Der Jakobsweg von Zaragoza nach Logrono

Transcription

Der Jakobsweg von Zaragoza nach Logrono
Der Jakobsweg von Zaragoza nach Logrono
Wolfgang W. Meyer (pilgerweg.de) 19.9.2010
Auch der 2. Teil des Ebro-Weges von Zaragoza nach Logrono war sehr gut markiert, aber
einsam.
Man sagte, dass letztes Jahr (2009) noch 2 oder drei Pilger alle 2 oder 3 Tage durch
gekommen seien. Dieses Jahr ist es nur einer pro Woche. Erst in Alcanadre bin ich dem
Schnellläufer Carlos aus Italien begegnet.
Die Wege sind weiterhin oft wenig befahrene Teerstraßen, Schotterpisten und schmale
Feldwege. Also wenig Fußbeanspruchung.
Herbergen sind nun häufiger, auch die Abstände zwischen den Bares geringer.
Die Temperaturen im August waren hoch, 36 und mehr Grad üblich, aber ein kräftiger
Nordwestwind kühlte beständig. Deshalb waren auch vier Liter Wasser am Tag unabdingbar.
Erste Etappe nach Torres de Berellen: 17 km
Unterkunft: Albergue Municipal, Schlüssel sind im Cafe Aroa, Avenida Goya, nº 8
Telefon: 976 653101 (von 8 bis 14:30) und 686 651 288 (ab 14:30)
Pensión ARADE Paco, Calle Las Parras 4
Beginn ist der Plaza del Pilar vor der Kathedrale, von dort aus gehen wir am Ebro entlang,
durch einen Park und weiter direkt nach Monzalbarba.
Die Wege sind immer logisch: das heißt, wenn man grob die nordwestliche Himmelsrichtung
aus den Orten beibehält, findet man immer auf den Weg, auch wenn man im Ortskern keine
Zeichen sieht.
Mittels Googlemaps kann man die Karten ausdrucken und immer darauf erkennen, wo in
etwa der Weg verläuft. Auch wenn eine Straße endet, ein Feldweg geht da immer weiter.
Ich bin ohne Beschreibung gelaufen und habe mich kein einziges Mal geirrt oder verirrt.
Über Utebo und Sobradiel geht es zur Pilgerherberge (Bild links) nach Torres de
Berellen.Dort im obersten Stock (unten ist ein Kindergarten), gegenüber vom Rathaus. Dort
hat es alles übliche und ist sehr großzügig.
Zweite Etappe von Torres nach Gallur: 29 km
Unterkunft: Die Pilgerherberge sei geschlossen, sagte man mir auf der Polizeiwache,
aus ihnen unbekannten Gründen.
Aber wenige Meter zurück auf dem Weg hat es ein kleines akzeptables Hotel. Hotel
Colon, Constitucion,13, Tel.: 976 864 275, mobil: 649 035 996
Auf einer schmalen Teerstraße verlassen wir den Ort, wir sehen die Zeichen des GR99. Oft
verläuft dieser Weg gemeinsam mit unserem Jakobsweg, ist aber - da er den Windungen des
Ebros folgt - oftmals länger.
Wir passieren Alagon und bleiben dann bis Canabas auf der Straße.
Im Hostal Cubero wurde ich mit einem sehr preisgünstigen und köstlichen Menu verwöhnt.
Am Ufer des Ebro geht es auf Schotterpisten, dann aufs schmalem Teerweg weiter nach
Alcala de Ebro, dann weiter am Ufer nach Luceni. Danach bleiben wir auf der Straße bis
Gallur und finden auf einem kleinen Platz das Rathaus und die oben erwähnte Polizeiwache.
Dritte Etappe von Gallur nach Tudela: 42 km
Unterkunft: Albergue municipal, C/Camino Caritat, 17, Tel.: 616931104 (24 h vorher
anmelden!)
Alternativ eine Liste der Unterkünfte in der Tourist-Info holen. Ich habe in der Altstadt
ordentlich für 15€ übernachtet.
Wir gehen hoch zur Kirche (Bild oben), dann links und gehen weiter bis Ortsende, immer
ansteigend.
Am Rande der Erhebung mit Blick rechts hinunter auf den Kanal (Bild rechts oben), bleiben
wir auf der Schotterpiste bis vor Mallen. Hier können wir nach Cortes de Navarra etwas
abkürzen (was ich schon mit dem Traktor getan habe).
Anschließend bleiben wir auf einer breiten Schotterpiste, gehen an den Gleisen entlang
(manchmal schlagen wir einen Rechtsbogen) und erreichen Ribaforada.
Geradeaus aus dem Ort, über die Brücke und links weiter am Kanal entlang bis wir wieder
nach links über eine Brücke (Puente de Formigales) gehen können.
Noch einige Zeit auf der Straße an der Finca El Carrizal und den Apfelplantagen vorbei. Dann
sind wir in Tudela und gehen auch an der Herberge (sie Bild links, 4. nach unten) vorbei.
Bis in die lebhafte Altstadt ist es aber noch ein Stück.
Vierte Etappe von Tudela nach Alfaro: 20 km
Unterkunft: Pilgerherberge, P. La Florida, 23, bei der Tourist-Info im Rathaus anmelden.
Wir verlassen die Altstadt nach Norden und biegen noch vor der Brücke über den Ebro nach
links ab und folgen der Schotterpiste (alternativ die Straße links daneben), dann der Straße
entlang, dann erst rechts der Bahnlinie, dann links.
Dort bin ich dem ersten Pilger begegnet (Bild links unten). Er war auf dem Rückweg nach
Barcelona.
Danach erreicht man Alfaro, die Stadt der Störche.
Mir haben die Störche dann, als ich auf dem Platz vor der Kathedrale (Bild links unten) saß
und mich an ihnen erfreut habe, sehr großzügig auf Kopf und Hemd geschissen.
Bringt das was? Glück? Keine Kinder?
Fünfte Etappe von Alfaro nach Calahorra: 25 km
Unterkunft: Albergue San Francisco, Rasillo de San Francisco, rechts neben der Kirche
San Francisco, Anmeldung im Restaurant ab 19 Uhr. Top 2er Zimmer mit eigenem Bad
für 10 €.
Wir verlassen Calahorra in nordwestliche Richtung auf der Straße und finden erst nach einer
Kirche (Bild rechts 2. nach oben) links eine Abzweigung nach rechts, die uns auf einer
Teerstraße über die Gleise, dann links durch Pfirsichplantagen, an einem schmalen Kanal
entlang nach Rincon de Soto führt.
Danach wird es ein schmaler Teerweg, ein weiter Linksborgen, dann sehen wir auf einem
Hügel die Franziskuskirche und Alcanadre (Bild rechts).
Wir finden dort eine sehenswerte Stadt mit viel Promenierfläche. Im August hatte es hier um
21 Uhr noch angenehme 32 Grad.
Rechts unten lässt sich die Qualität der Unterkunft erahnen.
Links unten erkennt man den Eingang zur Pilgerherberge am Ende der Treppe rechts.
Sechste Etappe von Calahorra nach Alcanadre: 22 km
Unterkunft: Albergue la Estacion, im ehemaligen Bahnwärterhaus. Anmeldung in der
ersten Bar (La Union) am Weg ins Dorf.
Auf der nördlichen Straße aus dem Ort, über den Kreisverkehr, Straße wird schmaler, wieder
über die Bahnlinie, an einer Bodega mit Burganbau vorbei, meist geradeaus, lange links
neben der Autobahn. Dann rechts hinüber, den Hügel hinauf und hinunter und wir sehen
Alcanadre.
Mit den baskischen Herrschaften haben ich die örtlichen Weine durchprobiert, was bei mir, im
Gegensatz zu den vieren unten, doch zu erheblichen Müdigkeitsanfällen geführt hat.
Links unten sieht man Carlos, Kraftsportler und Pilgerwegsraser, den ersten in meine
Richtung. Auch in den Herbergsbüchern war der Letzte vor einer Woche angekommen.
Siebente Etappe von Alcanadre nach Logrono: 32 km
Übernachtung: viele Herbergen, je nach religiöser Einstellung.
Empfehlenswert und kürzer ist der Weg des GR99 bis zur Kirche "Virgen de Aradon" (Bild
links unten). Er beginnt an der Herberge, ist vielleicht 5 km kürzer und eben.
Der Jakobsweg selbst folgt erst der Straße südlich des GR 99. Später auf einer Schotterpiste,
ein weiter Linksbogen, dann über eine Hügelkette zur Kirche.
Danach bleiben wir am Fluss und der Bahnlinie, passieren Arrubal und erreichen Agoncilla
mit seiner Stadt-Burg.
Den Zeichen aus dem Ort folgen, dann beim Park rechts unter der Bahnlinie über den Fluß
gehen. Rechts der Bahn bleiben, dann die Brücke über die Bahnlinie nch links nehmen, da
rechts wegen des Militärgeländes und des Flugplatzes kein Durchkommen war.
Ich habe es bei 38 Grad im Schatten versucht und hatte immer das Gefühl beobachtet zu
werden.
Dann ist man auf der Straße, wo auch häufig Busse nach Logrono halten. Empfehlenswert ist
es für die letzten 8 km einen zu nehmen!