Cardiff University, ENCAP, English Literature Lisa Jacob

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Cardiff University, ENCAP, English Literature Lisa Jacob
Erfahrungsbericht
Universität Heidelberg , Anglistik
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Cardiff University, ENCAP, English Literature
Lisa Jacob
Vorbereitung
Meine Vorbereitungszeit für mein Auslandssemester hat nicht besonders viel Zeit in
Anspruch genommen. Über die Anreise nach Cardiff sollte man sich vorher informieren. Für
mich ging der Flug nach London Stansted und dann von dort aus mit dem Bus nach Wales.
Für die Busse bietet sich an sie vorher im Internet zu buchen. Das wusste ich bei meiner
Anreise nicht, man kann also auch Tickets am Flughafen erwerben, aber vorher zu buchen ist
sehr viel billiger. Mit terravision kostet der Bus ca. 10 Pfund, wenn man im Internet bucht,
ansonsten über 20. Man sollte 80 Minuten für die Fahrt einplanen. In London Victoria sollte
man dann am besten umsteigen, da dort die große Fernbusstation ist. Mit megabus nach
Cardiff kosten die letzten 4 Stunden dann noch 4 Pfund. Ansonsten sollte man sich auch
Gedanken über Gepäck machen. Ich habe ein Paket mit Bettwäsche und Handtüchern und
anderen platzraubenden Kleidungsstücken voraus geschickt. Aus Deutschland ist das
vergleichsweise preiswert mit DHL, umgekehrt unglaublich teuer.
Mein Zimmer habe ich über die Onlinebewerbung der Universitätsunterkünfte bekommen.
In dem vorab gesendeten Infopaket, das man von der Uni Cardiff geschickt bekommt, ist ein
Prospekt zu verschiedensten Unterkünften enthalten. Ich kann sehr die Student Houses auf
der Colum Road empfehlen, in denen auch ich untergebracht war. Sie sind am zentralsten
gelegen und die Zimmer sind sehr groß. Meistens wohnen 10 Studenten in diesen Häusern,
man hat 2 Bäder, separate Toiletten auf jedem Flur und meistens auch 2 Küchen.
Alle Informationen zu Enrolement usw. erhält man in der ersten Woche, es empfiehlt sich zu
den Informationsveranstaltungen für Erasmusstudenten zu gehen. Außerdem sollte man sich
das Fresher’s Wristband kaufen. Nur damit hat man Eintritt zu den Ersti-Partys in der ersten
Woche (7 Partys) einzeln lassen sich keine Eintrittskarten erwerben. Eine super Gelegenheit
um Leute kennenzulernen, wenn man sich noch ein bisschen einsam fühlt!
Organisatorisches
Ich habe mir ein Konto bei HSBC eröffnet (auch weil ich hier in einem Cafe gearbeitet habe).
Geld von meinem Deutschen Konto habe ich dann in größeren Summen überwiesen, weil bei
den meisten Banken eine Bearbeitungsgebühr bei Auslandsüberweisungen erhoben wird. Ich
kann es sehr empfehlen sich ein Konto zu eröffnen, es kostet nichts und alle Geldgeschäfte
lassen sich viel einfacher abwickeln. Wenn man zu Anfang noch kein Konto hat, aber Geld
braucht, ist es sehr teuer mit der Maestro Karte Geld abzuheben. Am besten geht man in ein
Tauschbüro (in der Innenstadt oben im Marks and Spencer) und kauft mit der Kreditkarte
Traveller’s Cheques und tauscht sie dann direkt wieder in Geld ein. Dann zahlt man nur 1%
des Betrags.
Eine englische SIM Karte kann ich auch nur empfehlen. Ich war bei EE (Orange) und hatte
eine pay-as-you-go Karte. Bessere Konditionen hat giffgaff, die Karte lässt sich online
bestellen.
ENCAP
Im ENCAP sind English Literature, English Language, Philosophy und History untergebracht.
Das Gebäude liegt sehr zentral, nah an allen wichtigen Gebäuden, wie SU, International
Office usw. Es gibt eine eigene Bibliothek, die Arts and Social Library. Arbeitsplätze sind zwar
vorhanden, allerdings hart umworben in den Klausurenphasen.
Mir persönlich haben alle meine Kurse sehr viel Spaß gehabt, ich habe das Gefühl sehr viel
gelernt zu haben, nicht nur im Sinne von neu erworbenem Wissen, sondern auch in der
Entwicklung und Perfektionierung meiner schriftlichen Arbeiten. Man sollte sich wirklich im
Klaren darüber sein, dass man alle Essays unter dem Semester schreibt (etwa 2-3 Essays pro
Kurs), es eventuell noch Präsentationen gibt (in einem meiner Module hatte jeder Student
einmal pro Woche eine Präsentation) und man ca. 1 Buch pro Woche pro Kurs liest. Man hat
2 Vorlesungen a 1 Stunde und 1 Seminar in der Woche. Allerdings handhaben die meisten
Dozenten es so, dass sie keine Vorlesungen halten, sondern diese Stunden auch als Seminare
gestalten, da höchstens 10-12 Studenten in jedem Kurs sind. Da die britischen Studenten
ihre Kurse allerdings nicht so ernst nehmen, sitzt man dann eher zu 5. In einem Seminar.
Bedeutet dann natürlich, dass man sein Lesepensum geschafft haben muss. Der Unterricht
ist sehr interaktiv, die Dozenten geben sehr viel Feedback zu Essays und Präsentationen und
es werden viele Diskussionen geführt. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man eher
weniger andere Erasmusstudenten in seinen Kursen trifft. Die meisten Erasmusstudenten
werden wohl am Europe Department untergebracht. Zu dem Inhalt der Literaturkurse an
sich lässt sich sagen, dass sie viel kultureller und geschichtlicher sind als in Heidelberg. Die
Inhalte beziehen sich dann nicht nur auf einen Stil oder eine Richtung, sondern auch auf
spezielle Epochen, Zeitalter und Menschen (ich hatte zum Beispiel Kurse wie „Writing
Caribbean Slavery“, „Fiction oft the Indian Subcontinent“ oder „Settler Identity of Australian
and New Zealand Settlers“). In der Bewertung der Essays wird nicht berücksichtigt, dass man
kein Muttersprachler ist, da sie anonym abgegeben werden und zudem von mehreren
Korrektoren gelesen werden.
Akademisches Leben
In der ersten Woche sollte man einige Veranstaltungen unbedingt wahrnehmen. Dazu
gehören die Society und Sportsfair, andere Informationsveranstaltungen und vor allem das
Drucken von Studentenausweisen. Es empfiehlt sich früh morgens dort zu erscheinen, da
man sonst ca. 5-6 Stunden in der Schlange steht. Ich habe war im ersten Semester im
Ruderclub. Wir hatten meistens 2 mal am Tag Training (morgens um 6, abends um 6). Das
Training ist sehr vielfältig (Zirkeltraining, Krafttraining, Ergometer, Ausdauerläufe, und
natürlich Rudern) und sehr streng. Es wird 100% Anwesenheit und 100% Input erwartet. Wir
sind einige Rennen gefahren, allerdings muss man Ausrüstung, Startgebühr und Busfahrt
alles noch extra zahlen. Im zweiten Semester habe ich mich im Kickboxing versucht.
Innerhalb von 1 Jahr hat man 2 Prüfungen und kann den orangenen Gürtel erwerben. Das
Training ist nicht so zeitkonsumierend wie Rudern und statt Blasen an den Händen bekommt
man welche an den Füßen. Beide Sportarten haben mir sehr viel Spaß gemacht, allerdings
würde ich Kickboxing eher empfehlen als Rudern, weil man als Erasmusstudent doch noch
mehr erleben will als nur vom Training zur Uni und zurück zu rennen (normalerweise melden
sich auch nur britische Studenten für den Ruderclub, wie ich später gemerkt habe).
Allgemein habe ich, in diversen Offices die ich kontaktiert habe, immer sehr gute und sehr
freundliche Unterstützung bekommen. Im Undergraduate Office des ENCAP sollte man sich
an Haley wenden (man spricht hier alle, auch Dozenten, mit dem Vornamen an), sie ist die
netteste Office-Dame, die ich jemals kennengelernt habe.
Zu den Mensen lässt sich sagen, dass das Essen in Ordnung ist. Es gibt eine Salattheke im
Julian Hodge Gebäude und im Main Building und dazu mehrere Optionen, darunter ein
Budget Meal und eine vegetarische Mahlzeit.
Kaffee gibt es leider nur in der Cafeteria, NICHT in der Bibliothek, unverständlicherweise.
Und leider schließt die Cafeteria schon um 16 Uhr.
Cardiff City und Aktivitäten
Die Innenstadt Cardiffs bietet ein riesengroßes Shoppingcenter und einige Restaurants, Bars
und Clubs. Empfehlenswert im Hinblick auf Pubs ist der Taf in der Students Union (sehr
preiswerte Getränke) und die Woodville, gegenüber Lidl. Lidl ist vom ENCAP und Umgebung
aus gesehen die nächste (und billigste) Einkaufsmöglichkeit.
Cardiff Bay bietet noch einige attraktive Restaurants, allerdings lässt sich sonst nicht
besonders viel innerhalb der Stadt unternehmen. Für Kinogänger: Am Mittwoch zahlt man
nur halben Preis, wenn man bei EE eine SIM Karte hat und FILM per SMS sendet und
bekommt zusätzlich Studentenrabatt, sodass man insgesamt nur 3 Pfund zahlt.