Information über Bangkirai Gartenholz Riffelbohlen

Transcription

Information über Bangkirai Gartenholz Riffelbohlen
1
Information über Bangkirai Gartenholz Riffelbohlen
Handelsname:
Yellow Balau
Herkunft:
Indonesien, Malaysia
Qualität:
Standard and better gemäß Malaysian Grading Rules (MGR)
Sichtseite 7-Nut gezahnt / Rückseite fein geriffelt
Farbton:
Rotbraun bis gelbbraun, Farbe variiert stark
Haltbarkeit:
Dauerhaftigkeitsklasse 1 – 2
Gewicht:
Hohe Festigkeit, ca. 850 bis 1050 kg / m³
Trocknung:
Trocknet nur sehr langsam, Oberflächenrisse möglich, neigt zum reißen an
den Kopfenden, daher Kopfenden mit Wachs vor Austrocknung schützen
Verzug:
Durch vorkommenden Wechseldrehwuchs Verzug möglich
Rauhigkeit:
Verursacht durch Faserverlauf oder Hobelschläge, vereinzelt zulässig
gemäß MGR Sortierregeln.
Stellen mit 120er Körnung leicht überschleifen
Schwinden/Quellen: Aufgrund hohem Zellwandanteil völlig normal
Ausblutung:
Inhaltsstoffe können während den ersten Bewitterungsphasen austreten,
angrenzende Bauteile sind in jedem Fall zu schützen
Pinholes:
kommen vermehrt vor, stammen von Frischholzinsekten, kein weiterer
Befall möglich, absolut unbedenklich
Fleckenbildung/
Schimmel:
durch langen Schiffstransport in geschlossenen Container über mehrere
Klimazonen nicht zu vermeiden, ebenso Verschmutzungen u. mechanische
Schäden
Metalloxidreaktion: reagiert mit schwarzen Flecken, nur Schrauben und Beschläge aus
Edelstahl (V2A) verwenden
Verarbeitung:
Verschraubungen generell vorbohren und versenken
Die oben aufgeführten Eigenschaften haben keinerlei Auswirkung auf die
Haltbarkeit des Bangkirai-Gartenholzes und sind natürlicher Bestandteil
seiner Optik. Sie stellen daher auch keinen Reklamationsgrund dar.
2
a) Montage
Generell gilt: Harthölzer müssen immer vorgebohrt werden. Ohne Vorbohren können Schrauben abreißen und Verbindungen werden nicht so
fest. Auch sollten Schrauben immer aus rostfreiem Edelstahl (V2A) gewählt werden. Verzinkte Materialien und rohes Eisen verursachen
schwarze Rostflecken.
Unter Eigenschaften wurde geschildert, dass Pakete werkseitig an den Enden gewachst werden um Rissbildung zu verhindern. Bei kopfseitigen
Schnittkanten kann dieser Effekt auch nachträglich mit wasserfestem Leim erzielt werden.
Bei der Verlegung ist zu beachten, dass auch die Unterkonstruktion auch aus Hartholz sein sollte. Bei einer Weichholz-Unterkonstruktion ist es
möglich, dass das Deckbrett durch Schwinden die Schrauben nachträglich wieder etwas herauszieht und somit Wellen auf der Terrasse
entstehen. Zwischen den Dielen sollte beim Verlegen ein Abstand von 3 mm gewählt werden. Da die Bretter durch das Einstellen auf die hiesige
Holzausgleichsfeuchte noch schwinden, entstehen bei größeren Abständen zu große Lücken zwischen den Brettern (AUSNAHME: Lang
gelagerte oder sehr trockene Ware muss mit größerem Abstand verlegt werden, damit im Herbst/Winter keine Probleme auftreten - diese
Erkennen Sie an der Maßdifferenz und tatsächlichem Maß). Leichter Verzug der Bretter kann beim Verlegen z.B. durch Spanngurte oder Keile
ausgeglichen werden.
b) Farbe / Vergrauung
Wie jedes andere Holz vergraut auch Bangkirai. Mit dem speziell hierfür entwickeltem Ölen können Sie Bangkirai lange optisch aufwerten.
Wichtig dabei ist ein gut haftendes Produkt, da Bangkirai eine sehr hohe Rohdichte hat. (z.B. OSMO Bangkirai Öl naturgetönt / dunkel)
c) Ausbluten / Inhaltstoffe
Bangkirai erhält seine lange Haltbarkeit durch die große Menge an einem eingelagerten ölartigem Inhaltsstoff. Dieser Inhaltstoff tritt zum Teil
während der ersten Bewitterungsphase aus. Dementsprechend sind umliegende Bauteile zu schützen, da sich dieser Inhaltsstoff z.B. von
Fassaden oder Steinen nur sehr schwer oder gar nicht entfernen lässt. Alternativ kann das Bangkirai auch vor dem Einbau allseitig mit OSMO
Bangkirai Öl behandelt werden. Inhaltsstoffe können dann fast nicht mehr austreten.
d) Reinigung
Starke Verschmutzungen können mit einem harten Schrubber und Seifenlösung entfernt werden. Bei besonders hartnäckigen Stellen, wie z.B.
durch Rost, kann eine Messingdrahtbürste oder feines Schleifpapier helfen.
e) Abstand der Unterkonstruktion
Der Abstand der Unterkonstruktion ist abhängig von der Stärke der Deckbretter / Bodendielen. Für normale Belastungen richten Sie sich bitte
nach der folgenden Tabelle. Sparen Sie nicht an der Unterkonstruktion. Größere Abstände führen nicht nur zu einem unangenehmen Laufgefühl.
Noch wichtiger ist, dass durch höhere Abstände vor allem die Schüsselungswahrscheinlichkeit der Bodendielen steigt.
Dielenstärke Balkenabstand
19 mm 45 cm / 25 mm 60 cm / 38 mm 90 cm / 45 mm 100 cm
Besonders geeignet als Unterkonstruktion sind die Dimensionen 45 x 70 mm und 90 x 90 mm. Setzen Sie niemals Weichhölzer als
Unterkonstruktion für Harthölzer ein (siehe weiter oben).
f) Rostflecken beseitigen
Weiter oben haben wir erläutert, warum sich aufgrund der Verpackung und des Transportweges schwarze Verfärbungen durch Metallreaktionen
nicht ganz vermeiden lassen. Viele dieser Verfärbungen entstehen aber erst im eingebauten Zustand im Garten. Klassisches Beispiel hierfür sind
Schwärzungen durch Metallarbeiten in der Nähe: Flexen von Metallgeländern oder verzinkten Dachrinnen am Nachbargrundstück. Oft richtet
gerade dieser Flexstaub riesige Schäden an, komplette Terrassen werden schwarz (dies kann natürlich auf vergrautem Holz nicht mehr passieren
und auch eine guten Öloberfläche verhindert so etwas). Aber auch solch schwere Fälle lassen sich lösen:
Mit OXALSÄURE können Sie solche Verfärbungen rückstandlos wieder beseitigen. 10 gr. Oxalsäure in 250 ml Wasser (reicht für einen kleine
Terrasse) lösen und auf der Verfärbung verteilen. Am besten mit einem Schrubber einreiben. 10-15 Minuten einwirken lassen und mit einem
Schrubber nacharbeiten. Anschließend mit sehr viel Wasser die Öxalsäure abspülen - FERTIG.
Oxalsäure erhalten Sie in Chemiezubehörhandel. Bitte beachten Sie, dass auch bei schwachen Säuren unbedingt alle nötigen
Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden müssen (beim Kauf nachfragen). Zum Beispiel sollten Sie Gummihandschuhe und eine
Malermaske (zur Verhinderung von Atemwegsreizungen) tragen. Erkundigen Sie sich auch nach den Auswirkungen auf umliegende Pflanzen
oder Teiche (Veränderung des PH-Wertes). Unbedingt von Kindern und Haustieren fernhalten. Unverdünnt sehr gefährlich!
3
g) Trocknung (besonders bei Harthölzer)
Besonders im Sommer werden Sie bei Ihrem Händler auf eine Besonderheit stoßen, die Sie erst einmal verwundern wird.
Alle schweren Harthölzer haben die Eigenschaft, über die Hirnflächen viel schneller zu trocknen als über die Restfläche.
Das führt zum einen zu leichten Trockenrissen (siehe Tipps zur Vermeidung). Zum anderen werden Sie feststellen, das eine 145 mm Diele in
der Mitte noch vollmaßig ist, an den Kopfenden jedoch nur z.B. 140 mm misst. Das ist kein Reklamationsgrund, sondern wird durch das
Trocknungsverhalten ausgelöst (Sie erkennen die tadelose Hobelung daran, dass überall die seitlichen Fasen voll ausgebildet sind). Während der
späteren Nachtrocknung gleichen sich die Breiten wieder an.
Bei der Verlegung ist nun folgendes zu beachten:
Entweder warten Sie etwas, bis der Angleich erfolgt ist. Oder Sie mitteln die Dielen bei Kopfstößen gegeneinander aus. So vermeiden Sie, dass
die Dielen nach der Trocknung einen Versatz von Diele zu Diele zeigen. Bitte denken Sie aber immer daran, dass Sie mit einem natürlichen
Werkstoff arbeiten, bei dem jedes Brett ein Unikat ist und sich leicht anders verhält.
Zum seitlichen Abstand der Dielen (sonst 3 mm) fragen Sie Ihren Händler, er kann die exakte Holzfeuchte der Ware messen.
Alternativ können Sie den Verlegeabstand auch sehr sicher mit dem Zollstock bestimmen:
Hobelbreite der Diele (i.d.R. 145 mm) + 3 mm = Gesamtmaß der Diele inkl. Verlegeabstand. In diesem Fall 148 mm. Hat die 145 mm Diele an
den Kopfenden nun nur noch 140 mm, so müssen Sie die fehlenden 5 mm als Verlegeabstand zu den vorgeschriebenen 3 mm hinzuzählen, also
in diesem Fall 8 mm Verlegeabstand.
h) Verschraubung
Unsere Harthölzer verdienen ihren Namen. Sicher haben Sie schon gelesen / gehört, dass Bangkirai unbedingt vorgebohrt werden muss. Auch
ein Ansenken (Platz für den Schraubenkopf) ist Pflicht. Ansonsten reißen die spröden Edelstahl-Schrauben schnell ab. Und der Arbeitswand für
die Entfernung defekter Schrauben macht keine Freude am neuen Garten (Bohrer mit Senkeraufsatz finden Sie hier).
Die Profis machen es jedoch noch etwas besser - mit 2 Vorbohrungen, ohne erhöhten Arbeitsaufwand:
Für eine 5 x 50 mm V2A-Schraube wird zuerst der verstellbare Senker auf Brettstärke (25 mm in unseren Beispiel) eingestellt und so nur das
Brett in Schraubenstärke (5 mm) vorgebohrt.
Mit einem Akkuschrauber und eingespanntem 3 mm Bohrer geht man nun durch das entstandene Bohrloch und bohrt so die Unterkonstruktion
vor.
Die Schraube läuft so frei durch das Brett und hat in der Unterkonstruktion genügend "Fleisch" für einen guten Halt. Das Ergebnis ist eine
kraftschlüssige Verbindung ohne Abrissrisiko.