Was kann ich gegen den Mundgeruch unternehmen?

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Was kann ich gegen den Mundgeruch unternehmen?
Was kann ich gegen den Mundgeruch unternehmen?
Mundgeruch kann verschiedene Ursachen haben. Er lässt sich in der Mehrzahl der
Fälle mit sorgfältiger Mundhygiene beheben: Dazu gehört eine gründliche Reinigung
der Zähne und der Zahnzwischenräume mit der Zahnbürste. Zu empfehlen ist eine
regelmässige Reinigung der Zunge mit einer Zahnbürste oder einem speziellen
Zungenschaber. Weitere Quellen des üblen Geruchs können chronische
Entzündungen der Mandeln, der Nase oder der Nasennebenhöhlen sein. Mundgeruch
als Folge von Erkrankungen erfordert eine sorgfältige ärztliche Diagnose und Therapie.
Aus meiner Erfahrung kann man schlechten Atem, Mundgeruch selber kaum feststellen. Aus
der Reaktion von mir nahe stehenden Personen muss ich annehmen, dass bei mir etwas
nicht in Ordnung ist. Ich bin Nichtraucher, pflege täglich meine Zähne und gehe auch
regelmässig zur Zahnreinigung. Auch verwende ich Mundwasser. Was kann ich noch tun,
um die Situation zu verbessern? I. S. in E.
Dr. med. Monica Conrad, FMH für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie,
Belegärztin Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern.
Mundgeruch, in der Fachsprache Foetor ex ore oder Halitosis genannt, ist ein lästiges
Problem, an dem bis zu einem Viertel der Bevölkerung leidet.
Man unterscheidet einerseits den morgendlichen Mundgeruch, welcher durch Vergärung von
Nahrungsresten über Nacht entsteht und sich durch Zahnreinigung und Essen schnell
beseitigen lässt. Andererseits den echten Mundgeruch, dessen Ursache man abklären und
entsprechend behandeln muss. Die dritte Form ist die Pseudo-Halitosis, bei der man sich
einbildet, Mundgeruch zu haben.
Wie entsteht Mundgeruch?
Mundgeruch entsteht durch flüchtige Schwefelverbindungen, welche zum Beispiel durch
bakterielle Zersetzung von Nahrungsmittelresten oder von totem Gewebematerial freigesetzt
werden.
Mögliche Ursachen
In den häufigsten Fällen liegt das Problem in der Mundhöhle. Dabei können Speiseresten,
Zungenbelag, kariöse Zähne, entzündetes Zahnfleisch oder Zahnstein die Ursache sein.
Weitere Quellen üblen Geruchs können chronische Entzündungen der Mandeln, der Nase
oder Nasennebenhöhlen sein. Verminderter Speichelfluss, Mundatmung, Rauchen, gewisse
Nahrungsmittel (z. B. Knoblauch, Alkohol) und Fasten können ebenfalls Mundgeruch fördern.
Seltener können ein Reflux aus dem Magen oder chronische Nieren- oder Leberleiden oder
Diabetes einen Mundgeruch verursachen.
Therapie
Therapeutisch braucht es als erste Massnahme eine Kontrolle und Sanierung der Zähne.
Anschliessend müssen Zähne und Zahnzwischenräume regelmässig gereinigt werden. Es
empfiehlt sich auch, den Zungenrücken mit der Zahnbürste oder einem Zungenschaber zu
reinigen. Anschliessend können Mundspülungen benutzt werden.
Liegt eine Erkrankung der Mandeln, Nebenhöhlen oder ein Reflux vor, so müssen diese
spezifisch behandelt werden. Als allgemeine Massnahmen helfen regelmässiges Trinken,
Anregen des Speichelflusses mittels Bonbon oder Kaugummi (ohne Zucker!) und Verzicht
auf gewisse Nahrungsmittel.
Dr. med. Monica Conrad, Luzern
Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 29.07.2009