,
weil zukunftsweisend.
Die erste Begegnung mit
dem begnadeten Vermittler brachte mich auf
Wege, die so nur in unserer Kirche zu gehen
sind! Wie wär’s erst mal
Kinder im Mittelpunkt / I bambini al centro
mit Kinderlärm? Ein Kinderlied steht bei Alberto Saggese am Anfang der Biografie
von Idelmo Poggioli Ein Leben für das Evangelium.
Im besten Sinn des Evangeliums: Kinder in der Mitte
Das bleibt eine Provokation für Kirchen, die mehr denn je beschäftigt sind mit Problemen des Amtes (Primat!). Jesus stellt
ein Kind in die Mitte als Antwort an Petrus auf die Frage, wer
der Größte sei. Da müsste man sich bücken! Was erfahren
wir, was gibt es zu tun, von unten gesehen? Aus dieser Perspektive entwickelte Idelmo Poggioli zeitlebens sein Menschenbild und den evangelischen Blick für kleine Leute, für sie
dienliche Projekte. Aus diesem Kraftfeld des Himmelreichs widerstand er zusammen mit Cosimo Leuzzi der Religion als
Machtgewinn: kein Missbrauch der Kinder für lutherische
Mission oder gewalttätige Ideale! Ziel waren schulische Bildung und Umgangsformen ohne Ansehen der Person oder
Roma 1975
Al mio primo Convegno dei pastori mi sento come a casa, tutti
parlano tedesco. Andando in macchina al Decanato il mio collega di Amburgo ha strisciato
contro una Fiat. Panico! Chiamiamo la polizia? Ma l’altro
passeggero che viaggiava con
noi è già sceso. Un Signore, vestito di nero, con la cravatta …
Gesti animati e una discussione
con l’altro guidatore, poi brevemente in tedesco: «50.000 lire e
tutto è risolto.» Una lezione di
italiano! Più utile di 4 ridicole
settimane di corso di lingua, perché è un orientamento per il futuro. Il primo incontro con l’efficace mediatore mi ha condotto
sulle vie che si possono percorrere in questo modo solo nella nostra Chiesa! Che ne dite di cominciare con il baccano dei
bambini? Alberto Saggese ha messo una canzone per bambini all’inizio della biografia di Idelmo Poggioli Una vita per
l’Evangelo.
Nel significato migliore dell’Evangelo: i bambini al centro
Questa rimane una provocazione per le Chiese che si occupano più che mai dei problemi legati al ministero (superiorità!).
Quando Pietro gli chiese chi fosse il più grande Gesù gli rispose mettendo al centro un bambino. Bisognerebbe chinarsi!
Cosa apprendiamo, che cosa c’è da fare visto da sotto? Idelmo
Poggioli per tutta la sua vita ha sviluppato la sua immagine
dell’uomo da questa prospettiva e ha mantenuto lo sguardo
evangelico per i piccoli, sviluppando progetti che servissero
loro. Da questo campo di forze del regno dei cieli insieme a
Cosimo Leuzzi si oppose alla religione come acquisizione di
potere: nessun abuso dei bambini per una missione luterana o
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Konfession. Das war kirchlichen Geldgebern schwer zu vermitteln, obwohl gut lutherisch.
Mit Luther für Lesen und Schreiben
Die Wege der Kinder führen ins Herz der lutherischen Reformation: Lehrt nicht die Grammatik der Rechtfertigungslehre
kindliches Vertrauen? Rebellisch wirkt das Kinder-Ich im jungen Luther, poetisch dann im Lied und in später Liebe, revolutionär in pädagogischer Empathie für Kinder. Auch Mädchen (!) sollen Wissen erwerben: Schreiben und Lesen gibt
Kenntnis anderer Sprachen und damit Gewinn an Realität
und Erfahrung mit Gott. Weltoffen im Kontext neapolitanischer Hafenstädte … Poggioli stritt
mit Schulverwaltung und Eltern, Luther mit Bürgermeistern. Volksbildung im Sinne des Humanismus, jedoch nicht elitär, sondern für die
Kleinen! Auf ihr Verständnis zielte
der »Kleine Katechismus« mit Frage
und Antwort. Über Rezitieren hinaus
sollen Fragen und Teilnahme erlaubt
sein … Zweifel an Autoritäten, informierter Umgang mit Bibel und
Lehre, so sah Idelmo den Theologen
und jeden Christen. Welche Kirchen
boten dafür gute Aussichten?
Ausgerechnet deutsche
Lutheraner
ideali violenti! L’obiettivo era l’istruzione scolastica e un comportamento senza alcuna distinzione fra la persona o la sua
confessione. Questo era molto difficile da trasmettere ai finanziatori, anche se interpretava al meglio lo spirito luterano.
Con Lutero per leggere e scrivere
Le vie dei bambini conducono al cuore della Riforma luterana:
la grammatica della dottrina della giustificazione non insegna
forse la fiducia infantile? L’Io-bambino risulta ribelle nel giovane Lutero, poetico nella canzone e nell’amore tardivo, rivoluzionario nell’empatia pedagogica per i bambini. Anche le ragazze (!) devono acquisire le conoscenze: leggere e scrivere fa
conoscere altre lingue e quindi
guadagnare maggiore senso
della realtà ed esperienza con
Dio. Cosmopolita nel contesto
delle città portuali napoletane
… Poggioli litigava con l’amministrazione scolastica e con
i genitori, Lutero con i sindaci.
Istruzione popolare nel senso
umanistico, ma non elitaria,
bensì per i piccoli! Il «piccolo
catechismo» mirava alla sua
comprensione, con le domande e le risposte. Oltre a recitare deve essere permesso di
porre domande e di partecipare … Mettere in dubbio le autorità, avere un approccio informato alla Bibbia e alla dottrina, così Idelmo vedeva il
teologo e ogni cristiano. Quali
chiese offrivano buone prospettive in questo senso?
Unterwegs von den Fundamenten
amerikanisch-lutherischer Mission
zum deutschsprachigen Luthertum,
begann Idelmo eine wahrlich visionäre Reise, war doch »interkulturell«
noch kein Modewort. Sie mutet seither Golfgemeinden wie »AuslandsProprio i luterani tedeschi
gemeinden« einen Exodus zu, ohne
Yuppidu
–
Idelmo
und
Nevia
Poggioli
auf
der
legendären
Sertum
/
jene mentalen Landkarten, die als loIn cammino dai fondamenti
kale, nationale und sogenannte kul- Idelmo e Nevia Poggioli sulla leggendaria Sertum.
della missione luterana ameriturelle Grenzen festschreiben, was in täglicher Erfahrung flüscana al luteranesimo di lingua tedesca, Idelmo ha iniziato un
sig wird. Damit bietet die ELKI Aussichten, in verschiedenen
viaggio davvero visionario, dato che «interculturale» non era
religiösen und sozialen Welten zu siedeln, auch im europäancora diventata una parola di moda. Da allora ha richiesto
isch-italienischen Nord-Süd-Zwiespalt (»Wie lege ich mein
un esodo alle comunità del Golfo come alle «comunità all’esteGeld an« die einen, die anderen »Wie komme ich damit zum
ro» di una volta, senza quelle cartine geografiche mentali che
Monatsende?«). Die ideologische Rhetorik vom Konflikt der
stabiliscono i confini locali, nazionali e quelli cosiddetti cultuKulturen scheitert am Gesicht des anderen: Nicht versteinerrali, ciò che nell’esperienza quotidiana diventa fluido. In quete Identitäten, sondern plastische Ebenbilder Gottes stoßen
sto modo la CELI offre delle prospettive per insediarsi in diveraufeinander. Ob Synode, Reisen zu Lutherstätten, Ökumene
se realtà religiose e sociali, anche nel conflitto europeo-italiaoder Latte-macchiato-Italianità, einander Fremde kommen
no fra il nord e il sud («Come investo i miei soldi» gli uni, gli
miteinander weiter. Bei der Vermittlung fremder Welten entaltri però «Come arrivo alla fine del mese?»). La retorica ideowickelte Idelmo eine präzise pastorale Kompetenz, die ich,
logica del conflitto delle culture naufraga a causa dell’aspetto
ganz Religionsbeamter aus dem Norden, als Einladung zum
dell’altro: non identità fossilizzate ma ritratti plastici di Dio si
Geschwätz verdächtigte. So sehr war ich gewöhnt an Gottesimbattono l’uno nell’altro. Nel Sinodo, nei viaggi nei luoghi
wort im Talar am Altar.
storici luterani, nell’ecumene o nell’italianità del latte macchiato, estranei fra loro vanno avanti insieme. Nella mediazioDas gesprächige Gotteswort
ne fra realtà straniere Idelmo sviluppò una competenza pastoGott ist längst in Europa gelandet. Er lässt wissen: So soll das
rale precisa, che io come impiegato religioso del nord sospetWort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird
tavo essere un invito alla chiacchiera. Talmente ero abituato
nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird
alla parola di Dio con la veste talare davanti all’altare.
tun, was mir gefällt. Und ihm wird gelingen, wozu ich es
La loquace Parola di Dio
sende« (Jes.55, 11). Dem Gotteswort hinterher, so ging Idelmo vertrauensvoll in die Welt des Barbiers, der Bar, Küche,
Dio è arrivato da tempo in Europa. Ci informa: Così è della
Kinder und der Feinde. Er wollte zuhören, und wie! Denn aus
mia parola, uscita dalla mia bocca: essa non torna a me
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den unmöglichsten Menschen, aus Kindermund und Gerücht
vuoto, senza aver compiuto ciò che io voglio e condotto a
konnten ihn Fragmente oder fernes Echo des Evangeliums
buon fine ciò per cui l’ho mandata (Isaia 55, 11). Seguendo la
treffen. Für diese Situation fand ich in Donne della RepubbliParola di Dio Idelmo entrava con fiducia nel mondo dei barca Treffendes: »Er war einer, der dich anschaut und das Gebieri, dei bar, delle cucine, dei bambini e dei nemici. Voleva
fühl gibt, dass du ihm gerade etwas beibringst und er aus
ascoltare eccome! Perché dalle persone più improbabili, dalla
deinen paar Worten verändert herauskommen wird: gebocca di un bambino o da una chiacchiera poteva scoprire
nerell eine weise Lebenshaltung und einer der Schlüssel
frammenti o un’eco lontana dell’Evangelo. Per descrivere quefür ernsthaften Austausch: Jeder kann erfahren – wenn
sta situazione ho trovato un testo calzante in Donne della Reauch statistisch unwahrscheinlich – dass ein paar Sätze
pubblica: È una di quelle persone che guardandoti restituiscosein Leben verändern.«
no l’idea che stai per insegnarle qualcosa, e usciranno trasforSolche Kompetenz wird gebraucht für die verwirrende Vielfalt
mate dalle poche parole che stai per pronunciare: è una delle
der Menschen. In unserer gesprächsbereiten und ihre Minchiavi della serietà, oltre che un’attitudine saggia per la conderheit phantasievoll gestaltenden Kirche wäre monologische
duzione della vita in genere, dal momento che chiunque – per
oder liturgisch selbstverliebte Wortverwaltung samt segretaquanto statisticamente improbabile – potrebbe cambiare la
riato telefonico anachronistisch. Es hätte Idelmo gefallen, in
vita con un giro di frase.
der Intesa mit dem italienischen Staat zu lesen (Art. 14), dass
Questa è la competenza che serve alla disorientante molteplidieser die Abhaltung des lutherischen Kultes außerhalb von
cità delle persone. Nella nostra Chiesa aperta al dialogo e che
Kirchen und Gebäuden der ELKI zur Kenntnis nimmt!
gestisce la sua minoranza in maniera fantasiosa un’amminiIdelmo Poggioli hatte stets den Schraubenzieher dabei: Symstrazione monologica o liturgica narcisista della parola con
bol einer diakonischen Theologie, die besessen war, lutheriannesso segretariato telefonico risulterebbe anacronistica. Sasche Grammatikübungen – sprich Glaubenslehre – alltagsrebbe piaciuto ad Idelmo leggere nell’Intesa con lo Stato itatauglich zu beweisen: Mahlzeit, Heizung, Lächeln (!), Kranliano (art. 14), che questi prende atto della celebrazione del
kenbett, Theaterspiel, Kirchenbank, Ferienkolonie und –
culto luterano al di fuori delle chiese e dei locali della CELI!
Schulzimmer. Ja, die Kinder! Bei ihnen endet konsequent
Idelmo Poggioli aveva sempre con sé un cacciavite: simbolo di
nicht nur die Biografie Idelmo Poggiolis, sondern auch seine
una teologia diaconale, che era ossessionata dal dimostrare in
Kunst des Wortwechsels: als Gebet. Um ein Uhr vor dem
maniera adatta alla quotidianità gli esercizi grammaticali luMittagessen betete er mit den Kindern und aß in der
terani, vale a dire la dottrina della fede: nei pasti, nel riscaldaMensa mit allen anderen zusammen. Um sich unterhalten
mento, nel sorriso(!), al capezzale, nell’opera teatrale, fra i
zu können, musste man den Lärm von 150 Löffeln überbanchi di chiesa, nella colonia e nell’aula scolastica. Già, i
winden, die gleichzeitig die Suppe löffelten. Das alte Lied
bambini! Con loro si conclude in maniera coerente non solo la
sang man schon lange nicht mehr und Idelmo hörte am
biografia di Idelmo Poggioli, ma anche la sua arte dello scam11. Januar 1983 ganz auf, es zu singen.
biarsi le parole: come preghiera. All’una guidava i bambini in
Was ich am Lebenswerk von Idelmo Poggioli wegweisend
preghiera, prima del pranzo, e mangiava nel refettorio con
finde, wählte Philipp Melanchthon als Lebensmotto: »nati
tutti gli altri. Per chiacchierare bisognava superare il chiasso
sumus ad mutuam sermonis communcationem«, ich überdi più di cento cinquanta cucchiai che si immergevano consetze: geboren um uns gegenseitig das Wort zu lassen. Einer
temporaneamente nella minestra. La vecchia canzoncina
des anderen Prediger!
ormai non si cantava più, ed Idelmo smise di cantarla definiBei Martin Luther liest man es in den Artikeln von Schmalkaltivamente l’11 gennaio 1983.
den (1537), also in den lutherischen Bekenntnisschriften, so:
Ciò che io trovo fondamentale nell’opera della vita di Idelmo
Wir wollen nun wieder zum Evangelium kommen, welPoggioli è stato scelto da Filippo Melantone come motto di
ches nicht nur auf einerlei Weise Rat und Hilfe wider die
vita: «nati sumus ad mutuam sermonis communcationem»,
Sünde gibt. Denn Gott ist reich in seiner Gnade: Erstens
tradotto: siamo nati per scambiarci le nostre parole. Uno è il
durchs mündliche
predicatore per l’altro!
Wort, worin VergeIn Martin Lutero negli articoli di Smalcalda (1537),
bung der Sünde
quindi negli scritti confessionali luterani, si legge:
gepredigt wird in
Vogliamo ora ritornare all’Evangelo che non ci dà
alle Welt, welches
solo allo stesso modo consiglio ed aiuto contro il
das
eigentliche
peccato. Perchè Dio è pieno di grazia: Primo attraAmt des Evangeliverso la parola detta a voce, nella quale viene prediums ist. Zum ancata la remissione dei peccati in tutto il mondo, il
dern durch die
che è il compito di fondo del Vangelo. Poi attraverso
Taufe, zum dritten
il battesimo, terzo per il Sacramento dell’altare;
durchs Heilige Saquarto per la forza delle chiavi e … anche per mutukrament des Altars;
um colloquium et consolationem fratrum (attraverso
zum vierten durch Idelmo Poggioli ist in seinen Gemeinden unvergessen. /
il mutuo colloquio e la consolazione dei fratelli),
die
Kraft
der Idelmo Poggioli – indimenticato nelle sue Comunità.
Matteo 18, 20: Ubi duo fuerint congregari (poiché
Schlüssel und …
dovunque due o tre sono riuniti) ecc. **** ((articoli di
auch per mutuum colloquium et consolationem fratrum
Smalcalda 1537 III, 4. Dell’Evangelo))
(durch gegenseitiges Unterreden und Trösten der BrüJürg Kleemann, Traduzione: Maria Clara Finetti
der), Mt 18, 20: Ubi duo fuerint congregari (wo zwei oder
Quellen/Fonti: «Opere di Lutero», Claudiana
drei versammelt sind) etc. (Schmalkalden 1537 III, 4. Vom
Alberto Saggese: «Ein Leben für das Evangelium» –
Evangelium)
im Dekanat erhältlich / «Una vita per l’Evangelo» –
Jürg Kleemann
disponibile presso il Decanato; «Donne della Repubblica»
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Sanremo: 130 Jahre
evangelisch-lutherische Kirche
130 anni di Chiesa Evangelica
Luterana a Sanremo
Am 22. Januar war es auf den Tag genau 130 Jahre her, dass
Il 22 gennaio erano passati esattamente 130 anni dal giorno
die evangelisch-lutherische Gemeinde Sanremo ihre Kirche
in cui la Comunità Evangelica Luterana di Sanremo poté inauam Corso Garibaldi einweihen konnte. Anlass genug, in
gurare la sua chiesa in corso Garibaldi. Buona occasione,
Dankbarkeit einen Gottesdienst zum Thema »Gemeinde« zu
quindi, per celebrare un culto con l’argomento «comunità» e
feiern und sich der Ursprünge zu erinnern.
per ricordarne gli inizi.
Seinerzeit hieß die Gemeinde noch »deutscher evangelischer
A quei tempi la comunità si chiamava ancora «Associazione
Verein« und war im Dezember 1874 gegründet worden,
Tedesca Evangelica» ed era stata fondata nel dicembre del
nachdem bereits seit 1868 erste evangelische Gottesdienste
1874, dopo che a partire dal 1868 si erano già tenuti a Sanin Sanremo stattfanden. Was sich zunächst auf einzelne Ereigremo culti evangelici. Quello che prima si era limitato ad avvenisse anlässlich hoher Feiertage wie etwa Ostern beschränkt
nimenti particolari in occasione di festività importanti come ad
hatte und in Privatvillen gefeiert wurde, entwickelte sich im
esempio la Pasqua, ed era stato celebrato in ville private, diLaufe der Jahre jeweils im Winterhalbjahr zur regelmäßigen
venne col passare degli anni – nel semestre invernale – un apEinrichtung: Vom 1.11. bis 15.4. war eine Art Kurseelsorger
puntamento fisso. Dal primo novembre al 15 aprile era prevor Ort; bis 1875 war das Pfarrer Kuntze. Mit Unterstützung
sente un pastore che svolgeva il suo compito come negli altri
des Pfarrers der Gemeinde Nizza, F. Mader, begann er ab
luoghi di cura termale; fino al 1875 questo era il pastore Kun1873 gezielt mit der Gemeindeorganisation. Ab 1874 durfte
tze. A partire dal 1873 egli iniziò, col sostegno del pastore
man die (alte) anglikanische Kirche mit benutzen, wenig spädella comunità di Nizza, Mader, ad organizzare sistematicater stellte die Stadt Sanremo (!) eine ungenutzte Kapelle an
mente la comunità. A partire dal 1874 ci fu permesso usare
der Piazza Cassini zur Verfügung. (Miete wurde nicht erhocon gli anglicani la loro (vecchia) chiesa, poco tempo dopo la
ben, aber der deutsche evangelische Verein revanchierte sich
città di Sanremo (!) mise a disposizione una cappella in disujährlich mit einer Spende
so in piazza Cassini. (Non fu richiesto
von 100 Lire für die Ärmsten
un affitto, ma l’Associazione Tedesca
der Stadt.)
Evangelica dimostrò annualmente la
Die ständig wachsende Gesua riconoscenza per mezzo di un’ofmeinde und Pfarrer Kuntzes
ferta di 100 Lire per i poveri della
Nachfolger Nieschling, der
città).
ihre Geschicke für 18 Jahre
La comunità in continua crescita e il
begleiten sollte, arbeiteten
successore del pastore Kuntze, Niemit Haussammlungen und
schling, che ne avrebbe seguito lo svider Organisation von Basaluppo nei 18 anni seguenti, si imperen gezielt an einer Vermehgnarono con collette nelle case e orgarung des Gemeindevermönizzando bazar con lo scopo di augens. Als es 1880 auf 21.500
mentare il capitale della comunità
Lire angewachsen war, hielt
stessa. Quando nel 1880 questo aveva
man den Zeitpunkt für geraggiunto le 21.500 Lire si ritenne
kommen, eine eigene Kirche »Gemeinde« – Thema des Jubiläumsgottesdienstes
giunto il momento di costruire una
«Comunità» – tema del culto solenne per il giubileo
zu bauen. Zunächst wurde
propria chiesa. In un primo tempo si
das Grundstück in der »östlichen Neustadt« erworben; der
acquistò un terreno nella «parte orientale nuova» della città;
spätere Corso Garibaldi war erst vor kurzem neu angelegt
quello che in seguito si sarebbe chiamato Corso Garibaldi era
worden. Der Entwurf wurde dem aus Valloria stammenden
stato appena tracciato. Il progetto fu affidato all’architetto
Architekten Giacomo Pisani übertragen, der seinerzeit auch
Giacomo Pisani, originario di Valloria, che a suo tempo aveva
einige Privatvillen deutscher Wintergäste entwarf. Der Bau im
anche costruito alcune ville di tedeschi che soggiornavano a
»byzantinischen Basilikastil« mit »neogotischen und neoroSanremo in inverno. La costruzione, in «stile di basilica bizanmanischen Elementen« war schnell errichtet und kostete instina» con elementi «neogotici e neoromantici» fu presto eretta
gesamt 39.791 Lire. 4519 davon brachten deutsche Adelige
e costò complessivamente 39.791 Lire. Alcuni nobili tedeschi
auf, weitere 3000 spendete Kaiser Wilhelm I. Da die Gemeincontribuirono con 4519 Lire, altre 3000 le offrì l’imperatore
de noch nicht als juristische Person anerkannt war (das geGuglielmo I. Dato che la comunità non era ancora riconosciuschah am 8.9.1899), wurde der Bau zunächst auf den Namen
ta come persona giuridica (cosa che avvenne l’8/9/1899),
des deutschen Konsuls in Sanremo, Herrn Schneider, eingel’edificio fu registrato per i primi tempi a nome del console tetragen.
desco a Sanremo, il signor Schneider. Il 22 gennaio si celebrò
Am 22. Januar 1882 feierte man Kirchweih: Über den ersten
la consacrazione della chiesa: di quel primo culto sotto il proGottesdienst unter eigenem Dach ist meines Wissens nichts
prio tetto non esiste, per quanto ne so, un resoconto. Si può
überliefert. Nachzulesen ist jedoch, dass die Schuldentilgung
però leggere che per estinguere il pagamento degli interessi
für den Bau bis 1888 dauerte und durch eine weitere großzüper la costruzione si arrivò al 1888 e che il mutuo fu estinto
gige Spende der kaiserlichen Familie (4000 Lire) beendet
tramite un’ulteriore generosa offerta della famiglia imperiale
wurde. Ebenfalls berichtet wird vom nachträglichen Einbau
(4000 Lire). Possiamo anche leggere che in seguito fu installaeiner Heizung und von der »Ausmalung« des Kircheninneren
to il riscaldamento e che la pitturazione dell’interno della chieim Jahre 1887.
sa fu conclusa nel 1887.
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Sogar der Kaiser …
Perfino l’imperatore …
Von November 1887 bis März 1888 stand Sanremo vorübergehend im Zentrum des Weltinteresses: Auf ärztlichen Rat hin
verbrachte der schwerkranke deutsche Kronprinz Friedrich
Wilhelm die Wintermonate mit seiner Familie in der Villa Zirio.
Ein stetes Kommen und Gehen des gesamten europäischen
Hochadels war die Folge,
und auch politische Entscheidung liefen »über Sanremo«.
Dass der spätere 99-TageKaiser Friedrich III. sein letztes Weihnachtsfest (1887)
in unserer Kirche gefeiert
hat, können wir dort auf der
Gedenktafel lesen.
Dal novembre del 1887 al marzo del 1888 Sanremo fu per un
momento al centro dell’interesse mondiale. Su consiglio dei
medici il principe ereditario tedesco, Federico Guglielmo, gravemente malato, trascorse con la famiglia i mesi invernali a
Villa Zirio. Ne seguì un continuo via vai dell’intera nobiltà europea … e anche le decisioni
politiche passarono «per Sanremo». Su una targa commemorativa possiamo leggere
ancora oggi che colui che sarebbe diventato in seguito Federico III, «l’imperatore dei
99 giorni», trascorse il suo ultimo Natale (1887) nella nostra chiesa.
Die Gemeinde wuchs derweil: Im Jahr 1890 gab es
etwa 75 in Sanremo ansässige Gemeindemitglieder,
die Gottesdienste wurden
von durchschnittlich 100
Personen besucht, in der
Saison, also im Winter, Villa Zirio, Sanremo
sogar von 120 bis 180 Personen! Für das Jahr 1899 ist von 90
Gemeindemitgliedern vor Ort die Rede.
Wie fest Sanremo damals in deutscher Hand war, belegen
auch andere Zahlen: Es gab ein Konsulat, eine deutsche
Schule, mehrere deutsche Ärzte, ein deutsches Krankenhaus,
2 deutsche Apotheken, ein Mädchenwohnheim für deutsche
Dienstmädchen sowie eine Vielzahl von Hotels und Pensionen
unter deutscher Leitung. Daneben ließen sich in der Belle
Epoque auch viele deutschsprachige Familien als Unternehmer dauerhaft in der »deutschen Winterkolonie Sanremo«
nieder, die meisten betrieben Blumenhandel.
La comunità continuò a crescere: nell’anno 1890 risiedevano a Sanremo circa 75
membri della comunità, il
culto veniva seguito in media
da 100 persone, durante la
stagione, cioè in inverno, addirittura da 120–180 persone. Per l’anno 1899 si parla di 90 membri della comunità residenti.
Quanto, all’epoca, fosse viva e numerosa la presenza dei tedeschi in città, è dimostrato anche da altri numeri: c’erano un
consolato, una scuola tedesca, alcuni medici tedeschi, un
ospedale tedesco, due farmacie tedesche, un pensionato per le
domestiche tedesche e un gran numero di alberghi e pensioni
gestiti da tedeschi. Inoltre durante la Belle Epoque si stabilirono permanentemente a Sanremo molte famiglie di imprenditori, di lingua tedesca, legate al settore floricolo.
Bis 1914 waren der Gemeinde waren ruhige Zeiten beschert.
Doch als sich Italiener und Deutsche im ersten Weltkrieg gegenüber standen, verließen die meisten Deutschen Sanremo.
Die Kirche wurde als Feindbesitz beschlagnahmt, aber 1921
wieder eröffnet. Ähnliches wiederholte sich im zweiten Weltkrieg: 1943 wurde die Kirche erneut beschlagnahmt. Nach
dem Krieg sollte die Gemeinde komplett enteignet werden,
was der damalige Pfarrer Matthis, der seinerzeit auch die Gemeinde Genua betreute, verhindern konnte.
Die Kirche war inzwischen jedoch gar nicht mehr nutzbar. Im
Winter 1943/44 war sie bei einem Bombardement von See
getroffen, die Apsis zerstört worden. Unmittelbar nach dem
Krieg diente sie zeitweise als kommunale Lebensmittelausgabestelle, später als Lager eines Blumenhändlers.
Erst 1950 – inzwischen war die ELKI entstanden – konnten
zwei Fünftel des Gebäudes dank ELKI-Unterstützung wieder
»bezogen« werden (23.7.). An diese Situation erinnern sich
die meisten von uns noch gut, blieb sie doch bis über das Jahr
2000 hinaus unverändert. 1997 wurde die Kirche unter Denkmalschutz gestellt. Ihre Restaurierung, die am 14. Mai 2006
nach etwa eineinhalb Jahren mit dem Einweihungsgottesdienst offiziell abgeschlossen war, verdanken wir einer Erbschaft.
Andrea Massias, Sanremo
Fotos: Jakob Betz, Andrea Massias
Fino al 1914 la comunità godette di anni tranquilli. Ma quando italiani e tedeschi si fronteggiarono nella prima guerra
mondiale la maggior parte dei tedeschi se ne andò da Sanremo. La chiesa fu confiscata come possedimento nemico, ma
riaperta nel 1921.
Durante la seconda guerra mondiale le cose andarono in maniera analoga. Nel 1943 la chiesa venne di nuovo confiscata.
Dopo la guerra la comunità avrebbe dovuto venire completamente espropriata, ma il pastore dell’epoca, Matthis, che allora era anche pastore della comunità di Genova, riuscì ad impedirlo.
La chiesa però era diventata nel frattempo inutilizzabile. Durante un bombardamento dal mare, nell’inverno 1943/44,
era stata colpita, l’abside era stata distrutta. Subito dopo la
guerra fu usata per un certo periodo come centro di distribuzione di generi alimentari, più tardi come magazzino di un fioraio. Solo nel 1950 – nel frattempo era stata fondata la CELI
(Chiesa Evangelica Luterana in Italia) – fu possibile usare due
quinti dell’edificio grazie all’aiuto della CELI stessa (23/7). La
maggior parte di noi si ricorda ancora bene di questa situazione, rimasta invariata fin dopo il 2000. Nel 1997 la chiesa fu
dichiarata monumento nazionale. Dobbiamo ad un lascito il
suo restauro, che si concluse ufficialmente il 14 maggio del
2006 con un culto di inaugurazione.
Andrea Massias, Sanremo
Foto: Jakob Betz, Andrea Massias
Traduzione: Rosa Cerrato/A. Massias
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Achtung! • Attenzione!
8 per 1000
ELKI/CELI
Im Einsatz • in azione
Viaggio musicale della CELI nei luoghi di Bach
6–13 giugno 2012
Programma
CONDIZIONI
● Mercoledì 6 giugno
Arrivo individuale a Weimar
Pernottamenti presso:
Leonardo Hotel Weimar
Belvedere Allee 25, 99425 Weimar
Cena di gruppo
Costo: (per gruppi di 25 persone): 694,00 euro a
persona in camera singola con bagno e 395,00
euro a persona in stanza doppia con bagno. Per
gruppi di minore entità, si prevede un costo superiore di circa il 15% a persona. Il viaggio è sovvenzionato dalla CELI con i fondi dell’Otto per mille.
Il prezzo include:
- i pernottamenti
- la prima colazione
- 2 cene (una a Weimar e una a Lipsia)
- Il trasferimento in treno da Weimar a Lipsia
- il trasferimento in pullman da Weimar a
Mühlhausen e da Weimar a Eisenach e ritorno
- le visite guidate
- i biglietti dei concerti
- Il biglietto d’ingresso al museo di Bach a
Eisenach e a Lipsia e alla Wartburg
- organizzazione e programmazione del viaggio
- assicurazione infortuni
Il prezzo non include:
- il viaggio dall’Italia in Germania e ritorno;
- i pasti rimanenti;
- gli ingressi ad eventuali altri musei
● Giovedì 7 giugno
Mattina: Visita guidata della città
Pomeriggio: libero
● Venerdì 8 giugno
Spostamento a Mühlhausen
(pullmann)
Organo della Divi Blasii Kirche
Rientro a Weimar
● Sabato 9 giugno
Spostamento a Eisenach (pullmann)
Visita alla Wartburg
Visita del Museo della Casa di Bach e
della mostra «Luther und [Bachs]
Musik»
Visita guidata della città
Rientro a Weimar
● Domenica 10 giugno
Mattina: spostamento a Lipsia (treno)
Pernottamenti presso:
A&O Leipzig Hauptbahnhof
Brandenburger Straße 2, 04103 Leipzig
Pomeriggio: Concerto presso la
Gewandthaus: J. S. Bach:
Die Kunst der Fuge, BWV 1080
● Lunedì 11 giugno
Visita guidata della città
Pranzo individuale
Pomeriggio: Concerto presso la
Thomaskirche: J. S. Bach und seine
Schüler (musiche di J. C. Kellner,
J. L. Krebs, C. P. E. Bach, J. S. Bach)
● Martedì 12 giugno
Mattina: Visita al Bach Museum
Pranzo di gruppo
Pomeriggio: libero
Sera: Concerto presso la Peterskirche:
Leipziger
Universitätsmusiken (musiche di
J. S. Bach, J. A. Hiller)
● Mercoledì 13 giugno
Partenza individuale
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Viaggio: il viaggio da ogni parte dell’Italia a Weimar e quello di ritorno da Lipsia in Italia sarà organizzato individualmente dai singoli partecipanti. Il
Decanato è comunque a disposizione nel consigliare l’organizzazione del viaggio. Si consiglia di arrivare in aereo a Berlino e di proseguire poi in treno.
Accompagnatori: durante tutta la permanenza in
Germania, il gruppo sarà accompagnato dal musicologo Roberto Procoli, dalla collaboratrice del Decanato Francesca Conti e dal pastore luterano Alberto Saggese.
Partecipanti: il viaggio è aperto a tutti, anche a chi
non è membro della CELI. Condizione base è solamente l’uso della lingua italiana e il rispetto delle
condizioni generali del viaggio.
Prenotazione e saldo: le prenotazioni ed il saldo del
viaggio devono pervenire in Decanato non oltre il 3
maggio 2010. Al momento della prenotazione è richiesto il versamento della metà della quota totale.
Per disdette successive al 3 maggio verrà trattenuto il 40% della quota di partecipazione; per disdette la settimana precedente la partenza verrà trattenuto il 80% della quota di partecipazione.
Il modulo d’iscrizione ed il programma può essere
richiesto al Vostro ufficio pastorale o scaricato dal
sito Internet della CELI: www.chiesaluterana.it. Per
qualsiasi domanda Vi preghiamo di rivolgerVi al
Decanato della CELI: tel. 06 66030104; e-mail:
[email protected].
VIAGGIO MUSICALE CELI 2012
Bach e la Turingia
dal 6 al 13 giugno 2012
Modulo d’iscrizione
Nome, Cognome ____________________________________________________________________________________
Data di nascita _____________________________________________________________________________________
Indirizzo ____________________________________________________________________________________________
Telefono ______________________________________
Cellulare ___________________________________________
E-Mail _____________________________________________________________________________________________
❏ Camera singola (quota di partecipazione: 694,00 €)
❏ Camera doppia (quota di partecipazione: 395,00 € )
Vorrei condividere la stanza con ___________________________________________________________
Per ogni categoria è disponibile solo una quantità limitata di stanze. Le stanze sono assegnate in base alla data di arrivo dell’iscrizione. Quindi iscriversi presto conviene! Se la stanza della categoria da voi desiderata non fosse più disponibile, cercheremo di trovare un’alternativa.
L’iscrizione e il pagamento delle camere devono pervenire entro il 3 maggio 2012. Vi preghiamo di usare il presente modulo e d’inviarlo insieme alla ricevuta di versamento a:
CELI, Decanato, Via Aurelia Antica, 391, 00165 Roma, via fax al 06-66.01.79.93 o via e-mail a: [email protected]
Il versamento del bonifico bancario è da effettuare sul seguente conto corrente della CELI:
BANCA PROSSIMA – IBAN: IT 03 F 03359 01600 100000061388, specificando il nome, la causale (anticipo/saldo Viaggio di Bach
2012 per n._____ persone)
Luogo, data _________________________________
✃
Firma _______________________________________
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Musikalische ELKI-Reise auf Bachs Spuren
Die vom 6. bis 13. Juni 2012 in italienischer Sprache angebotene Bachreise führt die Reisenden nach Weimar, Mühlhausen, Eisenach und Leipzig. Begleitet wird die Gruppe auf die-
ser Kulturreise (Austellungen, Konzerte, Museen) vom Musikwissenschaftler Roberto Procoli, Francesca Conti vom Dekanat und dem lutherischen Pastor Alberto Saggese.
»Niemals ... habe ich die Schönheit dieser Musik in solchem
Maße empfunden. Sie entstand unglaublicherweise aus diesen
einfachen vier Saiten, wie ein Engel Michelangelos aus einem
Marmorblock.«
Italo Svevo im Roman »Zeno Cosini« über die Chaconne für Violine solo
«Poi, contro di me, si mise il grande Bach in persona ... quel modo
la bellezza di quella musica nata su quelle quattro corde come un
angelo di Michelangelo in un blocco di marmo.«
Italo Svevo, La coscienza di Zeno
Seminario teologico
Roma, 22–24 giugno 2012
L’incontro avrà luogo a Roma
nel fine settimana del 22–24 giugno 2012.
Luogo: Roma, Decanato CELI,
Via Aurelia Antica 391
Il seminario sarà guidato dai Professori Franco
Buzzi (tema: Il nome di Dio) e Paolo Ricca (tema:
Lutero spiega se stesso: le Resolutiones del 1518)
e dai pastori luterani Alberto Saggese (tema: Il
giusto vivrà per la fede! Da Abacuc a Lutero) e
Dieter Kampen (tema: Spiritualità luterana).
46
Pernottamento: 8 stanze riservate presso le
Suore Battistine, Via del Casale di San Pio V, 1
Pasti: colazione presso le Suore Battistine, pranzi e cene preso il Ristorante Arturo, Caffè e biscotti in sala.
Il costo di partecipazione è di 90 Euro pernottamento e pasti inclusi, senza pernottamento 40
Euro. Termine d’iscrizione è il 25 maggio 2012.
Troverete informazioni più dettagliate e il modulo d’iscrizione sui siti www.chiesaluterana.it o
www.studiluterani.it oppure
8 per 1000
potete richiederli direttamente
al Pastore Kampen:
[email protected].
La differenza rispetto al costo
reale viene sostenuta dalla CELI
con l’aiuto dell’OPM.
ELKI/CELI
Im Einsatz • in azione
La struttura prevede come al solito quattro unità
di lavoro: Venerdì pomeriggio (ore 16–20), sabato mattina (ore 9.30–13), sabato pomeriggio
(ore 15.30–19.30) e domenica mattina (ore
9.30–11.30 + breve culto di chiusura). Se invece
domenica mattina andremo in chiesa luterana,
si potrebbe inserire un’unità di lavoro più breve
dopo cena.
Achtung! • Attenzione!
Anche quest’anno la Chiesa Evangelica Luterana
in Italia in collaborazione con l’Accademia di
Studi Luterani in Italia organizza per giovani (ed
ex giovani interessati) un seminario di formazione teologica in lingua italiana.
ELKI – WANDERFREIZEIT
2012
FASSATAL (TRENTINO)
ESCURSIONI IN MONTAGNA
CON LA CELI – EDIZIONE 2012
VAL DI FASSA (TRENTINO)
Donnerstag, 21. Juni 2012
bis Sonntag, 24. Juni 2012
Da giovedì 21 giugno 2012
fino a domenica 24 giugno 2012
Die Kirchengemeinde Bozen,
die seit vielen Jahren die beliebte ELKI-Wanderfreizeit organisiert, hat eine engagierte und
kompetente Südtirolerin aus
dem Fassatal für die Leitung der
Wanderfreizeit gewinnen können: Ursula Riz aus Campitello.
La Comunità di Bolzano che da molti
anni è responsabile dell’amato
campo di escursioni della CELI ha
potuto acquisire un’altoatesina
esperta e competente della Val di
Fassa per la direzione del campo:
Ursula Riz di Campitello.
Bereits seit vielen Jahren führt sie die Wandergruppen der
Gemeinde im Fassatal, im letzten Jahr konnte sie bereits als
Leiterin der Wanderfreizeit wirken. In diesem wunderschönen
Teil der Dolomiten kennt sie sich bestens aus.
Da molti anni accompagna il gruppo della comunità nella Val
di Fassa e già l’anno scorso ha potuto gestire il campo di
escursioni in montagna.
Conosce come le sue tasche questo angolo meraviglioso delle
Dolomiti.
Unterkunft in Vollpension im Hotel Sonne – Vigo di Fassa (TN)
www.hotel-sonne-sole.it
Alloggio in pensione completa all’Hotel Sole – Vigo di Fassa (TN)
www.hotel-sonne-sole.it
Progamm:
Programma:
● Donnerstag, 21. Juni
Anreise bis 18 Uhr
19 Uhr Abendessen
21 Uhr Einführung und Vorstellung der Wanderrouten
● Giovedì 21 giugno
Arrivo entro le ore 18
Ore 19 cena
Ore 21 introduzione e illustrazione dei percorsi delle escursioni
● Freitag, 22. Juni
8.30 Uhr mit der Seilbahn zum Col Rodella (2485 m)
Wanderung auf dem F.-August-Weg bis zur Sasso PiattoSchutzhütte – Abstieg ins Duron-Tal nach Campitello (Dauer
ca. 5 Stunden)
● Venerdì 22 giugno
Ore 8.30 con la funivia si sale al Col Rodella (2485 m)
Escursione sul sentiero F. August fino al rifugio Sasso Piatto
Discesa nella Val Duron verso Campitello (durata ca. 5 ore)
● Samstag, 23. Juni
8.30 Uhr Abfahrt nach Pozza di Fassa im Nicolò-Tal auf
dem Weg zum »Lagusel« – Abstieg durchs Nicolò-Tal bis
zum Wasserfall (Dauer ca. 3–4 Stunden)
● Sabato 23 giugno
Ore 8.30 partenza per Pozza di Fassa nella Val Nicolò sulla
strada verso il «Lagusel»
Discesa nella Val Nicolò fino alla cascata (durata ca. 3–4 ore)
● Sonntag 24. Juni
8.30 Uhr Abfahrt nach Bozen, um 10 Uhr Besuch des
Gottesdienstes und der Gemeinde, Heimreise nach dem
gemeinsamen Mittagessen
● Domenica 24 giugno
Ore 8.30 partenza per Bolzano, ore 10 partecipazione al
culto e visita alla comunità
Ritorno a casa dopo il pranzo comune
Teilnehmer: ca. 16 bis max. 18
Partecipanti: ca. 16 fino a max. 18
3 Übernachtungen in Doppel- und Einzelzimmern
Verpflegung: Halbpension (Frühstück und Abendessen)
inklusive Lunchpakete
Leitung: Ursula Riz
3 pernottamenti in camere doppie e singole
Vitto: mezza pensione (prima colazione e cena) inclusi i
cestini per il pranzo
Direzione: Ursula Riz
Teilnehmergebühr: ca. 180 Euro pro Person.
An- und Abreise: privat auf eigene Kosten
Quota di partecipazione: ca. 180 euro a persona.
Viaggio di andata e ritorno a proprie spese
Weil in diesem Jahr keine Mittel aus dem ELKI-Haushalt zur
Verfügung stehen, bittet das Konsistorium die Teilnehmer, die
eigenen Gemeinden um einen Zuschuss anzusuchen.
Dato che quest’anno non sono a disposizione fondi del bilancio CELI, il Concistoro prega i partecipanti di chiedere un sovvenzionamento alla propria comunità.
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Mit der ELKI unterwegs nach
Slowenien und Ungarn
Viaggio CELI
in Slovenia e Ungheria
Endlich ist es so weit: Die ELKI organisiert eine Kennenlernund Begegnungsfahrt in zwei ihrer drei Partnerkirchen (nach
Slowenien und Ungarn, dritter Partner ist Österreich).
Im Jahr 2000 hat die Synode einen offiziellen Partnerschaftsvertrag mit der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Slowenien geschlossen,
der inzwischen einige Male aktualisiert
wurde. Und im Jahr 2010 kam ein analoger Partnerschaftsvertrag mit der lutherischen Kirche in Ungarn dazu.
Doch dies heißt nicht automatisch, dass
viele Mitglieder der ELKI-Gemeinden
schon direkte Kontakte zu Land, Leuten
und Sehenswürdigkeiten, zu Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen, zu
Gottesdiensten und Ökumene in Slowenien oder Ungarn gehabt haben.
Dies kann sich nun ändern. Wer Interesse hat, kann sich vom
28. August bis zum 4. September von Triest aus mit dem Bus
auf Entdeckungsreise begeben. Dank der tatkräftigen Unterstützung unserer Partnerkirchen und unseres Dekanats konnte eine interessante Reiseroute zusammengestellt werden.
Etappen werden z.B. sein: Ljubljana (Laibach), das lutherisch
geprägte Über-Mur-Gebiet in Nordostslowenien, der Plattensee und natürlich Budapest.
Alle sachdienlichen Hinweise zu Preisen, An- und Abreise, Unterkunft u.v.a. entnehmen Sie bitte dem Anmeldeformular,
das der nächsten MITEINANDER-Ausgabe beigelegt sein
wird.
Und: natürlich sind nicht nur Mitglieder der ELKI-Gemeinden
zur Fahrt eingeladen, sondern selbstverständlich auch interessierte Freundinnen und Freunde. Beide »ELKI-Sprachen«, also
Deutsch und Italienisch, werden zur Anwendung kommen.
Die Übersetzung aller wichtigen Dinge ist somit immer gewährleistet.
Ulrich Eckert, Mailand
Finalmente ci siamo – la CELI organizza un viaggio di conoscenza e incontro in due dei tre paesi partner (Slovenia e Ungheria, l’Austria sarebbe il terzo partner).
Nel 2000 il Sinodo aveva firmato un trattato ufficiale
di partenariato con la Chiesa
Evangelica di Confessione Augustana in Slovenia, nel frattempo
già pluririnnovato e aggiornato.
Nel 2010, si è aggiunto un trattato
analogo con la Chiesa Luterana in
Ungheria.
Ma questo non significa automaticamente che molti membri delle
comunità della CELI abbiano già
avuto dei contatti e delle esperienze diretti con il paese, la gente, le
curiosità, le comunità e le istituzioni
diaconiche, i culti e l’ecumenismo in Slovenia oppure in Ungheria.
Ora si presenta l’occasione di cambiare qualcosa. Chi fosse interessato, dal 28 agosto fino al 4 settembre 2012 potrebbe
partire da Trieste in pullman per un viaggio d’esplorazione.
Grazie al fattivo sostegno da parte delle nostre Chiese partner
e del Decanato CELI, siamo riusciti ad elaborare un percorso
interessante per il viaggio. Tra le tappe previste citiamo Ljubljana, la regione Oltremura dall’impronta luterana nella
parte nordorientale della Slovenia, il lago Balaton e, naturalmente, Budapest.
Troverete ulteriori informazioni circa prezzi, modalità di trasporto per il viaggio e pernottamenti nel modulo d’iscrizione
che sarà allegato al prossimo numero di INSIEME.
Infine: va da sé che il viaggio non è soltanto indirizzato ai
membri delle comunità della CELI, ma anche ad amiche ed
amici interessati. Si parleranno entrambe le lingue della CELI,
italiano e tedesco, quindi tutte le informazioni importanti saranno sempre tradotte per tutti.
Ulrich Eckert, Mailand
RADIO
Ogni domenica mattina,
alle 7.30, su RAI Radiouno, «Culto Evangelico»
propone una
predicazione, notizie dal
mondo evangelico, appuntamenti e commenti di attualità.
Le trasmissioni possono essere riascoltate
collegandosi al sito di RAI Radiouno,
attraverso il link alla pagina
www.fedevangelica.it/servizi/ssrtv031.asp
48
Sempre buone notizie?
www.bollutnet.org invia
ogni mese «informazioni
sulla teologia e la chiesa
luterana». E cosa c’è di più
bello che riflettere su Dio
e la sua rivelazione?
www.luterani.it è un sito
per aver informazioni di
base su teologia, storia,
vita quotidiana, feste,
citazioni di Lutero, opinioni
dei grandi italiani su
Lutero etc.
Einladung zum ELKI-Tag
12.–14. Oktober 2012
Invito alla Giornata CELI
12–14 ottobre 2012
Nun danket alle Gott,
mit Herzen, Mund und Händen
Siamo grati a Te, Signor,
col cuore e con gli accenti
»Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes;
sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen
fröhlich.«
Das sagte Martin Luther über seine liebste Nebenbeschäftigung, das Musizieren, Komponieren und Dichten. In seinen
Liedern hat Luther theologische Glaubenssätze zu leicht verständlichen und leicht erlernbaren Worten verarbeitet, nicht nur den Reformationsschlager: »Ein feste
Burg ist unser Gott«. Die
Gemeinde hat das aufgenommen und den Gesang
zu einem der wichtigsten
Mittel der Verkündigung
gemacht. »Musik war der
Herzschlag der Reformation«, so formuliert es der
Ratsvorsitzende der EKD,
Präses Nikolaus Schneider.
Das 800. Jubiläumsjahr des
Thomanerchores in Leipzig, dem »Haus-Chor« Johann Sebastian Bachs, trägt in der
Reformationsdekade den Titel »Reformation und Musik«. Vielerorts finden besondere kirchenmusikalische Veranstaltungen
und Festivals statt, auch in der ELKI.
Vom 12. bis 14. Oktober 2012 begeht die ELKI in
Rom den zweiten ELKI-Tag zum Thema Kirchenmusik.
Dazu lade ich auf diesem Wege bereits heute sehr herzlich
ein, und bitte Sie, sich in den Gemeinden darauf vorzubereiten.
Bitte regen Sie besonders Ihre Kirchenmusiker/innen in den
Gemeinden zur Mitwirkung bei der Vorbereitung und Teilnahme am ELKI-Tag an;
musikalisch Interessierte sollten ihr Instrument mitbringen.
Für die Zimmerreservierung benötigen wir
sehr bald eine Rückmeldung über etwaige
Teilnehmerzahlen, um genügend Unterkünfte bereitstellen zu können.
Die Gestaltung der Stände der Gemeinden,
die in diesem Jahr noch mehr Aufmerksamkeit erhalten werden als zuvor, sollte in
einem Bezug zum Thema des ELKI-Tages
stehen, also von Ihren Aktivitäten im Bereich Kirchenmusik berichten; vielleicht
sogar bewusst von einer der Kirchenmusik-Gruppen gestaltet
sein.
Das bewährte ELKI – Buffet war beim ersten ELKI-Tag ein großer Erfolg. Wir freuen uns auch in diesem Jahr auf kulinarische
Spezialitäten aus den Regionen unserer Gemeinden. Überle-
«La musica è un dolce e bel dono di Dio;
scaccia il diavolo e rende lieta la gente»
Questo disse Lutero sulla sua più amata attività secondaria, la
musica, sul comporre e scrivere versi. Nei suoi canti Lutero ha
rielaborato e reso comprensibili le espressioni teologiche difficili, non solo il canto più popolare della Riforma: «È forte rocca
il Signor». La comunità lo ha compreso e ha reso il canto uno dei
mezzi più importanti per l’annuncio. «La musica fu il battito del
cuore della Riforma», così la definisce il presidente del Consiglio dell’EKD, Nikolaus Schneider.
L’800° anniversario del coro della
Chiesa di S. Tommaso a Lipsia, di
cui Johann Sebastian Bach era il direttore, coincide con l’anno dedicato a «Riforma e Musica» nella decade della Riforma. In molte zone
hanno luogo manifestazioni e festival di musica sacra, anche nella
CELI.
Dal 12 al 14 ottobre 2012 la CELI celebra la seconda
Giornata CELI a Roma con il tema Musica Sacra.
Vi invito caldamente a questo evento e prego le comunità di
prepararvisi.
In particolare vi prego di coinvolgere i/le vostri/e musicisti/e di
musica sacra per collaborare alla preparazione della Giornata
CELI e a parteciparvi. Gli interessati alla musica portino i propri strumenti.
Per la prenotazione delle camere abbiamo bisogno presto di
una conferma d’iscrizione per poter prenotare alloggi a sufficienza.
L’allestimento degli
stand delle comunità, cui quest’anno
daremo ancora più
importanza rispetto
al passato, dovrebbe essere in linea
con il tema della
Giornata
CELI,
quindi dovreste riferire delle vostre attività nell’area della
musica sacra. Lo
stand potrebbe addirittura essere allestito da uno dei gruppi di musica sacra.
L’ottimo «Buffet – CELI» ebbe nella prima Giornata CELI un
grande successo. Anche quest’anno non vediamo l’ora di conoscere le specialità culinarie provenienti dalle regioni delle
nostre comunità. Pensate sin da ora con quali prelibatezze vo-
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gen Sie vielleicht jetzt schon,
mit welcher Köstlichkeit Sie die
Besucher überraschen wollen.
Außerdem warten Vorträge und
Workshops auf Sie und als Höhepunkt eine Nacht der Kirchenmusik in der Christuskirche. Zum Festgottesdienst am
Sonntag wird der Leitende Bischof der VELKD (Vereinigte
Evangelisch-Lutherische Kirche
Deutschlands), Gerhard Ulrich,
unser Gast sein.
Koordination und Anmeldungen erfolgen im Dekanat.
Ich hoffe, dass Ihnen die Einstimmung auf den ELKI-Tag in
Ihren Gemeinden Freude bereiten wird und dazu beiträgt,
Gemeinsamkeiten zu entdecken und das Leben der Kirche
vor Ort und in der gesamten ELKI zum Klingen zu bringen.
lete stupire i visitatori.
Inoltre, Vi aspettano conferenze e laboratori e
come momento culminante, una notte di musica
sacra nella chiesa della comunità di Roma, la Christuskirche.
Per il culto domenicale il
presidente della VELKD
(Unione delle Chiese Evangeliche Luterane in Germania), il vescovo Gerhard Ulrich, sarà nostro
ospite.
Spero che questo annuncio della Giornata CELI sia motivo di
gioia nelle vostre comunità, e che questa giornata faccia scoprire molte comunanze e porti la vita delle comunità locali e
della CELI a suonare insieme.
Herzliche Grüße
Cari saluti
Ihr Holger Milkau
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Il Vostro Holger Milkau
Nun danket alle Gott
Now thank we all our God
mit Herzen Mund und Händen,
With hearts and hands and voices,
der große Dinge tut
Who wondrous things has done,
an uns und allen Enden,
In whom his world rejoices;
der uns von Mutterleib
Who from our mother’ s arms
und Kindesbeinen an
Has blest us on our way
unzählig viel zu gut
With countless gifts of love,
bis hierher hat getan.
And still is ours today.
Siamo grati a Te, Signor,
Béni soit le Seigneur,
col cuore e con gli accenti,
Le Créateur, le Père;
divino reggitor
Son amour resplendit
di tutte le tue genti;
Sur notre terre entière.
fin dal materno sen
Il nous a tout donnè;
e dalla gioventù,
tout nous vient de ses mains,
largito ognor ci hai Tu
Et la vie et la joie,
i tuoi paterni ben.
e le pain et le vin.
ELKI TAG
12.–14. Oktober 2012 in Rom
ANMELDUNG ZUR ÜBERNACHTUNG / ZIMMERRESERVIERUNG
Name, Nachname
Geburtsdatum ____________________________________________________________________________________________
Name, Nachname (Familienangehörige)
Geburtsdatum ____________________________________________________________________________________________
Adresse __________________________________________________________________________________________________
Telefon ____________________________________________
Fax________________________________________________
Handy _____________________________________________
E-mail _____________________________________________
Meine/unsere Kirchengemeinde ___________________________________________________________
Ich möchte/wir möchten ein Zimmer für die zwei Nächte vom 12. zum 14. Oktober 2012:
❏
In der Casa La Salle Istituto Convitto Jesus Magister (Via Aurelia 472, 00165 Roma)
Einzelzimmer (50,00 Euro pro Nacht/Person)
________________________________________________________________________________________________
Im Adagio City Aparthotel Roma Dehon (Via Leone Dehon 61, 00165 Roma)
Doppelzimmer mit Einzelzimmer Benutzung (110,00 Euro pro Nacht/Person)
________________________________________________________________________________________________
In der Congregazione Suore San Giovanni Battista (Via del Casale di San Pio V 1,00165 Roma)
Einzelzimmer (42,00 Euro pro Nacht/Person)
__________________________________________________________________________________
❏
❏
✃
Ich möchte/wir möchten das Zimmer mit __________________________________________ teilen.
In jeder Kategorie gibt es nur eine bestimmte Anzahl von Zimmern. Die Zimmer werden aufgrund der Reihenfolge der
eingegangenen Anmeldungen verteilt. Das heißt, dass sich eine frühe Anmeldung lohnt! Sollten die Zimmer in der von
Ihnen gewünschten Kategorie schon vergeben sein, versuchen wir selbstverständlich eine Ausweichmöglichkeit zu finden.
Die Anmeldung und Bezahlung des Zimmers sollte bis zum 1. September 2012 erfolgen. Bitte benutzen Sie hierfür das vorliegende Formular und senden es gemeinsam mit dem Einzahlungsbeleg an:
ELKI Dekanat, Via Aurelia Antica, 391, 00165 Roma, per Fax an 06-66.01.79.93 oder per E-Mail an:
[email protected]
Die Einzahlung ist auf folgendes Konto der ELKI zu überweisen: BANCA PROSSIMA IT03F0335901600100000061388, Verwendungszweck: Zimmerreservierung ELKI Kirchentag + Name
Ort, Datum ____________________ Unterschrift _________________________________
51
GIORNATA CELI
12–14 Ottobre 2012 a Roma
ISCRIZIONE PER IL PERNOTTAMENTO / PRENOTAZIONE DI CAMERE
Nome, Cognome
Data di nascita ____________________________________________________________________________________________
Nome, Cognome (Parenti)
Data di nascita ____________________________________________________________________________________________
Indirizzo __________________________________________________________________________________________________
Telefono ____________________________________________
Fax________________________________________________
Cellulare ___________________________________________
E-mail _____________________________________________
La mia/nostra comunità ___________________________________________________________
Vorrei/vorremmo una stanza per le due notti dal 12 al 14 ottobre 2012:
❏
Alla Casa La Salle Istituto Convitto Jesus Magister (Via Aurelia 472, 00165 Roma)
Camera singola (50,00 euro a notte/persona)
________________________________________________________________________________________________
All’Adagio City Aparthotel Roma Dehon (Via Leone Dehon 61, 00165 Roma)
Camera doppia uso singolo/doppio (110,00 euro a notte/persona)
________________________________________________________________________________________________
Alla Congregazione Suore San Giovanni Battista (Via del Casale di San Pio V 1,00165 Roma)
Camera singola (42,00 euro a notte/persona)
__________________________________________________________________________________
❏
❏
Vorrei condividere la stanza con __________________________________________ .
Per ogni categoria è disponibile solo una quantità limitata di stanze. Le stanze sono assegnate in base alla data di arrivo
dell’iscrizione. Quindi iscriversi presto conviene! Se la stanza della categoria da voi desiderata non fosse più disponibile, cercheremo di trovare un’alternativa.
L’iscrizione e il pagamento delle camere devono pervenire entro il 1 settembre 2012. Vi preghiamo di usare il presente modulo e
d’inviarlo insieme alla ricevuta di versamento a:
CELI decanato, Via Aurelia Antica, 391, 00165 Roma, via fax al 06-66.01.79.93 o via e-mail a: [email protected]
Il versamento del bonifico bancario è da effettuare sul seguente conto corrente della CELI: BANCA
PROSSIMA – IT03F0335901600100000061388,Causale: Prenotazione camere Giornata CELI + Nome.
Luogo, data ____________________Firma _________________________________
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Riforma e Musica
Reformation und Musik
GIORNATA CELI
ROMA
12/14 ottobre 2012
Siamo grati a Te, Signor,
col cuore e con gli accenti
ELKI-TAG
ROM
12/14 Oktober 2012
Nun danket alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen
CHIESA EVANGELICA LUTERANA IN ITALIA
Via Aurelia Antica, 391 / 00165 Roma / [email protected]
Dear friends at the Lutheran
Church Connection …
Caro amico,
ti scrivo …
Oh wie schön ist es, amerikanische Freunde zu haben!
Che bello avere amici americani
Zu Weihnachten in diesem Schuljahr hatte unsere Englischlehrerin uns Briefe mit der Beschreibung amerikanischer Kinder gegeben.
Jeder Brief erzählte vom eigenen Lebensstil: wie sie hießen,
wie alt sie waren, welche Schule und Klasse sie besuchten
und wo sie wohnten.
Es hat uns viel Spaß bereitet, auf diese Briefe per E-Mail
zu antworten.
Wenige Tage nach Erhalt unserer Antworten, schickten
unsere pen-friends uns umgehend Fotos von sich selbst
und von ihrer Schule.
Nun warten wir geduldig auf ihre Antworten.
Durch diese Erfahrung haben wir gelernt, Kinder, die
andere Sprachen sprechen, in unsere Herzen zu schließen. Deshalb haben wir unsere Lehrerin gebeten, auf diesem
Wege weiterzumachen.
Wir nehmen durch dieses Erlebnis eine ausgesprochen positive Erfahrung mit und haben außerdem auch sehr viel gelernt.
Die Kinder aus der Grundschulklasse V
Scuola Gesù di Nazareth (Torre Annunziata)
Quest’anno, per le feste di Natale, la nostra maestra di inglese ci ha dato delle lettere con descrizioni di bambini americani.
Ogni lettera parlava del proprio stile di vita: come si chiamavano, quanti anni avevano, che scuola e che classe frequentavano e dove abitavano.
Ci siamo divertiti molto a rispondere a queste lettere
via e-mail.
Dopo pochi giorni che avevano ricevute le
nostre risposte, i nostri pen-friends subito ci hanno inviato delle loro foto
personali e della loro scuola.
Ora stiamo aspettando con molta
pazienza le loro risposte.
Dopo questa esperienza, abbiamo
imparato ad apprezzare bambini di
altre lingue; infatti lo abbiamo riproposto alla nostra insegnante.
È stata un’esperienza ricca di emozioni inaspettate e decisamente istruttiva.
I bambini della classe V
Scuola Gesù di Nazareth
www.chiesaluterana.it
www.chiesaluterana.it
Schauen Sie doch mal
auf die Homepage der ELKI – CELI.
Sulla homepage
della ELKI – CELI
Hier finden Sie u.a. die wichtigsten
Informationen über unsere Kirche,
Beiträge von der Synode in Gesamtlänge,
zur Theologie und zu aktuellen Themen,
Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen,
MITEINANDER/INSIEME
in deutscher Sprache.
troverete le informazioni dettagliate
sulla nostra chiesa, i rapporti completi
su Sinodo, teologia e temi attuali,
notizie su manifestazioni,
comunicati stampa e
MITEINANDER/INSIEME
in lingua italiana
54
Meraner Mützen
für Genua
Cappelli di lana
«Made in Merano» per Genova
Im Sommer 2009 luden wir Barbara Panzlau in unseren Frauentreff nach Meran ein. Sie sollte uns einen Einblick in die Arbeit der deutschen Seemannsmission geben. Es war ein interessanter und beeindruckender Bericht, den wir zu hören bekamen. Mit Staunen nahmen wir auch wahr, dass so mancher
»Seemann« aus der südlichen Halbkugel nicht mit Schnee
und »Eiszeit« in Europa rechnet. Daraus wurde die Idee geboren, Mützen zu stricken, die über die Seemannsmission verteilt werden. Nach anfänglicher Skepsis und Unsicherheit –
da so manche Damen unserer Gemeinde lange nicht mehr zu
Stricknadeln gegriffen hatten – entwickelte sich förmlich ein
»Strickboom«. Für die eine oder andere
war es zugleich die (Wieder-) Entdeckung einer guten und nützlichen Freizeitgestaltung.
Nun stricken wir schon im dritten Jahr
»unsere Mützen«. Mittlerweile sind bereits weit über dreihundert Exemplare in
Farben bunt wie das Leben entstanden.
Die »Meraner Mützen«, so wird uns berichtet, finden in Genua reißenden Absatz. Wir arbeiten gerne weiter …
Andrea Burgenmeister
Durante l’estate del 2009 abbiamo invitato Barbara Panzlau
al nostro incontro delle donne a Merano. In quest’occasione,
ci ha raccontato del suo lavoro presso la Missione Marittima
tedesca a Genova. Il suo racconto interessante ci è rimasto
impresso. Tra l’altro siamo venuti a conoscenza del fatto che
parecchi «marinai» provenienti
dall’emisfero sud non si aspettano di trovare la neve e «l’era
glaciale» al loro arrivo in Europa. Da lì è nata l’idea di lavorare a maglia dei cappelli invernali da far distribuire tramite la Missione Marittima. Una
volta superata l’iniziale titubanza – più di una delle signore della nostra Comunità da
tempo non aveva più preso in
mano i ferri da calza – nel frattempo si può parlare di un vero
e proprio «boom dei lavori a
maglia». Per qualcuna delle donne si è trattata della (ri)scoperta di un passatempo bello e
sensato. Oramai siamo giunte alla
terza edizione dei nostri «cappelli
di Merano». Fin d’ora ne abbiamo
prodotto oltre 300 esemplari, colorati come la vita. Da quel che ci riferiscono, i «cappelli Made in Merano» vanno a ruba a Genova. Ben
volentieri continueremo a sferruzzare …
Andrea Burgenmeister
Traduzione: Sabine Wolters
Im Herbst wird Barbara Panzlau im MITEINANDER/INSIEME von ihrer Arbeit bei
der Deutschen Seemannsmission berichten.
Wer schon jetzt mehr erfahren möchte über eine Arbeit, die
in diesen schwierigen Zeiten jede Unterstützung gut gebrauchen kann, sollte sich den Internetauftritt der Seemannsmission www.seemannsmission.org anschauen oder direkt an
Frau Panzlau schreiben [email protected].
Quest’autunno, Barbara Panzlau
riferirà su MITEINANDER/INSIEME
del suo lavoro presso la Missione Marittima tedesca.
Chi fin d’ora volesse sapere di più di questo lavoro che ora più
che mai ha bisogno di sostegno, è invitato a visitare il sito
della Missione Marittima www.seemannsmission.org (in lingua tedesca) oppure a scrivere direttamente alla Signora Panzlau [email protected].
Redaktion • Redazione
MITEINANDER–INSIEME ist ein Informationsorgan des Konsistoriums der ELKI und wird von diesem herausgegeben. Kreative Mitarbeit von vielen ist erwünscht und wichtig. Beiträge können per E-Mail unter der Adresse [email protected]
an die Redaktion geschickt werden. Die Redaktion behält sich das Recht zu Kürzungen vor. Eine Garantie zur Veröffentlichung
der eingegangenen Artikel kann nicht übernommen werden.
MITEINANDER–INSIEME è un organo d’informazione del Concistoro della CELI, che ne è anche l’editore. Si auspica, perché
importante, una collaborazione creativa da parte di tanti. Gli scritti possono essere inviati per e-mail alla redazione utilizzando
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SÄULEN DER GEMEINDE • COLONNE DELLE COMUNITÀ
Vom Jungmädchentraum zum
40-jährigen Dienstjubiläum
Dal sogno di una ragazzina al
giubileo di 40 anni di servizio
Antje Andreini, Küsterin in Florenz
Antje Andreini, sacrestana di Firenze
Die unsichtbare Kraft, die in ihrem Leben von Geburt an wirkte und sie schützte, kennt die Küsterin in der Via dei Bardi.
Während ich ihr gegenüber sitze und zuhöre, erscheint vor mir ihr Leben wie eine Reihe von Bildern, die einer einzigen Linie folgen – als hätte
es nur so und niemals anders kommen können.
Wir sitzen im Florentiner Gemeindesaal in der
Via dei Bardi 20, dem Ort ihres nunmehr 40-jährigen Schaffens und Waltens und damit gleichsam an dem Platz, der in so vielen Jahren zu
einem wahren Zentrum ihres Lebens geworden
ist.
Quella forza invisibile che l’ha accompagnata e protetta fin
dalla nascita per tutta la vita, la consoce molto bene, la sacrestana di Via dei Bardi. Mentre le
sono seduta di fronte ascoltandola,
appaiono davanti ai miei occhi immagini di una vita che seguono una
linea retta – come se fosse tutto
successo secondo un piano ben preciso. Siamo sedute nella sala della
Comunità di Firenze, in Via dei
Bardi 20, quel posto dove ha svolto
40 anni di lavoro e che rappresenta
nello stesso momento il vero centro
della sua vita.
Italien – das Land der Träume
»Florenz war schon als Schulmädchen mein
L’Italia – il paese dei sogni
Traum, denn unser damaliger Lehrer hat
immer so schön von Italien und Florenz be«Firenze è stato un mio sogno fin
richtet. Und schon zu diesem Zeitpunkt sagte
dai tempi di scuola, visto che il mio
ich mir: Und wenn ich nirgendwo hinreise in
professore dell’epoca ne raccontava
meinem Leben – aber nach Florenz, das muss
con entusiasmo. E già all’epoca mi
ich schaffen!«
promettevo – e se non dovessi riusAufgewachsen in Kiel, wollte Antje Andreini
cire a viaggiare da nessun’altra
nach dem Schulabschluss Dekorateurin oder Flo- Antje Andreini – beliebt bei Klein und Groß
parte, ma a Firenze devo arrivarci»
ristin werden. Ihr Talent für diese Berufszweige Antje Andreini – amata da grandi e piccoli
Cresciuta a Kiel, dopo la scuola
nutzt sie noch heute zur festlichen Gestaltung des AltarrauAntje Andreini voleva diventare decoratrice o fioraia. La sua
mes und des Gemeindesaals bei besonderen Anlässen.
predisposizione per questi mestieri si vede ancora oggi appliZunächst versuchte sie eine Ausbildung in Kinderpflege, aber
cata quando decora l’altare e la sala comunitaria per le grander damals übliche rohe Umgang mit den Kindern ließ sie in
di occasioni.
die Fabrik wechseln. An einem freien Wochenende lernte sie
Seguendo un’altra indole, ci provava prima con un apprendiihren späteren Mann kennen, einen Italiener.
stato come infermiera pediatrica, ma l’esperienza con il tratta»Er war schon 8 Jahre in Deutschland. Als Seefahrer hatte
mento piuttosto crudo dei bambini, tipico dell’epoca, la faceva
er in Italien angeheuert und so wollte er nach Skandinacorrere ai ripari in una fabbrica. Al ballo del fine settimana, ha
vien reisen – und dann ist er seekrank geworden«, Frau
conosciuto il suo futuro marito, un italiano.
Andreini lacht, als sie sich erinnert, »und da ist er in Kiel
«Era già stato in Germania da 8 anni. Si era imbarcato da
vom Schiff gegangen, obwohl er einen Vertrag hatte.
marinaio in Italia e intendeva andare in Scandinavia, ma poi
Nee, sagte er, ich will mich ja nicht umbringen. Ja, und so
gli venne il mal di mare», si ricorda la Signora Andreini ridenkam ich ins Gespräch mit ihm. Er konnte schon sehr gut
do, «quindi ha lasciato la nave a Kiel, malgrado il contratto
Deutsch, konnte singen, er war überhaupt ein sehr angein tasca. No grazie, non voglia mica ammazzarmi, si diceva.
nehmer Mensch.«
E così ci siamo messi a chiacchierare. Parlava già bene il teEs wurde geheiratet und zwei Kinder kamen noch in Deutschdesco, sapeva cantare, insomma, era una persona molto graland zur Welt – doch immer blieb der Wunsch nach einem
devole.»
Neubeginn in Italien, und wenn schon in Italien, dann natürSi sono sposati e due bambini sono nati ancora in Germania,
lich am liebsten in Florenz.
ma il sogno nel cassetto rimaneva quello di ricominciare da
capo in Italia, e Italia per Italia, Firenze sarebbe stata la prima
Umzug und Neubeginn in Gaiole
scelta di entrambi.
Im Frühjahr 1969 ging es los in Richtung Süden – vorerst in
Trasloco e ripartenza a Gaiole
das Haus der Schwiegereltern im Geburtsdorf des Ehemanns
– nach Gaiole. Reisen war damals noch beschwerlich: Es
Nella primavera del 1969 si partiva verso sud – per il momenwurde ein Container gepackt und dann die ganze Familie ins
to verso la casa dei suoceri nel paese natale del marito, a GaAuto der Schwiegereltern verfrachtet.
iole. A quei tempi, viaggiare era ancora un’impresa, si riempi»Am Anfang war es in Italien sehr schwer für mich – ich
va un container degli averi e tutta la famiglia veniva caricata
konnte ja noch kein Wort Italienisch. Mein Schwiegervanella macchina dei suoceri.
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ter hat sich sehr um mich bemüht, um mir das Italienische
beizubringen. Meine Schwiegermutter dagegen war sehr
ungeduldig mit mir, sie sagte: »Red anständig Italienisch,
se no stai zitta«. Und so begann der Konflikt.«
Doch zunächst war alles noch zu frisch und fremd, um einen
Bruch mit den Schwiegereltern zu provozieren. Allerdings
häuften sich die kleinen Zwischenfälle, bis sich die Gefühle
schließlich explosiv ihren Weg nach außen suchten.
Der Ehemann nahm Antje nicht ab, dass die Schwiegermutter, die für ihn eben immer die unantastbare »Mamma« war,
sich gegenüber seiner Frau so fürchterlich benahm, er glaubte ihr nicht, dass sie litt. Aber eine gute Macht war auf ihrer
Seite, denn als eines Tages das Auto kaputt war und Gian zu
Fuß den Hügel zum Haus hinaufkam, hörte er, wie seine Mutter sich über Antje beschwerte.
»Da musste ich nichts mehr sagen, da hatte er kapiert.
Und dann wurde er so wütend, dass er einen Stuhl durch
das Zimmer schleuderte, und dann sind wir innerhalb von
einer Woche aus Gaiole weg.«
Und jetzt erfüllt sich endlich Antjes Traum, auch wenn er zunächst ganz anders aussieht als gedacht. Mit zwei kleinen
Kindern, die Eltern ohne feste Anstellung und ausgestattet
nur mit dem Nötigsten ging es Ende Juni 1969 nach Florenz,
und zwar in eine winzige Wohnung in der Via dei Bardi 19, in
unmittelbarer Nähe zum Gemeindehaus der Chiesa luterana.
«All’inizio, fu difficile per me, non sapendo neanche mezza
parola d’italiano. Mio suocero si dava molto da fare per farmi
imparare l’italiano, ma mia suocera era molto più impaziente, secondo lei, o avrei parlato bene l’italiano o ‹se no, stai
zitta›. Ed eccoci all’origine del conflitto.»
Per il momento, comunque, tutto era ancora troppo nuovo e
fresco per provocare la rottura con i suoceri. Man mano, invece, i piccoli incidenti di percorso diventavano sempre più frequenti, fino al limite della sopportazione.
Suo marito non voleva credere che la sua «brava mamma» si
comportasse così male nei confronti della nuora, tanto da
farla soffrire. Un giorno, però, la forza buona era dalla parte
di Antje quando Gian fu costretto a tornare a casa a piedi perché la sua macchina si era rotta e così sentì già in lontananza
la mamma lamentarsi con sgarbo di Antje.
«A quel punto, non dovevo aggiungere altro, aveva capito.
Anzi, prese una sedia e la buttò per terra dalla rabbia, e nel
giro di una settimana siamo andati via da Gaiole.»
Ed eccosi finalmente realizzato il sogno di Antje, anche se in
principio prendeva un’altra forma del previsto. A fine giugno
1969, con due bambini piccoli e nessuno dei due genitori con
un lavoro fisso, il bagaglio ridotto al minimo indispensabile, si
trasferirono a Firenze, in un alloggio minuscolo in Via dei Bardi
19, vicinissima alla Casa Comunitaria della Chiesa luterana.
Ankunft in Florenz
Tramite la cugina del marito, la famiglia Andreini entrava in
contatto con Elke Stanotti, tuttora un viso conosciuto della comunità fiorentina. Un giorno, sul «Ponte alle Grazie» si incontravano le tre donne che si salutano cordialmente, mettendosi a parlare in tedesco settentrionale – la Signora Stanotti è
amburghese.
«Allora le dissi: ‹Mi piacerebbe venire anche in chiesa, a Kiel
avevo lavorato come assistente nei culti per bambini e con i
gruppi dei ragazzi – la chiesa è sempre stata tutto per me.›»
Über die Cousine ihres Mannes kam die Familie Andreini in
Kontakt mit Elke Stanotti, die auch heute noch in der Florentiner Gemeinde ein bekanntes Gesicht ist. Auf der »Ponte alle
Grazie« stehen eines Tages die drei Frauen beisammen, begrüßen sich herzlich – man spricht norddeutsch, denn Frau
Stanotti kommt aus Hamburg.
Und da sag’ ich zu ihr: »Ich würd gern auch zur Kirche
kommen, denn ich hab in Kiel als Kindergottesdiensthelferin und in Jugendgruppen gearbeitet – die Kirche war
für mich immer alles«.
Arrivo a Firenze
La nuova sacrestana in Via dei Bardi
I fine estate del 1969, il Pastore Mittorp invitò la tedesca arrivata da poco ad un colloquio. Fu presto palese – per la SignoIm Spätsommer 1969 bat Pfarrer Mittorp die neu angekomra Andreini avevano già in mente qualcosa. I bambini fremene Deutsche zu sich, und schnell war klar: Für Frau Andreiquentavano già la scuola materna e così accettò l’offerta: ogni
ni hatte man bereits Pläne. Die Kinder gingen schon in den
giorno, domeniche incluse, avrebbe lavorato per alcune ore in
Kindergarten, und so nahm sie das Angebot an – jeden Tag,
casa e in chiesa.
einschließlich der Sonntage, für ein paar Stunden im Haushalt
«E quando vidi la chiesa, com’era fatta, mi prudevano subito
und in der Kirche zu arbeiten.
le mani. Vedendo la decorazione floreale,
Und als ich die Kirche sah, wie sie aussah, da
non vedevo l’ora di poterci mettere le
kribbelte es mir gleich in den Fingern. Dieser
mani.»
Blumenschmuck, ich dachte: »Wenn du da
Presto si preoccupava anche di procurare
bloß erst mal mitmischen dürftest.«
di fiori freschi per la chiesa, con orgoglio
Schon bald kümmerte sie sich auch um frische
mi mostra le foto dei suoi primi arrangiaBlumen in der Kirche, und stolz zeigt sie mir Bilmenti floreali. Il marito dapprima era
der ihrer ersten Arrangements. Der Ehemann
scettico. Avrebbe avuto ancora abbastanwar zu Beginn skeptisch. Bliebe denn überza tempo per la famiglia? Le sue preoccuhaupt noch genug Zeit für die Familie? Mit dem
pazioni si dissipavano quando la famiglia
Familienbeschluss, den freien Tag von nun an
decise di comune accordo di spostare il
auf den Montag zu verlegen und weil er merkgiorno libero al lunedì e quando il marito
te, wie seine Frau in ihrer Arbeit aufging, zersi rese conto di quanto ci tenesse Antje al
streuten sich die Bedenken. Und dann war da ja
suo lavoro. Per non parlare della prospetauch noch die Aussicht auf eine neue Bleibe …
tiva di trovare una nuova dimora …
»Das Küsterhaus neben der Kirche war da«La sagrestia accanto alla chiesa all’epomals in einem sehr schlechten Zustand. Es
ca era ridotta male. Ci pioveva dentro, le
regnete rein, die Mauern waren schief und Blumenarragnement à la Antje
mura erano storte e ho chiesto se la Coich fragte mich, ob die das verkaufen woll- Arrangiamento floreale alla Antje
munità avesse intenzione di venderla,
Die neue Küsterin in der Via dei Bardi
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ten, denn unsere Verwandten hatten großes Interesse an
dato che i nostri parenti erano fortemente interessati alla cadem kleinen Häuschen. Also ging ich zum Pfarrer und
setta. Mi rivolsi quindi al pastore e gli chiesi notizie. E lui
fragte nach. Und er sagte: ,Nee, das wird nicht verkauft.
rispose: ’Nooo, quella casa non è in vendita. Ci andrà a stare
Da kommt unsere Küsterin rein. Und wissen Sie, wer das
la nostra sacrestana. E sa di chi si tratta?’ «No,» risposi io. «Di
ist?’ ,Nö’, sagte ich. ,Sie!’, sagte daraufhin der Pfarrer.«
Lei!» fece il pastore.
Ab diesem Zeitpunkt wurde es offiziell: Antje Andreini war die
Da quel momento era ufficiale: Antje Andreini sarebbe stata la
neue Küsterin in der Via dei Bardi, alles nanuova sacrestana di
türlich ordentlich vertraglich geregelt. Doch
Via dei Bardi, il
bis zum Umzug war es noch ein längerer
tutto, inutile dirlo,
Weg als gedacht. Am eigenen Leib erfuhr
con tanto di contratdie junge Mutter, welche Regeln es zu beto regolare. Ma
achten galt – für eine Frau im Italien der
prima del trasloco
70er Jahre.
vero e proprio, la
»Im Sommer wollte ich mit meinen Kinstrada era più lunga
dern nach Deutschland fahren. Die Koffer
del previsto. La giowaren schon gepackt, alles war fertig, da
vane mamma subì
fragt mich Frau Stanotti im Giardino, ob
in prima persona le
ich denn auch den »permesso« vom Kom- Antje Andreini: rechts, mit Frauenvorstand
regole in vigore –
missariat habe. Und ich wusste nicht, Antje Andreini: a destra, con il Consiglio delle Donne
per una donna nelwovon sie sprach, ich dachte, sie erlaubt
l’Italia degli anni 70.
sich einen Spaß. »Wenn du das nicht hast, von deinem
«Durante l’estate volevo andare in Germania con i miei figli.
Mann unterschrieben, dann holen sie dir die Kinder auf
Le valigie erano già pronte, era tutto preparato, quando la Sidem Brenner aus dem Zug raus. Und da bekam ich dann
gnora Stanotti al Giardino voleva sapere se avessi già il «perdoch einen Schreck. Es war ein richtiger Schock – dass ich
messo» dal commissariato. Non sapevo di cosa stesse parlanals deutsche Mutter, die Kinder sind ja auch in Deutschdo, pensavo che scherzasse. ‚Se non hai quello, firmato da tuo
land geboren, nicht das Recht hab, mit ihnen nach Hause
marito, al Brennero ti tirano fuori i bambini dal treno.’ Allora
zu fahren, zu meiner Mutter und zu meinen Geschwimi spaventai sul serio. È stato uno shock, io, mamma tedesca
stern.«
con i bambini addirittura nati in Germania, non avrei avuto il
Dieser Schock hatte etwas Gutes: Antje bestand von nun an
diritto di andare con loro a casa mia, da mia madre e dai miei
auf den Umzug ins Küsterhaus.
fratelli.»
»Und die Wohnung geht auf meinen Namen: Questa è
E questo shock ha avuto un effetto benefico: Antje insistette
casa mia, qui comando io.«
sul trasloco della famiglia in sagrestia.
Die Frau, die vor mir sitzt, lacht, und es zeigen sich ihre inne«Con la casa intestata a nome mio. Questa è casa mia, qui
re Stärke und ihr Mut. Zurückstecken, das könne sie, aber sie
comando io.»
brauche auch immer das Gefühl, frei und selbstständig zu
La donna che mi sta seduta davanti ride, mostrando la sua
sein. Natürlich hat sie sich durchgesetzt. Mit dem handwerkforza interiore e il suo coraggio. Non si fa dei problemi a rilichen Geschick ihres Ehemanns und ihren kreativen Ideen
nunciare ogni tanto, ma ha anche bisogno di sentirsi libera e
wurde ab 1971 aus dem heruntergekommenen Häuschen
autonoma. Evidentemente, si era imposta. Con le mani abili
nach und nach ein Familiendomizil. Auch der Ehemann hatte
del marito e la vena creativa di Antje, a partire del 1971 la casich nun an gewisse Änderungen im Familienleben zu gesetta malandata si trasformava sempre di più in una casa acwöhnen.
cogliente per la famiglia. Anche il marito è stato costretto ad
abituarsi ad alcuni cambiamenti nella vita famigliare.
Das Gemeindeleben und die kleine »Mafia«
Antjes Mittwochnachmittag galt dem Frauenkreis, der von
Pfarrer Mittorp ins Leben gerufen worden war. Jetzt musste
auch Gianni die Kinder hüten und ab und zu für das Abendessen sorgen. Und sonntags kamen die Kinder eben mit in
den Gottesdienst.
»Wir gingen ins Theater, trafen uns zu Selbsterfahrungsgruppen und hatten immer ein kulturelles Programm.
Aber das mochte mein Mann gar nicht so gern. Er sagte,
am Tage könne ich ja gehen, wohin ich wollte, aber am
Abend, das geht nicht.«
Schnell wurde aber klar, dass dieser Nachmittag den Frauen
heilig war. Hier waren sie unter ihres gleichen, hier konnten
sie frei ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig in
der Fremde ein Stück Heimat sein.
»Wenn zum Beispiel eine ins Krankenhaus kam, dann
kümmerten wir uns um sie. Denn unsere Familienangehörigen waren ja meistens alle in Deutschland. Wir hatten
unsere Familien nicht, also haben wir uns gegenseitig geholfen, auf die Kinder aufgepasst. Wir haben das Hilfskomitee gegründet und uns um die Alten bemüht.«
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La vita comunitaria e la piccola «mafia»
Il mercoledì pomeriggio, Antje lo dedicò al gruppo delle donne,
istituito dal Pastore Mittorp. D’ora in avanti, anche Gianni doveva occuparsi dei bambini e ogni tanto preparare la cena. Di
domenica, i bambini partecipavano al culto.
«Andavamo a teatro, ci incontravamo per scambiarci le nostre esperienze e avevamo sempre un programma culturale.
Ma a mio marito non piaceva mica tanto. Secondo lui, potevo tranquillamente andare dovunque avessi voluto di giorno,
ma la sera non gli stava bene.»
Presto, però, si capiva che quel pomeriggio era una cosa sacra
per le donne. Era la loro oasi di pace, stavano tra di loro, potevano raccontarsi delle loro esperienze ed essere un pezzo di
patria l’una per l’altra.
«Ad esempio, quando una di noi doveva andare in ospedale,
le altre si occupavano di lei. Dopotutto, la maggior parte dei
nostri famigliari si trovava in Germania. Non avevamo le nostre famiglie sul posto, quindi ci aiutavamo a vicenda, accudendo i bambini. Abbiamo fondato un comitato di mutuo
soccorso e dato una mano agli anziani.»
Die Gruppe war schon damals von solcher Präsenz, dass die
Männer, die nicht genau wussten, was da vor sich ging, von
der kleinen »Mafia« sprachen, wenn sie die Mittwochsrunde
meinten. Antje Andreini kümmerte sich zunächst um die Kinder der Frauen, damit diese während ihrer heiligen Stunden
ungestört sein konnten. Doch natürlich hatte auch sie den
Wunsch, aktiv an der Gruppe teil zu haben.
»Pfarrer Kleemann sorgte dann auch für eine Aushilfe in
der Kinderarbeit, so dass ich mitmachen konnte. In dieser
Zeit hatte ich sehr viel zu tun und manchmal dachte ich,
ich schaff das alles nicht.«
Trotzdem blieb genügend Zeit für die Familie. Die Kinder
wuchsen gemeinsam mit den Kindern anderer Frauen auf,
später bauten sich die nunmehr Herangewachsenen im Keller
eine Disko aus.
»Ich hätte diese Arbeit sonst gar nicht annehmen können.
Durch die Nähe zur Kirche konnte ich immer ein Auge auf
die Kinder haben.«
Il gruppo già all’epoca era talmente presente che gli uomini,
che non sapevano bene cosa ci stessero facendo le loro mogli,
iniziarono a riferirsi al gruppo del mercoledì come alla «piccola mafia». Ai primi tempi, Antje Andreini si occupava dei bambini delle donne, in modo da rendere loro possibile una partecipazione indisturbata a queste ore sacrosante. Naturalmente
serbava anche lei il desiderio di prendere attivamente parte al
gruppo.
«Il Pastore Kleemann procurò poi un’assistente per il lavoro
con i bambini, in modo da rendermi possibile la partecipazione. In quel periodo avevo tantissimi impegni e a volte pensavo di non farcela più.»
Malgrado tutto, rimaneva abbastanza tempo per la famiglia.
I bambini crescevano insieme ai bambini delle altre donne, più
tardi gli adolescenti si costruirono una discoteca in cantina.
«Altrimenti non avrei potuto accettare questo lavoro. La vicinanza alla chiesa mi permetteva di tenere sempre d’occhio i
bambini.»
Leben und Arbeit untrennbar vereint:
Das Leben als Küsterin
Vita e lavoro come unità indivisibile:
la vita da sacrestana
Es ist die Eigenheit einer deutschen Gemeinde im Ausland,
Una comunità tedesca all’estero ha questa particolarità di
dass die sorgfältig ausgewählten Pfarrer ihr Amt nur für einen
avere un pastore, selezionato con cura, soltanto per un periobestimmten Zeitraum in der Gemeinde ausüben. Frau Andreido limitato. Nei suoi 40 anni da sacrestana, la Signora Andreini begleitete in ihrer 40-jährigen Amtszeit vier Pfarrer. Jedes
ni ebbe a che fare con quattro pastori. Ogni volta che un
Mal, wenn einer verabschiedet wird und ein neuer Pfarrer mit
nuovo pastore viene ad abitare con sua moglie al piano supeseiner Frau die Wohnung im oberen Teil des Gemeindehauses
riore della Casa Comunitaria, alla sacrestana tocca abituarsi a
bezieht, heißt das für die Küsterin, sich umzugewöhnen.
nuove persone.
Pfarrer Mittorp war äußerst penibel. Ein ums andere Mal ging
Il Pastore Mittorp era molto preciso ed esigente. Verificava
er durch Räume und prüfte alles auf seine Sauberkeit. Zum
sempre più volte in tutte le stanze che fosse tutto pulito. Per la
Heiligen Abend wurden immer die neuen Altarkerzen geVigilia di Natale portavano sempre le nuove candele per l’altabracht. Und wenn diese ankommen, haben sie einen ganz
re che, al loro arrivo, dispongono di uno stoppino lunghissimo.
langen Docht. Vorsorglich brannte die Küsterin den Docht
Premurosamente, la sacrestana accendeva le candele già
schon vor dem Gottesdienst hinunter, damit sie dann am
prima del culto, riducendo ad un minimo lo stoppino, in modo
nächsten Tag auch schnell in ihrer vollen Pracht leuchten
da poter garantire per l’indomani lo splendore immediato
könnten.
delle candele.
»Und dann Heiligabend: die Kirche war voll, die Kerzen
«E poi venne la Vigilia. La chiesa era piena di gente, le candeam Weihnachtsbaum brannten und ich ging zum Altar
le sull’albero erano già accese e io vado verso l’altare per acund will die Kerzen anzünden – da geht die eine an, die
cendere le candele, una si accende, anche la seconda, quando
zweite, dann geht die erste wieder aus, geht die zweite
si spegne nuovamente la prima e poi anche la seconda, riacaus, ich zünde die erste wieder an, da geht sie wieder aus.
cendo la prima che si spegne nuovamente. Non riuscivo a
Ich bekam die Kerzen nicht angezündet. Ich war ja keine
tener accese quelle candele in nessun modo. Non nascendo sagelernte Küsterin – heute weiß ich, die Kerzen brauchen
crestana, non sapevo quello che so oggi: le candele hanno biden langen Docht. Aber damals: Ich wurde
sogno dello stoppino
immer aufgeregter und versuchte mich zu belungo. Ma all’epoca …
ruhigen. Dann hab ich mir eine Kerze gemi agitavo sempre di
schnappt, bin mit einem Messer in die Sakristei
più e cercavo di calgegangen und habe den Docht freigelegt, anmarmi. Allora mi sono
gezündet und hingestellt. Dann die nächste
acchiappata una cangeholt und genauso behandelt. Bis der Pfarrer
dela, l’ho portata in
dann kam, brannten schließlich alle Kerzen, so
sacrestia assieme ad un
wie sie sollten.«
coltello e con quello ho
Eigentlich sei sie mit allen Pfarrern gut ausgekomtagliato la cera fin
men. Wenn Menschen so eng miteinander leben 80er Jahre Klassiker – die Frauenrunde
quando lo stoppino
und arbeiten, bleiben Spannungen zwar nicht aus, Classico degli anni 80 – il gruppo delle donne
non fosse abbastanza
aber an dieser Stelle verweist Frau Andreini auf die Loyalität
libero, l’ho acceso e ho messo la candela sull’altare. Lo stesso
und ihre Verschwiegenheit.
con tutte le altre. Fino a quando era arrivato il pastore, tutte
le candele rimanevano accese a dovere.»
»Ich bin eigentlich kein neugieriger Mensch. Wenn mir jemand etwas mitteilen möchte, dann höre ich gerne zu,
In fin dei conti, è sempre andata d’accordo con tutti i pastori.
aber ich frage nicht nach. Und das schützt mich auch,
Quando le persone abitano e lavorano in modo così ravvicinadenn so bleibt immer ein wenig Distanz gewahrt. Und
to, ogni tanto i momenti di tensione sono inevitabili, ma a
Vieles muss mir gar nicht gesagt werden, ich sehe das
questo punto la Signora Andreini sottolinea l’importanza della
auch so.«
lealtà e della discrezione.
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Seit 40 Jahren hat sie täglich Menschen unterschiedlichster
sozialer Herkunft und unterschiedlichster Charaktere um sich.
Es wiederholen sich die Geschichten, während Frau Andreini
nicht müde wird, das Geschehen um sie herum zu beobachten. Und so schärfte sie ihre Sinne.
»Und Pfarrer Kleemann kam dann zu mir und sagte: ,Frau
Andreini, Sie haben vielleicht eine Menschenkenntnis.’
Manchmal hat er mich sogar zu Rate gezogen, wenn zum
Beispiel Bettler vor der Tür standen. Ich hab da so eine
Antenne. Wenn jemand nicht die Wahrheit sagt, dann
spüre ich das.«
Den ganzen Tag war sie manchmal nur in der Gemeinde beschäftigt. »Wie hab ich das früher bloß alles geschafft?«
Mir liegt die Antwort auf den Lippen – mit straffer Organisation und beherztem Anpacken, mit dem Glauben daran, dass
ihr Tun einen Zweck erfüllt und sie gebraucht wird. Tätig
sein, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, helfen, wo es
vonnöten ist und im Durcheinander der Menschen und
Gefühle, die kommen und gehen, bei sich und gelassen
bleiben und vor allen Dingen: auf die große, alles umfassende Kraft vertrauen.
»Früher wollte ich alles immer so geregelt haben, aus
Deutschland war ich es so gewöhnt. Und das kannst du
bei dieser Arbeit hier überhaupt nicht. Es gibt Tage, da
ruft kein Mensch an und dann wieder klingelt fast ununterbrochen das Telefon.«
Unbestritten hat aber die italienische Mentalität einen entscheidenden Vorteil: Anstelle des wohlbekannten Sprichworts
»Was du heute kannst besorgen …«, setzen die Italiener gern
das »Kommste heute nicht, kommste morgen«. Antje lernte
von ihrem Mann, den Dingen mehr Zeit zuzugestehen und
großzügiger mit sich selbst zu sein. Und dabei aber stets
spontan reagieren zu können – das erfordert ihre Arbeit auch
heute noch.
Geschichten des täglichen Küsterinnenlebens
«In fondo non sono una persona curiosa. Se qualcuno vuole
comunicarmi qualcosa, l’ascolto volentieri, ma non insisto per
saperne di più. Questo atteggiamento mi protegge anche, così
rimane sempre un pò di sano distacco. E molte cose non me le
devono neanche raccontare, le vedo anche da sola.»
Da 40 anni, è circondata quotidianamente da persone da
tutte le estrazioni sociali e da tutti i tipi di carattere. Si ripetono le storie, mentre la Signora Andreini non si stanca mai di
osservare cosa sta succedendo attorno a lei. In questo modo
ha aguzzato i sensi.
«E il Pastore Kleemann veniva da me, dicendo con ammirazione: ‹Signora Andreini, Lei sì che conosce le persone!›. A volte
mi ha anche consultato per un consiglio, per esempio, quando
si presentavano dei mendicanti davanti alla porta. Ho un
certo fiuto. Quando qualcuno non dice la verità, io me ne
rendo conto». A volte era occupata tutto il giorno solo ed esclusivamente per la comunità. «A volte mi chiedo: come riuscivo a far tutto?»
Una risposta mi verrebbe spontanea – con organizzazione
stringente, prendendo in mano la situazione senza pensarci
due volte, il tutto con la convinzione che quello che sta facendo sia utile, che ce ne sia bisogno. Essere attivi, non perdere la
calma, aiutare dove ce n’è bisogno, e nella confusione delle
persone e dei sentimenti che vanno e vengono non perdere
mai la bussola interna, rimanere rilassati, confidando, prima
di tutto, nella grande forza onnipresente.
«Una volta volevo avere tutte le cose in regola, ci ero abituata dalla Germania. Ma questo lavoro non te lo permette. Ci
sono giorni in cui non chiama nessuno, mentre altri giorni il
telefono squilla in continuazione.»
Senza dubbio, la mentalità italiana dispone di un vantaggio
determinante. Al posto del detto tedesco «Non rimandare a
domani quello che puoi fare oggi», gli italiani preferiscono
prorogare («Per pagare e per morire c’è sempre tempo.»). Da
suo marito, Antje impara a lasciare più tempo al tempo e di
essere più generosa con se stessa. Saper comunque reagire in
modo spontaneo – quello lo richiede il suo lavoro tutt’oggi.
»Es war in der Ferienzeit, als unser Organist in der Kirche
üben wollte. Es war heiß, er war durchgeschwitzt und
wollte sich waschen – oft kam im Sommer kein Wasser aus
den Leitungen. Er drehte also den Hahn auf und es kam
nichts. Er geht wieder hinauf zur Orgel und versucht es
später noch einmal, immer wieder, bis er überhaupt nicht
mehr wusste, ob der Hahn nun offen oder zugedreht war.
Und dann kam irgendwann das Wasser wieder. Ich steh
abends in der Küche und höre immer so ein Rauschen.
Draußen wehte kein Lüftchen, es war eine Hitze. Also bin
ich in die Kirche gegangen: Da kam mir das Wasser schon
aus der Sakristei entgegen.«
Mitten in der Nacht macht sich Frau Andreini daraufhin
daran, mit einem Besen in der Hand das Wasser aus der Kirche zu fegen. Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitsstellen
kann man in einer solchen Situation nicht einfach das Telefon
abstellen und die Schadenbehebung anderen überlassen.
»Wovor ich immer noch Angst habe, was aber bisher
noch nicht passiert ist – dass einer mal im Fahrstuhl stekken bleibt.«
Sie selber benutzt den Fahrstuhl nie.
«Successe durante le ferie, quando il nostro organista voleva
esercitarsi in chiesa. Faceva caldissimo, era tutto sudato e voleva lavarsi – spesso non usciva l’acqua dai tubi durante
l’estate. Quindi aprì il rubinetto e non veniva fuori niente.
Torna all’organo e ci riprova un po’ più tardi, e ancora, varie
volte, fin quando non sapeva più se fosse aperto o chiuso il rubinetto. E prima o poi l’acqua tornò. Quella sera mi trovavo
in cucina e sentivo un continuo fruscio. Fuori l’aria era completamente ferma, un calore tremendo. Allora sono andata in
chiesa – l’acqua mi veniva già incontro dalla sacrestia.»
A notte fonda, la Signora Andreini si mette quindi a spazzare
via l’acqua dalla chiesa con una scopa in mano. Contrariamente a tanti altri posti di lavoro, in una tale situazione non è
possibile staccare il telefono e lasciare ad altri l’ingrato compito di limitare i danni.
«Una cosa della quale ho paura, che però finora non è mai accaduta, è che qualcuno possa rimanere bloccato nell’ascensore.»
Lei stessa non usa mai l’ascensore.
40 Jahre und kein Ende in Sicht
40 anni e non si ferma qui
Bereut hat sie ihre Entscheidung nach Italien zu gehen nie.
Heute ist sie vielleicht glücklicher denn je, dass sie mit ihren
fast 70 Jahren mit einer wichtigen Aufgabe betraut ist. Sie
pflegt einen Freundeskreis und ist getragen von einem dich-
Non si è mai pentita di essersi trasferita in Italia. Oggi a quasi
70 anni è più felice che mai ad essere assegnata ad un compito importante. Cura le amicizie ed è inserita in una fitta rete
sociale che non si limita alla comunità.
60
Aneddoti dalla vita di una sacrestana
ten sozialen Netz, das sich nicht nur auf die Gemeinde beschränkt.
»Es ist einfach eine sehr schöne Arbeit. Es gibt Konzerte
und Veranstaltungen. Bei der letzten Hochzeit gab es so
eine interessante Predigt. Das Schönste ist der Kontakt zu
den vielen Menschen.«
Was sie selbst zu etwas Besonderem macht, ist ihre Sensibilität für Begegnungen und ihre Fähigkeit zur Freude daran.
»Manchmal bin ich ein bisschen direkt. Aber das bin ich
nicht, weil ich jemanden verletzen möchte, ich möchte,
dass die anderen Menschen spüren, dass es auch Andersdenkende gibt.«
»Sie hat so ihre Art«, sagen die einen, »sie ist ein Original«,
meinen die anderen. Vielleicht ist es einfach ihre Konsequenz
und Bestimmtheit, mit denen sie den Situationen des Lebens
begegnet, die sich in diesen Äußerungen spiegeln. Sicher
denke sie öfter über das Aufhören nach. Aber so richtig reif für
den sogenannten Ruhestand scheint mir diese Frau nicht zu
sein – ganz im Gegenteil. Solange sie es noch körperlich und
geistig leisten könne, wolle sie in der Via dei Bardi bleiben.
Interview: Britta Weyer
Das für Miteinander/Insieme stark gekürzte Interview in
Originallänge liegt der Gemeinde Florenz vor und kann
dort angefordert werden.
«È semplicemente un bellissimo lavoro. Ci sono concerti ed
altre manifestazioni culturali. Durante l’ultimo matrimonio,
abbiamo ascoltato una predica interessantissima. Quello che
mi piace di più è il contatto con così tanta gente.»
Quello che rende lei stessa una persona speciale è la sua sensibilità per gli incontri e la sua capacità di provarci gioia.
«A volte sono un po’ schietta. Ma non lo sono con l’intenzione di ferire qualcuno, ma perché vorrei che la gente sentisse
che esistono anche persone che la pensano in modo diverso
dal loro.»
«Ha il suo modo di fare», dicono gli uni, «è una sagoma», affermano gli altri. Forse queste affermazioni non sono che lo
specchio della coerenza e determinazione con le quali Antje
Andreini affronta le varie situazioni della vita. Certo che qualche pensiero lo dedica alla pensione. Ma a me non sembra ancora pronta per ritirarsi, al contrario. Fin quando le sue forze
fisiche e mentali glielo permettono, vorrebbe restare in Via dei
Bardi.
Intervista condotta da Britta Weyer
Traduzione: Sabine Wolters
L’intervista è stata accorciata considerevolmente per Miteinander/Insieme, ma la Comunità di Firenze dispone del testo
originale integrale che mette volentieri a disposizione a chi ne
desiderasse una copia.
GLAUBE • FEDE
Die Kopten
Copti Egiziani
Kopten sind ägyptische Christen. Es handelt sich in geschichtlicher Hinsicht eher um eine eigenstände Kirche als um eine
Konfession, die fast 15 Jahrhunderte lang ein isoliertes Dasein
führte.
Es ist nicht einfach, über die Kopten zu schreiben, ohne die
Entwicklungsgeschichte der christlichen Lehre und der christlichen Kirche insgesamt – nicht nur im
Orient – miteinzubeziehen. Ebenso
müsste man vom Umgang mit den
Minderheiten im Gebiet des Dar as-Salams sprechen (damit ist hier nicht die
Hauptstadt Tansanias gemeint, sondern
der arabische Ausdruck für »Tor des
Friedens«, d.h. die islamischen Gebiete). Die christliche Glaubenslehre entwickelte sich in den ersten Jahrhunderten
(2.–5. Jahrhundert) in Syrien und Rom.
In dieser Zeit wurde Ägypten die Wiege
des christlichen Mönchtums. Das klösterliche Gemeinschaftsleben wurde
dann im 6. Jahrhundert durch Benedikt
von Nursia geregelt; er berücksichtigte
freilich den einsiedlerischen Lebensstil
der ägyptischen Asketen, die schon seit Hauptturm / Torre principale
Generationen einsam (»monos«) durch
die Wüste wanderten und auf dem Sinaigebirge ihre Spuren
hinterlassen hatten. Der Begriff »Kopte« und die geographische Bezeichnung »Ägypten« sind eng miteinander verknüpft. Philologisch gesehen sind es Synonyme. Das Wort
I Copti sono i cristiani dell’Egitto. Più che una confessione a sé
stante, è meglio parlare di una chiesa autonoma. Sono oramai
quasi quindici secoli di isolamento che portano a questa definizione.
Parlare di Copti può essere arduo. Significa addentrarsi nella
storia dell’elaborazione della dottrina cristiana. Significa parlare del trattamento delle minoranze all’interno del Dar as-Salam (non la capitale della
Tanzania, ma è l’espressione araba per «porta
della pace», vale a dire i territori dove i musulmani comandano). Significa tout court dovere
parlare della storia del cristianesimo. E non
solo del cristianesimo orientale. Se il pensiero
dei primi secoli (dal II al V) fu elaborato in
Siria e a Roma, nello stesso periodo fu l’Egitto
la culla del monachesimo cristiano. Per aspettare una codificazione delle regole monastiche
comunitarie occorre aspettare nel sesto secolo
Benedetto da Norcia, il quale comunque non
poté non tenere conto dello stile di vita non
comunitario ma solitario al quale l’asceta egiziano, da generazioni ramingo e monos, monakos «solo» «solingo», in greco appunto, nel
deserto e sul Sinai, aveva dato l’impronta.
Tornando un passo indietro, mi accorgo di
avere dato per scontato il collegamento tra il termine copto e
il riferimento geografico dell’Egitto; questo perché filologicamente i due termini sono sinonimi. Il termine che si riferisce
alla chiesa di laggiù non è altro infatti che una deformazione
61
locale del greco Egypt(os). Occorre tenere presente che dopo
»Kopte« bezog sich auf die Kirche in Ägypten und war nichts
weiter als eine Ableitung vom griechischen Egypt(os). Dabei
la vittoria su Marco Antonio e la pacificazione di Augusto, la
spielt der Umstand eine Rolle, dass nach dem Sieg über Marconseguente nuova provincia romana mantenne nei gangli
kus Antonius und der Pax Augusta in der dadurch entstandefondamentali del potere le medesime famiglie di obbedienza ai
nen neuen römischen Provinz dieselben Familien, die schon
Tolomei, a Cleopatra per intenderci. Tale oligarchia di origine
den Ptolemäern, also auch Kleopatra, treu ergeben gewesen
o di formazione greca mantenne il proprio status fino alla conwaren, weiter die mächtigsten Ämter innehatten. Diese Oliquista araba (632). Costoro restarono pagani, alcuni fedeli di
garchen griechischen Ursprungs behielten
Mitra, finché il culto di
ihren Status bis zur Eroberung durch die AraMitra ebbe importanza
ber (632). Sie blieben Heiden. Einige von
(fino a Teodosio, fine
ihnen waren bis zur Zeit des Theodosius (Ende
quarto secolo), ma diffi4. Jahrhundert) Anhänger des Mithra-Kults,
cilmente cristiani. A difaber nur wenige waren Christen. Ganz anders
ferenza del resto della
die restliche Bevölkerung, die sich allmählich
popolazione, convertibekehrte. Sprachlich war die Diskrepanz deuttasi progressivamente
lich: Die Oligarchen verwendeten untereinannel corso dei secoli. A livello linguistico, la dider die griechische Sprache, die restliche Bevölkerung hingegen die von den Pharaonen
screpanza era molto
überlieferte koptische Sprache (für die nicht
netta, visto che gli olivon ungefähr das griechische Alphabet vergarchi parlavano tra di
wendet wurde). Eine vermittelnde Funktion Kirchengebäude / vista esterna del Monastero
loro in greco, il resto
hatte die lateinische Sprache, aber viele griedella popolazione invechische Wörter drangen bis zu den weniger gebildeten
ce nell’idioma discendente da quello dei Faraoni (il copto, apSchichten durch und änderten sich durch den Sprachgepunto, che si scrive non a caso con l’alfabeto greco). La lingua
brauch, wie »Egyptos«, aus dem »Copto« wurde (»qubti« im
di mediazione era il latino, ma molte parole greche permeavaArabischen, eine Sprache die den Buchstaben P nicht kennt).
no verso gli strati meno acculturati, che deformavano alcune
Warum das Mönchtum schon wenige Jahrzehnte nach Chrisdi queste parole, tra cui «Egyptos», che diventò «Copto»,
ti Tod so viele Anhänger gerade in Ägypten hatte, ist schwer
«qubti» in arabo, lingua senza la «pi».
zu erklären. Mich persönlich überzeugt die Erklärung, die auf
Perché il monachesimo abbia trovato tanti seguaci proprio in
die ausgeprägten sozialen Hierarchien verweist. Die reichsten
Egitto, e subito dai primi decenni dopo la morte di Cristo è difSchichten waren unter den römischen Kaisern Dezius und
ficile da spiegare. La spiegazione che personalmente mi conDiokletian (Ende 3. Jahrhundert) auch die Verfolger der Chrisvince deriva dalla forte stratificazione sociale della società. Gli
ten, also der Ärmsten, deren soziale Aufstiegsmöglichkeiten
strati sociali più ricchi furono sotto gli imperatori Decio e Dioäußerst gering waren.
cleziano (fine terzo secolo) pure i persecutori dei cristiani, dei
Obgleich die Glaubenslehre der Kopten eine andere Richtung
più poveri, per i quali gli sbocchi sociali in vari casi erano mieingeschlagen hat als in den anderen christlichen Kirchen,
nimi.
gibt es heute noch viele Klöster und Mönche in Ägypten.
Tuttora monasteri e monaci non mancano in Egitto, sebbene i
Nach einer anfänglichen, vom nahen Palästina ausgehenden
percorsi dottrinali abbiano preso strade diverse dalle altre
Evangelisierung durch den Evangelisten Markus, kam es
chiese. Dopo un’evangelizzazione iniziale direttamente dalla
schon bei den ersten Konzilien zu Kirchenspaltungen. Der
vicina Palestina, secondo la tradizione per opera dell’evangeEvangelist Markus lebte bis zu seinem Tod in Alexandrien, wo
lista Marco, con sede ad Alessandria, dove fu sepolto e da
venezianische Seefahrer im 9. Jahrhundert seine Reliquien
dove i Veneziani nel IX secolo ne trafugarono la salma, coi
entwendeten und nach Venedig überführten. Die Oberhäupprimi concili iniziarono le scissioni. In Egitto i capi della chiesa
ter der christlichen Kirche in Ägypten vertraten nach 451
dopo il 451 (concilio di Calcedonia) si riconobbero nel mono(Konzil von Chalzedon) den Monophysitismus, nach dem
fisismo, nell’attribuzione a Gesù della sola natura (greco
Jesus Christus nur eine Natur (griech.: monos »einzig« und
mono physis, «unica natura») divina, incarnata in un corpo
physis »Natur«) besitzt, nämlich eine göttliche, die in einem
umano. Questo non era quanto veniva professato nella capimenschlichen Körper zur Welt kam. Im Gegensatz dazu vertale dell’Impero d’oriente, Bisanzio, che sarebbe la dottrina
trat man in der Hauptstadt des oströmischen Reichs, Byzanz,
delle due nature, quella del «credo» attuale. Gli atteggiamendie Position der Zweinaturenlehre Christi, die der heutigen
ti ostili dell’autorità centrale di Bisanzio furono incessanti. AcGlaubenslehre entspricht. Die feindliche Haltung der Machtcompagnati ad una forte pressione fiscale dovuta alle contihaber von Byzanz dauerte ununterbrochen fort. Auch eine
nue guerre, fecero sì che all’arrivo dei conquistatori Arabi molti
hohe, durch ständige Kriege bedingte Steuerbelastung trug
funzionari e proprietari terrieri si sentirono liberati, e collabodazu bei, dass nach dem Einfall der Araber viele hohe Beamrarono coi nuovi padroni Musulmani.
te und Grundbesitzer sich befreit fühlten und mit den neuen
I quali, a loro volta, nel corso dei secoli, hanno operato discrimuslimischen Herrschern kollaborierten.
minazioni, in modo più o meno pesante a seconda del perioDas waren später diejenigen, die im Laufe der Jahrhunderte
do. Oltre al tributo personale (la «giziya», il «testatico», un
Christen und Juden mehr oder weniger stark diskriminierten.
tot a persona) che in tutte le società musulmane gli infedeli
Dazu gehörte eine Sonderabgabe (die »Dschizya« oder
(«kàfara») sono tenuti a versare, e oltre alle piccole vessazio»Kopfsteuer«), die alle Ungläubigen (»Kàfara«) in jeder islani quotidiane (l’infedele deve concedere un prestito a interesso
mischen Gesellschaft zu entrichten hatten. Christen und
zero al musulmano, gli deve cedere il passo, il posto in fila,
Juden litten alltäglich unter vielen kleinen Schikanen. So
deve portare caratteri distintivi quali croci colorate e molto pemusste zum Beispiel ein Ungläubiger einem Muslim zinslose
santi, ecc. …) spesso si sono registrati sanguinosi eccidi. Co-
62
Darlehen gewähren, ihm auf der Straße und in
sicché le conversioni all’Islam si
einer Warteschlage den Vortritt lassen und Ersono susseguite, tanto da portare
kennungszeichen, wie schwere, farbige Kreuze,
ad una percentuale di Cristiani in
an der Kleidung tragen. Häufig kam es auch zu
Egitto a non oltre il 12% (il goblutigen Gemetzeln. All dies führte zu einer Zuverno dice 8%, i Copti dicono il
nahme der Übertritte zum Islam. Heute leben
20%), concentrati tra Asyut e
nur noch etwa 12% Christen in Ägypten (nach
Luxor, oltre a qualche quartiere
Regierungsangaben 8% und nach Angaben
nel Cairo. La lingua copta non ha
der Kopten 20%). Sie leben vor allem in Asyut,
resistito all’impatto. Essa è oraLuxor und in einigen Vierteln Kairos. Die koptimai estinta da circa 300 anni.
sche Sprache konnte dieser Entwicklung nicht
Da quando anche i Cristiani si ristandhalten und starb vor etwa 300 Jahren
dussero al lumicino, 100 mila
aus, als die Anzahl der Christen auf etwa
aderenti più o meno. Resta utiliz100.000 schrumpfte. Koptisch wird heute nur
zata, per poche preghiere, durannoch für einige Gebete im Gottesdienst verte la liturgia. La funzione è prowendet, der zum Großteil in ägyptischem Dianunciata in gran parte in dialetto
lekt gehalten wird. Dieser Dialekt wird auch
egiziano, lingua madre sentita
von den konservativsten Kopten als Muttercome tale anche dai più oltranzisprache empfunden.
sti.
Die koptische Kirche zeichnet sich durch zahl- Ausschnitt der Ikonostase mit geschlossenem Vor- In tutto e per tutto coi Copti si rereiche Besonderheiten aus. Sie besitzt eine ei- hang / particolare dell’iconostasi a tendone chiuso
spira un’aria di particolarismo:
gene Zeitrechnung, nach der sich die muslimischen Bauern
hanno un calendario tutto loro, conservato dai contadini mubei der Feldbestellung richten. Die koptische Kirche, der ein
sulmani per le coltivazioni. Non riconoscono il battesimo delle
Papst (Patriarch oder Primas genannt) vorsteht, anerkennt die
altre confessioni cristiane. Hanno un Papa, col titolo di PaTaufe der anderen christlichen Konfessionen nicht Sie hat
triarca e di Primate. Hanno un gran numero di santi autoctozahlreiche eigene Heilige und auch besondere Mythen (wie
ni. Hanno miti particolari (sono riusciti a esportare quello di
die Drachentöter-Legende Georgs).
san Giorgio che ammazza il drago).
Seit etwa 100 Jahren wandern ägyptische Christen aus, AnDa circa 100 anni il cristiano egiziano emigra, verso la Francia
fang des 20. Jahrhunderts nach Frankreich und in den darauf
all’inizio del novecento, verso gli Stati Uniti nei decenni sucfolgenden Jahrzehnten in die USA. In der heutigen Zeit komcessivi. Ora molto anche verso l’Italia e la Germania. Nel
men viele auch nach Italien und Deutschland. Bei entscheicorso degli eventi decisivi dell’Egitto moderno i Cristiani non si
denden Ereignissen im modernen Ägypten waren die Chrissono mai tirati indietro, vedasi al tempo della lotta per l’Inditen immer dabei, wie zur Zeit des Widerstands gegen die bripendenza dal Regno Unito (anni venti), al tempo delle guerre
tische Herrschaft in den 20er Jahren, bei den zahlreichen becontro Israele (1948–1973), o anche nell’ultima rivoluzione di
waffneten Konflikten mit Israel (1948–1973)
Febbraio, durante la
oder auch bei der Frühjahrsrevolution 2011,
quale in piazza vebei der auf dem Tahrir-Platz ein neues Symniva mostrato un
bol zu sehen war: ein mit einem Halbmond
simbolo nuovo con
verschränktes Kreuz. Der Druck der islamiuna croce e una
schen Integralisten ist allerdings sehr stark.
mezzaluna tenute
Gemäß der heutigen Verfassung kann kein
insieme. Le pressioChrist ein hohes Staatsamt innehaben, in
ni degli integralisti
amtlichen Ausweisen muss die Religionszumusulmani
però
gehörigkeit angegeben werden, und die
sono molto forti.
christlichen Studenten bekommen an den
Ora come ora, seUniversitäten im Schnitt um drei Punkte
condo la costituzioschlechtere Noten.
ne un cristiano non
Aus der Emigration ist in den letzten 20 Jahpotrà mai accedere
ren ein Massenphänomen geworden. In Itaalle cariche più alte
Panoramaaufnahme Innenraum / panoramica dell’interno
lien leben heute etwa 10.000 Kopten, fast
dello stato, si indica
alle in Mailand und Rom. Daran gewöhnt im Schatten zu
la religione sui documenti, i cristiani all’università hanno in
leben, ist ihr Verhalten äußerst unauffällig. Man sieht sie
media tre voti in meno.
sonntags vor ihren Gotteshäusern und manche von uns verLa strada dell’emigrazione è divenuta di massa negli ultimi 20
wechseln sie mit Muslimen. Oder auch mit den äthiopischen
anni. In Italia i Copti sono circa 10 mila, quasi tutti a Milano
Kopten, deren Kirche von der christlichen Kirche Ägyptens
e a Roma. Abituati a stare nell’ombra, non appaiono. Molti di
(oder: von der ägytischen) abstammt. Es gibt in der Zwinoi li vedono fuori dai luoghi di culto la domenica e li confonschenzeit viele koptische Kirchen und im Umkreis von Rom
dono coi musulmani. O coi Copti di Etiopia, branca storicaund Mailand auch einige Klöster. In verschiedenen Städten
mente derivata da quella egiziana. Oramai i luoghi di culto
sitzen Kopten auch im Rat der Christlichen Kirchen.
sono numerosi. Vi sono pure alcuni monasteri, nelle campagne
Lorenzo Vicentini, Mailand
attorno a Roma e a Milano. Siedono nei consigli delle chiese
Übersetzung: Kerstin Gros
cristiane in varie città.
Fotos des koptisch-orthodoxen Klosters Anba Shinoda in
Lorenzo Vicentini, Milano
Mettone di Lacchiarella (Provinz Mailand): Ulrich Eckert
Foto: Ulrich Eckert
63
Bernardino Ochino
(1487–1564)
Bernardino Ochino
(1487–1564)
Ein italienischer Lutheraner im London des 16. Jahrhunderts?
Das Fragezeichen am Ende des Untertitels wird Ihnen nicht
entgangen sein. Das Fragezeichen soll weder Zweifel an Bernardino Ochinos Existenz insgesamt oder seinem Aufenthalt
in London aufwerfen, sondern vielmehr danach fragen, ob er
ein Lutheraner war oder nicht. Er lebte im 16. Jahrhundert,
war ein italienischer »Evangelischer«, wird in verschiedenen
akademischen Schriften als »Lutheraner« beschrieben und
hielt sich während der Regentschaft König Edwards VI. etliche
Jahre in London auf. Dort erhielt er von keinem Geringeren
als von Thomas Cranmer, Erzbischof von Canterbury, die Erlaubnis, Gottesdienste in italienischer und spanischer Sprache
in London abzuhalten.
Seine Bedeutung für die heutigen Lutheraner in Großbritannien besteht darin, dass er, gesetzt den Fall, dass er tatsächlich ein waschechter Lutheraner war, die ersten lutherischen
Gottesdienste in England überhaupt abgehalten hätte, und
dies stolze 120 Jahre vor denen, die in den 1660er Jahren in
der Brandenburgischen Botschaft abgehalten wurden und
dann zur ersten lutherischen Gemeinde in England führten.
Doch alles steht und fällt mit dem Adjektiv »lutherisch«.
Während der ersten Periode der englischen Reformation, die
wir ungefähr ab Mitte der 1520er Jahre bis zur Thronbesteigung durch Königin Maria I. im Jahre 1553 ansetzen können,
war »lutherisch« die am häufigsten benutzte Bezeichnung für
Priester, Gelehrte und Laien, die Gefallen an den Ideen der
Reformatoren des europäischen Festlands fanden, allen voran
selbstverständlich Martin Luther.
Damals wurde lediglich eine klare Unterscheidung getroffen,
nämlich die zwischen den weitgehend mit Luthers Gedankengut übereinstimmenden »Lutheranern« und den weitaus radikaleren »Sakramentalisten«, die sich deutlich weiter von den
traditionellen Lehren der Kirche entfernt hatten. Mit Gewissheit können wir heute behaupten, dass einige der ersten Reformatoren – auch nach heutigem Verständnis – »Lutheraner«
waren, wie etwa Patrick Hamilton in Schottland († 1528) oder
Robert Barnes in England († 1540), diese Gewissheit lässt sich
klar aus den von ihnen hinterlassenen Schriften ableiten.
Im Laufe der Zeit ergab sich in England allerdings folgende
Entwicklung: Der Einfluss der anderen Reformatoren wie etwa
Martin Bucer und Johannes Calvin nahm zu, während gleichzeitig Luthers Stern zu sinken begann, auch wenn der Reformationsgelehrte John Schofield behauptet, Königin Elisabeth I.
höchstpersönlich sei eigentlich Lutheranerin gewesen, genauso wie ihr Bischof von Gloucester, Richard Cheyney. Tatsache
bleibt, dass viele »Evangelische«, die als »Lutheraner« angefangen hatten, später zu Anhängern von Calvin und seinen
Kollegen wurden.
Wahrscheinlich ist das auch bei Bernardino Ochino so gewesen. Er begann als Katholik (war sogar Prior eines römischkatholischen Klosters), entwickelte sich zu einem christlichen
Humanisten im Stile eines Desiderius Erasmus, wandelte sich
dann zu einem »Lutheraner« im weitesten Sinne und war bis
zu seinem Tode (in der heutigen Tschechischen Republik) zu
einem dermaßen radikalen Theologen geworden, dass seine
Meinung ihn jenseits der orthodoxen Theologie trug.
War er zu seiner Londoner Zeit noch ein Lutheraner? Ein abschließender Beweis kann nicht erbracht werden, aber seine
Un Luterano italiano nella Londra del ’500?
Non vi sarà sfuggito il punto interrogativo alla fine del sottotitolo. Il punto interrogativo non è stato pensato per suscitare dubbi relativi all’esistenza stessa di Bernardino Ochino
oppure rispetto al suo soggiorno a Londra, ma per chiedersi
se fosse luterano o meno. Era un italiano «evangelico» del
’500, in diversi scritti accademici viene citato come «luterano», visse a Londra per diversi anni durante il regno di Re
Edoardo VI e Thomas Cranmer, Arcivescovo di Canterbury,
gli concesse di celebrare dei culti a Londra in lingua italiana
e spagnola.
La sua importanza per i luterani britannici odierni, sempre
ammesso e concesso che fosse realmente luterano, si baserebbe sul suo primato di aver tenuto i primi culti luterani in assoluto in Inghilterra, e questo ben 120 anni precedenti a quelli
degli anni 1660 nell’Ambasciata del Brandeburgo, che avrebbero poi portato alla fondazione della prima comunità luterana in Inghilterra. Ma tutto questo discorso dipende dall’aggettivo «luterano».
Durante il primo periodo della Riforma Inglese, che possiamo
inserire nel periodo tra la metà degli anni 1520 fino alla salita al trono di Regina Maria I nel 1553, l’aggettivo «luterano»
era uno dei più usati in riferimento a tutti i preti, studiosi e
laici che si ispiravano alle idee dei Riformatori dell’Europa continentale, con Martin Lutero, ovviamente, in una posizione
preminente.
L’unica distinzione che si fece all’epoca era quella tra i «luterani» che si trovavano grosso modo in linea con il pensiero di Lutero da una parte e i «sacramentalisti», molto più radicali,
dall’altra, che si erano distaccati sempre di più dagli insegnamenti tradizionali della chiesa. Possiamo affermare oggi con
sufficiente certezza che alcuni dei primi riformatori sarebbero
stati «luterani» anche secondo gli standard attuali, tra cui citiamo due: Patrick Hamilton in Scozia († 1528) e Robert Barnes in Inghilterra († 1540), e la certezza si basa su quello che
ci hanno lasciato per iscritto.
Con il passare degli anni, però, in Inghilterra successe quanto segue: mentre l’influenza di altri riformatori come Martino Bucer e Giovanni Calvino aumentava sempre di più, quella di Lutero stava diminuendo, anche se lo studioso della Riforma, John Schofield, asserisce che la Regina Elisabetta I in
fondo in fondo fosse stata luterana, così come lo era il suo
Vescovo di Gloucester, Richard Cheyney. Fatto sta che molti
«evangelici» che iniziarono il loro percorso da «luterani»
successivamente sarebbero diventati seguaci di Calvino e dei
suoi colleghi.
Probabilmente, questo è anche stato il caso di Bernardino
Ochino. Iniziò da cattolico (era addirittura priore di un monastero cattolico-romano), divenne umanista cristiano dello stile
di Desiderius Erasmus, si trasformò in «luterano» in senso
largo per poi finire (prima della sua morte nell’odierna Repubblica Ceca) ad essere un teologo radicale, spintosi ben oltre la
teologia ortodossa.
Ai suoi tempi londinesi, Ochino era ancora luterano? Non c’è
modo di comprovarlo con certezza, ma di sicuro i suoi culti
«evangelici» si svolsero con largo anticipo rispetto a quelli decisamente più famosi della «Comunità degli Stranieri» a Austin Friars (precursore dell’odierna Chiesa Riformata Olande-
64
»evangelischen« Gottesdienste gehen zeitlich sicher den erheblich berühmteren Gottesdiensten der »Fremdengemeinde« in Austin Friars (der heutigen holländischen reformierten
Kirche) voraus. Auf jeden Fall handelt es sich um eine faszinierende Episode der englischen Reformationsgeschichte.
Dr. Roy Long, Übersetzung: Sabine Wolters
Dr. Long hat einen längeren Aufsatz zu Bernardino Ochino im
Rahmen der Reihe »Notes on Lutheran History in Great Britain and Ireland.« (Notizen über Lutherische Geschichte in
Großbritannien und Irland) verfasst, der bei ihm direkt angefordert werden kann: [email protected]
Eine Internetrecherche lohnt sich ebenfalls, einfach »Bernardo
Ochino« eingeben und schauen, was dabei herauskommt!
Quelle: The Forum – Newsletter of the Lutheran Church in
Great Britain, 2012, Ausgabe 11, Seite 5
se). In ogni caso si tratta di un episodio affascinante della storia della Riforma inglese.
Dr. Roy Long
Traduzione: Sabine Wolters
Nell’ambito della collana «Notes on Lutheran History in Great
Britain and Ireland.» (Note sulla storia luterana in Gran Bretagna e in Irlanda) Dr Long ha pubblicato anche un saggio più
esteso su Bernardino Ochino del quale può essere richiesta una
copia direttamente all’autore: roy.long485@btinternet. com
Si raccomanda inoltre una ricerca su internet. Basta inserire
«Bernardo Ochino» come parola chiave e vedrete cosa vi
capita!
Fonte: The Forum – Newsletter of the Lutheran Church in
Great Britain, 2012, numero 11, pagina 5
Der Weg ist das Ziel
Il cammino è la meta
Interview mit Roberto Tresoldi
von Dieter Kampen
Roberto Tresoldi intervistato
da Dieter Kampen
Am Sonntag, den 26. Februar, hatte die Chiesa Cristiana
Protestante in Milano das Vergnügen, acht neue Mitglieder
(siehe Foto) vorzustellen, die nach einer Phase der Annäherung und des Studiums nun offiziell in die ELKI aufgenommen worden sind. Unter diesen befand sich auch Roberto
Tresoldi, mit dem ich seit Jahren Kontakt habe und den ich
daher um ein Interview gebeten habe. (DK)
D.K.: Lieber Roberto, von Beruf bist du Dolmetscher und
Übersetzer. Kannst du uns etwas über deine beruflichen
Aktivitäten sagen, wo du studiert hast, welche Sprachen
du sprichst etc.?
❚ R.T.: Bevor ich mich komplett den Aktivitäten als Übersetzer,
Schriftsteller und Ausbilder gewidmet habe, kümmerte ich
mich lange Zeit um Zusammenkünfte, Kongresse, Organisation und Information in einigen großen Konzernen, um dann
Werke aus verschiedenen Verlagsprogrammen zu übersetzen
und herauszugeben. Seit mehreren Jahren verbinde ich die Aktivität als Redakteur und Schriftsteller mit der des Übersetzers
und Dolmetschers. Ich habe zahlreiche Fremdsprachen (östliche und westliche) sowie verschiedene Altsprachen studiert,
aber ich beschränke meine Aktivität als Übersetzer und Dolmetscher auf die Sprachen, die ich auf professionellem Niveau
am besten beherrsche: Deutsch, Französisch und Englisch. Ich
habe Lettere Moderne (Geisteswissenschaften) an der Università Cattolica di Milano studiert und das Studium mit einer
Diplomarbeit über die biblische Sprache Martin Luthers abgeschlossen. Weiter ging es dann in Turin (östliche Sprachen)
und Stockholm, wo ich als Stipendiat des »Istituto Svedese«
geforscht habe. Deutsch habe ich sowohl in Deutschland (Heidelberg, Erlangen) als auch in Italien (Goethe-Institut) studiert.
Von Geburt Katholik hast du dich vor vielen Jahren dem
orthodoxen Christentum zugewandt. Nun hat dich dein
Glaubensweg zum Protestantismus gebracht. Könntest
du uns etwas über die Dynamik und die Motive dieses
Weges sagen?
❚ Die Motive, die mich dazu gebracht haben, von der römisch-katholischen Kirche zur orthodoxen Kirche zu wech-
Roberto Tresoldi
Domenica 26 febbraio, la
Chiesa Cristiana Protestante in Milano ha
avuto il piacere di accogliere otto nuovi membri
(vedi foto) che dopo un
percorso di avvicinamento e approfondimento
hanno fatto il loro ingresso ufficiale nella Chiesa
luterana. Tra questi c’era
anche Roberto Tresoldi
con cui sono da anni in
contatto e che quindi ho
pregato di presentarsi ai
nostri lettori.
D.K.: Caro Roberto, di professione sei interprete e traduttore.
Puoi dirci qualcosa sulle tue attività professionali, dove hai
studiato, che lingue parli ecc?
❚ R.T.: Prima di dedicarmi completamente all’attività di traduttore, saggista ed insegnante, mi sono occupato a lungo di
convegni, congressi, organizzazione e informazione in alcune
grandi multinazionali, per poi passare alla traduzione e cura
di opere per alcune case editrici. Da diversi anni unisco all’attività di redattore e saggista quella di traduttore e interprete.
Ho studiato numerose lingue straniere (orientali e occidentali)
e diverse lingue antiche, ma limito la mia attività di traduzione e interpretariato a quelle che conosco meglio a livello professionale: tedesco, francese ed inglese. Ho studiato all’Università Cattolica di Milano, dove mi sono laureato in Lettere Moderne (con una tesi sulla lingua biblica di Martin Lutero), poi a
Torino (Lingue Orientali) e a Stoccolma, dove ho seguito un
programma di ricerca come borsista dell’Istituto Svedese. Ho
studiato tedesco sia in Germania (Heidelberg, Erlangen) sia in
Italia (Goethe-Institut).
Nato in ambito cattolico tanti anni fa hai abbracciato la confessione ortodossa. Ora invece il tuo cammino spirituale ti ha
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seln, sind in der aus dem Vergleich zwischen
dem Urchristentum und dem modernen Christentum entstandenen Unzufriedenheit zu suchen. Das Bedürfnis nach einem radikalen evangelischen Leben und die vielen Abweichungen,
die man täglich in der römischen Kirche sieht,
haben mich dazu gebracht, mich so weit wie
möglich an das Christentum der ersten Stunde
annähern zu wollen.
Die orthodoxe Kirche schien dieses Bedürfnis am
besten zu verkörpern, denn jene Kirche beansprucht, der Botschaft und der Struktur der Kirche der ersten Jahrhunderte treu geblieben zu
sein. Jedoch mit der Zeit wurde mir bewusst, wie
sowohl das religiöse Leben als auch die Weltsicht
der orthodoxen Kirchen oft im Widerspruch zur
evangelischen Botschaft und zum Bild eines barmherzigen
Gottes steht: dort die verschlossene Verteidigung einer Wahrheit (verstanden als das, was allein von der orthodoxen Kirche
gelehrt und überliefert wird) ohne Öffnung zu den anderen
Konfessionen hin, während hingegen Gott die Öffnung und
die Annahme unseres Nächsten lehrt und fordert. Ich war auch
von unserer Unfähigkeit betroffen, immer und jederzeit nach
der Lehre des Evangeliums zu leben, trotz der von der Kirche
zur Verfügung gestellten Heilsmittel, und von den starken
Spannungen, die zwischen den einzelnen Jurisdiktionen der orthodoxen Kirche bestehen.
Ich begann, über meine Erfahrung und Sicht des Christentums nachzudenken, wobei ich immer wieder mit offenem
Herzen die Schrift studierte und meine Aufmerksamkeit
immer mehr auf eine direkte Beziehung zu einem Gott der
Barmherzigkeit, der unbegrenzten Liebe zum Menschen,
einen Gott, der uns trotz unserer Sünde hilft, lenkte. Die Rolle
des Klerus, die Bedeutung der Ikonen, die Verehrung der Heiligen und der Mutter Gottes bekamen in der Auseinandersetzung mit dem biblischen Text eine andere Bedeutung. Praktisch ohne es zu merken, hatte ich denselben Weg verfolgt,
der Luther dahin gebracht hatte, vieles in Frage zu stellen …
Ich schrieb mich an der Facoltà Valdese di Teologia di
Roma ein, um das Studium der Theologie mit protestantischem Ansatz zu vertiefen. Am Ende dieses Weges stand der
Wunsch, einer protestantischen Kirche anzugehören.
Die Tatsache, zu einer zweisprachigen Kirche zu gehören,
ist für dich als Dolmetscher sicher kein Problem. Denkst
du, dass die Zweisprachigkeit für die Kirche eine Bereicherung ist, oder meinst du, dass die negativen Aspekte
überwiegen?
❚ Die Frage ist einfach, doch die Antwort ist es nicht. Auf der
einen Seite glaube ich, dass viele an der lutherischen Kirche interessierte Italiener sich gerade wegen der Sprache auf Distanz
halten. Die Sprache wird für sie ein entfremdendes Element,
besonders wenn die Kirche keine echte Zweisprachigkeit lebt.
Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass der Umstand,
zwei (oder auch mehr) Sprachen zu benutzen, einen enormen
Reichtum darstellen kann, nicht nur kulturell, sondern vor
allem auch menschlich. Das Bedürfnis mit jemandem, der eine
andere Sprache spricht, zu leben und zu beten, zwingt jeden
von uns zu einer langatmigen und wichtigen Arbeit der Interaktion auf verschiedenen Ebenen, zu einem kontinuierlichen
Austausch. Man wird sich bewusst, dass die Menschheit aus
vielen verschiedenen Sprachen und Kulturen besteht und dass
es wenig Sinn hat, sich in der christlichen Gemeinschaft als
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portato verso il protestantesimo. Potresti dirci qualcosa
sulle dinamiche e sui
motivi di questo percorso?
❚ Le motivazioni che
mi hanno portato a
passare dalla Chiesa
cattolica romana a
quella
ortodossa
sono da cercare nella
profonda insoddisfazione nata dal confronto tra il cristianesimo delle origini e
quello moderno. Un’esigenza di vita evangelica radicale e le
tante deviazioni che vedevo quotidianamente nella Chiesa romana mi avevano portato a volermi avvicinare quanto più
possibile a quel cristianesimo dei primi tempi.
La proposta ortodossa sembrava incarnare al meglio questa
esigenza, perché quella chiesa sosteneva di essere rimasta fedele al messaggio e alla struttura della Chiesa dei primi secoli. Di questa convinzione sono rimasto per parecchi anni. Tuttavia, col passare del tempo, mi ero reso conto di come sia la
vita religiosa, sia la visione del mondo delle Chiese ortodosse,
così chiuse nella difesa della verità intesa come ciò che è insegnato e trasmesso dalla sola Chiesa ortodossa, con una
mancata apertura nei confronti delle altre confessioni cristiane, si scontrasse spesso con il messaggio evangelico e con
l’immagine di un Dio di misericordia, che insegna e richiede,
invece, l’apertura e l’accettazione del nostro prossimo. Ero
anche colpito dalla nostra incapacità di vivere sempre e comunque secondo l’insegnamento del Vangelo, nonostante gli
strumenti di salvezza messi a disposizione dalla Chiesa, e
dalle forti tensioni tra le varie giurisdizioni della Chiesa ortodossa.
Cominciai a riflettere sulla mia esperienza e visione cristiana,
rileggendo e studiando con animo aperto le Scritture, spostando sempre più l’attenzione verso un rapporto diretto con un
Dio di misericordia, di amore sconfinato per l’essere umano,
un Dio che ci soccorre nonostante i nostri peccati. Il ruolo del
clero, il significato delle icone, la venerazione dei santi e della
madre di Dio, a confronto col testo biblico assumevano una
nuova dimensione. In pratica, senza accorgermene, avevo seguito la stessa strada che avrebbe portato Lutero a rimettere
molto in discussione. Mi iscrissi alla Facoltà Valdese di Teologia di Roma per approfondire lo studio della teologia in chiave
protestante. Al termine di questo percorso, il desiderio di entrare in una Chiesa protestante.
Il fatto di appartenere a una chiesa bilingue sicuramente non
è un problema per te come interprete. Pensi che il bilinguismo
dia alla chiesa luterana una marcia in più o pensi che prevalgano gli effetti negativi.
❚ La domanda è semplice ma non facile è la risposta. Da una
parte ritengo che molti italiani, interessati alla Chiesa Luterana, si tengano a distanza proprio a causa della lingua, che
diventa, per loro, un elemento estraniante, soprattutto se
una chiesa non vive una dimensione di vero bilinguismo.
Dall’altra, sono dell’idea che il fatto di usare due (o anche
più) lingue possa costituire un enorme arricchimento, non
solo culturale, ma anche e soprattutto umano. L’esigenza di
Deutscher, Italiener, Koreaner oder Indonesier zu bezeichnen.
Es gibt nur Menschen. Wichtig ist, dass man auf jeden Fall
jede Bemühung zu einer echten Zweisprachigkeit unternimmt
und dass jedes Gemeindemitglied die eigene Tradition und
das eigene kulturelle Erbe wert geschätzt fühlt.
In einer Großstadt wie Mailand gibt es eine große Auswahl evangelischer Kirchen. Was hat dich dazu gebracht,
die lutherische Kirche zu wählen? Was ist die Besonderheit
des Luthertums, die du als besonders wertvoll erachtest?
❚ Ich denke, dass ich mich als Kind der Leuenberger Konkordie
definieren kann: Trotz meiner lutherischen theologischen Positionen habe ich nicht – wie andere – eine Zeit der Spannung
und des Verdachts gelebt, die für lange Zeit die verschiedenen
Zweige der Reformation getrennt hat. Ich stehe also allen traditionellen protestantischen Kirchen ausgesprochen offen gegenüber. Wie auch immer, am Ende entscheidet man sich
dafür, dort zu bleiben, wo man seine persönliche spirituelle
und menschliche Dimension am besten leben kann. Und das
ist in der Chiesa Cristiana Protestante in Milano passiert.
Unter den lutherischen Besonderheiten, die mich zu dieser
Wahl gebracht haben, befinden sich auch, abgesehen von
den bereits erwähnten theologischen Motiven der starke
Sinn für Kirche und Gemeinde, den ich gefunden habe, die
Sympathie und die Hilfsbereitschaft vieler Menschen, die
ausgeprägte sehr positive und konstruktive Persönlichkeit der
Pastoren und der Pastorinnen und die Kontinuität (z.B. liturgisch) mit den Erfahrungen der Kirche der Vergangenheit,
welche zwar reformiert, aber nicht abgeschafft oder gänzlich
neu gegründet wurde.
Hast du noch eine Botschaft für unsere Leser?
❚ Zwei kurze Botschaften. Die erste bezüglich der Liebe: Ich
wäre froh, wenn man sich immer mehr der Liebe und der Annahme des Anderen, Fremden, der am Rand der Gesellschaft
lebt öffnen und die evangelische Botschaft in ihrer Radikalität
leben würde, besonders das Gebot Jesu, das uns auffordert,
unseren Nächsten zu lieben.
Die zweite bezüglich der Ökumene: Ich wünschte, dass jeder
von uns, durchaus seine Besonderheit unterstreichend, sich
mehr für die Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen einsetzen würde und auch mit denjenigen, die keine
Christen sind. Gerade der Wechsel zum Protestantismus hat
mir erlaubt, von außen einige Aspekte meiner vergangenen
Erfahrung sowohl im katholischen als auch im orthodoxen
Bereich zu analysieren, und hat meine Überzeugungen bestätigt, mich aber auch verschiedene Elemente dieser beiden
christlichen Konfessionen (wieder) aufwerten lassen.
Quelle: Bollut 062 (www.bollutnet.org)
Übersetzung: Dieter Kampen
»Was Newton als Weltweiser, war Bach
Christian Friedrich Daniel Schubart
als Musiker.«
«Quello che Newton è stato come navigatore del
mondo, lo è stato Bach come musicista.»
Christian Friedrich Daniel Schubart
vivere e pregare insieme a chi parla un’altra lingua obbliga
ciascuno di noi ad un lavoro lento e importante di interazione a più livelli, di continuo scambio. Si prende coscienza del
fatto che la comunità umana si compone di tante lingue e civiltà diverse e che definirsi, in ambito cristiano, tedeschi o
italiani ha poco senso. Di fronte a Dio non esistono tedeschi,
italiani, coreani o indonesiani. Esistono solo esseri umani. Ciò
che è importante è che, in ogni caso, si faccia ogni sforzo
perché si attui un vero bilinguismo, e che ogni componente
della comunità senta valorizzato il proprio patrimonio tradizionale e culturale.
In una grande città come Milano c’è una ampia scelta di chiese evangeliche. Cosa ti ha portato a scegliere la chiesa luterana? Qual è la specificità del luteranesimo che ritieni preziosa?
❚ Penso di potermi definire un figlio della Concordia di Leuenberg: nonostante le mie posizioni teologiche luterane, non ho
vissuto, come altre persone hanno fatto, il periodo di tensioni
e sospetto che per tanto tempo ha separato i vari rami della
Riforma. Mantengo quindi un’apertura marcata verso tutte le
chiese evangeliche storiche. Tuttavia, alla fine, una persona
decide di rimanere dove meglio sente di poter vivere la propria
dimensione spirituale e umana. E questo è capitato nella Chiesa Cristiana Protestante in Milano.
Tra le specificità luterane che mi hanno spinto a questa scelta,
oltre a motivazioni, come ho detto, teologiche, vi è anche il
forte senso della Chiesa e della comunità che ho trovato, la
simpatia e la disponibilità di tante persone, la spiccata personalità, assai positiva e costruttiva, dei pastori e delle pastore e
la continuità (per esempio liturgica) con l’esperienza della
Chiesa del passato, che è stata, sì, riformata, ma non cancellata e rifondata ex novo.
Hai ancora un messaggio per i nostri lettori?
❚ Due brevi messaggi. Il primo, sulla carità: sarei lieto se ci si
aprisse sempre più alla carità e all’accettazione degli altri (lo
straniero, chi vive ai margini della società), vivendo nella sua
radicalità il messaggio evangelico, in particolare il comandamento di Gesù che ci spinge ad amare il nostro prossimo. Il secondo, sull’ecumenismo: desidererei che ciascuno di noi, pur
sottolineando la propria specificità, si impegnasse maggiormente a favore della collaborazione tra le Chiese cristiane e
anche con chi cristiano non è. Proprio il passaggio al protestantesimo mi ha consentito di analizzare dall’esterno alcuni
aspetti della mia esperienza passata sia nel mondo cattolico,
sia in quello ortodosso, confermando le mie convinzioni ma
anche facendomi rivalutare diversi elementi di queste due confessioni cristiane.
Intervista condotta da Dieter Kampen, Pastore di Trieste –
Fonte: Bollut 062
«La musica esprime ciò che non può essere detto
e del quale tacere è impossibile.»
Victor Hugo nel saggio William Shakespeare (1864)
»Die Musik drückt das aus,
was nicht gesagt werden kann und worüber
zu schweigen unmöglich ist.«
Victor Hugo im Essay: William Shakespeare, (1864)
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BLICK ÜBER DEN TELLERRAND • NON SOLO NOI
Non é facile …
Non è facile …
… in ein fremdes Land zu kommen und sein Leben von Null
… arrivare in un paese straniero e ricominciare la propria vita
auf zu beginnen.
da zero.
Alles müsste erzählt werden, alles was täglich in Rom, in ganz
Bisognerebbe raccontare tutto quello che ogni giorno accade a
Italien in Sachen Immigration passiert. In diesem Fall erzähle
Roma e nell’Italia intera in materia d’immigrazione. In questo
ich aber von den wenigen, aber (menschlich) reichen Eindrücaso racconto le mie impressioni, poche, ma molto ricche (dal
cken, die ich in Sachen Einwanderung, Aufenthalt und der
punto di vista umano) che ho potuto raccogliere riguardo alSuche nach dem Glück in einer neuen Heimat, gewinnen
l’immigrazione, il soggiorno e la ricerca di fortuna in una
konnte.
nuova patria.
Als Schauplatz meiner Einblicke diente mir der SRM (Servizio
Ho attinto le mie impressioni dal SRM (Servizio Rifugiati e MiRifugiati e Migranti): eine der vielen, zum Großteil kirchligranti): una delle tante iniziative, in gran parte ecclesiastiche,
chen, Initiativen der ewigen Stadt der Zuwanderung, die verper l’immigrazione nella città eterna, che cerca di porre freno
sucht, das ewige Übel, das damit einhergeht, ein wenig in
all’eterno malessere che ne consegue. Tutti quelli che lavorano
Zaum zu halten. Hilfe nur auf staatlicher, provinzieller oder
qui pensano che un sostegno solo a livello statale, provinciale
Gemeindebasis – das glauben alle, die hier mitarbeiten – geht
o comunale non basti: le istituzioni non creano fiducia. Ma è
und reicht nicht: Institutionen können kein Vertrauen schafproprio la fiducia quella che molti cercano e di cui hanno bisofen. Aber gerade Vertrauen ist es, was viele suchen und braugno quando ascoltano una lingua straniera e vengono in conchen, wenn sie fremde Sprachen hören und mit den fremden
tatto con costumi stranieri. Molti corrono il rischio di disorienSitten in Berührung kommen. Viele laufen Gefahr, sich in Oritarsi, nel peggiore dei casi di cadere nelle mani di gruppi crimientierungslosigkeit zu verlieren, schlimmstenfalls in die
nali.
Hände korrupter Gruppen zu fallen.
La città di Roma offre un ampio ventaglio di punti d’appoggio
Die Stadt Rom bietet ein breites Spektrum an Anlaufstellen,
che si occupano di offrire posti di lavoro e possibilità di formadie sich um die Vermittlung von Jobs kümmern, die Möglichzione professionale, alloggio, cibo e vestiario. L’offerta è
keiten zur Berufsausbildung, Unterkünfte, Nahrung und Kleiampia, ma naturalmente non sufficiente ed è frastagliata neldung bieten. Die Fülle des Angebots ist reichhaltig, aber nal’intera città: dove devo rivolgermi? Di cosa ho bisogno? Che
türlich nie ausreichend, und sie zersplittert sich über die
sostegno posso ottenere? Husam che viene dalla Tunisia ad
ganze Stadt: Wohin? Was brauche ich? Welche Unterstützung
esempio si sta preparando per l’esame di scuola media e passa
kann ich erwarten? Husam aus Tunesien zum Beispiel bereitet
di qui regolarmente a prendersi la tessera mensile per i trasich momentan auf seine Mittelschulprüfung vor, er holt sich
sporti pubblici. Attualmente alloggia da un amico e riceve una
hier beim SRM regelmäßig seinen Monatsfahrschein für die
piccola somma per poter partecipare alle spese ed eventualöffentlichen Verkehrsmittel. Momentan ist er bei einem
mente anche per l’acquisto dei libri scolastici. Husam è entuFreund untergebracht und bekommt einen kleinen Betrag,
siasta, si aspetta molto dal suo diploma. Reddy invece è rasseum sich an den Unkosten beteiligen zu können, eventuell
gnato: sua figlia è malata, sua moglie non può lavorare perauch für den Kauf von Schulbüchern. Husam ist enthusiasché non parla l’italiano. Da quando questo giovane ha perso
tisch, er erwartet sich viel von seinem Schulabschluss. Reddy
il suo lavoro di poliziotto ad Addis Abeba, la capitale dell’Etioindessen ist resigniert: Seine Tochter ist krank, seine Frau kann
pia, a causa di disordini politici ed è dovuto fuggire, cerca di
nicht arbeiten, denn sie spricht kein Italienisch. Seit der junge
mantenere la sua famiglia con lavori occasionali. Ora gli manMann seinen Job als Polizist in Addis Abeba, der Hauptstadt
cano i soldi per le medicine e l’affitto così come per tutto il
Äthiopiens, nach politischen Unruhen verloren hat und flüchresto. Aspetta allo sportello con in mano un libro di preghiere
ten musste, versucht er seine Familie mit Gelegencopto che continua a sfogliare
heitsjobs durchzubringen. Nun fehlt ihm Geld für
mentre aspetta la conclusione
Medikamente, Miete, für alles andere sowieso.
della telefonata per avere un
Am Schalter wartend mit einem koptischen Geappuntamento con un’assistenbetsbuch in der Hand, in welchem er immer wiete sociale. Alla volontaria che
der während der ständigen Telefonate blättert,
lavora allo sportello viene cobittet er um einen Termin bei einer der Sozialarmunicato al telefono che Reddy
beiterinnen. Am Telefon erfährt eine der freiwillipuò ritornare solo tra 2 settigen Mitarbeiterinnen, die den Meldeschalter ormane, perché le assistenti soganisieren, dass Reddy erst in zwei Wochen wieciali sono sovraccariche di rider kommen kann, denn die Sozialarbeiterinnen
chieste. Una delle gentili volonsind überlastet mit den Anfragen. Eine der freundtarie tira fuori una banconota
lichen Damen nimmt einen 10-Euro-Schein aus
da 10 euro dal suo portafoglio
ihrer Geldtasche, und obwohl man das nicht tun
e, anche se non si potrebbe, la
soll, hält sie ihn den jungen Mann entgegen: Er
porge al giovane che rifiuta rinlehnt dankend ab. Die Szene wiederholt sich ein Federica, Alfonsina aus Kamerun und ihre 4 Mona- graziando. La scena si ripete
zweites Mal, »Nein Danke, wirklich nicht!« – er te alte Tochter Maria-Veronika / Federica, Alfonsina una seconda volta, «No grazie,
wird wiederkommen. In der Zwischenzeit sitzt die dal Camerun con la figlia Maria-Veronika di 4 mesi
non posso accettare!» – ripasse-
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Sozialarbeiterin Federica mit einer jungen Mutter aus Kamerà. Nel frattempo l’assistente sociale Federica si occupa di una
run und deren reizendem Säugling im Besprechungszimmer.
giovane mamma del Camerun e del suo meraviglioso neonato
Noch zwei Monate kann der SMR ihr mit einer Finanzspritze
nella sala riunioni. Il SMR può aiutarla finanziariamente ancoüber die Runden helfen, dann müsse sie sich eine Arbeit sura per due mesi, dopo deve cercarsi un lavoro o, meglio ancochen oder besser noch: eine Berufsausbildung beginnen. Fera, iniziare una formazione professionale. Federica in questo
derica könne in diesem Falle vielleicht noch was deichseln
caso potrebbe forse ancora fare qualcosa per il sostegno, si
bzgl. der Unterstützung, mal sehen! Im Anschluss finden die
vedrà! Infine le due donne colgono l’occasione per parlare da
Damen noch die Gelegenheit, von Mutter zu Mutter zu spremamma a mamma, perché la piccola non cresce di peso da
chen, die Kleine nimmt nämlich seit Wochen nicht zu. An diesettimane. Durante questa giornata vengono anche in molti
sem Tag kommen auch viele, denen nicht geholfen werden
che non possono essere aiutati: hanno ricevuto un sostegno
kann: Sie wurden schon über einen zu langen Zeitraum ungià da troppo tempo o hanno richieste impossibili da soddisfaterstützt oder haben unerfüllbare Ansprüche. Weitaus erfreure. Molto meglio vanno le cose nella scuola di lingua offerta
licher geht es in der Sprachschule zu, die der SRM Immigranagli immigrati dal SRM. Anche a me appena arrivo chiedono il
ten anbietet. Auch ich werde dort nach
nome e dove alloggio: no,
meiner Ankunft sofort nach Name und
non sono nella lista
Herkunft gefragt: Nein, ich stehe nicht auf
d’iscrizione, ma chissà,
der Anmeldungsliste, aber wer weiß, vielforse posso imparare lo
leicht kann ich ja trotzdem etwas dazulerstesso qualcosa. Ed in efnen. Und tatsächlich: Es fällt mir schwer,
fetti, mi riesce difficile non
mich vor Lachen und Begeisterung auf
cadere dalla sedia per le
dem Stuhl halten. Es ist unglaublich, Vinrisate e l’entusiasmo. È incenzo dabei zuzusehen, mit welcher Leichcredibile osservare con
tigkeit er knapp dreißig Männern und
quale facilità Vincenzo rieFrauen aus aller Herren Länder mit seinen
sca ad insegnare gesticoHänden und Füßen Grundbegriffe der italando a circa trenta fra
lienischen Sprache beibringt und sich
uomini e donne di tutti i
dabei nicht nur ein didaktischer, sondern
paesi i rudimenti della linauch ein menschlicher Erfolg einstellt: Sprachschule – Scuola di lingua
gua italiana e non si tratSeine Freude ist ansteckend, sie wird in allen Sprachen verta solo di un successo didattico ma anche umano: la sua gioia
standen.
è contagiosa, viene capita in tutte le lingue.
Nachdem er die zwei Stunden hinter sich gebracht hat, sieht
Dopo due ore di questo impegno, mi guarda esausto e mi dice:
er mich erschöpft an und sagt: »Non è facile!« – »Es ist nicht
«Non è facile!», questo è quello che viene ripetuto continuaeinfach!«, das heißt es immer wieder und alle Beteiligten sind
mente e tutte le persone coinvolte concordano. Ma viene fatto
sich darin einig. Aber es wird sehr viel getan, um es ein wenig
molto, per renderlo un poco più facile …
einfacher zu machen …
Anna Vinatzer, studentessa di teologia a Roma
Anna Vinatzer, Theologiestudentin in Rom
Traduzione: Maria Clara Finetti
L’Italia sono anch’io –
Auch ich bin Italien
L’Italia sono anch’io*
di Franca Di Lecce
von Franca Di Lecce
»L’Italia sono anch’io« (dt. »Auch ich bin Italien«) ist eine
landesweite Kampagne für das Recht auf Staatsbürgerschaft
und wurde im 150. Jahr der italienischen Einheit von einem
breiten Bündnis von Organisationen – darunter auch der
Bund evangelischer Kirchen in Italien – ins Leben gerufen.
Es handelt sich um eine Bürgerinitiative, die die ganze Zivilgesellschaft involvieren will, um das Thema der Rechte und der
aktiven Beteiligung aller Bürger am öffentlichen Leben wieder
in den Mittelpunkt zu rücken. Art. 3 der italienischen Verfassung sieht das Prinzip der Gleichheit aller Menschen vor, und
verpflichtet den Staat zur Beseitigung aller Hindernisse bei
der vollen Umsetzung des Grundsatzes. Für die Initiative sind
Migranten Menschen mit Rechten und Pflichten, bewusste
Akteure in einer Gesellschaft, in der die Menschen sich auf
gleichberechtigter Ebene begegnen und sich gegenseitig anerkennen.
Die Bürgerinitiative will die Öffentlichkeit und die politische
Debatte auf das Thema des Bürgerschaftsrechts aufmerksam
«L’Italia sono anch’io» è la campagna nazionale per i diritti di
cittadinanza promossa nel 150° anniversario dell’Unità d’Italia da un vasto cartello di organizzazioni, tra cui la Federazione delle chiese evangeliche in Italia.
È una iniziativa che parte dalla base e vuole coinvolgere tutta
la società civile per rimettere al centro il tema dei diritti e della
partecipazione attiva di tutti i cittadini alla vita pubblica, a
partire dall’art. 3 della Costituzione che stabilisce il principio
di uguaglianza tra le persone e impegna lo Stato a rimuovere
gli ostacoli che ne impediscono il pieno raggiungimento. È una
campagna che guarda ai migranti come persone titolari di diritti e doveri, attori consapevoli in una società in cui ognuno
possa riconoscersi su un terreno di parità e reciproco riconoscimento.
La Campagna intende riportare all’attenzione dell’opinione
pubblica e del dibattito politico il tema dei diritti di cittadinanza, promuovendo una raccolta di firme per due proposte di
iniziativa popolare di modifica dell’attuale legislazione in ma-
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machen und Unterschriften für zwei Gesetzesvorlagen sammeln. Ziel ist die Änderung der nicht mehr der italienischen
Realität entsprechenden Gesetze über Staatsbürgerschaft und
Wahlrecht. Der Erwerb der italienischen Staatsbürgerschaft ist
bislang noch ein langwieriger bürokratischer Prozess. Laut
eines im Juni 2011 veröffentlichten Eurostat-Berichts, nahm der
Erwerb der Staatsbürgerschaft in der Europäischen Union um
durchschnittlich 2,4% zu. Italien dagegen liegt mit 1,5% ein
Stück weit unter dem europäischen Durchschnitt. Die Unterschriftensammlung wurde – nach Hinterlegung der zwei Vorlagen beim Kassationsgerichtshof und nach Veröffentlichung im
ital. Gesetzblatt – mit dem Ziel, 50.000 Unterschriften in sechs
Monaten zu sammeln, Anfang September gestartet.
Der erste Gesetzesantrag soll das bisherige Gesetz über die
Staatsangehörigkeit (Gesetz Nr. 91/5. Februar 1992) ändern,
in dem für den Erwerb der italienischen Staatsbürgerschaft
drei Modalitäten vorgesehen sind: durch Abstammung,
durch Einbürgerung und durch Eheschließung.
In Italien gilt bisher das Ius Sanguinis, demzufolge Italiener
ist, wer als Kind einer/eines italienischen Mutter/Vaters geboren wird. Von den über 900.000 in Italien ansässigen, minderjährigen Ausländern wurden über 500.000 in Italien geboren und haben nichtitalienische Eltern. Das entspricht 7% der
gesamten Schulbevölkerung.
Diese Kinder, die in Italien zur Welt gekommen oder als Kleinkinder mit ihren Eltern eingewandert sind, können die italienische Staatsangehörigkeit nur bei erreichter Volljährigkeit
beantragen – und das innerhalb eines Jahres – unter der Bedingung, dass sie legal und ohne Unterbrechung in Italien
gelebt haben. Die hiesigen Schulen werden von vielen in Italien geborenen und aufgewachsenen Kindern mit Migrationshintergrund besucht. Da sie aber von Ausländern abstammen, sind sie amtlich als Ausländer gemeldet, leben allerdings tatsächlich als Italiener, ohne aber deren Rechte zu besitzen. Schon als Kleinkinder hängen sie von der Aufenthaltsgenehmigung ihrer Eltern ab, einer befristeten Genehmigung, die regelmäßig erneuert werden muss. Die Aufenthaltsgenehmigung gewährt gewisse soziale Grundrechte (Zugang zu Schul- und Gesundheitswesen), prägt sie allerdings
als prekär in Italien lebende Kinder und Jugendliche und verschließt ihnen praktisch viele Möglichkeiten beim Hereinwachsen in das soziale Leben. Möglichkeiten, die ihren italienischen Altersgenossen vorbehalten sind: Die Teilnahme an
einem Leistungssport ist ihnen versagt. Wenn die Aufenthaltsgenehmigung der Eltern gerade erneuert wird, können sie
nicht an einer Klassenfahrt ins Ausland teilnehmen. Auch sind
sie vom italienischen Zivildienst ausgeschlossen. Und wenn
die Eltern aus den verschiedensten Gründen nicht in der Lage
sind, eine regelmäßige Erneuerung der Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, laufen sie Gefahr, mit ihren Eltern in das
ihnen unbekannte Herkunftsland ausgewiesen zu werden.
Die Folge in diesem Fall ist eine radikale Entwurzelung mit
großen psychologischen Schwierigkeiten für diese Kinder
und die nächsten Generationen.
Das aktuelle Gesetz jedoch sieht die Staatsangehörigkeit für
im Ausland geborene Kinder vor, die nachweisen können,
dass sie von italienischen Staatsbürgern abstammen.
Die Initiatoren der Unterschriftensammlung führen in ihren
Vorlagen das Prinzip des Ius Soli ein, d.h. dass in Italien geborene Migranten, die mindestens einen seit einem Jahr regulär
in Italien lebenden Elternteil haben, die italienische Staatsangehörigkeit beantragen können. Weiterhin sollen auf An-
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teria e che oggi risulta del tutto inadeguata alla realtà del nostro Paese. L’ottenimento della cittadinanza italiana è ancora
un percorso lungo e burocratico e mentre, secondo il rapporto
Eurostat pubblicato lo scorso giugno, nell’Unione Europea
l’acquisto della cittadinanza è in aumento con un media del
2,4%, l’Italia rimane ben al di sotto della media europea con
l’1,5%. La raccolta delle firme è iniziata all’inizio di settembre,
dopo il deposito in Cassazione delle due proposte di legge e la
successiva pubblicazione in Gazzetta Ufficiale, e ha l’obiettivo
di raggiungere 50mila firme in 6 mesi.
La prima proposta intende riformare l’attuale legge sulla cittadinanza (Legge n. 91 del 5 febbraio 1992) che regola l’accesso alla cittadinanza italiana attraverso tre modalità: per nascita, per naturalizzazione, per matrimonio.
L’Italia da sempre predilige lo ius sanguinis secondo cui è italiano chi nasce da almeno un genitore italiano. Oggi degli
oltre 900mila minori stranieri residenti nel nostro Paese, quelli nati in Italia da genitori stranieri sono oltre mezzo milione
(7 % della intera popolazione scolastica).
Per questi bambini e bambine, nati in Italia o giunti quando
erano molto piccoli con i genitori, l’unica possibilità di diventare cittadini italiani è quella di chiedere la cittadinanza una
volta raggiunta la maggiore età – ed entro un anno da quella
data – a condizione che vi abbiano risieduto legalmente
senza interruzione. Molti sono bambini e ragazzi nati e cresciuti in Italia che frequentano le scuole italiane ma che, perché nati da genitori stranieri, risultano «stranieri» all’anagrafe, italiani di fatto, ma non di diritto. Già da piccoli portano il
peso del permesso di soggiorno dei genitori, un documento
temporaneo che deve essere periodicamente rinnovato e a cui
è legata la loro giovane esistenza. Questo permesso di soggiorno che garantisce certo i diritti sociali fondamentali (l’accesso alla scuola e alla sanità), segna profondamente la loro
vita di bambini e ragazzi precari e di fatto li esclude da molte
opportunità di socialità e di crescita riservate ai coetanei italiani: non possono iscriversi a sport agonistici riservati solo agli
italiani, spesso non possono partecipare ai viaggi di istruzione
all’estero perché il permesso di soggiorno dei loro genitori è in
fase di rinnovo, sono esclusi dalla partecipazione al Servizio civile nazionale. Se poi i genitori, per le ragioni più diverse non
riescono a mantenere la regolarità del soggiorno, diventano
espellibili insieme ai genitori verso un paese di origine che
nemmeno conoscono. Questo può tradursi in situazioni di totale sradicamento e di forte disagio psicologico di bambini e
ragazzi, e di nuove generazioni future.
È da sottolineare che invece la legge attuale prevede la cittadinanza per chi nato all’estero può dimostrare la discendenza
da cittadini italiani.
Con la proposta, i promotori della campagna intendono introdurre il principio dello ius soli per coloro che nascono in Italia
da almeno un genitore legalmente presente in Italia da un
anno e che ne faccia richiesta. Inoltre, su richiesta dei genitori, diventano cittadini italiani i minori che giunti in Italia da
piccoli hanno frequentato un corso di istruzione.
La proposta dimezza, inoltre, il tempo per gli adulti che intendono chiedere la cittadinanza italiana da 10 a 5 anni.
La seconda proposta di legge per il diritto di voto alle amministrative intende favorire il coinvolgimento diretto e la partecipazione politica e amministrativa dei migranti che vivono e lavorano regolarmente in Italia da almeno 5 anni, dando così
attuazione al principio della Convenzione di Strasburgo del
tragsstellung der Eltern die als Kleinkinder nach Italien eingewanderten Minderjährigen, die italienische Schulen besucht
haben, die italienische Staatsbürgerschaft erwerben können.
Die Vorlage halbiert auch die für die Beantragung der italienischen Staatsangehörigkeit erforderliche Frist für Erwachsene
von 10 auf 5 Jahre.
Der zweite Punkt der Unterschriftensammlung betrifft das
Wahlrecht für Migranten bei Kommunalwahlen und hat die
direkte Beteiligung und die politische und administrative Teilnahme der Einwanderer zum Ziel, die seit mindestens fünf
Jahren regulär in Italien leben und arbeiten. Auf diese Weise
würde das Straßburger Übereinkommen von 1992 hinsichtlich der Beteiligung der Ausländer am Leben der örtlichen Gemeinschaft umgesetzt werden. Der italienische Staat hat ausgerechnet Kapitel C des Übereinkommens bisher nicht ratifiziert. Darin geht es um das Wahlrecht, ein Recht, auf dem die
europäischen Demokratien aufgebaut sind. Gewünscht ist die
aktive Beteiligung aller Mitglieder einer Gemeinschaft an öffentlichen Entscheidungsprozessen, d.h. all derjenigen die
zum sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Wachstum der
Gesellschaft beitragen.
Das unzeitgemäße, auf Abstammung basierende Staatsbürgerschaftrecht soll durch die beiden Gesetzesanträge vom
Ansatz her reformiert werden.
Staatsbürgerschaft, Wahlrecht und Religionsfreiheit sind drei
grundlegende und komplementäre Mittel zur Anerkennung
und Ausübung der Sozial-, Wirtschafts-, Zivil- und politischen
Rechte der Migranten in unserer Gesellschaft.
Etwa fünf Millionen Menschen mit Migrationshintergrund
(8% der Gesamtbevölkerung) leben heute in Italien. Sie stoßen bei der Ausübung ihrer Rechte und der aktiven Beteiligung am demokratischen Leben täglich auf Hindernisse.
Die Demokratie ist ein offenes und inklusives System, in dem
die Verschiedenheiten wertgeschätzt und die Minderheiten
respektiert werden. Nur ein offenes System entwickelt sich
weiter, weil es allen Mitgliedern eine uneingeschränkte und
gleichberechtigte Ausübung der Grundrechte gewährleistet.
Ein geschlossenes System hingegen ist ein ausschließendes
System, das Ungleichheit der Rechte schafft und Verschiedenheiten bekämpft. Ein geschlossenes System entwickelt sich
nicht weiter. Es implodiert früher oder später, weil es Gewalt
ausübt und erzeugt, die Bürger von den Nichtbürgern trennt,
und so verdächtige Gruppen entstehen lässt. Es macht sich
das Stereotyp des Migranten als Außenseiter und Abweichler
zu Eigen, um ihn aus der Gemeinschaft auszustoßen. In den
letzten zehn Jahren ist in Italien und in Europa ein »Sonderrecht« der Einwanderer entstanden, das auf Aufhebung der
Rechte und Ungleichheit basiert und jegliche Form des zivilen
Zusammenlebens verzerrt.
Die Wege zu einer Bürgerschaft werden nicht durch einen
top-down Ansatz mit abstrakten Kriterien geschaffen oder
indem mit der Angst vor Fremden geliebäugelt wird. Integration ist ein harmonischer Prozess, der alle Mitglieder einer Gemeinschaft mit einbezieht, und bei dem alle Bürger gleichberechtigt ihre Rechte ausüben können, sodass sie einen vollwertigen Beitrag zur Gesellschaft leisten können. Die rechtliche Grundlage dafür ist, wie auch für diese Bürgerinitiative,
die italienische Verfassung.
»Auch ich bin Italien« wendet sich an uns alle, und weil das
Wohl des Einzelnen unlösbar mit dem Wohl der Gemeinschaft verknüpft ist, stellt die Kampagne schon auf lokaler
Ebene eine wertvolle Gelegenheit zur Erschaffung von Netz-
1992 sulla partecipazione degli stranieri alla vita pubblica a livello locale, di cui l’Italia non ha ratificato il Capitolo C che riguarda proprio il diritto di voto. Un diritto che sta alla base
delle democrazie europee, e cioè la partecipazione attiva alle
decisioni pubbliche di chi fa parte della comunità e contribuisce alla sua crescita sociale, economica e culturale. Le due proposte di legge propongono un cambiamento di approccio e di
prospettiva necessario e urgente per superare il concetto anacronistico di cittadinanza fondato sulla nazionalità.
La cittadinanza e il diritto di voto, insieme alla libertà religiosa, sono tre strumenti fondamentali e complementari per il riconoscimento e l’esercizio dei diritti sociali, economici, civili e
politici dei migranti nella società.
Oggi vivono in Italia circa 5 milioni di persone di origine straniera (8% della popolazione totale) e che quotidianamente
trovano ostacoli all’accesso ai diritti e alla loro partecipazione
attiva alla vita democratica del Paese.
La democrazia è un sistema aperto e inclusivo che valorizza le
differenze e rispetta le minoranze. Soltanto un sistema aperto
progredisce e si sviluppa perché garantisce la fruizione piena e
paritaria dei diritti fondamentali da parte di tutti i soggetti.
Un sistema chiuso è, al contrario, un sistema che esclude, crea
diseguaglianza dei diritti, isola e annienta le differenze. Ogni
sistema chiuso non progredisce ed è destinato a implodere,
perché usa e genera violenza, separa i cittadini dai non-cittadini, creando gruppi sospetti e cavalcando lo stereotipo dello
straniero come il diverso, deviato e deviante, da espellere dalla
comunità. Nell’ultimo decennio è nato in Italia e in Europa un
diritto «speciale» dei migranti fondato sulla sospensione dei
diritti e sulla diseguaglianza che sta stravolgendo le forme
della convivenza civile.
I percorsi di cittadinanza non si costruiscono dall’alto stabilendo criteri astratti e giocando sulla paura dell’altro e l’integrazione è un processo armonico che coinvolge l’intera collettività, dove tutti i cittadini hanno accesso ai diritti perché possano dare il loro pieno contributo alla società, nel rispetto della
Costituzione della Repubblica che rimane il quadro normativo
fondamentale sul quale si basa anche questa campagna.
«L’Italia sono anch’io» è una campagna rivolta a tutti noi, è
un’occasione preziosa per costruire, partendo dai nostri territori, reti di solidarietà e di partecipazione attiva, perché il bene
del singolo è indissolubilmente legato al bene della comunità.
Anacronistico, oltre che pericoloso, sarebbe appiattirsi su
un’idea di società chiusa modellata su stili di vita e di pensiero uniformi. Questa campagna vuole invertire la rotta, rovesciare la prospettiva di chi vede nell’esclusione dell’altro e
nella difesa del proprio territorio un’alternativa attraente.
La raccolta firme oramai è già conclusa, ma attiviamo i nostri
territori e le nostre reti, per superare il confine che esclude, respinge e separa i cittadini a pieno titolo dai noncittadini.
La campagna nazionale «L’Italia sono anch’io» è promossa
da 19 associazioni:
Initiatoren der landesweiten Kampagne »L’Italia sono
anch’io« sind 19 Verbände:
Acli, ARCI, Associazione Studi Giuridici sull’Immigrazione,
Caritas Italiana, Centro Astalli, CGIL, Coordinamento Nazionale delle Comunità d’Accoglienza, Comitato 1° marzo, Coordinamento nazionale degli enti locali per la pace i diritti
umai, Emmaus Italia, Federazione delle chiese evangeliche in
Italia (Bund der evangelischen Kirchen in Italien), Fondazione Migrantes, Libera, Lunaria, Il Razzismo Brutta Storia,
71
werken der Solidarität und der aktiven Beteiligung dar. Eine
geschlossene und auf einheitlichen Lebensstilen und Gedankengut aufbauende Gesellschaft wäre unzeitgemäß und auch
gefährlich. Diese Kampagne fordert einen Weichenwechsel,
das Abwenden von einer Perspektive, die alleinig im Ausschluss der Ausländer eine mögliche Verteidigung des eigenen Lebensraums sieht.
Die Unterschriftensammlung ist bereits abgeschlossen, aber
wir alle sollten unsere lokalen Gemeinschaften und Netzwerke aktivieren, damit alle Schranken beseitigt werden, die die
vollberechtigten Bürger von den Nichtbürgern trennen, ausschließen und zurückweisen.
Rete G2, Sei UGL, Tavola della Pace, Terra del Fuoco e dall’editore Feltrinelli.
*Fonte: Mensile «Confronti» (Novembre 2011)
*Quelle: Monatszeitschrift
Übersetzung: Kerstin Gros
RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT DER MIGRANTEN IN ITALIEN
Dem statistischen Dossier von Caritas/Migrantes zufolge ist die Religionszugehörigkeit der 4.570.317 Ausländer, die am 31.
Dezember 2010 in Italien ansässig waren, wie folgt einzuschätzen:
APPARTENENZA RELIGIOSA DEI MIGRANTI IN ITALIA
Secondo il Dossier Statistico Immigrazione Caritas/Migrantes, al 31 dicembre 2010 tra i 4.570.317 stranieri residenti in Italia si stima che vi siano:
2.465.000
1.505.000
120.000
89.000
61.000
46.000
7.000
83.000
Christen
Moslems
Hindus
Buddhisten
Gläubige anderer fernöstlicher Religionen
auf traditionelle Religionen Bezugnehmende
Juden
Zugehörige anderer Religionen
cristiani
(53,9%)
musulmani
(32,9%)
induisti
(2,6%)
buddhisti
(1,9%)
fedeli di altre religioni orientali
(1,3%)
che fanno riferimento alle religioni tradizionali
(1,0%)
ebrei
(0,1%)
appartenenti ad altre religioni
(1,8%)
Dazu kommen 196.000 Ausländer (4,3%), die als Atheisten oder nicht religiös eingestuft werden können und vorwiegend
aus Europa und Asien (hauptsächlich aus China) stammen.
A questi vanno aggiunti 196.000 stranieri (4,3%) classificabili come atei o non religiosi,
in prevalenza provenienti dall’Europa e dall’Asia (Cina in particolare).
Die Christen unterteilen sich wie folgt: • I cristiani al loro interno sono così suddivisi:
1.405.000
876.000
204.000
33.000
orthodox
katholisch
evangelisch
anderen christlichen Religionsgemeinschaften zugehörig
ortodossi
cattolici
protestanti
di altre comunità cristiane
Durch den Zuwachs der evangelischen und der orthodoxen Kirche stieg die Zahl der Christen 2010 um 4%. Die Moslems
nahmen um 0,9% und die Gläubigen östlicher Religionen nur um 0,4% zu.
Nel 2010 i cristiani sono aumentati del 4% per l’incremento dei protestanti e degli ortodossi, i musulmani dello 0,9% e i
fedeli di religione orientale solo dello 0,4%.
Unterteilung in Herkunftsländer – Ripartizione dei gruppi nazionali:
• orthodox/ortodossi: Rumänien/Romania 841.000, Ukraine/Ucraina 168.000, Moldawien/Moldavia 122.000, Mazedonien/Macedonia 49.000 und/e Albanien/Albania 42.000;
• katholisch/cattolici: Philippinen/Filippine 109.000, Polen/Polonia 105.000, Ecuador 84.000, Peru/Perù 80.000, Albanien/
Albania 77.000, Rumänien/Romania 71.000, Mazedonien/Macedonia 49.000, Brasilien/Brasile 34.000, Frankreich/Francia
25.000 und per Dominikanische Republik/Repubblica Dominicana, Kroatien/Croazia und/e Kolumbien/Colombia je ca.
20.000;
• evangelisch/protestanti: Rumänien/Romania über/oltre 50.000, Deutschland/Germania und/e Vereinigtes Königreich/
Regno Unito 15.000, Ghana, Nigeria und/e Peru/Perù 10.000, Philippinen/Filippine und/e Brasilien/Brasile 7.000;
• moslemisch/musulmani: Marokko/Marocco 448.000, Albanien/Albania 364.00, Tunesien/Tunesia 106.000, Senegal
75.000, Pakistan 73.000, Bangladesch 71.000, Mazedonien/Macedonia 30.000, Algerien/Algeria 25.000, Kosovo 21.000;
• östlichen Religionen zugehörig/religioni orientali: mehrere asiatische Gemeinschaften/ diverse collettività asiatiche.
DOSSIER MONOGRAFICO – SERVIZIO RIFUGIATI E MIGRANTI – Federazione Chiese Evangeliche in Italia
Hrsg/A cura di: Dafne Marzoli – Dezember/Dicembre 2011 – SEITE/PAGINA 8/9
72
K U LT U R & M E D I E N • M E D I A & C U LT U R A
Helmut Fischer: Musste
Jesus
Helmut Fischer: Era
für uns sterben?
necessario
che Gesù morisse per noi?
Deutungen des Todes Jesu
Interpretazioni della morte di Gesù
Der Gedanke, dass Jesus «für uns» gestorben ist, ja,
dass er für unser Heil sogar sterben «musste», hat in
unserer pluralistischen und säkularen Welt seine einstige Plausibilität verloren. Es steht uns jedoch jederzeit ein geradliniger Weg offen, der zur Klarheit darüber führt, wovon in den Symbolen von und um Jesu
Tod die Rede ist: Es ist der Weg zu den Quellen. Dazu
lädt der vorliegende Text ein, nicht nur verunsicherte
Christen, sondern alle, die den Gehalt eines der zentralen christlichen Symbole ohne Vorurteile verstehen
möchten. Helmut Fischer, erfahrener Lehrer und
Kommunikator, wendet sich mit seinem knappen, theologisch fundierten und gut verständlichen Text an
Pfarrer/innen, Religionslehrer/innen, Gruppenleiter/innen, die
gut aufbereitetes Material suchen, Arbeits- und Gesprächskreise, die eine gemeinsame Informationsbasis brauchen,
aber auch an Schüler/innen in oberen Klassen, die sich auf
eine zuverlässige Übersicht stützen wollen.
Interrogativi e letture della
morte di Gesù
Che cosa vuol dire che
Gesù è morto per noi?
Autore: Helmut Fischer
Di chi è la colpa della
Editore: Claudiana
morte di Gesù?
Pagine: 82
Che cosa sappiamo di stoPrezzo: 9,00 Euro
Collana: Piccola collana
rico della morte di Gesù?
moderna, vol. 139
Il libro di Fischer, «Era neFormato: 12 x 20 cm
cessario che Gesù morisse
Codice: 978-88-7016-878-5
per noi? Interpretazioni
della morte di Gesù» considera l’avvenimento imprescindibile
per la salvezza e redenzione degli esseri umani, la morte di
Gesù, che con la risurrezione è quello centrale di tutte le confessioni cristiane. Ma così come la risurrezione, è un avvenimento incomprensibile a diverse persone, perché «in questo
nostro mondo pluralistico e secolarizzato – recita la presentazione del libro – il concetto che Gesù sia morto «per noi»,
anzi, che «doveva» morire per la nostra salvezza ha perso
molta della plausibilità che aveva un tempo. Abbiamo tuttavia
a disposizione una strada per chiarire che cosa significhi: il ritorno alle fonti. A questo invita Fischer, e non
solo cristiani insicuri, ma tutti quelli che vogliono comprendere senza pregiudizi uno dei
momenti centrali della fede cristiana».
(www.evangelici.it)
Helmut Fischer, Dr. theol., Jahrgang 1929, war zuletzt Professor am Theologischen Seminar in Friedberg/Hessen und während vieler Jahre dessen Direktor, seit
1991 im Ruhestand, ist er heute in der
Lehrerfortbildung tätig, in der Erwachsenenbildung sowie als Autor und als
Lehrer für Ikonenmalerei. Er hat zahlreiche populärwissenschaftliche BeiträTheologischer Verlag,
Zürich 2008
ge zu theologischen Themen verfasst,
L’autore: Helmut Fischer è stato professione
78 Seiten, 9,80 Euro
u. a. das ebenfalls auf Italienisch eral Seminario teologico di Friedberg/Hessen,
ISBN: 978-3-290-17469-9
schienene Buch »Haben Christen drei
di cui per molti anni è stato anche rettore. È
Götter? Entstehung und Verständnis der Lehre von der Triniautore di numerosi saggi di divulgazione di tematiche teologität.« Theologischer Verlag Zürich 2008. Bekannt ist Helmut
che, fra cui, tradotto in italiano, I cristiani hanno un solo Dio
Fischer auch durch seinen bei DuMont erschienenen
o tre? La Trinità: nascita e senso di una dottrina cristiana
(2010).
«Schnellkurs Christentum».
Il Gesù delle parabole –
Der Jesus aus den Gleichnissen
von Umberto Radice
Jesus griff allgemein auf die Dialogform zurück und
benutzte Gleichnisse und Vergleiche, um seinen Gesprächspartnern oder Gegnern die Bedeutung der
»guten Nachricht« zu verdeutlichen. Gleichzeitig
schaltete er dadurch potentielle Missverständnisse
aus und es gelang ihm somit leichter, sie zum Wort
Gottes zu bekehren. Heutzutage kennen immer
noch viele seine Botschaft, doch ziehen sie deren
Nutzen oder gar deren Notwendigkeit in Zweifel. Es
ist dem Autor ein Anliegen, dass Christen und Nicht-Christen
die Botschaft des Evangeliums durch diese wundervollen Ver-
Il Gesù delle parabole.
Alle origini del messaggio di salvezza
di Umberto Radice
Gesù si serviva generalmente
del metodo dialogico, utilizzando parabole e similitudini,
per rendere più chiaro ai suoi
Autore: Umberto Radice
interlocutori o avversari il siEditore: Gabrielli
Pagine: 328
gnificato della «buona notiPrezzo: 18,00 Euro
zia», per escludere così ogni
ISBN: 886099151X
equivoco e, quindi, per conISBN 13: 9788860991515
vincerli più facilmente a convertirsi alla parola di Dio. Anche oggi, molti conoscono il suo
messaggio, ma ne mettono in dubbio la sua utilità o addirittu-
73
gleiche klarer wird. Wer Jesus mit seinen Gleichnissen Gehör
schenkt, so seine Hoffnung, mag einen leichteren Zugang
zum Glauben finden und mit Gottes Gnade Erlösung erfahren. (Rundfunkbeiträge bearbeitet von Giuseppe Ravasio).
Umberto Radice, seit Jahrzehnten freundschaftlich und als
De-facto-Mitglied mit der Gemeinde in Mailand verbunden,
hat sich dazu entschlossen, seine Rundfunkbeiträge aus den
80er Jahren über Jesu Gleichnisse in Buchform herauszubringen. Sachkundig, gründlich, interessant, erklärt der Autor in
einem flüssig lesbaren Stil sämtliche Gleichnisse Jesu. Dabei
lässt er stets genügend Raum für weiterführende Gedankenanstöße und zeigt mögliche aktuelle Bezüge auf, mit denen
diese so grundlegenden biblischen Texte auch heute noch frische Anregungen für den gelebten Glauben und das Zusammenleben bieten können.
Das Buch ist sowohl für eine persönliche Beschäftigung mit
der Bibel als auch für Bibelkreise geeignet.
ra la sua necessità. Per l’autore, in realtà, è necessario che a
tutti, cristiani e non, venga reso più chiaro il messaggio evangelico per mezzo di questi meravigliosi paragoni. In modo che
chi ascolta il Gesù delle parabole gli possa credere più facilmente e, con la grazia di Dio, possa giungere alla salvezza.
(Edizione di commenti radiofonici curata da Giuseppe Ravasio).
Umberto Radice, da decenni amico e praticamente membro
della Comunità di Milano, ha voluto pubblicare una serie di
interventi radiofonici presentati negli anni ’80 sulle parabole
di Gesù. In modo approfondito e interessante, ma anche scorrevole, l’autore spiega tutte le parabole di Gesù, non senza offrire anche degli stimoli di riflessione e di attualizzazione di
questi testi biblici così fondamentali e freschi anche per la vita
di fede e per la convivenza di oggi.
Un libro utile quindi sia per la personale lettura della Bibbia,
sia per i gruppi di lettura biblica.
V E R A N S T A LT U N G S K A L E N D E R • A P P U N T A M E N T I
Konzert in der Evangelischen Kirche in Genua-Nervi,
Via Capolungo, 18
Concerto nella Chiesa Evangelica di Genova-Nervi,
Via Capolungo, 18
Palmsonntag, 1. April 2012, 17 Uhr
Domenica delle Palme, 1 aprile 2012, ore 17
Geistliche Abendmusik
zur Karwoche
Musica Sacra
per la Settimana Santa
• Orgelwerke und Choräle
von Johann Sebastian Bach
• Claudio Petto, Orgel
• Cornelia Betz, Orgel
• ein Vocalensemble
• Corali e brani d’organo
di Johann Sebastian Bach
• Claudio Petto, organo
• Cornelia Betz, organo
• Un ensemble vocale
Konzerte in der evangelisch-lutherischen
Kirche Sanremo, Corso Garibaldi 37
Concerti nella Chiesa Evangelica Luterana
di Sanremo, Corso Garibaldi 37
Freitag, den 6. April 2012, 17 Uhr
Venerdì, 6 aprile 2012, ore 17
Geistliche Abendmusik zum Karfreitag
Musica Sacra per il Venerdì Santo
Konzert für Oboe und Orgel
Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich
Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Bernhard Krol
Das Wort vom Kreuz
Concerto per oboe e organo
Brani di Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel,
Wolfgang Amadeus Mozart, Bernhard Krol
La Parola della Croce
Renate Pauly, Stuttgart, Oboe / Stoccarda, oboe
Cornelia Betz, Genua, Orgel / Genova, organo
Samstag, 19. Mai 2012, 17 Uhr
Sabato, 19 maggio 2012, ore 17
Konzert »Von der Finsternis zum Licht«
«Dalle Tenebre alla Luce» - Concerto
Motetten vom Abend bis zum Morgen, von Zeit und
Ewigkeit aus Geschichte und Gegenwart protestantischer
Komponisten
Orgelwerke von Johann Sebastian Bach
Mottetti dalla sera alla mattina, da tempo ed eternità
Di compositori protestanti da passato e presente
Brani d’organo di Johann Sebastian Bach
Bachchor Ravensburg; Cornelia Betz, Orgel
Leitung: Kirchenmusikdirektor (KMD) Michael Bender
Coro «Bach», Ravensburg; Cornelia Betz, organo
Kirchenmusikdirektor (KMD) Michael Bender, direttore
74
Otto per mille
Otto per mille
◗ Was ist »otto per mille«?
◗ Che cos’è «otto per mille?»
Seit 1984 wendet der italienische Staat anhand der jährlichen
Erklärungen der Steuerzahler einen Teil (8 Promille) seiner
Steuereinnahmen religiösen, wohltätigen und sozialen Zwecken zu. Diese kommen entweder dem Staat selbst zugute
oder den sechs religiösen Konfessionen, die mit ihm einen
Staatsvertrag (die »Intesa«) abgeschlossen haben.
Dal 1984, con la revisione dei Patti Lateranensi, lo Stato devolve a fini religiosi, caritativi, sociali o assistenziali una frazione (l’otto per mille) del gettito totale IRPEF allo Stato stesso ed
a sei confessioni religiose che abbiano firmato un’intesa con lo
Stato, in base alle opzioni espresse dai contribuenti sulla dichiarazione dei redditi.
◗ Wer bekommt mein »otto per mille«?
◗ Come si effettua la scelta dell’OPM?
Jeder Bürger, der die Steuererklärung abgibt, kann unter den
im Steuerformular aufgeführten Begünstigten auswählen, wer
aus OPM-Mitteln bedacht werden soll. Darunter ist auch die
»Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien«. Die Zuteilung erfolgt mit einer Unterschrift auf der dafür vorgesehenen Seite
des »730«- bzw. »modello unico«-Formular unter der gewählten Institution. Wer von der Steuererklärungspflicht befreit ist,
kann trotzdem seine Wahl treffen. In diesem Fall gibt er lediglich die Seite eines CUD-Formulars ab, auf der er durch seine
Unterschrift die 8‰-Zuteilung vornimmt. Dieses Formular
wird m verschlossenen Umschlag an den bekannten Stellen
(Postamt, Bank, CAF usw.) angenommen.
Ogni cittadino che presenta la dichiarazione dei redditi può scegliere la destinazione dell’8 per mille del gettito IRPEF tra sette
opzioni fra cui quella della Chiesa Evangelica Luterana in Italia.
La scelta per la destinazione dell’otto per mille, si effettua
mettendo la propria firma sulla pagina per la destinazione
dell’otto per mille del modello 730 o Unico in corrispondenza
dell’istituzione prescelta.
Qualora il contribuente non sia tenuto alla presentazione
della dichiarazione, può comunque scegliere a chi destinare
l’8 per mille consegnando, compilata, la pagina del CUD dedicata all’assegnazione dell’otto per mille in busta chiusa agli
enti preposti alla raccolta (poste, banche, CAF, etc).
◗ »Otto per mille«-Zuteilung – so wird’s gemacht
◗ Istruzioni per la destinazione dell’otto per mille (OPM)
1. Das Formular im Kästchen »Chiesa Evangelica Luterana in
Italia«, ohne den Kästchenrand zu überschreiben, und
unter »Firma« unterschreiben. (2 Unterschriften insgesamt).
2. Das Formular entweder in den der Steuererklärung beiliegenden Umschlag oder in einen gewöhnlichen Umschlag
mit der Aufschrift »Scelta per la destinazione dell’otto per
mille dell’IRPEF relativa all’anno 2011«, oder in den in
Tabak- oder Bürowarengeschäften für diesen Zweck erhältlichen Umschlag einstecken.
3. Auf den Umschlag die eigene Steuernummer (Codice fiscale), Familienname und Vorname schreiben und an die
»Agenzia delle Entrate« adressieren.
4. Den geschlossenen Umschlag einem Postschalter, einer
Bank oder dem CAF aushändigen.
Ihre Steuerbestimmung führt zu keiner höheren Steuerbelastung – Sie bestimmen nur selbst, wer Ihr Geld bekommt.
1. firmare la copia del modulo dentro la casella «Chiesa Evangelica Luterana in Italia», senza superarne i bordi, e dove è
scritto «Firma» (due firme in tutto)
2. inserire la copia nella busta od in una qualsiasi busta su cui
deve essere scritto «Scelta per la destinazione dell’otto per
mille dell’IRPEF relativa all’anno 2011», oppure munirsi dell’apposita busta acquistabile presso i tabaccai e i negozi
specializzati
3. scrivere sulla busta il proprio codice fiscale, il proprio cognome e nome ed indirizzarla all’Agenzia delle Entrate;
4. consegnare la busta chiusa allo sportello di una banca, di
un ufficio postale od al CAF.
Si ricorda che la scelta non comporta nessun aumento dell’imposta da pagare - decidete semplicemente in prima persona a
chi destinare una parte delle tasse.
◗ Warum ist es wichtig, die eigene Wahl zu treffen?
La ripartizione tra le istituzioni beneficiarie avviene in proporzione alle scelte espresse dai contribuenti in sede di dichiarazione annuale dei redditi. In caso di scelte non espresse dai
contribuenti, la destinazione si stabilisce proporzionalmente
alle scelte espresse e secondo gli accordi sottoscritti con le
Confessioni religiose. Anche l’otto per mille di chi non firma
viene quindi comunque ridistribuito tra i sei enti aventi attualmente diritto secondo le percentuali calcolate in base a chi ha
espresso una scelta.
MITEINANDER/INSIEME intende contribuire ad una sempre
maggiore trasparenza.
8 per 1000
D’ora in avanti, ogni articolo che menziona l’impiego dell’otto per mille, per esempio perché una manifestazione, un seminario, un servizio diaconico è
stato sostenuto oppure addirittura reso possibile
dai fondi OPM, sarà contrassegnato con il logo
che vedete a fianco. Ci piace l’idea di darvi queste
informazioni durante tutto l’anno, non soltanto
ELKI/CELI
nella «stagione del 730».
Im Einsatz • in azione
MITEINANDER/INSIEME möchte einen Beitrag zu
immer größerer Transparenz leisten.
Jeder Artikel, in dem auf die Verwendung von OPMMitteln hingewiesen wird, weil zum Beispiel eine Veranstaltung oder ein Hilfsdienst durch OPM-Zuschüsse
unterstützt oder vielleicht gar erst ermöglicht wurde,
wird ab sofort das ganze Jahr über, nicht zur zur
Steuererklärungssaison, mit folgendem Logo gekennzeichnet:
Achtung! • Attenzione!
Die Verteilung von 8 Tausendstel des Gesamtsteueraufkommens unter den zugelassenen Institutionen erfolgt im Verhältnis zu den in der Steuererklärung ausgedrückten Präferenzen,
entsprechend proportional wird auch die Umverteilung der
unterlassenen Präferenzen (»weiße Stimmzettel«) vorgenommen. Die Institution mit den meisten Unterschriften erhält
demnach den größten proportionalen Anteil – inklusive den
der Atheisten und … der unaufmerksamen Evangelischen.
◗ Perché è importante esprimere la propria preferenza?
75
Tuo
otto
per
m
ille
Per
f
ir m
are
il
MODELLO 730-1 redditi 2011
Marco Rossi
www.chiesaluterana.it
Chiesa Evangelica Luterana in Italia
Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien
MITEINANDER
ist das Organ der
»Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien«
INSIEME
è l’organo della «Chiesa Evangelica
Luterana in Italia»
mit Sitz im Dekanat in Rom • con sede a Roma nel Decanato
Via Aurelia Antica, 391, 00165 Roma, Tel. 06 66 03 01 04, Fax 06 66 01 79 93,
E-Mail: [email protected]
HERAUSGEBER • EDITORE: Konsistorium der ELKI/Concistoro della CELI
VERANTWORTLICHER DIREKTOR • DIRETTORE RESPONSABILE: Paolo Poggioli
REDAKTOREN • REDATTORI: Alberto Saggese, Hans Büchi, Andrea Massias, Sabine Wolters
SPENDEN FÜR DIE ZEITSCHRIFT UNTER • CONTRIBUTI PER IL GIORNALE SOTTO:
«ELKI / CELI – Miteinander / Insieme»
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BIC BCITITMM. Verwendungszweck / causale: Miteinander/Insieme.
Oder in Deutschland auf: Evangelische Kreditgenossenschaft e.G., IBAN DE 92 5206 0410 0004 1090 15,
BIC GENODEF1EK1, Verwendungszweck / causale: Miteinander/Insieme
Autor. Trib. Bolzano 26/11/1968, n° 39/49
Stampa • Druck: Ferrari-Auer, Bolzano • Bozen - Copie • Auflage: 3000 - n. 2-2012 - Siap.n.s. 50 %
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