Geistreiches und Historisches

Transcription

Geistreiches und Historisches
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 1
4. Jahrgang, 1. Ausgabe, Februar 2008
Foto: Dörte Gerlach
Die Hauszeitung des SchillerGartens zu Dresden-Blasewitz
Foto: Ausstellungskatalog „Von Monet bis Mondrian“
„Brüder, fliegt von euren Sitzen, wenn der volle
Römer kreist. Lasst den Schaum zum Himmel
Editorial
spritzen: Dieses Glas dem guten Geist!“
„An die Freude“, Friedrich Schiller
Adolf Rothermundt war ein
Blasewitzer Kunstsammler, der
Anfang des 20. Jahrhunderts
eine große private Sammlung
mit Bildern von Liebermann,
Cézanne und Manet in seiner
Villa zusammengetragen hatte.
Lesen Sie mehr auf Seite 12.
Inhalt
In eigener Sache:
Neues Buch vom SchillerGarten 3
Der besondere Gast:
Jürgen Flückschuh . . . . . . . . . 5
Historie:
Gastwirt Bruno Wendler . . . . . 6
Literatur:
Schillersprüche im Alltag . . . . . 9
Blasewitz:
Kunstsammler Rothermundt . 12
Zu Gast:
Im Stadtarchiv Dresden . . . . 16
Loschwitz:
Sternwarte Manfred v. Ardenne 18
Sächsische Küche:
Die Kartoffelsuppe . . . . . . . . 21
Foto: Archiv
Adolf Rothermundt
Geistreiches und Historisches
Vielleicht ist es ja der „Gute
Geist“, den Friedrich Schiller
im obigen Spruch bedichtet,
der über oder vielleicht gar
in dem Traditionsgasthaus
an der Elbe schwebt. Gesehen hat ihn noch keiner,
wohl aber hat er offenbar so
manchem Wirt in der 300jährigen Geschichte des
Hauses den Weg gewiesen
und glanzvolle Zeiten ermöglicht. Wo er sich ausruhte, als es mal nicht so gut lief
für die Wirte, ist nicht bekannt. Ganz gleich, Grund
zum Feiern gab es jedenfalls
zu allen Zeiten immer wieder, Ende des vergangenen
Jahres besonders, als ein
neues historisches Buch
über den SchillerGarten sowie Blasewitz aus der Taufe
gehoben wurde. Bei Buchentstehung und –premiere
hielt der „Gute Geist“ seine
schützende Hand, nachzulesen in dieser Ausgabe des
Potz Blitz. Schiller allerdings
scheint sich nicht so recht in
der Gastronomie auszukennen – oder warum spritzt
der (Bier-)Schaum bei ihm
aus einem (Wein-) Römer?
Eine neue Zeitrechnung hat
begonnen, liebe Gäste: die
der rauchfreien Gastronomie in Sachsen. Die Zeit, in der man eine
gute Zigarre nach dem Essen genießen konnte, gehört
nun der Vergangenheit an.
Ich selbst hätte mir eine
weniger reglementierende
Lösung wie zum Beispiel die
Möglichkeit zum eigenverantwortlichen Einrichten
von Nichtraucher- und Raucherbereichen von unseren
Politikern gewünscht. Ich
denke, dass damit den Wünschen aller Gäste hätten entsprochen werden können.
Doch nun hat es uns der
Gesetzgeber vorgeschrieben
und wir müssen lernen,
auch damit umzugehen.
Ihr Gastwirt
Frank Baumgürtel
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 2
Der Friedrich-Schiller-Code –
noch nicht geknackt!
Das Geheimnis um den Schädel von Friedrich Schiller ist
noch nicht gelöst. Seit über
einem Jahr laufen auf Veranlassung der Klassik Stiftung Weimar DNA-Untersuchungen am exhumierten
Schädel Friedrich Schillers,
über dessen Authentizität bis
heute ein Gelehrtenstreit
herrscht. Wie die Klassik
Stiftung Weimar und das
MDR Landesfunkhaus Thüringen, was eine Dokumentation dazu senden wird, im
Herbst 2007 bekannt gaben,
werden weitere wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt.
An dem wissenschaftlich fundierten, interdisziplinären Pro-
jekt sind namhafte Institute
und Wissenschaftler beteiligt.
Es entsprang dem Wunsch
der Klassik Stiftung Weimar,
die Authentizität der Relikte
zweifelsfrei zu klären. Die
Stiftung stellte die in ihrem
Besitz befindlichen sterblichen Überreste, die Friedrich Schiller zugeordnet werden, zur Verfügung: den so
genannten „FürstengruftSchädel“, den so genannten
„Froriep-Schädel“, mutmaßlich zu den beiden Schädeln
gehörige Skelette und drei
Haarlocken, die möglicherweise von Schiller stammen.
Eine Ausstrahlung des Filmes
ist nunmehr für Mai 2008
vorgesehen.
SchillerGarten
dreidimensional
Seit Ende vergangenen Jahres können Gäste des SchillerGartens auch virtuell durch das Haus spazieren. Auf der
Internetseite des Traditionsrestaurants www.schillergarten.de
können unter der Rubrik „Rundgang“ insgesamt zehn verschiedene Punkte in Haus und Biergarten ausgewählt werden. An jedem dieser Punkte ist ein 360-Grad-Blick im
Raum möglich. Dieser Service ist gerade auch für
Ortsunkundige wichtig, die sich auf diese Weise vorab über
die Räumlichkeiten des Gasthauses informieren können.
Ballhäuser, Biergärten
und Gaststätten
Historische Fotos im Lesesaal der SLUB
Mit einer Ausstellung von 68
großformatigen Fotos „Zwischen Schankwirtschaft und
Ballsaal“ präsentiert die
Sächsische Landesbibliothek
– Staats- und Universitätsbibliothek bis zum 30. Juni 2008
historische Motive sächsischer
Restaurants, Schankwirtschaften und Ballhäuser. Sie
Oberelbemarathon 2008
Zum 11. Mal findet am 27. April der Renta-OberelbeMarathon statt. Entlang des Elberadwegs begeben sich die
Marathonis vom Startpunkt in der Sächsischen Schweiz bis
zum Ziel im Heinz-Steyer-Stadion auf eine der landschaftlich
reizvollsten Marathonstrecken. Bereits zu Jahresbeginn konnten die Veranstalter steigende Teilnehmerzahlen registrieren.
Als einen vollen Erfolg wertete Organisationsleiter Uwe Sonntag die Präventionsaktion für einen gesunden Laufsport, die
gemeinsam mit dem Uniklinikum Dresden ins Leben gerufen
wurde. Gegen einen rabattierten Betrag können sich Läufer
einer sportmedizinischen Untersuchung unterziehen. Auf
Kilometer 35 der Marathonstrecke – am SchillerGarten –
wird wieder eine Verpflegungsstation eingerichtet. Das
Traditionsgasthaus ist wie in den letzten Jahren einer der
Hauptsponsoren.
Schillerstadt
Dresden
Wie aus dem Informationsblatt „Dresdner Zahlen aktuell“ der Stadt Dresden zu entnehmen ist, ist Dresden eine
wahre „Schiller-Stadt“. Insgesamt gibt es zur Zeit 3.145
benannte Brücken, Straßen
und Plätze, jede dritte Straße
ist nach einer historischen
Person benannt. Von den 104
nach Personen benannten
Straßen kommen 60 Prozent
aus Kunst, Literatur und Wissenschaft. Unangefochtener
Spitzenreiter ist Friedrich
Schiller: Er ist im Straßenverzeichnis sechs Mal vertreten.
2
macht damit begehrte Postkartenmotive von Innen- und
Außenaufnahmen aus der im
Jahr 1997 übernommenen
Sammlung des Postkartenverlages A. & R. Adam öffentlich. Die Ausstellung ist montags bis sonnabends von 8 bis
24 Uhr an der Galerie im Lesesaal zu sehen.
Impressum
Herausgeber:
SchillerGarten Dresden GmbH, Schillerplatz 9, 01309 Dresden
Tel. 0351 / 811 99 0 • Fax 0351 / 811 99 23 • www.schillergarten.de
Konzept, Gesamtherstellung & Verlag:
2dPROJECT, Enderstr. 59, 01277 Dresden
Tel. 0351 / 250 76 70 • Fax 0351 / 250 76 80 • www.2dproject.de
Redaktion:
Verantw.: Daniella Fischer, Tel. 0351 / 250 76 70
[email protected]
Charles M. Bugnowski, Susanne Dagen, Matthias Griebel,
Dagmar Möbius, Christian Mögel, Ingrid Wenzkat
Fotos: Dörte Gerlach, Archiv SchillerGarten, Archiv Christian Mögel,
Karlheinz Georgi, Ausstellungskatalog „Von Monet bis Mondrian“,
Klassikstiftung Weimar/Olaf Mokansky, Wikipedia
Satz, Druckvorlagen, Produktionsleitung: Dörte Gerlach
Lektorat: Rosemarie Knöfel
Druck: addprint AG, Am Spitzberg 8a, 01728 Possendorf
www.addprint.de
Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Druckfix, ausgezeichnet
mit dem „Blauen Umweltengel“
Anzeigenleitung: Barbara Groß, Tel. 0177 / 705 58 50
[email protected]
Anzeigenschluss für Ausgabe 2/2008: 20.04.08
Redaktionsschluss für Ausgabe 2/2008: 20.04.08
Erscheinungstermin Ausgabe 2/2008: 10.05.08
Nachdruck, Vervielfältigung, Verbreitung in elektronischen Medien
von Inhalten und Abbildungen nur mit schriftlicher Genehmigung
des Verlages. Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandte Unterlagen übernimmt der Verlag keine Haftung.
Zurücksendung erfolgt nicht. Der Verlag übernimmt keine Gewähr
für die Richtigkeit der Angaben in den veröffentlichten Texten. Alle
Rechte vorbehalten.
Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 01.02.2005.
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 3
In eigener Sache
„Mein Schillergarten“ –
Ein Gasthaus voller Leben
gezeichneten Team bis zur Endherstellung durch die Druckerei
Thieme, Meißen, konnte schon
für Oktober 2007 der Redaktionsschluss festgelegt werden.
Sie alle waren gekommen, als
bereits am 26. November ein
Band aus der Taufe gehoben
werden konnte, der weit mehr
ist als eine Huldigung an eines
der ältesten Gasthäuser der
Stadt, sondern ein regionalgeschichtliches Mosaik von
ernst zu nehmendem Erkenntniswert in optischer Vielfalt.
Dank dieses Fundamentes erhielt sein „Taufabend“ einen
ebenso festlichen wie anregenden Charakter, bei dem der
Blick aus dem Elbzimmer auf
Brücke, Fluss und Loschwitzer Ufer im Schein der Lichter
und Dialoge zu Geschichte
und Geschichten bildete, deren Wiederbelebung Daniella
Fischer nun auch als Moderatorin, von einer Diaschau
begleitet, temperamentvoll zelebrierte. Als Matthias Griebel,
unser aller Matz, mit Einblicken in das Kapitel „Darben und Schlemmen von Biersuppe bis Hummer“ ein Buffet
eröffnete, mit dem die SchillerGarten-Wirte ihre Gaumenkompetenz schmackhaft demonstrierten, war schlüssig bewiesen: Der SchillerGarten –
ein „Gasthaus voller Leben“.
Ingrid Wenzkat
Buchpremiere: Steffen Brasche, Frank Baumgürtel, Daniella Fischer,
Thomas Jacob und Dörte Gerlach (v.r.n.l.)
Autorin Daniella Fischer während der Buchlesung
Fotos: Dörte Gerlach
„Mein Schillergarten“ – Anspruch und Erfüllung für
viele Blasewitzer, Dresdner
überhaupt und auch Gäste
der Stadt. Jede Stätte, die der
Begegnung dient, entwickelt
ihren eigenen Charakter, umso mehr, wenn sie seit etlichen Jahrhunderten fortbesteht. Sie ist getränkt von
Erlebnissen, überwiegend heiter-kulinarischen bis feuchtfröhlichen, wie es der Ort
selbst verspricht: nämlich Gasthaus zu sein. Sie sammelt die
Namen interessanter Persönlichkeiten, die hier verweilten,
vermerkt glanzvolles Haushalten der Wirte oder ihr
klägliches Versagen, wird aber
ebenso betroffen von den Bitternissen der Zeitereignisse.
– Und, ist sie so alt und an so
prägender Stelle etabliert wie
der SchillerGarten, dann ist sie
geadelt durch Legenden.
Diese Fülle von mehr oder
minder vagen Einzelbildern
zusammenzufassen, zu ordnen
und interessant aufzuschreiben, übernahm Daniella
Fischer im Auftrag des außerordentlich innovativen SchillerGarten-Wirtes Frank Baumgürtel sowie der Miteigentümer Steffen Brasche und
Thomas Jacob 2006. Gemeinsam mit Dörte Gerlach, die
Illustrationskonzept, Layout,
Satz und Herstellung exzellent besorgte sowie einem aus-
Foto: Sven Hoffmann
Buchpremiere im Traditionsgasthaus
Matthias (Matz) Griebel liest aus dem neuen Buch
Lesen, Blättern, Entdecken ...
3
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 4
Ein Rat für alle Fälle
rei-Beirat“ des Waldschlösschens, das Frank Baumgürtel
vor dem SchillerGarten betrieb, ist die Gemeinschaft in
den SchillerGarten gefolgt.
Waren es zu Waldschlösschen-Zeiten vornehmlich soziale Projekte, die der Beirat
Foto: Dörte Gerlach
Sie treffen sich aller zwei Monate. Den gemeinsamen Abend
beginnen sie mit einem frisch
Gezapften am langen Zinntresen im Schankraum. Ist es
Zeit, begeben sie sich in das
Elbzimmer. Was dann geschieht, erfährt Potz Blitz nur
durch Hören-Sagen: Ein Protokoll wird verlesen, Diskussionen werden geführt, Beschlüsse gefasst. Getrunken
wird aus extra angefertigten
Bierkrügen aus Meißner Porzellan – namentlich gekennzeichnet, sonst in einem verschlossenen Glasregal verwahrt und von einem Krugwart verwaltet. Der Vorsitzende, sagt man, sei manchmal ein Diktator, er leite die
Versammlung straff und zielführend. Beitreten kann man
ihrer Runde nicht, sie berufen ihre Mitglieder – und Gäste haben sie noch nie empfangen. Auch Frauen nicht. Sie besitzen eine strenge Satzung.
„Sie“ – das sind derzeit 27
hochkarätige Herren aus Wirtschaft, Kultur und Politik. So
wie Schiller einst Weimarscher Rat war, sind sie heute
die Räte des SchillerGartens.
Sie sind der „Beirat des
SchillerGartens zu DresdenBlasewitz“.
Mitglieder des Beirats des SchillerGartens zu Dresden-Blasewitz
aus seinen Mitgliedsbeiträgen
förderte, sind es nun regionale
und kulturgeschichtliche Aktivitäten, die er unterstützt.
Seit dem Einzug in das Traditionsgasthaus am Blauen
Wunder steht Friedrich Schiller
im Vordergrund. So wurden
zum Beispiel aus Mitteln des
Beirates die Schiller-Gedenksäule auf der Terrasse restauriert sowie die Medaillons der
„Gustel von Blasewitz“ und
von Schiller wiederhergestellt. Und auf dem Protokoll
Nostalgie pur
ihrer geheimen, männlichen
Was wie ein Bericht über die Sitzungen stehen auch schon
Rituale eines alten Ritteror- mal solche Augenzwinkerdens klingt, ist in Wahrheit Punkte wie „Einrauchen eieine wohl einzigartige Ge- nes Aschenbechers“ oder
meinschaft. Sie hat nichts zu „Bekömmlichkeits-Proben“.
tun mit elitärem Dünkel
einer höheren Gesellschafts- Wertvolles
schicht, auch nichts mit Zusammenwirken
einem „Aufsichtsrat“. Sie ist „Natürlich besteht zwischen
eine nostalgische, liebenswer- den Mitgliedern ein Netzte Vereinigung von wichtigen werk“, erläutert der VorsitPersönlichkeiten, die Gast- zende des Beirates, Wolfgang
wirt Frank Baumgürtel und Zimmermann. „Aber das in
seine Partner seit zehn Jah- solchen Vereinigungen häufig
ren um sich geschart haben. vordergründige ‚Geschäfte
Entstanden aus dem „Braue- machen‘ ist hier nicht domi4
nierend. Vielleicht sind viele
Mitglieder daher auch so entspannt.“ Wolfgang Zimmermann, im Februar erneut –
einstimmig! – für die nächsten zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt, empfindet
das bewundernswerte Zusammenwirken im Beirat als sehr
wertvoll für sich und die Mit-
glieder. Diese sehen sich als
Repräsentanten eines an Tradition reich gesegneten Gasthauses – und diese Funktion
nehmen sie ernst. Nicht nur,
dass sie mit eigenen Geschäftspartnern und Freunden in
den SchillerGarten kommen
und damit ein Stück Regionalgeschichte weitertragen.
Sie sind auch angehalten,
während ihrer Aufenthalte
im Haus auf Qualität und
Service zu achten. Auf gemeinsamen Sonderveranstaltungen
besuchen sie Unternehmen
oder kulturelle Einrichtungen
und bewahren sich ihren
Blick über den Tellerrand der
SchillerGarten-Gerichte und
der eigenen Unternehmen.
Einmal im Jahr veranstalten
sie eine „Beirats-Ausfahrt“,
waren schon in München,
Prag, Marienbad, Wroclaw,
Coburg, Görlitz/Bad Muskau,
Quedlinburg/Wernigerode
und in Weimar.
Der Earl of Chesterfield, ein
englischer Staatsmann und
Schriftsteller, prägte einst einen weisen Satz: „Guter Rat
ist selten willkommen; am
wenigsten bei denen, die ihn
am nötigsten hätten.“ Gastwirt Frank Baumgürtel hatte
und hat – so attestiert ihm
Beiratsmitglied Jürgen Flückschuh, Vorstandsvorsitzender
der Ostsächsischen Sparkasse
– im unternehmerischen Sinne einen „Rat“ oder einen
„Beirat“ nie nötig. Aber dies
ist vielleicht der Grund, warum ihm seine 27 „Beiräte“
daher stets so willkommen
sind.
Daniella Fischer
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 5
Der besondere Gast
Jürgen Flückschuh
Herr Flückschuh, beginnen
wir mit einem Gedankenexperiment. Können Sie sich eine
Welt ohne Geld vorstellen?
Es wird viel diskutiert, ob man
einmal ohne Bargeld leben
wird. Wir haben Kreditkarten,
den Geldverkehr über Internet, vielleicht braucht man
eines Tages kein Bargeld mehr.
Aber eine Welt ohne eine Werteinheit kann ich mir nicht
vorstellen.
Sie sind seit 1991 in Dresden.
Was finden Sie hier lebenswert?
Alles. Dresden ist eine wunderschöne Stadt. Man muss in
Deutschland lange suchen, so
etwas zu finden. Viel schöner
als hier kann man nicht leben.
Welche Aufgaben haben Sie?
Ich bin verantwortlich für Koordination und Vertrieb und
kümmere mich um den privaten als auch den Firmenkundenbereich. Wir haben eine sehr gute Mannschaft mit
750 Mitarbeitern und sind mit
etwa 550.000 Privatkunden
Marktführer.
Wie zufrieden sind Sie mit dem
vergangenen Geschäftsjahr?
Wir sind sehr zufrieden.
Trotz aller Schlagzeilen um
die Landesbank ist es für uns
gut gelaufen. Wir haben unsere Ziele sowohl auf Kundenseite als auch bei der Verbesserung innerer Strukturen
erreicht.
Sie erwähnen das Thema Landesbank. Sind die Sparkassen
ein Hort der Stabilität?
Die Sparkasse ist seit 1821 ein
Hort der Stabilität und wurde
aus dem Wunsch einer einfachen Dienstmagd heraus gegründet, ihre Spargroschen
sicher verwahren zu wollen.
Um 1860/70 begannen sich
dann Banken zu gründen. Wir
haben den Kollegen also etwa
50 Jahre Erfahrung voraus.
Warum sollte man zur Sparkasse kommen?
Da sage ich nur: „Wenn’s um
Geld geht – Sparkasse!“
Auch Kreditinstitute suchen
nach Wegen, neue Kunden zu
gewinnen. Ist nicht alles schon
erfunden?
Es geht immer um Kundenbindung. Über welche Vertriebskanäle will ich Kunden
bedienen? Gerade die Entwicklung im Internet hat völlig neue Wege gezeigt. Auch
hier sind wir einer der größten
Anbieter mit über 140.000
Kunden, die ihren Zahlungsverkehr online abwickeln.
Neu seit Januar 2007 ist unser Angebot „S-Mobil“. Sie
können mit einem Mitarbeiter einen Termin für zu Hause
vereinbaren. Dieser Vertriebsweg ergänzt unser stationäres
Kerngeschäft in den Filialen
und den medialen Vertrieb
über Internet.
Auf ihrer Internetseite gibt es
Bereiche in tschechischer und
polnischer Sprache. Warum?
Wir haben in den Grenzregionen nicht wenige Kunden
aus den Nachbarländern. Und
da wir Mitarbeiter haben, die
tschechisch, polnisch oder
auch russisch sprechen, nutzen wir unseren strategischen
Vorteil und bieten unsere
Dienstleistung in der Muttersprache unserer Nachbarn an.
Unabhängig vom Internet geben Sie das Kundenmagazin
„Canaletto“ heraus. Warum?
Foto: Dörte Gerlach
Jürgen Flückschuh ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender
der Ostsächsischen Sparkasse und seit zehn Jahren Mitglied
des Beirates des SchillerGartens zu Dresden-Blasewitz.
Jürgen Flückschuh ist „Krugwart“
Es ist für uns ein sehr wichtiges Kundenbindungsinstrument. Wir wollen mit redaktionellen Beiträgen Themen
links und rechts unseres eigentlichen Finanzgeschäftes
beleuchten und über die
Region berichten, in der wir
leben und wo unsere Kunden
zu Hause sind. So finden Sie
darin kulturelle, sportliche
und regionale Themen.
Die Ostsächsische Sparkasse
ist mit ihren Stiftungen einer
der wichtigsten Förderer kultureller, sozialer und sportlicher Projekte.
Hier, wo wir zu Hause und
unsere Kunden sind, wollten
wir uns von Anbeginn für ein
lebenswertes Umfeld einsetzen.
Wir können nicht nach Asien
oder Amerika gehen, unser
Geschäft ist regional. Dies
war die Gründungsidee der
Stiftungen.
Wer kann eine Förderung
erhalten?
Man muss ein gutes, nachhaltiges Projekt vorstellen und
die Gemeinnützigkeit nachweisen. Ein mit hochkarätigen
Fachleuten besetztes Kuratorium entscheidet dann über
die Förderwürdigkeit.
Sie sind seit 10 Jahren Beiratsmitglied im SchillerGarten.
Was verbindet Sie mit den Eigentümern?
Ich bin stolz auf diese lange
Zeit! Ich habe insbesondere
von Herrn Baumgürtels Professionalität eine ganz hohe
Meinung. Er hat nach der
Wende eine der großen ostdeutschen Erfolgsgeschichten
geschrieben und ist in meinen
Augen ein begnadeter Wirt.
Was er anfasst, das gelingt.
Dies ist mit hohem persönlichem Einsatz verbunden, für
den man ihm nur Respekt
zollen kann. Ich mag Menschen, die sich voll einsetzen.
Dies kann man Herrn Baumgürtel über all die Jahre attestieren. Ich will dazu noch
sagen, dass er den Beirat vom
ersten Tag an zur Unterstützung seines Geschäftes nur
sehr eingeschränkt nötig
hatte! Er ist eine schöne nostalgische Geschichte, die viel
Spaß macht. Trotz meines
vollen Terminkalenders versuche ich, regelmäßig an den
Beiratssitzungen teilzunehmen,
die immer schöne Abende
mit interessanten, sympathischen Menschen sind. Man
muss doch auch Spaß haben,
oder?
Das Gespräch führte
Daniella Fischer
5
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 6
heit im Publikum erfreuten,
hatte die Verhandlungen überGeschichten aus dem SchillerGarten
nommen und den SchillerGarten schließlich gepachtet.
Das Traditionsgasthaus an der Elbe hat eine lange Geschichte. Sie scheute keine Mühe und
Vieles ist bekannt, wie etwa der Aufenthalt Friedrich Schillers, Kosten, das Haus instand zu
anderes wird als Legende weitererzählt – und so manche Le- setzen. Einige Wochen waren
gende erwies sich als historisch belegbare Tatsache. Potz Blitz verschiedene Handwerker wie
blättert im Geschichtsbuch des SchillerGartens und erzählt Maurer, Zimmerer, Maler und
in loser Reiherfolge über Ereignisse, Begebenheiten und be- Tapezierer zu Gange und
sondere Menschen.
machten das Gasthaus „wieder schmuck und sauber in
tadelloser Weise“. Aus diesen
Berichten könnte man schlieVor 100 Jahren übernahm Gastwirt Bruno Wendler
ßen, dass der vormalige Wirt
Fast genau 100 Jahre ist es sehen lässt, nur noch interes- wohl wenig für die Erhaltung
her, dass der SchillerGarten santer wie früher.“
getan hat, doch dies bleibt
in die Hände des Gastwirtes Nach vollständiger „Renova- Spekulation.
Bruno Wendler überging. „Mit tion“ sollte der SchillerGarten
den bisherigen Betriebsver- nun jedenfalls laut Zeitungs- Neueröffnung
hältnissen musste unbedingt berichten an eine „andere, Am 28. Februar 1908 war es
gebrochen werden, weshalb sehr tüchtige bewährte Kraft“ schließlich soweit: Der frisch
eine kurze Schließung des übergehen und das beliebte renovierte SchillerGarten wurEtablissements für richtig Etablissement in einer Weise de wiedereröffnet. Max Bruno
erachtet wurde“, schrieb die wiedereröffnet werden, die an Wendler, der neue Gastwirt,
„Sächsische Dorfzeitung und die früheren besten Jahre er- hatte seine Gastronomie-ErElbgaupresse“ am 25. Januar innern sollte. Wie beliebt der fahrungen unter anderem in
1908. Welche „Betriebsver- SchillerGarten zu jener Zeit sieben Jahren als Oberkellner
hältnisse“ es waren, die den
vormaligen Gastwirt William
Weise aus dem Hause trieben, bleibt ungenannt. Immerhin war auch Weise ein
gestandener Wirt, der vor
dem SchillerGarten die Loschwitzhöhe betrieben hatte und
vier Jahre lang Wirt im
SchillerGarten war. Laut damaligen Zeitungsberichten
hatte das Traditionsgasthaus
an der Elbe auch nicht durch
die 1893 in Betrieb gegangene Brücke an Wert verloren,
was einen Niedergang des Geschäftes verursacht haben
Anzeige vom 28. Februar 1908
könnte. „Viele Naturfreunde
teilen die Ansicht nicht, dass war, ließ sich daran erken- und Geschäftsführer bei Traidurch die Brücke das Etablis- nen, dass wohl täglich Hun- teur Hoffmeister in der Waldsement an Wert verloren hat, derte von Besuchern wieder schlösschen-Terrasse (später
sondern finden den Aufent- umkehren und „die beliebte, Tivoli) erworben und sich
halt im Schillergarten, – der geschlossene Stätte verlassen“ von der bewährten Hoffmeisruhig und staubfrei liegt, – mussten. Eine damalige Groß- ter’schen Schule zu einem
durch den stärkeren Verkehr brauerei Dresdens, das „Hof- vollendeten Fachmann auszwischen Blasewitz und Losch- brauhaus“, deren vorzügliche bilden lassen. Die Pächter
witz sowie den Betrieb der Biere sich wegen ihrer versprachen sich vom guten
Drahtseil- und Schwebebahn, Reinheit und Wohlbekömm- Ruf des Gastwirtes, dass „das
der sich von da großartig über- lichkeit besonderer Beliebt- schöne Etablissement nun-
Wirtswechsel im SchillerGarten
6
mehr wieder seine frühere
Beliebtheit erhalten wird und
in dem sich jeder Besucher
bei aufmerksamer, höflicher
und vorzüglicher Bedienung
wohl fühlt.“
Wendler schien zunächst seinem Ruf zu genügen, an die
„althistorischen Zeiten des
Vergnügungs-Etablissements
anzuknüpfen“. Er verspricht
„Berühmten vorteilhaften Mittagstisch“, „Bestgepflegte Biere“, veranstaltet Mostfeste und
Fest-Diners zu Weihnachten,
organisiert Walzer- und Operetten- sowie Kabarett-Abende. Auch ließ er von renommierten Militärkapellen Militärkonzerte aufführen, die
Gäste in Scharen anzogen, dass
kaum mehr Platz war. Dabei
ließ er den Garten mit hunderten Lampions beleuchten
und garantierte auch noch
bei voll besetztem Hause eine
vorzügliche Bedienung und
tadellose Bewirtung. Der Andrang muss zuweilen so groß
gewesen sein, dass eine Zeitung schrieb: „Jedenfalls
waren alle Besucher des schönen Konzerts von dem Gebotenen recht befriedigt und
die vielen, vielen Hunderte,
welche vor dem Konzertgarten
und auf der Elbbrücke als
„Zaungäste“ Aufstellung genommen hatten, sind auch auf
ihre Rechnung gekommen.“
Bruno Wendler führte den
SchillerGarten knapp zwei Jahre bis Ende Oktober 1909.
Zum 1. November übernahm
das Wirtsehepaar Siegert das
Traditionsgasthaus. Welche
Gründe es für Wendler gab,
das offenbar gut laufende
Geschäft im SchillerGarten
abzugeben, ist nicht bekannt.
Daniella Fischer
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 7
Markenzeichen: Satzgesang
Foto: Archiv Christian Mögel
Das Pepitas-Trio
Die legendäre Tanzkapelle Pepitas
Heute würde man sie als die
„Könige der Tanzpaläste“
feiern – aber schon vor über
40 Jahren begeisterten sie in
den Dresdner Tanzetablissements SchillerGarten, Luisenhof, Carolaschlösschen und
später in der Mazurka-Bar
die tanzwilligen Dresdner.
Pepita (schmunzelnd erinnert sich Klaus: „Wir sahen
aus wie Köche“). Ihren ersten
Vertrag bekamen sie 1959 in
der Pirnaer „Serenade“ und
es folgten Engagements im
Meißener Burgkeller und im
Dresdner „Haus Altmarkt“.
1965 war es dann soweit: Die
Pepitas wurden über viele
Jahre hinweg die „HausBrüder-Trio
1959 gründeten die in Pirna kapelle“ des SchillerGartens.
geborenen Brüder Wolfgang,
Peter und Klaus ihr Trio – Gesangssätze statt
benannt nicht nach dem Stoff, Westimporte
aus dem die Träume sind, son- Die Besucherschlangen standern nach dem ihrer Jacken: den vom SchillerGarten bis
zum „Goldbroiler“, dem legendären Restaurant, wo heute
die Speisegaststätte von Vitanas ist. Für ein Sommerfest
wurden sie extra aus dem Urlaub in den SchillerGarten
„beordert“ – natürlich kamen
sie und begeisterten wie immer ihr Publikum. Und das
vor allem mit ihrem ausgezeichneten Satzgesang. Die
Entwicklung der elektronischen Musikinstrumente war
im Lande noch nicht recht in
Gang gekommen, die „Westimporte“ waren teuer und so
„haben wir etwas draus ge-
macht, haben uns um ein
Mikrofon gedrängt und haben
Sätze gesungen.“ Gesangssätze, die ihr Markenzeichen
wurden und auch bei den
Berufskollegen hohe Anerkennung fanden. Vielleicht
erinnert sich der eine oder
andere Leser und damaliger
Gast an die phänomenale Bearbeitung des Welthits „White
Christmas“ durch den Dresdner Musiker Rolf Härting für
das Pepita-Trio.
Als im Mai 1972 die Nachttanzbar „Mazurka“ im „International“ auf der Prager Straße
eröffnet wurde, ergaben sich
für die Pepitas neue Auftrittsmöglichkeiten und die
legendäre SchillerGarten-Zeit
näherte sich ihrem Ende.
Durch den Tod seiner Musikerbrüder wurde 1986 aus
dem Trio ein Duo und seit
1998 bewahrt Klaus als Solist
das musikalische Erbe des
Pepita-Trios. „Es war eine
wunderschöne Zeit“ erinnert
er sich – und wir denken,
nicht nur für die Musikanten
des Trios, sondern auch für
die Besucher des SchillerGartens.
Christian Mögel
7
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 8
Ihre Geschichte
Fasching im SchillerGarten
Faschingsfeier 1958: Prof. Rauda,
Prof. Hentschel, Fam. Prof. Bauch (v.l.)
ration für die
Räume im SchillerGarten im Malsaal der Staatstheater herstellten, im SchillerGarten montierten und die Premiere dort feiern durften. Dann übernahm
das Wirtsehepaar die Deko
kostenlos für ihre offiziellen
Faschingsveranstaltungen.
Schon damals galt: manus
manum lavat (lat., eine Hand
wäscht die andere, die Red.).
Nichts kann ich dazu ausführen, wie lange diese relativ
junge Tradition von den
Architekten beibehalten werden konnte. Für uns standen
die Diplomprüfungen und
–arbeiten bald an und dann
zerstreute sich die Truppe in
alle Welt, der Kontakt riss ab,
Hochschulreform und HO
folgten. Ich weiß nicht, was
blieb! Auf dem Bild ist deutlich die Aufschrift Architektur auf der Schärpe zu erkennen, die unser Lehrer, Professor W. Rauda, 1958 trug.“
Foto: Böhmer
„So wie die Kunststudenten in
der Kunstgewerbeschule auf
der Güntzstraße bzw. später
in der HfBK versuchten, Fasching unter besondere Themen zu stellen, so taten es
auch die Studenten der 10. Semester Architektur der damaligen TH Dresden. Und das
geschah im SchillerGarten. Ich
erinnere mich noch an zwei
Faschingsfeiern der ‚Künstler’:
‚Somnambula’ und ‚Cloaca’
‚Maxima’. Die zugehörigen
Jahreszahlen sind mir entfal-
len, es war aber Ende der
1950er Jahre. Die Architekten, damals noch mit großer
Beteiligung ihrer Professoren,
feierten im SchillerGarten.
Der Immatrikulationsjahrgang 1951 feierte 1956 unter
dem Motto ‚monoton’, wir
waren 1957 mit ‚Mobile’ und
der Folgejahrgang 1958 mit
‚Hazifa’ vertreten. Es spielte
Günter Hörig mit seinem Sextett. Ich erinnere mich noch,
als wir die zugehörige DekoFoto: Karlheinz Georgi
Besonders Anfang der 1950er
Jahre war der SchillerGarten
ein Lokal in Dresden, in dem
gern und lange gefeiert wurde (das ist er ja eigentlich
auch heute noch!). Gastwirt
Claus Bongers scharte damals
Musiker um sich, belebte mit
Tanzabenden das Geschäft
und ließ auch Außergewöhnliches zu: Faschingsfeiern mit
im Malsaal der Staatstheater
hergestellten Dekorationen!
Unser Leser Dr. Hansgeorg
Bedrich erinnert sich:
Prof. Rauda trug die Schärpe mit der Aufschrift „Architektur“
8
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 9
Donner und Doria!
Schiller in unserer Alltagssprache
Ohne es zu wissen, verwenden wir in unserem Alltag
häufig Sprichwörter, deren
Schöpfer Friedrich Schiller
ist. Johann Wolfgang von
Goethe stellte einmal fest:
„Es ist bei Schillern jedes
Wort praktisch, und man
kann ihn im Leben überall
anwenden“. In dem von
Friedrich Maurer und Heinz
Rupp herausgegebenen Buch
„Deutsche Wortgeschichte“
wird Schillers anhaltender
Einfluss auf die tägliche
Sprache wie folgt beschrieben:
„Schiller hat den Ausdrucksbestand der auf ihn folgenden Generationen in kennzeichnender Weise bestimmt,
allerdings weniger durch
Wortneubildungen – … – als
vielmehr durch prägnante
Gedankenformeln. Seine
schöpferische Wirkung, sein
produktiver Anteil am deutschen Ausdrucksgut liegen
vor allem darin, daß seine
Fähigkeit, die eigenen Gedanken in schlagkräftig-sentenziöser Weise auszuprägen,
eine Reihe von höchst treffenden, ja zündenden Wen-
dungen geschaffen
hat, auf die unsere
Rede kaum noch verzichten kann.“ So führen wir also häufig einen großen Klassiker im
Mund!
Nun ist es nicht so, dass
Schiller diese Sprichwörter
als solche erfunden hat. Das,
was uns als geflügelte Worte
in so mancher Situation über
die Lippen kommt und in
den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist,
entstammt seinen Gedichten,
Bühnenstücken und Dramen
und steht im Zusammenhang mit der jeweiligen
Handlung. Viele andere Redensarten unserer täglichen
Sprache sind hingegen häufig sprachlicher Unfug, sie
kommen einem spanisch vor,
man versteht nur Bahnhof,
gibt aber seinen Senf dazu
und manchmal wird der Hund
in der Pfanne verrückt …
delfi
Die folgenden Sprüche stammen alle
aus der Feder Friedrich Schillers:
„Dem Manne kann geholfen werden“
(Aus: Die Räuber)
„Auf den Brettern, die die Welt bedeuten“
(Aus: An die Freunde)
„Daran erkenn ich meine Pappenheimer“
(Aus: Wallensteins Tod)
„Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr
kann gehen.“
(Aus: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua)
„Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“
(Aus: Wilhelm Tell)
„Früh übt sich, was ein Meister werden will“
(Aus: Wilhelm Tell)
„Ich hab' hier bloß ein Amt und keine Meinung“
(Aus: Wallensteins Tod)
„Ich sei, gewährt mir die Bitte,
in eurem Bunde der Dritte“
(Aus: Die Bürgschaft)
„Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens“
(Aus: Die Jungfrau von Orléans)
„Seid umschlungen, Millionen!“
(Aus: Ode an die Freude)
„Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren.“
(Aus: Maria Stuart)
„Was tun? spricht Zeus“
(Aus: Die Teilung der Erde)
„Wie kommt mir solcher Glanz in meine Hütte?“
(Aus: Die Jungfrau von Orléans)
„Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
da kann sich kein Gebild gestalten“
(Aus: Das Lied von der Glocke)
9
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 10
Ein Buch zu schreiben, zu
gestalten, zu drucken und
buchbinderisch zu verarbeiten, sind vier verschiedene
Künste. Nur wenn jede dieser
Künste ihre ganze Kompetenz und Leidenschaft entfaltet, hält der Leser ein vollendetes Buch in der Hand. Er
kann eintauchen in Geschichte und Geschichten,
das schöne Papier des Buches
fühlen, aber auch innehalten
und mit einem Lesebändchen das Lesevergnügen auf
einen späteren Zeitpunkt verschieben. Wie viele Stunden
der Recherche, des Schreibens und Gestaltens des Buches zu zählen sind, ist genauso erstaunlich wie die
Anzahl der Hände, durch die
ein Buch in der Herstellung
gehen muss, bevor es zum
Vergnügen des Lesers vor
ihm liegt.
Start im Computer
Geschrieben, korrigiert und
gestaltet wurde das SchillerGarten-Buch am Computer.
Über 150 Bilder aus dem um-
10
fangreichen Archiv wurden
Kapitel für Kapitel zum Text
hinzugefügt und zu Buchseiten gestaltet. Besonders die
zahlreichen Fotomontagen,
die historische Bilder mit heutigen Fotografien aus dem
SchillerGarten verbinden, waren sehr aufwendig. Nicht zu
vergessen an dieser Stelle
sind Lektorat und Korrektorat. Der Lektor prüft inhaltliche Zusammenhänge im
Text, Jahreszahlen und stilistische Formen, während der
Korrektor auf die Rechtschreibung achtet – kein einfaches Unterfangen bei den
vielen Reformen der letzten
Zeit.
Vom Computer aufs
Papier
Die Druckerei Thieme in
Meißen erhielt das fertig gestaltete Buch nach der Einarbeitung aller Korrekturen
auf elektronischem Weg über
eine Datenleitung. Dieser
„Transport“ dauerte etwa
vier Stunden. Eine Druckerei
druckt auf große Druck-
Fotos: Dörte Gerlach
Wie das SchillerGartenBuch entstand
Druckbögen auf Paletten
bögen, weswegen die Buchseiten nach einem ausgeklügelten System in der Druckerei zunächst so angeordnet
werden müssen, dass sie nach
Falzen und Beschneiden der
Druckbögen die richtige
Seitenreihenfolge im Buch
ergeben. Dieser Vorgang wird
„ausschießen“ genannt. Für
die 128 Buchseiten des
SchillerGarten-Buches wurden insgesamt 31.250 Bogen
Papier bedruckt, was etwa
2.270 Kilogramm Papier
sind. Immer wieder prüften
die Drucker mit speziellen
Messgeräten die Qualität des
Druckes, achteten genau auf
die Farbhaltung. Knapp 20
Stunden dauerte es, bis alle
Seiten und der Umschlag des
Buches fertig gedruckt waren
und auf den Paletten trocknen konnten.
Sonderbehandlung für
den Buchumschlag
Bevor der Buchumschlag in
der Buchbinderei auf Pappen
aufgezogen werden konnte,
die dann das „Hardcover“
sind, musste er noch eine
Reise nach Leipzig antreten.
Dort wurde er in einer Veredelungsfirma mit einer nur
13 Mikrometer dünnen Folie
kaschiert, die für sein mattes
Aussehen verantwortlich ist
und Schutz bietet.
Schließlich kamen alle Bucheinzelteile in der Buchbinderei zu Altenburg zusammen,
einer historischen Buchbinderei und Druckerei, in der
schon Luther-Schriften gedruckt und gebunden wurden.
Da waren die gefalzten Druckbögen aus Meißen angeliefert
worden, aus Leipzig reiste das
kaschierte Umschlagpapier an,
hinzu kamen die Pappen für
den Umschlag, das Lesebändchen und das so genannte
„Kapitalband“, das man sehen
kann, wenn man das Buch
von oben oder unten am Buchrücken betrachtet. Nun musste aus den Einzelteilen „nur“
noch ein Buch werden.
3.000 gedruckte Buchumschläge
Die „Hochzeit“
Das Faszinierende an einer
Buchbinderei ist die vermeintliche Diskrepanz zwischen
den „groben“ Maschinen und
den filigranen Schönheiten,
die am Ende eines vielteiligen
Produktionsprozesses eingeschweißt in Folie auf dem
Tisch liegen. Buchumschlag
und Buchinhalt („Buchblock“)
gehen in der Buchbinderei
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 11
auf die Pappen auf, die die
beiden Buchdeckel bilden,
fügten den „Schrenz“, den
Buchrücken, und einen Fälzelstreifen ein. Nun waren
Buchdeckel und Buchblock
zu einem Ganzen zu „verheiraten“ und das Lesebändchen einzubringen. Bevor das
fertige Buch zum Abschluss
in eine schützende Folie eingeschweißt wurde, hatte es
insgesamt zehn MaschinenAutorin Daniella Fischer (re.) mit Sonja Mühlhans (2.v.re.), Druckerei Thieme,
in der Buchbinderei in Altenburg
stationen passiert und war
zunächst getrennte Wege. Die rückenbereich die Fäden durch viele Hände gegangen.
delfi
einzelnen gefalteten Bögen sehen. Allein für die Fadenmüssen richtig zusammen- heftung der ganzen Auflage
getragen und miteinander ver- des Buches waren etwa zehn
bunden werden. Das Schiller- Stunden Maschinenarbeit
Garten-Buch erhielt eine hoch- notwendig.
wertige „Fadenheftung“, bei Während der Buchblock geder die gefalzten Druckbö- heftet wurde, kümmerten sich
gen sozusagen miteinander andere Buchbinder um den
„vernäht“ wurden. Wenn Buchumschlag. Sie zogen den
man das Buch vorsichtig auf- kaschierten Umschlagdruck
schlägt, kann man im Buch- mit einer speziellen Maschine
uch
euSechilB
lerGarten
Daälstlicnh im
del
erh
oder im B
uchhan
Daniella Fischer
„Mein Schillergarten. Dresden-Blasewitz
und sein historisches Gasthaus“
ISBN: 978-3-00-021998-6, 24,90 Euro
Aus dem Inhalt
Schiller in Blasewitz, sein Leben bei Körner und die Geschichte der Gustel von
Blasewitz
Über das Haus und den Garten, An- und
Umbauten und das alte Kino
Von Wirten und Besitzern, von Matthäi
bis Frank Baumgürtel
Darben und Schlemmen, sächsische
Küche und die Ideen der Wirte
Feiern und Tanzen, Musiker und Kapellen, Schillerfeiern und Dixieland
Der Schillergarten heute, das Haus und
seine Besitzer
Fadengeheftete Buchblöcke
11
08.02.2008
09:08
Seite 12
Der Kunstsammler
Adolf Rothermundt
Mit 50 Jahren und einem beträchtlichen Vermögen jenseits
beruflicher Zwänge den eigenen Interessen nachgehen –
ein lebenswertes Ziel, heute
wie auch schon in früheren
Zeiten. Adolf Rothermundt,
Sohn eines Industriellen und
langjähriger Leiter des Handelshauses A.W. Rothermundt in
St. Petersburg in Russland,
hatte es Ende des 19. Jahrhunderts erreicht.
20 Jahre war Adolf Rothermundt im 1928 gegründeten
Familienunternehmen in leitenden Positionen. Er machte
sein Vermögen mit dem Han-
Adolf Rothermundt
del überseeischer Tabake,
später außerdem mit dem Imund Export verschiedenster
Waren. Während Rothermundts Tätigkeit in Russland
stieg das Unternehmen in die
hochprofitable Zuckerindustrie in Südrussland ein, die
immense Einnahmen garantierte. Trotzdem Rothermundt
kein gebürtiger Dresdner
war, ließ er sich hier nieder,
wo seit 1858 seine Eltern lebten. Laut der „Familienchronik Rothermundt“ waren
weitere Gründe für die Rückkehr aus Russland das Klima
in St. Petersburg, der Wunsch
nach Bewahrung der deutschen Identität und die drohende Gefahr einer vom Staat
geförderten Russifizierung
12
aller deutschstämmigen Bürger. Das „Jahrbuch der Millionäre im Königreich Sachsen
aus dem Jahr 1912“ schreibt
Rothermundt ein Vermögen
von 1,3 Millionen Mark zu.
Einzug in Blasewitz
Als er 1897 in die eigens für
ihn gebaute luxuriöse Villa
in der heutigen Mendelssohnalle in Blasewitz einzog, lagen 20 glückliche Jahre vor
ihm. Jahre, in denen er sich
seiner von russischen Traditionen geprägten Großfamilie
mit acht Kindern und vor
allem seiner Kunstsammlung
widmen würde. Im Alter
jedoch, mit über 70 Jahren,
musste Rothermundt ertragen, wie sein Vermögen wieder zerrann. Die politischen
Ereignisse 1917 in Russland,
die Zerstörung des Rothermundtschen Handelshauses
1919 durch die Bolschewiki,
der Verlust von Grundbesitz
und anderer Vermögenswerte
sowie die gnadenlose Inflation in Deutschland 1923 mit
beispielloser Geldentwertung
waren immense Belastungen.
Rothermundt konnte sie nur
durch den schrittweisen Verkauf seiner wertvollen Kunstsammlung wenigstens teilweise mindern. Bitter für ihn,
aber auch bitter für die
Sammlung, die in alle Welt
verstreut wurde. Nur ein Bruchteil blieb in der Gemäldegalerie in Dresden.
Wann Adolf Rothermundt
seine Sammlertätigkeit begann, ist nicht genau bekannt, wahrscheinlich interessierte er sich schon in Russland für Kunst und Malerei.
Doch erst nach dem Bezug
seiner Blasewitzer Villa begann
er mit intensiven Bemühungen, die Sammlung auszu-
bauen und nahm Kontakte
zu Kunsthändlern und Künstlern auf. Einem Ausstellungskatalog des „Sächsischen
Kunstvereins“ über eine „Ausstellung moderner Kunstwerke
aus Privatbesitz“ von 1907 ist
zu entnehmen, dass Bilder von
Gustave Courbet, Vincent van
Gogh und französische Impressionisten den Kern seiner anfänglichen Sammelleidenschaft bildeten. Gleichzeitig lag der konzeptionelle
Schwerpunkt auf Werken
deutscher Impressionisten, in
deren Mittelpunkt Bilder von
Max Liebermann standen.
Bis 1917 erwarb Rothermundt
28 Gemälde Liebermanns
und besaß damit neben der
Hamburger Kunsthalle die
sikszene genoss, veranstaltete
hier Kammerkonzerte und
hatte in der Halle im Erdgeschoss eigens dafür sogar
eine Orgel einbauen lassen.
Vielfältige Sammlung
Der Besitz von Bildern weiterer
Künstler wie Adolph Menzel,
Fritz von Uhde, Robert Sterl
oder Oskar Zwintscher lässt
erkennen, dass Adolf Rothermundt offenbar nach ausgeprägtem persönlichem Geschmack sammelte und weniger nach kunsthistorisch definierten Gruppen. Neben seinen privaten Kunstaktivitäten war er Mitglied im Kunstund im Dresdner Museumsverein sowie im Verein der
Dresdner Galeriefreunde, überFotos und Quelle: Ausstellungskatalog „Von Monet bis Mondrian“
ausgabe_01_2008.qxd
Galerie in Rothermundts Villa mit Werken von Max Liebermann, um 1911
wohl umfassendste Liebermann-Sammlung. Insgesamt
konnten bislang 94 Gemälde
und Ölstudien als Rothermundts Besitz nachgewiesen
werden. So besaß der Kunstsammler Werke französischer
Impressionisten, vier Bilder von
Cézannes, ein Pastell von Degas,
zwei Werke von Daumier,
Manets „Dame in Rosa“ und
Renoirs „Portrait de la Comtesse de Pourtalès“. Im Erdgeschoss der Villa hatte das
lebensgroße Bild Max Slevogts
„Bildnis der Tänzerin Marietta
di Rigardo“ im „Musikzimmer“ seinen Platz gefunden.
Rothermundt, der aktiv am
Dresdner Kulturleben teilnahm und die Dresdner Mu-
nahm allerdings keine führenden Ämter in diesen Organisationen.
Die Nachkommen Rothermundts, der im Jahre 1930
84-jährig verstorben war,
konnten die Villa mit ihren
hochwertigen Kunsttischlerarbeiten, den beeindruckenden Deckengemälden und dem
wunderschönen Park nicht
halten. Seit 1937 ist sie in
städtischer Hand, seit 1947
Heimat für hochbegabte Musikschüler. Und die werden im
Frühjahr nach der denkmalgerechten Sanierung des Hauses auch wieder einziehen und
Kunstsinn, Kultur und Geist
in diesem Hause weitertragen.
Daniella Fischer
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 13
Villa Rothermundt
Wer heute zu Vermögen gekommen ist und dieses in einer modernen High-Tech-Villa
anlegen möchte, tut dies gerne in einem schlichten, unauffälligen Stil. Am besten
im Verborgenen, weit ab und
geschützt vor den neugierigen Blicken Fremder.
Vor über 100 Jahren sah dies
in Dresden noch ganz anders
aus. Wer Erfolg hatte, wollte
dies auch zeigen, möglichst
mit einer schlossartigen Villa.
So auch Adolf Rothermundt,
der sich 1897 an der ehemaligen Deutsche-Kaiser-Allee 5,
der heutigen MendelssohnAllee, seinen Altersruhesitz
errichten ließ.
Als Architekt kam für ein solches Bauwerk zu dieser Zeit
und an diesem Ort eigentlich
nur Karl Emil Scherz infrage. Dieser war nicht nur der
angesagteste Baumeister von
Blasewitz, er war außerdem als
Schüler von Constantin Lipsius
an der Dresdner Kunstakademie ein Anhänger des Historismus, einer Stilrichtung
welche sich durch ihre reiche
und repräsentative Formensprache für eine Villa wie diese geradezu aufdrängte. Dass
Scherz zudem die Bauausführung seiner Projekte stets
persönlich überwachte, bedeutete für den Bauherrn
einen großen Vorteil im Bezug auf Qualität und Baufortschritt. Auch war die
Wahl des Architekten in den
Gemeinderat von Blasewitz
1897 dem Vorhaben sicherlich nicht abträglich.
Wie die Villa heute noch sehr
eindrucksvoll zeigt, konnte
Scherz aus dem Vollen schöpfen. Die Baukosten betrugen
damals 500.000 Reichsmark.
Zum Vergleich: Der Blasewitzer Gemeindevorstand Paulus
Foto: Dörte Gerlach
Ein Schloss für 500.000 Reichsmark
Rothermundt Villa während der Sanierung im Januar 2008
verdiente 4.000 und ein Hausmädchen gerade einmal 180
Reichsmark. Im Jahr, versteht sich.
Diese nicht nur damals immense Summe machte die
Villa Rothermundt zu einer
der teuersten in ganz Blasewitz, was sich am Gebäude
sehr gut ablesen lässt.
geschwungene Freitreppe gut
begeh- und durch große Fenster im Erdgeschoss des Gebäudes erlebbar gemacht. Die
reichen Formen der Fassade
setzen sich im Inneren erwartungsgemäß fort. Die nahezu
im Originalzustand erhaltene
Innenausstattung beeindruckt
mit reichhaltigen Holzschnitzereien, Wandvertäfelungen aus
Sandstein-Villa
Wurzelholz, Kunstschmiedearmit Garten
beiten und üppigen StuckdeDer zweigeschossige Bau mit korationen. In der Formenseinen rundbogigen Fenstern sprache und Ornamentierung
wurde aus sächsischem Sandstein errichtet. Zum Schmuck
umlaufen Reliefs mit Weinmotiven Teile des Hauses,
eine Sonnenuhr am Giebel
richtet sich zum parkähnlichen Garten hin, der natürlich ein solches Villenensemble erst komplettierte.
Gestaltet wurde dieser vom
königlichen Gartenbaudirektor Max Bertram, welcher
auch für den Waldpark in
Blasewitz und den BienertPark in Dresden-Plauen verantwortlich zeichnete.
Damit der Garten seiner Stellung auch gerecht werden
konnte, wurde er durch eine
schimmert bereits der aufkommende Jugendstil durch.
Möglicherweise sind hier
schon einige Einflüsse der
Scherz'schen Paris-Reise im
Jahr 1896 zu erkennen, welche sich besonders in seinen
späteren Kirchenbauten niederschlug.
Dass die Villa auch sonst kein
rückwärtsgewandter Bau war,
zeigen ihre „verborgenen“
Eigenschaften. Neben der
komfortablen Ausstattung,
auf die Rothermundt großen
Wert legte, verfügte das Gebäude schon zur damaligen
Zeit über eine moderne Warmwasserheizung und eine eigene elektrische Beleuchtungsanlage.
Zur Zeit wird das Ensemble
für 5,9 Millionen Euro denkmalgerecht umgebaut, der
Garten nach altem Vorbild
wiederhergestellt und das
Ganze um einen Internatsneubau außerhalb des Geländes ergänzt. So ist die
Villa für die nächsten 100
Jahre sicher gut für ihre
Aufgabe als Musikgymnasium gewappnet.
Charles M. Bugnowski
13
09:08
Seite 14
Anna Amalia
Im Herbst vergangenen Jahres wurde die bei einem Brand
2004 schwer zerstörte Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar wiedereröffnet. Schon Schiller lieh sich
dort Bücher aus, um seine
Werke mit historischen Tatsachen zu untersetzen, sich
über die Geschichte zu informieren und anregen zu lassen. Doch wer war die Herzogin Anna Amalia, die Geistesgrößen wie Schiller und
Goethe, Wieland und Herder
nach Weimar zog?
erzog der Dichter Christoph
Martin Wieland, der später
weitere Dichter und Philosophen anzog. Als sie nach
17-jähriger Regierungszeit die
Geschäfte an den nun volljährigen Sohn übergibt, übernimmt dieser ein relativ
schuldenfreies und gut strukturiertes Herzogtum.
kamen, machten mir einen
solchen Tumult in meiner
Seele, dass ich nicht zu mir
selber kommen konnte. Ein
Zusammenfluss von Ideen, von
Gefühlen, die alle unentwickelt
waren, kein Freund, dem ich
mich aufschließen konnte. Ich
fühlte meine Untüchtigkeit,
und dennoch musste ich alles Förderung der Künste
in mir selber finden.“
Trotz der schwierigen finanUnd sie fand alles in sich ziellen Lage des Staates förselbst: „Alles mit eigenen derte Anna Amalia Künste
Augen zu sehen, Ohren zu und Wissenschaften. Sie selbst
hören und einem jeden auf- spielte vier Instrumente, zeichmerksames Gehör geben“, nete und übersetzte aus mehwar ihre Maxime. Sie ver- reren Sprachen. Ab dem Jahr
„Erhabenes verehrend,
suchte, das vom Siebenjäh- 1761 ließ sie das „Grüne
Schönes genießend, Gutes rigen Krieg schwer in Mitlei- Schlösschen“ in Weimar zum
wirkend“
denschaft gezogene Herzog- Bibliotheksgebäude umbauSie war 16, als sie verheiratet tum wirtschaftlich zu stabili- en, in das 1766 die Bibliowurde. Mit 18 hatte sie zwei
Kinder und war Witwe, was
sie Zeit ihres Lebens blieb.
Und mit dem Tod ihres Mannes war sie, fast selbst noch
ein Kind und nicht mündig,
Regentin des Herzogtums
Sachsen-Weimar-Eisenach als
Obervormund ihres einjährigen Sohnes Carl August, des
späteren Herzogs. Anna Amalia
hatte im vergangenen Jahr ihren 200. Todestag. Die Stadt
Weimar feierte dies mit dem
„Anna Amalia Jahr 2007“ so- Abendgesellschaft bei Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach,
wie einer umfangreichen Aus- um 1795
stellung und krönte es mit der sieren, frühere Misswirtschaften thek aus dem Schloss einzog.
Wiedereröffnung bei dem zu kompensieren und Wei- Carl August wird später
verheerenden Brand schwer mar einen städtischen Cha- Goethe als Direktor der Bibgeschädigten Bibliothek (Potz rakter zu geben. Sie ließ liothek einsetzen, der auch
Blitz 04/07 berichtete).
Straßenlaternen aufstellen gleichzeitig der eifrigste Leser
und Scheunen in der Stadt wird, wie die Ausleihscheine
Mit eigenen Augen sehen
abreißen, suchte mit einer bezeugen. Goethe und sein
Die junge Mutter, die 18-jäh- Freischule die Lebensum- Ministerkollege Christian Gottrig Regierungsgeschäfte über- stände ärmerer Menschen zu lob Voigt erlassen am 26. Febnimmt, schreibt 1772 in ihrer bessern und eröffnete eine ruar 1798 die „Vorschrifft,
Autobiografie: „In meinem Hebammenschule, um die nach welcher man sich bey
18. Jahr fing die größte Mütter- und Kindersterblich- hießiger Fürstl. Bibliothek,
Epoche meines Lebens an. keit zu senken. Der Ausbil- wenn Bücher ausgeliehen werIch wurde zum zweiten Mal dung ihrer Söhne maß sie den, zu richten hat“. Da wurMutter, wurde Witwe, wurde neben den Regierungsge- den die Öffnungszeiten der
Vormundschaftsregentin. Die schäften immer höchste Prio- Leihstelle und die Leihfrist
schnellen Veränderungen, rität bei. Den 15-jährigen festgelegt, aber auch die Zuwelche Schlag auf Schlag Carl August unterrichtete und lassung „junger Leute“.
14
Foto: Wikipedia
08.02.2008
Anna Amalia
Klassik Stiftung Weimar; Museen (Kat. 26.01); Foto Olaf Mokansky
ausgabe_01_2008.qxd
Nach Übernahme der Regentschaft durch ihren Sohn bleibt
Anna Amalia selbst mehr Zeit
für die schönen Künste und interessante Menschen. Die aufgeschlossene Dame schart in
Weimar zur „Mittwochstafel“
Goethe, Wieland und Herder,
später auch Schiller sowie
weitere Künstler und Gelehrte
um sich und versammelt im
Sommersitz auf Schloss Tiefurt
gesellige Runden, die später
als der „Weimarer Musenhof“
in die Geschichte eingingen.
Gemeinsam mit Goethe gründete Anna Amalia das Weimarer Liebhabertheater und ging,
um endlich einmal „sich
selbst zu gehören“, 1788 für
zwei Jahre auf Italienreise.
Wenige Monate nach der
Schlacht von Jena und Auerstedt im April 1807 verstarb
Anna Amalia, deren letzte Lebensjahre durch die Auswirkungen der napoleonischen
Kriege überschattet waren.
Auf eigenen Wunsch wurde
sie in der Stadtkirche beigesetzt. Die Lebensleistung dieser
ungewöhnlichen Frau, die die
Grundlagen für die Herausbildung Weimars als geistiges
und kulturelles Zentrum bildeten, würdigt Goethe mit
seiner Grabinschrift: „Erhabenes verehrend, Schönes
genießend, Gutes wirkend“.
Daniella Fischer
08.02.2008
09:08
Glanzvolle
Bibliothek
Momentaufnahmen nach dem
Brand, leere Räume, verbrannte Regale – ein verletztes Gebäude, mancher Schätze für immer beraubt. Dennoch kein hoffnungsloser Fall,
wie weitere Fotos zeigen. Leere Stühle vor einer Lesung in
der Baustelle, Entlüftungsrohre, Zeichnungen für ein
geändertes Nutzungskonzept,
der rekonstruierte Rokokosaal. Neben vielen großformatigen Abbildungen sind es
vor allem die Essays und Dokumentationen, die das Buch so
wertvoll machen: die „Kleine
Bibliotheksgeschichte“ von
Direktor Michael Knoche, die
„Baugeschichte vom Herzogschloss des 16. Jahrhunderts
zur Großherzoglichen Bibliothek 1849“ oder die umfangreiche Beschreibung der
Gebäudesanierung nach dem
Brand. Das Autorenteam,
das im Auftrag der Klassik
Stiftung Weimar diesen Band
zur Wiedereröffnung der
Herzogin Anna Amalia Bibliothek im Oktober 2007
verfasste, liefert dem Leser
sowohl faktische, technische
Dokumentationen als auch
kulturhistorisch und emotional wertvolle Artikel – eine
faszinierende Mischung.
184 Seiten, 240 Abb., 22x30 cm
ISBN 978-3-87527-114-0, 39,90 Euro
Seite 15
Literat auf Reisen
Autor Robert Schneider
Der Österreicher Robert
Schneider ist vor allem durch
seinen ersten Roman „Schlafes
Bruder“ bekannt, der auch
in einer eindrucksvollen Interpretation von Joseph Vilsmaier
verfilmt wurde. Kennengelernt habe ich ihn als Leserin
und seit diesem Buch als Verehrerin seiner Literatur vor
ungefähr 15 Jahren. Damals
noch Lehrling einer kleinen
Buchhandlung in Rostock,
zogen mich seine Sprache,
seine Bilder und die sinnliche Darstellung von Musik
ganz in seinen Bann. Nun
weiß man, dass der Erfolg des
Erstlingswerkes eines Autoren,
ein weltweiter zumal, diesem
nicht selten zu Kopf steigt.
Kurzum: Schneider wurde
für seine nächsten Bücher
eine vom Feuilleton hämisch
rezensierte Diva. Zehn Jahre
sind vergangen, seitdem
Robert Schneider zu seiner
ersten Lesung in Dresden
war. Damals als ein schwerst
angeschlagener Wirrkopf, der
die Welt um sich herum nicht
mehr verstand. Dennoch, die
Leser blieben ihm die Treuesten und nun hat er diese
belohnt!
„Die Offenbarung“
Ein neues Buch mit einem
gänzlich neuen Ton stellte er
im November in der Hauptbibliothek der Städtischen
Bibliotheken Dresden vor:
„Die Offenbarung“, erschienen im Aufbau-Verlag. Gleich
nachdem ich es gelesen
hatte, wusste ich, dass uns
diesmal ein gereifter und gefestigter Autor erwarten wird.
Das Grundthema auch diesmal die Musik von Johann
Sebastian Bach, die Handlung verlagert nach Thüringen in die Wirren der Wende-
zeit. Ein kluger und zugleich
gefährlicher Schachzug, der
ihn als Nicht-Ostdeutschen
angreifbar macht. Aber wie
er es vermag, die Situation
dieser Zeit, die Ängste und
Besorgnisse zu beschreiben,
ist liebevoll und zugleich auf
das Trefflichste recherchiert.
Wie amüsant und auch bitter
kommt Jakob Kemper als
der frustrierte Organist von
St. Wenzel in Naumburg daher – und wie viel gibt
Schneider ihm seine Sprache,
sein Erzählen um die eigenen Erfahrungen. Mit Freude habe ich diesem so eloquent und fabulierenden
Vorleser zugehört, der die
Meisterschaft von Ironie auf
das Glänzende versteht. Nun
haben sich auch die privaten
Verhältnisse dahingehend verändert, dass Robert Schneider
mit seiner angenehmen Frau
auf Reise war, die ihn, ohne
zuviel zu verraten, als glühende Verehrerin auf einer
Lesung kennengelernt hat.
Und die mit ihrem scharfzüngigen Witz so manchen überzähligen Satz aus dem Manuskript rausstrich, versehen
mit einem rotgeschriebenen
„Raus!“. Eine vergnügliche
Fotos: Dörte Gerlach
ausgabe_01_2008.qxd
Der Autor als pointierter Erzähler
Runde war es im SchillerGarten, wo wir als Gäste
auch zu mitternächtlicher
Stunde noch aufs Beste versorgt wurden und die sächsische Küche vor allem vollmundiges Lob erhielt. Und
einstimmig stellten wir fest,
dass der Humor der Österreicher und der Sachsen ein
ganz verwandter ist. „Dresden, ich komme wieder!“ –
Robert Schneider, wir warten
auf Dich!
Susanne Dagen
Robert Schneider im Gespräch mit dem Dresdner Schriftstellerkollegen
Michael G. Fritz
15
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 16
Das Gedächtnis der Stadt
Fotos: Dörte Gerlach
Zu Gast im Stadtarchiv Dresden
Archivdirektor Thomas Kübler
Im hellen Lesesaal herrscht
konzentrierte Ruhe. Fast alle
Arbeitsplätze sind belegt, mitunter durchbricht das Klappern einer Laptop-Tastatur
die Stille. So manche alte
Akte bringt mit ihrem typischen Geruch den „Hauch
der Geschichte“ mit in den
Lesesaal. „Einen Archivar
können Sie blind in sein
Archiv schicken. Er wird am
Geruch erkennen, bei welchem Archivgut er sich befindet“, beschreibt Archivdirektor Thomas Kübler seinen
Beruf. Das Klischee vom zerknitterten, sonnenlicht-entwöhnten und schweigsamen
Archivar, der jeden beargwöhnt, dem er ein Archivgut
zur Ansicht vorlegen muss,
erfüllt er so ganz und gar
nicht. Keine Falte im schicken Anzug, mit akkurat sitzender Fliege, höchstlebendig
und mitteilsam erklärt er
schmunzelnd: „Dieser Typ
Archivar ist eine aussterbende Spezies. Wir Archivare
sind heute moderne Menschen, bedienen uns elektronischer Hilfsmittel und zeitgemäßer Archivsysteme.“ Seinem Engagement, seiner leb16
haften Kommunikation und
vielfältigen Präsenz ist es zu
verdanken, dass das Stadtarchiv als benutzbares Stadtgedächtnis in der Öffentlichkeit
wahrgenommen wird. Und
sein Anzug bleibt nicht deswegen so sauber, weil der Chef
nie ins Magazin geht, sondern weil es da nicht staubig
ist – vielmehr hell, sauber,
klimatisiert. Noch ein Klischee,
von dem wir uns verabschieden.
Das Stadtarchiv
Als studierter Historiker und
Archivwissenschaftler
ist
Thomas Kübler seit 1994 der
Herr über Dresdens Gedächtnis. Mittlerweile 19 Kilometer
Originaler Riss von George Bähr
Akten, Pläne und Risse,
15.000 Karten, über 4.000
Urkunden, Patientenakten ehemaliger Polikliniken sowie
Schul- und Klassenbücher
lagern auf über 6.000 Quadratmetern in der alten
Heeresbäckerei. Jeder, der
ein berechtigtes Interesse an
diesem Archivgut glaubhaft
macht, darf das Archiv nutzen. Mit keinem Geschichtsbuch, keiner Internetseite,
keinem Lexikon kann man
authentischeren Zugang zur
Vergangenheit finden als mit
Zeitdokumenten. Oftmals entwickelt sich lebendige Geschichte, erschließen sich Zeitbilder, Biografien oder werden aus Legenden plötzlich
historisch belegbare Tatsachen.
Gänsehaut-Momente sind garantiert, wenn nach langem
Suchen eine Entdeckung gemacht wird wie zum Beispiel
beim neuen SchillerGartenBuch. Die Akten des Geistlichen Brückenamts von 1764
gaben schließlich den Kaufkontrakt der Mutter der
„Gustel von Blasewitz“,
Johanna Dorothea Segedin,
preis, die das Gebäude des
heutigen SchillerGartens erwarb. Langes Suchen bedeutet jedoch nicht Unordnung
im Stadtarchiv. Vielmehr ist
es Ausdruck der Nichtgenormtheit des Verwaltungswesens
seit vielen hundert Jahren.
Wer wo in welchen Akten
Ablassbrief für Gläubige der
Kreuzkirche aus dem Jahre 1319
etwas aufbewahrt hat, ist oft
nicht klar. „Kein Findmittel
ist so gut wie ein guter Archivar, der Mensch im Archiv ist
durch nichts zu ersetzen“, fasst
Thomas Kübler zusammen.
Papier ist Pflicht
Wie gut es ist, dass Menschen
nicht alles wegwerfen, zeigte
sich unter anderem beim
Bau der Frauenkirche. Anhand eines im Stadtarchiv
bewahrten originalen Risses
von George Bähr konnten
Statiker an den Geheimnissen des alten Baumeisters
partizipieren. Alte Baurechnungen gaben Aufschluss darüber, welche Baustoffe verwendet und von wo sie bezogen wurden. Papier ist im
Übrigen noch heute Pflicht
für die Aufbewahrung, trotz
allen Fortschritts mit neuen
Medien. „Papier hat eine tausendjährige Geschichte“, erläutert Thomas Kübler und
öffnet eine Schublade mit seinem Lieblingsstück, dem „Ablassbrief für Gläubige der
Kreuzkirche aus dem Jahre
1319“. „Elektronisches Speichern ist eine der großen
Herausforderungen für Archive. Schon heute sind Datenspeicherungen aus den 1970er
Jahren mitunter nicht mehr
lesbar, ein Alptraum.“ Systematisch wird im Stadtarchiv
Archivgut verfilmt und erschlossen. Als das zweitgrößte Stadtarchiv Deutschlands
hat es mit etwa 70 Prozent
einen der höchsten Erschließungsgrade. Jährlich kommt
etwa ein halber Kilometer
Archivgut hinzu, dennoch
muss Thomas Kübler mit
geteilter Seele leben: Als Historiker möchte er am liebsten alles aufheben, als Archivar weiß er, dass er dies nicht
kann – auch dann nicht, wenn
das Stadtarchiv seinen geplanten Erweiterungsbau
erhält.
Daniella Fischer
08.02.2008
09:08
Seite 17
Nachbarn am Schillerplatz
Geschenke Arnold
Es ist früher Nachmittag, der
Verkehr am Schillerplatz hält
sich noch in Grenzen. Gabriele
Arnold ist gerade dabei, ihr
Schaufenster von der Weihnachts- auf die Winterdekoration umzugestalten. Auch
hierbei ist sie kreativ: Aus
Weihnachtssternen werden
Schneekristalle, mit anderen
Materialien zaubert sie den
fehlenden Winter in ihr Fenster. Hin und wieder bleiben
Leute stehen, winken durch
die Scheibe, grüßen. Gabriele
Arnold ist bekannt am Schillerplatz, „alteingesessen“ wäre
ein klein wenig übertrieben –
aber die elf Jahre, die sie ihr
Geschäft hier am Platz als
Alleinkämpferin führt, sind
schließlich kein Pappenstiel.
Seit 20 Jahren ist sie schon
selbstständig, was bedeutet,
dass sie dies schon zu einer
Zeit war, in der Privatwirtschaft nicht die Regel war
und der, der sie betrieb, durchaus kein einfaches Leben
hatte. Begonnen hat die geborene Blasewitzerin am Pohlandplatz mit einem kleinen
Geschäft, zog dann auf die
Tolkewitzer Straße und 2004
schließlich in ihren jetzigen
Laden – der wirklich günstigen Mietbedingungen wegen,
wie sie sagt. Sie liebt das
Leben am Schillerplatz und
auch wenn es im Handel mit
vielen Auf und Ab’s zu kämpfen gilt, fallen ihr Optimismus und ihre positive
Ausstrahlung sofort ins Auge.
„Am Schillerplatz haben wir
sehr individuelle Kundschaft“,
erzählt sie, „der Verkauf läuft
sehr personenbezogen und
wir haben ein überaus treues
Stammpublikum.“ Sie hat
Geschenkartikel im Angebot,
aber vor allem Edel-Erzgebirge
wie Wendt&Kühn und Kunstpostkarten, die viele Leute als
eine willkommene Alternative
zur Massenware im Supermarkt sehen. Mit klarer
Philosophie für ihren kleinen Laden erweiterte sie ihr
Angebot um selbst kreierten
Schmuck. Dafür kauft sie
geeignetes Material ein, lässt
sich von den verschiedensten
Dingen inspirieren und bietet so völlig individuellen
Schmuck aus echten Steinen,
Perlen und Sterlingsilber zum
Verkauf – echt einzigartige Geschenke. Die sind im Übrigen
nicht mehr nur am Schillerplatz zu haben, sondern auch
im Maritim Hotel und demnächst im Hotelshop des Hotel
Bellevue.
Gabriele Arnold glaubt an
den Aufwind am Schillerplatz.
„Natürlich ist der SchillerGarten ein Zugpferd, doch es
gibt auch viele Händler, die
sich mit großem Engagement
bemühen, etwas zu bewegen“,
erläutert sie. Sie hat Hochachtung vor denen, die etwas
auf die Beine stellen und zollt
Fotos: Dörte Gerlach
ausgabe_01_2008.qxd
Gabriele Arnold
dem Verein Brückenschlag
ihr Lob, in den sie große
Hoffnung hat und weswegen
sie auch Mitglied geworden
ist. „Früher haben die Privatgeschäfte gerade hier doch
auch zusammengehalten“, erinnert sie an legendäre Zeiten auf dem Schillerplatz.
Auf dem ist der Verkehr inzwischen stärker geworden –
und eine Kundin bringt einen
hoffnungslos scheinenden
Schmuck-Notfall: die Lieblingskette, kaputt. Doch auch
Schmuckreparatur ist ein Fall
für Gabriele Arnold – und
das weiß die Kundschaft zu
schätzen.
Daniella Fischer
17
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 18
Mars regiert die Stunde
Der Faszination eines klaren
Nachthimmels, an dem tausende Sterne funkeln und die
eigene Winzigkeit im großen
Kosmos erahnen lassen, kann
sich kaum jemand entziehen.
Freilich beschränkt sich bei
vielen die Kenntnis der Sternbilder auf nur wenige wie
den „Großen Wagen“ oder
den „Orion“, doch schon
Goethe dichtete: „Die Sterne,
die begehrt man nicht, man
freut sich ihrer Pracht“.
Umfangreiche
Rekonstruktion
Seit Ende vergangenen Jahres ist nun die Von Ardenne
Sternwarte auf der Plattleite
wieder für Besucher zugänglich. Nach fast zehnjähriger
Schließungszeit und einer umfangreichen Rekonstruktion
lädt sie wieder regelmäßig zur
Himmelsbeobachtung ein. Etwa 100.000 Euro investierte
die VON ARDENNE Anlagentechnik in das Gebäude
und den alten Zeiss-Refraktor, von dem zwischen 1906
und 1911 nur insgesamt sechs
Stück gebaut wurden. Die
Ganggenauigkeit des mechanischen Stundenlaufwerks,
mit dem das Fernrohr die
Bewegung der Erde kompensierte, um das eingestellte
Himmelsobjekt immer im
Fokus zu halten, war schon
1956 exzellent. In jenem Jahr
ließ Manfred von Ardenne
das Fernrohr in der von ihm
errichteten Sternwarte auf
der Plattleite aufstellen. Unzählige Dresdner und vor
allem viele Schüler blickten
seither unter fachkundiger
Anleitung durch dieses Fernrohr und erlebten die faszinierende Welt der Astronomie.
Nunmehr hat der Refraktor
eine zeitgemäße elektronische Schrittmotorsteuerung
erhalten und wurde von der
Firma -4H-Jena engineering
in Jena komplett restauriert.
Doch sein Interesse für die Sternenwelt hielt sein
Leben lang an,
wovon seine Sternwarten auf der
Plattleite, am
Loschwitzer Elbhang und auch
im Ostseebad Heringsdorf zeugen.
„Die Betrachtung
von Planeten,
Kugelsternhaufen und der größeren Nebelflecke Die Sternwarte Manfred von Ardenne
in Teleskopen
dieser Abmessung ist einer kann uns die Sterne nicht
der besten Wege, um dem näher bringen, sie bleiben
Menschen die gewaltigen Lichtpunkte, derer man in
Maßstäbe des Kosmos näher- einer klaren Nacht etwa
zubringen und ihn innere 6.000 mit bloßem Auge
Bescheidenheit zu lehren“, erkennen kann.
schreibt der Professor in seinen
Erinnerungen.
Die nächsten Veranstaltungen
Hobbyastronom
Details auf dem Mond, die in der Sternwarte Manfred
Manfred von Ardenne
sichelförmigen Phasen der von Ardenne sind am 14. und
Von Ardenne selbst blieb Zeit Venus, der Mars oder die Ju- 28. Februar sowie am 13.
seines Lebens Hobbyastronom, pitermonde sind mit einem März, jeweils 18.30 und
der sich als Schüler schon Fernrohr wie dem in der Von 19.30 Uhr. Bitte melden Sie
mit Brillengläsern, Kistenholz Ardenne Sternwarte sehr wohl sich unter Telefon
und Gardinenrohren eigene zu beobachten. Doch auch 0351/2637120 an.
kleine Fernrohre gebaut hatte. das größte Fernrohr der Welt
Daniella Fischer
Anzeige
18
Foto: von Ardenne
Sternwarte Manfred von Ardenne wieder öffentlich
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 19
Wo das „Qi“ wieder zum Fließen gebracht wird
Wachwitzer Klinik-Ambulanz für Traditionelle Chinesische Medizin zunehmend gefragt
Strahlentherapiepraxis und
die Psychosomatische Abteilung der Uniklinik befinden
sich auf dem Territorium.
Alte östliche Heilmethode
TCM letzte Hoffnung für
viele
„Um unser Behandlungsangebot zu erweitern, eröffneten
wir 2006 die Ambulanz für
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die wir gemeinsam mit der Dresden International University betreiben“,
erzählt Carsten Tietze, Geschäftsführer der Klinik. Jeder Interessierte kann einen
Termin vereinbaren, die Kosten
werden jedoch in der Regel
nicht von den Kassen übernommen. Frau Chaolemen ist
von Anfang an dabei und weiß:
„Für viele Patienten sind wir
die letzte Hoffnung. Manche
haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich.“ Die chinesische Ärztin studierte Traditionelle Chinesische Medizin
an der Universität Peking und
arbeitete einige Jahre im
Krankenhaus in der Heimat,
bevor sie 2001 nach Deutschland kam und den Aufbau-
Foto: Dörte Gerlach
Im Klinikgelände auf der
Malerstraße wandelten schon
vor knapp 100 Jahren Patienten. Das damalige Dr. Weidner-Sanatorium war weit über
Sachsens Grenzen für seine
naturheilkundliche Orientierung und sein exklusives Ambiente berühmt. Prominente
wie die Schauspieler Grete
Weiser und Willy Fritsch, der
Komponist Paul Lincke, der
Dichter Stephan Hermlin oder
auch der Schriftsteller Gerhard
Hauptmann weilten hier.
Weil das Gebäudeensemble
nach dem Zweiten Weltkrieg
als Armeelazarett fungierte
und deshalb bis zur politischen
Wende militärisches Sperrgebiet war, ist es auch heute
noch vielen Einheimischen
unbekannt. 1991 übernahm
die HUMAINE Kliniken-Gesellschaft das Klinikum von
der Bundeswehr, seit 2006
gehört es zur HELIOS Unternehmensgruppe. Das Fachkrankenhaus verfügt über
110 Betten für internistische
Onkologie und Palliativmedizin
sowie eine stationäre Pflegeeinrichtung mit 22 Betten.
Auch eine Sozialstation, eine
Frau Chaolemen ist chinesische TCM-Ärztin, hier bei der Therapie mit einer
elektronisch unterstützten Akupunktur
studiengang Public Health absolvierte. Kollegen und Patienten dürfen sie mit ihrem Vornamen rufen: Frau Chaolemen.
„Mein Nachname ist für Deutsche zu schwierig, deshalb ist
das so in Ordnung“, lächelt
sie. „Hoffentlich bleibt sie noch
lange bei uns, denn wir schätzen sie sehr und die Nachfrage nach TCM steigt ständig“,
wünscht sich Carsten Tietze.
Chinesische Zeichen für Gesundheit
TCM ist kein Allheilmittel
„Traditionelle Chinesische Medizin ist aber kein Allheilmittel“,
betont Fachärztin Chaolemen,
„es empfiehlt sich, sie ergänzend zur Schulmedizin anzuwenden.“ Während sich diese
vorwiegend darauf konzentriert, wie und ob der menschliche Organismus funktioniert,
ist TCM eine ganzheitliche
Medizin, die weit mehr kann
als verschiedene körperliche
Symptome zu behandeln. Mit
ihrer Hilfe kann ein krankmachendes energetisches Ungleichgewicht erkannt und
ein Patient entsprechend therapiert werden. Gesund ist,
wenn Organe und Qi, die Le-
bensenergie, vollkommen harmonieren – wenn Körper, Geist
und Seele im Gleichgewicht
sind.
Ganzheitlich mit Beifußrauch, Nadelstichen und
Qi Gong
Menschen mit Allergien, Asthma, Schmerzen und Migräne,
Erkrankungen des Bewegungsapparates oder bei Stress und
Suchtproblemen können beispielsweise von den Methoden
der Traditionellen Chinesischen
Medizin profitieren. Die Behandlung wird individuell
abgestimmt. „Akupunktur,
Schröpfen, spezielle Massagen
oder Heilkräuter sind am bekanntesten“, berichtet Frau
Chaolemen, „meist kombinieren wir verschiedene Anwendungen miteinander.“ Auch
die Moxibustion ist eine typische TCM-Methode. Dabei
werden bestimmte Akupunkturpunkte gereizt, indem eine
angezündete, aus Beifuß bestehende Moxa-Zigarre über
die Haut gehalten wird. Dabei entsteht nicht nur Wärme,
sondern es verbreitet sich ein
exotischer Geruch. „Bald startet auch ein Qi-Gong-Kurs“,
kündigt Frau Chaolemen an.
Damit das Qi wieder fließen
kann.
Dagmar Möbius
19
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 20
Verliebt in einen Nasenbären
Foto: Archiv Werner Vogel
Werkverzeichnis des Blasewitzer
Bildhauers Otto Pilz
hier auch wohnte. Vogel nahm
weltweit Kontakte mit Kunsthändlern und Galeristen auf,
recherchierte in Archiven, Bibliotheken und im Internet
Sie stand auf der Kommode und hat mittlerweile 20 Leitzbei einer alten Bekannten – Ordner mit umfangreichem
und Werner Vogel verliebte Material gefüllt.
sich sofort in sie. In Bronze
gegossen zeugt die Nasen- Werksverzeichnis
bären-Skulptur vom handwerk- Rund 200 Arbeiten des Blaselichen Können ihres Schöpfers, witzer Bildhauers werden nun
seiner Beobachtungsgabe und im Frühjahr erstmals in eiseinem Geschick, Bewegun- nem Werkverzeichnis zusamgen von Tieren realistisch in mengefasst der Öffentlichkeit
Plastiken festzuhalten. In präsentiert. Werner Vogel komüber fünfjähriger Arbeit trug plettierte dieses Verzeichnis
der mittlerweile 87-jährige mit dem Lebenslauf von Pilz,
A. Werner Vogel mit großer skizziert dessen vielfältige BeLeidenschaft alles zusammen, ziehungen zu anderen Künstwas er zu Otto Pilz (1876- lern und Architekten wie
1934) finden konnte, der Erich Hösel, dem ehemaligen
über drei Jahrzehnte sein Ate- Vorsteher der Gestaltungsablier in Blasewitz hatte und teilung der Meißner Porzellan-
manufaktur, dem Architekten
Martin Pietzsch oder Stadtbaurat Hans Erlwein. Spannend wird es da, wo Werner
Vogel den Geschichten mancher Skulpturen nachspürte
und ihre verschlungenen Wege
auf dem internationalen Kunstmarkt beschreibt. Das Buch
wird etwa 200 Seiten umfassen
und über 200 zum Teil farbige Abbildungen enthalten.
Die Nasenbären-Skulptur hat
Werner Vogel mittlerweile seinem Enkel geschenkt, der die
Leidenschaft seines Großvaters zu Otto Pilz längst teilt
und ihn auf vielfältige Weise
unterstützt.
Informationen über Otto Pilz
können noch in das Werk einfließen. Bitte senden Sie diese
an die Redaktion Potz Blitz,
Agentur 2dPROJECT, Enderstraße 59, 01277 Dresden
Daniella Fischer
Buchempfehlung
Michael Ladewein (Hg.)
Raffaels Sixtinische Madonna
Pforte Verlag, 18 Euro
Ursprünglich als Altarbild für eine Klosterkirche in Piaczenza gemalt, gelangte
Raffaels Bildnis 1754 nach Dresden und
beeinflusste in den folgenden Jahrhunderten nicht nur Künstler und Gelehrte,
sondern entfaltete auch eine ungeahnte
Popularität quer durch alle Schichten
der Bevölkerung. Sie wurde Inspirationsquelle für Maler, Schriftsteller,
Musiker und Philosophen. Dieser Band
beinhaltet ausgewählte literarische
Fundstücke und Bilddokumente und
vermittelt somit die einzigartige
Wirkungsweise eines Kunstwerkes.
Jochen Knobloch / Matthias Getzschel
Im Flug über Dresden
Hinstorff Verlag, 34,90 Euro, D/E
Dresden ist trotz all der Zerstörungen,
die es erfahren musste, eine Stadt geblieben, die zu den herausragenden in
Deutschland zählt. Wie kaum sonst konzentrieren sich auf kleinem Raum Bauwerke in großer Zahl und nur selten hat
ein Ort eine derart starke Ausstrahlungskraft gewinnen können. Dieser Band mit
Luftbildern zeigt nicht nur die Höhepunkte im Stadtzentrum, stimmungsvolle Aufnahmen von Blasewitz und
Loschwitz, berühmte Bauwerke und
Schlösser, bis hin zum Elbsandsteingebirge.
Anzeige
Richtig versichert: damit aus Freundschaftsdiensten kein Desaster wird
Natürlich hilft man gern, wenn die
beste Freundin fragt, ob man eine
Stunde lang auf ihr Kind aufpassen könne. Auch wenn der alte
Mann aus dem vierten Stock krank
ist, fasst man sich ein Herz und
führt seinen Hund aus. Über diese
kleinen Freundschaftsdienste freuen sich alle – zumindest solange
nichts passiert. Was aber, wenn
beim Baby-Sitten ein Saft-Fleck auf
das teure Designer-Sofa kommt
oder der Hund sich selbstständig
macht und den Postboten ins Bein
beißt? Nicht selten kommt es hier
auch zwischen guten Nachbarn
oder Freunden zum Streit, wer tatsächlich Schuld an der Situation ist
und eventuelle Kosten bezahlen muss.
Der Gesetzgeber gewährt dem Helfenden Schutz: Er muss Schäden
nicht bezahlen, die durch einen
unentgeltlichen Gefälligkeitsdienst
entstanden sind. Deshalb tritt auch
die private Haftpflichtversicherung
des Helfenden nicht ein. Die Kosten muss die Person tragen, der
geholfen wurde – wie bei einem
selbstverursachten Schaden. Das
Problem dabei: Was genau als Ge-
20
fälligkeitsdienst gilt, ist Auslegungssache. Daher entscheidet in
letzter Instanz ein Gericht darüber,
ob es sich um einen Freundschaftsdienst handelt und wer entsprechend
den Schaden zu begleichen hat.
Auch bei Freundschaftsdiensten
abgesichert
Um den Ärger eines Streits zu vermeiden, kann man das Risiko der
Gefälligkeitsschäden in die Haftpflichtversicherung einschließen,
empfiehlt Brigitte Augustin aus
Dresden. Die Versicherung übernimmt dann die entstandenen Kosten. Wer eine neue Haftpflichtversicherung abschließt, sollte beim
Vertragsabschluss auch auf Folgendes achten:
• Ehe- oder Lebenspartner sowie
Kinder sollten in den Vertrag eingeschlossen werden. Macht die
Tochter beim Baby-Sitten etwas
kaputt, übernimmt die Versiche-rung den Schaden. Sind die
Kinder schon volljährig, bleibt
der Versicherungsschutz noch
bestehen, solange sie sich in der
Ausbildung befinden.
• Die Haftpflichtversicherung sollte auch dann helfen, wenn man
selbst geschädigt wird: So bieten
viele Haftpflichtversicherungen
den Einschluss einer Forderungsausfalldeckung an. Hat der Schadensverursacher keine Haftpflichtversicherung und ist zahlungsunfähig, so erhält der Geschädigte
von der eigenen Versicherung
Schadenersatz.
• Man sollte sich nach so genannten
Kombiprodukten erkundigen, wie
beispielsweise MultiPlus von der
Zurich Gruppe. Diese bieten
neben der Haftpflichtversicherung auch Unfall-, Hausrat- und
Rechtsschutz in einem einzigen
Vertrag. Das ist einfacher zu verwalten und spart zusätzlich Geld.
Übrigens hilft die Haftpflichtversicherung auch dann, wenn die
Schadensforderungen unberechtigt sind. In diesem Fall lehnt der
Versicherer die Forderungen ab
und zieht bei Streitigkeiten auf
eigene Kosten vor Gericht.
Weitere Informationen:
Zurich Gruppe
Deutschland
Brigitte Augustin
Generalagentur
Wachtelweg 27
01237 Dresden
Tel. 0 35 12 02 21 41
Fax 0 35 12 50 03 85
Mobil 0 17 22 92 49 46
Natürlich hilft man gern, wenn die beste Freundin
fragt, ob man eine Stunde lang auf ihr Kind aufpassen könne. Aber wer haftet, wenn ein
Mißgeschick passiert?
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 21
Ni blos änne Subbe*
Geheimniss der Sächsischen Küche
Dankenswerterweise wird in
vielen Wirtshäusern, wie
auch im SchillerGarten,
„Sächsische Kartoffelsuppe“
angeboten, unter Suppen
und mit Wiener Würstchen,
ganz oder in Scheiben.
Bei uns zu Hause, wir ließen
das „sächsisch“ übrigens
weg, war die Kartoffelsuppe
stets eine vollwertige Mahlzeit. Und die ging so:
Wir brauchten den wellenförmigen Kartoffelstampfer
(keine Quetsche, kein Pürierstab!), drei Töpfe und
´nen Tiegel.
Zuerst wurde Kasslerbrühe
gekocht (aus Kamm zu späterem Kaltaufschnitt oder
Kasslerrippchen). Im anderen Topf wurden die Kartoffeln gekocht, das Wasser
weggegossen und die „Ärbern“ so gestampft, dass
noch kleine Brocken blieben. In Topf drei kochte das
Gemüse: Zwiebel, Möhre,
Porree, viel Sellerie und
eventuell ein paar getrocknete Pilze (Hallimasch)
und wurde im eigenen
Saft gestampft.
Dann kam alles in die
Brühe. Dazu frisch gewiegter Liebstöckel, im Handballen gerebelter Majoran,
geschroteter Pfeffer (und
wer mag, kann ein wenig
Knoblauch zugeben). Im
Tiegel wurden Speckwürfel
braun ausgelassen und ohne
dem Fett hinzugegeben.
Zum Schluss wurde alles
zusammen ganz kurz aufgekocht und für jeden eine
ganze Bockwurst zum Ziehen
hineingetan,
ein Schweinsknacker ist
noch herzhafter. Und deshalb lagen neben dem Teller
nicht nur der Löffel, sondern auch Messer und
Gabel. Es war eben ein richtiges Essen.
Übrigens, wer den Majoran
nicht mag und lieber Petersilie nimmt: Erst auf dem
Teller hinzufügen, nicht in
den Topf! Dort könnte sie
säuern, denn die Kartoffelsuppe schmeckt am nächsten oder übernächsten Tag
noch besser.
Matz Griebel
*sächsisch: Nicht
bloß eine Suppe
Anzeige
Eisblau und gut gekühlt
Lichtenauer Medium in neuer 0,5 l-Gastronomieflasche
Klassisch elegant, eisblau und
mit schmackhaftem Inhalt:
Die Lichtenauer Gastronomieflaschen machen jeden
Tisch zu etwas Besonderem.
Passend zum sommerlichen
Durst bietet die Lichtenauer
Mineralquellen GmbH neben
den 0,25 l und 0,75 l Gebinden
eine neue exklusive Flaschengröße für Lichtenauer Medium an: Das bekömmliche
Mineralwasser ist ab sofort
in der 0,5 l-Gourmetflasche
erhältlich. Mit dieser mittle-
ren Größe entspricht der sächsische Brunnen den Wünschen der Gastronomen. Denn
die Gäste trinken, Dank des
wachsenden Gesundheitsbewusstseins, auch unabhängig
vom Durst immer größere
Mengen Mineralwasser. Die
neue Halbliter-Flasche bietet
genau das richtige Maß an
Erfrischung, nicht zu viel
und nicht zu wenig – eben
Lichtenauer Medium. Warum ausgerechnet dieses
Mineralwasser im neuen
Gourmetgebinde angeboten
wird, liegt für Ralph Sander,
Geschäftsführer der Lichtenauer Mineralquellen GmbH,
klar auf der Hand: „Lichtenauer Medium ist mit seinem
dezenten Kohlensäuregehalt
ein Wasser für alle Geschmäcker. Es zeichnet sich
durch das Mineral-Ideal, einem
besonders ausgewogenen Verhältnis von Natrium und Magnesium aus, und ist der perfekte Begleiter zu Brunch,
Mittag- oder Abendessen.“
21
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 22
Gut zu wissen
„Der Wein erfindet nichts,
er schwatzt's nur aus“
Karten spielen, Schnupftabak und edle Tropfen – was
wäre ein Dichter ohne kleine
Laster. Friedrich Schiller
war ein Weintrinker, man
sagt allerdings, ein „gemäßigter“. Seine Mutter
war Gastwirtstochter,
die Vorfahren waren
Winzer, Schillers Vater
hatte sogar ein Buch
über den Weinbau
geschrieben.
Reiche
Auswahl
Die Weinkarte im SchillerGarten bietet neben vorzüglichen sächsischen Weinen
auch andere deutsche sowie
Weine aus allen wichtigen
Weinländern wie Italien,
Frankreich, Spanien, aber
auch aus Chile, Argentinien,
Südafrika und Australien an.
Wer den Wein lieber nach
der Rebsorte auswählt, findet
im SchillerGarten bei Cabernet Sauvignon, Shiraz, Merlot, Grauburgunder oder Riesling mit Sicherheit einen
Tropfen, der ihm schmeckt.
10 gute Tipps
Mit einem Augenzwinkern sollten Sie die folgenden Punkte bei
der Weinbestellung in
einem Restaurant beherzigen
und
könnten damit sogar den
Eindruck eines
Weinkenners erwecken, auch wenn
Sie’s nicht sind!
1. Lassen Sie sich für
Ihre Weinbestellung zuerst
immer eine Weinkarte vorlegen und nehmen Sie sich
Zeit dafür. Sie sind schließlich im Lokal und nicht auf
der Flucht!
2. Sollte diese Weinkarte ausschließlich aus einem Rotwein und einem Weißwein
bestehen, bestellen Sie am
besten ein Bier.
3. Die Frage „Welcher Wein
ist am billigsten?“ sollte nicht
Ihre erste Frage an die Bedienung sein. Billige Weine
können durchaus gut sein,
SchillerGarten-Buch:
Ihre Meinung ist gefragt!
Sie haben das neue Buch über den SchillerGarten und
Dresden-Blasewitz gelesen? Schreiben Sie uns Ihre
Meinung! Wie gefallen Ihnen dieses Buch und seine
Gestaltung? Gibt es Dinge, die Sie vermissen? Haben Sie
eigene Erlebnisse im SchillerGarten, die auch andere interessieren und in einer Nachauflage gedruckt werden könnten? Oder besitzen Sie alte Fotos, Eintrittsoder Speisekarten? Wir sind gespannt
auf Ihre Reaktion!
Schreiben Sie an den
Schillergarten Dresden,
Schillerplatz 9, 01309 Dresden
22
aber wenn der Preis das erste
Kriterium ist, kann schnell
ein bitterer Nachgeschmack
entstehen.
4. Nein, Sie können nicht erst
alle Weine probieren bevor
Sie sich entscheiden.
5. Jeder Wirt bietet gern offene Weine an, denn an diesen
verdient er mehr. Gibt es
einen Wein nicht „offen“, hat
dies qualitative Gründe und
ist stets zum Vorteil des Gastes. Und Pssst! Schon nach
wenigen Gläsern ist eine ganze
Flasche billiger.
6. Wird Ihnen nach dem Öffnen der Flasche der Korken
gereicht, sollten sie nicht
daran riechen, denn Kork
riecht nach Kork. Wichtiger
ist es, ob der Korken intakt ist.
Ist er „unten“ feucht, wurde
der Wein richtig gelagert.
7. Ist der Wein schon ein paar
Jahre alt und richtig teuer, so
ab 100 Euro aufwärts, lohnt
es sich auf die Beschriftung
des Korkens zu achten. Wenn
diese nicht zur Flasche passen sollte, liegt der Verdacht
nahe, dass der Weinhandel
etwas „geschummelt“ hat.
8. Weine riechen nach vielen
Dingen, gelegentlich sogar
nach Kuhdung. Dies bedeutet nicht, dass ein Wein
schlecht ist. Riecht er nach
Essig, nach Chemie oder
muffigem Käse, sollte man
allerdings vorsichtig sein.
Schmeckt er dann auch noch
bitter, ist die Chance groß,
einen so genannten Korkschmecker erwischt zu haben. Solch einen Wein müssen Sie nicht trinken.
9. Hat eine Flasche einen
Verschluss aus Kunststoff,
Glas oder gar einen „Schrauber“, will man Sie nicht
übers Ohr hauen. Selbst
höherpreisige Weine haben
heutzutage solche Verschlüsse. Sie stehen den besten
Naturkorken in nichts nach
und haben natürlich auch
keine Korkschmecker.
10. Haben Sie plötzlich das
Gefühl, neben dem Wein
etwas „Kaffeesatz“ im Mund
zu haben, könnte dies Weinstein sein. Der ist weder ein
Fehler des Weines noch ein
Qualitätsmerkmal und hat für
den Menschen keine schädlichen Auswirkungen.
Sollten Sie mit allen diesen
Punkten nichts anfangen
können, dürfen Sie auch der
Beratung durch die Bedienung vertrauen. Sie hat täglich mit Wein zu tun und
möchte, dass Sie gern wiederkommen.
Charles M. Bugnowski
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 23
Die Region
Italien/Südtirol
Südtirol ist ein Land der
Gegensätze: Norden und Süden, Deutsch und Italienisch,
schneebedeckte Berge und
fruchtbare Täler, alpines und
mediterranes Klima gehen
hier eine einzigartige Symbiose ein. Ein spannender
Mikrokosmos, um Weine mit
Charakter und Herkunft anzubauen. Im südlichen Teil
Südtirols liegt das Überetsch.
Eine sanfte, von eiszeitlichen
Gletschern geformte Hügellandschaft, in die sich malerische, alte Dörfer schmiegen.
Aufgefädelt wie Perlen an
einer nicht enden wollenden
„Rebschnur“. Eines der bekanntesten Weindörfer der
Gegend ist Girlan. Dort hat
die Kellerei Schreckbichl den
idealen Standort gefunden.
Als Schnittpunkt und Schmelztiegel multikultureller Weintradition. Weinberge in den
besten Lagen des Überetsch
und des Südtiroler Unterlandes, zwischen 250 und 550
Höhenmetern gelegen, mit
unterschiedlicher Bodenzusammensetzung, verschiede-
nen Mikroklimata und
Reifephasen sind das natürliche Potential der Kellerei
Schreckbichl. Hier ist es ein
Leichtes, für jede Rebsorte
den richtigen Standort zu
finden, damit sie ihre volle
Kraft und Frucht entfalten
kann. Im Schutz der Alpen
und im Genuss von über
1.800 Sonnenstunden, gut
durchlüftet von frischen
Gardasee-Winden, mit sehr
warmen Tagen und kühlen
Nächten während der Reifezeit, liefern die vielfältigen
Lagen eine große Bandbreite
an hochwertigem, vollreifem
Lesegut.
Der Winzer
Nicht erst Erzherzog Sigismund, der im 15. Jahrhundert auf Schloss Sigmundskron residierte, schätzte den
Schreckbichler Wein. Bereits
um 15 v. Chr. ließ sich ein
römischer Siedler namens
Cornelius auf einem nahe
gelegenen Bichl (mundartlich für Hügel) nieder und
legte mit seinem Weingut
Cornelianum – aus dem sich
später der Name Girlan
ableitete – die Wurzeln der
Schreckbichler Weinkultur.
Tradition verpflichtet auch
zu mutigen Entscheidungen.
Im Jahr 1960 gründeten 28
Weinbauern die Kellereigenossenschaft Schreckbichl.
Weitere Höfe in- und außerhalb von Girlan schlossen
sich an. Heute bewirtschaften 290 Mitglieder über 300
Hektar der besten Weinberglagen der Gegend. Viele internationale Weinpreise sind
Beweis für die hervorragende
Arbeit um den Geschäftsführer Luis Raifer.
Foto: Dörte Gerlach
Der Weintipp
Manfred Hempel, Fa. KGS
und edlen Duft. Im Mund
kommen die typischen, exotischen Aromen wie Ananas
und Mango.
Die Empfehlung
Der trocken ausgebaute Wein
Der Wein
mit delikater Säure empfiehlt
Chardonnay „Altkirch“
sich besonders zu gekochtem
Die Rebsorte „Chardonnay“ Fisch, leicht gewürzten Gestammt ursprünglich aus richten mit hellem Fleisch
Frankreich und wird in wie Kalb und Schwein sowie
Südtirol seit etwa 100 Jahren Pastagerichten mit hellen
angebaut. Der vorgestellte Soßen.
Wein stammt aus den Weinbergen von Salurn und Umgebung (südlich von Bozen).
Der Wein präsentiert sich mit
einer schönen hellgelblichen
Farbe und grünen Nuancen Der „Weintipp“ wird präsentiert von KGS –
Knüttels Getränkespezialitäten, dem
sowie einem sehr delikaten Lieferanten des SchillerGartens.
23
ausgabe_01_2008.qxd
08.02.2008
09:08
Seite 24
Blasewitzer Geschichten
Auf den Hund gekommen
Wegen „Nächtigung im Freien“ wurde im Februar 1908
der vielfach vorbestrafte und
aus Sachsen ausgewiesene
Bummler Florian Ruprecht
in einem Gartengrundstück
in der damaligen Residenzstr.
(heute Loschwitzer Str.) verhaftet. Aufgespürt hatte ihn
Schutzmann Dannhauer mit
Polizeihund „Lotte“. Dieser
fand zwei Monate später auch
den auf Wanderschaft befindlichen 63-jährigen Paul
Wieczorek, der sich mangels
jeglicher Barschaft trotz der
kalten Nacht in ein Gebüsch
an der Elbe zum Schlafen
niedergelegt hatte. Der alte
Mann, so schrieb eine Zeitung, hatte schon am Feldzug
1870/71 teilgenommen und
die Gefechte bei Toul, Milly,
Fontaine und La Riviere mitgemacht. Doch auch dies
schützte ihn nicht davor, in
polizeiliche Obhut genommen zu werden. Das gleiche
Schicksal ereilte den ebenfalls
vorbestraften, gerade erst
aus der „Korrektions-Anstalt“
Hohnstein entlassenen Gelegenheitsarbeiter Karl August
Holzhausen, der in der Nähe
der Vogelwiese nächtigend von
„Lotte“ aufgespürt wurde. Kurzum, „Lotte“, der Polizeihund
aus Blasewitz, war 1908 ein Star.
Prämierte Hundedame
Ausgezeichnet mit dem Prädikat „Sehr gut“, das der „Verein zur Förderung der Zucht
und Verwendung von Polizeihunden im Bezirk der Königlichen Kreishauptmannschaften
Dresden“ verlieh, hatte „Lotte“
auf einer Vorführung die „sehr
scharfe“ Konkurrenz von weiteren 16 Polizeihunden hinter sich gelassen. Unter Anwesenheit des Herrn Gemeindevorstandes Fischer, mehrerer
Herren des Gemeinderates
und vieler Blasewitzer Einwohner hatte „Lotte“ auf dem
Auf Schillers Versen
Hoffnung
Feuerwehr-Übungsplatz und
am Ufer der Elbe eine einstündige Probe ihres Könnens gezeigt. Die begann zunächst mit dem Test der Leinenführigkeit des Hundes und
dem anschließenden Folgen
frei bei Fuß seines Führers.
Danach lieferte die eineinviertel Jahre alte „Lotte“
sichere Beweise im Bewachen
von Gegenständen und Verweigern von Futter aus fremder Hand. Allen Verlockungen, die dargereichten Leckerbissen anzunehmen, widerstand sie. Das Suchen fremder Personen, geworfener
Sachen, vergrabener Gegenstände führten den Hund
durch fortgesetztes eifriges
Spüren immer wieder an das
richtige Ziel. Sehr Beachtenswertes, so schrieb die Zeitung,
leistete das kluge Tier aber im
Stellen eines „Verbrechers“.
Fassen auf Befehl, Loslassen
auf Befehl, Festhalten des
Fliehenden auf ebenem Wege
und Hindernisnehmen waren
weitere Bewährungsproben,
denen „Lotte“ ausgesetzt wurde. Auch im Besteigen einer
Leiter zeigte „Lotte“ große
Kletterfertigkeit. Den Schluss
der umfangreichen Prüfungen bildete das Apportieren
eines Gegenstandes aus dem
Wasser und die Rettung eines
ins Wasser Gefallenen. Beides
führte „Lotte“ rasch und
sicher aus und zeigte damit,
dass sie auch allen Anforderungen im Wasser gewachsen war.
Noch zwei Mal schrieben die
Zeitungen von „Lotte“, die
wiederum eine in den Elbwiesen in den Weiden-Anpflanzungen nächtigende, vielfach
vorbestrafte Frauensperson
aufgespürt und ein wohnungsloses Liebespärchen bei
„Mutter Grün“ überrascht
hatte. Ob es danach in Blasewitz keine zweifelhaften Gestalten mehr gab oder „Lotte“
ihren Dienst an anderer Stelle
verrichten musste, bleibt leider im Dunklen verborgen.
Daniella Fischer
Unsere Schiller-Frage
„Daran erkenn ich meine Pappenheimer“ ist ein geflügeltes Wort.
In welchem von Schillers Werken steht es geschrieben?
Ihre Einsendungen richten Sie bitte an: Agentur 2dPROJECT, Redaktion
SchillerGarten, Kennwort: Schiller-Frage, Enderstr. 59, 01277 Dresden
Es reden und träumen die Menschen viel von bessern künftigen Tagen.
Nach einem glücklichen, goldenen Ziel sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
doch der Mensch hofft immer Verbesserung.
Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
sie umflattert den fröhlichen Knaben, den Jüngling locket ihr Zauberschein.
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.
Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn, erzeugt im Gehirne des Thoren.
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren.
Und was die innere Stimme spricht,
das täuscht die hoffende Seele nicht..
Friedrich Schiller lebte zwischen 1785 und 1787 bei seinem Freund
Christian Gottfried Körner, was der gesuchte Name ist. Einige
Einsender glaubten „Theodor Körner“ sei die richtige Antwort, dies
war jedoch der Sohn Christian Gottfrieds.
Herzlichen Glückwunsch unseren Gewinnern:
W. Schröder, Dr. Chr. Huhle und K. Reetz aus Dresden
SchillerGarten Dresden GmbH
Schillerplatz 9, 01309 Dresden
Telefon: 0351/ 811 99-0
Telefax: 0351/ 811 99-23
Gutbürgerliche Küche
Hauseigene Patisserie
Eigene Eisproduktion
Großer Biergarten mit Elbblick
E-Mail: [email protected]
Internet: www.schillergarten.de
Öffnungszeiten:
Täglich 11.00 – 01.00 Uhr
Unter den Einsendungen werden drei Gewinner ausgelost, die je einen
Gutschein im Wert von je 20,- Euro für den SchillerGarten erhalten.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Mitarbeitern des SchillerGartens sowie von 2dPROJECT und ihren
Angehörigen ist die Teilnahme nicht gestattet.
Einsendeschluss: 15. April 2008
Auflösung Schillerfrage Ausgabe 04/2007