beratende ingenieure - Verband Beratender Ingenieure

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beratende ingenieure - Verband Beratender Ingenieure
BERATENDE
INGENIEURE
FACHMAGAZIN FÜR PLANEN UND BAUEN
INGENIEURBERATUNG I BIM-SPECIAL I PRODUKTE UND PROJEKTE
9/10
2013
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EDITORIAL
Ausblick
Noch eine Woche …
Ines Bronowski,
Chefredakteurin
… vergeht bis zur Eröffnung des diesjährigen
VBI-Bundeskongresses in Hamburg. Wie immer ist zum Kongressauftakt Gelegenheit, mit
VBI-Mitgliedern und Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eines der großen Themen zu diskutieren, das einerseits weit über
die Fachwelt hinaus die Gesellschaft bewegt
und andererseits Arbeitsgebiet der Ingenieure
und Fachplaner im VBI ist. Die öffentliche Vortragsveranstaltung am 17. Oktober fragt deshalb vor dem Hintergrund der hinlänglich bekannten Probleme bei Stuttgart 21, BER und
Elbphilharmonie: Kann Deutschland Großprojekte noch erfolgreich managen?
Im VBI gibt es eine ganze Reihe von Büros, die
seit Jahr und Tag erfolgreich Großprojekte planen, steuern und fristgerecht an ihre Auftraggeber übergeben – in Deutschland, aber auch
weltweit. Aber die öffentliche Diskussion und
Meinungsbildung rund um die genannten Problemprojekte gefährdet den guten Ruf der
deutschen Ingenieure. Das kann und will der
Verband nicht stillschweigend hinnehmen.
Deshalb hat der VBI neben anderen Aktivitäten auf berufspolitischer Ebene dieses Thema
nun auch in den Mittelpunkt des diesjährigen
Verbandstreffens in Hamburg gerückt. Es
gelte, konstruktive Lösungen zu erarbeiten und
konkreten Handlungsbedarf zu benennen,
heißt es in der Einladung an alle Mitglieder.
Laut Anmeldeliste wird es ziemlich voll im Saal.
Das heißt aber nicht, dass für Kurzentschlossene kein Platz mehr ist. Noch gilt die Einladung, die Sie auf der VBI-Website nebst Anmeldeformular (www.vbi.de) finden.
Eine Woche bevor dieser Text enstand hat
Deutschland gewählt. Das Ergebnis ist meines
Erachtens klar und deutlich, die Wählermehrheit will eine große Koalition, um die zahlreichen begonnenen Großprojekte des Landes
zielstrebig zum Erfolg zu führen. Möglich ist
aber auch erstmals Schwarz-Grün auf Bundesebene. Noch ist nicht abzusehen, wer am Ende neben der Kanzlerin auf der Regierungsbank sitzen wird. Aber egal in welcher Konstel-
lation dieses Land demnächst regiert wird, der
Auftrag lautet: Es gibt viel zu tun, packt es endlich an!
Aus Sicht der Ingenieure sind es vor allem die
zwei großen Aufgaben Energiewende und Verkehrsinfrastruktur, die klare politische Weichenstellungen brauchen, damit der Industriestandort Deutschland nicht zum Problemfall
wird. So hat die Initiative für Verkehrsinfrastruktur Pro Mobilität, zu deren Mitgliedern
der VBI gehört, im Sommer erneut auf den
dringend notwendigen Investitionsbedarf hingewiesen. Danach gab Deutschland 2011 mit
142 Euro pro Einwohner deutlich weniger für
Straßen und Brücken aus als die westeuropäischen Nachbarländer mit durchschnittlich 226
Euro pro Einwohner. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sprechen in der aktuellen Studie im Auftrag von
BDI, Bauindustrie- und Baustoffindustrieverband sogar von „substantieller Vernachlässigung der Investitionen in die Erhaltung und
Qualitätssicherung der Verkehrsinfrastruktur“.
Sie haben einen jährlichen Investitionsbedarf
von mindestens 6,5 Mrd. nur zum Substanzerhalt ermittelt.
Woher das Geld kommen soll, das vor allem
die Städte und Kommunen für ihre marode Infrastruktur so dringend benötigen? Auch dafür liegen Vorschläge auf dem Tisch, die von
einer Kommission unter Leitung des früheren
Bundesverkehrsministers Bodewig erarbeitet
wurden.
Deshalb sei angesichts der sehr zögerlich begonnenen Sondierungen zwischen den möglichen Koalitionären noch einmal wiederholt:
Es gibt viel zu tun, packt es endlich an! Das gilt
erst recht für das unzureichend geplante und
durch Kompetenzgerangel bislang ausgebremste Großvorhaben Energiewende.
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
3
PROBEABO #4_flyer_messe_krammer 30.01.13 08:45 Seite 1
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INGENIEURE
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INHALT
3
EDITORIAL
Noch eine Woche
Ines Bronowski
6 NAMEN UND NACHRICHTEN
8 Zur Dena-Energieeffizienz-Expertenliste
Christian Stolte
6 WORAN ARBEITEN SIE GERADE
16
INGENIEURBERATUNG
Facility Management – Betriebskostensenkung durch inputgesteuerte
Instandhaltungsstrategie
Holger Braak
HEUREKA – Übergeordnetes Projektmanagement
Simone Bühler
22
Generalsanierung Lenbachhaus – Punktlandung bei Kosten- und Terminzielen
Henrike Ströh
25
Integrales Projektmanagement – Mit dem Auftraggeber in einem Boot
Christian Brensing
28
Energiemanagement – Kontinuierliche Verbesserung bei Schlagmann
Peter Dorfner, Christian Eberl, Alexander Buschmann
30
Mediation/Baubegleitung – Frühe Streitschlichtung
Holger Kummer, Erik Schäfer
Foto: Hessisches Baumanagement/Luftbild Lauber
20
Beilagenhinweis:
Dieser Ausgabe liegt der aktuelle Unita-Brief bei.
BERATENDE
INGENIEURE
FACHMAGAZIN FÜR PLANEN UND BAUEN
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9/10
2013
35
BERUF UND RECHT
ABC des Baurechts
Abnahme von Architekten- und Ingenieurleistungen
Eva Reininghaus
36
Urteile
Haftungsverteilung bei fehlerhafter Planung und unterlassener Bedenkenanzeige
Reinhard Voppel
37
Sachverständigenpraxis – Was bringt die JVEG-Novelle ?
Elfi Koch
38
INGENIEURBERATUNG I BIM-SPECIAL I PRODUKTE UND PROJEKTE
Zum Titelbild:
Kunst im Atrium – Bei der Generalsanierung
der Städtischen Galerie im
Münchener Lenbachhaus wurden
sowohl Termine als auch
Kostenvorgaben eingehalten.
Foto: DU Diederichs
BÜROMANAGEMENT
Unternehmens-/Projektfinanzierung – Gut beraten mit Bürgschaften
Stefan Papirow
BIM-SPECIAL
Building Information Modeling – Die Weiterentwicklung der Planung
Hans-Georg Oltmanns
43
Infrastrukture Modeling – Das „IM“ im BIM
Rupert Laukemper, Uwe Strehle
45
BIM-Leitfaden in Vorbereitung
47
PRODUKTE UND PROJEKTE
55
TIPPS UND TERMINE
58
IMPRESSUM
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
5
NAMEN UND NACHRICHTEN
HOAI 2013
VBI macht auf folgenschweren Fehler aufmerksam
Auf Initiative des Arbeitskreises Bahn hat der
VBI am 30. August in einem Schreiben an
das Bundeswirtschaftsministerium auf einen für die Planer von Verkehrsanlagen folgenschweren Fehler in der amtlichen Begründung zu § 46 Abs. 1 HOAI 2013 hingewiesen.
Das Problem liegt in einer Fehlinterpretation der Begriffe Ausstattung und Technische
Ausrüstung von Verkehrsanlagen. Oberleitungs-, Signal-, Telekommunikations- und
Weichenheizungsanlagen werden in der
amtlichen Begründung (siehe Kasten) fälschlich als Ausstattung klassifiziert, wodurch eine separate Vergütung der Planung der Technischen Ausrüstung ausgeschlossen wird. In
der Praxis bedeutet dies bei allen Ausschrei-
bungen der DB AG, dass das Honorar, das
sich aus den anrechenbaren Kosten von
Technischer Ausrüstung und Verkehrsplanung ergibt, zwischen Verkehrsplaner und
Fachplaner der Technischen Ausrüstung aufgeteilt werden muss. Ein Einspruch durch
die Verbände vor Einführung der HOAI 2013
war nicht möglich, weil der Referentenentwurf, der zur Stellungnahme vorlag, noch
nicht die entscheidende Definition der „Ausstattung“ enthielt.
Der VBI ist mit dem Bundeswirtschaftsministerium im Gespräch, um das Problem zu
lösen. Bis dahin empfiehlt der Arbeitskreis
Bahn die genannten Leistungen der Technischen Ausrüstung in Angeboten an die DB
AG als Besondere Leistungen zu verpreisen.
In der amtlichen Begründung heißt es:
„§ 46 Absatz 1 Satz 2 stellt klar, dass die Kosten für die Ausstattung von Anlagen des Straßen- und Flug- und Schienenverkehrs einschließlich der darin enthaltenen Entwässerungsanlagen, die der Zweckbestimmung der Verkehrsanlage dienen, anrechenbar sind, soweit
der Objektplaner diese plant oder deren Ausführung überwacht. Diese Kosten sind bei den
Kosten der Baukonstruktion im Sinne des § 46 Absatz 1 Satz 1 zu berücksichtigen und nicht
den Kosten für die Anlagen der Technischen Ausrüstung im Sinne des § 46 Absatz 2 zuzurechnen. Die Ausstattung von Anlagen des Straßen- und Flug- und Schienenverkehrs einschließlich Entwässerungsanlagen ist nicht in der Objektliste der Technischen Ausrüstung
enthalten. Unter Ausstattung von Anlagen des Straßen- und Flugverkehrs fallen zum Beispiel Signalanlagen, Schutzplanken und Beschilderungen. Bei den Entwässerungsanlagen
handelt es sich um Straßenabläufe, Sammelleitungen und zugehörige Anschlussleitungen
sowie Regenwasserversickerungen, die nicht als eigenständige Objekte in der Objektliste
lngenieurbauwerke, Gruppe 2, aufgeführt sind, vergleiche Anlage 12, Nummer 12.2. Unter Ausstattung von Anlagen des Schienenverkehrs fallen Oberleitungsanlagen, Signalanlagen, Telekommunikationsanlagen, die den Zugbetrieb beeinflussen, und Weichenheizungsanlagen.“
KURZ GESAGT
 Seit 15. August fördert das Bundeswirtschaftsministerium die Einführung von Energiemanagementsystemen in Industrie, Handwerk und Handel. Mit der Durchführung ist
das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beauftragt. Im Rahmen des
Programms können Unternehmen entweder einen Zuschuss für die Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 oder eines Energiecontrollings
beantragen. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, Zuschüsse für den Erwerb von Messtechnik und Software für Energiemanagementsysteme zu beantragen. Informationen zur
Förderung: www.bafa.de
6
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
▲ Dr. Erich Rippert
AHO
Dr. Rippert tritt
Vorstandsvorsitz an
Die Mitgliederversammlung des AHO Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V. hat am 17. September VBI-Mitglied
Dr.-Ing. Erich Rippert zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Damit folgt Rippert dem
langjährigen AHO-Vorsitzenden Ernst Ebert
im Amt, der nach 12 erfolgreichen Jahren
nicht wieder kandidiert hatte.
Wie Dr. Rippert nach seiner Wahl erklärte, werde sich der AHO in der kommenden Legislaturperiode neben der intensiven Arbeit an der
Umsetzung der HOAI 2013 für eine Stärkung
der Akzeptanz von Honorarordnungen für Architekten und Ingenieure auf europäischer
Ebene einsetzen. Außerdem kündigte der
neue AHO-Vorsitzende an, dass der AHO seine Aktivitäten zur Rückführung der Leistungen für Umweltverträglichkeitsstudien, Bauphysik, Geotechnik sowie Ingenieurvermessung (Anlage 1 HOAI 2013) als gleichberechtigte Planungsleistungen in den verbindlichen
Teil der HOAI sofort wieder aufnehmen werde. Gleiches gilt für die Örtliche Bauüberwachung für Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen.
Neben dem neuen Vorstandsvorsitzenden
bleibt Stellvertreter Lutz Heese im Amt. Neue
Schatzmeisterin ist Sylvia Reyer. Außerdem
gehören dem Vorstand Ulf Begher, Rainer Reimers und Eva Schlechtendahl an. Neu gewählt
wurden Klaus-Dieter Abraham, Wolfgang Heide und Marco Ilgeroth. Die langjährigen und
verdienstvollen Vorstandsmitglieder Karsten
Zill, Reimund Hain und Rudolf Thorwarth hatten nicht wieder kandidiert.
Gesucht:
Die besten Brückenbauer Deutschlands!
WETTBEWERB
▲ Geschäftsführer Reithmayer (l.) und
>> zur Würdigung
heraus ragender
Ingenieur leistungen
Firmengründer Brachmann und eine
Flasche Wein, Jahrgang 1973,
Deutscher Brückenbaupreis
37 Bauwerke im Wettbewerb
Die Einsendefrist zum Deutschen Brückenbaupreis 2014 endete am 14. September. Das
Ergebnis: Insgesamt 37 Bewerbungen wurden eingereicht. VBI und Bundesingenieurkammer als Auslober des Wettbewerbs freuen sich über die erneut gute Beteiligung an
der inzwischen fünften Auflage ihres Ingenieurbauwettbewerbs. Neu ist diesmal, dass
mit 20 Bauwerken mehr Bewerbungen in der
Preiskategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ eingingen als in der Kategorie „Fuß- und
Radwegbrücken“, wo 17 Brücken um den Sieg
konkurrieren. Unter den Einreichungen sind
30 Neubauten und sechs grundlegende Umbau- bzw. Sanierungsprojekte an bereits vorhandenen Brücken.
Nun hat die Jury das Wort, die sich zu ihrer
ersten Sitzung am 14. Oktober in Berlin trifft.
Die ihr angehörenden sieben ausgewiesenen
Brückenbauexperten werden zunächst jeweils
drei Brücken je Kategorie für den Deutschen
Brückenbaupreis 2014 nominieren und der
Öffentlichkeit vorstellen. Erst kurz vor der
Preisverleihung am 10. März 2014 in Dresden
kürt die Jury dann in einer zweiten Sitzung
die beiden Sieger.
Nachwuchsförderung
Schüßler-Preis 2013 verliehen
dem Gründungsjahr des Büros
Bürojubiläum
40 Jahre PGB
Die Planungsgruppe Brachmann GmbH
aus München feierte im Juli gemeinsam
mit Mitarbeitern, Ex-PGB’lern, Auftraggebern und Partnern ihr 40. Firmenjubiläum. Firmengründer und Hauptgesellschafter Alexander Brachmann und PGB-Geschäftsführer Andreas Reithmayer begrüßten ihre Gäste aus Wirtschaft und Verwaltung mit einem speziell zu diesem Anlass
erarbeiteten PGB-München-Stadtführer,
der die Projekt-Highlights der vergangenen 40 Jahre vorstellt.
Als Gesellschaft für vernetzte Bauberatung
deckt die Planungsgruppe Brachmann in
breites Aufgabengebiet ab. Ihre Arbeitsweise zeichnet sich durch eine lösungsorientierte und die einzelnen Fachgebiete
integrierende Denkweise aus. Kreative und
innovative Lösungen in Verbindung mit
hoher Qualität bilden die Basis für langjährige Kundenbeziehungen mit vorwiegend öffentlichen Auftraggebern.
◀ Verleihung Schüßler-Preis 2013:
Norbert Schüßler, Melanie Franke,
Yanislav Boyanov, Prof. Josef Hegger (v. l.)
Fotos: Martin Lux
Am 9. August wurden die 22-jährige Melanie
Franke sowie der 24-jährige Neven Boyanov,
beide Studierende der Fakultät für Bauingenieurwesen der RWTH Aachen, mit dem Schüßler-Preis ausgezeichnet. Der inzwischen zum
19. Mal vom VBI-Mitgliedsunternehmen
Schüßler-Plan vergebene Preis ist mit je 5.000
Euro dotiert und ermöglicht den Preisträgern
einen Studienaufenthalt im Ausland.
In diesem Jahr überreichten der Prodekan der
Fakultät für Bauingenieurwesen der RWTH Aachen, Univ.-Prof Dr.-Ing. Josef Hegger, und
Dipl.-Ing. Norbert Schüßler, geschäftsführender Gesellschafter von Schüßler-Plan, gemeinsam den Preis. Höhepunkt des Festprogramms
war ein Vortrag von Prof. Stefan Strick, Präsident der Bundesanstalt für Straßenwesen
(BASt), zum Thema „Intelligente Verkehrssys-
teme“. Darüber hinaus berichteten die vorjährigen Preisträger von ihren Studienaufenthalten in Florenz und Valencia. Für Neven Boyanov nahm dessen Bruder Yanislav die Auszeichnung in Empfang, da der Preisträger bereits
sein Studiensemester in Australien an der
Queensland University of Technology angetreten hatte. Melanie Franke wird in Frankreich
an der École Centrale de Marseille studieren.
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NAMEN UND NACHRICHTEN
UBA-Neubau
Erstes Null-Energie-Haus des Bundes
Das Umweltbundesamt (UBA) bezog am
30. August sein neues, „Haus 2019“ getauftes
Bürogebäude in Berlin-Marienfelde. Das ökologische Modellprojekt für zunächst 31 Beschäftigte soll sich als „Null-Energie-Haus“
komplett selbst mit Energie versorgen. Ein detailliertes Monitoring wird zeigen, ob das Gebäude in einem Jahr tatsächlich eine ausgeglichene Energiebilanz vorweisen kann. Der
Neubau soll, so UBA-Präsident Jochen Flasbarth bei der Eröffnung, mindestens dem neuen EU-Standard für Niedrigstenergiehäuser
entsprechen, der für öffentliche Gebäude ab
2019 gilt. Darauf bezieht sich auch der Name
des Gebäudes.
Während der Bau des ersten Null-EnergieHauses des Bundes dank der Holztafelbauweise nur wenige Wochen dauerte, stellten
Innenausbau und technische Gebäudeausrüstung eine besondere Herausforderung dar.
Die Versorgung erfolgt ausschließlich mit re-
generativen Energien: durch Photovoltaik und
eine Wärmepumpe, die den Energiegehalt des
für betriebliche Zwecke geförderten Grundwassers nutzt. Auf der Verbrauchsseite wurden alle technischen Anlagen und Arbeitsmittel nach höchsten Effizienzstandards ausgewählt.
Die hohen energetischen Anforderungen sollen aber nicht auf Kosten des Nutzerkomforts
gehen. In der ersten Nutzungsphase werden
deshalb die Einstellungen der Gebäudeautomation mit den realen Bedingungen und dem
konkreten Verhalten der Nutzer abgeglichen.
Der Name „Haus 2019“ bezieht sich auf die
Richtlinie der EU zur Gesamtenergieeffizienz
von Gebäuden. Diese sieht einen Standard für
Niedrigstenergiegebäude vor, sogenannte
Null-Energie-Häuser. Für Gebäude öffentlicher Institutionen gilt dieser Standard bereits
ab 2019, für alle anderen ab 2021.
▼ UBA-Neubau „Haus 2019“ in Berlin
Bauarbeitsmarkt
Studentenrekord
Beim Bauingenieurnachwuchs zeichnet sich
eine Entspannung der Lage ab. Das geht aus
dem Branchenbericht „Der Arbeitsmarkt im
Bausektor“ hervor, den der Hauptverband der
Deutschen Bauindustrie gemeinsam mit dem
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(IAB) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)
bereits zum dritten Mal erstellt hat. Danach
registrierten die Hochschulen 2011 mit 17.500
Studienanfängern im Bauingenieurwesen ei-
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BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
nen neuen Höchststand. Außerdem verzeichnete das Bauingenieurwesen im Vergleich aller Studiengänge zwischen 2006 und 2011 die
stärksten Zuwachsraten. „Hier zeigt sich, dass
der Bau als Arbeitgeber nach wie vor attraktiv
ist. Das Schaffen bleibender Werte zieht auch
bei der Generation Facebook“, kommentierte
der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, RA Michael
Knipper, die Entwicklung.
Der Zuwachs bei den Studienanfängern schlägt
sich laut Branchenbericht mittlerweile auch in
▲ BAK-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann
Bundesarchitektenkammer
Präsidentin gewählt
Barbara Ettinger-Brinckmann heißt die neue
Präsidentin der Bundesarchitektenkammer
(BAK). Sie ist die erste Frau an der Spitze, der
1969 gegründeten BAK. Wichtigste Aufgabe
des Präsidenten sei es, so Etinger-Brinckmann
nach ihrer Wahl, dem Berufsstand „eine Stimme“ zu geben und seine Positionen durchzusetzen. Es gehe dabei etwa um die Verteidigung des freien Berufs in Deutschland und
der EU, um Wettbewerbspolitik, Vergaberegeln und ein eigenständiges Architekten- und
Ingenieurvertragsrecht. Und natürlich gehe
es um Baukultur und Öffentlichkeitsarbeit.
Barbara Ettinger-Brinckmann wurde im Jahr
2004 zur Präsidentin der Architekten- und
Stadtplanerkammer Hessen gewählt, war zuvor vier Jahre lang Vizepräsidentin. Sie ist seit
1980 freiberuflich tätig, seit 1994 in der ANP
GmbH mit Michael Bergholter. Das Büro ist
auf den Gebieten Hochbau, Städtebau / Stadtplanung und Verfahrensmanagement tätig.
Bei der Wahl bestätigte die Bundeskammerversammlung die beiden Vizepräsidenten Joachim Brenncke und Martin Müller in ihrem
Amt. Neuer Vizepräsident wurde Prof. Ralf
Niebergall.
den Absolventenzahlen nieder. Seit dem Tiefpunkt von nur 4.800 Absolventen 2008 ging
es stetig bergauf. 2011 verließen bereits 6.000
Absolventen mit einem erfolgreich abgeschlossenen Bauingenieurstudium die Hochschulen, 43 % davon als Bachelor. Laut Absolventenbefragungen planen jedoch viele
Bachelorabsolventen unmittelbar im Anschluss ein Masterstudium.
Die Abbruchquote im Studienfach Bauingenieurwesen liege aber nach wie vor über dem
Durchschnitt aller Studiengänge.
Straßeninfrastruktur
Deutschland gefährdet
Standortvorteil
142 Euro investierte Deutschland 2011 pro Einwohner in Straßen und Brücken. Westeuropäische Nachbarländer gaben im
Durchschnitt mit 226 Euro deutlich mehr aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Initiatve für Verkehrsinfrastruktur
Pro Mobilität, zu deren Mitgliedern der VBI gehört. Der Vergleich
der Investitionen von 13 westeuropäischen Staaten durch Pro
Mobilität zeigt: „Andere Staaten haben besser verstanden, dass
moderne, leistungsfähige Verkehrswege nicht zum Nulltarif zu
haben sind“, stellte Dr. Peter Fischer, Präsident des Infrastrukturverbandes, kritisch fest. Während die anderen untersuchten
Länder seit 2000 ihre Investitionen in Straßen und Brücken um
30 % erhöhten, habe Deutschland hingegen lediglich 2009 mit
Konjunkturpaket nochmals das Niveau von 2000 erreicht. Unter Berücksichtigung der Baupreissteigerungen seien die Investitionen seit 2000 real sogar um 20 % gesunken, 2011 ein Tiefstand erreicht worden.
Ein wichtiger Standortvorteil, das ehemals vorbildliche Straßennetz, habe bereits spürbar an Qualität verloren, so Fischer. Die
Sperrung der A1-Rheinbrücke bei Leverkusen hat die gravierenden Folgen veranschaulicht, die eine einzige marode Autobahnbrücke für die Menschen und die Wirtschaft einer ganzen Region hat.
„Als Außenhandelsnation und Drehscheibe für den europäischen Warentransport muss Deutschland viel mehr dafür tun,
die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes zu stärken“, betont Fischer. Bisher sei der Trend ein anderer: Gemessen am Bruttoinlandsprodukt reduzierte sich der Anteil der Investitionen in
Straßen und Brücken in Deutschland von 0,58 % im Jahr 2000 ▲ Leistungsfähig nach Umbau: Autobahndreieck Braunschweig-Südwest 2012
auf 0,45 % im Jahr 2011.
Foto: Eurovia
Nachruf
Trauer um Hiltrud Relecker
Der VBI-Bundeskongress 2013 steht bevor,
die Organisiation läuft auf Hochtouren –
doch diesmal ist alles anders. Das eingespielte Team in der VBI-Geschäftsstelle
muss erstmals ohne Hiltrud Relecker, die
nach kurzer schwerer Krankheit am 18. August viel zu früh verstorben ist, das jährliche Verbandstreffen vorbereiten. Darauf
waren wir nicht gefasst, sie fehlt in der Geschäftsstelle in Berlin und sie fehlt in vielen
VBI-Projekten, die sie mitangeschoben und
zum Erfolg geführt hat, wie z. B. den Wettbewerb um den Deutschen Brückenbau-
preis, den Messeauftritt zur Expo-Real, Parlamentarische Abende...
Wer je mit ihr in Berlin oder anderswo unterwegs war, weiß wie vielfältig ihre Kontakte in
die Politik, Verbandsszene und Planerbranche waren. Dazu ihr mit Charme und Souveränität gepaartes Organisationstalent und ihr
fröhliches Lachen – Hiltrud Relecker hat sich
mit all ihrem Können, langjähriger Erfahrung
und ganz persönlichem Engagement für den
VBI in vielen Gremien und Verbändeinitiativen engagiert. Die Lücke, die sie lässt, wird
nicht so leicht zu schließen sein. Vorstand, Ge-
schäftsführung und VBI-Mitarbeiter vermissen sie und werden ihr Andenken im VBI
hochhalten.
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NAMEN UND NACHRICHTEN
Energieeffizienz-Expertenliste
Übergangsfrist für KfW-Programme endet
am 31. Dezember 2013
Seit Ende 2011 ist die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes online. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung (BMVBS), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(BMWi), das Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW-Bankengruppe (KfW) haben die Liste ins Leben gerufen, um Verbrauchern eine bundesweit einheitliche Liste qualifizierter Experten für hochenergetische Sanierungs- und Neubauprojekte zur Verfügung zu stellen.
Mittlerweile haben sich weit über 5.000 Fachleute eingetragen. Fast 80 % davon sind Architekten und Ingenieure, 13 % als unabhängige Handwerker tätig. Die gelisteten Experten sind besonders aktiv in den Förderprogrammen der KfW für energetisches Bauen
und Sanieren und der geförderten Vor-OrtBeratung des BAFA. Dabei ist derzeit lediglich
der Eintrag für die geförderte Baubegleitung
der KfW (Programm 431) verpflichtend. Für
die restlichen KfW-Programme und die VorOrt-Beratung (BAFA) ist der Eintrag freiwillig.
Die KfW hat jedoch angekündigt, dass voraussichtlich ab 1. Februar 2014 die Verpflichtung
für alle Förderprogramme rund um das Thema energetisches Bauen und Sanieren gilt.
Voraussetzung für die Eintragung als Energieeffizienz-Experte ist eine Ausstellungsberechtigung für Energieausweise nach § 21 (EnEV)
und eine Weiterbildung zum Gebäudeener-
gieberater. Es gelten die Weiterbildungsinhalte des Regelhefts der Expertenliste, die sich
an der Richtlinie der BAFA-Vor-Ort-Beratung
(2012) orientiert. Alle zwei Jahre müssen die
Fachleute durch Fortbildungsnachweise und
Praxisarbeiten darlegen, dass sie auf dem
neusten Stand der Technik sind – sowohl theoretisch als auch praktisch.
Übergangsfrist endet
Für Experten, die eine Weiterbildung gemäß
BAFA-Richtlinie (2009 oder älter) besitzen, gibt
es unterschiedliche Regelungen für BAFA und
KfW. Wer sich für die Vor-Ort-Beratung (BAFA)
eintragen will, muss zusätzlich 16 Unterrichtseinheiten aus dem Fortbildungskatalog der
Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes nachweisen. Für die KfW
gilt diese Übergangsregelung nur bis 31. Dezember 2013 und nur für nach 2001 absolvierte Weiterbildungen. Ab 1. Januar 2014
stellt die KfW erhöhte Weiterbildungsanforderungen. Danach müssen Experten, die eine „alte“ Weiterbildung absolviert haben, die
Differenz zur neuen Weiterbildung nachweisen. Das sind 80 Unterrichsteinheiten gemäß
der neuen Weiterbildungsinhalte. Informationen dazu sind auf der Website der Liste unter „Nachschulungen“ zu finden.
Viele Ingenieure haben über ihre Berufserfahrung entsprechende Qualifikationen erreicht. Für die KfW-Programme besteht für sie
▲ Eintragungsbedingungen für die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes
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BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
bis 31. Dezember die Möglichkeit, sich statt
der Weiterbildung über Referenzen einzutragen. Dazu können in einer Online-Maske zwei
Referenzgebäude eingegeben werden, die
nach den KfW-Effizienzhaus-Standards 40/55
neu gebaut oder nach dem KfW-Standard 70
saniert wurden. Wichtig: Ab 1. Januar 2014
werden nur noch Weiterbildungen akzeptiert.
Keine BAFA-Liste mehr
Das BAFA bleibt weiterhin zuständig für die
Vor-Ort-Energieberatung, es wird aber keine
eigene Beraterliste des BAFA mehr geführt.
Das heißt, dass Experten, die eine BAFA-Nummer besitzen, wie bisher eine geförderte VorOrt-Beratung nach den Regeln des BAFA
durchführen können, aber nicht automatisch
in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes zu finden sind.
Dazu ist eine Neuanmeldung mit bisheriger
BAFA-Nummer und Nachweis der im Regelheft geforderten Qualifikation erforderlich.
Für die meisten bedeutet dies, dass sie noch
16 Unterrichtseinheiten aus dem Kriterienkatalog für die Fortbildung nachweisen müssen.
Anders ist es bei der KfW: Experten, die eine
geförderte Baubegleitung durchführen (Programm 431), müssen in die Expertenliste eingetragen sein. Die KfW hat zudem angekündigt, dass voraussichtlich ab 1. Februar 2014
die verbindliche Anwendung der Expertenliste für alle KfW-Programme „Energieeffizient
Bauen und Sanieren“ gilt. Das heißt, dass ab
diesem Zeitpunkt für diese Programme nur
Fachleute hinzugezogen werden dürfen, die
in die Liste eingetragen sind. Das betrifft dann
auch die Einzelmaßnahmen.
Unabhängigkeitsklauseln
Experten müssen die Unabhängigkeitsklauseln beachten. Für die Vor-Ort-Beratung
BAFA gilt wie bisher, dass Interessenten trotz
fachlicher Qualifikation nicht antragsberechtigt sind, wenn sie bei der Beratung ein wirtschaftliches Eigeninteresse an bestimmten Investitionsentscheidungen des Beratenen haben können. Die KfW verlangt für die Förderung, dass die Experten nicht gleichzeitig planen und umsetzen dürfen. Das betrifft in der
Regel vor allem Handwerker, die neben einer
beratenden oder planerischen Tätigkeit auch
ausführende Arbeiten wie z.B. den Einbau einer neuen Heizung übernehmen. Klassische
NAMEN UND NACHRICHTEN
Architektenleistungen wie die Baubegleitung
zählen nicht als bauausführende Arbeit.
Weitere Informationen und das Online-Anmeldeformular finden Interessierte unter
www.energie-effizienz-experten.de.
Erläuterungen zu den Qualifikationsanforderungen: www.energie-effizienz-experten.de/
vorabinformationen
Bei Fragen hilft das Team der EnergieeffizienzExpertenliste für Förderprogramme des Bundes: Tel: 030/726165-828. Aufgrund des großen Interesses ist mit Wartezeiten zu rechnen.
Christian Stolte, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude der Dena
KURZ GESAGT
 Mit der Neuauflage der Broschüre „Die
europäische Mauerwerknorm“ hat die KLB
Klimaleichtblock GmbH, Andernach, auf
die Fortschreibung der Nationalen Anhänge des Eurocodes 6 (DIN EN 1996) reagiert.
In Zusammenarbeit mit Prof. Carl-Alexander Graubner (TU Darmstadt) wurde die
Infoschrift vollständig überarbeitet und
fasst jetzt den aktuellen Stand der Technik kompakt zusammen. Praktische Bemessungsbeispiele und Berechnungen zeigen das vereinfachte Nachweisverfahren
für unbewehrte Mauerwerksbauten und
seine Anwendung. Download: www.klb.de
oder als Print-Version bestellbar per EMail unter [email protected].
 Die Forschungsinitiative Energiespeicher informiert über ihr neues Webportea unter www.forschung-energiespeicher.info über Projekte, Technologien und
Forschungsergebnisse der Initiative. Ziel
der Initiative ist es, mittelfristig eine große Bandbreite von wettbewerbsfähigen
Speichertechnologien für Strom, Wärme
und andere Energieträger verfügbar zu
machen. Die Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
(BMU) sowie für Bildung und Forschung
(BMBF) stellen dafür rund 200 Mio. Euro
zur Verfügung
◀ Visualisierung
Eingangsbereich des
künftigen Dresdner
Kulturkraftwerks vom
Wettiner Platz aus
gesehen
Abbildung: PFP
Planungs GmbH
VBI-YP-Preis 2013
Wettbewerb entschieden – Preis geht nach
Dresden
Ghassan Akra, Niederlassungsleiter der decon
Deutsche Energie GmbH, ist Gewinner des VBIYoung-Professional-Preises 2013. Damit verbunden ist die kostenlose Teilnahme an der
EFCA-Mitgliederversammlung im Mai 2014 in
Warschau. Außerdem ist seine Wettbewerbsarbeit zugleich für den Wettbewerb um den
europaweiten EFCA-YP-Preis 2014 nominiert.
Die Young Professionals im VBI, die Plattform
für den Führungskräfte- und BüroinhaberNachwuchs des Verbandes, haben den Preis
in diesem Jahr erstmals ausgelobt. Zentrales
Thema 2013 war „Innovation“.
Die Jury unter Vorsitz von Oliver Skowasch,
VBI-YP-Vorsitzender, hat am 23. September
getagt und den Beitrag des 31jährigen Akra
zur Revitalisierung und Bewirtschaftung eines ehemaligen Dresdner Industrieareals zum
Kulturkraftwerk als innovativsten Beitrag des
ersten Wettbewerbsjahrgangs zum Sieger gekürt. Der besondere Beitrag des jungen Diplomingenieurs zum Projekt Kulturkraftwerk
war die „Erarbeitung eines konkreten, praxistauglichen Leistungsbildes für das Planungsund baubegleitende Facility Management in
einer Kultureinrichtung dieser Diemension“,
wie die Stadt Dresden als Auftraggeber bescheinigt. Die neuartige, frühzeitige Einbeziehung des FM in den dialogischen Vergabe-
wettbewerb habe u. a. dazu geführt, dass die
bisher ermittelten Energiebilanzen sowie die
Vorberechnung der künftigen Lebenszykluskosten derzeit um 25 bis 30 % unter den zu
Projektbeginn veranschlagten Werten liegen.
Das überzeugte auch die Jury, die Akra den
ersten Preis zuerkannte, und darüberhinaus
zwei 2. Preise vergab. Die entsprechenden Urkunden gehen an den ebenfalls 31jährigen
Norman Beherzig, Mitglied der Geschäftsleitung der dc-ce RZ-Beratung Ulrich Terrahe in
Frankfurt/M. Sein Wettbewerbsbeitrag ist die
federführende Mitarbeit an der Entwicklung
einer energieffizienten Klimatisierungslösung
in Form einer Klimazelle für ein Rechenzentrum der TU Berlin.
Als gleichwertig beurteilte die Jury den Beitrag von Dipl.-Ing. Martin Fischnaller, seit März
außerdem MBA, der als Prokurist bei AJG Ingenieure in München arbeitet. Der 32jährige
war als Tragwerksplaner verantwortlich für
die sowohl ästhetisch gelungene als auch tragwerksplanerisch innovative Holzbaukonstruktion für die Erweiterung des Klassentrakts und
die neue Sporthalle des Michaeligymnasiums
in München.
Der Auszeichnung der Preisträger findet am
18. Oktober in Hamburg im Rahmen des VBIBundeskongresses statt.
VBI-Fachgremien
Bahlert leitet Arbeitskreis TWU
Der Arbeitskreis Interdisziplinäre Beratung und die Fachgruppe Technisch Wirtschaftliche Unternehmensberatung TWU haben Mitte September Dipl.-Ing., Dipl.-Kfm. Patrick Bahlert von
der Probiotec GmbH, Consulting für Umwelt- und Biotechnik, Düren-Gürzenich, zum neuen
Vorsitzenden gewählt. Als stellvertretender Vorsitzender ist künftig Prof. Dr.-Ing. Bernd Schweibenz von der PMS Projektmanagement Services GmbH, München, tätig.
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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NAMEN UND NACHRICHTEN
Weiterbildung
Power-Tag für beratende
Ingenieure
Beratende Ingenieure haben eine hochkarätige Expertise in ihrem Fachgebiet. Die Kraft
aus diesem Know-how kommt aber nur dann
richtig zur Entfaltung, wenn es gelingt, Fach, Marketing- und Selbstführungsexpertise zu
verbinden. Der Anteil des im Studium dazu
vermittelten Marketingwissens ist vernachlässigbar gering, von der Vermittlung der Anforderungen, um erfolgreich ein eigenes Ingenieurbüro zu führen, ganz zu schweigen. Hinzu kommt, dass das Tagesgeschäft, gerade bei
gut laufenden Büros, nicht viel Raum für gezielte Weiterentwicklung außerhalb des eigenen Fachgebietes lässt.
Genau hier aber liegt der Kern: Das operative Geschäft wird uns nie „Zeit lassen“. Zeit ist
eine Frage von Prioritäten, man muss sie sich
nehmen. „Hätte ich doch damals ...“, so beginnen Sätze, die nicht gut enden. Der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt, wenn es um
Wachstum und das Wachstum Ihres Ingenieurbüros geht. Wachstum aber beginnt im Kopf
bei einer entsprechenden Einstellung. Wachstum bedarf eines anspornenden Anspruchs
an sich und sein Umfeld, Wachstum benötigt
vor allem auch das Wissen, Marketing nicht
auf ein tolles Logo und eine Website zu reduzieren, sondern Marketing als Prozess zu verstehen, der gar nichts mit Werbung zu tun haben muss.
Leichter gesagt als getan? Vielleicht. Aber: Es
gibt Methoden, Vorgehensweisen, Verfahren,
die sich Ingenieure zu eigen machen können,
wenn sie wollen, dass ihr Büro gesund wächst.
„Wohlgemerkt in dieser Reihenfolge: Erst
wachsen Sie, dann Ihr Büro,“ erläutert Managementberater Prof. Dr. Guido Quelle. „Sie
können nicht von Ihren Mitarbeitern erwarten, dass sie wachsen, wenn Sie selbst es nicht
tun. Führen bedeutet, voranzugehen.“ Der
speziell zugeschnittene „Power-Tag für beratende Ingenieure“ am 30. Oktober 2013 in
Köln will umfassend informieren und motivieren: Wie wird man zum Vordenker? Wie
bringen wir uns und unsere Mitarbeiter in einen Wachstumsmodus?
Anmeldung: www.mandat.de/de/menu/leistungen/workshops/powertag/
12
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
Premiere
Ingenieurpreis Straße und Verkehr verliehen
Mitt September wurde zum ersten Mal der
von der Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (BSVI) ausgelobte Deutsche Ingenieurpreis Straße
und Verkehr verliehen. Den feierlichen
Rahmen bot die Festveranstaltung zum
50-jährigen BSVI-Jubiläum in Berlin.
Vergeben wurde der Preis in den drei Kategorien Innovation, Verkehr im Dialog
und Baukultur
Preisträger in der Kategorie Innovation
wurde das Projekt „Aus Moorboden wird
tragfähiger Baugrund einer Bundesstraße mit Hilfe des Vakuum-Verfahrens“, eingereicht von der Arbeitsgemeinschaft Erfder Damm, weil das dort angewendete
Verfahren eine mögliche zukünftige Bauweise darstellt, die Bauzeit und Kosten
senken hilft und gleichzeitig nachhaltig
ist.
In der Kategorie Verkehr im Dialog war
das Projekt „Neugestaltung des historischen Hildegardplatzes“ (eingereicht durch die Stadt
Kempten im Allgäu) erfolgreich. Aufgrund der
Einzigartigkeit des integrierten Beteiligungsund Dialogprozesses, den
das Amt für Tiefbau und Verkehr der Stadt Kempten parallel
zu den Planungs- und Entwurfsarbeiten durchführte, wurde dieses Projekt mit
dem Ingenieurpreis Straße und Verkehr
ausgezeichnet.
Die Kategorie Baukultur war geprägt durch
sehr unterschiedliche Projekte. Die Jury
entschied sich schließlich für das Projekt
„Gestalthandbuch A 40/B 1“, das durch die
Stadt Bochum stellvertretend für die A-40Anrainerstädte Moers, Duisburg, Mülheim
an der Ruhr, Essen, Dortmund und Unna
eingereicht worden war. Das „Gestalthandbuch A 40/B 1“ wurde ausgezeichnet, weil
damit ein regionales, gemeindeübergreifendes und prozessorientiertes Straßenumbau- und Entwicklungskonzept geschaffen wurde, um in fachübergreifender Zusammenarbeit rein funktionalen Straßenraum zu identitätsstiftenden Stadtraum
umzugestalten.
www.bsvi.de
KURZ GESAGT
 Die 1998 zunächst als „klassisches Vermessungsbüro“ gegründete AMENT Ingenieurgesellschaft mbH feierte im August 15-jähriges Bürojubiläum. Das inzwischen auf die
Vermessung und Dokumentation von abwassertechnischen Bauwerken und innerstädtischen Gleisanlagen spezialisierte Büro ist für die Zukunft gut gerüstet. „Mit der Investition in eine Schachtinspektionsausrüstung für Abwasser-Schächte, einen Kugelbildscanner Panoramo SI, haben wir unser Dienstleistungsangebot erweitert“, sagt Geschäftsführer Ulrich Ament, der seit 2011 dem Vorstand im VBI Sachsen angehört, im VBI-Wasserausschuss sowie im Arbeitskreis Vergabe- und Vertragsrecht aktiv ist.
WORAN ARBEITEN SIE GERADE?
Wir arbeiten ...
Schlaich bergermann und partner sbp, Stuttgart, www.sbp.de
… an der Revitalisierung einer Multifunktionsarena in Mailand
Das Team von schlaich bergermann und partner hat gemeinsam mit dem Büro Populous,
London, und em Architekten Vittorio Grassi
den Wettbewerb um das neue Maspes Vigo-
relli Velodrome in Mailand gewonnen. Das
Ziel des Projektes ist eine Multifunktionsarena mitten in der Stadt zu entwickeln, die eine möglichst breite Öffentlichkeit anzieht. Der
Entwurf nimmt das bestehende historische
Bauwerk auf und überträgt es in einen modernen Kontext. Dafür wurde eine Struktur
entwickelt, die sich auf den alten Grundrissen bewegt. Diese Transformation des Alten
in etwas Neues soll die historische Bedeutung
des Maspes Vigorelli Velodromes herausstellen und bewahren. Eine durchdachte Erschließung und viel Raum für Sportgeräte und -ausrüstung erlauben ein breites Angebot an Freizeit- und Leistungssport sowie Entertainment.
Architektonisches Highlight der Sportarena
wird die neue leichte Fassade, die Bestand
und Neuplanung elegant umhüllen wird. Der
Entwurf sieht eine Fassade aus rautenförmigen Elementen aus Aluminium und Polyethylen vor. Die Panels lassen viel natürliches Licht
in die Arena, schützen jedoch gleichzeitig vor
direkter Sonneneinstrahlung. Durch die Öffnungen ist es gleichzeitig möglich, hinter der
neuen Fassade die Elemente des historischen
Bestands zu erkennen.
CDM Smith Consult GmbH, Bochum, www.cdmsmith.com
…an der Ertüchtigung des Sylvenstein-Staudamms
Foto: Bauer
Beim diesjährigen folgenschweren Junihochwasser blieben Städte und Landkreise im Umfeld der Isar von Wasserschäden verschont. Ein
Grund dafür dürfte die regulierende Wirkung
des 1959 erbauten Sylvensteinstausees sein,
der München und Bad Tölz vor Isarhochwassern schützt und seit 2008 unter Federführung
des international tätigen Ingenieurdienstleis-
ters CDM Smith ertüchtigt wird. 2015 soll das
Projekt, in das Bayern 25 Mio. Euro investiert,
abgeschlossen sein. Um die Stabilität des
200 m langen und 43 m hohen Staudamms
auch in Zukunft sicherzustellen, werden eine
Dichtwand und ein neues Sickerwasserüberwachungssystem installiert. CDM Smith erbringt
im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim die dafür notwendigen Ingenieurleistungen wie Objekt- und Tragwerksplanung, Dammstandsicherheitsnachweise, landschaftspflegerische Begleitpläne sowie die örtliche Bauüberwachung. Teil der Ertüchtigung ist der nachträgliche Einbau eines 350 m langen Stollens,
der über eine Länge von 160 m in den Damm
eingebracht wird. Eine weltweit einmalige Baumaßnahme. „Hier entsteht ein High-End-Produkt zum Schutz und zur Sicherheit vor Hochwasser auf höchstem technischen Niveau“, sagte Bayerns Umweltminister Marcel Huber anlässlich der Tunneltaufe im Mai.
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
13
WORAN ARBEITEN SIE GERADE?
Dess+Falk GmbH, Nürnberg, www.dess-falk.de
… am neuen Bürobau für Schwan-Stabilo in Heroldsberg
mit zeitgemäßer technische Gebäudeausrüstung, für die rund 5 Mio. Euro aufgewendet
werden. Bei der Planung ergaben die Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Dess+Falk,
dass die Nutzung von Geothermie die energieeffizienteste Lösung für Heizung und
Kühlung ist. Konzipiert wurden
59 Sonden und 15 Ener-
giepfähle. Damit wird auch, zusätzlich zur freien Kühlung, das zentralisierte Rechenzentrum
(Rechnerleistung 300 kW) gekühlt, während
die Abwärme aus dem Rechenzentrum mit
einer Wärmepumpe gekoppelt für die Beheizung des Verwaltungsgebäudes genutzt
wird. Von besonderem planerischem Interesse war auch die Elektrotechnik
für das Rechenzentrum.
Abbildung: mvmarchitekten + starke architektur
Das Schreibgeräteunternehmen Stabilo International baut am Standort Heroldsberg sein
neues Bürogebäude mit integriertem Rechenzentrum. Ende 2014 sollen etwa 100 Mitarbeiter einziehen. Das Ingenieurbüro
Dess+Falk plante dafür u. a. die Heizungs-,
Lüftungs-, Sanitärtechnik und übernahm die
Objektüberwachung. Der Entwurf stammt von
mvmarchitekt + starkearchitektur, die 2008
den internationalen Wettbewerb mit ihrem
schwarzen Kubus gewannen. Der Neubau wird
5.000 m² groß und kostet rund 15,5 Mio. Euro.
Im Innern entsteht ein offenes Bürosystem
Pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, www.pbr.de
… am neuen Firmensitz des Unternehmens
Mitte Juli ist auf dem Gelände der ehemaligen Scharnhorstkaserne in Osnabrück Richtfest für das neue Bürogebäude der pbr Planungsbüro Rohling AG gefeiert worden. Das
bundesweit tätige Architektur- und Ingenieurbüro plante seinen neuen Standort mit mehr
als 200 Arbeitsplätzen bewusst in Universitäts- und Hochschulnähe. Den innovativen
und nachhaltigen Charakter des Neubaus unterstreicht der Goldstatus des auf der Expo
Real Anfang Oktober überreichten Vorzertifikats für nachhaltiges Bauen der DGNB. Der
Neubau wird neben den Büroflächen auch
eine Cafeteria und ein Reprocenter enthalten. Die technischen Anlagen sind so konzipiert, dass Verbrauchsdaten gezielt überwacht
und ausgewertet werden können. Der PbrBüroneubau bildet mit dem vis-a-vis entste-
14
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
henden InnovationsCentrum Osnabrück eine städtebauliche Kante, die als Eingang zum
neuen Quartier dient. An diesem Eingangs-
platz entstehen Besucherparkplätze und ein
zentraler Zugang zum Bürogebäude.
WORAN ARBEITEN SIE GERADE?
HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart, www.hwp-planung.de
HWP baut als eines der ersten deutschen Planungsunternehmen auf BIM und setzt die neue
Planungsmethode derzeit beim deutsch-amerikanischen Krankenhaus-Großprojekt „Medical Center Replacement“ in Ramstein gemeinsam mit dem U.S. Army Corps of Engineers erfolgreich ein. Auf mehr als 115.000 m² BGF wird
unter Mitwirkung der Architekten, Betriebsplaner sowie Medizin- und Labortechnikplaner von
HWP ein Krankenhausneubau für ca. 857 Mio.
Euro geplant. Neu ist, dass alle Informationen
zu jeder Zeit im Projekt in einer einzigen Datei,
dem BIM-Modell, gespeichert werden. An dessen Detaillierung sind alle in den Planungsprozess involvierten Personen unter intensiver Einbindung der Nutzer des geplanten Krankenhauses beteiligt. Das BIM-Modell wird dem
Krankenhausmanagement nach Projektende
übergeben und kann für umfangreiche Analysen im Betrieb z. B. im Facility Management
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Visualisierung: HOK Architects
… an der BIM-Einführung im Krankenhausbau
oder bei der Analyse von Lebenszyklen genutzt
werden. Mit dem Einsatz von Building Information Modelling findet die integrierte, interdisziplinäre Krankenhausplanung auf einer opti-
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mierten Arbeitsbasis statt. Davon profitieren
die involvierten Krankenhausmanager schon
im Projekt und auch später im Betrieb.
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Facility Management
Betriebskostensenkung durch inputgesteuerte
Instandhaltungsstrategie
von Holger Braack
Die Wartung von Brandmeldeanlagen mit
knapp 100 Unterzentralen und einem Netzwerk mit etwa 80.000 Melder-Punkten für das
Fluggastterminal – im BER-Gesamtbudget
stellen sich periodisch wiederholende Tätigkeiten dieser Art einen nicht unerheblichen
Kostenanteil dar. Daher lauten nicht nur für
dieses Großprojekt die anspruchsvollen Herausforderungen im Facility Management:
Schaffung einer langfristigen Planungssicherheit der Betriebskosten, permanente Überprüfung und Minimierung dieser Betriebskosten sowie Gewährleistung der dauerhaf-
16
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
ten störungsfreien Funktion sämtlicher gebäudetechnischer Anlagen.
Wenn es sich dann noch um ganz oder teilweise aus Steuergeldern finanzierte Bauvorhaben und Objekte handelt, schaut die Öffentlichkeit besonders genau hin. Einzelne
Fehlentscheidungen oder minimale Versäumnisse führen schnell zu zusätzlichen Kostenbelastungen im Millionenbereich. Die Folgekosten der daraus resultierenden Maßnahmen zur Imagekorrektur übersteigen häufig
die Mehrkosten des Betreibers für Wartung
und Instandhaltung um ein Vielfaches. Die
Betreiber des künftigen Hauptstadtflughafens – die Länder Berlin und Brandenburg
sind zu je 37 % und der Bund mit 26 % beteiligt – haben in dieser Hinsicht vorbildlich gehandelt und von Beginn an die Schuhr Betriebsmanagement GmbH mit der Entwicklung der Instandhaltungsstrategie beauftragt.
Steuerndes Bindeglied zwischen
Betreiber und externen Dienstleistern
Die Schuhr Betriebsmanagement GmbH, ein
bundesweit tätiges Planungs- und Consultingbüro für Gebäude- und Facility Manage-
INGENIEURBERATUNG
P
◀ BER aus der Vogelperspektive
Foto: Günter Wicker / Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH
Arbeitskarten /
Checklisten
AnlagenKalkulationsbasis
Techn.Gerätekarte für
einschl.
Zeiten und Kosten
Verschleißmaterialien
MinutenKalkulationsbasisTabellen
TGM-Wartungstool
Instandhaltung
PrüffristenManagement
JahresKapazitätsplanung
JahresWartungsplan
Bestandsaufnahmen
▶ Dynamische Reduzierung
der Betriebskosten durch
inputgesteuerte Instandhaltungsstrategie
der Gebäudetechnik
einschl. Eingabe
mit den betrieblichen Leistungen
Übersicht aus
Jahres-Wartungsplan & Jahres-Kapazitätsplanung
Quelle: Schuhr BMG
ment, hat sich auf das planende und baubegleitende Facility Management sowie die Optimierung der technischen Betriebsführung
von gebäudetechnischen Anlagen spezialisiert. Die langjährige Praxiserfahrung des FMPlanungsbüro-Inhabers und seiner Mitarbeiter wird gezielt zur Prozessoptimierung und
zum Aufspüren von Kosteneinsparpotenzialen eingesetzt.
Vorbereitend für die Inbetriebnahme des
Flughafens Berlin Brandenburg erarbeitet die
Schuhr BMG Instandhaltungs-Ausschreibungen (Vergabepakete) für sämtliche gebäudeund flugbetriebstechnischen Gewerke und
begleitet die Prozesse der Angebotseinholung
und Angebotsauswertung, die anschließenden Bietergespräche und die Auftragsvergabe planerisch und beratend.
„Erfahrungsgemäß gelingt über die Strukturierung sämtlicher gebäudetechnischer Prozesse mittels des von uns initiierten Ausschreibungsverfahrens in Verbindung mit unserer
Instandhaltungsstrategie eine Reduzierung
der Betriebskosten von mindestens 20 %“,
sagt Günter Schuhr, Inhaber der Schuhr BMG,
basierend auf seinen langjährigen Erfahrungen aus unterschiedlichsten Großprojekten.
Den Rahmen der Tätigkeiten seines Teams
bildet die DIN 31051, die das technische Facility Management einschließlich der ganzheitlichen Instandhaltung definiert. Die begleitenden Maßnahmen werden in Anlehnung an DIN 32541 zur Unterstützung des
Auftraggebers durchgeführt.
Besonders herausfordernd gestaltet sich die
frühzeitige Vermeidung möglicher Fehlentwicklungen, die erst ab dem Zeitpunkt der
Betriebsaufnahme sichtbar und kostenrelevant würden. Günter Schuhr betont: „Unsere komplexen Tätigkeiten bei der FM-Planung
haben keinerlei Auswirkung auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Flughafens,
sehr wohl aber werden diese ihren Beitrag
zum reibungslosen und kostenoptimalen Betrieb leisten.“
Den Kern des Fachaustausches bilden die von
der Betreiberabteilung „Technisches Facility
Management des Flughafen Berlin Brandenburg“ (FBB-T) initiierten wöchentlichen Besprechungen des Projektteams gemeinsam
mit dem Einkauf, der Rechtsabteilung und
den leitenden Ingenieuren der unterschiedlichen Fachabteilungen. Die Grundlage des
Wochenmeetings ist die Statuserhebung anhand eines Prozess-/Terminablaufplanes, der
zu Beginn der Planungsleistungen von der
Schuhr BMG konzipiert wurde und in dem im
weiteren Fortgang die aktuellen Entwicklungen Berücksichtigung finden. Dazu gehört etwa die Darstellung des zeitpunktbezogenen
Standes der Vergabepakete und die Dokumentation der Prozessentwicklungen. Die damit verbundenen Klärungsbedarfe, personelle Zuständigkeiten sowie Terminsetzungen
werden ermittelt.
Zusätzlich zu den Projektteam-Besprechungen finden regelmäßig ergänzende Abstimmungen mit den Fachabteilungen im Einzelgespräch statt, um Details zu gewerkespezifischen Fragestellungen zu klären.
Kostenreduktion durch Ausschreibung
von Instandhaltungsleistungen
Das Vorgehen bei der Planung der Instandhaltungsleistungen berücksichtigt die komplexen Betriebsstrukturen am künftigen Flughafen Berlin Brandenburg. Das bedingt effektive Werkzeuge zur Bestandsaufnahme,
Planung, Kontrolle und Steuerung der Bewirtschaftungskosten der Immobilien. Mit einer ganzheitlichen Strategie unterstützt die
Schuhr BMG die gemeinschaftliche Erarbeitung von effizienten Instandhaltungslösungen zur Strukturierung von Arbeitsabläufen,
Wartungs- und Instandhaltungsprozessen.
Unabhängige, neutrale Eigenkalkulationen
der Schuhr BMG schaffen beste Vorrausetzungen für die fundierte Beurteilung der angebotenen Wartungs-, Inspektions- und Instandsetzungskosten. Sie erlauben den detaillierten Preisvergleich und geben Aufschluss über
die Plausibilität der Preiskalkulationen.
Der Bezug zu den projektbezogenen Instandhaltungsstrategien ist jederzeit gewährleistet. Dabei verfolgt die Schuhr BMG konsequent den Ansatz der inputgesteuerten Instandhaltungsstrategie. Im Gegensatz zur outputgesteuerten Instandhaltungsstrategie werden die zu erbringenden Leistungen bis ins
Detail nach-vollziehbar definiert und den anbietenden Wartungs-Unternehmen vorgegeben.
Dies garantiert die transparente Darstellung
und Bewertung aller differenzierten Leistungen. Ein fortlaufender FM-Controlling-Prozess ermöglicht die Reduzierung der Betriebs-
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
17
INGENIEURBERATUNG
◀ Schon aus der Luft
ist der Name des
Flughafens gut an
der Glasfassade zu
erkennen
Foto: Günter Wicker/
Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH
kosten während des Gebäudebetriebes und
eine ständige Optimierung der Instandhaltungsleistungen. Der Auftraggeber ist in der
Lage, schnell und angemessen auf sich verändernde Bewirtschaftungsbedingungen zu
reagieren. Gerade Betreiber der öffentlichen
Hand sind so in der Lage, Kostenstrukturen
offen darzulegen und die Kosteneffizienz der
Bewirtschaftung nachzuweisen.
Schritt für Schritt zur nachhaltigen
Jahres-Wartungsplanung
Das Vorgehen der Schuhr BMG folgt bewährten und durchgängig am Ziel der Kostenreduktion orientierten Abläufen: Im ersten
Schritt werden vor Ort umfassende Bestandsaufnahmen der kompletten Gebäude- und
Flughafenbetriebstechnik vorgenommen. Die
Bestandsaufnahmen dienen der transparenten Inventarisierung und sind die Basis für die
Ausarbeitung der Arbeitskarten und WartungsChecklisten.
Jedes wartungsrelevante Bauteil einer gebäude- oder flugbetriebstechnischen Anlage wird
In den Arbeitskarten dargestellt. Eine exakte
Beschreibung der Wartungs- beziehungsweise Inspektionstätigkeiten und die Festlegung
von deren Intervallen innerhalb eines Jahres
bilden die Grundlage für die Strukturierung
von Arbeitsabläufen, Wartungs- und Instandhaltungsprozessen.
Es folgt die Erstellung der technischen Gerätekarten für Verschleißmaterialien und Ersatzteile. So ist später jederzeit die Verfügbarkeit von Verschleiß- und Ersatzteilen gesichert.
In die Anlagen-Kalkulationsbasis-Tabellen flie-
18
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
ßen sämtliche Informationen der Arbeitskarten und Wartungs-Checklisten ein. Ergänzend
werden die hier definierten Tätigkeiten zur Bewertung mit einem zeitlichen Richtwert in Minuten versehen und mit den gewerke- und regionalspezifischen Stundensätzen hochgerechnet. Die Richtwerte basieren auf BenchmarkVergleichen und jahrzehntelangen Erfahrungswerten der Schuhr BMG.
Die daraus resultierende Übersicht aus JahresWartungsplan und Jahres-Kapazitätsplanung
gibt dem Betreiber und den ausführenden Mitarbeitern und Fremdfirmen die ökonomisch
und technisch optimalen Arbeitsabläufe zeitlich strukturiert vor. Günter Schuhr:
„Dabei sind die Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen selbstverständlich zeitlich
und situativ an den Flugbetrieb anzupassen
und dürfen keinesfalls den reibungslosen Flugbetrieb negativ beeinträchtigen.“
Zum Jahres-Wartungsplan gehört der Jahresterminplan für die zeitliche Planung der Wartungsintervalle und die Kapazitätsplanung der
Wartungs- und Inspektionsleistungen. Dieser
ergänzt die vorgenannten Leistungen um Kontrollgänge und die planbaren Instandsetzungen. Er bildet die Entscheidungsgrundlage zur
Definition und Beschreibung von Schnittstellen der Eigen- und Fremdleistungen und
schafft Klarheit bezüglich der Vergabe von Leistungen an Fremdfirmen und der Beauftragung
der eigenen Dienstleister des Betreibers. Der
Jahres-Kapazitätsplan gibt außerdem Aufschluss über die Begleitung, das Organisieren
und Terminieren der Fremdleistungen.
Im vorbeschriebenen FM-Prozessablauf ist das
Prüffristenmanagement eine unbedingt erforderliche Komponente. Diese umfasst zunächst
eine Aufstellung aller gebäudetechnischen und
flugbetriebsspezifischen Anlagen, aufgestellt
in der Reihenfolge gemäß DIN 276, differenziert nach Gewerken. Es erfolgt für die Anlagen die Zuordnung der gesetzlichen Vorschriften (etwa DIN-Vorschriften, VDI-Richtlinien
oder auch berufsgenossenschaftliche Vorschriften) und die Übersicht der Prüfungsintervalle
und -zuständigkeiten (Sachkundiger oder Sachverständiger).
Eine derart umfängliche und präzise Dokumentation der Instandhaltungsstrategie stärkt
die rechtliche Position des Auftraggebers und
ermöglicht eine lückenlose Überprüfung aller
Betriebskosten inklusive Arbeits- und Betriebsanweisungen zur technischen Sicherheit und
zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter.
Langjährige Planungssicherheit mit umfassender Transparenz und permanenter Optimierung der Instandhaltungs-Kostenstruktur sowie die Gewährleistung der dauerhaften, störungsfreien Funktion sämtlicher gebäudetechnischer und flughafenspezifischer Anlagen –
die inputgesteuerte Instandhaltungsstrategie
des FM-Planungsbüros Schuhr BMG schafft in
ihrem Bereich beste Voraussetzungen für den
erfolgreichen Betrieb des Flughafens Berlin
Brandenburg.
Autor:
Diplom-Kaufmann Holger Braack,
Unternehmensberater/Personal & Business
Coach, Norderstedt
Facility Management
Betriebskostensenkung durch inputgesteuerte
Instandhaltungsstrategie
von Holger Braack
Die Wartung von Brandmeldeanlagen mit
knapp 100 Unterzentralen und einem Netzwerk mit etwa 80.000 Melder-Punkten für das
Fluggastterminal – im BER-Gesamtbudget
stellen sich periodisch wiederholende Tätigkeiten dieser Art einen nicht unerheblichen
Kostenanteil dar. Daher lauten nicht nur für
dieses Großprojekt die anspruchsvollen Herausforderungen im Facility Management:
Schaffung einer langfristigen Planungssicherheit der Betriebskosten, permanente Überprüfung und Minimierung dieser Betriebskosten sowie Gewährleistung der dauerhaf-
16
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
ten störungsfreien Funktion sämtlicher gebäudetechnischer Anlagen.
Wenn es sich dann noch um ganz oder teilweise aus Steuergeldern finanzierte Bauvorhaben und Objekte handelt, schaut die Öffentlichkeit besonders genau hin. Einzelne
Fehlentscheidungen oder minimale Versäumnisse führen schnell zu zusätzlichen Kostenbelastungen im Millionenbereich. Die Folgekosten der daraus resultierenden Maßnahmen zur Imagekorrektur übersteigen häufig
die Mehrkosten des Betreibers für Wartung
und Instandhaltung um ein Vielfaches. Die
Betreiber des künftigen Hauptstadtflughafens – die Länder Berlin und Brandenburg
sind zu je 37 % und der Bund mit 26 % beteiligt – haben in dieser Hinsicht vorbildlich gehandelt und von Beginn an die Schuhr Betriebsmanagement GmbH mit der Entwicklung der Instandhaltungsstrategie beauftragt.
Steuerndes Bindeglied zwischen
Betreiber und externen Dienstleistern
Die Schuhr Betriebsmanagement GmbH, ein
bundesweit tätiges Planungs- und Consultingbüro für Gebäude- und Facility Manage-
INGENIEURBERATUNG
P
◀ BER aus der Vogelperspektive
Foto: Günter Wicker / Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH
Arbeitskarten /
Checklisten
AnlagenKalkulationsbasis
Techn.Gerätekarte für
einschl.
Zeiten und Kosten
Verschleißmaterialien
MinutenKalkulationsbasisTabellen
TGM-Wartungstool
Instandhaltung
PrüffristenManagement
JahresKapazitätsplanung
JahresWartungsplan
Bestandsaufnahmen
▶ Dynamische Reduzierung
der Betriebskosten durch
inputgesteuerte Instandhaltungsstrategie
der Gebäudetechnik
einschl. Eingabe
mit den betrieblichen Leistungen
Übersicht aus
Jahres-Wartungsplan & Jahres-Kapazitätsplanung
Quelle: Schuhr BMG
ment, hat sich auf das planende und baubegleitende Facility Management sowie die Optimierung der technischen Betriebsführung
von gebäudetechnischen Anlagen spezialisiert. Die langjährige Praxiserfahrung des FMPlanungsbüro-Inhabers und seiner Mitarbeiter wird gezielt zur Prozessoptimierung und
zum Aufspüren von Kosteneinsparpotenzialen eingesetzt.
Vorbereitend für die Inbetriebnahme des
Flughafens Berlin Brandenburg erarbeitet die
Schuhr BMG Instandhaltungs-Ausschreibungen (Vergabepakete) für sämtliche gebäudeund flugbetriebstechnischen Gewerke und
begleitet die Prozesse der Angebotseinholung
und Angebotsauswertung, die anschließenden Bietergespräche und die Auftragsvergabe planerisch und beratend.
„Erfahrungsgemäß gelingt über die Strukturierung sämtlicher gebäudetechnischer Prozesse mittels des von uns initiierten Ausschreibungsverfahrens in Verbindung mit unserer
Instandhaltungsstrategie eine Reduzierung
der Betriebskosten von mindestens 20 %“,
sagt Günter Schuhr, Inhaber der Schuhr BMG,
basierend auf seinen langjährigen Erfahrungen aus unterschiedlichsten Großprojekten.
Den Rahmen der Tätigkeiten seines Teams
bildet die DIN 31051, die das technische Facility Management einschließlich der ganzheitlichen Instandhaltung definiert. Die begleitenden Maßnahmen werden in Anlehnung an DIN 32541 zur Unterstützung des
Auftraggebers durchgeführt.
Besonders herausfordernd gestaltet sich die
frühzeitige Vermeidung möglicher Fehlentwicklungen, die erst ab dem Zeitpunkt der
Betriebsaufnahme sichtbar und kostenrelevant würden. Günter Schuhr betont: „Unsere komplexen Tätigkeiten bei der FM-Planung
haben keinerlei Auswirkung auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Flughafens,
sehr wohl aber werden diese ihren Beitrag
zum reibungslosen und kostenoptimalen Betrieb leisten.“
Den Kern des Fachaustausches bilden die von
der Betreiberabteilung „Technisches Facility
Management des Flughafen Berlin Brandenburg“ (FBB-T) initiierten wöchentlichen Besprechungen des Projektteams gemeinsam
mit dem Einkauf, der Rechtsabteilung und
den leitenden Ingenieuren der unterschiedlichen Fachabteilungen. Die Grundlage des
Wochenmeetings ist die Statuserhebung anhand eines Prozess-/Terminablaufplanes, der
zu Beginn der Planungsleistungen von der
Schuhr BMG konzipiert wurde und in dem im
weiteren Fortgang die aktuellen Entwicklungen Berücksichtigung finden. Dazu gehört etwa die Darstellung des zeitpunktbezogenen
Standes der Vergabepakete und die Dokumentation der Prozessentwicklungen. Die damit verbundenen Klärungsbedarfe, personelle Zuständigkeiten sowie Terminsetzungen
werden ermittelt.
Zusätzlich zu den Projektteam-Besprechungen finden regelmäßig ergänzende Abstimmungen mit den Fachabteilungen im Einzelgespräch statt, um Details zu gewerkespezifischen Fragestellungen zu klären.
Kostenreduktion durch Ausschreibung
von Instandhaltungsleistungen
Das Vorgehen bei der Planung der Instandhaltungsleistungen berücksichtigt die komplexen Betriebsstrukturen am künftigen Flughafen Berlin Brandenburg. Das bedingt effektive Werkzeuge zur Bestandsaufnahme,
Planung, Kontrolle und Steuerung der Bewirtschaftungskosten der Immobilien. Mit einer ganzheitlichen Strategie unterstützt die
Schuhr BMG die gemeinschaftliche Erarbeitung von effizienten Instandhaltungslösungen zur Strukturierung von Arbeitsabläufen,
Wartungs- und Instandhaltungsprozessen.
Unabhängige, neutrale Eigenkalkulationen
der Schuhr BMG schaffen beste Vorrausetzungen für die fundierte Beurteilung der angebotenen Wartungs-, Inspektions- und Instandsetzungskosten. Sie erlauben den detaillierten Preisvergleich und geben Aufschluss über
die Plausibilität der Preiskalkulationen.
Der Bezug zu den projektbezogenen Instandhaltungsstrategien ist jederzeit gewährleistet. Dabei verfolgt die Schuhr BMG konsequent den Ansatz der inputgesteuerten Instandhaltungsstrategie. Im Gegensatz zur outputgesteuerten Instandhaltungsstrategie werden die zu erbringenden Leistungen bis ins
Detail nach-vollziehbar definiert und den anbietenden Wartungs-Unternehmen vorgegeben.
Dies garantiert die transparente Darstellung
und Bewertung aller differenzierten Leistungen. Ein fortlaufender FM-Controlling-Prozess ermöglicht die Reduzierung der Betriebs-
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
17
INGENIEURBERATUNG
◀ Schon aus der Luft
ist der Name des
Flughafens gut an
der Glasfassade zu
erkennen
Foto: Günter Wicker/
Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH
kosten während des Gebäudebetriebes und
eine ständige Optimierung der Instandhaltungsleistungen. Der Auftraggeber ist in der
Lage, schnell und angemessen auf sich verändernde Bewirtschaftungsbedingungen zu
reagieren. Gerade Betreiber der öffentlichen
Hand sind so in der Lage, Kostenstrukturen
offen darzulegen und die Kosteneffizienz der
Bewirtschaftung nachzuweisen.
Schritt für Schritt zur nachhaltigen
Jahres-Wartungsplanung
Das Vorgehen der Schuhr BMG folgt bewährten und durchgängig am Ziel der Kostenreduktion orientierten Abläufen: Im ersten
Schritt werden vor Ort umfassende Bestandsaufnahmen der kompletten Gebäude- und
Flughafenbetriebstechnik vorgenommen. Die
Bestandsaufnahmen dienen der transparenten Inventarisierung und sind die Basis für die
Ausarbeitung der Arbeitskarten und WartungsChecklisten.
Jedes wartungsrelevante Bauteil einer gebäude- oder flugbetriebstechnischen Anlage wird
In den Arbeitskarten dargestellt. Eine exakte
Beschreibung der Wartungs- beziehungsweise Inspektionstätigkeiten und die Festlegung
von deren Intervallen innerhalb eines Jahres
bilden die Grundlage für die Strukturierung
von Arbeitsabläufen, Wartungs- und Instandhaltungsprozessen.
Es folgt die Erstellung der technischen Gerätekarten für Verschleißmaterialien und Ersatzteile. So ist später jederzeit die Verfügbarkeit von Verschleiß- und Ersatzteilen gesichert.
In die Anlagen-Kalkulationsbasis-Tabellen flie-
18
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
ßen sämtliche Informationen der Arbeitskarten und Wartungs-Checklisten ein. Ergänzend
werden die hier definierten Tätigkeiten zur Bewertung mit einem zeitlichen Richtwert in Minuten versehen und mit den gewerke- und regionalspezifischen Stundensätzen hochgerechnet. Die Richtwerte basieren auf BenchmarkVergleichen und jahrzehntelangen Erfahrungswerten der Schuhr BMG.
Die daraus resultierende Übersicht aus JahresWartungsplan und Jahres-Kapazitätsplanung
gibt dem Betreiber und den ausführenden Mitarbeitern und Fremdfirmen die ökonomisch
und technisch optimalen Arbeitsabläufe zeitlich strukturiert vor. Günter Schuhr:
„Dabei sind die Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen selbstverständlich zeitlich
und situativ an den Flugbetrieb anzupassen
und dürfen keinesfalls den reibungslosen Flugbetrieb negativ beeinträchtigen.“
Zum Jahres-Wartungsplan gehört der Jahresterminplan für die zeitliche Planung der Wartungsintervalle und die Kapazitätsplanung der
Wartungs- und Inspektionsleistungen. Dieser
ergänzt die vorgenannten Leistungen um Kontrollgänge und die planbaren Instandsetzungen. Er bildet die Entscheidungsgrundlage zur
Definition und Beschreibung von Schnittstellen der Eigen- und Fremdleistungen und
schafft Klarheit bezüglich der Vergabe von Leistungen an Fremdfirmen und der Beauftragung
der eigenen Dienstleister des Betreibers. Der
Jahres-Kapazitätsplan gibt außerdem Aufschluss über die Begleitung, das Organisieren
und Terminieren der Fremdleistungen.
Im vorbeschriebenen FM-Prozessablauf ist das
Prüffristenmanagement eine unbedingt erforderliche Komponente. Diese umfasst zunächst
eine Aufstellung aller gebäudetechnischen und
flugbetriebsspezifischen Anlagen, aufgestellt
in der Reihenfolge gemäß DIN 276, differenziert nach Gewerken. Es erfolgt für die Anlagen die Zuordnung der gesetzlichen Vorschriften (etwa DIN-Vorschriften, VDI-Richtlinien
oder auch berufsgenossenschaftliche Vorschriften) und die Übersicht der Prüfungsintervalle
und -zuständigkeiten (Sachkundiger oder Sachverständiger).
Eine derart umfängliche und präzise Dokumentation der Instandhaltungsstrategie stärkt
die rechtliche Position des Auftraggebers und
ermöglicht eine lückenlose Überprüfung aller
Betriebskosten inklusive Arbeits- und Betriebsanweisungen zur technischen Sicherheit und
zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter.
Langjährige Planungssicherheit mit umfassender Transparenz und permanenter Optimierung der Instandhaltungs-Kostenstruktur sowie die Gewährleistung der dauerhaften, störungsfreien Funktion sämtlicher gebäudetechnischer und flughafenspezifischer Anlagen –
die inputgesteuerte Instandhaltungsstrategie
des FM-Planungsbüros Schuhr BMG schafft in
ihrem Bereich beste Voraussetzungen für den
erfolgreichen Betrieb des Flughafens Berlin
Brandenburg.
Autor:
Diplom-Kaufmann Holger Braack,
Unternehmensberater/Personal & Business
Coach, Norderstedt
▲ Neubau Biomedizinisches
HEUREKA
Forschungszentrum (BFS) der
Übergeordnetes
Projektmanagement
von Simone Bühler
Mit diesem Auftrag für das übergeordnete Projektmanagement koordiniert HWP das auf rund
980 Mio. Euro ausgelegte Großprojekt, mit dem
bis 2020 über 100 Bauprojekte für die PhilippsUniversität Marburg, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Technische Hochschule
Mittelhessen mit ihren Standorten in Gießen
und Friedberg auf den Weg gebracht und realisiert werden sollen. Ziel der hessischen Landesregierung mit dem deutschlandweit einzigartigen HEUREKA-Programms ist es, Hessen
zum modernsten Hochschulstandort Deutschlands auszubauen.
▶ Städtebaulich-freiraumplanerischer Masterplan
Campus Philosophikum
der Universität Gießen
Visualisierung:
Ferdinand Heide Architekt BDA
20
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
Justus Liebig-Universität
Gießen aus der Luft
Foto: Hessisches
Baumanagement, Luftbild
Laubner
Die Akteure im Projekt
HWP agiert im Rahmen des übergeordneten
Projektmanagements als Bindeglied zwischen
den zuständigen Ministerien, den Hochschulen und dem Hessischen Baumanagement. In
diesem Zusammenhang koordiniert HWP zwi-
schen der Nutzerseite, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) und
dem Hessischen Ministerium der Finanzen
(HMdF), das die notwendigen Mittel bereitstellt.
„Unser direkter Partner des Landes Hessen ist
das Hessische Baumanagement, das aus dem
Staatsbauamt hervorging und in Vertretung
des Landes als Auftraggeber aller Architekten-,
Ingenieur- und Bauleistungen im HEUREKAProjekt fungiert. Vertreter der Hochschulen,
des Hessischen Baumanagements und wir als
übergeordneter Projektmanagementpartner
arbeiten Hand in Hand in der sogenannten Gesamtprojektleitung jedes Hochschulstandortes zusammen“, erklärt HWP-Geschäftsführer
Matthias Kammer, der seit Beginn des Projektes in Mittelhessen HEUREKA-Gesamtprojektleiter bei HWP ist.
Mit dieser neuen Organisationsstruktur beabsichtigte das Land Hessen, durch ein neues Miteinander der verschiedenen Projektbeteiligten
die Zusammenarbeit im Rahmen der baulichen Standortentwicklung des Wissenschaftsstandortes Hessen zu optimieren. Zielkonflikte sollten so frühzeitig entschärft werden können.
Wesentliche
Projektmanagementfunktionen
Als übergeordneter Projektmanager betreut
das HWP-Projektmanagement als Mitglied der
jeweiligen Gesamtprojektleitung an den drei
Hochschulstandorten die inhaltliche, zeitliche,
organisatorische sowie finanzielle Steuerung
und Koordination des gesamten baulichen Entwicklungsprozesses. Für jede Hochschule ist
ein erfahrener HWP-Projektmanager eingesetzt. Darüber hinaus gehören auch die Erarbeitung der strukturellen Grundlagen zur bau-
INGENIEURBERATUNG
lichen Entwicklung der Hochschulregion sowie
die inhaltliche, terminliche und finanzielle Abwicklung des Gesamtkonzeptes mit der Gesamtprojektleitung zum Aufgabenspektrum der
Stuttgarter Projektmanager. „Unser Team
schafft zusammen mit unseren Ansprechpartnern bei den Hochschulen und dem Hessischen
Baumanagement Standards zur Sicherung einer identischen Arbeits-, Verfahrens- und Vorgehensweise an allen drei Hochschulstandorten, um einen reibungslosen Ablauf der Projektvorbereitung, Planung und Durchführung
sicherzustellen“, wie Kammer erläutert. Weitere HWP-Kernaufgaben sind die Vorbereitung,
Koordination und Durchführung von Sitzungen auf übergeordneten Hierarchieebenen bis
hin zum Lenkungsgremium, in dem die Minister, Staatsekretäre, Hochschulpräsidenten und
-kanzler die grundlegenden strategischen Entscheidungen abstimmen und treffen.
Besondere Herausforderungen des
Großprojektes
Die Komplexität der Aufgabe liegt darin begründet, jede der Einzelbaumaßnahmen durch
einen Rahmenterminplan mit einer gekoppelten Mittelbereitstellungsplanung so vorzubereiten, dass das HMdF weiß, zu welchem Zeitpunkt welches Budget für welches Projekt benötigt wird. Gleichzeitig liefert das übergeordnete Projektmanagement die Grundlage für
die hessenweite übergeordnete Budgetplanung
und sichert zudem die rechtzeitige Berücksichtigung der Bedürfnisse der Hochschulen in qualitativer und quantitativer Hinsicht. Dabei ist
zu bedenken, dass jede Einzelmaßnahme je
nach Umfang und Komplexität bis zum eigentlichen Planungsbeginn einen Vorlauf von bis
zu ca. vier Jahren hat. In dieser Vorlaufzeit fin-
▶BFS-Neubau,
Architektur: Behles &
Jochimsen
Foto: Hessisches
Baumanagement
PROJEKTBETEILIGTE
Übergeordnetes Projektmanagement
HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart
Auftraggeber
Hessisches Baumanagement in Vertretung
des Landes Hessen
Ministerien
Hessisches Ministerium für Wissenschaft
und Kunst (KMWK)
Hessisches Ministerium der Finanzen
(HMdF)
Hochschulen
Justus-Liebig-Universität Gießen
Philipps-Universität Marburg
Technische Hochschule Mittelhessen
an den Standorten Gießen und Friedberg
det in der Regel klassisches Projektentwicklungsgeschäft statt: Dazu gehören unter anderem Bedarfsermittlungen, technische Voruntersuchungen, Masterpläne, Machbarkeitsstudien, planungsrechtliche Klärungen und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Diese werden
mit dem Ziel durchgeführt, die Bedarfsanerkennung durch das HMWK und HMdF rechtzeitig herbeizuführen. Daran schließt sich die
Planungs- und Realisierungsphase an.
Erfolgsgrundlage des übergeordneten
Projektmanagements
Voraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung
des vielschichtigen Aufgabenspektrums des
übergeordneten Projektmanagements ist eine
hohe Fachkenntnis in den Planungsthemen
sowie in den Verfahrensabläufen des Landes,
die für die haushaltsrechtliche Genehmigung
der Maßnahmen durchlaufen werden müssen.
Hier kommt den Projektmanagern von HWP
die gelebte interdisziplinäre Zusammenarbeit
verschiedener, sich ergänzender Geschäftsbereiche im Unternehmen zugute: „Wir haben
bei HWP den Vorteil, dass wir kein reines Unternehmen für Projektmanagement sind, sondern seit mehr als 40 Jahren ein Beratungsund Planungsunternehmen mit ganzheitlichem Leistungsspektrum. Mit unseren komplementären Geschäftsbereichen Unternehmensberatung und Betriebsplanung, Architektur und Technik sowie Medizin- und Labortechnik sind wir HWP-intern z. B. in der Lage, bei
der Erarbeitung von Raum- und Funktionsprogrammen, Zielplanungen, Machbarkeits- und
Standortanalysen sowie in Wettbewerben mitzuwirken oder diese als Zusatzprojekte selbst
zu übernehmen“, resümiert HWP-Geschäftsführer Kammer die Grundlagen für das erfolgreiche übergeordnete Projektmanagement im
HEUREKA-Großprojekt.
Autorin:
Simone Bühler
Leitung Marketing & PR
HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart
Erweiterungsneubau Lehrgebäude Recht + Wirtschaft auf dem
Campus Kultur- und Geisteswissenschaften am Standort Recht
und Wirtschaft der Universität Gießen.
Visualisierung: Michel+Wolf+Partner Freie Architekten BDA
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
21
INGENIEURBERATUNG
Generalsanierung Lenbachhaus, München
Punktlandung bei Kosten- und Terminzielen
von Henrike Ströh
Golden glänzt die Fassade des neuen Kubus in
den Münchener Himmel. Im Innenraum residieren Werke der Künstlergruppe „Der Blaue
Reiter“, der Münchner Schule, von Joseph Beuys und weiterer Künstler nach 1945. Im Erdgeschoss lädt das neue Restaurant „Ella“ zum Verweilen ein. Und die denkmalgeschützte Künstlervilla Franz von Lenbachs erstrahlt in frischem
Glanz. Seit dem 8. Mai 2013 ist die Städtische
Galerie im Lenbachhaus wieder geöffnet. Seither erweist sich das vom „Focus“ zu einem der
zehn schönsten Museen der Welt 1 erkorene
Ensemble in der Münchener Luisenstraße als
Besuchermagnet.
Ein Blick zurück
Die Villa Lenbach – ursprünglich 1890 von dem
Künstler Franz von Lenbach als Wohnhaus mit
Atelier errichtet – wurde nach seinem Tod in
eine städtische Kunstgalerie umgewandelt und
1929 als Museum eröffnet. Nahezu ein Jahrhundert später war eine Sanierung und Erweiterung unumgänglich. Das Ensemble war aufgrund baulicher und technischer Mängel nur
noch eingeschränkt nutzbar. Schäden aus dem
Zweiten Weltkrieg hatten ihre Spuren hinterlassen und auch die baulichen Anforderungen
an ein Museum veränderten sich im Lauf der
Zeit. Daher genehmigte der Stadtrat der Landeshauptstadt München 2008 die Generalsanierung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Die Maßnahme umfasste insgesamt die
Errichtung eines Erweiterungsbaus und die Sanierung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes aus dem 19. Jahrhundert. Mit der Planung war das Londoner Architekturbüro Norman Foster + Partners beauftragt. DU Diederichs Projektmanagement übernahm die Kosten- und Terminsteuerung und war zudem für
die Ablauforganisation verantwortlich.
Chronologie einer erfolgreichen Kostenund Terminsteuerung
Die Planungsphase
Wer verlässlich kalkulieren, seine Unabhängigkeit in Entscheidungsfragen wahren und vor
allem seine Ziele einhalten will, benötigt ein
passgenaues Terminmanagement. Nur so wer-
den bereits im Vorfeld kritische Wege erkennbar, Störfelder sichtbar und die nötigen Zeitfenster für eine stimmige Umsetzung eingeplant. Die frühzeitige Klärung der Planungs-,
Genehmigungs-, Vergabe- und Ausführungsabläufe ermöglicht klare Vorgaben für alle Projektbeteiligten. Somit konnte der Baubeginn
planmäßig eingeleitet werden.
Mit der Kostensteuerung zeitig zu beginnen,
ist ein Gewinn für das ganze Projekt. Durch den
Vergleich einer aktuellen mit einer früheren
Kostenermittlung bzw. -vorgabe können Abweichungen früh erkannt und entsprechende
Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet werden. Beim Projekt Lenbachhaus konnte dadurch bereits in der Vorplanungsphase eine
Kosteneinsparung von rund 7 % erreicht werden.
Die Bauphase
Alle Projektbeteiligten wünschen sich einen
reibungslosen Bauablauf – die Realität sieht
jedoch meist anders aus. Trotz bester Vorbereitungen treten durch unvorhergesehene Stö-
INGENIEURBERATUNG
▲ Lenbachhaus, neuer Eingangsbereich
rungen im Bauablauf Bauzeitverlängerungen
auf. Um die gesetzten Termine nicht zu gefährden, muss dem mit zielgerichteter Steuerung
begegnet werden.
Beim Projekt Lenbachhaus befand sich der
Rohbau terminlich auf dem kritischen Weg:
Im Kellergeschoss des Neubaus sorgten erforderliche Umplanungen für Ablaufstörungen.
Ursache dafür waren u. a. Spartenpläne 2, die
von der tatsächlichen Lage der Versorgungsleitungen abwichen. Schürfgruben wurden erforderlich, um die exakte Lage der Leitungen feststellen und den notwendigen Umfang der Umplanung festlegen zu können. Der Projektsteuerer führte in dem Zusammenhang Krisengespräche mit den Schlüsselgewerken und sorgte dafür, dass die Folgegewerke die entstandenen Bauverzögerungen kompensierten.
Im Zuge der Steuerungsablaufplanung (z. B.
Soll-Ist-Vergleich) und Prognosen zu den einzelnen Vorgängen stellte der Projektsteuerer
die Einhaltung der Ablauftermine sicher. Er be▼ Städtische Galerie im Lenbachhaus
▲ Historischer Gebäudeteil mit Gartenanlage
wertete die Terminrisiken und formulierte
Handlungsempfehlungen.
Es ist Aufgabe des Projektsteuerers, frühzeitig
die Ursachen für Verzögerungen als solche zu
erkennen, deren Auswirkungen in vollem Umfang zu erfassen, Handlungsalternativen zu
empfehlen und diese umzusetzen. Den Störungen im Bauablauf Lenbachhaus wurde
durch den Projektsteuerer mit Weitblick begegnet. Dadurch konnten die Bauzeitverzögerungen terminlich und finanziell weitestgehend wieder ausgeglichen werden.
Auf der Zielgeraden
Die letzte Etappe eines jeden Projekts ist der
sogenannte Inbetriebnahme-, Abnahme- und
Übergabe-Prozess (IAÜ-Prozess). Auch das Projekt Lenbachhaus durchlief diesen Prozess, bevor alle Räume eingerichtet werden konnten.
Der Schwerpunkt lag hier auf den komplexen
haustechnischen Anlagen, insbesondere in der
übergreifenden Gebäudeautomation, der
Raumluft- und Kältetechnik, beim Brandschutz
sowie der Einbruchsicherung. Die sehr hohen
Anforderungen bei einem Museum waren miteinander in Einklang zu bringen. Im Brandfall
etwa muss Rauch abgeführt werden können,
während die Fluchtwege rauchfrei sein müssen. Die Einbruchsicherung darf dadurch jedoch nicht eingeschränkt werden. Seitens der
baubehördlichen und der Sachverständigenabnahmen gab es hohe Auflagen und somit
erhöhten Aufwand, etwa durch zahlreiche
Nachbegehungen.
Die effektive Durchführung eines IAÜ-Prozesses trägt am Ende wesentlich zur termingerechten Fertigstellung des Projekts bei. Die Aufgaben des Projektsteuerers dabei sind vielfältig:
Beim Lenbachhaus wurden z. B. Nutzungsbereiche mit den beteiligten Objektüberwachern
und den ausführenden Firmen definiert und
die sukzessive Übergabe an den Nutzer aktiv
gesteuert.
Konstruktives Zusammenspiel
Eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Projektsteuerer ist das A und O für einen erfolgreichen Projektabschluss. Gemeinsam mit der Direktion
des Lenbachhauses lag dem für das Projekt verantwortlichen Baureferat der Landeshauptstadt München das Projekt ganz besonders am
Herzen. Die Generalsanierung war nicht nur
Münchens kostenintensivstes Museumsprojekt
der Neuzeit, sondern durch seine kulturelle Bedeutung ein Prestigeprojekt für die bayerische
Landeshauptstadt und darüber hinaus. Es genoss daher oberster Priorität. Dies spiegelte
sich auch in der Zusammenarbeit mit dem Projektsteuerer wider.
Der Bedeutung des Projekts entsprechend gab
es ab Juli 2009 monatliche außerordentliche
Jour-Fixe-Termine zwischen dem Hauptabteilungsleiter Hochbau, dem zuständigen Abteilungsleiter und dem Projektleiter des Baureferats für das Lenbachhaus sowie den Projektverantwortlichen Ingenieuren des Kosten- und
Terminsteuerers DU Diederichs. In diesen Statusbesprechungen auf Geschäftsleitungsebene fand ein regelmäßiger und intensiver Austausch zum jeweils aktuellen Stand des Projekts statt. Aufgrund des qualifizierten Reportings, das der Projektsteuerer monatlich im
Vorfeld zu den Besprechungen erstellte, wuchs
das Vertrauen kontinuierlich. Die vom Projektsteuerer regelmäßig vorgelegten Kosten- und
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
23
PROJEKTBETEILIGTE
▲ Restaurant Ella
▲ Schriftzug von Thomas Demand
▲ Ansicht Neubau und historische Künstlervilla
von der Richard-Wagner-Straße
Bauherr
Landeshauptstadt München,
Kulturreferat
Nutzer
Städtische Galerie im Lenbachhaus
Projektleitung
Landeshauptstadt München,
Baureferat
Kosten- und Terminsteuerung
DU Diederichs Projektmanagement
AG & Co. KG
Objektplanung (Lph. 1-5)
Foster and Partners
Objektplanung (Lph. 6-9)
ERNST²-Architekten
Terminberichte dokumentierten die einzelnen
Projektschritte und boten dem Baureferat als
Projektverantwortlichem eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Das Baureferat zeigte
sich insgesamt mit dem Ausgang des LenbachProjekts und mit der Leistung des Projektsteuerers sehr zufrieden.
Maßgeblich bei diesem Zusammenspiel ist eine intensive Beratung, so dass der Bauherr
schnell entscheiden und der Projektsteuerer
zeitnah umsetzen kann.
Unterm Strich
Der Terminsteuerer unterstützt den Bauherrn
bei der Steuerung sämtlicher Abläufe und Prozesse der Planung, Ausschreibung und Bauausführung. Dadurch wird die Einhaltung der Projektziele gewährleistet. Frühzeitige Gespräche
mit allen Beteiligten und eine entsprechend
geforderte Termintreue reduzieren Risiken.
Nachvollziehbare und abgestimmte Terminpläne machen die Randbedingungen zu jeder
Phase des Projekts erkennbar. Da gerade zum
Projektende hin häufig erheblicher Termindruck entsteht, schaffen kontinuierliche Kontrollen die nötigen Pufferzonen, auch für Unvorhergesehenes.
Im Fall des Lenbachhaus-Projekts konnte der
Terminsteuerer DU Diederichs gemeinsam mit
dem Baureferat durch Beschleunigungsmaßnahmen, stringente Controlling- und Steuerungsmaßnahmen sowie regelmäßiger Abstimmungstermine mit allen Schlüsselgewerken
Verzögerungen kompensieren. Termincontrolling optimiert die Wirtschaftlichkeit von Bauprojekten und geht damit Hand in Hand mit
effizienter Kostensteuerung. In allen Phasen
der Planung und Ausführung steht Kostensicherheit an vorderster Stelle. Der Kostensteuerer DU Diederichs schuf die Grundlagen, um
die Kostenziele für das Projekt Lenbachhaus
einzuhalten.
Keine Kostenexplosion: Durch transparente
Kostensteuerung wurde das genehmigte Gesamtbudget eingehalten. Keine eklatanten Terminüberschreitungen: Neubau und Generalsanierung konnten termintreu Ende September 2012 an den Nutzer und Eigentümer übergeben werden. Eine Punktlandung für den
Kunstgenuss.
Autorin:
Henrike Ströh
Marketing und Kommunikation,
DU Diederichs Projektmanagement
AG & Co. KG
◀ Historischer Gebäudeteil
mit Gartenanlage
Alle Abbildungen:
DU Diederichs
Projektmanagement
▲ „Wirbelwerk“ – dieses Kunstwerk schuf Olafur
Eliasson für das neue Atrium des Museums
24
1
http://www.focus.de/reisen/staedtereisen/tid-31559/neue-architektonische-wunderwerke-die-zehn-spektakulaersten-museen-der-welt_aid_1002489.html
2
Spartenpläne enthalten alle Angaben bezüglich Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Fernmeldewesen bestehender Bauwerke. Beim Ausheben einer neuen Baugrube helfen sie, bestehende Leitungen umliegender Gebäude nicht zu beschädigen oder zu zerstören.
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
▲ Werkhalle Nittenau im Überblick
Integrales Projektmanagement
Mit dem Auftraggeber in einem Boot
von Christian Brensing
Einführung
Die MDax-notierte Krones AG mit ihrem Hauptsitz in Neutraubling im Landkreis Regensburg
ist Weltmarktführer in der Planung, Entwicklung und Fertigung von Maschinen für die Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik sowie
die Intralogistik. Täglich werden Millionen von
Flaschen, Dosen und Formbehältern mit Krones-Anlagen „verarbeitet“; vor allem in Brauereien, der Soft-Drink-Branche sowie bei
Wein-, Sekt- und Spirituosenherstellern, aber
auch in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der chemischen, pharmazeutischen
und kosmetischen Industrie.
In Deutschland produziert das Unternehmen
mit rund 9.000 Mitarbeitern an fünf Standor-
ten. Die Standorte entwickeln sich ständig weiter, entsprechend viele Bauaufgaben stehen
an. Die jährlichen Bauinvestitionen belaufen
sich in der Regel auf einen zweistelligen Millionenbetrag. So wurde 2013 im Werk Rosenheim ein Logistikzentrum mit Hochregallagern
samt angrenzender Produktionshalle und Bürogebäuden fertiggestellt, in Nittenau eine Produktionshalle nebst Bürogebäude für die Ventilproduktion übergeben.
Für ein effizienteres Management ihrer umfangreichen Bauaufgaben – Bestandserhaltung, Neubau, Umbau der werkseigenen Produktions- und Verwaltungsbauten – hat die
Krones AG 2011 ihre Bauabteilung neu organisiert. Entwickelt wurde die Abteilung Krones
„Bau und Technik“ unter Leitung von Franz
Zollner, in der die Projektmanager von BPR
Dr. Schäpertöns & Partner integriert in das Expertenteam für die Planung und Umsetzung
von Produktionsabläufen die technische Betreuung der aktuellen Krones-Bauprojekte
übernehmen.
Der Krones AG war wichtig, dass die technisch
orientierten Mitarbeiter neben Steuerungskompetenz auch Erfahrung in Planung und Überwachung nachweisen können. Für BPR-Mitarbeiter ist das selbstverständlich, da BPR in der
Hauptsache planend tätig ist.
Die innerhalb der neuen Abteilung „Bau und
Technik“ von den BPR-Mitarbeitern für die Krones AG erbrachten Leistungen gehen weit über
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
25
INGENIEURBERATUNG
das Leistungsbild der klassischen Projektsteuerung hinaus. Beim übertragenen Leistungsbild
handelt es sich im Wesentlichen um folgende
Aufgaben:
- Projektorganisation und -controlling (Aufgabenverteilung, Termine, Kosten)
- Erarbeitung von Strategien und Maßnahmen
der Zielvorgaben
- Führung der Projektteams, Leitung der Projektteamsitzungen
- Durchsetzung von erforderlichen Maßnahmen, vollziehen von Verträgen und Beachtung der Rechte und Pflichten der Krones AG
- Herbeiführung der erforderlichen Genehmigungen, Einwilligungen und Erlaubnisse
- Erfüllung interner Erfordernisse (Herbeiführen
von Entscheidungen, Projektinformation etc.)
- Rechnungsprüfung
- Projektadministration und Dokumentation.
Die Umsetzung
Mit diesem Aufgabenpaket betraut, nahmen
drei BPR-Ingenieure aus München Mitte 2011
ihre ständige Tätigkeit für die Krones AG in Neutraubling auf. Ihre Arbeitsplätze befinden sich
in den Räumen der Krones-Abteilung „Bau und
Technik“. Im unmittelbaren Austausch mit den
Spezialisten für Produktions- und Betriebsabläufe ist eine direkte Reaktion auf die Wünsche
und Anforderungen des Bauherrn und Nutzers
immer gewährleistet.
Die Integration der BPR-Mitarbeiter in die Strukturen der Krones AG ermöglicht eine Win-WinSituation mit substanziellen Vorteilen für Bauherr und Auftragnehmer: schnelles gemeinsames Lernen und die Generierung von Mehrwert durch Synergien. Die Aktivitäten der drei
BPR-ler in Neutraubling werden bei Bedarf
durch Mitarbeiter der übrigen BPR-Standorte
unterstützt bzw. verstärkt. Ingenieurtechnische
Planungen z. B. für Tragwerk und Straßen- sowie Spezialtiefbau übernehmen die München
BPR-Kollegen.
Die Ergebnisse in punkto Qualität, Effizienzsteigerung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zeigen sich bereits an den bisher realisierten Projekten. Die BPR-Ingenieure steuern als
Mitarbeiter der Krones „Bau und Technik“ die
umfangreichen firmeneigenen Bauaufgaben
von der Entwicklung bis zur Realisierung und
▶ Detail Kran – Kranbahn – Stütze
26
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
Übergabe an den Nutzer. Ein Vorteil ist dabei
sicherlich, dass die BPR-Mitarbeiter nicht nur
in Stabsfunktion, sondern auch mit Befugnissen der Linie agieren können.
Dr. Bernhard Schäpertöns erläutert das Zustandekommen dieser Aufgabendefinition wie folgt:
„In der jüngsten Vergangenheit legen Negativbeispiele – wie z. B. der Flughafen BER in Berlin – nahe, dass das klassische Regelsystem zwischen Bauherr, Projektmanagement und Planung massive Defizite aufweist. Hier sind neue
Ansätze gefragt. Auf Seiten des Managements
muss die Stabsfunktion mit Handlungsbefug-
nissen der Linie ergänzt und gestärkt werden“.
Im eigenen Unternehmen, so Schäpertöns,
„denken wir schon seit geraumer Zeit in Richtung eines ‚Integralen Projektmanagements`,
wie wir es gemeinsam und unter Anleitung der
Krones AG praktizieren. Zentraler Bestandteil
wird eine Ergänzung der Handlungsbereiche
Organisation, Kosten, Qualität und Termine
um einen juristischen Hintergrund sein. Dieses ‘Integrale Projektmanagement‘ werden wir
unseren Auftraggebern in Zukunft unter der
Marke CQS – die Buchstaben stehen für Costs,
Quality & Schedule – anbieten.“
▶ Blick in den Bürotrakt
Das Projekt Nittenau
In den ersten drei Jahren seit 2011 beliefen sich
die jährlichen Bauinvestitionen der Krones AG
auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Die
Investitionen verteilten sich auf die Standorte:
Neutraubling, Rosenheim, Freising, Flensburg
und Nittenau. Während in Neutraubling und
Rosenheim vornehmlich die Erstellung eines
Logistikzentrums, Hochregallager und entsprechende Um- und Anbauten im Bestand bei laufendem Betrieb zu betreuen waren, wurde in
Nittenau noch umfassender geplant. Dem bestehenden Werksgelände liegt, nur durch eine
öffentliche Straße getrennt, ein nicht mehr genutztes Industrieareal gegenüber. Auf dem
80.000 m² großen Grundstück herrschte nach
Baufeldfreimachung weitgehende Planungsfreiheit. BPR war hier nicht nur Teil der Bauherrnvertretung, sondern von der Krones AG
auch als Generalplaner beauftragt. Zuvor hatte sich BPR professionelle Unterstützung des
TA-Planungsbüros KBP und der A+P Architekten, beide München, gesichert.
Zunächst galt es, einen Masterplan für das neugewonnene Areal zu erstellen. Dies beinhaltete eine Neudefinition der Schnittstellen mit öffentlichen Flächen, z. B. der Straße, die die beiden Werksgelände trennt. Gemeinsam mit Krones, Haustechnikern, Architekten und BPR Infrastruktur Experten wurde der Masterplan bis
hin zur Verkehrserschließung komplett neu
aufgesetzt. Dabei galt es auch, die Versorgung
des alten Werksgeländes mit Strom, Wärme
und Gasen unter dem öffentlichen Straßenraum hindurch sicherzustellen. All dies erfolgte in enger Abstimmung mit der Stadt Nittenau und ihren Ämtern.
Dann wurden im 1. Bauabschnitt eine
3.000 m² große Produktionshalle (Stahlbeton
Fertigteilbaukonstruktion mit Trapezblechverkleidung) für Ventile nebst einem dreigeschossigen angeschlossenen Bürotrakt (zunächst nur
zweigeschossig geplant, dann während der Planungsphase um ein Geschoss aufgestockt, Ortbetonbauweise mit glatter Aluminiumblechfassade) von 1.200 m² geplant, aber alle energetischen und räumlichen Vorhaltungen (z. B.
▲ Ansicht Bürotrakt von
der Südseite
◀ Das Gebäude mit
Bürotrakt und angeschlosener Werkhalle
von Südwesten
Fotos: BPR Dr.
Schäpertöns & Partner /
Uwe Moosburger
Trafostation, Medienleitungen etc.) bereits für
die kommenden Bauabschnitte budgetiert und
realisiert.
Schon in der Masterplanung sind spätere Nutzeranforderungen mit einbezogen worden, beispielsweise wie das Areal mit seinen Geländeversprüngen noch besser genutzt werden könnte. Insbesondere galt es bei der Planung, den
24-Stunden-Produktionszyklus zu berücksichtigen, was hohe Anforderungen an den Schallschutz, eine verbesserte Zufahrt, die künftig
nicht mehr durch ein Wohngebiet führt, neue
Parkplätze und eine Durchgrünung des neuen
Werkareals stellte.
Der 1. Bauabschnitt im Werk Nittenau wurde
im festgelegten Zeit- und Kostenrahmen im
Frühjahr 2013 an die Krones AG übergeben.
Eine kurze Planungszeit für den Entwurf von
nur 12 Wochen, der schnelle Baubeginn im Oktober 2012 und ein Ausführungszeitraum von
lediglich 9 Monaten waren nur umzusetzen
durch eine enge Verzahnung von Projektmanagement, Planung und Ausführung. Die ge-
meinsame Vergabe von Projektmanagement
und Generalplanung in eine Hand war die natürliche Folge, ein fast angelsächsisches Modell, das dem Construction Management nahekommt und hier das „fast track design“ erst
möglich machte..
Ausblick
Dieser Erfolg der Planungs- und Baumaßnahmen ist auch Zeugnis der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Bauherrn und Projektmanagement. Darüber berichtete der Leiter der
Krones „Bau und Technik“ Franz Zollner vom
ersten Tag an direkt an den Vorstand der Krones AG. Das von ihm mit BPR gelebte Integrale Projektmanagement ist damit auch für die
kommenden Bauaufgaben des Unternehmens,
wie zum Beispiel den gerade begonnenen zweiten Bauabschnitt in Rosenheim, vorgesehen.
Autor:
Christian Brensing
CBE – Enterprises Berlin
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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INGENIEURBERATUNG
Energiemanagemenstsystem
Kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz
von Peter Dorfner, Christian Eberl und Alexander Buschmann
Ein Grund zum Feiern
Beim Sommerfest 2012 durften sich die Mitarbeiter der Schlagmann Poroton GmbH & Co.
KG in Zeilarn bei Landshut in Niederbayern
über ein Lob freuen – und sich einen Nachmittag lang auf ihren Lorbeeren ausruhen. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil war zu Gast
und übergab das noch druckfrische Zertifikat
für das neu eingeführte Energiemanagementsystem an Geschäftsführer Johannes Edmüller.
„Als eines der ersten Unternehmen Ihrer Branche haben Sie sich nach ISO 50001 zertifizieren lassen“, gratulierte der Minister: „Mit dem
Managementsystem und Ihren Energie-Teams
setzen Sie Maßstäbe für die industrielle Produktion. Damit sind Sie wieder einmal Vorrei-
ter für Ihre Branche und für das gesamte verarbeitende Gewerbe.“
gelmäßig neue Erfolge in Form von verbesserter Energieeffizienz erzielt werden können.
Erste Erfolge
Die Ziegelherstellung erfordert verschiedene
energieintensive Prozesse. Der Energieverbrauch beeinflusst den wirtschaftlichen Erfolg
und die Ökobilanz des Produktionsprozesses
stark. Unter diesen Rahmenbedingungen konnte Schlagmann Poroton mit der Einführung des
Energiemanagementsystems bereits erste wichtige Erfolge erzielen:
- Systematisierung und Transparenz bei der
Identifikation von Einsparpotenzialen und
der Entscheidung über Energieeffizienzprojekte.
- Vereinheitlichung der Datenbestände: Energiemanagement, Produktionsleitung und
Controlling greifen für ihre Auswertungen alle auf dieselben Zahlen zu.
- Zusätzliche Energieeffizienz-Kennwerte: Kennwerte für den Produktionsprozess gab es bereits. Alle Kennwerte wurden überprüft und
ggf. angepasst. Zusätzliche Kennwerte für unterstützende Funktionen (Außenbeleuchtung,
Sozialräume etc.) wurden eingeführt und werden kontinuierlich beobachtet und bewertet.
- Anspruch auf die Entlastungsregelung nach
§ 40 EEG und auf den Spitzenausgleich nach
Energiesteuergesetz und Stromsteuergesetz:
Die Anforderungen des Gesetzgebers für Entlastungen bei EEG, EnStG und StromStG werden durch das neue Energiemanagementsystem erfüllt.
Durch den kontinuierlichen Verbesserungsprozess werden im Energiemanagementsystem
ständig Effizienzpotenziale gesucht, identifiziert und bewertet, so dass dauerhaft und re-
Gute Voraussetzungen
Schlagmann Poroton betreibt an vier Standorten in Bayern Ziegelwerke. Jedes Jahr produzieren diese Werke so viel Ziegel, um für 30.000
Menschen Wohn- und Arbeitsraum zu schaffen. Flaggschiffprodukt von Schlagmann ist der
mit Perlit verfüllte Wärmedämmziegel Poroton, der mit natürlichem mineralischem Verfüllstoff höchste Anforderungen an Energieeinsparung erfüllt – ohne zusätzliche Wärmedämmschicht. Schlagmann ist also im Feld der
Energieeinsparung zuhause.
Auch im Produktionsprozess wird schon lange
intensiv an der Verbesserung der Energieeffizienz gearbeitet. Im Jahr 2012 entschied sich
die Unternehmensleitung, diese Arbeit zu formalisieren und ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 einzuführen. Der
Zeitplan war anspruchsvoll: Das Projekt startete am 9. Januar, das Zertifikat sollte bereits
ein halbes Jahr später ausgestellt sein.
Glücklicherweise waren die Voraussetzungen
gut: Die Unternehmensführung benannte einen Energiemanager mit fachlichem Hintergrund aus dem Bereich Managementsysteme
und ein Energieteam. Diese Mitarbeiter wurden so entlastet, dass sie die zusätzlichen Aufgaben für die Einführung des Systems übernehmen konnten.
Ein selbst entwickeltes Werkzeug zur Auswertung von Produktion und Energieverbrauch
wurde bereits eingesetzt und konsequent genutzt. Viele größere und kleinere Energieeffizienz-Projekte waren bereits umgesetzt worden und die Mitarbeiter waren für das Thema
Energieeffizienz schon sensibilisiert. Das Büro
Team für Technik wurde beauftragt, Energiemanager Peter Dorfner und sein Energieteam
◀ Energieflussbild für ein Werk der
Schlagmann Poroton
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BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
bei der Einführung zu unterstützen. Team für
Technik ist eine Ingenieurgesellschaft im Bereich Energie- und Versorgungssysteme und
für Unternehmen und die öffentliche Hand beratend und planend tätig.
Arbeitsschritte bei der Einführung
Der Terminplan war also eng. Nach der ersten
energetischen Bewertung, der Definition der
Prozesse, dem Aufbau der Dokumentation –
Organigrammen, Kommunikationsmatrix, Verfahrensanweisungen, Schulungsplänen, Stellenbeschreibungen etc. – fand deshalb bereits
Anfang bis Mitte Februar das erste interne Audit und das erste Managementreview statt. Ein
freiwilliges Voraudit am Stammsitz in Zeilarn
folgte Mitte März. Das Zertifizierungsaudit begann dann im April mit dem Stufe-1-Audit im
Werk Isen und endete mit Abschluss des Stufe2-Audits in Aichach im Mai.
Ein großes Projekt bei der Einführung des Energiemanagementsystems war der Einbau und
die Aufschaltung von zusätzlichen Zählern und
die Vereinheitlichung der Erfassungssystematik über alle Standorte. Das macht die Energieeffizienz der verschiedenen Standorte mit ihren unterschiedlichen Anlagengruppen und
Produkt-Mixen vergleichbar. Zusätzlich wurden bereits durchgeführte Effizienzmaßnahmen dokumentiert, bestehende Investitionsvorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz zusammengetragen und zentral verwaltet, Gesamt-Energieflussbilder für jeden Standort erstellt. Ein zentrales Arbeitspaket der Energiemenagementsystem-Einführung war es, die
Methode zur energetischen Bewertung der
Hauptverbraucher festzulegen und erstmalig
anzuwenden.
Das System
Energiemanagementsysteme nach der Norm
DIN EN ISO 50001 basieren – typisch für formalisierte Managementsysteme – auf einem
kontinuierlichen Verbesserungsprozess nach
dem „PDCA-Zyklus“: Planung, Umsetzung der
Planung, Überprüfung, Verbesserung (englisch:
„Plan-Do-Check-Act“).
Bei der Einführung mussten alle Normforderungen umgesetzt werden. Chancen auf Verbesserungen zeigten sich bereits in der Einführungsphase besonders dort, wo die Norm-Systematik an die spezifischen Verhältnisse im Betrieb angepasst werden konnte. So hatte die
▲ Beispiele aus der
Dokumentation des
Energiemanagementsystems: Verantwortlichkeitsmatrix, Schema
der Verbrauchsdatenerfassung, Verfahrensanweisung für die energetische Bewertung
Abbildungen:
Team für Technik
▲ Der PDCA-Zyklus im Energiemanagementsystem
Fa. Schlagmann schon lange konsequent Energie-Kennwerte für ihre Produkte gebildet. Im
Zuge der Systemeinführung stellten die Mitarbeiter fest, dass diese Kennwerte noch aussagefähiger werden, wenn sie nach Produktgruppen (etwa dünnstegigere Reihen, Wärmedämmfassadenelemente oder Verfüll-Ziegel
mit dickeren Stegen) unterschieden sind. Diese Unterscheidung wurde ins Energieeffizienzprogramm übernommen. Dadurch bleibt die
Vergleichbarkeit der Energieeffizienz auch bei
stark verändertem Produktmix erhalten.
Wie geht es weiter?
Die Einführung des Energiemanagementsystems bei Schlagmann war natürlich zunächst
mit Arbeit verbunden. Aber mittlerweile werden die Vorteile des Systems immer deutlicher.
Heinz Girgner, Leiter des Zeilarner Werks, sagt
dazu: „Mittlerweile leben wir das System wirklich“. Auch der Energiemanagementbeauftragte Peter Dorfner ist zufrieden: „Wir haben in
kurzer Zeit viel auf die Beine gestellt.“
Aber für Schlagmann ist die Einführung des
Systems nur ein Schritt. Bis 2020 soll die Ziegelproduktion CO2-neutral werden. Dafür gibt
es schon viele Ideen – für große Maßnahmen
wie Eingriffe in den Ofen-Trockner-Verbund
oder den Betrieb eigener Kraft-WärmeKopplungsanlagen und für kleinere Maßnahmen wie eine verbesserte Beleuchtungssteuerung. Alle diese Ideen werden jetzt systematisch im Rahmen des Energiemanagementsystems untersucht, bewertet und zur Entscheidung vorbereitet. Die Prozesse werden systematisch verbessert, auf einem konsequenten
Weg hin zu Energieeffizienz und CO2-Neutralität.
Autoren:
Peter Dorfner,
Energiemanager
Schlagmann Poroton GmbH & Co KG,
Christian Eberl,
Geschäftsführender Gesellschafter
Team für Technik GmbH, München,
Alexander Buschmann,
Projektleiter, Team für Technik GmbH
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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INGENIEURBERATUNG
Mediation/Baubegleitung
Frühe Streitschlichtung
von Holger Kummer und Erik Schäfer
Worum es geht
Die Eskalation nicht frühzeitig beigelegter Streitigkeiten sorgt für Bauzeitverlängerungen oder
für Behinderungen innerhalb der gesamten
Projektorganisation und damit letztlich für
Kosten. Möglicherweise ‚landet‘ am Ende oder
schon während der Arbeiten eine Vielzahl von
Ansprüchen vor Gericht und den von diesem
eingeschalteten Gutachtern. Dabei tritt für das
Projekt selbst keine echte Zustandsverbesserung ein. Die Verfahren selbst sind langwierig
und vertrackt. Es geht im Wesentlichen um
geldwerte Rechtsansprüche.
Derartiges kann durch den Einsatz von Baubegleitern vermieden, zumindest aber im Umfang reduziert werden. Durch ihre ständige
Präsenz im Projekt haben sie eine Projektkenntnis, die die Klärung strittiger Punkte ohne viel Erklärungsaufwand und viel formloser
als vor Gericht ermöglicht. Wenn die Parteien
nichts anderes vereinbaren, bleiben sie dabei
jederzeit Herr des Verfahrens. Das ist vor Gerichten oder Schiedsgerichten so nicht der Fall.
Vielmehr können sie mit Hilfe Dritter sogar
einvernehmlich durch die Umstände des konkreten Projektes sinnvoll scheinende Vertragsanpassungen vornehmen. Da Streit die Fronten leicht verhärtet, ist Vergleichbares ohne
neutrale Dritte schwerer zu erreichen.
Mediation, Schiedsgutachten,
‚Adjudikation‘
Zu Anfang zwei Definitionen, die die zwei
grundlegenden Fragen beantwortet, was ein
Mediator leistet und was eine Mediation ist
[1]: „Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig
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BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben. Ein
Mediator ist eine unabhängige und neutrale
Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die
Parteien durch die Mediation führt.“
Seit Inkrafttreten des Mediationsgesetzes, das
auf einer EU-Richtlinie [2] basiert, ist die
Durchführung von Mediationen in Deutschland, gesetzlich geregelt. Dies gilt natürlich
auch für entsprechende Verfahren bei Planungs- und Bauprojekten. Dabei kann die Mediation als eigenständiges Verfahren eingesetzt werden oder Mediationstechniken von
einem sogenannten Dispute Board (DB) [3]
angewendet werden, das während der Projektdurchführung ständig anrufbar ist, um –
abhängig davon, wozu die Parteien es vertraglich autorisiert haben – Streitpunkte einvernehmlich zu klären, unverbindliche Lösungsvorschläge zu unterbreiten oder vorläufig mit
vertraglicher Bindungswirkung zu entscheiden.
Einen Rahmen hierfür schaffen zum Beispiel
Regelwerke wie die ICC DB-Rules [4]. Das in
diesem Zusammenhang häufig erwähnte Adjudikationsverfahren [5] [6] entstammt dem
angelsächsischen Rechtskreis und ist z. B. in
Großbritannien sondergesetzlich geregelt [7].
Es ist dadurch gekennzeichnet, dass das DB
verbindliche und nur unter bestimmten Voraussetzungen gerichtlich überprüfbare Regelungen trifft.
Im deutschen Recht entspricht die Adjudikation am ehesten dem Schiedsgutachten [8].
Von manchen Stimmen wird die Vereinbarkeit von Adjudikationsverfahren mit zwingendem deutschen Recht in Frage gestellt. Nach
einem im Mai vorgelegten Rechtsgutachten
greifen diese Bedenken jedoch nicht. Allerdings: Wie jedes Verfahren hat auch die Adjudikation Vor- und Nachteile, die der Anwender abwägen muss, bevor er sich darauf einlässt.
Mediationsverfahren haben den Vorteil, dass
die Parteien stets das letzte Wort behalten und
ihre Einigung Vertragscharakter hat. Unter
Umständen von Nachteil: Die Lösung des
Streits hängt von der Überzeugungskraft der
Einigung ab und nicht der Entscheidungsmacht des Dritten. Die Autoren vertreten die
Ansicht, dass die Vorteile mögliche Nachteile
deutlich aufwiegen.
Die eingangs zitierte Definition lässt erkennen: Eine Mediation unterscheidet sich von
anderen Streitschlichtungsmethoden dadurch,
dass die Konfliktparteien ihr Vorgehen jederzeit selbst bestimmen. Das betrifft sowohl ihre Entscheidung, ein solches Verfahren zu beginnen (im Unterschied zum Adjudikationsoder auch Gerichtsverfahren) und die Auswahl
des Mediators, als auch das Ergebnis.
Grundsätzlich können alle Konflikte mittels
Mediation einem Lösungsversuch unterworfen werden. Dafür ist es nicht notwendig, dass
das Mediationsverfahren vorher vereinbart
wurde, nicht einmal dass zwischen den Beteiligten überhaupt ein Vertrag existiert hat.
Einigen kann man sich über alles in jeder
Form, was auch sonst in einem mündlichen
oder schriftlichen Vertrag vereinbart werden
kann. Im Anlagen- und Baugeschäft sind das
fast alle denkbaren Streitigkeiten. Grenzen
setzen allenfalls gesetzlich zwingende Einschränkungen der Vertragsfreiheit.
Eine Mediation wird regelmäßig nach einem
Stufenplan durchgeführt.
INGENIEURBERATUNG
Dabei folgen dem Vorgespräch (Stufe 0) mit
beiden Parteien vor der eigentlichen Mediation folgende fünf Phasen:
1. Klärung des Rahmens der Mediation,
2. Konflikt-Darstellungen durch die Parteien,
3. Klärung der Bedürfnisse und Interessen der
Parteien, Konfliktumfelderhellung,
4. Lösungserarbeitung/-verhandlung,
5. Ausarbeitung der meist schriftlich gefassten Einigung.
Ziel ist eine interessengerechte, einvernehmliche und nicht oktroyierte Beilegung des Konfliktes. In Wirtschaftssachen und insbesondere in Bausachen sollten die Parteien ihre juristischen und (bau-)fachlichen Berater beteiligen. Das MediationsG [9] erwähnt diese Möglichkeit nicht nur, es enthält auch die Aufforderung: „ … Er (der Mediator) hat die Parteien, die ohne fachliche Beratung an der Mediation teilnehmen, auf die Möglichkeit hinzuweisen, die Vereinbarung bei Bedarf durch
externe Berater überprüfen zu lassen…“. Eine beratende Teilnahme bei den Mediationsgesprächen ist oft sinnvoll.
Steht dem gesetzlich oder aus anderen Gründen nicht etwas entgegen, kann die Mediation vertraulich bleiben. Jedenfalls unterliegt
der Mediator nach MediationsG einer Verschwiegenheitspflicht [10].
Typischerweise wird erst nachdem ein Konflikt entstanden ist und langwierige Versuche
der Parteien, ihn anders zu lösen, erfolglos
blieben, ein meist schriftlicher Vertrag zur
Durchführung der Mediation geschlossen. Zur
Sicherung des Mediatorenhonorars und der
zu erwartenden Kosten wird zugleich eine Vor
schusszahlung vereinbart.
Bei Projektverträgen, die fast immer zeitkritisch sind, zeigt sich bei diesem typischen Ablauf, dass die Beteiligten zu lange gezögert
und die Mediation zu spät eingeleitet haben,
um alle Vorteile dieser Streitschlichtung ausschöpfen zu können.
Obwohl es also erfahrungsgemäß kein größeres Vorhaben gibt, das reibungslos ohne Streit
verläuft, wird die Streitbeilegung mit Hilfe des
neutralen Dritten zu spät oder gar nicht in Angriff genommen; vermutlich, weil die Auswahl des neutralen Dritten Ressourcen bindet und nicht budgetierte Ausgaben verursacht. Das heißt, es müssen Entscheidungen
getroffen werden, die im engeren Sinne nicht
projekttypisch sind. Oft ist das damit verbun-
dene Eingeständnis, es nicht selbst geschafft
zu haben, ein weiterer Hemmfaktor.
Wird der neutrale Dritte demgegenüber gemäß vertraglicher Vereinbarung mit eingepreistem Budget schon vorsorglich bei Projektbeginn bestellt und ist damit jederzeit ohne extra Kostenfreigabe anrufbar, entfallen
diese Hemmschwellen zur effizienten, weil
frühen Streiteindämmung und -lösung.
Baubegleitung/frühe Streitbeilegung –
Dispute Board
Der Einsatz eines Dispute Board, also einer
ständigen Baubegleitung, gibt den an Planung und Bau Beteiligten die Möglichkeit einer schnellen, den Bauablauf weniger behindernden und bei Einsatz der Mediation als
Methode im Gegensatz zur Adjudikation mehr
selbstbestimmten Konfliktbeilegung. Denkbar ist aber auch, den neutralen Dritten zunächst zu einem Mediationsversuch zu verpflichten, ihm aber bei dessen Scheitern eine
verbindliche oder unverbindliche Entscheidungsbefugnis zu geben. Allein der Umstand,
dass diese Entscheidungsbefugnis besteht,
wird Streitparteien leicht ‚beflügeln‘, sich zu
einigen, um den Spruch zu vermeiden.
Ein Dispute Board wird mit Beginn der konkreten Planung bzw. mit Beginn von Ausführungsplanung und Bau gebildet. Es hat klare
Aufgaben und steht nicht im Gegensatz zur
sonstigen Bauorganisation.
Aufgaben einer solchen Baubegleitung, eines
Dispute Board [10], sind:
- regelmäßige Besuche der Baustelle zur Vertiefung der Detailkenntnis,
- laufende Information über Aktivitäten, Fortschritt, Entwicklung, Probleme auf der Baustelle (oder auch bereits in der Planung bei
größeren Projekten),
- Förderung der einvernehmlichen Streitbeilegung,
- bei Streit: Abhalten eines (Mediations-)Verhandlungstermins,
- Prozessführung nach Regeln zur Entscheidungsfindung für die Parteien (Mediation,
Dispute Review Board [DRB]),
- Überlegungen zu den und Vorbereitung der
Entscheidung (Dispute Adjudikation Board
[DAB]),
- Entscheidungsfindung,
- DRB – im Prozess durch die Parteien gemeinsam
- DAB – durch die Adjudikatoren.
Die durch das Dispute Board eingesetzten Methoden haben unterschiedliche Einsatzgebiete, eine scharfe Grenze gibt es jedoch nicht.
In den FIDIC-Vertragsmustern gibt es je nach
Auswahl beide Varianten. Wird bei einem regulären Dispute Board z. B. nach den Regeln
der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit DIS [11] von regelmäßig drei Mitgliedern ausgegangen, scheint bei mittleren Projekten auch ein mit zwei Personen, juristischen und ingenieurtechnischen Hintergrunds, besetztes Board sinnvoll.
Die Wahl der Mediation ist die mehr konsensorientierte Form zur Streitbeilegung anhand
solcher Sachthemen, wo die Parteien sich, gemeinsam mit ihren Beratern, in der Lage fühlen, selbst zu entscheiden und ein Interesse
daran haben, diese Entscheidung zeitnah herbeizuführen. Einen Zeitrahmen wird die Vereinbarung eines solchen Dispute Boards in
der Regel vorsehen. Da in der Regel eine
schriftliche Vereinbarung abgeschlossen wird,
erfolgt hier eine Vertragsanpassung bzw. eine Präzisierung, denn die Parteien selbst sind
es, die verhandeln. Eine gerichtliche Überprüfung ist, wie bei jedem Vertrag, nur im gesetzlich angeordneten Umfang möglich und damit regelmäßig auf Missbrauchs- oder Sittenwidrigkeitstatbestände bzw. Willensmängel
oder Verstoß gegen zwingende Formvorschriften beschränkt.
Den Parteien steht, wenn sie die Möglichkeit
der Vollstreckbarkeit der Einigung wünschen,
die Möglichkeit mit Hilfe der üblichen Institute aus §§ 794 ff. ZPO, also z. B. durch Beurkundung vor einem Notar, zur Verfügung.
Bei der Adjudikation wird grundsätzlich durch
das DAB eine Entscheidung gefällt, die einen
vorläufigen Bestand hat, zumindest bis zur
Überprüfung durch ein Schieds- oder ein ordentliches Gericht, die bei Anwendung deutschen Rechts freilich inhaltlich beschränkt ist,
wenn der Adjudikator als Schiedsgutachter
qualifiziert wird [12].
Konfliktkosten
Konflikte kosten Geld. Wie viel genau, weiß in
der Regel niemand. Auch die hier betrachteten Methoden der Konfliktfolgenreduzierung
sind zu finanzieren. Allerdings sind ihre Kosten insgesamt regelmäßig deutlich geringer
als die Aufwendungen, die aufgrund der Pro-
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
31
INGENIEURBERATUNG
bleme sonst angefallen wären.
KPMG hat sich in zwei großen Studien 2009
[13] und 2012 [14] grundlegend mit Konfliktkosten in Organisationen und mit der Mediation beschäftigt. Für einen Führungskonflikt
zwischen zwei Abteilungen wurden in der
KPMG-Studie von 2012 beispielhaft direkte
und mittelbare Kosten innerhalb von zwei
Jahren von über 3 Mio. € angegeben. Weil
komplexe Bauprojekte mit mehreren beteiligten Firmen und deren Abteilungen letztlich
ähnlich zu betrachten sind, wie diverse Abteilungen eines Unternehmens, die gemeinsam an einem großen Projekt arbeiten, bietet sich dieses Ergebnis als auch hier verallgemeinerungsfähig an. Der Investitionsaufwand
für ein Dispute Board und die regelmäßige
Überprüfung der Prozesse im Projekt auf Konflikte erscheint im Verhältnis als gering.
Zu den erhöhten Projektkosten und internen
Mehraufwendungen kommen ohne frühzeitige Erledigung Rechtsverfolgungskosten, also Gerichtsgebühren, Sachverständigenkosten sowie Anwaltshonorare. Für einen eskalierten Konflikt ist es möglich, einen Vergleich
der Mediations- zzgl. der dazugehörigen Anwaltskosten mit den Prozess- und den dazugehörigen Anwaltskosten durchzuführen. Ein
solcher Vergleich zeigt exemplarisch die Kostendämpfungseffekte durch Mediation für
ausgewählte Streitwerte auf [15]. Die Einsparungen sind beachtlich, soweit die Mediation
erfolgreich ist. Alle mit den hier besprochenen Verfahren Vertraute bestätigen, dass die
Chancen für weitgehende Einigungen viel besser stehen als die für ein Scheitern. KPMG geht
bei betrieblichen Mediationen von ca. 80 %
Erfolg aus.
Fazit
Insgesamt ist es also möglich und zweckmäßig, eine ständige Begleitung des Baugeschehens entsprechend einem Dispute Board zur
zeitnahen Beilegung aller Streitigkeiten einzurichten. Im internationalen Baugeschäft ist
es mittlerweile üblich, ein Dispute Board zum
Zweck schneller Entscheidungen einzusetzen.
In Deutschland kommt es vermehrt, aber
nicht systematisch, zum Einsatz von Mediation und Adjudikation, was wohl auch aus der
rechtlichen Unsicherheit der vergangenen Jahre herrührt.
Wir vertreten die Ansicht, dass aufgrund der
32
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
Vertragsfreiheit Maßstab zur Beurteilung von
Streiterledigungsverfahren allein die Effizienz
der Methode und die Qualität des Ergebnisses sein sollte, die sich im Erfolg des jeweiligen Projekts niederschlagen müssen. Erfolg
kann dabei auch schlicht sein, dass Schlimmeres vermieden wurde. Eine im Projekt verankerte Struktur, die es ermöglicht, unkompliziert und schnell, d. h. bei geringer Eskalationsintensität, Probleme zu verhandeln und
fortlaufend abzubauen, ist – vorausgesetzt,
sie greift – die bessere Methode der Streiterledigung als die häufig anzutreffende Situation am Bau, in der Streitigkeiten nach und
nach kumulieren und dann als Paket einem
juristischen Entscheidungsverfahren zugeführt werden. Die Autoren meinen daher:
Der fortgesetzte Versuch einer frühen Streitbeilegung in Planung und Bau minimiert die
Eskalation und befördert das Vorhaben. Dabei gilt erfahrungsgemäß auch: Je früher ein
Streit vom Tisch ist, desto niedriger sind die
damit verbundenen Kosten. Das bedeutet: Zu
Beginn ein wenig Geld in die Hand zu nehmen, kann helfen, später mehr Geld zu sparen.
Autoren
Dipl.-Ing. Holger Kummer,
Beratender Ingenieur und Mediator (univ.),
TWB Technisch-Wirtschaftliche Beratung,
Moritzburg
RA Erik Schäfer,
RechtsanwaltMediator,
Cohausz & Florack, Düsseldorf
Quellen
[1] Gesetz zur Förderung der Mediation und
anderer Verfahren der außergerichtlichen
Konfliktbeilegung, gültig seit 26.07.2012, Artikel 1 Mediationsgesetz, § 1 Begriffsbestimmungen.
[2] Richtlinie 2008/52/EG des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 21.05.2008
über bestimmte Aspekte der Mediation in Zivil- und Handelssachen.
[3] Dispute Board DB ist ein im UK, aber nicht
in Deutschland gesetzlich definierter Begriff,
Vergl.http://en.wikipedia.org/wiki/Dispute_board.
[4] http://www.iccwbo.org/products-and-services/arbitration-and-adr/dispute-boards/dispute-board-rules.
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Adjudication, Abruf 14.09.2013.
[6] Marcus Rohwetter: Anwalts Lieblinge – Mit
Bauprozessen verdienen Kanzleien viel Geld.
Lobbyisten sorgen dafür, dass das so bleibt.
http://www.zeit.de/2011/48/AnwaltslobbyBaurecht, 27.11. 2011, Abruf 14.09.2013.
[7] 1996 by the Housing Grants Construction
& Regeneration Act, http://www.cdr.uk.com/
adjudicationsubpage.html
[8] Vergl. z. B. http://www.frankfurt main.
ihk.de/recht/themen/streitbeilegung/
schiedsgutachter.
[9] Mediationsgesetz, § 2 Verfahren; Aufgaben
des Mediators.
[10] Götz-Sebastian Hök: FIDIC Dispute Adjudication. Der FIDIC-Adjudicator. Bd. 15 der
VBI-Schriftenreihe, Berlin 2007.
[11] http://www.dis-arb.de/de/.
[12] http://dejure.org/gesetze/BGB/317.html.
[13] KPMG, Konfliktkostenstudie. Die Kosten
von Reibungsverlusten in Industrieunternehmen, www.kpmg.de.
[14] KPMG, Best Practice Konflikt(kosten)-management 2012, Der wahre Wert der Mediation, www.kpmg.de
[15] http://www.eucon-institut.de/mediation_kostendaempfung.html.
BÜROMANAGEMENT
◀ Büro-, Tagungs- und
Hotelkomplex
The Squaire am
Frankfurter Flughafen
Foto: Roland Horn
Unternehmens-/Projektfinanzierung
Gut beraten mit Bürgschaften
von Stefan Papirow
Rainer und Sohn Christoph Tiede haben ihr
Unternehmen 2008 gegründet. Sie entwickeln
und vertreiben ein Energie- und Medien-Erfassungs- und Umlage-System namens emeus.
Mit diesem System kann der Energieverbrauch
in Lüftungsanlagen von gemeinschaftlich genutzten Gewerbeimmobilien pro Nutzer genau ermittelt werden. Die Idee dazu hatte
Christoph Tiede, Projekt- und Fachbauleiter
im technischen Anlagenbau und in der Versorgungstechnik. Fünf Jahre nach der Gründung gehören heute die Deutsche Bank oder
der neue Büro-, Tagungs- und Hotelkomplex
„The Squaire“ am Frankfurter Flughafen zu
den Kunden von emeus.
Doch bis zur Realisierung des ersten Auftrags
für The Squaire war es ein langer Weg, denn
dieser Auftrag musste vorfinanziert werden.
Die Hausbank empfahl den Tiedes, sich an
die Bürgschaftsbank Hessen zu wenden. Die
Prüfung des Konzepts durch die Bürgschaftsbank ergab: Durch die angemeldeten Patente und ihren Wissensvorsprung hat das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal, die Tie-
des haben Erfahrung und die Vorteile ihres
Systems für die Betreiber gewerblicher Großimmobilien liegen auf der Hand. Die Bürgschaftsbank bescheinigte emeus gute Zukunftsaussichten und besicherte den nötigen
Kredit der Hausbank. So konnten Vater und
Sohn das größte Projekt ihrer Unternehmensgesichte umsetzen.
Die Tiedes sind kein Einzelfall – im Gegenteil.
Die insgesamt 17 Bürgschaftsbanken sind Wirtschaftsförderinstitute, die sich mit ihren Angeboten speziell an den Mittelstand in
Deutschland richten und besonders viele
Gründerinnen und Gründer fördern. 2012 unterstützten sie rund 3.000 Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen. Das sind
40 % aller Förderungen.
Insgesamt vergaben die Bürgschaftsbanken
im vergangenen Jahr bundesweit mehr als
7.000 Bürgschaften und Garantien in Höhe
von fast 1,1 Mrd. Euro an Mittelständler. Damit wurden Kredite und Beteiligungen über
knapp 1,6 Mrd. Euro ermöglicht. Die Wirkung
dieser Förderungen ist jedoch viel größer: Die
Bürgschaftsbanken tragen zwar den entscheidenden, aber nur einen Teil der Gesamtfinanzierung. Insgesamt können die unterstützten
Unternehmen mit den Bürgschaften pro Jahr
Investitionen über rund 5 Mrd. Euro realisieren!
Gegründet wurden die Bürgschaftsbanken
schon in den 1950er Jahren – von der Wirtschaft für die Wirtschaft. Neben den Industrie- und Handelskammern gehören in der
Regel auch die Ingenieurkammern der Länder zu den Gesellschaftern. Für beratende Ingenieure und ihre Unternehmen sind die
Bürgschaftsbanken nicht nur für die Finanzierung eigener Projekte ein geeigneter Partner. Sie sind auch wichtig für die Finanzierung
der Projekte ihrer mittelständischen Auftraggeber.
Die Bürgschaftsbanken übernehmen Ausfallbürgschaften gegenüber Hausbanken für alle gewerblichen Unternehmen und Freiberufler, denen sonst wegen fehlender Sicherheiten kein oder kein ausreichender Kredit bewilligt würde. Für Kreditinstitute sind diese
Bürgschaften vollwertige Kreditsicherheiten
und senken damit das Ausfallrisiko. Für den
Unternehmer verbessern sich mit einer Bürgschaft die Kreditkonditionen.
Die Bürgschaftsbanken können pro Unternehmen Bürgschaften bis zu 1,25 Mio. Euro übernehmen. Tatsächlich wird die Hälfte aller
Bürgschaften jedoch für Beträge bis 100.000
Euro verwandt.
Voraussetzung für die Förderung ist, dass die
Finanzierungsvorhaben betriebswirtschaftlich sinnvoll und vertretbar sind. Bürgschaften werden für kurz-, mittel- und langfristige
Kredite aller Art vergeben. Unternehmer kön-
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
33
BÜROMANAGEMENT
nen Bürgschaften bei Gründungen, Betriebsübernahmen, für Investitions- und Wachstumsfinanzierungen oder für Leasing- und
Mietkauffinanzierungen einsetzen. Auch Betriebsmittel, d. h. Kontokorrentkredite sowie
Avale und Garantien, können so abgesichert
werden.
Wie alle Banken, sehen sich auch die Bürgschaftsbanken die Antragsteller genau an: Bei
der Vergabe einer Bürgschaft zählen nicht nur
Businesspläne, Berechnungen und Prognosen. Die Bürgschaftsbanken schauen sich auch
die Unternehmer an. Überprüft wird, ob sie
persönlich und fachlich qualifiziert sind. Geprüft wird außerdem, ob sie nach Zahlung
von Zinsen und Tilgung noch einen ausreichenden Lebensunterhalt einkalkuliert haben. Bewertet werden vor allem die Zukunftsaussichten. Wenn wie bei den Tiedes alles gut
aussieht, vergibt die Bürgschaftsbank eine
Bürgschaft, die von mehreren Monaten bis zu
23 Jahren laufen kann. Im Durchschnitt haben die Bürgschaften eine Laufzeit von sieben Jahren.
Bürgschaftsanträge werden über die Hausbank gestellt. Der Unternehmer spricht in der
Regel mit seiner Hausbank. Stimmt sie einer
Finanzierung zu, holt sie bei zu wenigen Sicherheiten die Bürgschaftsbank mit ins Boot.
Das Kreditinstitut beantragt dann bei der regional zuständigen Bürgschaftsbank eine
Bürgschaft.
ALLE 17 BÜRGSCHAFTSBANKEN …
…in Deutschland und 14 Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBGen) werden
vom Verband Deutscher Bürgschaftsbanken e.V. (VDB) vertreten. Der VDB ist zentraler Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft in allen Fragen rund um
Bürgschaften, Garantien und Beteiligungen. Dr. Stefan Papirow ist seit 2011 Vorsitzender
des Verbands. Weitere Informationen und die Kontaktdaten aller Bürgschaftsbanken unter:
www.vdb-info.de.
Neben den „klassischen“ Bürgschaften können Ingenieure auch eine „Bürgschaft ohne
Bank“ beantragen und sich zuerst an die Bürgschaftsbank wenden. Hat ein Unternehmen
eine Zusage von der Bürgschaftsbank, fällt der
Hausbank die Finanzierung leichter. Viele
Bürgschaftsbanken haben darüber hinaus
spezielle Programme für Existenzgründer oder
einzelne Branchen.
Ähnlich wie den Tiedes ging es auch Roland
Schmitt. Nach der Wiedervereinigung arbeitete er in der Industrievermessungsabteilung
der Sächsischen Olefinwerke AG Böhlen und
hatte die Idee, die Leistungen seiner Abteilung als Ingenieurbüro anzubieten. Mit seiner Gründungsidee ging er zu seiner Hausbank, aber auch ihm fehlten die nötigen Sicherheiten für einen Kredit. Also wandten sich
Unternehmer und Hausbank an die Bürgschaftsbank Sachsen, die mit einer Bürgschaft
den Kredit und die Existenzgründung ermöglichte. „Die Bürgschaftsbank Sachsen hatte
damals erkannt, dass mein Büro einen ent-
sprechenden Hintergrund und damit auch
gute Entwicklungschancen hat“, erinnert sich
Firmeninhaber Schmitt.
1992 als Spezialist für Industrievermessungen
am Chemiestandort in Böhlen gestartet, ist
das Vermessungsbüro Schmitt inzwischen
über die Grenzen Sachsens hinaus bekannt.
Heute sitzen die Auftraggeber in ganz Deutschland und Roland Schmitt bietet mit seinem
Büro das ganze Spektrum von Ingenieur- und
Bauvermessungen an – von Vermessungen
für die Industrie bis zu Straßenbau und Grundstücksvermessung.
So wie die Bürgschaftsbanken in Hessen und
Sachsen diese zwei Unternehmer bei der Finanzierung unterstützt haben, fördern alle
Bürgschaftsbanken jedes Jahr eine Vielzahl
unterschiedlichster Unternehmen aus allen
Branchen.
Autor:
Dr. Stefan Papirow,
Vorsitzender des VDB, Berlin
Vermessungsarbeiten im Gelände
Foto: Vermessungs- und Kopierbüro Schmitt
34
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
BIM-SPECIAL
Building Information Modeling
Die Weiterentwicklung der Planung
von Hans-Georg Oltmanns
Was ist BIM?
„BIM ist die Methode, mittels digitaler Abbildung der physikalischen und funktionalen Eigenschaften eines Bauwerks von der Grundlagenermittlung bis zum Rückbau/Abriss zu
arbeiten. Als solches dient diese Methode dazu, Informationen und Daten für die Zusammenarbeit über den gesamten Lebenszyklus
des Bauwerkes zur Verfügung zu stellen und
zu teilen.“
Die Effizienz der BIM-Methode und die damit
▲ EDV-Modellübersicht
Musikkenshus Aalborg
verbundenen Vorteile für den Bauherrn bezüglich Termin-, Kosten- und Qualitätssicherheit ist ursächlich von den in den Thesen (siehe Kasten rechts) genannten Rahmenbedingungen abhängig. Folgende wesentliche Defizite in den derzeitigen Rahmenbedingungen erschweren die umfassende Anwendung
von BIM im deutschen Bauwesen:
1. Fehlende Regularien, auf die sich BIM-Vertragsvereinbarungen beziehen können (anerkannte BIM-Richtlinien und Vertragsmuster,
▼ EDV-Modell
Fassadenausbildung
die gemeinschaftliches Handeln gemäß der
BIM-Methode fördern).
2. Fehlende Rechtssicherheit bei der Preisgestaltung für BIM-Leistungen – der entstehende Mehrwert wird nicht adäquat gewürdigt.
3. Fehlender Bezug der Leistungsbilder in der
HOAI. Die Leistungsbilder erfordern weitreichende Flexibilität bei den Vergütungsmodellen für das BIM-Team.
Hemmnisse bei der Einführung
Die BIM-Methode zwingt zu mehr Zusammenarbeit und Kommunikation im Projekt. Es
müssen sehr viel früher gegenseitig Informationen ausgetauscht werden, als bisher nach
den Leistungsphasen der HOAI vorgesehen.
Dabei notwendige Änderungen werden am
Modell vorgenommen. Sie sind über das Internet gleichzeitig für die Beteiligten sichtbar
und können zeitnah abgestimmt werden. Das
Zusammensuchen der Planunterlagen entfällt.
Manchmal sind es gerade die in Deutschland
gern gesehenen Regelwerke sowie die eher
kleinteiligen Bürostrukturen, die sich bei Veränderungen als widerspenstig gebärden. Andere Länder scheinen da weniger Probleme
zu haben.
Bürostrukturen – Es gibt nur wenige Länder
mit ähnlichen Bürogrößen und -zusammensetzungen wie in Deutschland üblich. Es bedarf eines großen Aufwandes, hier wirklich
alle zu erreichen, um sie mit neuen Methoden bekannt zu machen. In einem Bundesland wie Niedersachsen zählt man mehr als
1.800 Ingenieurbüros aller Fachrichtungen.
Die Zahl der Architekturbüros ist vermutlich
noch deutlich größer.
Im vergleichbar kleinen Dänemark gibt es
THESEN ZU BIM
1. Building Information Modeling ist
eine Methode und keine Software.
Die Einführung, Umsetzung und
Förderung von BIM ist daher keine IT
Aufgabe, sondern eine Managementaufgabe.
▲EDV-Entwurfsmodell
2. Die BIM-Methode lässt sich auf Projekte unabhängig von ihrem Projektvolumen anwenden. Sie ist daher in absehbarer Zeit für die meisten am Planungsgeschehen beteiligten Architekten und
Ingenieure relevant.
3. Die Anwendung von BIM bei der Umsetzung originärer Planungsleistungen der
Architekten und Ingenieure ist keine Zusatzleistung, sondern eine Grundsatzentscheidung für eine bestimmte Planungsmethode, mit weitreichenden Folgen.
▲IFC-Modell für
Datenweitergabe
4. Die BIM-Methode enthält neue, zusätzliche Leistungen (wie die BIM- Koordination des Planungsteams u. a. zur kollisionsfreien Planung) die von den geltenden, traditionellen Leistungsbildern
abweichen. Diese zusätzlichen Leistungen schaffen einen erheblichen Mehrwert innerhalb des Projektes.
5. Die BIM-Methode erzwingt eine neue
Bewertung der Aufwandsverteilung zwischen den Fachdisziplinen im Planungsteam und zwischen den Leistungsphasen im Projektverlauf.
▲Überleitung in ein
mechanisches Modell
6. Die BIM-Methode kann umso effizienter eingesetzt werden, je stärker gemeinschaftliches Handeln (gemeinsame Vorteile und Risiken) vertraglich verankert
ist und je tiefer BIM in der Wertschöpfungskette genutzt wird.
▼ Ergebnisauswertung aus der FEMBerechnung
7. Die Anwendung von BIM erfordert neue
Vertrags- und Vergütungsregelungen.
Planungsleistungen nach der BIM-Methode können im starren Gerüst der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) nicht abgebildet werden.
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
39
▲ Blockbauweise
▼ Schlanker
der Meyer Werft
Schiffbau
kaum Büros unter 1.000 Mitarbeitern. Im übrigen Skandinavien verhält es sich ähnlich. In
solchen Ingenieurfirmen ist es ungleich leichter, neue Methoden einzuführen und weiterzuentwickeln.
Dennoch soll hier nicht der Eindruck erweckt
werden, dass die Strukturen das eigentliche
Problem sind. Gerade die Vielfältigkeit der
deutschen Planungsbüros hat immer wieder
erstaunliche Innovationen hervorgebracht.
Es sind die Verbände und Kammern gefordert,
durch intensive Information ihrer Mitglieder
den scheinbaren Nachteil der Kleinteiligkeit
der Bürostrukturen auszugleichen. Das liegt
sicher auch in ihrem ureigenen Interesse.
HOAI – Die HOAI ist einst entstanden zur Deckelung der Planungskosten. Es galt zu vermeiden, den Bauherren ungerechtfertigt hohe Planungskosten aufzubürden. Dabei wurde die damalige Art zu planen durch in sich
geschlossene Leistungsphasen strukturiert.
40
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
Fotos: Meyer Werft
Die noch auf gezeichneten Plänen basierende Methode folgte den damaligen technischen Möglichkeiten. Vom Entwurf bis zur
Ausführungsplanung wurde eine immer größer werdende Detailgenauigkeit erzielt,
Zeichnungen dabei immer wieder neu aufgelegt. Damit ergaben sich über die Zeichnungsmaßstäbe klar abgrenzbare Leistungsphasen. Daran hat auch die Umstellung vom
Zeichenstift auf CAD nichts Grundsätzliches
geändert. Grundriss, Schnitt und Ansicht
blieb das Ergebnis. Bis vor kurzem fanden
sich noch Begriffe wie „Mutterpause“ im
Text der HOAI. Dreidimensionale Darstellungen wurden überwiegend nur zu Präsentationszwecken verwendet. Sie beinhalteten in der Regel keine weitergehenden Informationen.
Die HOAI wurde durch Planer und Juristen
inzwischen in breitem Umfang kommentiert, ausgelegt und verfeinert. Sie erfuhr da-
bei lediglich Honoraranpassungen (oft erst
nach Jahren), die Weiterentwicklung der Planungswerkzeuge und Planungsmethoden
wurde übersehen. Würde man die HOAI heute neu erfinden, würde sie anders strukturiert.
Es darf nicht sein, dass sich deutsche Planer
wegen der scheinbar unanpassbaren HOAI
nicht mit der BIM-Methode auseinandersetzen können.
Für die HOAI bedeutet BIM jedoch einen Paradigmenwechsel: weg von parallel verlaufenden Planungsverträgen hin zu mehr gemeinschaftlicher Verpflichtung. Dazu sind allerdings
gleichzeitig eine Reihe von auf der HOAI aufbauenden Regelwerke anzupassen. Das kann
nur durch eine organisierte, zentral geführte
und professionelle „BIM-Initiative“ vorgedacht
werden. Die bewährten Arbeitskreise der Verbände können dann wie bisher das Regelwerk
gezielt ausarbeiten. Nur eine konzertierte Aktion aus Bauindustrie, Planer-Verbänden und
Kammern unter Beteiligung von Regierungsstellen ist in der Lage, ein solch umfangreiches
Vorhaben unter Führung der „BIM-Initiative“
in kurzer Zeit durchzuführen.
VOF – Die Vergabeordnung für freiberufliche
Leistungen enthält zurzeit noch keine Verpflichtung, nach der BIM-Methode zu planen. Die
anderen EU-Staaten haben BIM z. T. für Planungen bereits vorgeschrieben. Es ist zu erwarten, dass es in Kürze zu einer Aufnahme dieser Verpflichtung in die VOF kommt.
Da es noch keine Verpflichtung gibt, BIM-Methoden zu nutzen verhalten sich die meisten
Planer sehr abwartend. In dieser zögerlichen
Haltung steckt die Gefahr, „nicht rechtzeitig
vorbereitet zu sein“. Wie schon bei anderen Regelwerken der EU werden somit auch beim
Thema BIM wenige deutsche Einflüsse zu finden sein.
Die Meyer Werft und der „schlanke
(Schiff)bau“
Will man die in der BIM-Methode steckenden
Potenziale erfassen, lohnt sich ein Blick über
den Tellerrand. Was hat den überwiegenden
Teil der deutschen Auto-, Flugzeug- und Schiffbauindustrie weltweit wettbewerbsfähig gemacht? Es waren die gut ausgebildeten Ingenieure und ihre Fähigkeit, neue Methoden zu
entwickeln sowie erfolgreich Techniken anderer Länder anzunehmen und zu perfektionieren.
BIM-SPECIAL
▲ Detail-
und Plangenerierung aus dem Modell
Abbildungen: Oltmanns & Partner
Schaut man sich die Entwicklung der Meyer
Werft in Papenburg an, wird man von einer Methode zur Planung und Fertigung überrascht,
die dort „schlanker Schiffbau“ genannt wird. Jedes der in Papenburg gebauten Schiffe ist ein
Unikat, das zusammen mit dem Auftraggeber
geplant wird.
Letztlich sind diese Schiffe Bauvorhaben für
mehr als 4.000 Bewohner. Ein solches Projekt
wird in 32 Monaten vom Auftragsdatum bis zur
Übergabe hergestellt. Die reine Bauzeit beträgt
nur 6 Monate. Die Kosten stehen schon bei Auftragserteilung exakt fest.
Planung und Ausführung sind in wöchentliche
Arbeitstakte aufgeteilt. In diesen Prozess werden alle Zuliefererfirmen einbezogen. Deren
Leistungsfähigkeit wird vorher abgeprüft und
die Aufträge so rechtzeitig erteilt, dass sie auch
im geplanten Zeitraum (Just-In-Time) liefern
können.
Nur die Bauplaner Deutschlands, insbesondere viele Architekten, tun sich offensichtlich
schwer, hier Schritt zu halten und ähnliche Prozessstrukturen anzuwenden. Sie glauben scheinbar, dass es sich bei BIM um eine abzulehnende Kulturrevolution handelt.
▲
Fassadenausschnitt des Musikkenshus in Aalborg
BIM als Weiterentwicklung des
Baumeisterkönnens
Jede Zeit hat ihre Methoden, Dinge darzustellen und mitzuteilen. Von antiken Malereien
bis zur technischen Zeichnung spannt sich
bisher der Bogen. Dabei steckt unter Umständen in antiken „Zeichnungen“ mehr BIM als
in heutigen technischen Zeichnungen. In den
antiken Plänen wurde nämlich oft versucht,
mehr die Funktion darzustellen, als eine exakte Geometrie abzubilden. Auch die Baumeister im Mittelalter (BiM) hatten eine genaue
Vorstellung des späteren Bauwerks mit Funktion und Gestaltung vor Augen, bevor sie mit
der Ausführung begannen. Da waren Planung
und Ausführung noch nicht getrennt. Erst mit
den immer komplexer werdenden Anforderungen an die Fähigkeiten der Bauschaffen-
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
41
BIM-SPECIAL
▲3-D-Modelldarstellung nach Fertigstellung
den bildeten sich nach und nach die heute
bekannten spezialisierten Berufsgruppen heraus. Es gibt jedoch nur noch wenige Planer,
die über genug generalistisches Wissen verfügen, um den gesamten Planungs- und Bauprozess zu überblicken.
Die dreidimensionale Darstellung eines Bauwerksmodells ist da eine Chance, die enormen Datenmengen durch visuelle Kontrolle
auf Plausibilität zu überprüfen. Da können
auch Entscheidungsträger (Bauherr, Politiker,
Bürger) eher mithalten als bei einem Stapel
von Berechnungen, Analysen, Gutachten und
Technischen Zeichnungen.
Grundsätzlich gelten hier einfache Beziehungen: Was Sie nicht dreidimensional in einem
virtuellen Modell darstellen können, werden
Sie weder richtig planen, terminieren, bepreisen, bauen noch bauleiten können. Und: Alles,
was man doppelt machen muss, ist schlecht,
alles was man mindestens zweimal nutzen
kann, ist gut.
Planung und Ausführung
am virtuellen Modell testen
Je nach Einstellung zum Beruf sehen sich die
einen als Nachfolger der Bildhauer und Gestalter und die anderen als Entwickler funktioneller Bauwerke. Der Zeitpunkt der Einführung der Trennung von Planung und Ausfüh-
42
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
Abbildungen: Oltmanns & Partner
rung liegt noch nicht sehr lange zurück. Durch
das Modellieren am virtuellen Bauwerk wird
der Planer wieder zum Erbauer. Es sind jedoch
heute sehr viel mehr Anforderungen miteinander zu verbinden, als zu Zeiten des Baumeisters. Die unterschiedlichsten Fachleute
könnten heute am virtuellen Bauwerk ihre Ergebnisse sehen, testen und bewerten – ein Riesenfortschritt gegenüber den Möglichkeiten
der Baumeister. Sie konnten erst am Schluss
ihres Schaffens die Ergebnisse vorstellen.
Es spricht sehr viel dafür, zunächst Bauwerke
oder Infrastrukturmaßnahmen virtuell entstehen zu lassen. Nach ausreichenden Tests,
Preisbildung, Termin-und Risikoabschätzung
kann fehlerfreier mit der Umsetzung in die
Realität begonnen werden.
Zusammenfassung
Neue Begriffe ziehen derzeit in unseren Planungsalltag ein. Das Dreigestirn aus Building
Information Modeling, Building Assembly Model und Building Operation and Optimization Model (BIM-BAM-BOOM) wird sich auch in
Deutschland durchsetzen.
Ob dies geordnet erfolgt, wird sehr von der
Bereitschaft der Verbände, Kammern und der
öffentlichen Hand abhängen, in einer konzertierten nationalen Initiative eine Organisation zu schaffen, die in der Lage ist, die BIM-
Methode zu standardisieren und schrittweise einzuführen.
Die Reformkommission „ Großprojekte“ im
BMVBS wird schon jetzt erkennbar die IT-gestützte Planung für die Zukunft empfehlen.
Die Bauindustrie hat sich mit der 5D-Initiative und dem Forschungsprojekt „Mefisto“
schon auf die Zukunft vorbereitet und beginnt
die Erkenntnisse umzusetzen. Es wird höchste Zeit, dass die deutschen Planer sich darauf
einstellen.
Kosten-, Termin- und Qualitätssicherung werden in der Zukunft bei den immer komplexer
werdenden Planungen nur noch mit Hilfe von
strukturierten Prozessen und konsistenten Datenbanken einzuhalten sein. Bauwerke und
Infrastrukturmaßnahmen lassen sich in virtuellen Modellen noch vor Baubeginn ausreichend mit Simulationsverfahren testen. Auch
unerfahrene Bauherren werden von den Visualisierungsmöglichkeiten profitieren und
bei ihren Entscheidungen unterstützt.
„Zeichnen Sie noch oder modellieren Sie
schon?“
Autor:
Prof. Dipl.-Ing. Hans-Georg Oltmanns,
Leiter des VBI-Arbeitskreises BIM,
Honorarprofesssor an der Jade-Hochschule,
Oldenburg
BIM-SPECIAL
Infrastructure Modeling
Das „IM“ im BIM
von Rupert Laukemper und Uwe Strehle
Im Hochbau setzt sich die Erkenntnis langsam
durch, dass Arbeiten im BIM-Modell zügiger vorangehen, Fehler vermieden werden und Kosten gespart werden können. Durch Bereitstellung aller Daten aus den verschiedensten Gewerken und der Möglichkeit, in einem Modell
zu arbeiten, sind idealerweise frühzeitig Kollisionen zu erkennen und zu verhindern.
Diese Transparenz des BIM-Prozesses bietet,
übertragen auf den Bereich Geoinformation,
zahlreiche neue Möglichkeiten bei der Durchführung von Infrastrukturprojekten. Hier eröffnet sich die Chance, Daten aus Architektur, Geoinformation, Tiefbau und Mechanik miteinander zu verknüpfen, um frühzeitig aussagekräftige Informationen zu komplexen Projekten zu
erhalten. Zu diesem Zweck können Katasterpläne, Orthofotos, klassische Vermessungsdaten oder 3D-Laser-Punktwolken in die Planung
einbezogen werden. Neue, durchgängige Softwarelösungen machen es heute möglich, ganzheitliche Planungsansätze auch wirtschaftlich
im gegebenen Zeitrahmen umzusetzen.
BIM als komplexe Aufgabe
Es wäre fatal, BIM als ein reines Software-Thema zu begreifen. BIM braucht Management
und Ausbildung, denn BIM ist eine Methode,
die durchdacht und auf das jeweilige Projekt
angepasst werden muss. Software kann nur so
gut sein wie der Anwender und bringt auch nur
dann die erwarteten Ergebnisse, wenn die Beteiligten alte Pfade verlassen und sich auf neue
Arbeitsweisen einlassen können. Komplexe
Projekte benötigen Strukturen und BIM-Manager, die diese aufbauen und steuern. Gerade
dort, wo sich Informationen aus verschiedenen Branchen überschneiden sollen, ist Weit-
sicht und technisches Know-how gefragt.
Durch das breit gefächerte Angebotsspektrum
der Mensch und Maschine, das CAD/CAM-Lösungen für die wichtigsten Branchen wie Architektur, Geoinformation, Maschinenbau, Elektrotechnik und Datenmanagement umfasst,
kann einzelnes Expertenwissen großflächig verknüpft werden, um bei der Implementierung
der BIM-Methode entsprechend zu beraten
und bei deren Umsetzung zu begleiten. Als Autodesk-Platinum-Partnern verfügt Mensch und
Maschine über Spezialwissen und Fachleute,
die gemeinsam mit den Projektverantwortlichen die passenden Workflows erarbeiten und
individuelle, durchgängige Arbeitsweisen unter Berücksichtigung projektspezifischer Rahmenbedingungen entwickeln.
BIM braucht Weiterbildung; daher muss nach
der BIM-Einführung eine weiterführende Be▼ 3D-Planung von Infrastruktur
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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Closed BIM: Alle Projektbeteiligten setzen auf
identische Software. Vorteil: es gibt keine Hürde beim Datenaustausch. Alles ist kompatibel
mit der Möglichkeit eines gemeinsamen Modells.
Open BIM: Über Schnittstellen (Beispiel IFC,
REB, OKSTRA, ISYBAU, etc.) werden nicht kompatible Daten dem Modell hinzugefügt. Nachteil: das Modell und seine Daten sind nicht dauerhaft konsistent.
▲ Städtische Infrastruktur Abbildungen: Autodesk
treuung gewährleistet sein – im Hinblick auf
die immer komplexeren Aufgaben ein wichtiger Aspekt. Ein BIM-Modell arbeitet nach bestimmten Regeln, die gemeinsam definiert werden müssen – was gleichzeitig bedeutet, dass
alle Beteiligten entsprechend zu schulen sind.
BIM muss also in der Implementierungsphase
als Investition nicht nur in Software gesehen
werden.
BIM als Planungsinstrument
Wird ein BIM-Modell bereits im Entwurf genutzt, ist der Aufwand in dieser Phase zwar etwas erhöht, jedoch amortisiert sich dieser anfängliche Mehraufwand durch die nachfolgende Planungserleichterung nicht nur auf dem
Weg zur nächsten Planungsphase. Die Vorteile sind:
- deutliche Zeit- und Kostenersparnis
- genauere Bauzeitplanung
- Vermeidung von Kollisionen
- genauere Kostenplanung, -kontrolle
und -transparenz
Vermeidung von Papiermüll
Voraussetzung für effizientes BIM ist jedoch ein
reibungsloser Workflow zwischen allen Prozessbeteiligten. Bedenken beim Datenaustausch
aus Gründen der Sicherheit behindern ein funktionales BIM. Viele Projektbeteiligte bedeuten
leider auch viele Datenformate, die teils nicht
kompatibel sind: Eine echte Hürde, die koordiniert oder umschifft werden muss. Generell
kann man von unterschiedlich intensiven Realisierungsstufen von BIM sprechen.
44
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
BIM im Infrastrukturbereich
Die modellbasierte Projektbeschreibung innerhalb einer BIM-Datenbank stellt alle aktuellen
und relevanten Daten für alle Beteiligten während des gesamten Prozesses bzw. Lebenszyklus zur Verfügung. Aus dem Modell sind Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Details, Visualisierungen und Bauteildatenauswertungen abrufbar.
Änderungen an einer Stelle werden frühzeitig
für alle anderen Bereiche in allen Plänen sichtbar. In der frühen Entwurfsphase können die
Daten bereits zur Visualisierung oder Mengenermittlung herangezogen werden, um später
zeit- und kostenintensive Umplanungen zu vermeiden. Am virtuellen Gesamtmodell – sowohl
bei großen Einzelvorhaben als auch bei städteplanerischen Gesamtkonzepten – erhalten Planungsträger so eine optimale Unterstützung
bei der Entscheidungsfindung im Planungsprozess. Die Möglichkeiten der BIM-Methode bei
Infrastrukturprojekten sind vielfältig:
Sonnenstandsanalysen/Schattenwurf-/Lichtanalysen: Die rechtzeitige Berücksichtigung
von Sonnenstand und Schattenwurf, auch von
umgebenden Gebäuden, ermöglicht mehr Planungssicherheit bei der Wärmeentwicklung
und Beschattung von Gebäuden, der Beurteilung des Lichteinfalls und der entsprechenden
Lichtplanung. So können nicht nur gebäudeseitig Sonnenschutzmaßnahmen und Belichtung optimal angepasst und in Visualisierungen sowie Animationen optisch aufbereitet
werden, sondern auch mit dem virtuellen Modell für stadtplanerische Zwecke Schattenwürfe unterschiedliche Gebäudehöhen, geplanter
Windkraftanlagen oder Schallschutzmauern
analysiert, animiert und z. B. der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Strömungsanalysen: In Bezug auf das Stadtklima können Veränderungen der Verkehrsführung oder der Bebauung innerhalb eines
Modells simuliert werden. Die Geruchsbelas-
tungen von umgebenden Industriegebieten
oder die Auswirkung neuer Gebäudekomplexe auf die gesamte Windströmung kann analysiert werden. Sind im Modell die entsprechenden Daten hinterlegt, lassen sich wesentliche
Fragestellungen bereits in der Konzeptphase
berücksichtigen.
Erschließung: Verknüpfte GIS-Daten können
genutzt werden, um z. B. die Entwässerungsplanung oder Umlageplanung zu vereinfachen.
Eine Optimierungsfunktion unterstützt den
Planer, bei Erdbewegungen den Aushub entsprechend an anderer Stelle optimal zu nutzen. Aufeinander abgestimmte Softwarepakete wie beispielsweise ProVI als Trassierungsund Planungssystem für die Verkehrs- und Infrastrukturplanung unterstützen die Methode
des Gesamtmodells. Es können beliebig viele
Anwender parallel und zeitgleich in ein- und
demselben Projekt arbeiten – natürlich auch
standortübergreifend – und dabei das für alle
Projektbeteiligte gültige digitale Geländemodell nutzen. Die Schnittstelle zwischen Architektur und GIS ist aber auch für andere Planungsoptimierungen nutzbar. Beispielsweise
könnten Netzbetreiber die Dimensionierung
der Stromleitung in Neubaugebieten berechnen oder Möglichkeiten von Photovoltaik-Anlagen berücksichtigen, über die Strom ins Netz
eingespeist werden soll.
Augmentierte Realität:
Mittels augmentierter (erweiterter) Realität lässt
sich über ein Smartphone die abgebildete Realität mit virtuellen Daten anreichern. Infrastrukturprojekte können im Vorfeld bürgernah präsentiert werden oder eine noch nicht vorhandene Leitungsführung respektive andere Bauteile bei Begehungen vor Ort für ein besseres
Verständnis dargestellt werden.
Stadtplanung: Auch hier spielt die Nachhaltigkeit beim Planen und Bauen eine immer
größere Rolle. Daten in Form von Katastergrundlagen, Luftbildern, Orthofotos aus verschiedenen Perspektiven, klassischen Vermessungen oder 3-D-Laserpunktwolken können in
Neuplanungen und Bestand vereint werden,
um Analysen zu erstellen. Schattenwürfe von
Gebäuden, Sonnenstands- und Strömungsanalysen, Luftzirkulationen, Hochwasserschutz,
natürliche Ventilation – alles kann modelliert
und simuliert werden. Je genauer die vorhandenen Daten, desto besser kann analysiert und
modelliert werden.
BIM-SPECIAL
Energieeffizienzanalysen: Ebenso lassen sich
Energieeffizienzanalysen durchführen. Auf Basis von Katasterdaten ist es möglich, den Wärmebedarf einer Stadt zu ermitteln. Nur wenn
man weiß, wie Energiebedarf, Infrastruktur
und Potenziale sowie mögliche Einsparungen
räumlich verknüpft sind, können optimale Lösungen für eine nachhaltige Energieversorgung
entwickelt werden. Zu diesem Zweck können
Neuplanungen mit Bestandsdaten verknüpft
werden.
dauerhaften Nutzung mit Sachdaten (z. B. was
fließt in einem Rohr) angereichert werden.
Durch die Verknüpfung von Hochbau-, GIS- und
Sachdaten in einem Modell ist außerdem die
Grundlage für eine dauerhafte Auskunftsplattfom geschaffen. Das ist mit Blick auf das Thema Lifecycle Management ein wichtiger Prozess, denn die vorhandenen Daten dienen sowohl zur Beurteilung verschiedener Szenarien,
als auch für wiederkehrende Prüfungen sowie
zur Konservierung vorhandenen Wissens.
Terrestrisches Laserscanning: Mittelstreckenscanner finden heute im Bereich von
2–1.000 m Einsatz und erreichen je nach Installation eine Genauigkeit von 10 mm. Damit
sind relativ schnell 3D-Laserscanndaten mit
Panoramaview zu erzeugen. Für den Aufbau
eines Werkskataster oder für stadtplanerische
Zwecke können die Laserscanndaten der Realität (Punktdaten) mit den 3D-Vektor-Planungsdaten zur Entscheidungsfindung dienen. Im
Gesamtmodell lassen sich nicht nur Simulationen ausführen, sondern dieses kann auch zur
Grenzen – Risiken – Möglichkeiten
Grundsätzlich ist zu prüfen, welche Datenformate vorliegen und inwieweit sich die Daten
in ein Gesamtmodell integrieren lassen. Natürlich muss bei allen Beteiligten auch die Bereitschaft zur Weitergabe der eigenen Daten vorhanden sein, ebenso die Fähigkeit und der Wille, an einem Gesamtmodell zu arbeiten.
Selbst dort, wo klassischerweise keine passenden Softwarelösungen im Einsatz sind, um Planungen frühzeitig zu beurteilen, können mit
3D-PDF oder Cloud-Lösungen und passenden
Apps Daten weitergegeben werden. Das PDFFormat als anerkanntes Archivierungsformat
ist ebenso zu berücksichtigen, denn dieses Format ist von fast jedem lesbar. Aus einem Gesamtmodell lassen sich so die entsprechenden
Informationen extrahieren, ohne dass der Nutzer über spezielle CAD/BIM-Software verfügen
muss.
Es ist wichtig, die Möglichkeiten zu erkennen,
die sich durch die Zusammenführung der Daten – auch für die spätere Bewirtschaftung –
ergeben.
Auf Grenzen stößt BIM oder IM immer da, wo
der Kommunikationsprozess gestört oder gar
unterbrochen wird.
Autoren:
Dipl. Geograph Rupert Laukemper,
Mensch und Maschine acadGraph GmbH,
Dortmund
Dipl.-Ing. Uwe Strehle,
Mensch und Maschine acadGraph GmbH,
Leipzig
Building Information Modeling
Leitfaden in Vorbereitung
Für die Anwendung der BIM-Methode in
der Bauplanung gibt es anders als im Ausland in Deutschland bislang keine verbindlichen Richtlinien. Darum hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
(BBSR) im Rahmen des Forschungsprogramms ZukunftBau die Erarbeitung eines
BIM-Leitfadens ausgeschrieben. Der Leitfaden soll allgemeine Empfehlungen geben,
wie bei der Durchführung von Projekten
mit BIM in Deutschland vorzugehen ist. Zugleich soll der Leitfaden allen BIM-Interessierten als Information und Ratgeber dienen, indem er nach derzeitigem Sachstand
die Möglichkeiten des Arbeitens mit BIM
aufzeigt. Beispiele solcher BIM-Anwendung
in Deutschland sollen unter Zugrundelegung der bestehenden Rahmenbedingungen praxisnah beschrieben werden. Dabei
ist darauf zu achten, dass zwischen einer
Anwendung für die Privatwirtschaft sowie
für den öffentlichen Baubereich unterschieden wird.
Für die Erstellung des Leitfadens wurden
Obermeyer Planen + Beraten in Zusammenarbeit mit AEC3 ausgewählt. Obermeyer kann seine Erfahrung als Gesamtplaner
zahlreicher Projekte einbringen, die mit
BIM gewerkeübergreifend geplant wurden.
AEC3 ist auf dem Gebiet der IT-basierten
Prozessoptimierung in der Bauindustrie tätig. Somit fließen praktische Erkenntnisse
sowohl aus der Bauplanung als auch dem
Baubetrieb in die Leitfadenerstellung ein.
Da sich das Thema BIM in der Bauplanung
in Deutschland noch nicht in der gleichen
Weise wie im Ausland etabliert hat, sollen
auch internationale Erfahrungen zur Erarbeitung des Leitfadens herangezogen werden. So wird u. a. die von den amerikanischen Streitkräften für die Durchführung
von Baumaßnahmen eingeführte Richtli-
nie des U.S. Army Corps of Engineers (USACE) als eine Grundlage mit einfließen.
Die Vorgehensweise für die Erstellung des
Leitfadens wurde vom BBSR verbindlich vorgegeben. Sie erstreckt sich von einem ersten Untersuchungskonzept über die Darlegung der Datengrundlagen bis zur Aufarbeitung praktischer Erfahrungen. Soweit
möglich, sollen auch Kosten-/Nutzenbetrachtungen einfließen. Der Leitfaden soll
die Ergebnisse zusammenfassen und einen
allgemeinen Teil über die bisherigen praktischen Erfahrungen sowie einen zweiten
Teil mit Handlungsschritten für die BIM-Anwendung für alle am Bau Beteiligten enthalten.
Der BIM-Leitfaden wird sowohl als gedruckte Publikation erscheinen als auch online
im Internet veröffentlicht.
Der Abschluss des Projekts ist für November 2013 geplant.
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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BIM-SPECIAL
Autodesk Building Information Modeling
InfraWorks 360 Pro für
Infrastrukturprojekte
Mit InfraWorks 360 Pro will Autodesk die Nutzung von Building Information Modeling (BIM)
innerhalb der Infrastruktur-Branche vorantreiben. Die Lösung bietet neueste 3D-Modellierungs-, Visualisierungs- und cloud-basierte Technologien für die Zusammenarbeit per
Mietzugang.
Autodesk InfraWorks 360 Pro verbessert den
BIM-Workflow, indem lokal installierte Software und cloud-basierte Anwendungen über
lokale Rechner oder mobile Geräte in der
Cloud geteilt, gespeichert und gemeinsam
bearbeitet werden können. So lassen sich auch
umfangreiche Infrastrukturprojekte von Projektbeteiligten in geografisch weit verstreuten
Büros verwirklichen. „Die Technologien, die
wir kombiniert haben, um Autodesk InfraWorks 360 Pro zu entwickeln, werden die
Durchführung von Projekten grundlegend
verändern. Mit einem 3D-Modell, das bereits
zu Beginn eines Infrastrukturprojekts erstellt
wird, können Vorhaben schneller geplant, im
Team bearbeitet und visuell kommuniziert
werden“, erklärt Amar Hanspal, Senior Vice
President der IPG Product Group von Autodesk. „Mit Autodesk InfraWorks 360 Pro ermöglichen wir auch Nutzern, die sich bisher
nicht zu einem Kauf oder einer längerfristigen Subscription entschließen konnten, Zugang zu diesen umfangreichen Leistungen.“
„Da sich vermehrt Bauingenieure für den Ein-
▲Projektzugang auch unterwegs
satz von 3D-Modellierungs-Technologien
entscheiden und BIM-Workflows einführen,
wird schon während des Design-Prozesses immer häufiger Visualisierung genutzt, um Infrastrukturprojekte zu verbessern“, sagt Jeff
Lyons, Leiter der AEC Solutions Group bei Cole
Engineering. „Kürzlich haben wir beispielsweise ein wichtiges Wasserversorgungsprojekt aufgrund der Tatsache gewonnen, dass
wir mit Autodesk InfraWorks 360 Pro in kurzer Zeit ausdrucksstarke 3D-Visualisierungen
erstellen und präsentieren konnten.“
InfraWorks 360 Pro enthält innovative 3DModellierungs- und Visualisierungstechnologien, die über das traditionelle CAD weit hinausgehen. Dadurch, dass zahlreiche Daten
importiert werden können – Geodaten, Satellitenbilder und Punktwolken – planen Anwender von Anfang an im Kontext der realen
Gegebenheiten.
Abildungen: Autodesk
Sie profitieren von den neuen Fähigkeiten der
lokal installierten Software, die eine
Verbesserung der Geländeeinordnung und
-modellierung beinhaltet. Diese hilft Anwendern dabei, realitätsnah die Geländegegebenheiten zu modellieren und stets aktuell zu
halten, was ideal für die Planung und den
konzeptionellen Entwurf von Gebäuden und
andere Einrichtungen ist. Fotorealistische Renderings erlauben zudem, hochqualitative
Grafiken einzusetzen oder schnellere Renderingprozesse zu wählen, um in großen Modellen schneller navigieren zu können. Dafür
macht sich Autodesk InfraWorks 360 Pro die
Leistungsfähigkeit der Cloud zunutze und
verändert die Art, wie Fachkräfte im Bereich
Infrastruktur große Datenmengen verwalten,
3D-Modelle erzeugen und bei Infrastrukturprojekten zusammenarbeiten.
Autodesk InfraWorks 360 Pro kann ab sofort
zunächst in Englisch auf vierteljährlicher Basis gemietet werden. Enthalten sind darin 150
Cloud Credits, Einheiten, mit denen Aufgaben
wie Renderings oder Simulationen in Autodesk
360 abgerechnet werden. Um lang- oder
kurzfristige Projektanforderungen zu erfüllen,
haben Anwender an jedem Quartalsende die
Möglichkeit, die Laufzeit zu verlängern.
Weitere Informationen: www.autodesk.de/
products/autodesk-infraworks.
◀ InfraWorks-Anwendung
46
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
AL-KO EMCO Klimasysteme
Biosysteme verbessern
Gebäudeklima
Immer mehr Unternehmen haben verstanden, dass ihre Mitarbeiter ihr höchstes Gut
sind. Insbesondere in Bürogebäuden wird es
künftig immens wichtig sein, den Mitarbeitern ein tatsächlich geeignetes Arbeitsumfeld
bieten zu können. Gerade Großraumbüros
oder Konferenzräume sind meist auf Mitarbeiterzuwachs oder Neuanordnungen von Arbeitsplätzen ausgelegt. Mit einem flexiblen
Pflanzenwand-System kann beispielsweise
bei einer Erhöhung der Arbeitsplätze in einem Großraumbüro die Gesamtbefeuchtungsleistung nachträglich leicht nachgezogen werden, ohne das in das maschinelle Lüftungsund Klimasystem eingegriffen werden muss.
▲ Pflanzenwand im Bürogebäude
▲ Typisches Bürogebäude mit Vollverglasung, Lüftungstechnikzentrale im Keller und Raumklimageräten
Abbildung: AL-KO EMCO Klimasysteme
Abbildungen: Art aqua, BietigheimBissingen ▲ Pro m² Pflanzenwand verdunsten ca. 3,5 l/24 h.
Dies sollte aber vernünftigerweise großzügig
genug ausgelegt sein, um die zusätzlich benötigte Luftmenge hinsichtlich weiterer Mitarbeiter zu bewältigen. Wichtig ist außerdem, dass
das Lüftungs- und Klimasystem die Befeuchtungsleistung der Pflanzenwände oder Wasserwände zurück gewinnen kann, so dass die
Raumluftfeuchte nicht komplett aus den Räumen abgezogen wird. Speziell in den Wintermonaten, wenn geheizt werden muss (wodurch
der Raumluft Feuchtigkeit entzogen wird), sorgen biologische Systeme für die physiologisch
und psychologisch beste Behaglichkeit.
Gerade kleinere und mittlere Bürobauten sind
prädestiniert für die Lüftungs- und Klimalösungen der AL-KO EMCO Klimasysteme. So ist
die „C³“-Regelung dafür konzipiert, den erforderlichen Luftaustausch so energieeffizient
wie möglich zu gestalten und die Raumklimasysteme so abzustimmen, dass alle Geräte derselben Klima-Strategie folgen, um die
gewünschten Temperaturen zu erreichen, ohne dass verschiedene Geräte „gegeneinander“
arbeiten.
Die „C³“-Regelung dient als Komplett-MSR für
alle lüftungs- und klimatechnischen Geräte –
inklusive zusätzlicher biologischer Systeme –
in einem Gebäude. Die mittels Pflanzen- und
Wasserinstallationen hervorgerufene passive
Verdunstung erhöht die Luftfeuchtigkeit in
Gebäuden und stellt einen Feuchtigkeitsausgleich her. Zusätzlich werden Schadstoffe, Gerüche und Stäube aus der Umgebungsluft herausgefiltert oder reduziert. Auch der psychologische Aspekt „die Natur im Haus“ zu haben, darf nicht unterschätzt werden. Wenn
mechanische und biologische Klimakomponenten sich gegenseitig ergänzen und richtig
aufeinander abgestimmt sind, ist diese Mischform die optimale Lösung für die moderne
Gebäudeklimatisierung.
www.al-ko-emco-klimasysteme.de
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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PRODUKTE UND PROJEKTE
Viessmann
Wärmepumpen-Know-how für Baudenkmal
Bei der Suche nach einem repräsentativen und
funktionalen Firmensitz entdeckten die Verantwortlichen des Planungsunternehmens PBS
& Partner 2010 die historische TrinkwasserPumpstation in Haan bei Düsseldorf. Weil das
marode Gebäude jedoch einer umfassenden
Sanierung bedurfte, gründete PBS & Partner
mit drei entsprechenden Partnern die Gesellschaft BMFS GmbH & Co. KG, um mit vereinten
Kräften ein neues Domizil für die eigenen Unternehmen innerhalb des Gebäudes zu bauen. Inzwischen erstrahlt die alte Pumpstation
in neuem Glanz und wurde für ihr innovatives
Lüftungs-, Heiz- und Kühlkonzept mit dem
RWE-Innovationspreis ausgezeichnet.
Die Pumpstation, 1878/79 errichtet, diente als
Zwischenstation der fast 17 km langen Wasserleitung vom Wasserwerk Benrath bis nach Elberfeld. Dank seiner architektonischen Qualität gilt das Gebäude als Zeugnis der Industriebaukultur des 19. Jahrhunderts. Seine Nutzung
als Pumpstation endete Mitte der 1980er Jahre. Danach stand das Gebäude leer, abgesehen
von der gelegentlichen Nutzung als Ausstellungsraum. 1986 erfolgte der Eintrag in die
Haaner Denkmalliste.
2010 begannen die Sanierungsarbeiten. Durch
den Einbau eines Bürokomplexes in die historische Gebäudehülle entstanden ca. 1.000 m²
Nutzfläche für die BMFS-Unternehmen. Vollständig erhalten blieb die Pumpenhalle. Sie
steht mit ihren 250 m² Fläche als Kultur- und
Seminarforum der Öffentlichkeit zur Verfügung.
▲ Trinkwasserpumpstation Haan
◀ Neunutzung als Bürokomplex sowie Kulturund Seminarforum
Bei der Wahl der Wärmepumpe vertrauten die
Planer auf das Know-how von Viessmann; zum
Einsatz kommt eine Vitocal 300-G mit 45 kW
Leistung in Verbindung mit einem Eisspeicher.
Das System kombiniert in idealer Weise Heizen und Kühlen unter Berücksichtigung öko-
Fotos: Viessmann
nomischer Aspekte. Der Eisspeicher ist das Herzstück der Anlage und ermöglicht es, Sonnenenergie in großvolumigen Wassermengen auf
niedriger Temperatur zu speichern. Mit 8 m
Durchmesser und 2,2 m Höhe fasst der Eisspeicher ein Eisvolumen von 100 m³.
Die Wärmepumpen-Anlage mit Solar-Eisspeicher macht die Pumpstation zu einem innovativen und technisch herausragenden Projekt
mit Signalwirkung. Der Umbau des Gebäudes
zeigt beispielhaft, wie denkmalgeschützte Bausubstanz mit moderner Architektur und Technik wieder nutzbar und zu einem attraktiven
Objekt gemacht werden kann.
www.viessmann.de
Doka
Schalwagen für elegante Brückenkappe
Im weiten Bogen überspannt eine wohlproportionierte Brücke auf der A 7 bei Bad Brückenau in der Rhön das Sinntal. Die neue
755 m lange Sinntalbrücke wird direkt neben
der alten Brücke als 53 m hohe Stahlverbund-
◀ Doka-Schalwagen TU für Präzision und
Schnelligkeit bei Herstellung der SichtbetonKappen
Foto: Doka
PRODUKTE UND PROJEKTE
konstruktion mit einem Radius von 1.290 m
gebaut. Sie ruht auf 14 eleganten Hohlpfeilern mit Stützweiten von bis zu 107 m. Ausgeführt wird das gesamte Bauwerk von Max
Bögl aus Neumarkt.
Zu den Bauarbeiten gehören auch insgesamt
rund 3.000 lfm elegant gerundeter Brückenkappen, die in Sichtbeton mit gehobelter
Brettschalung in Längsrichtung herzustellen
waren. 4 m lange Schalwagen TU von Doka,
gekoppelt zu jeweils 28 m langen Umsetzeinheiten, sorgen durch Vorziehen in einem Arbeitsgang für einen sicheren und zügigen Baufortschritt.
Zur Herstellung der 0,75 m hohen und
0,43 m breiten Gesimskappen aus Ortbeton
setzte das Bauunternehmen zwei Schalwagen-Einheiten von je 28 m Länge ein: Eine für
die Außenkappen, die zweite für die Innenkappen mit beengtem Zwischenraum. Denn
die Sichtbetonkappen zwischen den beiden
nebeneinander liegenden, insgesamt 30,10
m breiten, neuen Überbauten haben einen
lichten Abstand von lediglich 10 cm.
Der Schalwagen TU ist ein unter der Kragplatte angehängter und komplett unten fahrender Gesimsschalwagen mit dem Vorteil, dass
es keine störenden Konstruktionen auf der
Oberseite der Brücke gibt. Damit ist das Bewehren, Betonieren und Abziehen des Betons
ungehindert und zügig möglich. Die Montage der Kappenschuhe TU unter der Kragplatte erfolgt vom Krankorb oder von einer Vorlaufbühne aus. An dieser Einheit ist auch ein
Auffahrschnabel integriert, für präzises Einfahren der Fahrprofile in die Kappenschuhe.
Um ein unbeabsichtigtes Weiterrollen der
Konstruktion auszuschließen sind die Wagen
mit selbsttätigen Schwerkraftbremsen ausgestattet, die sich beim Vorziehen automatisch
lösen. Das Vorziehen der Schalwagen-Einheiten übernimmt ein Teleskopstapler. So entstehen im Wechsel zwischen den beiden
Schalwagen pro Tag 24 laufende Meter Kappe in Sichtbeton.
Noch während der Bauarbeiten entschied sich
Max Bögl für die Kaufübernahme der bis dahin nur gemieteten Schalwagen TU. Für den
betreuenden Doka-Fachberater Marcus Günther keine Überraschung: „Bereits die ersten
Einsätze haben die Firma Bögl von der Schnelligkeit und Präzision der Schalwagen überzeugt.“
Carl Stahl
Edelstahlseilnetz überspannt neues Affengehege
Der Stuttgarter zoologisch-botanische Garten Wilhelma besitzt seit einigen Wochen einen
weiteren Anziehungspunkt. Mitte Mai wurde das neue Menschenaffenhaus eingeweiht.
Die neue Anlage ist deutlich größer als der bisherige Affenbereich und wurde nach den
Richtlinien des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms entwickelt. So bieten allein die
beiden bis zu 16 m hohen Außenanlagen 9.170 m³ Raum. Die vom Berliner Architekturbüro Hascher Jehle konzipierten Freigehege werden durch eine Netzkonstruktion des Süßener Edelstahlseilspezialisten Carl Stahl gesichert und „überdacht“.
Elegant nimmt das filigrane, transparente und langlebige Netzdach dabei die Wellenbewegung der Landschaft auf. Es geht fließend in den Landschaftspark der Wilhelma und
den benachbarten Rosensteinpark über. Was so elegant aussieht ist eine technische
Meisterleistung. Die entstandene Netzform spannt sich ohne weitere tragende Elemente
über dreidimensional geformten Pylonköpfen und deren Stützen auf. Diese können von
den Tieren als Klettergerüst genutzt werden.
„Bei der baulichen Umsetzung des Entwurfs sind wir an die Grenze des technisch Möglichen gegangen“, erklärt Projektleiter Vito Gualazzini von Carl Stahl. In präziser Montagearbeit wurde Bahn für Bahn positioniert, verbunden und gespannt. Notwendig dafür war
ein eigens errichtetes 15.000 m³ großes Gerüst. Jedes Seil am Rand der Netzfläche wurde
von erfahrenen Monteuren exakt und sicher angebracht. „Nur so ist gewährleistet, dass
jedes Teil dieselbe Last trägt“, erklärt Gualazzini. Genau das ist von entscheidender Bedeutung. Denn die dreidimensionale Netzkonstruktion muss in der Lage sein, die Lasten
ohne weitere Unterstützung in das Betonfundament zu übertragen.
Auch größere Schnee-, Wind- sowie Lasten durch kletternde Tiere sind für die Edelstahlseilnetze von Carl Stahl kein Problem. So können die Menschenaffen ein Leben fast wie
unter freiem Himmel genießen. Auf einer Grundfläche von rund 2.000 m² wurden lediglich rund 8 t Material an Edelstahlseilen verbaut. Bei herkömmlicher Bauweise wäre ein
Vielfaches davon angefallen.
Eine weitere Herausforderung stellte die Kombination zweier unterschiedlicher X-TENDEdelstahlseilnetze dar. Das X-TEND-Netz mit einem Seildurchmesser von 3 mm kam als
Dachnetz durchgehend mit einer Maschenweite von 60 mm zum Einsatz, beim Wandnetz
wurden Maschenweiten von 50 und 60 mm kombiniert, um die Wellenbewegung perfekt
auszugleichen. Fixiert und am Rand abgespannt wurde das Netz jeweils mit Edelstahlseilkonfektionen zwischen 12 und 50 mm Durchmesser. Das in einem Spezialverfahren
geschwärzte X-TEND-Netz sorgt durch diese Farbgebung für eine dezente Wahrnehmbarkeit der für die Tiere unüberwindlichen Grenze.
www.carlstahl.de
▲ Freigehege in der Stuttgarter Wilhelma
Foto: Carl Stahl GmbH
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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PRODUKTE UND PROJEKTE
HeidelbergCement
Elegantes Betondach
Im Zuge der Neuordnung des Busverkehrs auf
dem Gelände der Universität Regensburg investierte die Stadt in einen neuen und zentralen Omnibushalt. Dieser bündelt den Busverkehr und bietet mit seinem eleganten, großen
Dach umsteigenden Fahrgästen und Wartenden Schutz vor Schnee und Regen. Das in einer elliptischen Form um den zentralen Halt
geführte Dach wurde von Dipl.-Ing. Christian
Kirchberger aus Regensburg als SichtbetonPlatte entworfen.
Ein schlanker Aufbau und die Qualität der Sichtbetonklasse 3 sorgen dabei dafür, dass die große Dachfläche leicht und elegant wirkt und
nicht plump auf den Stahlstützen aufliegt.
Technisch wurde die hybride Tragkonstruktion aus Stahlbeton und Stahlstützen ebenfalls
elegant gelöst. So wurden die Stahlstützen mit
◀ Bushalt der Uni Regensburg unterm eleganten
Sichtbeton-Dach Foto: HeidelbergCement/Fuchs
den Bewehrungskörben der Dachplatte so verbunden, dass keine Durchstoß-Gefahr besteht.
Entstanden ist ein gelungenes Verkehrsbauwerk, das nicht nur nach rein funktionalen,
sondern auch nach ästhetischen Gesichtspunkten geplant und gebaut wurde.
Vor Ort wurde der Sichtbeton mit Betonpumpen des TBG Betonpumpendienst Nabburg in
die Verschalungen gebracht. Verschalung ist
dabei das passende Stichwort. Weil das Dach
eine zweifach gekrümmte Fläche aufweist und
in seiner Aufriss-Geometrie nicht an allen Punkten gleich ist, mussten viele verschiedene Winkel und Gradzahlen berücksichtigt werden. Das
machte eine saubere und durchdachte Vorarbeit nötig und erforderte ein exaktes Vorgehen.
www.heidelbergcement.de
EQUA Solutions
Gebäudesimulation
mit IDA ICE
Dynamische Simulation hat in den vergangenen Jahren in vielen Industrien, zum Beispiel
im Automobil- und Schiffbau, einen festen
Platz im Planungsprozess gefunden. Die Software IDA ICE (Indoor Climate and Energy) von
EQUA ermöglicht auch im Baubereich effiziente Simulationen – als Planungswerkzeug
für einfache, aber auch komplexe Projekte
und zur Anwendung unter hohem Zeitdruck.
Ob Lastberechnungen (VDI 2078, SIA 382/2),
Energiestrategien, mechanische oder natürliche Belüftung, Regelungsstrategien, Fassadenplanung oder Komfortanalysen (DIN
4108-2, DIN EN 15251, SIA 180) – die dynamischen Wechselwirkungen zwischen Gebäude,
Anlage, Regelungstechnik, Außenklima und
Gebäudenutzer lassen sich mit IDA ICE komplett darstellen. Die intuitive und einfach zu
bedienende Programmstruktur mit CADSchnittstellen reduziert den Arbeitsaufwand
gegenüber „konventionellen“ Berechnungstools erheblich.
Mit IDA ICE lässt sich bereits in frühen Planungsphasen extrem genau, schnell und
gleichzeitig effizient arbeiten. Dafür sorgen
neben vielen anderen Features eine kombi-
50
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
▲ Ergebnisvisualisierung in 3D-Grafik
nierte Gebäude- und Anlagensimulation,
adaptive Rechenschritte für schnelle und
hochaufgelöste Simulationen, reale Regelungskomponenten, eine IFC-Schnittstelle für
BIM-Import sowie das interaktive, softwareintegrierte 3D-Modell mit Visualisierungsmöglichkeiten für Eingabedaten und Ergebnisse.
Der Detaillierungsgrad in späteren Planungsphasen ist so hoch, dass man Simulationsergebnisse mit gemessenen Daten aus dem Gebäude vergleichen kann.
IDA ICE gibt es als Standard- oder Expertenversion. Mit der Standardausgabe lassen sich
Abbildung: EQUA Solutions
regelmäßig benötigte Berechnungen durchführen, die Expertenausgabe bietet ergänzend
dazu die Möglichkeit, Simulationsmodelle –
gebäudeseitig wie anlagenseitig – beliebig zu
editieren und zu modifizieren sowie auf persönliche Bedürfnisse zuzuschneiden. Durch
den modularen Aufbau und Zugang zum
Quellcode besteht zudem die Möglichkeit eigener Softwareerweiterungen.
Der Programmsupport auf deutsch erfolgt lokal durch die EQUA Solutions AG, mit enger
Anbindung an das schwedische Mutterhaus.
www.equa.ch
PRODUKTE UND PROJEKTE
ProCon
Ordnung mit System
Datenwust bei Bauprojekten, egal welcher
Größe, ist die Regel und nicht die Ausnahme. Vor diesem Hintergrund wünschte sich
Dieter Linden, Inhaber des gleichnamigen
VBI-Mitgliedsbüros, eine einfache projektbegleitende und praxisgerechte Ablageform
mit dennoch hoher Aussagekraft. Bürosoftware, die für jedermann selbsterklärend,
intuitiv bedienbar, übersichtlich und natürlich extrem praktisch ist. Gibt es eine solche Lösung? Die eigenen Erfahrungen mit
Softwarelösungen im Baubereich und SAPIT-Projekten resümierend, reifte die Entscheidung, eine praxisbezogene Anwendung für das eigene Projektverständnis zu
entwickeln. So entstand ProCon – keine Anwendung, die alles kann, aber vieles einfach und übersichtlich ermöglicht.
ProCon betrachtet in der internen Sicht Erlöse und Kosten bei der Abwicklung eines
Projektes. In der Auftraggeber-Sicht (AGProjekte) können die gesamten Projektkosten und Projektinformationen für den Auftraggeber, z. B. gewerkeweise, verwaltet
werden.
▲ Struktur von ProCon
Mit ProCon schreibt man keine Angebote oder
Rechnungen, sondern speichert die wichtigsten Daten in einer Datenbank ab. Die Erfassungen sind einfach und effektiv. Die Suche
nach Informationen ist leicht. Auswertungen
Climacell
Innendämmung im
Denkmal
Für Bauwerke, die aus Denkmalschutzgründen oder wegen ästhetischer Erwägungen
nicht von außen gedämmt werden können,
bieten Innendämmungen in der Regel den
einzig gangbaren Weg, um den Wärmeschutz
zu verbessern. Aufgrund ihres dampfdiffusionsoffenen Aufbaus eignen sich Climacell „inside“ Cellulose-Innendämmungen sehr gut
für traditionelle Baumaterialien wie Sandstein, Vollziegel, Bruchstein, Klinker oder Fachwerk. Häufig eingesetzt wird das Dämmsystem daher in alten Bauernhäusern und Fachwerkhäusern, denkmalgeschützten Gutshöfen, Mühlen, Fabriken oder sogar Schlössern.
Climacell „inside“ besteht aus Cellulose mit
einem geringen Kleberanteil sowie einem
Wandabschluss aus Kalk- oder Lehm-Innenputz. Der Aufbau bietet einen sehr geringen
▲ Innendämmung mit climacell im
Sprühverfahren Foto: Climacell
mit Excel gehören zum Standard, individuelle Einstellungen passen die Anwendung
an eigene Bedürfnisse an.
www.e-cos.de; www.bau-energie.net
Widerstand gegen Dampfdiffusion und ist kapillaraktiv. Tauwasserkondensat an der Grenzschicht zwischen Mauerwerk und Dämmstoff,
aber auch die überschüssige Luftfeuchtigkeit,
die im Raum anfällt, wird durch die hohe kapillare Saugfähigkeit der Cellulosefasern gut
verteilt, gespeichert und wieder abgegeben.
Das mindert die Gefahr von Bauschäden und
Schimmelpilzbildung signifikant. Durch die
Erhöhung der Oberflächentemperatur der
Wandinnenflächen schafft die Cellulosedämmung außerdem mehr Behaglichkeit und die
Aufheizzeiten verringern sich deutlich. Eine
Kombination mit Wand-Flächenheizungen ist
sehr gut möglich.
Die Umwelteigenschaften von climacell „inside“ sind durch eine Rohstoff-, Emissions-,
Umwelt- und Betriebsprüfung des Instituts
für Qualitätsmanagement und Umfeldhygiene (IQUH) in Weikersheim unter der Prüfnummer RL 0110-03-01 bestätigt.
www.climacell.de
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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PRODUKTE UND PROJEKTE
Maurer Söhne
Europäische Zulassung für patente Innovationen
Rechteckig wie ein Rollenlager, dabei aber um
alle Achsen verdrehbar, das ist das Hauptmerkmal der neuen Kalottensegmentlager, für die
Maurer Söhne jetzt eine europäische Zulassung
(ETA) bekommen hat. Diese Zulassung gilt darüber hinaus einem Gleitlack, der vor Korrosion schützt und gleichzeitig Last und Bewegung
aushält, sowie einem Mehrflächen-Kalottenlager, das die Reibung im Lager von der Bauwerkspressung entkoppelt. Dabei hätte die „Europäische Technische Zulassung ETA-06/0131
MSM® Kalotten- und Zylinderlager“ richtigerweise nur den Namen Kalottensegmentlager
gebraucht, denn das neuartige, patentierte System ist ein „Mischling“ aus Kalotten- und Zylinderlager.
▲ Ersatz für Rollenlager: die rechteckigen
Kalottensegmentlager aus der Testreihe.
Foto: Maurer Söhne
plizierte Geometrie. Die europäische Zulassung
zeigt, dass Maurer diese Herausforderungen
gemeistert hat. Kalottensegmentlager
haben eine rechteckigen Grundriss und
sind um alle Achsen verdrehbar.
Eine Besonderheit von Rollenlagern ist
zudem, dass sie den horizontalen Gleitweg oben und unten zu gleichen Teile
aufteilen. Auch das ist leistbar: mit dem
Doppel-Kalottensegmentlager. Wie in
einem Sandwich schwimmt das Segmentlager dann zwischen zwei Gleitflächen oben und unten. Seitliche Anschläge führen die Horizontalbewegungen.
Dazu kommt ein revolutionärer Gleitlack, den
Maurer zusammen mit Allnex entwickelt hat,
einem führenden Hersteller von Bindemitteln
und Additiven für Beschichtungen. Der entscheidende Durchbruch gelang hier mit einer
Zwei-Schicht-Lösung: Die Erste sorgt für den
Korrosionsschutz, die Zweite ist so hart, elastisch und gut haftend, dass sie den typischen
mechanischen Beanspruchungen in einem
Gleitlager standhält: hohen Lasten und Reibung.
▼ Explosionsansicht des neuen
MSM®-Kalottensegmentlagers
Grafik: Maurer Söhne
In der ETA-06/0131 ist der Gleitlack zunächst
nur für Führungen und Gebäude zugelassen.
Für weitere Zulassungen sind länger dauernde Versuche erforderlich, die derzeit vielversprechend laufen. Der neue Gleitlack beschleunigt und verbilligt die Produktion, da die
Schichten einfach im Werk aufgebracht werden können. In Zukunft birgt der Gleitlack auch
Innovationspotenzial für Dehnfugen.
www.maurer-soehne.de
Rossmayer Consulting
Da beim Austausch alter Rollenlager der rechteckige Grundriss vorgegeben ist, die neuen Lager aber alles können sollen, was ein MSM®-Kalottenlager leistet, eine runde Kalotte aber einen quadratischen Grundriss ergibt, standen
die Entwickler vor einem Problem. Lösbar, indem man rechts und links ein Stück abschneidet.
Klingt einfach, barg aber technisch ein geharnischtes Maß an Herausforderungen, zum Beispiel: Wie hält man die Kalottenkrümmung einerseits flach genug, dass der Druck sich gleichmäßig verteilt, andererseits hoch genug gerundet, dass das Kalottensegment nicht herausrutscht? Zudem braucht das neue Lager einen
Anschlag, damit sich das Kalottensegment nicht
herausdrehen kann. Auch die Herstellung des
Gleitwerkstoffs MSM® und dessen Einfassung
war nicht einfach, denn die rechteckige Lagergrundform verursacht im Kalottensegment,
das in alle Richtungen gekrümmt ist, eine kom-
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BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
Rechtssichere Honorarabrechnung
Mit der HOAI 2013 sind die Anforderungen an die Honorarberechnung und eine rechtlich einwandfreie, prüffähige Rechnungsstellung gestiegen. Das HOAI-Modul der neuen
Version der Büro- und Projektmanagement-Software Acclaro von Rossmayer Consulting
berücksichtigt alle Neuerungen und unterstützt Planer bei der nachvollziehbaren und
rechtssicheren Honorarberechnung, respektive der Angebots- und Rechnungsstellung.
Die Software ist so flexibel, dass über Standard-Leistungsbilder hinaus auch individuelle und komplexe Leistungsprofile rationell abgerechnet werden können. Neben allen
Leistungsbildern nach HOAI lassen sich beispielsweise auch alle Honorare für Leistungen aus den Bereichen SiGeKo, Brandschutz und EnEV ermitteln. Acclaro nimmt Planern
die lästige Rechenarbeit ab und ermittelt die Honorarbeträge präzise und transparent.
Über die korrekte Honorarabrechnung hinaus, unterstützt das Acclaro-Modul die Anwender auch dabei, die Honorareingänge im Blick zu behalten. Dabei werden alle Abrechnungsarten berücksichtigt, alle eingegangenen Zahlungen, Stornierungen oder Skonti
kontinuierlich und projektbezogen verfolgt. Wurde mit dem Auftraggeber ein Zahlplan
vereinbart, kann man zusätzlich den termingerechten Eingang von Abschlagszahlungen
prüfen. Auch Sicherheitseinbehalte oder Sondervereinbarungen lassen sich abbilden –
genauso wie Zuschläge, besondere Leistungen, Nebenkosten und weitere vertragliche
Besonderheiten.
www.acclaro.de
PRODUKTE UND PROJEKTE
Rockwool
Raumakustik trifft auf thermische Speichermasse
Die Nutzung thermischer Speichermasse zur
Klimatisierung von Gebäuden ist ein hochaktuelles Thema. Aber viele Planer hielten bisher Betonkernaktivierung und Großraumbüros für unvereinbar. Der Grund: Die Akustik.
Da Raumakustiker und Innenarchitekten
meist Deckenplatten verwenden, um Nachhallzeiten zu reduzieren und eine gute Sprachverständlichkeit in Großraumbüros sicherzustellen. Deren Einsatz unter thermisch aktivierten Unterdecken behindert aber, so die
bisherige Annahme, die Übertragung von
Strahlungswärme und Wärmekonvektion zwischen Raum und Betonunterdecke. Für viele
Planer gab es also häufig nur eine EntwederOder-Entscheidung: effiziente Klimatisierung
oder gute Akustik.
Studien unabhängiger Prüfinstitute zeigen jedoch, dass ein angenehmes Innenraumklima
und akustischer Komfort sich keinesfalls ausschließen müssen. So wurden in einem betonkernaktivierten Gebäude Tests durchgeführt, indem die Unterdecke teilweise oder
vollständig mit Mineralfaser-Deckenplatten
versehen wurde. Die Prüfer kamen anschließend zu dem Ergebnis, dass eine Bekleidung
▲ Sonar-X-Deckenplatten in der Kantine des Büropark 20/20 Fox
der Deckenfläche von bis zu 50 % keine signifikante Auswirkung auf die Leistung der Betonkernaktivierung hat, sehr wohl aber einen
spürbar positiven Einfluss auf die Raumakustik. Bei einer Abdeckung von 80 % lag die Kühlleistung immer noch bei etwa 70 %. Beim Einsatz von Akustikbaffeln wird die Kühlleistung
sogar noch weniger bzw. überhaupt nicht beeinträchtigt.
Wie harmonisch die ideale Schnittmenge aus
energieeffizienter Betonkernaktivierung und
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optimaler Raumakustik aussehen kann, zeigt
z. B. der Büropark 20/20 Fox in Hoofddorp in
Nordholland. Architekt und Innenarchitekt arbeiteten hier sowohl mit rahmenlosen
„Rockfon EclipseTM“-Deckensegeln als auch
mit der ROCKFON Akustikdeckenplatte „Sonar
X“. Durch die Kombination dieser beiden Systeme ist nicht nur ein ansprechendes Arbeitsumfeld entstanden, auch das energetische
Konzept des Bürokomplexes konnte so uneingeschränkt „in die Tat“ umgesetzt werden.
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Foto: ROCKFON A/S
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BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
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PRODUKTE UND PROJEKTE
Nimbus
Licht im Baumhaus
Unweit der belgischen Gemeinde Hechtel-Eksel,nahe der deutschen Grenze, steht „The
Treehouse“, ein futuristisch anmutendes
Baumhaus aus Holz und Glas. Seine beiden
Baukörper bilden ein Konferenz-Center mit
moderner, funktionaler Technik und nachhaltigen und minimalistischen LED-Leuchten
von Nimbus.
Bauherr des Tagungsbaus mit Umweltbezug
ist der Papierhersteller Sappi und drei Kooperationspartner, geplant wurde das Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Bauen von Architekt Andreas Wenning, der sich auf Baumhäuser spezialisiert hat. Das „Treehouse“ besteht aus zwei Holzbaukörpern auf verschiedenen Ebenen, die über Terrassen, Treppen-
▲ Das Baumhaus ist ein…
läufe und ein gemeinsames Dach miteinander verbunden sind. Die beiden Gebäudeteile und die oberen Terrassen ruhen auf
19 Stahlstützen, während die unteren Treppen und die Zwischenpodeste über Stahlseile und Verankerungen von einer Kiefer getragen werden. So konnte man das Gebäude harmonisch und ohne große Belastungen in die
Umgebung integrieren.
Eröffnet wurde das „Treehouse“ vor rund einem Jahr. Seitdem loben Gäste immer wieder
die hellen, freundlichen Räume, die Flexibilität des Konzeptes und den Blick aus den
Fenstern auf Wald und Sternenhimmel. Auch
von außen ist das Bauwerk eine Augenweide,
gerade wenn die Leuchten wie Lichtinseln in
der Dunkelheit die beiden Kabinen erhellen.
Dafür integrierte der Lichtplaner verschiede-
Schwingungsschutz trotz Brandgefahr
„Beim Einbau schwingungsisolierender Lösungen gewinnen die Themen Brandschutz
und Nachhaltigkeit in der Konstruktion zunehmend an Bedeutung. Brandhemmende
Materialien sind gefragt, denn die Anforderungen an den Brandschutz steigen weltweit“,
erklärt Andreas Augustin, Leitung Forschung
& Entwicklung von Getzner Werkstoffe, und
ergänzt: „Der neue Werkstoff Sylomer FR isoliert unerwünschte Schwingungen und
Erschütterungen effektiv – und das, dank seiner brandhemmenden Eigenschaft, selbst in
brandgefährdeten Bereichen.“
Die Nachfrage nach schwingungsisolierenden
Lösungen nimmt laut Getzner stetig zu. Immer mehr Gebäude stehen heute aufgrund
der zunehmenden Urbanisierung auf schwingungsbelasteten Grundstücken. Störquellen
◀ Flammwidriges Sylomer FR Foto: Getzner Werkstoffe
54
BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
Fotos: baumraum
ne LED-Leuchten aus der Modul Q-Serie der
Nimbus Group in das Projekt.
Während in der unteren Kabine des Konferenz-Centers mitten in der Natur eine CaféLounge, Sanitärbereich, Pantry und Technikraum untergebracht sind, befindet sich im
oberen Baukörper der Konferenzbereich mit
großen, teilweise organisch gerundeten Fensterflächen. Eine Raumgrafik mit Ästen, Zweigen und Blättern führt die Naturlandschaft
im Inneren fort.
www.baumraum.de; www.nimbus-group.com
…Konferenz-Center auf Stelzen.
Getzner
Sylomer FR ist ein neuer Werkstoff zur
Schwingungsisolierung und zum Schutz vor
unerwünschten Erschütterungen. Das Besondere an dem vom Schwingungsspezialisten Getzner Werkstoffe entwickelten Material ist, dass es – aufgrund seiner brandhemmenden Eigenschaft – selbst in brandgefährdeten Bereichen wirksam vor Vibrationen schützt.
▲ Innenansicht
sind in der Regel nahegelegene Bahnstrecken, Straßen oder angrenzende Industrieanlagen. Aber auch im Maschinenbau oder
in spezialisierten Bereichen wie dem Schiffsoder Schienenfahrzeugbau spielt Schwingungsschutz eine wichtige Rolle.
Sylomer FR dient der elastischen Lagerung
von Gebäuden und anderen Bauwerken
(Tunnel) oder kommt im Verbund mit
Brandschutzplatten, in Wand- und Bodenaufbauten, in Fahrzeuginnenräumen (Busse, Autos), im Schiffsbau, in Waggonböden,
im Transportwesen (Seilbahnen und Lifte)
und zur Maschinenlagerung unter sensiblen Brandschutzanforderungen zum Einsatz. Der Werkstoff weist ein ausgezeichnetes Brandverhalten auf und entspricht mehreren international geltenden Brandschutznormen. Bei der Herstellung von Sylomer
FR wird auf halogenierte Flammschutzmittel und toxische Substanzen verzichtet.
www.getzner.com
TIPPS UND TERMINE
Bücher
HISTORISCHE TRAGWERKE
Bauen im Bestand wird zu einem immer wichtigeren Teil des Bauwesens. Dabei stellt sich
die Aufgabe der Beurteilung existierender
Tragwerke bei Umbauten oder Umnutzungen, aber auch bei der Einschätzung der
Standsicherheit öffentlich zugänglicher Bauwerke. Dies betrifft insbesondere Gewölbe
und andere Mauerwerkskonstruktionen aber
auch Holztragwerke für Dachkonstrukionen.
Bei realistischer Beurteilung können durch
Reparaturmaßnahmen Tragreserven aktiviert
und Eingriffe auf ein Mindestmaß begrenzt
werden, was insbesondere aus denkmalpflegerischer Sicht erwünscht ist. Im Band 1
Mauerwerkskonstruktionen der Publikation
Statische Beurteilung historischer Tragwerke
werden die notwendigen Untersuchungen
und Beobachtungen am Bauwerk erläutert
und nützliches Hintergrundwissen über Materialeigenschaften, Formen und Herstellungsverfahren historischer Bogen- und Gewölbekonstruktionen vermittelt. Dabei stehen die
Bewertung der Standsicherheit und die Identifizierung von Gefahrenquellen im Fokus.
Zahlreiche Berechnungsbeispiele aus der Praxis für unterschiedliche Bogenformen und alle wesentlichen Lastfälle veranschaulichen
die Wahl der Berechnungsmodelle und -parameter. Band 2 wird sich auf Holzkonstruktionen konzentrieren. Insgesamt ist das Werk
eine wervolle Hilfe für Bauingenieure in der
Praxis – es ist Anleitung zum Hinsehen, Denken, Verstehen.
EUROCODE 6
Die drei Teile des Eurocode 6 DIN EN 1996 zur
Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten einschließlich der zugehörigen
Nationalen Anhänge wurden praxisgerecht zu
einem durchgängig lesbaren Text zusammengefasst und ausführlich kommentiert. Die Erläuterungen der Autoren Christoph Alfes, Wolfgang Brameshuber, Carl-Alexander Graubner,
Wolfram Jäger und Werner Seim sowie Beispiele erleichtern dem Anwender die Einarbeitung
in das neue EC6-Regelwerk und die Anwendung in der Praxis. Im einzelnen werden folgende Teile der Norm mit den jeweiligen Nationalen Anhängen im Volltext abgedruckt und
kommentiert:
- Teil 1-1: Allgemeine Regeln für bewehrtes
und unbewehrtes Mauerwerk;
- Teil 1-2: Allgemeine Regeln – Tragwerksbemessung für den Brandfall;
- Teil 2: Planung, Auswahl der Baustoffe und
Ausführung von Mauerwerk;
- Teil 3: Vereinfachte Berechnungsmethoden
für unbewehrte Mauerwerksbauten.
Noch bis 30. November gilt der Subskriptionspreis von 88 Euro, danach der reguläre Preis
von 108,00 EUR.
DGfM, DIN (Hrsg.): DIN EN 1996: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten – mit allen Normenteilen und
den jeweiligen Nationalen Anhängen; Kommentierte Fassung. Beuth Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-410-22745-8 /
Bestell-Nr. 22745; E-Book ISBN 978-3-410-22746-5 / BestellNr. 22746.
HYDROLOGISCHE MODELLE
Mit den „Wechselwirkungen zwischen Grundund Oberflächenwasser“ beschäftigt sich ein
neuer Themenband der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft e. V. (DWA). Das
Buch gibt einen Überblick über die zurzeit
gültigen Modelle und Verfahren für die Beschreibung und Quantifizierung der hydrologischen, hydraulischen, geochemischen und
biologischen Prozesse bei der Interaktion der
verschiedenen Wasserressourcen. Dabei konzentriert sich die Publikation auf die quantitativen Aspekte des Wasseraustauschs zwischen Grund- und Oberflächenwasser und ergänzt die grundsätzlichen Erläuterungen
durch zahlreiche Fallbeispiele.
Obwohl Wechselwirkungen zwischen Grundund Oberflächenwasser bekannt sind, orientieren sich hydrologische Modelle oft nur an
Größe, Topografie und Morphologie der oberirdischen Einzugsgebiete. Das Grundwasser
wird nicht berücksichtigt, da sich die Austauschprozesse nur schwer beobachten und
messen lassen. Das kann jedoch zu groben
Fehleinschätzungen der Niederschlags-Abfluss-Prozesse oder bei der Wasserbewirtschaftung führen. Der Landeswasserhaushalt wird
ungenau geschätzt mit der Folge falscher
Schlussfolgerungen, etwa bei der Bewertung
der Nachhaltigkeit von Grundwasserentnahmen oder in Bezug auf die mögliche Hochwasserretention im Grundwasserspeicher.
Der Themenband kostet gedruckt oder als Pdf-Datei je
94 Euro (DWA-Mitglieder: 75,20 Euro). Bestellung:
www.dwa.de/shop.
Stefan Holzer: Statische Beurteilung historischer Tragwerke. Band 1: Mauerwerkskonstruktionen. Ernst & Sohn Verlag, Berlin 2013, 55 Euro, ISBN 978-3-433-02959-6.
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TIPPS UND TERMINE
FÜR ALLE KLIMAFÄLLE
Bücher
ATLAS BETONBAU
Weil das Material so facettenreich wie kaum
ein anderes ist und ein enormes gestalterisches Potenzial bietet, ist Beton heute bei Planern und Bauherren wieder sehr beliebt. Im
Atlas Moderner Betonbau aus der Edition Detail stehen nicht nur Entwurf und Baukonstruktion von Betontragwerken im Vordergrund, sondern ebenso die Stofflichkeit und
damit die haptisch-sinnliche Seite des Materials. Das Werk liefert dem Planer fundierte
Fachinformationen zum Baustoff Beton von
der Herstellung über die Materialität bis zum
Entwurf von Betontragwerken, inklusive aktueller Möglichkeiten digitaler Entwurfs- und
Fertigungsprozesse. Von der Wirtschaftlichkeit, Fragen zu Energie und Nachhaltigkeit
über die Sanierung bis zum Design und zur
Innenraumgestaltung behandelt das Buch
den Baustoff Beton. Ein umfangreicher Beispielteil mit ausgewählten Projekten aus der
Praxis lädt ein, den klassischen Baustoff zu
modernem Einsatz zu bringen.
Ist über die Planung von Lüftungs- und Klimasystemen nicht schon alles gesagt? Einem
Autorenteam ist es gelungen, das Thema neu
aufzusetzen. Grundlage ihrer Betrachtungen
ist die VDI 3804 „Raumlufttechnik – Bürogebäude“, mit deren Hilfe sechs unterschiedliche Lüftungs- und Klimatisierungssysteme unter leistungs- und behaglichkeitsbezogenen
Aspekten verglichen werden.
Die sechs betrachteten Systeme decken weit
über 90 % der in Deutschland installierten Lüftungs- und Klimasysteme in Nichtwohngebäuden ab. Zielgruppe sind Architekten und
Planer für Technische Gebäudeausrüstung
(TGA), Anlagenbauer und ausführende Unternehmen sowie Bauherren. Die sechs Autoren
stammen aus der Lehre sowie aus den Unternehmen AL-KO und Emco und sind in der
Branche gut bekannt.
Raymond Kober, Harald Müller (Hrsg.): Luft- und Raumklimatechnik ganzheitlich geplant. Behaglichkeit und
höchste Energieeffizienz. cci Dialog GmbH, Karlsruhe 2013,
59 Euro, Bestellung im Bookshop: www.cci-dialog.de.
Martin Peck: Atlas Moderner Betonbau. Verlagshaus Detail, München 2013, 120 Euro, ISBN 978-3-920034-95-9.
MATERIALPRÜFUNG AM BAU
Die Vielzahl an unterschiedlichen Baustoffen
und Prüfverfahren erschwert es Fachleuten
aus den verschiedensten Disziplinen den
Überblick über dieses weitläufige Gebiet zu
behalten. Deshalb hat sich der Autor die Aufgabe gestellt, im gesamten Bereich der Materialprüfung auf Grundlagen und Prinzipien
einzelner Verfahren einzugehen. Er behandelt sowohl genormte als auch nicht genormte Prüfverfahren und ermöglicht somit einen
umfassenden Überblick über die Thematik.
Der Inhalt ist methodisch gegliedert und enthält umfangreiche baustoff- und themenspezifische Verzeichnisse. So wird u. a. nach einfachen Voruntersuchungen, chemischen Analyseverfahren, Gefügeuntersuchungen oder
Temperatur- und Feuchtemessungen unterschieden. Die Wahl der richtigen Vorgehensweise für das jeweils bestehende Problem wird
dadurch erheblich erleichtert.
Frank Schmidt-Döhl: Materialprüfung im Bauwesen.
Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB, Stuttgart 2013, 59 Euro, nur als E-Book erhältlich, ISBN 978-38167-87471.
GREEN BUILDING
Der bewährte Leitfaden Green Building für das Planen, Bauen und Betreiben nachhaltiger Gebäude ist jetzt in der zweiten Auflage erschienen! Energieeffizientes, nachhaltiges Bauen ist inzwschen
Pflicht für Bauherren, Architekten und Planer. Das Springer-Buch will helfen, die relevanten Einflüsse zu klären und den Blickwinkel für ökologische Gebäude insgesamt zu erweitern. Als Handbuch und Nachschlagewerk liefert es sowohl Bauherren Architekten und Ingenieuren als auch Gebäudebetreibern und Portfolio-Haltern Informationen, wie bei Planung, Bau und Betrieb energieeffizient, wirtschaftlich und strategisch vorgegangen werden kann.
Michael Bauer, Peter Mösle, Michael Schwarz: Green Building. Leitfaden für nachhaltiges Bauen. Springer Vieweg Berlin Heidelberg, 2. Aufl. 2013, 69,99 Euro, ISBN 978-3-642-38296-3.
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TIPPS UND TERMINE
Termine
17.Oktober
BAUSTOFFTAG
Der bereits 46. Aachener Baustofftag steht unter der Überschrift „Aktuelle und zukünftige
Entwicklungen in der Bauwerkserhaltung“.
Im Programm der wie immer im Eurogress
stattfindenden Veranstaltung des Instituts für
Bauforschung der RWTH Aachen stehen Vorträge zur Grundlagenforschung, zur angewandten Forschung sowie Forschungs- und
Entwicklungsprojekten gemeinsam mit der
Industrie.
www.ibac.rwth-aachen.de
5. November
WEIßE WANNEN
Die Fachtagung „Weiße Wannen – wasserundurchlässige Konstruktionen aus Beton“ der
Beton Marketing Nordost in Kooperation mit
der BAM, dem Verband Dt. Betoningenieure
und der Baukammer Berlin informiert über
den aktuellen Stand der Erkenntnisse zur Planung und Ausführung weißer Wannen. VBIMitglied Prof. Axel Rahn spricht im Rahmen
der Tagung über „Bauphysikalische Konzepte
hochwertig genutzter Untergeschosse an Beispielen“.
www.beton.org/Aktuell/Veranstaltungen
5. November
und Prüfen, Bochum, über Fassadenkonstruktionen im Industrie- und Kraftwerksbau. Dr.
Ines Prokop vertritt die gemeinsame VBI/BVPIPraxisinitiative Normung und stellt die Mitwirkung der Planer an den europäischen Bemessungsnormen zur Diskussion.
Programm und Online-Anmeldung:
www.vpi.nrw.de
7. November
BAUWERKSPRÜFUNG
Bauwerksprüfungen durch qualifizierte Ingenieure werden angesichts alarmierender Meldungen zum Zustand vieler Brücken immer
wichtiger. Mit dem dritten Erfahrungsaustausch Bauwerksprüfung nach DIN 1076 in
Nürnberg informiert der Verein zur Förderung
der Qualitätssicherung und Zertifizierung der
Aus- und Fortbildung von Ingenieuren der
Bauwerksprüfung VFIB wieder über aktuelle
Themen und Erfahrungen zur Bauwerksprüfung bei Brücken und Ingenieurbauwerken.
Der Bogen der Vorträge spannt sich von der
Nachrechnung und Ertüchtigung von Bestandsbrücken über Bauwerksprüfungen in
Kommunen und bei der DB AG bis hin zu Beispielen aus der Praxis. Informationen zum
Fortbildungsprogramm des VFIB und zu neuesten Entwicklungen bei der Bauwerksprüfung ergänzen das Programm.
Programm und Anmeldung: www.vfibev.de/erfahrungsaustausch
FM-TAG
Der 11. Münsteraner Facility-ManagementTag hat u.a. die Themen Baubegleitendes Facility Management auf dem Programm sowie
die „Integration des Nutzers in den Planungsprozess am Beispiel Lufthansa Training and
Conference Center Seeheim“. Außerdem soll
es um die bessere Nutzung vorhandener Flächen gehen und um „Workplace Solutions im
Wandel – Arbeitsumfeld der Zukunft“.
www.fm-tag.de
6. November
BAUTECHNISCHES SEMINAR
Der VBI ist auch in diesem Jahr Mitveranstalter des „22. Bautechnischen Seminars“ der
Vereinigung der Prüfingenieure für Baustatik
NRW. Diesmal in Ratingen stehen vor allem
neueste bautechnische Entwicklungen und
Vorschriften auf der Tagesordnung. So spricht
u. a. Dr. Sebastian Höhler von Zerna Planen
7.–9. November
HANSEATISCHE SANIERUNGSTAGE
Die Fachtagung des Bundesverbandes Feuchte & Altbausanierung e.V. (BuFAS) – die Hanseatischen Sanierungstage – bietet einen Querschnitt zum aktuellen Wissensstand, zu anerkannten und in der Praxis erprobten Regeln
der Technik für die Altbausanierung. Insgesamt stehen bis zu 25 Fachvorträge auf dem
Programm. "Denken, sehen oder messen?“
Vom Wert des zerstörungsfreien Nachdenkens
und kleiner zerstörender Untersuchungen
handelt beispielsweise der Vortrag von Prof.
Dr. Rainer Oswald aus Aachen. Um die richtige Anwendung der Thermografie geht es im
Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Nabil Fouad aus
Hannover. Veranstaltungsort ist Heringsdorf
auf der Insel Usedom.
www.bufas-ev.de
VBI-INTENSIVSEMINARE
14. November
Ort: Berlin
Thema: Die Ingenieur-/Architekten-GmbH:
Haftung und Steueroptimierung als Gesellschafter-GF
Firmierung, Verkauf und Vererbung von
Gesellschaftsanteilen; Haftung, steuerlicher Vorteilsvergleich GmbH mit GbR/Freiberufler, Steuerung mit Geschäftsführergehalt und Tantiemen, Bilanzpolitik.
Referent: Franz Ostermayer, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Buse Heberer Fromm
Rechtsanwälte Steuerberater PartG
28. November
Ort: München
Thema: Strategien für Erfolg im Vergabeverfahren
Richtige Auswertung der Vergabebekanntmachung und Erstellen des Teilnahmeantrags, Kalkulationsfreiräume nutzen, Präsentieren von Team und Angebot.
Referenten: Dipl.-Ing. Arch. Sandra Trelle, compar -strategien für architektur und
städtebau-, spezialisiert auf Vergabeverfahren öffentlicher Auftraggeber / RA Alexander Nette, LL.M., Fachanwalt für Bauund Architektenrecht, NETTE Rechtsanwälte, Lehrbeauftr. Vergaberecht und Vertragsmanagement an der Westfälischen Hochschule
16. Januar 2014
Ort: Hamburg
Thema: Angewandte Psychologie im Planungsbüro
Wie Geschäftsführer Psychologie erfolgreich einsetzen können – Motivationsstrategien, Teamdynamik, Umgang mit Konflikten und schwierigem Verhalten, Nachwuchs gewinnen, Potenzialträger erkennen.
Referentin: Dipl.-Psych. Tanja Köhler, Studium Psychologie und BWL, Mitarbeiterin
des Zentrums Mensch-Maschine-System
an der TU Berlin, Systemische Beraterin,
German Speakers Association
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IMPRESSUM
TIPPS UND TERMINE
12.–14. November
21.– 22. November
GEOTHERMIE-FACHKONGRESS
WEA-GRÜNDUNGEN
Das Programm des Geothermie-Kongresses
DGK 2013 in Essen steht fest. Neben zahlreichen Workshops zu aktuellen Themen der tiefen, mittleren und oberflächennahen Geothermie gibt es ein internationales Forum mit
Best-Practice-Beispiele aus aller Welt. Diesjähriges Partnerland ist die Türkei. Veranstalter ist der GtV-Bundesverband Geothermie.
www.geothermie.de
Das Haus der Technik lädt zu seiner 4. Tagung
„Baugrunderkundung, Baugrundverbesserung und Gründungen für Windenergieanlagen“ nach Essen ein. Aufgrund zahlreicher
Teilnehmer aus dem Ausland wird die Tagung
erneut mit Simultanübersetzung angeboten.
Die Bewertung von Standorten für Windenergieanlagen hinsichtlich ihrer geotechnischen
Eignung und die Abschätzung des erforderlichen Gründungsaufwandes erfordert viel Praxis. Das Zusammenspiel zwischen WEA-Auslegung und Gründungskonzept ist bei der Begutachtung von entscheidender Bedeutung.
Ziel der Veranstaltung ist es, den Teilnehmern
einen detaillierten Einblick in den erforderlichen Umfang einer Baugrunderkundung sowie in geeignete Baugrundverbesserungsmaßnahmen und spezielle Gründungsvarianten
für Windenergieanlagen (WEA) zu vermitteln.
Am 28.–29. November treffen sich zahlreiche
Fachleute um über das Thema Offshore-Baugrund zu diskutieren.
www.hdt-essen.de
14. November
BUNDESKOORDINATORENTAG
Der Bundeskoordinatorentag findet in diesem Jahr in Berlin in der Max-Taut-Aula statt.
Die Veranstaltung richten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und
das Präsidium von Vertretern der Koordinatoren nach Baustellenverordnung gemeinsam
aus. Eröffnet wird der Bundeskoordinatorentag von VBI-Mitglied Ingolf Kluge, Vizepräsident der Bundesingenieurkammer. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Fachgespräche und Diskussionen zur Koordination
nach Baustellenverordnung mit dem Ziel,
Kommunikation und Kooperation aller am
Bau Beteiligten zu verbessern. Mit Vertretern
von Bauunternehmen sollen Erwartungen
und Wünsche an die Zusammenarbeit diskutiert werden.
www.bundeskoordinatorentag.de
14.–15. November
MÜNCHNER STAHLBAUTAGE
Die im Zweijahresrhythmus stattfindenden
Münchner Stahlbautage werden wieder gemeinsam von den drei Münchner Hochschulen/Universitäten und bauforumstahl durchgeführt. Das Programm ist wiederum die bewährte Mischung aus Projektvorträgen sowie
Vorträgen zu aktuellen Entwicklungen in Normung und Wissenschaft. Dabei stehen diesmal der Stahl- und Verbundbrückenbau, die
Nachrechnung bestehender Brücken sowie
der Erfahrungsaustausch bei der Anwendung
der Eurocodes im Mittelpunkt.
www.bauforumstahl.de/veranstaltung/285
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BERATENDE INGENIEURE 9/10  2013
26.–27. November
VBI-NRW-SEMINAR
„Konstruieren und Bemessen nach Eurocode
2, Teil 1“ ist das gemeinsame Seminar der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik der Fachhochschule Köln und des
VBI-Landesverbands NRW überschrieben. Mit
dem Seminar in Köln-Deutz werden den Teilnehmern die für die Berechnung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetonbauteilen wichtigen Regelungen des EC 2, Teil
1 erläutert und an Beispielen verdeutlicht.
Die Veranstaltung wird von der Ingenieurkammer Bau NRW als Fortbildungsveranstaltung
anerkannt.
www.vbi.de
BERATENDE
INGENIEURE
FACHMAGAZIN FÜR PLANEN UND BAUEN
ISSN 0005-8866 43. Jahrgang www.vbi.de
HERAUSGEBER:
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Budapester Straße 31
10787 Berlin
Tel.: 030/26062-0
Fax: 030/26062-100
www.vbi.de
REDAKTION:
Ines Bronowski (Chefredakteurin)
Tel.: 030/260 62-230, Fax: -100
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