Untitled - The Porcelain Room

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Untitled - The Porcelain Room
Limitierte MEISSENER Kunstwerke 2011
Limited MEISSEN Art Works 2011
Inhaltsverzeichnis
Contents
Vorwort
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Preface
Geschichte
History
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Ikonen
Icons
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Limitierte MEISSENER Kunstwerke 2011
Limited MEISSEN Art Works 2011
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Vorwort
Preface
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Vorwort
Preface
Limitierte Kunstwerke 2011
Liebe Freunde des Meissener Kunsthandwerks,
mit diesem Band setzen wir unsere Tradition fort, Ihnen
jedes Jahr eine exklusive Auswahl Limitierter Kunstwerke
aus unserem Hause zu präsentieren.
Dr. Christian Kurtzke
Nach dem herausragenden Erfolg unserer Jubiläumskollektion
ist diese Kollektion 2011 vor allem eine Hommage an die
Ursprünge unserer 300-jährigen Geschichte, was insbesondere
bei den drei „Ikonen“ deutlich wird:
Ich bin mir sicher, dass auch diese Kollektion ausgewählter
Objekte schnell ihre Liebhaber finden wird und MEISSEN®
nach 300 Jahren fest in Sachsen verortet und zugleich in der
Welt zu Hause bleiben wird.
Mit herzlichen Grüßen
Vorsitzender der Geschäftsführung
Chief Executive Officer
Als Zeichen unserer ostasiatischen Wurzeln begeistert die
zauberhaft verzierte Kürbisvase mit „Japanischer Blumen­
malerei“. Die Sempervase zeigt eindrucksvoll, wie die
Manufaktur MEISSEN bereits frühzeitig eine eigene
euro­päische Handschrift entwickelte, und sie ehrt zugleich
die Stadt Dresden als Geburtsort der traditionsreichsten
Porzellan-Manufaktur Europas. Mit dem Teeservice „Blauer
Garten“ in Gold und Kobaltblau erinnern wir daran, dass
unsere Kunstwerke zunächst den Königen der Welt gefallen
sollten, auch wenn MEISSEN ® heute in gehobenen bürger­
lichen Kreisen ein Symbol für Stilempfinden, Kulturbewusstsein und Wertschätzung ist.
Dr. Christian Kurtzke
Vorsitzender der Geschäftsführung
Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH
Limited Art Works 2011
Dear Friends of MEISSEN® Craftsmanship,
With this volume, we are continuing our tradition of
pre­senting you with an exclusive selection of Limited Art
Works from our company each year.
Following the outstanding success of our Anniversary
Collection, the present 2011 Collection is primarily a tribute
to the origins of our 300-year history, as becomes particularly
clear in the case of the three “icons”:
The scintillatingly decorated gourd vase with “Japanese flower
painting” is a thrilling pointer towards our oriental roots. The
Semper Vase impressively demonstrates how, from a very early
stage, the MEISSEN Manufactory evolved a distinctively
European style; it simultaneously honours the city of Dresden,
birthplace of Europe’s most venerable porcelain manufactory.
Our “Blue Garden” tea set in gold and cobalt blue poignantly
recalls how our art works were initially designed to please
the royalty of this world. Indeed, MEISSEN® is still a symbol
of fine taste, cultural awareness and cherished values amongst
the upper echelons of society, too.
I am sure this collection of select items will likewise soon be
lovingly adopted and that, 300 years on, MEISSEN® is set
to remain firmly implanted in Saxony whilst also being very
much at home in the rest of the world.
Regards,
Dr Christian Kurtzke
Chief Executive Officer
Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH
„Gekreuzte Schwerter“ mit dem
Sondersignet der „Limitierten
Kunstwerke“
„Crossed Swords“ with the special
signet of the Limited Art Works
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Drehern in der Porzellan-Manufaktur MEISSEN in den 1930er Jahren
Throwers at the MEISSEN Porcelain Manufactory in the 1930s
Geschichte
History
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300 Jahre MEISSEN® – 300 Jahre Tradition und Innovation
Vom „Weißen Gold“ geht seit Jahrhunderten eine ungebrochene
Faszination aus. Der Import ostasiatischer Porzellane im
16. Jahrhundert löste in Europa wahre Stürme der Begeisterung
aus. Auch der sächsische Landesherr, August der Starke (1670 – 1733), diagnostizierte bei sich die „maladie de porcellaine“.
Und er war nicht der Einzige, der von der Sucht nach feinstem
Porzellan befallen war. Überall in Europa versuchte man, das
Geheimnis seiner Herstellung zu entschlüsseln.
Ihren Erfolg verdankt die Porzellan-Manufaktur Meissen dem
außergewöhnlichen Engagement Augusts des Starken, der
alles tat, um die Entwicklung des Porzellans zu fördern – wenn
zuweilen auch mit recht rigiden Mitteln. So nahm er Johann
Friedrich Böttger (1682 –1719), einen damals sehr gefragten
Alchimisten, entschlossen in Schutzhaft und beauftragte
ihn, gemeinsam mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus
(1651 –1708), Gottfried Pabst von Ohain (1656 –1729) und
sächsischen Berg- und Hüttenleuten das Geheimnis des „Weißen
Goldes“ zu entschlüsseln. Nach jahrelangen systematischen
Laborexperimenten meldete man dann am 15. Januar 1708 aus
der Dresdner Jungfernbastei endlich den ersten gelungenen
Brand eines weißen Porzellans. Eine einfache Labornotiz markiert
dieses außerordentliche Ereignis: die Schöpfung des ersten
europäischen Hartporzellans vor mehr als 300 Jahren. Bereits
zwei Jahre später, am 23. Januar 1710, teilte die sächsische Hof­
kanzlei in einem „allerhöchsten Dekret“ in lateinischer, französischer, deutscher und holländischer Sprache die Gründung
einer Porzellan-Manufaktur mit. Am 6. Juni 1710 wird die
Meißener Albrechtsburg zur Produktionsstätte des ersten
europäischen Porzellans auserwählt. Der Mythos war geboren.
Bereits wenige Jahre danach gründeten sich weitere Manufakturen in Europa. Höchste Zeit also, Produkte aus der Manufaktur MEISSEN mittels einer einheitlichen Markierung zu
kennzeichnen und so gegen Nachahmungen und Fälschungen
zu schützen. So kommt dem Vorschlag des ManufakturInspektors Johann Melchior Steinbrück vom 8. November 1722
besondere historische Bedeutung zu. Regte er doch an, „etwas
ausm. Chur. sächs. Wappen als etwa die Chur-Schwerter“
zur Markierung zu nehmen. Dieses Schreiben Steinbrücks gilt
als die Geburtsurkunde der „Gekreuzten Schwerter“, die im
Wandel der Zeit zwar einige Änderungen erfuhren, als Marke
aber jedes Meissener Porzellan® als Produkt der Manufaktur
MEISSEN kennzeichnen.
Die Erzeugnisse der Frühzeit der Meissener Porzellan-Manufaktur zeigen noch stark den Einfluss der europäischen Gold-
und Silberschmiedekunst oder orientierten sich an ostasiatischen Vorbildern. Im Jahre 1720 kam der Porzellanmaler
und Farbenchemiker Johann Gregorius Höroldt (1696 –1775)
nach Meißen. Er erfand die ersten hitzebeständigen Schmelzfarben und begründete mit seinen Dekorschöpfungen die europäische Porzellanmalerei. Mit dem Bildhauer Johann Joachim
Kaendler (1706 –1775) trat ab 1731 die plastische Gestaltung
von Porzellanen in den Vordergrund. Er entwickelte die erste
europäische Formensprache für das Porzellan und prägte
damit die Tisch- und Tafelkultur bis heute. Mit dem Pariser
Bildhauer Michel Victor Acier (1736 –1799) hielt ab 1764 der
Klassizismus Einzug in das Formenschaffen der Manufaktur.
Das anbrechende 19. Jahrhundert brachte eine Weiterentwicklung von Farben, Formen und Dekoren mit sich. Unter der
Leitung von Heinrich Gottlob Kühn (1788 –1870) wurden neue
Porzellanfarben entwickelt, die zu der Zeit geradezu revolutionäre, innovative Dekorschöpfungen ermöglichten. Parallel zur
Erstarkung der Bürgerschicht entwickelten sich so typische
Biedermeier-Dekore wie beispielsweise das „Streublümchenmuster“ oder der berühmte „Volle grüne Weinkranz“. Das in
aller Welt bekannte und beliebte barocke „Zwiebelmuster“ wurde
als bürgerliches Servicedekor zum Verkaufsschlager per se.
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300 Years of MEISSEN® – 300 Years of Heritage and Innovation
Porcelain, or “white gold”, has been fascinating us for centuries.
The import of East Asian porcelain in the 16th century caused
a frenzy of enthusiasm all over Europe. Augustus the Strong
(1670 –1733), elector of Saxony, even admitted that he was
suffering from the “maladie de porcellaine.” And he was not
the only one who had fallen victim to the addiction to the
most delicate porcelain. All over Europe, attempts were made
to uncover the secret of its production.
Meissen Porcelain® owes its success to Augustus the Strong’s
extraordinary commitment – he did everything to promote the
development of porcelain, admittedly sometimes using rather
strict and extraordinary measures. For example, he actually
had Johann Friedrich Böttger (1682 –1719), an alchemist very
much in demand at the time, arrested and charged him to
work with Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651 –1708),
Gottfried Pabst von Ohain (1656 –1729) and Saxon miners to
discover the secret of “white gold”. After several years of systematic laboratory experiments in Dresden’s Jungfernbastei
one announced the first successful firing of white porcelain on
15 January 1708. A simple laboratory note marks this extraordinary event – the creation of the first European hardpaste
porcelain more than 300 years ago.
Only two years later, on 23 January 1710, the Saxon court
chancellery announced in “a most high decree” in Latin, French,
German, and Dutch the etablishment of a porcelain manufactory. On 6 June 1710, Albrechtsburg in Meißen became the
production site of the first European porcelain. A legend was
born. Only a few years later, further porcelain manufactories
were established in Europe. High time therefore to mark
products from MEISSEN® in a uniform way in order to protect
them from copies and counterfeits. Thus the suggestion of the
manufactory inspector Johann Melchior Steinbrück of
8 November 1722 has special significance. He suggested
“tak­i ng something from the Saxon Electoral coat of arms,
such as the electoral swords” as a trademark. Steinbrück’s
letter can be considered the birth certificate of the “crossed
swords” trademark, which has been altered from time to time,
but every piece of Meissen Porcelain® carries this trademark,
proving that it is a product of the manufactory.
The products of the early period of MEISSEN® were still heavily
influenced by the art of European gold and silversmiths, or are
oriented on East Asian models. In 1720, the porcelain painter
and colour chemist Johann Gregorius Höroldt (1696 –1775)
arrived at Meißen. He invented the first heat-resistant enamel
colours and the forms of decoration he created established the
tradition of European porcelain painting. With the arrival of
Johann Joachim Kaendler (1706 –1775), the sculptural aspect of
porcelain making moved to the foreground as from 1731. He
developed the first European formal vocabulary for porcelain,
influencing the culture of fine dining to this day. In 1764, Paris
sculptor Michel Victor Acier (1736 –1799) introduced classicism
to Meissen’s® formal repertoire.
The early 19th century brought advancements in terms of colour,
form, and decoration. Under the leadership of Heinrich Gottlob
Kühn (1788 –1870), new porcelain paints were developed which
enabled innovative new décor creations that were downright
revolutionary for their time. Parallel to the rising bourgeoisie,
typical Biedermeier decoration were developed, such as the
famous Strewn Flowers and Full Green Vine Wreath. The Baroque
Blue Onion pattern, famous and popular throughout the world,
was a veritable bestseller as a bourgeois service decoration.
At the great world exhibitions of the 19th century in London,
Chicago, Paris, and Vienna, MEISSEN® demonstrated its
abilities in terms of craftsmanship, technology, and aesthetics
with large showpieces.
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Auf den großen Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts in
London, Chicago, Paris und Wien zeigte die Manufaktur durch
großformatige Schauobjekte in eindrucksvoller Weise ihre handwerklichen, technologischen und künstlerischen Fähigkeiten.
Zu Beginn der 1860er Jahre zog die Manufaktur von der
Albrechtsburg in die neu errichteten Werkstätten im Meißener
Triebischtal – bis heute ist hier der Standort der PorzellanManufaktur.
In den 1920er Jahren erfuhr die Manufaktur unter dem Direktorat Max Adolf Pfeiffers (1875 –1957) eine erneute große künstlerische Blüte. Pfeiffer beauftragte viele freischaffende Künstler,
unter ihnen Berühmtheiten wie Ernst Barlach (1870 –1938)
oder Gerhard Marcks (1889 –1981), die der Manufaktur neue
Impulse gaben. Mit dem genialen Paul Scheurich (1883 –1945)
war einer der bedeutendsten Porzellangestalter der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Manufaktur tätig. Die figürliche Porzellanplastik erfuhr einen neuen Höhepunkt und
erntete weltweit Anerkennung. Eine Entdeckung von besonderem
Rang war 1919 dann die „Wiedererfindung“ des Böttgersteinzeuges ® durch William Funk (1879 –1945). Die Rezeptur für
das rote Feinsteinzeug war schlichtweg in Vergessenheit
geraten; seit ihrer Nacherfindung erfreut sie sich insbesondere
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im Bereich der Porzellanplastik großer Beliebtheit. Der Porzel-­­
lanmaler Emil Paul Börner entwickelte in den 1920er und
1930er Jahren bemerkenswerte Dekorschöpfungen im Stil des
Art déco sowie einfache und formschöne Geschirre, die vielen
anderen Porzellanherstellern als Vorbild dienten.
Mit Ludwig Zepner (*1931), Heinz Werner (*1928) und Peter
Strang (*1936) fand sich in den 1960er Jahren eine Gruppe
junger Künstler zusammen, die eine ganz eigenständige Dekorations- und Formensprache entwickelte. Weitere Künstler,
wie zum Beispiel Sabine Wachs (*1960) und Jörg Danielczyk
(*1952), führten diese Entwicklung in der Neuzeit fort.
Leidenschaftlich. Einzigartig. Unvergänglich.
Die Manufaktur MEISSEN steht heute für außergewöhnliche
Handwerkskunst und Einzigartigkeit. MEISSEN® kreiert mit
Leidenschaft exklusive Produkte für die Bereiche Limitierte
Kunstwerke, Architektur & Interieur sowie Schmuck &
Geschenke. Die Kombination von eigenem Material, zutage gefördert im kleinsten Bergwerk Europas, dem streng gehüteten,
eigenen Farblaboratorium zur Herstellung der rund 10.000
verschiedenen brillanten Farbtöne, der langjährigen Ausbildung
im eigenen Haus sowie der anhaltende Einfluss und die
Reflexion vor allem asiatischer, aber auch europäischer Stil- und
Wertewelten auf das eigene Schaffen – all das ergibt die besondere Ästhetik von MEISSEN®.
Die Manufaktur MEISSEN war immer bestrebt, mit Neuerungen
künstlerisch Maßstäbe zu setzen. Mit dem aktuellen Architekturprogramm sowie dem neu gegründeten MEISSEN® Art
Campus knüpft die Manufaktur an den Zeitgeist von Generaldirektor Max Adolf Pfeiffer an und öffnet sich der zeitgenössischen Kunst. Bedeutende Künstler wie K. O. Götz, Otto
Piene sowie die aufstrebenden iranischen Jungkünstler Roknaddin
und Ramin Haerizadeh haben bereits mit und auf Meissener
Porzellan® gearbeitet und dabei beeindruckende Kunstwerke
geschaffen.
Am 6. Juni 2010 feierten mehrere Tausend Meißener und ihre
Gäste auf der Meißener Albrechtsburg den 300. Geburtstag
der Manufaktur MEISSEN. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik,
Wirtschaft und Kultur würdigten das Unternehmen für seine
immerwährende herausragende Verbindung von Tradition
und Innovation.
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Early in the 1860s, the manufactory moved from the Albrechtsburg to the newly erected workshops in Meißen’s Triebisch
valley, which to this day remains the site of the porcelain manufactory.
In the 1920s, under Max Adolf Pfeiffer’s (1875 –1957) directorship, Meissen® once more flourished artistically. Pfeiffer
commissioned many artists, including famous ones like Ernst
Barlach (1870 –1938) and Gerhard Marcks (1889 –1981), who
provided important new stimuli for Meissen®. Paul Scheurich
(1889 –1945), a genius and one of the most important
porcelain designers of the first half of the 20th century, also
worked for Meissen®. The art of figurative porcelain
sculptures reached a new peak and was celebrated internationally.
One discovery of special importance was William Funk’s
(1879 –1945) “reinvention” of Böttgersteinzeug® in 1919. The
formula for the red stoneware had simply been forgotten,
and after its reinvention the material was very popular,
especially in the field of porcelain sculpture. In the 1920s and
1930s, the porcelain painter Paul Börner created remarkable
new décors in the Art Nouveau style, as well as simple and
modern services that served as a model for many other porcelain
producers.
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In the 1960s, a group of young artists developed their own
formal and decorative vocabulary. Their names were Ludwig
Zepner (born in 1931), Heinz Werner (born in 1928), and
Peter Strang (born in 1936). Further artists such as Sabine
Wachs (born in 1960) and Jörg Danielczyk (born in 1952)
then took this development forward into the new age.
Meissen® has revived the policy of embracing contemporary
art adopted by its one-time director general Max Adolf Pfeiffer
Important artists like K. O. Götz and Otto Piene as well as the
up-and-coming young Iranian artists Roknaddin and Ramin
Haerizadeh have worked with Meissen Porcelain® to create
impressive artworks.
Passionate. Unique. Immortal.
On 6 June 2010, several thousand Meißen citizens and their
guests celebrated at the Albrechtsburg in Meißen the tercentenary
of the manufactory. Numerous guests of honour from politics,
commerce and culture paid their tributes to the company for
its continuous and exceptional combination of innovation
and tradition.
Today, the MEISSEN Porcelain Manufactory stands for extraordinary and indeed unique craftsmanship. With great passion,
MEISSEN® creates exclusive products in the areas of limited
artworks, architecture and interior design, and jewellery and
accessories. The combination of our own raw materials, mined
at Europe’s smallest pit, the top-secret paint laboratory, where
about 10,000 different brilliant colour shades are created,
lengthy in-house training and the ongoing influence of Asian
and European styles on our work – all that contributes to the
unique aesthetics typical of MEISSEN®.
The MEISSEN Manufactory has always been keen on setting
new artistic standards with innovations. With its new architecture
programme and the newly established MEISSEN® Art Campus,
Ikonen
Icons
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Ikonen
Icons
Sempervase
Semper Vase
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Ikonen
Icons
Sempervase
Semper Vase
Der frei denkende Architekt Gottfried Semper (1803 –1879)
hatte ohne Zweifel Sinn für Großes. Eindrücklich nahm er
Einfluss auf das Städtebild von Dresden, Zürich und Wien.
Dabei führte ihn sein Wirken in Elbflorenz auch in die
Manufaktur MEISSEN. 1836 entwarf er diese Prachtvase, die
technisch eine Herausforderung werden sollte. Die beachtliche Größe machte den Brand äußerst schwierig, doch das
Kunststück gelang, und so konnte das spektakuläre Meisterwerk 1851 auf der Londoner Weltausstellung präsentiert
werden. Das Original ging im Krieg leider verloren. Erfreulicherweise hat der 300-jährige Formenschatz der Manufaktur
Gottfried Sempers Formteile und Gipsmodelle bewahrt
und das manufaktureigene Archiv behütet seine Entwürfe bis
heute. Auf deren Grundlage konnte die Sempervase vor
einigen Jahren mit viel Aufwand in der Manufaktur MEISSEN
rekonstruiert werden.
Als eines der streng „Limitierten MEISSENER Kunstwerke 2011“
zeigt diese Vase den berühmten „Canaletto-Blick“ auf die
Dresdner Stadtsilhouette. Unser Blick flaniert über die
Augustus­brücke auf den „Balkon Europas“, wie Reisende im
19. Jahrhundert schwärmten: Wir erkennen die Brühlsche
Terrasse, das Residenzschloss August des Starken, die grandiose
Frauenkirche und die elegante Hofkirche des italienischen
Baumeisters Gaetano Chiaveri. Und natürlich vervollständigt
die Semperoper dieses einmalige Ensemble, virtuos gemalt
auf der Vasenrückseite. Hier kommen vollendete Formgebung
und feinste Porzellanmalerei in kunstvollen Einklang zu
Ehren Gottfried Sempers, dem wir die historische „Skyline“
Dresdens gebührend mitverdanken wollen.
Originalzeichung von Gottfried Semper
Original drawing by Gottfried Semper
Free-thinking architect Gottfried Semper (1803 –1879)
un­­den­iably had a feel for grandeur. He made a great impact on
the cityscapes of Dresden, Zurich and Vienna. His work in
the former also brought him into contact with the MEISSEN
Manufactory. He designed this showcase vase, whose manufacture
proved to be a daunting challenge, in 1836. Its considerable
size made firing exceedingly difficult, yet the feat was achieved
and the spectacular masterpiece was exhibited at the 1851
World Fair in London. The original was unfortunately lost in
the War. Luckily, though, Gottfried Semper’s mould sections
and plaster models have been preserved in the Manufactory’s
300-year-old stock of moulds. Consulting these archives
enabled the Semper Vase to be reconstructed at the MEISSEN
Manufactory some years ago, albeit with a great deal of effort.
As one of the strictly “Limited MEISSEN® Art Works 2011”,
it portrays the famous “Canaletto view” of the Dresden roofcape. Our gaze is drawn over Augustus Bridge to the “Balcony
of Europe”, as 19th-century travellers enthusiastically called it:
we recognise Brühl Terrace, the Residential Palace of Augustus
the Strong, the mighty Church of Our Lady and the sleeker
Catholic Cathedral built by Italian architect Gaetano Chiaveri.
Rounding off this unique ensemble is, of course, the Semper
Opera House, painted with great aplomb on the back of
the vase. Formal perfection and peerless painting are married
to great artistic effect on this porcelain honouring Gottfried
Semper, a key contributor to the historic “skyline” of Dresden.
Sempervase
Semper Vase
29a183/50m21
H 48,5 cm, Lim. 25
Ikonen
Icons
Tee-Dejeuner „Blauer Garten“
Breakfast Tea Set “Blue Garden”
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Ikonen
Icons
Tee-Dejeuner „Blauer Garten“
Breakfast Tea Set “Blue Garden”
Es ist die noble Aura dieses verführerischen MEISSENER
Kunstwerks, die aus der Alltäglichkeit des Teetrinkens eine
genussvolle Tee-Zeremonie erwachen lässt. Das überaus exklusive Tee-Dejeuner kommt einer fürstlichen Einladung gleich.
Es ehrt den Gast und erklärt den Gastgeber zum Connaisseur
von besonderer Etikette, ohne schmückende Worte darüber
zu verlieren. Dabei lässt die einladende Geste dieses Dejeuners
einen feierlichen Raum für ein Gespräch in gegenseitiger
respektvoller Anerkennung entstehen, für einen kultivierten
Dialog, wie ihn auch das kunstvoll gemalte Kobaltblau und das
Gold des reichen Fonds auf diesem Service führen. Zusammen
verschmelzen sie zu einer kostbaren Einheit.
Ensembles wie dieses führte die Manufaktur MEISSEN bereits
in den 1720er und 30er Jahren aus – wenn auch äußerst selten.
Der zu dieser Zeit noch exotische Tee war in das vornehme
Leben Europas eingekehrt. Ab 1637 nahm schon jedes Schiff
der Niederländischen Ostindien-Kompanie Tee aus China und
Japan mit an Bord. Auch auf dem Landweg fand der Tee seinen
Weg an die Höfe Europas. 1618 kam der erste Tee über die
Mongolei an den russischen Zarenhof. „Karawanen-Tee“ galt
bald als der hochwertigste Tee, da die Lagerung des Tees auf
See den Aromen zusetzte. Um dem begehrten Genuss aus
Fernost gerecht zu werden, durfte der Aufwand zur Herstellung für repräsentative Service dem in Nichts nachstehen.
Die Künstler der Manufaktur MEISSEN beherrschen ihr
Metier bis heute und fügen zusammen, was zusammen gehört.
Nehmen wir uns Zeit für vollendeten Genuss und zelebrieren
die Künste Meissens – mit diesem jubilierenden Tee-Dejeuner!
The noble aura of this seductive MEISSEN® Art Work is such as
to elevate the everyday habit of drinking tea into a fully-fledged
tea ceremony. This exquisite breakfast tea set is akin to a royal
invitation. It honours the guest and reveals the host to be a
connoisseur of special rules of etiquette without any need for
verbal embellishment. The gesture of invitation conveyed by this
déjeuner is a stylish cue for conversation based on respectful
acknowledgment, for cultivated dialogue to match that conducted
between the artfully painted cobalt blue and the gold of the
set’s extravagant ground. And what a ravishing unity it is the latter
give rise to!
The MEISSEN Manufactory produced early combinations of
this kind back in the 1720s and 1730s, though on an exceed­ing­ly rare basis. Tea was still a highly exotic substance but had by
now been embraced by the European nobility. Every Dutch
ship running goods from China and Japan for the East Indies
Company had a cargo of tea on board from 1637 onwards.
Tea was also carried by land to the royal courts of Europe. The
first delivery of tea to the Tsarist Court in Russia arrived from
Mongolia in 1618. “Caravanserai tea” soon came to be regarded
as superior, as the means of storage on ships was detrimental
to the tea’s aroma. The porcelain from which this sublime drink
from the Orient was to be enjoyed needed to be fashioned in a
manner every bit as prestigious. MEISSEN Manufactory artists
were just as much masters of their trade then as now and duly
came up with goods.
This breathtaking breakfast tea set is a consummate pleasure to
be enjoyed at length – in celebration of Meissen’s prowess.
Tee-Dejeuner
„Blauer Garten“
Breakfast Tea Set
“Blue Garden”
818984/c0021
Lim. 75
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Ikonen
Icons
Kürbisvase „Ostasiatische Blumenmalerei“
Vase “Eastasian Flower Painting”
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Ikonen
Icons
Kürbisvase „Ostasiatische Blumenmalerei“
Vase “Eastasian Flower Painting”
Das Bauen dieser ungewöhnlichen Vasenform verlangt nach
absoluter Beherrschung des kostbaren Materials. Zu Beginn
der Arbeit nur ein roher Klumpen, werden aus dem Porzellan
drei Einzelformen in perfektem Maß von Hand „gedreht“
und schließlich fugenlos zu einem Ganzen verbunden – ein
makelloses Ergebnis von dieser beachtlichen Größe erreichen
nur erfahrenste Hände. Nach dem ersten riskanten Brand wird
bei dieser Art der Malerei zuerst das Kobalt auf die Glasur
„gestuppt“, sodann die Vase bei ca. 1360 °C ein zweites Mal
gebrannt – das Kobaltblau beginnt zu leuchten. Die Maler
setzen dem schon gebranntem Kobalt Eisenrot und Türkis
auf der Glasur hinzu. Von oben herab mit blühenden Kirsch­
zweigen geschmückt folgt ein Chysanthemenbouquet; aus dem
unteren Teil der dreifachen Kalebassenform wachsen Schwertlilien, Päonien und Hibiskus empor – ein Garten in blühender
Harmonie. Die wahren Farben erscheinen mit der Vergoldung
erst nach dem dritten Brand. Dem noch stumpfen Gold verleiht die Politur mit dem Achatstift seinen Glanz, jetzt erwacht
das Meisterwerk als Einheit – Meissener Porzellankunst in
Vollendung. Vorbilder sind höchst seltene Vasen-Exemplare
aus der Sammlung August des Starken, datiert in Chinas
Kangxi Ära (1662 –1722).
Constructing this unusual vase form calls for utter mastery of
the priceless material used to make it. The process commences
with a single lump of porcelain being divided up into three
separate pieces that are “thrown” into perfect shape by hand
and then seamlessly joined together – ware of such daunting
size can only be flawlessly produced by the most experienced
of hands. Following an initial firing that is fraught with risk,
the cobalt in this type of design is first “daubed” onto the
glaze, then the vase undergoes a second firing at 1,360 °C and
the cobalt blue begins to sparkle. The painters now add over-­
glaze iron-red and turquoise to the already fired cobalt.
Moving down from the top, divine sprigs of flowering cherry
make way for a chrysanthemum bouquet; iris, peony and
hibiscus rise up from the bottom section of the triple-gourd
form, meanwhile, to yield a garden of harmonious abundance.
A third firing is required for the gilding and to bring out the
full quality of the other colours. This type of gold leaves the
kiln still dull: burnishing it with an agate stick reveals the full
majesty of the final product – a pinnacle of Meissen Porcelain®
art. It is based on one of a number of very rare Chinese vases
from the collection of Augustus the Strong that are datable
to the K’ang Hsi period (1662 –1722).
Kürbisvase
„Ostasiatische Blumenmalerei“
Vase
”Eastasian Flower Painting“
597384/50487
H 69 cm, Lim. 25
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Deckelvase mit Schneeballblüten
Lidded Vase with Snowball Blossoms
Die zauberhaften Schneeballblüten auf Vasen, Serviergefäßen
und Dosen gehören zu den Geniestreichen des Meissener
Modelleurs Johann Joachim Kaendler. Schon 1739 von ihm
für die Porzellan-Manufaktur MEISSEN kreiert, gehört dieses
charmante Sujet zu den Meilensteinen deutscher Barockkunst.
Die hier vorgestellte Schneeballblüten-Vase ist eine Neuinterpretation von MEISSEN®, die durch eine Flaconform aus dem
18. Jahrhundert inspiriert wurde. Mit ihrer überreichen
Belegung der von Hand bossierten Blüten und der wertvollen
Vergoldung zeugt sie von souveräner Demonstration unangefochtener Handwerkskunst. Das Meisterwerk steht für
künstlerische Erfahrung und Können aus nunmehr 300 Jahren
Meissener Manufakturgeschichte auf höchstem Niveau.
The ingenious idea of adorning vases, serving dishes and boxes
with magical snowball blossoms was just one of many by
Meissen® modeller Johann Joachim Kaendler. He first created this delightful embellishment for the Meissen Porcelain
Manufactory back in 1739, and it was to become a milestone
in German Baroque art. The snowball blossom vase shown
here is a reinterpretation by MEISSEN® that has been inspired
by an 18th century flacon shape. Its over-abundance of
blossoms, each applied by hand, and its lavish gilding add up
to an imperious show of unquestionable craftsmanship.
This masterpiece epitomises the vast experience and skill
acquired over more than three centuries of artistic activity
at the Meissen Manufactory.
Deckelvase mit Schneeballblüten
Lidded Vase with Snowball Blossoms
900384/82353
H 50 cm, Lim. 50
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Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
„Willkomm“
“Welcome”
Der „Willkomm“ gehört zu den frühesten „Schlüsselerlebnissen“
der Manufaktur MEISSEN. Von Johann Jakob Irminger,
einem der Pioniere der Porzellangestaltung, gefertigt, soll
August der Starke bei einem Besuch auf der Albrechtsburg
Meißen aus dem sagenumwobenen Porzellan-Schlüssel
getrunken haben – so der Eintrag ins Gästebuch aus dem Jahre
1714. Bis 1864 war die Albrechtsburg der Ort, an dem das
„Weiße Gold“ gefertigt und die geheimen Rezepte der
Meissener Alchemisten behütet wurden. Der „Willkomm“ war
des Königs MEISSEN® -Zepter! Wie ein magischer Schlüssel
erlaubt er seinem Besitzer den symbolischen Eintritt in die Welt
der Kunst Meissens. Der ursprünglich 40 cm lange „Willkomm“
erscheint im Rahmen der „Limitierten Kunstwerke“ in einer
kleineren Ausführung. Er ist mit einer an einen Stich von
Alexander Thiele um 1726 angelehnten filigran gezeichneten
Abbildung der Albrechtsburg verziert.
“Welcome” was one of the earliest “keys to success” at the
MEISSEN Manufactory. The legendary porcelain key was
made by Johann Jakob Irminger, a pioneer in porcelain design,
and is said to have been drunk out of by Augustus the Strong
during a visit to Albrechtsburg Castle in Meißen – according
to the guest-book for 1714 at any rate. The Albrechtsburg was
where the “white gold” was produced and the secret recipes of
Meissen’s® alchemists were jealously guarded right up until
1865. The “Welcome” was the King’s MEISSEN® sceptre! Like
a magic key it affords its owner symbolic entry to the world
of Meissen® art. It was originally 40 cm long, but a smaller
edition has been selected for our “Limited Art Works”.
Adorning the “Welcome” key is an elaborate rendition of the
Albrechtsburg that draws on an engraving produced by
Alexander Thiele in 1726.
Albrechtsburg Meißen, Stich von
Alexander Thiele, um 1726
Albrechtsburg Meißen, engraving by
Alexander Thiele, around 1726
„Willkomm“
“Welcome”
29a181/55204
L 25 cm, Lim. 75
36 37
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Pagodenkind
Infant pagoda
In unserem ältesten Formenbuch wird diese feine Figur unter
der Bezeichnung „Pagodenkind“ geführt. Der alten Form­
nummer nach zu urteilen entstand das Modell um 1750. Da die
Figur stilistisch Ähnlichkeiten zu den nachweislich von
Johann Joachim Kaendler modellierten Pagodenfiguren aufweist,
wird ihm diese ebenfalls zugeschrieben. Denn so viel Raffinesse im Detail – die angedeutete Vorwärtsbewegung im zum
Schreiten gehobenen Bein, der Faltenwurf des Rockes, der
versunkene Blick des Kindes auf den imaginären Weg und
natürlich der still nickende Kopf wie beim wirklichen Gehen –
ist typisch für diesen begnadeten Künstler. Vielleicht sind das
der Gedanke und die Botschaft in der Hand des Knaben, die
uns der Künstler vermitteln möchte. Die elegante Indisch-­
malerei auf dem Gewand, das zartgliedrige Blatt und die
feinen Pinselzüge im kindlichen Gesicht vollenden dieses
Kleinod barocker Porzellankunst.
This splendid fellow is referred to in our oldest Book of
Moulds as an “infant pagod”. The model dates from around
1750 if the old mould number is anything to go by. The
figurine has stylistic similarities with pagod figures that were
definitely the work of Johann Joachim Kaendler, and this
one has likewise been ascribed to him as a result. With so
much subtle detail – the sense of forward motion intimated
by the infant’s raised leg, the folds of his garment, his gaze
immersed in the imaginary route ahead and, of course, the
way his head nods as if he really were walking along – the figure
is truly typical of this fine artist. Maybe that’s the message in
the boy’s hand that the artist would like to convey to us. The
exquisite oriental patterning of the gown, the finely veined
leaf serving as a hat, and the delicate brushwork on the figure’s
young face round off what is a real gem of Baroque porcelain art.
Pagodenkind
Infant pagoda
900384/67867
H 24 cm, Lim. 75
38 39
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Vase „Ostasiatische Blumenmotive mit Vögeln“
Vase “Oriental Painting”
Diese wunderbare Vasenform sollte ursprünglich der Ausstattung
des Japanischen Palais in Dresden dienen und avancierte
in ihrer Harmonie zu einem Objekt zeitloser Eleganz. Die
„Schlossvase“ entstand um 1725. Zum kostbaren MEISSENER
Kunstwerk wird sie erhoben durch die reiche Indischmalerei,
einer Kunst, die bei MEISSEN® eine besonders authentische
Domäne unter den Porzellanmalern darstellt. Denn bald nach
Erfindung des Porzellans brachte Höroldts Farblabor so leuch­­tende Farben hervor, dass sie ihre chinesischen Vorbilder, wie
sie im frühen 17. Jahrhundert in der Stadt Nanking gefertigt
wurden, an Intensität noch übertrafen. Wie Sonnenlicht rankt
sich das Gold des feinen Ornaments in dieser neu geschaffenen
Kombination empor, dann öffnet sich die Form, um Pracht zu
entfalten im Kolorit des berauschenden Gartens, bewohnt
von paradiesischen Vögeln.
This wonderful vase form was originally intended for the
Japanese Palace in Dresden and has since come to epitomise
timeless elegance due to its great visual harmony. The “Palace
Vase” dates from around 1725. It has now been raised to the
status of precious Meissen® Art Work by dint of opulent
oriental decoration, an art that porcelain painters at MEISSEN®
have very much made their own. It was not long after Europe
had cracked the secret of porcelain, after all, that Höroldt’s
paint laboratory began devising colours so intense they even
out­shone their Chinese counterparts, produced since the early
17th century in Nanking. The fine gilt scrolling rises like
sunlight in this freshly configured design, the form then
flaring out to allow the polychrome splendour of an intoxicating
garden inhabited by heavenly birds to unfold.
Vase „Ostasiatische
Blumenmotive mit Vögeln“
Vase “Oriental Painting”
597284/50401
H 37,5, Lim. 25
40 41
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Pokal „Chinoiserien nach Höroldt“
Goblet “Chinoiseries after Höroldt”
Johann Gregorius Höroldt, 1696 in Jena geboren und als
Maler ausgebildet, war als Porzellanmaler in Wien tätig. Als
er 1720 in die Geburtsstätte des europäischen Porzellans
eintrat, war nicht zu ahnen, dass er hier 45 Jahre lang die
Grundlagen der Porzellanmalerei manifestieren würde. So wie
Gott die Welt erschuf, so fand er in Höroldt einen Ausführenden, der Farbe in die Welt des Weißen Goldes brachte.
Denn Höroldt selbst benannte seine Schrift von 1731 mit den
Worten: „Wahre und richtige Beschreibung derer Emaillier
oder Schmelz Farben, wie ich solche mit Gottes Hilfe erfunden.“
Bis heute werden seine einzigartigen Farben in der Manufaktur
nach geheimer Rezeptur eigens hergestellt und so als Jahrhunderte alter Schatz bewahrt. Dieser Pokal ist ein typisches
Kleinod aus der Zeit um 1720, das uns in Form und Dekor
an das einflussreiche Wirken des genialen „Hofmalers“ von
MEISSEN® erinnert.
Born at Jena in 1696, Johann Gregorius Höroldt trained to
be a painter and worked as a porcelain painter in Vienna. No
one could have suspected when he arrived at the birthplace of
Euro­pean porcelain in 1720 that, for 45 long years, he would
lay the very basis of porcelain painting there. Just as God creat­ed
the World, in Höroldt he found a medium for introducing colour to the world of white gold. Indeed, Höroldt referred to his
own seminal text of 1731 as being a “true and just description
of the enamel or vitrifiable paints I invented with God’s help”.
Even now his unique colours are produced to a secret recipe
at the Manufactory and in this way preserved as age-old
treasures. This goblet is a typical gem from around 1720, one
whose form and decoration recall the great artistic influence
exercised by the brilliant “court painter” at MEISSEN®.
Pokal „Chinoiserien nach Höroldt“
Goblet “Chinoiseries after Höroldt”
29a184/51140
H 17 cm, Lim. 50
42 43
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Pokal „Dresdner Stadtansicht“
Goblet “Dresden City Views”
Die Künstler der Manufaktur MEISSEN geben ihr bravou­
röses Können von Generation zu Generation weiter. Seit jeher
sind sie verortet im Reich Augusts des Starken, dem größten
Mäzen der Manufaktur MEISSEN. Der Pokal mit der
„Dresdner Stadtansicht“ erinnert an die Zeit, in der das
„Weiße Gold“ in Dresden seine größte Schatzkammer fand.
Des Königs prächtige Stadt und ihre Wahrzeichen sind hier
als Miniatur wiedergegeben, so preist der Pokal (Modell um
1730 – 40) nicht nur die frommen Monumente, die Frauen­
kirche und die Hofkirche, sondern auch den Hofnarren
Fröhlich und des Königs goldenes Denkmal. Der Deckel ist
bemalt mit einer Blumengirlande im Ostindischen Stil,
verbunden mit den Königlich-Sächsischen Wappenschildern.
Wir reichen den Pokal weiter an die Liebhaber der Manufaktur
MEISSEN in aller Welt.
Artists at the MEISSEN Manufactory pass their astounding
skills down from one generation to the next and their home
has always been the realm of Augustus the Strong, the MEISSEN
Manufactory’s greatest benefactor. Our goblet recalls an age
in which Dresden was the greatest treasure chest for the “white
gold”. The King’s majestic city and its landmarks are captured
in miniaturised form on the goblet (first cast in around
1730/40). It pays tribute to a number of ecclesiastical monuments – the Church of Our Lady and the Catholic Cathedral –
along with that infamous character, the Court Jester Fröhlich,
and the King’s golden statue. The lid is bedecked with a floral
garland in the oriental manner plus the Saxon monarchy’s
coats-of-arms. We proudly extend this goblet to lovers of the
MEISSEN Manufactory the world over.
Pokal „Dresdner Stadtansicht“
Goblet “Dresden City Views”
29a182/51141
H 18 cm, Lim. 50
44 45
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Bologneser Hund
Bolognese terrier
Im reichhaltigen Repertoire des begnadeten Johann Joachim
Kaendler (1706 –1775) sind die Bologneser Hunde ein stetig
wiederkehrendes Thema. Bereits 1733 schuf er für das Japanische
Palais August des Starken einen Vertreter dieser pittoresken
Rasse, die den Künstler augenscheinlich fasziniert zu haben
scheint. Oder wusste er nur geschickt mit dessen großer Beliebt‑
heit bei Hofe umzugehen?
Kaendler gelang es, dem Tier einen lebendigen Ausdruck zu ver‑
leihen, indem er das Fell auffallend leicht und doch bewegt in
Meissener Porzellan® modellierte. Er erhebt das begrüßende
Bologneserhündchen, welches in den Jahren 1740 –1750
entstanden ist, zu einer souveränen Plastik des Barock, einem
sprühendem Kunstwerk, das weit mehr ist als dessen bloßes
Abbild.
Zeichnung von Christian Gottfried
Jüchtzer (1752 –1812) zu einer
Hundefigur
Drawing for a dog figurine by
Christian Gottfried Jüchtzer
(1752–1812)
Bolognese terriers are a recurring motif in the abundant
repertoire of that most gifted of artists, Johann Joachim Kaendler
(1706 –1775). As early as 1733 he created a version of the fetching
breed for the Japanese Palace, which Augustus the Strong had
recently acquired. Kaendler appears to have been fascinated
by his subject, or was he just good at exploiting the dog’s great
popularity at the royal court?
He succeeded in making the animal lifelike by modelling a great
deal of fluffy poise into its Meissen Porcelain® coat. He raises
the beckoning Bolognese puppy, authored between 1740 –1750,
to the status of accomplished Baroque sculpture, a scintillating
work of art that is far more than just a copy of life.
Bologneser Hund
Bolognese terrier
900184/78586
H 25 cm, Lim. 50
46 47
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Schale „Exotische Vögel“
Dish “Exotic Birds”
Dass weniger mehr sein kann, führt uns die Kunst der Manufakturisten mit dem filigranen Durchbruch dieser exquisiten
Schale, deren Ursprung um 1740 liegt, vor.
Ist der Scherben noch ungebrannt, wird das Ornament mit
sicherer Hand aufwendig herausgeschnitten. Was bleibt, ist
ein fein geflochtener Rahmen, wie hier nach dem Brand mit
23-karätigem Gold veredelt. Im Zentrum der Schale hat
die Pracht der Meissener Vogelmalerei ihren Platz gefunden. Und
dort, wo einst Konfekt und Obst dargereicht wurden, stellen
heute Goldfasane ihr prunkvolles Gewand im goldenen Käfig
zur Schau. Die Künste von MEISSEN® vereinen sich in diesem
Kunstwerk zum eleganten Sammlerstück höchster Raffinesse.
That less can be more is amply proven by the filigree openwork
design on the edge of this dish, originally produced in around
1740.
The modeller painstakingly cuts the design out of the unfired
dish with a steady hand. The upshot is an intricately woven
framework that, in this case, has additionally been embellished
with 23-carat gold following firing. The central well has been
adorned with some truly glorious specimens of Meissen bird
painting. On offer instead of sweetmeats and fruit are golden
pheasants flaunting their spectacular plumage, albeit in a
gilded cage. The arts of MEISSEN ® have united to deliver a
stylish and most fetching collector’s item.
Schale „Exotische Vögel“
Dish “Exotic Birds”
26a073/54m33
Ø 29 cm, Lim. 50
48 49
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Dose „Figurenmalerei nach Watteau“
Box “Figurine painting after Watteau“
Leben wie Gott in Frankreich – so viel süßer Begehrlichkeit
und sinnlichem Genuss in einem Gemälde Ausdruck zu verleihen, vermochte wohl nur der Maler Jean Antoine Watteau
(1684 –1721). Mit seinen „Fêtes galantes“, den „Galanten
Festen“, prägte er eine ganze Epoche. 1741 erwirbt die Manufaktur eine Reihe seiner Kupferstiche, die den Porzellanmalern
als Vorlage dienen sollten. Vier Jahre später erfindet Johann
Gregorius Höroldt ein besonders leuchtendes Kupfergrün,
dessen Magie man sich kaum entziehen konnte. In der Kombination aus der neuen Farbe und Watteaus verspielten Motiven
entstand der typische Stil der „Meissener Watteau-Malerei“,
ganz im Zauber französisch-aristokratischer Lebensart. In der
souveränen Malerei der Manufakturisten und dem charakteristisch schimmernden Grün Höroldts ist diese exklusive Kunst
bis heute erhalten geblieben, verewigt auf dem „Weißen Gold“
von MEISSEN®.
Living the life – it takes a French painter like Jean Antoine
Watteau (1684 –1721) to inject so much sweet desire and
sensual pleasure into a painting. He influenced an entire epoch
with his “fêtes galantes”, his “pastoral entertainments”. The
Meissen Manufactory purchased a number of his engravings
in 1741 that were subsequently used as source material by its
painters. Four years later, Johann Gregorius Höroldt invented
a particularly brilliant copper-green whose allure proved irresistible. It was a combination of the new colour and Watteau’s
frolicsome motifs that gave rise to the typical “Meissen
Watteau painting” style, one wholly given over to the lifestyle
of the French aristocracy. Together, the consummate skills
of painters at the Manufactory and the distinctive shimmering
quality of Höroldt’s green have ensured that this exclusive
art is still with us today, immortalised on the “white gold” of
MEISSEN®.
Dose „Figurenmalerei
nach Watteau“
Box “Figurine painting
after Watteau“
27a013/52895
H 9 cm, Lim. 50
50 51
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Vase „Jagdszenen“
Vase “Hunting Scenes”
Als Teil des „Officium nobile“ gehörten bekanntermaßen das
Porzellan und die Jagd zu den Leidenschaften Augusts des Starken.
Sein 1724 fertiggestelltes Jagdschloss Hubertusburg sollte die
größte Jagdresidenz Europas werden. August III., Sohn von
August dem Starken, teilte mit seinem Vater die Vorliebe für
Porzellan und Jagd. Er verbrachte mehrere Monate des Jahres
auf Schloß Hubertusburg und beauftragte die Manufaktur
MEISSEN mit der Entwicklung einer Serie von fünf Deckel­
vasen und vier sogenannten „Bechervasen“. Johann Joachim
Kaendler nahm sich der Formen an, und der talentierte
Höroldt-Zögling Johann Georg Heintze fertigte die exklusive
Malerei. Die preziös dargestellten Parforcejagden basieren
auf Kupferstichen Johann Elias Ridinger. Zur Feier des
St. Hubertustages am 3.11.1739 lieferte die Manufaktur diese
Meisterwerke. Eine dieser Vasen ist Bestandteil der diesjährigen
„Limitierten Kunstwerke“ und zeugt damals wie heute von
der unübertroffenen Porzellankunst von MEISSEN®.
As is well known, porcelain and hunting were two of Augustus
the Strong’s major passions in line with his noble calling. The
Hubertusburg hunting palace completed in 1724 was meant
to become the largest hunting residence in Europe. Augustus III,
son of Augustus the Strong, shared his father’s predilection for
porcelain and the hunt. He spent several months of the year at
Hubertusburg and commissioned the MEISSEN Manufactory
to develop a series of five lidded vases and four “trumpet vases”.
Johann Joachim Kaendler took on the shaping work, whilst
Johann Georg Heintze, a talented disciple of Höroldt’s,
produced the superb painted detail. The meticulously rendered
coursing hunts are based on engravings by Johann Elias
Ridinger. The Manufactory issued these masterpieces in celebration of St. Hubert’s Day on 3 November 1739. One of these
vases features in this year’s “Limited Art Works” and is testimony
to the unsurpassed porcelain art of MEISSEN® then as now.
Vase „Jagdszenen“
Vase “Hunting Scenes”
278584/50410
H 42 cm, Lim. 10
52 53
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Deckelvase „Blumenmalerei nach Merian“
Lidded Vase “Flower painting after Merian”
Mag uns die Malerei auf diesem MEISSENER Kunstwerk
noch so frisch und klar erscheinen, die Vorlagen hierzu
verdanken wir einer ungewöhnlichen Persönlichkeit aus dem
17. Jahrhundert: Maria Sibylla Merian (1647 –1717). Sie
leistete Pionierarbeit mit ihren illustrierten Buchwerken wie
z.B. „Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare
Blumennahrung“ (Nürnberg 1679 –1683). Mit Rittersporn,
Kaiserkrone, Vergissmeinnicht und Aurikel halten sich die
Meissener Porzellanmaler ganz präzise an die Vorlagen der
Naturforscherin und Künstlerin, ihre Komposition jedoch ist
neu. Darin zeigen sie, wie modern, künstlerisch und naturwissenschaftlich überragend das große Lebenswerk Maria Sibylla
Merians zu sehen ist. Die kluge, mutige Dame belegte als
Erste, wie aus unscheinbarem Raupengetier wunderschöne
Schmetterlinge entstehen und diese mit der Welt der Blüten
verschmelzen.
However fresh and crisp the painting in this Meissen® Art
Works may appear, it is based on work by a very unusual
personality from the 17th century: Maria Sibylla Merian
(1647 –1717). She was a pioneer in her field with illustrated
editions such as “The Caterpillar, Marvelous Transformation
and Strange Floral Food” (Nuremberg 1679 –1683) to her name.
The source material produced by this naturalist-cum-artist
have been meticulously adhered to when painting delphinium,
crown imperial, forget-me-not and bear’s ear on Meissen
porcelain®, though the composition is new. This is our painters’
way of documenting how modern, artistic and scientifically
unmatched Maria Sibylla Merian’s great body of work can be
regarded as being. The clever, courageous lady was the first
person to demonstrate how the humdrum caterpillar turns into
a glorious butterfly and to merge them with the world of flora.
Deckelvase
„Blumenmalerei nach Merian“
Lidded Vase
“Flower painting after Merian”
20a081/51323
H 43 cm, Lim. 25
54 55
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Teedose „Chinoiserien nach Stadler“
Tea caddy “Chinoiseries after Stadler”
Diese puristische Form einer Dose wurde schon 1710, ganz
zu Beginn der Meissener Porzellan-Manufaktur, aus Böttgersteinzeug® nach chinesischem Muster gefertigt. Archaisch und
modern zugleich wurde das Modell dank seiner formbedingten
Malflächen bald zum Kleinod unter den Malern der Manufaktur gekürt und mit feinsten Chinoiserien veredelt. Die im
17. und 18. Jahrhundert aus China importierten Luxusstücke
animierten die Porzellanmaler der Manufaktur zu fantasie­
vollen Szenen in asiatischer Anmutung. Neben Johann Gregorius
Höroldt (1696 –1775) und Adam Friedrich von Löwenfink
(1714 –1754) gehörte auch Johann Ehrenfried Stadler
(1701 –1741) zu den Porzellanmalern, die sich dem Zauber
ferner Welten nicht entziehen konnten. Sie wurden zum
Vorbild der späteren Maler-Generationen der Manufaktur
MEISSEN. Ihr Erbe erhalten wir bis heute, wie es uns die
Geschichte dieser eleganten Preziose mit „Chinoiserien nach
Stadler“ erzählt.
This purist form was produced in Böttger stoneware ® to a
Chinese design in 1710, the very year the Meissen Porcelain ®
Manufactory was founded. At once archaic and modern, the
model soon came to be treasured by the Manufactory’s artists
owing to its conveniently paintable areas and was adorned with
the most exquisite of chinoiseries. Imports of luxuries from
China in the 17th and 18th centuries moved the Manufactory’s
porcelain painters to create fantastic scenes with an oriental
feel. Johann Ehrenfried Stadler (1701 –1741) was a porcelain
painter who, like Johann Gregorius Höroldt (1696 –1775) and
Adam Friedrich von Löwenfinck (1714 –1754), was mesmerised
by the mystique of distant worlds. They were all to become role
models for subsequent generations of painters at the MEISSEN
Manufactory. Their legacy is still very much with us today,
as this delightful piece with “chinoiseries after Stadler” so
eloquently demonstrates.
Teedose „Chinoiserien nach Stadler“
Tea caddy “Chinoiseries after Stadler”
597184/52892
11,5 cm, Lim. 50
56 57
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Dose „Landschafts- und Figurenmalerei nach Löwenfink“
Box “Landscape and figure painting after Löwenfinck”
Die Malereien des Adam Friedrich von Löwenfinck (1714 –1754)
sind selten köstliche Eingebungen, wie an den Fabelwesen auf
dem Dosendeckel zu sehen ist. Mit Fantasie schweben sie
über den Szenen mit Chinesen. Schon im Alter von dreizehn
Jahren kam der begabte Knabe in das Atelier Höroldts.
Bald entwickelte er sich mit grotesken, märchenhaften Sujets,
starker Konturierung und kontrastreichen Flächen zum einflussreichen Maler ganz eigener Manier. In der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts gelingt es dann Paul Börner, Motive und
Formen chinesischer Herkunft in seine Welt des Porzellans
zu übertragen – so wie auf dieser gelungenen Dose von 1932, die
sichtbar durch Gefäßformen chinesischer Herkunft inspiriert
ist. Die zauberhafte Dose ist eine gelungene Symbiose aus
Kunst und Geschichte, von Künstlern und Kunstgeschichte.
The style of painting adopted by Adam Friedrich von Löwenfinck
(1714 –1754) is of a very rare preciousness, as can be seen
from the mythical beasts on the lid of this box, which hover
fantastically above scenes from China. He was a gifted boy of
just thirteen when he joined the studios of Höroldt. He soon
developed into an influential painter with a style all of his own,
one populated by bizarre, fairytale-like creatures that employs
bold contours and stark transitions. In the early 20th century,
a certain Paul Börner succeeded in reintroducing motifs and
forms of Chinese provenance to the world of porcelain – as on
this bewitching box from 1932, which was visibly inspired by
ancient Chinese vessel shapes. It constitutes a canny symbiosis
of art and history, of artists and art history.
Dose „Landschafts- und
Figurenmalerei nach Löwenfink“
Box “Landscape and
figure painting after Löwenfinck”
593284/18970
H 15 cm, Lim. 25
58 59
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Dose mit Walnussknauf „Landschafts- und Figurenmalerei“
Box with walnut knob “Landscape and figure painting”
Die goldgefassten Kartuschen mit hochfeinen Miniaturen auf
purpurrotem Fond sind wie Fenster in zwei Welten des
18. Jahrhunderts. Auf dem Deckel findet sich eine abendländische Hafenszene mit Kaufleuten und Passanten, die am Horizont
Schiffe kommen und gehen sehen. Auf den Wandungen der
Dose ist das Ziel, der Ferne Osten, dargestellt: eine höfische
Gesellschaft in einem Palmengarten mit zentralem Pagodenturm, an dessen Flanke Handelsschiffe anlegen. Die kunstvoll
dargestellte Handelsbeziehung – eine feine Hommage an
Johann Gregorius Höroldts Chinoiserien – könnte sich auf das
Porzellan selbst beziehen, denn Marco Polo brachte den Begriff
„Porzellan“ 1298 von einer seinen Reisen mit. Das weiß glänzende Material hatte er in Tingin nahe der Hafenstadt Zaytun
gesehen. Ganz begeistert sammelte auch August der Starke
asiatisches Porzellan, bis er 1710 sein eigenes bekam – von
MEISSEN®, das erste und feinste europäische Porzellan.
The box’s gilt-framed cartouches within a purple red ground
and containing highly refined miniatures are like windows onto
two different 18th-century worlds. The lid shows an occidental
harbour scene with merchants and citizens watching ships come
and go on the horizon. The sides, by contrast, reveal their
destination, the Far East: members of the royal court in a palmtree garden with a pagoda tower in the middle and trading
ships docking to one side. The artistically rendered trade link –
a reverent nod in the direction of the chinoiseries of Johann
Gregorius Höroldt – might be said to apply to the porcelain
itself, since it was Marco Polo who brought the term “porcelain”
back with him from his travels in the year 1298. He had espied
the gleaming white material at Tingiu near the port of Zaytun.
Augustus the Strong was similarly a keen collector of Asian
porcelain, until, that is, he gained access in 1710 to a supply
of his own – from MEISSEN®, the first and finest European
porcelain.
Dose mit Walnussknauf
„Landschafts- und Figurenmalerei“
Box with walnut knob
“Landscape and figure painting”
283284/52116
Ø 18,5, Lim. 25
60 61
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Schokoladenkännchen
Little chocolate pot
Wenn etwas klein ist, sieht man besonders genau hin, um
etwas zu entdecken. Denn wahre Größe steckt bekanntlich
im Detail – genau so wie in diesem zauberhaften Schokoladenkännchen, auf dem die reifen Blütenknospen so lebendig
bossiert und die Insekten so meisterhaft gemalt sind, als
wollten sie sich an der Süße der Blüten laben. Welch schöne
Metapher für die Begehrlichkeit! Derart dekorierte Gefäße
finden sich bei MEISSEN ® bereits um 1740. In früheren
Zeiten war der bittersüße, aus Südamerika importierte Kakao
ein begehrter Luxus an europäischen Höfen. So konnte ein
Gastgeber auch seine eigene Bedeutung in der Gesellschaft
zelebrieren und das kostbare Heißgetränk mit großer Geste
in luxuriösem Porzellan servieren. Für Kenner ist das
kleine Kännchen selbst ein großer Genuss – es ist ein echtes
MEISSENER Kunstwerk!
If a thing is small, you tend to give it a particularly close look
to make sure you don’t miss anything. True greatness, after
all, is often all about the fine detail – as is the case with this
enchanting little chocolate pot, to which ripe buds have been
so vibrantly applied and on which the insects have been so
masterfully painted that it looks as if they’ve caught the scent
of the nectar. What a lovely metaphor for desire! Vessels
decorated in this way were already being produced at MEISSEN®
by around 1740. In those days, bitter-sweet cocoa from South
America was a highly sought-after luxury at the royal courts
of Europe. It allowed a host to celebrate their own standing in
society and to serve the precious hot beverage to great effect
in luxurious porcelain. Connoisseurs will appreciate the little
pot in its own right – a genuine Meissen® Art Work!
Schokoladenkännchen
Little chocolate pot
908684/82671
H 9 cm, Lim. 50
62 63
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Dose mit Hasenknauf
Box with hare
Diese kleine Dose ist ein erstaunliches Schmuckstück. Ein
elegantes Relief, gebannt in feinstem Porzellan, umrankt von
kobaltblauen Blüten, aufwendig belegt mit goldenem Fond –
alles zusammen erscheint wie ein gefasster Edelstein, der von
einem aufmerksamen Hasen bewacht wird. Hinter all dem
Reichtum verbirgt sich eine großartige Historie. Das Stabrelief
wurde um 1735 von MEISSEN® kreiert; von hier aus zog es
in alle Welt. Die Blaumalerei hat ihre Vorbilder in Asien. Man
bedenke nur, dass die Geschichte der Kobaltmalerei im Orient
bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht und die blaue Blumenmalerei
Asiens im 17. Jahrhundert zum „must have“ des Welthandels
gehörte. Auf japanischem Porzellan symbolisierte der Jadehase
Unsterblichkeit, im Abendland bezeugte man ihm Fruchtbarkeit
und Wachsamkeit. So verbirgt die kleine Dose ein ganzes
Universum – das ihrer eigenen, großen Geschichte.
This box is an astonishing little treat. Elegant ribbing ensconced
in finest porcelain, cobalt blue flowers trailing over a
meticulously applied gilt ground – the overall effect is of an
encased jewel being guarded over by a watchful hare. There’s
a great story behind all this wealth too. The fluted moulding
was created by MEISSEN® in around 1735 and proceeded to
take the world by storm. The blue paintwork has its origins in
Asia. Cobalt decoration was actually already being practised
in the Orient in the 7th century A.D., whilst blue flower
painting from Asia was regarded as being a “must have” in
the world trade of the 17th century. The jade hare symbolised
immortal­ity on Japanese porcelain, whereas in the West it
was equated with fertility and vigilance. Hence our little box
encompasses the entire Universe – that of its own great history.
Dose mit Hasenknauf
Box with hare
818884/52833
H 9 cm, Lim. 100
64 65
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Mädchen und Knabe mit Blumengirlande
Boy and Girl with garland of flowers
Nehmen die schönen Künste die Natur zum Vorbild, dann ist
die wahre Kultivierung der Natur ein Garten – ihr Gärtner
muss ein Künstler sein! Der französische Bildhauer Michel
Victor Acier (1736 –1799) suchte in seiner Epoche nach eben
solchen Idealen. Regen Diskurs pflegte er dabei gewiss mit
dem sächsischen Maler Johann Eleazar Zeissig (1737 –1806 –
er selbst nannte sich Schenau). Beide studierten an der Pariser
Kunstakademie und fanden sich später in der Manufaktur
MEISSEN wieder. Während Acier dem Modelleur Johann
Joachim Kaendler gleichgestellt war, wurde Schenau Direktor
der Meissener Zeichenschule und lehrte an der Kunstakademie
Dresden. Ganz erfüllt vom Französischen Stil etablierten die
beiden Künstler den Klassizismus in der Manufaktur.
Anläßlich des 275-jährigen Geburtstages von Acier erscheinen
diese reizenden Gärtnerkinder, die Acier 1777 nach den
Vorlagen von Schenau modelliert hatte.
When the fine arts take Nature as their model, her true
cultivation is as a garden – artist turns gardener! The French
sculptor Michel Victor Acier (1736 –1799) spent his life
searching for just such ideals. He’s sure to have also discussed
the matter at length with the Saxon painter Johann Eleazar
Zeissig, who adopted the pseudonym of Schenau (1737 –1806).
They both studied at the Paris Art Academy and their paths
again crossed at the MEISSEN Manufactory. Whilst Acier was
placed on an equal footing with the modeller Johann Joachim
Kaendler, Schenau became Director of the Meissen School of
Drawing and taught at the Dresden Art Academy. The two
artists oversaw the ascendancy of a form of Classicism very
much in the French vein at Meissen®.
These two gardening children, modelled by Acier in 1777 to
source material by Schenau, are being issued to mark the 275th
anniversary of Acier’s birth.
Entwurfszeichnung, vermutlich von
Johann Eleazar Zeissig (genannt
Schenau) zu zwei Gärtnerfiguren
Design sketch, thought to be by
Johann Eleazar Zeissig (known as
Schenau), for two gardener figurines
Knabe mit Blumengirlande
Mädchen mit Blumengirlande
Boy with garland of flowers
Girl with garland of flowers
900384/61246
900384/61247
H 16,5 cm, Lim. 25
H 17 cm, Lim. 25
66 67
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Poesie
Poetry
Michel Victor Acier gilt als Wegbereiter des Klassizismus bei
MEISSEN®. Im Jahre 1764 für 15 Jahre an die Manufaktur
berufen, bediente er mit seinem Können nicht nur die Wünsche
des sächsischen Adels, auch die Meissen® -Liebhaberin Zarin
Katharina II. nahm in ihrer „Großen Russischen Bestellung“
seine hohe Kunst in Anspruch. Zur ursprünglichen Ausformung der Figurengruppen „Die freien Künste“ gehören die
allegorischen Werke „Malerei“, „Bildhauerkunst“, „Baukunst“,
„Astronomie“, „Arithmetik“ und auch die „Poesie“ von 1774.
Vor allem die Aristokratie ersann sich in jener Zeit die Literatur
gerne als unbeschwertes Beiwerk von Musik in Oper und
Komödie. So verwundert es nicht, dass das kleine Genie mit
dem großen Buch der literarischen Werke von seinen musikalischen Freunden zu den Klängen von Harfe und Trompete
begleitet wird.
Michel Victor Acier is regarded as having paved the way for
classicism at Meissen®. Called to the Manufactory for
15 years in 1764, he placed his great artistic skills at the service
of the Saxon nobility and also, in one memorable instance, of
Empress Catherine II, a lover of Meissen® and its client for
the “Great Russian Order”. The original set of figure groups
cast in 1774 under the title “The Free Arts” comprised groups
emblematical of “Painting”, “Sculpture”, “Architecture”,
“Astronomy”, “Arithmetic” and “Poetry”. This was an epoch in
which the aristocracy in particular was fond of seeing
literature as an easily digested adjunct to music in operatic
and comic works. Thus it comes as no surprise that the brainy
tot holding a big book of literary works is accompanied by
his musical pals on the harp and trumpet.
Poesie
Poetry
900384/70734
H 21 cm, Lim. 25
68 69
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Deckelvase „Naturalistische Blumen- und Fruchtmalerei“
Lidded Vase “Naturalist Flower and Fruit Painting”
Dieses Meisterwerk, das sich mit opulenter Pracht an seine
Liebhaber wendet ist in Worten kaum zu fassen. Während sich
die Form der beeindruckend großen Schlossvase (um 1725) als
makellose Leinwand in perfekten Proportionen darstellt, ist
das berauschende Feuerwerk an Farben und Schattierungen
eine raffinierte, heitere Verführung der Sinne: Rosen, Knospen,
Beeren und Trauben, pralle Pfirsiche – allesamt gehüllt in
Morgentau, feine Lichter und Reflexe. Man scheint förmlich
der Früchte süßen Duft, das leise Knacken der Zweige und das
Summen der Insekten zu vernehmen. Dabei steht diese neue
Komposition ganz in der Tradition der klassischen Meissener
Blumen- und Fruchtmalerei: Es ist ein echtes Meissener
Kunstwerk – eines, das sicher niemals verblüht.
This masterpiece is almost impossible to capture in words, its
opulent splendour simply enveloping its admirers. The form
of this impressively large Palace Vase (c. 1725) provides a
perfectly proportioned backdrop for a sparkling mix of colours
and shades that sends the senses whirling. Roses, buds, berries
and grapes, fleshy peaches covered in morning dew, subtle
lighting and reflections: it is almost possible to smell the fruit’s
sweet fragrance, to hear twigs rustling and insects buzzing. At
the same time, this new composition is wholly in the tradition
of classical Meissen ® flower and fruit painting – it is a
genuine Meissen® art work, one that will never wither.
Deckelvase „Naturalistische
Blumen- und Fruchtmalerei“
Lidded Vase “Naturalist
Flower and Fruit Painting”
25a059/51114
H 53 cm, Lim. 25
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Vase „Naturalistische Blumenmalerei“
Vase “Naturalist flower painting”
Ernst August Leuteritz (1818 –1893) gehört in der Chronologie
von MEISSEN® zu den Vertretern des reinen Klassizismus.
Seine künstlerische Formensprache brachte einige der schönsten
Vasenformen seiner Zeit hervor; heute ist seine Schlangenhenkelvase von 1861 zur Stilikone geworden. Von betörender
Harmonie und Klarheit ist auch diese feminin fließende
Form aus dem Spätwerk von Leuteritz, die 1864 entstand. Sie
bildet das ideale Tableau für diese vollendete Blumenmalerei,
einer Kunst, die bei MEISSEN ® sichtbar ihren Höhepunkt
gefunden hat. Die in feinen Nuancen von weiß über flieder zu
violett temperierten Akeleien entspringen der Schönheit der
Natur – nun sind sie verewigt auf Meissener Porzellan®. Ein
unvergängliches Ideal, das mit diesem Kunstwerk bestimmt
seine Erfüllung gefunden hat, denn seine Aura lässt jedes
Ambiente von selbst in zeitloser Eleganz erblühen.
Ernst August Leuteritz (1818 –1893) was an exponent of pure
classicism within the MEISSEN® repertoire. His artistic
vocabulary yielded one of the most beautiful vase forms of his
age; his snake handle vase of 1861 has since become a timeless
icon of style. Here’s a femininely flowing creation by Leuteritz,
authored in 1864, that exudes the same stunning harmony
and clarity. It provides an ideal backdrop for these supremely
well-painted flowers, an art that has visibly peaked here on
MEISSEN®. Aquilegia are rendered in fine nuances of white,
lilac and violet that evoke the very beauty of Nature – now
immortalised on Meissen Porcelain®. A transcendent ideal has
surely been lived out in this work of art, whose aura is such
that it will infuse any setting of which it is part with a flush of
timeless elegance.
Vase „Naturalistische Blumenmalerei“
Vase “Naturalist flower painting”
25a061/50438
H 46 cm, Lim. 25
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Vase „Flora & Fauna“
Vase „Flora & Fauna“
Eine Vase dient meist der Aufnahme von Blumen zur Dekoration.
Wie ein so simpler Gegenstand sich in etwas weitaus Höheres
verwandeln kann, zeigt diese Vase besonders eindrucksvoll.
Ein elegantes Spiel mit der Illusion führt die vollendete Meisterschaft der Meissener Blumenmalerei und Bossierkunst auf
raffinierteste Weise vor. Die Vase selbst trägt ihre Bestimmung
nach außen: Sie zeigt eine heitere Welt aus Blüten und süßen
Früchten so lebendig in ihrer Darstellung, bis sie tatsächlich
aus ihrer flachen Form herausbrechen. Weinlaubblattspitzen,
reife feuerrote Kirschen und zierliche weiße Blüten ranken wie
freudig aus dem Gemaltem hervor. Auf einem Zweig pickt sich
ein Vogel eine Traube, und beinahe glaubt man, sein Gezwitscher zu hören! So viel Lebendigkeit lässt uns die eigentliche
Funktion des Gefäßes ganz vergessen und wir staunen über
ihre wundersame Verwandlung – in ein echtes Meissener
Kunstwerk.
A vase is generally used to show off flowers. This particular
vase, however, is eloquent testimony to how an unassuming
object can be raised to far greater heights. Tantalising illusory
effects are most subtly achieved through the mastery of
Meissen flower painters and modellers. The vase wears its purpose on its sleeve, as it were: it depicts a jolly world of flowers
and sweet fruits so vividly that they appear to burst free of
their dimensional constraints. Vine leaves, ripe red cherries
and delicate white blooms cheerily thrust their way out of the
painted picture. A bird pecks at a grape from its perch and we
can almost hear it chirp! So vivid is it all that the vessel’s basic
function is quite forgotten; we simply marvel at its wondrous
transformation – into a true MEISSEN® art work.
Vase „Flora & Fauna“
Vase „Flora & Fauna“
932226/50995
H 40 cm, Lim. 50
74 75
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Schale „Kranich“ und Schale „Vogel-, Blumen- und Insektenmalerei“
Dish “Crane” and Dish “Bird, flower and insect painting”
In der klassischen Musik spricht man von „Variationen“, wenn
ein reizvolles Thema nacheinander in vielfältigste Abwand­
lungen geführt wird. Dabei denken wir an große Komponisten
wie Bach, Beethoven oder Schönberg. In der Kunst Meissens®
ist es die Möglichkeit, aus dem überreichen Angebot an
Formen und Dekoren dreier Jahrhunderte zu kombinieren, zu
zitieren und mit ihnen Neues zu kreieren. Meissener Variationen bleiben dabei immer das Original mit den „Gekreuzten
Schwertern“, geschöpft aus dem Œuvre einer ganz eigenen
Kunst-Geschichte. Auf der großen achteckigen Schale – die
arabische Ziffer 8 symbolisiert mit ihrer endlosen Schleife die
Unendlichkeit – verweisen wir auf das unermüdliche Schaffen
der Künstler Meissens® in drei Jahrhunderten. Manche
Welten spiegeln sich scheinbar: Kommt ein Motiv aus Asien,
so findet es seine Entsprechung häufig in Europa wieder, wie
z.B. hier in der Blumen- oder der Vogelmalerei. Sehen wir die
opulenten Schalen als Variationen der Kulturen an, so ist
die Vorstellung einer fremden Kultur meist nur ein Spiegel
der eigenen. Es ist die Kunst, die es uns erlaubt, solche Welten
sichtbar zu machen.
In classical music, use is made of the term “variations” to
describe a tune performed in a wide range of mutations. Great
names like Bach, Beethoven or Schönberg spring to mind. In
the art of Meissen® it refers to the scope for combining any of
a surfeit of forms and patterns from the past three centuries and
for citing them so as to arrive at new ideas. Meissen® variations
always remain the originals with the “crossed swords” nonetheless, firmly rooted in a most distinctive art history. The large
octagonal dish is devoted to the indefatigable outpourings of
Meissen® artists over three centuries – the Arabic numeral 8
symbolising eternity with its continuous loop. Some worlds
seem to mirror each other: if a motif comes from Asia, it is
frequently replicated in Europe, as is the case in these paintings
of flowers and birds. If we regard these opulent dishes as variations on cultures, then it becomes evident that portrayals of
alien cultures are usually just a mirror-image of the portrayer’s
own. It is art that allows us to render such worlds visible.
Schale „Kranich“
Dish “Crane”
587584/53273
L 28,5 cm, Lim. 50
Schale „Vogel-, Blumenund Insektenmalerei“
Dish “Bird, flower
and insect painting”
578284/53273
L 28,5 cm, Lim. 50
76 77
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Schale „1001 Nacht“ und Schale „Chinesische Landschaftsmalerei“
Dish “Arabian Nights” and Dish “Chinese landscape painting”
Die naturalistische Vogelmalerei europäischer Schule, gefasst in
exklusiver Ornamentik, findet ihr Gegenüber in der asiatischen
Indischmalerei. Auch hier sind Vögel und Blumen in stimmiger
Komposition vereint. Die Schale in traditioneller Kobaltmalerei
zeigt chinesische Figuren in einem Tempelgarten; sie verweilen,
als wollten sie sich an diesem Ort gegenseitig Geschichten erzählen. Solch ein orientalisches Märchen aus „Tausendundeine
Nacht“ (Prof. Heinz Werner, *1928) erzählt uns die Malerei
in der Tradition Höroldts, des Vaters der europäischen
Porzellan­malerei. So vervielfältigen sich bestimmte Themen und
kehren oft an ihren Ursprungsort zurück – wie auf der Schleife
einer Acht.
Naturalist bird painting in the European vein, framed by
exquisite ornamentation, finds its counterpart in the oriental
style. Here, too, birds and flowers are composed in harmonious
unity. The dish in traditional cobalt blue depicts Chinese
fig­u res in temple grounds; they are in no hurry, as though
intent on swapping stories. An oriental tale of this kind from
“The Arabian Nights” is narrated by Prof. Heinz Werner very
much in the tradition of Höroldt, the father of European
porcelain painting. And so it is that some themes take on
differing guises only to then return to their point of origin –
like a figure of eight.
Schale „Chinesische
Landschaftsmalerei“
Dish with “Chinese
landscape painting” motifs
819084/53273
L 28,5 cm, Lim. 50
Schale „1001 Nacht“
Dish “Arabian Nights”
680784/53273
L 28,5 cm, Lim. 75
78 79
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Dose mit Chinesenfigur
Caddy with Chinese figurines
Eine Teedose war an sich schon Ausdruck von Luxus und feiner
Lebensart, denn sowohl der Tee darin als auch das Porzellan
selbst waren Zeugnis vom Zugang zu einer fernen Welt voller
Exotik und erträumtem Reichtum. Aus der Ferne Asiens kam
auch das wertvolle Porzellan, das bald bei MEISSEN® seine
Vollendung finden sollte. Der Künstler Paul Scheurich nahm
sich Anfang der 1930er Jahre einer frühen MEISSEN® -Dose
an und gab ihr seinen modernen Schliff – so ließ er auf elegante
Weise die östliche mit der westlichen Kultur verschmelzen.
Über der exquisiten Malerei im heutigen Stil Meissener
Chinoiserien thront der von Scheurich als Deckelknauf modellierte Chinese mit goldenen Umhang. Er wacht so, als möchte
er ein Geheimnis bewahren, denn noch weiß niemand, welcher
Schatz hier aufbewahrt werden wird.
A tea caddy was once a sign of luxury and fine living in its
own right, since both the tea and the actual porcelain were
synonymous with access to a far-off world full of exoticism
and undreamt-of wealth. The costly porcelain that was to
reach perfection with MEISSEN ® likewise came from far-off
places. In the early 1930s, the artist Paul Scheurich took a
vintage MEISSEN® caddy and gave it a modern touch – thus
elegantly merging the culture of the East with that of the West.
Perched above scenes exquisitely painted in the contemporary
style of MEISSEN® chinoiseries is a Chinese man with a golden
cloak modelled as a finial by Scheurich. He seems alert, as
though he had a secret to keep, nobody knowing what treasure
is likely to be stored here.
Dose mit Chinesenfigur
Caddy with Chinese figurines
597584/52653
H 24 cm, Lim. 50
80 81
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Schale „Pfau“
Wall Plate “Peacock”
Der Blaue Pfau, so die deutsche Bezeichnung des schönen
Vogels Pavo cristatus, kommt ursprünglich aus Indien und
Sri Lanka. Mit der Zeit zog der stolze Vogel, eitel und selbstbewusst, bis in die vornehmen Schlossgärten Europas. Die
großen, blau irisierenden „Augen“ seines geschlagenen Rades
müssen dort den Alchemisten MEISSENs® größtes Nachdenken
bereitet haben, denn August der Starke setzte 1.000 Taler
Belohnung aus für denjenigen, der ihm ein Kobaltblau auf sein
geliebtes Porzellan zauberte. Dies sollte erst 1717 gelingen, und
ab 1720 gehörte die technisch anspruchsvolle Malerei unter
der Glasur zum festen Repertoire der Manufaktur. Wer den
Pfau für diesen Wandteller entworfen hat, ist leider nicht mehr
bekannt. Aber der Maler könnte Kaendlers lebensgroße weiße
Pfau-Plastik von 1734 betrachtet und die berechtigte Frage
gestellt haben: Pfau, wo ist dein Blau?
The blue peacock, as the beautiful fowl Pavo cristatus is often
called in English, was originally native to India and Ceylon
(Sri Lanka). With time, the proud, vain and cocky bird migrat­ed
to the noble palace gardens of Europe. The large, iridescent blue
“eyes” on its fanned-out tail must have given the alchemists of
MEISSEN® plenty to think about, since Augustus the Strong
had promised a reward of 1,000 thalers to the first person
to conjure up a cobalt blue for his beloved porcelain. This
technically exacting form of underglaze painting was not to be
mastered until 1717 and only fully entered the Manufactory’s
production range in 1720. It is unfortunately no longer known
who designed the peacock for this wall plate. Whoever it was,
they may well have stood before the life-size peacock Kaendler
produced in 1734 and have justifiably wondered: “Peacock,
why art thou not blue?”
Schale „Pfau“
Wall Plate “Peacock”
818784/54m41
Ø 46 cm, Lim. 50
82 83
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Deckelvase „Reiche Blütenmalerei“
Lidded Vase “Blue Flowers”
Dieses MEISSENER Kunstwerk würdigt die über tausendjährige Reise des Kobaltblau auf Ton, Keramik und Porzellan
durch die Kulturen von Ost bis West. Blaues Porzellan aus
China und Japan führte zu größter Begehrlichkeit in fast ganz
Europa. Die Nachfrage war so groß, dass der Handel mit den
kobaltblauen Objekten neben Pfeffer, Tee und Stoffen zum
lukrativen Geschäft der großen Ostindien-Kompanien des
frühen 17. Jahrhunderts wurde. Es wurde nicht nur importiert,
sondern auch exportiert, denn der europäische Stil kam auch
in Asien gut an – die Globalisierung war längst in Fahrt.
Gleich zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelang in Meißen dann
ein revolutionärer Coup: Mit der Erfindung des Porzellans
in Europa und der ersehnten Entdeckung der blauen Farbe nahm
ein neuer Siegeszug um die Welt seinen Lauf.
This MEISSEN® Art Work is dedicated to the millennial
journey undertaken by cobalt blue on clay, stoneware and
porcelain through cultures from East to West. Blue porcelain
from China and Japan was greatly coveted virtually throughout Europe. Demand was so keen that trade in cobalt blue
products became as lucrative for the major East India
Company of the early 17th century as that in pepper, tea
and fabrics. Europe was now both an importer and an
exporter, incidentally, as the European style of ware was also
very popular in Asia – glob­a ­lisation had long since taken off.
The revolutionary break­t hrough for Meissen® came early in
the 18th century. With the invention of porcelain in Europe
and the long-yearned-for discovery of the blue substance, the
world was again taken by storm.
Deckelvase „Reiche Blütenmalerei“
Lidded Vase “Blue Flowers”
818684/51352
H 24 cm, Lim. 100
84 85
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Vase „Sonnenrosen“
Vase “Sun roses”
„Die Sonnenblume möchte dich begrüßen dieweil sie sich so
gern zur Sonne wendet. Nur steht zur Zeit sie noch zurück­
gewiesen; doch du erscheinst und sie ist gleich vollendet.“
So nimmt sich Johann Wolfgang von Goethe der „Sonnenrose“
an. Vollendet ist auch die „Schlossvase“: In zeitloser Eleganz
nimmt sie seit 1725 immer neue Motive und Stilwechsel mit
ihrer reinen Form auf – hier sind es Sonnenrosen in Kobaltblau. Die hohe Kunst der Blaumaler liegt in der erforderlichen
Präzision der Malerei. Ist der grau gefärbte Pinsel erst einmal
auf dem geglühten Porzellan aufgesetzt, zieht das Kobalt tief
in den porösen Scherben ein. Eine Korrektur ist dann nicht
mehr möglich, fehlerfrei muss der Maler „durchmalen“. Mit
dem Brand färbt sich das stumpfe Grau in magisch leuchtendes Blau – des Malers Meisterwerk erscheint nun in feierlicher
Vollendung.
“The sunflower would fain greet you, always being drawn
towards the sun. Standing previously rejected, when you
appear ’tis at once perfected.” This is how Johann Wolfgang
von Goethe portrays what we now call the sun or rock rose.
There is perfection, too, in this “Palace Vase”, whose pure
form has been accommodating all manner of motifs and styles
ever since 1725, in this case sun roses in cobalt blue. “Blue
and white” painters are renowned for their meticulousness.
They brush the as yet nondescript grey cobalt onto the unfired
porcelain, where it quickly soaks deep into the body. The first
touch is crucial; the painting has got to be right “first go”. The
dull grey colour turns a magically lustrous blue during firing
and the brilliantly accomplished painting is now plain to see.
Vase „Sonnenrosen“
Vase “Sun roses”
819184/50401
H 37,5 cm, Lim. 50
86 87
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Komödianten mit Triangel und Laute
Comedians with triangle and lute
Der Bossierer Alexander Struck, geboren 1902, verbrachte 88
Jahre seines Lebens in Meißen. Bereits im Alter von 15 Jahren
besuchte er die Zeichenschule der Manufaktur; sein Wirken
sollte an diesem Ort über ein halbes Jahrhundert andauern.
Mit großer Meisterschaft gelang es ihm, die barocke Tradition
der Porzellanplastik in den Stil seiner Zeit zu übersetzen. Nur
die vollkommene Beherrschung des Materials erlaubte es dem
Künstler, so viel heitere Leichtigkeit in seine Figuren zu legen.
Perfektioniert wird das fröhliche Spiel durch eine filigran
aufgelegte Staffage. Mit diesen beiden Komödianten (1940)
und weiteren Figuren, z.B. „Baron Münchhausen“ (1946)
und „Schneider Wibbel“ (1950), schuf er wahre Klassiker für
das Haus MEISSEN®. Lauschen wir den Tönen der Laute
und der Triangel: Sie entzücken uns mit dem bezaubernden
Klang der schönen Künste von MEISSEN®.
The ceramic modeller Alexander Struck, born in 1902, spent
88 years of his life in Meißen. He attended the Manufactory
School of Drawing at the tender age of 15; his involvement
there was to last more than half a century. He succeeded with
great dexterity in translating the Baroque tradition of
porcelain sculpture into the style of his own age. Only through
his comprehensive mastery of the material worked was this
Meissen® artist able to instil so much lightness into his
figurines. Some very fine painted detail completes the sense of
playful merriment. Struck created a number of true classics
for MEISSEN® that include these two comedians (1940) along
with figurines such as “Baron Münchhausen” (1946) and
“Tailor Wibbel” (1950). Our ears prick up to the sounds of lute
and triangle: we are beguiled by the dulcet tones of the fine
arts on MEISSEN®.
Komödiant mit Laute
Comedian with lute
900384/73345
H 30 cm, Lim. 25
Komödiant mit Triangel
Comedian with triangle
900384/73346
H 28 cm, Lim. 25
88 89
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Wandgemälde „Haus am Fluß“
Wall Plaque “House by the River”
Ein sehnsuchtsvoller Blick in eine herbstliche Landschaft, voller
Ruhe und Einsamkeit. Ist dort niemand außer dem Betrachter
selbst, verfallen in stille Träumerei und Melancholie? Dieses
stimmungsvolle Gemälde schuf Johannes Rudolf Hentschel
(1869–1951). Mit seinem jüngeren Bruder Julius Konrad
Hentschel (1872–1907), berühmt für seine „Hentschelkinder“,
gehört er zu den bedeutendsten Vertretern MEISSENs ® im
Jugendstils. Nach seiner Ausbildung zum Bossierer wendet sich
Johannes Rudolf Hentschel der Malerei zu und kehrt nach dem
Studium der Kunst in München und Paris an die Manufaktur
MEISSEN zurück. Mit verschiedenen Dekoren, z.B. dem sogenannten Flügelmuster, schuf er gemeinsam mit seinem Bruder
Ikonen des deutschen Jugendstils; seine Gemälde hin­gegen
bleiben von tiefer Sinnlichkeit leise belebt.
The eye longingly takes in an autumnal landscape, replete with
peace and solitude. Is there anyone else here except the
actual beholder, lost in silent reverie and melancholy? This
atmospheric painting was the work of Johannes Rudolf
Hentschel (1869–1951). Along with his younger brother Julius
Konrad Hentschel (1872–1907), famous for his “Hentschel
Children”, he was one of the leading exponents of art nouveau
at Meissen®. Johannes Rudolf Hentschel originally trained
to be a ceramic modeller but switched to painting and returned
to the MEISSEN Manufactory after studying art in Munich
and Paris. Both he and his brother created what were to
become icons of German art nouveau, in his case with decorative
designs such as the “Wing Pattern”. His paintings exude a
more softly spoken, deeply sensuous spirit.
Wandgemälde „Haus am Fluß“
Wall Plaque “House by the River”
933075/53n53
L 25,5 cm, Lim. 100
90 91
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Edelfalken
Noble falcons
In seinem berühmten Falkenbuch „De arte venandi cum
avibus“ illustriert und beschreibt uns der Stauferkaiser
Friedrich II. die Haltung und Jagd mit den Falken so genau,
dass sein Werk zu den bedeutendsten des Mittelalters gehört.
Mit Hilfe arabischer Edelleute verfeinerte er die hohe Kunst
der Beizjagd. Nicht Untertan, sondern wertvoller Gefährte
sollte der fürstliche Edelfalke sein. Größe, Kraft und die anmutige Gestalt machen die dargestellten Gerfalken zu den
stärksten aller Jagdfalken. Ist ihr Kleid schneeweiß wie
Meissener Porzellan®, gehören sie zu den Kostbarsten. Aufrecht
wachend mit stolzem Blick der eine, jederzeit bereit seine
Jagdkunst zu vollführen, sein Gefährte. So zeigt dieses Meister‑
werk der Tierplastik, kunstvoll belegt mit feinster Malerei,
die begehrten Eigenschaften dieser aristokratischen Tiere –
und lässt sie beinah lebendig erscheinen.
In “De arte venandi cum avibus”, his famous book on the
falcon, Hohenstaufen Emperor Frederick II illustrates and
describes the art of keeping falcons and hunting with them
so accurately that his work is considered one of the most
momentous from the Middle Ages. He refined the high art
of hawking with help from Arabian nobles. The royal falcon
should be regarded not as a minion but as a valued companion,
they argued. Their size, power and graceful appearance place
the gyrfalcons shown here amongst the strongest of all hunting
falcons. If their plumage is snow-white like Meissen porcelain®,
to boot, they are also amongst the most precious. The one is
alert, erect and proud of eye, the other raring to show its
hunting skills. Thus this masterpiece of animal statuary, tastefully
set off with the most astute of decorative detail, brings out the
properties that make these aristocratic creatures so cherished –
and almost brings them to life.
Edelfalken
Noble falcons
900184/77349
H 31 cm, Lim. 50
92 93
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Wandschale „Paradiesvogel mit Blumenkorb“
Wall Plate “Bird of Paradise with Basket of Flowers”
Bei diesem fantasievollen Paradiesvogel sprießt die Farbe
Korallenrot zum reichen Blütenmeer und des Porzellanmalers
schwarzer Pinselstrich erwächst darin zum frech thronenden
Wundervogel, der sich übermütig selbst die Krone aufsetzt.
Mit dieser heiteren Darstellung möchte die Manufaktur
MEISSEN das Werk des Jugendstil-Künstlers Willi Münch-Khe
ehren, hat er doch der Manufaktur manch bedeutenden Entwurf hinterlassen, so wie diesen von 1912, meisterlich gemalt
auf einer Schale von repräsentativer Größe. Auf der Suche nach
neuen Werten für ein neues Jahrhundert standen Künstler wie
Willi Münch-Khe in der ersten Reihe. Sie alle nahmen sich
die opulente Vielfalt der Natur zum Vorbild und ließen ihrer
Fantasie freien Lauf. Die Kunst als Tor für einen freien Geist –
Chapeau, Willi Münch-Khe!
Coral-red colouring surges to form a sea of petals beneath
this fantasy bird of paradise, which the porcelain painter’s
black brushwork has transformed into an impishly enthroned
wonder bird exuberantly claiming the crown for itself. The
MEISSEN Manufactory is using this light-hearted offering
to honour the work of art nouveau artist Willi Münch-Khe,
who endowed the Manufactory with many a worthy design
including this one from 1912, adeptly painted on a plate of
prestigious size. Willi Münch-Khe was at the forefront of
artists in search of new values for a new century. They all took
the multifaceted opulence of Nature as their role model and
let their imaginations run wild. Art as the gateway to spiritual
freedom – to thee we doff our hats, Willi Münch-Khe!
Wandschale „Paradiesvogel
mit Blumenkorb“
Wall Plate “Bird of Paradise
with Basket of Flowers”
955984/54m51
Ø 45 cm, Lim. 25
94 95
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Faltvase „Fisch“
Vase “Fish”
Mit ihrer modernen Form gehört die Faltvase bereits zu den
neuen Klassikern der Manufaktur MEISSEN. Zwei gespannte
Flächen bilden stehend eine Vase, an sich schon eine beste‑
chende Idee. Denn der streng geometrische Aufbau lässt eine
klare rechteckige Bildfläche entstehen, ein fantastischer
Malgrund für die Kunst der Meissener Porzellanmaler. Schon
taucht ein Fisch, eisenrot leuchtend wie glühende Lava aus
dem geheimnisvollen Blau des tiefen Hintergrundes auf. Die
lockere Goldmalerei sprüht beinahe Funken und lässt der
Fantasie freien Lauf. Derart ist die Faltvase ein Kunstwerk,
das die Tradition der Manufaktur MEISSEN ganz spielerisch
fortsetzt.
With their modern looks, folded-form vases have become
contemporary MEISSEN ® classics. Two shaped upright
surfaces combine to form a vase, an exhilarating idea in
itself: their rigorously geometrical configuration yields cleanlined rectangular panels that serve as splendid canvases for
Meissen’s® porcelain painters. In a jiffy a luminously iron-red
fish pops up from the mystical blue of the deep background,
its colour like that of glowing lava. The breezy gilding almost
seems to send off sparks and certainly lends free rein to our
imagination. In­deed, this folded vase is a work of art that
sustains the MEISSEN Manufactory tradition in a most
playful manner.
Faltvase „Fisch“
Vase “Fish”
70a084/54959
H 16 cm, Lim. 100
96 97
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Wandgemälde „Morgenstimmung“ und „Abendstimmung“
Wall Plaques “Morning Mood” and “Evening Mood”
Zwei sind hier eins: kein Tag ohne Nacht, keine Nacht ohne
Tag – so, wie zu bestimmter Stunde sowohl die Sonne als
auch der Mond am Firmament in Erscheinung treten, gehen
doch beide im Osten auf, immer und immer wieder. In dieser
Konstante, wahrhaftig und präzise wie ein Spiegelbild, kann
das Eine nicht ohne das Andere. In malerischer Vollendung
stehen in diesen Kunstwerken die kostbare Vergoldung für
die gebende Wärme des Sonnenlichtes und der kühle Schein
der Platinierung für die Magie des nächtlichen Mondlichtes. Die
Horizontlinie verweist dabei auf unseren eigenen Standpunkt:
Hier stehe ich. Doch das Philosophieren wollen wir den Liebhabern der Kunst überlassen, denn für sie ist dieses exklusive
Paar geschaffen. Wir erkennen, dass ein Kunstwerk auch
durch seinen Betrachter lebt – lassen wir also den Gezeiten
unserer Gedanken freien Lauf.
Two parts, one whole: there’s no day without night, no night
without day – just as sun and moon sometimes appear together
in the sky, so they both rise in the east, over and over again.
Neither can do without the other in this perpetual cycle, true
and precise as a mirror image. Painterly perfection is attained
in this work of art by using sumptuous gilding to denote the
generous warmth of sunlight and a colder platinum glow to
convey the magic of a moonlit night. The line of the horizon
echoes our own approach of “Here stand I”. But let’s leave the
philosophising to our art lovers, since it is for you that we have
produced this exclusive pairing. We realise that, in part, a work
of art needs to be beheld before it can take effect – so let’s give
free rein to the ebb and flow of our thoughts.
Wandplatte „Morgenstimmung“
Wandgemälde „Abendstimmung“
Wall Plaque “Morning Mood”
Wall Plaque “Evening Mood”
933077/9m504
933076/9m504
L 35 cm, Lim. 50
L 35 cm, Lim. 50
98 99
Limitierte MEISSENER Kunstwerke
Limited MEISSEN Art Works
Wandgemälde „Kamelien“
Wall Plaque “Camellia”
Mit der „Kameliendame“ von Alexandre Dumas erreichte die
„Camellia japonica“ im 19. Jahrhundert wohl ihre von
erotisch-tragischer Symbolkraft bestäubte Blütezeit. Bis dahin
hatte sie eine weite Reise zurückgelegt. 1779 brachte der
Gelehrte Carl Peter Thunberg vier dieser Exemplare aus Japan
mit nach London in die Royal Botanic Gardens in Kew. Eine
dieser Kamelien soll dem Hof zu Dresden überreicht worden
sein – ein damals fürstliches Geschenk. 1801 wurde sie im
Pillnitzer Schlosspark eingepflanzt. Neben jenen in Porto und
Neapel zählt sie heute zu den drei ältesten ihrer Art in Europa.
Mit beachtlichen neun Metern Höhe und bis zu 35.000
blutroten Blüten verzaubert sie alljährlich ihr Publikum. In
dieser modernen Komposition meisterhaft gemalt und in einen
goldenen Rahmen gefasst, erblühen die Kamelien und betören
uns mit ihrer intensiven Magie für alle Zeit.
“The lady of the Camellias” by Alexander Dumas saw the
“Camellia japonica” plant experience a heyday in the 19th
century, no doubt largely due to the book’s tragi-erotic
symbolism. The camellia had been on a long journey before
then, though. A scholar by the name of Carl PeterThunberg
brought four specimens back with him from Japan in 1779
and took them to the Royal Botanical Gardens in the
London suburb of Kew. One of these camellias is said to have
been presented to the court in Dresden – a right royal gift
in those days. It was plant­ed in the palace grounds at Pillnitz
in 1801. The Pillnitz camellia is considered to be one of the
eldest of its kind in Europe, alongside specimens in Porto and
Naples. It is 90 feet high and, to the great delight of an
appreciative public, bears up to 35,000 carminer­e d flowers
each year. Superbly painted within a generous gilt frame in
this modern composition, these camellias have an intense
allure that never ceases to captivate.
Wandgemälde „Kamelien“
Wall Plaque “Camellia”
932222/9m538
L 55 cm, Lim. 25
Bildunterschriften Seite 12 –15
Legend page 12 –15
1
Johann Friedrich Böttger (1682 –1719)
1
Johann Friedrich Böttger (1682 –1719)
2
Jungfernbastei in Dresden, Gemälde nach einer Rekonstruktion von F. Hagedorn, 1887
2
Jungfernbastei in Dresden, painting after a reconstruction by F. Hagedorn, 1887
3
August der Starke (1670 –1733), Kupferstich von Martin Bernigeroth
3
Augustus the Strong (1670 –1733), copper engraving by Martin Bernigeroth
4
Gründungsdekret der Porzellan-Manufaktur Meissen vom 23. Januar 1710
4
Founding decree of the Meissen Porcelain Manufactory dated 23 January 1710
5
Albrechtsburg Meißen
5
Albrechtsburg Meißen
6
Seit 1722 sind die „Gekreuzten Schwerter“ das Markenzeichen Meissener
6
Porzellans® und werden damals wie heute von Hand gemalt.
Since 1722, the “Crossed Swords” have been Meissen’s trademark, and to this day,
they are always painted by hand.
7
200-Jahr-Feier auf der Albrechtsburg Meißen, 1910
7
Bicentennial celebrations on Albrechtsburg Meißen, 1910
8
Wandgemälde „J.F.Böttger laboriret in der Burg auf Gold. An. 1705“
8
Mural “J.F.Böttger laboriret in der Burg auf Gold. An. 1705” [ J.F.Böttger experiments with
von Paul Kießling, um 1880, Albrechtsburg Meißen
9
creating gold in the castle, 1705 AD ] by Paul Kießling around 1880, Albrechtsburg Meißen
300-Jahr-Feier auf der Albrechtsburg Meißen, am 06. Juni 2010
10
Der Künstler Otto Piene beim Arbeiten auf Meissener Porzellan
11
12
9
Tercentenary celebrations at Albrechtsburg castle, in Meißen, on 6 June 2010
10
The artist Otto Piene painting on Meissen Porcelain®
Die Künstler Roknaddin und Ramin Haerizadeh beim Arbeiten auf Meissener Porzellan®
11
The artists Roknaddin and Ramin Haerizadeh painting on Meissen Porcelain®
MEISSEN Vernissage in der Albrechtsburg Meißen, September 2010
12
MEISSEN® Vernissage at Albrechtsburg Castle in the city of Meißen, September 2010
®
®
© Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH
Talstraße 9, 01662 Meißen, Germany
Tel.+49 (0) 3521 468 - 600
Fax+49 (0) 3521 468 - 660
[email protected]
www.meissen.com
Meissen®, Meissener Porzellan®, Böttgersteinzeug ® und Gekreuzte Schwerter ® Meissen®, Meissener Porzellan®, Böttgersteinzeug ®, and Gekreuzte Schwerter ®
sind eingetragene Marken der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH.
are legally protected trademarks of Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH.
MEISSEN® ist Synonym für hochwertigste, in Handarbeit gefertigte Kunstobjekte in Porzellan.
Jedes Stück ist einzigartig in Form und Dekor und zeichnet sich durch eine eigene „Handschrift“
des Gestalters und Malers aus; geringe Abweichungen zur Abbildung im Katalog unterstreichen
die Individualität der Entstehung. Die Maße der Objekte unterliegen zudem keramtechnisch
bedingten geringfügigen Schwankungen.
MEISSEN® is a synonym for high-value, handcrafted art objects in porcelain. Every piece is
unique in its form and décor and reflects the style of the modeller and painter; minor deviations
from the pictures in the catalogue only underline that these works are made individually by
hand. The measurements of the objects are also subject to minor variations due to the ceramic
process.
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LIMITIERTE KU NST W ER K E
L I M I T ED A RT WOR K S
A RCHI T EK T U R & IN T ER IEU R
A RCHI T E C T U R E & IN T ER IOR S
SCHMUCK & GE SCHENK E
J E W EL L ERY & GIF T S