Best of_Katalog_2003..

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KATALOG
BEST OF 2003
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Rotwandstrasse 64 8004 Zürich Tel. 01 / 291 46 60 Fax 01 / 291 46 62
E-Mail: [email protected] Website: www.recrec-shop.ch
ÖFFNUNGSZEITEN: Montag geschlossen
Dienstag – Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag 11 – 16 Uhr
Geschätztes Publikum!
Sehr geehrte Damen & Herren!
«Früher waren sogar die alten Zeiten besser.»
Karl Valentin (1882-1948)
m grauen Novembermorgen, an dem
ich diese Zeilen schreibe, steht in der
Zeitung: «MUSIK HUG kauft JECKLIN!» Die Zukunft des traditionsreichen
Musikhauses Jecklin war lange Zeit ungewiss. Bestimmt ist diese «Zürcher Lösung»
besser, als wenn McDonalds, Fielmann,
Amazon oder Mediamarkt diesen Schuppen
übernommen hätte;-) Die CD-Krise ist ein
Dauerthema in der Branche seit zwei Jahren.
Die Lage ist ernst. Der bisher angewandte
Kopierschutz ist unausgegoren bis ärgerlich,
die Preise sind um rund 40% zu hoch, dafür
der Preis für die CD-Rohlinge zu niedrig. Die
allgemeine wirtschaftliche Lage mit erneut
ansteigender Arbeitslosigkeit verführt immer
mehr Leute dazu, die kleinen Läden zu vernachlässigen. Deshalb habe ich bereits vorgesorgt: Ab Januar 2006 bin ich oberster
Chef sämtlicher Ex Libris-Filialen der Westschweiz. Einzige Bedingung war, dass ich
endlich einen anständigen Französischkurs
besuche! Postwendend habe ich geantwortet: «Wofür haltet ihr mich eigentlich? Ich bin
doch nicht blöd!»
A
Gegenwart mit dem «Best Of 2003»-Katalog
mit rund 250 Titeln einen lang gehegten
Wunsch erfüllt. Einen Katalog ohne Stilschubladen! Erstmals sind die Artisten in rein
alphabetischer Reihenfolge aufgelistet, damit ein KARL VALENTIN nicht plötzlich unter
Ethno/World oder Electronica figurieren
muss, unsterblicher Popkünstler, der er war.
Gerne hätten wir über gewisse Titel ausführlicher geschrieben oder noch mehr Titel
berücksichtigt, aber irgendwann muss der
Katalog in Druck. Wie immer ohne Anspruch
auf Vollständigkeit! Deadline war Ende Oktober 03. Roger Ziegler hat erstmals Beiträge
geschrieben. Er ist langjähriger Mitarbeiter
im Rec Rec Vertrieb und dort u.a. Redaktor
des wöchentlichen Neuheitenfaxes. Herzlichen Dank!
Auch an PAUL WEIXLER, der uns mit
"Freiwild" eines der schönsten und wertvollsten Zürcher Mundart-Alben der letzten 25
Jahre abgeliefert hat. Für mich als Co-Produzent des Albums gehören die letzten zwei
Jahre zu den wichtigsten Erfahrungen in der
Musikbranche seit 1979.
Herzerfrischende Grüsse:
Aber lassen wir für den Moment die lästige
Zukunft! Unterdessen habe ich mir in der
Veit F. Stauffer Zürich, 20. November 2003
VERSANDBEDINGUNGEN:
Schweiz:
Mit Rechnung, zahlbar innert 30 Tagen.
Seit Herbst 2003 portofrei.
Europa:
Portofrei ab Fr. 300.- / Nur auf Vorauskasse.
Zahlungsmittel: Bargeld im Kuvert, Visa- und Mastercard.
Details Porto siehe Bestseller-Katalog 1994 - 99
oder unter: www.recrec-shop.ch
Deutschland: Stauffer, Raiffeisen Ebsdorfergrund, No. 101012371,
Bankleitzahl: 53361724
Zeichenerklärung:
32 = CD-Preis, wenn nicht anders erwähnt.
60:13 / 20 = CD-Spielzeit / Anzahl Stücke (Tracks)
Bei Wiederveröffentlichungen: (87 / 94) = Release- / Rerelease-Datum
Texte : Veit F. Stauffer & Roger Ziegler / Layout: Dominik Süess / Auflage: 1500 Ex.
2
ACKLES, DAVID
David Ackles (68/02) 37:53/10
32
ACKLES, DAVID
Subway To The Country (69/02) 33:55/8
32
ACKLES, DAVID
American Gothic (72/02) 44:00/11
32
JACQUES BREL in Frankreich, SCOTT WALKER in England, DAVID ACKLES in Amerika.
Endlich habe auch ich den halb vergessenen Songwriter DAVID ACKLES mit seinen drei
‚Elektra’-Alben entdeckt, dank eines Artikels über HAWKSLEY WORKMAN, in dem neben
DAVID BOWIE & TIM BUCKLEY auch DAVID ACKLES als Einfluss angegeben wurde. Das
warme Timbre in der Stimme erinnert an den frühen TIM HARDIN, die raffinierten Arrangements rund um die Songperlen sind opulent ausgeschmückt, bis hin zu einem erfrischenden
BRECHT/WEILL-Touch. Das Debut enthielt seinen einzigen Hit «Road To Cairo» (bekannt
geworden durch JULIE DRISCOLL & BRIAN AUGER), bei «Subway To The Country» waren 22
(!) Musiker beteiligt, «American Gothic» gilt heute als ‘Dark Americana’-Klassiker, aufgenommen in England, produziert von BERNIE TAUPIN, assistiert von ROBERT KIRBY (Nick Drake).
Ich kann mich momentan kaum satt hören, die Atmosphäre ist einfach wunderbar schön. Veit
AKSAK MABOUL
11 Danses Pour Combattre La Migraine (77/03) 50:24/17 28
Ein absoluter REC REC-Klassiker endlich auf CD. Ein Wegbereiter und Herzensöffner für so
vieles, das danach entstehen sollte. Zum Beispiel «Gravity» (81) von FRED FRITH oder die
gesamte Entwicklung von PASCAL COMELADE... CEDRIC VUILLE vom Neuchâteler
ENSEMBLE RAYE hat mir jetzt bereits dreimal am Telefon vorgeschwärmt, wie sehr es ihn
freut, dass er dieses Album wieder verschenken kann. Die multikulturellen Einflüsse auf diesem Album liessen meinen Vater im April 79 vorhersagen: «So klingt die Musik der Zukunft!»
Die Musik glänzte nicht durch Virtuosiät wie z.B. «In Praise Of Learning» von HENRY COW,
sondern durch einen ungeheuren Charme und entspannten laissez-faire. ERIK SATIE feierte
Hochzeit mit NINO ROTA («Milano Per Caso»), DUKE ELLINGTON begegnete erstmals einer
Drum Machine («Mooche»), HATFIELD & THE NORTH flirtete mit FRANK ZAPPA («Son Of L’Idiot»), TERRY RILEY fand auf einem türkischen Basar ein altes Fender Rhodes («Mastoul Alakefak»). Das «Blue Print» des kommenden ‚Crammed Records’-Labels, mit den AllroundMusikern Marc Hollander & Vincent Kenis. «With its elements of jazz, electronics, fake
African, Balkan & minimal music, this album can retrospectively be viewed as a blueprint for
most of the directions explored by Crammed Disc to this day». Aufschlussreiche Linernotes
von MARC HOLLANDER, auch das «Indianerplakat», welches im Januar 81 anlässlich des
AKSAK MABOUL-Auftritts in der Roten Fabrik sorgfältig von den Stadtwänden entfernt
wurde, um das Wohnzimmer zu bereichern, findet sich im Booklet ... Veit
ANGELS OF LIGHT
Everything Is Good Here/Please Come Home (03)
32
53:47/11. Drittes Album der SWANS-Nachfolgeband um MICHAEL GIRA mit zahlreichen
Gästen: KID CONGO POWERS, DAVID GARLAND, ESZTER BALINT, DEVENDRA BANHART. Im RecRec-Laden Gesamtkatalog 1986-1988 stand über die New Yorker Band
SWANS als letzter Satz geschrieben: «Leider hat dieses musikalische Konzept kaum Entwicklungsmöglichkeiten». Zum Glück hat der Schreiberling nicht recht behalten, denn seit
damals bis hin zu ihrer Auflösung 1997 haben sich die SWANS mehrmals neu erfunden.
Kurz nach ihrer Abschiedstournee tauchte der notorische M. GIRA bereits mit einer neuen
Formation auf, den ANGELS OF LIGHT, ohne dass man gross davon Notiz genommen hatte,
denn was konnte er nach den SWANS noch leisten, das die musikalische Geschichte prägen würde? Einmal mehr hat man sich getäuscht - GIRA ist ein begnadeter Songwriter und
weiss die richtigen Leute um sich zu scharen, die seine Ideen umsetzen. Dabei geht es eben
gerade nicht darum, dass er mit einem neuen musikalischen Konzept überrascht, sondern
dass er seinen typischen Sound einmal mehr einer logischen, aber markanten Entwicklung
unterzieht und mit Einbezug von Instrumenten wie Mandoline, Banjo, Posaune, Trompete,
Mundharmonika, Akkordeon, Hackbrett und dergleichen veredelt und entkrampft. ‘Everything Is Good Here’ ist mittlerweile schon das dritte Album der ANGELS, zu deren Stammbesetzung noch drei Leute gehören, darunter auch der ex-IGGY POP- und ex-SWANSDrummer LARRY MULLINS. Roger
ANTHEIL, GEORGE
Lost Sonatas (23-50/03) 66:48:15
35
Verschollen geglaubte Pianosonaten von GEORGE ANTHEIL (1900-59), dem neben HENRY
COWELL wichtigsten amerikanischen Avantgarde-Komponisten der Vorkriegszeit, erstmals
3
eingespielt von GUY LIVINGSTON. Wir hören «Sonate Sauvage» (23), «Woman Sonata» (23),
«Third Sonata» (47), «Fourth Sonata» (48), und «Fifth Sonata» (50).
APHEX TWIN
26 Mixes For Cash (03) 2CD 71:53/13+67:23/13 38
Richard D. James’ Einmann-Projekt APHEX TWIN ist überbewertet, und gerade viel hat sich
an seiner Musik in den letzten 10 Jahren auch nicht geändert. Mit wirklich grandiosen Videoclips von CHRIS CUNNINGHAM und seinem überheblich-humorvollen Gehabe hat er oft mehr
Aufmerksamkeit erreicht als mit seinen Alben (ausser vielleicht gerade wenn ein Journalist in
‘Das Magazin’ seine letzte Platte «Drukqs» zum besten Album des neuen Jahrtausends erkor).
Eine Sammlung seiner Remixe hingegen macht Sinn, denn er ist einer der ohne Gewissen und
Vorbehalte an fremde Songs herangeht und sie auch mal komplett umformt, to say the least (in
einem Interview hat er erzählt, dass er einmal keine Lust hatte einen bereits zugesagten
LEMONHEADS-Remix zu machen, da habe er der Band einfach eine herumliegende Kassette
geschickt, weil man bei ihm ja eh damit rechnen müsse, dass man den Originaltrack nicht wiedererkennen könne). Neben den zu erwartenden Remixes für Verwandte (SEEFEEL, NINE
INCH NAILS, MEAT BEAT MANIFESTO, NOBUKAZU TAKEMURA ...) gibt es auch Überraschungen (DIE FANTASTISCHEN VIER) und mit dem Remix von PHILIP GLASS’ Interpretation
von DAVID BOWIEs «Heroes» eine sehr gelungene Überarbeitung einer Überarbeitung. Roger
ARAB STRAP
Monday At The Hug & Pint (03) 45:55/13
32
Das neuste Album der raffinierten Schotten ARAB STRAP um MALCOLM MIDDLETON &
AIDAN MOFFAT, die introspektiven Songwriter-Approach a là TINDERSTICKS oder SMOG
mit laszivem Electronica-Touch und anschwellenden Soundgewittern vebinden. Veit
ARCHETTI, LUIGI
Adrenalin (94/02) 69:12/28
32
Das famose Meisterwerk des CH-Künstlers und Experimental-Gitarristen LUIGI ARCHETTI
(Zebra, Tiere der Nacht, Guru Guru, Hula Project) mit URS BLÖCHLINGER, MARTIN
GANTENBEIN, HUBL GREINER & DER VOLZ (of THE BLECH). Eine spannende Balance zwischen Ambient & Noise. Zweitauflage im November 02 auf dem REC REC-Label! Veit
ARTHUR H
Negresse Blanche (03) 62:22/15
32
Der Sohn von HIGELIN heisst ARTHUR H. und auch er scheint zunehmend unter dem Einfluss von SERGE GAINSBOURG zu stehen, was auch das Cover unterstreicht... Feat. NICOLAS REPAC, BRAD SCOTT, LAURENT ROBIN u.a. Die üppigen Arrangements kommen auf
jeden Fall besser herüber als wenn er sich wie letztes Jahr nur am Klavier begleitet. Veit
AYERS, KEVIN
Joy Of A Toy (69/03) 67:17/16
24
AYERS, KEVIN
Shooting At The Moon (70/03) 59:43/14
24
AYERS, KEVIN
Whatevershebringswesing (71/03) 51:28/12
24
AYERS, KEVIN
Bananamour (72/03) 52:36/13
24
Die ersten vier KEVIN AYERS-Alben sind mit Bonustracks erstmals zum Midprice lieferbar,
alle mit zusätzlichen Bonustracks und ausführlichen Booklets. (Leider setzt Emi wie oft in
letzter Zeit das Kopierschutz-Signet direkt auf das Frontcover, ein Sticker würde da wohl
genügen, oder?). Das Debut feat. SOFT MACHINE, ein grosser Wurf des – nebst MOMUS –
französischsten britischen Songwriters. Unveröffentlichter Bonustrack mit SYD BARRETT!!
Der Zweitling feat. DAVID BEDFORD, LOL COXHILL, MIKE OLDFIELD etc. – das experimentellste Album. «Wasimmersiebringtwirsingen» enthält das hypnotische «Song From The Bottom Of A Well». «Bananamour» kommt erstmals mit dem Original-Booklet, inkl. Fotos von
NICO und SYD BARRETT. Warum wurde KEVIN AYERS eigentlich noch nie mit CAETANO
VELOSO in Zusammenhang gebracht? Veit
BABY JAIL
Auf Wiedersehen (86-93/03) 2CD
32
69:45/23 + 72:31/25. Tolle 2CD-Anthologie der Zürcher BABY JAIL zum Vorzugspreis. CD 1
(Studio) enthält «Hits» wie Sad Movies, Tubel Trophy, Moonshine Baby, Sex, Dräck etc. CD 2
(Live) wurde am 9. Dez 92 in der Grabenhalle in St.Gallen für DRS3 aufgenommen.. Veit
BÄRTSCH, NIK
Ronin / Live (03) 78:05/6
32
Der letztjährige Preisträger des Werkjahres der Stadt Zürich, der momentan ein halbes Jahr in
Japan einschaltet und dort nicht nur Grüntee trinken wird. Live At Moods, Zürich, Mai 2002.
4
Feat. BJÖRN MEYER (b), KASPAR RAST (dr), ANDY PUPATO (perc) & NIK BÄRTSCH (p). Für
Leute, die sich schon lange fragten, wie wohl STEVE REICH klingen würde, begleiet von einer
Funkband. Teil 4 der «Ritual Groove Music». Veit
BAYER, KONRAD
Der sechste Sinn (1962-64/02) 2CD 65:45/18 + 43:08/16
48
Lange nur auf Kassette lieferbar, jetzt erstmals auf 2CD. Der einzigartig waghalsige Avantgardist der literarischen «Wienergruppe» um HC ARTMANN & GERHARD RÜHM, dessen zeitlose Prosa und Poesie noch heute aufwühlend und antreibend wirkt, liest aus seinem unvollendeten Hauptwerk «Der sechste Sinn», bis zum Jahr, in dem er sich, verblüffend ähnlich wie
SYLVIA PLATH 1963, mit dem Gasherd in der Küche das Leben nahm. Veit
BEAN, JANET
Dragging Wonder Lake (03) 53:55/13
32
Erstes stimmungsvolles Soloalbum von JANET BEAN & THE CONCERTINA WIRE auf Thrill
Jockey. Ex-ELEVENTH DREAM DAY und ex-FREAKWATER. Feat. FRED LONBERG, JIM
BAKER, DOUGLAS McCOMBS etc. Hübsches Cover Artwork mit den Texten auf der CD
abgedruckt! Veit
BIO BONSAI
Big Band (03) 55:27/14
32
DAN SUTER & STEPHAN BECKER, das freche Zürcher Duo mit zahlreichen Gästen auf ‚Wellenform Records’. Munter werden verschiedene Stile zusammengewürfelt, ähnlich wie bei
SEELENLUFT. Dub, Latin, Samba, Hip Hop, Easy, Lounge u.a. Feat.Saxer ROGER GREIPL
(of AERONAUTEN und KING CORA), Sängerin NAMUSOKE, Trompeter DANIEL SCHENKER,
DJ CUTMANDO etc. Live waren sie auch am Stadtsommer 2003 überzeugend, und erinnerten daran, dass YELLO und TAXI VAL MENTEK aus derselben Stadt kommen. Veit
BLACK BOX RECORDER
England Made Me (98) 37:19/11
24
BLACK BOX RECORDER
Facts Of Life (00) 44:50/13
32
BLACK BOX RECORDER
Worst Of (01) 34:04/12
28
BLACK BOX RECORDER
Passionoia (03) 37:56/10
32
Im Juni 03 die «Passionaia» für einen treuen Kunden bestellt, hereingehört und hängengeblieben. An der irritierend zarten Frauenstimme von SARAH NIXEY. An den sparsamen, mitunter kargen Arrangements des Duos LUKE HAINES (Instruments) & JOHN MOORE (Instruments, ex-JESUS & MARY CHAIN), die bei jedem Stück imaginär beim Wettbewerb
teilzunehmen scheinen. «Wie schreibe ich den perfekten Popsong?» Diesbezüglich verwandt
mit XTC, aber musikalisch gehen BLACK BOX RECORDER eher Richtung YOUNG MARBLE
GIANTS von 1980. Es gibt auch eine verblüffende Aehnlichkeit mit dem bereits vergriffenen
98er Album «Ca Va» von SLAPP HAPPY. SARAH NIXEY erinnert mich unablässig an eine
listige Schwester von DAGMAR KRAUSE, JANE BIRKIN oder LENE LOVICH, während der
geniale Bandleader LUKE HAINES, ohne Uebertreibung, das Charisma eines PETER BLEGVAD & ANDY PARTRIDGE, eines DAVID BOWIE & GAVIN FRIDAY in sich zu vereinen scheint.
Dann gibt es noch die Ebene meiner 14jährigen Tochter, die mit der Freundin während den
Zeltferien 2003 am Atlantik im Auto dauernd die Repeattaste von «England Made Me» drückt,
jedoch das Cover der CD verabscheut, denn: welche Kohlenarbeiter bekommen schon gerne
freiwillig Besuch von einer exaltierten Indianer-Tunte? Aber ich staunte nicht schlecht, dass
die Mädchen die Popsongs sofort verstanden, während ich 15 Durchgänge brauchte. Etwas
blasiert-sophisticated kommt das daher, mit textlich dunklen Abgründen und ironischem Sarkasmus, aber handkerum auch mit herzhaftem Engagement. Doppelschichtig, total auf der
Höhe der Zeit. «Worst Of» ist, gleichnamig wie die Jefferson Airplane-Best Of von 1970, eine
Compilation mit Rarities, B-Sides, Outtakes etc. Auf dem Label One Little Indian (CHUMBAWAMBA, BJOERK). Postsctriptum: LADY DIANA und GEORGE MICHAEL bekommen auf der
aktuellsten Scheibe beträchtlich ihr Fett weg! Siehe auch unter LUKE HAINES! Veit
BLACK HEART PROCESSION
Amore Del Tropico (02) 55:42/15
32/32
BLACK HEART PROCESSION
2 (99) 51:20/11
32
Wurde aber auch Zeit, diese grandiose Band aus San Diego zu entdecken. Seit den LEGENDARY PINK DOTS wurde Melancholie nie mehr so warmherzig in eine komplex musikalische
& psychedelische Darbietung eingepackt. Hier sind echte Klangzauberer am Werk, zahlreiche
sinnliche Keyboard-Balladen mit Trompete und Geige, z.T. zweistimmig gesungen. Sämtliche
5
dunklen, sensiblen Barden der letzten 15 Jahre (Cave, Wovenhand, Oldham, Smog, Tindersticks etc....) könnten sich hier sogar noch Inspiration abschneiden.... Und wenn eine Steigerung kaum mehr möglich erscheint, folgt mit Track 11 das absolute Killerstück: «A Cry For
Love». Eine gute Prise CALEXICO, Anklänge an NEIL YOUNG, abgeschmeckt mit einer
gesunden Portion Laszivität wie bei GAVIN FRIDAY oder HAWSKLEY WORKMAN. Himmelhochjauchzender Melodienreichtum! Sowas hätte ich nie auf dem Label «Touch & Go» erwartet. Das bisherige Meisterwerk der Gruppe um Sänger PAULO ZAPPOLI. Das zweite Album
gefällt mir neben «Amore Del Tropico» am besten. Die Vorläuferband THREE MILE PILOTE ist
inzwischen hier im Laden auch vollständig vertreten. Veit
BLACK, FRANK & THE CATHOLICS
Show Me Your Tears (03) 41:38/13
32
FRANK BLACK hat den Blues entdeckt, aber er vermischt die Trauer auch hier mit genug Wut
& Zorn, um nicht in Weltschmerz oder Passivität zu versinken. Neben «Dog In The Sand» (01)
sein Meisterwerk! Bei swingenden Balladen wie «My Favourite Kiss» bekommt das Timbre seiner Stimme eine äusserst angenehme, herbstlich warme Färbung. Famose Special Guests:
STAN RIDGWAY, JOEY SANTIAGO, ERIC DREW FELDMAN, VAN DYKE PARKS etc. Veit
BLUMFELD
Jenseits von jedem (03) 55:13/11
32/32
Daran muss man sich gewöhnen: BLUMFELD-CDs sind kleine Erzählbände. All paar Jahre
kriegt man einen neuen Einblick in das Universum der Erzählfigur DISTELMEYER. Bisweilen
schamlos ehrlich, dann wieder distanziert kritisch. Doch jedesmal fein weiterführend, neue
Richtungen einschlagend, sprachlich raffiniert und präzis. Einen Bogen entstehenlassend,
der die Figur schärfer werden lässt. Eigentlich schwer vorstellbar bei Songtiteln wie «Neuer
Morgen» oder « Die Welt ist schön». Bei DISTELMEYER ist es der Versuch, dahin zu kommen, wo solch einfache, für jedermann verständliche Bilder frei von Zynismus gesungen werden können. Eingebunden in die andere, treibende Seite («Alles macht weiter», «Jugend von
heute») gelingt ihm dies immer besser. Ohne dabei zu seicht zu werden: Doppelböden öffnen
sich durch gerade mal ein Wort, einen Akkord und an einer Stelle durch inszeniertes Zensurpfeifen. Die sägenden Gitarren sind nun fast ganz verschwunden und die Band ist bei
gepflegter, von Bläsern unterstützter Popmusik angekommen. Darüber aber steht diese klar
artikulierende Stimme, die Sätze singt, die im Kopf nachhallen. Adrian
BOHREN& CLUB OF GORE
Black Earth (02) 71:01/9
32/32
Der ideale Soundtrack für lange nächtliche (Traum-) Fahrten. Mit dem dritten Album «Sunset
Mission» (00) wurde man auf sie aufmerksam, es war mir fast etwas zu dekorativ. «Black
Earth» hat eine leicht zu übersehende dunkle, irreführende «Death Metal»-Hülle, die Musik in
Zeitlupe, irgendwo zwischen Krimi-Soundtrack, NIK BÄRTSCH und GODSPEED. Das vierte
und beste Album der Kultband aus dem Ruhrpott in der Besetzung THORSTEN BENNING
(drums), CHRISTOPH CLÖSER (sax,piano,rhodes), MORTEN GASS (piano,mellotron,rhodes)
& ROBIN RODENBERG (double bass). Veit
BONNIE PRINCE BILLY
Master & Everyone (03) 34:11/10
28/32
Drittes Album von WILL OLDHAM unter dem aktuellen Namen BONNIE PRINCE BILLY, tapfer
hält er mit seinem Vollbart die dunklen Dämonen in Schach. Erstmals wurde die Begleitband
ziemlich entschlackt, es klingt fast wie ein unbegleitetes Gitarren/Vokal-Album, mit vereinzelt
weiblichem Background-Gesang von MARTY SLAYTON. Ein schönes Album, das auch ein
gutes Stück an NICK DRAKE von 1969–72 erinnert. Veit
BONOBO
Dial M For Monkey (03) 41:28/9
32/32
Zweiter Wurf des Ninja Tune-Acts BONOBO (= SIMON GREEN). Ein exzellentes GrooveAlbum von traumwandlerischer Sicherheit, ausgefeilt wie ein hochkarätiger Soundtrack zur
Zeit. Schönes Cover. Veit
BROKEBACK
Looks At The Bird (02) 39:31/9
32
Angenehm entspanntes neues Album von BROKEBACK (Noel Kupersmith & Douglas
McCombs) aus dem Umfeld der TORTOISE, dreimal mit Gastgesang der tragisch bei einem
Velounfall in London tödlich verunglückten STEREOLAB-Sängerin MARY HANSEN. Mit zahl-
6
reichen Gastmusikern: ROB MAZUREK, LAETITIA SADIER, CHAD TAYLOR, JOHN McENTIRE, AKI TSUYUKO u.a. Veit
BRUCE, JACK
Things We Like (68/70/03) 48:08/4 Bonus-Tr. 1 24
BRUCE, JACK
Songs For A Tailor (69/03) 44:20/14 Bonus-Tr. 4 24
BRUCE, JACK
Harmony Row (71/03) 57:55/16 Bonus-Tr. 5
24
BRUCE, JACK
Out Of The Storm (74/03) 60:21/13 Bonus-Tr. 5 24
Zum ex-CREAM-Bassisten/Keyboarder JACK BRUCE habe ich immer eine besondere Affinität
empfunden, ohne seine Arbeit jedoch durch all die Jahre lückenlos zu verfolgen. Heute zählt er
für mich zu den grossen Figuren der Rockmusik. Sein Debut «Songs For A Taylor» zeigt ihn als
ausgereiften Songschreiber mit eigener Handschrift, rhythmisch wie harmonisch (Bläsersätze!)
hochinteressant. Sein kräftiger Bass hat stark beeinflusst, die charismatische Stimme sowie die
Tastenkünste haben seine Persönlichkeit abgerundet. Feat. JON HISEMAN, DICK HECKSTALL,
HARRY BECKET & HENRY LOWTHER, CHRIS SPEDDING, FELIX PAPPALARDI u.a. Das
unkommerzielle Jazz-Album «Things We Like», bereits 1968 mit JOHN McLAUGHLIN, JON
HISEMAN & HECKSTALL-SMITH eingespielt aber unter Verschluss gehalten, wurde 1970
hastig nachgeschoben, da finde ich seine damalige Zusammenarbeit mit TONY WILLIAMS’
LIFETIME spannender. Das schillernde Album «Harmony Row» (71) mit CHRIS SPEDDING (g) &
JOHN MARSHALL (dr) beginne ich eben erst zu entdecken, als perfekte Überleitung zu meinem
Lieblingsalbum von JACK BRUCE mit dem parkierten Velo im Wald. 1974 gab es drei ähnlich
faszinierende melancholische Meisterwerke: «Rock Bottom» von ROBERT WYATT, «Sefronia»
von TIM BUCKLEY und «Out Of The Storm» von JACK BRUCE. Alle 4 JACK BRUCE-Alben sind
dank verbessertem Sound & zahlreichen Bonustracks schwer empfohlen! Veit
BRYARS, GAVIN
A Portrait (75-96/03) 2CD 77:07/12 + 73:16/12
38
Beseelter & intelligenter als MICHAEL NYMAN & PHILIP GLASS, könnte GAVIN BRYARS mit
Soundtracks im Dutzend vermutlich auch mehr Kohle verdienen... Der DUCHAMP, SATIE &
CAGE-Fan ist bescheiden geblieben. Umsomehr freut diese günstige 2CD-Anthologie auf
Philips zu seinem 60.Geburtstag. Unglaubliche Tracks von erlesener Anmut: Cello Concerto,
One Last Bar, Les Fiancailles, Jesus Blood, Green Ray, Adnan Songbook, Sinking Of Titanic,
North Shore. Feat. TOM WAITS, JOHN HARLE, ELIZABETH PERRY, DAVE SMITH, BORNEMOUTH SINFONIETTA, JULIAN LLOYD WEBBER, ENGLISH CHAMBER ORCHESTRA,
NEXUS (Percussion Ensemble) u.a. Veit
BUCKLEY, JEFF
Live At Sin-é (93/03) 2CD+DVD
48
79:35/18 + 77:14/16. Beleuchtet ausführlich die Anfänge von JEFF BUCKLEY, als er wie ein
Zirkusartist zum Training mehrmals wöchentlich in kleinen New Yorker Cafés auftrat.
Ursprünglich ein 4Track-Album über 26 Minuten, gibt es hier gleich 34 Tracks plus eine DVD
mit dem jungen JEFF BUCKLEY. Das muss nun der Abschluss sein der JEFF BUCKLEYPosthum-Releases, denn mehr lässt sich die Zitrone nicht auspressen. Nochmals erleben wir
leibhaftig, wie leidenschaftlich dieser Sänger zwischen unterschiedlichen Welten wie MC 5
(«Kick Out The Jams») und BILLIE HOLIDAY («Strange Fruit») hin- und herpendeln konnte.
Coverversionen von den DOORS, LED ZEPPELIN, NINA SIMONE, BON DYLAN, NUSRAT
FATEH ALI KHAN, VAN MORRISON und LEONARD COHEN. Ein schönes Fan-Objekt. Veit
TIM BUCKLEY
Happy Sad (68) 44:49/6
24
Eine wunderschöne Gabe für sanft verregnete Sommertage. Der Asphalt dampft, die Gräser
riechen. Wir fühlen uns seltsam heute. Wer schafft an einem solchen Tag den Spagat zwischen MILES DAVIS («Kind Of Blue») und NICK DRAKE («Bryter Later»)? TIM BUCKLEY hat
mit 21 Jahren in Los Angeles das zauberhaft melancholische Album «Happy Sad» eingespielt, welches auch heute noch im seit 10 Jahren beinahe unübersichtbar gewordenen Singer/Songwriter-Genre Massstäbe setzt. Gesangliche Perlen wie «Strange Feelin’», «Dream
Letter» oder «Love From Room 109 At The Islander» verströmen eine unfassbare Intensität,
schicksalshaft verloren zwischen Raum & Zeit. Veit
BUCKS
Fair Enough! (03) 37:50/12
32
Grandioses neues Album der Zürcher Punk-Legende THE BUCKS, mitreissend und aufpeitschend. Veit
7
BURGER, ROB
Lost Photographs (02) 45:37/14
32
Ein grosser Wurf von ROB BURGER, Akkordeonist beim TIN HAT TRIO. Unglaublich schön &
vielfältig anregend. Eingespielt im Trio mit GREG COHEN (b) und KENNY WOLLESEN
(vibes,dr,perc). Das Album erschien im Januar, auch im November bestätigt das Wiederhören
den ersten Eindruck. Ein wundervolles Akkordeon-Album mit Tiefgang wie auch verspieltem
Easy Listening-Touch, ROB BURGER bedient 16 verschiedene Keyboardinstrumente! Veit
CAGE, JOHN
Anzellotti (48-84/03 62:59/5
35
Feinste Akkordeon-Transkriptionen der Klavierwerke «Dream» (48), Souvenir (84) und «Cheap
Imitation (69) von JOHN CAGE, ausgeführt von TEODORO ANZELLOTTO auf Winter&Winter.
Aehnlich wie bei seiner hier 65x verkauften ERIK SATIE-CD sind plötzlich ganz andere Qualitäten der Kompositionen hörbar. Veit
CALE, JOHN
Hobo Sapiens (03) 64:47/12
32
CALE, JOHN
Five Tracks (03) 19 :44/5
14
Ich wäre kein echter JOHN CALE-Fan, wenn ich während der Arbeit an diesem Katalog nicht
doch noch warm geworden wäre mit seinem neusten Album «Hobo Sapiens», welches ich
am Anfang seltsam kühl und distanziert empfand. Aber bereits «Fear», meine erste Begegnung mit JOHN CALE nach VELVET UNDERGROUND, bedeutete für mich mit 17 eine ziemliche Knacknuss. Die Raffinessen eröffnen sich erst mit der Zeit, und CALE hat hier mit Sampling-Effekten einige Treffer zu verbuchen. Schön die Anklänge bei «Look Horrizon» an die in
Vergessenheit geratenen New Wave- Electro Klassiker «Half Mute» (80) und «Desire» (81) von
TUXEDOMOON auf dem RALPH-Label. Seine nahrhafte und verstörende Art hat ihn noch
nicht verlassen. Veit
CALEXICO
Feast Of Wire (03) 50:35/16
24/32
Ausgereiftes, für viele Fans bisher bestes (viertes) Album der CALEXICO. Für mich wird wohl
immer Zweitling «The Black Light» (Mai 98) das schönste Album bleiben, der Ueberraschungseffekt war da am grössten... Veit
CAMBERWELL NOW
All’s Well (82-87/92/02) 74:08/15
32
Zweitauflage im November 02 auf dem REC REC-Label. Für alle SOFT MACHINE- und THIS
HEAT- Fans obligatorisch. Die leidenschaftliche Stimme von CHARLEY HAYWARD wühlt
heute noch auf, ähnlich wie ROBERT WYATT... Veit
CAPOSSELA, VINICIO
L’Indispensabile (90-00/03) 74:44/18
32
Leider kein neues Studioalbum unseres Lieblings-Cantautori VINICIO CAPOSSELA (*1965),
aber eine zauberhaft verpackte Anthologie mit einem Bonustrack. Seltsamerweise haben
unsere italienischen Kollegen der Warner-Brüderchen weder Aufnahmedaten noch Besetzung abgedruckt, dafür alle 18 Texte im Booklet des Digipaks in Zigarettenschachtel-Imitation in vier Sprachen abgedruckt! Italienisch, französisch, spanisch & deutsch! Das italienische Pendant zu TOM WAITS, feat. MARC RIBOT, GREG COHEN u.a. Das Album ist als
Einstieg schwer zu empfehlen, da seine früheren Alben offiziell im Norden schwer erhältlich
sind. Veit
CARNEY, RALPH
This Is! (03) 59:51/15
32
Drittes Solo-Album eines seit 1978 bei TIN HUEY und TOM WAITS spielenden Bläsers &
Multi-Instrumentalisten, der auch mit HAL WILLNER, BURROUGHS, MARC RIBOT, BILL
LASWELL, DAVID THOMAS und auch Soundtracks für DAVID LYNCH & JIM JARMUSCH eingespielt hat. «Imagine Roland Kirk, Capt. Beefheart & Dan Hicks, getting together for a 1970’s
jam with Brian Eno producing...» Siehe auch unter TIN HUEY! Veit
CASH, JOHNNY
Man Comes Around (02) 52:05/15
32/32
«Solitary Man» haben wir 50x verkauft, «Man Comes Around» bereits 40x. Danke Johnny, für
den Cash! So kann ich die Alimente für meine 2 Kinder besser bezahlen... ;-) Im Januar 02 las
ich mit Lungenentzündung gebannt seine Memoiren... ich hätte nie gedacht, dass ich eines
Tages bei «Bridge Over Troubled Water», ein verhasstes SIMON & GARFUNKEL-Stück von
1970, einmal feuchte Augen bekommen sollte... hier im Duett mit FIONA APPLE.. Veit
8
CAT POWER
You Are Free (03) 52:55/14
24/32
Ueberzeugendes neues Album von CHAN MARSHALL aka CAT POWER, mit zwei Coverversionen von MICHAEL HURLEY und JOHN LEE HOOKER. Veit
CHESNUTT, CODY
Headphone... (02) 2CD
32
57:00/23 + 41:31/13 . Geheimtipp! ROOTS-Mitglied CODY CHESNUTT mit charmanten LowFi Soul-Hip Hop-Pop-Perlen! Veit
CINEMATIC ORCHESTRA
Man With A Camera (03) 61:03/17
32/32
Gleich noch ein grosser Wurf des ‚Ninja Tune’-Labels. Spannende Entwicklung in Richtung
kammermusikalischer Filmmusik. Klingt wie eine elektronische Ausgabe des PENGUIN CAFE
ORCHESTRA, erinnert aber auch an YANN TIERSEN oder MICHAEL NYMAN. Das ART
ENSEMBLE OF CHICAGO wird gleich dreimal gecovert: «Theme De Yoyo», «Theme Reprise»
und «Yoyo Waltz»! Wie ist der Sound? Ganz einfach: ein klassisches Kammerensemble mit
akkustischen Instrumenten, angereichert mit Turntables & Electronics. Veit
CIRCUS McGURKUS
The Circus McGurkus (03, ReCDec 79)) 47:18/10
32
Markus Schönholzer: voice, banjo. Robi Rüdisühli: soprano sax, flute, accordion. Thomas
Geiger: clarinet. Lukas Heuss: bass clarinet. Herbert Kramis: double-bass.
Der Komponist, Autor und Banjospieler MARKUS SCHÖNHOLZER entführt uns mit seinem
hochkarätigen 4-köpfigen Ensemble in eine komplexe Musikwelt mit humorvollen wie exzentrischen Szenarien. Das ist kein «Easy Listening», aber für ernste Musik viel zu komisch. Erfrischend zugänglich mit unbewölkten Arrangements im sonst ehrfurchtsvollen Genre der Kammermusik. Da ist Spleen am Werk: voll doppelbödiger Ironie, Schalk mit Spielfreude
gemischt. Einflüsse sind nur schwer auszumachen. Die Zusammenarbeit von ELVIS
COSTELLO mit dem BRODSKY QUARTET 1993 kommt uns in den Sinn, die einzigartig fragilen Kompositionen der ex-HENRY COW-Fagottistin LINDSAY COOPER schimmern durch
oder die entrückte Welt des PENGUIN CAFE ORCHESTRA mit Leader SIMON JEFFES. Der
Tages Anzeiger sah in WOODY ALLEN einen Verwandten von MARKUS SCHÖNHOLZER, der
übrigens an Konzerten die Architektur seiner Stücke an einem Diaprojektor erläutert. Auf «The
Circus McGurkus» vertont Literaturfan SCHÖNHOLZER Texte von PHILIP LARKIN (1922-80),
STEVIE SMITH (1902-71), WENDY COPE (*1945), und ROGER McGOUGH (*1937). MARKUS
SCHÖNHOLZER hat vier Texte selbst geschrieben (wie das umwerfende «The Asshole’s
Lovesong»), sowie zwei Texte ergänzt.. Das Ensemble gibt auf Anfrage in unregelmässigen
Abständen Auftritte, alle Mitglieder sind musikalisch noch in anderen Projekten engagiert.
Unsichtbares sechstes Mitglied des Zirkus ist Art Director THOMAS RHYNER, der das Booklet zusammen mit der Hauptfigur in unnachahmlicher Manier inszeniert hat. Der Illustrator
und Sänger PETER BLEGVAD (Slapp Happy) hätte bestimmt seine Freude daran. Veit
COLLEGUES PASHA, LES
Les Collègues Pasha (03, ReCDec 78) 60:00/18 32
Bereits der Name entlockt uns ein Schmunzeln, und damit sind wir voll auf der richtigen
Fährte. Das flinke Westschweizer Duo mit PIERRE OMER (Akkordeon etc) & DENIS SCHULER (Marimba, Perc etc), beide auch bei der bekannten Begräbniskapelle DEAD BROTHERS
beschäftigt, entführt uns in eine Welt voll wunderbar verschrobener Melodien. In der Tradition
von PASCAL COMELADE, LÖDIG, YANN TIERSEN, ENSEMBLE RAYE, BEN JEGER oder
KAPELLE WLODEK. Die 18 Tracks wirken locker und entspannt, es wird keine übertriebene
Perfektion angestrebt, wir hören (im wahrsten Sinne des Wortes) ungeschliffene Rohdiamanten! Höhepunkte sind das melancholische, zweiteilige «Désuétude» (Track 3 + 13), die drei
Stücke mit dem Berner Original REESLI BURRI an der «Singenen Säge», «Désuétude Swing»,
sozusagen eine Grussbotschaft an DJANGO REINHARDT zum 50. Todestag – sowie das
Finale «Minor Rumba» mit dem amerikanischen Gitarristen BOB DRAKE, bei dem das Album
in Frankreich auch abgemischt wurde. Veit
COMELADE, PASCAL
Détail Monochrome/Bel Canto (84+86/02)
32
75:38/32. Hier endlich als Direkt-Import aus Spanien (das G3 Label des COMELADE-Mitmusikers GAT): die ersten zwei damals auf LP veröffentlichten Alben COMELADE’s von 1984 +
86, unbedingt anhören. Damals noch die Minimal Music-Wurzeln deutlich spürbar, aber verspielt & liebevoll & charmant wie immer! Feat. DAVID CUNNINGHAM, JAC BERROCAL,
9
CATHY CLARET, PIERRE BASTIEN, DDAA. Inkl. Coverversionen von WYATT, ROTA, VELASQUEZ, YARDBIRDS u.a. Veit
COMELADE, PASCAL
Cent Regards (89/01) 43:32/21
32
Wer die vergriffene CD «33 Bars»(90) von COMELADE besitzt, kennt das Material bereits. Alle
anderen: bitte zugreifen!. «Cent Regards» erschien damals nur in Spanien auf LP, jetzt im
selben Land auf CD mit 4 Bonustracks. Feat. PIERRE BASTIEN, CATHY CLARET etc. Inkl.
«Egyptian Reggae » (JONATHAN RICHMAN), «Café Mozart» (ANTON KARAS), «Stand By
Me» (LEIBER/STOLLER), «Proud Mary» (JIM FOGERTY), «Moulin Rouge» (TIM BUCKLEY),
«Bella Ciao» (Trad.) u.a. Veit
RY COODER &
MANUEL GALBAN
Mambo Sinuendo (03) 50:31/12
32
Skeptisch schauen wir RY COODER auf die Finger und wittern jedesmal «Ausverkauf»! Aber
in diese Falle tappt er auch diesmal nicht, im Gegenteil, stlistisch kommt er dem ersten
Album von MARC RIBOT mit den falschen Kubanern sehr nahe, denn es werden auch hier
munter Tracks von ARSENIO RODRIGUEZ, PEREZ PRADO & ERNESTO LEGUANO gecovert. Das Album ist souverän & entspannt, auch schräg inspiriert, mit gesundem Easy
Listening-Touch. Eine Koproduktion von ‘World Circuit’ mit ‘Nonesuch/Warner’. Feat.
MANUEL GALBAN (g), Sohn JOACHAIM COODER (dr), ORLANDO CACHAITO LOPEZ (b),
JIM KELTNER (dr), HERB ALPERT (tp), JULIETTE & CARLA COMMAGERE (voc), MIGUEL
DIAZ (congas) u.a. Auch auf 2LP zu 38.- Fr lieferbar! Veit
CORAL
Magic & Medicine (03) 38:18/11
32
Bereits das charmante Debut hat uns gefallen. Sympathisch junge 60er Retroband mit viel
Melodienreichtum & Charisma. Veit
COUGHLAN, CATHAL
Sky’s Awful Blue (02) 49:41/12
32
Nicht mehr bei Cooking Vinyl, auf schlecht zugänglichem kleinen Label erschienen, aber wir
haben es. «Sky’s Awful Blue» ist eine weitere Möglichkeit, im Jahre 2003 dem aktuellen
Album von NICK CAVE auszuweichen. Aehnlich wie bei JOE HENRY oder MARK LANEGAN
wird die dunkle, sinistre Stimme von CATHAL COUGHLAN mit dem Alter immer besser,
zuweilen schwingt sogar ein Hauch JOHNNY CASH mit. Ausgesprochen hübsche StreicherArrangements, abgerundet von beschwingten Tracks in bester GO-BETWEENS-Manier. Veit
COURVOISIER /
FELDMAN / FRIEDLANDER
Abaton (03) 2CD 53:54/4 + 52:54/19
48
Ein guter Freund spielte mir CD2 als ‚Blind Test’ vor und liess mich raten. Immer wieder eine
gute Methode, gewohnte Hörgewohnheiten zu durchbrechen, mögen sie noch so «fortschrittlich» sein. Es ist auch die Rubrik, die ich im Magazin WIRE fast am liebsten lese. Ich
tippte auf die Label Tzadik oder ECM... SYLVIE COURVOISIER (p), MARK FELDMAN (violin)
& ERIK FRIEDLANDER (cello) haben nach etlichen Gastspielen auf anderen Labels eine eindrücklichen ECM-Einstand zwischen Komposition & Improvisation abgegeben. Veit
CRUMB, ROBERT
Hot Women (1927-50/03) 69:26/24
32
Diesmal hat das KEIN & ABER-Label in Zürich erfolgreich den Haken nach ROBERT CRUMB
ausgeworfen. «Women Singers From The Torrid Regions Of The World»-Taken From Old 78
RPM Records. Wunderbar kommentiert & illustriert von ROBERT CRUMB. Rare historische Ethnoaufnahmen aus seinem Archiv der Jahre 1927-50. Schon jetzt ein heimlicher Bestseller. Veit
DEBILE MENTHOL
Emile A La Campagne (81+84/94/02) 2CD
32
49:40/13 + 38:04/9. Zweitauflage am 10. Oktober 2002. Die wildeste & amüsanteste Schweizer Band aller Zeiten. Beide LPs von 1981 + 84 auf einer 2CD, mit 2 Bonustracks. Einflüsse:
AKSAK MABOUL, GONG, HENRY COW, NINO ROTA u.a. Veit
DEE, GEORGETTE
Just Lovesongs (03) 54:28/17
32
Das neue Album von GEORGETTE DEE und zugleich das erste ohne ihren jahrelangen Begleiter, den Pianisten TERRY TRUCK. Die beiden haben sich, laut eigenen Angaben, in Freund-
10
schaft musikalisch getrennt, und GEORGETTE DEE hat auch gleich ein neues, eigenes Label
für ihre kommenden Veröffentlichungen gegründet. Trotz des englischen CD-Titels sind natürlich weiterhin fast alle Songs in deutscher Sprache gehalten, dafür aber sind sie opulenter
orchestriert, da neben einem Pianisten jetzt auch ein Gitarrist, ein Bassist und ein Perkussionist
mit Georgette auf der Bühne stehen. «Just Lovesongs» wurde, wie das die Fans auch am liebsten mögen, live aufgenommen und zwar in der legendären «Bar jeder Vernunft» in Berlin. Roger
DIRTY THREE
She Has No Strings Apollo (03) 47:19/7
32
Ein weiteres, sehr schönes Album des Instrumental-Trios aus Australien, verwandt mit NICK
CAVE & HUNGRY GHOSTS. Unglaublich intensiv sind die zeitlupenartigen Soundwolken
(inkl. ästhetischem Kratzen der Geige), welche WARREN ELLIS (violin,piano), MICK TURNER
(guitar,bass,organ) & JIM WHITE (drums) aus dem Hut zaubern, durch jahrelanges Zusammenspiel miteinander verzahnt. Auch das Covergemälde im Stil einer «Kinderzeichnung» von
MICK TURNER unterstützt diese Stimmung mit dem Abbild eines Engels. Veit
DISCO DOOM
Binary Stars (03) 36:31/6
24/24
Zürich besitzt mit DISCO DOOM nach längerer Wartezeit endlich mal wieder eine Kultband
von Weltformat! SONIC YOUTH meets ROYAL TRUX meets CAPTAIN BEEFHEART meets
TORTOISE meets BECK ... Verstörend & visionär! Grosser Schlagzeuger-Verschleiss inklusive! Herausragende, interaktive Website unter: www.discodoom.net. Veit
DUTRONC, JACQUES
Madame L’Existence (03) 43:24/11
32
Ziemlich cooles Cover-Artwork, denn der Kopf ist mit einem üblen Preiskleber verdeckt. DUTRONC macht keine Schnellspurte mehr, ist Langstreckenläufer geworden, ganz angenehm…
Erreicht nicht die Erhabenheit der letztjährigen BASHUNG-CD, aber: Respekt DUTRONC! Veit
DUOUD
Wild Serenade (02) 47:28/11
32
Klassische arabische Oud-Tunes werden mit Hilfe von Elektronik sowie 5 weiteren Mitmusikern zu einem warmen, tranceartigen und sehr rhythmusbetonten Sound verwoben. Veit
EARLE, STACEY &
MARK STUART
Never Gonna Let You Go (03) 2CD
38
49:06/13 + 39:35/10. Wunderbares Album der Songwriterin STACEY EARLE mit Partner
MARK STUART. Das klingt manchmal wie ein Duett zwischen VICTORIA WILLIAMS und
MICHAEL HURLEY, unter der Leitung von DAN HICKS. Entspannend & und anregend!
(Bonus-CD: 10 Tracks in Demo-Version.) Veit
EDISON WOODS
Seven Principles Of Leave No Trace (03) 45:41/9
32
Noch ein Wurf auf ‘Glitterhouse’: die Gruppe EDISON WOODS aus Brooklyn/NY um Sängerin JULIA FRODAHL. Eine bezaubernde Stimme irgendwo zwischen MAZZY STAR & NICO,
mit einer atmosphärischen Musik zwischen DIRTY THREE & LABRAFORD. Veit
MATT ELLIOTT
The Mess We Made (03)
32
Das Einmann-Projekt THIRD EYE FOUNDATION hat mit vier fantastischen Alben zwischen
Electronica und sphärischem Instrumental-Pop weltweit eine treue Fangemeinschaft um sich
geschart. Seine Remix-Kollektion «I Poo Poo On Your Juju», auf denen er Aufträge von z.B.
YANN TIERSEN, TARWATER oder BLONDE REDHEAD zusammen auf einer CD präsentierte,
galt als eigentlicher Abschlussrelease. Doch jetzt ist MATT ELLIOTT zurück, unter eigenem
Namen, und das nicht ohne Grund. Was geblieben ist, ist die Melancholie, die verträumte Atmosphäre, die grossartigen Stimmungsbilder. Nicht mehr vorhanden sind die Beats und der Bezug zu moderner, elektronischer Tanzmusik und neu dazugekommen ist der Gesang, manchmal
auch nur ein fernes Echo davon, welches sich mit den herben Pianoläufen verbindet zu einer
wunderschön trunkenen und schwelgerischen Musik für den ewigen «imaginären Film»... Roger
ERASE ERRATA
Other Animals (02) 29:44/15
24/32
ERASE ERRATA
At Crystal Palace (03) 27:25/13
24/32
Coole neue, trashige Frauenband aus San Francisco im Stile von BRASSY oder LE TIGRE,
von SONIC YOUTH bereits heiss geliebt. Veit
11
ESSENTIAL LOGIC
Fanfare In The Garden (78-98/03) 2CD 69:56/18 + 69:59/17 48
X-RAY SPEX
Anthology (77-78/01) 2CD 75:54/26 + 31:31/11 38
Endlich! Auf demselben Label, welches uns KLEENEX/LILIPUT zurückgab! Eine umwerfende
ESSENTIAL LOGIC-Anthologie mit der Punk-Saxerin LORA LOGIC. Sie begann bei den
X-RAY SPEX, gründete mit dem Geld, das sie als Gast bei einem STRANGLERS-Album verdiente, ihre eigene Band ESSENTIAL LOGIC und veröffentlichte zahlreiche Singles, EPs und
Alben auf Virgin und Rough Trade mit meist witzigen Hüllen. In Zürich trat sie erstmals auf im
April 79 im Drahtschmidli mit dem RED KRAYOLA-Line Up von «Soldier Talk», am selben
Abend wie KLEENEX und SCRITTI POLITTI, als ich definitiv die Bedeutung von Punk verstand. Es gibt ein Wiederhören mit 8 Tracks des Albums «Pedigree Charme» (82) mit
CHARLES HAYWARD.
Als Zugabe gibt es eine coole X-RAY SPEX-Anthologie mit dem Studio-Album, 10 Bonustracks im Rough-Mix plus Bonus-CD «Live At The Roxy». Punk at its best! Veit
FREEFORM ARKESTRA
Metamorphosis (03) 58:59/9
32
Endlich ist das Debut da des Zürcher FREEFORM ARKESTRA rund um NICO CANZIONERE
& DARIO DE NICOLA plus Gäste: the late great WERNER LÜDI, ROBERT MORGENTHALER,
LUCAS NIGGLI, SABINA LEONE, BEAT KENNEL etc. Veit
ESTUFA CALIENTE
Trenzas (03) 36:35/11
32
Ein Tango-Album darf natürlich in einer ‘Best Of 2003’-Aufzählung nicht fehlen: das zweite
Album der famosen Basler Band ESTUFA CALIENTE, neu mit der argentinischen Sängerin
SUSANA RATCLIFF.
FRITH, FRED
Step Across The Border (91/02) 74:12/26 32/32
FRITH, FRED,
Step Across The Border (90/03) DVD
52
Das Einstiegsalbum No.1 in die faszinierende Welt des REC REC-Sounds. Zweitauflage
remastered auf FRED RECORDS. Von der 2LP noch wenige Exemplare an Lager! Seit Herbst
03 ist dieser weltweite Film-Klassiker der Musiker-Portraits bei ‘Winter & Winter’ München im
gewohnt gediegenen Design auf DVD veröffentlicht worden. Mit erfreulichem wie erheiterndem Bonus-Material. Veit
FERRARI, DOMENICO
Commute (02) 50:17/12
32
Durchaus gelungenes Electro-Fusion-Werk des Zürcher Jazz-Gitarristen, mit einer New Yorker Sängerin, die stark an die erotische Phase von ANNETTE PEACOCK von 1978-79 auf
Aura Records erinnert… Veit
FERSEN, THOMAS
Piece Montee (03) 42:26/11
32
Gewohnt wunderbar arrangiertes neues Album von THOMAS FERSEN auf dem Kleinkunstlabel ‚Tot Ou Tard’. Früher war bei ihm JOSEPH RACAILLE für die Arrangements zuständig,
inzwischen weiss er selber die Finessen am richtigen Ort zu platzieren. Leichtfüssig & aufmunternd im besten Stil von KEVIN AYERS, mit schönen Elektrogitarren-Solis von PIERRE
SANGRA. Sehr aufgeweckt, aber inzwischen durch den Lauf der Ereignisse eher traurigschön: «Pièce Montée Des Grands Jours» im Duett mit der äusserst tragisch verstorbenen
Schauspielerin MARIE TRINTIGNANT. Veit
FINK Haiku Ambulanz (03) 53:16/13
32
Fünftes Album der besten deutschsprachigen ‘Countryband’ FINK. «Haiku Ambulanz» bietet
eine hochspannende Irrfahrt durch 13 neue Songs. Dabei gehen sie so ungehobelt leidenschaftlich und ruppig zur Sache, dass es eine Freude ist. Neben der Urbesetzung hören wir
auch wieder Dauergäste wie MARTIN WENK (Trompete) von CALEXICO und ECKI HEINZ von
COW, der anderen wichtigen deutschen Countrykapelle. Roger
FONSECA, CELSO
Natural (03) 53:16/12
32
Das für mich bisher schönste Werk auf dem belgischen Crammed-Unterlabel ‘Ziriguiboom’,
veröffentlicht von MARC HOLLANDER & BECO BRANOFF. Betont unauffällig wirkender
Brazil-Bossa Nova der 00er Jahre des 21. Jahrhunderts, mit subtilem Jazz-und ElectronicaTouch. Habe ich bestimmt 100fach gehört und 10fach verschenkt an Freundinnen & Feunde.
In Brasilien hat er bereits 4 Alben veröffentlicht, in der Tradition von CAETANO VELOSO,
ANTONIO CARLOS JOBIM & BADEN POWELL, von dem hier «Consolacoao» gecovert wird.
Für lange Autofahrten, zur Sammlung der Konzentration oder für sinnliche Stunden. Veit
FONTAINE, BRIGITTE Plans Fixes (72-01/02) 3CD 74:45/20+ 75:47/25+ 76:33/25 84
FONTAINE, BRIGITTE
Fontaine/3rd (72/02) 30:01/11
32
Grossartige 3CD-Anthologie im Hochformat mit Booklet! Wer diese Box verschenkt, macht
damit der beschenkten Person ein Kompliment. Irgendwo zwischen PATTI SMITH, GILLI
SMYTH & FRANCOISE HARDY... Die aktuellsten Fans von der FONTAINE sind: NOIR DESIR
& SONIC YOUTH ...
Das dritte Album «Fontaine» gibt es erstmals auf CD, ein Jahr nach ihrem Werk mit dem ART
ENSEMBLE OF CHICAGO. Erinnert frappant an das Debut von LAURIE ANDERSON, neun
Jahre später. Veit
12
FRITH, FRED
Guitar Solos (74/02) 37:54/8
32
Immer wenn mein Gitarrist Edi nicht da war, spielte ich im Frühling 76 heimlich auf seiner
Gitarre mit Verstärker, mein Seebacher Schlafzimmer war der Übungsraum. Erfolglos versuchte ich «Guitar Solos» von FRED FRITH zu imitieren, ein Album, welches ich mir kurz
zuvor gekauft und daraufhin schwer propagiert hatte – ohne zu ahnen, welch wichtige Verbindung FRITH dereinst mit REC REC Zürich pflegen sollte.. «Guitar Solos» ist ein wichtiges
erstes Statement als eigenständiger Musiker, zeitgleich mit dem zweiten Album von HENRY
COW («Unrest»). Remastered Version auf FRED Records. Veit
FRITH, FRED
Rivers & Tides / OST (03 41:02/8
35
Music For The Film By THOMAS RIEDELSHEIMER, ein Portrait des Land-Art-Künstlers
ANDY GOLDSWORTHY. Feat. KAROLINE HÖFLER (dbl-b), BERND SETTELMEYER (perc) &
WOLFGANG STRYI (b-cl,ss). Ein feines meditatives Meisterwerk! Veit
FUREY, LEWIS
Lewis Furey (75)
N/A
FUREY, LEWIS
The Humours Of Lewis Furey (76)
N/A
FUREY, LEWIS
The Sky Is Falling (79)
N/A
(Entschuldigung an die Leser/innen, dass diese besprochenen Werke (noch) nicht auf CD lieferbar sind!). Im Herbst 98 habe ich als Einstieg die laszive Songwriter-Perle «The Sky Is Falling» entdeckt, nach einem Hinweis von Düsi/London. Es klingt wie eine faszinierende
Mischung aus JOHN CALE, STEVE HARLEY & KEVIN AYERS, produziert von VAN DYKE
PARKS. Drei Alben hat der Kanadier zwischen 75-79 eingespielt, zog dann nach Paris, spielte
Musik bei durchschnittlichen Theaterproduktionen und verschwand in der Obskurität. Er war
die Muse von LEONARD COHEN, spielte Bratsche auf dessen «New Skin For Old Ceremony»
(74) und ist bis heute ein Geheimtip geblieben. Sein Debut «Lewis Furey» (A&M Records
1975) produzierte JOHN LISSAUER in New York, das Cover nahm die ganze New WaveAesthetik vorweg, CAT STEVENS (!) und TIM CURRY (of ROCKY HORROR PICTURE SHOW
fame) sangen im Background, vor 2-3 Jahren wurde das Album im WIRE Magazin London in
eine Liste der 100 wichtigsten unbekannten Klassiker befördert. Es ist das noch bessere «Sky
Is Falling»-Album, mit raffinierten, zuweilen theatralisch-melancholischen Streicher- und
Marimba-Arrangements mit einem durchgehenden «Take A Walk On The Wild Side» – bzw.
«Lost In The Stars»-Touch, der LOU REED & KURT WEILL durchaus das Wasser reichen
konnte...inkl. Banjo & Mandoline... um 75 herum hingen manche Hoffnungsträger schlaff in
den Seilen, eine entmutigende pre-Punk-Stimmung lag in der Luft, aber LEWIS FUREY war
jung und angriffslustig, so wie später die zwei letzten Alben von DOMINIQUE ALIOTH (195899) und die soeben erst gestartete Karriere des ebenfalls nach Paris gezogenen Kanadiers
HAWKSLEY WORKMAN.
Das zweite Album «The Humours Of Lewis Furey» (A&M Records 1976) war der etwas missglückte Versuch, kommerzieller & eingängiger zu werden, aufgenommen in London u.a. mit
GRAHAM PRESKETT & HENRY SPINETTI, die auch 1974 für das erste Virgin-Album bei
SLAPP HAPPY angeheuert wurden... auf einem Foto im CD-Booklet von «Sky Is Falling»
ähnelt FUREY verblüffend ALAN VEGA von SUICIDE... Der Schlusstrack «Ordinary Guy» ist
eine absolut gespenstische Jahrhundert-Ballade, eine Vorwegnahme der dunklen Stücke von
PATRIK FITZGERALD oder EDWARD KASPEL mit LEGENDARY PINK DOTS. Hut ab, FUREY,
wo immer Du auch steckst...!!! Veit
13
CHRISTOPH GALLIO /
DAY & TAXI
Private (03) 49:27/13
32
CHRISTOPH GALLIO /
DAY & TAXI
Material (03) 48:04/13
32
CHRISTOPH GALLIO ist ein charismatischer Aussenseiter der Zürcher Jazzszene, tragende
Kraft bei der Gründung der WIM 1983, früher Pionier der Verquickung mit Elektronik, geht
konsequent seinen eigenen Weg. 2003 erlebt gleich zwei weitere Meisterwerke des Zürcher
Sopransaxofonisten & Percaso-Labelbetreibers CHRISTOPH GALLIO im Trio DAY & TAXI mit
neuer Besetzung: DANIEL STUDER (b) & MARCO KÄPPELI (dr). Von seinem Mentor STEVE
LACY wie von bildender Kunst gleichermassen beeinflusst. Veit
GELB, HOWE
Listener (03) 52:44/13
24/32
HOWE GELB scheint gut verkraftet zu haben, dass das Nebenprojekt CALEXICO seiner
GIANT-SAND-Mitstreiter plötzlich mehr Erfolg hatte als das Mutterschiff. Seine letzten Solowerke «Hisser» (99), «Confluence» (01) und «Listener» (03) sind alle gleichermassen inspiriert,
mit Ausnahme vielleicht der Backstage-Klavierübungen von «Lull Some Piano». «Listener»
bietet unangestrengtes Songwriting mit schönen Streicherpassagen und entspannten Ausflügen in hohe Lüfte. Veit
GIBBONS, BETH
Out Of Season (02) 43:54/10
24/32
Mit der Zeit hat es mich dann doch noch überzeugt... das feine, sehr filigrane Projekt von
PORTISHEAD-Sängerin BETH GIBBONS mit einem Musiker von TALK TALK. Veit
GLOBE UNITY ORCHESTRA
2002 (03) 74:07/1
32
Nach mehr als 15 Jahren legt das geschichtsträchtige Ensemble um ALEXANDER VON
SCHLIPPENBACH, PETER BRÖTZMANN, EVAN PARKER, MANFRED SCHOOF, PAUL
LOVENS u.a. auf dem Zürcher ‚Intakt’-Label ihr Comeback vor.
GODSPEED YOU BLACK
Yanqui UXO (02) 75:00/5
32/32
Für mich das bisher beste Werk, da nicht mehr allzu pathetisch & bedeutungsschwanger wie
zuvor... Veit
GOGOL BORDELLO
Multi Kontra Culti vs Irony (03) 51:59/11
32
Das erste mal, als ich GOGOL BORDELLO live gesehen habe, waren Band und Bühne schon
während des ersten Songs nass, weil Sänger EUGENE HÜTZ alle im Umkreis von ein paar
Metern an seinem Biervorrat teilhaben liess. Als ich mich ein paar Songs später umdrehte,
stellt ich fest, dass ausser mir und meinem Kumpel sich alle Leute an die hintere Wand des
kleinen Konzertlokals drängten, weil HÜTZ je länger je mehr den Eindruck machte, als dürfte
man sich nicht zu sehr darauf verlassen, dass er wirklich wusste was er tat.
Diese Geschichte erzähle ich nur, weil jetzt, 2 Jahre später, GOGOL BORDELLO ihren provokativen Biss verloren haben und HÜTZ’ Bühnenshow zum akrobatischen Kasperletheater
geworden ist, an dem sich vor allem die jüngeren Semester ergötzen. Auf CD kommen Power
und Festlichkeit von GOGOL BORDELLO zwar deutlich weniger zum tragen, dafür kann man
ungestört einer sehr interessanten Musik lauschen, welche osteuropäische Zigeunermusik
(drei der Mitglieder sind Exil-Ukrainer) und New York Downtown-Rock (zwei Mitglieder entstammen dem line up von FIREWATER) verbindet. Roger
GOLDENE ZITRONEN
Aussage gegen Aussage (02) 2CD 49:33/19 + 48:33/16 35
Starke Anthologie von DIE GOLDENEN ZITRONEN. Vom humorvollen Punkrock hin zum poetisch-linksradikalen Kunstrock-Projekt. Verpackt im neuartigen ‚Helmut Kohl-Schuber’ mit
Linernotes von Stephan Ramming/EUGEN. Veit
GÖLDIN, DANI
Aläs Wird Guät (03) 54:18/14
32/32
Fulminantes Debut des St.Galler Rappers & erfolgreichen Slam-Poet DANI GÖLDIN. Ein
Anprangern des Wahnsinns der Mittelmässigkeit («Meier-Müller»), Blanklegen der öden
Selbstüberschätzung schweizerischer Kleinstädte («Saintcity Low Life») und Ermutigung zum
Weiterkämpfen.
14
GOLIJOV, OSVALDO
Yiddishbbuk (03) 69:35/13¨
34
Erstes Album des argentinischen Komponisten OSVALDO GOLIJOY (*1960), bekannt durch
seine Zusammenarbeit mit dem KRONOS QUARTETund dem Album «Dreams & Prayers» (97)
feat. Klarinettist DAVID KRAKAUER sowie durch den eindrücklichen Soundtrack zu «The Man
Who Cried» (2001) von SALLY POTTER mit JOHNNY DEPP. Wir hören «Yiddishbbuk» (92) for
String Quartet, «Dreams & Prayers Of Isaac The Blind» (94) For Klezmer Clarinet & String
Quartet, «Last Round» (96) For Double String Quartet & Double Bass – eine Reaktion auf den
Tod von ASTOR PIAZZOLLA- sowie «Lullaby & Doina (01) For Flute, Clarinet, Double Bass &
String Quartett. Veit
GRANDMOTHERS
Night At The Gewandhaus (03) 68:03/15
32
Starker FRANK ZAPPA-Tribut der erweiterten GRANDMOTHERS, und diesmal wurde auch
tatsächlich geprobt! ROY ESTRADA, DON PRESTON, BUNK GARDNER, NAPOLEON MURPHY BROCK u.a. Live am 27. März 2003 in Leipzig aufgenommen, inkl. drei feinen PRESTON-Kompositionen, begleitet vom CHAMBER ORCHESTRA OF INVENTION. Ein Muss für
ZAPPA-Freaks! Veit
GREEN, ADAM
Friends Of Mine (03) 33:04/15
32
Ausgefeilter Zweitling von ADAM GREEN auf ‘Rough Trade’. Sein Gesang ist eher von der
dunklen Sorte wie NICK CAVE oder JOHN CALE, dennoch schwingt eine heitere Leichtigkeit
durch die Songs wie etwa bei KEVIN AYERS oder RUFUS WAINWRIGHT. Im vierköpfigen
String-Ensemble entdecken wir JANE SCARPANTONI (Cello) und JOAN WASSER (Violin), die
Freundin von JEFF BUCKLEY zum Zeitpunkt seines Todes. Veit
GREIS
Eis (03) 70:46/20
32
Hervorragendes Hip Hop-Album aus Zürich, mit Wurzeln im Wallis & Welschland. Polit-Rock ist
eindeutig ein Relikt der 70er/80er Jahre, wer sich heute diesbezüglich auf dem Laufenden halten will, findet die Exponenten in der subkulturellen Hip Hop-Szene, auch in der Schweiz, und
muss dazu ziemlich viel Textmaterial verarbeiten, oder darf diese im Booklet nachlesen. Veit
GUZ
Geheime Weltregierung (03) 49:21/14
24/32
Der neuste Wurf von GUZ auf dem Elbtonal-Label in Hamburg mit erfrischenden Trash-Perlen
mit teils neckischem BEATLES-Appeal auf Hochdeutsch. Inkl. «Schwarzer Block Girls». Veit
GWERDER, REES
Das Konservatorium (70-97/02) 4CD -Box
108
GWERDER, REES
Er nickt, dr Rees (91/02) 79:12/19
34
GWERDER, REES
Flätt Ällei (89-96/02) 47:39/20
34
GWERDER, REES
Äs tönt Heergottschön (77-97/ 02) 66:51/26
34
GWERDER, REES
Ä Schönä Takt..Muess Sy (70- 96/02) 67:41/22 34
Liebevoll zusammengestellte 4 CD-Box bei CSR Records von CYRILL SCHLÄPFER, gewidmet der Schweizer Handörgeli-Legende REES GWERDER (1911-98) aus dem Muotatal, inkl.
74-seitigem Booklet. Auch einzeln zu beziehen, mit kleinem Aufpreis. 1. Das ausführliche
Gwerder-Interview in der Sendung «Ländlerzmorge» Radio Schwyz mit Beat Tschümperlin,
Juli 1991, mit 10 Musiktracks. 2. Rees Gwerder spielt solo, meist unveröffentlichtes Material.
3. Eine Montage von Cyrill Schläpfer mit Originalaufnahmen von 1977-97, meist unveröffentlichtes Material: Weisheiten, Sprüche, Dialekt, Biografisches, Historisches, Authentisches.
Mit Sprach- und Musikaufnahmen. 4. Diverse Radio- und Fernsehinterviews mit REES
GWERDER. Teilweise unveröffentlichte Musik- und Sprachaufnahmen. Zusammengestellt
von Cyrill Schläpfer. Veit
HAINES, LUKE/AUTEURS
Das Capital (03) 43:58/11
32
AUTEURS
How I Learned.. (99) 35:18/12
24
AUTEURS
Now I’m A Cowboy (94) 41:44/11
24
Dank dem neuen Album von BLACK BOX RECORDER entdeckt: den kongenialen britischen
Songwriter LUKE HAINES, der mindestens drei Bandprojekte am Laufen hat und für mich
zum richtigen Zeitpunkt hier eine «Best Of» nicht nur ausgewählt, sondern gleich neu eingespielt und die jeweiligen Alben dazu im Booklet selbst besprochen und mit Sternen versehen
hat! Soviel gesunden Sarkasmus ist mir schon lange nicht mehr aus einem Album entgegen-
15
gesprungen. Als Zugabe die zwei momentan zum Midprice lieferbaren Alben des genialen
britischen Popmusikers LUKE HAINES, eine coole Mischung aus DAVID BOWIE und PETER
BLEGVAD. Veit
KARL AMADEUS HARTMANN /
BELA BARTOK
«Zehetmair Quartett» (01) 43:03/8
35
«Warum war er nicht berühmt?» fragte sich sein Freund HANS WERNER HENZE. Der Name
HARTMANN zerfliesst nicht so schön auf der Zunge wie BARTOK und STRAVINSKY, MESSIAEN oder SHOSTAKOVICH. Denoch ist der deutsche Komponist KARL AMADEUS HARTMANN (1905-63) eindeutig im selben Atemzug zu nennen. Sein sparsames, meist symphonisches Gesamtwerk verfügt über glühende Intensität und mathematische Genauigkeit. Er
hatte in den Jahren des Nazifaschismus geschwiegen, mit einer Vollständigkeit die seine
Position unmissverständlich machte. Er liess seine Werke nur im Ausland aufführen. Diese
CD stellt nun das 1. Streichquartett (1933) von HARTMANN dem vierten (1928) von BARTOK
gegenüber. Das Resultat ist faszinierend und tiefgründig. Dramatisch und virtuos. Das passende Cover stammt vom welschen Künstler GERALD MINKOFF. Veit
HARTH, ALFRED
eShip Sum (03) 69:13/15
32
Eine verblüffend entspannte & inspirierte Scheibe schickt uns ALFRED HARTH (ex-CASSIBER) aus dem Exil in Korea, dort auf einem kleinen Label erschienen, nummeriert & signiert.
Irgendwo zwischen THE NECKS sowie BOHREN & DER CLUB OF GORE. Veit
HARVEY, ALEX
Considering The Situation (63-77/03, Mercury) 2CD
38
77:05/20 + 76:25/17. Gäbe es für diesen Katalog eine klingende Titelmelodie, so wäre das
diesmal der dynamische Beginn von «Vambo» (1974). Eine spannende Anthologie des schottischen Entertainers ALEX HARVEY (1935-82), der weniger mit Gary Glitter, dafür umso mehr
mit CAPTAIN BEEFHEART, KEVIN COYNE oder IAN DURY verglichen werden müsste. Wie
ERIC BURDON war ALEX HARVEY bereits ab 1963 am Start, diese frühen R’n’B-Tracks auf
CD 1 («Early Years») wirken frisch und originell wie erst gestern eingespielt. CD2 präsentiert
die SENSATIONAL ALEX HARVEY BAND, d.h. mit Blick hinter den Hitparaden-Tiger. Nach
zwei tödlichen Unfällen in seinem Umfeld griff Alex immer öfters zur Flasche und verstarb 47jährig auf Tour in Belgien am 4.2.82 an einem Herzinfarkt, wenige Tage bevor er im Zürcher
Kino Walche aufgetreten wäre. Veit
HAZLEWOOD, LEE
These Boots / Complete MGM (65- 67/02) 2CD
38
68:28/22 + 46:13/12. Momentan beste lieferbare LEE HAZLEWOOD-Anthologie auf ACE
Records, mit Sängerin SUZI JANE HOKUM.
HENRY, JOE
Tiny Voices (03) 65:58/12
32
Für die Zauderer enthält der Sticker auf der CD eine Grussbotschaft von ELVIS COSTELLO.
Bänz Friedli vom FACTS hat für einmal nicht richtig zugehört und spricht diesem Album jegliche Qualitäten ab. Die Wahrheit ist: Soviel «Space & Place» hatte ein amerikanisches Songwriter-Album schon lange nicht mehr. Etwas gleichförmiger als der grosse Wurf «Scar» mit
ORNETTE COLEMAN, aber musikalisch unerhört dicht und atmosphärisch, die Stimme charismatisch! Obwohl ein betont leises Album, unbedingt auch einmal laut hören! Feat. DON
BYRON (b-cl,cl,ts), RON MILES (tp), JENNIFER CONDOS (b), JIM KELTNER (dr) u.a. Veit
HERBERT, MATTHEW /
BIG BAND
Goodbye Swingtime (03) 57:52/10
32/32
MATTHEW HERBERT ist neben JIMI TENOR die zweite Figur aus der fortschrittlichen Electronica-Szene, der dem verwaisten Genre des Big Band-Jazz neues Leben einhaucht – und
damit den armen, dogmatischen Jazzkritikern natürlich schwer etwas zum Beissen gibt. Auf
Track 3 «Fiction» hören wir Gastsänger ARTO LINDSAY, JAMIE LIDELL ist beteiligt, 14 Bläser
nebst Bass, Drums & Piano, es sind alles Eigenkompositionen, das CD-Cover-Artwork ist
genial schön, aufgenommen in den Abbey Road Studios. Veit
HERPES Ö DELUXE
Havarie (03) 69:33/4
32
Debut der seit 1994 bestehenden Berner Kultband um ROGER ZIEGLER & MIKE REBER. Ein
nahrhaftes Werk, welches sowohl Freunde von geräuschhafter Electronica (Pan Sonic, Scan-
16
ner) oder ambienten Drones als auch Liebhaber sphärischer Geräuschmusik begeistern
dürfte. Veit
HERTZ
Eine Auswahl von Hertz (78-83/02) 76:40/24
32
Eine der wichtigsten Zürcher Bands der Aera, u.a. beeinflusst von KRAFTWERK, hochdeutsch singend. Klassiker wie Baba Bubu, Hau mal auf den Ball, Jodel, Nimmereland, Willy
Ritschard, SOS (von Abba) u.a. Schön aufbereitet im s/w Digipak, mit Abdruck aller Texte.
Coverart von PETER FISCHLI. Veit
HONEYMOONKILLERS
Les Tueurs De La Lune De Miel (81-83/03)
28
64:29/18. Die Fortsetzung von AKSAK MABOUL, mehr Richtung Pop, mit der Sängerin
VERONIQUE VINCENT. Eines der phänomenalsten Pop/New Wave-Alben der 80er Jahre
endlich auf CD, eine Art Vorwegnahme der STEREO TOTAL. Mit fünf AKSAK MABOUL-Bonustracks! Veit
HUNGRY GHOSTS
Hungry Ghosts (97/99/03) 55:49/11
32
Wunderbar düsteres erstes Album des australischen Instrumental-Trios, 1997 von ROWLAND S.HOWARD produziert, zwei Jahre später auf ‚Reliant’ veröffentlicht, im Westen unauffindbar. Im Februar privat endlich fündig geworden über einen australischen Kunden, im
Tausch mit der TRANSFARGO-CD. Dann plötzlich im Sommer eine deutsche Lizenz von
‚Normal’. Der Zweitling erschien im 2000 auf ‚Smells Like Record’. Veit
IGORS
Blaskapelle Plays (03) 50:25/9
32
Bestimmt eines der Highlights dieses Sommers: die 6-köpfige Zürcher Gruppe rund um
Posaunist SILVIO GARDONI mit ihrem kreativen IGOR STRAVINSKY-Tribut. Feat. LEO BACHMANN (Circus McCurkus) u.a. Veit
IMA ROBOT
Ima Robot (03) 39:17/11
32
Die Majorlabel-Überraschung des Jahres kommt aus den Staaten und wäre einfach zu ignorieren gewesen, hätte man sich vom albernen Bandnamen oder den nur schwach verneigenden Erwähnungen in der deutschsprachigen Musikpresse abschrecken lassen. Was die
sechs unscheinbaren Jungs von IMA ROBOT fabrizieren, klingt nach fundierter musikalischer
Kenntnis, denn solch referenzgeschwängerte und doch völlig eigenständige Musik entsteht
nicht aus dem Zufall heraus. Seit den genialen PUNISHMENT OF LUXURY (und das ist ja
auch schon mehr als 20 Jahre her) hat niemand mehr so unverkrampft nach DEVO geklungen. Aber IMA ROBOT können auch hymnischen Pop spielen, und sucht man nach Vergleichen in der Neuzeit, stösst man unweigerlich auf die letzte Majorlabel-Überraschung
HAWKSLEY WORKMAN (Stand vorletztes Album), nur dass bei IMA ROBOT Exzentrik und
kompositorische Verrücktheit einen wichtigeren Platz einnehmen. Roger
IONATOS, ANGELIQUE
Antologia (90-00/03) 52:03/14
32
IONATOS, ANGELIQUE
Canta Frida Kahlo (03) 42:38/13 32
Berauschende Anthologie der schönen Griechin, sowie eine neue CD mit vertonten FRIDA
KAHLO-Gedichten.
IRWIN, CATHERINE
Cut Yourself A Switch (02) 50:21/12
32
Stimmungsvolles Soloalbum der FREAKWATER-Gitarristin/Sängerin CATHERINE IRWIN, mit
DAVID WAYNE am Bass plus 4 Gastmusiker/innen (Accordion, Fiddle, organ, voc). Auf Thrill
Jockey. Veit
JAGA JAZZIST
A Living Room (02) 48:55/10
28/32
JAGA JAZZIST
The Styx (03) 53:16/10
32/32
NINJA TUNE und WARP sind für mich momentan die spannendsten Electro-Label, unberechenbar und innovativ, aber meistens ziemlich gut. JAGA JAZZIST ist ein 10köpfiges JazzEnsemble aus Oslo mit Anklängen an TORTOISE, HERBIE HANCOCK der 70er, STEREOLAB... «Like Charles Mingus With Aphex Twin Up His Arse» (Sleaze Nation). Veit
17
JOHNSTON, DANIEL
Fear Yourself (03) 46:14/12
32
Der Weg von den frühen Kassettenalben mit den selbst geklebten Covers bis zum neuen
Meisterwerk ist nicht so weit wie man beim ersten Eindruck meinen könnte. Nur zeigt sich hierbei, dass eine geglückte personelle Symbiose etwas, das schon von Grund auf gut ist, zur Perfektion führen kann, und «Fear Yourself» ist die perfekte DANIEL JOHNSTON-Platte. MARK
LINKOUS von SPARKLEHORSE hat sie produziert, die meisten Instrumente gespielt und hörbar musikalisch geprägt. Trotzdem ist nichts von JOHNSTONs Eigenheit, und die besitzt er
zuhauf, verloren gegangen, sondern seine Musik wurde vom überholten Lo Fi-Charakter entstaubt, dessen Verschrobenheit seine neuen Songs gar nicht mehr nötig haben. Roger
KING CRIMSON
Earthbound (72/02) 45:40/5
24
Nach dreissig Jahren lässt ROBERT FRIPP endlich die unperfekte, rohe und lustvolle – die
punkige «Earthbound» auf CD erscheinen, das fünfte Album von 1972, sehr zu meiner
Begeisterung! Eine Vorwegnahme des Punk-Jazz von BLURT um 1981. Veit
KING MISSILE III
The Psychopathology Of Everyday Life (03) 43:28/18 32
Dieses bemerkenswerte Album klingt wie eine musikalische Umsetzung des Bestsellers von
MICHAEL MOORE («Bowling For Columbine»). Die politische Radikalität eines JELLO
BIAFRA (Dead Kennedys) wird hier klangvoll mit dem Sarkasmus eines FRANK ZAPPA verbunden. Wie kürzlich MANU CHAO, der nach drei Alben bei Emi den Hut nahm, musste sich
Sänger JOHN S. HALL aus einem Knebelvertrag mit Atlantic herauswinden und dem Gruppennahmen eine Zahl anhängen. Neben der kompromisslosen Wortwahl, die einen EMINEM
erbleichen lässt, gibt es aber auch poetische Miniaturen zu entdecken wie das köstliche «The
Miracle Of Childbirth», begleitet von der Cellistin SASHA FORTE und dem Instrumentenerfinder BRADFORD REED. ***** 5 Sterne! Veit
KINGS OF LEON
Youth & Young Manhood (03) 46:08/11
24/32
NEW YORK DOLLS meets ROLLING STONES meets IGGY POP & THE STOOGES, garniert
mit einer genialen Stimme, die mich unablässig an DAMO SUZUKI von CAN 1969 erinnert,
sowie eine unaufdringliche Prise Southern Bluesrock. Veit
KIRCHIN, BASIL
Quantum (73/03) 48:20/2
24/32
Erstmals las ich den Namen BASIL KIRCHIN auf einer Liste, die ein Freund von einem Freund
von einem Freund von STEVEN STAPLETON (NURSE WITH WOUND) bekommen hat und
dessen 15 Lieblingsplatten preisgab. Wenige Jahre später hatte ich alle diese Platten aufgestöbert, nur von BASIL KIRCHINs «Worlds Within Worlds»-LPs von 1971 und1973 wollte niemand je gehört haben. Viel später erst, dank Internet, fand ich heraus, dass der Komponist,
der einige Jahre in Zürich lebte, diese höchst experimentellen Platten bei Columbia und
Island veröffentlicht hatte und später zwar von der aufkeimenden Industrialszene wahrgenommen wurde, sonst aber bei kaum jemandem auf Verständnis stiess. Jetzt erscheint mit
«Quantum» ein bisher unveröffentlichtes Album von 1974 (!) mit neu verfassten Linernotes
von KIRCHIN. Liebliche Keyboardmelodien und säuselnder, weiblicher Sprechgesang gehen
über in Feldaufnahmen von Tierstimmen, welche sich mit einem lärmenden Bastard von
einem Saxophon streiten; energische E-Gitarrenklänge kommunizieren mit Stimmen von autistischen Kindern, die KIRCHIN im Heim Schürmatt (wo seine Frau arbeitete) aufgenommen
hat; ja selbst das Zürcher Tram kommt akustisch zu ehren. Wann hat schon jemand moderne
Komposition, Freejazz, Musique Concrète, Kinderlieder und Unterhaltungsmusik miteinander
verbunden...diese Platte ist echt verrückt! Roger
noch bis Ende 04 aktiven Club BOGEN 13 in Zürich 3) GÜNTER MÜLLER (mds,ipod,electronics) ist vertreten, bekannt durch seine jahrelange Arbeit um das Label FOR4EARS 4) STEINBRÜCHEL (g3) ist vertreten, bisher noch klar unterdokumentiert 5) Die ersten offiziellen Aufnahmen des blutjungen, hochinteressanten Zürcher Gitarristen & Elektronikers TOMAS
KORBER (guitar,mds,electronics), der auch aktiv als Musikjournalist arbeitet bei Jazz’n’More
und offen ist für die ganze Musikvielfalt von U- und E-Musik. Veit
KRAFTWERK
Tour De France Soundtracks (03) 55:59/12 32/32
KRAFTWERK haben es nicht leicht. Auf kein anderes Album hat die Welt so gespannt gewartet (und das 17 Jahre lang) – Gewinnen konnten sie eigentlich kaum. Jetzt ist es da, und kaum
jemand ist ob dem Resultat aus allen Wolken gefallen, aber auch niemand fühlte sich
genötigt, es in der Luft zu zerreissen. Was in den wenigsten Kritiken erwähnt wurde, ist die
Tatsache, dass «Tour de France Soundtracks» zwingend zweigeteilt beurteilt werden muss:
Die Tracks 1–5 manifestieren nämlich das, was alle befürchtet haben: uninspirierte, belanglose Clubmusik mit Kraftwerk-Note. Ralf und Florian mit Housebeats – davon hatte man
Angst. Die Tracks 6–11 hingegen setzen da ein, wo «Electric Café» 1986 aufgehört hat; die
Beats sind knackig und angenehm clean, die Sounds immer stilsicher und passend. Dass
Track 12, eine Neueinspielung des Klassikers «Tour De France», schliesslich doch der beste
Song auf der CD ist, relativiert mein Lob ein bisschen. Wenn man aber sieht was alte Berufskollegen wie HOLGER CZUKAY (von CAN), KLAUS DINGER (von NEU! und LA DÜSSELDORF), ASH RA TEMPEL oder TANGERINE DREAM heute so bewerkstelligen, dann muss
man KRAFTWERK attestieren, dass sie wenigstens auf ihrem hohen Niveau stecken geblieben sind. Roger
KROKE/KENNEDY
East Meets East (03) 65:16/14
32
Die hierzulande von VIKTOR BÄNZIGER (El Lokal) entdeckte polnische Gypsy- & Klezmerband KROKE bekam hier prominente Verstärkung durch den Geiger NIGEL KENNEDY, sowie
Gästen wie NATACHA ATLAS, MO FOSTER, KRAKOW PHILHARMONIC u.a. Veit
KURTZ, DAYNA
Postcards From Downtown (03) 43:32/10
32
KURTZ, DAYNA
Postcards From Amsterdam / Live (03) DVD 35
Wunderbar melancholisch, aber gleichzeitig von Euphorie beseelt ist das Debut der Sängerin
DAYNA KURTZ, stilistisch irgendwo zwischen NATHALIE MERCHANT und TONI CHILDS. Ein
entspanntes Folk-Roots Album mit Slide Guitar, Stehbass und Akkordeon. Musikalisch delikat, garniert mit gefährlichen Achterbahnfahrten und raffinierten Tricks der Dramaturgie. Es
ist eine grosse Spezialität von DAYNA KURTZ, dass ihre gewaltige androgyne Stimme auch
zwischen JEFF BUCKLEY und BEN HARPER pendeln kann. Leibhaftig zu Besuch kommen
RICHIE HAVENS und ESZTER BALINT («Stranger Than Paradise»). Veit
LACY, STEVE
The Beat Suite (03) 50:29/10
32
Beachtliches Spätwerk des 70jährigen Sopransaxophonisten STEVE LACY zum Thema
Beatniks. Auf hohem Niveau vertonte Poems von JACK KEROUAC, ALLEN GINSBERG, WILLIAM BURROUGHS, GREGORY CORSO, ROBERT CREELY u.a. Feat. IRENE AEBI (voc),
GEORGE LEWIS (tb), JJ AVENEL (b) und JOHN BETSCH (dr). Veit
KOCANI ORKESTAR
Alone At My Wedding (02) 58:08/14
32
Das mazedonische Bläserensemble KOCANI ORKESTAR mit ihrem zweiten Album für das
belgische Label ‘CramWorld’, mit deutlichen Reminiszenzen an die ‘Gypsy Wedding Music’.
Nach ihrem Auftritt an der Seite von TARAF DE HAIDOUKS auf deren «Band Of Gypsies»Album, fährt die Kapelle unermüdlich fort, ihren Horizont zu erweitern.
LEGENDARY PINK DOTS
All The King’s Men (02) 65:29/10
32
Es ist lange her, dass mir ein Album der LEGENDARY PINK DOTS derart eingeleuchtet hat.
Dieses Album entstand in textlicher Auseinandersetzung mit dem 11. September 01, was
durchaus authentisch wirkt, da sich die LPD immer schon gerne mit der Apokalypse beschäftigten. Und plötzlich werden Erinnerungen wach an den April 84, als ich die Gruppe erstmals
für ein Konzert nach Zürich holte und die Musiker danach bei mir übernachteten. Siehe auch
TWILIGHT CIRCUS DUB SOUND SYSTEM. Veit
KORBER / MÜLLER /
STEINBRÜCHEL
Momentan Def. (03) 53:22/4
32
Fünf Fliegen auf einen Schlag. 1) Die zehnte Produktion auf dem Label CUT des amerikanischen Wahlzürchers & Musikers JASON KAHN. 2) Eine Live-Aufnahme vom 17. Nov 02 im
LEW, BENJAMIN
Compiled Electronic Landscapes (82-93/03) 66:48/18
28
Von allen 12 dieses Jahr wiederveröffentlichten 80er Jahre Alben des belgischen Labels
‚Crammed’ wurde die von BENJAMIN LEW als einzige neu zusammengestellt, da aus vier
Alben auszuwählen war. In diesen frühen Ambient-Meisterwerken atmet der Geist von
18
19
TRANSFARGO
Mil Transit (ReCDec 77)
«Wer die Augen schliesst, ist auf eine schöne kreisen um grelle Pfiffe, zeitlupenartige KratArt verloren. Der Denkapparat steigt aus, der zer um torkelnde Bässe.»
Alltag verstummt, das Hirn fühlt sich an, als
läge es nur noch herum und ruhe sich auf Martina Bortolani / Sonntagszeitung
diesem flauschigen Klangteppich aus. Geknüpft aus Tönen, von denen man nichts
ahnte, die dann aber plötzlich auch ganz
anders können: Bleischwere Gitarrenriffs
20
LES COLLEGUES PASHA
Les Collègues Pasha (ReCDec 78)
«Immer wieder bringen einen die Stücke der
beiden Theatermusiker und Mitglieder der
Begräbniskapelle The Dead Brothers zum
Schmunzeln. Da zischeln auf "L'Anguille"
(Der Aal) seht jazzig Schulers Besen, während sich Omers Akkordeon wohlig in den
Akkorden des James Bond-Themas aalt.
Ganz besonders schön verbinden sich die
Klangfarben von Quetschkommode und Marimba (einer Art Xylofon mit Resonanzkörpern) in "La fausse valse", einem Stück, das
an Erik Saties "éternel tango" erinnert, tatsächlich eher eine Milonga, aber ganz bestimmt kein Walzer ist.»
Thomas Bodmer / Züri Tipp
21
AKSAK MABOUL, TUXEDOMOON, DURUTTI COLUMN und MINIMAL COMPACT. Feat. GILLES MARTIN, STEVEN BROWN, MARC HOLLANDER, VINI REILLY, BLAINE REININGER,
PETER PRINCIPLE u.a.. Veit
LHASA
The Living Road (03) 49:55/12
32
Das langersehnte zweite Album der faszinierenden Sängerin LHASA (Lhase De Sela). Das im
April 98 entdeckte Debut «La Llorona» (97) wurde seither durch Mundpropaganda hier im
Laden 150mal verkauft.
Geboren in New York, aufgewachsen in Mexico und Nordamerika, lebt LHASA heute in
Kanada und Frankreich und sang auf dem Debut spanisch. Seither sang sie im September
2000 auf dem Album «Madame X» von ARTHUR H, im Juni 2003 auf dem neuen Album der
britischen TINDERSTICKS, aber ob ein eigenes neues Album erscheinen würde, blieb lange
ungewiss...
12 Songs, knapp 50 Minuten. 5 Lieder auf spanisch, 4 auf englisch, 3 auf französisch. Im Vergleich zum Debut fehlen Up-Tempo-Nummern wie «La Celestina» oder «Los Peces», die
Stimmung ist – passend zum November – eher schwermütig und melancholisch, aber gleichzeitig ausdrucksvoll und musikalisch reichhaltig. Die leidenschaftliche Stimme von LHASA ist
unverwechselbar, intensiv und warmherzig. Eine knisternde Atmosphäre belebt die manchmal an BJOERK oder MARI BOINE, bzw. HECTOR ZAZOU gemahnenden Arrangements.
Track 3 «Abro La Ventana» klingt, als würde LHASA von CALEXICO oder deren Schattenbrüdern FRIENDS OF DEAN MARTINEZ begleitet. Track 7 «La Confession» gibt den Eindruck,
als hätten die Berliner ELEMENT OF CRIME mit SVEN REGENER an der Trompete im Studio
vorbeigeschaut. Bei Track 9 «Small Song» dürften sich TOM WAITS und die LATIN PLAYBOYS darüber gestritten haben, wer die Künstlerin jetzt begleiten darf.... Veit
LIGETI , GYÖRGY
Ligeti Project 4 (03) 66:01/14
35
No. 4 der neuen Editions-Serie der Werke von LIGETI auf ‘Teldec’: Hamburger Concerto
(1998-03), Double Concerto (72), Ramifications (69) und Requiem (65). SCHÖNBERG
ENSEMBLE, ASKO ENSEMBLE, REINBERT DE LEEUW, HEINZ HOLLIGER u.a.
LIGETI / REICH
African Rhythms (03) 51:05/16
35
Interessante Gegenüberstellung der Werke von STEVE REICH und LIGETI mit afrikanischer
Musik der AKA PYGMIES. Feat. PIERRE-LAURENT AIMARD (p).
LILIUM
Short Stories (03) 45:08/10
32
Bezauberndes Herbst-Album. War das erste Album des 16 HORSEPOWER-Sideprojekts (die
Musiker PASCAL HUMBERT & JEAN-YVES TOLA) rein instrumental gehalten, wurden für diesen Zweitling diverse Gastsänger/innen eingeladen: TOM BARMAN (Deus), DANA COLLEY &
BILLY CONWAY (Morphine), KAL CAHOONE, DAVID EUGENE EDWARDS u.a. Veit
LITTLE ANNIE
& The Legally Jammin’ (03) 40:00/8
24/32
‚No Wave Disco Dub’. Der erste Eindruck lautet: eine zahme Mischung aus BRAINTICKET
«Cottonwoodhill» mit DIAMANDA GALAS light. Oder die weibliche Antwort auf SUICIDE?
Doch je länger ich LITTLE ANNIE (alias ANNIE ANXIETY) kenne, desto mehr bewundere ich
ihre waghalsigen Stilsprünge. Auch LADY JUNE und ANNETTE PEACOCK kommen als Komplizinnen in den Sinn...DANIELLE DAX und KAREN FINLEY... Jedes ihrer bisherigen 4-5 Alben
bedeutete ein irritierendes Comeback, sogar das Debut! Die minimale Besetzung sowie die
internationale Studioarbeit lautet: LITTLE ANNIE (vocals), KHAN (organ,percussion,electronics) & JENDREIKO (guitar,percussion,electronics). Basic Tracks Recorded in Düsseldorf,
Vocals & Percussion in New York City, Overdubs in Mexico City. Additional Percussion On
«Bleach» By CROOKED SCREWS feat. KID CONGO POWERS (ex-GUN CLUB). Siehe vermutlich auch Katalog BEST OF 2005. Veit
LOCASCIULLI, MIMMO
Aria Di Famiglia (82-95/02) 2CD 57:38/13 + 55:52/12 38
LOCASCIULLI, MIMMO &
PATENT OCHSNER
Natalia/Hotel Song (03) 7:45/2
9
Gehört neben PAOLO CONTE und VINICIO CAPOSSELA zu den wichtigsten, nichtkommerziellen Cantautori aus Italien. Eigenwillig und kultiviert präsentiert er hier nebst drei aktuellen
22
Liedern 22 Höhepunkte seiner Karriere von 1982-95. Und weil seine Major-Plattenfirma die
Originalbänder nicht herausrücken wollte, hat Mimmo kurzerhand alle Lieder neu eingespielt
und dem Römer Kleinstlabel Hobo zum Vertrieb überreicht. 20 italienische Musiker/innen
haben ihm dabei geholfen, sowie seine amerikanischen Freunde GREG COHEN (b) und
MARC RIBOT (g). Entspannend, anregend und genussvoll.
Im Sommer 2003 erhielt MIMMO zudem prominente Unterstützung aus Bern, mit einer Single
mit 2 exklusiven Tracks. Veit
LOVE
Forever Changes / Live (03) 2CD 50:17/11 + 16:31/4
32
Wir hätten es dem LOVE-Leader ARTHUR LEE kaum mehr zugetraut, nach jahrelangen Drogen-Exzessen & Knast-Erfahrungen und schwachen Comeback-Alben. Dieses LondonerKonzert wurde seriös vorbereitet: eine wunderbare Neueinspielung des legendären Albums
«Forever Changes» von 1967 vor enthusiastischem Londoner Publikum & mit filigranen Streicher-Arrangements. Spannende Linernotes des in Schweden lebenden Produzenten. Veit
MAGIC BAND
Back To The Front (03) 55:46/16
32
Die MAGIC BAND ohne CAPTAIN BEEFHEART ist zurück, aber furios! Verblüffend gelungene
Neueinspielung von BEEFHEART-Klassikern der Jahre 1967-78, mit begeisternden Linernotes von MATT GROENING, dem Erfinder der SIMPSONS. Feat. GARY LUCAS, DENNY WALLEY, MARK BOSTON & JOHN FRENCH. Veit
MEKONS
Oooh! (02) 37:28/11
32
Ihre beiden Zürcher Konzerte im El Lokal waren eines der Highlights im Herbst 2002! Ein sehr
lustvolles Veteranentreffen, alle Bandmitglieder signierten das druckfrische MEKONS-Buch
und hier ist der Soundtrack dazu: das tolle neue MEKONS-Album! Veit
MIGHTY SPARROW
Hot & Sweet (74/03) 38:51/10
32
«The Godfather Of Calypso And Jamaican Music»! Kult-Album auf Warner (BS2771) von
1974 endlich auf CD! Das beste Album der CALYPSO-Legende SLINGER FRANCISCO, kongenial produziert von VAN DYKE PARKS. Die 20köpfige Band wurde im CD-Booklet leider
nicht aufgelistet, aber unter www.mightysparrow.com dürfte mehr zu finden sein. Bitte direkt
neben «Discover America» (72) von VAN DYKE PARKS hinstellen! Danke! Veit
MISSY ELLIOTT
Under Construction (02) 56:48/14
32
MISSY ELLIOTT setzt wieder neue Massstäbe in R&B, Soul & HipHop. Eine der wohl charismatischten Künstlerinnen, die sich innerhalb der 90er im harten Musikbizz etabliert und bis
heute überlebt haben.
JACKIE MITTOO &
SOUL BROTHERS
Last Train To Skaville (65-67/03) 49:22/16 32/32
«Jackie Mittoo At Studio One», erschienen im Februar 2000 auf dem ‘Soul Jazz’-Sidelabel
‘Universal Sound’, ist einer der meistverkauften ‘Soul Jazz’-Titel. Jetzt erscheint ihr zweiter
Release des ‚Keyboard Kings’. Nicht nur gründete er die legendären SKATALITES, er war
auch erfolgreicher Soloartist und Mitglied von THE SOUL BROTHERS, SOUND DIMENSION
und SOUL VENDORS, sowie ‚Inhouse Producer’ von ‚Studio One’. Mit den SOUL BROTHERS hat er in den Jahren 1065-67 Aufnahmen getätigt und dabei Ska mit Rocksteady verbunden, wie auch Soul-, Funk- und Jazz-Einflüsse einbezogen. Roger
MIYAKE, JUN
Glam Exotica! (03) 56:45/12
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Dritter grosser Wurf des eleganten Maestros aus Japan in der Tradition von MARTIN DENNY
& NINO ROTA, für Europa lizensiert durch das deutsche Label Tropical. HAL WILLNER hat ihn
bereits vor 10 Jahren entdeckt und in Japan Alben produziert. Der Beginn klingt wie AKSAK
MABOUL oder jedes andere Album der «Made To Measure»-Serie. Köstlich, wenn er den
opulenten VAN DYKE PARKS heraushängt wie bei «River Of Gold». Eigentlich ist es Minimal
Music mit einer ausgesprochen exotischen Note. Deshalb auch ausgezeichnete Musik, um
Mode vorzuführen. Erste asiatische Coverversion eines Stückes von ERIK SATIE («Gnossienne 1»). Unzählige japanische Musiker sind beschäftigt, drei Stücke mit Gesang. Veit
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MOGWAI
Happy Songs For Happy People (03) 41:51/9 32
Die sich in luftige Höhen aufschwingenden Schotten MOGWAI, in unmittelbarer Nachbarschaft mit SIGUR ROS und GODSPEED. Veit
MONSTERS
I See Dead People (02) 34:12/14
24/32
Brandneues, sechstes Album einer der wichtigsten Garage Rockbands der Welt, aus dem
beschaulichen Bern! Hinter einem (wie immer) fantastischen Coverartwork finden wir 14 neue
Smasher mit vielversprechenden Titeln wie «Fuck My Brain», «Sonic Nightmares», «Burn In
Flames» oder «Diggin My Grave», welche die MONSTERS in alter Frische und mit überraschenden Surfsound-Einlagen präsentieren. Roger
MONTALBA, GEORGES
Pipe Organ Favourites (57-58/02) 71:10/18
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Es weihnachtet unüberseh- und hörbar, da kommt ein bisschen festliche Orgelmusik doch
gerade recht, nicht? George Montalba nannte sich der Musiker, der in den späten Fünfzigern
Brachial-Klassik von Grieg über Rimsky-Korsakov bis Wagner für seine Orgel bearbeitete
und, damits noch mehr kracht, mit Schlagzeug begleiten liess. Das Resultat ist bizarr wie so
vieles, was zu der Zeit vor allem für den US-Markt produziert und unter dem Begriff «Exotica»
später wieder ausgegraben wurde. Zwei LPs sind auf der CD vereinigt und torpedieren zuverlässig jede feierliche Anwandlung mit einer dröhnenden Mischung aus Zirkusmusik und Kirmesbudenzauber. Dazu passt auch die Diskussion über die wahre Identität Montalbas:
AnhängerInnen der amerikanischen «Church of Satan» behaupten, Anton LaVey, der Gründer
ihres Vereins, stecke hinter den Aufnahmen. Leider bestreitet dies LaVeys Tochter ganz vehement, und so bleibt wohl weiterhin Bob Hunter, ein unbescholtener Herr aus Los Angeles, der
wahrscheinlichste Urheber dieser seltsamen Musik. Was aber nichts ausmacht, dem Teufel
orgelt er hier allemal ein Ohr ab. Dominik
MOREAU, CLARA &
ORCHESTRE
Ces Gens-Le (03) 49:21/14
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Erstes Album der umwerfenden Chanson-Sängerin, Akkordeonistin & Wahlzürcherin CLARA
MOREAU et ORCHESTRE. Enthält Stücke von SERGE GAINSBOURG, THOMAS FERSEN,
JACQUES BREL, HORACIO FERRER, LOUIS ARAGON/LEO FERRE, CHARLES AZNAVOUR,
GABRIELLA FERRI u.a. «Man nehme die Stimme von EDITH PIAF, das lachende Gesicht von
DIMITRI und den Charme von ganz Paris – und sieht CLARA MOREAU»!
NEUWIRTH, OLGA
Bählamms Fest (03) 2CD 49:03/5 + 44:05/7
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Sie ist jung und international erfolgreich, und erst vor kurzem hat sie am «Steirischen Herbst»
ihre zweite Oper «Lost Highway» vorgestellt (nach der gleichnamigen Filmvorlage von DAVID
LYNCH). Haben OLGA NEUWIRTH’s Werke am «Lucerne Festival 2002» unterschiedliche
Reaktionen ausgelöst, so vermochte ihre erste Oper «Bählamms Fest» das Publikum zu
begeistern! Nach einer surrealistischen Familiengeschichte von LEONARA CARRINGTON’s
«The Baa-Lamb’s Holiday» (Libretto: ELFRIEDE JELINEK) schuf Olga Neuwirth ein faszinierendes Musiktheater in 13 Bildern, welches einer akustischen Tauchfahrt in die Psychen
bizarrer Figuren gleicht. Eine frostige Klangwelt, irritierend und beklemmend, jedoch nicht
ohne den Neuwirth-typischen Sinn für’s Schwarzhumorige-Skurrile. Neue Musik meets
Gothic Novel – ein «schauerliches» Hörvergnügen! KLANGFORUM WIEN, Leitung: JOHANNES KALITZKE. Mit auf der Aufnahme: der hervorragende Zürcher Saxophonist RICO
GUBLER. Kairos Production. Michael Heisch
NIBLOCK, PHILL
Touch Food (03) 2CD 73:45/3 + 70:15/5
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NIBLOCK, PHILL
Movement Of People Working (03) DVD
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Der seit Jahrzehnten ohne grosses Aufsehen tätige Komponist PHILL NIBLOCK ist mit seiner
letzten CD «Touch Works» einem etwas breiteren Publikum vorgestellt worden, dies dank seinem Wechsel zum englischen Touch-Label und wohl auch ein bisschen wegen der Tatsache,
dass er JIM O’ROURKEs Hurdy Gurdy-Klänge als Soundbasis benutzte (dessen Hurdy
Gurdy-Drone CD «Happy Days» wiederum von NIBLOCK beeinflusst war). Seine Kompositionen stehen der Minimal Music näher als dem Ambient, führen aber dessen Reduktion ins
Extreme, da NIBLOCK-Tracks nicht durch Abläufe sondern rein durch Dauer definiert sind.
Seine Drones verströmen eine magische Schönheit, ähnlich den besten Arbeiten von CHAR-
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LEMAGNE PALESTINE. Basis ist meist ein einzelnes akustisches Instrument wie etwa ein
Bariton Saxophon, Piano oder Bassklarinette. Diese Klangquellen formt er elektronisch zu
statischen Soundteppichen um, in deren Wogen HörerInnen schwelgen können, welche die
monotone, flächige Minimal Music der Urväter YOUNG oder RILEY nicht als langweilig sondern im besten Falle als psychedelisch bezeichnen würden. Roger
NIGGLI, LUCAS & BIG ZOOM
Big Ball (03) 68:11/8
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NIGGLI, LUCAS & ZOOM
Rough Ride (03) 54:05/7
32
Der Zürcher Schlagzeuger und Bandleader LUCAS NIGGLI sorgte mit dem Trio ZOOM und
den zum Quintett aufgestockten BIG ZOOM für die grosse Überraschung an den Jazzfestivals in Moers, Saalfelden, Willisau u.a. «Rough Guide» im Originaltrio mit dem Posaunisten
NILS WOGRAM und dem Gitarristen PHILIP SCHAUFELBERGER. Auf «Big Ball» stossen der
Klarinettist CLAUDIO PUNTIN und der Bassist PETER HERBERT zur Kerngruppe, Beide CDs
dokumentieren grosse Momente aktueller Jazzmusik und zeigen die künstlerische Stimmungslage von heute, quasi die musikalische Gegenwartschemie.
NIXON, JERRY J.
Gentleman Of Rock’n’Roll (58-64/03) 39:49/18
24/32
Grossartige Wiederentdeckung einer halb verschollenen Rock’n’Roll-Legende aus Yorkshire/England namens JERRY J.NIXON (2.Dez 37- 14.Sept 2001), die ausgezeichnet auf das
Label ‘Voodoo Rhythm’ von BEATMAN passt, der durch GUZ und den in Zürich lebenden
Engländer PHIL HAYES darauf gebracht wurde. Liebevoll editiertes Booklet mit einem späten
Foto des sympathischen, biertrinkenden NIXON.... Veit
HALT! Unsere Detektiv-Abteilung hat ermittelt: Dieses Album ist die genialste Fälschung, die
jemals auf dem Frachter Helvetia entstanden ist! Die Figur ist rein erfunden, ein geübter Blick
auf ein Foto des Booklets zeigt Eidgenosse GUZ neben dem vermeintlichen JERRY J.
NIXON, dargestellt von einem aus dem Kanton Zürich stammenden Statisten, der auch gleich
noch das Foto seines Grossvaters anlieferte! Der gekonnte Sänger heisst PHIL HAYES, mitgespielt haben GUZ & BEATMAN, soviel liess sich bisher ermitteln. Die Fälscher gingen sogar
soweit, fünf originale Single-Ettiketten zu kreieren. Das hatten die zwei bisher besten Fälschungen noch nicht zu bieten: JOHN LURIE mit «The Legendary MARVIN PONTIAC/Greatest Hits» (99) und ROGER ENO mit «Music Of Neclected English Composers» (97). Veit II
M.A. NUMMINEN &
SANNA PIETIÄNEN
Finnischer Tango (03) 65:59/21
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Eine Art Fortsetzung der erfolgreichen Compilation TULE TANSSIMAAN, eingespielt vom finnischen Querkopf M.A.NUMMINEN mit seinem NEORUSTIKALEN TANGO-ORCHESTER
sowie der finnischen Tango-Queen SANNA PIETIÄNEN. Bei vier Stücken bekommen aber
auch NUMMINEN’s absurd-komische deutsche Texte ihren Platz.
NURSE WITH WOUND – Salt Marie Celeste (62:00/1)
STEVEN STAPLETON alias NURSE WITH WOUND ist schrecklich produktiv, deshalb muss
man je länger je mehr auch vorsichtig sein, wenn wieder einmal ein neues Produkt sang- und
klanglos in die Läden gekommen ist. Seine Konsequenz hingegen ist bewunderswert; seit
den späten 70ern veröffentlicht er krude Alben zwischen Geräuschcollage, Krautrock, Industrial-Roots, Ambient, Dada und Minimal Music, ohne jemals dem Reiz erlegen zu sein, seine
Musik ein bisschen zu öffnen, zugänglicher zu machen(*). ‘Salt Marie Celeste’ hätte genau so
gut vor 20 Jahren veröffentlicht werden können, erinnert von seiner Bedachtheit her am ehesten an «Soliloquy For Lilith» von 1988, vom minimalistischen Aufbau her an «Thunder Perfect Mind» von 1992. Das Konzept ist einfach, die Wirkung aber gross. Und wie so oft bei seinen Platten ist Geduld erforderlich. Roger
(*) Ein paar Tage nachdem ich diese Zeilen verfasst habe, las ich, dass STAPLETON gerade
an einer HipHop-Platte arbeitet. Dass darf man doch wohl als Öffnung bezeichnen...
[email protected]Ä
Bäck Tudä Ruth (02) 73:43/18
32/32
Ein Zürcher HipHop-Glanzpunkt mit tollem Bandnahmen und genialem Titel: Bäcktudäruth!
PALANCE, JACK
Jack Balance (69/03) 35:05/11
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Eine Rarität von Warner Bros. 1969: der singende Schauspieler JACK PALANCE! (Euch ist
folgendes Detail bestimmt nicht entgangen: das erste Stück von VAN DYKE PARKS auf «Dis-
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cover America» (1972) hiess «Jack Palance»)! Fans von JOHNNY CASH & LEE HAZLEWOOD
sollten sich diesen kuriosen Songwriter-Leckerbissen nicht entgehen lassen! Erstmals auf CD
auf dem kleinen kalifornischen Label ‘Water’ mit zusätzlichen Linernotes. Veit
mit viel Hall unterlegten Stimmeskapaden à la DIAMANDA GALAS bis hin zum umwerfenden
Schlusstrack, welcher die Noise-Eskapaden von MERZBOW und Konsorten (wortwörtlich)
ins Lächerliche zieht und gleichzeitig überbietet. Roger
PEACHES
Father Fucker (03) 38:12/12
32/32
Feat. IGGY POP! Zweites Album der umstrittenen Performerin PEACHES aus Berlin mit
Power & Verve!
REED, ANGIE
Presents Best Of Barbara Brockaus (03) 44:28/14
24/32
STEREO TOTAL meets CHICKS ON SPEED meets PEACHES meets MO TUCKER. Munteres
Solo-Debut der in Berlin lebenden Künstlerin ANGIE REED, ex-STEREO TOTAL. Die Zeichnungen im Booklet erinnern verblüffend an die amerikanische Berliner Künstlerin DOROTHY
IANNONE. Gekonnter Trash, da bekommen genügend Ikonen wie ANDY WARHOL ihr Fett
weg! Veit
PEARLS BEFORE SWINE
Jewels Were The Stars (69-71/ 03) 4 CD-Box 96
40:53/14 + 32:12/10 + 28:58/11 + 32:42/11. Wem die Arrangements von JOHN CALE’s «Paris
1919» (1973) oder TIM BUCKLEY’s «Goodbye & Hello» (1967) bis heute nachgehen, der wird
bei dieser Box in eine Kathedrale treten! Üppig orchestrierte Songperlen der Hippie-Aera, von
einer meist charismatisch flehenden oder spöttischen Stimme vorgetragen, und mit adäquat
mittelalterlich gewählten Cover-Abbildungen. Nach den zwei legendären Psychedelic-Klassikern auf ESP folgen hier Album 3-6 erstmals auf CD. Veröffentlicht nicht etwa auf ‚Rhino’,
sondern auf dem jungen, aufstrebenden Reissue-Label ‚Water’ (San Francisco). «These
Things Too» (69), «The Use Of Ashes» (70), «City Of Gold» (71) und «...Beautiful Lies You
Could Live In» (71). Einzuordnen irgendwo zwischen DAVID ACKLES, BOB DYLAN, LEONARD COHEN, SCOTT WALKER, INCREDIBLE STRING BAND und JACQUES BREL. Veit
PENGUIN CAFE ORCHESTRA
A History (76-01/01)
96
4CD-Box 65:55/17 + 66:22/17 + 50:52/12 + 69:37/14. Sympathische Anthologie des PENGUIN CAFE ORCHESTRA um Leader SIMON JEFFES, der vor ein paar Jahren an Krebs verstarb. Veit
POHJONEN, KIMMO
Kalmuk (03) 42:15/8
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Plus TAPIOLA SINFONIETTA with ABDISSA ASSEFA & SAMULI KOSMINEN. UNIVERS ZERO
meets APOCALYPTICA! WOVENHAND meets MARI BOINE! Sehr überzeugendes zweites
Album des finnischen Akkordeonisten KIMMO POHJOHNEN. Veit
QUANTIC SOUL ORCHESTRA
Stampede (03) 39:07/10
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Eine coole Mischung aus Jazz & Funk-Einflüssen, namentlich FELA KUTI, alles ohne Samples
eingespielt vom Ensemble THE QUANTIC SOUL ORCHESTRA rund um Leader WILL
HOLLAND.
RACE, HUGO & TRUE SPIRIT
Goldstreet Session (03) 49:51/8
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Nachdem sich eine zeitlang seine Alben zu wiederholen drohten, findet HUGO RACE zunehmend zu einer gelassenen Altersreife, wo er nicht mehr den bedeutungsschwangeren Lyriker
hervorkehren muss. Das klingt dann z.T. eher nach LEE HAZLEWOOD als nach NICK CAVE.
Neben Instrumenten-Vielfalt wie Slide-Guitar, Harfe, Trompete, Bariton Sax, Keyboards,
Maraccas, Posaune, Banjo, Turntables etc. überzeugen die Songs mit einem unaufdringlichen Electronica-Touch. Eines der bisher besten Songalben von HUGO RACE! Eine Instrumental-Fassung von «Is Your Love Strong» findet sich als «Novy Sad» auf «Mil Transit» von
TRANSFARGO, dem Projekt mit dem Zürcher Turntable-Artisten DIMITRI DE PERROT. Veit
RAMAN, SUSHEELA
Love Trap (03) 51:04/11
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Auf dem ersten Album «Salt Rain»(01) coverte sie TIM BUCKLEY’s «Song To The Siren», hier
gibt es mit «Love Trap» einen Tribut an den Ethiopier MAHMOUD AHMED. Zauberhafter Formanstieg von SUSHEELA RAMAN, Tochter tamilischer Emigranten in England. Vergleichbar
mit LILA DOWNS aus Mexico. Veit
RATKJE, MAJA
Voice (02, Rune Gramofon) 47:53/11
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Eine junge Norwegerin legt eine der besten Avantgarde-CDs des Jahres vor.
Vokal-Alben sind oft problematisch – die Reduktion auf die Stimme geht meist einher mit einschläfernder Wirkung beim Zuhörer. Bei ‘Voice’ von MAJA RATKJE ist dies anders, sie geht
schon darum ein kleineres Risiko der Ermüdung ein, weil zwar die Stimme RATKJEs die einzige Soundquelle darstellt, jedoch elektronisch auf die verschiedensten Arten zu schönen
oder auch harschen Klangbildern verform wird. Das reicht vom flächigen Vokalambient über
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REED, LOU
Raven / Ltd. (03) 2CD 51:32/15 + 73:59/21
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REED, LOU
Raven (03) 75:13/21
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Prätentiöses, aber höchst geglücktes Reifewerk von LOU REED. Vielschichtig, geheimnisvoll,
dissonant & ausufernd. Wer es schafft, dieses Album zur Arbeit mehrmals im Hintergrund laufen zu lassen, wird plötzlich mit sich selbst schälenden Austern belohnt. «Perfect Day»
erklingt hier in einer gespenstischen SCOTT WALKER-mässigen Fassung. Dieses Album
stelle ich direkt zwischen den Jarmusch-Soundtrack «Dead Man» von NEIL YOUNG sowie
die von HAL WILLNER produzierten Konzept-Alben. Bei Poetry-Tributes wurde schon manch
akademischer Schabernack getrieben, hier stimmt die Mischung. Mit folgender Crew: JANE
SCARPANTONI, ORNETTE COLEMAN, BLIND BOYS OF ALABAMA, STEVE BUSCEMI, FERNANDO SAUNDERS, ELIZABETH ASHLEY, LAURIE ANDERSON, DAVID BOWIE, STEVEN
BERNSTEIN, KATE & ANNA McGARRIGLE... Erstaunlich, wie bereits die gescheit gekürzte
Version über 75 Minuten funktioniert. Keinesfalls ein Kompromiss, wie mancherorts suggeriert wurde. Mittlerweile ziehe ich die gekürzte Fassung sogar vor, wobei die 2CD schöner
verpackt ist.. Veit
REICH, STEVE
Three Tales (03) 59:39/19 + DVD
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«Hindenburg + Bikini + Dolly». Eine weitere solide und intelligente Arbeit des Minimal-Music
Pioniers STEVE REICH, mit einer DVD von BERYL KOROT.
REINES PROCHAINES, LES
Protest & Vasen (03) 69:25/20
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Ich habe einge Konzerte ausgelassen, die Königinnen aus Basel drohten textlich plakativ zu
werden und begannen sich musikalisch zu wiederholen. Eine Zürcher Show im Frühling 2003
verwandelte mich dann wieder auf wundersame Weise zum alten Verehrer der radikal unterhaltenden Feministinnen. Die von Backstage zu Frontstage gewechselte SUS ZWICK sowie
die zwei neuen MICHELE FUCHS & BARBARA NAEGELIN haben sich definitiv an Deck eingelebt, angetrieben von den Pionierinnen FRÄNZI MADÖRIN & MUDA MATHIS. Bereits der
trashige «Prolog» weckt uns auf in bester FRANK ZAPPA-Manier für das kommende Programm «Protest & Vasen». Es folgt eine unwiderstehliche Mischung aus umwerfenden Schüttelreimen (auf mundart, deutsch, französisch & englisch), zirkusreifen Zigeuner-Fanfaren und
Klezmer-Sprenksel, theatralischen BRECHT/WEILL, bzw. LOTTE LENYA-Einlagen und tränenrührenden Persiflagen aller Herren Ländern, inkl. Mexico und Argentinien. In Track 17
kommt gar die NINA HAGEN auf Besuch. Die Basictracks stammen von einem Liveauftritt in
Berlin, im Studio subtil überarbeitet von Gitarrist WAEDI GYSI & Drummer FREDI FLÜKIGER
(beide ex-PALE NUDES). Auch das Coverbild mit den beschnauzten Politikerinnen « Les Reines Prochaines » ist ein Klassiker. Veit
REISER, RIO
Zwischen Null & Zero (84-95/03) 2CD 68:29/18 + 74:05/14 38
TON STEINE SCHERBEN
Land in Sicht (83/02) DVD + CD 54:00/13
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Welch Reichtum an Melodie und Poesie bergen diese bisher weit verstreuten Schätze. Liebevoll zusammengetragene Anthologie von B-Seiten, Raritäten, Maxi-Mixes & Single-Versionen. 35 Singles in 7», 12» und CD-Format hat RIO REISER zwischen 1984-95 veröffentlicht.
Highlights: die zwei italienisch gesungenen Versionen «Penso A Te» und «»Per Sempre E Te».
Umwerfend!
Die SCHERBEN-DVD ist besonders auch sehenswert dank dem erhaltenen Backstage-Interview mit REISER. Veit
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RHYTHM & SOUND
w/The Artists (03) 50:20/8
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RHYTHM & SOUND
The Versions (03)
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Sänger TIKIMAN musste sich aus rechtlichen Gründen in PAUL ST. HILAIRE umbenennen, das
zweite Album mit RHYTHM & SOUND (aka MORITZ VON OSWALD & MARK ERNESTUS) teilt
er mit anderen Gastsänger/innen. Die seltene Mischung von Minimal Techno mit ReggaeGesang findet endlich seine spannende Fortsetzung. «With The Artists» versammelt die in den
letzten 3 Jahren erschienenen 10inches mit namhaften Gastvokalisten wie JENNIFER LARA,
CORNEL CAMPBELL,SHALOM u.a. «The Versions» enthält die instrumentalen Dub-Versionen,
welche die atmosphärische Dichte und den R&S-Minimalismus auf einen Nenner bringt. Veit
RUCKER, URSULA
Silver Or Lead (03) 62:30/11
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Zweites Album der engagierten Hip Hop-Poetin. Der Flow und die Reime ihrer Geschichten
sind einfach atemberaubend. Wütend und verzweifelt beschreibt sie das Treiben in dieser
Welt. Feat. ROOTS, 4 HERO, JAZZANOVA.
SALUZZI, DINO
Responsorium (03) 63:29/10
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Dino Saluzzi (bandoneon), PALLE DANIELSSON (b) & JOSE MARIA SALUZZI (g).
Responsorium, in der katholischen Kirche ein Antwortgesang, begreift Saluzzi als tönende
Verarbeitung von Eindrücken: Folkloristische Anklänge aus seiner Heimatstadt Campo Santo
bezieht er ebenso in seine Klangsprache ein wie traurige Milonga-Klänge, etwa aus der Provinz La Pampa. Zusammen mit dem Bassisten Palle Danielsson und seinem Sohn zeichnet er
in einem polyphonen Gewebe ein vielschichtiges Bild aus den ursprünglichen Emotionen des
Tangos: Die Melodien schweben mal voller Traurigkeit, mal voller Sehnsucht und Hoffnung.
SANGARE, OUMOU
Oumou (03) 2CD
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50:47/10 + 50:03/10. Die bekannteste weibliche Stimme Malis ist zurück mit ihrer ersten CD
seit 7 Jahren. «Oumou» erscheint als 2CD zum Sonderpreis, denn neben den 8 neuen Songs
erhalten wir eine «Best Of», 12 Tracks ihrer bisherigen drei Alben. Damit gibt es nach «Spezialist In All Styles» von ORCHESTRA BAOBAB einen weiteren neuen Release von einer Artistin der alten Garde der ‚World Circuit’-Family.
SARBACH
Süess (03) 44:04/20
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Das aktuelle vierte Album von PETER SARBACH aus Thun heisst «Süess», nach «Fiin» (97),
«Weich» (99), und «Härzig» (01). Mit diesen betont kindlichen, naiv wirkenden Titeln legt Sarbach bewusst eine falsche Fährte. Nicht dass wir ihn mit seinem skurrilen Charme nicht
sofort ins Herz schliessen dürfen, aber da warten noch mehr Abenteuer auf uns, die es zu
erfahren lohnt. Sein Gastmusiker EDDIE FELDMANN machte mich mit Verspätung im Herbst
2000 im Rec Rec Laden auf die Existenz der einzigartigen Alben von Peter Sarbach aufmerksam. (Relevante Musik zu entdecken beruht ja längst nicht so häufig auf reiner Eigenleistung,
wie so viele Musikfans in Fachgesprächen gerne zu behaupten versuchen). Ich kannte Eddie
als Kunde mit ausgesuchtem Geschmack: Jonathan Richman, Ramones, Jad Fair... Dann
fragte er nach einem der ausgeflipptesten Songwriter der ganzen Rockgeschichte, dem 1969
von Frank Zappa produzierten WILD MAN FISHER. Plötzlich konnte die Festplatte meines
Gehirns einen brauchbaren Link herstellen und spuckte: Sarbach!
Geistreich, merkwürdig und absurd sind die Geschichten, die uns das schlaue Schlitzohr,
Troubadour PETER SARBACH zu erzählen hat. So ist auch nicht erstaunlich, dass er in 18monatiger Vorbereitungszeit eine perfekt durchgetimte Schweizer Tournee auf die Beine
gestellt hat, die ihn vom 1.– 30. April 2003 an dreissig Orten auftreten liess, das ganze Equipment auf den Rücken geschnallt, alle Etappen auf dem Velo zurücklegend, inkl. Dopingkontrolle und Bergpreis. Solange sich das Berner Label Soundservice neben den Grossverdienern Gölä und Polo Hofer solche «Spinner» wie PETER SARBACH «leistet», ist die Schweizer
Musiklandschaft noch halbwegs in Ordnung. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass
die Tonträger von SARBACH neuerdings einen logistischen Ausflug nach Holland machen,
bevor sie in den Schweizer Plattenläden landen. Kürzlich hat nämlich Emi Schweiz, der Vertrieb von Soundservice, ihre Auslieferung europaweit dezentralisieren lassen. Veit
SCANNER
Warhol’s Surfaces (03) 60:02/9
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Das Label ‚Intermedium’ wurde vom Bayrischen Rundfunk initiert und überascht immer wieder mit interessanten Konzept-CDs international bekannter Experimental-Musiker. Der Eng-
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länder ROBIN RIMBAUD alias SCANNER hat mit seinen berauschenden und flirrenden
Ambientsounds und raren Originalaufnahmen von ANDY WARHOL’s Stimme ein dichtes Hörstück entworfen, welches in 9 Tracks unterteilt worden ist. Vom Konzept her ist man natürlich
sofort an seine 1997 erschienene CD «The Garden Is Full Of Metal» auf ‚SubRosa’ erinnert,
für die er mit Tondokumenten des Regiesseurs DEREK JARMAN gearbeitet hat. Roger
SCHWITTERS, KURT
Von der Gurgel bis zur Zehe (03) 2CD
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63:40/35 + 30:20/5. Neueinspielung der Werke des berühmt gewordenen Dadaisten KURT
SCHWITTERS, genüsslich und virtuos vorgetragen von BERND RAUSCHENBACH (*1952),
Mitarbeiter im ARNO SCHMIDT-Archiv und übrigens einer der allerersten RESIDENTS-Fans
in Europa. Neben der Lautpoesie CD 2 «Die Ursonate» des Autors, Malers & Merz-Künstlers
SCHWITTERS, hören wir auch 35 Beispiele seiner Humoresken und absurden Prosa. Veit
SCOTT, JIMMY
Falling In Love Is Wonderful (62/02) 38:38/10 32
«The Original! Unavailable Since 1963! Featuring RAY CHARLES As Producer And On Piano».
Hemmungsloses Schwelgen ist hier erlaubt. Ein Schlüsselalbum des schwarzen Jazzsängers
(LITTLE) JIMMY SCOTT mit der sagenumwobenen hohen Stimme, vor zehn Jahren für uns
von ROBERT WYATT entdeckt, der ihn auf einer Top Ten-Liste aufführte. Veit
SENSATIONAL
Natural Shrine (03) 39:56/14
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Der aus Brooklyn stammende Rapper SENSATIONAL ist der wohlunorthodoxeste Vertreter
des heutigen HipHop. Nach einem kurzen und musikalisch wenig fruchtenden Ausflug auf
Mike Patton’s ‚Ipecac’-Label ist er wieder zurück im Mutterhaus ‚Wordsound’ und beschert
uns mit «Natural Shrine» einen Knaller, wie ihn nicht mal seine langjährigen Anhänger erwartet hätten. Statt dass er, wie beim letzten ‚Wordsound’-Album «Heavyweighter» angedeutet,
etwas sanfter und gemässigter als früher an die Arbeit geht, ist «Natural Shrine» gerade seine
bisher härteste Platte geworden, deren knallenden Beats manchmal schon fast an die Brachialästhetik von DÄLEK oder TECHNO ANIMAL erinnern. Roger
SIMIAN
We Are Your Friends (02, Source) 40:45/12 28/32
Seit Monaten lädt das zweite Album der jungen Briten SIMIAN wöchentlich meine Batterien
auf. Bereits das verspielte Elektro-Pop-Debut «Chemistry Is What We Are» liess im August
2001 aufhorchen. Das durchtriebene Quartett verfeinert exhaltierte Glam-Rock-Einflüsse auf
höchster Ebene. Intelligent wie WIRE und XTC, schmachtvoll wie JAPAN oder SOFT CELL,
garniert mit unwiderstehlichen, mehrstimmigen BEACH BOYS-Chorälen. Vermeintlich stampfende Techno-Beats verwandeln sie in 12 einzigartige Songperlen, gekrönt von der futuristischen Ballade «She’s In Mind». BRIAN ENO hatte mit seinen frühen Popalben Ähnliches im
Sinn gehabt....und nach Absuchen des Covers, klärt sich auch auf, warum: «Thanks To BRIAN
ENO For Advice, Oblique Strategies & For Lending Us Toys». Eine Offenbahrung! SIMIAN are
SIMON LORD, JAMES FORD, JAS SHAW & ALEX MACNAGHTEN. www.wearesimian.com Veit
SMOG
Supper (03) 43:36/9
28/32
SMOG aka BILL CALLAHAN hat ebenso wie z.B. WILL OLDHAM seine eigene, jugendliche
Songwriter-Sprache entwickelt. Beeindruckend wie er es schafft, eigentlich noch nie ein
durchschnittliches Album abgeliefert zu haben. Es gibt die Einflüsse von NICK DRAKE, LOU
REED, PETER HAMMILL, HOWE GELB, SKY BIRD, TINDERSTICKS, CATHAL COUGHLAN
etc...Speziellen Gruss an meine Buchhalterin Iren, die SMOG über alles liebt und gedroht hat,
mich umzubringen, wäre diese Scheibe nicht unter den BEST OF 2003... wie Recht sie hat. Veit
SOLAL, MARTIAL
A Bout De Souffle / OST (59-64/ 02) 48:50/21 24
Kennen Sie den Film «About The Süffel»? 1978 hatte dieser Kultfilm mit JEAN-PAUL BELMONDO & JEAN SEBERG meinen ganzen Freundeskreis gleichaltriger 19-jähriger Jünglinge
infisziert... da ich schon damals bezüglich französischer Sprache ein Idiot war, nervte ich
zahlreiche Leute mit der Frage: Kennst Du den Film «About The Süffel»? Cooler Soundtrack,
keine Frage... Veit
SOLER, PADRE ANTONIO
SOLER, PADRE ANTONIO
Keyboard Sonatas (89/95) 70:35/12 M. Cole
Sonatas (99/Emi) 70:09/13 M.L.Hinrichs
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SOLER, PADRE ANTONIO
9 Sonatas (99/Fleurs de Lys) 54:24/9 J. Petric
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SOLER, PADRE ANTONIO Sonatas Para Piano (67/03) 41:37/8 A.de Larrocha
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Die «Complete Works For Harpsichord» von PADRE ANTONIO SOLER (1729-83), eine 12 CDBox auf Auvidis, eingespielt vom Holländer BOB VAN ASPEREN, habe ich mir selbst zu Weihnachten geschenkt. Nichts im Leben hat mich darauf vorbereitet, dass ich Ende 1999 plötzlich auf einen spanischen Barock-Musiker abfahren würde. Die ursprüngliche Ursache war
eine Fehllieferung der Firma EMI, eine SOLER-CD für Fortepiano und Harpsichord von MAGGIE COLE, die ich in der Folge zum «Leidwesen» meiner Freundin Maria nicht mehr hergeben
wollte. Das «ewige Geklimper» ging ihr auf die Nerven. Verständlich, kannte ich in diesen
Tagen doch nur eine Taste: Repeat. Da mussten höhere Mächte im Spiel sein, dass diese
Klänge meine Seele derart zum Schwingen brachten. (Möglicherweise könnte es damit
zusammenhängen, dass mir der Spinett spielende Butler aus der ADAMS FAMILY-Serie
schon immer speziell gefallen hatte). Besonders angetan hat es mir die die «Sonata No.18 in
C Minor». Etwas weicher im Anschlag, und ziemlich ausgereift, spielt die deutsche Pianistin
MARIE-LUISE HINRICHS eine Auswahl der Sonaten. Der Kanadier JOSEPH PETRIC schliesslich hat SOLER effektvoll für das Akkordeon transkibiert. Inzwischen geht SOLER wie
selbstverständlich in unserem Haushalt ein und aus. Er hat einen Nachschlüssel bekommen.
Wir begrüssen uns würdevoll, wenn wir uns begegnen.
Dieser Text stammt vom Frühling 2000 und gilt immer noch. Mein guter Riecher für Schattengewächse hat mich nicht verlassen. Inzwischen weiss ich, das es kein verbürgtes Gemälde
von SOLER gibt und er oft erst nach seinem Lehrer, dem Italiener SCARLATTI genannt wird.
Trotzdem ist die Diskographie heutzutage enorm angewachsen und 2003 ist eine wichtige
Ergänzung erschienen, 1967 eingespielt von der damals 44jährigen Spanierin ALICIA DE
LARROCHA. Veit
DOORS und den Koloss Alkohol/Drogensucht. Nach MORRISON’s Tod versucht er den
damals völlig überdrehten IGGY POP zu managen, verfällt selbst dem Heroin und findet erst
nach haarsträubenden Erlebnissen schliesslich den Ausgang... Ein eindrücklicher Bericht!
Heilsam für alle, die der schwarzen Romantik verfallen sind... Veit
STEINBRÜCHEL
Circa (03) 72:04/12
32
Erstes Full-Lenght-Album des Zürchers RALPH STEINBRÜCHEL auf amerikanischem Label.
Basierend auf einer Installation im Zürcher Platzspitz am 9. August 2001. Ein experimenteller
Ambient-Genius. Veit
TARMAC
Notre Epoque (03) 43:40/14
32
Munter auch der Zweitling der LOUISE ATTAQUE-Splitband TARMAC, entspannt & fliessend.
Ein weiterer Leckerbissen für unsere langjährige Frankreich-Abteilung.
STREIFF SEXTET, CO
Qattara (02) 56:18/11
32
Langerwartetes Debut des CO STREIFF SEXTET mit arabischem Touch, mit einer bewährten
Band, die schon beim Zirkus FEDERLOS und bei KADASH mit dabei war: BEN JEGER
(p.acc), FREDI FLÜKIGER (dr), TOMMY MEIER (sax,cl), CHRISTOPH GANTERT (tp) und
CHRISTIAN WEBER (b).
STRUMMER, JOE
Streetcore (03) 41:44/10
28/32
CLASH
Essential Clash (77-85/03) 2CD 61:35/21 + 77:44/20
CLASH
Essential (03) DVD
42
Kürzlich war es soweit! Meine 14 jährige Tochter, die ich in all den Jahren in keiner Weise
musikalisch beeinflusst habe, fragte «Häsch öpis vo dä Clash?». Ich konnte ihr soweit dienen,
dass ich «London Calling» aus dem Zimmer holte und versprach, mich noch um anderes
Material zu kümmern. Entzückt hat mich die DVD «Essential Clash» mit Konzertmitschnitten,
Promo-Videos und einem bisher unveröffentlichten Schwarz/Weiss-Stummfilm «Hell W10»
mit unterlegten Clash-Instrumentals. Veit
STUCKY, ERIKA
Love Bites (03) 57:30/13
32
Begeisterndes zweites Soloalbum der im Wallis und Amerika aufgewachsenen Zürcher Sängerin ERIKA STUCKY, die den Jazz-Kontext kontinuierlich auslotet Richtung Cabaret, Popular, World etc. Inkl. dem Highlight «Trust In Me» aus dem Disney-Film «Dschungelbuch». Internationale Ausstrahlung auch Dank konstantem ZAPPA-Appeal und hervorragendem Line-Up:
RAY ANDERSON (tb, voc), LEW SOLOFF (tp), KNUT JENSEN (g,electronics), DARJA ALBIKER (violin) u.a. Veit
SUGERMAN, DANNY
Wonderland Avenue (89/02) Buch/Deutsch
35
Eines der besten und authentischsten Bücher über Rockmusik. Mit 12 Jahren kommt DANNY
SUGERMEN (*1954) in Los Angeles per Zufall in Kontakt mit JIM MORRISON & THE DOORS
und sein Leben ändert sich schlagartig... Ein Bericht aus dem Inneren, über den Mythos
30
SUN RA
It’s After The End Of The World (70/03) 49:26/5
32/32
Das war mit 17 im heissen Juni 76 meine allererste SUN RA Scheibe! Weshalb? Sie hatten
denselben Coverartisten angeheuert wie meine Singer/Songwriter-Favoriten PEARLS BEFORE SWINE! Name? HIERONYMOUS BOSCH! Auf LP kommt dieses Cover natürlich
besonders toll zur Geltung! Die Musik? Phänomenal! Nicht unweit von «Nuits De La Fondation Maegt». Veit
SUPER NUMERI
Great Aviaries (03, Ninja) 41:55/8
24/32
Und hier die nächste Ueberraschung: SUPER NUMERI aus UK auf Ninja Tune. «Psychedelic
Journeys That Recalls 70’s MILES DAVIS and CAN Without Seeming Beholden To Either».
Stimmt! Ein Highlight! Veit
SYLVIAN, DAVID
Blemish (03) 43:47/8
34
Spannendes Spätwerk des ehemaligen JAPAN-Sängers, abenteuerlich begleitet von Jazzgitarrist DEREK BAILEY und Elektroniker FENNESZ. War kürzlich erstmals in Zürich, etwas
bleich und statisch, auf die Länge monoton, aber endlos faszinierend und mit einem erstaunlich aufmerksamen Publikum, auch bei den leisen Passagen. «Blemish» war lange nur direkt
über seine Homepage lieferbar, nun hat Mike (Smart Distribution) die Kohlen aus dem Feuer
geholt. Veit
TELEDUBGNOSIS
Magneatic Learning Center (03) 58:35/10 28/32
21st Century Dub From Members Of SWANS, PRONG & GODFLESH. Das Projekt TELEDUBGNOSIS um TED PARSONS (ex-Drummer von SWANS, PRONG und GODFLESH) ist die
neueste, kreative Frischzelle des New Yorker ‚Word Sound’-Labels. Zusammen mit den beiden Multiinstrumentalisten JASON WOLFORD und GREG GRINELL liefert er furiosen und
organischen Dub/Hip Hop mit Bässen, die die Hosen flattern lassen. TELEDUBGNOSIS verfolgen einen ähnlichen Sound wie der ‚Word Sound’-Labelboss SPECTRE, BILL LASWELL
mit seinen Dub-Projekten oder ADRIAN SHEERWOOD mit ‚On-U Sound’. Dazu gibt es zwei
gewaltige Remixe von THE BUG (alias KEVIN MARTIN von TECHNO ANIMAL) und TECHLEVEL 2 (alias JUSTIN BROADRICK von TECHNO ANIMAL). Roger
JIMI TENOR
Higher Planes (03) 52:51/12
28/32
Konsequent setzt JIMI TENOR seinen Weg auf den Spuren von FRANK ZAPPA’s «Grand
Wazoo» fort und übertrifft sich selbst. Veit
TETES RAIDES
Qu’Est-Ce Qu’On S’Fait (03) 50:07/15
32
Ein sicherer Wert der französischen Chanson-Szene bleiben TETES RAIDES (Hauptvorsteher
des ‘Tot Ou Tard’-Labels), die eben nicht nur tiefsinnig, sondern auch erfrischend witzig
daherkommen, inkl. (einmal mehr) umwerfenden Collagen-Phantasien im stabilen HardcoverBooklet. Französische ELEMENT OF CRIME treffen auf die 17 HIPPIES, lesen BORIS VIAN
und trinken gerne Rotwein. Veit
TIGER LILLIES &
KRONOS QUARTET
Gorey End (03) 44:55/13
35
Eine originelle Idee, die THEATERSPEKTAKEL Zürich-erprobten TIGER LILLIES zusammen
mit dem KRONOS QUARTET Werke des kürzlich verstorbenen Pessimisten EDWARD
GOREY (siehe auch MICHAEL MANTLER 1976 und MAX NAGL 2000) zu vertonen. Sehr
schönes Booklet. Der Back-Katalog der TIGER LILLIES ist zurzeit erstmals komplett bei uns
erhältlich! Veit
31
TINDERSTICKS
Waiting For The Moon (03) 45:44/10
32
Alle zwei Jahre ein neues TINDERSTICKS-Album, und diesmal gibt es ein delikates Duett von
Sänger STAPLES mit der gebürtigen Mexikanerin LHASA DE SELA. Ihr Debut von 98 wurde
hier ebenso viel verkauft wie sämtliche TINDERSTICKS-Alben in zehn Jahren zusammen,
nämlich rund 140 Ex. Veit
TIN HUEY
Contents Dislodged During Shipment (79/03) 31:38/11 32
Verblüffendes Wiederhören nach 24 Jahren! Das Bindeglied zwischen englischer CanterburyScene und amerikanischem Progressiv-Rock der 80er. Ziemlich funky & steady & straight.
Anklänge an GONG, ZAPPA, HENRY COW, ROXY MUSIC, DEVO und B52. Bläser RALPH
CARNEY landete später bei TOM WAITS... Veit
TOBIN, AMON
Out From Out Where (02) 56:56/11
32
Viertes Album meines liebsten Electronica-Klangzauberers AMON TOBIN, wieder auf Ninja
Tune in exquisiter Verpackung und einer ERIK SATIE-Adaption. Veit
TOMAHAWK
Mit Gas (03) 41:09/11
32
Die zweite CD von MIKE PATTON’s Ueberschall-Angriff TOMAHAWK, Live am 7. Juli 03 mit
MELVINS in der Roten Fabrik.
TOPLEY BIRD, MARTINA
Quixotic (03) 51:12/13
32
Das erinnert an die besten Momente von PJ HARVEY, PORTISHEAD und ERYKA BADU.
Spannendes erstes Soloalbum der früheren TRICKY-Sängerin MARTINA TOPLEY-BIRD,
abwechslungsreich und mit Strings hervorragend arrangiert. Eine charismatische Stimme,
begleitet von MARK LANEGAN, JOSH HOMME, DAVID HOLMES, TRICKY, TCHAD BLAKE
u.a. Veit
TRANSFARGO
Mil Transit (03) 67:01/10
32
Das Debut «Mil Transit» des australisch-schweizerischen Duos TRANSFARGO präsentiert
eine beindruckend sphärische wie tiefseetaucherische Musik, die auch gut auf das ECMLabel von Manfred Eicher oder Obscure Records von BRIAN ENO gepasst hätte. Es erinnert
phasenweise an GODSPEED YOU BLACK EMPEROR aus Kanada, oder klingt wie STEPHAN
WITTWER nach Studium der Wüstenrock-Combo CALEXICO. Der experimentelle DJ DIMITRI DE PERROT (Hoi, Gopf, Do It, Gambling, Gods & LSD) stammt ursprünglich aus Neuchâtel, der australische Gitarrist HUGO RACE (True Spirits, Nick Cave & The Bad Seeds) lebt
halbjährlich in Sizilien. Beide haben auf Tourneen zahlreiche Länder bereist, diese sinnlichen
Eindrücke sind deutlich hörbar. Das Resultat ist eine moderne, ausgereifte Nomandenmusik,
die manchmal auch an die Gesänge der Wale erinnert. Veit
TRAORE, ROKIA
Bowmboi (03) 60:14/10
32
Mit den ersten beiden Alben «Mouneissa» (98) und «Wanita» (00) hat sich ROKIA TRAORE zu
einer der interessantesten Künstlerinnen Westafrikas entwickelt. Auf ihrem dritten Album
kombiniert sie auf atemberaubende Weise ihre Wurzeln, die in der traditionellen afrikanischen
Musik liegen, perfekt mit ihrer eigenen modernen Weltanschauung. «In der heutigen Zeit
nimmt man all diese verschiedenen Klänge auf und sie sind ein Teil von mir. Ich mache Musik
als eine Person, die Jazz, Klassik, Rock und Pop gehört hat – alles mögliche von Louis Armstrong bis Serge Gainsbourg, genauso aber auch die afrikanischen Griots». Nicht erstaunlich
deshalb auch, dass das KRONOS QUARTET an zwei Songs beteiligt ist.
TRICKY
Vulnerable (03, Epitaph) 44:58/13
TRICKY ist hier etwas zugänglicher geworden, bleibt aber unverkennbar TRICKY.
VALENTIN, KARL
Gesamtausgabe (1928-47/02) 8CD-Box
102
VALENTIN, KARL
Die Kurzfilme (03) 3DVD-Box 7 Stunden
116
Valentin endlich komplett! Rechtliche Gründe haben diese Edition um Jahre hinausgezögert.
Das geniale Gesamtwerk des bedeutenden Münchner Komikers Karl Valentin (1882-1948),
das Vorbild von Polt und Achternbusch, Emil und César Keiser. Mit seiner treuen Partnerin
Liesl Karlstadt hat Valentin 126 Szenen & Lieder geschaffen, gefüllt mit subversivem Humor,
aberwitzigen Pointen und bizarren Wortschöpfungen wie «Familieneinmischungsdifferenzen». Trotz hoher Sprachvirtuosität entsprach das Werk unmittelbar den Lebenserfahrungen
der einfachen Leute seiner Generation. Die kindliche Hauptantriebsfeder, im Dialog möglichst
immer alles wörtlich zu nehmen, trieb bei Valentin die tollsten Blüten. Ein Hochgenuss der
geistvollen und aufheiternden Sorte. Veit
VA
CITY OF GOD
OST / Remixed (03) 74:55/16
32/32
14 Remixe von zumeist Brasilianischen DJs und Produzenten, basierend auf dem OriginalSoundtrack des Films «Cidade De Deus» (City Of God). Enstanden ist dabei ein erstaunlich
homogener, intensiver Reigen zwischen allen Stilen moderner elektronischer Musik und
basierend auf dem Sound Brasiliens. Mit DIFUSORA, MEITZ, APOLLO 9, INSTITUTO, DRUMAGICK, MAD ZOO, RENATO COHEN u.a.
VA
CLICKS & CUTS
3 62:42/12 + 62:26/11
38
Drittes Volume der legendären Sampler-Serie ‘Clicks & Cuts» auf Mille Plateaux. Weitere
zukunftsgerichtete Musik zwischen Techno und abstrakter Elektronik. Diesmal mit SND,
FRANK BRETSCHNEIDER, ALVA NOTO, LUOMO, ANTONELLI ELECTRONICS, RECHENZENTRUM, EKKEHARD EHLERS, DAT POLITICS u.a.
VA
CRAMMED GLOBAL
SOUNDCLASH (80-89/03) 3CD
35
68:24/35 + 68:16/22 + 27:37/5. Crammed Disc in Belgien hat 12 frühe Alben neu herausgebracht, darunter die erste AKSAK MABOUL und das HONEYMOONKILLERS-Album! Dazu
gibt es diese hübsche Fan-Edition in Box mit Booklet und Bonusdisc (Remixes), zahlreiche
exklusive CD-Tracks. Auch einzeln, siehe unten:
VA
CRAMMED GLOBAL
SOUNDCLASH 1 / World Fusion (80-89/03)
24
68:24/35. Feat. HERMINE, ZAZOU, LEW/BROWN, BENJAMIN LEW, AKSAK MABOUL,
MAHMOUD AHMED, FAMILY FODDER, PETER PRINCIPLE, SONOKO, TUXEDOMOON etc.
VA
CRAMMED GLOBAL
SOUNDCLASH 2 / Electrowave (80-89/03)
24
68:16/22. Feat. AKSAK MABOUL, MINIMAL COMPACT, HONEYMOONKILLERS, BEL
CANTO, ZAZOU/BIKAYE, DES AIRS, TUXEDOMOON, BAND APART, KAREN FINLEY u.a.
28/32
TWILIGHT CIRCUS
The Essential Collection (95-02/02) 46:14/12 24
RYAN MOORE war langjähriges Mitglied der LEGENDARY PINK DOTS, hat aber nebenbei
schon seit 95 in Holland das Solo-Projekt TWILIGHT CIRCUS DUB SOUND SYSTEM am
Laufen. Sehr sympathischer, empfehlenswerter und hoch angesehener Instrumental-Dub, mit
deutlicher LPD-Handschrift. Eine Midprice-Anthologie zum Einstieg. «One Of The Most Creative And Original Dub Wizards In The World» (Reggae Vibes). Veit
32
URSA MINOR
Silent Moving Picture (03) 35:47/10
32
Neben DAYNA KURTZ für mich die schönste Frauenstimme im 2003. Wunderschönes Debut
von MICHELLE CASILLAS mit dem New Yorker Trio URSA MINOR auf ‘Smells Like Record’,
produziert von TONY SCHERR. Gitarre, Stehbass, Keyboards, Accordion, Percussion &
Gesang. Erinnert an CAT POWER und das LULLABY BAXTER TRIO, manchmal drücken auch
die 60er Jahre durch mit JONI MITCHELL & LAURA NYRO. Track 2 klingt wie eine Mischung
von PORTISHEAD und dem Leitmotiv von «Stairway To Heaven» (LED ZEPPELIN). Der Sound
strahlt eine erfrischende, improvisierte Note aus und die Sängerin kennt sich in der Schule
aus, denn: unbekümmert wie SHELLEY HIRSCH trällert sie in Track 7 plötzlich das Fragment
einer berühmten Melodie von MARY HOPKIN, ohne dies der Suisa anzumelden! Das Cover
ist sehr unauffällig, das Album wird daher hier besonders hervorgehoben!!! Veit
VA
DEFINITIV 2
Zürich 1987-97 (03) 2CD
42
73:00/20 + 78:04/18. 17 Jahre nach dem geschichtsträchtigen DEFINITIV-Sampler 1976-86
über Zürichs Punk- und Wave-Szene der 70er und 80er Jahre, findet die historische Aufarbeitung der Pop/Rock-Standortes Zürich eine Fortsetzung. Dieses Zeitdokument erscheint
als luxuriöses Doppeldigipak mit 32-seitigem Booklet. Feat. WEMEAN, SWANDIVE, CRANK,
PRIMITIVE LYRICS, RAMS, YELLO, FLEISCH, SCUBA DIVERS, GIGI MOTO, NORDLAND,
FEMALE TROUBLE, STEPHAN EICHER, HILLBILLY HEADHUNTERS, BABY JAIL, CYRANO,
GANGLORDS, PLAYBOYS, CORONER, WELTTRAUMFORSCHER u.a.
33
VA
FRIDA
OST (03) 52:47/24
32
Nach den den Kritiken zu schliessen habe ich bereits das Schlimmste befürchtet, doch für eine
Hollywood-Produktion ist die Verfilmung des verrückten Lebens der mexikanischen Malerein
FRIDA KAHLO gar nicht so übel. Zurecht wurde LILA DOWNS für den Soundtrack engagiert
(obwohl LHASA meiner Meinung nach ebenso geeignet gewesen wäre!), die im Film selbst
auch auftaucht, wie auch Altmeisterin CHAVELA VARGAS. Zum Schluss gibt es mit «Burn It
Blue» sogar noch ein englisches Duett von LILA DOWNS mit CAETANO VELOSO. Veit
VA
LES TRIPLETTES DE BELLEVILLE / OST (03) 50:41/19
32
Dieser Soundtrack von BEN CHAREST zum französischen Trickfilm « Les Triplettes De Belleville » (SYLVAIN CHOMET) wird diesen Herbst bestimmt Furuore machen ! Für Fans von
TIGER LILLIES, JOSEPH RACAILLE, ENSEMBLE RAYE usw. (Das Gegenteil vom Soundtrack
« Goodbye Lenin », mit dem sich YANN TIERSEN ins Abseits stellt, in einer Reihe mit dem
Xten Retorten-Filmsoundtrack von Philip Glass oder Michael Nyman). Veit
VA
MAN WHO CRIED
OST (01) 53:51/17
32
Der Film von SALLY POTTER (mit JOHNNY DEPP & CHRISTINA RICCI in den Hauptrollen)
lief im April 01 in Zürich keine 10 Tage. Trotzdem hat sich seither diese CD zum vollendetsten
Soundtrack der letzten 25 Jahre entwickelt. Vier Ebenen verzahnen sich hier aufs Unglaublichste: Ergreifende BIZET-, VERDI- und PUCCINI-Arien , intoniert vom neuen italienischen
Startenor SALVATORE LICITRA; fünf temperamentvolle, bisher unveröffentlichte Tracks der
rumänischen Zigeuner-Kapelle TARAF DE HAIDOUKS; das KRONOS QUARTET auf dem
emotionalsten Level, sowie der legendäre Song «Gloomy Sunday» mit der zärtlichen, goldenen Stimme von IVA BITTOVA. Veit
VA
MAN WITHOUT A PAST OST (02) 51:57/14
32
Der erste KAURISMÄKI-Soundtrack, der regulär für Deutschland erscheint, eine treffende
Ergänzung zum Longseller TULLE TANSSIMAAN = Finnischer Tango bei Trikont. Mit MARKUS ALLAN, ANTERO JAKOILA, TAPIO RAUTAVAARA, MASAO ONOSE u.a. Aufgelockert
mit Blues von BLIND LEMON JEFFERSON, finnischem Surf-Rock und anderem schrägen
Exotica. Eine sehr schöne Scheibe. Veit
VA
MOUTHWATERING
Home Crowd (03) 73:17/16
32
Auffallend schön dunkelgrünes Digipak in Plastik. Zweitling des Berner Kollektivs, ein erstklassiger DJ-Mix mit ROOTS MANUVA, PRESSURE DROP, ODORI ALLSTARS, STEVE BUG
u.a.
VA
Ultimate East Village
80’s Soundtrack (78-80/03) 59:40/22
32
Aus dem Umfeld des legendären, bisher aus rechtlichen Gründen nie auf CD erschienenen
NO NEW YORK-Samplers (produziert 1978 von BRIAN ENO). Auf dem in Frankreich reaktivierten ZE-Label erleben wir die radikale, nihilistische Seite von ‚No Wave’: feat. JAMES
WHITE, LIZZY MERCIER, LYDIA LUNCH, SUICIDE, MARS, TEENAGE JESUS, ROSA
YEMEN, ARTO/NETO u.a.
VA
NEW YORK NO WAVE
NEW YORK NOISE
Dance Music
New York Underground (78-82/03) 71:09/16 32/32
Der zweite Sampler zum Thema, diesmal auf ‘Soul Jazz Records’, auch auf 2LP. Grandiose
Tracks von LIQUID LIQUID, ESG, DINOSAUR L, GLENN BRANCA, MARS, DNA, MATERIAL,
BUSH TETRAS, DEFUNKT, CONTORTIONS, LIZZY MERCIER etc.
VA
OHREWÜRM
4 (03) 47:27/15
32
Erstaunlich wie gut die ursprüngliche Idee des Musikers & Autors MICHA LEWINSKY, eine
Gegenwelt zu den braven Kinderliedern zu kreieren, seither vom Zürcher Plattenlabel ‚Tudor’
verwaltet wird. Das hat damit zu tun, dass kein Overkill stattfindet, die eintreffenden Beiträge
sorgfältig sondiert werden. Ganze fünf Jahre wurde intelligenterweise seit dem Vol. 3 im Nov
98 gewartet. Neben bereits bekannten Namen wie MERFEN ORANGE, GUSTAV, SINA, SALTBEE, STOP THE SHOPPERS, JEAN ET LES PEUGEOT, CORIN CURSCHELLAS & GARDI
34
HUTTER, LINARD BARDILL etc. gibt es einige Newcomers zu entdecken. Der Höhepunkt ist
bald ausgemacht: Die Theater-Regiesseurin MERET MATTER, Tochter des berühmten Berner
Troubadours, gibt ihren Einstand als Sängerin mit «Prinzässin», begleitet vom welschen Duo
LES COLLEGUES PASHA, also mit PIERRE OMER (Akkordeon, Toy-Piano, Mandoline) &
DENIS SCHULER (Perkussion, Tuba). Veit
VA
RUSSENDISKO
Hits (03) 48:58/16
32
Seit drei Jahren erfährt die RUSSENDISKO in Berlin einen Boom. Trikont München hat dazu
einen passenden Ueberblick zusammengestellt. Balaleika-Ska, Kolchosen-Klezmer, Don
Kosaken-Reggae, Gypsy-Punk und Soviet-Rock. Feat. LEONID SOYBELMAN, SVETA
KOLIBABA, NOGU SVELO, LEPRIKONSKI, RED ELVISES, SPITFIRE, LENINGRAD u.a.
VA
SONAR 2003
2CD (03) 67:05/15 + 80:01/13
32
Feat. SCHNEIDER TM, DAVID GRUBBS, PREFUSE 73, POLE, SEEFEEL, MATTHEW HERBERT, AKUFEN, SOFT PINK TRUTH, T.RAUMSCHMIERE, JEFF MILLS u.a.
VA
STAEDTIZISM 4
Scape (03) 47:32/9
32/32
Nach Dub, Jazz und HipHop ist das Vol.4 auf dem POLE-Label Scape dem Funk gewidmet.
Exklusive Beiträge von AKUFEN, JAN JELINEK, DEADBEAT, THOMAS FEHLMANN, ANDREW PEKLER u.a.
VA
STUDIO ONE STORY
Right Around
The World (02) 51:28/16 + DVD + Book
58
VA
STUDIO ONE STORY
(02) 2LP + DVD + Book
58
Als Krönung ihrer STUDIO ONE-Serie veröffentlicht das englische «Soul Jazz»-Label eine
4stündige DVD im Doppel-Digipak, welches zusammen mit einem 92seitigen Booklet in
einem dicken Kartonschuber verpackt ist. Thema ist die Geschichte von «Studio One», dem
wichtigsten Reggae-Label und Geburtsstätte von BOB MARLEY & THE WAILERS, SKATALITES oder BURNING SPEAR.
VA
UR-MUSIK
OST (93/03) DVD
68
Der sympathische Filmemacher & Produzent Cyrill Schläpfer von CSR Records (APRIL,
HERTZ, SWISS CULT) hat sich wieder einmal in Unkosten gestürzt und eine DVD-Ausgabe
seines Film-Klassikers «Ur-Musik» lanciert, mit nicht weniger als 30 Sprachen untertitelt! Veit
VELOSO, CAETANO &
JORGE MAUTNER
Eu Nao Peco Desculpa (02) 51:45/14
32
Mein Freund Andreas Walter (Jecklin CD Shop Sihlporte) hielt dies hier bereits im Januar für
ein «Album des Jahres». Und tatsächlich sehr erfreulich und erheiternd, wie der Brasilianer
CAETANO VELOSO mit dem Violinisten JORGE MAUTNER sein Spektrum erweitert, sogar
Richtung Country & Easy Listening! Natürlich wieder in Grossbesetzung, inkl. MORENO
VELOSO, GILBERTO GIL & NELSON JACOBINA. Veit
VISCOGLISIO, FABIO
Spazio (02) 42:32/14
32
Ein Italiener in Frankreich. Tiefsinnig & witzig zugleich. Soloalbum eines Musikers, der bereits
mit MARRIED MONK und YANN TIERSEN tätig war. Aufgewachsen mit CELENTANO und
BATTISTI, heute eher an der Soundsprache von BRIAN ENO oder ROBERT WYATT interessiert. Ein sehr schönes, charmantes Songalbum in drei Sprache.n Veit
WEEN
Quebec (03) 55:05/15
32
Einmal mehr überzeugendes & abwechslungsreiches Album der Querköpfe WEEN! Die
Gruppe bietet schlicht und einfach intelligente Unterhaltung, mit einer genialen Prise Sarkasmus. Manchmal klingt es wie das muskalische Pendant zu den filmenden COEN-Brüdern. Veit
WEIXLER, PAUL
Freiwild (03) 44:05/12
32
VA
SOUNDS 2003
Volume One (03) 63:26/18
32
Fulminantes Mundart-Debut der Zürcher Szene-Legende. Nicht einfach ein weiterer Liedermacher, der versucht in der Schweizer Mundart-Szene ein Stück vom Kuchen abzuschnei-
35
den, nein, PAUL WEIXLER ist eine Zürcher Punkrock-Legende und Co-Autor vom Zürcher
Punksong schlechthin, «Züri brännt»! Die Lebensgeschichte von PAUL WEIXLER ist alles
andere als schön verlaufen und es gibt Gründe dafür, warum es 25 Jahre Wartezeit und
49 Jahre Lebenserfahrung brauchte um sich endlich seinen grossen Wunsch zu erfüllen und
ein eigenes Album aufzunehmen. Das hat er nun auf dem eigens für «Freiwild» reaktivierten
Label ‚Boy’ (Les Reines Prochaines, Jellyfish Kiss...) mit grosser Unterstützung des HAPPY
SAD-Gitarristen HEINZ ROHRER sowie der Grafikerin BARBARA HIESTAND getan. Seine
Texte sind traurig und tröstend, humorvoll und nicht selten provozierend, aber immer mit
einer gesunden Portion Selbstironie. Mit «Humor» ist ihm eine hitverdächtige MundartVersion des Reggae-Klassikers «Shame & Scandle In The Family» gelungen und mit «Hund»
die bisher witzigste Coverversion von «I Wanna Be Your Dog» von IGGY POP & THE STOOGES. Roger
Dieses Stück wurde von URS MUSFELD ausgewählt für eine prominente DRS3 SOUNDSCompilation (Emi), zusammen mit BUCKS & GREIS und 15 anderen populären, internationalen Bands.
WHITMAN, SLIM
Vintage Collection (51-71/96) 41:17/15
32
Der Zürcher Künstler CHRISTOPHE GEEL half mir, den Anti-Helden SLIM WHITMAN aus
dem genialen TIM BURTON-Streifen «Mars Attacks» wieder zu entdecken! Welches Lied hat
die gemeinen Marsianer wie Kakerlaken verrebeln lassen? Antwort: «Indian Love Call» von
SLIM WHITMAN, natürlich zu finden auf dieser Anthologie, nebst anderen schleimigen, himmelschreiend konservativen Country-Tracks. Sozusagen der echte Antipode zu JOHNNY
CASH. Veit
WILLARD GRANT CONSPIRACY Regard The End (03) 47:57/11
32
Und noch eine Band, deren Vokalist verblüffend nahe an NICK CAVE kommt. Eine wahre
Multi-Group geworden mit 18 Beteiligten, aufgenommen in Slowenien(!). Die Band um
ROBERT FISHER, feat. CHRIS ECKMAN, KRISTIN HERSH, SIMON ALPIN u.a. Veit
WILLIAMS, HANK
No More Darkness (47-52/03) 78:02/27
32
Zum 50. Todestag veröffentlicht ‚Trikont’ das definitive «Greatest Hits»-Album der frühverstorbenen Country-Legende im hübschen Digipak mit Booklet. Inkl. Jambalaya, Ramblin
Man, I’m So Lonesome I Could Cry, Lost Highway, Honky Tonk Blues.
WILLIAMS, LUCINDA
World Without Tears (03) 59:54/13
32/32
LUCINDA WILLIAMS gefällt mir immer besser, eine kratzige rohe Stimme, rockige Band, aufwühlende & engagierte Texte... Veit
WIRE Send (03) 40:32/11
32
Die britischen WIRE waren ja bereits 1977 zehn Jahre älter als die meisten Punks, wir müssen
also davon ausgehen, dass die vier Herren bald mal so gegen die 55 zugehen. Umso erstaunlicher, quatsch: umso verständlicher (da die Altersradikalität von allen Zwängen befreit), dass
hier wieder munter darauflos getrasht wird. Völlig tadelloses, einwandfreies ComebackAlbum der WIRE, bestehend aus drei 2002 veröffentlichten EPs. Kraftvoll, intelligent & präzise
wie am Start 1977. WIRE gehörten in den 80er Jahren übrigens auch zu den ersten, die in
unzähligen Splitprojekten viel instrumentalen Electronica-Ambient der Neuzeit vorweggenommen haben. Veit
WIR SIND HELDEN
Die Reklamation (03) 47:22/12
28/32
Erinnert an gute alte New Wave-‚Gute Laune’-Frauenbands wie CARAMBOLAGE, HANSAPLAST, IDEAL etc. Veit
PATRICK WOLF
Lycanthropy (51:31/ 14)
32
Der erst 19-jährige Brite PATRICK WOLF hört Platten von JONI MITCHELL, PIXIES, BJÖRK,
VASHTI BUNYAN, PJ HARVEY, CHET BAKER und ATARI TEENAGE RIOT und hat alle diese
Einflüsse zu einer der erfrischendsten und persönlichsten Platten dieses Jahres verarbeitet.
Mit ihrer Mischung aus harten elektronischen Rhythmen, altenglischer Hippie-Romantik à la
INCREDIBLE STRING BAND oder PAUL ROLAND und absolut unpeinlichen 80er-Roots steht
36
die CD ‘Lycanthropy’ trotz aller Gängigkeit quer zum Markt, versprüht aber jugendliche Frische und Vitalität. Electrofolk ist dabei als Begriff gar nicht mal so bemühend. Roger
WORKMAN, HAWKSLEY
Lover/Fighter (03) 54:17/12
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WORKMAN, HAWSKLEY
We Will Still Need A Song (03) 18:29/4
12
Ich kann mich nicht erinnern, seit 1975 irgendwann die Floskel «The Future Of Rock’n’Roll»
ausgerufen zu haben, aber beim dritten Album des Kanadiers und Wahlfranzosen HAWKSLEY WORKMAN treibt es mir die Flossen auf Deck. Bereits im BEST OF 2002 mit seinen zwei
ersten Alben abgefeiert, bleibt mir nichts anderes übrig, als Euch darauf vorzubereiten, dass
seine Tickets in Zukunft nicht wie bei DAVID BOWIE vor dem Hallenstadion plötzlich für 20.Fr zu haben sind, weil sich der Schwarzmarkt im Einkauf tüchtig verschätzt hat. Obwohl ich
Tracks 2 bis 5 von «Lover/Fighter» am Anfang am liebsten erwürgt hätte. Durch zunehmende
Lektüre ist mir das Album jedoch zu einer phantastischen Einheit zusammengewachsen!
Track 6 «Tonight Romanticize The Automobile» klingt, als würde der wieder auferstandene
JEFF BUCKLEY von den TALKING HEADS an den Rand seines Verstandes getrieben. Folgetrack 7 «The Future Language Of Slave» ist nichts anderes als eine atemberaubende Jahrhundertballade, mit Tiefgang bis ca. ins Jahr 2030. Danach dreht WORKMAN erst richtig auf,
jedes Stück ein Treffer, Track 8 «Smoke Baby» überrascht mit einer fulminanten FemaleHipHop-Einlage. Das erste Album der Rockgeschichte, welches mit dem Wort «Fuck»
beginnt: « Fuck You. You’re Drunk And Acting Tough. I Know You’re Sad You’re Not The Only
One Who Feels Like That Now» , auf der CD-Single «We Still Need A Song» (Clean Radio
Song) abgeändert in «Baby You’re Drunk...»
Natürlich geht hier das Album auf der CD-Single weiter, denn Track 2-4 sind nicht auf
dem Album vertreten: eine verblüffend stimmige Version von JOY DIVISION’s «Love Will Tear
Us Apart Again» sowie die entspannten «A Knife In The Country» und «Where It Used
To Snow». Veit
WYATT, ROBERT
Cuckooland (03) 75:31/16
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Der CHET BAKER des Pop, der MARVIN GAYE der Avantgarde, der NICK DRAKE des Jazz,
das britische Pendant zu TIM BUCKLEY! Höchst eigenständig bleibt ROBERT WYATT
(*1945), von 1966-73 Drummer, Keyboarder & Vokalist bei SOFT MACHINE und MATCHING
MOLE, nach einem betrunkenen Fenstersturz gelähmt im Rollstuhl, seit «Rock Bottom» besser denn je, der eindrücklichste überlebende Mythos der Rockmusik, mitgetragen von seiner
Lebensgefährtin, Covergestalterin & Backgroundsängerin ALFREDA BENGE. Weit ausladende, sphärische Jazz-Ambient-Gebilde prägen das einmal mehr schönste und bisher längste Album von WYATT. Eine unglaublich traurige, aber euphorisierend hohe Männerstimme,
mit atemberaubenden mehrstimmigen Ueberlagerungen auf «Cuckooland» sich selber übertreffend! Die unglaublich swingende, beckenbetonte Perkussionsarbeit von WYATT beindruckt erneut. Fast schon brasilianische Bossa Nova-Qualitäten à la CAETANO VELOSO
erreicht Track 10 «Insensatez» mit der charmant-neckischen Mundharmonika von KAREN
MANTLER. Unzählige weitere musikalische Leckerbissen erwarten uns in diesem CuckooLand. Feat. ANNIE WHITEHEAD (tp), GILAD ATZMON (as,ss,cl,fl), YARON STAVI (doublebass), KAREN MANTLER (harp,keyb,p), DAVID GILMOUR (g), PAUL WELLER (g), JENNIFER
MAIDMAN (accordion), BRIAN ENO (voice,last note), ALFREDA BENGE (voc) u.a. Aufgenommen im Studio von PHIL MANZANERA. Veit
P.S. Nachdem rund die Hälfte der bisher 90 verkauten Exemplare vorbestellt waren, meldete
sich am 16. Sept 03 auf obigen Promotext folgende empörte Bündner Stimme zu Wort –
Zweifellos das Feedback des Jahres!: «Wellara huara Megatrina sind so behammarati
Bezaichniga wia «Der Chet Baker des Pop» in da Sinn kho?»
YEAH YEAH YEAHS
Fever To Tell (03) 37:30/11
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Ich fand den Streit BEATLES oder STONES, OASIS oder BLUR schon immer ziemlich kindisch, also was soll ich mich da in die Hysterie um den neusten Neopunk-Hype einschalten?
Es spielt doch keine Rolle, welches jetzt die bessere Band ist, Hauptsache wir lassen uns
wieder von diesem Energielevel antreiben! Was für andere Leute die Strokes, Black Rebel
Motor Club, Jet oder Rapture sein mögen sind für mich eher KINGS OF LEON und YEAH
YEAH YEAHS, HOT HOT HEAT, ERASE ERRATA und PEACHES. Hier das tolle Debut der drei
YEAH YEAH YEAHS = BRIAN CHASE (dr), KAREN O (voc) & NICK ZIMMER (g,dr-machine), in
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der Tradition von SONIC YOUTH, PJ HARVEY, X-RAY SPEX... Atemberaubende, kraftvolle,
befreiende Kost. Veit
RIBOT (g), WOLLESEN (vibes), DUNN (b) & BAPTISTA (perc) – plus Gastvokalistin GANDA
SUTHIVARAKOM.
YO LA TENGO
Summer Rain (03) 62:36/13
28/32
Drei Jahre Zeit liessen sich YO LA TENGO nach ihrem traumhaften Album «And Then
Nothing...». Ein würdiger Nachfolger, kurz zuvor hatten sie mit «Nuclear War» noch einen tollen SUN RA-Song 5x gecovert. Etwas weniger tiefschürfend, aber auf hohem Niveau entspannt & anregend. Postrock-Einflüsse bis hin zu Krautrock in der Richtung NEU. Aufgenommen in Nashville, inkl. ALEX CHILTON-Coverversion von «Take Care». Veit
ZORROS, DIE
History Of Rock Vol.7 (03) 41:57/16
24/32
Achtung! Instrumenten-Wechsel! REVEREND BEATMAN wechselt zum Schlagzeug, OLIFR
GUZ zur Farfisa und PATRICK ABT zu Gitarre & Bass. Absolut witzige CoverversionenScheibe mit internationalen Rock-Evergreens der 60er und 70er Jahre. «Bad Taste Low Down
Striptease Elevator Red Light District Music» trifft als eigene Stilbezeichnung den Nagel auf
den Kopf. Veit
YOUNG, NEIL
On The Beach (74/03) 39:40/8
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Ich habe bei NEIL YOUNG das Handicap, dass ich mit 15 Jahren an seine WeltschmerzAlben «Harvest» und «After The Goldrush» geraten bin und ab 17 zusammen mit LEONARD
COHEN lange Zeit tabusiert habe, als abgehakt betrachtete. Das hat man davon, wenn man
Musik nicht dosiert geniessen kann;-) Diese NEIL YOUNG-Pause konnte ich fast 20 Jahre
durchziehen. So ist mir lange Zeit vorenthalten geblieben, dass YOUNG auch eine aufbrausende & subversive Seite hatte, die ihn schliesslich auch zu einem Vorbild der Grunge-Bewegung machte. «On The Beach» gilt als eines der besten Alben von NEIL YOUNG, inkl. «Revolution Blues», «Vampire Blues» und «Ambulance Blues». Verbindet mich insofern mit meinem
verstorbenen Freund Dewe, da er mir damals im Fussballclub als grosser NEIL YOUNG-Fan
dieses Album ausgeliehen hat. Veit
YOUNG, NEIL
Greendale (03) 78:26/10
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YOUNG, NEIL
Greendale / Ltd. (03) 78:26/10 + DVD
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Nach dieser Einführung erscheint mir das neue NEIL YOUNG-Album wie aus einem Guss und
könnte ich die Repeat-Taste ewig drücken... Dank auch der höchst bemerkenswerten und
ausdauernden Zürcher Coverband YOUNG, die ich kürzlich an einem Open Air-Festival im
Aargau bestaunen durfte. Soviele langhaarige Jugendliche zwischen 15-25 habe ich schon
lange nicht mehr gesehen...und dem genialen Sänger der YOUNG würde ich am liebsten eine
rote ‚Comic Relief’-Nase aufsetzen, so wunderbar echt näselt er wie das Original und turnt
dazu linkisch auf der Bühne herum. Veit
YOUNGBLOOD BRASS BAND
Center:Level:Roar (03) 68:01/15
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Der HipHop hat in den letzten Jahren endlich eine Subkultur entwickelt, die auch Leuten
Aspekte des Rap-Gesangs zugänglich macht, die mit dem ganzen Gehabe und der Attitüde
des Mainstream- und des Underground-HipHop nichts am Hut haben. Als Beispiele wären zu
nennen: SENSATIONAL, DÄLEK, MIKE LADD oder MC PAUL BARMAN. Die YOUNGBLOOD
BRASS BAND geht hierbei nochmals in eine komplett andere Richung und stellt einen (weissen «aber» hochbegabten) Rapper vor eine 7köpfige Bläsertruppe aus Wisconsin. Mit hochpolitischem Anspruch und schweisstreibendem U.S.-Brass Band-Sound wird hier eine der
partytauglichsten Varianten anspruchsvoller Populärmusik zelebriert. Unvergesslich bleibt ihr
Auftritt in der Reitschule Bern, rein zufällig am Abend der Anti WTO-Demo, wo sie mit 2stündiger Verspätung, als nur noch ein Hauch von Tränengas das Lokal verhüllte, den Saal zum
Kochen brachten. Roger
ZELWER
Daissa (03) 63:05/4
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«Tziganes Imaginaires». Auch das 5. Album des Ensembles um JEAN-MARC ZELWER überzeugt mit absoluter Klangvielfalt und Instrumental-Reichtum. Zwischen Gypsy-Feuer, Klezmer-Wehmut & European Heimat. Das schönste Album seit dem Debut 1990! Veit
ZORN, JOHN
Voices In The Wilderness (03) 2CD
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61:11/12 + 63:22/12. Ein vielfältiges Tribut-Album für MASADA. Feat. PHARAOH’S DAUGHTER, CRACOW KLEZMER BAND, ROVA, ZONY MASH, NAFTULE’S DREAM, KRAMER,
PACHORA, STEVEN BERNSTEIN, MEDESKI M&W, TIN HAT TRIO, MIKE PATTON, JENNY
SCHEINMAN etc.
ZORN, JOHN
Film Works 14 (03) 53:35/12
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Beeinflusst von MARTIN DENNY, dem famosen Exotica-Komponisten der späten 50er Jahre,
schuf JOHN ZORN ein weiteres Highlight seines Katalogs. Geschrieben für das Quartett:
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Inserat von Illustrator Claude Kaiser (der u.a. auch das erste «Schtärnäföifi»-Cover
gestaltete), erschien im WIRE, November 2003
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CIRCUS McGURKUS
The Circus McGurkus (ReCDec 79)
Der Komponist, Autor und Banjospieler MARKUS SCHÖNHOLZER entführt uns mit seinem
hochkarätigen 4-köpfigen Ensemble in eine komplexe Musikwelt mit humorvollen wie exzentrischen Szenarien. Das ist kein «Easy Listening», aber für ernste Musik viel zu komisch. Erfrischend zugänglich mit unbewölkten Arrangements im sonst ehrfurchtsvollen Genre der Kammermusik. Da ist Spleen am Werk: voll doppelbödiger Ironie, Schalk mit Spielfreude
gemischt. Einflüsse sind nur schwer auszumachen.

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