Rund um Mallorca vom 07. – 17. Juni 2014

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Rund um Mallorca vom 07. – 17. Juni 2014
Rund um Mallorca vom 07. – 17. Juni 2014
Route:
Palma (Hafen La Lonja), Cabrera, Porto Colom, Cala Ratjada, Bon Aire, Soller,
Port Antraitx, El Arenal, Palma (La Lonja)
Schiff:
Oceanis 43.4, 4 Kabinen, 2 Dusche/WC
Crew:
7 Personen (Mary & Sigi, Veronika & Jürgen, Erika, Ruth & Eddie)
Einmal rund um Malle. So sollte es sein. Drei seeerprobte
Paare und ein „Frischling“ wollten es wagen.
Da der Termin in den Pfingstferien liegen musste, war
zunächst guter Rat billig, aber Flugpreise teuer. Trotzdem
wurden wir mit einer halbwegs günstigen Flugverbindung
fündig.
Eine Woche schien uns für die Inselumrundung zu knapp
bemessen, denn wir wollten uns auch Zeit für Landgänge und Besichtigungen nehmen.
So haben wir für 10 Tage ein Charterboot gesucht. Obwohl die meisten Charterunternehmen ungern
halbe Wochen vermieten, war es doch zu einem günstigen Preis möglich, ein passendes Schiff zu
finden.
Unser Flug ging am frühen Samstagnachmittag, ab Baden-Airport, direkt nach Palma. Dort stehen
am Flughafen nur „normale“ Taxis für 4 Personen plus Fahrer. Also waren 2 Autos notwendig um
Personen und Gepäck zum Hafen zu befördern. Günstiger wäre es gewesen, über die Charterfirma
ein Großraumtaxi an den Flughafen zu bestellen. Aber nachher ist man immer klüger!
Im Hafen angekommen war das Schiff schnell gefunden und während die Skipper die Bootsübernahme in Angriff nahmen, war der Rest der Crew auf Einkaufstour.
So hatten wir am frühen Abend unseren Proviant und das Gepäck verstaut und konnten uns für den
Landgang rüsten.
Am nächsten Morgen bekamen wir noch von einem Mitarbeiter der Charterfirma eine Gitarre zur
Verfügung gestellt, die uns den Törn über begleitete. Nach dem Frühstück und der obligatorischen
Sicherheitsunterweisungen an die Crew, legten wir ab in Richtung Cabrera.
Unterwegs war Crewtraining angesagt und jeder konnte sich mit dem Schiff und seinen Eigenschaften vertraut machen. Der Wind war günstig und konstant. So liefen wir nach 6 Stunden in die Bucht
von Cabrera ein.
Cabrera ist die Hauptinsel eines kleinen Archipels, ca. 20 sm von der Südspitze Mallorcas entfernt.
Der ganze Archipel ist zum Naturschutzreservat erklärt und zum Festmachen in der Bucht an einer
zugewiesenen Boje, ist eine Genehmigung notwendig, die man über die Charterfirma beantragen
kann.
Auf jeden Fall lohnt es sich in der Bucht das Dinghi flott zu
machen um an die Mole des kleinen Ortes zu gelangen
(schätzungsweise 10 Häuser, wenn wir uns nicht verzählt
haben). Das erste und einzige Lokal am Platze kredenzt
Kaffee, Kuchen, Getränke und kleinere Snacks. Eine Wanderung auf die Bastion (ca. 25 Minuten auf steinigen Wegen bergauf) lohnt sich. Wer noch Kondition hat und den
Turm erklimmt, der wird mit einem phantastischen Blick
auf Cabrera und seine Nachbarinseln belohnt. Bei klarem Wetter ist auch noch die Küstenlinie von
Mallorca gut zu sehen.
Nach einer sternenklaren Nacht waren alle nach dem Frühstück für die nächste Etappe gerüstet.
Vorbei an den kleinen Inseln des Archipels nahmen wir Kurs auf die Südost-Küste Mallorcas. Unser
Ziel war Porto Colom. Zunächst unter Segel, dann zur Mittagszeit, als der Wind einschlief, weiter mit
Motor. Wir machten in der Marina des Club Nautico fest. Es sind aber auch jede Menge Ankerlieger
in der Bucht, die die doch stolzen Hafengebühren meiden. Der Hafen bietet einen guten Schutz bei
jedem Wetter und die Anlagen sind gepflegt.
Der nächste Schlag ging nach Cala Ratjada. Unterwegs, bei wenig Wind und gleisender Sonne, steuerten wir die Bucht Costa de los Pinos an und ließen uns vom Meer die ausgedörrte Haut kühlen. Cala
Ratjada ist voll „in deutscher Hand“ hat aber einen schönen Hafen. Die beiden Buchten sind durch
eine ins Meer ragende Felsnase getrennt. Ein wunderbarer Sandstand mit glasklarem Wasser lädt
zum Baden und Sonnen ein. Jede Menge guter Restaurants und kleine, heimelige Lokale prägen das
Ortsbild.
Am nächsten Morgen nach dem Verlassen der Bucht, gehen
wir auf Kurs nach Bon Aire im Golf von Pollensa. Diesen
kleinen Hafen haben wir ausgewählt, da er ideal als Ausgangspunkt, für den nächsten Schlag nach Soller liegt. Immerhin haben wir ca. 40 sm vor uns.
Soller, der einzige Hafen an der Nordküste, sollte man sich
nicht entgehen lassen. Traumhaft gelegen und voll von
Eindrücken. Wir hatten geplant, auf jeden Fall 2 Tage in Soller zu verbringen. Eigentlich ist Soller
zweigeteilt. Zum einen der Hafen und die ca. 4 km weiter im Inselinneren liegende Stadt. Zwischen
diesen beiden Punkten verkehrt eine altertümlich aussehende Straßenbahn, die im halbstunden Takt,
Touristen von A nach B bringt. Der Fahrpreis ist happig, aber die Fahrt ist ein unbedingtes Muss.
Am Samstag geht die Fahrt weiter nach Puerto de Antraitx. Wieder liegen ca. 40 sm vor uns und
wir bereiten uns auf einen langen Tag vor. Jedoch weit gefehlt. Nach anfänglichen Versuchen bei
Windstärke 1 bis 2 Meilen zu machen, gaben wir dieses hoffnungslose Unterfangen auf und legten
den Rest der Strecke unter Motor zurück. Durch die Meerenge zwischen der Insel Dragonera – die
Dracheninsel - und Mallorca erreichten wir am späten Nachmittag die Hafenstadt Puerto de Antraitx.
Vorgewarnt durch entsprechende Hinweise in der Reiseliteratur, löhnten wir knappe 100 € an Hafengebühr. Allerdings war der hohe Preis durch die gebotenen Leistungen gerechtfertigt. Jedes
Crewmitglied bekam ein Glas Sekt zur Begrüßung bei der Anmeldung und außerdem Freikarten für
den Strand-Swimming-Pool des Yachtclubs. Sehr saubere und gepflegt Anlage.
Frischgestärkt nach dem Frühstück nahmen wir am nächsten Morgen Kurs auf El Arenal. Natürlich
wollten wir uns auch die berühmt-berüchtigte Touristenhochburg nicht entgehen lassen. Vorgewarnt
durch den Wetterbericht, der frischen Wind verhieß, legten wir ab. Schon nach dem Verlassen der
Bucht war uns klar, dass wir heute einen auf die Mütze bekommen würden. Von Westen her zogen
Gewitterwolken auf. Bis in die Bucht von El Arenal verfolgte uns die Gewitterfront mit böigem Wind,
hohem Wellengang und Regen. Kaum hatten wir im Hafen von El Arenal angelegt, war der Spuk auch
schon vorbei. Die Laune an Bord änderte sich schlagartig und die Vorbereitungen für den Landgang
„entlang der Biermeile“ wurden getroffen. Bei unserem Rundgang durch die entsprechenden Touristenanzugspunkte, schwankte unsere Gefühlswelt zwischen Faszination und kollektivem Entsetzen!
In einem ruhigen Restaurant (auch das gibt es in El Arenal!) verbrachten wir unseren letzten Abend
bevor wir am Montag zu unserer letzten Etappe nach Palma aufbrachen.
Da unser Flug erst am Dienstagabend abging, hatten wir genügend Zeit für den Check-Out unseres
Schiffes und für einen letzten Besuch der Innenstadt. Natürlich ist die Kathedrale der Blickfang und
ein Rundgang innen und außen lohnt sich.
Fazit
Gelungener Törn mit gut harmonierender Crew und guter Betreuung der Charterfirma. Allerdings
waren auch einige Unzulänglichkeit am Boot, die doch die eine oder andere Reparaturarbeit unsererseits nach sich zogen.
Sicherlich ist man gut beraten, nicht in den Ferienzeiten Mallorca zu buchen. Flugpreise, Charterkosten und Hafengebühren sind dann deutlich günstiger und schonen den Geldbeutel.
Ansonsten ein zu empfehlendes Segelrevier, das, im Regelfall, auch konstante Wetterbedingungen
bietet.
Kapsweyer, im Juli 2014
Edmund Schreck