Bäuerliche Auswanderung aus Oberfranken in den 1830er und 40er

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Bäuerliche Auswanderung aus Oberfranken in den 1830er und 40er
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Bäuerliche Auswanderung aus Oberfranken
in den 1830er und 40er Jahren
Hintergründe erfolgreicher Ansiedlung im Mittleren Westen
am Beispiel ausgewählter Familien
von Karl Walther M.A.
Gliederung
1. Die frühen Auswanderer wollten vor allem gutes und preiswertes Land erwerben
2. Die frühe oberfränkische Auswanderung erfasste vor allem die Landbevölkerung
3. Die frühe Auswanderung erfolgte meist in Nachbarschaftsgruppen oder im Sippenverband
4. Gemeinsam wagte man die beschwerliche Reise zu den Nordseehäfen
5. In der Intimgemeinschaft konnte man die Enge auf den Schiffen ertragen
6. Gemeinsam meisterte man die Gefahren auf dem Reiseweg in den Mittleren Westen
7. Die Frühauswanderer wollten ihre bäuerliche Existenz verbessern
8. Die Deutschen bildeten die stärkste Einwanderergruppe in Missouri
9. Für die Teilnahme an der Politik besaßen die Deutschen nicht ausreichende Barmittel
10. Kirche und Wirthaus waren zentrale Einrichtungen des öffentlichen Lebens der Deutschen
11. Nachbar des Kleinbauern aus Deutschland war oft ein sklavenhaltender Großfarmer
12. Der Hauptgrund für die Auswanderung war nicht die Armut, sondern die Sorge um die Zukunft
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Bäuerliche Auswanderung aus Oberfranken in den 1830er und 40er Jahren
Hintergründe erfolgreicher Ansiedlung im Mittleren Westen am Beispiel ausgewählter Familien
von Karl Walther M.A.
In den letzten Jahren habe ich mich mit der Auswanderung aus Oberfranken nach den Vereinigten
Staaten, besonders mit der Auswanderung aus dem ehemaligen Landgerichtsbezirk Münchberg beschäftigt.
In den USA habe ich Auswanderungsschicksale vor allem in Cole County und Perry County in Missouri verfolgt. Bemerkenswert ist, dass ein Stadtviertel von Jefferson City noch heute „Old Muenchberg“ genannt wird.
Lassen Sie mich wegen der zur Verfügung stehenden Zeit meine Arbeitsergebnisse thesenartig vortragen.
Die frühen Auswanderer wollten vor allem gutes und preiswertes Land erwerben
In den 1830er und 40 er Jahren wurde in den Auswanderungsanträgen am häufigsten folgender
Grund angegeben:
„Um wohlfeiles Grundeigentum zu kaufen und die Ökonomie besser zu betreiben.“
Das vorrangige Ziel war also, sich als Bauer bessere Bedingungen zu schaffen oder als Bauernknecht
bzw. Dorfhandwerker ein Bauer zu werden.
Diese bäuerlichen Auswanderer wählten als Zielgebeit meist den Mittleren Westen, besonders die
Staaten Ohio, Indiana, Illinois, Wisconsin und vorrangig Missouri.
Als Folge zahlreicher Konkurse landwirtschaftlicher Betriebe um 1850 setzte ab 1852 die Armuts- und
zugleich Massenauswanderung ein. Die Grafik zeigt eine erste Einwanderungsspitze Mitte der 1850er
Jahre.
In der Grafik für Oberfranken treten um 1839, 1845 und 1852 drei fast linear sich vergrößernde Maxima auf. In den frühen 1850er Jahren spielte sich ein Massseexodus aus Oberfranken ab, der in
nachfolgenden Perioden nicht einmal mehr zu Hälfte erreicht wurde. Die nachlassende Auswanderungsbereitschaft hatte ihre Ursache in der raschen Industrialisierung - nämlich Textilindustrie - nicht
nur in den Städten, sondern auch im ländlichen Raum.
Die frühe Auswanderung erfasste vor allem die Landbevölkerung
Insgesamt handelt es sich bei der Auswanderung aus Oberfranken im frühen 19. Jahrhundert um ein
Phänomen der ländlichen Bevölkerung. Die großen Städte wie Bamberg, Bayreuth, Hof und Kulmbach
waren an der Auswanderung nur ganz wenig beteiligt. So ist zu erklären, dass die Auswanderung
bisher noch nicht das Interesse lokalhistorischer Forschung in Oberfranken gefunden hat.
Wie wir später erfahren werden, haben bis 1850 viele wohlhabende Bauernfamilien Oberfranken verlassen und sich im Mittleren Westen erfolgreich angesiedelt.
Diese Darstellung wurde erstellt nach den Gläubigerterminen, die in den Intelligenzblättern von Oberfranken veröffentlicht wurden.
Die Landgerichtsbezirke Bayreuth, Kulmbach und Gräfenberg sind absolute Spitzenreiter, während die
Stadtgerichtsbezirke Bamberg, Bayreuth, Hof und Kulmbach nur wenige Auswanderungsfälle aufweisen. In Bamberg waren es nur 5 Fälle im Zeitraum von 15 Jahren.
Das nördliche und östliche Oberfranken vom Frankenwald bis zum Fichtelgebirge sowie die nördliche
Frankenalb heben sich deutlich durch vermehrte Auswanderung vom westlichen und südlichen Oberfranken ab.
Deutlich hebt sich das Spitzenjahr 1839 mit fast 500 Gläubigerterminen ab. Die Jahre 1842 und 1850
kommen nur noch auf ca. 1 Fünftel des Wertes von 1839.
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Die frühe Auswanderung erfolgte meist in Nachbarschaftsgruppen oder im Sippenverband
Betrachten wir die Passagierlieste der Bremischen Brig „Vesta“ aus dem Jahr 1839.
Von den 113 Passagieren waren nur 3 Personen nicht oberfränkischer Herkunft. Von den 110 oberfränkischen Passagieren stammten nur 4 aus dem westlichen Oberfranken. Der größte Teil der Passagiere, nämlich 92 oder 81 %, kam aus dem Landgerichtsbezirk Münchberg.
Diese 92 Personen aus dem Münchberger Umland bildeten eine homogene sozioökonomische
Gruppe. Die meisten dürften sich persönlich oder wenigstens vom Hörensagen gekannt haben, viele
waren sogar miteinander verwandt.
Dem Auswandern in Nachbarschaften oder in Sippen lagen wichtige Ursachen zu Grunde, nämlich die
Beschwerlichkeit der Reise zu den deutschen Seehäfen, die Enge auf den kleinen Segelschiffen und
die Entscheidung für ein Ziel in der neuen Heimat.
Die Familien Walther und Döhla aus Wulmersreuth und die Familie Köhler aus Völkenreuth waren
miteinander verschwägert. Bis zum heutigen Tag bestehen zwischen den Nachkommen in Deutschland und Amerika noch enge Beziehungen.
Gemeinsam wagte man die beschwerliche Reise zu den Nordseehäfen
Die Eisenbahn erreichte NO-Oberfranken im Jahre 1848. Ab den frühen 1850er Jahren gab es eine
durchgehende Eisenbahnverbindung nach Bremen oder Hamburg.
Vorher musste man einen beschwerlichen Landweg zur Deutschen Bucht in Kauf nehmen. Wegen der
ungünstigen Verkehrsverbindung an die Nordseehäfen setzte die Auswanderung aus Oberfranken
verspätet ein.
Sack und Pack, Kind und Kegel wurden auf einen Heu-Gatterwagen verladen. Ein Ochsengespann
zog das Gefährt nordwärts bis zur schiffbaren Saale. Schiffbar ist zu viel gesagt, denn es handelte
sich um von Pferden oder Menschen gezogene Treidelkähne. Vor dem Umsteigen auf das Boot wurden die Zugtiere verkauft. So erreichte man nach frühestens 3 bis 4 Wochen Bremen.
In der Heimat war bereits mit einem Agenten ein Schiffsakkord abgeschlossen, der eine Schiffspassage nach Amerika garantierte.
Die lange Reise zu den Nordseehäfen und den Aufenthalt dort hätte sich ein Einzelner nicht zugetraut.
Die gewohnte Gemeinschaft vermittelte Geborgenheit in der Fremde.
In Bremen wartete man dann auf ein aus Amerika ankommendes Frachtschiff. Nachdem das Schiff
von Lasttransport auf Passagiertransport umgerüstet, d. h. ein provisorisches Zwischendeck eingebaut worden war und Proviant an Bord genommen worden war, konnten die Passagiere das Schiff
betreten. Oft vergingen dann noch Tage oder sogar Wochen, bis sich günstiges Segelwetter ankündigte. Albert Döhla wurde am Tag der Abfahrt auf dem Schiff in Bremen geboren.
In der Intimgemeinschaft konnte man die Enge auf den Schiffen ertragen
Es sollten 51 Tage vergehen, bis die „Vesta“ am 09. Juli 1839 New York erreichte. Die Gebrüder
Wagner aus Schwarzach bei Kulmbach verbrachten 120 Tage auf dem Atlantik im Jahr 1841.
Gestatten Sie mir einige Anmerkungen zum Schiff, damit man sich die Enge auf dem Schiff vorstellen
kann.
Die „Vesta“ war eine Bremische Brig, d. h. es handelte sich um ein Segelschiff aus Eichenholz mit 2
voll getakelten Masten und 1 Verdeck ohne festem Zwischendeck, jedoch mit festen Zwischendeckbalken, die bei einer Reise nach Amerika mit Bohlen belegt wurden.
Der Stapellauf erfolgte am 26. April 1837 unter Bremischer Flagge.
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Die Länge über Deck betrug 26,98 Meter, die Breite über den Berghölzern 8,36 Meter. Die Raumtiefe
von den Bauchdielen bis zum niedrigsten Deckbalken betrug 4,29 Meter. Diese Höhe wurde bei Bedarf durch ein Zwischendeck unterteilt.
Die „Vesta“ konnte 270 Tonnen Fracht aufnehmen.
Der Laderaum hatte eine durchschnittliche Höhe von 4,13 Meter. Seine durchschnittliche Breite betrug
oben 6,63 Meter, in der Mitte 6,73 Meter und unten 5,25 Meter. Er wurde für die Reise nach Amerika
durch das Verlegen von Holzbohlen auf den Zwischendecksbalken in 2 übereinanderliegende
Rauäume umgebaut. Der untere Raum barg Proviant und Gepäckstücke, während der obere für die
Passagiere vorgesehen war.
Zu den 113 Passagieren kamen für eine 2-mastige Brig noch mindestens 30 Seeleute. Fast 150 Personen mussten im Durchschnitt 50 Tage auf einer solchen Nussschale Wind und Wetter auf dem
Meer trotzen. Nur eine Intimgemeinschaft konnte unbeschadet die Strapazen überstehen. Auf der
Grundlage gleichen Dialekts und gleicher Mimik und Gestik konnten Reibungsflächen auf dem engen
Schiff in Grenzen gehalten werden.
Gemeinsam meisterte man die Gefahren auf dem Reiseweg in den Mittleren Westen
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Infrastruktur nur saumartig an der Atlantikküste bzw.
punktuell im Landesinneren wie um die Städte Pittsburg, Cincinnati oder St. Louis vorhanden.
Erst in den 1840er und stärker in den 1850er Jahren wurde New Orleans an der Golfküste das Einfallstor zum Mittleren Westen. Die Reise mit einem Raddampfer auf dem Mississippi bis nach St. Louis
blieb ein sehr gefährliches Abenteuer. Überheizte Kessel explodierten oder Eisschollen zerquetschten
die Schiffe. Die rauhe Art des Schiffspersonals wirkte auf Deutsche oft verletzend.
Von New York aus boten sich für die Weiterreise Binnenwasserstraßen an: Auf dem Hudson River bis
nach Albany, dann auf dem Eriekanal (fertiggestellt anno 1825) bis nach Buffalo, weiter auf dem
Eriesee bis Detroit, von dort auf dem Landweg nach Chicago und über die Grand Portage in das
Gewässernetz des Mississippi-Missouri-Beckens. Den Mississippi abwärts fuhr der Wheeler St. Louis
an, die Kopfstation für Trecks in den Westen. In den 1840er Jahren war in St. Louis Deutsch die
vorherrschende Sprache. Seit Januar 1839 verkehrte ein Raddampfer zwischen St. Louis und
Jefferson City, der Hauptstadt des Staates Missouri, auf dem Missouri River.
Von der Ostküste bot sich noch eine dritte Reiseroute in den Mittleren Westen an. Von New York,
Philadelphia oder Baltimore kommend, führte auch ein Landweg nach Pittsburgh. Von dort brachten
Raddampfer auf dem Ohio die Siedler bis zu seiner Mündung in den Mississippi bei Cairo. Die
berüchtigten Mississippidampfer brachten dann die Passagiere stromaufwärts nach St. Louis.
Es bedurfte schon einer gehörigen Portion Mut, in einem fremden Land, dessen Sprache der
Neuankömmling nicht mächtig war, eine Reise über einige tausend Kilometer zu wagen zu einem Ziel,
von dem die wenigsten nur vom Hörensagen eine gewisse Vorstellung besaßen. Das grenzenlose
Vertrauen schöpfte seine Kraft aus dem Bewusstsein der Stärke des einzelnen in der Gruppe.
Die Frühauswanderer wollten ihre bäuerliche Existenz verbessern
Der Landbevölkerung ging es vorrangig um die Verbesserung ihrer bäuerlichen Existenz. In den Jahrzehnten florierender Landwirtschaft gab es in Deutschland kein Land zu kaufen.
An der Ostküste Amerikas gab es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kein freies Land mehr. In
den 1830er und 40er Jahren überschritt die Frontier den Mississippi. Jenseits des großen Wassers
gab es noch Land zu günstigen Preisen - von Squattern gerodet oder noch im Urzustand. Wer eine
große Anzahl von Arbeitskräften wie erwachsene bzw. heranwachsende Kinder oder Sklaven mitbrachte, für den eröffnete sich eine Zukunft ungeahnter Möglichkeiten.
Auch Dorfhandwerker, die in Deutschland mangels eines Angebotes kein Land erwerben konnten,
wurden in Amerika zu Bauern.
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Wer wie Johann Thomas Walther aus Wulmersreuth bei Münchberg mit einer gesunden Ehefrau und
7 Kindern, davon 5 Söhnen im Alter von 19, 17, 15, 12 und 10 Jahren auswanderte, hatte bessere
Startbedingungen als die Familie Albrecht Köhler mit 4 kleinen Kindern. Denn in der Aufbauphase bei
der Errichtung einer Log Cabin oder bei der Rodung wurde jede Hand gebraucht. Da sich die amerikanische Industrie erst im Aufbau befand, waren Maschinen sehr teuer. Da die meisten Einwanderer
bestrebt waren, sich eine selbständige Existenz aufzubauen, gab es wenig freie Arbeitskräfte. Die
Arbeitslöhne in der Landwirtschaft waren wesentlich höher als in Deutschland.
Oft nahmen deutsche Bauern ihre Knechte und Mägde mit nach Amerika. Bei den hohen Löhnen in
der Landwirtschaft konnte das Gesinde sehr schnell einen Geldbetrag ansparen, der zur Gründung
einer eigenen bäuerlichen Existenz reichte.
Nie waren die nach dem Mittleren Westen ausgewanderten Bauern Abenteurer. Bei den nach Missouri
ausgewanderten Passagieren fehlt auf der Schiffliste der „Vesta“ der genaue Zielort. Es ist zu vermuten, dass erst nach der Ankunft in New York das endgültige Ziel Cole County mit der Hauptstadt Jefferson City in Missouri nach eingeholten Auskünften festgelegt wurde.
Die Metropolen der Ostküste waren vor allem Zielorte für das in den 1850er Jahren entstandene
Landproletariat und für das der industriellen Fertigung nicht mehr gewachsene Dorfhandwerk wie z. B
Handweber und Nagelschmiede; sie konnten sich mit letzter finanzieller Kraft in die bereits industrialisierten Orte an der Ostküste schleppen. Obwohl von diesen nicht jeder Tellerwäscher zum Millionär
werden konnte, bewahrten sie sich den Traum von den unbegrenzen Möglichkeiten. Sie trafen auf alle
Fälle in Amerika wesentlich bessere Lebensverhältnisse als in Deutschland an.
Die Deutschen bildeten die stärkste Einwanderergruppe in Missouri
Der Census 1850 für Cole County in Missouri gibt u. a. die Herkunft der Bevölkerung an. Von den
5726 Personen wurden geboren in
Europa
Missouri
übrige USA
20,43
45,63
33,16
%
%
%
Von den 1170 in Europa geborenen Bürgern in Cole County waren 88,21 % Deutsche. Franzosen,
Iren und Engländer spielten eine untergeordnete Rolle.
Von den außerhalb von Missouri im übrigen Staatsgebiet der USA geborenen Einwohnern von Cole
County stammten die meisten aus Kentucky, Virginia, Tennesse und mit großem Abstand North Carolina. Ohio, Pennsylvania, Maryland, Illinois bilden eine untergeordnete Gruppe. Dann folgten Indiana,
South Carolina und New York. Diese von Einwanderern in der Kolonialzeit abstammende Bevölkerungsgruppe wird als Stock American bezeichnet.
Aus Kentucky, Virginia und Tennessee stammten vor allem die Squatters, welche das Land rodeten.
Es waren meist Nachkommen englischer Einwanderer in der Kolonialzeit. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts waren weite Gebiete dieser 3 Staaten durch extensive Bewirtschaftung degradiert, so dass
sie sich weiter im Westen unverbrauchtes Land suchen mussten.
Der Louisiana Purchase Anfang des 19. Jahrhunderts und die Staatsgründung von Missouri im Jahr
1821 waren günstige Gelegenheiten für den Aufbau einer Existenz westlich des Mississippi. Mit einem
Sack voller Golddollars und einem Heer von Sklavenarbeitern zogen die Stock American über den
Mississippi. Einer Wanderkolonne gleichend, zog man etappenweise nach Westen. Durch ihre Rodungstätigkeit vermehrten die Stock American laufend ihr Geldkapital und kamen im ausgehenden 19.
Jahrhundert als schwerreiche Leute an der Pazifikküste an.
Frisch vermessenes Land konnten sie zum Spottpreis von 1,25 Dollar pro acre vom Congress kaufen
und nach der Rodung für 10 bis 15 Dollar verkaufen.
Bereits 1840 waren alle fruchtbaren Gebiete an der Frontier in der Hand von Stock Americans. In der
Karstlandschaft von Cole County konnte dann der Neuankömmling billiges Staatsland zum Preis von
1,25 Dollar pro acre nur noch in Form von Kalkknöcken ohne Bodenkrume erwerben. Für Talböden
musste man schon 10 Dollars und mehr aufbringen.
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Noch heute wird das Gebiet nördlich von Jefferson „Little Dixie“ bezeichnet. Es hebt sich durch riesige
Einödfarmen vom kleinbäuerlichen Siedlungsgebiet der Deutschen südlich von Jefferson City ab.
Von den in Deutschland geborenen Einwohnern von Cole County bildeten 1850 die 30 bis 34 Jahre
alten die größte Altersgruppe. Bei den in anderen Staaten geborenen waren die 20 bis 24 Jahre alten
die größte Altersgruppe, d. h. die Stock Americans waren um durchschnittlich 10 Jahre jünger als die
deutschen Einwanderer. Die Stock American hatten bei ihrer Ankunft in Missouri meist noch kleine
Kinder. Daher mussten sie vor allem auf Sklaven als Arbeitskräfte zurückgreifen. Für die meist großen
Landbesitzungen dieser Bevölkerungsgruppe reichten ohnehin die familieneigenen Arbeitskräfte nicht
aus.
Für die Teilnahme an der Politik besaßen die Deutschen nicht ausreichende Barmittel
Auffallend ist, dass die Deutschen erst Ende des 19. Jahrhunderts politische und öffentliche Ämter
bekleideten. Öffentlich tätig wurden die Deutschen höchstens bei der Gründung einer religiösen Gemeinschaft. Dabei legten sie einen Eifer an den Tag wie keine andere Volksgruppe.
Die Abstinenz der Deutschen von politischen Ämtern hängt sicher mit dem System der Stellung von
Kautionen zusammen. Um Sheriff, Richter, Kassier usw. werden zu können, musste der Bewerber 3
Bürgen stellen und eine Kaution von einigen tausend Dollar hinterlegen. Das Geld der Deutschen
reichte meist gerade zum Kauf von Land, dem eigentlichen Ziel der Auswanderung.
In Deutschland hatten die Bauern keinerlei politisches Gewicht. In das System der amerikanischen
Selbstverwaltung mussten sie erst hineinwachsen. Außerdem waren sie der Landessprache nicht
mächtig. Sicher hätte es den einen oder anderen Stock American als Strohmann gegeben, welcher
die Kaution auch einem Deutschen vorgeschossen hätte. Kaum der Abhängigkeit vom Flurzwang der
Dreifelderwirtschaft in der alten Heimat entronnen, hätte man sich in eine neue gebracht.
Recht im jungen Staat Missouri hatte immer der Stärkere. Oft konnte dieser nicht lesen und schreiben.
Die willkürlich erlassenen Rechtsverordnungen entsprachen nicht den Vorstellungen der Deutschen
und schnell wurden sie als hardheaded dutchman bezeichnet.
Kirche und Wirthaus waren zentrale Einrichtungen des öffentlichen Lebens der Deutschen
Deutsche waren meist brave Christen und für sie brach eine Welt zusammen, als ihr Leben nicht mehr
vom christlichen Jahreslauf geprägt wurde und der Pfarrer keine zentrale Figur ihres Lebens mehr
war.
Die völlige Trennung von Kirche und Staat in den USA ließ den Menschen freien Spielraum für ihre
seelsorgerischen Betreuung.
Dabei tat sich die römisch-katholische Kirche am leichtesten. Von Rom aus wurden die Strukturen der
Seelsorge an der Frontier organisiert. Von St. Louis aus, dem Bischofssitz, wurden Wandergeistliche
wie z. B. Father Helias aus Belgien an die Frontier geschickt, um an Siedlungsschwerpunkten Dauerkirchen zu errichten.
Die evangelischen Siedler hatten keine vergleichsweise starke Kraft wie Rom im Rücken. Sie mussten
ihre eigene Kirche selbst organisieren. Die Zion Lutheran Church südwestlich von Jefferson City
wurde von Einwanderern aus der Münchberger Gegend gegründet. Sie wurde zur Mutterkirche aller
nachfolgenden evangelischen Gemeinden in Zentralmissouri.
Gleichzeitig mit der Kirchengründung folgten Anschlusseinrichtungen wie Schule und Kindergarten.
Zu den Baptisten und Anglikanern verspürten Deutsche nur selten ein Hingezogensein, denn dort
waren meist nur Yankees und Stock Americans mit der Mentalität des Bankers, Händlers, Großfarmers und Sklavenhalters.
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Für die Männer aus Deutschland war das Dorfwirtshaus die regelmäßige Anlaufstelle. Von den Stock
Americans, die Hochprozentiges in ihren Wohnungen heimlich konsumierten, wurden die
biertrinkenden Deutschen schnell als Säufer bezeichnet. Ein Familienspaziergang in den Biergarten
am Sonntagnachmittag war für einen echten Amerikaner eine nicht zu übertreffende Verwahrlosung.
Wer am Feierabend auf der Terrasse saß, galt in den Augen der Amerikaner als faul.
Es entstand sehr schnell das Zerrbild vom Deutschen: Deutscher ist, wer nach der Arbeit auf der Terrasse vor dem Haus sitzt, am Sonntag mit der Familie einen Biergarten aufsucht und das Weihnachtsfest unterm Christbaum feiert.
Das Gemeinschaftsgefühl der Deutschen wurde weiterhin dadurch gestärkt, dass Arbeiten wie Holzmachen oder Dreschen im Dorfverband durchgeführt wurden, d. h. es wurden Traditionen aus
Deutschland fortgesetzt. Auch die deutsche Sprache wurde noch bis 1941 als Umgangssprache auf
den Dörfern gepflegt. Im Jahr 1997 begegnete ich in Altenburg in Perry County in Missouri (südlich
von St. Louis am Mississippi River) einen 60-jährigen Herrn, der mir im breitesten Sächsich die Geschichte von Altenburg erklärte. Er stammte von sächsichen Einwanderern ab, die 1838 nach Amerika
gekommen waren. Er selbst war noch nie in Deutschland.
Auch die Heiratskreise blieben weiterhin bestehen. Die Oberfranken blieben bis Ende des 19. Jahrhunderts unter sich. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Mischehen aus deutschen Abkömmlingen und Stock Americans.
Nachbar des Kleinbauern aus Deutschland war oft ein sklavenhaltender Großfarmer
Lassen Sie mich bitte noch kurz auf den sozialen Gegensatz zwischen Kleinbauer und Sklavenhalter
eingehen.
Die Übersicht aus dem Jahr 1850 zeigt deutlich, dass die größten Landbesitzer sklavenhaltende Stock
Americans aus den ehemaligen Kolonien waren. Sogar der Distriktrichter Wells aus Virginia machte
mit 14 Sklaven und 15000 Dollar Grundbesitz keine Ausnahme. Thomas Walther aus Wulmersreuth
hatte eine Grundvermögen von 3000 Dollar und keine Sklaven.
Der Nachbar von Thomas Walther aus Wulmersreuth war Robert A. Ewing. Dieser ließ 23 Sklaven für
sich arbeiten. Gegen diesen mächtigen Mann führte Thomas Walther einen Prozess über 2 Jahrzehnte. Walther erhielt als alter Mann Recht und bekam auf seinem Grund eine Eisenbahnverladeeinrichtung für Vieh.
Der deutsche Bauer wie Thomas Walther war auf seine eigene Kraft und auf die fleißigen Hände seiner Kinder angewiesen. Auf seine Family-Power war er stolz. Wer das Glück hatte, mit einer Handvoll
erwachsener oder heranwachsender Söhne gesund in das Land der Hoffnungen gekommen zu sein,
brachte es vom ersten Tag an weiter.
Die zweigeteilte Gesellschaft in Missouri - sklavenhaltende Stock Americans und deutsche Bauern war die eigentliche Ursache für den Ausbruch des Bürgerkrieges in den 1860er Jahren.
Der in Jefferson City residiernde Gouverneur von Missouri, General Price, war Südstaatenanhänger
und zog marodierend durch seinen eigenen Staat. Die deutschen Siedler waren nach ihrer kulturellen
Prägung Anhänger des Nordens. Friedrich Karl Strobel aus Naila und Erhard Kautsch wurden von
Soldaten des General Price während einer Plünderung niedergemetzelt.
Der politische, soziale und moralische Sumpf Missouris während des Bürgerkrieges wurde zur geistigen Heimat eines Jesse James. Nur wenige Meilen westlich von Jefferson City stand sein Geburtshaus.
Der Hauptgrund für die Auswanderung war nicht die Armut, sondern die Sorge um die Zukunft
Als im Januar 1839 die drei Familien Walther, Döhla und Köhler gemeinsam ihr Auswanderungsgesuch stellten, vermerkte der Münchberger Landrichter: „Die Gesuchsteller gehören zu der Klasse der
wohlhabendsten Landleute hiesigen Gerichtsbezirks und haben ihre Landwirschaften mit Fleiß, Ordnung und gutem Erfolg betrieben. Sie waren in ihrem gefassten Vorsatz nicht wankend zu machen.“
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Am 27. Januar 1839 wurde für diese 21-köpfige Gruppe die Auswanderungsgenehmigung erteilt.
Der Kopf dieser Gruppe war zweifelsohne Thomas Walther, dessen Werdegang ich abrisshaft darlegen möchte.
Er wurde als jüngstes Kind von 12 Kindern im Jahre 1798 in Wulmersreuth geboren. Seine Eltern
bewirtschafteten den Halbhof Nr. 8 in Wulmersreuth.
Mitten in der Hungerkrise1816/1817 starb im Dezember 1816 der Vater.
Da die 7 älteren Geschwister in andere Anwesen eingeheiratet bzw. nichtlandwirtschaftlichen Berufen
nachgingen, erhielt der 19-jährige und damit noch nicht lehensfähige Thomas Walther die Aufgabe,
mit seiner Mutter den ca. 17 Hektar großen Bauernhof weiterzuführen.
Im Januar 1817 wurde vom Gericht sein Taufpate Thomas Seifert zum Vormund bestellt. Da kein
Testament vorhanden war, sollte die gesetzliche Erbfolge greifen. Diese Regelung lehnte der
Vormund Seifert ab.
Im Jahr 1818 kam es zur Erbauseinandersetzung unter den 9 Erbberechtigten. Das gesamte zuverteilende Vermögen betrug 6.240 Gulden.
Die Mutter verzichtete auf ihren Erbteil und beanspruchte nur ein Wohn- und Versorgungsrecht und
ein hypothekarisch gesichertes Versorgungskapital von 500 Gulden von ihrem jüngsten Sohn Thomas.
Da der Vater schon zu seinen Lebzeiten Zuwendungen in Höhe von insgesamt 3.852 Gulden an seine
gesetzlichen Erben getätigt hatte, hatte Thomas Walther an seine 7 Geschwister nur noch 695 Gulden
bar zurückzuzahlen.
Im November 1818 heiratete er die Bauerntochter Margaretha Köhler vom Völkenreuther Halbhof Nr.
2. Die Fruchtbarkeit dieser Ehe war beachtlich. In einer 17-jährigen Dauerschwangerschaft gebar
seine Frau zwischen 1819 und 1835 insgesamt 9 Kinder, von denen 2 als Kleinkinder verstarben. Die
Versorgung mit Arbeitskräften war mit 6 Söhnen und 1 Tochter gesichert.
Im Februar 1820 erlosch auf seinen Antrag hin die Vormundschaft, nachdem er seinen Geschwistern
ihre Erbteile ausbezahlt hatte.
Im Jahre 1823 kaufte Thomas Walther von der Familie Döhla die 14 Hektar Grundbesitz des Viertelhofes Nr. 16 in Wulmersreuth. Die Gebäude zu diesem Viertelhof waren bereits vor 1796 nach einem
Brand abgetragen worden. Die Brandstätte kostete 2000 rheinische Gulden. Insgesamt besaß er nun
eine Wirtschaftsfläche von 31 Hektar und war nun mit 25 Lebensjahren der größte Bauer in
Wulmersreuth. Ihm ging es hierbei um die Aufstockung seines Viehbestandes. Wegen des zu
erwartenden Triebs einer größeren Viehherde über die Grundstücke anderer Eigentümer erhielt er bereits bei Kaufabschluss gerichtliche Auflagen.
Das Geld für den Kauf der Brandstätte besorgte er sich über eine Hypothek von 3.400 rheinischen
Gulden zum üblichen Zins von 5 % bei Frau Kammerrätin Löwel in Hof. Zehn Wulmersreuther Bauern
erschienen als Bürgen vor Gericht, jeder stand für die volle Summe gerade. Bereits im Jahre 1830
zahlte Thomas Walther die 3.400 Gulden zurück.
Ab welchem Zeitpunkt und aus welchem Anlass letztendlich sich Thomas Walther ernsthaft mit einer
Auswanderung nach Amerika beschäftigte, können wir heute nur vermuten. Verhältnismäßig spät,
nämlich seit 1833 wanderten die ersten Oberfranken nach den USA aus. Das Jahr 1838/39 brachte
mit 1178 Personen einen ersten Höhepunkt der Auswanderung aus Oberfranken. Wahrscheinlich war
die Anzahl doppelt so groß.
Nun stellt sich die Frage, was einen 40-jährigen Bauern, der bisher persönlichen und wirtschaftlichen
Erfolg gehabt hatte, veranlasste, mit Ehefrau und 7 Kindern auszuwandern.
Sein Wissen über Amerika dürfte überdurchschnittlich gewesen sein. Ein Großonkel, Johann Konrad
Hertrich von Laubersreuth bei Münchberg, war von 1777 bis 1783 bayreuthischer Soldat auf Seiten
Englands im Unabhängigkeitskrieg. Nach dem Krieg siedelte sich dieser in Nova Scotia in Kanada an.
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Im Nachbarort Zell lebte Johann Konrad Döhla, der ebenfalls am Unabhängigkeitskrieg teilgenommen
hatte und 1815 ein Tagebuch über seine Erlebnisse in Nordamerika schrieb.
Ein wesentlicher Grund dürfte in der Gemengelage seines Besitzes zu suchen sein. Im Radialhufendorf Wulmersreuth mit hinter den Höfen angeschlossen Blöcken bildete der Halbhof Nr. 8 eine Ausnahme. Dieser hatte keinen solchen arbeitsgünstigen Block aufzuweisen. Die Felder und Wiesen lagen über die Gemarkung verstreut. Auch die Brandstätte Nr. 16 hatte einen entscheidenden Nachteil.
Hier war zwar die geschlossene Blockhufe mit Hofanschluss weitgehend vorhanden, doch mussten
die einzelnen Flurstücke mit Halbhof Nr. 15 geteilt werden. Das machte Absprachen bei der Auswahl
der Feldfrüchte und die Einholung der Überfahrerlaubnis erforderlich. Da immer mehr Dauergrünland
zu Ackerflächen umgebrochen wurde, gestaltete sich der Viehtrieb über fremden Grundbesitz zum
Ärgernis im Dorf. Wegen des Viehtriebes kam es zu etlichen gerichtlichen Terminen. Nur eine Arrondierung hätte das arbeitsorganisatorische Problem lösen können.
Außer diesen betriebsorganisatorischen Gründen sind sicher auch gesamtwirtschaftliche Gründe für
den Auswanderungsentschluss auszumachen.
In den 1830er Jahren verschlechterte sich die Lage in der Landwirtschaft fortlaufend. Anfangs verlief
noch alles positiv: Die Grundrenten und die Grundstückspreise erhöhten sich stark, die Löhne blieben
zurück und die Getreidepreise stiegen im gleichen Maß wie die Preise der gewerblichen Erzeugnisse.
Doch am Übergang zum industriellen Zeitalter verschoben sich die Relationen untereinander und
wechselten die Richtung. Die Schwelle des Umbruchs kann man Ende der 1830er ansetzen.
Die Löhne stiegen ständig, die Steigerung des Getreidepreises war gering und die Preise der gewerblichen Erzeugnisse kletterten unaufhörlich. Die Schere öffnete sich zu Ungunsten der Bauern: Hohen
Löhnen und hohen Preisen für Betriebsmittel standen sinkende Einnahmen wegen der
Getreideimporte gegenüber. Die Landwirtschaft verlor somit ihre bisher dominierende Stellung im
Wirtschaftsleben. Das Gewerbe übernahm die Führung des Lohnweisers und Preisregulators in der
Volkswirtschaft.
Soziales Elend des ländlichen Proletariats und schwere Depressionen in der Landwirtschaft kündigten
sich an. Zusätzlich drehte der Staat beharrlich an der Steuerschraube.
Für die 6 Walther-Söhne hätten sich die Zukunftschancen ständig verschlechtert. Nur einer wäre als
Hoferbe in Betracht gekommen, die anderen hätten sich als Knechte oder Dorfhandwerker verdingen
müssen. Die Dörfer waren wegen der hohen Geburtenraten bereits übervölkert und nur wer
steuerbaren Besitz vorweisen konnte, durfte heiraten.
Auch das Dorfhandwerk bot keine Zukunftschancen mehr und in den Städten wie Hof, Münchberg,
Helmbrechts oder Schwarzenbach begann nur zögerlich die Industrialisierung. Da mit 18 Jahren die 6jährige Militärpflicht anstand, hätte jeder seiner 6 Söhne über Jahre hinaus nicht als Arbeitskräfte zur
Verfügung gestanden. Hätte er mit der Auswanderung 1 oder 2 Jahre gewartet, dann hätte er einen
beträchtlichen Teil seines Vermögens für die Stellung von Wehrersatzmännern bereitstellen müssen.
Die Parole lautete für ihn wie auch für viele andere Bauern: Auswandern, wenn der älteste Sohn 17
Jahre alt ist.
Den Halbhof Nr. 8 verkaufte Thomas Walther am 12. August 1838 für 4680 rheinische Gulden an Joseph Goller, der den Hof aus finanziellen Gründen im Jahr 1852 zertrümmern musste. Goller wanderte
nach Amerika aus, nachdem er sein gesamtes Vermögen verloren hatte.
Am 12. November 1838 ging um den Preis von 4000 Gulden der Viertelhof Nr. 16 an Johann Adam
Zenkel.
Thomas Walther hat von 1817 bis 1838 den väterlichen Besitz von ca. 17 Hektar um 14 Hektar auf
insgesamt 31 Hektar aufgestockt. Der gesamte erzielte Verkaufserlös von 8680 rheinischen Gulden
entsprach 3543 Golddollar. Er hat den günstigsten Zeitpunkt für Landverkäufe im 19. Jahrhundert
getroffen. Vom Geldwert her betrachtet hat er das vom Vater erhaltene Vermögen verfünffacht.
Döhla verkaufte seinen Besitz um 1971 Dollar und Köhler um 1911 Dollar, ebenfalls im Jahr 1838.
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Am 09. Juli 1839 kamen die Familien Walther, Köhler und Döhla in New York an. Bereits am 26. August 1839, also 1 Jahr nach dem Verkauf seines Anwesens in Wulmersreuth, kaufte Thomas Walther
von John und Miriam Price 203 acre (= ca. 82 Hektar) Land zum Preis von 3000 Dollar, das acre also
zu 14,79 Dollar. Bei diesem hohen Preis besaß das Land Spitzenbonität.
82 Hektar konnte er gerade noch mit seiner Familie ohne Maschinen intensiv bewirtschaften.
Auf dem höchsten Punkt seines Besitzes in Algoa am heute östlichen Stadtrand von Jefferson City
baute er sich ein doppelgeschossiges Steinhaus mit Blick auf die Stadt Jefferson City.
Er hatte alles erreicht, was er von Amerika erwartet hatte: seinen Besitz um mehr als das
Eineinhalbfache vergrößert, hatte einen geschlossenen Besitzblock und konnte auf einem Stück Land
höchster Fruchtbarkeit arbeiten.
Erfolge als Bauer, Viehzüchter und Schnapsbrenner blieben nicht aus. Sie legten den Grundstock für
weitere Landerwerbungen. Bis zu 1500 acres gehörten ihm einmal und man nannte ihn Squire, auf
deutsch Junker oder Gutsbesitzer. Vor Gericht erstritt er sich von der Pacific Railroad auf seinem
Grund eine Verladerampe für das Vieh.
Heute ist das Haus zur Ruine verfallen. Auch in Wulmersreuth erinnert kein Gebäuderest an diesen
tüchtigen und wagemutigen Mann. Sein Sohn Georg gründete im Südosten von Cole County eine
Stadt und nannte sie zu Ehren seines Vaters St. Thomas.
Am 28. August 1839 kaufte Georg Nikolaus Döhla 120 acres Land von John und Magdalena Schader
zum Preis von 948 Dollar (7,90 Dollar pro 1 acre). Am 07. September 1839 erwarb Albrecht Köhler
160 acre Land zum Preis von 600 Dollar (3,75 Dollar pro 1 acre) von John und Elizabeth Jump. Beide
hatten mit ihrem Land kein Glück. Sie hatten nämlich trockene und steinige Karstknöcke gekauft.
Wir können die Liste erfolgreicher Ansiedlungen in Cole County erweitern.
Die Familie Paul Wagner aus Schwarzach bei Kulmbach wanderte Anfang der 1840er aus. Sie gründete in Jefferson City eine Brauerei, die jedoch der Prohibition in den 1920ern und 30ern zum Opfer
fiel.
Genannt werden muss noch Lorenz Schubert aus Gumpersdorf bei Stadtsteinach, der sein Vermögen
an der Exportsteuer vorbei führte und illegal auswanderte. Nach ihm ist die Ortschaft Schuberts bei
Jefferson City benannt.
Da war auch Georg Adam Erhardt von Schönwald bei Naila, der mit 3900 Gulden Vermögen 1845
nach Cole Co auswanderte. Mit seinen 9 Söhnen baute er sich in Cole County ein stattliches Anwesen
auf.
Da sei auch noch der Büttnermeister und Bauer Johann Lang aus Wiesentfels bei Hollfeld genannt,
der im Jahr 1840 auswanderte und die Stadt Longtown in Perry County gründete.
Ich bin am Ende meiner Ausführungen angelangt und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. Vielleicht konnte ich beitragen, den Salzschleier des Atlantiks etwas zu lüften.
Eckersdorf, den 18. September 2002
Karl Walther
11
Passagierliste der Bremischen Brig „Vesta“ - 279 7/8 Tonnen
Kapitän Carl Cattermole - Reeder D. H. Wätjen & Co
Abfahrt Bremen 20. Mai 1839 - Ankunft New York 09. Juli 1839
12
13
14
15
16
17
18
19
20
Walther Johann Thomas
Walther Margaretha
Walther Johann
Walther Albrecht
Walther Adam
Walther Johannes
Walther Georg
Walther Elisabetha
Walther Andreas
41
39
19
17
15
12
10
5
3
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
MO
MO
MO
MO
MO
MO
MO
MO
MO
Farmer
insges. 9 Pers.
42
46
47
48
49
50
51
Döhla Georg Nikolaus
Döhla Katharina
Döhla Johann
Döhla Margaretha
Döhla Elisabetha
Döhla Katharina
Döhla Albert born on bord
38
37
14
10
4
2
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Bremerhaven
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
MO
MO
MO
MO
MO
MO
MO
Farmer
insges. 7 Pers.
57
58
59
60
61
62
Köhler Albrecht
Köhler Katharina
Köhler Margaretha
Köhler Johann
Köhler Margaretha
Köhler Georg
31
27
6
4
3
1
Völkenreuth
Völkenreuth
Völkenreuth
Völkenreuth
Völkenreuth
Völkenreuth
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
MO
MO
MO
MO
MO
MO
Farmer
insges. 6 Pers.
65
66
67
68
69
Wirth Michael
Wirth Elisabetha
Wirth Friedrich
Wirth Heinrich
Wirth Karolina
33
33
6
3
1
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
MO
MO
MO
MO
MO
Baker
insges. 5 Pers.
71
72
73
74
Buchta Heinrich Simon
Buchta Elisabetha
Buchta Friedrich
Buchta Elise
32
26
3
1
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
MO
MO
MO
MO
Mason
insges. 4 Pers.
77
78
79
80
81
82
83
84
Buchta Matthäus
Buchta Kathrina
Buchta Johann
Buchta Adam
Buchta Matthäus
Buchta Maragaretha
Buchta Katharina
Buchta Anna
41
42
18
16
12
10
8
3
Oberweißenbach
Oberweißenbach
Oberweißenbach
Oberweißenbach
Oberweißenbach
Oberweißenbach
Oberweißenbach
Oberweißenbach
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
MO
MO
MO
MO
MO
MO
MO
MO
Farmer
insges. 8 Pers.
75 Fern Johann Georg
76 Fern Katharina
40
37
Almbranz
Almbranz
LG Münchberg
LG Münchberg
MO
MO
Shomaker
insges. 2 Pers.
90
91
92
93
94
95
96
97
Heinritz Johann Wolfgang
Heinritz Elisabetha
Heinritz Magaretha
Heinritz Anna
Heinritz Johann
Heinritz Katharina
Heinritz Barbara
Heinritz Elise
44
40
18
11
9
4
2
½
Modlitz
Modlitz
Modlitz
Modlitz
Modlitz
Modlitz
Modlitz
Modlitz
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
MO
MO
MO
MO
MO
MO
MO
MO
Farmer
insges. 8 Pers.
Hahn Johann Nikolaus
Hahn Anna
Hahn Elisabetha Margaretha
Hahn Johann Leonhard
Hahn Katharina Anna
Hahn Margaretha
Hahn Adam
Hahn Jakob
Hahn Barbara
49
41
19
16
14
12
9
7
3
Ahornberg
Ahornberg
Ahornberg
Ahornberg
Ahornberg
Ahornberg
Ahornberg
Ahornberg
Ahornberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
PA
PA
PA
PA
PA
PA
PA
PA
PA
Farmer
insges. 9 Pers.
36
50
Kirchenlamitz
Kirchenlamitz
LG Kirchenlam.
LG Kirchenlam.
MO
MO
Weaver
insges. 4 Pers.
98
99
100
101
102
103
104
105
106
41 Raithel Wolfgang Adam
43 Raithel Elisabetha
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
12
44 Raithel Wilhelm
45 Raithel Margaretha
10
7
Kirchenlamitz
Kirchenlamitz
LG Kirchenlam.
LG Kirchenlam.
MO
MO
85 Wülfert Johann Adam Lorenz
86 Wülfert Johann
24
32
Hartungs
Hartungs
LG Hof
LG Hof
MO
MO
Farmer
Farmer
9 Adler Alexander
10 Adler Margaret?
11 Adler Anna
30
.1
11
Maineck
Maineck
Maineck
LG Weismain
LG Weismain
LG Weismain
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
OH
OH
OH
Glazier
insges. 3 Pers.
4 Koch Ernst
5 Koch Johannes
28
23
Naila
Naila
LG Naila
LG Naila
Pittsburgh
Pittsburgh
PA
PA
Tinmaker
Weaver
43
30
30
31
22
67
20
19
36
54
26
27
22
29
21
23
29
23
33
24
22
21
23
21
20
20
35
38
26
22
20
23
20
25
20
27
30
26
24
24
31
26
22
24
Ahornberg
Großlosnitz
Gundlitz
Hallerstein
Kropfmühle
Markersreuth
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Münchberg
Ölschnitz
Poppenreuth
Schlegel
Schödlas
Sparneck
Sparneck
Sparneck
Sparneck
Stammbach
Stammbach
Stammbach
Stammbach
Stammbach
Stammbach
Stammbach
Weißdorf
Wulmersreuth
Wulmersreuth
Trosdorf
Gefrees
Hof
Förbau
Neufang
Schwarzenbach
Wurlitz
Weida
Semitsch
Semitsch
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Münchberg
LG Ba
LG Berneck
SG Ho
LG Ho
LG Kulmbach
LG Rehau
LG Rehau
LG ?
LG ?
LG ?
Cincinnati
Philadelphia
OH
PA
MO
OH
PA
MO
PA
OH
OH
OH
OH
MO
OH
OH
OH
OH
PA
PA
OH
PA
PA
PA
PA
OH
OH
PA
PA
OH
PA
MO
MO
OH
OH
OH
OH
PA
OH
OH
PA
OH
OH
OH
PA
OH
Weaver
Farmer
Cartwright
Weaver
Miller
Farmer
Turner
Potter
Smith
Carpenter
Tailor
Farmer
Seamstress
Seamstress
Seamstress
Seamstress
Dier
Carpenter
Weaver
dito
Schmith
Baker
Weaver
111
32
70
39
30
89
2
24
25
21
22
52
53
54
55
56
1
107
108
29
33
34
35
40
8
26
28
36
31
87
88
38
63
64
112
3
109
110
27
23
37
113
6
7
Raithel Johann James
Dietel Johann
Gebhardt Friedrich
Ritter John
Hübner Jakob
Johann Popp
Brunner Georg
Kastner Philipp
Zeitelhack Chr.
Hutschreuther Andreas
Günther Johann
(Döhla) Joseph
Brauninger Margaretha
Popp Katharina
Kastner Christiane
Gebhardt Anna Margaretha
Jahn Ch. Friedrich
Hertrich John Eduard
Lentsch John Ehrenfried
Hertrich Johann Georg
Kießling Chr. Heinrich
Ruckdeschel Johann Georg
Heinritz Chr. Heinrich
Buchheit Margaretha
Kießling Erhard
Krauß Wilhelm
Sauermann Johann Georg
Löhner Wolfgang
Popp Johann Konrad
Klaumünzer Heinrich
Scharnagel Katharina
Hafenrichter Chr. Heinrich
Döhla Johann Konrad
Schaller Johann
Lauer Christiana
Haberstumpf Johann
Greim Johann
Schneider Andreas
Örtel Johann
Meier Hermann
Schödel Erhard Chr.
Matthes Christiana
Bremutta Matthäus
Gorsche Johann
Cincinnati
Philadelphia
Pittsburgh
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Pittsburgh
Philadelphia
Cincinnati
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
Philadelphia
Cincinnati
Cincinnati
Philadelphia
Philadelphia
Cincinnati
Philadelphia
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Pittsburgh
Cincinnati
Cincinnati
Philadelphia
Cincinnati
Cincinnati
Cincinnati
Pittsburgh
Cincinnati
Tailor
Weaver
Weaver
dito
Weaver
Farmer
Weaver
Weaver
Waever
Tailor
Mason
Tailor
Joiner
Farmer
Butcher
Butcher
13
M 255-2 Baltimore 1838 Nr. 69 Brig „Apollo“ Bremen – Baltimore 1838-11-02
102 Passengers
Auswahl von Passagieren
Steerage
1 Fick Georg
45 Hinterkleebach
LG Bayreuth
Farmer
2 Fick Marie
46 Hinterkleebach
LG Bayreuth
Hinterkleebach liegt im Ahorntal. Das Ahorn3 Fick Barbara
19 Hinterkleebach
LG Bayreuth
tal ist ein sozioöknomischer Kleinraum, in dem
4 Fick Johann
16 Hinterkleebach
LG Bayreuth
bis in die jüngste Zeit traditionelle Landwirt5 Fick Georg
14 Hinterkleebach
LG Bayreuth
schaft betrieben wurde
6 Fick Johann
12 Hinterkleebach
LG Bayreuth
7 Fick Conradine
9 Hinterkleebach
LG Bayreuth
8 Fick Anna
4 Hinterkleebach
LG Bayreuth
9 Fick Kunigunde
1 6/12 Hinterkleebach
LG Bayreuth
Am 05. Mai 1838 war der Gläubigertermin am Landgericht Bayreuth für den Bauern Georg Fick zu Hinterkleebach, der mit
seiner Familie nach Nordameriker auswandern will (Intelligenzblatt Oberfranken 1838 Seite 387).
Johann Georg Fick, geb. 1790, war mit Maria Anna Zeilmann verheiratet. Die Familie ließ sich in Rich Fountain in Osage
County in Missouri nieder.
10 Bauer Peter
43 Reizendorf
LG Hollfeld
Butcher
11 Bauer Anna
40 Reizendorf
LG Hollfeld
Reizendorf gehört ebenfalls zum Ahorntal.
12 Bauer Catharina
13 Reizendorf
LG Hollfeld
13 Bauer Peter
9 Reizendorf
LG Hollfeld
14 Bauer Johann
5 Reizendorf
LG Hollfeld
15 Bauer Johann
3 Reizendorf
LG Hollfeld
Am 22. Juni 1838 war der Gläubigertermin am Landgericht Hollfeld für die Bauerseheleute Peter und Anna Bauer zu
Reizendorf, die mit ihrer Familie nach Nordamerika auswandern wollen (Intelligenzblatt Oberfranken 1838 Seite 531)
Peter Bauer, geb. 09. 12. 1794 war mit Anna Zeilmann verheiratet. Die Familie ließ sich in Rich Fountain in Osage County in
Missouri nieder.
16 Zeilmann Johann
38 Hinterkleebach
LG Bayreuth
Countryman
17 Zeilmann Dorothea
38 Hinterkleebach
LG Bayreuth
18 Zeilmann Johann
15 Hinterkleebach
LG Bayreuth
19 Zeilmann Anna Margareth
5 Hinterkleebach
LG Bayreuth
20 Zeilmann Elias
3 Hinterkleebach
LG Bayreuth
21 Zeilmann Anna
1 Hinterkleebach
LG Bayreuth
Am 05. Mai 1838 war der Gläubigertermin am Landgericht Bayreuth für den Söldengutsbesitzer Johann Zeilmann zu
Hinterkleebach, der mit seiner Familie nach Nordamerika auswandern wollte (Intelligenzblatt von Oberfranken 1838 Seite 387)
Johann Zeilmann, geboren 21. 03. 1800, war mit Dorothea Redel verheiratet. Die Familie ließ sich in Rich Fountain in Osage
County in Missouri nieder.
22
23
24
25
26
Wickles John Franz
Wickles Christine
Wickles Catharine
Wickles Margaretha
Wickles Chatharina
29
28
6
4
1
Bavaria
Countryman
Familienname Wickles kommt häufig im Ahorntal vor
Together 102 – 19 children = 83 x 1 ½ $ = 124,50 $ Commutation money Unterschrift T. Sturge
Osage County Memory Book 1776 – 1976 Seite 64: During de 1820’s und 30’s, the community (Rich Fountain) received a wave
of Bavarian German immigrants with names that included Fick, Bauer, Zeilmann, Struempf, Bohm, Gelven, Burns, Kroen and
Neuner, amon others. These people named the community Reichbronn.
Together 102 – 19 children = 83 x 1 ½ $ = 124,50 $ Commutation money Unterschrift T. Sturge