Kinostart: 7. November 2013

Transcription

Kinostart: 7. November 2013
Constantin Film
präsentiert
eine Produktion der Rat Pack Filmproduktion
in Co-Produktion mit Constantin Film
Darsteller
Elyas M’Barek, Karoline Herfurth,
Katja Riemann, Jana Pallaske, Alwara Höfels,
Jella Haase, Max von der Groeben, Farid Bang, Uschi Glas u.v.m.
Drehbuch & Regie
Bora Dagtekin
Produzenten
Lena Schömann
Christian Becker
Executive Producer
Martin Moszkowicz
Kinostart: 7. November 2013
INHALT
BESETZUNG
3
STAB
3
SONSTIGES
3
INHALT
4
PRESSENOTIZ
4
ERINNERUNGEN DER DARSTELLER UND FILMEMACHER AN DIE SCHULZEIT
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INTERVIEWS
8
Interview mit Regisseur und Autor Bora Dagtekin
8
Interview mit Produzentin Lena Schömann
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Interview mit Produzent Christian Becker
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Interview mit Elyas M'Barek
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Interview mit Karoline Herfurth
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ÜBER DIE PRODUKTION
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AUSZÜGE AUS DEM DREHBUCH
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BIOGRAPHIEN DER SCHAUSPIELER
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Elyas M'Barek (Zeki Müller)
23
Katja Riemann (Gudrun Gerster)
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Alwara Höfels (Caro)
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Jella Haase (Chantal)
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Max von der Groeben (Danger)
26
BIOGRAPHIEN DER FILMEMACHER
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Bora Dagtekin (Drehbuch & Regie)
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Lena Schömann (Produzentin)
27
Christian Becker (Produzent)
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Martin Moszkowicz (Executive Producer)
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KONTAKTE
30
2
BESETZUNG
Elyas M’Barek
Karoline Herfurth
Katja Riemann
Jana Pallaske
Alwara Höfels
Jella Haase
Max von der Groeben
Anna-Lena Klenke
Gizem Emre
Aram Arami
Uschi Glas
Margarita Broich
Farid Bang
Christian Näthe
Bernd Stegemann
Erdal Yildiz
Laura Osswald
Zeki Müller
Lisi Schnabelstedt
Gudrun Gerster
Charlie
Caro
Chantal
Danger
Laura
Zeynep
Burak
Ingrid Leimbach-Knorr
Frau Sieberts
Paco
Biolehrer
Herr Gundlach
Attila
Kindergärtnerin
STAB
Drehbuch und Regie
Produzentin
Produzent
Executive Producer
Director of Photography
Casting
Herstellungsleitung
Szenenbildner
Art Director
Kostümbild
Maske
Schnitt
Musik
Produktion
Co-Produktion
Förderer
Bora Dagtekin
Lena Schömann
Christian Becker
Martin Moszkowicz
Christof Wahl
Daniela Tolkien
Oliver Nommsen
Matthias Müsse, Christian Schäfer
Thomas Göldner
Regina Tiedeken
Nadine Scherer, Christina Baier
Charles Ladmiral, Zaz Montana
Beckmann, Djorkaeff, Beatzarre
Rat Pack Filmproduktion
Constantin Film Produktion
FilmFernsehFonds Bayern, Medienboard BerlinBrandenburg, Filmförderungsanstalt, Deutscher
Filmförderfonds
SONSTIGES
Drehorte
Drehtage
Länge
München, Unterhaching, Berlin, Augsburg, Dachau
41 (28.04.13 – 02.07.13)
118 Minuten
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INHALT
Auf sein vergrabenes Diebesgut wurde einfach eine verdammte Turnhalle gebaut. Der ExKnacki Zeki Müller (Elyas M`Barek) hat keine andere Wahl und muss als vermeintlicher
Aushilfslehrer an der Goethe-Gesamtschule anheuern. Und jetzt hat das deutsche
Bildungssystem ein Problem mehr. Den krassesten Lehrer aller Zeiten. Während er nachts nach
seiner Beute gräbt, bringt er tagsüber mit seinen ruppigen aber nachhaltigen Lehrmethoden die
Chaotenklasse 10b auf Spur. Ohne zu ahnen, in wen sie sich da gerade verliebt, ermahnt die
überkorrekte Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) ihren vermeintlichen Kollegen
emsig zu pädagogischer Verantwortung und erweckt in dem Raubein moralische Restwerte
zum Leben.
PRESSENOTIZ
Dichtung oder Wahrheit? Am 7. November bringt Constantin Film FACK JU GÖHTE in die
Kinos. Bora Dagtekin und die Macher von „Türkisch für Anfänger“ liefern ihren Beitrag zur
Bildungsreform: FACK JU GÖHTE erzählt von überforderten Lehrern und gestörten Schülern
und mischt das Genre Schulkomödie mit unverstellten Sprüchen und spitzen Dialogen neu auf.
Knapp 2,4 Millionen Zuschauer machten „Türkisch für Anfänger" zum erfolgreichsten deutschen
Kinofilm des Jahres 2012. Jetzt startet Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin mit FACK
JU GÖHTE einen Angriff gegen die Spießigkeit in deutschen Lehrerzimmern. Neben Elyas
M’Barek („Türkisch für Anfänger“, „What a Man“) runden Karoline Herfurth („Vincent will mehr“,
„Im Winter ein Jahr“), Katja Riemann („Der Verdingbub“, Rosenstraße“), Jana Pallaske
(„Männerherzen“, „Inglourious Basterds“) und Alwara Höfels („Blutzbrüdaz“, „Keinohrhasen“)
den prominenten Lehrkörper ab. In weiteren Rollen sind Jella Haase und Max von der Groeben
zu sehen. Produziert wird FACK JU GÖHTE von Lena Schömann und Christian Becker
(„Türkisch für Anfänger“, „Vorstadtkrokodile 1-3“, „Wickie und die starken Männer“).
FACK JU GÖHTE ist eine Produktion der Rat Pack Filmproduktion in Co-Produktion mit
Constantin Film. Die Komödie wurde gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern, dem
Medienboard Berlin-Brandenburg, der Filmförderungsanstalt und dem Deutschen Filmförderfonds.
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ERINNERUNGEN DER DARSTELLER UND FILMEMACHER AN DIE SCHULZEIT
Elyas M'Barek:
„Für mich war Schule nie ein schlimmer Ort. Wir mussten nur bis ein Uhr dort sein, danach hätte
ich Hausaufgaben machen müssen, aber die habe ich mir oft gespart. So gesehen, war Schule
für mich ein Halbtagsjob. Abitur habe ich trotzdem.“
Karoline Herfurth:
„Ich mochte Schule total gern und war eine kleine Streberin. Ich war auf einer Waldorf-Schule in
Berlin. Da blieb der Spaß am Lernen immer erhalten, weil ich super Lehrer hatte. Meine
Deutschlehrerin hat mir sehr viel mit auf den Weg gegeben, sie hat stark geprägt, wie ich mich
heute ausdrücke. Auch in Geschichte, Englisch oder Politik hatte ich sehr engagierte Lehrer.
Das werde ich denen nie vergessen.“
Katja Riemann:
"In Kirchweyhe gab es keinen Kindergarten, zumindest nicht, als ich dort aufwuchs. So
langweilte ich mich als kleines Kind und schlich mich heimlich in die Dorfschule, in der meine
Mutter unterrichtete; wir wohnten nebenan im Lehrerhaus. Dadurch lernte ich aus Versehen
lesen und schreiben. Lesen kann ich noch immer gut, meine Handschrift ist unter aller Sau. Als
dann die Schule begann, waren es sehr angenehme 4 Jahre. Ab der fünften Klasse und somit
dem Eintritt ins Gymnasium begann der Alptraum, den ich hier nicht näher beschreiben möchte.
Er währte bis zur neunten Klasse und wurde dann durch einen Nervenzusammenbruch abrupt
beendet, da ich in eine andere Schule versetzt wurde. Gesamtschule. Besser wurde es jedoch
erst, als ich mir die Haare abschnitt in der 12. Klasse, der Diktatur der Müslis nicht weiter
gehorchte und von den lila Pumphosen in Pumps und Miniröcke wechselte und auf einer freien
Bremer Schule begann Theater zu spielen. Meine Abitursnote im Fach Deutsch (die Klausur
schrieb ich über Kafka, den ich bis heute verehre), wurde um einen Punkt herunter gesetzt,
wegen meiner Handschrift...siehe oben...“
Alwara Höfels
„Meine Erinnerungen an die Schule sind ambivalent. Es gab gute Zeiten und schlechte Zeiten.
Aber Schule bedeutete für mich nicht nur reine Wissensaufnahme, sondern auch Freundschaft
und Leben. Rückblickend bin ich der Schule sehr dankbar, weil sie unglaublich wichtig war für
meine Identitätsbildung.“
Jana Pallaske
"Ich hatte eine höllische Schulzeit. Als die Mauer fiel, war ich in Ostberlin in der fünften oder
sechsten Klasse. Ich wollte Französisch und Englisch lernen, aber das ging an meiner Schule
noch nicht, also musste ich zu einem Gymnasium im Westen wechseln. Das Schulsystem im
Osten war ein bisschen härter. Was im Westen in der siebten Klasse unterrichtet wurde, hatte
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ich so ziemlich alles schon gelernt. Deshalb wurde ich leider als Streberin abgestempelt.
Außerdem konnten wir uns keine Markenklamotten leisten, ich trug keine Levis oder andere
coole Sachen, weshalb die anderen mich täglich hardcore schikaniert haben, verkloppt und
meine Sachen ins Tafelwasser geworfen etc... Damals war mein Herz traurig, schwer und allein,
ich hab mich morgens kaum in die Schule getraut oder wieder raus. Es war echt eine
beschissen harte Zeit, aber heute weiß ich, dass mich das stark gemacht hat."
Max von der Groeben:
„Ich bin nie gern zur Schule gegangen, aber ich fand sie auch nicht allzu dramatisch. Mit
Französisch tat ich mich etwas schwer, aber Sport z.B. war mein bestes Fach. Irgendwie habe
ich am Ende mit möglichst wenig Aufwand doch noch viel erreicht. Aber insgesamt bin ich froh,
dass ich da nicht mehr hin muss.“
Jella Haase:
„Ich habe die zwölfte Klasse wiederholt, weil ich ein Jahr vorher viel gedreht habe und es in
einigen Fächern nicht reichte. Mein Abitur habe ich erst jetzt im Frühjahr 2013 gemacht. Ich
glaube, wir waren eine schlimme Klasse. Da gab's echte Chaoten, aber mit denen war ich gut
befreundet und hatte deshalb keine Probleme.“
Uschi Glas:
„Schon früher wurde ich wegen meiner Paukerfilme gefragt, wie meine Schulzeit war und mein
Verhältnis zu den Lehrern. Wir waren eine sehr wilde Klasse und für schwache Lehrer
überhaupt nicht geeignet, denn wir hatten kein Mitleid mit ihnen. Wenn Du als Schüler die
Schwäche spürst kennst Du kein Mitleid, Du denkst nur: "Na warte! Ich zeig´s Dir!" Das ist
eigentlich furchtbar und ich schäme mich dafür. Den Lehrer mit Autorität und gutem Wissen, den
respektiert man sofort und freut sich auf den Unterricht. Ich glaube so sind Kinder.“
Regisseur und Autor Bora Dagtekin
„An meine Schulzeit habe ich weder besonders schlechte noch besonders gute Erinnerungen.
Mit meinen Lehrern bin ich eigentlich ganz gut klargekommen. Ich glaube, Lehrer sind eh immer
nett zu Kindern aus Lehrerfamilien. Das Schöne an Schule ist, dass man so viel Ferien hat wie
nie wieder in seinem Leben. Man trifft auch nie wieder so viele Freunde. Und man baut nie
wieder so viel Scheiße.“
Produzentin Lena Schömann
„Meine eigene Schulzeit war schön. Das lag vermutlich daran, dass ich dort viele Freunde hatte
und eine gute Schülerin war. Irgendwie war ich schon ein kleiner Streber und ich mochte meine
Lehrer. Ziemlich seltsam war die Idee eines Biologielehrers, im Winter aus NachhaltigkeitsGründen testen zu wollen, wie wir Schüler mit einer Zimmertemperatur von 15 Grad Celsius
klarkommen. Und dass erst im elften Schuljahr festgestellt wurde, dass unsere Schule
jahrelang eine Asbesthölle war, ist rückblickend auch nicht schön.“
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Produzent Christian Becker
„Ich bin nicht gern zur Schule gegangen. Abgesehen von der Gemeinschaft mit den
Klassenkameraden war das eine einzige Qual. Ich dachte, ich mache es mir leicht und wähle
die Leistungskurse Biologie und Kunst – ein bisschen sexuelle Aufklärung und Malen. Aber
dann war das doch richtig viel Arbeit. Ich hätte nur kotzen können.“
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INTERVIEWS
Interview mit Regisseur und Autor Bora Dagtekin
FACK JU GÖHTE ist zwar keine Fortsetzung Ihres Regiedebüts TÜRKISCH FÜR
ANFÄNGER, aber vor und hinter der Kamera wirken weitgehend dieselben Leute mit. Wie
kam es dazu?
Schon während wir TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER drehten, wollten Lena Schömann, die
Constantin Film und ich wieder einen Film mit Elyas M'Barek machen. Ich fand es spannend
zu überlegen, welchen Charakter er nach all den Teenager-Rollen spielen könnte. Ich habe
überlegt, in welchem Setting eine lustige aber coole Männerrolle gut funktionieren würde und
weil ich sowieso seit Jahren eine Schulkomödie machen wollte, fand ich, dass Elyas ein
super prolliger Anti-Lehrer wäre.
Weiß Elyas M'Barek, dass Sie ihn als Idealbesetzung für prollige Rollen sehen?
Elyas hat sehr viel Humor und liebt krasse Charaktere. Ich finde, es wäre verschenkt, für ihn
eine Softie-Rolle zu schreiben. Da haben wir in Deutschland schon genug andere, die diesen
Typus verkörpern. Den größten Spaß haben wir alle, wenn Elyas extreme Rollen spielt. Bei
krassen Typen und in politisch unkorrekteren Dialogen zeigt sich sein komödiantisches
Talent am besten. Vor allem glaubt man ihm harte, kernige Männerrollen wirklich gut und
damit besetzt er eine Nische, die er momentan konkurrenzlos beherrscht.
War es schwierig, grünes Licht für die Produktion zu bekommen?
Wir haben die Handlung relativ früh beim Verleih gepitcht. Die Idee kam überall gut an.
Genau wie ich hatten auch Lena Schömann und Martin Moszkowicz das Gefühl, dass es
wieder an der Zeit war, einen Stoff mit Lehrern und Schülern zu drehen. Es gab so lange
keinen Schulfilm mehr in Deutschland, dabei ist der Paukerfilm ja eigentlich das deutsche
Genre schlechthin. John Hughes und zig andere US-Regisseure haben sich von denen
inspirieren lassen und das Genre für den internationalen Markt adaptiert.
Stimmt es, dass der Lehrerberuf in Ihrer Familie weit verbreitet ist?
Meine Mutter und meine Schwester sind Lehrerinnen, mein Schwager ist auch Lehrer. Meine
Mutter hat an der Grundschule unterrichtet, die ich selbst besucht habe. Dadurch sind viele
meiner Lehrer bei uns zu Hause ein- und ausgegangen. Ich hab also früh erlebt, wie das
Lehrervolk hinter den Schulkulissen funktioniert, was im Lehrerzimmer so diskutiert wird,
dass Lehrer eigentlich ziemlich ironisch sind und privat nicht so trübe Tassen, wie viele
denken. Aber ich habe für den Film auch viel recherchiert. Es gibt lustige, anekdotische
Lehrerbücher und wir haben eine Menge Lehrer interviewt.
Mussten Sie sich beim Drehbuch ein bisschen zurückhalten, um den Beruf Ihrer Mutter nicht
zu sehr zu verunglimpfen?
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Die Produzentin Lena Schömann kommt ebenfalls aus einer Lehrerfamilie. Ihr ist genauso
wichtig wie mir, dass die Lehrer nicht fertig gemacht werden, wie das oft in anderen Filmen
der Fall ist. In den Komödien aus den 80er und 90er Jahren sind Lehrer oft Vollidioten und
eindimensionale Projektionsflächen für Hass oder erste Liebe, aber auf eine sehr plumpe Art
und Weise. Wir wollen zeigen, dass Lehrer sein auch eine Art Leidenschaft sein kann.
Umfragen zeigen, dass der Beruf zu den anerkanntesten Berufen in Deutschland gehört.
Lehrer sind trotz ihrer pädagogischen Zeigefinger die Menschen, die uns in unserer Jugend
stark prägen. Deshalb wollen wir sie ernsthaft beleuchten, wenn auch mit einem
Augenzwinkern. Karoline Herfurths Charakter will zum Beispiel nur das Beste für die Schüler.
Sie ist einfach nur nicht durchsetzungsfähig genug und lernt das im Laufe des Films durch
Elyas' Charakter. Das Schöne an FACK JU GÖHTE ist, dass die Lehrer die gleichen
Probleme haben wie die Teenager. Sie verlieben sich, sie suchen ihre Rolle in der
Gesellschaft und machen einen Reifungsprozess durch.
Karoline Herfurth spielt in FACK JU GÖHTE erstmals wieder eine komische Hauptrolle. Wie
kam es zu der Besetzung?
Karo hat mit MÄDCHEN, MÄDCHEN angefangen, mehr Komödie geht ja eigentlich gar nicht.
Dann hat sie viele Genre-Filme gemacht und – weil sie so genial spielt – natürlich auch viele
tiefgründige Drama-Rollen. Ich wusste nicht, dass sie wieder mal Bock auf eine Komödie
hatte, ich habe es aber gehofft. Sie hat beim Konstellationscasting mit Elyas mitgemacht und
die beiden waren einfach genial zusammen. Ich glaube, die Rolle der Lisi Schnabelstedt
gefiel ihr auch sehr gut. Ich will immer dafür sorgen, dass die Schauspieler in ihren Rollen
auch was zu spielen haben. Die Figur muss in einem Film durch alle Stadien der Gefühle
gehen, damit sie für einen guten Schauspieler auch interessant wird. Und ich glaube, Karo
hat es gefallen, dass der Film so viele Aspekte ihrer Figur bedient. Lisi Schnabelstedt ist
albern, witzig, hat aber auch stille und ganz emotionale Momente. Sie ist der moralische
Kern der Story.
Schreiben sich die Dialoge leichter, wenn Sie die Besetzung schon vor Augen haben?
Auf jeden Fall. Ich denke schon beim Schreiben immer daran, wer die Rolle spielen könnte.
Auch bei allen Serien, die ich geschrieben habe, war ich früh in den Castingprozess
eingebunden. Das ist bei einer Serie noch wichtiger als bei einem Kinofilm, weil die Figuren
zum Teil über Jahre ausgequetscht werden. Wenn die Schauspieler nicht mal selbst Dinge
anbieten oder sie einen durch ihr Spiel inspirieren, kommt man als Autor in Bedrängnis. Also
habe ich Elyas oder Josefine Preuß oder Diana Amft beobachtet und dadurch neue Ideen
entwickelt, in welche Richtung sich ihre Charaktere noch entwickeln könnten. Ich glaube
auch, dass man als Autor mit dem Cast zusammenarbeiten sollte. Man muss die Talente der
Stars erkennen und ihnen Dinge schreiben, die wie für sie gemacht sind. Ich finde nicht,
dass ein Schauspieler per se alles können und auch das Unmögliche beherrschen muss.
Das wäre absurd. Es ist vielmehr die Aufgabe des Regisseurs oder Autors, ihm eine Rolle zu
schreiben oder mit ihm eine Rolle zu entwickeln, die er perfekt umsetzen und in der er
glänzen kann.
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Interview mit Produzentin Lena Schömann
Wie entstand die Idee zu FACK JU GÖHTE?
Bora Dagtekin trug schon länger die Idee mit sich herum, einen kleinkriminellen Ganoven als
Aushilfslehrer in eine Schule zu werfen. Dabei hatte er immer schon Elyas M'Barek für die
Hauptrolle im Sinn. Schon während der Dreharbeiten zu TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER hat er
mich mit dem Pitch begeistert und wir hatten Lust darauf, als nächstes Projekt eine solche
Schulkomödie zu realisieren. Da wir beide aus Lehrerfamilien stammen, liegt uns das Thema
sehr am Herzen. Wäre ich nicht Produzentin, wäre ich jetzt wahrscheinlich Lehrerin und zwar
genauso ein uncooler Typ Streberin wie ‚Lisi Schnabelstedt‘.
FACK JU GÖHTE ist bis in die kleinsten Nebenrollen hinein prominent besetzt. Wie schwer
war es, die erste Garde der deutschen Schauspieler zu verpflichten?
Mit einem erstklassigen Drehbuch schafft man es, erstklassige Schauspieler zu gewinnen.
Bora Dagtekin ist als Autor ein echter Künstler. Er schreibt die Figuren sehr zielsicher und
legt ihnen pointierte Dialoge in den Mund. Die Figuren sind nie albern und klamaukig. So
haben die Schauspieler Lust darauf, sie zu spielen und ihre Grenzen auszutesten.
Wächter der deutschen Kultur könnten kritisieren, dass Johann Wolfgang von Goethe im
Titel FACK JU GÖHTE nicht ganz korrekt geschrieben wird.
Der Titel war eine spontane Idee von Bora Dagtekin, inklusive des Buchstabendrehers bei
der Rechtschreibung. Ich befürchte, ich werde für den Rest meines Lebens den Namen
Goethe nicht mehr richtig schreiben können. FACK JU GÖHTE war anfangs nur als
Klospruch gedacht, aber dann spielt er doch noch eine zentrale Rolle, wenn Zeki, Lisi und
die Schüler einen Zug mit Graffiti besprühen, quasi als Kunstunterricht. Wir haben den Titel
lange diskutiert. Die erste Reaktion mag vielleicht ein Fragezeichen sein, aber gerade darin
kann der Reiz stecken, dass man zweimal hinschauen muss.
Hat Ihnen der Erfolg von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER den Mut gegeben, bei FACK JU
GÖHTE hinsichtlich der Sprache eine härtere Gangart einzulegen?
Die Sprache war schon bei TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER politisch nicht ganz korrekt. Wir
achten aber darauf, dass es nicht zu vulgär wird und zu viel Fäkalsprache vorkommt, aber
ein gewisser Grad an Alltagssprache ist wichtig. Die jungen Zuschauer nehmen den Film nur
ernst, wenn sie sich in den Dialogen wiederfinden. FACK JU GÖHTE soll authentisch
klingen. Der Witz entsteht ja vor allem dadurch, dass dieser Zeki Müller nicht wie ein Lehrer
spricht, sondern wie ein Teenager. Dabei müssen natürlich auch ein paar Kraftausdrücke
fallen.
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Interview mit Produzent Christian Becker
Was hat Sie dazu veranlasst, FACK JU GÖHTE zu produzieren?
Bora Dagtekin hat mich mit seiner Idee zu FACK JU GÖHTE sofort begeistert. Wir haben in
Deutschland eine große Tradition der Schulfilme. Da gib es DIE FEUERZANGENBOWLE,
DIE LÜMMEL VON DER ERSTEN BANK oder PEPE, DER PAUKERSCHRECK. Doch nach
den 70er Jahren kam fürs richtig große Publikum lange Zeit nichts Vergleichbares mehr ins
Kino. Der letzte große Schulfilm war Marco Petrys SCHULE aus dem Jahr 2000.
War es schwer, das Budget zu stemmen?
Nach dem großen Erfolg von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER war es nicht allzu schwer, den
Film zu finanzieren. Mit Hilfe des FilmFernsehFonds Bayern, des Medienboards BerlinBrandenburg, der Filmförderungsanstalt und des Deutschen FilmFörderFonds haben wir ein
anständiges Budget zusammenbekommen.
Worin liegt der Reiz der Filmhandlung?
Das Geniale an der Idee, die Bora und meine Produzentenpartnerin Lena entwickelt haben,
ist ja, dass sich jeder in der Geschichte wiederfindet. Wir kennen Lehrer und Mitschüler. Wir
hassen die Schule, manche haben sie auch geliebt. All das verarbeitet Bora Dagtekin in
einer Geschichte, die zugleich aber auch Krimi und Liebesgeschichte ist.
Meiner Meinung nach ist Bora Dagtekin der beste Komödienautor, den wir zurzeit in
Deutschland haben und das hat ja auch schon sehr früh Martin Moszkowicz von der
Constantin entdeckt, der einen Exklusiv-Vertrag mit ihm geschlossen hat. Seine Dialoge sind
wahnsinnig intelligent und haben feine Pointen. Dieser Humor unterhält ganz junge
Zuschauer, aber auch Jugendliche und junge Erwachsene. Er haut einen Spruch nach dem
anderen raus, sodass man sich schon beim Lesen des Drehbuchs kaputt lacht.
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Interview mit Elyas M'Barek
Sie spielen Zeki Müller, einen eigenwilligen Lehrer ohne pädagogische Ausbildung. Wodurch
unterscheidet sich die Rolle von früheren Projekten?
Zeki Müller ist bislang meine reifste Rolle. Ich spiele keinen Jugendlichen mehr, sondern
einen Lehrer – und die Leute kaufen mir das tatsächlich ab. Zeki ist ja eigentlich ein
Kleinkrimineller, der aus dem Knast kommt und an die Beute aus seinem letzten Raubzug
will. Leider wurde über das Versteck inzwischen eine neue Turnhalle gebaut. Deshalb greift
er zu seiner eigenen Technik, um an das Geld zu kommen. Er heuert als Lehrer an, um
Zugang zum Keller zu bekommen, aus dem er sich rangräbt.
Ist Zeki Müller ein Fluch oder ein Segen für die Goethe-Gesamtschule?
Anfangs ist es sicher ein Drama, dass Zeki den Unterricht leitet, weil er weder Ausbildung
noch Ahnung hat. Aber dann sorgt er doch für frischen Wind an der Schule. Er kommuniziert
mit den Schülern quasi in ihrer eigenen asozialen Sprache.
Bricht der Film eine Lanze für den Lehrerberuf?
Ich glaube schon. Bora vermittelt durch den Film, dass nicht alle Lehrer doof sind. Er kommt
ja aus einem Lehrerhaushalt, seine Mutter ist Lehrerin. Die meisten Lehrer ergreifen den
Beruf aus Überzeugung. Es gab auch in meiner Schullaufbahn Lehrer, die eine Art
Vorbildfunktion hatten. Die fand ich cool. Die haben mir Werte vermittelt und etwas für mein
Leben beigebracht.
Warum verliebt sich der coole Zeki im Film in die völlig uncoole Lisi Schnabelstedt?
Weil dieser Gegensatz das Geheimnis einer guten Komödie ist. Zwei Menschen
zuzuschauen, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zueinander passen, ist immer
interessant. Das war bei Cem und Lena in TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER genauso. Lisi
steht für all das, was Zeki fehlt. Sie komplettiert ihn sozusagen. Sicher bedeutet so eine
anständige und süße Frau für Zeki auch Geborgenheit. Und es berührt ihn ,dass sie an ihn
glaubt und mehr in ihm sieht. Sie kitzelt den guten Kerl in ihm raus und das will er ja
eigentlich lieber sein als ein Arschloch.
Wie war die Zusammenarbeit mit der Kollegin Karoline Herfurth?
Karoline hat sich mal beklagt, dass es am Set zu harmonisch zwischen uns beiden zugeht.
Sie wünschte sich mehr private Spannung, damit uns das Spielen der Rollen leichter falle.
Ich habe ihr direkt einen Streit angeboten, aber darauf ging sie nicht ein. Karoline ist eine
professionelle, total umgängliche und bezaubernde Kollegin.
In vielen Szenen haben Sie mit sehr jungen Schauspielern gedreht. Wie war das?
Es ist Wahnsinn, wie viele gute Nachwuchsdarsteller es gibt. Ich musste ständig lachen,
wenn ich denen zugeschaut habe. In einigen Szenen saßen aber auch kleine Kinder vor mir
in der Klasse. Ich glaube, die hatten richtig Schiss, als ich die anschreien musste. Die
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guckten mich völlig verstört an. Ich habe mich auch entschuldigt und denen gesagt, dass ich
im normalen Leben total nett bin und dass ich das alles nur für den Film machen muss.
Interview mit Karoline Herfurth
Sie spielen die Referendarin Lisi Schnabelstedt. Was für ein Mensch ist sie?
Sie ist ein liebenswürdiger Mensch mit starken Werten, leider ist sie etwas humorbefreit und
überhaupt nicht locker. Den Code Cool beherrscht sie gar nicht, deswegen wirkt sie unsicher
und tappt gern mal daneben. Sie war früher ein kleines dickes Mädchen, das in der Schule
immer gemobbt wurde. Als Lehrerin will sie an ihre alte Schule zurück, um jetzt cool zu sein.
Das klappt aber leider nicht.
Wieso verguckt sich Lisi ausgerechnet in einen ungebildeten Kleinkriminellen wie Zeki?
Lisi ist nicht per se verklemmt. Sie ärgert sich selbst am meisten darüber, dass sie alles zu
ernst nimmt. Deshalb tut ihr Zeki richtig gut. Er sagt ihr: „Mädchen, entspann Dich mal!“
Außerdem sieht er hammergut aus. Die beiden sind ein tolles Paar, sie ergänzen sich
perfekt.
Wie war es für Sie, nach langer Zeit wieder in einer Komödie zu spielen?
In Komödien habe ich immer eher den romantischen Part gespielt. Nach `Zettl`, in dem ich
an der Seite von Bully spielen durfte, habe ich mir sehr gewünscht, noch mehr lustige Rollen
zu spielen und weiter in die Materie einzutauchen. Ich bin also, was das lustige Rollenfach
angeht, noch Anfänger und daher war so eine große komische Rolle Neuland für mich.
Entsprechend nervös war ich vor dieser Feuerprobe.
Sind Sie privat ein Fan von Komödien?
Ich liebe Komödien. Ehrlich gesagt habe ich noch nicht so viele Filme von Fassbinder oder
Godard gesehen, aber ich kenne so ziemlich jede Romantic Comedy der letzten zehn Jahre.
Ich bin halt so veranlagt. Deswegen war es auch ein echter Wunschtraum, selbst mal so eine
Rolle zu spielen. Am Anfang fühlte ich mich auf unsicherem Boden. Komödie ist ein
unglaublich schweres Genre. Aber ich glaube, Bora Dagtekin und ich sind auf einer
Wellenlänge: Ich mag Komödien nicht so, die auf Kosten einer Figur gehen. Man muss die
Figur lieben und mit ihr fühlen können. Bora kommt ja aus einer Lehrerfamilie. Deshalb
verarscht er die Lehrer nicht einfach nur, sondern erzählt die Geschichte liebevoll mit einem
Augenzwinkern. Hintenrum wird Schule plötzlich cool. Das finde ich gut, denn das ist auch
meine Einstellung.
Hätten Sie früher lieber Lisi oder Zeki als Lehrer gehabt?
Grundsätzlich finde ich Lisi gut, weil sie so engagiert ist, aber natürlich hat auch Zeki seine
Qualitäten. Er begegnet den Schülern auf Augenhöhe. Ideal wäre natürlich eine Mischung
aus beiden.
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ÜBER DIE PRODUKTION
Von Thailand nach Unterhaching
Knapp 2,4 Millionen Zuschauer sahen Bora Dagtekins Komödie TÜRKISCH FÜR
ANFÄNGER und machten sie zum erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres 2012. Die
weitgehend in Thailand gedrehte Produktion mit Josefine Preuß und Elyas M'Barek wurde
unter anderem mit dem Bayerischen Filmpreis, einem Bambi und dem Deutschen
Comedypreis ausgezeichnet. Nach diesem perfekten Kickstart hatte Regiedebütant und
Autor Bora Dagtekin im Grunde freie Wahl, welches Projekt er als nächstes angehen wollte
und an welcher traumhaften Location es gedreht werden sollte: Erneut auf einer Insel in
Thailand? Oder diesmal lieber in der Südsee? Er entschied sich... für ein Gymnasium im
bayerischen Unterhaching.
„Bora Dagtekin trug schon länger die Idee mit sich herum, einen kleinkriminellen Ganoven
als Aushilfslehrer in eine Schule zu werfen“, sagt Produzentin Lena Schömann. „Ich fand,
dass Elyas M'Barek ein super Asi-Lehrer wäre“, ergänzt Bora Dagtekin, der mit seiner Idee
offene Türen bei den Produzenten Lena Schömann und Christian Becker einrannte. „Wir
wollten FACK JU GÖHTE als Schulkomödie für die Teenager-Generation des Jahres 2013
drehen“, sagt Produzentin Lena Schömann. „Sie sollte frech, modern und politisch unkorrekt
sein, ganz im Stil von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER.“
Lehrerschicksale und Familientraditionen
Für Bora Dagtekin und Lena Schömann war das Projekt zugleich eine Aufarbeitung der
eigenen Familiengeschichte: „Wir kommen beide aus Lehrerfamilien, was für den Film von
Vorteil ist“, erklärt die Produzentin. „Obwohl wir die Lehrer augenzwinkernd aufs Korn
nehmen, lassen wir immer erkennen, dass viele Lehrer ihren Beruf lieben und sich sehr für
die Schüler engagieren.“ Bora Dagtekin sieht das auch so: „Meine Mutter hat an der
Grundschule unterrichtet, die ich selbst besucht habe. Dadurch sind viele meiner Lehrer bei
uns zu Hause ein- und ausgegangen. Ich habe also früh erlebt, dass Lehrer ziemlich ironisch
sind und privat nicht so trübe Tassen, wie viele Leute denken.“
Der Schwerpunkt von FACK JU GÖHTE liegt auf den Lehrern, weniger auf den Schülern.
„Wir fragten uns: Was passiert, wenn die Lehrer größere Teenie-Probleme haben als die
Schüler?“, erläutert Lena Schömann den Ansatz der Geschichte. „Sie verlieben sich neu, sie
kämpfen um Anerkennung, belügen sich und durchlaufen einen Reifungsprozess.“ Produzent
Christian Becker sah die moderne Screwball-Schulkomödie bei Bora Dagtekin in den besten
Händen: „Er ist der beste Komödienautor, den wir zurzeit in Deutschland haben. Seine
Dialoge sind wahnsinnig intelligent und haben feine Pointen. Dieser Humor unterhält ganz
junge Zuschauer, aber auch Jugendliche und junge Erwachsene.“
Krasser Typ mit coolem Body
Die Hauptrolle des Kleinkriminellen Zeki Müller, der zum Aushilfslehrer wird, damit er seine
unter der Schulturnhalle vergrabene Beute bergen kann, schrieb Bora Dagtekin für seinen
Lieblingsschauspieler Elyas M'Barek. Mit ihm arbeitet er schon seit der Fernsehserie
„Türkisch für Anfänger“ (2006–2008) zusammen. „Zeki Müller ist bislang meine reifste Rolle“,
sagt Elyas M'Barek. „Ich spiele keinen Jugendlichen mehr, sondern einen Lehrer – und die
Leute kaufen mir das tatsächlich ab.“ Die Rolle ist gut acht Jahre älter angelegt als die des
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20 Jahre alten Cem Öztürk in der Komödie TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER. „Cem tut nur so,
als ob er ein Prolet wäre, dabei kommt er eigentlich aus gutem Hause“, betont Bora
Dagtekin. „Bei Zeki Müller ist das anders: Er ist der Sohn einer Prostituierten und wird in
FACK JU GÖHTE viel stärker geläutert als Cem in TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER. Zeki wird
aus dem Knast entlassen, durchlebt als angeblicher Lehrer nochmal seine Schulzeit und
findet so seinen Platz im Leben.“
Produzentin Lena Schömann lobt auch die „unglaubliche Disziplin“ des 31-Jährigen: „Seit
Januar ging Elyas fünfmal pro Woche zum Personal Trainer und nahm bei einer speziellen
Diät acht Kilo ab. Am Set bekam er sein eigenes Low-Carb-Gericht, unabhängig vom
Catering für alle anderen.“ Denn wie schon in den Strandszenen von TÜRKISCH FÜR
ANFÄNGER sollte auch in FACK JU GÖHTE viel vom durchtrainierten Körper zu sehen sein.
Zum Beispiel, wenn Zeki Müller beim Schwimmunterricht alle Blicke auf sich zieht oder wenn
er unter der Turnhalle einen Tunnel zur Beute gräbt. Aber auch angezogen macht Zeki Müller
eine gute Figur. „Er sieht ungewollt cool aus“, sagt Kostümbildnerin Regina Tiedeken, die
auch schon bei TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER und in allen drei Staffeln von Bora Dagtekins
RTL-Serie „Doctor's Diary“ die Mode bestimmte. „Als Zeki aus dem Knast kommt, besitzt er
nur drei Jeans, ein paar T-Shirts und eine Lederjacke, die ordentlich Patina angesetzt hat.
Wenn er zum Lehrer wird, kombiniert er diese Sachen, ohne dabei eine Kostümschau
abzuliefern.“
Zurück zu den Comedy-Wurzeln
Dass sich der coole Zeki Müller im Laufe des Films ausgerechnet in die alles andere als
coole Referendarin Elisabeth „Lisi“ Schnabelstedt verliebt, folgt laut Bora Dagtekin einem
Grundgesetz guter Komödien: „Die Faszination liegt im größtmöglichen Gegensatz. Lisi
Schnabelstedt ist die spießige, gewissenhafte Referendarin und das genaue Gegenteil von
Zeki Müller. Am Anfang des Films verliebt er sich auch gar nicht in sie, sondern findet sie
einfach nur scheiße. Das dauert ein bisschen.“
Die weibliche Hauptrolle übernahm Grimme-Preisträgerin Karoline Herfurth. „Obwohl sie
2001 durch eine Komödie bekannt wurde, nämlich MÄDCHEN, MÄDCHEN, hat man wegen
ihrer vielen brillanten, dramatischen Rollen fast vergessen, was für ein tolles Gespür für
Comedy und Timing sie hat“, sagt Produzentin Lena Schömann. Für die 29-jährige
Schauspielerin, die privat am liebsten US-Komödien schaut, ging mit der Rolle der Lisi
Schnabelstedt ein Wunschtraum in Erfüllung: „In anderen Komödien war ich eher der
emotionale Part, aber dass ich selbst eine lustige Rolle spiele, war Neuland für mich“, sagt
Karoline Herfurth. „Entsprechend nervös war ich vor dieser Feuerprobe.“
„Ich glaube, Karoline hat es gut gefallen, dass der Film so viele Aspekte bedient. Er ist
albern, witzig, hat aber auch stille und emotionale Momente“, sagt Bora Dagtekin.
Star-Auflauf im Lehrerzimmer
Lisi und Zeki sind die jüngsten Neuzugänge in einem illustren Lehrerkollegium, das von
Direktorin Gudrun Gerster angeführt wird. Für die Rolle der resoluten und zugleich besorgten
Schulleiterin konnte Bora Dagtekin Katja Riemann gewinnen, die auch schon in TÜRKISCH
FÜR ANFÄNGER eine kleinere Rolle hatte. „Katja Riemann ist in FACK JU GÖHTE die
geilste Direktorin aller Zeiten“, sagt Bora Dagtekin. Für die Schauspielerin ist der Lehrerberuf
kein unbekanntes Terrain: „Meine Mutter war Konrektorin einer Grundschule. Eigentlich war
sie die heimliche Direktorin, aber weil es die 70er Jahre waren, durfte sie als Frau die
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Dorfschule nicht offiziell leiten. Auch mein Vater, mein Bruder, meine Schwester, mein
Schwager, meine Schwägerin: Sie haben alle den Lehrerberuf ergriffen.“
Katja Riemann sieht Gudrun Gerster als „freien Geist“ und als Gewinn für die GoetheGesamtschule: „Sie steht für eine schöne Balance zwischen Kopf und Herz. Sie kann sich
gut gegen eine Meute von Kindern durchsetzen, nutzt ihre Autorität aber in erster Linie dafür,
dass es den Schülern gut geht. Dafür überschreitet sie auch mal Grenzen.“ Katja Riemann,
die in den 90er Jahren den Höhenflug deutscher Komödien wie keine zweite Schauspielerin
prägte, ist begeistert von der Arbeit mit Bora Dagtekin: „Er ist ein brillanter Autor für
Komödien. Seine Figuren sind komplex und glaubwürdig. Es ist eine wahre Freude für jeden
Schauspieler, Boras Sätze sprechen zu dürfen. Außerdem ist er ein sehr guter Regisseur.
Komödien haben viel mit Handwerk zu tun, mit Rhythmus und Timing.“
Während die Direktorin Gudrun Gerster dank bunter Kombinationen und hochhackiger
Schuhe modische Akzente setzt, herrscht im Lehrerzimmer ein eher dezenter PädagogenChic vor. „Wir haben Abiturbilder aus den Jahren 2012 und 2013 studiert und dabei viele
Lehrer entdeckt, deren Stil nicht ganz so treffsicher ist“, sagt Kostümbildnerin Regina
Tiedeken. Für ihre Arbeit an FACK JU GÖHTE griff sie diese Beobachtungen auf. Der Leiter
der Theater-AG, gespielt von Bernd Stegemann, wirkt modisch nicht ganz auf der Höhe,
während Christian Nähte als junger Biolehrer lässige Polohemden trägt, Uschi Glas als
frustrierte Burnout-Lehrerin Hosenanzüge im Business-Look trägt und Alwara Höfels als
Jungpädagogin Caro mit ihren modernen Diesel-Outfits durchaus sexy wirkt. „Caro gehört
zur coolen Fraktion“, sagt Alwara Höfels. „In ihrem Denken und Handeln ist sie noch sehr
nah dran an den Jugendlichen und sie spricht dieselbe Sprache. Sie ist eine unabhängige,
junge Frau, die sicherlich ihre Gründe dafür hatte, Lehrerin werden zu wollen. Man braucht
für diesen Beruf Leidenschaft und Kraft – und die hat Caro bestimmt.“
Mit ähnlichen Idealen trat einst die erfahrene Ingrid Leimbach-Knorr den Schuldienst an,
doch die Leidenschaft ist längst verpufft. „Im Laufe vieler Jahre hat sie der Frust gepackt und
sie kann die ganzen Teufelsbraten nicht mehr ertragen“, beschreibt Schauspielerin Uschi
Glas ihre prägnante Nebenrolle im Film. „Sie hat einen Nervenzusammenbruch und springt
theatralisch aus dem Fenster, allerdings nur aus dem ersten Stock.“ Produzentin Lena
Schömann empfindet es als Glücksfall, dass Uschi Glas in FACK JU GÖHTE dabei ist: „Sie
hat das Genre der deutschen Schulkomödien mitgeprägt. Dass Uschi Glas nun die
Selbstironie besitzt, als Lehrerin aus dem Fenster zu springen, ist großartig. Im Grunde
nimmt dadurch die alte Riege der Paukerfilm-Stars Abschied und eine neue Generation
übernimmt.“ Uschi Glas ist davon überzeugt, dass Bora Dagtekin genau der Richtige ist, um
das Genre der Schulkomödie wiederzubeleben: „Schon mit TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER
hat er eine Komödie mit perfektem Timing gedreht. So eine Leichtigkeit erlebt man in Filmen
nur sehr selten. Da liegt sozusagen Champagner in der Luft.“
Lise Meitner trifft Goethe
Die lange Suche nach der idealen Schule, an der FACK JU GÖHTE spielen sollte, endete
mit einem Volltreffer: Das Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching, 1975 erbaut und nach
der österreichisch-schwedischen Kernphysikerin benannt, diente auch schon als Kulisse für
Marco Petris Komödie SCHULE und Gregor Schnitzlers Drama DIE WOLKE. In direkter
Nachbarschaft des Hauptgebäudes steht sogar eine neugebaute Turnhalle, genau wie Bora
Dagtekin sie für sein Drehbuch erfunden hat. „Die große Eingangshalle, die Fensterfronten
und Galerien verleihen der Schule etwas Offenes und Helles“, sagt Produzentin Lena
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Schömann. „Diese Optik ist enorm von Vorteil, wenn man eine freche Sommerkomödie
drehen will.“ In den zweiwöchigen Pfingstferien und an mehreren Wochenenden war das
Lise-Meitner-Gymnasium fest in der Hand der Filmemacher. Dabei dienten die
Klassenräume nicht nur als Kulisse, sondern auch als Depots für Ausrüstung und Requisiten.
In der schuleigenen Mensa wurden das Team, die Schauspieler und einige hundert
Komparsen verpflegt. Viele der 1400 Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums waren als
Statisten und Kleindarsteller im Einsatz. Dabei erlebten sie ihre Bildungseinrichtung in einem
Zustand, der für bayerische Schulen recht ungewöhnlich ist: heruntergekommen, zugemüllt
und mit Graffiti besprüht. „Bevor wir kamen, sah die Schule sehr ordentlich und gepflegt, also
langweilig aus“, sagt Szenenbildner Matthias Müsse. Er und sein Team haben sich dann von
Berufs wegen als Vandalen aufführen müssen. Die Fenster wurden mit durchsichtiger Folie
überzogen und mit Graffiti besprüht. Die Betonwände wurden mit abwaschbarer Farbe
bemalt oder nach Abschluss der Dreharbeiten komplett neu gestrichen. Der Klassenraum der
10b, Heimat der größten Chaotentruppe der Goethe-Gesamtschule, sollte dermaßen unter
den derben Schülerstreichen leiden, dass er von vornherein einen zweiten Boden,
zusätzliche Wände und neue Schulmöbel erhielt, die dann drehbuchgerecht zu Bruch gehen
konnten.
Als Szenenbildner Matthias Müsse in den 80er Jahren das Gymnasium in Norf am
Niederrhein besuchte, war seine eigene Schulwelt noch in Ordnung. Doch nach intensiven
Recherchen wusste er, wie ein standesgemäß runtergewracktes Gymnasium in einem
heutigen Problemviertel aussehen muss: „Wir hatten auch sehr gute Graffiti-Künstler zur
Verfügung, die unterschiedliche Stile beherrschen. Bora Dagtekin war es wichtig, dass die
Wände nicht einfach nur beschmiert werden, sondern dass in den Graffiti aktuelle Stile
aufgegriffen werden. Zum Teil haben wir auch sehr schöne Graffiti wieder zerstört und
übersprüht, damit die Wände eine Geschichte erzählen konnten und authentisch wirkten.“
„Die Schule sah richtig cool aus“, betont Bora Dagtekin. „Einige Schüler wünschten sich,
dass alles genauso bleiben sollte.“ Doch das biss sich mit der vertraglichen Vereinbarung,
das Lise-Meitner-Gymnasium nach den Dreharbeiten im ursprünglichen Zustand an den
Schulträger zurückzugeben. „Der Direktor war total entspannt“, sagt Matthias Müsse. „Seine
Abwesenheit bei den Dreharbeiten werte ich als Zeichen eines großen Vertrauens.“
Schulmädchenreport
In dem Mikrokosmos der Goethe-Gesamtschule fand Bora Dagtekin genau jene Figuren, die
ihm beim Schreiben eines Drehbuchs am liebsten sind. „Schüler sind erstklassige
archetypische Figuren, mit denen man viele schöne Grundkonflikte und Coming-of-AgeGeschichten erzählen kann“, sagt der mehrfach preisgekrönte Autor. „Bei Teenagern wirken
Überhöhungen nicht gleich so bescheuert wie bei Erwachsenen. Unsere Schüler in FACK JU
GÖHTE sind alle krass drauf, aber hinter der Albernheit beleuchten wir auch die großen
Themen, die einen als Teenager bewegen. Ich glaube, da erkennt sich jeder Zuschauer in
einer der Figuren wieder.“
Auch als Mittdreißiger sieht sich Bora Dagtekin noch nah an der Jugend: „Ich quatsche viel
mit Teenagern, wenn ich die irgendwo rumlungern sehe. Einfach, um so ein bisschen auf
dem aktuellen Stand zu bleiben. Die Filmbranche selbst ist ja auch recht jung, zumindest
geistig sind da ja fast alle noch Teenager.“ Obendrein hat Bora Dagtekin bei den
Dreharbeiten viel mit den jungen Schauspielern improvisiert: „Die haben gut 20 Prozent der
Ausdrücke, Gesten oder kleinen Milieu-Dinge zu ihren Figuren beigesteuert. Wenn
irgendwas im Drehbuch ,uncool' oder ,nicht realistisch' klang, wurde mir das recht
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entschieden mitgeteilt. Ich habe diese Vorschläge gern aufgegriffen, sofern sie gut zum
Humor und zur Überhöhung passten.“
Produzentin Lena Schömann hält diese Flexibilität für dringend notwendig: „Die jungen
Zuschauer nehmen den Film nur ernst, wenn sie sich in den Dialogen wiederfinden. FACK
JU GÖHTE soll authentisch klingen. Der Witz entsteht ja vor allem dadurch, dass dieser Zeki
Müller nicht wie ein Lehrer spricht, sondern wie ein Teenager. Dabei müssen natürlich auch
ein paar Kraftausdrücke fallen.“
Deutsche Nachwuchsstars
Zeki Müller erarbeitet sich im Film den Respekt der größten Chaoten in der Klasse 10b, um
auch das Vertrauen der anderen Schüler und Mitläufer gewinnen zu können. Für die
führenden Schülerrollen wurde die erste Garde deutscher Jungschauspieler verpflichtet: Max
von der Groeben, der bei der diesjährigen Verleihung der Goldenen Kamera die Lilli Palmer
& Curd Jürgens Gedächtniskamera als bester Nachwuchsdarsteller erhielt, spielt Danger,
den ständig fluchenden Boss auf dem Pausenhof. Jella Haase, die 2011 den Bayerischen
Filmpreis als Beste Nachwuchsschauspielerin und 2013 beim Studio Hamburg
Nachwuchspreis den Günter-Strack-Fernsehpreis als beste Schauspielerin erhielt, spielt die
naive Prolltussi Chantal.
„Danger ist ein etwas einfältiger, kaputter Typ, der sich für den Coolsten hält“, beschreibt Max
von der Groeben seine Rolle. „Er lässt sich von seinen Lehrern nichts sagen und ist immer
ganz vorn mit dabei, wenn die Klasse wieder Mist baut.“ Jella Haase, die bis zum Drehstart
von FACK JU GÖHTE auch im wahren Leben noch die Schulbank drückte, fiel zuvor durch
ihre Darstellung gebrochener Charaktere aus schwierigen Milieus auf. Chantal geht in eine
komplett andere Richtung. „Ich habe noch nie so eine Prolltussi mit großer Fresse gespielt“,
erzählt Jella Haase lächelnd. „Sie ist eigentlich ganz lieb, will das aber nicht nach außen
zeigen. Erst als Zeki Müller ihr vorgaukelt, hochbegabt zu sein, versucht sie, das Beste aus
sich herauszuholen – im beschränkten Rahmen ihrer Möglichkeiten.“
Die besten Berater bei Fragen zur aktuellen Schülermode fand Kostümbildnerin Regina
Tiedeken unter den jungen Darstellern. Aram Arami, der im Film Dangers besten Freund und
Möchtegern-Gangster Burak spielt, macht gerade sein Abitur in Berlin-Neukölln und kennt
sich perfekt mit dem schulischen Dresscode aus. „Wir haben ihn und seine Freunde
gebeten, aus einem großen Angebot eine persönliche Auswahl zu treffen“, sagt Regina
Tiedeken. „Am Ende blieb nicht viel an der Stange hängen, nur ein bisschen was von Nike
oder Dolce & Gabbana. Meinen Einwurf, dass Burak aus armen Verhältnissen stamme und
sich Markenklamotten nicht leisten könne, ließen die Jungs nicht gelten. Aram Arami meinte,
dass es die größte Schande sei, wenn man einem die Armut ansehen könne. Ein Typ wie
Burak gibt sein ganzes Geld für Klamotten und später für ein cooles Auto aus.“
Sexualhormone und Table-Dance
Ein Schulausflug der Goethe-Gesamtschule führte das Filmteam auf einen „ErlebnisBauernhof“ im oberbayerischen Oberlaus. Wo sich sonst Kindergärten und Schulklassen von
Landwirt Michael Huber das heimische Nutzvieh, aber auch Lamas und Kängurus erklären
lassen, machten sich Zeki Müller, Lisi Schnabelstedt und die Großstadt-Chaoten der 10b
breit. „Mit Tieren und mit Kindern zu drehen, ist immer krass“, sagt Bora Dagtekin. Auch
Karoline Herfurth erinnert sich intensiv an das Freilufterlebnis, da Lisi laut Drehbuch von
einem Pfeil mit tierischen Sexualhormonen getroffen wird und sich dementsprechend verhält.
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„Ich durfte nicht groß daran denken, dass da 50 Leute am Set standen und zuschauten, wie
ich mich zum Affen machte“, sagt die Schauspielerin. „Je weniger Hemmungen vorhanden
sind, desto besser ist das.“ Bei Bora Dagtekin wähnte sich Karoline Herfurth in sicheren
Händen. „Ich würde hinterher nie eine Szene in den Film schneiden, in der sich ein
Schauspieler blamiert“, versichert der Regisseur. „Deshalb ging es bei uns am Set immer
sehr locker zu und jeder konnte vor der Kamera richtig auf die Kacke hauen.“
"Ich tanze für mein Leben gern", sagt Jana Pallaske, die in FACK JU GÖHTE Charlie spielt,
eine Nacht-Club-Tänzerin und Zeki Müllers beste Freundin." In L.A. gibt es viele Pole-DanceStudios mit verschiedenen Ansätzen. Meines hat einen sehr ganzheitlichen Ansatz und
verbindet die sehr sinnlichen weiblichen Bewegungen tief zurück zu den Wurzeln der
femininen Ur-Kraft. Was einem dadurch aber auch sehr viel zurückgibt: Lebensfreude,
Selbstbewusstsein, Sinnlichkeit und Freiheit schenkt.“ Als Jana Pallaske das Drehbuch las,
fand sie sofort Gefallen am Projekt und an ihrer Rolle: "Charlie ist seit der Teenagerzeit Zekis
beste Freundin. Sie ist wie eine große Schwester, aber weil sie einen erotischen Beruf hat,
gehen beide sehr offen miteinander um. Manche mögen vielleicht oberflächlich sagen,
Charlie sei sehr einfach gestrickt, aber gerade in dieser Naivität liegt ihre Offenheit und
Lebensfreude, und eine sehr warmherzige bodenständige Weisheit und Ehrlichkeit."
Charlies knappe Garderobe brachte Jana Pallaske zum Teil aus Los Angeles mit. Doch
Kostümbildnerin Regina Tiedeken organisierte auch Hotpants, Tops und High Heels aus
einschlägigen Erotikläden und aus Online-Shops. „Der Stil sollte aber nicht zu nuttig sein,
deshalb haben wir uns auch sehr stark von der HipHop-Szene inspirieren lassen und sehr
auffälligen Modeschmuck eingesetzt“, erklärt die Kostümbildnerin. Neben Jana Pallaske
stattete Regina Tiedeken sieben weitere Tänzerinnen aus. Sie kamen in einer Table-DanceBar zum Einsatz, die Szenenbildner Matthias Müsse in der Großraumdisco Klangwelt in
München baute. „Wir haben die große LED-Decke genutzt, aber das Set deutlich verkleinert,
weil wir es ein bisschen intimer haben wollten“, sagt Matthias Müsse. „Auf roten Plüsch und
alle anderen üblichen Klischees haben wir verzichtet, weil sich die Romantik im
Rotlichtbezirk ja doch meist in Grenzen hält. Das ist ein hartes Geschäft und die Welt, in der
sich Zeki und Charlie auskennen, ist kein erstrebenswertes Ideal.“
Berlin, Berlin
Bei einem Schulausflug führt Zeki Müller die 10b zur Abschreckung in einen Plattenbau. Dort
sollen seine Schützlinge sehen, dass ihre angestrebten Karrieren als Drogendealer, HartzIV-Empfänger und junge Mutter von vier Kindern vielleicht doch noch mal überdacht werden
sollten. „Interessanterweise haben wir in München und Umgebung einfach kein
Problemviertel finden können, das unseren Vorstellungen entsprach“, sagt Produzentin Lena
Schömann. Die Produktion wich nach Berlin-Neukölln aus, wobei Bora Dagtekin den Stadtteil
aber auch in Schutz nimmt: „Die Leute in Neukölln waren sehr nett und höflich und die
Wohnung sah erst durch unsere Ausstattung so aus, wie sie im Film aussieht. Wir haben
lediglich ein paar Häuserfronten gebraucht, die nach Plattenbau aussehen.“
Ebenfalls in Berlin entstand die Auftaktszene, in der Zeki Müller aus dem Gefängnis
entlassen wird. Im ehemaligen DDR-Polizeigefängnis in der Keibelstraße verteilen sich 140
Zellen auf sieben Etagen um einen imposanten Lichthof. Die auffällige Architektur diente
auch schon als Kulisse für Detlev Bucks Komödie MÄNNERPENSION. Lisi Schnabelstedts
Haus, in dem sie mit ihrer Schwester Laura und ihrer Kollegin Caro lebt, fand das Filmteam
auf dem Gelände der Heilanstalten in Berlin-Buch. „Laut Drehbuch gehörte das kleine Haus
mit verwildertem Garten Lisis verstorbener Oma“, sagt Szenenbildner Matthias Müsse. „Lisis
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Zimmer ist so kreativ eingerichtet, wie es sich für eine Referendarin gehört. Sie liebt es,
Sachen selbst zu basteln.“
Mit vielen Komparsen und viel Phantasie setzten die Filmemacher die Dreharbeiten der
Komödie am Kurfürstendamm fort. Die Theater-AG der Goethe-Gesamtschule nimmt am
Theaterwettbewerb „Jugend spielt für Jugend“ teil und überrascht die Jury und die
Zuschauer mit einer höchst modernen „Romeo und Julia“-Fassung. „Die Schüler
vereinnahmen das ehrwürdige Theater und führen Shakespeares Klassiker in proletarischer
Ghettosprache auf“, sagt Produzentin Lena Schömann. „Die neue Fassung, in der die
Darsteller fluoreszierende Farben auf der Haut tragen, kam auch bei den Komparsen im
Publikum sehr gut an.“ Auf der Bühne findet auch die Aschenputtel-Geschichte des
Mauerblümchens Laura, gespielt von Anna-Lena Klenke, ihren Höhepunkt, wenn sie als Julia
im Licht der Scheinwerfer steht und der gezähmte Klassenchaot Danger den Romeo mimt.
„Laura hat schon immer zu Danger aufgeschaut, weil sie merkte, dass er gar nicht so dumm
ist, wie er sich gibt“, sagt Anna-Lena Klenke. „Laura hat eigentlich viel auf dem Kasten, kam
aber lange Zeit nicht aus sich heraus. Erst Zeki Müller gibt ihr das nötige Selbstvertrauen.“
Hochwasser statt Hochsommer
Da es in Bayern schwer sein kann, Drehgenehmigungen für städtische Bäder zu erhalten,
entstanden die Schwimmbadszenen ebenfalls in Berlin. „Ich habe zum ersten Mal mit einer
Unterwasserkamera arbeiten dürfen“, schwärmt Regisseur Bora Dagtekin und verweist auf
einen weiteren Vorteil der Location: „Es war schön warm, keiner hat gefroren – was nach den
vielen Regenwochen sehr angenehm war.“ An etlichen der insgesamt 40 Drehtagen zeigte
sich der vermeintliche Sommer 2013 von seiner schlimmsten Seite. In Teilen Bayerns
herrschte sogar Hochwasseralarm, während das Filmteam vor der Kamera den
Hochsommer inszenierte. „Wenn es regnete, haben wir drinnen gedreht, sobald es mal
trocken war, gingen wir raus“, sagt Produzentin Lena Schömann. „Die armen Statisten
mussten in kurzen Hosen und T-Shirts durch die Kälte und den Nieselregen. Vom miesen
Wetter wird man im fertigen Film aber nicht viel sehen, weil wir das Grading hochgefahren
haben und poppige Farben zeigen.“
“FACK JU GÖHTE ist jung und bunt“, beschreibt Bora Dagtekin den Bildstil, den er mit
Kameramann Christoph Wahl erarbeitet hat. „Wir orientieren uns damit sicher an
kommerziellen US-Komödien, haben hier und da aber auch dokumentarische, improvisierte,
wilde Momente mit der Kamera. Wenn man so viele Massenszenen auf dem Schulhof, im
Lehrerzimmer oder im Klassenraum hat, sollte man geplante Kameraeinstellungen
gelegentlich verwerfen und sich einfach inspirieren lassen.“
Regisseur und Autor Bora Dagtekin hofft auf mehrere Zielgruppen, die den Film im Kino
sehen sollen: „FACK JU GÖHTE richtet sich an Teenager, aber sicherlich auch an
Erwachsene, die Teenie-Komödien sonst eher blöd finden. Die werden schnell den
ironischen Unterton bemerken und sich auch über die Geschichten der erwachsenen Figuren
freuen.“
An eine ganz bestimmte Person richtet Bora Dagtekin sogar eine individuelle Einladung: „Ich
erinnere mich an eine meiner früheren Lehrerinnen, die etwas skeptisch reagierte, als sie
erfuhr, dass ich Film studieren wollte. Sie beglückwünschte mich etwas schnippisch zu
dieser Entscheidung. Bestimmt meinte sie das damals gar nicht böse, und im Grunde hat
mich das auch eher angespornt. Ich hoffe, sie schaut sich jetzt diesen Film an. Das würde
mich sehr freuen.“
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AUSZÜGE AUS DEM DREHBUCH
ZEKI
Mein Name ist Herr Müller. Und wenn Ihr keinen Stress wollt, dann haltet
Ihr die Klappe. Ich bin hier nur vorübergehend. Ihr steht alle auf eins.
Jeder, der mir auf die Eier geht, kriegt eine Note Abzug. Habt Ihr das
kapiert?
***
LISI
Ich kann mich sehr gut in Teenager hineinversetzen, mein Lieber.
ZEKI
Und wie? Du subtrahierst Deinen Stock im Arsch und addierst Facebook?
LISI
Austherapiert bist Du auch nicht, oder?
****
ZEKI
Eure Bühne ist mega kacke, da sieht alles aus wie auf diesem Sender, den
man immer ganz schnell wegschaltet, wenn man aus Versehen draufklickt. Wo
die Französisch reden.
LISI
Meinst Du Arte?
ZEKI
Ja, genau. Versteht doch kein Arsch.
Und was soll das jetzt überhaupt mit dieser gestelzten Sprache?
HERR GUNDLACH
Das ist Shakespeare.
ZEKI
Der ist doch seit ungefähr viertausend Jahren tot.
Wieso übersetzt man das nicht in normales Deutsch?
HERR GUNDLACH
Sie sollten sich was schämen, Herr Kollege.
ZEKI
Ich will jetzt schon mein Geld zurück.
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***
ZEKI
Ist das normal? Wenn man auf einmal das Gefühl hat, man ist ihr Vater?
Und auf sie aufpassen will und so was? Weil sie so klein und doof sind und
man Schiss bekommt, dass sie kaputt gehen, wenn sie hinfallen?
LISI
Bei den guten Lehrern.
***
ZEKI
Ernsthaft, die sind maximal auf mich fixiert, wie so Küken, die nach der
Geburt nur den Arsch ihrer Mutter vor Augen haben und dem folgen die
dann immer, egal wohin.
CHARLIE
Und Du bist der Arsch, dem die folgen.
ZEKI
Ja, genau.
***
DIREKTORIN
Was haben Sie mit der Klasse gemacht?
ZEKI
Das ist alles meine Schuld, ich hab mich nicht an den Lehrplan gehalten.
DIREKOTIRN
Ich scheiß auf den Lehrplan. Das hab ich nicht offiziell gesagt.
25 Jahre mach ich diesen Job und ich hab noch nie geweint beim
Korrigieren einer Deutschklausur. Keiner schlechter als Befriedigend.
***
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BIOGRAPHIEN DER SCHAUSPIELER
Elyas M'Barek (Zeki Müller)
Elyas M’Barek wurde 1982 in München geboren. Erste Erfahrungen als Schauspieler
sammelte er in der Theatergruppe seiner Schule und in Dennis Gansels Komödie MÄDCHEN
MÄDCHEN (2001). Die erste Hauptrolle spielte Elyas M'Barek in Florian Gaags Festival-Erfolg
WHOLETRAIN (2006). Seine Rolle als Cem Öztürk in der preisgekrönten und von Kritikern und
Zuschauern gefeierten ARD-Vorabendserie „Türkisch für Anfänger“ (2005–2008) verhalf ihm
endgültig zum Durchbruch. Das Ensemble erhielt den Deutschen Fernsehpreis, den GrimmePreis und viele weitere Auszeichnungen.
Auch das Fernsehen entdeckte ihn als Charakterdarsteller. Nach Engagements in
Fernsehserien wie „KDD“ und „Abschnitt 40“ spielte Elyas M‘Barek in der RTL-Kultserie
„Doctor’s Diary – Männer sind die beste Medizin“ (2009–2011) den österreichischen
Assistenzarzt Dr. Maurice Knechtelsdorfer neben Diana Amft und Florian David Fitz. Im Kino
war er u.a. in Dennis Gansels DIE WELLE (2008) und in der Bernd-Eichinger-Produktion
ZEITEN ÄNDERN DICH (Regie: Uli Edel) zu sehen, in der er den jungen Skandal-Rapper
Bushido verkörpert. 1,8 Millionen Kinogänger amüsierten sich 2011 über ihn in Matthias
Schweighöfers Regiedebüt WHAT A MAN. 2012 spielte Elyas M’Barek in der Verfilmung des
Kinderbuchklassikers FÜNF FREUNDE und war in OFFROAD an der Seite von Nora
Tschirner zu sehen. In Bora Dagtekins Kinokomödie TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, dem
erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres 2012, übernahm er die männliche Hauptrolle.
Aktuell und bis Ende des Jahres sieht man ihn in den mit internationalen Stars besetzten
Großproduktionen DER MEDICUS (2013) und CHRONIKEN DER UNTERWELT (2013).
Zuletzt stand Elyas M’Barek für die Komödie MÄNNERHORT zusammen mit Christoph Maria
Herbst und Detlev Buck vor der Kamera. Im Winter dreht er den Thriller WHO AM I unter der
Regie von Baran bo Odar.
Karoline Herfurth (Elisabeth „Lisi“ Schnabelstedt)
Karoline Herfurth wurde 1984 in Berlin geboren und mit 15 Jahren von der Casterin Nessie
Nesslauer auf dem Schulhof entdeckt. Schon in ihren ersten Kinofilmen, Hans Christian
Schmids CRAZY (2000) und Dennis Gansels MÄDCHEN, MÄDCHEN (2001) bewies sie eine
beeindruckende Ausstrahlung. Seither wirkte sie in circa 20 Kinofilmen mit, darunter ihr
legendärer Auftritt als Mirabellenmädchen in Tom Tykwers internationaler Großproduktion
DAS PARFUM – DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS (2006), in Stephen Daldrys
weltweitem Kinoerfolg DER VORLESER (2008) und Ralf Huettners Komödie VINCENT WILL
MEER (2011), die u.a. mit der goldenen Lola, dem Deutschen Filmpreis als Bester Spielfilm
ausgezeichnet wurde, oder auch in Hans Steinbichlers Familiendrama DAS BLAUE VOM
HIMMEL (2011).
Oft wurde Karoline Herfurths schauspielerische Leistung von extremen sportlichen
Herausforderungen begleitet: Sei es als junge, krebskranke Fußballerin in Buket Alakus
EINE ANDERE LIGA (2004) oder als jüdische Hochsprung-Legende Gretel Bergmann in
dem nach einer wahren Geschichte verfilmten Drama BERLIN 36 (2009). Ihre bislang
forderndste Hauptrolle war die der Tänzerin Lily in Caroline Links Drama IM WINTER EIN
JAHR (2009) an der Seite von Schauspiel-Urgewalt Sepp Bierbichler. Für diese Leistung
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wurde Karoline Herfurth mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Preis der deutschen
Filmkritik als beste Darstellerin ausgezeichnet. Auch die Sympathie des Kinopublikum ist
Karoline Herfurth sicher. 2011 zeichneten sie die Leser der Zeitschrift Cinema mit dem
Publikumspreis Jupiter als beste Darstellerin Deutschlands für ihre Rolle in VINCENT WILL
MEER aus.
Anfang 2012 war Karoline Herfurth an der Seite von Michael Bully Herbig in Helmut Dietls
Medien- und Großstadtsatire ZETTL zu sehen. Im selben Jahr spielte sie in FESTUNG, dem
Debütfilm der finnischen Regisseurin Krisi Liimatainen, und übernahm die Hauptrolle in
ERRORS OF THE HUMAN BODY von Eron Sheean. Zuletzt stand Karoline Herfurth für eine
Nebenrolle in Brian de Palmas Film Noir PASSION an der Seite von Noomi Rapace und
Rachel McAdams vor der Kamera, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig
2012 im Wettbewerb seine Weltpremiere feierte.
Karoline Herfurth absolvierte neben ihrer schauspielerischen Arbeit eine Ausbildung an der
renommierten Schauspielschule „Ernst Busch“ Berlin und begann im Anschluss ein Studium
der Sozialwissenschaften an der Berliner Humboldt Universität, das sie seither parallel als
Teilzeitstudentin weiter verfolgt. Als weitere „Nebentätigkeit“ führte Karoline Herfurth 2012
erstmals selbst Regie bei dem Kurzfilm „Mittelkleiner Mensch“, den sie im Februar 2013 auf
den Hofer Filmtagen präsentierte. Aktuell steht sie für die Kinderbuch-Verfilmung RICO,
OSKAR UND DIE TIEFERSCHATTEN unter der Regie von Neele Leana Vollmar vor der
Kamera.
Katja Riemann (Gudrun Gerster)
Katja Riemann wuchs in Niedersachsen auf, machte Abitur in Leeste, studierte Tanz in
Hamburg, volontierte am Theater in Castrop Rauxel, studierte Schauspiel in Hannover,
drehte ihren ersten Film im dritten Semester in Bremen, studierte Schauspiel in München,
mit anschließendem Theaterengagement, kündigte dem Theater und Beruf, versuchte das
Theater erneut in Berlin, kündigte nach drei Jahren, da schwanger, gebar, drehte in den 90er
Jahren viele Debutspielfilme mit jungen Regisseuren, die jetzt alle berühmt sind, erhielt eine
Menge Filmschauspielpreise, machte eine Rock’n Roll Platte, ein Studio Solo Album, ein
Jazzalbum mit ihrem Jazzoktett, schrieb Hörspiele, Kinderbücher, Musik, hat eine Kolumne
im „European“, reiste mit Unicef und Plan International durch die Welt in Sachen
Menschenrechten, spielte Rollen in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und
berndytsch, drehte im Milleniumsjahrzehnt Filme mit Margarethe von Trotta, Katja von
Garnier, Hermine Huntgeburth, Nina Grosse, Oscar Roehler, Dany Levi, Alain Gsponer,
Stefan Krohmer, Markus Imboden und lernte vor zwei Jahren Bora Dagtekin kennen und darf
in seinem zweiten Film, namens „Fack Ju Göhte“ auch wieder mitspielen, was sie sehr freut.
Dreht weiterhin Debutspielfilme und baut derzeit eine Pyramide.
Katja Riemann, Berlin, Oktober 2013
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Alwara Höfels (Caro)
Alwara Höfels wurde 1982 in Kronberg im Taunus geboren und machte ihr Abitur in BerlinKreuzberg. Von 2002 bis 2007 studierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst
Busch“ in Berlin und gehörte zwischen 2006 und 2009 zum festen Ensemble des Deutschen
Theaters in der Hauptstadt. Ihr Kinodebüt gab sie in Til Schweigers Erfolgskomödie
KEINOHRHASEN (2007). Weitere Kinorollen spielte sie in Feo Aladags DIE FREMDE (2010)
mit Sibel Kekilli, Anja Jacobs’ EINER WIE BRUNO (2011) mit Christian Ulmen, Özgür
Yýldýrýms BLUTZBRÜDAZ (2011) mit Sido und in Mike Marzuks Kinderbuchverfilmung
FÜNF FREUNDE (2012).
Im Fernsehen war Alwara Höfels u.a. in „Mein Flaschengeist und ich“ (2009), „Der Uranberg“
(2009) und „Mein Bruder, sein Erbe und ich“ (2010) zu sehen. Es folgten 2009/10 zwei
Staffeln mit insgesamt 26 Folgen der preisgekrönten Kika-Krimiserie „Allein gegen die Zeit“
sowie die Fernsehfilme „Rentiere küsst man nicht“ (2011), „Mord nach Zahlen“ (2011) und
„Wilsberg – Die Bielefeld Verschwörung“ (2012). Zuletzt spielte sie in „Krokodil“ (2012) und
im Frankfurter „Tatort – Der Eskimo“ (2013) die Kommissars-Anwärterin Linda Dräger neben
Joachim Król, zuvor war sie auch mit Gastrollen in „Tatort“-Folgen aus Konstanz und Berlin
sowie im komödiantischen Ableger „Der Tatortreiniger“ zu sehen.
Jana Pallaske (Charlie)
Jana Pallaske wurde 1979 in Berlin geboren. Ihre ersten großen Rollen spielte sie in Esther
Gronenborns ALASKA.DE (2000) und Vanessa Jopps ENGEL UND JOE (2001) an der Seite
von Robert Stadlober. Bis 2004 arbeitete die passionierte Musikerin neben der
Schauspielerei auch als VJ bei MTV und präsentierte das "MTV News Mag". Im selben Jahr
spielte sie in Achim von Borries' WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN die weibliche
Hauptrolle neben Daniel Brühl und wirkte auch in den US-Produktionen EXTREME OPS &
EUROTRIP mit. Es folgte Tobi Baumanns Komödie VOLLIDIOT (2007) neben Oliver Pocher.
2008 übernahm Jana Pallaske Rollen in Wim Wenders' PALERMO SHOOTING und im
Actionfilm SPEED RACER der Wachowski-Geschwister. Für ihren Part in Martin Walz'
MÄRZMELODIE erhielt sie den Undine Award als Beste jugendliche Nebendarstellerin in
einem Kinospielfilm. Quentin Tarantino schrieb speziell für sie einen kleinen Part in seinem
mehrfach preisgekrönten Epos INGLOURIOUS BASTERDS (2009). Danach war sie neben
Til Schweiger in Matthias Ehmkes PHANTOMSCHMERZ (2009), Sven Taddickens 12
METER OHNE KOPF, Simon Verhoevens MÄNNERHERZEN (2009) und in der zwei Jahre
später gedrehten Fortsetzung MÄNNERHERZEN .UND DIE GANZ GANZ GROSSE LIEBE
zu sehen. Für diese Rolle wurde sie auch mit dem Bambi ausgezeichnet.
Bis 2007 sang Jana Pallaske unter dem Pseudonym Bonnie Riot in der von ihr
mitbegründeten Berliner Punkband Spitting Off Tall Buildings. Danach kam das Acoustic
Indie Soul Musikprojekt A Girl Called Johnny und zurzeit arbeitet sie in Los Angeles an einem
neuen musikalischen Projekt.
Sie lebt seit einigen Jahren zwischen einer Dschungel-Insel in Asien und Los Angeles.
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Jella Haase (Chantal)
Jella Haase wurde 1992 in Berlin geboren. 2011 erhielt sie den Bayerischen Filmpreis als
Beste Nachwuchsschauspielerin. Die Jury ehrte damit ihre Leistungen in David Wnendts
Neonazi-Drama KRIEGERIN und Ziska Riemanns Jugenddrama LOLLIPOP MONSTER.
2013 wurde ihr der Studio Hamburg Nachwuchspreis (Günter Strack-Fernsehpreis) als beste
Schauspielerin für ihre Rolle einer minderjährigen Prostituierten in der Bremer „Tatort“-Folge
„Puppenspieler“ verliehen. Ihr Debüt gab Jella Haase in der ZDF-Komödie „Mama kommt“
(2009) an der Seite von Senta Berger, es folgten Rollen in den Fernsehfilmen „Polizeiruf 110
– Einer von uns“ (2009), „Hannah Mangold & Lucy Palm“ (2011), „Eine verhängnisvolle
Affäre“ (2012) sowie in den Kinofilmen RUHM (2011) und PUPPE (2011). Zuletzt stand sie
für David Dietls Kinofilm KÖNIG VON DEUTSCHLAND, für den ARD-Märchenfilm „Die
goldene Gans“ und für die neue ZDF-Krimireihe „Helen Dorn“ mit Anna Loos vor der Kamera.
Aktuell bereitet sich die junge Schauspielerin auf ihre erste internationale Rolle in einer TVSerie, der dänisch-deutsch-österreichischen Koproduktion „The Team“, vor.
Max von der Groeben (Danger)
Max von der Groeben kam am 15. Januar 1992 in Köln zur Welt. Der Sohn der „RTL aktuell“Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben und des Sportjournalisten Alexander von der
Groeben erhielt 2013 bei der Verleihung der Goldenen Kamera die Lilli Palmer & Curd
Jürgens Gedächtniskamera als bester Nachwuchsdarsteller. Die Jury ehrte damit seine
Leistungen im ARD-Drama „Inklusion – Gemeinsam anders“ und in der „Polizeiruf 110“-Folge
„Eine andere Welt“. Für beide Rollen war er zuvor auch für den Günther-Strack-Fernsehpreis
und den Deutschen Schauspielerpreis nominiert worden. Seit September 2013 studiert Max
von der Groeben an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Er blickt inzwischen auf zehn
aktive Jahre vor der Kamera zurück. Sein Debüt gab er als Bernd Stelters Sohn in der RTLSerie „Bernds Hexe“ (2003), es folgten Rollen im ZDF-Märchenfilm „Rotkäppchen“ (2005), in
der Fernsehkomödie „Freilaufende Männer“ (2011) und in den Serien „Danni Lowinski“,
„SOKO Köln“, „Die Lottokönige“ und „Der Staatsanwalt“. Zuletzt wirkte er in Detlev Bucks
Kinderfilm BIBI UND TINA und Marco Petrys Teenagerkomödie DOKTORSPIELE mit, die
beide 2014 in die Kinos kommen.
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BIOGRAPHIEN DER FILMEMACHER
Bora Dagtekin (Drehbuch & Regie)
Bora Dagtekin, geboren 1978 in Hannover als Sohn einer deutschen Mutter und eines
türkischen Vaters, studierte Drehbuch an der Filmakademie Ludwigsburg und schloss 2006
mit einer Action-Version von Friedrich Schillers „Die Räuber“ ab. 2006 kam seine erste
Komödie WO IST FRED? mit Til Schweiger und Jürgen Vogel ins Kino. Im selben Jahr
strahlte die ARD seine preisgekrönte Multikulti-Serie „Türkisch für Anfänger“ aus. Mit der
frechen Serie um eine türkisch-deutsche Patchworkfamilie wurde er international bekannt
und mit zwei Nymphen auf dem TV Festival Monaco, dem BANFF Award in Kanada, dem
Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. „Türkisch für Anfänger“
wurde in drei Staffeln von 2006 bis 2008 ausgestrahlt.
2007 schrieb Bora Dagtekin den Piloten für „Doctor’s Diary – Männer sind die beste
Medizin“. Die RTL-Serie lief drei Staffeln lang und erhielt 2008 den Deutschen Fernsehpreis
und den Deutschen Comedypreis. Der Autor wurde für die Arztserie mit Diana Amft und
Florian David Fitz in den Hauptrollen erneut mit dem Grimme-Preis, dem Fernsehpreis sowie
mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.
Bora Dagtekins Regiedebüt TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER - DER KINOFILM war mit knapp
2,4 Mio. Kinobesuchern der erfolgreichste deutsche Film 2012. Die Komödie, für die er auch
die Drehbuchvorlage lieferte, erhielt u.a. einen Bambi, einen Video Champion und den
Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises 2013.
Lena Schömann (Produzentin)
Lena Schömann (geb. Olbrich) wurde 1980 in München geboren und studierte bis 2005
Germanistik und Kommunikationswissenschaft an der Münchner Ludwig-MaximiliansUniversität. Seit 2000 arbeitet sie mit Christian Becker zusammen und lernte dabei die
dramaturgische Arbeit und Produzententätigkeit von der Pike auf kennen: Zunächst arbeitete
Lena Schömann im Development, später als Producerin und betreute u.a. die Kino- und
Fernsehproduktionen „Was nicht passt, wird passend gemacht“ (2003-2004), „Ich bin ein
Berliner“ (2005), „Die ProSieben Märchenstunde“ (2006-2007), NEUES VOM WIXXER
(2007) unter der Regie von Cyrill Boss und Philipp Stennert und „Die ProSieben Funny
Movies“ (2007).
2008 betreute Lena Schömann mit Max von der Grüns VORSTADTKROKODILE ihren ersten
Kinofilm als Ausführende Produzentin und erhielt dafür 2010 den Deutschen Filmpreis. 2009
und 2010 folgten die Fortsetzungen des Jugendfilms, hierfür zeichnete Lena Schömann
neben Christian Becker
als Produzentin verantwortlich.
Die Trilogie des
Jugendbuchbestsellers wurde vielfach ausgezeichnet. Anschließend betreute Lena
Schömann als Ausführende Produzentin WICKIE AUF GROSSER FAHRT (2011), die erste
deutsche 3D-Realverfilmung. Mit TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER verantwortete sie 2012 als
Produzentin die erste Kino-Adaption einer deutschen Comedy-Serie.
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Christian Becker (Produzent)
Christian Becker wurde 1972 in Krefeld geboren. Nach langjähriger Arbeit in der Filmbranche
begann er 1994 ein Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film. 1997
gründete Christian Becker gemeinsam mit Thomas Häberle die Unternehmen Indigo
Filmproduktion und Becker & Häberle Filmproduktion. Nach Projekten wie DAS PHANTOM,
BANG BOOM BANG, WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT, KANAK ATTACK
oder 7 DAYS TO LIVE trennte sich Christian Becker 2001 von seinen
Produktionsunternehmen sowie der im Jahr zuvor ins Leben gerufenen F.A.M.E. AG und
gründete mit der Constantin Film und alten Weggefährten die Rat Pack Filmproduktion sowie
die Westside Filmproduktion.
In der Folge produzierte Christian Becker zahlreiche sehr erfolgreiche Event-Fernsehprojekte
wie „Das Jesus Video“, zwei Staffeln der Serie „Was nicht passt, wird passend gemacht“, die
Telenovela „Lotta In Love“ oder „Die ProSieben Märchenstunde“ und „Die ProSieben Funny
Movies“.
Zudem produzierte Christian Becker fürs Kino Helge Schneiders Musikfilm JAZZCLUB - DER
FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM (2004) und den Kinohit DER WIXXER (2004), der es
auf über 1,9 Millionen Besucher brachte. Weiterhin zeichnete Christian Becker als Produzent
u.a. von Peter Thorwarths Film GOLDENE ZEITEN (2004), den Kinohit HUI BUH – DAS
SCHLOSSGESPENST (2006) von Sebastian Niemann oder NEUES VOM WIXXER (2007)
von Cyrill Boss und Philipp Stennert verantwortlich und produzierte Dennis Gansels
preisgekrönten Millionen-Hit DIE WELLE (2008).
2008 produzierten Becker und sein Team Sebastian Niemanns MORD IST MEIN
GESCHÄFT,
LIEBLING
sowie
die
vielfach
preisgekrönte
Verfilmung
des
Jugendbuchbestsellers VORSTADTKROKODILE unter der Regie von Christian Ditter. Im
Sommer 2009 kam die Christian Becker-Produktion WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER
unter der Regie von Michael Bully Herbig in die Kinos und begeisterte fast sechs Millionen
Zuschauer im deutschsprachigen Raum.
Christian Becker produzierte die Kinoverfilmung der Kult-Marke JERRY COTTON (2010)
unter der Regie von Boss & Stennert und realisierte als Co-Produzent neben Bernd
Eichinger den Bushido-Film ZEITEN ÄNDERN DICH (2010).
Nach DIE VORSTADTKROKODILE 2 (2010) und DIE VORSTADTKROKODILE 3 (2011)
sowie Dennis Gansels WIR SIND DIE NACHT (2010) realisierte Becker mit WICKIE AUF
GROSSER FAHRT (2011) von Christian Ditter den ersten deutschen Realfilm in 3D. Im
Herbst 2011 produzierte er die Komödie AGENT RANJID RETTET DIE WELT mit Kaya
Yanar. Neben TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, der Kinoadaption der erfolgreichen
gleichnamigen Multikulti-Serie, produzierte Becker auch den preisgekrönten Kinder-GruselKlassiker DAS HAUS DER KROKODILE (2012) fürs Kino.
Zuletzt produzierte Christian Becker mit der Rat Pack & Westside unter anderem auch noch
Joachim Masanneks neue Kinder-Rennfahr-Reihe V8 – DU WILLST DER BESTE SEIN
(2013) sowie die Fortsetzung V8² - DIE RACHE DER NITROS (2014), Gehrard Polts UND
ÄKTSCHN, Peter Thorwarths Buddy Movie NICHT MEIN TAG (2014) nach dem Roman von
Ralf Husmann und die Trilogie-Verfilmung MARA UND DER FEUERBRINGER (2014) von
Tommy Krappweis.
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Martin Moszkowicz (Executive Producer)
Als Produzent, Executive Producer, Co-Produzent und Geschäftsführer der Constantin Film
Produktion GmbH hat Martin Moszkowicz bei weit über 100 Kinofilmen mitgewirkt und war an
vielen deutschen und internationalen Erfolgsfilmen beteiligt. Dazu gehören Sönke
Wortmanns DER BEWEGTE MANN (1994), Michael Bully Herbigs DER SCHUH DES
MANITU (2001), der mit dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet
wurde, Caroline Links Oscar®-prämiertes Drama NIRGENDWO IN AFRIKA (2001) und Doris
Dörries NACKT (2002), der den Deutschen Filmpreis erhielt.
Weitere erfolgreiche Filme, bei denen Moszkowicz mitgewirkt hat, sind DER UNTERGANG
(2004), DAS PARFUM – DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS (2006), IM WINTER EIN
JAHR (2008), DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (2008), DIE WELLE (2008), DIE
PÄPSTIN (2009), MARIA IHM SCHMECKT'S NICHT (2009), WICKIE UND DIE STARKEN
MÄNNER (2009), DIE FRISEUSE (2010), DIE DREI MUSKETIERE (in 3D, 2011), DER
GOTT DES GEMETZELS (2011) und CHRONIKEN DER UNTERWELT - CITY OF BONES
(2013). Von 2002 bis 2012 war Moszkowicz am großen Erfolg des RESIDENT EVIL
Franchise beteiligt, das weltweit über 900 Millionen Dollar im Kino einspielte. Bora Dagtekins
TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER war mit knapp 2,4 Millionen Zuschauern der erfolgreichste
deutsche Kinofilm 2012. Zu Moszkowiczs aktuellen Produktionen zählen Bora Dagtekins
Schulkomödie FACK JU GÖHTE (2013), das Animationsabenteuer TARZAN 3D (2013),
Christian Ditters FÜR IMMER VIELLEICHT (2013) sowie POMPEII (2013) von Paul W.S.
Anderson.
Martin Moszkowicz ist Vorstand für den Bereich Film und Fernsehen der Constantin Film AG,
u.a. zuständig für die Geschäftsbereiche Produktion Film und Fernsehen, Kinoverleih/
Marketing und Presse, internationaler Lizenzhandel, internationaler Verleih und Vertrieb
inklusive Marketing und Presse sowie Filmeinkauf deutschsprachiger Produktionen für einen
deutschen Kinorelease.
Er studierte bis 1980 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Danach arbeitete er
als Production Manager, Line Producer und Produzent bei zahlreichen Produktionen weltweit
mit. Ab 1985 war er Produzent und Geschäftsführer bei der M+P Film GmbH, München. Seit
1991 ist er bei der Constantin Film Produktion GmbH als Produzent tätig und war von 1996
bis zum Börsengang 1999 auch Geschäftsführer. Martin Moszkowicz ist u.a. Mitglied des
Gesamtvorstandes der Allianz Deutscher Produzenten Film & Fernsehen und
Aufsichtsratsvorsitzender von German Films.
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