DANTE SPIELFREUDE REICHT NICHT AUS

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DANTE SPIELFREUDE REICHT NICHT AUS
NR. 57, 21. NOVEMBER 2014
DEUTSCHE AUSGABE
Fédération Internationale de Football Association – Seit 1904
DANTE
SPIELFREUDE
REICHT NICHT AUS
RELIGIONEN
AUSGANGSPUNKT
IST DIE TOLERANZ
GIGI RIVA
AUF DEM PLATZ
WAR ICH FREI
Türkei
Fatih Terims
neue Ziele
W W W.FIFA.COM/ THEWEEKLY
D I E WO C H E I M W E LT F U S S B A L L
6
Nord- und Mittelamerika
35 Mitglieder
www.concacaf.com
Bitte mit Leidenschaft
Die türkische Nationalmannschaft qualifiziert
sich selten für grosse Turniere. Bei fünf
­Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften
schnitt sie dafür überdurchschnittlich gut ab.
Wo liegen die Gründe für die Tiefs und Hochs?
Unser Redakteur Alan Schweingruber sprach
in Istanbul mit Trainer Fatih Terim und
besuchte eine kleine Fussballschule am Ufer
des Bosporus.
14
Cook-Inseln
Der Round Cup bietet Spannung:
Vor dem letzten Spieltag führen Tupapa und
Titelverteidiger Puaikura punktgleich die
Tabelle an.
35
Jay-Jay Okocha
Seine Tricks auf dem Feld sind legendär.
Wie steht es um die Taten des Nigerianers
am Mikrofon?
37
Gigi Riva
Der italienische Internationale spielte in seiner
Karriere ausschliesslich für Cagliari Calcio.
“Ich habe mich in Sardinien verliebt”, sagt der
heute 70-Jährige.
Südamerika
10 Mitglieder
www.conmebol.com
15
Bermudas
Meister Dandy Town
Hornets (mit Damon
Ming, r.) benötigt
dringend Punkte.
Fatih Terims neue Ziele
Das Bild auf dem Titelblatt ist am
11. November 2014 in Istanbul
­entstanden. Es zeigt den türkischen
­Nationalcoach Terim im Gespräch
mit The FIFA Weekly.
Tolga Sezgin (Bild)
18
Bei der kommenden Frauen-WM sind 24 Teams zugelassen,
die sich wie folgt auf die Konföderationen aufteilen:
AFC: 5 Teams, CAF: 3 Teams, CONCACAF: 3,5 Teams*,
CONMEBOL: 2,5 Teams*, OFC: 1 Team, UEFA: 8 Teams,
Gastgeber: Kanada
*Das Team auf Rang vier der CONCACAF-Qualifikation spielt in zwei
Entscheidungsspielen (Hin- und Rückspiel) gegen das Team auf Rang drei
der CONMEBOL-Qualifikation um einen Startplatz bei der Endrunde.
Qualifiziert
Costa Rica
Mexiko
USA
Qualifiziert
Brasilien
Kolumbien
Playoff Rückspiel 2. Dezember 2014
Trinidad und Tobago – Ecuador
Playoff Hinspiel 8. November 2014
Ecuador – Trinidad und Tobago 0:0
Kanada (Gastgeber)
2
T H E F I FA W E E K LY
imago (2), Mark Tatem, Salvatore Vinci
Dante
Der Bayern-Star über seine
Zukunft in der Seleção.
D I E WO C H E I M W E LT F U S S B A L L
Europa
54 Mitglieder
www.uefa.com
Afrika
54 Mitglieder
www.cafonline.com
Asien
46 Mitglieder
www.the-afc.com
Ozeanien
11 Mitglieder
www.oceaniafootball.com
24
Religion
Pfarrer Josef Hochstrasser
über Fussball, Toleranz und
Gerechtigkeit.
30
Ebola
Stars wie Gareth Bale leisten
Aufklärungsarbeit.
The-FIFA-Weekly-App
The FIFA Weekly, das Magazin der FIFA,
erscheint jeden Freitag in vier Sprachen
und ist auch auf Ihrem Tablet verfügbar.
http://de.fifa.com/mobile
Qualifiziert
Deutschland
England
Frankreich
Norwegen
Schweden
Schweiz
Spanien
+ Playoff Sieger
Qualifiziert
Elfenbeinküste
Kamerun
Nigeria
Qualifiziert
Australien
Japan
Republik Korea
Thailand
VR China
Qualifiziert
Neuseeland
T H E F I FA W E E K LY
3
UNCOVERED
“Auf dem richtigen Weg” Wahrsagung über den türkischen Fussball in Istanbuls Altstadt.
Neue Ansätze
D
as türkische Nationalteam hatte an der WM-Endrunde 2002 den dritten
Rang erreicht – gleichbedeutend mit der Konsolidierung des türkischen Fussballs auf hohem, auf Weltniveau. Doch die Teilnahme vor zwölf Jahren blieb
bis jetzt die letzte an einer WM-Endrunde, und die türkische Auswahl belegt
zurzeit nur mehr Platz 46 im FIFA-Ranking. Unser Redakteur Alan ­Schweingruber
machte sich auf, um vor Ort die Tendenzen im türkischen Fussball zu erspüren.
Seine grosse Reportage lesen Sie ab Seite 6.
W
enn der Fussball spricht, hören alle zu”, sagt der Chief Medical Officer der
FIFA, Prof. Jiri Dvorak. “Wir Ärzte haben gesehen, was der Fussball alles
bewirken kann, als das Programm ‘FIFA 11 für die Gesundheit’ in 15 afrikanischen Ländern mit Erfolg umgesetzt wurde. Mit dem gleichen System
kämpfen wir nun gegen Ebola: Fussballstars zeigen mit einfachen Botschaften,
wie man sich vor der Krankheit schützen kann.” Mehr dazu ab Seite 30.
“
D
ante, der brasilianische Verteidiger in Diensten des FC Bayern München,
errang 2013 wichtige Trophäen – mit dem WM-Titel im eigenen Land wurde
es dieses Jahr aber nichts. Der Star-Verteidiger ab Seite 18 im Gespräch. Å
Tolga Sezgin
Perikles Monioudis
T H E F I FA W E E K LY
5
TÜRKEI
6
Bitte mit
Leidenschaft
T H E F I FA W E E K LY
TÜRKEI
KöfteRestaurant
Söhretler in
Besiktas
Wer hier isst,
taucht auch
in die Welt des
türkischen
Fussballs ein.
Die Türkei, das fussballversessene Land
mit fast 80 Millionen
Einwohnern, sehnt
sich nach dem ­Erfolg
alter Tage. Ein Besuch
in Istanbul.
Alan Schweingruber (Text) und
Tolga Sezgin (Fotos), Istanbul
T H E F I FA W E E K LY
7
TÜRKEI
N
un ist der Moment gekommen.
Der Taxifahrer weiss nicht
mehr weiter. Er bremst ab und
lenkt seinen Wagen auf einen
Sandplatz. Dort steht ein Mann
in Arbeitskleidung und schaut
verdutzt zum Auto. Auch wir
auf den Rücksitzen sind erstaunt. Gibt es Taxifahrer in
Istanbul, die selbst nach dem
Weg fragen müssen? Das Bild
vom rauchenden und rasenden
Lenker im gelben Auto, der jede noch so kleine
Gasse kennt, stimmt nämlich schon. Darauf
sind sie zu Recht stolz hier. In Istanbul leben
Schätzungen zu Folge 15 Millionen Menschen.
Es ist die einzige Metropole der Welt, die sich
über zwei Kontinente erstreckt, Europa und
Asien. Wer vom westlichsten Zipfel Istanbuls
in den östlichsten reisen will, muss rund
100 Kilometer Distanz in Kauf nehmen. Das
sind Dimensionen, die man sich vor Augen halten muss, wenn man als Fremder erwartungsvoll und akzentfreudig ins Taxi steigt.
Wir befinden uns im asiatischen Teil, im
Hinterland nordöstlich von Istanbul, wo Schafe weiden. Hier ruht sich der Istanbuler aus. Ein
Naherholungsgebiet für den Sommer. Nun im
November sind es knapp 20 Grad, und die Gegend wirkt wie ausgestorben. Viele Restaurants
sind geschlossen. Im hohen Gras stehen verschmutzte Tische und Stühle. Irgendwo weit
hinten brennt das Feuer eines Bauern. Hier also
sollen wir Fatih Terim treffen? Sind wir richtig?
Der Mann in der Arbeitskleidung nähert
sich dem Taxi. Er schiebt seinen Mundschutz
hoch, als wüsste er Bescheid. Das neue Trainingszentrum des türkischen Fussballverbandes, sagt er, befinde sich ganz in der Nähe. “Da
hinten!” Er fuchtelt mit den Händen. Der Taxifahrer nickt und kurbelt die Scheibe hoch.
Training am Schwarzen Meer
Da hinten. Das hört sich nach ein paar Minuten
an, höchstens. Wir gucken auf die Uhr und sind
nun doch etwas erleichtert. Unpünktliches
­Erscheinen ist nicht nur unanständig, es bringt
den Verspäteten auch immer in Rücklage,
­bevor das Gespräch überhaupt angefangen hat.
Ganz kurz stellt man sich Fatih Terim bei
­einem seiner Wutanfälle vor. Man möchte das
Bild verdrängen, selbst wenn einem doch recht
glaubhafte Ausreden zur Seite stünden bei dem
Istanbuler Verkehrsaufkommen. “Wissen Sie”,
sagt er im Interview später, “ohne Emotionen
geht es bei mir nicht.”
Fatih Terim war einst ein guter Libero und
über Jahre hinweg türkischer Rekord-Nationalspieler. Das ist schon lange her. 1973 stieg er mit
seinem Heimatklub Adana Demirspor in die
höchste Liga auf, später spielte er elf Jahre für
Galatasaray Istanbul. Schon damals fiel Terim
durch seine impulsive Art auf. Dann wurde er
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T H E F I FA W E E K LY
Istanbuls Hinterland
Im Naherholungsgebiet bei Riva befindet sich das
Trainingszentrum des türkischen Fussballverbandes.
– mit erst 34 Jahren – Trainer in Ankara und in
den Neunzigern von der türkischen Nationalmannschaft und von Galatasaray Istanbul. Es
war eine erfolgreiche Ära. Terim führte die
Türkei 1996 zum ersten Mal überhaupt an eine
Europameisterschaft. Mit Galatasaray gewann
er den UEFA-Cup und sechs Meistertitel.
Bei allem Erfolg des 61-Jährigen: An Terim
Türkei
WELTMEISTERSCHAFTEN
Schweiz 1954: Vorrunde
Japan / Korea 2002: 3. Platz
EUROPAMEISTERSCHAFTEN
England 1996: Gruppenphase
Belgien / Niederlande 2000: Viertelfinale
Österreich / Schweiz 2008: Halbfinale
FIFA-KONFÖDERATIONEN-POKAL
Frankreich 2003: 3. Platz
QUALIFIKATION EM 2016
Gruppe A (alle 4 Spiele)
1. Tschechische Republik 12 Punkte,
2. Island 9 Punkte, 3. ­Niederlande 6 Punkte,
4. Türkei 4 Punkte, 5. Lettland 2 Punkte,
6. Kasachstan 1 Punkt
28. März 2015:
Niederlande - Türkei.
Tschechische Republik - Lettland.
Kasachstan - Island.
Die FIFA hilft
Nebst 1,8 Millionen US-Dollar (2010–2014 für
Infrastruktur und Frauenfussball) leistete die
FIFA 2011 einen Beitrag von 673 522 US-Dollar
für den Bau eines technischen Zentrums mit
Trainings- und Flutlichtanlage in Malatya.
haftet stets auch das Image des Unberechen­
baren, des kompromisslosen Chefs. Sein
­Temperament zeichnet ihn aus. Er gewinnt damit Spiele und Pokale. Es treibt ihn aber auch
in Niederlagen, in kleinere und grössere. Letztes Jahr wurde er bei Galatasaray entlassen.
Vorbei an einem kaputten Traktor fährt
uns das Taxi direkt vor den Haupteingang des
Riva Hasan Dogan. So heisst die grosse, pragmatische Anlage des Verbandes, erbaut im Jahr
2013. Sie beinhaltet Hotel, Restaurant, Konferenzsäle, Fitness- und Wellnesscenter und
­natürlich Fussballplätze. Hier treffen sich die
besten Fussballer des Landes vor Heimspielen
wie letzte Woche gegen Brasilien und Kasachs­
tan. Geplant ist, dass man den Komplex noch
“Vielleicht bereue ich
meine Fehler, ja,
sicher.”
Fatih Terim
erweitert und den alten Hauptsitz in der Innenstadt ablöst. Das liesse sich zeigen. Durch den
nahe gelegenen Wald spaziert man in 30 Minuten in ein altes Fischerstädtchen. Dort, an der
Küste des Schwarzen Meeres, soll es wunderbare Restaurants geben. Das nur nebenbei.
Terim entspannt
Fatih Terim erscheint ein paar Minuten zu früh
zum Termin. Er trägt nicht, wie gewohnt, einen
Anzug, sondern eine rote Trainingsjacke mit
der türkischen Flagge auf der Brust. Er lacht
und wirkt entspannt. Der Trainer-Vulkan
schlechthin empfängt einen im Istanbuler Hinterland zur gemütlichen Teestunde? Man ist im
ersten Moment, bei allem Respekt, etwas vor
TÜRKEI
Am Bosporus
Nahe der Dolma­bahceMoschee entsteht das
neue Stadion von
Besiktas Istanbul.
T H E F I FA W E E K LY
9
TÜRKEI
“Deutschland ist wichtig für uns”
Zum dritten Mal schon übernahm Fatih Terim letztes Jahr die türkische Nationalmannschaft.
Die impulsive Art des 61-jährigen Trainers gibt immer wieder zu reden.
Herr Terim, was bedeuten Ihnen Emotionen?
Fatih Terim: Ohne Emotionen hätte ich
keinen Erfolg gehabt. Sie sind ein wichtiger
Bestandteil meiner Karriere. Ohne Emotionen fehlt es an Kraft. Als noch wichtiger
empfinde ich die Kontrolle der Emotionen.
Es kann sein, dass die Fans dich bejubeln
und dich 30 Sekunden später beschimpfen.
Damit müssen wir Trainer – und auch die
Spieler – umgehen können.
Sie können an der Seitenlinie auch mal
explodieren. Waren Sie als junger Libero
schon laut?
(lacht) Sagen wir es so: Ich war mit
23 Jahren schon ein Führungsspieler in der
Nationalmannschaft. Ich bin gerne Leader.
Was fühlen Sie, wenn Sie auf Ihre 27-jährige
Trainerkarriere zurückblicken?
Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die
Siege und Erfolge überwiegen. Klar, ich
habe Fehler gemacht, wie jeder andere
auch Fehler macht. Es ist wichtig, aus
den Fehlern zu lernen. Ich bin mir immer
treu geblieben. Wie man mich als
Trainer wahrnimmt, so bin ich auch
als Privat­person.
Was bereuen Sie denn?
Es gibt immer Vorkommnisse, die man
später bereut. Aber sie passieren nun mal.
Sehen Sie, im Moment des Geschehens
reagiert doch jeder in der Überzeugung,
dass es richtig ist, was er tut.
Wie viel Leidenschaft steckt in Ihnen?
Bestimmt genug. Leidenschaft ist wichtig,
solange sie sich nicht negativ auswirkt. Zu
viel Leidenschaft kann dazu führen, dass
gewisse Dinge zu intensiv gelebt werden.
Viele Fans sind derzeit unzufrieden. Geht es
dem türkischen Fussball schlecht?
Unser Fussball ist instabil, wie vieles in
diesem Land. Daran müssen wir arbeiten. Die
Türkei hat ein riesiges Potenzial mit ihren fast
80 Millionen Einwohnern. Aber es fehlt an
vielem. Die finanziellen Probleme in den Klubs
müssen behoben werden. Wir brauchen mehr
Fans in den Stadien, und wir müssen junge
Talente finden, die wir fördern können. Genau
deshalb bin ich hier. Ich fühle mich als
­Nationaltrainer dafür verantwortlich, dass der
Verband und das Land in diesen Bereichen
vorankommen. Der Posten als Headcoach ist
nur ein Teil meines Jobs. Das war im Übrigen
Fatih Terim
“Wir wollen den
Türken im Ausland
das Gefühl von
Heimat geben.”
Fatih Terim
Geburtsdatum, Geburtsort
4. September 1953, Adana
Stationen als Spieler
Adana Demirspor, Galatasaray
Istanbul
Stationen als Trainer
Ankaragücü, Göztepe Izmir,
Türkische Nationalmannschaft,
Galatasaray Istanbul, AC Florenz,
AC Mailand
Grösste Erfolge
6-maliger türkischer Meister
2-maliger türkischer Pokalsieger
UEFA-Cup-Sieger,
Halbfinal-Qualifikation
Euro 2008
T H E F I FA W E E K LY
Was, wenn sich die Türkei erneut nicht für die
Europameisterschaft qualifiziert?
Vielleicht gewinnen wir die restlichen
Spiele ja alle, wer weiss. Und wenn wir uns
nicht qualifizieren, wäre das nicht das Ende
der Welt. Damit würden wir umgehen
­können. Ich bin hier, um ein Nationalteam
zu formen, das in jedem Turnier das Finale
erreichen kann. Der Prozess braucht Zeit.
Wie ist Ihre Beziehung zu Deutschland?
Gut. Ich besuche Deutschland sehr gerne
und treffe da auch Freunde wie Sepp Piontek,
mit dem ich lange zusammengearbeitet habe.
Deutschland ist generell ein wichtiges Land
für die Türkei.
Wie gehen Sie damit um, wenn sich ein
Doppelbürger mit türkischen Eltern für die
deutsche Nationalmannschaft entscheidet?
Ich respektiere das. Und ich verstehe es,
wenn ihm der Entscheid nicht leicht fällt.
Wenn ein Türke für sein Mutterland spielen
will, ist er jederzeit sehr willkommen. Es ist
wichtig, dass wir den vier Millionen Türken,
die im Ausland leben, das Gefühl von Heimat geben.
Sie selbst haben die Türkei einmal länger
verlassen, als Sie Trainer in Florenz und dann
in Mailand wurden. Wie ist Ihr Verhältnis zu
Italien?
Name
10
auch ein Grund, weshalb ich erneut
­u nterzeichnet habe. Der Verband wollte,
dass ich etwas bewege.
Ich liebe Italien. Das Land ist meine
zweite Heimat. Wahrscheinlich deshalb, weil
ich gemeinsam mit meiner Frau und meinen
Kindern dort gelebt habe. Das verbindet.
Vielleicht kehre ich eines Tages dorthin
zurück. Wer weiss.
Besuchen Sie Adana noch, die Stadt, in der Sie
aufgewachsen sind?
Immer wieder. Meine Eltern und meine
Verwandten leben alle noch dort. Gerade
neulich habe ich in Adana vor über
1000 Geschäftsleuten eine Rede gehalten.
Über Fussball?
Nein. Über Leader.
Alan Schweingruber
TÜRKEI
den Kopf gestossen ob so viel Unaufgeregtheit.
Zum dritten Mal schon ist Terim als
­Nationalcoach im Amt. Sein grösster Erfolg war
der Halbfinal-Einzug an der Europameisterschaft 2008. Nun aber, nach einem ziemlich
missglückten Start in die EM-Qualifikation
2016, drängen sich ein paar Fragen auf. Geht es
dem türkischen Fussball schlecht? Wann
nimmt das Nationalteam wieder an einem grossen Turnier teil? Weshalb hat Terim sich nicht
schon vorher zur Ruhe gesetzt?
“Wenn die Türkei mich als Nationalcoach
möchte, dann ist das eine Frage der Ehre, da
lehnt man nicht einfach ab”, sagt Terim. “Viele
sehen mich als Coach, der nur Punkten und
Trophäen hinterherjagt. Ich will Nachhaltiges
aufbauen. Ich kümmere mich um den Nachwuchs. Einem Spieler zuzusehen, wie er sich
positiv entwickelt, ist auch ein Erfolg. Die
­Qualifikation für die EM in Frankreich dauert
noch lange. Und es wäre nicht das Ende der
Welt, wenn wir uns nicht qualifizieren würden.
Damit könnten wir umgehen. Die Leute ­müssen
geduldig sein. Geduld ist wichtig im Leben. Der
Erfolg wird kommen.”
Die Talente
Yavuzselim Spor sucht
die jungen Fussballer
auf der Strasse.
Was macht eine
Mannschaft zur
­Turniermannschaft?
Geduld ist eine Tugend. Sie passt nicht unbedingt zu temperamentvollen Leuten. Warum
immer mit so viel Emotionen, Herr Terim?
Steht Ihnen Ihre Leidenschaft manchmal im
Weg? Bereuen Sie Dinge, die Sie getan haben?
Terim sagt: “Emotionen und Leidenschaft sind
wichtig, bei allem, was man tut im Leben.
Schauen Sie sich dieses Haus an”, zeigt er in den
weiten Raum. “Glauben Sie ernsthaft, der
­A rchitekt hätte so etwas erschaffen können
ohne Leidenschaft und Emotionen? Ich liebe
meinen Job mit all den guten und schlechten
Seiten. Ohne Emotionen geht es bei mir nicht.
Vielleicht bereue ich meine Fehler, ja, sicher.
Aber es gibt Situationen, da sind Entscheidungen gefordert. Und Entscheidungen treffe ich
im jeweiligen Moment aus Überzeugung und
Leidenschaft. Das ist gut so.”
Lass dich vom Strom des Lebens treiben:
Das ist eine Lebensweisheit in der Türkei.
­“Hayatin akisina birak kendini.”
Der Coach
Cihan Yavuz und
sein Team auf dem
Trainingsplatz am Ufer
des Bosporus.
Stark an Turnieren
Die Geschichte der türkischen Nationalmannschaft bringt Interessantes hervor: Fünfmal
erst konnte sich die Auswahl für ein grosses,
internationales Turnier qualifizieren. Zweimal
für die WM, dreimal für die EM. Dabei stiess
man zweimal in das Halbfinale vor, einmal erreichten die Türken das Viertelfinale und nur
T H E F I FA W E E K LY
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TÜRKEI
Kadiköy im
asiatischen Teil
Ein Treffpunkt der
Fenerbahce-Fans.
Testspiel gegen
Brasilien
Vor der 0:4-Niederlage
sind nur einige Fans
euphorisch.
12
T H E F I FA W E E K LY
zweimal scheiterten sie in den Gruppenspielen.
Das ist ein überdurchschnittlich guter Wert,
der die Vermutung nahelegt, dass das türkische Team eine Mentalität besitzt, die eine Turniermannschaft benötigt.
Kein Nationaltrainer der Welt wünscht
sich den viermaligen Weltmeister Deutschland
in seiner Gruppe. Die Gründe sind nachvollziehbar. Aber auch kein Nationaltrainer der
Welt wünscht sich die nicht annähernd so erfolgreiche türkische Mannschaft in seiner
Gruppe. Was macht eine Mannschaft zur Turniermannschaft? Und wie sind die auffälligen
Tiefs und Hochs der türkischen Nationalmannschaft zu erklären?
Etwa drei Stunden nach dem Gespräch mit
Fatih Terim (das ganze Interview finden Sie auf
Seite 10) fährt uns der Taxifahrer an einen
Kunstrasenplatz am Ufer des Bosporus. Er tut
dies, muss man dazu sagen, sehr zielsicher. Das
Wasser glitzert im Mondlicht, im Hintergrund
steht eine Moschee. Eine traumhafte Lage. Hier
trainieren die Jugendlichen von Yavuzselim
Spor. Der Klub funktioniert nicht im herkömmlichen Sinne. Er hat es sich in erster
­Linie zur Aufgabe gemacht, Teenager im Alter
zwischen 11 und 17 Jahren an die Vorstufe des
Profifussballs heranzuführen. Den Mannschaften sind Kinder angeschlossen, die talentiert sind, aber nicht aus eigener Initiative
­einem Verein beitreten. Sie werden von den
Verantwortlichen auf der Strasse beim Fussballspielen angesprochen.
Emotionen ein Hindernis?
Das Fussballfeld ist eingezäunt. Wir stehen am
Gitter und suchen den Kontakt zum Jugendcoach. “Wenn Sie links um die Anlage herumgehen, kommen Sie hier rein”, sagt er. “Dann kann
ich Ihnen etwas erzählen.” Das interessiert uns.
Die Buben legen gleich einen Zacken zu.
Wenn Besuch kommt, so hat es sich der
Mensch auf der ganzen Welt lustigerweise
angewöhnt, strengt man sich ein bisschen
mehr an. “Wir teilen uns dieses Feld mit einem anderen Verein”, sagt Cihan Yavuz, der
Coach. “Die Bedingungen sind nicht optimal.
Ich wünschte mir, der jugendliche Fussball
würde intensiver gefördert in der Türkei. Viele denken an sich selbst. Aber es macht enorm
Spass, mit den Jungen zu arbeiten.” Yavuz
benutzt sein Smartphone als Stoppuhr. Er
entfernt sich ein paar Schritte, pustet in seine
Trillerpfeife, bevor er wieder zurückkehrt.
Angesprochen auf die Entwicklung und die
Unbeständigkeit des türkischen Fussballs,
sagt der ausgebildete Trainer Erstaunliches:
“Es ist ein wenig typisch für unser Land, dass
wir die WM auf dem dritten Platz abschliessen
und uns danach über zwölf Jahre nicht mehr
qualifizieren können. Das hat zwei offensichtliche Gründe: Erstens ruhen wir uns nach Erfolgen gerne aus. Und z­ weitens fällt es uns
schwer, mit den Emotionen richtig umzuge-
TÜRKEI
Im Stadtteil Besiktas
Fussballfans würdigen den verstorbenen
Präsidenten Süleyman Seba mit Transparenten.
hen. Die schwappen beim Türken manchmal
einfach über. Dann ist es schwierig, Spiele zu
gewinnen. Auch wenn sie uns immer wieder
antreiben, die Emotionen.”
Dem Land mit den acht Nachbarstaaten
geht es wirtschaftlich gut. Istanbul, die stets
pulsierende und schöne Stadt, ist ein angesagtes Reiseziel. Der Fussball aber steckt im Tief.
Galatasaray Istanbul hatte diese Saison grosse
Pläne in der Champions League, unter anderem mit Altstars. Die Mannschaft ging mit
wehenden Fahnen unter.
Ein Augenschein auf dem “Gratis-Berg” im
Stadtviertel Besiktas liefert Anzeichen dafür,
dass der Fussball vom Aufschwung der Wirtschaft profitieren könnte. Der Hang heisst so,
weil die Zuschauer von Besiktas Istanbul hier
früher einen Blick ins Stadioninnere werfen
konnten, ohne Eintritt bezahlen zu müssen.
Das berüchtigte ­I nönü-Stadion, man erinnert
sich: Als Liverpool mal zu Gast war, trieben
die Besiktas-Fans den Lärmpegel auf weltmeisterliche 132 Dezibel.
Ehrensache!
Heute ist der Ort eine grosse Baustelle.
Schätzungsweise 200 Arbeiter sind im Einsatz. Im Frühling soll es fertig sein, das neue
Besiktas-Stadion. Ein Mann um die 60 lehnt
sich an das Geländer und sagt: “Ich komme
oft hierher und schaue zu, wie es voran geht.
Ich bin nicht euphorisch, aber sehr zuversichtlich, was den türkischen Klubfussball
Als Liverpool mal zu
Gast war, trieben die
Fans den Lärmpegel
auf weltmeisterliche
132 Dezibel.
angeht. Schauen Sie nur, wie schön das Stadion wird. Das gibt nicht nur Besiktas, sondern ganz Istanbul und der Türkei viel Kraft.”
Die frenetischen Anhänger der drei grossen Stadtklubs, man kennt die Rivalitäten,
können aber auch anders. Bei Protesten, die
das Land angehen, stehen die Fans von Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas geschlossen zusammen. Wie 2013, als es am Taksim-Platz zu Unruhen kam. Stirbt eine
Persönlichkeit aus der Fussballszene, wie
letzten Sommer Besiktas’ ehemaliger Präsident Süleyman Seba, erweist man dem Verstorbenen die letzte Ehre, selbst wenn er aus
fremden Lagern stammt. Im Zentrum des
Besiktas-Viertels, da wo das stadtbekannte
Köfte-Restaurant Söhretler seine Gäste empfängt – “auch Fatih Terim”, so der Chef in
dritter Generation –, haben die Besiktas-Fans
ihren Präsidenten mit Transparenten gewürdigt. Ehre, Emotionen, Leidenschaft – das
alles spielt bei den Türken immer mit, wenn
sie agieren. Im Spiel und im Leben.
Wir lassen uns in der Altstadt vom Strom
des Lebens treiben. Eine urige Bahn kriecht auf
Schienen vorbei, in einer Seitengasse sitzen
Männer mit Mützen und Schnurrbärten. Sie
reden und trinken Tee. Hinter ihnen blinkt ein
rot-grünes Licht, ein “Fal”-Café. “Fal”-Cafés
sind kleine Bistros, in denen türkische Wahrsager ihre Dienste anbieten. Wir lassen uns
spontan auf die Liste setzen und bekommen
einen starken türkischen Kaffee serviert. Was
wir nicht wissen: Wahrsager Tasula Türkan ist
einer der bekanntesten im Viertel. Frauen gehen ein und aus. Wir trinken unseren Kaffee
und warten 90 Minuten.
Beim Wahrsager
“Ich werde alle Fragen beantworten”, sagt Türkan, als wir endlich an der Reihe sind, und betrachtet unseren Kaffeesatz. Spielt die türkische
Nationalmannschaft im Jahr 2016 an der Europameisterschaft mit? Türkan: “Ja. Nach einem
schwierigen Start wird sich das Team fangen und
im nächsten Jahr viele Siege einfahren.” Ist Fatih
Terim der richtige Trainer für die türkische Nationalelf? Türkan: “Ja, er ist der richtige.” Qualifiziert sich die Mannschaft für die WM 2018?
Nun ist der Moment gekommen. Der
Wahrsager zögert. Dann dreht er eine Karte
um und sagt: “Das ist noch lange hin. Aber
der türkische Fussball ist auf dem richtigen
Weg.” Å
T H E F I FA W E E K LY
13
BLICK IN DIE LIGEN
N
Round Cup auf den Cook- Inseln
S p a n nu n g
d a n k Tu p a p a
Tim Pfeifer ist Redakteur bei
FIFA.com und The FIFA Weekly.
Jede Menge Tore, überra­
schende Wendungen und ein
Kopf-an-Kopf-Rennen um
den Titel: Der Kampf um die Meisterschaft
auf den Cook-Inseln ist dieses Jahr an
Unterhaltung und Spannung kaum zu über­
bieten. Vor dem letzten Spieltag führen
Tupapa Maraerenga FC und Titelverteidiger
Puaikura FC punktgleich die Tabelle an,
aufgrund des um elf Treffer besseren
­Torverhältnisses hält allerdings Tupapa alle
S
I
Trümpfe in der Hand. Mit einem Sieg beim
Takuvaine FC dürfte sich der erfolgsver­
wöhnte Klub aus Avarua mit grosser
­Wahrscheinlichkeit die achte Meisterschaft
seit 2001 sichern.
Dabei hatte es Mitte Oktober noch so ausge­
sehen, als wenn der Puaikura FC seinen im
Vorjahr ohne eine einzige Niederlage errunge­
nen Titel im Round Cup verteidigen könnte.
Das Team von Trainer Tuka Tisam leistete
sich in dieser entscheidenden Phase der
Saison allerdings einen Ausrutscher und
verlor 1:2 bei Taku­vaine. Es wirkte fast so,
als wenn die mit internationalen Spielern
verstärkte Mannschaft – darunter Angreifer
Stuart Kelly, ehemals bei den Glasgow Ran­
gers in Schottland unter Vertrag – zu viel
Kraft in der Vorrunde der OFC-Cham­
pions-League g
­ elassen hätte.
Grosse Titelchancen Paavo Mustonen (r.) und der Tupapa Maraerenga FC im Spiel gegen Titikaveka FC.
14
T H E F I FA W E E K LY
D
E
Bei dem Ausscheidungsturnier in Apia,
Samoa, das eine Woche zuvor zu Ende gegan­
gen war, hatten Tisams Schützlinge die
historische Chance verpasst, sich als erstes
Team der Cook-Inseln für die Gruppenphase
der ozeanischen Königsklasse zu qualifizie­
ren. Nach einem Sieg, einem Unentschieden
und einer Niederlage musste man Gastgeber
Lupe ole Soaga den Vortritt lassen.
Auf nationaler Ebene folgte die nächste
Enttäuschung. Da nutzte auch der anschlies­
sende 2:1-Heimsieg über Tupapa nichts. Der
grosse Kontrahent gewann seine nächsten
drei Partien deutlich, erzielte dabei sage und
schreibe 26 Tore und kann nun aus eigener
Kraft den Titel einfahren. Es wäre die ins­
gesamt elfte Meisterschaft für den Tupapa
Maraerenga FC, der vor allem auf einheimi­
sche Nationalspieler setzt. Å
Cook Islands Football Association
I
Bermudas Premier Division
B e f r e iu n g s s c h l a g
f ü r d i e Ho r n e t s?
Andrés de Kartzow ist Redakteur
bei The FIFA Weekly.
Nach bereits fünf Spieltagen
in der bermudischen Meisterschaft zeigt sich, wie unberechenbar der Fussball auf der 34 Kilometer
langen Inselkette im Nordatlantik sein kann.
Der amtierende Meister Dandy Town Hornets
kommt in der Liga überraschend nicht aus
den Startlöchern. In der vergangenen
­Spielzeit gewann der Klub aus dem Bezirk
Pembroke Parish mit nur drei Niederlagen aus
18 Ligaspielen den Titel. Nun jedoch startete
das Team von Trainer Jomar Wilkinson mit
drei Niederlagen in Folge in die Saison und
liegt mit einem Punkt am Tabellenende
der Bermuda Premier Division.
Eine andere Form legten die Hornets-Spieler
hingegen vergangene Woche im Finale des
Dudley Eve Cups an den Tag. Von Beginn an
erspielten sie sich gegen Somerset Trojans
zahlreiche hochkarätige Chancen und gingen
dann durch Kevin Hurdle in der 59. Minute in
Führung. 15 Minuten später erhöhte Tomiko
Goater den Spielstand, bevor der eingewechselte
17-jährige Jahnazae Swan in der Nachspielzeit
aus spitzem Winkel zum 3:0 traf.
Mark Tatem
Der Pokalsieg der Hornets wurde jedoch von
Vorfällen abseits des Rasens überschattet:
Kurz nach Abpfiff der Partie kam es in der
Nähe des National Sports Centre und im
20 Kilometer entfernten Somerset Cricket
Club zu Schusswechseln, bei denen vier
Personen verletzt wurden. Der bermudische
Fussballverband sagte darauf alle Meisterschaftsspiele ab und nutzte die Zeit, die
immer wiederkehrenden G
­ ewalttaten im
Dialog mit Verantwortlichen aus Sport
und Politik zu diskutieren.
Mittlerweile hat sich die Situation auf
­Bermuda ein wenig stabilisiert. An diesem
Wochenende rollt der Ball dann auch wieder
in der Premier Divison. Der Meister spielt
gegen die Devonshire Cougars, die momentan mit Rekordmeister PHC Zebras und
Aufsteiger St. George’s Colts die Tabellen­
spitze anführen. Keine leichte Aufgabe für
den Titelverteidiger, der seit Wochen nicht
mehr richtig jubeln konnte. Å
Dudley Eve Cup Die Hornets (mit Damon Ming, r.) gewannen gegen die Somerset Trojans 3:0.
T H E F I FA W E E K LY
15
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SPLIT TER
M
anchmal spielen die Zufälle ja wunderbar zusammen. So ergeben sich nette Geschichten, ohne dass sich der Berichterstatter ernsthaft anstrengen muss. Dem abgehalfterten Musiker in Geldnot ist der Spott in den Medien gewiss, wenn er vor Weihnachten sein drittes Best-ofAlbum auf den Markt bringt und gleichzeitig von seiner Exfrau verklagt wird. Auch den älteren Fussballtrainern aus Italien weht ein paar
­Wochen vor Jahresende ein unangenehmer Wind entgegen. ­C laudio Ranieri, Fabio Capello und Giovanni Trapattoni haftet ein kollektives Image
an: alte Coaches mit Fussball von gestern. Gut, es gibt Ruhmhafteres als Heimniederlagen gegen die Färöer-­Inseln (Ranieri mit Griechenland)
und null Punkte gegen Österreich (Capello mit Russland). Und wenn dann noch der 75-jährige Trapattoni mit einer Bewerbung um die Ecke kommt,
ist das Story-Paket schnell geschnürt. So wie jenes vom Jahr 2013, als der 68-jährige Jupp Heynckes das Triple mit Bayern München ­gewann:
Alter Coach mit Fussball von heute. Das war auch eine nette, schnelle Geschichte. Å
Alan Schweingruber
Angelos Tzortzins / AFP
E
s war eine denkwürdige Woche für Wayne Rooney. Beim 3:1-Sieg
über Slowenien in der EM-Qualifikation absolvierte der 29-jährige
Angreifer sein 100. Länderspiel für die Three Lions und erzielte
per verwandeltem Foulelfmeter den zwischenzeitlichen Ausgleich.
“Ich werde diesen speziellen Abend nie vergessen”, freute sich Rooney
über sein gelungenes Jubiläum. Doch es sollte noch besser kommen
für den Manchester-United-Star. Drei Tage später steuerte Rooney
sein 45. und 46. Länderspieltor zum 3:1-Erfolg beim Erzrivalen Schottland bei. Damit fehlen ihm nur noch drei Treffer, um mit Englands
Rekordhalter Sir Bobby Charlton (49) gleichzuziehen. Während ganz
Fussball-England jubelte und die “Daily Mail” ihren “Captain fantastic” in den Himmel lobte, griff Ex-Nationalstürmer Gary Lineker, mit
48 Toren derzeit noch auf Rang 2 der ewigen Bestenliste, zum Smartphone und twitterte: “BREAKING NEWS: Wayne Rooney beendet
seine internationale Karriere”. Das Ganze war natürlich im Scherz
gemeint, von einer Beendigung seiner Laufbahn ist die englische
­Tormaschine weit entfernt. “Ich habe einen Lauf, und ich hoffe, das
geht so weiter”, so Rooney, für den auch die 125 Einsätze von
­Rekord-Nationalspieler Peter Shilton in Reichweite sind. Å
Tim Pfeifer
J
ohn Hemmingham und seine Kapelle liefern den Soundtrack,
wenn das englische Nationalteam aufläuft. Im Stadion fühlen
sich der Trompeter und seine Band seit Jahren zu Hause; 1993
hörte man erstmals von ihnen, sie hatten sich unter die Fans von
Sheffield Wednesday gemischt. An der Heim-EM 1996 wurden sie von
der Football Association zu den Spielen der englischen Auswahl eingeladen; seither wird die Combo gemeinhin als England Supporters’
Band apostrophiert. Hemmingham nimmt für sich in Anspruch, seit
jener EM kein Spiel der FA-Auswahl verpasst zu haben. So begleitete er vor ein paar Tagen das Hodgson-Team nach Schottland zum
Freundschaftsspiel (England gewann 3:1). Hemmingham und seine
Band spielten auf, wie so oft – zumal auswärts – “Follow England
Away”. Ein Teil des Publikums begann daraufhin, zur Melodie einen
anderen Text zu singen, eine Verhöhnung der Irish Republican Army.
Ein Bandmitglied bekam Wind davon, obwohl die Zuschauer um die
Band herum den richtigen Text sangen. Der Musiker hatte sich über
Twitter informiert. Hemmingham beendete den Song auf der Stelle
und intonierte einen anderen. Er entschuldigte sich öffentlich für
das Vorkommnis, für das er nichts konnte. Å
Perikles Monioudis
T H E F I FA W E E K LY
17
Name
Dante Bonfim Costa Santos
Geburtsdatum, Geburtsort
18. Oktober 1983,
Salvador (Brasilien)
Position
Innenverteidiger
2002–2003 EC Juventude
2004–2005 OSC Lille
2006 Sporting Charleroi
2007–2008 Standard Lüttich
2009–2012 Bor. Mönchengladbach
seit 2012 Bayern München
Nationalteam Brasilien
13 Einsätze, 3 Tore
18
T H E F I FA W E E K LY
Julian Baumann
Vereine
DAS INTERVIEW
“Ich werde diese Niederlage
nie vergessen”
Mit dem FC Bayern München hat Dante zahlreiche Titel gewonnen, nur im Trikot
der brasilianischen Nationalmannschaft blieb dem Innenverteidiger der
ganz grosse Wurf verwehrt. Im Interview spricht der 31-Jährige über eine historische
Pleite und seine Zukunft in der Seleção.
Können Sie nach einer ganzen Saison unter
Pep Guardiola beim FC Bayern München schon
sagen, welche Unterschiede zwischen diesem
Team und dem von Jupp Heynckes bestehen?
Dante: Der deutlichste Unterschied ist der,
den man allgemein erwartet hat: die Tatsache,
dass wir unter Heynckes eine direktere
Spielweise hatten, während wir heute darauf
hinarbeiten, geduldiger zu sein und länger im
Ballbesitz zu bleiben.
Viele Leute waren überrascht, wie schnell es
Guardiola gelungen ist, sich in Deutschland
anzupassen. Sie selbst wissen nur zu gut, was
das bedeutet, denn Sie sind vor zehn Jahren
aus dem brasilianischen Salvador nach Europa
und 2009 in die Bundesliga gewechselt …
Ja, darauf werde ich oft angesprochen: wie
ich mit der Kälte und der Sprachbarriere
zurechtkomme. Aber um ehrlich zu sein, habe
ich diese Hürden nie als besonders hoch empfunden. Wenn so viele Leute Deutsch lernen,
warum sollte es mir dann nicht auch gelingen?
Ich wusste, dass ich solche Hindernisse überwinden muss, wenn ich mein Ziel erreichen will.
Ich war also darauf vorbereitet.
Es gibt ein Thema, dem man noch immer nicht
ausweichen kann: das WM-Halbfinale gegen
Deutschland. Haben Sie sich die Partie noch
einmal angeschaut?
Ich habe einige Auszüge gesehen, ja. Ich
werde diese Niederlage nie vergessen, und sie
ist immer noch bitter. Es tut immer noch weh,
an diesen Tag zurückzudenken. Diesen
Schmerz kann man nur durch den Gewinn
neuer Titel abmildern, aber ich bin dennoch
gelassen. Meiner Meinung nach haben wir
uns mental nicht ausreichend auf die Weltmeisterschaft vorbereitet. Wir mussten uns
auf eine Favoritenrolle einstellen und die
Notwendigkeit zum Siegen verinnerlichen,
hätten dabei allerdings den Sport und seine
unvorhersehbaren Aspekte nicht ausser Acht
lassen dürfen. Das Ergebnis spiegelt nicht
etwa den Qualitätsunterschied zwischen
beiden Teams wider, sondern unsere mentale
Vorbereitung auf diese WM. Aufgrund des
hohen Drucks waren wir nicht auf widrige
Umstände vorbereitet. Wir waren darauf
eingestellt, Weltmeister zu werden, aber nicht
darauf, dass wir es mit Rückschlägen zu tun
bekommen würden.
habe. Ich habe im Fussball alles erreicht, nur
den WM-Titel eben nicht. 2013 war ich der
Spieler, der weltweit die meisten grossen
Trophäen geholt hat, und trotzdem hat man
keine Statue oder Ähnliches für mich aufgestellt. Warum sollte ich also daran glauben,
dass es im negativen Sinne so sein wird? Ich
habe im Laufe meiner Karriere zu viele
Schlachten gewonnen, um jetzt alles auf
90 Minuten reduzieren zu lassen.
Viele sind der Ansicht, dass noch nie eine
Mannschaft so viel Druck hätte aushalten
müssen wie Brasilien an der vergangenen
WM. Stimmen Sie dem zu?
Haben Sie bereits im Vorfeld vermutet, dass
die DFB-Auswahl bei der WM auf so hohem
Niveau spielen würde?
Das ist gut möglich. Die brasilianische
Seleção ist ein besonderer Fall, und die WM
ist ein unvergleichliches Turnier. Ein solches
Turnier zu Hause in Brasilien zu bestreiten,
damit kann nicht jeder umgehen. Ich habe
jede Minute sehr intensiv erlebt, ganz unabhängig vom Endergebnis. Es war eine grosse
Erfahrung für mich, im positiven wie im
negativen Sinne. Ich habe viel gelernt.
Was haben Sie gelernt?
Ich habe gelernt, dass der Fussball dir
auch Enttäuschungen bescheren kann, auf
dem Spielfeld und abseits davon. Ich habe
gelernt, dass man ohne die richtige mentale
Einstellung irgendwann an einen Punkt
kommt, an dem ‘Spielfreude’, ‘Kampfgeist’
und ‘Begeisterung’ nicht mehr ausreichen.
Man muss sich die Fähigkeit des rationalen
Denkens erhalten.
Haben Sie Angst davor, dass Sie jetzt für alle
Zeit gezeichnet sind, weil sie zu dieser Mannschaft gehört haben?
Nein, davor habe ich keine Angst. Wenn
ich jetzt gezeichnet bin, dann sicher nur in
den Augen einiger Leute, denn ich weiss,
welchen Weg ich bis hierher zurückgelegt
Ja, natürlich. Ich habe bereits vor der WM
gesagt, dass sie für mich favorisiert sind,
gemeinsam mit Brasilien, Argentinien und
Spanien – von dem ich damals noch viel
erwartet habe. Schliesslich gehörten diesem
Team sieben Bayern-Spieler an. Jedes Mal,
wenn sie von einer Verpflichtung mit der
Nationalmannschaft zurückkehrten, habe ich
gesehen, wie sie darüber diskutierten, was
funktionierte und was nicht. Hinter diesem
Erfolg steckt viel Arbeit und viel Selbstkritik.
Sie sind alle sehr flexibel und immer bereit,
sich zu verbessern.
Ist die brasilianische Seleção für Sie jetzt
Vergangenheit, oder haben Sie diesbezüglich
noch Ambitionen?
Also, ich arbeite in erster Linie für Bayern
München. Das muss so sein. Ich verstehe sehr
gut, dass nach einer WM und der Ankunft
eines neuen Trainers jüngere Spieler eine
Chance bekommen werden. Das ist ganz
natürlich. Wenn ich jedoch eines Tages wieder
eine Einladung erhalten sollte, würde ich sie
gern annehmen. Denn die Seleção hat mir viel
gegeben und mich und meine Familie mit
Stolz erfüllt. Å
Mit Dante sprach Bruno Sassi
T H E F I FA W E E K LY
19
20 T H E F I FA W E E K LY
First Love
Or t: Costa da Caparica, Por tugal
Datum: 26. Juni 2014
Zeit: 15. 28 Uhr
Diogo Pinto / FPF
T H E F I FA W E E K LY
21
Den Fussball überall und
für alle entwickeln
Mitreissende Turniere
organisieren
Der Gesellschaft und der
Umwelt Sorge tragen
Für das Spiel. Für die Welt.
Die FIFA will den Fussball zum Wohl aller entwickeln. Unsere Mission lautet:
Das Spiel entwickeln
Oberstes Ziel der FIFA ist, den Fussball für ihre 209 Mitgliedsverbände zu entwickeln. Dank den Einnahmen aus der FIFA
Fussball-Weltmeisterschaft™ können wir täglich USD 550 000
in die weltweite Fussballförderung investieren.
Die Welt berühren
Die FIFA will die Menschen weltweit mit ihren internationalen
Fussballturnieren und -veranstaltungen bewegen, zusammenführen und begeistern.
FIFA.com
Eine bessere Zukunft gestalten
Der Fussball ist viel mehr als ein Spiel. Mit seiner weltweiten
Ausstrahlung und Reichweite besitzt er eine einzigartige Kraft,
die sorgsam einzusetzen ist. Die FIFA fühlt sich der Gesellschaft
weit über den Fussball hinaus verpflichtet.
DEBAT T E
PRESIDENTIAL NOTE
Die Meinungen der FIFA.com-User
zum schönsten Tor des Jahres
(FIFA-Puskas-Award 2014):
Ich bin immer noch beeindruckt von Robin
van Persies Kopfballtor an der WM. Der
Anlass, die grossen Teams und vor allem der
Zeitpunkt des Tores waren fantastisch! An
dieses Tor wird man sich noch lange erinnern.
portuviejo, Kanada
Das Tor von Stephanie Roche ist einfach
fantastisch. Sie kann eine einzigartige
Kombination von Geschicklichkeit, Technik
und Voraussicht vorweisen. Tausendmal
könnte ich mir dieses Tor ansehen – ein
unglaubliches Kraftstück!
ruudgullit, Niederlande
Pajtim Kasami ist einsame Spitzenklasse!
Sein Lauf, wie er den Ball abnahm und in
einen astreinen Volleyschuss verwandelte:
Er war einfach brillant! Das war eindeutig
das beste Tor!
Butty940, England
James Rodríguez sollte gewinnen! Wie er
sich blitzschnell drehte und derart rasch ein
wunderschönes Tor schoss – an einer
­Weltmeisterschaft wohlgemerkt –, war einfach genial! Ibrahimovic oder Ronaldo können ihm, was dieses Tor angeht, nicht das
Wasser reichen.
mossabmadrid, Kanada
Stephanie Roche hat den Sieg verdient.
Ihre Technik ist derjenigen von James sehr
ähnlich, was leider in den Aufzeichnungen
nicht gut zur Geltung kommt. Ihr Volleyschuss war ausserordentlich gut!
An das
Kopfballtor von
Van Persie wird
man sich noch
lange erinnern.
jons20022, Republik Irland
Ich bin eindeutig für Zlatan Ibrahimovic:
Ein Hackentor kriegt man nicht alle Tage
zu sehen!
Bapolaris, USA
Ich würde den Preis an Kasami verleihen:
Die kontrollierte Annahme des Balles mit
seiner Brust und der Volleyschuss aus einem
spitzen Winkel ist das anspruchsvollste Tor
von allen. Fantastisch!
TrifficSkill, USA
Viele verstehen nicht, wie schwierig das
Tor von James eigentlich war: Er wurde von
fünf Gegenspielern bedrängt und hatte nur
eine Ballberührung mit der Brust, bevor er
diesen schwierigen Volleyschuss in ein
­spitzenmässiges Tor verwandelte. Es braucht
unglaublich viel Talent, während eines derart
kleinen Zeitfensters so präzise und schnell
reagieren zu können, vor allem, da er wohl
auch eine schlechte Sicht aufs Tor hatte!
Froboy96, USA
Die Demokratisierung
des IFAB
D
er Ball rollt unablässig – und in der Entwicklung des Fussballs beginnt kommende
Woche eine neue Ära. In Belfast treffen
sich zum ersten Mal in der Geschichte zwei
neue Gremien, die dem International Football
Association Board (IFAB) eine technische
­Unterstützung und Expertenmeinungen für
Regelmodifikationen liefern sollen – das
Technical Advisory Panel (bestehend aus ehemaligen Schiedsrichtern) sowie das Football
Advisory Panel (bestehend aus Trainern und
ehemaligen Spielern).
Die Einführung dieser neuen Instanzen ist
eine kleine Revolution – bedeutet sie doch
­faktisch die Demokratisierung des IFAB. Künftig werden diese Gremien zweimal pro Jahr über
die Spielregeln beraten und ihre Erkenntnisse
und Empfehlungen dem IFAB unterbreiten.
Themen der ersten Sitzungen am 24. und
25. November sind unter anderem die sogenannte Dreifachbestrafung, der fliegende
Wechsel im Amateur- und Freizeitfussball,
Elektroniksysteme zur Leistungsüber­
wachung – aber auch technische Hilfsmittel
für die Schiedsrichter. Das IFAB hat sich mit
d iesen Fragen bereits früher beschäftigt
­
und nun die beiden Gremien mit weiteren
Analysen ­beauftragt.
Dank der neugeschaffenen Beratungs-­
Gremien können die IFAB-Mitglieder an ihrer
nächsten Jahresversammlung – am 28. Februar
2015 in Belfast – noch effizienter und lösungsorientierter diskutieren. Für die Zukunft des
Fussballs ist das von grösster Bedeutung.
Ein Hackentor kriegt man nicht
alle Tage zu sehen!
Ihr Sepp Blatter
T H E F I FA W E E K LY
23
“Toleranz allein
reicht nicht”
Der reformierte Pfarrer Josef Hochstrasser tauft, traut und beerdigt Menschen –
und er spielt leidenschaftlich Fussball. Der Biograph Ottmar Hitzfelds über
Gerechtigkeit und die Pflicht, sich einzusetzen.
24
T H E F I FA W E E K LY
FUSSBALL UND RELIGION
Herr Hochstrasser, Gerechtigkeit und Soli­
darität, schreiben Sie in Ihrem Buch “Einwurf”,
seien der Kern der Weltreligionen. Wo sehen
Sie Gerechtigkeit und Solidarität im doch sehr
kompetitiven Weltfussball?
Josef Hochstrasser: Solidarität ist die
Grundlage eines jeden Mannschaftssports.
Wenn ich nicht für den Teamkollegen laufe,
der einen Fehler gemacht hat, trifft das die
ganze Mannschaft. Solidarität heisst: Ich
mache mir das zu eigen, was mein Mitspieler
allenfalls an Fehlern macht und bügle sie aus.
Worin geht die Solidarität über das eigene
Team hinaus?
Nun, Solidarität hat eine weltweite
­ imension. Der Fussball kann in einer GesellD
schaft Themen an die Oberfläche fördern, die
ohne ihn vielleicht viel länger dazu gebraucht
hätten. Nehmen wir Brasilien. Dort fehlen
Spitäler, Strassen, Mittel der Kommunikation.
Der Fussball kommt in guter Absicht und
sagt: Jetzt spricht die ganze Welt von euch.
Der solidarische Beitrag des Fussballs besteht
unter anderem darin, dass dem Land – etwa
mit der Weltmeisterschaft – eine globale
Plattform verschafft wird. Die Probleme des
Landes aber kann der Fussball nicht lösen.
Der Fussball verbindet vor allem, er führt
Menschen aller Schichten zusammen. So wie
eine Religion auch?
Der Fussball kann die Funktion einer
Religion annehmen, ja. Er führt die Menschen
zusammen, das ist seine grosse Kraft. Aber
nochmals: Der Fussball kann Probleme
benennen, sie zu lösen, das ist sehr viel
schwieriger.
Hier käme der zweite Begriff ins Spiel: die
Gerechtigkeit.
Unter Gerechtigkeit verstehe ich einen
fürsorglichen, einen liebenden Umgang
miteinander. Der Begriff ist im Sozialen zu
Hause. Wenn ich mit Ihnen fair und gut
umgehe, dann ist Gerechtigkeit im Spiel.
Was ist für Sie ungerecht?
Salvatore Vinci / 13 Photo
Einem Arbeiter gegenüber – wo immer auf
der Welt er lebt – ist es wirklich ungerecht,
wenn im Fussball exorbitante Löhne gezahlt
werden. Hier wird der faire Umgang verletzt,
auch wenn das kein direkter Umgang ist.
Denn ein hochbezahlter Fussballer hat etwa
mit einem Bauarbeiter im Alltag eher wenig
Umgang.
Gareth Bales Transfer hat Real Madrid
100 Millionen Euro gekostet.
Ja, im Weltfussball steckt viel Geld. Aber
die FIFA investiert täglich 606 000 US-Dollar
in den Fussball, also in Entwicklung und
Bildung weltweit, in Afrika, in Südamerika,
in Asien, überall auf der Welt. Für mich ist
der Fussball damit an vorderster Front,
wenn es um die Förderung des fairen
­Umgangs geht. Ich bin froh darüber, dass
Sie die beiden Begriffe Solidarität und
Gerechtigkeit auf den Tisch legen.
Am Grab
werden die
Erfolge
relativiert.
Erlauben Sie diese plumpe Frage: Erlöst uns
Gareth Bale mit seinen Treffern?
Ohne Korrektiv macht sich der Mensch zu
Gott. Demut ist nötig, auch bei den Spielern.
Es gibt den Tod, es gibt ein Ende des irdischen
Daseins, das Ende wird auch jeden Spieler
ereilen. Zuvor kommt das Karriereende. Der
Spieler weiss: Mir gelingt mit 25 Jahren viel,
ich leiste viel, ich kann meinem Team helfen,
ich generiere sehr viel Geld, ich komme in den
Medien vor. Der Körper wird gefeiert. Aber:
Was macht der Spieler mit 40, mit 50 Jahren?
Sie fordern von den Spielern gesellschaftliches
Bewusstsein.
Genau. Auch in Interviews dürften sich
Spieler ruhig etwas mehr dahingehend äus­
sern, dass Erfolg relativ ist und jedes Leben
seinen Wert hat. Ich habe vor knapp einem
Jahr einen Funktionär des FC Basel beerdigt.
Basel feiert in der Champions League Erfolge.
Am Grab wurden, im Beisein auch der Klubfunktionäre, die Erfolge relativiert.
Sie sehen da eine finanzielle Grenze über­
schritten?
Jesus habe gewusst, wohin seine Kritik am
Römischen Staat ihn noch bringen würde,
nämlich ans Kreuz. Sie sagen in ihrem Buch
“Einwurf”, Jesus lehre uns, Kritik an den
bestehenden Verhältnissen zu äussern.
Niemand sollte in Industrienationen
mehr als 500 000 und weniger als 45 000
US-Dollar im Jahr beziehen. Alles darüber
und darunter scheint mir ungerecht.
Die beiden Religionsstifter Jesus und
Mohammed haben es vorgelebt: Es braucht
das klare Wort. Man muss den Finger auf die
wunden Stellen legen. Das tut auch die FIFA.
T H E F I FA W E E K LY
25
Fußball verbindet.
Fußball ist Frieden.
© 2014 Visa. All rights reserved.
Oscar Arias
Friedensnobelpreisträger
FUSSBALL UND RELIGION
Der Fussball bereitet Millionen von Menschen Freude, und der Fussball-Weltverband
stellt sich hin und nimmt klar Stellung. Auch
wenn das heikel ist, weil es sofort politische
Konsequenzen zeitigt. Nehmen wir zum
Beispiel das klare Wort des Präsidenten
Sepp Blatter bei seinem Besuch in Iran, wo
er forderte, dass die Frauen Fussballspiele im
Stadion besuchen können müssen. Oder die
kritischen Fragen zu den Bauarbeitern in
Katar, über deren Situation Blatter wiederholt
eine öffentliche Erklärung verlangte. Wenn
das nicht geschehen würde, existierte der
Fussball nach dem römischen Prinzip Brot
und Spiele – während die Welt mit ihren
Problemen kämpft. Das wäre zu wenig. Die
FIFA tut in Wort und Tat etwas.
Die FIFA hat neben der Fair-Play-Kampagne
auch etwa den “Handshake for Peace” oder
“Sag Nein zum Rassismus” eingeführt. Was
bedeutet Toleranz für Sie?
Toleranz ist sehr, sehr wichtig. Aber
Toleranz ist nicht alles, sie reicht nicht aus.
Toleranz suggeriert oft, dass man den Anderen einfach nur gewähren lässt. Ich finde,
Freude ist wichtiger. Die Freude darüber, dass
es den Anderen gibt, dass er existiert. Ohne
den Anderen kann ich kein Fussballspiel
austragen. Toleranz ist gut – mich über Leute
zu freuen, die anders sind als ich, ist besser. Å
Mit Josef Hochstrasser sprach
Perikles Monioudis
Salvatore Vinci / 13 Photo
Josef Hochstrasser
wurde 1947 in Luzern (Schweiz) geboren.
Der reformierte Pfarrer und frühere Religionslehrer hat mehrere Bücher verfasst, darunter
die autorisierte Biographie des legendären
Trainers Ottmar Hitzfeld. Vor Kurzem erschien
sein Dialogband “Einwurf”, in dem Mohammed
und Jesus im Paradies den Stand der weltlichen
Dinge – und mithin den Fussball – bereden.
“Einwurf”, 112 Seiten, Verlag Rüegger,
Chur und Zürich, Schweiz
T H E F I FA W E E K LY
27
© 2014 adidas AG. adidas, the 3-Bars logo and the 3-Stripes mark are registered trademarks of the adidas Group.
instinct
takes over
#predatorinstinct
adidas.com/predator
F I F A ’ S 11
FREE KICK
FIFA-KlubWeltmeisterschaft:
Die Topscorer in
mehreren Turnieren
Muskelspiel
Sarah Steiner
N
ach der Karriere ist vor der Karriere. Viele
Fussballer nutzen nach der Profikarriere
ihr Fachwissen rund ums runde Leder als
Trainer, Sportchef oder etwa als Spieler­
vermittler, andere ihre Berühmtheit, um ein
­Restaurant, eine Disco oder auch ein Hotel zu
eröffnen, wieder andere kehren als Versiche­
rungsvertreter, Hochbauzeichner oder Bank­
kaufmann in ihre ursprünglichen Berufe
­zurück. Und dann sind da auch noch jene Fuss­
baller, die sich vom Aktivsport nicht lösen
­können und eine zweite Karriere in einer ande­
ren Disziplin anstreben.
Jüngstes Beispiel dafür ist Tim Wiese. Der
33-jährige Deutsche steht zwar noch beim Bun­
desligisten Hoffenheim unter Vertrag,
der Torhüter ist aber seit Anfang Jahr vom
Trainings- und Spielbetrieb freigestellt. Aufge­
hört zu trainieren, hat er aber nicht. Ganz im
Gegenteil. Tim Wiese hat sein Kampf­gewicht
auf 120 Kilogramm erhöht. “Ich m
­ usste mich
ein bisschen abreagieren”, sagt er. Die Muskel­
masse des 1,93-Meter-Hünen ist tatsächlich
beeindruckend – und brachte nun auch WWE
auf den Plan. World Wrestling Entertainment,
Schaukampfliga aus den USA, hat Gerüchten
zufolge Tim Wiese ein Angebot unterbreitet.
Dass Wiese das Angebot angenommen ­hat,
ist zwar nicht bestätigt, bei einem Showevent
in Frankfurt hatte er aber als Ehrengast einen
ersten Auftritt. Wiese liess die Muskeln spielen,
das Publikum tobte. “Ich kann mir das durch­
aus vorstellen. Klar, da geht es richtig zur
­Sache. Aber ich habe mich ja auch früher ohne
Furcht in jeden Ball geschmissen”, so der
­Torhüter.
Wiese ist nicht der erste Fussballer, der
umsattelt. Der Argentinier Gabriel Batistuta
entdeckte seine Liebe zum Polosport und
gewann einige der grössten Turniere des
­
­Landes. Der Franzose Bixente Lizarazu ist in
seiner Gewichtsklasse Europameister in der
Kampfsportart Jiu-Jitsu. Und der Türke Ilhan
Mansiz wechselte vom Rasen aufs Eis und ver­
suchte, sich im Paarlauf für die Olympischen
Winterspiele zu qualifizieren – ohne Erfolg.
Ob Tim Wieses zweite Karriere von Erfolg
gekrönt sein wird, steht in den Sternen. Sicher
scheint aber: Wiese ist wie gemacht fürs Wrest­
ling. Sein Styling, seine Gesten, sein Auftreten,
seine Sprüche. Fehlt nur noch der Kampfname.
Von “Gym Wiese” bis hin zu “The Holy Goalie”
– an Vorschlägen mangelt es nicht. Å
Die wöchentliche Kolumne aus der
The-FIFA-Weekly-Redaktion
1
5 Tore
César Delgado (CF Monterrey, MEX)
3 Tore in Japan 2012
2 Tore in Marokko 2013
2
4 Tore
Mohamed Abo Treka (Al-Ahly, EGY)
3 Tore in Japan 2006
1 Tor in Japan 2012
4 Tore
Lionel Messi (FC Barcelona, ESP)
2 Tore in den VAE 2009
2 Tore in Japan 2011
4
3 Tore
Flávio (Al-Ahly, EGY)
2 Tore in Japan 2006
1 Tor in Japan 2008
3 Tore
Ronaldinho
1 Tor in Japan 2006 (FC Barcelona, ESP)
2 Tore in Marokko 2013
(Atlético Mineiro, BRA)
6
2 Tore
Mbenza Bedi (TP Mazembe, COD)
1 Tor in den VAE 2009
1 Tor in den VAE 2010
2 Tore
Aldo de Nigris (CF Monterrey, MEX)
1 Tor in Japan 2011
1 Tor in Japan 2012
2 Tore
Dwight Yorke
1 Tor in Brasilien 2000
(Manchester United, ENG)
1 Tor in Japan 2005 (Sydney FC, AUS)
2 Tore
Neri Cardozo
1 Tor in Japan 2007 (Boca Juniors, ARG)
1 Tor in Marokko 2013
(CF Monterrey, MEX)
2 Tore
Emad Moteab (Al-Ahly, EGY)
1 Tor in Japan 2005
1 Tor in Marokko 2013
2 Tore
Humberto Suazo (CF Monterrey, CHI)
1 Tor in Japan 2011
1 Tor in Marokko 2013
Quelle: FIFA
(FIFA Club World Cup, Statistical Kit, 17.11.2014)
T H E F I FA W E E K LY
29
K AMPF GEGEN EBOL A
Gemeinsam
gegen Ebola
Internationale Fussballstars
unterstützen die FIFA, die
afrikanische Fussballkonföderation
CAF und Gesundheitsexperten bei
einer globalen Aufklärungs­
kampagne und vermitteln einfache
Präventionsmassnahmen zum
Schutz vor Ebola.
Didier Drogba (Chelsea FC, Elfenbeinküste).
D
30
T H E F I FA W E E K LY
George Davies (Greuther Fürth, Sierra Leone) und FIFA-Chefarzt Prof. Jiri Dvorak.
Mehr Infos finden Sie auf: http://tinyurl.com/o9huo99
FIFA
ie Kampagne “11 gegen Ebola”, bei der unter anderem Cristiano
Ronaldo (Real Madrid), Neymar (FC Barcelona), Didier Drogba
(Chelsea FC) und Philipp Lahm (FC Bayern München) mitmachen,
umfasst elf einfache Gesundheitsbotschaften. Diese wurden auf Anraten von Ärzten und Gesundheitsexperten aus Afrika, der Weltbankgruppe und der Weltgesundheitsorganisation ausgewählt, die in
Westafrika gegen die Epidemie kämpfen.
Unter dem Motto “Gemeinsam können wir Ebola besiegen”
(#wecanbeatebola) präsentieren die Spieler in e
­ iner multimedialen
Kampagne jede der elf Botschaften mithilfe von Trickfilmen, Kommentaren, Bannern, Postern und Bildern. Dabei wird anschaulich
aufgezeigt, wie sich das Virus verbreitet, und wie man sich in den
betroffenen Gebieten schützen kann.
FIFA-Chefarzt Prof. Jiri Dvorak betont: “Wir Ärzte haben gesehen, was der Fussball bei der Prävention und der Gesundheitsversorgung alles bewirken kann, als das ‘FIFA 11 für die Gesundheit’-Programm in 15 afrikanischen Ländern als Teil des medizinischen
Vermächtnisses der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika mit
Erfolg umgesetzt wurde. Mit dem gleichen System kämpfen wir nun
gegen Ebola: Fussballstars zeigen mit einfachen Botschaften, wie man
sich vor der Krankheit schützen kann. Denn wenn der Fussball
spricht, hören alle zu.”
Mit seiner Popularität und seinen Spitzenspielern erreicht der
Fussball ein grosses Publikum und ist ein ideales Vehikel zur Verbreitung von Gesundheitsbotschaften. Die FIFA lanciert damit erstmals
K AMPF GEGEN EBOL A
“11 gegen Ebola”
1
UNGEWÖHNLICHE KRANKHEITSFÄLLE MELDEN
Melden Sie unbedingt alle ungewöhnlichen Krankheits- oder Todesfälle
in Ihrer Gemeinde.
2
SYMPTOME (ER)KENNEN
Leiden Sie an Fieber, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, anderen Schmerzen,
Erschöpfung, Erbrechen, Blutungen, Durchfall? Machen Sie sich mit den
Symptomen von Ebola vertraut.
3
SOFORT ÄRZTLICHE HILFE AUFSUCHEN
Suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe auf, falls Sie an Fieber und / oder
weiteren Symptomen leiden.
4
KÖRPERKONTAKT VERMEIDEN
Vermeiden Sie direkten Haut- und Körperkontakt mit Personen, die an
Ebola leiden.
5
HÄNDE WASCHEN UND DESINFIZIEREN
Waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände regelmässig und desinfizieren
Sie auch alle Gegenstände, die von Personen mit vermuteter oder bestätigter
Ebola-Erkrankung berührt wurden.
6
GEEIGNETE SCHUTZKLEIDUNG TRAGEN
Tragen Sie Schutzhandschuhe und geeignete Schutzkleidung, wenn Sie
Ebola-Patienten betreuen.
7
FLEISCH STETS DURCHGAREN
Garen Sie alle Fleischprodukte und andere tierische Produkte vor dem
Verzehr gut durch.
8
STETS SICHERE SEXUALPRAKTIKEN ANWENDEN
Schützen Sie sich angemessen, wenn Sie Sex mit Personen haben, die sich
von einer Ebola-Erkrankung erholen.
9
KONTAKT MIT WILDTIEREN UND FLUGHUNDEN VERMEIDEN
Wildtiere und Flughunde können das Ebola-Virus in sich tragen. Vermeiden
Sie den Kontakt oder tragen Sie angemessene Schutzkleidung.
10
VERSTORBENE NICHT BERÜHREN
Vermeiden Sie den direkten Kontakt mit verstorbenen Ebola-Patienten und
allen Toten, die nach ungeklärten Krankheiten gestorben sind.
11
SICHERE BEERDIGUNGEN DURCHFÜHREN
Wenden Sie sich wegen der Beerdigung von Ebola-Opfern und anderen
Toten an die örtlichen Behörden.
Gareth Bale (Real Madrid, Wales).
Hinter den Kulissen Jérôme Boateng bei den Filmaufnahmen für die Kampagne.
“Wir alle hoffen, dass die Menschen dank dieser
Kampagne besser über das Ebola-Virus Bescheid
wissen und sich so vor einer Ansteckung
­b estmöglich schützen können.”
Neymar
eine Kampagne zur medizinischen Soforthilfe. Der Weltfussball­
verband hat mit früheren Aufklärungskampagnen bereits positive
Ergebnisse erzielt, zum Beispiel mit “FIFA 11 für die Gesundheit”, bei
der Spitzenspieler einfache Gesundheitsbotschaften für Kinder rund
um die Welt präsentieren.
FIFA-Präsident Blatter betont: “Dank der Popularität des Fuss­
balls haben wir die einzigartige Chance, alle Menschen zu erreichen.
Wir hoffen, dass der Fussball seinen Teil beitragen und diese Kam­
pagne gegen Ebola vor Ort wirklich etwas bewirken kann, wenn die
Welt gemeinsam das Virus bekämpft und die Menschen in den
­betroffenen Gebieten unterstützt.”
Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bis
zum 9. November in sechs Ländern 14 098 bestätigte, wahrscheinli­
che und vermutete Fälle einer Ebola-Ansteckung gemeldet. Bislang
sind 5160 Opfer zu beklagen. Guinea, Liberia und Sierra Leone sind
am stärksten betroffen. Å
Neymar (FC Barcelona, Brasilien).
T H E F I FA W E E K LY
31
ZEITSPIEGEL
T
H
E
N
Letzigrund-Stadion, Zürich, Schweiz
1927
Sepp Schmid / Keystone
Ein Radioreporter berichtet vom Länderspiel Schweiz - Schweden.
32
T H E F I FA W E E K LY
ZEITSPIEGEL
N
O
W
Maracanã-Stadion, Rio de Janeiro, Brasilien
2014
Friedemann Vogel / Getty Images
Kameraleute filmen die WM-Partie Ecuador - Frankreich.
T H E F I FA W E E K LY
33
DAS FIFA-R ANKING
Rang Team
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
46
48
49
50
51
52
52
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
34
http://de.fifa.com/worldranking/index.html
Rang­veränderung Punkte
Deutschland
Argentinien
Kolumbien
Belgien
Niederlande
Brasilien
Frankreich
Uruguay
Portugal
Spanien
0
0
0
1
-1
0
2
-1
2
-2
1669
1565
1420
1388
1375
1307
1191
1184
1175
1119
Italien
Schweiz
Chile
Kroatien
Algerien
Costa Rica
Mexiko
Griechenland
Ukraine
England
Rumänien
Tschechische Republik
USA
Slowakei
Elfenbeinküste
Bosnien und Herzegowina
Ecuador
Island
Österreich
Russland
Tunesien
Dänemark
Kap Verde
Wales
Ghana
Slowenien
Schottland
Ägypten
Schweden
Kamerun
Senegal
Nigeria
Nordirland
Polen
Israel
Türkei
Serbien
Albanien
Trinidad und Tobago
Ungarn
Iran
Japan
Togo
Peru
Guinea
Panama
Südafrika
Mali
Bulgarien
DR Kongo
Republik Irland
Kongo
Finnland
Montenegro
Usbekistan
Republik Korea
Gabun
Norwegen
Honduras
Antigua und Barbuda
Burkina Faso
Guatemala
Libyen
Jordanien
Armenien
Paraguay
Sierra Leone
2
-2
-1
5
5
-1
-1
-4
5
-2
5
6
-6
16
-3
-1
-6
6
10
-7
0
-5
8
-5
-2
17
-8
23
-7
2
-5
-5
28
26
19
-8
-12
-3
37
4
-7
-4
73
-7
-7
-1
10
1
-13
13
1
-14
2
-21
-7
-3
16
8
-13
10
-23
-15
-5
-5
-23
-16
-2
1064
1063
1060
1002
989
974
954
946
920
919
876
870
862
861
842
837
826
816
810
792
780
763
716
715
685
683
674
658
646
637
635
632
625
621
615
614
614
604
598
561
560
559
559
558
552
546
542
533
532
521
519
512
510
504
498
496
487
481
480
478
469
466
440
434
432
423
421
T H E F I FA W E E K LY
Rang
05 / 2014
06 / 2014
07 / 2014
08 / 2014
09 / 2014
10 / 2014
1
-40
-80
-120
-160
-200
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
88
88
88
92
93
94
95
96
97
97
99
99
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
113
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
126
128
129
130
131
132
132
134
134
136
137
138
138
140
141
142
143
144
Platz 1 Aufsteiger des Monats Sambia
Vereinigte Arabische Emirate
Dominikanische Republik
Irak
El Salvador
Oman
Uganda
Venezuela
Benin
Angola
Estland
VR China
Marokko
Katar
Litauen
Haiti
Australien
Ruanda
Zypern
Mosambik
Saudiarabien
EJR Mazedonien
Lettland
Simbabwe
Botsuana
Bolivien
Bahrain
St. Vincent und die Grenadinen
Belarus
Sudan
Palästina
Malawi
Tansania
Äthiopien
Kuba
Namibia
Jamaika
St. Kitts und Nevis
Kenia
Georgien
Lesotho
Moldawien
Kuwait
Niger
Kanada
Liberia
Libanon
Äquatorial-Guinea
Aserbaidschan
Luxemburg
Burundi
Philippinen
Guinea-Bissau
Neuseeland
Kasachstan
Aruba
Tadschikistan
Afghanistan
Vietnam
Myanmar
Turkmenistan
St. Lucia
Mauretanien
Tschad
Malediven
Madagaskar
Zentralafrikanische Republik
10
-6
27
9
-10
-7
-5
-19
-8
14
-7
9
-1
8
11
26
-10
-2
-11
12
-15
13
0
-9
-11
-9
0
1
-17
26
-6
-11
5
21
10
0
-13
2
-5
-7
-3
-14
4
-14
-2
3
-3
-11
-31
1
2
5
0
-13
-5
-3
2
1
6
6
3
-15
0
3
3
3
-7
Absteiger des Monats
418
413
405
393
392
391
389
388
375
373
369
369
369
369
364
360
359
356
348
341
341
340
340
330
323
310
308
302
301
298
297
292
291
289
286
284
284
279
273
271
266
262
261
258
251
249
246
238
233
233
232
229
226
225
218
218
214
214
208
207
197
197
195
194
183
180
178
145
146
147
148
149
150
151
152
153
154
155
156
157
157
159
159
161
162
163
164
165
166
167
168
168
170
171
172
172
174
175
176
177
178
179
180
180
182
182
184
185
186
187
188
189
190
191
192
193
194
194
194
197
198
199
200
201
202
203
203
205
205
207
208
208
Grenada
Barbados
Curaçao
DVR Korea
Suriname
Kirgisistan
Syrien
Guyana
Neukaledonien
Laos
Liechtenstein
Malaysia
Indonesien
Malta
Puerto Rico
Indien
Singapur
Guam
Hongkong
Swasiland
Thailand
Tahiti
Belize
Gambia
Nicaragua
Montserrat
Seychellen
Bermuda
Komoren
Sri Lanka
São Tomé und Príncipe
Bangladesch
Turks- und Caicos-Inseln
Jemen
Nepal
Salomon-Inseln
Dominica
Pakistan
Osttimor
Macau
Kambodscha
Südsudan
Färöer
Chinese Taipei
Samoa
Vanuatu
Mauritius
Fidschi
Mongolei
Bahamas
Amerikanisch-Samoa
Tonga
Amerikanische Jungferninseln
Brunei Darussalam
Papua-Neuguinea
Eritrea
Cayman-Inseln
Andorra
Somalia
Britische Jungferninseln
Dschibuti
Cook-Inseln
Anguilla
Bhutan
San Marino
-8
15
1
2
-2
1
1
1
-16
15
17
-2
-1
-2
-2
-1
-12
2
1
-4
-7
-4
-4
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2
-2
1
-2
2
2
2
5
3
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2
-13
-7
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2
14
-1
-8
-10
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-2
-1
-1
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0
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0
0
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171
168
167
158
154
148
142
141
136
134
129
129
119
119
115
111
109
103
102
100
99
90
90
86
81
80
80
76
72
68
66
62
61
53
53
51
51
49
46
43
42
39
37
33
32
30
29
26
26
26
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15
13
11
10
9
8
8
6
6
2
0
0
THE SOUND OF FOOTBALL
“Ich ich bin bin Jay-Jay”
Die Finten und Tricks des Jay-Jay Okocha sind legendär.
Wie steht es um die Taten am Mikrofon?
Hanspeter Kuenzler
Sion Ap Tomos
W
enn Jay-Jay Okocha den grünen Rasen betrat, hörte er
auf, Fussballer zu sein und wurde zum Balletttänzer.
Keiner konnte die Verteidiger so schön austricksen wie
er. Wenn der Ball urplötzlich einen Sprung über den Kopf des
Gegners und zurück aufs Goldfüsschen des Nigerianers
machte, musste man sich die Szene oft in Zeitlupe ansehen,
um entschlüsseln zu können, was geschehen war. In Deutschland, wo er, 17-jährig, nur einen Freund hatte besuchen ­wollen,
trainierte er bei Borussia Neunkirchen und wurde ­sogleich
engagiert. Zwei Saisons später stieg er in die B
­ undesliga zu
Eintracht Frankfurt auf. Sein Tor gegen den K
­ arlsruher SC,
wo er mit drei Verteidigern und Torhüter ­Oliver Kahn Katz
und Maus spielte – “da reisst er sein Trikot vom Leib und
tanzt noch einen Samba!”, rief der Kommentator – wurde von
den Zuschauern der ARD Sportschau zum Tor des Jahres 1993
gekürt. Im Jahr darauf begann und ­endete seine Pop-Karriere. Studiobesitzer und Sänger M
­ artin Meinschäfer hatte mit
der Rockband Hob Goblin L
­ okalruhm erreicht und inzwischen einigen Erfolg mit Dolls United, einem Studioprojekt,
bei dem Lieder aus ­
K inder-TV-Sendungen mit einem
­ echno-Beat untermalt wurden. Ein Kumpel von MeinschäT
fer hatte Beziehungen zur Eintracht und holte den Fussballer
ins Studio. Geld war k
­ eines im Spiel. “Wir wollten einfach mal
schauen, was sich entwickelt”, sagt M
­ einschäfer heute
­lachend. “Wir hofften, dass er wenigstens ein bisschen singen
kann, aber da lagen wir leider falsch.” Viel Arbeit habe es
gebraucht, bis das Stück samt Blödeltext dann doch im
­K asten war. “Soccer is locker, the commander of Knicker­
bocker”, rappte Jay-Jay zum z­ ünftigen Euro-Disco-Beat. “Ein
total lieber Kerl”, so M
­ einschäfer über Okocha. Von Frankfurt zog dieser dann weiter zu Fenerbahce, Paris Saint-Germain und den Bolton ­Wanderers. Dort kam er wieder in
Kontakt mit ­Musik, schliesslich komponierten die Fans hier
ein Lied für ihn: “Jay-Jay Okocha: So good that they named
him twice.” 2008 – gerade hatte er seine Karriere bei Hull
City beendet – kam er doch noch zu Chart-Ehren. “Paper
Planes” heisst die Single von Mathangi Arulpragasam, alias
M.I.A. “I’m a legend, s­ omething like Jay-Jay Okocha” rappt
der nigerianische Gastrapper Afrikan Boy auf dem Remix
der Hitsingle. Æ
T H E F I FA W E E K LY
35
EVERY GASP
EVERY SCREAM
EVERY ROAR
EVERY DIVE
EVERY BALL
E V E RY PAS S
EVERY CHANCE
EVERY STRIKE
E V E R Y B E AU T I F U L D E TA I L
SHALL BE SEEN
SHALL BE HEARD
S H A L L B E FE LT
Feel the Beauty
BE MOVED
THE NEW 4K LED TV
“SONY” and “make.believe” are trademarks of Sony Corporation.
TURNING POINT
“Auf dem
Platz war
ich frei”
Gigi Riva spielte während
seiner ganzen Profi-Karriere
für ein und denselben Klub:
Cagliari Calcio. Angebote
aus dem Norden des Landes
schlug der Wahlsarde aus.
Er bereut es nicht.
imago
W
ie die Zeit vergeht. 70 Jahre alt bin ich
also vor Kurzem geworden, unglaublich … In jungen Jahren bekam ich die
harte Realität der Nachkriegszeit zu
spüren. Ich hatte keine einfache
Kindheit, und diese schwierige Zeit
sollte mich prägen. Es wurde über mich geschrieben, dass ich eine von Italiens Fussball­Legenden bin. Es wurde aber auch geschrieben,
dass ich selbst beim Jubel über meine Tore verhalten blieb, mit einem Hauch von Melancholie. Gewiss: Meine Freiheit fand ich nur auf dem
Fussballplatz, immer das Tor vor Augen. Auf
dem Platz war ich frei.
Mit 14 Jahren und meinem Volksschulabschluss in der Tasche, begann ich, bei einer
Aufzugsfirma zu arbeiten. Zu dieser Zeit fuhr
ich von Stadion zu Stadion, bestritt eine Partie
für jenen, kurz danach für den nächsten Verein. Aus Spass, aber auch, weil ich etwas dafür
bekam. Manchmal war es Geld, ein andermal
ein Prosciutto, eine Salami oder ein Kilo ­Butter.
Mit 18 Jahren veränderte sich mein Leben auf
einen Schlag. Cagliari ­
C alcio verpflichtete
mich. Es war mein erster Profivertrag. Ich ging
einen unkonventionellen Weg. Die meisten
­Talente wanderten zu den Vereinen in den
­Norden ab, ich aber wählte Sardinien.
Das war eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereue. Ich verliebte mich sofort in die
Insel, in die Menschen hier. Noch heute wohne
ich in Cagliari. Mit Cagliari gelang mir der
­Aufstieg in die Serie A – mit dem Gewinn des
Scudetto in der Saison 1969/1970 wurde ich zu
einer Art Galionsfigur der Sarden. Das macht
mich enorm stolz. Die Liebe der Sarden war so
gross, dass ich alle Angebote der Top-Klubs
­ablehnte und nur für die Rot-Blauen spielte. Ich
Name, Vorname
Luigi “Gigi” Riva
Geburtsdatum, Geburtsort
7. November 1944,
Leggiuno (Italien)
Position als Spieler
Stürmer
Verein
1963 – 1976 Cagliari Calcio
Nationalteam Italien
42 Einsätze, 35 Tore
weiss nicht, was aus mir geworden wäre, wenn
ich die Insel verlassen und irgendwo in Mailand
oder Turin gespielt hätte.
Trotz der sardischen Wahlheimat blieb ich
immer auch ein stolzer Italiener. Mit 35 Toren
in 42 Spielen bin ich noch heute bester Torschütze des italienischen Nationalteams. Das
Trikot meines Landes zu tragen, machte mich
stolz. Ich denke gerne an meine Einsätze mit
der Squadra Azzurra zurück. 1968 gewannen
wir die EM im eigenen Land, zwei Jahre später
in Mexiko scheiterten wir erst im WM-Finale
an Brasilien. Nie vergessen aber werde ich das
“Spiel des Jahrhunderts”, den 4:3-Halbfinalsieg
gegen Deutschland. Was für ein Spiel!
1976 beendete ich meine Karriere, blieb
aber auf Sardinien und wurde Sportmanager
und Präsident bei Cagliari Calcio. 2005 erhielt
ich die symbolische sardische Staatsbürger-
schaft, und das rot-blaue Trikot mit “meiner”
Nummer 11 wurde aus dem Repertoire von
Cagliari Calcio gestrichen.
Nun bin ich 70 Jahre alt geworden. Gefeiert
habe ich auf Sardinien. Am liebsten hätte ich
das leise getan – aber es kam anders … Å
Aufgezeichnet von Giovanni Marti
Persönlichkeiten des Fussballs erzählen
von einem wegweisenden Moment in
ihrem Leben.
T H E F I FA W E E K LY
37
Wir bringen alle
Fans zusammen
Finden Sie neue Freunde und teilen Sie Ihre Begeisterung
in der Bord-Lounge der Emirates A380.
#AllTimeGreats
youtube.com/emirates
Hello Tomorrow
The FIFA Weekly
Eine Wochenpublikation der
Fédération Internationale de Football
Association (FIFA)
Internet:
www.fifa.com/theweekly
Herausgeberin:
FIFA, FIFA-Strasse 20,
Postfach, CH-8044 Zürich
Tel. +41-(0)43-222 7777
Fax +41-(0)43-222 7878
FIFA - R ÄT SEL - CUP
Klubs, die ihre Heimat nicht verraten, und ein WM-Stadion,
das verschwunden ist – raten Sie mit!
1
Der Eine spielte bei den gleichen vier WMs mit wie der Andere.
Der Eine schoss bei jeder WM mindestens ein Tor, der Andere auch. Welches Duo?
Präsident:
Joseph S. Blatter
Generalsekretär:
Jérôme Valcke
Direktor Kommunikation
und Öffentlichkeitsarbeit:
Walter De Gregorio
W
Chefredakteur:
Perikles Monioudis
Redaktion:
Alan Schweingruber,
Sarah Steiner, Tim Pfeifer
2
S
R
D
Genau hier fanden mehrere WM-Spiele statt. Der Anstosskreis soll in dem kleinen Rasenstück
links gelegen haben. Welches denkwürdige WM-Spiel ereignete sich hier?
Art Direction:
Catharina Clajus
A
U
O
I
Bildredaktion:
Peggy Knotz
Produktion:
Hans-Peter Frei
Layout:
Richie Krönert (Leitung),
Tobias Benz, Marianne Bolliger-Crittin,
Susanne Egli, Alissa Rosskopf
3
Italien - Costa Rica 0:1
Italien - Republik Irland 0:1
Italien - Israel 0:0
Italien - DVR Korea 0:1
Wem überreichte FIFA-Präsident Blatter diese begehrte Anerkennung im November 2014?
Korrektorat:
Nena Morf, Kristina Rotach
Ständige Mitarbeitende:
Sérgio Xavier Filho, Luigi Garlando,
Sven Goldmann, Hanspeter Kuenzler,
Jordi Punti, Thomas Renggli,
David Winner, Roland Zorn
Mitarbeit an dieser Ausgabe:
Andrés de Kartzow, Giovanni Marti,
Bruno Sassi, Andreas Wilhelm
G
Redaktionssekretariat:
Honey Thaljieh
Projektmanagement:
Bernd Fisa, Christian Schaub
Übersetzung:
Sportstranslations Limited
www.sportstranslations.com
Druck:
Zofinger Tagblatt AG
www.ztonline.ch
Kontakt:
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Der Nachdruck von Fotos und
Artikeln aus The FIFA Weekly,
auch auszugsweise, ist nur mit
Genehmigung der Redaktion
und unter Quellenangabe
(The FIFA Weekly, © FIFA 2014)
erlaubt. Die Redaktion ist nicht
verpflichtet, unaufgefordert
eingesandte Manuskripte und Fotos
zu publizieren. Die FIFA und das
FIFA-Logo sind eingetragene
Warenzeichen. In der Schweiz
hergestellt und gedruckt.
Ansichten, die in The FIFA Weekly
zum Ausdruck gebracht werden,
entsprechen nicht unbedingt den
Ansichten der FIFA.
4
L
N
R
Zwei Klubs aus der gleichen Stadt standen im selben Jahr in einem europäischen Finale. Der Klub,
der das Finale gewann, führt seine Heimatstadt nicht im Namen. Macht nichts, denn der Name des
Klubs, der verlor, verrät seine Heimatstadt ebenfalls nicht. Woher stammen die beiden Klubs?
DItalien
GGrossbritannien
EDeutschland
NSpanien
Das Lösungswort des Rätsel-Cups aus der Vorwoche lautet: JUMP
Ausführliche Erklärungen auf www.fifa.com/theweekly
Inspiration und Umsetzung: cus
Bitte senden Sie das Lösungswort bis Mittwoch, 26. November 2014, an die E-Mail-Adresse [email protected]
Die korrekten Lösungen für alle seit dem 13. Juni 2014 erschienenen Rätsel nehmen im Januar 2015 an der Verlosung
einer Reise für zwei Personen zum FIFA Ballon d’Or am 12. Januar 2015 teil.
Vor Einsendung der Antworten müssen die Teilnehmenden die Teilnahmebedingungen des Gewinnspiels sowie die Regeln zur
Kenntnis nehmen und akzeptieren, die unter folgendem Link zu finden sind:
http://de.fifa.com/mm/document/af-magazine/fifaweekly/02/20/51/99/de_rules_20140613_german_german.pdf
T H E F I FA W E E K LY
39
ERGEBNIS DER LETZTEN WOCHE
Wer wird die brasilianische
Serie A gewinnen?
27+23+1815764
UMFR AGE DER WOCHE
Welches dieser Teams wird die UEFA-Women’sChampions-League 2014/15 gewinnen?
4%
6%
7%
27%
15%
≠ ≠ ≠ ≠ São Paulo
Atlético Mineiro
Cruzeiro
Zur Auswahl stehen:
· Brondby (DEN)
· Bristol Academy (ENG)
· Frankfurt (GER)
· Glasgow City (SCO)
· Linköping (SWE)
· Paris (FRA)
· Rosengard (SWE)
· Wolfsburg (GER)
23%
18%
≠ ≠ ≠ Internacional
Grêmio
Fluminense
Stimmen Sie ab unter:
Fifa.com/newscentre
Corinthians
“Wie gut war Puskas wirklich? Er war wohl besser als alle, die man grossartig
nennt – fast unvergleichlich. Ich habe in Glasgow und Madrid gegen ihn
gespielt. Er war schnell und fit wie kaum jemand sonst auf dem Platz.”
Willie Henderson, früherer Star der Glasgow Rangers, über die Legende Ferenc Puskas
34
126
3
Z AHLEN DER WOCHE
ohne Heimniederlage –
Jahre nach dem letzten
die längste derartige
gio Diaz für sein Team Cerro
direkt verwandelten
Serie im Weltfussball
Porteno, das somit weiterhin
Freistoss konnte man beim
ging für Spanien zu
Racing Club de Avellaneda
Ende. Weltmeister
endlich wieder über ein
Deutschland war das Team,
Diese zwar recht beeindru­
derartiges Tor jubeln. Der
das den Spaniern nach so
ckende Quote wird allerdings
Treffer war die lange Warte­
langer Zeit die erste Niederlage
erst dann zur Ausnahme­
zeit allerdings wert: Gustavo
vor eigenem Publikum
meldung, wenn man bedenkt,
Bou jagte die Kugel aus
beibrachte. Torschütze
dass Diaz erst 15 Jahre
knapp 30 Metern
war Toni Kroos in der
alt ist.
Entfernung ins Netz.
89. Minute.
Tore in zwei Spielen erzielte Ser­
Chancen auf den Gewinn der
Meisterschaft in Paraguay hat.
imago (3), Getty Images
Spiele und acht Jahre
Spiele und fast drei