Die Wahrheit über „teure“ und billige Beiträge in

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Die Wahrheit über „teure“ und billige Beiträge in
Die Wahrheit über „teure“ und billige
Beiträge in Fitnessstudios.
Ist billiger wirklich auch besser?
25.04.2012 - Pressemitteilung von Axel Seide, Geschäftsführung Family Fitness Studios in Bochum
Leider musste einer der schönsten Fitnessclubs in Bochum schließen. Am
24.04.2012 standen die Kunden von Go First vor verschlossenen Türen.
So schlimm sich das auch bei den Betroffenen niederschlägt, so schließt
sich Go First nur einer Welle von Insolvenzen an, die einen Großteil der
gesamten Branche erwischt.
Als betroffener Kunde von Go First sind Sie jetzt vielleicht traurig,
enttäuscht, ja sogar vielleicht wütend. Ihr Mitgliedsbeitrag, den Sie im
Voraus entrichtet haben, scheint verloren. Sie verstehen die Welt nicht
mehr. Das Studio war voll mit trainierenden Mitgliedern, das Personal nett,
der Club sauber und das Preis/Leistungsverhältnis hervorragend. Zu
verlockend um sich nicht anzumelden.
An dieser Stelle wünsche ich mir, dass Sie einmal alle Emotionen beiseite
lassen und mir 5 Minuten Ihrer Aufmerksamkeit schenken um die
nachfolgenden Information zu lesen.
Ich verspreche Ihnen dafür, dass Sie bei der Wahl Ihres nächsten
Fitnessclubs die richtige Entscheidung treffen können.
Da ich seit 25 Jahren in der Branche tätig bin, erlaube ich mir, Ihnen zu erläutern was sich gerade in den letzen 10
Jahren aus meiner Sicht in den Fitnessclubs verändert hat. Zu meinem 16 Geburtstag, vor genau 28 Jahren,
meldete ich mich in einem Fitnessstudio in Dinslaken, dem Galaxy an. Der Fitnessclub befand sich im Glaspalast
und war mit 1000 qm der größte Club zwischen Dinslaken und Oberhausen. Ich zahlte einen Monatsbeitrag von
89,00 DM also rund 45,00 €. In der Zeit von 1984 -1998 wuchs der Fitnessmarkt langsam aber stetig, und die
durchschnittlichen Monatsbeiträge in den Clubs lagen bis zum Jahr 2000 Deutschlandweit zwischen 50,00 - 70,00
€. 1998 eröffnete McFit als erster Fitnessdiscounter mit 15,90 €, seine erste Filiale im Ruhrgebiet.
Anfangs belächelt, und von kaum einem ernst genommen, wuchs Mc Fit bis heute zu einer der größten Ketten in
Europa. Der Erfolg von McFit liegt in erster Linie in seiner klaren Positionierung. Fitness für wenig Geld, aber auch
weniger Leistungen. Keine Kurse, wenig Personal, Duschen extra bezahlen etc. Der Verbraucher kann hier eine
klare Entscheidung treffen, ob er für wenig Geld einen Discounter wählt, oder sich für einen Premium Club mit
einem entsprechend höheren Preis entscheidet. Ab 2003, als klar war, dass der Erfolg von Mc Fit nicht mehr
aufzuhalten war, begann die radikale Veränderung der Branche. Es erschienen die ersten Trittbrettfahrer, die auf
den Zug des Fitnessdiscounts aufgesprungen sind. In der Zeit 2004 bis 2011 schossen gerade im Ruhrgebiet
Discountclubs wie Pilze aus dem Boden, die mit Beiträgen zwischen 16,00 € und 19,90 € um die Kunden kämpften.
In der ersten Phase der Entwicklung, die daraus resultierend stattfand, kamen konventionelle Clubs und Premium
Clubs in Bedrängnis, da sie diesem Preiskampf nichts entgegenzusetzen hatten.
Die ersten größeren Premium Ketten wie Healthland, Elexia, Future Sports und Fitness Company meldeten
zwischen 2003 und 2011 Insolvenz an. Ebenso erwischte es zahlreiche kleine Inhaber geführte Clubs. In der
zweiten Phase eröffneten in vielen Städten, wie auch in Bochum, zwischenzeitlich mehr Discounter als
Premiumclubs. Somit war der Konkurrenzdruck unter den Discountern bis heute größer als der Konkurrenzdruck der
Premium Clubs.
In der dritten Phase, in der wir uns gerade befinden, ist der Konkurrenzdruck der Discounter mittlerweile so groß
geworden, dass sie sich in ihren Leistungen überbieten. Dabei wird versucht, mit billigen Mitgliedsbeiträgen
Premium-Leistungen anzubieten, sozusagen Premium Discount. Augenscheinlich für den Verbraucher sehr
verlockend. Fitnesstraining, Kurse, Power Plate, Spinning, Getränkeflatrate, Duschen etc., und das alles für nur
19,90 €. – An diesem Punkt bitte ich Sie, einmal in sich zu kehren, und die Informationen zusammenzufassen:
Wenn also der Fitnessbeitrag vor fast 30 Jahren schon bei 45,00 € lag und sich in dieser Zeit die Energiekosten, die
Personalkosten, die Mieten und alle sonstigen Kosten so gut wie, oder sogar mehr als verdoppelt haben; wie kann
es dann sein, dass sich ein Monatsbeitrag in einem Fitnessclub mit allen Leistungen halbiert und nicht teurer ist als
ein Mc Donald Besuch?
Um es auf den Punkt zu bringen: Ich möchte Ihnen eine klare Botschaft übermitteln. Entweder Sie entscheiden sich
für einen Discounter, weil Sie mit einer eingeschränkten Leistung und einer entsprechenden Ersparnis zufrieden
sind, oder Sie entscheiden sich für einen Premiumclub mit einem angemessenen Beitrag. „Premium-Discount“ kann
sich aus den oben genannten Gründen niemals etablieren.
Ich möchte Ihnen gerne 3 entscheidende Tipps geben, die Sie bei Ihrer nächsten Anmeldung in einem
Fitnessclub beachten können, damit es zu keinen Überraschungen mehr kommt:
1. Informieren Sie sich kostenlos über das Unternehmen, in dem Sie Kunde werden möchten. Unter
https://www.bundesanzeiger.de können Sie sich von fast jedem Unternehmen die Bilanzen anschauen.
Einfach die betreffende Firmierung in den Suchbegriff eingeben, und die Bilanz des letzten Jahres
erscheint. Achten Sie in der Bilanz einfach auf zwei Positionen. Weist das Unternehmen einen
Verlustvortrag vor und/oder einen "durch nicht Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag" aus, können Sie davon
ausgehen, dass ein Ende naht.
2. Seien Sie vorsichtig wenn Sie nur ausschließlich den Beitrag für 1 Jahr oder länger im Voraus zahlen
können. An dieser Stelle frage ich Sie: Warum? Ich kenne kaum eine Situation, in der ich für eine Leistung
bezahle, die ich nicht in Anspruch nehme. Weltweit gilt doch: Geld gegen Ware. Wenn Sie Ihren Beitrag im
Voraus entrichten, gewähren Sie dem Unternehmen ein zinsloses Darlehn. Denn bei der Vorauszahlung
nehmen Sie doch nur 1/12 der Leistung im ersten Monat in Anspruch. Ein Fitnessstudio muss seine Kosten
durch die Erträge der monatlichen Zahlungen seiner Kunden decken und nicht durch Vorrauszahlungen für
Leistungen, die das Unternehmen vielleicht in Zukunft erbringt.
3. Achten Sie bei der Anmeldung auf versteckte Kosten sowie Klauseln in den AGB mit
Beitragserhöhungen. Fast alle Discounter werben mit 19,90 € im Monat. Jedoch finden sich immer häufiger
in den Verträgen versteckte Kosten in Form von Pauschalen die monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder
jährlich abgebucht werden. Damit der Preis nicht gleich durchschaubar ist oder hoch erscheint, wird neben
dem normalen Mitgliedsbeitrag ein Wochenpreis im Vertrag über Beispielsweise 1,20 € für eine
Zusatzleistung ausgelobt. Viele vergessen dann, dass dieser kleine Betrag sich im Monat auf 4,80 € beläuft,
und der Betrag zu dem Mitgliedsbeitrag addiert, mit ein oder zwei anderen Pauschalen, mal eben den
eigentlichen Monatsbeitrag verdoppeln kann.
Wenn Sie aus Bochum kommen, werden Sie festgestellt haben, dass so gut wie alle Inhaber geführten Fitnessclubs
von der Bildfläche verschwunden sind. Ich erinnere an Uni Sono in der Bessemerstr., die Körperwerkstatt an der
Herner Str., Lady Fitness Am Hunnepoth, Titan Fitness an der Castroper Str, Cheers Club an der Rombacher Hütte,
Dynamik in Wattenscheid, Move your Body Ladyfitness in der Rottstr. und zuletzt Ümminger Fitness Industriestr. in
Langendreer. Allesamt Inhaber geführte Fitnessclubs, deren Bestreben es war, für Ihre Kunden dazu sein; und die
ein persönliches Interesse an der Gesundheit Ihrer Kunden hatten. Sie alle mussten den Ketten und Discountern
weichen, da der Verbraucher nicht mehr unterscheiden kann oder will, wo er besser aufgehoben ist. Mittlerweile gibt
es in Bochum nur noch weniger als eine Handvoll Inhaber geführter Fitnessclubs. Sie als Verbraucher bestimmen
zu einem großen Teil, wohin sich der Markt zukünftig entwickelt. Entscheidend sollte sein, dass Sie sich klar
positionieren. Möchten Sie günstig trainieren, dann sollten Sie einen Club, der seinen günstigen Beitrag auch mit
entsprechend weniger Leistung kompensiert, wählen. Legen Sie Wert auf Betreuung, um Ihre gesundheitlichen
Ziele zu erreichen, und haben einen hohen Qualitätsanspruch? Dann seien Sie auch bitte bereit, diese Leistung
entsprechend zu honorieren.
Ich bin überzeugt, dass Sie so die richtige Wahl Ihres Fitnessclubs treffen
Herzlichst
Axel Seide
(Gf) Family Fitness
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