Deutsch in Kirgisistan - Deutsche Botschaft Bischkek

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Deutsch in Kirgisistan - Deutsche Botschaft Bischkek
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das Goethe-Institut Kasachstan (GI),
die Initiative: Schulen Partner der Zukunft (PASCH),
der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD),
das Bundesverwaltungsamt / Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (BVA/ZfA)
und der Nationale Deutschlehrerverband der Republik Kirgisistan
(KDLV) haben sich zum Ziel gesetzt, mit dem Rundbrief Deutsch in Kirgisistan für das Fach Deutsch als Fremdsprache einen Beitrag zur Unterstützung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer Kirgisistans und
zur Verbesserung des Deutschunterrichts in diesem Land zu leisten. Mit
diesem gemeinsamen Rundbrief wollen wir Sie über unsere Tätigkeiten
und Ziele informieren. Zur Tradition gehört auch, dass Gäste zu Wort
kommen.
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
1
Bitte geben Sie den Rundbrief weiter an interessierte Kolleginnen
und Kollegen, wenn Sie ihn gelesen haben!
Hängen Sie ihn im Lehrerzimmer Ihrer Schule oder Hochschule ans
Schwarze Brett! Nehmen Sie den Rundbrief mit auf Fachsitzungen
und Konferenzen und stellen Sie die für Sie wichtigen Punkte vor!
Sie finden den gesamten Rundbrief auch online auf der Homepage
des Goethe-Instituts Kasachstan.
Inhalt
Vorwort der Redaktion
6
Grußwort des Deutschen Botschafters, Herrn Green, anlässlich des 9.Kirgisischen Deutschlehrertages in Bischkek 8
Schicken Sie für sich und Ihre Kolleginnen und Kollegen/ Ihre Schule die in diesem Heft enthaltenen Fragebögen ausgefüllt ans Goethe-Institut Almaty! Geben Sie uns die Möglichkeit, Informationen
auch per E-Mail zu verschicken! Nutzen Sie die Informationsquelle
Internet, z.B.
www.goethe.de/almaty, www.deutsch-zentrum.com , www.daad.kg,
www.pasch-net.de, www.auslandsschulwesen.de/bischkek
Ihr Goethe-Institut Kasachstan
Susanne Becker
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Mehrsprachigkeit aus sprachpolitischer Sicht
Susanne Becker
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PASCH in Kirgisistan - Bilanz nach drei Jahren
Solveig Bartusch
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Informationen sollen keine Einbahnstraße bleiben! Bitte schreiben
Sie uns oder rufen Sie uns an, wenn Sie genauere Informationen
von uns haben möchten. Sagen Sie uns, was Sie besonders interessiert, oder schicken Sie uns Informationen aus Ihrem Arbeitsbereich, die auch andere Kolleginnen und Kollegen interessieren
könnten.
PASCH Jugendkurs Rossleben 2010
Interview mit den sechs Teilnehmern aus Kirgisistan
Aida Narynbek kyzy
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Angebote des DAAD in Kirgisistan
Jana Dümmler
44
Angekommen
Jana Dümmler
51
Die Fachberatung der ZfA
Elmar Klemm
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Meine Fahrt nach Deutschland
Aigerim Sultamuratova
54
ZfA-Schüleraustausch 2010
Georg Pfeifer
57
Unterrichtsentwurf Thema: „Eichhörnchen“
Georg Pfeifer
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Impressum:
Herausgeber: Goethe-Institut Kasachstan, DAAD IC Kirgisistan
Redaktion: Goethe-Institut Kasachstan Susanne Becker, Solveig Bartusch,
Valeria Lapin, DAAD IC Kirgisistan Jana Dümmler
Adresse: Dshandosowa 2, 050040 Almaty
Erscheinungsweise: Der Rundbrief erscheint einmal im Jahr und wird kostenlos abgegeben. Für die Verteilung an Einzelpersonen erhalten Deutschlehrerverbände, Hochschulen, Schulen und Fortbildungsinstitute außerdem eine gewisse Anzahl Exemplare, die sie regional oder lokal weitergeben können.
Druck: “Line print“ GmbH
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Geplanter Unterrichtsverlauf
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Arbeitsblatt Thema „Eichhörnchen“
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Deutsch lernen im Sprachlernzentrum Bischkek
Dr. Ainagul Atakeeva
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Шотландия- Германия- Кыргызcтан
Matthias Roland Keßler
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Immer wieder Menschenkinder (und auch KIKUS-Methode!)
Elena Bezrodnova
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Unterrichtsplanung
Farida Ibragimova
80
DaF an unserem Lehrstuhl
Zamira Mambetova
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Deutsch kann auch Fachsprache sein - die Weiterverbreitung der deutschen Fachsprache
Nassima Baschirowa, Salamat Dshumabajewa
86
Das 1. Fachsprachenbuch aus Kirgisistan ist fertig!
Dr. Maria Steinmetz
89
Gemeinsame Vergangenheit - gemeinsame Zukunft?
- Sommeruni 2010 am Issyk Kul
Viacheslav Matsepura, Nazgul Anarkulova, Irina Komolova,
Saltanat Najmanbaeva
93
Deutsch wächst in Kirgisistan... Das neue Deutschzentrum in Naryn
Aruuku Shailooeva
95
Deutsch per Radio?
Bettina Ruigies
97
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Der Deutschunterricht im Kinderzentrum Ümüt - Nadjeschda
Karla-Maria Schaelike
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Wichtige Adressen für DeutschlehrerInnen
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Fragebogen des Goethe-Instituts Almaty
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Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre der ganz unterschiedlichen Beiträge viel Freude und hoffen, Sie erhalten viele neue Informationen und vor
allem auch neue Anregungen für Ihren eigenen Deutsch als Fremdsprache Unterricht. Über Feedback, Fragen oder Wünsche freuen wir uns!
Vorwort der Redaktion
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
wir freuen uns sehr, dass nach einer vierjährigen Pause erneut ein Rundbrief „Deutsch in Kirgisistan“ erscheinen kann und dass wir ihn zu einem
besonderen Anlass präsentieren können: dem 9. Nationalen Deutschlehrertag Kirgisistan! Form und Design haben sich verändert und sind
professioneller geworden. Der Rundbrief erhält damit die Qualität eines
Periodikums und wir hoffen sehr, dass er einen festen Platz in den Regalen in Ihrem Lehrerzimmer findet.
Der Rundbrief enthält die wichtigsten Informationen über die Tätigkeit
und Wirkungsfelder der beteiligten deutschen Mittlerorganisationen, aber
auch von Gästen. Dieses Jahr konnten wir wieder viele Ihnen bekannte
Autoren, aber auch noch unbekannte für einen Beitrag im Rundbrief gewinnen. Scheuen Sie sich nicht, die Autoren zu kontaktieren, wenn Sie
Fragen zu den Beiträgen haben oder wenn Sie einen Vorschlag in Ihrem
Unterricht ausprobieren möchten und weiteres Material etc. suchen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Redaktion des Goethe-Instituts Kasachstan
und des DAAD IC Kirgisistan
Susanne Becker
Solveig Bartusch
Valeria Lapin
Jana Dümmler
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Außerdem enthält der Rundbrief einige nützliche Beiträge für den Unterricht, Lehrerinnen und Lehrer beschreiben Unterrichtseinheiten oder
bestimmte didaktisch-methodische Themen.
Weitere Informationen, und vor allem laufend aktuelle, erhalten Sie auf
unseren Internetseiten:
www.goethe.de/almaty (Goethe-Institut Kasachstan)
www.pasch-net.de (Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“)
www.daad.kg (DAAD Kirgisistan)
www.auslandsschulwesen.de/bischkek (ZfA / DSD-Schulen in Kirgisistan)
oder über die Mailingliste des Goethe-Instituts Kasachstan. Falls Sie sich
noch nicht auf unserer Mailingliste eingetragen haben, füllen Sie bitte
den Fragebogen des Goethe-Instituts Kasachstan aus und schicken ihn
an uns zurück. Natürlich können Sie sich auch per Internet einschreiben:
www.goethe.de/almaty
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Grußwort des Deutschen Botschafters,
Herrn Green, anlässlich des 9. Kirgisischen
Deutschlehrertages in Bischkek
Millionen Menschen weltweit entschieden, Deutsch als Fremdsprache
zu lernen.
Die Botschaft, das Goethe-Institut, die Zentralstelle für Auslandsschulwesen, der Deutsche Akademische Austauschdienst und andere Kulturmittler arbeiten eng zusammen, um die deutsche Sprache in Kirgisistan
zu fördern. Dieses Ziel kann nur gemeinsam erreicht werden. Und vor
allem mit Ihrer Hilfe.
Sehr geehrte Deutschlehrerinnen und
Deutschlehrer,
sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
der Deutschlehrertag in Kirgisistan findet bereits
zum 9. Mal statt und ist damit zu einer festen Institution in Kirgisistan geworden. Die Förderung
der Deutschen Sprache im Ausland ist einer der
wichtigsten Schwerpunkte unserer Auswärtigen
Kultur- und Bildungspolitik. Das Auswärtige Amt
unterstützt daher eine Vielzahl von Programmen
und Einzelmaßnahmen der verschiedenen Mittlerorganisationen, um den Auf- und Ausbau der
Deutschkenntnisse im Ausland zu fördern.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie in den kommenden zwei Tagen viele
neue Anregungen für Ihren Deutschunterricht mitnehmen können. Der
Deutschlehrertag bietet eine ideale Plattform, um sich mit Kollegen über
neueste Themen und Methoden auszutauschen.
Viel Erfolg, interessante Begegnungen, sowie einen guten Erfahrungsaustausch mit „Deutsch – Sprache der Begegnung“.
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Sie als Deutschlehrer üben eine verantwortungsvolle Aufgabe für die
deutsche Sprache aus. Ihnen kommt bei der Sprachvermittlung eine
ganz besondere Rolle zu. Sie sind die direkte Verbindung zwischen der
deutschen Sprache und den Deutschlernern. Sie begeistern junge Menschen für die deutsche Sprache. Sie bauen Brücken zwischen Kirgisistan und Deutschland und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur
interkulturellen Verständigung. Jeder Deutschlehrer ist damit ein kleiner
Botschafter Deutschlands. Sie vermitteln deutsche Kultur, bringen Ihren Schülern und Studenten Deutschland näher und fördern somit die
deutsch-kirgisischen Beziehungen.
In Kirgisistan haben in den vergangenen Jahren die Deutschlernerzahlen abgenommen. Auch wenn es schwierig sein mag, diesen Trend aufzuhalten, so erscheint es mir wichtig, dass wir gemeinsam alles unternehmen, um junge Menschen davon zu überzeugen, dass das Erlernen
mehrerer Fremdsprachen nicht nur der Schlüssel zu einer guten beruflichen Karriere ist, sondern auch andere Kulturen erschließt. Deutsch als
zweite Fremdsprache öffnet Türen zur deutschen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur. Deutschland ist eines der attraktivsten Studienländer
der Welt und einer der wichtigsten internationalen Wirtschaftsstandorte.
Deutsch eröffnet Chancen. Nicht zuletzt deswegen haben sich ca. 14,5
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Ihr Goethe-Institut Kasachstan
Spracharbeit
Winfried Berndt
Projektberater Sprachlernzentren
(SLZ), Infozentren und Jugendaustausch in Kasachstan und Kirgisistan
Susanne Becker
Leiterin der Spracharbeit
So erreichen Sie uns:
[email protected]
Goethe-Institut Kasachstan,
Dshandosowa 2, 050040 Almaty
Tel.: +7 727 392 22 59 / 392 22 62 / 392 22 65
Fax: +7 727 392 22 72
E-Mail: [email protected]
Website: www.goethe.de/almaty
Anna Melnik
Sachbearbeiterin
Bildungskooperation Deutsch
[email protected]
[email protected]
MitarbeiterInnen des Goethe-Instituts Kasachstan
Annemarie Bechert
Expertin für Unterricht, zuständig
für das PASCH Projekt in
Kasachstan (bis 31.07.2011)
Bagdat Tansykkoshina
Sachbearbeiterin Sprachkurse
und Prüfungen
[email protected]
[email protected]
Ludmila Tschernyschowa
Vertragslehrerin,
Beauftragte für Sprachkursorganisation, zuständig für Lehrmittelspenden und Lehrmittelbibliothek
[email protected]
Zhanna Aitbayeva
Sachbearbeiterin PASCH
Kasachstan
[email protected]
Aida Narynbek kyzy
Sachbearbeiterin PASCH
Kirgisistan
[email protected]
Wir für Sie! Das Team des Goethe-Instituts Kasachstan in Almaty
Kulturprogramm
Barbara Fraenkel-Thonet
Institutsleiterin
Manschuk Eschmuchambetowa
Sachbearbeiterin Verwaltung
[email protected]
[email protected]
Schyryngul Suchai
Sachbearbeiterin Programm
Bibliothek
[email protected]
Scholpan Kysaibaewa
Leiterin der Bibliothek
[email protected]
Verwaltung
SLZ Astana
Gulnara Fachruddinowa
Leiterin
B.Momyschuly 12
Business-Zentrum “Meruert”
010005 Astana
Tel.: +7 7172 770 921
Fax: +7 7172 770 922
[email protected]
SLZ Karaganda
Swetlana Gorbatschowa
Leiterin
Erubaewa 18-116, Med.Akademia, Gebäude 2
100000 Karaganda
Tel./ Fax: +7 7212 420 924
[email protected]
Beksada Khalimbetowa
Sachbearbeiterin Bibliothek
Gulsija Essenowa
Verwaltungsleiterin
[email protected]
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Sprachlernzentren (SLZ) in Kasachstan und Kirgisistan
[email protected]
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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SLZ Kostanai
Oxana Dmitrijewa
Leiterin
ul. Tschernyschevskogo 59
110000 Kostanai
Tel./Fax: +7 7142 286 633
[email protected]
SLZ Ust-Kamenogorsk
Maria Kalelova
Leiterin
ul. Kasachstan 102
070019 Ust-Kamenogorsk
Tel./Fax: +7 7232 293 254
[email protected]
SLZ Pawlodar
Nelli Eibers
Leiterin
ul. Gorkogo 102/4- 203
140003 Pawlodar
Tel./Fax: +7 7182 450868
[email protected]
SLZ Bischkek
Ainagul Atakeewa
Leiterin
Togolok Moldo 60a
720024 Bischkek/Kirgisistan
Tel.: +996 312 325 028;
Fax: +996 312 325 026
[email protected]
Informationen des GI Kasachstan
für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer
Allgemeines
Der Arbeitsbereich Bildungskooperation Deutsch umfasst Maßnahmen
zur Förderung des Unterrichts von Deutsch als Fremdsprache (DaF) in
Primar- und Sekundarschulen sowie an Hochschulen und in der Erwachsenenbildung im Ausland. Diese führen wir vom Goethe-Institut Kasachstan aus mit unseren Partnern in Kasachstan und Kirgisistan durch.
Wir unterstützen Sie bei der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache
und informieren Sie über moderne Unterrichtsmethoden. Sie erhalten
bei uns Informationen über Prüfungen und Möglichkeiten der Sprachwerbung. Wir bieten Ihnen Zugang zu aktuellen Informationen über
alle Facetten des Lebens in Deutschland. Und wir organisieren für Sie
Fortbildungsmaßnahmen zur Methodik, Didaktik und Landeskunde in
Kasachstan, Kirgisistan und in Deutschland. Darüber hinaus führen
einheimische Multiplikatoren in Kasachstan und Kirgisistan in verschiedenen Städten jährlich Seminare zu verschiedenen didaktisch-methodischen und landeskundlichen Themen im Deutsch als Fremdsprache Bereich durch. Dieses Multiplikatorennetz wollen wir ausbauen und verstärkt fördern und einsetzen.
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Netzwerk Deutsch als Fremdsprache
des Goethe-Instituts Kasachstan
Rundbrief „Deutsch in Kirgisistan“
Von 2002 bis 2006 erschien in Kirgisistan der „Rundbrief Deutsch in
Kirgisistan“ in bisher sieben Ausgaben als Gemeinschaftsprodukt von
Goethe-Institut, DAAD, ZfA und des Nationalen Deutschlehrerverbandes
Kirgisistan. Das Exemplar, das Sie in den Händen halten, ist die achte
Ausgabe und wir freuen uns sehr, dass dieses wichtige Format nun wieder aufgelegt werden kann. Bitte legen Sie den Rundbrief Deutsch in
Ihrer Schule oder Hochschule im Lehrerzimmer aus, so dass möglichst
viele Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer Zugang zu den Informationen der deutschen Mittlerorganisationen in Kirgisistan haben.
Adressdatenbank
Die Datenbank des Goethe-Instituts Kasachstan mit Adressen von DaFKontakten in Kasachstan und Kirgisistan ist 2009 grundlegend erneuert und erweitert worden. Dabei haben wir vor allem auch versucht ein
aktuelles Bild über die Situation Deutsch an Schulen und Hochschulen
in Kasachstan und Kirgisistan zu erhalten. Am wichtigsten für unsere
Adressdatenbank als Kontaktbasis zu Lehrerinnen und Lehrern sind die
E-Mail-Adressen. Bei jeder Gelegenheit (bei Besuchen, Deutschlehrertagen und Fortbildungen) verteilen wir den Fragebogen für Deutschlehrer/innen, der auch in diesem Rundbrief nochmals am Ende abgedruckt ist. Je besser unsere Adressdatenbank gepflegt ist, desto
gezielter können wir Sie ansprechen und Sie beraten. Dazu benötigen
wir jedoch ihre aktive Mithilfe. Bitte schreiben Sie uns unbedingt, wenn
sich Ihre Kontaktdaten geändert haben o.ä.
Mailing-Listen
Ein sehr gutes, schnelles und sehr modernes Kommunikationsmittel ist
die E-Mail. Deshalb hat das GI Kasachstan zwei Mailing-Listen für die
DeutschlehrerInnen in Kasachstan und Kirgisistan eingerichtet. Helfen
Sie bitte mit, dass möglichst viele auf diese moderne und schnelle Weise
erreicht werden können. Es wäre schön, wenn Empfänger die Nachrichten ausdrucken und an Kolleginnen und Kollegen weitergeben würden,
die nicht selbst ins Internet kommen. Es ist besonders wichtig, dass Sie
die E-Mail Adressen weitergeben, da sonst sehr viele Ihrer Kolleginnen
und Kollegen nicht informiert werden. Ein anderer Weg der Kommunikation als über E-Mail ist sehr schwierig und langwierig.
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Fortbildungen des Goethe-Instituts in Kasachstan und Kirgisistan
Jährlich finden mehrere einwöchige Fortbildungskurse in Kirgisistan
statt, in Bischkek aber auch in anderen Städten Kirgisistans. Die Teilnahme erfolgt in der Regel auf Einladung, d.h. der Teilnehmerkreis muss
dem Thema entsprechen und ist daher von vornherein eingeschränkt.
Je mehr wir – durch Fragebogen, durch Eintragungen in unserer Datenbank – von Ihnen wissen, desto gezielter können wir Sie ansprechen
und einladen. Dabei achten wir allerdings immer darauf, dass nicht zu
oft die selben KollegInnen eingeladen werden, sondern immer wieder
neue. Weil es aber doch Auswahlkriterien geben muss – bei mehr als
1000 Deutschlehrern in beiden Ländern kann leider nicht jede(r) bedacht
werden -, ist der Nachweis besonderer Aktivität wichtig, z. B. die Arbeit
in Deutschlehrerverbänden. Hierzu gehören auch die schon vorher erwähnten dezentralen Seminare, die von ausgebildeten und fortgebildeten Multiplikatoren des Goethe-Instituts geleitet werden. In diesem
Bereich streben wir eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen staatlichen Fortbildungsinstituten an.
Wettbewerbe für junge Deutschlerner und Deutschlehrer
Seit mehreren Jahren führt das Goethe-Institut Kasachstan Wettbewerbe
für junge Deutschlerner durch. Dazu gehören u.a. Schreibwettbewerbe
deren Gewinner zum Beispiel an der jährlich stattfindenden Zentralasiatischen Medienwerkstatt teilnehmen. Oder Wettbewerbe im Rahmen der
Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH), die sich an die speziellen Schulen des Netzwerkes richten. Zu diesen Wettbewerben finden
Sie weiterführende Informationen auf der Webseite www.pasch-net.de.
2010 führte das Goethe-Institut in Kooperation mit der Deutsch-Kasachischen Universität und der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ den
Lehrerwettbewerb zur Ausstellung „Erschließe Dir die Welt von H2O und
Watt“ durch. Die Gewinner dieses Lehrerwettbewerbs wurden auf dem
zentralasiatischen Bildungskongress bekannt gegeben. Der erste Preis
ist eine Informationsreise für die Lehrer nach Deutschland zum Thema
Energie. Wir bitten alle Lehrer Informationen zu den Wettbewerben, die
wir über die Mailing-Liste schicken werden, an Kollegen, Studenten und
Schüler weiterzugeben. Damit diese sich rege beteiligen können.
Stipendien des GI nach Deutschland
Leider kann die Stipendienquote des Goethe-Instituts für Kirgisistan den
Bedarf nicht annähernd decken, deshalb bemühen wir uns, die Stipendien möglichst gerecht zu verteilen.
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Der Bewerbungsschluss für Fortbildungsstipendien 2012/13 nach
Deutschland ist der 15. November 2011. Auch finden Sie weitere Information hierzu unter: http://www.goethe.de/fortbildung - dort erhalten Sie
auch die Formulare zum Herunterladen und Ausdrucken. Den Mitgliedern der Mailinglisten wird das im September / Anfang Oktober und noch
einmal Ende Oktober in Erinnerung gerufen, was auch zeigt, wie wichtig
es ist, per E-Mail erreichbar zu sein. Die gleichlautenden Broschüren,
die ab September verfügbar sind, können beim Goethe-Institut Kasachstan bestellt oder im SLZ Bischkek eingesehen werden.
Zu den Sprachkursstipendien finden Sie alles Nötige auf der Homepage des Goethe-Instituts unter www.goethe.de. Hierfür können Sie sich
laufend (bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn an einem GoetheInstitut in Deutschland) beim Goethe-Institut Kasachstan bewerben.
8 Wochen sind aber sicherer, schon wegen der Erteilung des Visums
durch die Botschaft in Bischkek. Beachten Sie aber auch hier, genau wie
bei den Seminarstipendien, die Vierjahresfrist, d.h. zwischen zwei Stipendien für Deutschland müssen min. vier Jahre liegen. Wer also in den
letzten vier Jahren ein Stipendium hatte, kann sich in diesem Jahr nicht
bewerben. Allerdings gibt es in der Regel so viele Bewerbungen, dass
bei sonst vergleichbaren Voraussetzungen Auswahlkriterien gefunden
werden müssen, die zu manchen Enttäuschungen führen können. Die
Stipendien haben weniger Belohnungs- als Förderungscharakter, mit einer starken Nachhaltigkeitskomponente. Daher wollen wir vor allem junge DeutschleherInnen ermutigen, sich um ein Stipendium zu bewerben.
Selbstzahler-Fortbildung in Deutschland
Für manche könnte der Hinweis wichtig sein, dass – ohne Auswahlverfahren und Wartezeiten - die Teilnahme an den Fortbildungsmaßnahmen
in Deutschland auch auf eigene Kosten möglich ist. Weitere Informationen im Internet und in der Fortbildungsbroschüre des Goethe-Instituts
unter: www.goethe.de/fortbildung
Jugendaustauschprogramm
Das Goethe-Institut Kasachstan ist mit der Betreuung des Jugendaustauschprogramms für Kasachstan und Kirgisistan beauftragt. Das Programm knüpft Verbindungen zwischen Jugendlichen in den Ländern
Osteuropas, Zentralasiens und Deutschland. Dies führt immer wieder
zu sehr schönen und interessanten Begegnungen in Kirgisistan oder
Deutschland. Der Jugendaustausch wurde in diesem Jahr über unsere
E-Mailliste und auf der Homepage ausgeschrieben.
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Lehrmittel und Materialien
Lehrmittelspenden
Dem Goethe-Institut Kasachstan steht ein begrenzter Etat für Lehrmittelspenden an Schulen und Hochschulen in den beiden Ländern Kasachstan und Kirgisistan zur Verfügung, für moderne Lehrbücher, die
sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen orientieren. Leider kann mit den Lehrmittelspenden der vorhandene Bedarf bei weitem
nicht abgedeckt werden. Das Goethe-Institut möchte mit dieser Lehrmittelspende beim Aufbau eine Handapparats für die DaF-LehrerInnen behilflich sein, es kann Schulen und Hochschulen nicht mit Klassensätzen
versorgen - dies ist die Aufgabe der Schul- und Hochschulbehörden,
die für eine bedarfsdeckende Versorgung mit Lehrmitteln Sorge tragen
müssen. Nachfolgend die Bedingungen und die Form eines Antrags auf
Lehrmittelspende (in deutscher Sprache):
• Offizielles Briefpapier der Schule bzw. Universität
• Beschreibung der Situation von Deutsch: Wie viele Deutschlehrer(innen), wie viele Deutschschüler(innen), verwendete Lehrmaterialien u.a.
• Der Antrag muss enthalten: Name(n) und Vorname(n) des Autors / der Autoren bzw. Herausgeber, Titel des Buches, Verlag,
Preis pro Exemplar in EURO, wie viele Exemplare, Angabe der
Gesamtsumme in EURO. (In der Regel wird es sich also um Titel aus Deutschland handeln.) DIESE ANGABEN FEHLEN OFT;
bitte lesen Sie weiter unten, wie Sie sich im Internet oder durch
Verlagsprospekte oder durch Ansicht der Materialien im Sprachlernzentrum Bischkek informieren können!
• Angabe, ob die bestellende Schule/Universität staatlich oder privat ist.
• Alle Schulen und Universitäten können bis zu 200,- EURO bestellen. Das ist bei den Preisen für Bücher und Medien in Deutschland nicht viel! Klassensätze können grundsätzlich nicht bestellt
werden. Die Lehrmittel sollten der Anschauung und Fortbildung
der Unterrichtenden dienen.
• Verpflichtungserklärung, dass nach Erhalt der Lehrmittelspende das Goethe-Institut Kasachstan die Bestätigung darüber bekommt und dass alle Materialien allen Interessierten zur Verfügung stehen.
• Unterschrift des Deutschlehrers / der Deutschlehrerin und des
Schulleiters bzw. Dekans / Rektors.
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
• Bestellungen an Privatadressen werden nicht berücksichtigt.
Aber auch die Adresse der Schule/Hochschule muss genau
sein mit der exakten Postleitzahl (Index), sowie den Namen des
Deutschlehrers/der Deutschlehrerin.
• Termin: Es gibt keinen festen Termin, Anträge werden das ganze
Jahr über entgegengenommen.
• Hinweis: Auch die Materialien des Goethe-Instituts können als
Lehrmittelspende beantragt werden. Es gilt der Katalog „Deutsch
lernen und lehren“.
• Der Gesamtfinanzrahmen für eine Lehrmittelspende ist maximal
200,- EURO, unabhängig davon, ob Sie Materialien des GoetheInstituts, von Langenscheidt, Klett, Hueber-Verlag für Deutsch,
Duden etc. bestellen.
Erstausstattungen von Universitäten/Hochschulen unterliegen anderen
Regeln und können den umrissenen Rahmen überschreiten; hier bitte
das IC-Lektorat des DAAD Kirgisistan einbeziehen. Für die Lehrmittelausstattung der DSD-Schulen ist der Fachberater der ZfA in Kirgisistan
zuständig.
Verlags- und Bezugsadressen für DaF-Materialien
Hier sind nochmals die wichtigsten Adressen für DaF-Materialien, d.h.
hier können Sie sich über Titel, ISBN und Preise informieren, entweder,
indem Sie sich Verlagskataloge zusenden lassen oder, indem Sie im Internet recherchieren. Bitte schreiben Sie die genannten Verlage an und
bitten Sie, in den Verteiler des DaF-Katalogs aufgenommen zu werden.
So sind Sie informiert, welche Materialien in Deutschland auf dem Markt
sind und welche Neuerscheinungen es gibt. Wer ins Internet kommt, hat
es sehr viel leichter. Er/sie kann einerseits die Verlags-Websites aufsuchen, andererseits alle wichtigen Lehrwerke, die in Deutschland produziert werden, an einer Stelle finden: der kommentierten Datenbank des
GI unter: http://swb.bsz-bw.de/DB=2.308/
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Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Verlag
Postanschrift
E-Mail
Internetadressen
Cornelsen Verlag
GmbH
Verlag
Mecklenburgische
Straße 53
D-14328
Berlin
[email protected]
www.cornelsen.de
Moritz Diesterweg
Hedderichstr. 108 -110
D-60596
Frankfurt a. M.
[email protected]
schulbuchzentrumonline.de
www.diesterweg.de
Duden-Verlag
Postfach10 03 11
D-68003
Mann-heim
[email protected]
duden.de
www.duden.de
Goethe-Institut
Postfach 19 04 19
D-80604
München
[email protected]
www.goethe.de
Max Hueber Verlag/
Verlag für Deutsch
Max-Hueber-Str. 4
D-85737
Ismaning
[email protected]
hueber.de
www.hueber.de
Langenscheidt
KG
Mies-van-der-RoheStr. 1
D-80807
München
[email protected]
langenscheidt.de
www.langenscheidt.de
Ernst KLETT
Verlag GmbH
Rotebühlstr. 77
D-70178
Stuttgart
[email protected]
klett.de
www.klett.de
Haidplatz 2
D-93047
Regensburg
[email protected]
Wolf Verlag GmbH &
Co KG
www.wolfverlag.de
Kostenlose Abonnements
Kostenlos abonnieren können Sie folgenden Titel, wenn auch nicht beim
Goethe-Institut:
„DEUTSCHLAND- Zeitschrift für Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft“
Frankfurter Societäts-Medien GmbH
Frankenallee 71–81
D-60327 Frankfurt am Main
E-Mail: [email protected]
Website: www.magazin-deutschland.de
Moderne Lehrmittel für DaF im GI Kasachstan und anderswo
Die BKD-Bibliothek enthält nicht nur die neuesten Lehrwerke aus
Deutschland, sondern auch wichtige methodisch-didaktische Fachliteratur, alles für Lehrer und Lehrerinnen, die in Almaty und Umgebung
leben, ausleihbar. Bei Besuchen in Almaty können Sie die Materialien
einsehen.
Öffnungszeiten BKD-Bibliothek:
Dienstag und Donnerstag 14.00-17.00 Uhr und Freitag 12.00- 15.00Uhr.
Zur Sicherheit (Änderungen oder Abwesenheiten sind möglich) vorher
anrufen!
Die allgemeine Bibliothek ist im 4. (russischen) Stock und bietet unter
anderem die Möglichkeit Videos oder DVDs anzuschauen, CDs zu hören und im Internet zu surfen (200 KZT/Stunde). Ausleihe nur an Leser
und Leserinnen, die in Almaty und Umgebung wohnen.
Öffnungszeiten Bibliothek:
Dienstag bis Donnerstag 13.00-18:15 Uhr, Freitag 10.00-13.00 & 13:4516.00, Uhr Sa. 9-13 Uhr (Änderungen vorbehalten)
Es gibt auch Infozentren am Sprachlernzentrum Bischkek und den
deutschen Lesesaal in Bischkek an der Nationaluniversität.
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Deutsch in Kirgisistan
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Deutsch in Kirgisistan
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Sprachkursinformationen
Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amts
Informationen zu den Sprachkursen des Goethe-Institut Almaty finden
Sie auf unserer Webseite unter www.goethe.de/almaty
„Schulen: Partner der Zukunft“ ist eine Initiative des Auswärtigen Amtes
in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen,
dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst
und dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz
der Länder. Tragende Leitgedanken dieser Initiative sind folgende: Bildung gibt Perspektiven, Mehrsprachigkeit eröffnet Horizonte, Zugang zu
Sprache und Bildung, gemeinsam Zukunftsprobleme lösen als internationale Lerngemeinschaft. Es wurde ein weltumspannendes Netz von
1500 Schulen geschaffen, um Begeisterung für das moderne Deutschland und seine Gesellschaft zu wecken. Darüber hinaus soll Deutsch als
Fremdsprache in den nationalen Bildungssystemen der Gastländer stärker verankert werden und die Schulpartnerschaften ausgebaut werden.
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zu den Kursen allgemein
zu den Einschreibterminen
Informationen zu den Prüfungen & Prüfungsterminen
Links zu den SLZ in Kasachstan und Kirgisistan
An einigen SLZ wirken für jeweils ein Schuljahr (September bis Mai)
sogenannte "Sprachassistenten", junge Leute aus Deutschland. Nach
Möglichkeit arbeiten in Almaty und den anderen Orten auch muttersprachliche Praktikant(inn)en mit. Örtliche Beratung erhalten Sie direkt
im Sprachlernzentrum Bischkek. Die Adresse finden Sie hier:
www.deutsch-zentrum.com
Sprachkurse des GI in Deutschland
„Deutsch lernen in Deutschland“ ist natürlich besonders erfolgversprechend. Alles Nähere zu den Kursen selbst enthalten die Prospekte (entweder auf Deutsch oder auf Russisch), die Sie beim Goethe-Institut
Kasachstan bekommen können, ebenso die Prospekte zu den Jugendprogrammen im Sommer. Natürlich finden Sie alle Informationen auch
im Internet unter www.goethe.de/deutschland
Werbung für Deutsch als Fremdsprache
In Kirgisistan geht die Zahl der Deutschlerner leider zurück, die Arbeitsplätze der Deutschlehrer und -lehrerinnen sind gefährdet. Umso wichtiger ist die Werbung für Deutsch als Fremdsprache an Ihrem Institut und
bei den Schülern/ Studierenden und Eltern. Mit Deutschkenntnissen hat
jeder vielfältige Möglichkeiten im Berufsleben in Kirgisistan, aber auch in
Deutschland und vielen anderen Ländern der EU. Deutschland ist ein exzellentes Bildungsland und bietet eine sehr gute Berufsqualifizierung z.
B. durch ein Studium in Deutschland, für das Deutschkenntnisse z.T. ein
Muss, wenn nicht aber eine große Hilfe sind. Wenn Sie an ihrer Schule
oder Universität für Deutsch werben möchten, können Sie am GoetheInstitut Kasachstan Werbematerialien bestellen und sich beraten lassen.
Näheres finden Sie auf der Homepage des Goethe-Institut Kasachstan
unter www.goethe.de/almaty
20
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Auch das Goethe-Institut Kasachstan ist an der Umsetzung dieser Initiative beteiligt: Annemarie Bechert, Expertin für Unterricht mit Büro in
Astana betreut 5 Schulen in Kasachstan (bis zum Ende des Schuljahres
2010/11) und Solveig Bartusch, Expertin für Unterricht mit Sitz in Bischkek hat zwei Schulen in Kirgisistan sowie eine Schule in Turkmenistan
betreut. Ab August 2011 wird ein Nachfolger alle Schulen in Kasachstan,
Kirgisistan und Turkmenistan, die zum PASCH-Netzwerk des GoetheInstituts gehören, von Astana aus betreuen. Zhanna Aitbaeva koordiniert
das Projekt am Goethe-Institut Almaty, Aida Narynbek kyzy ist Sachbearbeiterin in Bischkek.
Wenn Sie mehr über die Partnerschulinitiative erfahren möchten, besuchen Sie bitte unsere Internetseiten:
www.pasch-net.de
www.goethe.de/kaz (unter "Deutsch lehren")
Susanne Becker
Goethe-Institut Kasachstan
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Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
21
Mehrsprachigkeit aus sprachpolitischer Sicht
Muttersprache
Hörverstehen Leseverstehen Sprechen
Schreiben
5
5
1. Eigene Erfahrungen von Mehrsprachigkeit
Jeder Mensch hat seine eigene Sprachbiografie. Dazu gehören nicht
nur die gelernten Fremdsprachen, sondern auch die Muttersprache und
die Dialekte, die man beherrscht.
Anhand des folgenden Beispiels einer Sprachbiografie (aus Neuner et
al. 2009: 8) kann man erkennen, welche Faktoren die Sprachbiografie
wie beeinflussen:
1. Fremdsprache
2. Fremdsprache
3. Fremdsprache
…
Weiterhin kann man die beherrschten Sprachen in einer "Sprachgestalt"
den einzelnen Körperteilen zuordnen (Neuner et. al. 2009:8). Hiermit hat
als erstes Krumm die Einstellung des Lerners zur jeweiligen Sprache in
Schulen sichtbar gemacht und aufgezeigt, dass diese keinen geringen
Einfluss auf die Motivation eine Sprache zu lernen hat (Fremdsprache
Deutsch 31/2004).
Ihre Muttersprache:
Sind Sie zweisprachig aufgewachsen?
Ihre zweite Sprache:
Fremdsprachen, die Sie –
mehr oder weniger – beherrschen:
Welche Sprache ist bei Ihnen
- die „Sprache des Herzens“? (Herz)
- die „Sprache des Verstandes“? (Kopf)
- die „Sprache, mit der Sie täglich arbeiten“? (Hände)
- die „Sprache, mit der Sie (z. B. im
Urlaub) durch die Welt gehen“?
(Beine)
-…
In der Schule:
Welche Sprachen haben Sie
in der Schule gelernt, welche
Außerhalb der Schule:
außerhalb der Schule?
1. …………………………………………
2. …………………………………………
3. …………………………………………
…
Dazu kann zu den verschiedenen Sprachen ein Verhältnis beschrieben werden:
Nicht alle Sprachen, die man beherrscht bzw. hier in die Sprachbiografie
eintragen könnte, beherrscht man gleich gut, sodass die Unterteilung
des Grades der Sprachbeherrschung pro Sprache und Fertigkeit in einem persönlichen Sprachenprofil sinnvoll erscheint (aus Neuner et. al.
2009: 8).
22
5
Zweitsprache
I. Mehrsprachigkeit
Erinnern Sie sich, in welcher
Reihenfolge Sie die Sprachen
gelernt haben?
5
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
1. besonders 2. nicht so 3. überhaupt
gern
gern
nicht
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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2. Verwandtschaft von Sprachen
Sprachen sind unterschiedlich eng miteinander verwandt, sie gehören
zu unterschiedlichen Sprachfamilien. Insgesamt existieren heute ca.
200 Sprachfamilien oder isolierte Sprachen, 100 ausgestorbene Einheiten sind bekannt. Es gibt weltweit 24 Sprachfamilien und eine isolierte Sprache (Koreanisch) mit mindestens einer Million Sprecher. Über
99,5 % der Menschheit sprechen eine Sprache, die zu einer dieser 25
sprecherreichsten Spracheinheiten gehört (http://de.wikipedia.org/wiki/
Sprachfamilien_der_Welt, letzter Aufruf 26.09.2010). Die Nähe oder Distanz von Sprachen haben offenbar Auswirkungen auf das Erlernen von
Sprachen. Als Beispiele möchte ich folgende Konstellationen anbringen:
Dänisch (L1) – Englisch (L2) – Deutsch (L3): Wahrscheinlich wird ein
Däne, der zuerst Englisch und dann Deutsch lernt aufgrund der Nähe
dieser beiden Sprachen zueinander und zur Muttersprache beim Verstehen von Wörtern im Deutschen weniger Probleme haben, als jemand,
der keine dem Deutschen verwandten Sprachen kennt. Andererseits
könnte bei der Produktion auf Deutsch einiges durcheinander gehen
z.B. beim Satzbau, bei Wörtern etc.
Kirgisisch (L1) – Englisch (L2) – Deutsch (L3): Wenn jemand, dessen
Muttersprache Kirgisisch ist, Deutsch nach Englisch lernt, wird er die
verwandtschaftliche Nähe dieser beiden Sprachen besonders deutlich
empfinden, da er von seiner eigenen Sprache her (L1) kaum Anknüpfungspunkte zum Deutschen herstellen kann (Neuner et. al. 2009: 10).
Welche Auswirkungen kann es haben, wenn jemand mehrere Sprachen
beherrscht? Stört die eine Sprache beim Erlernen einer weiteren oder
nicht? Wer mehrere Sprachen – auf unterschiedlichem Niveau – beherrscht, weiß, dass sie nicht isoliert voneinander im Gedächtnis gespeichert sind, sondern dass die mentalen Lexika miteinander verbunden sind. Hier möchte ich die beiden Stichworte Interferenz und Transfer
nennen. Wer sich in einer fremden Sprache ausdrücken möchte, dem
kann es passieren, dass sich Elemente oder Strukturen anderer gelernter Sprachen "einmischen", z. B. bei Wortendungen, Satzstrukturen,
Aussprache etc. Andererseits macht ein Lerner auch immer wieder die
Erfahrung, dass er Wörter in einer zu lernenden Sprache erkennt bevor
er sie bewusst gelernt hat, da er sie aus einer anderen Sprache, die er
beherrscht schon kennt (Neuner et. al. 2009: 12ff).
24
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Nach diesem Exkurs soll nun der Begriff Mehrsprachigkeit genauer untersucht werden: Unter Mehrsprachigkeit als Oberbegriff werden zwei
unterschiedliche Bereiche zusammengefasst: Multilingualität und die
Plurilingualität. Multilingualität bezeichnet das Vorhandensein mehrerer
Sprachen in einem Land, einer Region und kann die Auswahl der Sprachen, die im schulischen Bereich angeboten werden, den Umfang, die
Intensität und die Art des Unterrichts beeinflussen (Neuner et al. 2009:
17f). Plurilingualität bezeichnet die Mehrsprachigkeit des Individuums,
also die Sprachen, die eine Person "im Kopf" hat (vgl. oben) (Neuner et
al. 2009:17).
Das neue Konzept vom Mehrsprachigkeit hat demnach folgende Charakteristika:
- wenn man mehrere Sprachen lernt, beginnt man nicht jedes Mal
wieder "bei null", sondern der vorhandene Sprachbesitz wird
erweitert
- nicht in jeder neu erlernten Sprache muss man das Ideal "Muttersprachenkompetenz" erreichen
- das Kompetenzniveau und das Fertigkeitsprofil kann in den unter
schiedlichen Sprachen sehr unterschiedlich sein, da man verschiedene Sprachen mit verschiedenen Zielen lernt
(Neuner et al. 2009: 19).
Mehrsprachigkeit ist die Fähigkeit von Gesellschaften, Institutionen,
Gruppen und Individuen sich im täglichen Leben mit mehr als einer
Sprache auf einer normalen Ebene zu engagieren.
II. Sprachenpolitik und Mehrsprachigkeit
1. Problemfeld
Seit der europäischen Einigung und Erweiterung der Europäischen
Union, seit dem Fall des Eisernen Vorhangs, seit dem Zerfall der Sowjetunion wirken Phänomene wie die Öffnung und Globalisierung der
Märkte, die Internationalisierung der Sicherheits- und Währungs- und
Wirtschaftspolitik, die rasanten Veränderungen in der Informationstechnologie und die weltweite Migration und der damit verbundene Probleme
der Integration unterschiedlicher Bevölkerungsschichten und die Entstehung neuer Sprachminderheiten auf sprachenpolitische Entscheidungen. Sprachenpolitik ist also längst nicht mehr die alleinige Domäne von
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
25
nationaler Politik. Es gibt unterschiedlich bedeutsame sprachenpolitische Handlungen und Signale, wenn z. B. eine Regierung den Gebrauch
ihrer Sprache in Verhandlungen einfordert oder entgegen der multinationalen Realität Beschlüsse über Fremdsprachenunterricht fasst. Kritiker
entdecken imperialistische Tendenzen, betrachten die Dominanz einzelner Sprachen und warnen vor dem Verlust der Vielfalt der Sprachen
(Ammon et al 1994), sie fordern eine ökologische Sprachenpolitik (Christ
et al. 1980).
2. Akteure und Aktionsfelder der Sprachenpolitik
Die Akteure sind auf verschiedenen Ebenen zu finden:
- auf politischer Ebene: z. B. Regierungen, Parlamente, Verwaltungen im überstaatlichen, nationalen, regionalen und gemeindlichen Kontext;
- auf wirtschaftlicher Ebene: z. B. die produzierende Wirtschaft,
Informations- und Telekommunikationswirtschaft, Verbände etc.;
- auf der Ebene der Bildungseinrichtungen und der Wissenschaft:
z. B. Schulen, Forschungseinrichtungen, Fachverbände etc;
- auf der personalen Ebene: alle Sprecher, die durch ihr Sprach
verhalten Fakten schaffen und dadurch die normierende Kraft in
der Gesellschaft darstellen
(Bausch et al. 2003:103).
Daraus ergibt sich, dass alle Bürger, alle staatlichen und privaten Einrichtungen Akteure der Sprachenpolitik sind und diese beeinflussen.
Sie schaffen die Fakten. Dies ist in demokratischen Gesellschaften eine
Selbstverständlichkeit. Sie sollte aber nicht als Angelegenheit von Spezialisten oder als Aufgabe der politischen Klasse verstanden werden. Jeder Teilnehmer einer Gesellschaft steht in der Verantwortung der Sprachenpolitik.
Die Aktionsfelder der Sprachenpolitik befinden sich auch auf verschiedenen Ebenen:
- Gesetzgebung und Verwaltung
- Standardisierung, Regulierung, Planung und Normalisierung
von Sprachen
- Sprachenunterricht
- Sprachmischung
- Übersetzung und Sprachmittlung
- Propaganda für bestimmte Sprachen
- Sprachenkampf
- Verwendung von Sprachen im öffentlichen Leben
26
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
D. h. die Aktionsfelder reichen "von der Normsetzung und der Durchsetzung der Norm (…) bis zur normierenden Kraft des Faktischen" (Bausch
et al. 2003:104).
3. Schulsprachenpolitik
Für die Sprachenpolitik ist das Lernen und Lehren fremder Sprachen
so wie auch der Muttersprachen evident. Sie stellen die wichtigsten und
wirkungsvollsten Instrumente da. Daneben gibt es aber auch noch den
ungesteuerten Spracherwerb, dieser kann aber nur eingeschränkt als
Instrument der Sprachenpolitik gesehen werden, da er sich der Kontrolle
entzieht. Daher wird in der weiteren Betrachtung das Augenmerk auf den
gesteuerten (schulischen) Fremdsprachenerwerb gelegt. Ein kurzer historischer Exkurs hilft die Bedeutung von Sprachenpolitik einzuschätzen.
Der moderne Staat, der sich seit der Aufklärung als "Herr der Schule"
versteht, hat erst im Laufe des 19. Jahrhunderts Fremdsprachen in das
Schulprogramm aufgenommen. Zunächst nur für bestimmte Schulformen
und nur bestimmte Sprachen: alte Sprachen bestimmten die Bildung.
Erst nach dem 2. Weltkrieg setzte sich der Fremdsprachenunterricht als
Bildung aller durch. Schulsprachenpolitik bezeichnet seitdem "alle politischen Maßnahmen zur Steuerung des Lehrens und Lernens fremder
Sprachen in institutionellen Zusammenhängen. In der Demokratie bedeutet dies, dass nicht Parlamente und Verwaltungen allein entscheiden,
sondern viele Instanzen und Personen an den Entscheidungen beteiligt
sind." (Bausch et al. 2003: 105) Die Aufgabe der Schulsprachenpolitik ist
also darin zu sehen, die Politik der Regierungen hinsichtlich des Fremdund Zielsprachenunterrichts wie auch in den Herkunftssprachen von Migranten zu formulieren und zu festigen.
4. Kontrovers diskutierte Fragen in der Schulsprachenpolitik
Zu den kontrovers diskutierten Fragen in der Schulsprachenpolitik gehört u.a. das Lebensalter, in dem der Fremdsprachenunterricht einsetzen soll. Erst seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist man
sich einig, dass der Fremdsprachenunterricht in der Grundschule bzw.
schon in der Vorschule einsetzten soll: der früher Fremdsprachenerwerb ist in allen europäischen Ländern umgesetzt worden. Andererseits
ist Fremdsprachenerwerb lebenslanges Lernen und so bekamen auch
Hochschule und Weiterbildung die Rolle der Fremdsprachenvermittlung
wesentlich stärker zugeteilt. Konflikte hierbei bilden die Stellen des Übergangs: z. B. von der Grundschule in die Sekundarstufe, von der Schule
zur Hochschule, von der Erstausbildung in die Weiterbildung (Bausch et
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
27
al. 2003:105) Hier liegt die Aufgabe der Sprachenpolitik darin Kooperation und Konsens zwischen den einzelnen Institutionen herzustellen
– andererseits wird zu viel Energie verschwendet.
Eine weitere kontrovers diskutierte Frage ist die Reihenfolge der Sprache
– eine auch für Kirgisistan und Kasachstan sehr wichtige Frage. In Europa hat in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg die Außenpolitik, der Handel, Tourismus oder die wissenschaftlichen Beziehungen
die Sprachenreihenfolge in der Schule bestimmt: in Westdeutschland
wurde Englisch und Französisch, in der Deutschen Demokratischen Republik Russisch, in Frankreich Englisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch usw. unterrichtet. Die Sprachen der direkten Nachbarn wurden
vernachlässigt, die Sprachenfolge richtete sich nach außenpolitischen
Belangen und war eurozentristisch (Bausch et al. 2003: 106). In Kirgisistan und Kasachstan beobachten wir seit Jahren, dass sich auch hier
Englisch als erste Fremdsprache durchsetzt. Zurückgedrängt wurde hier
Deutsch als erste Fremdsprache, die aber immer noch eine starke Stellung als zweite Fremdsprache hat. Aber sie tritt auch in Kirgisistan und
Kasachstan in Konkurrenz mit anderen Sprachen (z. B. Türkisch, Chinesisch), deren Wahl ebenfalls von außenpolitischen und wirtschaftlichen
Belangen bestimmt wird.
Globalisierung in allen Bereichen der Gesellschaft und die damit zusammenhängende Mobilität hat die Schwerpunkte im 21. Jahrhundert jedoch
in Richtung Vielfältigkeit verschoben. Und das Ziel des Fremdsprachenlernens hat sich verschoben: man lernt fremde Sprachen nicht mehr nur
noch zur Anwendung außerhalb der eigenen Landesgrenzen, sondern
auch in der unmittelbaren Umgebung, im Arbeitsalltag, in der Freizeit,
bei der Nutzung von Medien etc. (Bausch et al. 2003: 107). Daher lernt
man mehr Fremdsprachen aber auf verschiedenen Niveaus und mit verschiedenen Zielen – zur Kommunikation in beruflichen und alltäglichen
Kontext, zur Rezeption etc. Diese Zielverschiebung verlangt eine Methodendiversifizierung.
Die verschiedenen europäischen Länder haben die Kontroverse mit welcher Fremdsprache begonnen werden soll, unterschiedlich gelöst: In
Deutschland hat man sich trotz Widerständen 1954 für Englisch als erste
Fremdsprache entschieden. Doch Schulsprachenpolitik ist Ländersache
und im Laufe der Jahre wurden immer mehr regionale Besonderheiten
beachtet und Französisch hat tatsächlich neben Englisch eine starke
Position erlangt.
28
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
In Kirgisistan und Kasachstan setzt sich neben Russisch oder Kirgisisch
bzw. Kasachisch ebenfalls Englisch als die erste Fremdsprache in der
Schule durch. Doch auch hier sollten regionale Besonderheiten und der
Druck der Öffentlichkeit nicht vernachlässigt werden. Geopolitische, wirtschaftliche Faktoren werden immer wichtiger und Kommunikation gelingt nicht immer reibungslos in der angeblichen lingua franca Englisch.
Sprache transportiert Kultur. Und das Verständnis der fremden Kultur
ermöglicht erst eine echte und erfolgreiche Kommunikation.
Die Streitfrage der ersten Fremdsprache kann insofern relativiert werden, dass in der Schule – zumindest in Europa – immer mehr Kinder
eine zweite und dritte Fremdsprache lernen. Diese Tendenz ist weder in
Kirgisistan noch in Kasachstan zu konstatieren, eher das Gegenteil, was
mittel- und langfristig in der globalisierten Welt eher zu einer Isolation
des Einzelnen bedeuten könnte. Bei der Sprachenfolge geht es um Fragen der Zeit – wann kann / muss eine zweite Fremdsprache gelernt werden? Wer lernt mit welchem Ziel eine zweite oder dritte Fremdsprache?
5. Mehrsprachigkeit und Sprachenpolitik
im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen
Der Europarat und die Europäische Kommission verlangen, dass alle
europäischen Bürger neben ihrer Muttersprache drei Gemeinschaftssprachen beherrschen sollten (Bausch et al. 2003:107). Diese revolutionäre Forderung ist noch nicht umgesetzt, hat aber ihre Wirkung gezeigt. Verschiedene moderne Konzepte zum Fremdsprachenunterricht
gerade unter der Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit wurden entwickelt: der bilinguale Unterricht, das grenzüberschreitende Lernen, die
Entwicklung integrierter Studiengänge, das Lernen im Tandem, Lernen
im Wettbewerb und viele mehr. Neben der umfassenden Beschreibung,
welche Kenntnisse und Fertigkeiten Lerner entwickeln müssen, um eine
Sprache für kommunikative Zwecke im jeweiligen kulturellen Kontext zu
benutzen, definiert der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für
Sprachen (GER) Kompetenzniveaus, sodass Lernfortschritte ein Leben
lang und auf jeder Stufe gemessen werden können. Außerdem betont
der GER die Notwendigkeit der Mehrsprachigkeit jedes Einzelnen für
Beruf, Freizeit, Informationsgewinn etc. Mehrsprachigkeit betont die Tatsache, dass sich die Spracherfahrung eines Menschen in seinen kulturellen Kontexten erweitert.
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
29
Mehrere Sprachen bilden gemeinsam eine kommunikative Kompetenz,
zu der alle Sprachkenntnisse und Spracherfahrungen beitragen und in
der die Sprachen zueinander in Beziehung stehen und interagieren. D.
h. in verschiedenen Situationen können Menschen flexibel auf verschiedene Teile dieser Kompetenz zurückgreifen, um eine perfekte Kommunikation mit einem Gesprächspartner zu erreichen (Europarat et al 2001:
14ff). Daraus ergibt sich das oben schon erwähnte Phänomen, dass
nicht mehr nur eine Fremdsprache in der Schule gelernt werden sollte,
sondern zwei bis drei Fremdsprachen. Denn fremde Sprachen werden
nicht mehr isoliert von einander gelernt, Ziel ist nicht mehr der "ideale
Muttersprachler", sondern die Entwicklung eines sprachlichen Repertoires, in dem alle sprachlichen Fähigkeiten ihren Platz haben.
Mit dem europäischen Portfolio der Sprachen kann der Lerner höchst
unterschiedliche Arten des Sprachenlernens und der interkulturellen Erfahrung dokumentieren und diese werden anerkannt. Der Lerner soll zur
Selbsteinschätzung seiner Sprachkenntnisse und sprachlichen Fähigkeiten gebracht werden und über seine Sprachbiografie nachdenken.
Also einen großen Schritt Richtung mündigen Lerner gefördert werden.
Womit wir wieder bei den einleitenden Beispielen zur eigenen Erfahrung
mit fremden Sprachen, zum Sprachenprofil und den Sprachen "im Kopf"
gelangt sind.
Literatur:
Ammon, U., Mattheiler, K. J., Nele, P. (Hrsg.) 1994: English only? in Europa/in Europe/en Europe?, Tübingen
Bausch, K.-R., Christ, H., Krumm, H.-J. (Hrsg.) 2003: Handbuch Fremdsprachenunterricht, Tübingen
Christ, H. et al. 1980: Sprachenpolitik in Europa. Homburger Empfehlungen für eine sprachenteilige Gesellschaft, Augsburg
Europarat, Rat für kulturelle Zusammenarbeit 2001: Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen. Berlin
Neuner, G., Hufeisen, B., u.a. 2009: Deutsch als zweite Fremdsprache.
Fernstudieneinheit 26, Berlin
Fremdsprache Deutsch 31/2004: Sprachenvielfalt im Klassenzimmer,
Stuttgart
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Doch ein mündiger Sprachenlerner kann sich nur entwickeln, wenn das
Angebot in Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen hinsichtlich des Erlernens mehrerer Sprachen gemacht wird. Eine Schulsprachenpolitik, die der Realität in der globalisierten Welt, der Mobilität
der Menschen, den Migrationsströmen, dem Zusammenwachsen der
Märkte, den Kooperationen in Außen- und Sicherheitspolitik und vielen
weiteren Phänomen nicht entspricht, steht der Entwicklung der eigenen
Bürger im Wege.
(Dieser Text wurde leicht verändert abgedruckt in: „Немецкий язык в
Казахстане: состояние и перспективы“, 13-20, Kongressband zur „Internationale wissenschaftliche Koferenz „Deutsch in Kasachstan: aktueller Stand und Perspektiven“, Astana 12. November 2010)
Susanne Becker
Goethe-Institut Kasachstan
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
31
Goethe-Institut Almaty, Kasachstan
PASCH in Kirgisistan – Bilanz nach drei Jahren
Im Oktober 2008 wurden elf Schulen aus Kirgisistan in das weltweite
Netzwerk aus 1.500 Partnerschulen Deutschlands aufgenommen. Neun
Schulen arbeiten dabei eng mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) zusammen. Sie haben das Ziel, ihre Schüler zum Deutschen Sprachdiplom zu führen. Das Goethe-Institut Almaty betreut mit
einer Expertin für Unterricht zwei weitere Partnerschulen: das Nationale
Gymnasium für Informatik Nr. 5, Bischkek und die Mittelschule Nr.2 in
Naryn. Diese zeichnen sich durch ein naturwissenschaftliches-technisches Profil aus und bieten Deutsch als erste und zweite Fremdsprache
an. Die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) beendet im
Mai 2011 ihr drittes Schuljahr in Kirgisistan - ein Anlass, innezuhalten
und Bilanz zu ziehen.
Aufstieg auf der Stufenleiter des GER
Mit Unterstützung des Goethe-Instituts wurden am Gymnasium Nr. 5,
Bischkek und der Mittelschule Nr. 2, Naryn 2008/2009 moderne Deutschkabinette eingerichtet. Die Schulen erhielten aktuelle Lehrmaterialien
und die notwendige Unterrichtstechnik für einen kommunikativen und
multimedialen Deutschunterricht. Die PASCH-Schule Nr. 2, Naryn wurde 2010 vom kirgisischen Bildungsminister als „beste Mittelschule“ der
Republik Kirgisistan ausgezeichnet. Mit dieser Anerkennung wurden
unter anderem ihre erfolgreiche internationale Zusammenarbeit und ihr
Engagement im Rahmen des PASCH-Projektes gewürdigt, das die positive Entwicklung des Deutschunterrichts an der Schule maßgeblich mit
gefördert hat. Auch am Nationalen Gymnasium für Informatik Nr. 5 in
Bischkek konnte Deutsch als erste Fremdsprache ausgebaut werden.
An beiden Schulen wurde 2009 erstmals die Goethe-Jugendprüfung „Fit
in Deutsch 1“ durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen international
anerkannten Nachweis über Grundkenntnisse der deutschen Sprache
auf dem Niveau A1. Das A1-Zertifikat des Goethe-Instituts ist bereits ein
erster Erfolg auf der Stufenleiter des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) und soll die Schüler dazu motivieren, die nächste
Niveaustufe zu bewältigen. 2010 haben an der PASCH-Schule in Naryn
dann auch 12 Schüler erfolgreich die Prüfung „Fit in Deutsch 2“ (A2)
bestanden. Vier Schüler, Stipendiaten des Goethe-Instituts, gingen noch
einen Schritt weiter und legten die B1-Prüfung des Goethe-Instituts für
Jugendliche ab.
32
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
PASCH-Schulen als Fortbildungs- und Kulturzentren
Regelmäßig bieten die PASCH-Schulen Raum und Infrastruktur für
Lehrerfortbildungen. Diese Seminare oder Sprachkurse sollen den Ausbau und die Qualitätssicherung des Deutschunterrichts unterstützen. Sie
wenden sich an die Lehrkräfte der PASCH-Schulen und stehen in der
Regel auch anderen interessierten Deutschlehrern der Stadt Bischkek
oder Region Naryn offen.
Von Ende 2008 bis März 2011 hat das Goethe-Institut im Rahmen von
PASCH in Kirgisistan 20 verschiedene methodisch-didaktische und
sprachliche Fortbildungsveranstaltungen erfolgreich durchgeführt. Besonders hervorzuheben sind die
PASCH-Freitagsseminare für Schullehrer in Bischkek, die ein Mal im
Monat von einer Methodikerin des
Goethe-Instituts und Mitarbeiterin des
Sprachlernzentrums Bischkek, Vertragspartner des Goethe-Instituts Almaty geleitet werden.Oftmals wurden
Lehrerseminare im Vorfeld von Kulturveranstaltungen oder Wettbewerben durchgeführt, um den Lehrern Freitagsseminar in Bischkek mit
die Möglichkeiten für den Einsatz von Farida Ibragimova
Kunst, Kultur und Musik im Deutschunterricht aufzuzeigen.
Ausstellung „jung.de“ 2008
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Höhepunkte waren beispielsweise
2008 die Ausstellung „jung.de“, im
Jahr 2009 der Wettbewerb „Deine
Stimme weltweit“ oder 2010 die Fortbildung zum Thema „Deutschlernen
mit Bewegungshits und Spielideen“
mit dem deutschen Liedermacher
und Musikpädagogen Wolfgang Hering, der im Anschluss ein interaktives
Konzert für Schüler gab.
Deutsch in Kirgisistan
33
„Deine Stimme weltweit 2009“
Hip Hop mit Kronstädta in Bischkek
Konzert mit Wolfgang Hering 2010
Interkulturelles Lernen in Deutschland und Kirgisistan
Von 2009-2010 konnte das GoetheInstitut an sechs Deutschlehrerinnen
der PASCH-Schulen Stipendien für
die Teilnahme an sprachlichen, methodisch-didaktischen und landeskundlichen Fortbildungen in Deutschland
vergeben. Desweiteren erhielten 14
Schüler die Möglichkeit, zu dreiwöchigen internationalen Jugendkursen des
Goethe-Instituts nach Deutschland zu
reisen. Hier trafen sie sich mit Schülern Jugendkursteilnehmer in Deutschland
aus anderen Gastländern der Partnerschulinitiative. In gemeinsamen Deutschkursen, vielfältigen Workshops
und Exkursionen verbesserten sie nicht nur ihre Deutschkenntnisse oder
ihr Wissen über Deutschland, sie fanden vor allem neue Freunde auf allen Kontinenten der Welt.Die internationalen Jugendkurse des GoetheInstituts zählen neben der pasch-Website zu den erfolgreichsten Vernetzungsmaßnahmen der PASCH-Initiative.
Die PASCH-Website ist eine interaktive Lernplattform, die derzeit noch
ausschließlich PASCH-Schulen zur Verfügung steht, in Zukunft aber
auch für andere Schulen geöffnet werden soll. Die Website bietet sowohl Schülern als auch Lehrern aktuelle Informationen und Materialien
über Deutschland oder die PASCH-Aktivitäten in aller Welt zum Selbstlernen oder für den Einsatz im Deutschunterricht. Gleichzeitig haben re34
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
gistrierte Mitglieder der Schüler- oder
Lehrer-Community die Möglichkeit, EMail-Freundschaften zu knüpfen oder
auf Deutsch mit Schülern oder Lehrerkollegen aus anderen PASCH-Schulen
der Welt zu chatten. Regelmäßig werden auf der PASCH-Website onlineWettbewerbe ausgeschrieben. Sie sollen Schüler zum einen dazu motivieren, sich über den Unterricht hinaus
pasch-net-Seminar für
mit Deutschland und der deutschen
Deutschlehrerinnen
Sprache zu beschäftigen, zum anderen dienen auch sie der Vernetzung der Schulen untereinander, der Präsentation ihrer Heimatländer, ihrer schulischen Arbeit und Erfolge.
Auch aus Kirgisistan haben sich regelmäßig Schüler an online-Wettbewerben beteiligt und waren unter den Gewinnern. An dem Wettbewerb „Deine
Stimme weltweit“ 2009 nahmen neben
Kirgisistan insgesamt 17 Länder teil.
Nach einem Workshop mit deutschen
Musikern im Gastland waren die Schüler der PASCH-Schulen dazu aufgefordert, eigene Liedtexte auf Deutsch
„Deine Stimme“-Gewinner Bakai im
zu schreiben, zu singen und auf die Tonstudio in Deutschland
pasch-Website hochzuladen. Eine Jury
in Deutschland wählte den Landesgewinner. Der stolze Gewinner aus
Kirgisistan hieß Bakai, Schüler des Gymnasiums Nr.5, Bischkek. Er reiste Anfang 2010 nach Deutschland, wo er mit den anderen Landessiegern sein Lied auf eine CD aufnehmen konnte.
Förderung der Schnittstelle Schule-Hochschule
Im Sommer 2010 fand die II. PASCH-Sommerschule „Naturwissenschaften und Deutsch“ in Bischkek statt. Die Sommerschule ist ein Angebot an naturwissenschaftlich interessierte und begabte Schüler mit
Deutschkenntnissen auf dem Niveau A2 und B1 aus den vom GoetheInstitut und der ZfA betreuten PASCH-Schulen. Sie sollen zum einen
an ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium herangeführt
werden und haben gleichzeitig die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse
zu verbessern bzw. um Fachsprache aus den Bereichen der NaturwisRundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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senschaften und Technik zu erweitern.
2010 standen für die Teilnehmer drei
Wochen lang jeden Tag Mathematik,
Physik und Informatik auf dem Stundenplan, unterrichtet für die Gruppe
mit fortgeschrittenen Deutschkenntnissen auf Deutsch. Die Anfängergruppe
belegte diese Fächer auf Russisch
und besuchte zudem einen Deutschkurs. An den Nachmittagen gab es In- Physikunterricht in der Sommerschule
formationen zum Hochschulstudium in
Deutschland und Kirgisistan sowie ein
vielseitiges Freizeitprogramm. Neu waren 2010 drei Arbeitsgemeinschaften, in denen die Schüler unter
Anleitung von Experten selbständig an
Projekten arbeiteten, wie an der Konzeption und Gestaltung eines InternetBlogs, eines Films über die Sommerschule und von kreativen Fotostorys.
Der Höhepunkt war ein Wochenendausflug an den Issyk-Kul.
Sommerschule – Ausflug
zum Issyk-Kul
Durchgeführt und finanziert wurde die
Sommerschule vom Goethe-Institut Almaty und dem DAAD-Informationszentrum Bischkek in enger Zusammenarbeit mit den deutsch-kirgisischen Fakultäten der Technischen Universitäten
Bischkeks, deren Partneruniversitäten,
wie der Westsächsischen Hochschule
Zwickau und dem Sprachlernzentrum
Bischkek, Vertragspartner des GoetheSommerschule – Alles Theater?
Instituts Almaty.
Fragen zu PASCH?
Die vorgestellten Maßnahmen zum Ausbau des Deutschunterrichts an
Schulen, der internationalen Vernetzung der PASCH-Schulen und zur
Förderung der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule werden
auch weiterhin zentrale Schwerpunkte der Kultur-und Bildungsarbeit des
Goethe-Instituts sein.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Susanne Becker
Leiterin der Sprachabteilung
Stellvertretende Institutsleiterin
GOETHE-INSTITUT ALMATY
Dshandosowa 2 - 050040 Almaty, KASACHSTAN
Tel.: +7 727 39222-59 / -63 / -65
Fax: +7 727 39222 72
[email protected]
www.goethe.de/kaz
Zhanna Aitbayeva
Projektassistentin PASCH am Goethe-Institut Almaty
Tel. +7 727 39222-59 / -63 / -65
Fax +7 727 39222 72
[email protected]
Aida Narynbek kyzy
Projektassistentin PASCH in Bischkek, Kirgisistan
Tel.+996 555 690950
[email protected]
Informieren Sie sich auch auf der pasch-Website:
www.pasch-net.de
Solveig Bartusch
ExU PASCH Kirgisistan
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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PASCH Jugendkurs Rossleben 2010
Interview mit den sechs Teilnehmern aus Kirgisistan
Vom 04.07. bis 24.07.10 haben sechs Schüler aus dem Nationalen
Gymnasium Nr. 5, Bischkek und der Mittelschule Nr. 2, Naryn erfolgreich
am PASCH-Jugendkurs des Goethe-Instituts in Rossleben teilgenommen. Drei Wochen verbrachten sie gemeinsam mit 83 Schülern aus 14
Ländern in den alten Mauern der Klosterschule Rossleben. Hier trafen
sich Schüler aus Mazedonien und der Türkei, aus dem Iran, dem Irak,
aus den afrikanischen Staaten Burkina Faso, Ruanda und Guinea und
den zentral- und südamerikanischen Ländern Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Costa Rica sowie aus Indonesien und Thailand. Alle Teilnehmer
verband die Begeisterung für die deutsche Sprache und die Neugierde
auf Deutschland. Zusammen besuchten sie den Deutschunterricht und
verschiedene Kulturveranstaltungen. Sie trafen sich zum Sport oder in
einem der vielen Freizeitkurse und unternahmen verschiedene Ausflüge
durch Deutschland.
Aibek: Diese drei Wochen im Jugendkurs waren sehr lustig und „oberaffengeil“. Ich habe viele neue Freunde gefunden. Von Montag bis Freitag
habe ich Deutsch in der Klasse von Hanna gelernt. Ihr Unterricht war
immer sehr interessant.
Tolkun: Ich bin begeistert. Vor allem habe ich viele ausländische Schüler kennengelernt, mit denen ich im Unterricht in der Gruppe oder in
Partnerarbeit Deutsch lernte. Wenn etwas unklar war, versuchten wir
einander mit Mimik und Gestik zu erklären. Das war super lustig.
Jarkynai: Ich bin mit dem Jugendkurs sehr zufrieden. Hier wurden uns
außer dem Deutschunterricht noch verschiedene Projektarbeiten, Ausflüge, Spiele und Kulturveranstaltungen angeboten.
Yrysbek: Deutschland ist ein wunderbares Land. In Rossleben war alles
interessant, weil ich jetzt viele Freunde habe.
Ich bin als Begleitlehrerin zusammen mit den Stipendiaten nach Rossleben gereist und habe sie nach ihren Eindrücken und Erlebnissen befragt.
Neue Freunde und Freundinnen
Jarkynai, Aibek, Aiperi, Tolkun, Guliza, Yrysbek
Guliza: Ich finde den Jugendkurs cool. Hier war alles super. Ich werde
jetzt noch mehr und besser Deutsch lernen. Unsere Lehrerin Oxana war
sehr nett und freundlich. Ich habe auch viele Freunde gefunden, meine
Lieblingsfreundin heißt Carolina. Sie kommt aus Brasilien.
Aida: Wie hat euch der Jugendkurs gefallen?
Aiperi: Der Jugendkurs in Rossleben hat mir sehr gefallen. Ich habe
viele ausländische Jugendliche kennengelernt und jetzt habe ich viele
Freunde auf der ganzen Welt. Außerdem habe ich hier meine Deutschkenntnisse verbessert. Nun verstehe ich mehr als früher und meine Aussprache hat sich auch verändert. Deutsch macht mir jetzt noch viel mehr
Spaß.
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Im Deutschunterricht
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Aida: Welche Ausflüge habt ihr gemacht?
Aiperi: Ich habe fantastische Ausflüge in die großen und schönen Städte Leipzig und Berlin gemacht. Berlin war mein Traum und jetzt bin ich
glücklich, dass sich mein Traum erfüllt hat. In Berlin habe ich den Reichstag, den Fernsehturm auf dem Alexanderplatz und das Brandenburger
Tor gesehen. Hier in Rossleben besichtigten wir das Kyffhäuserdenkmal
und das Panoramamuseum.
Aibek: Jede Wochenende hatten wir Ausflüge. Der erste Ausflug war
nach Leipzig. Ich habe die Thomaskirche, das Messegelände, die Universität gesehen und viele Geschenke für meine Familie und Freunde gekauft. Der zweite Ausflug war nach Berlin. Wir besichtigten den
Reichstag und auf einer Schifffahrt haben wir viele Sehenswürdigkeiten
von Berlin gesehen.
Tolkun: Wir waren in Leipzig. Das ist eine große und schöne Stadt mit
vielen Sehenswürdigkeiten, z.B. die Thomaskirche, die Nationalkirche,
den Hauptbahnhof und das Völkerschlachtdenkmal. Oh Berlin! Die Reise nach Berlin war der schönste Moment in meinem Leben, besonders
der Besuch des Reichstags. Wir haben dort viele Fotos und Videos gemacht.
Jarkynai: Am ersten Wochenende fuhren wir mit dem Bus nach Leipzig und hatten genug Zeit für einen Spaziergang und Shopping. Zwei
Wochen später haben wir dann die Hauptstadt von Deutschland Berlin
besucht. Gerade an diesem Tag regnete es, schade! Aber die Stadt war
toll!
Yrysbek: Leipzig und Berlin. Ich werde nie den Reichstag mit seiner
Glaskuppel vergessen, die Schifffahrt auf der Spree mit dem Blick auf
die vielen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Humboldt-Universität, eine
der ältesten Universitäten Deutschlands.
Guliza: Am ersten Samstag haben wir Leipzig besucht. Leipzig ist größer und schöner als Rossleben. Wir sind durch die Stadt gelaufen, waren
einkaufen und haben viele Fotos gemacht. Abends sind wir total müde
nach Rossleben zurückgekehrt.
Aida: Was habt ihr in der Freizeit gemacht?
Aiperi: Die Freizeit habe ich hier hervorragend verbracht. Die Klosterschule hatte so schöne Plätze für verschiedene Sportarten wie Tennis,
Badminton, Schach, wo ich gern spielte. Außerdem machten wir mit der
Gruppe Freundschaftsbänder, Wanderungen und fuhren ins Schwimmbad.
Aibek: In der Mensa stand ein Piano und ich spielte gern. Der Praktikant
Guido hat mir die Melodie “Numb” gelernt. Das ist eine großartige Melodie. Außerdem habe ich mit anderen Jungs Fußball gespielt.
Tolkun: Wir hatten viele Möglichkeiten wie Schach, Tischtennis, Basteln, Freundschaftsbänder knüpfen. Besonders gern besuchte ich
den Beauty-Kurs von Karolin und Melanie. Wir probierten gutriechende
Quark-Jogurt-Honig-Masken aus und massierten uns gegenseitig. Alles
passierte in einem gemütlichen Raum, wo klassische Musik spielte. Wir
konnten uns super ausruhen.
Jarkynai: In der Freizeit spielte ich Volleyball und Tischtennis. Uns stand
auch immer der Computerraum zur Verfügung und ich surfte gern und
viel im Internet.
Yrysbek: In der Freizeit war ich immer beschäftigt. Ich spielte Fussball,
Beach-Volleyball, Basketball. Besonders toll war Radfahren. Ich bin mit
den Begleitlehrern etwa 28 km. nach Artern gefahren und verpasste unsere Abendrunde, das war cool.
Unterwegs in Deutschland
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Deutsch in Kirgisistan
Guliza: Ich tanze gern, deshalb besuchte ich in der Freizeit den Tanzkurs von Karolin und Matthias. So habe ich deutsche, lateinamerikanische und moderne Tänze gelernt.
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Aida: Was hat euch in Deutschland tief beeindruckt?
Alle: Wir danken unserer Begleitlehrerin Aida Narynbek kyzy! Herzlichen Dank auch dem Goethe-Institut für diese tolle Chance!!!!
Aiperi: Die Sauberkeit und Pünktlichkeit. Die schöne Architektur, Natur
und die guten Autobahnen.
Aibek: Als ich im Reichstag war, habe ich einen Raum gesehen, wo die
russischen Soldaten am 9. Mai 1945 Inschriften an die Wand geschrieben haben. Das wurde bis heute so gelassen.
Aida Narynbek kyzy
PASCH Kirgisistan
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Tolkun: Das riesengroße Werk von Werner Tübke im Panoramamuseum. Es handelt vom deutschen Bauernkrieg (1521), um an den Krieg
und die Bauern zu erinnern hat Werner Tübke hat das Bild im Laufe von
11 Jahren gemalt.
Jarkynai: Der Konzentrationslager in Weimar.
Yrysbek: Die Wanderung, die etwa 6 km lang war.
Guliza: Der Besuch beim Falkner, wo ich einen Wanderfalken gesehen
habe. Er kann 350 km/h schnell fliegen und ist damit fast so schnell wie
ein Ferrari.
Aida: Möchtet ihr Deutschland noch einmal besuchen?
Aiperi: Natürlich, ich will in Deutschland studieren und arbeiten.
Aibek: Ja unbedingt. Hier sind die Leute nett und sehr gastfreundlich.
Tolkun: Ich habe nur Leipzig und Berlin gesehen. In der Zukunft möchte
ich das ganze Deutschland bereisen. Aber ich muss Deutsch noch weiter lerne. Das ist mein Ziel.
Jarkynai: Ich habe jetzt einen Traum und mein Traum ist mit Deutschland verbunden. Ich will hier studieren.
Yrysbek: Ja, ich komme zurück.
Guliza: Selbstverständlich, hier ist alles ganz anders. Ich möchte jetzt
auch in Deutschland studieren!
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Angebote des DAAD in Kirgisistan
Der Deutsche Akademische Austauschdienst – kurz DAAD – ist seit
1990 in Kirgisistan aktiv. Seit 1994 ist auch ein DAAD-Lektor hier tätig.
DAAD-Lektoren sind vom DAAD vermittelte Lehrkräfte an die Universitäten eines Gastlandes. Weltweit sind rund 500 DAAD-Lektoren
im Einsatz. In Kirgisistan sind es seit 2006 zwei Lektoren, die an der
American University of Central Asia (AUCA) und an der KirgisischStaatlich-Technischen Universität Razzakova sowie an der Bischkeker
Geisteswissenschaftlichen Universität arbeiten. In manchen Partnerländern unterhält der DAAD auch Informationszentren, die von einem
Lektor geleitet werden, der dann nur noch einige Stunden an „seiner“
Universität unterrichtet. In Kirgisistan wurde 2004 ein Infor-mationszentrum gegründet. Derzeit sind im Informationszentrum in Bischkek Frau
Jana Dümmler und Herr Viktor Tsoy tätig. Während der Sprechzeiten
kann sich hier jeder über Studium und Forschung in Deutschland und
über die Angebote des DAAD informieren. Herr Dr. Edgar Knispel
unterrichtet als DAAD-Lektor Deutsch an der KGTU und an der BGU.
Neben den Lektoren vermittelt der DAAD auch Dozenten an Partneruniversitäten. Für Langzeitdozenten, die mindestens 2 Jahre im Land
sind, werden feste Stellen eingerichtet. In Kirgisistan existierten 2
solcher fester Stellen – an der Kirgisische-Nationalen Agraruniversität
und eine geteilte Stelle an der OSCE-Academy und an der AUCA. Herr
Dr. Markus Kaiser bietet seit Januar 2010 als DAAD-Langzeitdozent
Kurse an der OSCE-Academy und an der AUCA an. Die Stelle an der
Agraruniversität ist derzeit vakant. Da die Vermittlung von Lektoren und
Langzeitdozenten sowie die Information zu Studium und Forschung
in Deutschland nur einen kleinen Teil der Arbeit des DAAD darstellen,
werden im Folgenden die für Deutschlehrer sowie ihre Schüler und Studenten interessantesten Angebote kurz vorgestellt.
1. Stipendien
Die Deadline zur Abgabe der Bewerbungsunterlagen für fast alle Stipendien des DAAD ist immer der 31.10. eines Jahres.
1.1. Stipendien für Schüler – PASCH-Stipendien
Seit 2009 vergibt der DAAD nun auch in Kirgisistan Voll-Stipendien
für ein Bachelor-Studium in Deutschland. Allerdings gibt es eine Einschränkung – bewerben dürfen sich nur Absolventen der PASCHSchulen, die das Deutsche Sprachdiplom 2. Stufe bestanden haben. In
Kirgisistan kann derzeit an 3 Schulen das DSD2 erworben werden – an
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
den Schulen Nr. 23 (Goethe-Gymnasium) und 69 in Bischkek sowie an
der Schule Nr. 3 in Talas. Unter allen Schülern der 11.Klassen, die das
Sprachdiplom ablegen, wählt die Schule die besten aus und no-miniert
diese für das Stipendium. Alle Bewerber müssen nach Abgabe der Bewerbungsunterlagen am TestAS teilnehmen. Bei diesem Test wird die
„Allgemeine Studierfähigkeit“ getestet und es werden ver-schiedene
Aufgaben gestellt, die das logische und analytische Den-ken sowie das
Verständnis für Zusammenhänge überprüfen sollen. Die Bewerbungsunterlagen werden zusammen mit den Testergebnissen einer Kommission in Deutschland vorgelegt, die dann über die Vergabe der Stipendien entscheidet.
1.2.
Stipendien für Studenten aller Fachrichtungen
– Hochschulsommerkurse
Studierende aller Fachrichtungen können sich nach Abschluss des 1.
Studienjahres um ein Stipendium für einen Sprachkurs in Deutschland
bewerben. Die Sprachkurse dauern einen Monat und finden im Sommer an deutschen Hochschulen statt. Regelmäßig Ende September
führt das DAAD-Informationszentrum Sprachtests für alle Interessierten
durch. Nur wer mindestens das Niveau A2 erreicht, darf in die nächste
Runde der Bewerbung. Für Germanisten gilt die Regelung, dass mindestens das Niveau B1 vorhanden sein sollte.
Nähere Informationen über diese Stipendien finden Sie unter:
http://www.daad.kg/sommerschule.htm
1.3.
Stipendien für Studenten der Germanistik
– Semester- und Abschlussstipendien
Studierende, die im Hauptfach Deutsch studieren, können ein Semester ihres Studiums in Deutschland verbringen oder Materialien für ihre
Abschlussarbeit in Deutschland sammeln. Während der 6 Monate des
Semesterstipendiums belegen die Studierenden viele Kurse ihrer deutschen Gasthochschule. Sie lernen dabei sehr viel über die Germanistik
in Deutschland. Bewerben können sich alle Studierende mit Hauptfach
Deutsch nach Abschluss des 1. Studienjahres, allerdings nicht mehr
im letzten Studienjahr. Für das Abschlussstipendium können sich Studierende mit Hauptfach Deutsch im vorletzten und letzten Studienjahr
bewerben. Das Stipendium währt 3 Monate. Die Bewerber suchen sich
selbst eine passenden Betreuer für ihre Abschlussarbeit in Deutschland.
Nähere Informationen über diese Stipendien finden Sie unter:
http://www.daad.kg/semester.htm, http//www.daad.kg/germanisten.htm
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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1.4.
Stipendien für Absolventen
– Masterstudium in Deutschland
Alle, die ihr (erstes) Studium bereits abgeschlossen haben, können
sich um ein Stipendium für ein Masterstudium in Deutschland bewerben. Es gilt allerdings die Regel, dass der letzte Abschluss nicht länger
als 6 Jahre zurückliegen sollte. Ein Masterstudium dauert 1-2 Jahre. In
der Regel erwarten die Universitäten, dass der vorhergehende Studienabschluss (Bachelor oder Diplom) im selben oder in einem verwandten
Fachbereich erworben wurde, das heißt es ist nicht mög-lich, seine
Fachrichtung zu wechseln. In Deutschland kann sowohl auf Deutsch
wie auch auf Englisch studiert werden. Wer auf Englisch studieren
möchte, muss zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits sehr gute Englischkenntnisse vorweisen. Wer auf Deutsch studieren möchte, sollte
in der Regel mindestens über Kenntnisse auf Niveau B1 verfügen. Für
die Bewerbung ist es entscheidend, dass gut begründet wird, warum
ein spezifischer Studiengang und eine spezifische Hochschule für den
Bewerber richtig sind.
Nähere Informationen über die verschiedenen Programme für MasterStipendien finden Sie unter: http://www.daad.kg/stip5.htm
1.5. Stipendien für Aspiranten
Wer seine Promotion ganz oder teilweise in Deutschland machen
möchte, kann sich beim DAAD auch um ein Promotionsstipendium
bewerben. Voraussetzung hierfür ist, dass der letzte Abschluss nicht
länger als 6 Jahre zurückliegt und dass gute Deutsch- bzw. Englischkenntnisse vorliegen.
werden. Auch für das Forschungsstipendium müssen gute Deutschoder Englischkenntnisse vorhanden sein.
Nähere Informationen über die Forschungsstipendien finden Sie unter:
http://www.daad.kg/forschung.htm, http://www.daad.kg/stips4kn.htm
Studienreisen für Gruppen von Studierenden
mit begleitendem Hochschullehrer
Der DAAD übernimmt für Gruppen von max. 15 Studierenden mit
be-gleitendem Hochschullehrer einer beliebigen Fachrichtung die Kosten für eine Studienreise innerhalb Deutschlands (Transport, Unterkunft, Verpflegung, Dolmetscher usw.). Die Kosten für die Reise nach
Deutschland und zurück können jedoch nicht übernommen werden.
Die Bewerbung kann 3x jährlich erfolgen – zum 01.02. für Reisen ab
01.06., zum 01.05. für Reisen ab 01.09. und zum 01.11. für Reisen ab
01.03. jedes Jahres.
1.7.
Nähere Informationen zu diesem Stipendium erhalten Sie unter:
http://www.daad.de/hochschulen/kooperation/partnerschaft/gruppenreisen/05028.de.html
1. Angebote des DAAD für kirgisische Hochschulen
Unter diesem Punkt finden Sie Informationen zu einigen besonders für
Deutschlehrer interessanten Programmen des DAAD. Informationen zu
weiteren Programmen finden Sie auf der Website des DAAD:
www.daad.de
1.1.
Näher Informationen über die verschiedenen Programme für Promotions-stipendien erhalten Sie unter: http://www.daad.kg/stipAspirantura.
htm
1.6. Stipendien für Hochschullehrer
Hochschullehrer aller Fachrichtungen können sich um ein Stipendium
für einen Forschungsaufenthalt bewerben. Wer noch nicht über den Titel „kandidat nauk“ verfügt und seinen letzten Abschluss vor nicht mehr
als 6 Jahren erhalten hat, kann sich für einen Forschungsaufenthalt
von bis zu 10 Monaten bewerben. Nach dem Abschluss der Dissertation beträgt der Aufenthalt in der Regel nicht länger als 3 Monate.
Für Forschungsstipendien muss ein genauer Forschungsplan vorgelegt
werden und das Forschungsprojekt muss wissenschaftlich begründet
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsche Dozenten/Praktikanten an kirgisischen Hochschulen
Wie erwähnt fördert der DAAD die Vermittlung von deutschen Lektoren und Dozenten an ausländische Hochschulen. Neben den schon
erwähn-ten Lektoren- und Langzeitdozentenprogramm, für das die
ausländische Hochschule einen ausführlichen Antrag beim DAAD stellen muss, können auch Kurzzeitdozenten bis zu 6 Monaten und Praktikanten gefördert werden. Die Kurzzeitdozenten stellen selbst beim
DAAD einen Antrag auf Förderung. In besonderen Programmen werden schon pensionierte Hochschullehrer gefördert. Praktikanten können leider nicht durch den DAAD gefördert werden, ihnen stehen aber
oftmals andere Wege der Förderung, z.B. über Auslands-BAföG und
Universitätsstipendien, offen. Es gibt verschiedene Datenbanken für die
Ausschreibung von Praktikantenstellen. Bitte schicken Sie Ihre StellenRundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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beschreibung (wie lange soll das Praktikum dauern, welche Qualifikationen sind erforderlich, welche Leistungen erbringt die Hochschule) an
das DAAD-Informationszentrum. Wir werden Ihre Ausschreibung dann
an verschiedene Verteiler weiterleiten.
http://www.daad.de/hochschulen/hochschulprojekte-ausland/studienangebote-deutscher-hochschulen-im-ausland/06291.de.html (Exportstudiengänge)
Fortbildungen für Hochschullehrer und Studenten innerhalb Kirgisistans
Das DAAD-Informationszentrum organisiert regelmäßig Fortbildungen
für Hochschullehrer im Bereich Germanistik und aus anderen Fach-bereichen mit sehr guten Deutschkenntnissen sowie für Studierende aller
Fachrichtungen. Zusammenfassend werden die Kurse für Hochschullehrer „Fachsprachenkurse“ genannt und diejenigen für Stu-dierende
„Hochschulsommerkurse sur-place“. Bitte entnehmen Sie aktuellen
Ausschreibungen unserer Website oder abonnieren Sie den vierteljährlich erscheinenden Newsletter, um sich über die neuesten Angebote zu
informieren.
1.3.
Nähere Informationen zu den Fördermöglichkeiten für Kurzzeitdozenten finden Sie unter:
http://www.daad.de/ausland/lehren-im-ausland/dozenten/00686.de.html
http://www.daad.de/ausland/lehren-im-ausland/dozenten/00690.de.html
1.2. Feste Partnerschaften mit deutschen Hochschulen
Es gibt viele Programme, in denen der DAAD Partnerschaften zwischen deutschen und ausländischen Hochschulen fördert. Generell
stellt in solchen Programmen die deutsche Hochschule beim DAAD
den Antrag auf Förderung. Das heißt jedoch nicht, dass die Initiative
nicht auch von der Partnerhochschule kommen kann. Oftmals freuen
sich die deutschen Partner, wenn eine kirgisische Hochschule selbst
einen Vorschlag zu möglichen Förderungen macht. Für Germanisten
besonders interessant ist das Programm „germanistische Institutspartnerschaft“ sowie „Fachbezogene Partnerschaft“. Ein besonders gutes
Verhältnis zu den deutschen Partnern ist nötig, wenn ein Antrag auf einen Exportstudiengang oder einen deutschsprachigen Studiengang gestellt werden soll. Beide Programme sehen die Einführung eines neuen
Studiengangs in enger Kooperation mit der deutschen Hochschule vor.
In Kirgistan existieren derzeit zwei deutsch-kirgisische Fakultäten. Der
Studiengang Informatik der KGUSTA wird dabei vom DAAD im Programm „Exportstudiengänge“ gefördert, die Studiengänge Maschinenbau und Elektrotechnik an der KGTU werden im Programm „deutschsprachige Studiengänge“ gefördert. Eine fachbezogene Partnerschaft
gibt es im Bereich Soziologie und schließt die Kirgisisch Ökonomische
Universität, die Staatliche Universität Arabaeva und die KNU ein.
Nähere Informationen zu den genannten Programmen finden Sie unter:
http://www.daad.de/hochschulen/kooperation/deutsche-sprache-foerdern/partnerschaften/05010.de.html
(Germanistische Institutspartnerschaften)
http://www.daad.de/hochschulen/kooperation/deutsche-sprache-foerdern/studiengaenge/05006.de.html
(deutschsprachige Studiengänge)
http://www.daad.de/entwicklung/hochschulen/zusammenarbeit/partnerschaften/08480.de.html (fachbezogene Partnerschaften)
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
1.4. Angebote für Alumni
Wer bereits mindestens drei Monate vom DAAD gefördert wurde, gilt
als Alumni. Alumni können besondere Leistungen beantragen: Versorgung mit Fachliteratur, Sachmittelspenden, Einladung zu Konferenzen
etc. Außerdem organisiert der kirgisische Alumni-Verein einmal jährlich
eine interessante Konferenz. Dieses Jahr wird die Konferenz vom 03.
bis 05.06. in Naryn stattfinden. Das Thema ist „Die Rolle internationaler
Kooperationen für die Entwicklung der kirgisischen Hochschulen“. Bei
Interesse können Sie nähere Informationen im DAAD-Informationszentrum erfragen.
Alle, die sich mehr als drei Monate in Deutschland aufgehalten haben
und dabei nicht unbedingt vom DAAD gefördert wurden, sondern von
anderen Institutionen oder selbst bezahlt gelten als Deutschland-Alumni. Für die Deutschland-Alumni gibt es ein spezielles Internet-Portal,
auf dem regelmäßig Stellenangebote und andere interessante Informationen veröffentlicht werden.
Nähere Informationen finden Sie unter
http://www.daad.de/alumni/index.de.html (DAAD-Alumni)
http://www.alumniportal-deutschland.org/ (Deutschland-Alumni)
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Bei weiteren Fragen zu allen genannten Programmen des DAAD sowie
zu anderen Fragen zum DAAD oder allgemein zum Studieren und Forschen in Deutschland möchten wir alle Leser an dieser Stelle ermuntern, das DAAD-Informationszentrum aufzusuchen. Die Adresse finden
Sie hier sowie auf der Seite „Wichtige Adressen für Deutschlehrerinnen“.
Informationszentrum des DAAD in Bischkek
Ul. Isanova 143/1 (Kreuzung Isanova/Frunze)
Sprechzeiten: Montag-Freitag 13.00 – 17.00
Tel./Fax: +996 312 32 39 48/-51
E-Mail: [email protected]
Website: www.daad.kg
Jana Dümmler
DAAD IC Bischkek
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Angekommen
Kirgisistan ist besonders - irgendwie. Warum
genau kann ich nicht erklären. Ich treffe aber
immer wieder auf Menschen, denen es genauso geht. Es zieht sie immer wieder hierher, in die-ses Land voller hoher Berge und
freundlicher Menschen, aber auch von viel
Müll auf den Straßen und von Misswirtschaft
in fast allen Bereichen. Meine Liebe zu Kirgisistan begann im Jahr 2005 als ich kurz nach
Grenzübertritt von Usbekistan nach Osch von
der Revolution gegen den damaligen Staatschef Askar Akaev überrascht wurde. Mein Reisegefährte und ich verbrachten dann mehr oder weniger notgedrungen
einige sehr schöne Tage in den Alaier Bergen und von da an wusste
ich – irgendwann komme ich zurück für einen längeren Aufenthalt. Das
hat dann aber noch etwas gedauert. Zuerst musste ja das Studium beendet werden. 2009 bewarb ich mich dann als Sprachassistentin beim
Goethe-Institut, denn schließlich gab es auch die Möglichkeit nach
Bischkek zu gehen. Dass ich schließlich in Kostanai gelandet war, habe
ich allerdings nie bereut. Ich hatte dort eine sehr schöne Zeit und habe
vieles gelernt. Nur zu flach war es irgendwie. Da kam es gerade recht,
dass der DAAD die Lektorenstellen in Kirgisistan neu besetzen wollte.
Seit September 2009 leite ich nun das DAAD-Informationszentrum in
Bischkek. So bin ich nach 4 Jahren doch noch angekommen in einem
ziemlich veränderten Kirgisistan. Wohl gefühlt habe ich mich von Anfang an, auch wenn mich die Arbeit am Anfang völlig in Beschlag nahm.
Nach und nach lernte ich dann aber alles über Stipendien, Projekte und
Partner und die freiwerdende Zeit konnte ich nutzen, mehr vom Land
zu sehen. Dennoch – den Issyk Kul habe ich bis heute nicht gesehen.
Eine Tatsache, die alle, die mich danach fragen, ziemlich verwundert.
Die Erklärung ist einfach, als es mit der Arbeit leichter wurde, wurde der
Bauch auch dicker und im Mai 2010 kam dann meine Tochter Maja zur
Welt. Mit einem Baby ist schon ein Ausflug auf den Alamedin Basar fast
eine Weltreise und so wird die Schönheit vieler Stellen in Kirgisistan
wohl noch ein wenig auf mich/uns warten müssen.
Jana Dümmler
DAAD IC Bischkek
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Die Fachberatung der ZfA
Zur Zeit sind insgesamt 61 Fachberater der Zentralstelle für das
Auslandsschulwesen weltweit im Einsatz. Auf Einladung des jeweiligen
Gastlandes betreuen sie Schulen des einheimischen Bildungssystems,
die ein erweitertes Deutschprogramm anbieten.
In 40 Ländern übernehmen die Fachberater vielfältige Aufgaben.
Sie organisieren Fortbildungen für einheimische Lehrkräfte des Gastgeberlandes, beraten die Deutschfachschaften der Schulen, organisieren
und koordinieren die Vergabe von Stipendien und arbeiten eng beratend
mit den Bildungsbehörden der Gastgeberländer zusammen. Außerdem
tragen sie zur Vernetzung der Deutschen Sprachdiplom-Schulen (DSD
Schulen) in den einzelnen Ländern bei. Mit ihrer Arbeit tragen die
Fachberater im Besonderen zum kulturellen Austausch bei.
Eine zentrale Aufgabe stellt die Durchführung des Deutschen Sprachdiploms der Kultusministerkonferenz dar. Dieses kann von Schülern
im Ausland als Nachweis deutscher Sprachkenntnisse auf folgenden
Niveaustufen erworben werden:
- DSD – Erste Stufe (entspricht dem Niveau B1 des Gemeinsamen
Europäischen Referenzrahmens (GER)
- DSD – Zweite Stufe (entspricht den Niveaus B2 bzw. C1)
- DSD - A2 (entspricht dem Niveau A2 des GER)
Insgesamt werden dabei die Fertigkeiten Hörverstehen, Leseverstehen,
Schriftliche Kommunikation und Mündliche Kommunikation abgeprüft.
Die Prüfungen werden von der Zentralstelle in Köln erstellt und auch
dort ausgewertet.
Das DSD – Erster Stufe gilt als Nachweis der Deutschkenntnisse, die
zur Aufnahme an ein Studienkolleg erforderlich sind. Das DSD – Zweiter
Stufe wird in Sekundarschulen durchgeführt und gilt als Nachweis der für
ein Hochschulstudium in Deutschland erforderlichen Deutschkenntnisse.
Im Jahr 2009 haben über 40.000 Teilnehmer das Sprachdiplom abgelegt
und es werden ständig mehr. In Kirgisistan haben im Jahr 2010 insgesamt 25 Schüler DSD I und 39 Schüler DSD II bestanden. Für das Jahr
2011 haben sich von den ZfA Schulen insgesamt 97 Schüler für das
Sprachdiplom I (B1) angemeldet.
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Der neue Fachberater für Kirgisistan stellt sich vor
Mein Abitur legte ich 1973 am Humanistischen Gymnasium in Münnerstadt
ab. In Würzburg studierte ich dann die
Fächer Anglistik, Geographie und Spanisch für das Lehramt an Gymnasien.
Dank eines DAAD Stipendiums konnte
ich ein Jahr an der University of Georgia in den USA studieren. Nach dem
Referendariat in Würzburg und München legte ich 1983 das zweite Staatsexamen ab und trat meine erste Stelle
in Neuburg an der Donau an.Von 1989 Elmar Klemm
bis 1995 ging ich als vermittelter Lehrer an die Deutsche Schule in Istanbul. In Istanbul wurden auch meine beiden Kinder geboren. Dann ging es zurück in den innerdeutschen
Schuldienst, nach Ansbach in Mittelfranken. Am Theresiengymnasium
übte ich neun Jahre lang die Funktion des ersten Fachbetreuers Englisch aus, bevor ich mich erneut bei der ZfA bewarb und 2010 die Stelle
des Fachberaters/Koordinators in Bischkek übernahm. Ich bin verheiratet mit Susanne Klemm.
In Kirgisistan sind zur Zeit neun deutsche Lehrer an Schulen in Bischkek,
Rot Front, Tokmok, Talas und Karakol tätig. Die Stelle an der Aga Khan
Schule in Osch soll wieder besetzt werden.
Die Tätigkeit als Fachberater/Fachkoordinator ist abwechslungsreich,
vielseitig und äußerst interessant. Sie ermöglicht den Kontakt zu vielen
Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen.
Elmar Klemm
ZfA Bischkek
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Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Meine Fahrt nach Deutschland
Im letzten Jahr, als ich in der 10. Klasse lernte, haben wir eine Projektarbeit zum Thema „Schule“ geschrieben. Diese Arbeit begann Ende Dezember und sie dauerte bis Ende Februar. Damals musste man zuerst
ein bestimmtes Thema auswählen und später das ausführlich darstellen.
Am Anfang wollte ich mein Thema mit dem Sprachdiplom und mit den
ehemaligen Schülern, die mit der Goldmedaille unsere Schule beendet
hatten, verbinden, aber später hatte ich solch Idee mein Thema wie folgt
zu nennen: „Welche Möglichkeiten gibt uns das Erlernen der deutschen
Sprache“.
Der erste Schritt war eine Gliederung zu erstellen und die Sammlung
der Informationen. Während dieser Projektarbeit hatte ich natürlich einige Probleme. Ich hatte keinen eigenen Computer und deswegen musste ich fast jeden Tag zu meinen Verwandten gehen, um dort zu tippen.
Zweitens begann ich mein Projekt zu spät, vielleicht Anfang Februar, weil
damals alle Schüler auf die Städtische Olympiade vorbereitet hatten. Im
vorigen Jahr war für alle Schüler eine wichtige neue Regel, dass ihr Projekt nur aus 10 Seiten bestehen sollte. Aber, weil meine Arbeit statt 10
Blättern plötzlich aus 28 Seiten bestand, musste ich natürlich 2 Tage
lang meine Projektarbeit kürzen und verändern. Ja, das war natürlich
sehr schwer, denn ich wusste nicht, wie man den Text, der auf 3 Seiten
war jetzt verkürzen kann ohne dass er unverständlich werden kann. In
dieser Zeit habe ich nicht nur die Probleme gehabt, sondern auch viele
Erfahrungen bekommen, so habe ich jetzt z.B. gute Vorstellung über solche Programme, wie Au-pair, LOGO ( Landwirtschaft und Ökologisches
Gleichgewicht mit Osteuropa), oder Sprachdiplom mit allen verschiedenen Stufen. Also, nachdem ich in Bischkek vor drei Jurymitgliedern aus
der Botschaft, dem DAAD und der ZfA präsentiert habe, hatten sie am
nächsten Tag die Ergebnisse veröffentlicht. Natürlich war ich sehr, sehr
froh, als ich den 2. Platz in Kirgisistan belegt habe. Als Preis war eine
einmonatige Fahrt nach Deutschland, wohin ich mit meiner Mitschülerin,
die ebenfalls gewonnen hatte, geflogen bin.
Im Gegensatz zu uns haben die Schüler aus den anderen Ländern keine
Projekte geschrieben, sondern eine Deutschprüfung mit Hörverstehen,
Leseverstehen und mündliche Kommunikation abgelegt und die sprachlich besten gewannen die Reise. Das Niveau der deutschen Sprache aller Nationalitäten war ganz verschieden. Einige Schüler lernen Deutsch
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
schon 7-9 Jahre lang, aber andere - nur ein Jahr lang, wie z. B. die
Mädchen aus Korea und Turkmenistan, weil wie ich gehört habe, früher
beide nur Englisch lernten. Die ersteren Schüler besuchen auch Sprachdiplomsschulen und konnten so gut Deutsch wie wir.
Unsere internationale Gruppe mit Schülern aus Kirgisistan, Südkorea,
Kamerun, der Ukraine und Turkmenistan.
Diese Fahrt, die vom 13. August bis 14. September 2010 dauerte, hatte
mir nicht nur Spaß gemacht, sondern habe ich dort meine Deutschkenntnisse verbessert, da wir immer mit den „echten“ Deutschen diskutiert
haben. In Deutschland habe ich einige Städte mit ihren Sehenswürdigkeiten, wie z.B. Bonn, Köln, Berlin, Potsdam, Hamburg und München.
Alle diese Städte haben mir mit ihren Einwohnern, Verkehrsmitteln und
den Strassen gefallen, weil sie überall aus dem Asphalt und irgendwo
aus den Steinen waren. Dort war das deutsche Essen zuerst nicht so
schmackhaft für mich, aber in einer Woche gewöhnte ich mich daran und
umgekehrt mag ich das jetzt. In jeder Stadt besuchten wir immer die Museen, z.B. das Museum „Geschichte von Deutschland in den Jahren von
1939-1945“ Bonn, das Ägyptische Museum in Berlin, das Museum der
„BMW-Autos“ in München und noch die anderen. Sehr interessant war,
wenn wir am Brandenburger Tor, im Bundesrat und zum Fernsehturm
einen Bummel gemacht hatten.
Ganze zwei Wochen lang wohnte jeder von uns in seiner Gastfamilie in
Pinneberg, wo alle Nationalitäten mit ihrer „Gastschwester“ oder „Gastbruder“ , die Johannes-Brahms-Schule besucht haben und dort mit allen
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
55
deutschen Kindern zusammen in der Klasse gelernt haben.
Das schönste Leben war natürlich in der Familie, weil ich dort ein eigenes Zimmer und ein Fahrrad zur Schule. Zudem dürfte man sich immer
dort erholen, fernsehen und essen und das alles wann du möchtest oder
mit den Freunden telefonieren und am Computer sitzen. In meiner Gastfamilie sind 4 Personen, die Vater, Mutter und 2 Schwestern waren. Alle
in meiner Gastfamilie waren sehr nett und immer gastfreundlich. Nach
diesen zwei Wochen fuhren alle Schüler mit zwei Betreuern nach München, wo wir fünf Tage lang blieben.
Für mich war sehr wichtig, dass ich dort die verschiedenen Sehenswürdigkeiten gesehen habe, wie z. B. den höchsten Berg von Deutschland
- die Zugspitze, die ich bisher nur auf der Karte von Deutschland zeigen
und im Buch sehen konnte. Auf den Gipfel fuhren wir mit einer kleinen
Zahnradbahn und hinunter mit der Seilbahn. Zuerst dachte ich, dass wir
hier rodeln, oder Schi laufen werden können, aber leider hatten wir das
nicht gemacht, obwohl es noch genug Schnee gab.
Von dort musste jeder von uns in sein Heimatland fliegen. Der Abschied
am Flughafen war sehr schwer, denn wir sind jeden Tag zusammen irgendwohin gegangen, haben
immer zusammen etwas gemacht, miteinander diskutiert
und noch zusammen gegessen und deswegen hatten alle
Schüler geweint und sich umarmt. Diese schöne vierwöchige
Reise in Deutschland hat mir
nur viel Positives und gute Erinnerungen gebracht. Ich hoffe
sehr, sehr, dass ich später gerade in Deutschland und noch in So traurig und kaputt saßen wir kurz vor dem
anderen Ländern solche lange Abflug auf dem Münchener Flughafen. Ich bin
und interessante Reise machen das Mädchen, das ganz rechts sitzt.
werden kann!
Aigerim Sultamuratova
Gymnasium Nr. 3 Talas, Kirgisistan
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56
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
ZfA-Schüleraustausch 2010
Im Oktober 2010 finanzierte die ZfA einen Schüleraustausch der 10.
Klassen zwischen dem Goethe-Gymnasium Nr. 23 in Bischkek, der Mittelschule Rotfront sowie der Mittelschule Nr. 1 in Karakol. Der Hinbesuch
fand vom 04.-09.10. 2010 in Karakol statt – der Rückbesuch in Bischkek
erfolgte vom 25.-30.10 2010.
Verantwortliche deutsche Lehrkräfte
Klemm, Elmar (ZfA-Koordinator)
Lategahn, Wilhelm (Rotfront)
Pfeifer, Georg (Bischkek)
Wunder Birgitt (Karakol)
Ziele
Die Schülerinnen und Schüler
sollten im außerschulischen
Rahmen die Gelegenheit erhalten, Projektarbeiten zu planen, zu erstellen und zu präsentieren. Ebenso standen Exkursionen, das Kennenlernen
des eigenen Landes, soziales
Miteinander sowie die Wurzeln
der deutschen Sprache in Kirgisistan im Vordergrund.
Karakol
Beim Hinbesuch in Karakol wurde ein abwechslungsreiches Programm
absolviert: In Karakol selbst besuchten wir das Heimatmuseum, die Moschee der Dunganen und die orthodoxe Dreifaltigkeitskathedrale. Ein
Höhepunkt war sicherlich der Ausflug
in die Berge Karakols: Dort erforschten wir mit selbstgebastelten Fackeln
eine Höhle, genossen im Blumental
ein leckeres Picknick, wanderten zum
imposanten Wasserfall und feierten
am Fuße von Jeti-Ögüz bei Musik und
Lagerfeuer einen un-vergesslichen
Abend.
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
57
Eine weitere Exkursion führte uns ins Prschewalskji-Museum an der
Mikhaylovka-Bucht ca. 10 km nordöstlich von Karakol. Nach einer ereignisreichen Woche fuhren wir schweren Herzens am Nordufer des YsykKöl-Sees nach Rotfront und Bischkek zurück.
Bischkek
Auch das Programm beim
Rückbesuch in der kirgisischen
Hauptstadt ließ keine Wünsche
offen: Die gastgebenden Schüler
organisierten eine Stadtführung,
man besuchte das National- und
Frunse-Museum, ging ins Kino
und Dramentheater. Auf die Spuren der deutschen Minderheiten
begaben wir uns bei einer Exkursion nach Rotfront (ehem.
Bergtal), dem letzten deutschen Dorf Kirgistans. Dort besuchten wir das
Bethaus der mennonitischen Gemeinde sowie den deutsch-christlichen
Friedhof. Die Geschichte der Deutschen, ihrer Kultur und Sprache wurde uns im Dokumentationszentrum von Wilhelm Lategahn und seinen
Schülern anschaulich erläutert.
Eine weitere Exkursion führte uns
zum Turm von Burana. Dieses Minarett aus dem 9./10. Jahrhundert ist
eines der Wahrzeichen Kirgistans.
Wer hätte damals gedacht, dass
vor diesem Turm einmal deutsche
Lehrer mit kirgisischen und deutschstämmigen Schülern gemeinsam ein
Fußballspiel austragen würden…?
58
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Soziales Miteinander
Die Schüler waren jeweils bei
Gastfamilien untergebracht und
schon in Karakol wurde die ein
oder andere Freundschaft geknüpft. Gemeinsames Arbeiten
an den Projekten, gemeinsame
Unternehmungen, Essen und
Musizieren: Es war eine Freude
dem beiwohnen zu dürfen.
Unterrichtshospitation
In beiden Austauschwochen hatten Schüler und Lehrer die Möglichkeit,
im Deutschunterricht der gastgebenden Schulen zu hospitieren und auch
die unterschiedlichen Lehrwerke an
den jeweiligen Schulen kennenzulernen. Gerade für die einheimischen
Lehrkräfte war es aber auch einmal
interessant, über den Tellerrand der
eigenen Schule hinausschauen zu
können, die eigene Arbeitsweise zu
präsentieren sowie sich neue Anregungen zu holen.
DSD
Die Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden 10. Klassen werden
im nächsten Schuljahr ihr Sprachdiplom ablegen: Gerade durch die
intensive Projektarbeit während
des Schüleraustauschs, konnte
dafür ein guter Grundstein gelegt
werden.
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
59
Ausblick
Der Schüleraustausch 2010 war
– gerade hinsichtlich der Vorbereitung auf die Sprachdiplomprüfungen - ein voller Erfolg: Da
sind sich Schüler und Lehrer
einmal einig gewesen. Es wäre
wünschenswert, wenn so eine
Maßnahme auch im kommenden
Schuljahr wieder realisiert werden könnte.
Unterrichtsentwurf
Thema: „Eichhörnchen“
Uulbala Kuschtschujewa, Birgitt Wunder,
Swetlana Eremeenko, Natalja Kolegova,
Schairgul Omurkanova, ZfA-Koordinator Elmar Klemm, Wilhelm Lategahn (v.l.n.r.)
Georg Pfeifer
Schule Nr. 23, Bischkek
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Fach: Klasse:
Spezifikation:
Unterrichtseinheit:
Durchführung:
LPLK:
Sachkunde (DFU)
3
N-Klasse
Tiere im Herbst
Schule 23 (russisch)/Schuljahr
2010/11
Georg Pfeifer
Inhalt
1. Vorbemerkung
2. Lehrwerk
3. Bezug zur Lebenswirklichkeit
4. Mögliche Varianten
5. Vor- und Weiterarbeit
6. Lernkontrolle
7. Glossar
8. Lernziele
9. Geplanter Unterrichtsverlauf
10. Arbeitsmaterial (AB)
1. Vorbemerkung
Das Fach Sachkunde wird in der 3. Klassenstufe 2-stündig pro
Woche unterrichtet. Die mir vorliegenden Arbeitspläne bezogen
sich allerdings noch auf 4 Wochenstunden. Es muss daher bei den
jeweiligen Unterrichtseinheiten eine Auswahl/Reduzierung der Themen
getroffen werden, um weiterhin möglichst viele Unterrichtseinheiten
durchzunehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht jedem Schüler
ein eigenes Buch zur Verfügung gestellt werden konnte, da die Schule
nicht mit einer ausreichenden Anzahl von Lehrwerken ausgestattet
wurde.
2. Lehrwerk
Das benutzte Lehrwerk: „BAUSTEINE Sachunterricht 3“, DiesterwegVerlag: 2006. Das Lehrwerk ist für den Sachkundeunterricht in
Deutschland konzipiert.
60
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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3. Lebenswirklichkeit
Auch wenn Kirgistan als das Land der Pferde, Adler und Schneeleoparden
gilt, ist die Wahl des Themas „Eichhörnchen“ zu empfehlen. Einen echten
Schneeleoparden kann man höchstens im Zoo von Karakol besichtigen
– dazu haben die wenigsten Kinder aus Bischkek die Möglichkeit.
Eichhörnchen sind den Kindern dagegen ein Begriff: In Bischkek, der
Hauptstadt inmitten eichengesäumter Parks, sind diese allgegenwärtig.
4. Mögliche Varianten
Natürlich ist es legitim, auch ein anderes Tier auszuwählen: z.B. Fuchs,
oder Dachs, die im Lehrbuch auch thematisiert werden.
5. Vor- und Weiterarbeit
Das Lesen der Texte – auch über die anderen Tiere – im Lehrwerk sollte
vorangestellt werden. Exkursionen in einen der vielen Parks von Bischkek
zur Beobachtung, zum Filmen oder Fotografieren der Eichhörnchen sind
durchaus möglich, gestalten sich aber hinsichtlich der bürokratischen
Auflagen des kirgisischen Ministeriums (Genehmigungspflicht) als eher
unrealistisch. Lehrfilme auf VHS oder DVD könnten – falls vorhanden
– hier eine Alternative sein. Auch ein Arbeiten mit dem Arbeitsheft zu
„BAUSTEINE Sachunterricht 3“ (inklusive Lernsoftware auf DVD) ist
denkbar – falls an der Schule verfügbar.
6. Lernkontrolle
Für eine Lernkontrolle bieten sich die vielfältigsten Möglichkeiten:
• die „klassisch-einheimische“ Variante, dass die Kinder den Text
„auslernen“ und mündlich vortragen
• eine schriftliche Kontrollarbeit in Form eines Lückentextes
• ggf. einen Aufsatz zum Thema
• ein Unterrichtsgespräch anhand von Bildimpulsen via OHP
• ein Plakat zum Thema (EA/GA)
• usw.
7. Glossar
DFU:
N-Klasse:
LPLK:
z.B.:
AB:
EA:
GA:
deutschsprachiger Fachunterricht
deutschsprachige Klasse (ab der 1.
Jahrgangsstufe)
Landesprogrammlehrkraft
zum Beispiel
Arbeitsblatt
Einzelarbeit
Gruppenarbeit
8. Lernziele
Groblernziel:
• Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fachbegriffe zum Thema
„Eichhörnchen“ unter Berücksichtigung der Rechtschriftlichkeit
im Sachtextzusammenhang richtig einordnen können.
Teilziele:
• Die Schülerinnen und Schüler kennen die Bedeutung der
gesuchten Fachbegriffe.
• Die Schülerinnen und Schüler können die Fachbegriffe im
vorgegebenen Kontext verwenden und orthografisch korrekt
schreiben.
Georg Pfeifer
Schule Nr. 23, Bischkek
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Die für seine Lerngruppe trefflichste Variante muss die Lehrkraft anhand
der gegebenen Umstände selbst treffen. Ich hatte mich im Rahmen der
Vierteljahresnoten für folgende Möglichkeit entschieden:
•
•
•
•
62
Lückentext (alle)
Epochalnote (alle)
Heftnote (alle)
mündlicher Vortrag (freiwillig)
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Geplanter Unterrichtsverlauf
Arbeitsblatt
Thema „Eichhörnchen“
Sachkunde 3N
Geplanter Unterrichtsverlauf
Tiere im Herbst
Übung
1. Schreibe fünfmal sauber, fehlerfrei und schön in dein Heft:
Zeitansatz
(ca.)
Unterrichtsphase
‘10
Einstieg
‘25
Überleitung
‘10
Wiederholung
Schüler-Lehrer-Aktion
Hinweise
• Die S erzählen spontan über
das Eichhörnchen
• Sammeln von Fachbegriffen
• L schreibt das Wort
„Eichhörnchen“ an die Tafel
• S äußern sich auf
Impulsfragen – L übernimmt
(die passenden) Fachbegriffe
in das Tafel-Cluster
• L teilt das AB aus
• S führen Aufgabe 1 durch
• L kontrolliert die Hefteinträge
• Bildimpuls
(OHP-Folie)
• Brainstorming
• Tafel-Cluster
• AB
Erarbeitung
‘15
Sicherung
‘07
Wiederholung
‘03
Hausaufgabe
• L und S bearbeiten mündlich
Aufgabe 2
• S bearbeiten schriftlich
Aufgabe 2
• L kontrolliert die Hefteinträge
• Fragen des L
• Fragen der S
• Wiederholung der Aufgaben
1/2
• Aufgabe 3
2. Schreibe den Text ins Heft und setze in die Lücken die richtigen Wörter ein:
Das ………………………….. lebt auf Bäumen. Auf den Bäumen und um diese herum
findet es …………. Nahrung. Eichhörnchen können …………… klettern und weit
……………………………… . Sie sehen ……………….. aus: Ihr ……………… ist rotbraun und
sie haben einen buschigen ……………………….. . Als Nahrung lieben …… Früchte,
Samen und ……………………. . Im Herbst ………………………. die Eichhörnchen ihre
……………………für den Winter.
Diese ………………………………….. sie gut.
Eichhörnchen …………………….. keinen richtigen Winterschlaf.
PAUSE (‘05)
‘20
• Eichhörnchen
• das Eichhörnchen
• die Eichhörnchen
• Unterrichtsge
spräch
• EA
• Unterrichtsge
spräch
• 1/2: mündlich
• 3: Hefteintrag
Bemerkungen zum
geplanten
Unterrichtsverlauf
Bemerkungen
zum
geplanten
Unterrichtsverlauf
Die dargestellte Unterrichtsstunde ist als Doppelstunde (90 Min.) zu
Die dargestellte Unterrichtsstunde ist als Doppelstunde (90 Min.) zu sehen.
sehen.Die
angenommenen
die einzelnen
Unterrichtsphasen
Die angenommenen
Zeiten für die Zeiten
einzelnen für
Unterrichtsphasen
scheinen
nach deutschen
scheinen
nach
deutschen
Maßstäben
recht
großzügig
bemessen
Maßstäben
recht großzügig
bemessen
zu sein – sind
aber (unter
Berücksichtigung,
dass diezu
keine
Muttersprachler
sind und im Bezug auf dass
das Leistungsniveau
derkeine
hier MutterseinSchüler
– sind
aber
(unter Berücksichtigung,
die Schüler
angenommenen Lerngruppe) realistisch.
sprachler
sind und im Bezug auf das Leistungsniveau der hier angenommenen Lerngruppe) realistisch.
Sie ………………………immer nur ein paar Tage, holen dann die Nahrung aus dem
Versteck und ……………….. diese auf. Dann schlafen sie wieder weiter. So geht
das den ganzen………………... . Hier in ………………………… gibt es viele
Eichhörnchen, weil hier in unseren Parks auch viele ………………….. stehen.
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Bischkek
Eichhörnchen
lustig
gut
viel
sie
Nüsse
verstecken
schlafen
Bäume
machen
Fell
Winter
Nahrung
sammeln
fressen
springen
Schwanz
3. Zeichne mich bitte ganz
schön in dein Heft und male
mich mit den Farben Rot,
Grün, Schwarz und Braun
an…
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Deutsch lernen im Sprachlernzentrum Bischkek
Das Sprachlernzentrum Bischkek (SLZ) ist Vertragspartner des Goethe-Instituts
Almaty und bietet allen Deutschinteressierten einen hochwertigen Deutschunterricht an, dessen Methoden und Ziele am kommunikativen Prinzip orientiert
sind. Seine Erfolge erzielt das Sprachlernzentrum durch einen handlungsorientierten Sprachunterricht, der von einem hochqualifizierten Lehrerteam nach
den neuesten Lehrwerken und unter Einsatz vielfältiger landeskundlicher Materialien gewährleistet wird.
Unser SLZ-Team
Die Lehrkräfte am Sprachlernzentrum sind gleich mehrfach für ihre Arbeit qualifiziert. So haben die Lehrerinnen nicht nur alle an der Hochschule deutsche
Philologie studiert, sondern die meisten von ihnen lehren heute als Germanistikdozentinnen an den Universitäten Kirgisistans. Neben ihrer hauptberuflichen
Arbeit an Schulen oder Hochschulen waren unsere Lehrerinnen als Stipendiatinnen des Goethe-Instituts, des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes
(DAAD), der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) oder anderer Institutionen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Für unsere Lehrerinnen gibt es kein Stehenbleiben - selbst diejenigen, die schon längere Zeit im
Berufsleben stehen, bilden sich regelmäßig in Deutschland, am Goethe-Institut
Almaty und am Sprachlernzentrum Bischkek weiter, wo übrigens nicht nur für
unsere eigenen Lehrkräfte, sondern auch für alle anderen Deutschlehrer und
Germanistikdozenten Weiterbildungen angeboten werden.
Unser Angebot
Das höchste Ziel des Sprachlernzentrums ist es, den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden so gut wie irgend möglich gerecht zu werden. Unser
Selbstanspruch ist dabei nicht nur die höchstmögliche Kompetenz in Sachen
Sprachunterricht, sondern im gleichen Maße auch ein freundlicher und offener
Umgang mit dem Kunden, dessen individuelle Wünsche wir berücksichtigen
wollen. Wir versuchen, einen möglichst guten Kontakt mit allen unseren Kunden
aufzubauen und diesen zu halten. Der Kunde wird dann nicht nur gern wiederkommen, sondern er wird uns auch gern weiterempfehlen.
• Hochqualitative Deutschkurse
Das Sprachlernzentrum bietet Deutschkurse für alle Niveaustufen nach dem
„Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) für Sprachen: lernen,
lehren und beurteilen“ an. Als Lehrmaterialen dienen moderne Lehrwerke aus
Deutschland. Die Kurseinschreibung findet dreimal im Jahr (Dezember/Januar,
März/April und August/September) statt. Ein Standardkurs dauert zehn Wochen
66
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
und der Unterricht findet dreimal pro Woche, mit jeweils drei Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten statt.
• International anerkannte Sprachprüfungen
Unsere Kurse orientieren sich an dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen und damit auch an den Prüfungen des Goethe-Instituts, so dass folgende Prüfungen des Goethe-Instituts im Sprach-lernzentrum ablegt werden
können:
- Fit in Deutsch 1 und 2 (für Jugendliche)
- Start Deutsch 1 und 2 (für Spätaussiedler und Au-pair)
- B1-Prüfung
- B2-Prüfung
- C1-Prüfung.
Die Start Deutsch 1-Prüfung - die Prüfung für Au-pair - findet einmal im Monat
im Sprachlernzentrum statt. Die Anmeldung muss jeweils bis zum fünfzehnten des Monats für den nächsten Monat erfolgen. Am Au-pair Programm in
Deutschland können junge Leute von 18 bis 25 Jahren teilnehmen. Das Programm bietet die Möglichkeit, ein Jahr lang in einer deutschen Familie zu leben
und einen Sprachkurs zu besuchen. Dadurch können die Teilnehmer nicht nur
den deutschen Alltag aus nächster Nähe kennenlernen, sondern sich auch persönlich weiterentwickeln. Alle anderen Prüfungen werden zweimal pro Jahr im
Sprachlernzentrum abgenommen. Das Zertifikat über die bestandene Prüfung
dient als Nachweis der Deutschkenntnisse. Die Prüfungen des Goethe-Instituts
sind international anerkannt.
• Kultur- und Informationsveranstaltungen
Das Sprachlernzentrum Bischkek bietet nicht nur Deutschkurse an, sondern organisiert auch zahlreiche Veranstaltungen gemeinsam mit dem Goethe-Institut
Almaty oder der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kirgisistan. Daneben arbeitet das Sprachlernzentrum mit der Expertin für Unterricht für die
Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) zusammen und veranstaltet
gemeinsam Prüfungen und Fortbildungen.
Im Sprachlernzentrum arbeitet jedes Jahr für neun Monate ein Sprach-assistent
des Goethe-Instituts aus Deutschland oder Österreich. Seit September 2010
ist Matthias Roland Keßler in dieser Position am Sprachlernzentrum tätig. Der
Sprachassistent leitet Deutschkurse für Fortgeschrittene, hospitiert im Unterricht der anderen Lehrkräfte oder unterrichtet auch mit ihnen gemeinsam (Teamteaching). Dane-ben bietet Matthias Roland Keßler jeden zweiten Samstag im
Sprach-lernzentrum einen Gesprächsclub für Interessierte auf Deutsch an. DieRundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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se Gesprächsrunden finden in lockerer Atmosphäre statt. Daran an-schließend
wird außerdem immer ein deutschsprachiger Film gezeigt. Die Einladung zum
Gesprächsclub mit Film erfolgt per E-Mail. Alle Interessierten senden bitte ihre
Mailadresse an: [email protected] oder [email protected]
sonstige Berufe
Hausfrauen / Arbeitslose
Hotel / Tourismus
Medizin / Soziales
• Infozentrum und Lehrerhandbibliothek
In unserem SLZ befindet sich auch ein Infozentrum des Goethe-Instituts mit
einer vielseitigen und aktuellen Auswahl an deutschsprachiger Literatur, Sachund Fachbüchern, Bildbänden, Nachschlagwerken, Zeitschriften sowie Audiound Videomaterialien. Deutschlehrkräften steht zudem unsere Lehrerhandbibliothek mit modernen DaF- Unter-richtsmaterialien und wissenschaftlicher Literatur zu Methodik/ Didaktik DaF zur Verfügung. Bücher und Medien können
vor Ort eingesehen bzw. teilweise auch für 2 Wochen kostenlos ausgeliehen
werden.
Wirtschaft / Finanzen
Kultur / Presse / Medien
künstlerische Berufe
Lehrerberufe
Studenten
Schüler
0
10
20
30
40
50
60
Prozent
Berufliche Tätigkeiten der Teilnehmer an den Sprachkursen
Unsere Arbeit in Zahlen
Kursteilnehmer
737
2009
2010
861
Motivation der Teilnehmer an den Sprachkursen
In den Jahren 2009 und 2010 haben an den Deutschkursen des Sprachlernzentrums etwa 1.600 Personen teilgenommen. Die größte Gruppe
unserer Kunden bilden die Schüler und Studenten (insgesamt 68 Prozent), wobei die Zahl der Studenten eindeutig überwiegt. Die meisten
Schüler und Studenten lernen Deutsch in der Schule bzw. studieren es
an der Hochschule und hegen den Wunsch, ein Praktikum oder einen
Teil ihres Studiums in Deutschland zu absolvieren oder dort - vor oder
nach dem Studium - als Au-pair zu arbeiten. Daneben besuchen Berufstätige und Hausfrauen die Sprachkurse des Sprachlernzentrums.
Alter der Teilnehmer an den Sprachkursen
68
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
69
Besuchen auch Sie unser Sprachlernzentrum!
Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung!
Sprachlernzentrum Bischkek
Vertragspartner des Goethe-Instituts Almaty
Ul. Togolok Moldo 60
720033 Bischkek
Kirgisistan
Telefon: +996 312 325 028
Fax: +996 312 325 026
E-Mail:[email protected]
Website: www.deutsch-zentrum.com
Sie finden uns
Шотландия - Германия - Кыргызстан
Das Jetzt - Sprachassistent in Bischkek
Mein Name ist Matthias Roland Keßler und
seit dem 01. September 2010 arbeite ich
als Sprachassistent des Goethe-Institutes
am Sprachlernzentrum in Bishkek. Zu meinen Aufgaben gehören das Unterrichten und
Hospitieren in den Sprachkursen des Sprachlernzentrums, eine Gesprächsrunde im
Deutsch-Kirgischen Haus und jeden zweiten
Samstag ein Gesprächsclub mit Film. Daneben hatte ich die Möglichkeit am Nationalen
Deutschlehrertag und am Zentralasiatischen
Bildungskongress vom 20. Oktober 2010 bis
22. Oktober 2010 in Almaty und am Cafe.de
am 14. November 2010 teilzunehmen.
Matthias Roland Keßler
Scotland - Deutschland - Kirgisistan.
Diese drei Länder spielen in meinem Leben eine besondere Rolle.
In Deutschland geboren …
Das Land, in dem ich am 28. November 1976 in Würzburg das Licht der
Welt erblickte, meine Kindheit und Jugend in Karlstadt und Erding verbrachte, meine Ausbildung zum Schreiner machte, meinen Grundwehrdienst ableistete, mein Abitur in Landshut-Schönbrunn nachholte und an
der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt Mittel- und Osteuropäischen Zeitgeschichte, Neuere und Neuste Geschichte und Politikwissenschaft studierte. Das Land, in dem meine Familie und meine Freunde
leben, ich „frängisch sprech“ und der Club in der Bundesliga spielt.
Unsere Sprechzeiten
Montag bis Freitag: 09.00 bis 17.00 Uhr
Mittagspause: 12.30 bis 14.00 Uhr
in Scotland zu Hause …
Das Land des Whiskys und der Tartan, der Munros und der Castles, der
Bagpipes und der „Old Firm“. Das Land, in dem ich die vergangenen
Jahre in Aberdeen gelebt und gearbeitet habe, meine Freundin promoviert und das ich als meine Heimat ansehe.
Dr. Ainagul Atakeeva
Sprachlernzentrum Bischkek
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mit Kirgisistan verbunden.
Das Land, in dem ich vom August 2004 bis Januar 2005 an der Kirgisischen Russisch-Slawischen Universität in Bishkek einen Russischkurs
besuchen und als Deutschlehrer Landeskunde und Konversation un70
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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terrichten konnte und durch Reisen nach Karakol, Osch und Talas das
Land und seine Menschen ein wenig kennen lernen durfte.
Das Land, in dem ich zurzeit lebe und in dem ich mich neben meiner
Arbeit im Sprachlernzentrum - bedingt durch meine Magisterarbeit „Die
Deutschen in Kyrgyzstan“ - mit der deutschen Minderheit und dem deutschen Friedhof in Rotfront beschäftige.
Antoine de Saint Exupéry sagte einmal:
„Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle Männer zusammen,
nicht um Holz zu beschaffen, Arbeit zu vergeben und Aufträge zu verteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
Ich hoffe durch meine Arbeit als Sprachassistent am Sprachlernzentrum
in Bishkek und durch meine Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen durfte, eine gewisse Sehnsucht bei all den Menschen, denen ich im
Laufe meiner Tätigkeit begegnen durfte, für die deutsche Sprache und
Kultur entfacht zu haben.
Matthias Roland Keßler
Sprachassistent 2010/2011 am Sprachlernzentrum in Bischkek
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Immer wieder Menschenkinder
(und auch KIKUS–Methode!)
Schlendern wir an einem Vormittag über den Markt oder lassen uns entspannt
im Bus schaukeln, so hüllt uns ein buntes Gemisch von Ge-räuschen, Lauten,
Wörtern und Gesprächsfetzen ein. Laut, leise, ver-ständlich oder als Hintergrund – unverkennbar sind wir in menschlicher Gesellschaft. Das Sprechen ist
eine unserer schönsten Gaben. Sprache bedeutet Reden, Hören, Schreiben,
Lesen, Denken, Mitteilen. Die ge-meinsame Muttersprache bedeutet Geborgenheit und Zugehörigkeit.
Bei genauerem Hinhören unterscheiden wir Sprachfetzen unterschied-lichster
Herkunft: Gäste, Touristen, ausländische Arbeitnehmer, alle tragen dazu bei.
International gemischte, multikulturelle, vielsprachige Gruppen finden wir auch
in Kindergarten und Schule. Die Zukunft erfor-dert einen entspannten Umgang
miteinander. Verschiedene Mutter-sprachen müssen dabei nicht trennen, sondern können Interesse für-einander wecken. Die gemeinsame Verständigungssprache ist aber der Schlüssel zu Bildung und Teilnahme an unserer Gesellschaft.
Aufgrund von Globalisierung und weltweiter Kommunikation werden Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger. Kinder brauchen eine gute Grundlage,
um sich in dieser sprachlichen Welt zurechtzufinden. Sprach-kompetenz sollte
möglichst früh gezielt gefördert werden.
Aber wie kann man Fremdsprachen richtig beibringen? Natürlich durch Spiele,
Lieder, Reime, Märchen und Bewegung! Das alles bietet die neue KIKUS–Methode, die von Edgardis Garlin erarbeitet wurde! KIKUS ist die Abkürzung für
KINDER IN KULTUREN UND SPRACHEN (einfach: Kinderkurse). Es ist ein
Programm, das die frühe Mehrsprachigkeit von Kindern anregt und fördert. Die
KIKUS-Methode kann für die Vermittlung aller Sprachen angewandt werden
(z.B. KIKUS Deutsch, KIKUS Eng-lisch, KIKUS Türkisch, KIKUS Chinesisch
etc.), da sie in erster Linie auf der Vermittlung mündlicher Sprache basiert.
Jeder Unterricht Deutsch als Fremdsprache sollte für die Kinder wie ein Geschenk sein, eine Zeit der Überraschungen, etwas, was ihnen Spaß macht.
Sie, als Kursleiter/in müssen zum „Sprach-Zauberer“ werden. Das Einzige, was
Kinder wirklich lernen lässt, ist Motivation. Motivation ist leicht zu wecken und
noch leichter zu töten. Ein spielerischer Ansatz, der Hand, Fuß und Kopf gleichermaßen anspricht, ist der Weg, der den meisten Erfolg bringt. Das Spiel ist
die einzig ernsthafte Tätigkeit von Kindern! Lachen Sie viel und loben Sie noch
72
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
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Deutsch in Kirgisistan
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mehr! Trotzdem brauchen die Kinder eine Struktur, an der sie sich orientieren
können und Rituale. Je weniger Deutsch ein Kind spricht, desto klarere Strukturen braucht es.
Eine KIKUS-Fördereinheit besteht immer aus mehreren Teileinheiten. Sie kann
so aufgebaut sein:
1. Freies Sprechen
2. Anfangsritual
A) Anwesenheit feststellen, z.B. das Spiel „Ich bin da“:
Alle stehen im Kreise, der/die Spielleiter/in spricht „Ich bin da und
du bist da. Ist die Lena auch da?“ Wenn Lena da ist, dann muss
sie weiter fortsetzen: „Ich bin da und du bist da. Ist der Abaj auch
da?“ usw.)
B) Zählen
Wie viele sind wir heute? Wir können zuerst auf Deutsch, dann auf
Kirgisisch, dann auf Russisch zählen.
C) Lied singen, z.B. das Lied „ Hallo!“
Hallo, Hallo, schön, dass du da bist!
Hallo, Hallo, ich freue mich so sehr!
Die Hacken und die Spitzen, die wollen nicht mehr sitzen,
die Fersen und die Zehen, die wollen weiter gehen!
4. Einführung oder Fortsetzung eines Themas
A) Zaubersack
Man kann aus einem Zaubersack zu dem Thema gehörende Gegenstände herausziehen und sie dann miteinander betrachten und
benennen oder man kann die Gegenstände zuerst im Zaubersack
betasten und dann überlegen, was für ein Gegenstand das ist, ihn
danach herausziehen und richtig benennen. Beim Benennen versuchen Sie, verschiedene Antworten zu gebrauchen, z.B. Was ist
das? - Ein Hund; Was ist das? - Das ist eine Katze.
B) Sprachübung mit Bildkarten
Die KIKUS–Bildkarten decken den Basis-Wortschatz ab und sind
wertvolle Helfer für die Spracharbeit. Sie sind sowohl für die Gruppenarbeit als auch für die Einzelarbeit geeignet. Die klaren Darstellungen umfassen Substantive aus verschiedenen Themenbereichen, Adjektive, Präpositionen, Zahlen und drei mathematische
Zeichen.
Einsatz und Spielmöglichkeiten:
•
Kinder (K): Ist das ein Tier?
Spielleiter (S): Ja.
K: Wie viele Beine hat es?
S: Vier.
K: Ist es groß oder klein?
S: Groß.
K: Welche Farbe hat es?
S: Schwarz und weiß.
K: Ist es eine Kuh? …
Mit Liedern lernt es sich leichter. Lieder kann man im häuslichen Umfeld einsetzen und so die Spracharbeit vertiefen. Es gibt eine Menge wunderbarer Kinderlieder, die sich für die Sprachförderung eignen.
3. Hausaufgaben anschauen
A) Stempelraten (als Belohnung)
B) Einzel- oder Gruppenbetrachtung mit Applaus!
•
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Erraten von Objekten (Thema „Tiere“)
Lassen Sie ein Kind eine Karte ziehen. Das Kind schaut sich
die Karte zusammen mit Ihnen kurz an, zeigt sie aber den anderen nicht. Die Kinder müssen die Karte nun durch die Fragen
erraten z.B.
Zuordnung von realen Objekten zu den Bildkarten (Thema „
Obst und Gemüse“)
Lassen sie die Kinder die Karten ziehen, benennen und auf
dem Tisch oder auf dem Boden auslegen. Danach lassen Sie
den Zaubersack herumgehen und reale Objekte ziehen, die mit
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
75
den Karten übereinstimmen. Das funktioniert besonders gut bei
den Themen „Essen“ und „Kleidung“. Das Spiel geht so:
K1: Ich habe einen Apfel und lege ihn zu der Apfel-Karte.
K2: Ich habe eine Zitrone und lege sie zu der Zitronen-Karte.
K3: Ich habe eine Tomate und lege sie zu der Tomaten-Karte.
…
•
Kim-Spiele
Wählen sie fünf eingeführte Bildkarten aus und benennen sie
diese noch einmal zusammen mit den Kindern. Ein Kind dreht
sich um und macht die Augen zu. Ein anderes Kind darf eine
der Karten wegnehmen. Das erste Kind muss die fehlende Karte erraten:
K2: Liebes Kind, wie der Wind,
dreh dich um, sei nicht dumm.
Augen zu, dran bist du.
Augen auf, kommst du drauf?
Was fehlt?
K1: Das Nest.
K2: Richtig!
5. Bewegungsübung (Spiel, Lied oder Malen/ Basteln)
Bewegungsübungen sind gut und notwendig für die Kinderspracharbeit. Bewegung lockert auf, macht Freude. Mit den Bewegungsübungen kann der Wortschatz wiederholt werden, z.B. Farbige Blätter (oder andere Objekte) werden im
Raum gehängt. Der/die Kursleiter/in ruft: Rot! Und alle Kinder laufen zum roten
Objekt. Dann kommt das erste Kind an die Reihe. Es ruft: Gelb! Und alle Kinder
laufen zu dem gelben Objekt. Das gleiche Spiel kann auch zum Thema „Essen“
oder zum Thema „Wohnen“ gespielt werden.
6. Hausaufgabe ausgeben
KIKUS–Arbeitsblätter, das sind Aufgabenblätter zu unterschiedlichen Themen
aus dem Alltagsleben der Kinder. Sie dienen der häuslichen Förderung der
kindlichen Mehrsprachigkeit oder als ergänzendes Arbeitsmaterial für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache.
7. Abschlussritual
A) Einpacken
B) Lied singen, z.B. Ich und Du, Du und Ich.
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Ich und du, du und ich,
alle hier im Kreise,
groß und klein, klein und groß,
sind wir jetzt ganz leise.
Atmen aus und gehen nach Haus,
unsre Stunde ist jetzt aus.
Ob man seine Stunden genau so strukturiert oder den einen oder anderen Punkt
variiert, bleibt der Kursleitung überlassen. Für Dreijährige wird die Arbeit anders
als für Zehnjährige strukturiert. Die hier dargestellte Struktur hat sich aber in der
Praxis sehr gut bewährt.
Und zum Schluss möchte ich die wichtigen Grundsätze der Kinderspracharbeit
wiederholen:
• Lernen mit Spaß in einer angstfreien Situation. Es ist die Aufgabe der
Kursleitung, eine angenehme, angstfreie Situation zu schaffen, in der
die Kinder sich wohlfühlen und mit Freude lernen können.
• Jedes Kind kommt dran. Eine wichtige Regel für Kinderspracharbeit
lautet: Jedes Kind kommt dran. Zeigen Sie den Kindern, dass jeder bei
jeder Teileinheit sprechen darf und soll.
• Mit allen Sinnen lernen. Das ist für Pädagogen nicht neu. Die Kinder
müssen die Sprache nicht nur hören, sondern auch sehen, schmecken,
riechen, tasten und begreifen.
• Langsam, klar und deutlich sprechen.
• Mimik und Gestik einsetzen. Mit Mimik kann man ganz schnell „erklären“, dass jemand oder etwas lustig, traurig, ernst oder ängstlich ist.
Auch andere Adjektive (z.B. groß und klein), Substantive (z.B. Haus,
Ball), Zahlen (Fingerzeichen 1-10), Ver-ben (z.B. lesen, essen) sind
durch Mimik und Gestik darstellbar. Durch freundliche Mimik und Gestik
schafft man Vertrauen und Sicherheit.
• Intonation und das Spiel mit der Stimme einsetzen. Eine freundliche
Stimme schafft Vertrauen – das wichtigste Element für die Arbeit mit
Kindern.
• Loben – loben - loben! Lob lässt lernen. Lob ist angenehm! Lob motiviert.
• Vom passiven zum aktiven Wissen.
• Wiederholen – wiederholen - wiederholen!
• Eselsbrücken bauen.
• Chorsprechen. Eine gute Hilfe bei der Aufforderung zum Nachsprechen
ist das Nachsprechen im Chor, in der ganzen Gruppe. Das Chorsprechen kann variiert werden, z.B. – laut, leise, tief, hoch, roboterhaft etc.
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
77
•
•
•
Vom einfachen zum komplexen Sprechen.
Äußerungen zergliedern. Wenn die nachzusprechende Äußerung
für ein Kind zu lang ist, sollten sie die Äußerung zergliedern, z.B.
die Äußerung - „Ich möchte bitte eine Tasche.“ - kann in Teileinheiten, Worteinheiten oder sogar Silbeneinheiten zergliedert werden
Ich möchte – bitte- eine Tasche.
Ich- möchte- bitte- eine- Tasche.
Ich- möch- te – bit-te – ei-ne – Ta-sche.
Jedes Kind da abholen, wo es steht. Es gibt keine homogenen Gruppen,
weil wir Menschen Individuen sind. Unsere Aufgabe be-steht darin, jedes
Kind dort abzuholen, wo es gerade steht: Die „Stummen“ motivieren wir
liebevoll immer wieder aufs Neue, bis sie das erste Wort über die Lippen
bringen. Die Sprechfreudigen versuchen wir zu „erden“, damit sie langsamer und deutlicher sprechen lernen. Den sprachlich schwachen Kindern bieten wir Äußerungen „häppchenweise“ an (z.B. Wort für Wort).
Die sprachlich stärkeren Kinder lassen wir Geschichten erzählen. Dafür
braucht man als Kursleitung selbst ein hohes sprachliches Bewusstsein!
Literatur:
Garlin, Edgardis 2008: Die KIKUS- Methode. Hueber Verlag, Ismaning, Deutschland
Kutik, Christiane 1990: Spielen mit kleinen Kindern. Verlag Freies Geistesleben
GmbH, Stuttgart
Fischer, Andreas 2007: Deutsch lernen mit Rhythmus. SCHUBERT-Verlag Leipzig
Krumbach, Monika 2004: Das Sprachspiele-Buch. Ökotopia Verlag,Münster
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Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Kinderspracharbeit!
Elena Bezrodnova
Sprachlernzentrum Bischkek
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Unterrichtsplanung
Wie und mithilfe welcher Instrumente muss ich eine Unterrichtsstunde vorbereiten? Um diese Frage zu beantworten, sollte man die aufeinander folgenden Schritte des Modells Didaktische Analyse (DA)
gedanklich nachvollziehen (nach Klafki; Westhoff). Bei einer konkreten
Stundenvorbereitung trifft jede Lehrerin oder jeder Lehrer eine Reihe
von Entscheidungen, die anhand logischer und begründbaren Kriterien
getroffen werden.
Die erste Frage, die die Lehrkraft bei der Unterrichtvorbereitung beantworten muss, ist:
1.) Was sollen die Schüler lernen? → Lernziel
Aus der Lernpsychologie wissen wir, dass wir etwas Neues nur lernen,
wenn es an etwas bereits Bekanntes anknüpft. Deshalb müssen wir bei
der Unterrichtsvorbereitung genau bestimmen, was der Lernende bereits weiß, was er bereits kann, damit der Lernprozess an bereits vorhandene Kenntnisse, Fertigkeiten, Überzeugungen anschließen kann.
Danach müssen wir bestimmen, was soll der Lernende am Ende des
Unterrichts können und wissen, was er vorher nicht wusste und nicht
konnte, wie wird seine Haltung gegenüber einem Thema oder einem
Problem verändert. Erst wenn wir genau wissen, was ein Schüler lernen
soll, d.h. erst wenn wir das Lernziel genau bestimmt haben, können wir
weitere Entscheidungen treffen.
Lernziele bestehen immer darin, dass ganz bewusst eine Veränderung
in den Kenntnissen, Fertigkeiten oder Haltungen der Lernenden angestrebt wird, z.B. die Schüler wissen am Ende des Unterrichts, wann bei
den Wechselpräpositionen „auf“ und „in“ der Dativ bzw. der Akkusativ
verwendet wird (Kenntnisse), die Schüler können in einem Restaurant
etwas zu trinken und zu essen bestellen (Fertigkeiten), die Schüler sind
in der Lage, auf Deutsch ihre Entscheidung zu begründen und auf die
Kontra-Argumente ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler sprachlich angemessen zu reagieren (Haltungen).
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Die nächste Frage ist:
2.) Was sollen die Schüler tun, um das Lernziel zu erreichen?
→ Lernaktivitäten
Nehmen wir an, dass wir bei der Unterrichtsplanung folgendes Ziel bestimmt haben: Die Schüler können am Ende der Stunde auf Deutsch
nach dem Weg fragen. Um dieses Ziel zu erreichen, können die Schüler
die folgenden Lernaktivitäten ausführen:
• einen Modelldialog hören und/oder lesen, in dem nach dem Weg
gefragt wird und in dem der Weg beschrieben wird;
• zeigen, ob sie den Modelldialog verstanden haben (z.B. Fragen
zum Inhalt beantworten);
• den Modelldialog nachsprechen, um die Aussprache zu üben;
• mit dem Modelldialog üben, z.B. in Zweiergruppen: Schüler A
fragt nach dem Weg, Schüler B beschreibt den Weg.
Allerdings: nicht jede Aktivität führt bei jedem Menschen zu den gewünschten Lernzielen. Nicht jeder Mensch lernt auf die gleiche Art und
Weise. Lernaktivitäten sind deshalb so auszuwählen, dass sie die Schüler so effektiv wie möglich zum Lernziel führen. Nachdem wir uns für
verschiedene Lernaktivitäten der Schüler entschieden haben, kann die
nächste Entscheidung getroffen werden: Wie arbeiten die Schüler, um
das, was sie tun, möglichst effektiver zu tun?
3.) Arbeiten die Schüler individuell, in Gruppen oder…?
→ Sozialformen
In realen Sprechsituationen handelt es sich meist um zwei oder mehr
Gesprächspartner. Die Gruppenarbeit ist daher eine der effektivsten Sozialformen, weil alle Schüler gleichzeitig üben können. Die Auswahl der
Sozialformen hängt jedoch von der Lernzielsetzung ab. Bestimmte Sozialformen begünstigen das Erreichen von bestimmten Lernzielen.
Beim vierten Schritt geht es um die Frage, womit gearbeitet wird, womit
wir Lernaktivitäten in Gang setzen können.
4.) Womit werden Lernaktivitäten ausgeführt? → Material
Das Material, womit Lernaktivitäten ausgeführt werden, ist das Instrument, um das angestrebte Lernziel zu erreichen. In dem Beispiel „nach
dem Weg fragen“ sind die Materialien, mit denen die Lernaktivitäten in
Gang gesetzt werden können: Modelldialog, Stadtplan, Übungen usw.
Materialien ermöglichen bestimmte Sozialformen und lösen bestimmte
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Lernaktivitäten aus, mit denen ein Lernziel erreicht werden kann. Sie
sind Mittel für diese übergeordneten Zwecke, z.B. die Schüler sollen
lernen, nach dem Weg zu fragen (= Lernziel), dann üben sie das am
besten mit einem Dialog (=Lernaktivität) und zwar in Partnerarbeit (=Sozialform). Man kann auch zusätzliche Materialien einsetzen: Bilder oder
Fotos, Piktogramme usw. Jetzt müssen wir uns überlegen, wie können
diese Materialien den Schülern dargeboten werden. Eine Übung kann
z.B. auf einer Audio-CD sein oder im Lehrbuch, auf einer Folie, an der
Wandtafel oder auf einer Fotokopie. Hilfsmittel/Medien sind Träger oder
Verstärker der Materialien.
5.) Wie/Mithilfe welcher Träger/Verstärker werden die Materialien
den Schülern dargeboten? → Medien/ Hilfsmittel
Bei der Wahl der Medien/Hilfsmittel spielen alle vorangegangenen Entscheidungen eine Rolle. Welches Hilfsmittel man einsetzt, hängt z.B.
nicht nur vom Lernziel und von den geplanten Lernaktivitäten, sondern
auch davon ab, welche Sozialform man anwendet. Bei Partnerarbeit z.B.
ist es besser Fotokopien, auf denen die betreffenden Lernstrategien abgedruckt sind, zu verteilen. Die Verwendung von Folien auf dem Tageslichtprojektor passt besser zu Stundenabschnitten als zur Gruppenarbeit. Wenn die Schüler z.B. in Kleingruppen Thesen diskutieren sollen,
sollte man besser Kopien verteilen, auf denen die Thesen abgedruckt
sind (und die Thesen nicht etwa mit einem OHP an die Wand projizieren). Die letzte Frage, die wir bei der Unterrichtsvorbereitung beantworten müssen, ist: Was bleibt mir als Lehrer/Lehrerin noch zu tun, wenn
ich auf die oben beschriebene Weise meinen Unterricht geplant habe?
2.
Lernaktivität
die Schüler üben
3.
Sozialform
Partnerarbeit
4.
Material
Dialog
5.
Hilfsmittel/Materialien
Fotokopien (Stadtplan/Besuchsziele)
6.
Aktivität des Lehrers/
der Lehrerin
er/sie bewegt sich im Klassenraum, hört sich die Gespräche der Zweiergruppen an, macht sich Notizen
(z.B. zu Fehlern, die oft gemacht werden)
Wir sehen also, dass je mehr ich als Lehrerin/Lehrer in den Hintergrund
trete, desto größer ist die Chance, dass die Schüler im Mittelpunkt
des Unterrichtsgeschehens stehen. Schüler- und handlungsorientierter Unterricht bedeutet, den Schülern selbst möglichst viele (Sprach-)
Handlungsmöglichkeiten, möglichst viel (Sprach-)Handlungsspielraum
zu überlassen. Dann kann Lernen effektiv stattfinden. Es ist auch sehr
wichtig, dass man sich bei der Unterrichtsvorbereitung überlegt, wie viel
Zeit man für die einzelnen Lernaktivitäten benötigt, denn das Zeitraster
gibt uns eine wichtige Orientierung.
Man kann den folgenden Arbeitsbogen als Vorlage für die Unterrichtsvorbereitung nach dem Modell Didaktische Analyse benutzen:
Arbeitsbogen zur Unterrichtsvorbereitung nach dem Modell DA
Stundenplan: Klasse_____
Stunde_____
Datum_____
Zielgruppe:
6.) Was soll ich als Lehrer/Lehrerin in der Unterrichtsstunde tun?
→ Die Rolle des Lehrers/der Lehrerin
Natürlich bleibt noch genügend zu tun. Man könnte als Lehrer/Lehrerin
z.B. die Intonation korrigieren, schwierige Sätze an die Tafel schreiben
und Betonungen markieren, herumgehen und Notizen machen, den
Schülern helfen und sie ermutigen, individuell korrigieren, notierte Erfahrungen aus der Partnerarbeit ins Plenum einbringen usw.
Lernziele:
Zeit,
ca.
Lernaktivität
Sozialform
Übungsmaterial
Medien/
Hilfsmittel
Aktivitäten des
Lehrers/der Lehrerin
Beispiel:
1.
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Lernziel:
die Schüler können in einer speziell darauf ausgerichteten Übungssituation auf Deutsch nach dem Weg
fragen. Sie verstehen, was ihr Gesprächspartner antwortet.
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Farida Ibragimova
Sprachlernzentrums Bischkek
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Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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DaF an unserem Lehrstuhl
Deutsch lernte man in der Sowjetunion an vielen Schulen unseres Landes. Aber nach dem Zerfall der Sowjetunion begannen die Schüler, die
englische Sprache zu bevorzugen. In der Regel entschieden das die
Eltern, denn Englisch ist eine weltbekannte Sprache. Außerdem begann Kirgisistan in dieser Zeit mit vielen anderen Ländern, nicht nur mit
Deutschland, gute wirtschaftliche und wissenschaftliche Kontakte zu
pflegen. Aber in den letzten Jahren bemerkt man, dass unsere Jugend
der deutschen Sprache wieder großes Interesse entgegenbringt. Diese Tatsache kenne ich aus eigener Erfahrung. An unserem Lehr-stuhl
wird die jeweils 2. Sprache für Lehramtsstudenten unterrichtet (also Englisch,
Französisch und Deutsch als 2. Sprache)
sowie Methodik und Didaktik des Fremdsprachenunterrichts allgemein. Außerdem übernehmen wir die Organisation
des Schulpraktikums für die Studierenden. An diesem Lehrstuhl der größten
Universität Kirgisistans, der KNU, studieren inzwischen über 450 Studenten
Deutsch. Als 2. Sprache wird damit am Wir auf dem Empfang des
Deutschen Generalkonsulats zum
liebsten Deutsch gewählt. Englisch ist die Deutschlehrertag und Zentralasiabeliebteste 1. Sprache. Mit jedem Jahr tischen Bildungskongress im Oktowächst die Zahl der Deutschstudierenden ber 2010 in Almaty
an unserem Lehrstuhl.
2010 für die Studierenden eine Reise nach Almaty. Dort fand ein Konzert
der bekannten deutschen Rockgruppe „Die Toten Hosen“ statt. An diesem Tag hatten die Studierenden gute Möglichkeiten, um mit den Muttersprachlern verschiedene Themen zu diskutieren. Als Lehrstuhlleiterin
besuche ich immer mit den Deutschstudierenden deutsche Veranstaltungen und Filme. Vor Kurzem waren wir beim Kar-neval, der im Café
Steinbräu stattfand. Der Karneval gefiel unseren Stu-dierenden sehr und
sie haben sich entschieden, bis zum nächsten Jahr phantasievolle eigene Kostüme vorzubereiten. Außerdem habe ich im Januar 2011 für
450€ neue Lehrbücher wie Delfin 1 und 2 mit Hilfe der Sponsoren kaufen können. Unser Ziel ist es, die Deutschkenntnisse der Studierenden
zu vervollkommnen und ihr Sprachgefühl zu erwecken. Die Lehrkräfte
unseres Lehrstuhls versuchen immer, DaF nach der kommunikativen
Methodik zu unterrichten. Dafür brauchen wir immer Seminare nach der
kommunikativen Methodik.
Zamira Mambetova
Kirgisische Nationale J. Balasagyn Universität
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Dies hängt neben den genannten allgemeinen Tendenzen auch mit der
Organisation unseres Lehrstuhls zusammen. Unser Lehrstuhl für Methodik und Didaktik ist noch sehr jung. Er wurde erst im Januar 2009
eröffnet. Trotzdem organisierten wir bereits verschiedene Veranstaltungen und Seminare. Im April vorigen Jahres führten wir im Naryngebiet
(Ak-Talaa, Atbachsy) für die Lehrer ein Seminar zum Thema „Lesen im
Deutschunterricht“ durch. Ende April organisierten wir das Festival der
zweiten Sprache. Die Studierenden haben aus interessanten Märchen
verschiedene Theaterstücke vorbereitet.
An unserem Lehrstuhl arbeiten 23 Lehrer, sieben davon sind Deutschlehrer. In den Jahren 2009-2010 haben wir zwei Muttersprachler als Volontäre aufgenommen: Lukas und Gerald. Lukas organisierte im Oktober
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Deutsch kann auch Fachsprache sein –
die Weiterverbreitung der deutschen Fachsprache
Vor etwa 5 Jahren, erstmals im August 2006, besuchten wir an der Kirgisischen Technischen Universität (KTU) in Bischkek Seminare für “Fachsprache Deutsch”. Die Seminare leiteten die Dozenten Jorg Bücker und
Dr. Maria Steinmetz aus Deutschland. Da erlebten wir zum ersten Mal
wie spannend fachsprachlicher Unterricht sein kann. Wir bekamen viele
Materialien und lösten dabei verschiedene Aufgaben.
Das hat uns geholfen, im Bereich
Fachsprache Deutsch weiter zu arbeiten. In den Seminaren, die an der
KTU stattfanden, haben wir meistens
technische Texte bekommen und sie
gemeinsam durchgearbeitet. Das
war eine nützliche Übung für uns
und für unsere zukünftige Zusammenarbeit sehr hilfreich. Aus eigener
Erfahrung wissen wir, dass beim Lernen einer Fremdsprache die Fachinformationen und Fachtexte viel interessanter und erfolgreicher sein können, als nur allgemeine Materialien und gewöhnliche Übungen. Warum?
Da wir Deutsch an den naturwissenschaftlichen Fakultäten unterrichten,
sind wir auf die Idee gekommen, einige Themen für diese Bereiche zu
erarbeiten. Damit wollten wir unseren Studenten und Schülern die Möglichkeiten geben, sich mit Fachtexten und Fachsprache so früh wie möglich zu beschäftigen.
Dem ersten Diplom nach ist
Nassima Baschirowa Biologin,
Biologie- und Chemielehrerin,
ihrem zweiten Diplom nach –
Deutschlehrerin. Salamat
Djumabaewa arbeitet sehr lange an
den naturwissenschaftlichen
Fakultäten und ihre Arbeit ist mit
der Fachsprache sehr eng
verbunden.
In einigen Ländern und auch in Kirgisistan gibt es Schulen und Hochschulen mit dem Schwerpunkt Deutsch. Dort werden manche Fächer
auf Deutsch unterrichtet. Es ist wichtig, gut qualifizierte Fachleute in den
verschiedensten Bereichen zu haben. Internationale Unternehmen brauchen immer Personal, welches nicht nur fachlich kompetent ist, sondern
dieses Wissen auch in verschiedenen Sprachen ausdrücken kann. Seitdem haben wir begonnen, unsere Materialien vorzubereiten. Im Sommer 2009 nahmen wir an einer Deutschlehrertagung in Jena-Weimar
teil. Dafür bereiteten wir viele Materialen vor, darunter auch schöne und
informative Poster, die präsentiert wurden. Diese wurden von den Organisatoren und Teilnehmern hochgeschätzt. Dies gab den letzten Ausschlag, nun mit der Zusammenstellung des Buchs „Materialien für den
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
fachsprachlichen Deutschunterricht“ zu beginnen. Wir wollten nicht einfach irgendwelche Fachtexte zusammenstellen, sondern spezifische Informationen über unser Land aufnehmen. So griffen wir zum Beispiel so
aktuelle Themen wie ökologische Probleme in Kirgisistan auf. Aber auch
klassische Themen aus den Bereichen Biologie und Chemie verwendeten wir in unserer Arbeit. Nicht alle Themen des Buchs passen in den
staatlich vorgegebenen Kursplan. Aber es kommt oft vor, dass ein Lehrer
nicht auf einen vorgefertigten Kurs zurückgreifen kann, sondern er sich
sein Unterrichtsmaterial selbst zusammenstellen muss. Dabei hat ein
Lehrer sehr oft wenig Zeit zur Vorbereitung solch eines Kurses für Fachsprache. In unserem Lehrbuch bearbeiteten wir einige Themen aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Fachrichtungen und zeigen, wie ein
Lehrer einer schwierigen Situation schon bei der Vorbereitung begegnen
und das Beste daraus machen kann. Wir denken die Materialien dienen
so als sehr gute Anregungen für den fächerübergreifenden Unterricht.
Für die biologischen, chemischen und ökologischen Fachtexte ist charakteristisch, dass sie oft Grafiken, Diagramme, Tabellen u.a. erhalten.
Die Lerner können diese mit Hilfe verschiedener Redemittel beschreiben, Daten vergleichen, Texte erstellen usw. Solche Mittel helfen den
Lernenden die Fachinformationen besser zu verstehen und sich das
Problem richtig vorzustellen.
Bei der Materialauswahl muss der Lehrer die fachliche Angemessenheit und Funktionalität in Bezug auf die Lernziele seiner Adressaten,
die sprachliche Kompetenz erwerben, überprüfen. Nach der Erstellung
der Übungen sollte möglichst eine Überprüfung durch Fachleute erfolgen, damit gewährleistet ist, dass das was sprachlich geübt wird, auch
fachlich sinnvoll, relevant und richtig ist. Dieser Aspekt ist bei der Verwendung der von uns erstellten Arbeitsmaterialen erfüllt. Zwei unserer
Autoren sind dem ersten Diplom nach Biologie- und Chemielehrer bzw.
Ökologe – Baschirowa Nassima und Domaschow Ilja.
Zum Schluss haben uns noch zwei Kolleginnen aus Deutschland geholfen – Umweltwissenschaftlerin Diana Neudeck und Geografin Sabine
Dümmler. Unsere Zusammenarbeit war sehr erfolgreich und wir haben
mit der Unterstützung von Dr. Maria Steinmetz und des DAAD das Buch
“Materialien zum fachsprachlichen Deutschunterricht im Bereich der Fächer Biologie, Chemie und Ökologie” erstellt.
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Deutsch in Kirgisistan
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Ein Exemplar dieses Buches hat jede Universität und Bibliothek in Bischkek erhalten. Außerdem ist das Buch bei den Autorinnen erhältlich:
Ansprechpartnerin ist Nassima Baschirowa: 0550 96 39 65.
Nassima Baschirowa
Kirgisische Nationale J. Balasagyn Universität
Fakultät für Bilogie, Lizeum;
Institut für Biologie und Bodenkunde
Salamat Dshumabajewa
Kirgisische Nationale J. Balasagyn Universität
Lehrstuhl für Fremdsprachen an den
Naturwissenschaftlichen Fakultäten
Das 1. Fachsprachenbuch aus Kirgisistan ist fertig!
Blau-grün-orangerot, gut kartoniert und mit drei leuchtenden Bildern auf
dem Umschlag – Fotos einer Landschaft mit Wald und Wiese, den Entwicklungsstadien eines Schmetterlings auf einer Blume und einem bunten Chemielabor – liegt es da, das 1. Fachsprachenbuch für DaF-Lerner
in Zentralasien, und dieses schöne Buch kommt aus Kirgisistan, von Baschirowa, Nassima; Dshumabajewa, Salamat; Domaschow, Ilya; Neudeck, Diana: MATERIALIEN ZUM FACHSPRACHLICHEN DEUTSCHUNTERRICHT im Bereich der Fächer BIOLOGIE, CHEMIE und ÖKOLOGIE. Bischkek, Kirgistan 2010; gefördert mit den Mitteln des DAAD.
Ich möchte ein wenig berichten, wie es dazu kam.
Seit 8 Jahren führe ich im Auftrag des DAAD Seminare zur Fortbildung
von DaF-Dozenten in Zentralasien durch, in fast allen Ländern der Region habe ich schon Seminare gehalten, in Almaty und in Ust-Kamenogorsk in Kasachstan, in Duschanbe, Khorog und Chudjand in Tadschikistan, in Tashkent in Usbekistan. Im Februar 2009 kam ich zum ersten
Mal nach Kirgisistan und machte an der Technischen Hochschule von
Bischkek ein Seminar, zum Thema „Fachsprachen“. Fachsprachen sind
immer ein sprödes Thema, normalerweise haben die Deutschlehrer davor eine gewisse Scheu, weil sie denken, dass sie ja Philologen sind und
keine Fachleute für Technologie, für Ingenieur- und Naturwissenschaften, für Informatik usw. Und doch wissen alle ganz genau, dass gute
Studenten, die bei ihnen Deutsch lernen, gerne mit ihren DaF-Kenntnissen mehr anfangen würden als ein paar Credits abzuhaken, dass sie
vielleicht in deutschsprachige Länder reisen und dort studieren wollen
oder in internationalen Firmen arbeiten. Warum lernt man denn sonst die
komplizierte Sprache Deutsch?
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Ins Seminar kam eine Gruppe von neugierigen DaF-Lehrern aus
Bischkek, Osch und Karakol. Eine ganze Woche lang diskutierten, lasen, recherchierten, überlegten wir von morgens bis nachmittags folgende Fragen:
• Wie können wir einen modernen, studienbegleitenden DaF-Unterricht gestalten, der Bezug nimmt auf die Inhalte der jeweiligen
Studienfächer unserer Deutschlerner?
• Wie können wir das Fachwissen unserer DaF-Lerner mit dem
Erwerbsprozess der Fremdsprache Deutsch sinnvoll verbinden?
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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• Wie kann der DaF-Unterricht zur Entwicklung der Studierfähigkeit an deutschen Hochschulen und an mehrsprachigen universitären Kooperationsmodellen wie z.B. der deutsch-kirgisischen
Fakultät an der Technischen Hochschule von Bischkek (KGTU)
beitragen?
Die Seminarteilnehmer waren vom Thema so begeistert, dass sie gleich
noch ein Seminar haben wollten; die eine Woche fanden sie zu kurz.
Und weil Frau Dr. Zimmermann, die damalige IC-Leiterin des DAAD-Büros, und Herr Dr. Dintera, der DAAD-Lektor, dies auch fanden, machten
sie das Unmögliche möglich und schon im Mai desselben Jahres 2009
fand das 2. Fachsprachenseminar in Bischkek statt.
Die „alten“ Teilnehmer waren alle da, und sie hatten Reklame gemacht
und „neue“ mitgebracht. Auch viele Texte, Bilder und Informationen hatten sie gesammelt; wir erfuhren viel über die fragilen Ökosysteme in
Kirgisistan, einem Land, dessen Reichtum eigentlich nur in seiner einmaligen Landschaft besteht, in der es Wüstenzonen, Steppenzonen
(Grasebenen), subalpine und hochalpine Zonen gibt und den sagenumwobenen Issyk-Kul. Vor allem hörten wir von Gefahren für bestimmte
Regionen, von Atommüll-Lagern, über die niemand etwas wissen soll,
von bedrohten Tieren und Pflanzen. Und immer deutlicher wurde die
Frage: Was können wir als Lehrer dafür tun, dass das Bewusstsein für die
Umwelt differenzierter und genauer wird, dass die Lerner mehr verstehen
von der Natur und vom Naturschutz – und wie können wir in unseren
Deutschunterricht solche Themen integrieren? Welche Texte, welche
Informationen sind für die DaF-Lerner in Kirgisistan aktuell? Denn es gibt
viel deutschsprachiges Material, aber da geht es oft um Umweltfragen,
die in Deutschland aktuell sind (z.B. Biotonnen, Mülltrennung, RecyclingHöfe ...), aber betrifft das die DaF-Lerner in Kirgisistan? Und mit
welchen sprachdidaktischen Methoden muss man Texte und Materialien
erschließen, zu deren Verständnis naturwissenschaftliche Kenntnisse
notwendig sind, und zwar Kenntnisse, die in die Fremdsprache Deutsch
transferiert wurden? Welchen Wortschatz, welche sprachlichen Elemente
müssen die Studenten wissen, damit sie solche Texte bearbeiten
können? Welche linguistischen Strukturen und Verfahren muss man wie
behandeln? Je mehr man sich in die Materie vertieft, desto mehr neue
Fragen tauchen auf.
Zwei Seminarteilnehmerinnen beschlossen, dass jetzt genug geredet sei
und etwas getan werden müsse. Die beiden Damen, Nassima Baschi90
Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
rowa und Salamat Dshumabajewa, nahmen Kontakt auf zu Ilya Domaschow und der Ökologischen Gruppe BIOM. Mit deren Hilfe entwickelten
sie einige Poster mit Texten, Bildern und speziellen Übungen zu den
deutschen Fachsprachen der Biologie, Chemie und Ökologie. Mit diesen
Postern fuhren sie auf die Internationale Deutschlehrertagung in Jena,
die im August 2009 stattfand. Und dort präsentierten sie, als Erste aus
Kirgisistan, diese Materialien zum fachsprachlich orientierten Deutschunterricht in Zentralasien und hatten damit großen Erfolg. Die Zuhörer in
der Sektion Fachsprachen waren richtig beeindruckt.
Kurz vor ihrer Reise nach Jena hatten mir Nassima und Salamat einige
Bilder dieser Poster nach Berlin gemailt mit der Bitte um Kommentar und
eventuelle Korrektur. Es gab aber ein Computerproblem; ich konnte nur
schreiben, dass ich die Bilder, die gesamte Gestaltung, die Themen und
die Texte toll finden würde, aber die Fehler blieben drin. Doch die beiden
Autorinnen ließen sich nicht entmutigen, sie zeigten ihre Poster auch mit
ein paar Fehlern, und der Erfolg gab ihnen Recht.
Im August 2010 konnte unser 3. Seminar in Bischkek stattfinden. Erst
nach 3 Tagen bekamen wir die Poster zu sehen, und dann dauerte es
immer noch eine Weile, bis der Wunsch ans Tageslicht kam, aus diesen
Ansätzen ein Lehrbuch zu entwickeln. Frau Jana Dümmler, die neue
IC-Leiterin des DAAD-Büros, fand tatsächlich einen Weg für die finanzielle Förderung eines solchen Projekts. Denn normalerweise unterstützt
der DAAD aus gutem Grund keine Lehrbuchprojekte, da sonst in allen
Deutschabteilungen immer „neue“ Lehrbücher voneinander abgeschrieben und als Profilierungsinstrument eingesetzt würden. Der didaktische
Nutzen ist dabei nicht ersichtlich. Doch die Materialen zum fachsprachlichen Deutschunterricht haben eine andere Qualität, sie sind wirklich
etwas Neues.
Durch die Gliederung in die drei Themenbereiche Ökologie, Biologie und
Chemie wird ein breites naturwissenschaftliches Spektrum abgedeckt,
und zwar im allgemeinen Sinne, wie beispielsweise die Frage, was unter
Umweltschutz zu verstehen ist, was Photosynthese überhaupt ist oder
wie das Periodensystem der Elemente funktioniert. Aber durch zusätzliche Arbeitstexte über spezielle Themen, wie die Atommülllagerung in
Mayluu-Suu oder das Rote Buch in Kirgisistan, bleibt ein regionaler Bezug, der einen zusätzlichen Lehreffekt über aktuelle Umweltproblematiken in Kirgisistan bietet. Die Vielfältigkeit der unterschiedlichen Übungen
zu den jeweiligen Arbeitstexten dient neben dem Erlernen neuer VokaRundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
91
beln auch dazu, sich tiefer mit den angesprochenen Thematiken auseinander zu setzen und darüber zu philosophieren und zu diskutieren.
Gemeinsame Vergangenheit- gemeinsame Zukunft?
- Sommeruni 2010 am Issyk Kul
Nach zwei Jahren intensiver inhaltlicher Arbeit musste parallel über eine
passende graphische Darstellung bzw. das Layout nachgedacht werden. Wie soll das Buch aussehen, damit es graphisch ansprechend ist,
aber nicht einem Bilderbuch gleicht? Mit dieser Frage beschäftigte sich
Nassimas Tochter, Malinka Baschirowa, intensiv neben ihrem Studium;
sie investierte nicht nur eine Nacht dafür. Sabine Dümmler und Diana
Neudeck, zwei deutsche Absolventinnen im Bereich Geographie und
Umweltwissenschaften, erfuhren eher zufällig von dem Buchprojekt. Anfangs als Fachspezialisten einbezogen, wurden sie gepackt vom Engagement der Autorinnen und halfen intensiv in der Endphase der Buchgestaltung, ob im Bereich Layout oder der textlichen Gestaltung.
Die LektorInnen der Robert Bosch Stiftung in Zentralasien haben in
Zusammenarbeit mit der Universität Passau und mit Hilfe der finanziellen Unterstützung des DAAD die Sommeruniversität „Gemeinsame
Ver-gangenheit – gemeinsame Zukunft? Zentralasien zwischen nationalen Konstrukten und regionalen Herausforderungen“ am Issyk-Kul See
(Kirgi-sistan) im September 2010 organisiert. An dieser Veranstaltung
haben fünfundzwanzig Studenten aus Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Deutschland teilgenommen. Die Sommeruniversität begann mit Fachvorträgen von Forscher/inn/en aus Deutschland,
Großbritannien, Tadschikistan und Usbekistan. Während diesen zehn
Seminar- und Workshoptagen beschäftigten sich die Teilnehmer mit der
Frage nach einer übergreifenden zentralasiatischen Identität und haben Themen wie Nation/Nationalismus, zentralasiatische Identitäts- und
Geschichtskonstruktionen, Kollektives Gedächtnis und andere Fragen
besprochen. Viacheslav Matsepura, Student der Ara-baev Universität in
Bischkek und Teilnehmer der Sommeruniversität, beschreibt die Veranstaltung mit folgenden Worten:
Letztlich, nach mühsamen Endkorrekturen, war es vollendet und konnte im Dezember 2010 mit einer Auflage von 33 Exemplaren in Druck
gegeben werden. Zu erhalten ist das Buch derzeit in den Bibliotheken
Bischkeks, zu finden unter der ISBN 978-9967-26-101-3, bei den Autorinnen Nassima Baschirowa und Salamat Dshumabajewa oder über den
DAAD in Bischkek. Die Kosten für den Druck eines eigenen Exemplars
betragen ca. 20$ bzw. 950 Som. Eine weitere Vermarktung ist geplant
und hängt derzeit von einem Verleger ab, der bereit ist, dieses wichtige
und gute Buch zu veröffentlichen und weiter zu bewerben.
Für heute kann man den Autoren und dem Produktionsteam nur herzliche Glückwünsche aussprechen und der Hoffnung auf weitere Verbreitung Ausdruck geben.
Dr. Maria Steinmetz
(Unter Mitarbeit von Sabine Dümmler)
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
«Die ersten Tage waren besonders
warm, so dass wir nicht nur in unser Unterkunft „Antalya“ die Zeit verbracht haben, sondern auch einen
Ausflug nach Karakol gemacht haben, und so ganz auf die andere Seite der Issyk-Kul-See gefahren sind.
In der Freizeit machten wir uns einander bekannt, spielten zusammen
Fußball am Strand, und die Zeit verging so schnell, dass wir nicht merkten, wie die Sonne unterging, und
wir zurück in unsere Unterkunft Antalya mussten. In den Abendstunde
mussten wir einen kleinen Bericht über uns selbst schreiben, etwas vom
Studium, von den eigenen Träumen erzählen, noch sagen, wofür wir
Deutsch beherrschen wollen. Am zweiten Tag hatten wir eine Vorlesung,
die Katharina Buck hielt; das Thema lautetete Nation und Nationalismus,
die Bedeutung des Konstrukts in der Nationsbildung. Sie hat zum großen Leid die Texte auf Englisch ausgegeben, und sie musste sie dann
auf Deutsch übersetzen, und irgendwie versuchen uns dieses Thesen
über Nationsbildung klarzumachen. Und sie hat das geschafft! Wir hatRundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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ten eine lebendige Diskussion, und sprachen auch in den Kaffepausen
darüber...» Und die drei Studentinnen vom Lehrstuhl für deutsche Philologie der KRSU in Bishkek Nazgul
Anarkulova, Irina Komolova, Saltanat
Najmanbaeva, erinnern sich folgendermaßen an die Sommeruniversität:
„Das Wichtigste, das wir aus diesem
Seminar mit-genommen haben, ist
ein ziem-liches genaues Verständnis davon, was mit „Geschichtskonstruktionen“ gemeint ist. Am Anfang
war diese Frage ziemlich kompliziert,
aber all-mählich haben wir verstanden, dass man nicht jeder Geschichtsschreibung unkritisch vertrauen
kann. Die Informationen sollten vielmehr nach folgenden Aspekten geprüft werden: Zuverlässigkeit und nach der Wahrnehmung.
Da sich die Konflikte im postsowjetischen Zentralasien verschärft haben, ergaben sich auf der Sommeruni sehr gute Möglichkeiten, unsere
gemeinsame Vergangenheit zu besprechen und mögliche Lösungen der
Probleme zu finden. Anschließend haben wir praktisch gearbeitet und
das journalistische Schreiben und das Produzieren von Radiofeatures
gelernt.
Außer des fleißigen Arbeitens fanden jeden Abend kulturelle Veranstaltungen statt, bei denen wir getanzt, gespielt und Filme ange-schaut haben. Dazu haben wir noch einen ganzen Tag lang einen tollen Ausflug
nach Karakol gemacht, wo das Museum von Prjewalsk, eine Moschee,
die ohne einen einzigen Nageln gebaut wurde, und die orthodoxe Kirche
besucht wurde. Solche Veranstaltungen geben den Studenten sehr gute
Chancen zur Selbstentwicklung und motivieren zur aktiven Teilnahme
am gesellschaftlichen Leben...“
Viacheslav Matsepura, Nazgul Anarkulova, Irina Komolova,
Saltanat Najmanbaeva
Teilnehmer/innen der Sommeruniversität aus Kirgisistan
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch wächst in Kirgisistan…
Das neue Deutschzentrum in Naryn
„Deutsch“ wird wieder aktuell in Kirgisistan. Dies zeigt die Universität
Naryn, in der am 18.11.2010 ein Deutschzentrum eröffnet wurde. Vorher
wurde Deutschunterricht in Naryn nur an der Staatlichen Universität Naryn im Rahmen des Lehrplans und an der Mittelschule Nr. 2 erteilt. Darüber hinaus gab es keine Möglichkeit, Deutschkurse zu besuchen, um
seine Kenntnisse zu vertiefen oder überhaupt erst zu erwerben. Im Jahre 2008 haben Studenten der Universität Naryn angefangen, Deutsch
zu lernen, um ein landwirtschaftliches Praktikum in Deutschland zu machen. Seitdem interessierten sich immer mehr Studenten für Deutsch.
Es ist der Initiative des ehemaligen Rektors der Naryner Staatlichen Universität, Herrn Prof.Dr. Almazbek Akmataliev, und dem Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen, Herrn Dr. Ermek Baibagyshov, zu
verdanken, dass allen Interessierten nun ein Deutschzentrum zur Verfügung steht, um die Sprache zu erlernen. Die Verantwortung für das
Zentrum wurde Nazgul Akbekova, Deutschlehrerin an der Universität,
übertragen. Bei der Eröffnung des Zentrums wurden wir vom Sprachlernzentrum in Bischkek mit seiner Leiterin Frau Dr. Ainagul Atakeeva
und vom Goethe-Institut Almaty, insbesondere von der stellvertretenden
Institutsleiterin, Frau Susanne Becker, und der Expertin für Unterricht,
Frau Solveig Bartusch, unterstützt. Das Zentrum erhielt einen Computer, Lehrbücher und andere Lehrmaterialien sowie CDs und Filme. Wir
möchten uns auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich bedanken.
Zurzeit arbeiten 3 Deutschlehrerinnen am Zentrum. Den Kurs besuchen
die Schüler ab Klasse 9, Studenten und Erwerbstätige in den für sie passenden Zeiten. Die Kursteilnehmer können auf Wunsch auch vor Beginn
des Unterrichts kommen und selbstständig in der Bibliothek lernen oder
einfach nur lesen. Wir haben eine Informationsecke, wo man viel über
das Studium in Deutschland und über Stipendienprogramme erfahren
kann. Wir haben feste Kontakte mit der Mittelschule Nr. 2 in Naryn. Viele
der Schüler aus dieser Schule kommen zum Zusatzunterricht an unser
Zentrum.
Wir hoffen, dass in der Zukunft viele Menschen unser Zentrum besuchen
werden. Es wäre sehr gut, wenn unsere Deutschlehrerinnen oft ihre berufliche Lehrqualifikation erweitern und viele Erfahrungen in Deutschland oder am Goethe-Institut sammeln könnten. Ein guter Lehrer kann
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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auch seine Studenten gut unterrichten.
Für die Zukunft planen wir, an der Universität Naryn das Fach Germanistik anzubieten. In jedem Fall können wir sagen, dass unsere Bemühungen, die deutsche Sprache zu verbreiten, von Erfolg gekrönt sind.
Aruuku Shailooeva
Deutschlehrerin des Zentrums
[email protected]
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Deutsch per Radio?
Letzten Dezember belegte Aigerim aus dem Dorf Taschkuuduk den ersten Platz bei der Schulolympiade ihres Bezirk in der Provinz Talas. Die
9.-Klässlerin konnte die Frage zu der Staatsform der Republik Kirgisistans richtig beantworten, weil sie regelmäßig das Bürgerradio „Radiomost“ hört. In dem Programm „Mein Recht“ wurden die Hörer in mehreren Sendungen über die neue
Staatsform aufgeklärt.
Dies ist nur ein Beispiel wie das
Bürgerradio die Schulen bei der
Ausbildung unterstützt. Radiomost hat in seinem Pro-gramm
extra einen Tag mit dem Themenschwerpunkt „Bildung“ eingerichtet. Seit drei Jahren produzieren
ehrenamtliche Mit-arbeiter aus
Australien und den USA jeden
Mittwoch die Sendung „Talas
Besprechung der Sendung „Mein Recht“ mit English“. In jeder Sendung werSchülern aus Taschkuuduk.
den unterschiedliche Themen
auf Englisch besprochen und
die neuen Vokabeln dazu erklärt. Eine kirgisische Schülerin hilft bei der
Übersetzung. Diese Sendung hat im Laufe der Zeit nicht nur treue Zuhörer gefunden, sie hat auch Studenten anderer Sprachen inspiriert. Seit
neuestem läuft auf Radiomost auch ein Japanischkurs. Bürgerradio ist
ein „Mitmach-Radio“ mit lokalem Bezug. In Deutschland beteiligen sich
Schulen schon seit Jahren an den Bürgerradios. Beispielsweise werden
in Nordrhein-Westfalen den Betreibern der Bürgerradios Schulradioprojekte quasi per Gesetz vorgeschrieben1. Durch die Produktion eigener
Beiträge und Sendungen sollen deutsche Schüler den richtigen Umgang
mit den Medien erlernen.
Auch in Kirgisistan können sich die Bürger bei Radiomost beteiligen.
Radio gilt vielleicht nicht als das „modernste“ Medium, aber es hat viele
Vorteile. Wie die Erfahrung von Radiomost zeigt, wird Radio auch in
1 Gem. Landesmediengesetz, § 72 LMG NRW: „Der Bürgerfunk im lokalen Hörfunk dient dazu,
das lokale Informationsangebot zu
ergänzen und den Erwerb von Medienkompetenz, insbesondere von Schülerinnen
und Schülern, zu ermöglichen und damit auch zur gesellschaftlichen
Meinungsbildung
beizutragen“.
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
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Dörfern empfangen, wohin keine Zeitung
ausgeliefert wird. Und wenn bei Stromausfall
der Fernseher aus bleibt, so läuft das Radio
immer noch mit zwei kleinen Batterien. Übrigens hören auch viele Schüler und Studenten ihre Lieblingssendungen über das Handy.
Der Deutschunterricht
im Kinderzentrum Ümüt – Nadjeschda
Warum also nicht auch ein Deutschkurs im
Radio? Unterricht per Radio erreicht nicht
nur die Schüler einer Klasse, auch andere
Kinder und interessierte Erwachsene können auf diese Weise mitlernen. Die Produktion einer Radiosendung wird von Schülern Die Moderatoren Nazira und
schnell gelernt und kostet weniger als eine Szrgak sorgen für AbwechsSchülerzeitung. Wichtig ist, dass das Schul- lung im Programm
team Zeit für regelmäßige Sendungen zur
Verfügung hat. Nur mit vielen Ideen und verschiedenen Themen werden
die Zuhörer erobert. Und schließlich lernt man Deutsch auch nicht nur
nach einer Stunde Unterricht.
Bisher gibt es Bürgerradios in Talas und in Chong Kemin / Chui Gebiet.
Wer Lust hat mit seinen Schülern mitzumachen wendet sich am besten
an die Direktorin des Radiosenders Radiomost, Frau Gulmira Osmonova [email protected] oder [email protected]
Bettina Ruigies
CIM Journalismus Expertin
[email protected]
Deutsch in Kirgisistan
Für die gesamte Gesellschaft in Kirgisistan und so auch für ihre eigenen
Mütter (die Väter hatten die Kinder meist wegen der Behinderung gleich
nach der Geburt verlassen) galten und gelten diese Kinder als nicht
mehr bildungsfähig. Und nun sieht die Mutter wie ihr Kind auf der Bühne
Theater spielt und eine Sprache spricht, die sie selbst nicht versteht. Ihr
„beschränktes“ Kind spricht Deutsch, d.h. Ihr Kind kann etwas, was sie
selbst nicht kann. Das war ein unendlich tiefer Schock für die Mütter.
Denn das bedeutete: MEIN KIND IST DOCH bildungsfähig.
Nach diesem deutschen Theaterstück fassten einige Mütter neuen Mut.
Sie unternahmen riesige Anstrengungen, um ihren angeblich nicht bildungsfähigen Kindern den Zugang ins staatliche Bildungssystem zu ermöglichen. Und einige haben es geschafft. Drei von den damals zwölf
„deutschsprachigen“ Schauspielerinnen studieren heute an der Universität. Und zwei von ihnen haben bereits Studienaufenthalte in den USA
und in Japan hinter sich.Auch heute noch haben die angeblich nicht bildungsfähigen Kinder im Kinderzentrum Nadjeschda Deutschunterricht
ab der 1. Klasse. Sie lernen deutsche Kinderlieder, Geschichte und spielen kleine Dialoge in deutscher Sprache.
Junge deutsche Menschen, die ihr freiwilliges soziales Jahr im Kinderzentrum Nadjeschda ableisten sind als deutsche Muttersprachler ein
riesiges Geschenk für diese Kinder. Und zur 20 Jahrfeier des Kinderzentrums im Jahre 2009 haben die deutschen Freiwilligen ein kleines
deutsches Singspiel mit der 1. Klasse aufgeführt, das bei den Gästen
großen Anklang gefunden hat. Gerade für diese Kinder, die (wegen ihrer Behinderung) fast ganz aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind,
stellt auch die nur anfängliche Kenntnis einer fremden Sprache, einen
unglaublichen Motivationsschub dar.
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Es war 1994
Eine Gruppe von ca 12 als nichtbildungsfähig eingestuften neunjährigen
behinderten Kindern führt ein kleines Theaterstück in deutscher Sprache
vor Eltern und Gästen auf. Anstatt freudigen Beifall zu spenden laufen
den Müttern dieser Kinder die Tränen übers Gesicht. Was war geschehen?
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Die drei integrativen Kindergärten
Die drei integrativen Kindergärten besuchen nicht nur schwerbehinderte
Kinder, sondern auch Straßenkinder und ganz gesunde Kinder von Mitarbeitern und Freunden. Zwei der Kindergärten befinden sich in anderen
Ortschaften.
Die Wohngruppe on der Waldaiskaja
Das Janusz Korczak-Zentrum für Sozialtherapie
In den therapeutischen Werkstätten des Janusz Korczak-Zentrums werden mehrfach und schwerstbehinderte Jugendliche und Straßen-kinder
schrittweise in den Arbeitsprozess eingeführt. Darüber hinaus erhalten
sie künstlerischen Unter-richt.
Der integrative Kindergarten in der Repina
Der integrative Kindergarten in Kök-Schar
Die Wohngruppen
In den drei Wohngruppen leben die mehrfach- und schwerstbehinderte
Kinder und Straßenkinder in kleinen Einfamilienhäusern zusammen
Die drei Ferienhäuschen und der integrative Kindergarten
am Issyk-Kul See.
Am Issyk -Kul See in 1600 m Höhe wurden den Kindern drei kleine
Häuschen geschenkt, in denen sich Kinder, Eltern, Mitarbeiter und die
Gäste des Kinderzentrums “Nadjeschda” erholen können. Auch Sie, lieber Freund des Kinderzentrums “Nadjeschda”, sind uns dort als Gast
herzlich willkommen. Von September bis Juli werden seit dem 5.03.2005
die behinderten Kinder der umliegenden Dörfer in einem integrativen
Kindergarten betreut.
Die Wohngruppe in Janusz Korcyak-Zentrum
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Deutsch in Kirgisistan
Der Therapiebereich
Unter der Leitung unseres Arztes, beratender Kinderpsychiater, Kinderarzt und einer Neurologin erhalten die Kinder und die Jugendlichen des
Janusz Korczak-Zentrums entsprechende Therapien, wie z.B.
- Massagen - Senomotrik
- Logopädie - Therapeutisches Reiten
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Wichtige Adressen für DeutschlehrerInnen
Vorschläge für gemeinsame Projekte.
1. Wir haben eine Jugendband, die technisch ausgerüstet ist und
öffentlich auftritt. Hier wären gemeinsame Proben und Konzerte
z.B. mit deutschem Liedgut sehr motivierend.
2. Wir haben eine preisgekrönte Break-Dance Gruppe mit denen
Programme gemeinsam erarbeitet werden könnten und dann in
der Öffentlichkeit vorgestellt würden.
3. Alle unsere Klassen würden sich riesig über gemeinsames Tun
freuen.
4. Unsere Wohngruppen-Kinder, aber auch andere Kinder würden
sich riesig über Einladungen zu Veranstaltungen in normalen
Schulen freuen.
5. Alle unsere Kinder und Mitarbeiter freuen sich über Gäste, die
uns z.B. ein kleines Konzert mit deutschen Liedern schenken
wollen.
Kinderzentrum „Ümüt-Nadjeschda“
Repinastr. 210, 720047 Bischkek
Kirgisistan
Tel. + 996 312 49 19 55
Fax. + 996 312 49 19 55
E-Mail: [email protected]
Website: www.nadjeschda.org
Karla Maria Schaelike
Kinderzentrum Nadjeschda
Sprachlernzentrum des GoetheInstituts Almaty in Bischkek
Dr. Ajnagul Atakeeva
Ul. Togolok Moldo-60, Raum 302
720033 Bischkek
Tel.: 32-50-28
E-Mail: [email protected]
Website: www.deutsch-zentrum.
com/ru
Deutsche Botschaft
Frau Bauch/Frau Hesse
Ul. Razzakowa 28
720040 Bischkek
Tel.: 90 5000
E-Mail: [email protected]
Website: www.bischkek.diplo.de
Fachberatung Deutsch
Elmar Klemm
Ul. Isanova 143/1
(Kreuzung Isanova/Frunze)
Telefon: 0312 32 39 47
E-Mail: [email protected]
Deutsches Haus
Kopteva Margarita
Ul. Achumbaeva 140
Tel.: 54 23 37
E-Mail: [email protected]
Goethe-Institut Almaty
Susanne Becker
Leiterin der Spracharbeit
Dshandosowa, 2
050040 Almaty, Kasachstan
Tel: + 7 727 3922259
Fax: +7 727 3922272
E-Mail: [email protected]
goethe.org
Deutscher Akademischer
Austauschdienst
Jana Dümmler
Informationszentrum Bischkek
Ul. Isanova 143/1
(Kreuzung Isanova/Frunze)
Tel./Fax: 0312 32 39 48/51
E-Mail: [email protected]
Website: www.daad.kg
Kirgisischer Deutschlehrer-Verband
Aisuluu Karasakova
Kirgisische Nationale Universität
Ul. Turusbekova 116
Tel.: 340709
E-Mail: [email protected]
Deutscher Lesesaal
In der Nationalbibliothek
Gulnara Mederova
ul. Ogonbajeva 242
Tel.: 662269
E-Mail: [email protected]
Goethe-Gymnasium
Natalja Dektjarowa
Ul. Dschibek Dscholou 281 (Nähe
alter Autobus-Bahnhof)
Telefon: 66 36 10
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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Fragebogen des Goethe-Instituts Almaty
Senden Sie den ausgefüllten Fragebogen als FAX an:
GI Almaty + 7 727 392 22 72
1.Zu Ihrer Person:
1.1 Familienname:
1.2 Vorname:
1.3 Vatersname:
1.4 Geburtsdatum:
2.Ihre Wohnadresse:
2.1 Gebiet (Oblast):
2.2 Ort (Stadt/Siedlung/Dorf)
2.3 Postleitzahl („Index“):
2.4 Straße/Hausnr., Wohnungs-Nr.:
2.5 Telefon mit Vorwahl (privat):
2.6 E-Mail (privat):
(diese ist sehr wichtig, um Sie über alle Neuigkeiten und Entwicklungen
am Goethe-Institut zu informieren)
3. Ihre Dienstadresse (Hauptbeschäftigung)
3.1 Name des Arbeitgebers:
3.2 Fakultät, Lehrstuhl:
3.3 Gebiet (Oblast):
3.4 Ort:
3.5 Postleitzahl:
3.6 Straße, Hausnr.:
3.7 Telefon mit Vorwahl (Dienst):
3.8 E-Mail (Dienst):
4. Sonstiges
4.1 Kennen Sie den Rundbrief „Deutsch in Kasachstan“?
Nein □
Ja □ 4.2 Möchten Sie monatlich über die Aktivitäten des
Ja □ - Nein □
Goethe-Institus informiert werden?
4.2 Hatten Sie schon Fortbildungsstipendien für Deutschland? Ja □ Nein □
4.3 Wenn ja, in welchen Jahren und wo?
Ort, Datum
Unterschrift
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!
Ihr Goethe-Institut Almaty
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Deutsch in Kirgisistan
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Rundbrief Nr. 8 2011/12
Deutsch in Kirgisistan
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