Tierschutzkurier 5-09

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Tierschutzkurier 5-09
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TIERSCHUTZVEREIN
FUR TIROL 1881
NR. 5 / 2009
P.b.b., Verlagspostamt 6020 Innsbruck, GZ 02Z030037 M
Mutterlos, aber nicht unversorgt
www.tierschutzverein-tirol.at
TIER
SCHUTZ
KURIER
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TIERSCHUTZ
AKTU ELL
INGE WELZIG
GESCHÄFTSFÜHRUNG
M
anchmal weiß man nicht, ob man über die
Dummheit mancher Menschen lachen oder
weinen soll. Da fragt allen Ernstes ein junger Mann
an, ob er für einen Tag eine kleine Katze haben
könnte. Seine Freundin habe Geburtstag und es
wäre so witzig, wenn über die Geschenke eine
Katze springen würde. Genauso unsinnig die Bitte
einer Mutter, für vier Wochen einen netten Hund
zu bekommen, damit ihre Kinder in den Ferien beschäftigt sind.
D
ass manche Tierbesitzer das Tierheim gerne als
Tauschzentrale für ihr Tier sehen würden, ist
nicht einmal mehr neu.
E
benfalls nicht neu sind die am Baum angeblich
angehängten Hunde, die man gerettet hat. Wie
zwei junge Damen aus dem vorderen Zillertal, die
kürzlich in der Mittagspause klingelten. Ich holte
Florian und flüsterte ihm, dass ich den beiden nicht
glauben würde. Er auch nicht. Nach drei verschiedenen Schilderungen des angeblich ausgesetzten
Hundes gaben die beiden zu, dass es der Hund einer Kollegin sei, den sie übernommen hatten. Einer der Väter sei Abrichter und wollte keinen vierten Hund. Da kein Impfpass vorhanden war, wurden besonders wegen der Lügerei die Impfkosten
verlangt. Wegen der Aussage, dass man kein Geld
habe, schickte Florian eine der beiden zum Bankomaten. Die zweite wartete zwischen Zaun und
Tierheim. Inzwischen suchte ich mit Florian dessen
Schlüsselbund, der nicht weit sein konnte und
fragte auch die Zillertalerin, ob sie ihn gesehen
hätte. Der wichtige Schlüsselbund war nicht da
und er konnte nur noch in der Hand der Frau sein,
Nur auf Grund des scharfen Tones von Florian öffnete sie die Faust – darin war der Schlüsselbund
und die Arme wusste nicht, wie er da hinein gekommen war. Hokuspokus im Tierheim.
N
atürlich gibt es auch wirklich liebenswerte Besucher. Wie die junge Frau, die sich eine 17
Jahre alte Katze aussuchte. Oder die Familie, die
einfach das Kaninchen haben wollte, das schon am
längsten da sei. Bemerkenswert sind die verständnisvollen Besucher der Hundeabteilung, die dankbar und interessiert Tipps annehmen und Geduld
haben, wenn sie den Hund nicht gleich mitnehmen können. Auch bei anderen Tieren kann es aus
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TIERSCHUTZ-KURIER
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gesundheitlichen oder anderen Gründen zu Wartezeiten kommen, was nie Schikane ist.
M
anchmal mache ich mir selbst eine Schikane.
Wenn wieder einmal der Gepäckraum von
meinem Polo angefüllt ist, ich abends noch unterwegs bin und ein Anruf kommt, dass ein verlaufener Hund zu holen ist. Dann stehe ich auf der
Straße und räume um, wobei sich mancher Zuschauer schon gewundert haben dürfte, wie viele
Dinge und Tiere in meinem Auto Platz haben.
W
ie immer bewährt es sich, dass wir auf dem
Boden der Realität mit der Behörde zusammenarbeiten. Es war der Tierfreund Roman vom
Haus der Tiere am Achensee, der in Jenbach eine
Hundehaltung beobachtet hatte, die jeder Beschreibung spottete. Ich war über den bekannten
Hundebesitzer so entsetzt, dass ich den zuständigen Amtstierarzt Dr. Pinsker bat, mit mir gemeinsam hinzufahren, da wir als Verein nicht beschlagnahmen können (einfach mitnehmen bringt
nichts, weil dann bald das nächste Tier da wäre).
Wenige Stunden später waren wir vor Ort, wo in
einem kellerartigen Vorraum von wenigen Quadratmetern eine kleine Hündin an einer Palette angehängt war. Nachbarn hörten sie seit Tagen verzweifelt jammern, weil sie läufig war und die verschiedensten Rüden jeder Größe das fast durchgehende angehängte Tier bestiegen. Ein Dank an die
konsequente Reaktion des Amtstierarztes. Wir befreiten die Hündin und ich konnte mit ihr sofort ins
Tierheim nach Innsbruck fahren.
I
ch kann nicht behaupten, dass es bei mir keine
Pannen gibt. Wie z. B. mit der Katze Lena, die ich
seit zwei Wochen bei mir im Büro habe, da sie
alleine sein will. Jahrelang hat das Gitter am Fenster anderen Katzen die Freiheit verwehrt. Lena hat
es geschafft, den Befestigungsdraht zu durchbeißen und zu verschwinden, wodurch ich ziemlich in Panik kam. Bis einige Stunden später Lena
gemütlich beim Eingang wieder hereinspazierte.
Ich wünsche mir, dass alle Aufregungen so ein nettes Ende finden.
Ihre
Dieses hübsche Katzenbild
bekamen wir zum Verkauf
geschenkt. Ein Tierfreund
erwarb es, um es uns für
die Fassade zu schenken.
Ein Dank an die Feuerwehr,
die uns mit einer längeren
Leiter half, das extrem
schwere Bild an der Front
des Tierheimes aufzuhängen, wo es den Besuchern
jetzt Freude macht.
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Alles ist relativ
– hier ist die
Welt schon in
der Entfernung
von einem
Meter riesig.
„Der
Witz war gut!“
… wie Hund
und Katz.
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Hänsel
und
Gretel
„Wie gefällt Dir die Aussicht?“
U
nser Dank gilt dem Ehepaar Evelyn und
Klaus Heim. Eine Highlight der DressurTurniere in Europa ist immer wieder das Manfred-Swarovski-Gedächtnis-Turnier
am
Schindlhof. In diesem Jahr haben uns die beiden die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern
für unser Tierheim Mentlberg zur Verfügung
gestellt. Die Familie ist für die Förderung von
Tierschutzprojekten in ganz Österreich bekannt. Tierliebe ist gerade im Sport mit den
Pferden nicht immer selbstverständlich und
wie immer werden die schwarzen Schafe am
meisten beachtet. Darum freuen wir uns über
vorbildlichen Umgang mit diesen edlen Tieren. Das Geld werden wir für den dringend
benötigten Ausbau eines Geheges für die
Frettchen verwenden.
Veränderte Verwendung
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„Hallo, ich heiße Jessy und danke Euch allen für mein neues Zuhause. Hier ist es super, denn ich habe zwei liebe
Menschenkinder, die immer für mich da sind, um mich zu
streicheln. Herrchen und Frauchen sind auch gaaaaanz
lieb. Sie gehen mit mir mehrmals am Tag Gassi, auch wenn
es regnet. Dann sehen sie immer so schön nass aus. Auf
dem Foto schaue ich gelangweilt nach den beiden aus,
weil diese auf der Bergtour so viel länger brauchen als ich.
Ich fühl mich einfach hundewohl und wünsche das allen
meinen Hundekollegen im Tierheim Mentlberg.“
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Das Herrchen von Rocky schreibt: „Danke, er ist
genau das, was ich gesucht habe.“
Moderne Formen
Dieses
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zum Profi
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Tierb ys.
K
ater Socke aus dem Tierheim hat sich zu
einem Frauenheld für zweibeinige und
vierbeinige Damen entwickelt. Er liebt die
Freiheit genauso wie die Schmusestunden im
Haus.
„Mein Name ist Marcellino und auf diesem Bild bin ich
ein zwei Monate alter, richtiger Esel. Mit meinem Frauchen Biene kann ich richtig knuddeln und schmusen.
Meine Menschenmama wird später für mich einen
zweiten Esel adoptieren, damit ich nicht allein bin.“
Mogli hat ein
Frauchen, das
ehrenamtlich im
Tierheim hilft.
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OBMANN DR. GSCHNITZER
Liebe Tierfreunde!
Das Ausbüchsen des Frettchens Rory war für die
Besitzerin ziemlich aufregend. Verzweifelt über
den Verlust ihres Lieblings unternahm sie alles, um
Rory wieder zu bekommen. Endlich kam sie zum
Finder, der das nette Frettchen nicht mehr hergeben wollte. Dieser war sogar mit Rory zur Tierärztin
gegangen, wo man nicht daran dachte, mit einem
Lesegerät einen Chip zu suchen, durch den man
die Besitzerin schon früher hätte finden können.
Alles noch gut gegangen, Rory ist wieder daheim.
I Es kam ins Tierheim …
… eine zauberhafte Oma: Sie hat 50,- Euro gebracht und damit zum Schulanfang ihrem Enkelkind die Mitgliedschaft in unserem Verein
für zehn (!) Jahre geschenkt. Die Urkunde hat
sie selbst gestaltet und nur zur Unterschrift mitgebracht. Womit das Kind auch immer den
Tierschutzkurier erhält.“
Dass Emil ein so tolles Herrchen gefunden
hat, freut uns besonders. Das war nicht immer
so und darum war der besonders große Rüde
auch nicht gerade einfach, denn er hatte
schon einiges mitgemacht. „Emils Misstrauen
zu Menschen war anfangs größer als ich gedacht habe, aber es hat sich gelohnt, viel Zeit
für ihn zu investieren. Er lernt sehr schnell und
hat sein Vertrauen zu Menschen wieder. Er
strahlt inzwischen vor Freude und Zuversicht,
genauso wie sein Herrchen. Besser kann ein
Hundeleben nicht sein“.
Im Tierschutzgesetz gibt
es allgemeine Regeln
zur Bewegungsfreiheit der verschiedenen Tiergattungen.
Darin heißt es:
§ 15 (1) Die Bewegungsfreiheit eines Tieres darf nicht so eingeschränkt sein, dass
dem Tier Schmerzen, Leid oder Schäden zugefügt werden oder es in schwere Angst versetzt
wird.
(2) Das Tier muss über einen Platz verfügen,
der seinen physiologischen und ethologischen
Bedürfnissen angemessen ist.
(3) Die dauernde Anbindehaltung ist verboten.
(4) Rindern sind geeignete Bewegungsmöglichkeiten oder geeigneter Auslauf oder Weidegang an mindestens 90 Tagen im Jahr zu gewähren, soweit dem nicht zwingende rechtliche oder technische Gründe entgegenstehen.
Der Bundesminister für Gesundheit und Frauen
hat im Einvernehmen mit dem Bundesminister
für Land-und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft durch Verordnung festzulegen,
welche Gegebenheiten als zwingende rechtliche oder technische Gründe anzusehen sind.
(5) Hunde dürfen keinesfalls, auch nicht vorübergehend, an der Kette oder in sonst einem
angebundenen Zustand gehalten werden.
(6) Wildtiere dürfen keinesfalls, auch nicht
vorübergehend, angebunden gehalten werden. Unberührt bleibt die Ausbildung von
Greifvögeln im Rahmen der Beizjagd.
Mit diesen Vorschriften steht der Behörde die
Möglichkeit zur Verfügung, alte Unsitten von
veralteten Anhängemethoden wirkungsvoll zu
bekämpfen.
Ihr Dr. Georg Gschnitzer
“
Prinzessin
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„Ich
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Mag. Dr. Doris Renner
Kater Jamie
hat gebeten,
in den Tierschutzkurier
zu kommen.
Wieder ein ausgesetztes
Kätzchen, das von einer
Tierfreundin aufgezogen wurde.
„Bitte nicht stören, schon gar nicht mit einer Kamera!“
Die Besitzer von Sally schreiben: „Dieser Hund
entspricht genau unseren Vorstellungen. Alle
Angaben, die wir von Euch erhielten, waren
richtig und hilfreich, wir waren mit der Beratung sehr zufrieden und würden Sally nie wieder hergeben, auch weil sie so liebevoll mit unserem Sohn umgeht“.
Liebe Tierfreundin,
lieber Tierfreund!
B
Bei keinem anderen Lebewesen empfinden die
Menschen des christlich–
westlichen Kulturkreises so
viel Unbehagen, Angst und
Ekel wie beim Anblick einer Spinne. Die Ursachen dieser Spinnenangst wurden in zahlreichen Tests bereits in den 70er Jahren untersucht, wobei erstaunliche Ergebnisse zutage
getreten sind.
Der Arzt Paracelsus, ein sehr bedeutender,
gläubiger Mediziner des 16. Jahrhunderts, hat
zum Beispiel ernsthaft verbreitet, dass Spinnen
aus dem Menstruationsblut von Frauen entstehen und vom Teufel ausgebrütet werden. Dieses Gift würde auch von Hexen benutzt, um
Männer impotent zu machen. Die Spinne wurde mit dem Tod, der Pest, dem Teufel und bösen Frauen in Verbindung gebracht.
In anderen Kulturkreisen rund um den Erdball
wird die Spinne als gottnahes Lebewesen verehrt, welches den Menschen zu Weisheit und
einem langen Leben verhilft und bei der Erschaffung der Welt half. Die positiven und negativen Spannungen, verursacht durch den Anblick einer Spinne haben aber nicht nur religiöse Wurzeln, sondern sind wahrscheinlich auch
dadurch entstanden, weil die Spinne von unserem Aussehen sehr stark abweicht und dadurch Urängste, aber auch große Ehrfurcht vor
dem Fremdartigen erzeugt. Bei uns werden
Spinnen erschlagen und, was noch weit
schlimmer ist, oft mit dem Staubsauger eingesaugt. Damit haben Spinnen keine Möglichkeit
mehr zu fliehen und müssen jämmerlich in
Staub eingewickelt verhungern. Wir wissen
heute, dass Spinnenangst von den Eltern unbewusst an die Kinder weitergegeben wird und
dadurch auch therapierbar ist.
Die ältesten versteinerten Spinnen sind 400
Millionen Jahre alt und damit um vieles älter als
etwa die Dinosaurier.
Spinnen werden, wann immer es ihnen möglich ist, vor dem Menschen fliehen und ihn
nicht angreifen. Nur sehr selten wird jemand in
unseren Breiten von einer Spinne gebissen,
wenn er in ihren Lebensraum eindringt. Spinnen gehören zum ökologischen Gleichgewicht
auf unserer Erde. Sie tragen nicht zur Schädigung und Zerstörung unseres Klimas bei und
haben das gleiche Recht wie wir, diese Welt zu
bewohnen.
Ihre Doris Renner
Wenn Du einem Hund Gutes tust, wird er dich nicht beißen. Das ist der Unterschied
zwischen Hund und Mensch.
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Ein aufregendes Leben schildert
uns der Kater Baghira
V
on den zehn Kapiteln haben wir nur für
eines (gekürzt) Platz, später kommt mehr:
„Als ich vor etlichen Jahren gemeinsam mit 16
weiteren Jungkatzen aus schlimmen Verhältnissen geborgen wurde, war ich nicht so schön
wie heute. In der Tierarztpraxis wurden wir erst
einmal in ein Waschbecken gesteckt und abgeschrubbt. Aber viel hat das noch nicht geholfen, im neuen Heim hinterließ ich noch viele
schwarze Wuzel auf hellblauem Plüsch. Aber
zum Anfang: Während die meisten Geschwister schon abgeholt waren, wartete ich auf die
Frau, die unbedingt ein schwarzes Katerchen
wollte. Sie war groß, austrainiert, hatte dunkle
Haare und ein seltsames Gestell mit Glasscheiben auf der Nase. Man ließ mich aus dem Käfig
und ich zeigte mich von meiner besten Seite,
indem ich durch den ganzen Raum raste und
auf die Stühle sprang. Ich konnte die Frau überzeugen, musste aber erst auf einen Pflegeplatz,
weil das zukünftige Herrchen beim Umbau des
Hauses war. Am Pflegeplatz waren ein Hund
und ein anderer Kater, das klappte nicht und so
kam ich schneller in meine zukünftige Heimat
als geplant. Mein Frauchen Claudia freute sich,
aber der unfertige Umbau begeisterte weniger.
Es gab nur Schuttberge, meinen Kratzbaum
und eine Liege für Frauchen. Die erste Nacht
verbrachte ich damit, auf Frauchen herumzuturnen, während sie auf dem Notbett schlafen
wollte. Sie hat wirklich nicht viel geschlafen,
aber wir haben uns besser kennengelernt. Das
einzige, was noch zwischen uns stand, waren
die Flöhe. Frauchen meinte, dass sie eigentlich
nur ein Tier wollte. Jetzt hatte sie vorerst tausendundeins: Eine Katze, einen Bandwurm,
dutzende Flöhe und den Rest Milben in den
Ohren“. Ich sehe das anders: Ich bin einfach eine Katze wie aus dem Märchen 1001 Nacht.
Darum bin ich inzwischen der Herr im Haus,
auch wenn es meine Plagegeister nicht mehr
gibt“.
Mit dem Sommer sind Lucky
und Herrchen zufrieden.
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und behüt
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Liebevolle ein“ Baby.
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„Ich war in einem früheren Leben
ein Osterhase!“
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„Wieso is
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Ein Geburtstagsgeschenk mit Folgen
Ein Faible für Fledermäuse
hatte meine Schwester Gusti
bereits als Kind. Was lag da
für ihren Ehemann Robert
näher, als sie zum Geburtstag
zu einem Ausflug der Freunde des Alpenzoos
mit Schwerpunkt Fledermäuse zu überraschen.
Dabei kamen die Gusti und Mag. Anton Vorauer, Fledermausexperte in Tirol, ins Gespräch.
„Ich habe ihn gefragt, ob ich vielleicht auch
einmal eine Fledermaus aufziehen darf“. Die
Antwort folgte unverzüglich. Am 22. Juni
20.30 Uhr brachte der Vater der Tiroler Fledermäuse die eine Woche alte Zwergfledermaus
Alpha zu meiner Schwester nach Rinn. Ab diesem Moment begann im Hause Habermann eine neue Zeitrechnung. Robert und Gusti wechselten sich, da beide im Berufsleben stehen, bei
der Fütterung ab.
„Das war für uns herrlich und überschaubar.
Wirklich Stress haben wir bekommen, als Anton uns am 8. Juli weitere 13 Bartfledermäuse
brachte,“ schildert meine Schwester jene fünf
Tage, während der das
Ehepaar unter akutem
Schlafmangel litt. Gefüttert wurde im Rhythmus
von drei Stunden. Die
jungen Fledermäuse entwickelten sich gut und so
konnten im Laufe der
Zeit einige an Tierfreunde
in der Umgebung zur
Weiterversorgung abgegeben werden. „Unser
Fledermaus-Fütterung
Alpha blieb noch eine
Weile bei uns. In Unserem Wohnzimmer machte er die ersten Flugversuche und erst als diese
wirklich gelungen sind, konnten wir ihn auswildern“.
Burgi Triendl-Schwetz
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Komisch: Die
KaninchenFRAU macht
Männchen.
Ina wurde vor
13 Jahren von
uns an eine
Familie in Igls
vermittelt.
Sie ist kinderund katzenfreundlich
und erfreut
sich einer
robusten Gesundheit. Der
liebenswerte Mischling ist laut Tierarzt die ideale
„Rasse“ für Traumfigur und Fitness.
Aus dem Schulreferat von Barbara K.
„Jeder Einzelne von uns kann etwas zum Tierund Naturschutz beitragen. Auf Möbel aus
exotischen Hölzern und Produkte bedrohter
Wildtiere sollten wir verzichten. Auch das
nächste Heimtier muss nicht unbedingt ein
Exot sein und anstatt Eier aus der Käfighaltung
zu kaufen, sollten wir Freilandeier kaufen. Man
hat dann nicht nur ein besseres Gefühl, dass es
den Hühnern damit gut geht, sondern man bekommt auch ein besseres Frühstücksei.
Achtung! Wir sind nicht der Tiroler Tierschutzverein, sondern der Tierschutzverein für
Tirol. Verwechslungen sind vorprogrammiert,
seit der neue Verein gegründet wurde, obwohl
uns die Vereinsbehörde zugesagt hatte, dass
sie den Namen Tiroler Tierschutzverein nicht
vergeben würde.
Christina aus Saalfelden ist eine große Tierfreundin
und ihr Geburtstagswunsch war ein Besuch im Tierheim
Mentlberg. Die Patentante hat es möglich gemacht und
so kamen die beiden mit dem Zug nach Innsbruck, um
später beeindruckt wieder heim zu fahren.
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Diese kleine Fundkatze kam mit massiven Katzenschnupfen zu einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin.
Sie wurde gesund gepflegt und darf bleiben.
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Muss es immer Weihnachten sein?
K
ann man nicht auch einmal während des Jahres Freude machen?
Noch dazu eine besonders fröhliche mit Hilfe des Buches „Abenteuer Tierschutz, Anekdoten aus der Praxis“ für 14.90 Euro. Ob beim
Krankenbesuch, zur Einladung oder ganz einfach einmal so. Erhältlich
ist das Buch im Tierheim, bei Inge Welzig, bei der Tyrolia und einigen
anderen Buchhandlungen. Und ganz besonders
am 7. Oktober im 19.30 Uhr in Telfs im Möbelhaus Föger
Machen Sie sich einen schönen Abend in Telfs im Möbelhaus Föger am 7. Oktober um
19.30 Uhr. Die Lesung von Inge Welzig gemeinsam mit der
berühmten Sängerin Eva Lind (diesmal nur ihr Hund singend) garantiert einen wirklich heiteren Abend.
In jedem Fall ist es sinnvoll, Plätze bei Föger Wohnen, im Tierheim InnsbruckMentlberg oder bei Welzig zu reservieren. Freiwillige Spenden kommen dem
Tierheim Mentlberg zugute, für die anschließende Verköstigung bedanken
wir uns bei der Firma Föger Wohnen.
Albert Einstein war nicht nur Mathematiker,
sondern auch ein großartiger Denker.
„Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum
und die menschliche Dummheit, aber beim
Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Diese beiden Tierfreundinnen aus Mieming waren etwas enttäuscht, weil sie noch bis zum 16. Lebensjahr
warten müssen, um im Tierheim eine ehrenamtliche
Hilfe sein zu können.
Whoopi lebt bei einem besonderen Tierfreund, der als
Kind den Bau des alten Tierheimes recht stressig erlebt hat. Der Vater Ing. Paul Rosner und Gründer des
alten Tierheimes gab seine ganze Energie und Zeit in
dieses Unterfangen, wobei auch die Kinder fleißig helfen mussten. Der Einsatz des Vaters war zu groß, sodass Ing. Rosner noch vor der Eröffnung zu Grabe getragen wurde. Könnte er heute die Vergrößerung seines frühen Werkes sehen, wäre er sicher sehr stolz.
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E
in neues Schuljahr hat begonnen und damit wieder die Schulbesuche von Claudia Niedrist mit ihrer Jamie. Wie wichtig der
richtige Umgang mit Hunden ist, erleben wir täglich. Es sind
nicht nur die Kinder, denen oft das Gefühl fehlt, wie man Stress
für Mensch und Hund vermeidet. Man muss sich wundern, dass
bei so viel Fehlverhalten nicht mehr passiert.
Eine Familie aus Kufstein schickte uns
folgenden Bericht (gekürzt):
So ein Riesenknochen schmeckt auch noch im bemerkenswerten Alter von 18 Jahren. Jeanny – noch aus dem alten
Tierheim – ist noch immer fit und quietschfidel. Sie lebt in
einem Rudel von vier Hunden, welches verhindert, dass es
dem Frauchen je langweilig wird.
Fer nse
her von oben
„Vor einem Jahr durften wir unseren Buddy bei Ihnen
abholen. Vom ersten Tag an war es für uns, als hätte
er schon immer zu uns gehört. In den ersten Tagen im
neuen Haus war Buddy sehr ruhig und bellte nie. Unser Nachbar spottete schon ein wenig, aber Buddy
belehrte ihn nach kurzer Zeit eines besseren. Da fing
er nämlich an, sein neues Zuhause zu beschützen.
Mittlerweile wacht Buddy aufmerksam über sein
Reich. Mit unseren beiden 15 Jahre alten Katern hat
sich der Hund gut arrangiert. Sie werden zwar vermutlich nie dicke Freunde werden, aber man akzeptiert
sich. Aus der gleichen Wasserschüssel trinken sie
problemlos, denn da sind sie sicher, dass alle das
Gleiche bekommen und nicht vielleicht einer etwas
Besseres. Schlechter geht es mit der Nachbarskatze.
Sitzt diese still, so kann er mit ihr Augenkontakt halten und ebenfalls still sitzen. Aber wehe, sie bewegt
sich. Darum haben wir einen Bambuszaun als Sichtschutz angebracht, über den er nicht springen kann.
Jogger mit Walkingstöcken mag er auch nicht besonders, wir bestechen ihn dann zur Ablenkung mit
Leckerlis aus dem Hosensack. Buddy ist in die Hundeschule gegangen, wo man uns Menschen erzogen hat.
Ein vorbildliches Benehmen zeigte Buddy bei und
nach der Kastration. Seine Tierärztin mag er sehr. Nur
die unkastrierten Rüden sind nicht seine Sache, dagegen wird er bei Hündinnen zum Charmeur. Ein Besuch
bei Oma ist für Buddy ein besonderes Erlebnis. Er
vergräbt dort immer öfter seine Knochen, Schweinsohren oder anderes, das er nicht gleich verspeist hat.
Jedes Stück hat jetzt sein Plätzchen, sogar den Gartenzwerg wollte er eingraben, der konnte aber gerettet werden. Wir alle möchten uns noch einmal bei
Euch bedanken, wir könnten uns ein Leben ohne
Buddy gar nicht mehr vorstellen.
Familie B.“
„Ich stehe heute
nicht auf.“
„Such mich!“
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Wir gedenken
Frau Christine Fruhmann, die uns am
1. August verlassen hat und noch im
letzten Jahr mit ihrer liebenswürdigen
Art ehrenamtlich immer wieder am
Empfang geholfen hat.
Platz ist in dem kleinsten Korb.
„Nein danke, das
Wasser war sogar
uns zu kalt.“
Ein Verlag hatte in ganz Österreich Kinder aufgerufen,
an einem Zeichenwettbewerb im Zusammenhang mit
Tieren teilzunehmen. Die Volksschule Oberlangkampfen hat sich mit allen Kindern beteiligt, was zu einer
Futterspende von 500,- Euro für das Tierheim führte.
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Im Rapoldipark in Innsbruck ging es darum, eine verletzte
Ente zum Tierarzt zu bringen. Ein Dank an die Feuerwehr
für die Hilfe, die wir in solchen Fällen immer wieder bekommen.
Igelfütterung
Hühnertreff in
Stufenreich im Ötztal
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Tierheim aktuell • Tierheim aktuell • Ti
I
n Innsbruck musste wegen Übersiedlung eine
junge Frau ihre Katze abgeben. Dann passierte
etwas, das es in acht Jahren des neuen Hauses
noch nicht gegeben hat: Diese Katze biss in das
Gitter ein Loch, durch welches sie den Kopf gerade durchstecken konnte. Womit sie auch den restlichen Körper nachziehen konnte. Dann geschah
das Unglaubliche: Die Katze ging auf Wanderschaft
zurück zum alten Wohnort. Dazu musste sie die
Bundesstraße, die Bahn, die Autobahn und den Inn
queren. Wie sie die Brücke über den Inn fand und
dann bei den Eltern der Vorbeisitzerin ankam, ist
ihr Geheimnis. Jedenfalls hat sie überzeugen können und darf jetzt trotz einiger Anfangsprobleme
bei den Eltern bleiben.
Tierheim Innsbruck-Mentlberg
Tierheimleiter Florian
N
icht immer wirbelt das Aussetzen so viel Staub
aus wie bei diesen drei Welpen im Wald, die
von Schwammerlsuchern gefunden wurden. Recherchieren ist in unserer Arbeit groß geschrieben.
Glück hat es dazu auch gebraucht, sodass bereits
am Abend feststand, wer hinter dieser Aktion gestanden hat. Die Ehefrau dieses Besitzers der Welpen hat vor etlichen Jahren schon einmal vor dem
Tierheim einen Hund ausgesetzt. Damals wurde
der Collie nur zufällig am Abend von Besuchern
entdeckt, denn das angehängte Tier hatte sich
ängstlich hinter Brennnesseln versteckt. Dass nach
dem Fernsehbericht hunderte Tierfreunde die Welpen haben wollten, führte bei einigen zur Verärgerung, wenn sie keinen bekamen. Aber da wir für
Welpen fast immer Vormerkungen haben, konnte
man sich sofort für Tierfreunde entscheiden, die
uns bereits bekannt waren.
Dass aus Krümel ein liebenswerter
Hund geworden ist, verdankt er einer monatelangen Erziehung im
Tierheim mit anschließender perfekter Vermittlung. Manche Leser
erinnern sich vielleicht an den im
Frühjahr in Innsbruck ausgesetzten
Yorki, der am Abend vorerst einen
Polizisten biss und für den Welzig
eine Nachtschicht einlegen musste. Als er um sechs Uhr früh endlich im Tierheim war, reichte seine
Energie noch dazu, dass bis zum
Abend alle Mitarbeiter gebissen
waren. Es dauerte sehr lang, bis Krümel zu einem normalen Verhalten finden konnte. Darum freut uns das von seiner neuen Besitzerin geschickte Foto ganz besonders.
Auch im
Tierheim
heißt es
„kraul
mich“.
W
enn auch das Aussetzen von Hunden immer
weniger vorkommt, so ist die Zahl bei den
Katzen nicht zurückgegangen. Ob in Schachteln
(z.B. im Wald oder entlang von Spazierwegen), im
Plastiksack oder aus dem fahrenden Auto geworfen – besonders Katzenkinder erleiden ein solches
Schicksal.
N
ach einem Todesfall hatten wir den Hund des
Verstorbenen aufgenommen. Da meldete sich
nach einigen Tagen der Nachbar, er wolle das Tier
haben. Der Grund dafür: „Wir waren immer in den
gleichen Gasthäusern, so würde sich für den Hund
fast nix ändern.“
Claudia Fuchs
12
Verena Volgger
TIERSCHUTZ-KURIER
Vera
Dass die
hübsche Nina
so ein faltiges
Gesicht zeigt,
liegt nur an
ihrer Sorge, ob
Benny wohl
einen tollen
Platz bekommt
Nina K.
Helga
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l • Tierheim aktuell • Tierheim aktuell
Tierheim Reutte
F
erdinanda ist inzwischen als Heimleiterin
unentbehrlich. Wir bitten um Verständnis, dass sie wegen einer anderen Berufstätigkeit nicht immer sofort erreichbar
ist, sie ruft aber zurück, wenn die Nummer am Handy erkennbar ist. Die Öffnungszeiten im Heim sind am Dienstag
von 16 bis 18 Uhr und am Samstag von
15 bis 17 Uhr.
Bonnie
und Clyde
wurden
vom
Tierheim
Reutte
vergeben.
Blacky mit Holzbock.
Der fünf
Jahre alte
Sunny aus
Reutte
findet sein
neues
Zuhause in
Seefeld
richtig
sonnig.
Wurzeliger Aussichtsturm.
Viele Mitglieder erinnern sich an
die verdienstvolle Emmy, die jahrelang das Tierheim in Reutte betreut hat. Als vor einigen Monaten
ein 12 Jahre alter Rottweiler im
Tierheim abgegeben wurde standen die Chancen für eine Weitervermittlung nicht gerade gut. Ferdinanda schaffte es jedoch, Emmy
und ihrem Mann Josef den Rotti
Conan erfolgreich ans Herz zu legen und heute sind alle drei darüber glücklich.
Die Katze Gerlinde in
Wörgl – ursprünglich herrenlos - entpuppte sich
als vorbildliche Mutter.
Sie versorgte zuerst fürsorglich einige verwaiste
Katzenbabys und nahm
später, als sie schon ihre
eigenen Jungen bemuttern und säugen musste,
ohne zu zögern noch zwei
weitere Adoptivkinder in
ihre Obhut. Die Leckerlis
für ihre sozialen Verdienste nahm sie von ihren
Betreuern selbstbewusst
entgegen.
Tierheim Wörgl
Michael und Michaela haben mit ihrem
tollen Einsatz für das
Tierheim in Wörgl
der Heimleiterin Gerlinde den großen
Traum ermöglicht: Im
Sommer für vier Monate als Sennerin auf
eine Alm zu gehen.
Michael hat zum Glück als Mittelschulprofessor lange Ferien und Michaelas tierliebende Töchter fanden das Engagement ihrer Mami toll. Unterstützt von den anderen Ehrenamtlichen ist das Tierheim gut gelaufen, auch wenn die
Helfer jetzt froh sind, wenn Gerlinde wieder da ist. Herzlichen Dank für die vorbildliche Kameradschaftshilfe und
den Geist des Zusammenhaltens im Team.
Im Pfarrhaus in Brixen im Thale wohnt Anka aus dem Tierheim Wörgl mit ihrer zweibeinigen Familie. Die Hündin ist
die beste Spielgefährtin für die
Tochter Laura,
die laut Foto ihrer vierbeinigen
Freundin
anscheinend erklärt, wie Menschen Gymnastik machen.
Nach einem Beinbruch und
anderen schweren Verletzung wurde die Katze Sabine in Kufstein erfolgreich
operiert. Die beiden ehrenamtlichen Helferinnen im
Tierheim Angela und Nicole
übernahmen die Rehabilitation, sodass die Katze an
ein Mitglied der Kufsteiner
Feuerwehr perfekt vermittelt
werden konnte. An dieser
Stelle wieder einmal ein
Dank an alle Feuerwehrleute
für ihre tierischen Einsätze.
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Tierheim aktuell • Tierheim aktuell • Ti
Katzenstation Oberland
W
ie schafft sie das
bloß alles – muss
man sich immer wieder
fragen. Beschäftigt vom
Sozialsprengel, wo sie
sicher genug um die
Ohren hat, hilfreich in
einer Tierarztpraxis und
daheim eine perfekte
Manuela Prantl
Katzenstation mit meist
über 40 Katzen. Zum Glück nur selten sogar 60!
Und das alles ehrenamtlich!
Max und Moritz
aus der Katzenstation Wenns
sind mit ihrem
neuen Zuhause
besonders zufrieden.
M
it dem gleichen Engagement – einst von Manuela „an Land gezogen“ – Annemarie Sarkotnik aus Telfs. Auch ihre Arbeitszeit bleibt unbezahlt und unbezahlbar. Nur die Tierarztkosten trägt
bei beiden unser Verein.
A
n dieser Stelle müssen könnte man noch andere „Katzenheilige“ nennen. Deren Namen
alle zu nennen, ist für diese Tierfreundinnen gefährlich, weil sie längst voll ausgelastet sind und
bei steigender Bekanntheit immer mehr angefordert werden.
Außendienst Caro
Es ist immer schwierig, wenn man jemandem seine Tierversorgung im guten Glauben übergibt und diese dann
nicht klappt. Wie hier, wo die Besitzerin beruflich für einige Monate nach Schottland zum Arbeiten ging und glaubte, dass sie sich auf den Bruder verlassen könnte. In Wirklichkeit war dessen „Versorgung“ bereits Tierquälerei. Wir
haben die durchnässten Tiere mitgenommen, da Gefahr in
Verzug war und die dafür dankbare Besitzerin verständigt.
Damit konnten wir auf die Anzeige verzichten, es kam nur
zur Information der Behörde, um gegen eine etwaige Diebstahlsanzeige vorzubeugen.
14
TIERSCHUTZ-KURIER
Katzenstation Schwaz
F
rau Öfner hat es sich
mit fast 80 Jahren verdient, entlastet zu werden und endlich z. B. auf
Kur zu gehen. Natürlich
ist es nicht leicht, im eigenen Lebenswerk einen
Schritt zurück zu gehen,
besonders wenn man Rikki Öfner mit der neuen
geistig so rege ist wie sie. Heimleiterin Evelyn Strizsik.
An dieser Stelle gebührt dieser engagierten Katzenfreundin ein großer Dank für alles Geleistete
und auch für die noch kommende Hilfe. Als Dr.
Schlatzer sein Haus armen Katzen vererbte, wusste er noch nicht, wie perfekt es später von Familie
Öfner geführt werden würde. Wir wünschen unserer Evelyn den gleichen Erfolg und die gleichen
Nerven, die wir alle in der Tierarbeit brauchen.
Wegen der Auflagen nach dem neuen Tierschutzgesetz darf das Heim derzeit nur als private Katzenstation geführt werden, was wir aber mit Hilfe
eines Quarantäneraumes ändern wollen. Engagierte Hilfe für Katzen gibt es in Tirol immer noch zu
wenig, denn die Probleme werden immer mehr.
Evelyn ist unter der Nummer 0664/8228917 zu
erreichen.
E
in weiterer Dank gebührt an dieser Stelle dem
Verein herrenloser Katzen, der früher über viele
Jahre den Hauptanteil der Finanzierung der Katzenbetreuung in Schwaz übernommen hatte. Der Verein besteht weiterhin außerhalb des Katzenheimes
und widmet sich – wie schon der Name sagt – vor
allem den herrenlosen Katzen. Ein Tätigkeit, für die
es nicht genug Tierfreunde geben kann.
W
ie immer war die wichtigste Aufgabe von
Caro das Kastrieren von herrenlosen oder
verwilderten Katzen. Dazu viele Kontrollen, wobei
sie nicht immer mit Verständnis der Anzeigenden
rechnen kann. Zur Anzeige an die Behörde haben
nur Zustände einen Sinn, die mit dem Gesetz nicht
vereinbar sind. Andere Missstände, die nur uns
Tierfreunden ein
Dorn im Auge
sind, muss Caro
fast immer durch
Gespräche lösen,
wobei sie sehr viel
erreichen kann.
E
s gibt Tiere,
die
drücken
dem Tierheim einen Stempel auf.
So war es immer
mit Asta, die Caro
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l • Tierheim aktuell • Tierheim aktuell
jetzt verlassen hat. Asta war ein ganz besonderer
Hund. Immer freundlich zu andern Hunden und
hilfreich, wenn es um irgendwelche arme Vierbeiner ging. Unzählige Katzenkinder hat sie genauso
betreut wie ängstliche Welpen oder andere Klein-
tiere. Die ganze Familie vermisst dieses wunderbare Wesen. Trotzdem geht der Außendienst für Caro weiter, den sie engagiert erledigt. Immer wieder lässt sie uns mit ihrer Fähigkeit, mit Bauern
großartige Gespräche zu führen, staunen.
Impressionen von einer Hundekontrolle in einer Wohnung mit Hundekot, die mit Hilfe der Polizei für die beiden Hunde
mit einer Übersiedlung ins Tierheim endete.
Und wieder feiern wir den Welttierschutztag …
Weil der 4. Oktober in diesem Jahr ein Sonntag ist, wird es der Tag davor sein, an dem sich Tierfreunde
beim Tierheim Innsbruck-Mentlberg treffen. Wie immer gibt es neben dem Besuch unserer Tiere auch
andere Möglichkeiten, sich zu freuen. Neben Speis und Trank bieten wir eine tolle Tombola, einen
Flohmarkt, Kinderprogramm, eine Lesung und ein Ratespiel. Und vor allem nette Gespräche unter Tierfreunden.
Also vormerken: 3. Oktober, ab 13 Uhr beim Tierheim Mentlberg.
(Neue Geschenke für die Tombola werden gerne noch angenommen)
Wenn das keine
tierliebende Firma ist!
I
N TELFS IST DER FAMILIENBETRIEB DOBLANDER
& PRANTL an der Bundesstraße leicht zu finden. Wir wünschen uns, dass besonders im
November dort viel Arbeit anfällt – z. B. mit
Reifenkauf und Reifenwechsel, mit Pickerl machen oder auch mit zuverlässig ausgeführten
Reparaturen. Wir bekommen nämlich vom gesamten Umsatz des Monates November 5 % für
das Tierheim Mentlberg! Wir wünschen dem
Autohaus Doblander & Prantl ein gutes Geschäft.
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Margret Daghofer
Als Bilanzbuchhalterin bin ich
immer wieder von der sauberen Buchhaltung von Trixi
Eder im Tierheim begeistert.
(Den beiden Kassaprüferinnen Mag. Johanna Rotter und
Karin Hösl ging es bei der kürzlich erfolgten
Prüfung ebenso). So ist es für mich ein Leichtes, die nötigen Unterlagen für das Spendengütesiegel vorzulegen. Die intensive Prüfung
durch Magister Thomas Trenkwalder hinterlässt
bei allen Beteiligten ein Lächeln, wenn es danach das verdiente Lob gibt.
Vielleicht haben Sie in den Medien gelesen,
dass ab 1. Oktober jede Spende an einen Verein über eine Bankeinzahlung ausweispflichtig
ist. Ausnahmen sind möglich, wenn der Verein
bestimmte Auflagen erfüllt und auf die Homepage setzt. Wir haben diese Forderung erfüllt
und damit Spender, die bei einer Bank einzahlen, von der Verpflichtung den Ausweis zu ziehen, befreit.
Kater Jimmy spielt mit allem,
was ihm unterkommt. Besonders aber mit Sohn Eric.
Aileen und Adriana
haben dieses im Tierheim Wörgl abgegebene Spatzenkind „Hatzispatzi“ aufgezogen.
Caesar – fast wie
in der Werbung
Wenn man wegen des Verlustes der
Katzenmama von einer liebevollen
Tierfreundin mit zwei Beinen aufgezogen wird, hat man genug Grund,
zu lachen.
Mozart und Hannes
beim Mittagsschlaf
Die erst 14 Jahre alte Magdalena hat die Ferien dazu benützt, dem Tierheim mit ihrer Tierliebe zu helfen: Der acht Tage alte Pauli wurde genauso zum Aufziehen übernommen wie vier mutterlose Igelbabys. Pauli dürfte wieder einmal
dem mangelnden Zahlenverständnis einer Katze zum Opfer gefallen sein. Immer wieder kommt es vor, dass eine
Tiermutter sich mit ihren Babys gestört fühlt und beschließt, zu übersiedeln. Geht die Zahl über drei hinaus, so kann
es passieren, dass das letzte Baby vergessen wird.
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Durst
Der Kater aus Going
Selbstbewusster
Hund
Weiwi wurde
von den Vorbesitzern zurückgelassen und
hat sich das
neue, liebevolle
Frauchen selbst
gesucht. Die
Wärme vom
Boiler mag sie
besonders.
Gerollter
Kater
Dass unkastrierte Kater streunen und unfallgefährdet sind, liegt auf der Hand. In Going wurde ein Kater angefahren und kam zu einem
Tierarzt in Kufstein. Er musste bereits einige
Tage mit der großen, offenen Wunde unterwegs gewesen sein, da sich bereits jede Menge Maden angesiedelt hatten. Die Wunde
wurde gesäubert und genäht und da der Kater
bereits in Narkose lag, wurde er auch gleich
kastriert. Nach einigen Tagen meldete sicher
ein Bauer als Besitzer und tobte wegen der erfolgten Kastration. Er wollte sich auf die gesetzliche Ausnahme der Kastrationspflicht für
Bauern ausreden. Diese Ausnahme gilt aber
laut Stellungnahme aus dem Bundesministerium für Gesundheit nur für wilde Streunerkatzen, jedoch nicht für die Katzen im bäuerlichen
Wohnbereich.
„Mama komm, ich bin jetzt sauber!“
„Ich weiß, dass
ich schön bin.“
Eine ganze Woche lang war Kater Tommy abgängig. Sein
Bruder Mickey trauerte genauso wie die ganze Menschenfamilie in Hall. Während vom Tierheim alles unternommen
wurde, Tommy zu finden, stellte sich der Kater einfach
ganz von selbst bei seiner alten Familie wieder ein.
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Lena liebt die
Besuche bei
ihrer Tante mit
den zehn
Katzen.
Sechs Wochen alt war Ares, als seine restliche Familie
auf der Insel Samos erschossen wurde. Er kam mit einem Streifschuss am Kopf davon. So fand ihn eine Familie aus Rum, die noch ein wenig Jause dabei hatte.
Dann ging es in der Tasche mit dem Motorrad zum Hotel. Der Tierarzt bestätigte die Gesundheit und so durfte
Ares mit nach Tirol, wo er seit zwei Jahren glücklich ist.
tzt
pelt bese
p
o
d
r
e
Heimtrain
„Ich bin so schön, darum habe ich mir meine zweibeinigen Diener entsprechend erzogen.“
„Hat jemand etwas gegen
meinen Sitzplatz?“
„Hoffentlich werden die zwei noch
größer!“
Der beste Freund
Timmy weiß, dass er kein gewöhnlicher Kater ist.
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I Tierliebe kann auch egoistisch sein
N
In bewegenden Zeilen schilderte uns eine Frau, wie
schwer ihr die Übersiedlung von einem Bauernhof in
der Steiermark in die Stadt Innsbruck gefallen ist.
Trotzdem ist sie dankbar für jedes Tier wie für diesen
Schäferhund aus alten Zeiten und wird ihre Tierliebe
nie verlieren.
ämlich dann, wenn man gegen den Willen
eines Tierhalters dessen Vierbeiner regelmäßig füttert. Oft aus Mitleid, weil man schlanke Tiere für unterernährt hält. Auf die Idee,
dem Tier dabei schaden zu können, kommt
man nicht. War es früher selbstverständlich, Essensreste zu verfüttern, so weiß man heute
längst, dass durch das vorhandene Salz die Lebensdauer verkürzt werden kann. Dazu kommt
die Gefahr von Ekzemen oder Verdauungsstörungen. In jedem Fall muss man die Einwilligung des Besitzers von Hund oder Katze einholen, damit dieser sein Futter abstimmen
kann. Anders liegt die Sache bei herrenlosen
Katzen oder solchen, wo keine Versorgung gegeben ist. Dort sind Futterstellen ein Beweis
von Tierliebe.
M
ummi und Lala
haben ein Riesenglück mit ihrem neuen
Heim gehabt. Sie haben
sich ein Revier erkämpft,
das ihnen für Frauchen
ein tägliches Geschenk
in Form einer Maus ermöglicht. In den Garten
kommen auch Igel und
Rehe, aber geschmust
wird nur mit den beiden
Miezen.
Sedan, Bella und
Jacky haben uns
geschrieben, weil
sie in die Zeitung
wollen. Die drei
sind
zusammen
glücklich, weil das
pensionierte Herrchen so viel Zeit
hat und bei der
vielen Bewegung selbst profitiert hat: Die hohen Zuckerwerte sind herunter gekommen.
Niki hat ein
Frauchen, das bei
Waschmaschinen
und Trocknern
besonders
aufpasst, dass die
Katze davor
aussteigt.
Dali aus
dem Tierheim will
ganz groß
werden.
„Hallo, Ihr Freunde aus dem Tierheim! Im März 1996 (!) hat mich
mein Herrl bei Euch mit sechs Monaten abgeholt. Wie Ihr seht, geht
es mir super. Wir gehen viel fischen
und ich erforsche die Umgebung,
wenn mein Herrl seine Fische beobachtet. Wenn ich dann genug rumgerannt bin, lege ich mich in seinen
Stuhl und warte bis ein Fisch anbeißt. Ich bin seit dem Tag, an dem
mein Herrl Siegfried mich bei Euch
geholt hat, nicht einmal krank gewesen. Außer mal einen kleinen
Schnupfen. Habe da aber immer eine gute Pflege. Ich bedanke mich
bei Euch.“
Mutterlos, aber mit Ersatzvater
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Beatrix Eder
E
in herzliches Dankeschön an jene Tierfreunde, die uns ihre Adressenänderung mitteilen. Weniger angenehm sind völlig
unleserliche Anschriften von
Spendern, denn jeder einzelne Betrag muss gebucht
werden. Da geht manchmal relativ viel Zeit mit
dem Entziffern und Raten verloren. Dazu kommen noch einige kleine Daueraufträge, von denen wir überhaupt keine Adresse haben und
deren Anschrift wir auch nicht über die Telefonauskunft bekommen haben.
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ist ein Rie
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eines
ser Beine arten.
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zu erw
Anges
„Wieso ist
der Bauch
von meinem
Frauchen
bloß so dick
geworden?“
Lucy und Lea frisch verliebt
„Gib mir mein
Holz zurück!“
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Ein stolzer B
antam-Hahn
Im Seniorenheim in Wattens gibt es eine eigene Katze,
die an Streicheleinheiten keinesfalls zu kurz kommt.
20
TIERSCHUTZ-KURIER
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Moder ne Fotoku
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„Wo bleibt
mein Löwenzahn?“
Frech und süß
Lara ist erst neun Jahre alt und bereits herzkrank. Sie
wird von ihrer Besitzerin, die früher eine Landwirtschaft hatte, sehr geliebt, weshalb diese hofft, mit Hilfe von Tabletten ihre Hündin noch viele Jahre behalten
zu können. Auch wenn die Rente klein ist, so lohnt
sich für diese Tierfreundin jede Ausgabe im Vergleich
zur Freude, die so ein Tier geben kann.
I Ungewollter Vogelkäfig
E
s war ein Anruf einer Ärztin vor wenigen Tagen, die durch ihre Situation in der Ordination wegen einer Amsel keine Chance gehabt
hätte, sich zu konzentrieren. Immer wieder flog
dieser verzweifelte Vogel von innen gegen die
riesigen Scheiben. Wer glaubt so einen Vogel
mit einem Netz fangen zu können, war noch
nie in einer solchen Situation. Nur ungern denke ich daran, als sich zwei Amseln in die Glaskuppel vom ORF-Landesstudio verirrt hatten.
Mit Leintüchern und einer Konstruktion wie ein
riesiges Schmetterlingsnetz hoffte ich, die beiden Vögel fangen zu können. Am zweiten Tag
des Misserfolges hatte ich eine rettende Idee.
Einen Stock tiefer konnte man das Fenster öffnen. In das Fensterbrett stellte ich einen mitgebrachten Käfig mit zwei Wellensittichen. Die
Amseln flogen nach einiger Zeit zu ihren Artgenossen und bemerkten dadurch das offene
Fenster, um glücklich davonzufliegen.
Will man einen Vogel in einem Raum befreien,
in dem kein Fenster zu öffnen ist, so müsste
man die Glasflächen entweder mit Tüchern verhängen oder mit Papier abkleben. Gibt man
dann bei Dämmerung eine Lichtquelle in die
offene Türe, so findet der Vogel seinen rettenden Ausgang. Im erwähnten Fall der Ordination konnte in einer Ecke ein Tuch übergeworfen
werden und der Vogel der Freiheit übergeben
werden.
Dieser nette Rüde aus dem Tierheim sitzt in einem Karton
der Spar AG. Da kann er ruhig Reklame machen, denn ab
sofort kann man in den meisten Geschäften dieses Unternehmens Futter für unsere Tierheime spenden. Wer bei
den Regalen für Tierfutter vorbeikommt, kann ein bisschen
mehr kaufen und das dann nach dem Bezahlen in die dafür
vorgesehene Box beim Eingang werfen. Im Lager wird das gespendete Futter gesammelt und von uns abgeholt.
Max denkt gerne
ans
Tierheim
zurück, findet es
aber bei seiner
Familie
viiiiel
schöner. Besonders interessant
ist es bei den
Eltern vom Frauchen, weil die so
viele
Leckerlis
haben, was aber
von Frauchen gebremst wird. Geschimpft wurde Max, als
er einmal über einen Zaun sprang, um sich an Schlachtabfällen zu vergnügen. Die Einfangversuche dauerten fast eine Stunde, weil Max immer wieder seine Beute retten
wollte. Am meisten austoben kann sich Max auf den Spaziergängen mit sechs weiteren Hundebesitzern. Das ergibt
siebenfachen Spaß. Als die Hundeschule begann, war das
Glück vollkommen, weil auch die vierbeinige Freundin
Flora mit dabei war. Zum Schwammerlsuchen darf Max mit
der Flexileine mit. Weil er dann immer in die andere Richtung läuft als Frauchen, landete er einmal in einem Ameisenhaufen und weiß jetzt, dass es sich darin nicht so gut
sitzen lässt. Man lernt nie aus.
Katzenleiter
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Hundealter
W
ie alt ein Hund wirklich wird, ist natürlich
nicht vorhersehbar. Trotzdem gibt es
Rassen, die deutlich älter werden als andere.
Wobei besonders bei den kleineren die Lebenserwartung höher ist. Der älteste dokumentierte Hund erreichte 34 Jahre, dahinter gibt es eine Pause von fünf Jahren, wobei natürlich auch
29 Jahre Wegbegleitung durch einen Vierbeiner die Ausnahme sind. Das geringste Alter
erreichen bei den Rassehunden die Doggen
mit nur sieben bis acht Jahren. Es folgen die
Bernhardiner, Boxer und Neufundländer. Bereits deutlich älter, nämlich durchschnittlich
zwölf Jahre, werden Dalmatiner, Sennenhunde
und Schäfer. Besitzer von Möpsen und Spitzen
können genau wie jene von kleineren Mischlingen auf eine längere Zukunft mit ihrem Vierbeiner hoffen. Mir selbst sind in Tirol mehrere
Hunde mit einem Alter von 20 Jahren untergekommen.
Was dem Pächter der Taschachalpe am Mittagskogel im
Pitztal passiert ist, kann für einen Tierbesitzer nur ein
schwerer Schock sein. Durch Stiche in den Hals waren
neun Schafe getötet worden, wobei sämtliche Tiere trächtig waren. In jedem Fall muss es sich um ortskundige,
fachlich informierte Täter handeln. Wenn Rache- oder
Neidgelüste so weit gehen, dass unschuldige Tiere die Opfer sind, dann muss man sich für die Täter, die vermutlich
Züchter sind, besonders schämen.
Elli – ausgesetzt am
Locherboden, aber
gefunden.
Das war wirklich ein verlockendes Angebot:
I
werden.
ätschelt zu
rh
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ß
Falco genie
Mittagspause
Vollgenommener
Schnabel
22
TIERSCHUTZ-KURIER
n einem kleine Inserat mit angeblichem Kontakt in Landeck wurde der Link zu entzückenden Fotos von Chihuahua-Hundebabys
gegeben. Zauberhaft und herzerweichend
schauten die Kleinen in die Kamera und sollten
für 200,- Euro ins Haus geliefert werden. Auch
eine Familie aus Landeck wurde schwach und
wollte bestellen. Bei der Aussage, dass die
Tiere aus Kamerun kämen, war das Mitleid mit
dem Welpen am Transport größer als der
Wunsch nach dem Hundekind und der Kauf
wurde gestrichen. Ich wollte über diesen Hundehandel mehr wissen. Bei der angegebenen
Telefonnummer landete ich tatsächlich in Kamerun und musste schnell mein Englisch aktivieren. Der sehr freundliche Herr erklärte, dass
die Hündchen nach sieben Stunden betreutem
Flug sofort nach Ankunft in Wien ins Haus gebracht würden. Von den EU-Zulassungspapieren über ein Gesundheits-Garantie-Zertifikat
sollte alles stimmen. Verantwortungsbewusst
wurde nach der Erfahrung gefragt, ob man
verheiratet sei und ob man Kinder und Garten
habe. Der Versuch, vertrauensvoll zu wirken,
war bemerkenswert. Zum Glück war ich imstande, auch noch einige andere Informationen zu erhalten. Und die besagen ganz einfach
einen gewaltigen Betrug. Man zahlt den günstigen Preis für das Hündchen im Voraus und
hört dann man nie wieder etwas. Das Geld ist
verloren, aber wenigstens muss sich niemand
Gedanken machen, wie es den Welpen auf
solchen Transporten geht.
Tierschutzkurier 5-09:Tierschutzkurier 1/07
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Unter den Hunden gibt es die Angeber genauso wie
jene, die dieses Imponiergehabe des anderen problemlos hinnehmen. Wenn sich zwei Rüden, die beide
Chef sein wollen, zum ersten Mal treffen, so umkreisen und beschnuppern sie sich. Dabei haben sie
ziemlich steife Beine und tragen die Ruten ein wenig
hoch. Für Hundebesitzer ist es dann am besten, einfach weiterzugehen, damit ihr Hund das Interesse am
anderen Vierbeiner verliert. Die Angeberei des Hundes
zeigt sich auch durch Markieren. Der Rüde entleert die
Blase nicht auf einmal, sondern hebt überall für einige
Tropfen das Bein. Damit später vorbeikommende Hunde wissen, welch großartige, vierbeinige Persönlichkeit hier vorbeigekommen ist. Rücksicht auf Hausbesitzer sollte dabei selbstverständlich sein.
Leo hat einen
wunderbaren,
vierbeinigen
Spielkameraden.
„Hallo! Ich möchte vom Leben meiner beiden
supersüßen Ratten erzählen:
Als sie bei mir einzogen waren beide sehr aufeinander bezogen, der graue etwas schüchterner. Mit der
Zeit wurden beide sehr anhänglich. Am Abend vor
dem Füttern waren sie immer sehr fröhlich, sie
sprangen in ihrem Käfig herum, sodass man ab und
zu dachte, er würde nun in 100 Teile zerspringen!
Sobald das Futter im Käfig war, war es mucksrättchen still. Nachdem beide zutraulich waren und
auch zu meiner Hand kamen, bot ich ihnen mein
Bad als Auslauf an. Sie genossen es immer sehr. Sie
konnten oft tagelang in meinem Bad herumspringen. Ihre Lieblingsbeschäftigung war es, zu kuscheln und sich Handtücher zu schnappen und im
Waschbecken ein super bequemes Bett zu machen.
Sergio wurde irgendwann so zutraulich, dass er
wenn ich saß, meine Beine hinaufkletterte und es
sich auf meinem Schoß bequem machte. Aber sobald sein Bruder ihn vermisste und laut nach ihm
schrie, war er schnell wie der Blitz wieder bei ihm.
Sie waren weiterhin unzertrennlich und das war so
schön anzusehen und auch schön dass diese Tiere
so einen Zusammenhalt haben. Ich danke euch für
die zwei wunderbaren Tiere. Sie haben mir viel
Freude bereitet.“
Die kleine Sissy, die mit acht
Katzen zusammen lebt, schreibt:
„Frauchen sagt, ich sei eine
Kampfschmuserin und Knuddelkugel. Sie liebt mich über alles.
Auch mein Herrchen ist hin und
weg über meinen Charme. Wenn
meine Kauknochen wieder mal
nicht zu finden sind, schwingt
sich Herrchen auf seine Vespa
und fährt für mich einkaufen!
Liebe Mopsküsschen – Eure Sissy!“
13:13 Uhr
Seite 23
Ansteigende Verrohung
Jeder noch nicht völlig verrohte Mensch wurde
vom Bericht der durch Jugendliche gequälten
Katze im Zillertal erschüttert. Nicht nur Tierfreunde haben bei uns ihr Herz ausgeschüttet,
egal ob per Telefon, per Brief oder per E-Mail.
Hätte man das Kätzchen mit den vergossenen
Tränen lebendig machen können, so würde es
heute fröhlich herumspringen. Es hat nur einen
Tag lang gedauert, bis uns die Mitteilung einer
Frau aus Langkampfen erreichte. Sie musste
die toten Körper von zwei kleinen Kätzchen sehen, die in einem Plastiksack an einer mit Betonwänden eingefassten Schnellstraße aus einem Auto geworfen worden waren. Es müssen
an Menschen gewöhnte Kätzchen gewesen
sein, sonst hätten sie sich nicht fangen lassen,
um in einen Sack gesteckt zu werden. Vor dem
Tierheim mussten vor einigen Jahren fünf kleine Katzen jämmerlich sterben, weil sie in der
brütenden Sonne in einem schwarzen Sack abgelegt worden waren. Da genügen zwanzig
Minuten, um das schwarze Plastik tödlich aufzuheizen. Tierquälerei durch grenzenlose Hirnlosigkeit – es ist ja „nur“ ein Tier. Wir leben nun
einmal in einer Zeit des Ansteigens von Gewalt
und müssen froh sein, dass wir nicht alles wissen, was hinter verschlossener Türe passiert.
Umso mehr müssen wir in der Erziehung die
Fähigkeit zum Mitleid mit den Schwächeren
fördern. In der Familie, im Kindergarten und in
der Schule – unsere Gesellschaft ist zum Engagement aufgerufen.
Edel und vornehm –
zumindest die Haltung.
Impressum:
Tierschutzverein für Tirol 1881, Tierheim 6020 Innsbruck-Mentlberg,
Völser Straße 55, Tel. 0 51 2 / 58 14 51, Fax 0 51 2 / 58 14 51-9
ZVR Nr.: 652923670
Büro: Montag – Freitag, 8.00 – 11.00, 14.00 – 17.00 Uhr
Tierheim: Montag bis Samstag, 14.00 – 17.00 Uhr.
Geschäftsführung und Redaktion: Inge Welzig.
Ehrenpräsidenten: Kammerschauspieler Helmuth Wlasak,
Rechtsanwalt Dr. Klaus Eberherr und Intendantin Brigitte Fassbaender.
Tierheim Wörgl: Tel. 0 66 4 / 849 53 51
Tierheim Reutte: Tel. 0 66 4 / 455 67 89
www.tierschutzverein-tirol.at
Tiroler Sparkasse Kto.-Nr. 0000-025189, BLZ 20503
Raiffeisen-Landesbank Kto.-Nr. 586222, BLZ 36000
TIERSCHUTZ-KURIER
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Tierschutzkurier 5-09:Tierschutzkurier 1/07
16.09.2009
13:13 Uhr
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16 Beine einer fröhlichen Tierfamilie
in Mieders auf einem Sofa.
B
E
ravo! Im Bezirk Mödling schlug ein Yorki bei
einem Banküberfall den Räuber in die Flucht!
mpörung bei Tierfreunden löst der Gag eines
Innsbrucker Lokales aus, dass sich unter der
Glasplatte eines Tisches ein flaches Aquarium befindet. Fische können nicht schreien und darum
wird ihr Stress meist nicht beachtet.
N
ormalerweise schätzen wir die Arbeit von
Tierärzten sehr, welche oft genug nicht einmal
von den Tierbesitzern honoriert wird. Ein Fall lässt
uns allerdings nur den Kopf schütteln: Eine tierliebende Familie fand eine am Schwanz verletzte Katze und brachte sie zum Tierarzt. Der meinte, dass
er gleich operieren wolle, obwohl er wusste, dass
er gleich anschließend die Ordination verlassen
würde. Die Katze wurde noch in Narkose über die
Autobahn ins Tierheim geschickt, jedoch ohne die
Anweisung, dem Tier Antibiotika zu geben, was
unbedingt nötig gewesen wäre. Die Mitarbeiter im
Tierheim konnten nicht wissen, dass unter der Narbe an der Schwanzwurzel ein Eiterherd saß. Nach
wenigen Tagen war es zu spät, die Katze musste
eingeschläfert werden. Dabei wäre es für den Tierarzt kein Problem gewesen, bei seinem Zeitmangel die Leute mit der Katze in eine andere Tierarztordination zu schicken, die nur fünf Minuten weit
weg gewesen wäre.
E
ine Frau meldete sich bei uns und meinte, dass
ihr Kater jetzt eine kranke Bauchspeicheldrüse
habe, weil sie ihre Teppiche mit Insektenvernichter
eingesprüht hat. Sie empfiehlt daher besondere
Vorsicht bei chemischen Artikeln.
G
rausam musste ein Hund im Wipptal an einer
Vergiftung mit Glykol sterben. Ein Garagenbesitzer, der viel im Ausland ist, wollte damit Marder
vergiften und hatte das offene Glas mit der Flüssigkeit so aufgestellt, dass sogar Kinder dazu kommen hätten können.
E
in Ehepaar aus Mieming hat uns seine Eindrücke von der Übersiedlung nach Zypern geschickt, wobei zwei Katzen im Flugzeug mitgenommen wurden, was die Mitreisenden zu viel
Lob für die braven Tiere veranlasste. Kaum in Kreta
in ein Haus eingezogen, gab es bereits Zuwachs.
Der zugelaufene schwarz-weiße Kater erhielt den
Namen James Bond und ist als heißer Verehrer der
Elli aus Tirol willkommen, denn schließlich ist diese
ja kastriert.
D
ass es Hundefeinde gibt, ist leider manchmal
die Schuld der Hundebesitzer. Wer keine Rücksicht auf die Angst anderer Menschen nimmt und
wem eine Verschmutzung durch Hundekot egal
ist, trägt zur traurigen Abneigung gegen unsere
Hunde bei.
Streckübung
Königliche Hoheit
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TIERSCHUTZ-KURIER