Migräne und Hormone: Was ist gesichert?

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Migräne und Hormone: Was ist gesichert?
Übersichten
Schmerz 2008 · [Suppl 1] 22:31–36
DOI 10.1007/s00482-007-0613-9
© Deutsche Gesellschaft zum Studium
des Schmerzes. Published by Springer
Medizin Verlag - all rights reserved 2008
U. Bingel
Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitäts-Klinikum
Hamburg Eppendorf (UKE), Hamburg
Migräne und Hormone:
Was ist gesichert?
Migräne und der weibliche
Hormonzyklus
Über 50% aller Migränepatientinnen beschreiben einen Zusammenhang zwischen
ihrer Migräne und ihrem Zyklus [1, 2, 3,
4]. Eine Häufung von Migräneattacken
findet sich insbesondere in der späten lutealen Phase des Zyklus, bzw. im einnahmefreien Intervall der Pille. Die höchste
Migränefrequenz findet sich im Zeitraum
zwischen 2 Tagen vor der Menstruation
und den ersten 3 Tagen der Menstruation [4, 5, 6, 7].
Bei der Mehrzahl dieser Frauen treten neben den Migräneattacken im zeitlichen Zusammenhang mit der Menstruation auch Attacken zu anderen Zeitpunkten des Zyklus auf (sog. menstruationsassoziierte Migräne). Nur bei ca. 10%
der Frauen kommt es zu Migräneattacken
ausschließlich in einem fixen Zeitfenster
um die Menstruation herum (sog. reine
menstruelle Migräne). Diese beiden Formen werden häufig, wie auch in diesem
Artikel, unter dem Begriff der menstruellen Migräne zusammengefasst.
Ein gehäuftes Auftreten der Migräne
mit dem Eisprung (wie von manchen Patientinnen berichtet) konnte in epidemiologischen oder prospektiven Studien bislang nicht bestätigt werden.
Klinische Charakteristika
Wie die IHS-Klassifikation widerspiegelt,
sind interessanterweise die mit der Menstruation assoziierten Migräneattacken fast
ausschließlich Migräneattacken ohne Aura. Dies ist auch der Fall bei Frauen, die
zu anderen Zeitpunkten im Zyklus Mig-
räneattacken mit Auren erleben [4, 8, 9].
Nur in sehr seltenen Fällen tritt eine Migräne mit Aura als menstruelle oder menstruell gebundene Migräne auf.
Von wichtiger klinischer Bedeutung ist,
dass die menstruellen Migränattacken im
Vergleich zu Migräneattacken außerhalb
der Menstruation (auch im intraindividuellen Vergleich) schwerer sind: sie sind
länger, stärker, häufiger mit Erbrechen assoziiert und sprechen schlechter auf eine symptomatische Therapie an. Entsprechend sind diese Attacken auch mit höheren Raten von Arbeitsunfähigkeit und
Einschränkungen der täglichen Aktivitäten im Haushalt assoziiert [10, 11, 12].
Pathophysiologie der
menstruellen Migräne: die
Östrogenentzugshypothese
Die am besten untersuchten Hormone in
Bezug auf die menstruelle Migräne sind
Östrogen und Progesteron. Bislang gibt es
keinen Hinweis für grundsätzliche Auffälligkeiten dieser Hormonspiegel bei Frauen mit einer menstruellen Migräne im
Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen.
Sommerville [13, 14, 15, 16] untersuchte
bereits in den 70er Jahren den Einfluss natürlicher Schwankungen und der externen
Zufuhr von Östrogen und Progesteron auf
die Migräne. Er erbrachte die ersten Hinweise dafür, dass Fluktuationen des Östrogenspiegels, insbesondere ein plötzliches
Absinken des Östrogenspiegels nach längerer Exposition mit endogen oder exogen verabreichten Östrogenen, für einen
Teil der Frauen einen sehr potenten Migränetrigger darstellt, wogegen sich kein
Zusammenhang für Progesteron und
Migräne ergab.
Diese Theorie wurde kürzlich in einer sehr aufwändigen, prospektiven Studie von MacGregor et al. [6] untermauert.
Sie untersuchten bei 38 Frauen mit einer
menstruellen Migräne in 3 auf einander
folgenden Zyklen täglich die Konzentrationen der Hormone LH, FSH, Progesteron und Östrogen und korrelierten die­se
mit dem Auftreten von Migräne­attacken
(. Abb. 1). Es zeigte sich ein inverser
Zusammenhang zwischen den Östrogenkonzentrationen und dem Auftreten von
Migräne mit einer signifikanten Häufung
von Migräneattacken im Zusammenhang
mit dem prämenstruellen Absinken der
Östrogenspiegel des Menstruationszyklus. Steigende und hochnormale Östrogenspiegel dagegen waren mit einer verminderten Migränefrequenz assoziiert.
Wie durch die Sommerville-Hypothese
prophezeit, war der nur kurzfristige Hormondip im Rahmen der Ovulation nicht
mit einer erhöhten Migränefrequenz vergesellschaftet [6].
Diese Untersuchung bestätigt den Zusammenhang zwischen fallenden Östrogenspiegeln und der menstruellen Migräne sowie dem protektiven Effekt steigender bzw. stabil hoher Östrogenspiegel.
Migräne mit Aura
Anders als bei der Migräne ohne Aura, wo ein Zusammenhang zwischen fallenden Östrogenspiegeln und Migräneattacken besteht, scheint es für die Migräne mit Aura eher eine Assoziation mit
hochnormalen Östrogenspiegeln zu geben.
Frauen mit einer Migräne mit Aura haben
durchschnittlich doppelt so hohe Östrogenspiegel (über den Zyklus hinweg) wie
Frauen mit einer Migräne ohne Aura [17].
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Übersichten
E₁G
PdG
Migränehäufigkeit [Migränetage in %]
40
30
30
20
20
10
10
0
Mittlere Konzentration der Östrogenmetabolite
(ng/ml E₁G, und µg/dl PdG)
50
40
0
-15
-10
-5
-1
Tage des Zyklus
5
10
15
Abb. 1 8 Inverse Korrelation zwischen Migränehäufigkeit und Östrogenspiegeln
(E1G und PdG im Urin) während des menstruellen Zyklus. (modif. nach [6])
Auch die hochnormalen Östrogenspiegel
bei Anwendung einer kombinierten Kontrazeption, einer postmenopausalen Hormonersatztherapie oder auch im Rahmen
der Schwangerschaft erhöhen das Risiko
einer Migräne mit Aura [9].
Menstruelle Migräne – Therapie
Akuttherapie
Die symptomatische Therapie menstrueller Migräneattacken unterscheidet sich
prinzipiell nicht von der Behandlung von
Migräneattacken außerhalb der Menstruation (s. Leitlinien zur Therapie der Migräneattacke der Deutschen Migräne- und
Kopfschmerz-Gesellschaft [DMKG] und
der Deutschen Gesellschaft für Neurologie [DGN]). Prospektive kontrollierte
Studien belegen die Wirksamkeit der 5HT1B/1D-Rezeptoragonisten Almotriptan,
Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan
und Zolmitriptan für die Akutbehandlung der menstruellen Migräne [18, 19,
20, 21, 22]. In Hinblick auf die klinischen
Charakteristika der Attacke kann die
Kombination mit einem NSAR mit langer Halbwertzeit wie z. B. Naproxen von
Vorteil sein [23]. Die Schwere der menstruellen Migräneattacken und das verminderte Ansprechen auf eine Akutmedikation [10, 11, 12] haben zur Entwicklung der Strategien zur sog. Kurzzeitprophylaxe der menstruellen Migräne geführt.
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Prophylaktische Therapie
– Kurzzeitprophylaxe
Das Ziel der verschiedenen Ansätze einer
Kurzzeitprophylaxe ist, durch eine vor­
übergehende, tägliche Medikamenteneinnahme im gefährdeten perimenstruellen
Intervall von ca. einer Woche das Auftreten der menstruellen Migräneattacken zu
verhindern oder abzumildern.
Vorraussetzungen für diesen Therapieansatz sind
Fein regelmäßiger und vorhersehbarer
Zyklus, da die prophylaktische Medikamenteneinnahme typischerweise
2 Tage vor der erwarteten Menstruation begonnen wird sowie
Fdas Vorliegen überwiegend menstrueller Migräneattacken mit nur wenigen zusätzlichen Migräneattacken, da
sonst die Gefahr eines medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzes
besteht.
NSAR stellen die erste Wahl einer Kurzzeitprophylaxe menstrueller Migräneattacken dar, insbesondere wenn diese
von Dysmenorrhöen [24] begleitet sind.
Naproxen in einer Dosierung von 550 mg
1- bis 2-mal täglich in der perimenstruellen Phase (2 Tage vor Beginn der Menstruation bis Tag 5) führte in verschiedenen
kontrollierten Studien zu einer signifikanten Reduktion der Kopfschmerztage
sowie Intensität und Dauer auftretender
Kopfschmerzen [25, 26, 27]. Dies konnte
auch in einer kleinen offenen Studie für
den COX-2-Hemmer Rofecoxib gezeigt
werden [28]. Die typischen gastrointestinalen Nebenwirkungen und Kontraindikationen müssen berücksichtigt werden.
Gegebenenfalls sollte für die Zeit der Einnahme ein Magenschutz mit einem Protonenpumpeninhibitor oder einem H2Blocker verabreicht werden.
Mehrere kontrollierte Studien weisen
auf die Wirksamkeit einer perimenstruellen Kurzzeitprophylaxe mit den Triptanen
Naratriptan [29, 30], Frovatriptan [31] und
Sumatriptan [32] hin.
Problematisch ist, dass das Zielkriterium der Studien zur perimenstruellen
Prophylaxe häufig das Auftreten der perimenstruellen Migräneattacken war, die
Gesamtzahl der Migräneattacken/Zyklus
wurde nicht immer berücksichtigt. Eine
jüngst publizierte Studie [33] weist darauf
hin, dass die Kurzzeitprophylaxe mit Naratriptan zwar das perimenstruelle Auftreten von Migräneattacken reduziert,
aber nach Ende der Prophylaxe vermehrt
Migräneattacken auftreten.
Bislang gibt es keine Hinweise dafür,
dass die Triptane den NSAR bei der Kurzzeitpropyhlaxe der Migräne überlegen
sind. In Hinblick auf die Behandlungskosten und auch die Einschränkungen
der zusätzlichen Akuttherapie bei Versagen dieser Prophylaxe sollte unter Berücksichtigung von Kontraindikationen zuerst
eine Kurzzeitprophylaxe mit Naproxen
o. ä. versucht werden.
Allgemein gilt, dass im Hinblick auf
die natürliche Fluktuation der Migräne
jeder dieser perimenstruellen prophylaktischen Therapieversuch für mindestens 3
auf einander folgende Zyklen in Kombination mit Kopfschmerztagebüchern versucht werden sollte, bevor über die Wirksamkeit entschieden wird. Zur Beurteilung der Wirksamkeit müssen die Migränetage insgesamt bewertet werden.
Perimenstruelle
Östrogensubstitution
Vor dem konzeptionellen Hintergrund,
dass der prämenstruelle Östrogenabfall
einen relevanten Triggerfaktor für die
menstruelle Migräne darstellt, wird bei
diesem Therapieansatz versucht, den prämenstruellen Östrogenabfall durch eine
zusätzliche Gabe von Östrogen zu kom-
Zusammenfassung · Abstract
pensieren. Aus den hierzu existierenden,
sehr heterogenen Studien ergibt sich folgendes Bild:
Niedrige Dosierungen von Östrogen (z. B. Pflaster mit 25–50 µg Estradiol)
scheinen das Auftreten menstrueller Migräneattacken nicht zu beeinflussen [34, 35,
36]. Einige Studien mit einer höheren Östrogendosierung (z. B. die perkutane Anwendung von 1,5 mg Estradiol in Gelform) konnten zwar ein positives Ergebnis für die Zielvariable perimenstruelle
Migränetage und Akutmedikation erreichen [37, 38], diese Befunde werden aber
durch eine aktuelle, gut kontrollierte Studie von MacGregor et al. [39] relativiert:
Hier wurden 35 Patientinnen mit menstrueller Migräne für 6 Monate in einem
doppelblinden Cross-over-Design perimenstruell mit Placebo oder einem Östrogengel (1,5 mg) behandelt, der Zeitpunkt
der Ovulation wurde durch tägliche Urinproben bestimmt. Zwar führte das perimenstruelle Östrogen zu einer Reduktion
von Dauer und Intensität der menstruellen Migräneattacken, dieser Benefit wurde aber durch eine Zunahme der Migräne nach dem Absetzen des Präparats komplett zunichte gemacht.
Zusammenfassend gibt es bislang keine überzeugende Evidenz für ein erfolgreiches Substitutionsschema der menstruellen Migräne.
Schmerz 2008 · [Suppl 1] 22:31–36 DOI 10.1007/s00482-007-0613-9
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U. Bingel
Migräne und Hormone: Was ist gesichert?
Zusammenfassung
Frauen leiden häufiger an Migräne als Männer. Dieses Ungleichgewicht ist bei gleicher
genetischer Disposition u. a. in zusätzlichen
Triggerfaktoren wie den natürlichen Schwankungen im weiblichen Hormonhaushalt begründet. Der Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone auf Migräne wird neben
der unterschiedlichen Häufigkeiten der Migräne von Männern und Frauen durch die fluktuierende Migräneprävalenz innerhalb des
Lebens und des monatlichen Hormonzyklus der Frau illustriert. Dazu gehören das Phänomen der menstruellen Migräne, der überwiegend positive Verlauf der Migräne bei stabilen Hormonverhältnissen wie in Schwan-
gerschaft, Stillzeit und nach der Menopause,
sowie der Einfluss exogen zugeführter Hormone wie der Pille oder einer postmenopausalen Hormonersatztherapie auf die Migränefrequenz. Zusammenfassend bekräftigen epidemiologische, klinische und experimentelle
Untersuchungen einen wesentlichen Einfluss
der weiblichen Geschlechtshormone auf die
Pathophysiologie der Migräne.
Schlüsselwörter
Kopfschmerzen · Hormone · Migräne ·
Schwangerschaft · Menopause · Menstruelle Migräne
Migraine and hormones: what can we be certain of?
Abstract
Women suffer from migraine far more frequently than men. This sex difference during
the reproductive years is considered to result
from additional trigger factors, such as the
fluctuating hormones of the menstrual cycle and with the reproductive milestones of
women. The role of the female hormones on
migraine is illustrated by the phenomenon of
menstrual migraine, and the changes in the
clinical course of migraine with menarche,
pregnancy, menopause and the external application of hormones. In summary, epidemiological, clinical and experimental studies
document a substantial influence of female
sex hormones on the pathophysiology of migraine headache.
Keywords
Headache · Hormones · Migraine · Pregnancy · Menopause · Menstrual migraine
Kontinuierliche Einnahme
kombinierter Kontrazeptiva
Für Frauen mit menstrueller Migräne, die
mit der Pille verhüten, oder aber bei denen die oben genannten Therapiestrategien versagen, ist die kontinuierliche Einnahme eines kombinierten Kontrazeptivums (mit einer fixen Kombination aus
oral wirksamen Östrogen und Gestagenen) ohne einnahmefreies Intervall eine
weitere Behandlungsoption der menstruellen Migräne. Vor dem konzeptionellen
Hintergrund, dass der Östrogenabfall vor
der Menstruation bzw. mit dem pillenfreien Intervall als Migränetrigger fungiert, soll die kontinuierliche Applikation einer immer gleichen Hormonmenge
einen protektiven Einfluss auf die Migräne haben.
Weltweit gibt es zunehmende Erfahrungen mit diesem Regime der Kontrazeption, das einem aktuellen Cochrane
Der Schmerz 2008 | 33
Übersichten
Review zufolge nicht mit negativen Effekten (eher von Vorteilen) gegenüber der
Standardtherapie assoziiert ist [40]. Auch
wenn bislang keine kontrollierte Studie
die Effektivität dieser Maßnahme bei der
menstruellen Migräne belegt, unterstützen Expertenmeinungen, dass dieses Regime für einzelne Patientinnen hilfreich
sein kann [40, 41].
Diese Regime sollte nicht bei Patienten
mit Migräne mit Aura oder anderen vaskulären Risikofaktoren eingesetzt werden,
da dies langfristig zu einem Anstieg ischämischer kardialer oder zerebraler Ereignisse führen könnte [42].
Von einer kontinuierlichen Einnahme
von Progesteron, wie zur Verhinderung
der Ovulation eingesetzt (sog. Minipille), ist aufgrund der erhaltenen Schwankungen im Östrogen kein positiver Effekt
auf eine menstruelle Migräne zu erwarten. Dies trifft auch auf intrauterine Systeme (sog. Hormonspirale) oder intradermale Implantate mit einer kontinuierlichen Abgabe von Progesteron zu.
Insbesondere beim zusätzlichen Vorliegen häufiger nichtmenstrueller Migräneattacken sollte eine Standardmigräneprophylaxetherapie nach den Leitlinien
der DGN bzw. DMKG durchgeführt werden. Bislang gibt es allerdings keine Studie, die die Wirkung einer solchen Prophylaxe speziell auf die menstruellen Migräneattacken untersucht. Nichtpharmakologische Ansätze (wie Biofeedback, Entspannungsverfahren und Akupunktur)
zur Vorbeugung der menstruellen Migräne haben sich bislang als nicht wirksam
herausgestellt [43, 44, 45].
Migräne und die reproduktiven
Meilensteine der Frau
Migräne in der Schwangerschaft
Sowohl retrospektiven als auch prospektiven Studien zufolge erfahren 50–
80% der Migränepatientinnen eine Verbesserung der Migräne in der Schwangerschaft. Bei ca. 20% der Patientinnen
kommt es zu einem kompletten Sistieren
während der Schwangerschaft [8, 9, 46,
47, 48, 49, 50]. Typischerweise tritt diese
Verbesserung der Migräne nach dem 1.
Trimenon auf. Kommt es mit dem 2. Trimenon nicht zu einer Verbesserung der
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Migräne, persistiert diese häufig durch
Schwangerschaft und post partum [51].
Der Einfluss der hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft
scheint, wie bei der menstruellen Migräne, unterschiedlich zu sein für die Migräne ohne bzw. mit Aura.
Diese Verbesserung während der
Schwangerschaft betrifft insbesondere
die Frauen mit einer Migräne ohne Aura.
Die beste Migräneprognose haben Frauen mit einer menstruellen Migräne ohne Aura vor der Schwangerschaft [9, 46,
50], da diese Untergruppe einer offenbar hormonempfindlichen Migräne von
den stabilen hochnormalen Östrogenverhältnissen durch plazentares Östrogen im
2. und 3. Trimenon der Schwangerschaft
am meisten profitiert. Im Gegensatz dazu neigt die Migräne mit Aura dazu, auch
während der Schwangerschaft zu persistieren [9]. Auch bei einer Erstmanifestation der Migräne innerhalb der Schwangerschaft (<3%) kommt es gehäuft zum Auftreten einer Migräne mit Aura [52, 53].
Migräne in der postpartalen Phase
Kopfschmerzen treten sehr häufig in der 1.
Woche nach der Geburt auf und betreffen
30–40% aller Frauen [54, 55], also nicht nur
Migränepatientinnen. Während sicherlich
einerseits die häufig durchgeführten Periduralanästhesien einen Teil dieser Kopfschmerzen zu verantworten haben, lassen
sich diese Befunde bei Migränikerinnen
ohne Aura mit der Östrogenentzugshypothese vereinbaren: Das postpartale Absinken hoher Östrogenspiegel kann bei dafür empfindlichen Frauen Migräne auslösen [6].
Beim erstmaligen Auftreten von Migräne mit Aura in der Schwangerschaft
oder post partum müssen alternative Ursachen der Symptomatik (wie eine Sinusvenenthrombose, Thrombozytämie oder
Eklampsie etc.) sorgfältig abgeklärt werden. Die Eklampsie z. B. kann sich ähnlich einer Migräne mit visueller Aura
mit Kopfschmerzen und visuellen Phänomenen wie Schleiersehen, Skotomen
oder Flackerlicht präsentieren. Auch bei
Frauen mit einer bekannten Migräne
mit Aura sollten unklare oder auffällige
Aura­phänomene sorgfältig evaluiert werden, um eine mögliche ischämische Genese nicht zu übersehen: das Risiko für
schwangerschaftsassoziierte Schlaganfälle
ist bei Migränikerinnen erhöht [56].
Migräne in der Stillphase
Bei fast allen Migränepatientinnen kehrt
die Migräne nach der Geburt zurück. Allerdings zögert Stillen diesen Zeitpunkt
hinaus. Stillen führt, wie in prospektiven
Untersuchungen gezeigt, zu einer anhaltenden Stabilisierung der Migräne, die
mit der während der Schwangerschaft ab
dem 2. Trimenon auftretenden vergleichbar ist [46, 51]. Der protektive Effekt des
Stillens hängt am ehesten mit den stabilen
(eher niedrig normalen) Östrogenspiegeln in dieser Phase zusammen. Im Mittel
kommt es bei stillenden Frauen erst nach
189 Tagen zur ersten postpartalen Ovulation, während diese bei nichtstillenden
Frauen nach durchschnittlich 45 Tagen
passiert [57].
Migräne und Menopause
Die sog. Perimenopause ist die Zeit mit
der höchsten Migräneprävalenz der Frau.
Vor dem Hintergrund, dass fallende Östrogenspiegel oder der Entzug von Östrogen einen relevanten Migränetrigger darstellen, könnten die fluktuierenden Östrogenspiegel im Zusammenhang mit unregelmäßigen Zyklen hierfür verantwortlich sein.
Mit abgeschlossener Menopause
kommt es dann zu einer deutlichen Verbesserung der Migräne [3, 58, 59]. Hierbei
gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass
die Migräne bei Männern und Frauen mit
dem Alter abnimmt und somit nicht alle nach der Menopause zu beobachtenden
Veränderungen der Migräne auf das Konto der veränderten hormonellen Situation
zu schreiben sind!
Eine Hysterektomie, in der Vergangenheit fataler Weise sogar zu Behandlung der Migräne angewendet, führt häufig zu einer deutlichen Verschlechterung
der Migräne. Dies gilt kurioserweise auch,
wenn die Eierstöcke dabei ganz oder z. T.
erhalten bleiben [60].
Insgesamt ist die Migräne ein häufiges
und wichtiges Problem in den Wechseljahren. Etwa 30% der Frauen, die sich in
einer Sprechstunde für Wechseljahrsbeschwerden vorstellen, klagen über Migräne [61, 62]. Bislang gibt es keine Studien,
die dieses Problem prospektiv erfassen,
sodass es schwierig ist vorherzusehen, wer
während oder nach der Menopause weiter
an einer Migräne leidet oder eine Migräne oder auch andere Kopfschmerzen entwickelt. Eine Migräne (insbesondere eine menstruelle) in der Vorgeschichte, die
Anwendung einer Hormonersatztherapie
(HET, s. unten), eine chirurgisch bedingte
Menopause sowie ein geringes Eintrittsalter in die Menopause scheinen das Risiko
für Migräne in dieser Lebensphase zu erhöhen [62, 63].
Migräne und postmenopausale
Hormonersatztherapie (HET)
Der Zusammenhang zwischen einer HET
und Migräne wurde im Rahmen der Women Health Study untersucht. In dieser
großen Querschnittserhebung war die
Einnahme einer postmenopausalen Hormontherapie mit einer erhöhten Prävalenz der Migräne (13 vs. 9%) assoziiert
[63]. Unklar in dieser Querschnittsuntersuchung bleibt der differenzielle Effekt einer HET in Abhängigkeit von einer Migräne in der Vorgeschichte. Es gibt aber
Hinweise, dass das Migränerisiko unter HET mit einer menstruellen Migräne in der Vorgeschichte assoziiert ist [64].
Auch Facchinetti et al. [65] untersuchten
den Einfluss verschiedener Regimes einer
HET mit Östrogen und Progesteron (entweder kontinuierlich oder zyklisch in verschiedenen Dosierungen) bei menopausalen Migränepatientinnen. Alle Strategien einer HET führen zu einer Zunahme von Frequenz und Intensität der Migräne.
Zusammenfassend ergibt sich aus den
bislang zu dem Thema durchgeführten
Studien folgende Empfehlung:
Eine kontinuierliche Gabe von kombiniertem Östrogen und Progesteron
scheint in Hinblick auf die Migräne das
am besten tolerierte Regime einer HET
zu sein [65, 66]. Hierbei ist eine nichtorale Applikation z. B. durch Pflaster wegen der damit verbundenen konstanteren
Spiegel zu bevorzugen [67, 68, 69]. Da unter höheren Dosierungen von Östrogen
sowohl eine Verschlechterung der Migräne als auch das Neuauftreten von Migräneauren beschrieben sind [70, 71], sollte
die niedrigste in Hinblick auf die Wechseljahrsbeschwerden zufrieden stellende
Östrogendosis verabreicht werden. Diese
Empfehlung entspricht auch den aktuellen
Leitlinien zur HET der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie (http://www.dggg.
de/leitlinien-2006/).
Bislang gibt es keine Studie, die den
Einfluss einer HET auf das Schlaganfallrisiko von Migränepatientinnen untersucht. Einige Studien weisen auf ein erhöhtes Schlaganfallrisiko jüngerer Frauen mit einer Migräne mit Aura hin [72],
das durch die gleichzeitige Einnahme der
Pille oder Nikotinabusus zusätzlich gesteigert ist. In der Women Health Study
(s. oben) war aber dieses migräneassoziierte Risiko bei älteren Frauen (>55) geringer als bei jüngeren. Insgesamt gibt es keine Daten, anhand derer eine Migräne mit
Aura eine Kontraindikation für eine HET
darstellt [73].
The missing link – über welche
Mechanismen beeinflussen
Hormone die Pathophysiologie
der Migräne?
Die genannten Befunde unterstreichen die
Bedeutung des Östrogens für die Migräne: Fluktuierende, insbesondere fallende
Östrogenspiegel wie vor der Menstruation oder postpartal scheinen einen potenten Migränetrigger für eine Subgruppe von Frauen darzustellen, während stabile, hochnormale Östrogenspiegel wie
in der Schwangerschaft, aber auch niedrignormale Östrogenspiegel wie nach der
Menopause einen protektiven Einfluss auf
die Migräne haben. Weitestgehend unklar ist, wie und wo genau die hormonellen Veränderungen auf die Pathophysiologie der Migräne Einfluss nehmen. Die
Schnittstellen zwischen den weiblichen
Geschlechtshormonen und der Pathophysiologie der Migräne sind vielfältig, wobei
hier aus Gründen der Manuskriptlänge
nur einige genannt werden können (für
ein umfangreiches Review s. auch [74]).
Östrogene
Fhaben einen direkten, NO-vermittelten
Effekt auf das Gefäßendothel [75],
Fbeeinflussen die Expression verschiedener schmerz- und entzündungsrelevanter Gene und intrazelluläre Signalpfade in nozizeptiven
Neuronen des Ganglion trigeminale
[76, 77],
Fmodulieren die Synthese und den
Stoffwechsel des serotonergen Systems im Raphekern [78],
Finteragieren mit dem Stress- und
Opiatsystem,
Fbeeinflussen die Glukosetoleranz, sodass Östrogenschwankungen mit einer verminderten Glukosetoleranz in
der lutealen Phase des Menstruationszyklus assoziiert sind [79, 80].
Insbesondere für die menstruelle Migräne könnten auch parallel mit den Östrogenschwankungen einhergehende Veränderungen der Prostaglandine relevant sein [81]. Die mit der Menstruation
aus dem Endometrium in die Zirkulation freigesetzten Prostaglandine können
einen migräneartigen Kopfschmerz auslösen [82] und sind dazu für die Symptome des prämenstruellen Syndroms verantwortlich [83]. Passend hierzu wirken
auch Prostaglandinsynthesehemmer wie
die COX-Hemmer bei der Prophylaxe der
menstruellen Attacke.
Die oben genannten Befunde bieten
plausible Ansatzpunkte für den Link zwischen Östrogen und dem trigeminovaskulären System sowie der endogenen Stressund Schmerzmodulation. Unklar bleibt,
warum Hormonschwankungen nur bei
einem Teil der Frauen Triggerfunktion
für die Migräne hat. Hierfür sind möglicherweise genetische Unterschiede von
Bedeutung. Es wurden bereits Polymorphismen in Hormonrezeptorgenen identifiziert, die mit einem Risiko für die Migräne assoziiert sind [84].
Fazit für die Praxis
FDie Migräne mit und ohne Aura zeigen ein unterschiedliches Verhalten
in Abhängigkeit von den weiblichen
Geschlechtshormonen. Während für
die Migräne ohne Aura ein Zusammenhang mit fallenden/niedrigen Östrogenspiegeln besteht, ist die Migräne mit Aura eher mit hohen Östrogenspiegeln vergesellschaftet.
FDie menstruelle Migräne ist fast immer eine Migräne ohne Aura. Die
Akutmedikation entspricht den aktuellen Leitlinien zur Behandlung der
Migräneattacke. Als Kurzzeitprophylaxe kann die perimenstruelle GaDer Schmerz 2008 | 35
Übersichten
be von NSAR oder Triptanen versucht
werden. Allerdings gibt es Hinweise
für ein vermehrtes Auftreten von Migräneattacken nach Beendigung der
Kurzzeitprophylaxe.
FFrauen mit einer Migräne ohne Aura
können mit einer deutlichen Verbesserung (50–80%) ab dem 2. Trimenon
der Schwangerschaft rechnen. Postpartal kehrt die Migräne zurück, Stillen zögert die Rückkehr der Migräne
hinaus.
FPerimenopausal besteht die höchste Migräneprävalenz der Frau. Mit abgeschlossener Menopause ist die Prognose der Migräne positiv, dennoch
bleibt die Migräneprävalenz auch in
dieser Lebensphase bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern.
FDer Einfluss exogen verabreichter
Hormone ist schwierig vorherzusehen. Für die HET scheint die kontinuierliche Gabe einer fixen Kombination von transdermalem Östrogen und
Progesteron in möglichst niedriger
Dosierung das am besten tolerierte
Regime. Bei Frauen, die empfindlich
sind für den Östrogenentzug im einnahmefreien Intervall der Pille, kann
das Konzept der kontinuierlichen Pilleneinnahme für 3–6 Monate von Vorteil sein.
FDie Mechanismen der Wechselwirkung zwischen Östrogen und dem trigeminalen Schmerzsystem sind unklar.
Korrespondenzadresse
Dr. U. Bingel
Klinik und Poliklinik für Neurologie, UniversitätsKlinkum Hamburg Eppendorf (UKE)
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
[email protected]
Interessenkonflikt. Die korrespondierende Autorin
gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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