Kleiner Rundgang durch Göcklingen

Transcription

Kleiner Rundgang durch Göcklingen
1
Göcklingen,
Vergangenheit und Zukunft
„Wissen Sie, dass Sie hier in einer schönen Gegend leben?“
hat mich eine Frau gefragt, deren Auto ein Münchener Kennzeichen trug. Das ist angesichts der Isar-Auen, der Möglichkeiten zum Radeln und Wandern im Alpenvorland eine
beachtliche Aussage. Tatsächlich ist es die Vielgestaltigkeit unserer Landschaft, die keine
Langeweile aufkommen lässt. Sanft ergießen sich die weichen Formen vom Rand des Pfälzer Waldes über die Rebenhügel in die Tallandschaft des Kaiserbaches. Zudem prägt der
Wechsel der Jahreszeiten das jeweilige Bild der Landschaft. Unsere Gegend ist gleichsam
ein Erlebnis für alle Sinne. Die freie Natur lockt zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn etwa
im Frühjahr der Reben- und Kastanienblütenduft die Nase umschmeichelt oder das Auge
die blühenden Bäume und Büsche und dazu die ganze Farbpalette unterschiedlichen
Grüns aufnimmt, lebt der Mensch auf.
„Über das Klima können wir uns nicht beklagen”,
sagen die Göcklinger. Trauben und Obst gedeihen in einer Artenfülle, wie man sie sich
nur wünschen kann. Daraus bereiten unsere aufstrebenden Winzer vorzügliche Rot- und
Weißweine und gehaltvolle Edelbrände.
„Wir leben in einer ruhigen Gegend”,
habe ich oft von meinem Schwiegervater gehört. Er meinte den Umstand, dass Göcklingen bisher und hoffentlich weiterhin von den Unbillen der Natur verschont worden ist.
Hinzu kommt der Umstand, dass der Hauptverkehrsstrom Göcklingen in einem weiten
Bogen umfährt, aber der Autobahnanschlus(A 65Landau, 9km) trotzdem gewahrt ist.
Das sind gute Voraussetzungen für eine stille Erholung. Eine Wanderung auf dem Bachlehrpfad des Kaiserbaches mit seinem im Oberlauf neu ausgewiesenen Uferstreifen oder
entlang des renaturierten Krottenbaches wecken neue Lebenskräfte. Der Biotopweier mit
seiner wieder gewonnenen Artenvielfalt und das Brünnel im Wörth, beide neben dem Kai2
serbach gelegen, laden zum Verweilen ein. Sie sind in die Rundwanderwege um den Ort
eingebunden. Die Fürsorge des Naturschutzbundes zum Erhalt unserer Naturlandschaft
bei diesen und anderen Projekten helfen uns. Wer weiter wandern oder radfahren will, der
findet im nahe gelegenen Pfälzer Wald oder in der Rheinebene die besten Möglichkeiten.
Eine Wanderung zur Madenburg, der zweitgrößten Burg der Pfalz, mit anschließenden
ausgewiesenen Nordic-Walking-Strecken bietet sich als Nahziel an.
„Wo es dir gefällt, da lass dich nieder”,
muss wohl der Franke Gakilo gedacht haben, als er sich mit seiner Sippe hier niederließ,
lange bevor benachbarte Siedlungen hier entstanden. Die Geschichte hat es mit ihm und
seien Nachfahren nicht immer gut gemeint. Denken wir nur an die vielen Kriege. Am Ende
des „Dreißigjährigen Krieges”(1618-1648) war Göcklingen niedergebrannt. In Kellern und
Ruinen hausten etwa 30 Überlebende. Zum Wiederaufbau blieb keine Zeit. 1672-1679
wütete hier der „Holländische Krieg”, ausgelöst von Ludwig XIV. Der stritt gleich um das
Erbe seiner Schwägerin Lieselotte von der Pfalz weiter. Im so genannten „Pfälzischen Erbfolgekrieg”(1688-1679) wurden alle pfälzischen Burgen und viele Städte und Dörfer niedergebrannt. 1701 beginnt der „Spanische Erbfolgekrieg”. Die Dörfer und die nahe gelegene Festungsstadt Landau wurden von den mehrfach wechselnden hier einquartierten
Belagerungstruppen dermaßen ausgeplündert, dass viele Bewohner verhungerten. 1714
ist auch dieser Krieg zu Ende, und es beginnt die erste große Auswanderungswelle nach
Amerika. In noch nicht einmal 100 Jahren erlebten die Göcklinger vier große Kriege mit
zusammengerechnet 61 schrecklichen Jahren. Weitere Kriege bis hin zu den beiden Weltkriegen folgten.
Jetzt sind wir froh, dass wir seit 65 Jahren in Frieden hier leben können, wenn uns auch die
schrecklichen Geschehnisse in der ganzen Welt nicht unbeeindruckt lassen.
3
„Die Göcklinger sind ein lustiges Völkchen”,
meinte unser Heimatdichter August Becker. Es ist wohl so, dass die farbenfrohe Natur
sich im Gemüt der Göcklinger wiederfindet. Sie begegnen Gästen weltoffen und lassen
von ihrer freundlichen, der Geselligkeit zuneigenden Grundhaltung, etwas erkennen. Das
kommt nicht von ungefähr. August Becker schreibt: „Die jungen flotten (Göcklinger) Burschen laufen in ganz Deutschland umher, ja kommen bis nach Drontheim im höchsten
Norden als Branntweinhändler oder, wie sie sich lieber nennen hören, als Likörfabrikanten. Mit einem Fläschchen Essenz wandern sie fort, mit einem Beutelchen Geld kommen
sie zurück.“ Das prägt und wirkt bis heute nach.
Bei uns werden Fremde freundlich und neugierig aufgenommen. Bei den vielen Festen,
insbesondere beim alljährlich stattfindenden „absolut empfehlenswerten Weinfest”, kann
man sich dazusetzen, miteinander reden und lachen und natürlich die Schoppen kreisen
lassen.
„Göcklingen hat sich gemacht”,
hört man ehemalige Göcklinger sagen. Ihre Erinnerungen gehen in die schwere Kriegsund Nachkriegszeit zurück, während der die Ortsentwicklung sehr gelitten hat. Jetzt, Jahrzehnte nach dem letzten großen Krieg wird erkennbar, wozu eine Dorfgemeinschaft fähig
ist, wenn man ihr Entwicklungschancen lässt. Dass die Einnahmen aus der Verpachtung
unseres Hartsteinbruches dabei sehr hilfreich waren und sind, sei nicht verschwiegen. Sie
haben es der Ortsgemeinde ermöglicht, ihre Einwohner bei der Erhaltung historischer Gebäude und der Fassadengestaltung finanziell zu unterstützen. Die moderate Ausweisung
neuen Baugeländes hat zur Erhaltung und Erneuerung des Ortskerns beigetragen. Die
Gemeinde selbst hat mit kontinuierlicher Aufbauarbeit und der fachlichen Unterstützung
eines Ortsplaners zu einer einheitlichen Gestaltung der Straßen und Plätze beigetragen.
Gelungen ist die Schaffung des Kirchplatzes bei der evangelischen Kirche mit dem angrenzenden Bauhof. Einzelhinweise auf die Bedeutung der Straßennamen und der historischen Gebäude werden von immer zahlreicher werdenden Feriengästen gerne gelesen.
Sie eröffnen aber auch unseren Gästen und uns selbst einen Blick zurück in unsere Geschichte, wie dies zuletzt im Jahre 2004 während unserer 750-Jahrfeier(erste urkundliche
Erwähnung 1254) geschehen ist. Schließlich will auch die vorliegende Schrift ihren Beitrag dazu leisten.
„Göcklingen, ein Dorf mit Zukunft”
Mit diesem Spruch wirbt die Ortsgemeinde. Wohl hat sich die Zahl der Geschäfte und
öffentlichen Einrichtungen wie in anderen Orten auch vermindert. Trotzdem steigen der
Wohn- und der Erholungswert. Auswärtige zieht es verstärkt nach Göcklingen. Manches
alte Wohngebäude wird von ihnen durch einen zeitgemäßen Um- und Ausbau aufgewertet. Im Gespräch mit ihnen vernimmt man: „Von Göcklingen hört man viel Gutes.“ Neue
Betriebe (Brauerei, Gaststätten) stärken die Wirtschaftskraft. Junge und erfahrene Winzer
4
fördern an der Südlichen Weinstraße den Trend zu einer im Fokus der Medien herausragenden Wein- und Kulturlandschaft. Die Förderung des sanften Tourismus ist der Ortgemeinde ein Anliegen, das sie auch finanziell unterstützt. So stehen im Ort über 100 Betten
in Fremdenzimmern und Ferienwohnungen zur Verfügung, die privat oder über das Büro
für Tourismus in Leinsweiler gebucht werden können.
„Die Gemeinde heißt ihre Gäste willkommen.”
Wir freuen uns über alle, die uns besuchen, sei es aus Neugier, um sich zu erholen oder internationale Kontakte zu pflegen, So hat die Gemeinde vor zwei Jahren eine Partnerschaft
mit der Gemeinde Soucy in Burgund begründet. Ein reger Austausch, bei dem auch die
Jugend unseres Ortes einbezogen ist, eröffnet neue Perspektiven. Die Stele auf dem Kirchplatz erinnert daran, den Willen zur Völkerverständigung zu pflegen.
Göcklingen, im Sommer 2010
Günter Löhlein
(Altbürgermeister)
5
1
Freihof
Geburtsstätte Göcklingens
Kleiner Rundgang durch GÖCKLINGEN
A short giuded tour of GÖCKLINGEN
Une petite randonnée à travers GÖCKLINGEN
6
D
Wir beginnen unseren Rundgang im FREIHOF. Er ist die Geburtsstätte Göcklingens.
Etwa um das Jahr 500 kam der Franke Gakilo mit seiner Sippe in das von Kelten besiedelte,
aber von den Römern beherrschte Gebiet. Nach deren Rückzug ließ er sich hier nieder. Man
nannte die Siedlung Gakolingen. In fast allen germanischen Stammesgebieten finden wir
Orte, die auf „ingen“ enden. Am meisten bei den Alemannen und Franken; „ingen“, bedeutet
„Heim“ oder „Wohnstätte“. Göcklingen heißt also übersetzt „Wohnstätte des Gakilo.“
Nach
dem Sieg des Frankenkönigs Chlodwig über die Alemannen bestimmten die Franken das
Geschehen. Unter dem letzten Merowinger König Dagobert I. wurde das Kloster Klingenmünster (626) gegründet. Zu dessen Unterstützung schenkte der gute König Dagobert I. den
Göcklinger Hof, der ja auf dem sog. Königsland lag, dem Kloster. Man sagt, er sei mit diesem
Hof so verbunden gewesen, dass man nach seinem Tode sein Herz in einer goldenen Kapsel
hier begraben hätte. Sein Leib ruht in St. Denis bei Paris. Als Klostergut wurde der Freihof in
der napoleonischen Zeit versteigert. Drei Göcklinger Familien ersteigerten das große Anwesen das kleine, hübsche Backhaus im Hof stammt noch aus dieser Zeit.
E
Let’s start our tour at the FREIHOF (a tenant farm), the birthplace of Göcklingen. About
500 A.D. Gakilo and his clan, being members of the Frankish people, arrived here. At that
time this region was settled by the Celts who had lived under Roman rule and by Alemanni.
After the Romans retreated, Gakilo decided to settle here and called the settlement Gakolingen. Village names ending with the suffix ‘ingen’ are of Germanic origin meaning ‘home’ or
‘living place’; so Göcklingen means the home of Gakilo.
The Frankish king Clovis defeated
the Alemanni, who had dominated the area for over 100 years, and brought them under his
1
1
rule. The last Merovingian king Dagobert I, founded the cloister Klingenmünster (626 A.D.).
To make the cloister self-supporting, good King Dagobert bequeathed the Göcklinger farm,
located on royal land, to the cloister. Throughout his lifetime he kept close ties to the Freihof.
Legend says that after his death his heart was buried here in a golden capsule. His body is
buried at St. Denis near Paris. During Napoleon’s time the land belonging to the cloister, including the Freihof, was auctioned off. Three families from Göcklingen purchased this large
estate. The small building, once used to bake bread in the courtyard, dates from this time.
F
1 Nous commençons notre visite au FREIHOF. C ‚est le lieu de naissance de Göcklingen. Aux
alentours de l‘année 500, le Franc Gakilo, avec sa famille, arrive dans cette contrée habitée
par les Celtes, mais dominé par les Romains. Après le départ des Romains, il s‘y établit. Ce lotissement prit le nom de Gakolingen. Dans presque toutes les régions de souche germanique,
nous trouvons des noms de lieux qui se terminent par „ingen“. Chez les peuples alémaniques
et francs; „ingen“ signifie „maison“ ou „habitation“. Göcklingen se traduit donc par „habitation
de Gakilo.“
Après la victoire du roi Clovis sur les alémaniques, les Francs dominaient la
région. Sous le dernier roi mérovingien, Dagobert Ier, le cloître de Klingenmünster (626) est
fondé. Le bon roi Dagobert 1er fait don de la ferme de Göcklingen, qui faisait partie du domaine royal, au cloître. On prétend qu‘il était tellement lié avec cette ferme qu‘après sa mort,
son coeur, placé dans une capsule d‘or, y aurait été enterré. Son corps repose à Saint-Denis
près de Paris. Pendant la période napoléonienne, le Freihof, un bien monastique, est mis aux
enchères. Trois familles de Göcklingen achètent cette grande propriété. Le joli petit fournil
dans l‘ arrière-cour date de cette époque.
> > >
D
Wir treten aus dem Freihof und stehen vor dem Schul- und Rathaus. Nachdem die
Pfalz 1816 bayerisch geworden war und dort die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde,
musste die Gemeinde ein Schulhaus bauen. Dies geschah unter großen Opfern. Im Gebäude
befanden sich zwei Säle für katholische, ein Saal für evangelische Kinder und das Bürgermeisteramt. Die reformierte und die katholische Schule in der Schulgasse wurden geschlossen.
Statt Schulmeistern unterrichteten nun Volksschullehrer an der neuen Schule. 1969 wurde diese in die Mittelpunktschule „Kleine Kalmit“ in Ilbesheim eingegliedert.
E
Now we leave the Freihof and are standing in front of the SCHUL- und RATHAUS (school
and town hall). After 1816 the Pfalz (Palatinate) belonged to Bavaria, and like in Bavaria, school
attendance was now mandatory. Making great sacrifices, the town was obliged to build a
schoolhouse. The building had two rooms for Catholic children, one room for Protestant children, and the mayor’s office. The reformed and catholic schools in the Schulgasse are closed
now. Elementary school teachers replaced schoolmasters. In 1969 the school was integrated
into the Mittelpunktschule (school at the center of a rural area) “Kleine Kalmit” at Ilbesheim.
2
2
7
2
Schul- und
Rathaus
F
2
Nous sortons du Freihof et nous nous trouvons devant l‘ÉCOLE-MAIRIE. Le Palatinat
devient en 1816 bavarois et l‘enseignement obligatoire est mis en place. La commune doit
construire une école. De grands sacrifices sont nécessaires pour que cette dernière puisse
être bâtie. Deux salles pour les enfants catholiques, une pour les évangéliques et la mairie se
trouvent dans ce bâtiment. Les deux écoles (réformées et catholiques) situées dans la Schulgasse (ruelle de l‘école), sont fermées. L‘enseignement, à l‘école primaire, n‘est plus effectué
par des maîtres mais par des instituteurs. En 1969, l´école est transférée dans l‘école centrale
„Petit Kalmit“ à Ilbesheim.
> > >
D
8
Über den Schulhof, vorbei an den ehemaligen Lehrerwohnungen der kath. Lehrer, betreten wir die Pfarrkirche St. Laurentius. Es ist die dritte und größte Kirche an
diesem Standort, erbaut 1791. Auffällig sind die drei Altäre. Sie stammen aus einem Kloster in Weißenburg. Dort hatten sie die Revolutionstruppen auf die Straße geworfen, um
sie zu verbrennen. Der Weißenburger Schreiner Zöger erwarb sie. Er gab an Möbel daraus
zu machen, was er Gott sei Dank nicht tat. Von ihm kaufte sie kurz danach die kath. Gemeinde, freilich ohne die großen Altargemälde. Diese sind bis heute verschollen. Als die
Tochter des Münchener Malers Prof. Schraudolph den Göcklinger Gutsbesitzer Otto Reither heiratete, kam die Stunde der neuen Altarbilder. In der Mitte sehen wir St. Laurentius, um 300 in Rom verbrannt, rechts St. Nepomuk, um 1500 in Prag ertränkt, links der
Marien Altar. Die Gemälde wurden vom Vater der Anneli Schraudolph und dessen Bruder
1883-1885 entworfen und im damaligen Stil der Nazarener gemalt. Beide waren damals
gerade mit der Ausmalung des Speyerer Domes beschäftigt. Otto Reither war ein Neffe des Speyrer Bischofs Konrad Reither, der aus Göcklingen stammte und mit dem Maler
Schraudolph eng befreundet war. Anneli und Otto ruhen auf dem Göcklinger Friedhof.
Sehenswert ist eine Grabplatte an der Nordwand des Gotteshauses. Sie wurde beim
3
3
kath. Pfarrkirche
St. Laurentius
Abtragen des Fußbodens im Jahre 1973 gefunden. Dargestellt ist die adelige Frau Yenifer
von Bernek, die im Jahre 1460 gestorben war. Relativ gut erhalten und schön ist die Gewandung der Frau.
Beim Verlassen der Kirche werfen wir noch einen Blick auf die große und
schöne, leider stumme Orgel. Sie stammt aus der großen, ehemaligen Simultankirche in
Kandel und wurde 1839 für 750 Gulden ersteigert und für weitere 300 Gulden wieder aufgebaut. Mit ihren 25 klingenden Registern hatte man ein schönes Werk. Leider wurde in den
letzten Jahrzehnten wegen anderer Baumaßnahmen die Wartung immer wieder verschoben, so dass jetzt eine größere und teure Reparatur ansteht.
E
3 Across the schoolyard, and past the former catholic teachers’ residence, we are entering
the PFARRKIRCHE ST. LAURENTIUS (Parish church). It was built in 1791 and became the
third and largest church at this location. Especially interesting are the three altars which
came from a cloister in Weissenburg. There, revolutionary soldiers threw them into the street
to be burned. The carpenter Zöger from Weissenburg saved the altars, thank goodness, pretending to use them for furniture. The catholic parishioners of Göcklingen purchased the
altars, of course without the altar paintings; they have been lost without a trace. Then Anneli
Schraudolph married the estate owner Otto Reither from Göcklingen. Anneli’s father, Professor Schraudolph, was a known painter from Munich. He and his brother painted the new
altar paintings between 1883 – 1885 in the Nazarene style. In the middle is St. Laurentius,
burnt at the stake about 300 A.D. On the right is St. Nepomuk who was drowned at Prag
approximately 1500 A.D. The picture to the left is the altar dedicated to Mary. At this time,
Professor Schraudolph and his brother were also painting the interior of the Dome of Speyer.
Konrad Reither, the uncle of Otto Reither, was Bischoff of Speyer; he was also a close friend
of Prof. Schraudolph. Anneli and Otto Reither are buried in the cemetery in Göcklingen.
On the north wall of the church you will find a gravestone worth seeing. It was found in 1973
during excavations; the stone portrays Yenifer Bernek. She was of noble birth, and is shown
in a beautiful robe. She died in 1460.
Leaving the church you will see the big beautiful organ; unfortunately, it no longer works. The former big Simultan church in Kandel previously
owned the organ. The parish in Göcklingen purchased it in 1839 for 750 Gulden, and for ano-
9
ther 300 Gulden installed it here with its 25 beautiful sounding registers. Because of other
construction projects the maintenance of this beautiful instrument was always postponed,
so that now the maintenance costs would be exorbitant.
F
Nous traversons la cour de l‘école, en passant à côté des anciens logements des enseignants catholiques. Nous pénétrons dans l‘EGLISE ST. LAURENTIUS. Il s‘agit de la troisième et
la plus grande église de ce site, cette dernière à été construite en 1791. Ce qui frappe, ce sont
les trois autels. Ils proviennent d‘un couvent à Wissembourg. Les troupes révolutionnaires
les avaient jetés dans la rue pour les brûler. Zöger, un menuisier de Wissembourg, les acquit.
Il prétendait vouloir en faire des meubles, ce qu‘ il, Dieu merci, n‘a pas effectué. La communauté catholique rachète, peu de temps après, les autels sans les tableaux qui n‘ont jamais
été retrouvés. L‘heure des nouveaux arrive à l‘occasion du mariage de la fille du peintre de
Munich, le professeur Schraudolph, avec Otto Reither, le propriétaire d‘un domaine à Göcklingen. Au centre, nous voyons Saint-Laurent, brûlé à Rome en 300, à droite St-Népomucène,
noyé en 1500 à Prague, à gauche de l‘autel de Marie. Les tableaux sont conçus par le père
d‘Anneli Schraudolph et du frère de ce dernier entre 1883 -1885. Ils sont peints dans le style
de l‘époque, le style Nazaréen. Tous deux effectuaient des travaux de décoration à la cathédrale de Spire. Otto Reither était un neveu de l‘évêque de Spire Konrad Reither, qui venait de
Göcklingen et était lié par une amitié profonde avec le peintre Schraudolph. Anneli et Otto
reposent aux cimetière de Göcklingen.
La pierre tombale sur la paroi nord de l‘église
est remarquable. Elle a été découverte en 1973 lors de la dépose du sol. Elle représente une
noble, Yenifer de Bernek, qui mourut en 1460. Les vêtements de cette dame sont jolis et
relativement bien conservés.
En quittant l‘église, nous jetons un regard sur le grand et
bel orgue, qui malheureusement est muet. Il provient de l‘ancienne église simultane (catholiques et protestants se la partageaient) de Kandel, il a été acheté aux enchères en 1839 pour
750 florins et reconstruit pour 300 florins supplémentaires. Avec ses 25 registres, c‘ est un
superbe instrument. Malheureusement, au cours des dernières décennies, en raison d‘autres
travaux de réfections, l‘entretien à été repoussé à plusieurs reprises. De ce fait une réparation
importante et très coûteuses est à l‘ordre du jour.
3
> > >
D
10
Wir betreten nun den alten KIRCHHOF. Bis 1828 wurden hier über Jahrhunderte hinweg
die Göcklinger Bürger bestattet, an der Ostseite des schmalen Weges die Katholiken, an der
Westseite die Protestanten. Stellen Sie sich unter die etwa 170 Jahre alte Platane und werfen
Sie einen Blick auf das alte katholische PFARRHAUS. Es wurde in der Zeit des Kurfürsten
Carl Theodor (1744- 1799) im ländlich, klassizistischen Stil erbaut, wie weitere Häuser und
die beiden Kirchen. (Schöne Beispiele sind das“ Gasthaus zum Schwanen“ und das Weingut
Hohlreiter, beide in der Hauptstraße). Nach neunzig Jahren Krieg in der Zeit von 1618 bis
1718 lag Göcklingen noch weitgehend in Trümmern. Man hatte über die Hälfte der Bevölkerung verloren und war nun froh, in der Friedenszeit unter Carl Theodor wieder aufbauen
4
4
kath. Pfarrhaus
zu können. Doch schon 1790 standen wieder die franz. Revolutionstruppen vor der Tür.
Gehen sie bitte an die Ostseite des Glockenturmes. Dort finden sie die beiden letzten Grabsteine des alten Kirchhofes.
E
The area around the church was the KIRCHHOF (old cemetery), in use for centuries until 1828. The area east of the path was used for catholic burials, west of the path served for
protestant burials. Rest for a while under the old plane tree, and take a look at the catholic
PFARRHAUS (parish priest’s house) and office. It was built in the classical style so common
during the time of the elector Carl Theodor (1744-1799). Other examples of this architectural
style are the “Gasthaus zum Schwanen” and the wine-growing estate Hohlreiter, both located
on the Haupstrasse (main street). After 90 years of intermittent war between 1618 to 1718 left
Göcklingen in ruins, and it lost half of its population. Peace prevailed during Carl Theodor’s
time, and the towns people were happily rebuilding their town. However, only a few years
later, the French Revolutionary troops besieged the town.
Now, please go to the eastern
wall of the bell tower, there you see the last of the gravestones of the old cemetery.
F
Nous accédons, maintenant, à l‘ancien KIRCHHOF (cour de l‘église). Jusqu‘en 1828 et pendant plusieurs siècles, les habitants de Göcklingen y ont été enterrés, à l‘est de l‘étroit chemin,
les catholiques, à l‘ouest les protestants. Placez-vous sous le platane qui a environ 170 ans
et jetez un coup d‘oeil sur l‘ancien PRESBYTERE catholique. Il a été bâti à l‘époque du Prince
Électeur Carl Theodor (1744 - 1799) dans le style rural classique, cela est également vrai pour
d‘autres habitations et les deux églises du village. (de beaux exemples sont le «Gasthaus
zum Schwanen“ et la ferme Hohlreiter, tous les deux se trouvent dans la Hauptstrasse). Après
quatre-vingt-dix années de guerre, de 1618 à 1718, Göcklingen est encore largement en ruines. Plus de la moitié de la population a disparu et les habitants se réjouissent de ce temps
de paix et reconstruisent, durant le règne de Carl Theodore, le village. Malheureusement, les
troupes révolutionnaires françaises arrivent en 1790 aux portes de Göcklingen.
Allez sur
le côté est du clocher, vous y trouverez les deux dernières pierres tombales de l‘ancienne
cour de l‘église.
4
4
11
5
Kirchestäffelche
D
5 Wir steigen das KIRCHESTÄFFELCHE hinab in die Pfaffengasse. Das kleine, gotische Tor,
durch das wir gehen, konnte man verriegeln. Es war Teil einer kleinen, um 1500 auf Anordnung des Kurfürsten errichteten Befestigungsanlage, welche die damalige Sandsteinkirche
und den Kirchhof umfasste. Ein Teil der Sandsteinmauer ist noch zu sehen.
E
We walk down the KIRCHESTÄFFELCHE (small church steps) through a small, gothic gate
to the Pfaffengasse. The gate was part of the fortification built around 1500 by order of the
Kurfürst (Elector). The fortification surrounded the sandstone church and the cemetery. The
little gate could be bolted. Part of the wall is still visible.
F
Descendez dans la Pfaffengasse («ruelle des curetons») par le KIRCHESTÄFFELCHE (petit
seuil de l‘église). Le petit portail gothique, que nous traversons, pouvait être fermé à clef. Il
faisait partie des fortifications qui entouraient l‘église construite en grès et le cimetière, la
construction remonte à 1500 et a été effectuée sur l‘ordre du Prince Électeur. Une partie du
mur, également en grès, est encore visible.
5
5
> > >
D
In der PFAFFENGASSE sehen wir gleich links ein typisches SÜDPFÄLZER WINZERHAUS
(1595). Das gekreuzte Sesel und der Karst im Wappenschild über dem kleinen Eingang zeichnen es als solches aus.
E
In the PFAFFENGASSE we see a typical SÜDPFÄLZER WINZERHAUS (winegrower’s house)
common to this area. It was built in 1595. The crossed implements depicted on the coat-ofarms, which you see above the entrance gate, tell us that it is a winegrower’s residence.
F
Dans la PFAFFENGASSE à gauche, nous voyons un domicile typique des vignerons du
Palatinat (1595). Le couteau et la houe représentés sur l‘écusson au-dessus de l‘entrée sont
les emblèmes du vigneron.
12
6
5
5
6
Südpfälzer
Winzerhaus
in der Pfaffengasse
> > >
D
7 Wir gehen die Pfaffengasse hinab zum KAISERBACH. Zuvor werfen wir einen Blick in
die HUNDSGASSE und auf die prot. Kirche. Mit einem Hund hat diese alte Gasse freilich gar
nichts zu tun. Hier wohnte im Mittelalter ein fränkischer Adeliger mit dem Namen „huno“oder
„hunto“.
Über den kleinen Steg überqueren wir den Kaiserbach, den man bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts noch mittels einer Furt durchquerte.
Links befand
sich eine Waschbank für das Unterdorf. Die Wasserleitung wurde in Göcklingen 1928 gebaut.
Der Kaiserbach hatte früher viel mehr Wasser. Seit dem Bau der Wasserleitung wird in seinem
Quellgebiet das Trinkwasser für Tausende von Menschen gewonnen.
E
7 Further down we go to the KAISERBACH (a small stream). On our right we pass the
HUNDSGASSE (dog’s alley), with a view of the Protestant Church. The Hundsgasse, however,
has nothing to do with a dog. In the middle ages a Frankish noble by the name of “huno” or
“hunto” lived here.
Until the 70’s of the last century, one waded through the Kaiserbach,
but now we have this little footbridge for crossing.
On our left is where the women of the
village did their weekly laundry before there was running water in town. In 1928 Göcklingen
became connected to water pipes and plumbing. The Kaiserbach used to carry lots more water but now the springs of the Kaiserbach supply thousands of people with drinking water.
F
Nous descendons la Pfaffengasse en direction du KAISERBACH (ruisseau de l‘empereur).
Auparavant, nous jetons un coup d‘oeil dans la HUNDSGASSE ainsi que sur l‘église protestante. Le nom de cette vieille ruelle ne signifie pas «ruelle des chiens» comme une traduction
rapide le laisse sous-entendre. En fait, pendant le Moyen-Âge, un noble Franc nommé „huno“
Nous franchissons le Kaiserbach, qui, dans les années soixante-dix
ou „hunto“ y habitait.
du siècle dernier, devait être encore traversé par un gué, en passant par la petite passerelle.
Sur la gauche se trouvait un lavoir, les canalisations d‘eau potable de Göcklingen datent de
1928. A l‘époque le débit du Kaiserbach était beaucoup plus important.
7
13
8
ehem. Bethaus
der jüdischen
Kultusgemeinde
D
8
In der HEUCHELHEIMER STRASSE gehen wir nach rechts und stehen nach wenigen
Schritten vor dem ehemaligen BETHAUS DER JÜD. KULTUSGEMEINDE. In Göcklingen
wohnten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts 106 jüdische Bürger. Sie hatten eine eigene Schule, ein eigenes Bad und ein Bethaus. Für eine Synagoge war die Gemeinde zu klein.
Die stand in Ingenheim, auf dessen jüd. Friedhof auch die Göcklinger Juden beerdigt wurden. Als die Eisenbahn kurz vor 1900 nach Klingenmünster statt durch das Kaiserbachtal zur
Pfalzklinik gebaut wurde, sah der jüd. Teil der Göcklinger Bevölkerung, der ja überwiegend
aus Händlern bestand, hier keine Zukunft mehr und zog weg. 1933 wohnte hier nur noch
eine jüdische Frau, die ihren, aus dem 1. Weltkrieg querschnittsgelähmt heimgekommenen
Mann liebevoll pflegte.
E
Turning right at HEUCHELHEIMER STRASSE we take a few steps and stand in front of
the former BETHAUS (a house of prayer) for the Jewish community. During the 19th Century
Göcklingen was the home of a small Jewish community of 106 members with their own
house of prayer and bathhouse. The Jewish community in Göcklingen was too small for a synagogue. For worship they went to the synagogue in the town of Ingenheim. They were also
buried in the Jewish cemetery there. Around 1900 railroad tracks extended to Klingenmünster bypassing Göcklingen and the Pfalzklinik. For the Jewish community, consisting mostly of
trades, their future resided now in Klingenmünster, so they left Göcklingen. In 1933 just one
Jewish couple remained in town.
F
Arrivé à la rue HEUCHELHEIMER nous allons vers la droite et, après quelques pas nous
atteignons l‘ancien lieu de prière (BETHAUS, maison de prière) de la communauté juive. 106
citoyens juifs résident, dans la deuxième moitié du 19ème siècle, à Göcklingen. Ils ont leur
propre école, un bain et une maison comme lieu de prière. Cette communauté est trop petite pour pouvoir avoir une synagogue. La synagogue et le cimetière se trouvent à Ingenheim.
Un peu avant 1900, une voie ferrée est construite. Elle va à Klingenmünster et non pas à la
clinique psychiatrique en passant par la vallée du Kaiserbach. La population juive, majoritairement composée de commerçants, ne voit plus d‘avenir et quitte Göcklingen. Une seule
14
8
8
9
Röhrbrunnen
femme juive habite encore Göcklingen en 1933, elle soignait avec dévouement son mari
revenu paraplégique de la 1ére Guerre Mondiale.
> > >
D
Wir stoßen nun auf die SCHULSTRASSE. Werfen wir einen Blick nach links, so sehen wir
das GÖCKLINGER HAUSBRÄU, das 2004 die alte Göcklinger Tradition des Bierbrauens wieder aufnahm. Der RÖHRBRUNNEN vor dem schönen Fachwerkhaus diente früher der Versorgung der Bewohner des ehemaligen, gegenüber gelegenen Armenhauses.
Nach einem
guten Glas Bier wieder auf der Straße biegen wir nach rechts ab zur NAPOLEONSGASSE.
Eine kuriose Geschichte! Als Napoleons erster Sohn geboren wurde, mussten alle Gemeinden ein Erinnerungszeichen setzen, z. B. eine steinerne Napoleonsbank oder eine Napoleonssäule. Die Göcklinger, deren Kasse total leer war, meldeten dies der Behörde, freilich mit
dem Zusatz, dass sie aber eine Straße nach Napoleon benennen würden. Was sie aber nicht
sagten, war, dass dies eine der kleinsten und hintersten Gassen gewesen ist, das sogenannte
„Hinnergässel“ (Hintergässchen). Die Behörde war zufrieden. Die Göcklinger hatten viel Geld
gespart.
E
9 Next stop is SCHULSTRASSE (School Street). On the left is the GÖCKLINGER HAUSBRÄU.
Established in 2004, it brews its own beer in the town’s old tradition. The RÖHRBRUNNEN in
front of the beautiful Fachwerkhaus (half-timbered house), supplied water to the poorhouse
located on the opposite side of the street.
After a glass of refreshing beer, we turn right
to the NAPOLEONSGASSE (Napoleon’s Alley). A curious story is connected with the alley.
To commemorate the birth of Napoleon’s first son, every community was ordered to erect
a memorial, for example a stone bench or a stone pillar carrying Napoleon’s name. But the
town’s purse was totally empty, so they suggested naming a street after Napoleon. However,
they failed to mention that the street was the smallest back alley in town. The authorities
were satisfied, and the town saved a lot of money.
9
15
15
Ste
ins
Friedhofstraße
18
traß
e
16
14
13
1
17
12
Hun
dsg 4
asse
5
gas
se
Pfaf fe
n-
se
Sch
uls
tra
ße
lgas
2
e
raß
Müh
3
hlst
11
Brü
e
Hauptstraß
6
7
Ka
ise
9
ac
8
h
er
eim
lh
he
uc
gasse
raße
ingst
Kolp
Napo
leons
-
10
rb
He
Kette
ler-St
r.
Mü
nst
erw
eg
W
Str.
Bodelschwingh
ße
ra
St
16
1
Freihof
2
Schul- u. Rathaus
heim
Mö3 rzKath. Pfarrkirche St. Laurentius
4
Kirchhof mit
kath. Pfarrhaus
5
Kirchestäffelche
6
Südpfälzer Winzerhaus
in der Pfaffengasse
7
Kaiserbach
8
ehm. Bethaus der jüd.
Kultusgemeinde
9
Röhrbrunnen vor dem
Göcklinger Hausbräu
10 Historisches Hoftor
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
11 Prot. Kirche
12 Hof des ehem.
Klosters Eußerthal
13 Ehrenmal der Gefallenen
14 Steinstraße
15 Friedhof
16 Feldkapelle
17 Haus Reither
18 Haus Dörler
17
10
historisches Hoftor
im Münsterweg
F
9 Nous arrivons maintenant à la SCHULSTRASSE (rue de l‘école). En jetant un coup d‘oeil vers
la gauche, nous voyons la GÖCKLINGER HAUSBRÄU (brasserie de Göcklingen) qui, en 2004,
a repris la vielle tradition de Göcklingen, le brassage de la bière. La fontaine «RÖHRBRUNNEN», placée devant une belle maison à colombage, servait autrefois à l‘approvisionnement
des habitants de l‘ancienne maison des pauvres, qui était située en face de celle-ci.
Après
un bon verre de bière nous tournons à droite et nous rejoignons la NAPOLEONSGASSE (ruelle Napoléon). Toutes les communes devaient commémorer la naissance du premier fils de
Napoléon, par exemple avec un banc ou une colonne de Napoléon. La commune de Göcklingen, dont la caisse était totalement vide, rapporte à l‘autorité concernée qu‘une rue porterait
le nom de Napoléon. Ce qui, bien sûr, n‘a pas été précisé, c‘est que la rue Napoléon était une
petite ruelle très retirée, la „Hennergässel“. Les autorités en ont été satisfaites de cette proposition et les habitants de Göcklingen ont fait de grandes économies.
> > >
D
10 Es lohnt sich einige Schritte auf dem Münsterweg weiter zu gehen. Sie stehen dann vor
einem sehr schönen HISTORISCHEN HOFTOR, dass die Neubürgerfamilie March aus den
USA liebevoll renovieren ließ.
Gehen wir zurück an die Einmündung der Heuchelheimer
Straße. Die beiden nächsten Häuser rechts, waren jüd. Gebäude und gehörten einer aus dem
Elsass gekommenen Familie Ensheimer. In der ehem. Metzgerei Bischoff befindet sich über
der Haustür noch eine hebräische Inschrift.
E
10 A few steps up on Münsterweg you’ll stand in front of the HISTORISCHE HOFTOR (a very
beautiful historical iron gate), renovated by the March family who moved here from the USA.
Back at the corner of Heuchelheimer Strasse there are two houses that belonged to a Jewish family with the name of Ensheimer. They came here from Alsace. Above the entrance to
the former butcher shop BISCHOFF we still see an inscription in the Hebrew language.
18
11
prot. Kirche
F
10 Remonter le Münsterweg (chemin du cloître), cela vaut la peine car vous vous trouverez
devant un très beau PORTAIL HISTORIQUE que la famille March qui récemment est arrivée
des USA, a rénové avec beaucoup de soins.
Nous redescendons le Münsterweg en direction de la Schulstrasse et dépassons la Heuchelheimerstrasse. Les deux prochaines maisons
à droite étaient des bâtiments juifs et appartenaient à la famille Ensheimer qui était d‘origine
alsacienne. Au-dessus de la porte de la boucherie Bischoff se trouve encore une inscription
en hébreu.
>>>
D
Über die 1945 gesprengte Kaiserbachbrücke nähern wir uns der PROT. KIRCHE. Zuvor
werfen wir noch ein Blick in die MÜHLGASSE, an deren Ende die ehemalige imposante
DORFMÜHLE steht. Gehen wir an der alten Dorfschmiede vorbei auf den 2007 neu geschaffenen KIRCHPLATZ. Interessant ist die 2008 aufgestellte Stehle, die an die Partnerschaft mit
Blicken wir nun hinüber auf das im Jahre 1789
der Gemeinde Soucy in Burgund erinnert.
erbaute prot. Gotteshaus. Schön ist der reich gegliederte Dachreiter, der wahrscheinlich von
Zimmerleuten aus dem Allgäu errichtet wurde. Im Innern der Kirche fallen uns die schöne
barocke Kanzel(1725) und die von dem Kaiserslauterer Glasmaler Kölbel 1934 gestalteten
Kirchenfenster auf. Iher Motive sind: Weihnachten-Karfreitag-Ostern. Typisch für reformierte
Kirchen ist der Altartisch mit dem umlaufenden „Altargärtlein“. Drehen wir uns um, so geht
unser Blick auf die 1904 gebaute Walckerorgel. Mit ihren 14 klingenden Registern,den zwei
Manualen und dem Pedal, ist sie ein recht ansprechendes Instrument. Der ringsum laufende
Fries wurde von der Künstlerin Domay geschaffen, getreu dem Jesuswort: „Freuet euch, dass
eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ Auf dem handgeschöpften blauen Papier stellt
jedes einzelne Symbol ein Gemeindeglied dar.
E
Now we cross the bridge over the Kaiserbach, which was blown up in 1945, and come to
the PROTESTANTISCHE KIRCHE (Protestant Church). To the left is the MÜHLGASSE leading
11
11
19
11
neugestalteter
Kirchplatz
to the DORFMÜHLE (old town mill), which is no longer in operation. We pass the old Smithy,
and arrive at the KIRCHPLATZ; it was created and dedicated in 2007. The Stele erected in
2008 commemorates the partnership with the town of Soucy, in Burgundy, France.
Now
we stand in front of the Protestant Church dating from 1789. The little church tower is most
likely the work of a carpenter from the Allgäu. Striking features in the interior of the church
are the baroque pulpit (1725), and the stained glass windows (1934). The windows are the
work of the glass painter Kolber from Kaiserslautern. The motifs portray Christmas, Good
Friday and Easter. The altar, surrounded by a small fence, is typical for a Reformed church. At
the back of the church is the Walcker organ built in 1904. It is a beautiful sounding instrument with 14 registers, two manuals, and a pedal. The frieze running along the walls is the
creation of the local artist Domay. True to the words of Jesus, “Rejoice because your names
are written in heaven” each symbol on the blue, hand-made paper stands for a member of
our community.
F
20
Nous passons par le pont enjambant le Kaiserbach, celui-ci avait été détruit en 1945,
et nous nous approchons de L´ÉGLISE PROTESTANTE. Auparavant, nous jetons un regard
sur la MÜHLGASSE (ruelle du moulin), et y voyons l‘ancien et imposant MOULIN DU VILLAGE. Nous nous rendons, en passant près de l‘ancienne forge du village, sur la KIRCHPLATZ
(place de l‘église) aménagée en 2007. Ce qui est interessant, c‘est la Stèle érigée en 2008, elle
rappelle le jumelage avec la commune de Soucy en Bourgogne.
Jetons maintenant un
regard sur le temple protestant qui à été bâti en 1789. Admirons le Lanterneau très structuré
qui a certainement été construit par des charpentiers venant de l‘Allgäu (territoire situé en
Bavière). À l‘intérieur de l‘église, la belle chaire baroque (1725) et les vitraux conçus en 1934
par le verrier Kölbe de Kaiserslautern sont remarquables. Les vitraux représentent les motifs suivants: Vendredi Saint – Noël -Pâques. L‘autel, entouré d‘une barrière („Altargärtlein“
petit jardin de l‘autel), est typique des églises réformées. L‘orgue de «Walcker» (un facteur
d‘orgues réputé) date de 1904. Avec ses 14 registres, les deux claviers et la pédale, il est un
instrument assez séduisant. La frise nous entourant a été réalisée, fidèlement à la parole de
Jésus: «réjouissez-vous de ce que vos noms soient écrits dans les cieux.“, par une artiste, Mme
11
12
Marienstatue am
ehemaligen Kloster
Eußerthal
Domay. Chaque symbole apposé sur le papier de couleur bleue, pressé à la main, représente
un membre de la communauté.
> > >
D
Wieder in der SCHULGASSE befinden wir uns gegenüber dem ehemaligen Hof des Klosters EUSSERTHAL. Ihm verdanken wir die älteste, bekannte Urkunde Göcklingens. Nach dieser vermachte im Jahre 1254 eine adelige Dame aus Klingen dem Kloster einen Garten in
Richtung Eschibach, heute Eschbach, gelegen. Alle älteren Göcklinger Urkunden gingen im
Kloster Klingenmünster bei einem Brand im Jahre 840 verloren.
Die Schulgasse, heute
leider Schulstraße, verdient ihren Namen zu Recht. Rechts neben der prot. Kirche ist um 1605
schon eine reformierte Schule erwähnt. Für ein Dorf war dies ein sehr früher Zeitpunkt. Rund
hundert Jahre später finden wir rechts, oberhalb des Eußerthaler Hofes, das Haus des kath.
Schulmeisters. Eine allgemeine Schulpflicht gab es nicht. Die wurde in Bayern erst nach und
nach um 1820 eingeführt. Aus dieser Zeit stammt auch das bereits erwähnte, aus heimischem Sandstein gebaute Schul- und Rathaus.
E
12 The house across the street from the church was formerly the property of the Cloister
EUSSERTHAL. Thanks to a bequest made to the Cloister, there exists the oldest known official document mentioning Göcklingen. The date is 1254. In that year, a noble lady from
Klingen bequeathed to the Cloister an orchard near Eschibach (today’s Eschbach). In the year
840, older documents attesting to the foundation of Göcklingen perished in a fire destroying
the Cloister of Klingenmünster.
The Schulstrasse (formerly Schulegasse) rightfully earned
its name. Around 1605 the town chronicle mentions a Reformed School located in the house
next to the church. A school at this early time is unusual for a town of this size. The house
above the Eusserthal estate dates from about a hundred years later, and was the catholic
schoolmaster’s home. School attendance was not compulsory. It was gradually introduced
in Bavaria around 1820. The schoolhouse and town hall are constructed with local sandstone,
and date also to the 1820’s.
12
21
13
Ehremal der
Gefallenen
F
12 En sortant, nous nous retrouvons dans la SCHULGASSE (ruelle de l‘école) et nous nous
trouvons en face d‘une ancienne ferme appartenant au couvent d‘ EUSSERTHAL. Nous lui
devons l‘acte le plus ancien mentionnant Göcklingen. En 1254, une dame noble de Klingen
lègue un jardin situé en direction de Eschibach (aujourd‘hui Eschbach) au monastère. Les
documents les plus anciens concernant Göcklingen ont été détruits lors de l‘incendie du
monastère de Klingenmünster en 840.
La «Schulgasse», aujourd‘hui, malheureusement,
Schulstraße (rue de l‘école), mérite vraiment son nom. Une école réformée est déjà mentionnée en 1605, ce qui est très précoce pour un village. Elle se trouvait sur le coté droit de l‘église
protestante. Environ cent ans plus tard, la maison du maître de l‘école catholique est construite. Elle se trouve sur le coté droit de la rue, au-dessus de la ferme d‘ Eußerthal. En règle
générale, l‘école n‘était pas obligatoire. Ceci s‘est modifié à partir de 1820, l‘école devient, à
cette époque, obligatoire en Bavière (le Palatinat était alors bavarois). De cette époque date
également la mairie-école, déjà mentionnée, et construite en grès de la région.
> > >
D
13 Nun stehen wir wieder am Brunnen (Trinkwasser!) im Dorfmittelpunkt. Wir werfen nochmals einen Blick hinein in den Fron- oder Freihof und auf das schöne Backhäuschen. Vor uns
liegt das von dem Dahner Bildhauer Lenhard gestaltete EHRENMAL der Gefallenen. Insgesamt 126 Namen erinnern uns an hoffnungsvolle Väter, Ehemänner, Brüder und Söhne, die
wegen des Versagens der Friedenspolitik ihr Leben lassen mussten.. Kein heldenhaftes Getue, sondern eine trauernde Mutter steht im Mittelpunkt der Anlage.
E
13 The Schulstrasse leads up to the village square and to the fountain with drinking water.
Across the street stands the EHRENMAL (a memorial) to honor the soldiers who died in the
wars. The 126 names inscribed on the s tone remind us of fathers, husbands, brothers and
sons who lost their lives due to a failing policy of peace. The focal point of the memorial is a
grieving mother. It is the work of sculptor Lenhard from Dahn.
22
14
Fachwerkhaus in
der Steinstraße
F
13 Maintenant, nous sommes de nouveau devant la fontaine («eau potable») au centre du
village. Nous pouvons, encore une fois, jeter un coup d‘oeil à l‘intérieur du «Fron-» ou «Freihof» (ferme des corvées ou ferme libre) et sur le beau fournil. Le Monument aux morts, a
été conçu par le sculpteur Dahner Lenhard. Au total, 126 noms nous rappellent les pères,
maris, frères et fils qui, en raison de l‘échec de la politique de maintien de la paix, ont perdu
leur vie. Ce qui est représenté, n‘est pas un hommage à des actes héroïques, mais une mère
en deuil.
> > >
D
Sie können noch etwas weitergehen? Gut! Dann laufen wir durch die STEINSTRASSE,
früher Steingasse genannt, zum Friedhof. Die Bezeichnung Stein sagt uns, wie in allen Gemeinwesen, dass diese Gasse die erste in Göcklingen war, die mit Steinen gepflastert war.
Zuständig dafür und auch finanziell in der Lage war der an ihr liegende Fronhof. Links sehen
wir schöne Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert.
E
Now the tour continues along the STEINSTRASSE. The name “Steinstrasse” implies that it
was the town’s first cobbled street and was financed by the Freihof. On the left we see wellpreserved half-timbered houses from the 16th century.
F
14 Vous pouvez encore allez un peu plus loin ? Bien! Nous allons, en passant par la STEINSTRASSE (rue de pierre), auparavant ruelle de pierre, jusqu‘au cimetière. La Steinstrasse a
été la première rue pavée de Göcklingen et porte ce nom de ce fait. Le pavage a été financé
par le Fronhof dont la situation financière le permettait. Sur la gauche, nous avons de belles
maisons à colombage datant du 16ème siècle.
14
14
23
15
Eingang zum
Friedhof
D
15 + 16 Am Ende des Dorfes biegen wir links ab und treten nach wenigen Metern in den
FRIEDHOF ein. Wie bereits erwähnt wurde er ab 1828 belegt. Etwa am Ende des zweiten
Drittels finden wir rechts am Weg das Grab des prot Pfarrers Petri, der drei Jahrzehnte hier
gewirkt hat. Nur wenige Schritte zurück, auf der Südseite und in der Mitte des Gräberfeldes
befindet sich die Ruhestätte von Anneli Reither, geb. Schraudolph. Bis vor einigen Jahrzehnten wurden die Toten streng nach der Konfession getrennt beerdigt. Die Katholiken kamen
auf die Süd- und die Protestanten auf die Nordseite. Selbst konfessionell gemischte Ehepaare, wie z. B. meine Urgroßeltern, wurden nach ihrem Tod getrennt begraben.
Nach dem
Verlassen des Friedhofes werfen wir noch einen Blick auf das schön gestaltete Eingangsportal
und die 2008 renovierte Friedhofsmauer. Rechts steht nun die FELDKAPELLE. Diese wurde
1717 von dem aus den Niederlanden zugewanderten Thylmann (später Dillmann) erbaut. Da
er wohl einer der wenigen war, die lesen und schreiben konnten, wurde er von der Obrigkeit
als Schultheiß eingesetzt. Zu jener Zeit stand die Kapelle wirklich noch im freien Feld.
E
+ 16 In the FRIEDHOF (cemetery) at the end of Steinstrasse , dating to 1828 as previously
mentioned, is the grave of the protestant minister Petri, who worked here for 30 years. (His
grave is located on the right hand side). Located in the middle of the burial plots (southern
part of the cemetery) is the resting place of Anneli Reither. Until recently, the cemetery was
separated by confession; Catholics were buried on the south side, Protestants on the north
side. Even mixed married couples were separated in death, as in the example of my greatgrandparents.
We leave the cemetery and take notice of the newly renovated cemetery
wall. To the right is the FELDKAPELLE. The Dutch immigrant Thylmann built it in 1717; he
later changed his name to Dillmann. Being literate, the authorities appointed him mayor.
F
15 + 16 À la sortie du village, tournez à gauche et vous arrivez, après quelques mètres, au
CIMETIERE. Comme nous l‘avons déjà mentionné, il est en service depuis 1828. Nous trouvons, après avoir parcouru environ deux tiers de l‘allée, à droite, la pierre tombale du pasteur
protestant Petri, qui, pendant trois décennies a oeuvré ici. En revenant quelques pas en arrière, nous trouvons dans la partie sud, au centre, la sépulture de Anneli Reither, née Schrau-
24
15
16
Feldkapelle am
Friedhof
dolph. Il y a encore quelques décennies, l‘emplacement des tombes était strictement lié à la
confession. Les catholiques se trouvaient au sud et les protestants au nord. Ceci était même
vrai pour les couples de confession mixte, comme par exemple mes arrières grands-parents,
qui ont été enterrés séparément.
A la sortie du cimetière, nous jetons un regard sur le
beau portail d‘entrée et le mur du cimetière qui a été rénové en 2008. A droite nous voyons
la FELDKAPELLE (chapelle des champs) qui a été construite en 1717 par Thylmann (plus tard
Dillman), un immigré des Pays-Bas. Comme, sans doutes, il était une des seules personnes
sachant lire et écrire, il a été nommé bourgmestre du village (Schultheiß) par les autorités. À
cette époque, la chapelle se trouvait réellement au milieu des champs.
> > >
D
Über die Friedhofstrasse, früher LEITSGASSE, erreichen wir wieder die Hauptstraße. Die
Vorsilbe „leit“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie „ansteigend“.
(Vergl. Leiter) Links das neue, weiter unten das alte prot. Pfarrhaus.
Auf der Hauptstraße,
direkt vor uns, die ehemaligen jüd. Häuser Händel, Elias und rechts, das dritte , der Familie
Siegel. Vor dem Haus REITHER bleiben wir kurz stehen. Die Familie Reither wurde erstmals
1677 in Eschbach erwähnt , allerdings als Reuther, weil sie vermutlich aus Reuthe in Tirol ins
ausgeplünderte und leere Land kam. Um 1760 zog Johann Reuther nach Göcklingen, weil
seine Mutter, eine Tochter des schon erwähnten Schultheißen Dillmann, von hier stammte.
Er betrieb zunächst eine Brauerei im schon erwähnten Eußerthaler Hof, den er vermutlich geerbt hatte. Nach der Heirat mit einer wohlhabenden Schultheißen-Tochter aus Arzheim und
dem Verkauf des Eußertalher Hofes an zwei Familien, erwarb er an dieser Stelle ein Gebäude
aus dem Jahre 1556, ließ es abreißen und baute zunächst die Stallungen und die Scheune
und danach das Gasthaus „Zum güldenen Lamm“, vor dem wir gerade stehen. Reuther wurde Schöffe in Göcklingen, heute würde man sagen Beigeordneter, und schrieb sich von nun
an Reither. Die Familie Reither blieb über Generationen hinweg die erste Familie am Ort. Aus
ihr kamen Pfarrer, ein Bischof, Ökonomieräte, Rechtsanwälte, Steuereinnehmer, Bürgermeister und Offiziere.
17
25
17
Haus „Reither“
E
17 The Friedhofstrasse (formerly LEITSGASSE) leads back to the Haupstrasse. The prefix “leit”
comes from the Middle High German and means, “to go up.” On the left we pass the new,
and farther down, the old Protestant parsonage.
Back on Main Street (Haupstrasse), are
three buildings formerly belonging to three Jewish families: on the left the families Händel
and Elias, and the third to the right, the Siegel’s. In front of the REITHER house we pause for
a bit. The Reither family was first mentioned in Eschbach in 1677, though under the name
Reuther, presumably coming from Reuthe in the Tyrol to this pillaged and empty land. About
1760 Johann Reither moved to Göcklingen because his mother, a daughter of Mayor Dillmann, was born here. He owned and operated a brewery on the Eußethal farm which came
into his possession most likely through an inheritance. He married the well-to-do daughter
of Arzheim’s Mayor, then sold the Eußethal estate to two local families and bought this building dating to 1556. He demolished the old building which stands directly in front of us; he
then erected new stables and a barn, followed by the inn “Zum Güldenen Lamm.” Reuther
was appointed town councillor, and now changed his name to Reither. Over generations the
Reither family remained the first family of the town. From this family came Priests, a Bishop,
Economic Professors, Lawyers, Tax Collectors, Mayors and Officers.
F
17 Nous descendons la Friedhofstrasse (rue du cimetière), autrefois son nom était LEITSGASSE, en direction de la Hauptstraße (rue principale). Le préfixe «leit» vient du moyen hautallemand et veut dire «ansteigend» (montant). Nous retrouvons dans le mot «Leiter» (échelle)
la même racine. Sur la gauche nous pouvons découvrir l‘ancien presbytère protestant et plus
bas le nouveau presbytère.
Sur la route principale, juste en face de nous, nous voyons
les anciennes maisons des familles juives, Haendel, Elias et Siegel, la troisième à droite. Nous
nous arrêtons devant la maison REITHER. La famille Reither a été mentionnée, pour la première fois, en 1677 à Eschbach, sous le nom de Reuther, probablement parce que cette famille
provenait de Reuthe, dans le Tyrol et s‘est établie dans notre région, qui, a cette époque, était
dépeuplée et mise à sac. Johann Reuther s‘établit à Göcklingen vers 1760, sa mère était une
fille du bourgmestre Dillmann. Il exploite, dans un premier temps, une brasserie tout d‘abord
dans le Eußerthalerhof (déjà mentionné plus haut), celle-ci provenait vraisemblablement
26
18
Fachwerkhaus
„Dörler“
d‘un héritage. Après son mariage avec une des filles du riche bourgmestre d‘Arzheim et la
vente de l‘Eußertalherhof à deux familles, il acquit, à cet endroit, un bâtiment datant de 1556,
il le fait raser et construit les étables, la grange, et plus tard l‘auberge „Zum güldenen Lamm
„ (A L‘agneau d‘or), nous nous trouvons devant celle-ci. Reuther a été «assesseur» à Göcklingen, aujourd‘hui, on dirait adjoint, et son nom s‘écrit désormais Reither. La famille Reither
reste pendant de nombreuses générations la famille la plus renommée de Göcklingen. Elle a
donnée des prêtres, un évêque, des conseillers, avocats, percepteurs, maires et officiers.
> > >
D
18 Schauen wir nun nach R echts, auf das wunderschöne FACHWERKHAUS DÖRLER, ein
Kunstwerk aus Balken. Es gehörte dem letzten kurpfälzischen Schultheißen Dörler. Weil er
nach dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen treu zur Kurpfalz hielt, musste er
1793 vor der drohenden Verhaftung über den Rhein fliehen. Sein Haus und sein Hab und Gut
wurden versteigert. Statt seiner ergriffen nun die Revolutionäre eines Nachts den Schöffen
Johann Reither und dessen Cousin Peter Sommer, den zweiten Schöffen von Göcklingen,
und schleppten beide fort. Eineinhalb Jahre waren sie, oft dem Tode nahe, in Besancon eingesperrt. Für 19000 Fl, dem Sechsfachen des jährlichen Haushaltes von Göcklingen, wurden
sie schließlich 1795, nachdem ihr Aufenthaltsort erkundet worden war, frei gekauft. Die Gemeinde hatte unter den vorherigen Plünderungen und dieser hohen Schuldenlast Jahrzehnte lang zu leiden.
In welch einer glücklichen Zeit dürfen wir heute in Göcklingen leben! Noch nie gab es hier
63 Jahre Frieden, nur FRIEDEN!
E
Looking to the right, we see the beautiful FACHWERKHAUS DÖRLER, built with wooden
beams to create a work of art. Its owner was the last Palatinate Mayor Dörler. After the French
revolutionary troops entered the area, he remained loyal to the Palatinate. He fled across the
Rhine in 1793 to escape impending arrest. His house and all his possessions were put up for
auction. Instead of arresting him, the revolutionaries arrested Johann Reither and his cou18
27
sin Peter Sommer, also a town councillor in Göcklingen, and hauled them away. Often near
death, they were incarcerated for 18 months in the French city of Besancon. The town ransomed them in 1795 for 19,000 Florins, an amount six times the yearly budget of Göcklingen.
The town suffered for decades from the looting and the debts.
Today we are happy and content to live in this peaceful time. Never before has Göcklingen
experienced 63 years of (FRIEDEN!) peace.
F
28
18 Regardez maintenant, vers la droite, la Maison DÖRLER, une admirable maison à colombage, les poutres sont une oeuvre d‘art. Elle appartenait au bourgmestre Dörler, le dernier
bourgmestre du «Kurpfalz» (le nom du Palatinat sous la régence des princes électeurs, ce
nom peu se traduire par Palatinat Électoral) . En 1793 après l‘invasion par les troupes de la
Révolution française, il s‘enfuit sur l‘autre rive du Rhin, car restant fidèle au prince électeur,
une arrestation le menace. Sa maison et ses biens sont vendus aux enchères. Les révolutionnaires s‘emparent des adjoints Jean Reither et son cousin Peter Sommer, le deuxième adjoint
de Göcklingen. Ils sont, pendant un an et demi, emprisonnés à Besançon. La mort était souvent proche. En 1795, ils sont libérés en échange de 19000 Florins, six fois le budget annuel
de Göcklingen. La municipalité a souffert pendant plusieurs décennies du fait des pillages
précédents et de cette rançon élevée.
Aujourd‘hui à Göcklingen nous vivons une époque heureuse! Jamais il n‘y avait eu 63 années
consécutives sans guerre.
D So, belassen wir es für heute bei dem Rundgang und gehe jeder seinen Weg.
Wenn sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an mich. Ich helfe Ihnen gerne weiter.
Einen schönen Tag noch !
Ihr Hermann Frech
E Here ends our tour of the town. If you have more questions, feel free to contact me.
I shall be happy to help you.
Wishing you a good day!
Hermann Frech
F Cette randonnée à travers notre village se termine ici. Si vous avez encore des questions,
contactez moi. C‘est avec plaisir que je vous fournirais des informations supplémentaires.
Votre Hermann Frech
Kontakt | Contact :
Hermann Frech
Hauptstraße 31, 76831 Göcklingen
Tel.: 06349 / 929251, Fax.: 06349 / 929252
Impressum | Impressum :
Herausgeber:
Gemeinde Göcklingen
Hauptstraße, 76831 Göcklingen, Tel.: 06349 / 00000, Fax.: 06349 / 00000
Redaktion:
Fotos:
Konzeption, Design und Realisierung: Heidi | Büro für Werbung
Am Rathaus 1, 76863 Herxheim
Tel. 07276. 5030462, www.heidi-web.de
29
D ANREGUNGEN FÜR DEN NÄCHSTEN TAG:
Gehen sie über die Schulgasse und die Mühlgasse oder über die Welsgasse zum BACHLEHRPFAD. Folgen sie dem Kaiserbach bis zur ehemaligen OBER- oder ERLENMÜHLE, zuletzt
nach dem Besitzer auch SIEGRIST MÜHLE genannt und weiter zum schön gelegenen BIOTOP-WEIHER, der in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts aus einer stillgelegten Tongrube entstanden ist. Genießen sie die Ruhe!
Laufen Sie nun wieder zurück zur ehemaligen Mühle und wandern Sie nach Norden weiter
zum Gasthaus KNAUF. Vielleicht kehren Sie ein. Danach sind sie mit wenigen Schritten auf
der Kreisstraße. Wenn sie der Richtung nach Göcklingen folgen, kommen sie zur KAISERBERGHALLE. Davor sind noch Reste der PANZERSPERRE des ehemaligen, 1938/39 gebauten Westwalls zu sehen. Die Sperre zog sich vom Gebirgsrand bis zum Rhein. In dessen Nähe
wurde die Betonsperre durch tiefe , mit Wasser gefüllte Panzergräben abgelöst. Hinter der
Sperre befanden sich auf der Göcklinger Gemarkung etwa 15 Bunker, die nach dem Krieg alle
gesprengt wurden. Die Trümmer verschwanden bei der Flurbereinigung.
E SUGGESTIONS FOR THE NEXT DAY:
Go along the Schulgasse and the Mühlgasse or along the Welsgasse to the BACHLEHRPFAD.
Follow the Kaiserbach until the former OBER- or ERLENMÜHLE. It was also named after the
owner, SIEGRIST MÜHLE. Farther along takes you to the beautifully situated BIOTOP-WEIHER. The pond was created in the 80’s of the last century. The pond is in a quiet setting that
was formerly a clay quarry. Enjoy the quiet!
Return again to the former Mühle and walk north to the Gasthaus KNAUF. Perhaps you will
wish to go inside. Afterwards, within a few steps you are on the main road. If you take the direction toward Göcklingen, you will come to the KAISERBERGHALLE. In front are the remains of
30
the PANZERSPERRE (anti-tank obstacle) that were built in 1938/39 to keep out the tanks. These barriers were placed from the mountain ranges to the Rhein. Close to the Rhein, deep waterfilled trenches replaced the cement barriers. Fifteen bunkers along the boundary of Göcklingen were blown-up after the war. The rubble was removed when the fields were cleared.
F SUGGESTIONS POUR UNE PROCHAINE JOURNÉE:
Allez, en passant par la Schulgasse (rue de l‘école) et la Mühlgasse (ruelle du moulin) ou
bien par la Welsgasse (le nom provient du nom de famille d‘un instituteur), au BACHLEHRPFAD (sentier éducatif du ruisseau). Longez le Kaiserbach (ruisseau de l‘empereur) jusqu‘à
l‘emplacement d‘un ancien moulin , le «OBERMÜHLE» (moulin du haut) ou «ERLENMÜHLE»
(moulin des aulnes) ou bien encore «SIEGRIST MÜHLE» d‘après le nom de son propriétaire.
Si vous allez plus loin vous arriverez à un charmant étang, le «BIOTOP-WEIHER». Il a été
aménagé pendant les années 80 du siècle dernier, sur le site d‘une carrière d‘argile. Vous
apprécierez la tranquillité!
Revenez sous vaux pas et, arrivé à l‘ancien moulin, dirigez-vous vers le nord en direction de
l‘auberge KNAUF, vous pouvez bien sûr y déguster des spécialités de la région. Ensuite, si
vous prenez la route cantonale en direction de Göcklingen, vous arrivez à la KAISERBERGHALLE (halle du mont de l‘empereur). Auparavant, vous verrez des restes de la «LIGNE SIEGFRIED», le pendant de la ligne Maginot, elle a été construite en 1938/39 . Cette ligne s‘étirait
de l‘aurée des montagnes jusqu‘au Rhin. Elle était constituée principalement de barrières
anti-char en béton et à proximité du Rhin de profonds fossés remplis d‘eau. A Göcklingen,
environ 15 blockhaus se trouvaient derrière la ligne anti-char. Ces derniers ont tous été dynamités après la seconde Guerre Mondiale. Leurs derniers débris ont disparu lors du remembrement.
31
Bildunterschrift 1
Bildunterschrift 2
Bildunterschrift 3
32