Leitfrage: Welche Werke können unter welchen Aspekten sinnvoll

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Leitfrage: Welche Werke können unter welchen Aspekten sinnvoll
Aspekte
Männerfiguren
Büchner „Dantons Tod“
Frisch „Homo faber“
Stamm „Agnes“
Danton:
- Figur wirkt modern: äußerst facettenreich und
widersprüchlich, zweifelnd und reflektierend
- ermüdet, seine Haltung ist passiv und skeptisch
 kein Elan des Revolutionsführers
- zögerliches Handeln
 Todesahnung schon am Anfang des Dramas
- glaubt nicht mehr an Sinn politischen Handelns
- Septembermorde belasten sein Gewissen
 Grausamkeit der Revolution
- hin und hergerissen zwischen Genusssucht und
Verzweiflung, sucht er Hoffnung im Tod
(Todessehnsucht)
 Genussmensch, meist private Person mit dem
entsprechenden Problemen
- schätzt Liebe, Genuss und Luxus, lasterhaft
- für Politik der Mäßigung
 widerlegt im Kerker Gleichgültigkeit gegenüber
dem Leben
- ausdrucksstark, überzeugend, bewegt mit seiner
Rhetorik die Volksmassen
- energisch, arrogant, ironisch
 Verteidigung im Revolutionstribunal
- Skeptizismus < Fatalismus
- beginnt im Gefängnis für sein Leben zu kämpfen
Walter Faber:
- „Homo faber“ lat., der schaffende, die Welt zu seinem
Nutzen gestaltende Mensch
- Ingenieur 
 Techniker „der die Dinge sieht wie sie sind“
 verschließt sich vor Neuem, Erkenntnis, Gefühlen
- Klares, klischeehaftes Bild von Männer und Frauen 
 Bildnisproblematik
- Sieht sich selbst als typischen, intelligenten Mann
- versucht Leben und Natur zu berechnen 
 Glaubt nicht an Fügung und Schicksaal
- Technik bestimmt sein Leben
 rationales Weltbild
- verdrängt Altern und Tod als natürlichen Teil des Lebens
- an jeglicher Bindung zu Menschen uninteressiert
- einseitiger Charakter
- Macht eine Entwicklung am Ende des Romans durch 
 Lernt Gefühle zuzulassen
- prägt als Erzähler die Wahrnehmung des Lesers
daher kritisch lesen
Ich- Erzähler:
- kein Name der männlichen Hauptperson 
 Wirkung auf den Leser distanziert, Identität bleibt
verborgen
- arbeitet an einem Sachbuch über Luxuseisenbahnen 
sachlich rational wie sein Weltbild
- kann keine echte Beziehung führen
- lebt alleine, keine Freunde Einsamkeit
- kann aber Beziehung als Rolle in seinem Leben integrieren 
 Fiktive Geschichte, durch die er die Beziehung
kontrollieren kann, erlaubt ihm nicht sachliches Schreiben
- die fiktive Geschichte ist für den Ich- Erzähler Freiheit
- auf Unerwartete nicht geplante Ereignisse reagiert er kalt,
abweisend, unkontrolliert
 Vaterrolle war nicht geplant 
 Todesahnung
- betrügt Agnes
- macht keine wirkliche Entwicklung im Roman
Robespierre:
- radikal, duldet keine abweichende Meinung
- geschicktes Agitieren bei öffentlichen Auftritten vor
großem Publikum
- „Anwalt der Armen“
- glaubt an ein Ziel der Revolution 
zielstrebiges Handeln
- Terreur-Politik
 „die Tugend muss durch den Schrecken
herrschen“
- durch seine fanatischen starren Überzeugungen
wird er zu Demagogie und Inhumanität verleitet 
 Folge: Volksverführung
- (I/6) Danton zweifelt an seinen Überzeugungen
 Tugendideal 
 fürchtet Dantons Stärken
 aktive Haltung
- alle Feine der Revolution sollen liquidiert werden
 Ahnung des eigenen Endes angedeutet
- Anmaßung „Blutmessias“ – Deformation durch
Macht
Sind Gegenspieler (konträr gezeichnete
Antagonisten), erleben keine Entwicklung im Drama,
frühere Freunde werden zu Feinden
Frauenfiguren
Lucile:
- liebende Frau von Camille
- sorgt sich um ihren Mann  weich, herzlich,
gefühlvoll, poetisch, ehrlich und offen 
 erkennbar in den Volksliedern, die sie singt
- stärkt ihren Mann durch ihre einfach aber
grundehrliche Liebe
- wird von Gefühlen geleitet
- Sprechen ist für Lucile der unmittelbare Ausdruck
der Seele
- die Tatsache, dass Camille dem Tode geweiht ist,
macht sie verrückt, um Schmerz besser ertragen zu
können, um einer „verrückten“ Welt zu entfliehen
Julie:
- Frau von Danton
- traditionell, klassisch, gefasst, stark, ausgeglichen,
eher zurückhaltend
 bildet Kontrast zur Revolution
- Selbstmord durch Gift
 Hingabe an ihren geliebten Mann
Hanna: selbstständig (zieht ihr Kind alleine groß),
kunstinteressiert
Sabeth: jung und naiv, schaut z.T. zu Faber auf (hört ihm
interessiert zu, wenn er über Technik referiert),
kunstinteressiert (Faber ist ihr in diesem Bereich unterlegen,
verunsichert ihn)
Sabeth erscheint Faber dadurch auch fremd und
Agnes: passiv, introvertiert, unscheinbar (bleich, schlank,
ungewöhnlicher Blick), Naturwissenschaftlerin, belesen,
musikalisch, kunstbegeistert (interpretiert Bilder in
Kunstausstellung, Glück malt man mit Punkten…),
rational und emotional, sensibel
lebt allein, hat kaum Kontakte, häufig krank
Durch Gegensätze charakterisiert:
Einerseits rational und distanziert, andererseits emotional,
sensibel, verletzlich
andere Frauen)
Ivy als Stereotyp aller Frauen: unselbständig, emotional,
Mannequin (schön, naiv), verheiratet, kämpft aber trotzdem
hartnäckig mit allen Strategien um eine Heirat mit Faber
(Fürsorge, Anschuldigungen, ignoriert das
Beziehungsende), weiß was sie will
Louise: unabhängig (Single), weltgewandt, kann sich verbal
gut artikulieren
kämpft auch aktiv, mit allen Mitteln, um eine Beziehung zum
Ich-Erzähler (Fürsorge, Vorwürfe, Zukunftsvisionen,
Aggressionen), weiß, was sie will
Vertreterinnen der Menschlichkeit, bedeutender
Einfluss auf die Atmosphäre im Drama, Gegenpol
zum Politischen, Leben ist auf eine einzige Liebe
gerichtet, stehen für Klage, Liebe, Treue
Marion (Grisette):
- erzählt Danton ihre Lebensgeschichte
lebt ihrer Natur gemäß  epikureische
Lebenseinstellung  gelebte Philosophie
Paarbeziehungen
Julie ♥ Danton:
- verheiratet
- Julie gibt Danton Kraft
- stellt für Danton Sicherheit dar 
 er ist immer ernsthaft, wenn Danton an sie denkt
- privater Gegenpol zur Öffentlichkeit der Revolution
- schläft bei Grisetten, Parallelbeziehung zu Marion 
 dennoch sehr stark an Julie gebunden
- Beziehung bringt Ruhe, Liebe und Kraft in die kalte
Atmosphäre des Dramas
Lucile ♥ Camille:
- verheiratet
- intensive und absolute Liebe
 Klage treibt Lucile noch vor Camilles Tod in den
Wahnsinn
- beide sind sich treu  Hingabe für ihre Beziehung
Sexualität
- Danton und seine Freunde leben nach dem Stil des
Epikureismus 
Lebensgenuss, Sinnlichkeit und Ausschweifung 
 Vergnügungssucht Dantons angedeutet (I/ 4)
Faber kann keine Gefühle gegenüber seinen Mitmenschen
entwickeln, bezeichnet Gefühle als
,,Ermüdungserscheinung“ (S.92)
an Austausch mit anderen Menschen nicht interessiert ,,Ich
schätze das Schach, weil man Stunden lang nichts zu reden
braucht“ (S.23)
daran scheitern alle seine Beziehungen
Verändert sich ansatzweise durch Sabeth, lernt Gefühle zu
zeigen und sich für seine Mitmenschen zu interessieren
Faber kann kein Anlehnungsbedürfnis ertragen
hat schlechte Erfahrung beim erstem sexuellen Kontakt
gehabt, es waren keine Gefühle dabei und er bezeichnet es
im Nachhinein als ,,absurd“(S.107)
Der Ich-Erzähler pflegt keine soziale Kontakte
zieht eine Beziehung auf Distanz vor
hat sich mit dem Alleinsein abgefunden (S.15)
enge Beziehungen empfindet der Ich-Erzähler als bedrohlich
(S.110)
es gelingt ihm nicht, eine liebevolle Beziehung zu einem
Menschen zu gestalten
Für Agnes ist die Urbanität (Verstädterung) eine Bedrohung
der Intimität/Individualität.
Der Ich-Erzähler ist Agnes erster Sexualpartner, sie geht
damit jedoch sehr locker und souverän um.
Schwangerschaft als Wendepunkt (Trennung).
Asymmetrie der Beziehung
Natur macht Abscheu von Sexualität deutlich ,,Tümpel im
Morgenrot wie Tümpel von schmutzigen Blut, Monatsblut“
(S.68) – Verdrängung des Natürlichen
Sexueller Kontakt geht laut Faber von der Frau aus
bedeutet für ihn Kontrollverlust (Opfer von Ivys Verführung)
Sexualität dient ihm zur Triebbefriedigung
Sabeth ändert Sichtweise Fabers
Ich-Erzähler bindet sich eher an das Projekt „Geschichte“ als
an Agnes als Persönlichkeit, konstruiert so eine eigene Welt,
isoliert sich von der Außenwelt und der Realität, reduziert
Agnes auf das Rollenbild seiner Geschichte
Verdrängung durch Leerstellen (Erzählung wird ausgespart)
Kontrollverlust durch sexuelle Anziehungskraft
Agnes Ausbruchsversuche enden mit ihrem Tod
- weibliche Bevölkerung prostituiert sich, um zu
überleben
- Marion: Verkörperung des Epikureismus und das
Prinzip reiner Erotik
- Sexualität wird ausgelebt
 Syphilis als Kritik an der Gesellschaft
(Quecksilber-Chiffre: III/1)
- Robespierre im Gegensatz „Tugendprediger“ 
 „der bei keinem Weibe geschlafen“
- Atmosphäre von Unzucht und Sexualität unterstützt
durch zotige Vulgarismen
Liebe und Ehe,
Verhältnis der
Geschlechter
Bedeutung von
Rollen
- Trotz Grisetten liebt Julie Danton als Ehemann
- Epikureisches Lebensgefühl
- Trost und Hingabe  Selbstmord Lucille´s und
Julie´s
- Danton spielt viele Rollen: Politiker, Epikureer,
Nihilist, schuldiges Individuum
Versuch sich dem Revolutionsgeschehen zu
entziehen  der polit. Rolle zu entfliehen
Passivität
- Theatermetapher: Revolution als Theater im
öffentlichen Raum (Beispiel Hinrichtungsspektakel)
- Marionettenmetapher: nicht selbständig handelnde
Figuren in einem Spiel (Politik / Leben)
- Danton spielt beim Revolutionstribunal den Held
der Septembermorde, während ihn die Morde bzw.
die Schuld an den Morden immer noch belastet und
er diese nicht verarbeiten/verdrängen kann
- Robespierres unnatürliche Lebenseinstellung
(„Moralphysiognomie“, I/6), Hybris des Vergleichs
mit Propheten
Bildnisproblematik
- dogmatische Festschreibung von Idealbildern als
Machtinstrument, Abweichungen sind tötlich
- Volk: Bild von Danton als Revolutionär ändert sich
durch Manipulation schnell, Stimmung kippt
Reduktion der Wahrnehmung der menschen auf
„Schnupftuch“, Bild der gefährlichen Stimmung 1794
Faber liebt nicht, weil er Angst vor Liebe hat,
könnte die Kontrolle verlieren, Verdrängung
Ehe lehnt er hab, passe nicht in sein Lebenskonzept,
da Gefühle zur Ehe gehören und er diese ablehnt
„Ermüdungserscheinungen“ (S.92)
unfähig zu dauerhafter Liebe und Bindung
Selbstbeherrschung (nicht weibisch werden)
Fabers Versuch, sich in die Rolle des Technikers zu
pressen. Hanna versucht ihre Mutterrolle absolut
auszuleben und will ihr Kind für sich alleine.
Der Ich-Erzähler liebt nicht Agnes, sondern das Bild, dass er
von ihr in der Geschichte erschaffen hat.
Agnes sucht Schutz und Sicherheit bei ihrem Freund, er
kann ihr das aber nicht geben (S.12)
Agnes nimmt die Rolle an, die sie durch den Ich-Erzähler in
der Geschichte vorgeschrieben bekommt.
Ehe und Kind in der Fiktion, aber nicht in der Realität
Geschichte wird zum „Kind“ des Erzählers (Werk als Produkt
der Beziehung)
Geschlechterklischees als Konsequenz der Rollenfixiertheit
beider Hauptfiguren
Gegenseitige Diffamierung der Geschlechter
Hannas dualistisches Männerbild
Fabers dualistisches Frauenbild
Beziehungsunfähigkeit
Sabeth verändert Faber und öffnet sein Weltbild.
Heiratsantrag auf dem Schiff ernst gemeint?
Neue Lebenserfahrung
Fabers dualistisches, rationales Weltbild: was nicht
hineinpasst wird verdrängt.
Diffamierung und Herabwürdigung anderer Bilder, die nicht
dem eigenen entsprechen
andere nach dem eigenen Bild formen
Agnes in der Geschichte: alles, was nicht dem Bild der
Geschichte entspricht wird vom Erzähler verdrängt (Bsp.:
Schwangerschaft S,90)
klischeehafte Geschlechterzuordnung in Hierarchien
zweifach Fabers Idee, Hanna aus pragmatischen Gründen
zu heiraten (Jüdin / gemeinsam im Alter in Athen)
Faber entwirft ein Bild von sich selbst und den Frauen um
sich, das dauerhafte, erfüllende Beziehungen nicht zulässt
Reflexionen über Bildnisproblematik im Tagebuch
Ivy - Efeu
Erzählen als Überholen und Vorzeichnen der Realität durch
den Erzähler
Agnes kann dem nicht entgehen und kehrt zurück zur
Geschichte (Schlussgestaltung)
Rand- und
Kontrastfiguren
Parallelen und
Gegenentwürfe
Handlungsmotivation
Lebensentwürfe
Figurenkonstellation Danton   Robespierre
wiederholt sich in deren Anhängern Camille  
Saint-Just
- Anhänger Dantons erscheinen als Freunde /
Gruppe, Parteigänger Robespierres als
eigensüchtige, verdorbene Charaktere
- Saint-Just: Chefideologe der jakobinischen
Revolution, skrupellos, zynisch, bar jeder
Menschlichkeit
- Camille: Ideale von Freiheit, Selbstverwirklichung,
Schönheit, Lebensfreude; dessen Lebensbejahung
im Kontrast zu Dantons Lebensverneinung;
Fähigkeit zu tiefer menschlicher Beziehung
- Lacroix: rational, klarsichtig, illusionslos, oft zynisch
- Philippeau: farblos, oft von naiver Frömmigkeit
- Hérault: revolutionärer Aristokrat, geistreicher
Wortwitz
- Huren als Symbol für Vergnügen der Revolutionäre
und Unfähigkeit, Revolution voranzutreiben
- Volksszenen zeigen Panorama der
Revolutionsgesellschaft, die noch eine lange
Entwicklung zu einem mündigen, selbstbestimmten
Bürgertum vor sich hat
Joachim nimmt die Vaterrolle an, will sich um Hanna und
das Kind sorgen, ihnen Zeit widmen. Durch diesen Kontrast
im Denken und Handeln wird Faber charakterisiert.
Ivy ist unselbstständig und emotional, jung schön und naiv
und bildet hiermit einen Kontrast zu Figur Hanna, welche
durch diese charakterisiert wird.
Liebe zu Sabeth als Gegenentwurf zur Liebe zu Hanna –
Überlagerung der Figuren („Sabeth mit ihrem
Hannamädchengesicht“, Mondfinsternis)
oder
als egoistischer Wiederholungsversuch Fabers, die Zeit zu
revidieren
Louise als Kontrastfigur zu Agnes
Beziehung zu Louise während der Trennung von Agnes,
Louise als Gegenentwurf zu Agnes (ungebunden, wenig
emotional und aktiv)
Ähnlichkeit zum Ich-Erzähler, lives the American Way of Life
Herbert als Kontrastfigur zum Ich-Erzähler, verkörpert die
dem Ich-Erzähler fehlenden Eigenschaften (zeigt Zuneigung,
Verständnis und Empathie für Agnes)
Kioskverkäufer als einziger Kontakt zur Außenwelt für den
Ich-Erzähler (sehr flüchtige Bekanntschaft)
Ich-Erzähler sieht sich als Schöpfer durch seine Rolle als
Autor
Marcel interessiert sich für Kultur der alten Welt,
verabscheut den American Way of Life und die Technik und
deren Scheinsieg, stellt damit die Überlegenheit Fabers in
Frage
Faber glaubt nicht an Schicksal stattdessen verlässt er sich
auf Wahrscheinlichkeiten
Faber denkt er würde b
unterbewusst von seinen Gefühlen gelenkt (filmt
unaufhörlich Sonnenuntergänge, verrechnet sich bei
Sabeths Alter)
Vergnügen   Politik/Revolution
Privates/Frauen   Öffentliches/Volk/Politik
Sinnsuche
Individualität im
technischen
Zeitalter: Mensch
und Maschine
- Lebenslust vs. Sinnlosigkeit des Lebens
- Danton zweifelt am Sinn des Lebens →
lebensmüde → Todessehnsucht
- Weiterführen der Revolution → Sinnvoll oder
Tyrannei?
- Theater- und Marionettenmetaphorik
- Ausgeliefertsein des Menschen
- Diskussionen über die Existenz Gottes
- Einziger technischer Gegenstand ist die Guillotine
→ dient als Symbol für radikale Revolution und Kälte
des systematischen, massenhaften Tötens
(„…systematisch von der kalten physischen Gewalt
… So mechanisch getötet zu werden!“, III/7)
Zufall vs. Fügung / Schicksal
Faber: Abwesenheit von Lebenssinn außerhalb seines
Nutzens als Techniker
definiert sich als Mann und über seinen Beruf
Zufall als Ausgangspunkt der Handlung
Feindlichkeit/Sinnlosigkeit der Umwelt
Probleme, die Urbanisierung mit sich bringt:
Orientierungslosigkeit, Individualitätsverlust, Ersetzbarkeit
bis Verzichtbarkeit des Menschen / Individuums wird
deutlich nach Wohnungsauflösung in New York durch Ivy,
Faber ruft in eigener Wohnung an und registriert eigene
Austauschbarkeit
Individualitätsverlust und Orientierungslosigkeit wird deutlich
bei Verwechslung der Stockwerke in Hochhaus in Chicago
Diskussion mit Hanna über Roboter
Selbstrechtfertigung in gedanklicher Auseinandersetzung mit
dem Thema Abtreibung
Visionäre Sicht Frischs auf Entwicklung der
Kommunikationstechniken – vs. Komunikationsverlust
Beziehungsarmut und Kommunikationsverlust in Großstadt
Wahrnehmung des
Todes
- Tod Dantons steht schon zu Beginn des Dramas
fest (1. Akt, Titel!)
- Todeswunsch Dantons → Flucht aus der
Gegenwart → Tod als Erlöser vom irdischen Dasein
→ Auslöschung aller Schuldgefühle
- Dantons Gedanken über ein Leben nach dem Tod
→ Todesangst im Kerker, angesichts des nahenden
Todes erkennt Danton, dass man beim Sterben
„hülflos und nackt“ (IV, 3) sei
politischer Tod:
- Danton als ,,Vater“ der Revolution fällt ihr zum
Opfer, erkennt, „die Revolution ist wie
Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder“ (I,5)
Robespierre rechtfertigt vor sich selbst die
Notwendigkeit von Dantons Tod: „Er muss weg. [...]
Wer in einer Masse, die vorwärts drängt, stehen
bleibt, leistet so gut Widerstand, als trät er ihr
entgegen; er wird zertreten. [...] Weg mit einer
Gesellschaft, die der toten Aristokratie die Kleider
ausgezogen und ihren Aussatz geerbt hat“ (I,6)



Körper aus Technikersicht: „Fleisch ist eine
Fehlkonstruktion“
o
Wissen, Kultur,
Geschichte

zunehmend im Winter
o
o
o
o
o
o
Häusern, Kirchen, Friedhöfen und Gräbern
Anfang: Selbstmordgedanke des IchErzählers
o

rzählers
o
Ohnmachtsanfall Agnes im Nationalpark
o
Kindstod
o
Zunehmende Schwäche von Agnes
o
Fiktionaler Selbstmord in der Geschichte
o
Wandlung:
o
Anfang: Angst nicht mehr zu existieren
o
Konfrontation mit dem Gefühl des Verlusts
und der Annahme vom Tod
o
Akzeptanz des Todesgedanken
o
Selbstmordgedanken
o
o
Erklärung der Welt durch rationale Modelle und
o
→ nah an der wirklichen Historik, gibt einen Auszug
der Revolution wieder
Vorausdeutung auf Ende
Motiv der Kälte auch in literarischen Bezügen
(Gedicht Robert Frost)
o
vermutlich bei OP zu sterben
o
o
Tod als Leitmotiv im Roman, überschattet Beziehung
o
Natur: Kälte, Winter als Verbindung zum Tod
o
o
Liebe und Tod:
- Danton erklärt seiner Frau Julie, er liebe
sie „wie das Grab“ (I,1)
- Er ist Julie für ihre Begleitung in den Tod dankbar
und fühlt sich von ihr getröstet
- Danton wünscht sich jedoch einen anderen, leisen
Tod, den Julie stellvertretend für ihn stirbt (IV,6).
- Desmoulins‘ Frau Lucile denkt über das Sterben
nach und provoziert mit dem Ausruf: „Es lebe der
König!“ ihre Verhaftung (IV, 8, 9).
→ Tod als letzter Akt der Liebe
mythologische Bezüge
(Dantonisten = Griechen, Robespierristen = Römer)
Todesmotiv
o
o
o
o
Assoziation Leiche, Alterungsprozess
Hinweise/Vorboten:
o
To
o
Tod von Sabeth
o
Zusammenbrechen auf Flughafen
o
Traum, mehrmalige Konfrontation;
Assoziation Skelett, Totenschädel, selbes
Krankheitsbild
Wandlung:
o
Anfang: Weltansicht ohne Tod (Verdrängung)
sein Weltbild ist das einzig richtige (Trugschluss)
Kontrast durch Hannas Sichtweise (Mythen als
Erklärung des Daseins und seiner Konflikte, Kultur der
alten Völker als wichtiger Teil von Lebensqualität)
Faber nimmt sein Leben als Erzählung wahr
trotzdem lebensfremd
Ich-Erzähler als Sachbuchautor, lebt für und mit seiner
e als Vorwand
o
o
Weltanschauung, keine Fantasie, unfähig Natur selbst
wahrzunehmen
-
Geschichte über ihre Beziehung
Geschichte übernimmt große Rolle in der Beziehung
o
Anfang: schreibt über Vergangenheit
o
Geschichte erreicht Gegenwart
o
Fiktion und Realität verschwimmen
o
Agnes identif
literarische Figur
o
Kommunikationsunfähigkeit
Geschichte wird zu fiktiven Geschichte
Fiktionalisierung des historisch Verbürgten
(der historischen Realität verpflichtet)
Büchner: Quellenstudium
Realität und Fiktion
beleuchtet das menschliche Verhalten →
Selbstüberschätzung Robespierres
Spiel im Schauspiel dient der Revolutionskritik:
Revolution als Inszenierung (z.B. Wahl der
Geschworenen), nicht als Spontanveranstaltung des
Volkes
Walter Faber versucht sich selbst von seiner „NichtVaterschaft“, von seiner Gesundheit, von seinem
Rationalismus zu überzeugen. Dadurch „erbaut“ er sich
quasi seine eigene Realität, die mit der Wirklichkeit wenig zu
tun
hat.
Auch erscheint die Form des Romans („Ein Bericht“) als
gewollt objektive Abbildung der Realität (Anschein von
Authentizität).
Durch seine Eigenschaft als unzuverlässiger Erzähler,
erfährt der Leser die Geschichte jedoch nur aus der
Perspektive Walter Fabers und nicht durch einen die Welt
begreifenden, allwissenden Erzähler.
Der Ich-Erzähler schreibt auf Bitten Agnes (aufgrund der
Suche nach ihrem eigenen Selbst- und Fremdbild) ein
Portrait, welches sich zu einer Geschichte entwickelt, die für
den Ich-Erzähler wirklicher wird als die eigentliche Realität.
Er konstruiert darin ein Leben mit Kindern und befiehlt
Agnes, die Geschichte als Vorlage ihres Handelns zu
nehmen. (Soll blaues Kleid tragen, Dialoge der Figuren der
Geschichte ergänzen die Wirklichkeit …) Dies führt so weit,
dass der Ich-Erzähler meint, er kenne Agnes besser als sie
selbst dies tue. Die Geschichte schiebt sich vor die realen
Figuren, dient nicht mehr der Reflexion von Identität,
sondern dem Erzähler zur Manipulation der Realität.
Sichtbar wird das Verschwimmen der Grenzen zwischen
Realität und Fiktion auch daran, dass mit Voranschreiten der
Geschichte der Kursivdruck, der „normalen“ Schrift weicht.
Beschreibung des Filmes als wirklicher, als die dunkle
Wohnung, die mich umgibt“, S. 10
Gefühle Fabers:

unfähig, Gefühle zu verbalisieren

Gefühle gefährden Sachlichkeit

Gefühle bedeuten Kontrollverlust

spielt Gefühle bei der Entwicklung der Beziehung zu
Sabeth runter (verdrängt Eifersucht)

durch starke Gefühle für Sabeth lässt er auch Gefühle
im Leben zu, genießt das Leben mehr

mit Mathematik und Wahrscheinlichkeiten kann er
Gefühle nicht verknüpfen

er kann Ablehnungsbedürfnisse von Frauen „nicht
vertragen“ , (s.99)

Faber empfindet, als er tanzende Paare auf dem Schiff
beobachtet, die Art „wie Mann und Weib sich paaren“
als „geradezu pervers“, (s.93)

Ist ein Rationalist, der von dem was er sieht und erlebt,
nicht ergriffen ist

Selbstbild verlangt, dass Gefühle verborgen bleiben

Bemüht, zu jedem Abstand zu haben
Gefühle des Ich-Erzählers:

Selbstbild verlangt, dass Gefühle verborgen bleiben

es fällt ihm schwer, mit Agnes zu kommunizieren und
über seine Gefühle zu sprechen

Hätte durch die Geschichte Macht darüber, seine
wahren Gefühle zu offenbaren, doch Liebe zu Agnes
bremst ihn aus

Unfähig mit Gefühlen von Agnes und seinen eigenen
umzugehen

Verbirgt seine eigenen Gefühle vor dem Leser als auch
vor Agnes
Gefühle Hannas:

Hat ausgeprägte mütterliche Gefühle für Sabeth

Will Sabeth beschützen

Ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein

Gefühle Sabeths:
Verstand:

Von Fiktion eingeholt

Glaubt mehr an Geschichte als an die Realität

Intelligenter Ich-Erzähler sollte auf Verstand aufbauen

Agnes lässt sich vom Verstand leiten, kann sich aber
auch von Gefühlen leiten lassen (Geschichte)

Der Ich-Erzähler verliert Verstand durch Geschichte
Realität vs Theater: („Setzt die Leute aus dem
Theater auf die Gasse: ach, die erbärmliche
Wirklichkeit!“ II/3)
Revolution als Schauspiel (Prozesse, Hinrichtung)
Verstand und Gefühl-
Gefühle Dantons:
- Passivität gegenüber Revolutionsfortgang
ambivalentes, widersprüchliches Fühlen &
Handeln

Erkennen der Gefahr  Untätigkeit
 Hoffnung  Abwehr des Todes
Bestimmt von privat-existentiellen Problemen
 Nihilismus, Epikureismus, Atheismus
Liebe & Tod als Existenzpole
Tiefe Gefühle für Julie
Verstand Danton:
- Realitätsverlust, Passivität 
 ahnt sein Schicksal, will es nicht wahrhaben
- erkennt das Problem der momentanen Phase der
Revolution
 Mord an Unschuldigen
-
Gefühle Robespierre:
- aktiver Voranbringer der Revolution
 tugendhaft 
 krankhafte Überhöhung seiner selbst
(Messias-Assoziationen)
öffentlich: stark, zielstrebig, rational
privat: Selbstzweifel, Unsicherheit in seinen
Motiven und seinem
Sensibel und weltoffen
Lässt sich von Gefühlen leiten und genießt das Leben
Liebe und Vertrauen zu einem älteren Mann (Walter
Faber, Vater)
Gefühle von Agnes:

Zeigt ihre Gefühle, offenbart Ängste vorm Tod

Zeigt mütterliche Gefühle, auch wenn sie es anfangs
ablehnt

Lässt sich von ihren mütterlichen Gefühlen zur Fiktion
leiten

Eifersüchtig auf Louise zeigt dies jedoch nicht offen
HandelnGewissensbisse bei Verurteilung
Verstand Robespierre:
- Vorbild Rousseau
- verrannt in Tugendideologie
 Realitätsverlust, Inhumanität
 verliert Überblick über Revolution &
Anforderungen
Selbsterkenntnis
- Selbsterkenntnis im Kerker
- Leben doch lebenswert
- Angst vor Tod / ohne Julie zu sterben
 Selbsterkenntnis zu spät im Leben (passive
Selbsterkenntnis)
Verstand:

Sabeth durchbricht Verdrängungsmechanismen, um
Verstand zu beeinflussen und Umwelt bewusster
wahrzunehmen

Kühl und berechnend baut er auf seine Vernunft

Lässt Verstand auf den Tod nicht zu

Schiebt den Verstand vor seinen emotionalen Gefühle

Hanna lässt Mystik zu aber ist geprägt vom Verstand

Sabeth lässt sich von Gefühlen leiten und nicht nur
vom Verstand
Erzähler geprägt durch Intelligenz,
jedoch Mangel an sozialer Intelligenz (Empathiefähigkeit)
Erzähler geprägt durch Intelligenz,
jedoch Mangel an sozialer Intelligenz (Empathiefähigkeit)
- Motive des Blindseins
-Bericht als Prozess der Selbsterkenntnis
(Fixierung auf Bildnisse wird nicht erkannt)
-Fixierung auf Selbstbild als Techniker wird als
Verdrängungsmöglichkeit (Gefühle, Erkennen seiner
Krankheit, seines Alterns und Erkenntnis, dass Sabeth seine
Tochter ist) benutzt, wird am Ende zum Verhängnis
-Sabeth öffnet die Augen mit ihrem Tod
- Geschichte als Hilfe zur Selbsterkenntnis Agnes (Wunsch
nach einer Selbsterkenntnis durch literarisches Porträt,
„... auf dem man mich sieht, wie ich bin“, S.48) entwickelt
sich in die falsche Richtung
- führt Agnes nicht zur Selbsterkenntnis, sondern sie passt
sich
- Erkenntniswunsch der eigenen Identität schlägt um in
Auslöschung dieser
passive Selbsterkennung
Aktivität und
Passivität
Danton: - Anfangs passiv, nach Streitgespräch ( I/6 )
mit Robespierre aktiv
- Grundlegender Wandel (aktive Passivität)
- mit zunehmender Hoffnungslosigkeit
seiner Lage wächst seine Gegenwehr und
die Aussichtslosigkeit seines Erfolges
- anfänglich durch gezielte Reisen strukturiertes Leben
suggerieren Aktivität
- Faber lässt sich zunehmend vom Leben treiben (Fahrt zur
Plantage, Reise mit Sabeth, Schaukelmotiv)
- nimmt nur passiv an den Reisen teil, erst mit Sabeth nimmt
er sein Umfeld aktiver wahr
- nur an Schnittstellen während seiner ersten Reise nimmt er
aktiv am Geschehen teil (Entscheidung mit dem Schiff zu
reisen)
- aktive/bewusste Unterlassung einer Klärung von Sabeths
Identität und letztendlich eines vollständigen Unfallberichtes
- Erzähler gestaltet aktiv die Handlung zu gestalten durch
Geschichte, konzentriert sich auf Fiktion seiner Geschichte
und nach Agnes Auszug kümmert er sich nicht mehr um sie
- in der Beziehung mit Louise ist er passiv und lässt sie
einfach mit sich geschehen
Ruhm der Nachwelt ist Danton gewiss „Pantheon
der Geschichte“
später erst Ernte der Taten -Bild der Herbstzeitlosen
- Dokumentation auf Film
- will keine Spuren hinterlassen deswegen will er auch kein
Kind (hinterlässt unwissend Sabeth als Spur)
- technische Bauwerke als Spur ohne Namen
- Bericht als Spur
- Agnes will Spuren von ihrem Leben hinterlassen (S.28)
- Ich-Erzähler will keine Spuren hinterlassen (S.28),
schreibt Sachbücher
- Schuld Dantons an den Septembermorden
(Schuldgefühle)
Faber nimmt mehrfach Schuld auf sich:
Verlassen der schwangeren Hanna in schweren Zeiten
(Judenverfolgung durch Nazis),
eigenes Verschulden an verpasster, erfüllter Lebensführung,
Verdrängung jeglicher natürlicher Triebe führt zu
Bindungsunfähigkeit,
Inzest,
Schuld:
Reduktion eines Menschen auf eine literarische Figur nach
eigenem Entwurf, die eigener Handlungsmotivation folgen
soll, Verfügen über sie
Ablehnung des gemeinsamen Kindes
kein Versuch, Agnes abzuhalten, als sie ihn verlässt
Beziehung mit Louise, als Agnes krank ist
Robespierre: - Gegencharakter von Danton
- aktiver Kämpfer für die Tugend
- Nach Streitgespräch (I/6) kompletter
Rückzug zur Passivität
Spuren
Schuld und
Wahrnehmung von
Verantwortung
- Erzähler reflektiert nicht eigenes Handeln und eigene
Emotionen – keine Erkenntnis der eigenen Schuld
 gibt dies aber nur persönlich preis, nicht in
Öffentlichkeit (vor Tribunal  Prahlen)
- Verantwortung für die Dantonisten sieht Danton
nicht
Robespierres Anhänger sehen keine persönliche
Schuld und tilgen ihr Gewissen durch eine
Vorstellung vom „Dienst an der Revolution“
unvollständiger Bericht vom Unfallhergang führt zu Sabeths
Tod,
Nichteingestehen eigenen Alterns / Krankheit
Schuldbewusstsein zeigt sich:
- ignoriert die Schuld an Sabeths Tod, fühlt sich schuldig,
betont aber immer wieder die Wahrscheinlichkeit des Zufalls
- weist in seinem Bericht wiederholt Interesse an Sabeth
wie auch Schuld von sich (genau das lässt den Leser
aufmerken)
- Erzähler nimmt seine Schuld nicht wahr
- gibt seiner Geschichte die Schuld
- weiß, dass er schuld ist verdrängt sie aber
- nüchterne Schilderung der Geschehnisse ohne Wertung
oder Selbstkritik, ohne Bekenntnis (symptomatisch dafür:
bleibt namenlos)
- erst in der 2. Station nimmt er (in geringem Maße) die
Schuld an, schreibt den Bericht als Rechtfertigung
gegenüber Hanna
- die Verantwortung gegenüber Sabeth als Tochter nimmt er
erst wahr, als er sicher weiß, dass sie seine Tochter ist im
Krankenhaus
Dantonisten: Epikureer
Freiheitsverständnis
 Staat als leichtes Gewand 
 Freiheit des Einzelnen ohne Einmischung des
Staates
 Versuch, sich vom Terror der Revolution zu
befreien
 Mittel: Mäßigung und Verweigerung
- Handlungsfreiheit durch Reisen
- Frauen empfindet Faber als Einschränkung der ps.
Freiheit, Alleinsein als Befreiung / Freiheit
- Faber schränkt sich selbst ein in seiner Wahrnehmung
- Handlungsfreiheit durch Schreiben der Geschichte
bei glzt. Einschränkung der Freiheit von Agnes
(Erzähler nimmt sich die Freiheit – Kontrast – nimmt Agnes
die Handlungs-und Entscheidungsfreiheit)
- Unfreiheit, Unentschiedenheit bei der Gestaltung des
Schlusses als einzige Wahlmöglichkeit für Agnes
- empfundene Einschränkung der Freiheit durch Kind
„Freiheit ist mir wichtiger als Glück.“ (S.12)
- Wohnung des Erzählers in Chicago: fest verschlossene
Fenster (Agnes fühlt sich eingeschränkt – klaustrophobische
Enge der Gestaltung der Innenräume)
- Film als technisch optimierte Wahrnehmung
- Kamera schafft unnatürliche Distanz zu Wirklichkeit und
Natur (S. 73, 187), stellt Unschärfen her (186)
- will Erlebnis nicht erleben, sondern konservieren
- entlarvt Fabers Selbstwahrnehmung (Sonnenuntergänge)
- Bericht Fabers die Selbstreflexion als Medium zur
Verarbeitung von den Ereignissen
- Hermesbaby als Mittel der Distanzierung (Ablehnung der
eigenen Handschrift, die mehr Persönlichkeit offenbaren
würde)
- Montagetechnik - Rechtfertigung, Vorrausnehmen der
Ereignisse
- Doppelperspektivik: Gegenüberstellung der Sichtweise
anderer mit der eigenen (z.B. Wüste von Taumalipas)
-Vergleiche und Bildnisse – Ziel: Verschleiern des eigenen
Versagens, Entkommen vor dem Tod
- Film als Medium der Wahrnehmung
- zu Beginn Beschreibung einzelner Einstellungen
- Fachsprache der Filmanalyse als Distanzierungsmittel
- dient als Medium der Erinnerung, rahmt den Roman
- Diskurs über Unschärfe (S.11)
- Geschichte des Ich-Erzählers über seine Beziehung zu
Agnes als prägendes Medium der Wahrnehmung für den
Verlauf der Beziehung
Robespierre + Anhänger: geprägt von Rousseau
- Freiheit durch soziale Revolution und
Tugendhaftigkeit
- Freiheit durch Beteiligung an der Formung eines
neuen Staates Mäßigung, Laster ( Dantonisten)
 Ziel: Abschaffung der aristrokratenhaften
Bevölkerung
-
Medien der
Wahrnehmung
Medien der
(Selbst)Darstellung
- Botenberichte bringen politisches Geschehen in
Gefängnisse und Privaträume
 eröffnen dem Leser politische
Ereignisse (aufgrund
Leerstellentechnik nicht erwähnt)
- Der alte Franziskaner (Akt 1,6)
- Zeitungen, Propagandaschreiben
- politische Reden Auftreten in der Öffentlichkeit
- Marionetten-/ Theatermetaphorik
 Mensch als Marionette
 Fremdbestimmtheit
 Revolution gleichgestellt mit Theater
 Politik als Inszenierung
- Bildmedien als Leitmotiv (Videos, Fotos, Gemälde)
- Seurats Pointillismus: Bild mit Punkten - Distanz
- Computer als Medium - Möglichkeit des Auslöschens
 Gleichstellung Einzelner mit Römern, Griechen,
Simon Theatersouffleur, Messias (Robespierre)
Zeit und Ort
Raumgestaltung
Die Orte strukturieren die Handlung und werden zu
symbolischen Räumen.
Schauplätze sind meistens Innenräume:
Dabei findet man die Dantonisten eher in privaten
Räumen ->Zeichen ihres Rückzuges aus der Politik
Die Jakobiner sind meistens in öffentlichen Räumen
 Bühnenfunktion
 kein echtes und authentisches Sprechen
- Schreibmaschine als Medium, lehnt Handschrift ab (würde
mehr über ihn preisgeben)
Reisen (Handlungsorte) strukturieren Roman:
1. Reise allein: Südamerika
2. Reise mit Sabeth: Europa
3. Reise allein: 1 und 2 Reise vereint
ab 1937 Vorgeschichte
25.3.1957-19.7.1957 Reise
Ab 19.7.1957 im Krankenhaus
Handlung verläuft auf 5 verschiedenen Zeitebenen,
zwischen denen hin und her gesprungen wird
Das Geschehen spielt sich in innerhalb weniger
Tage ab: Phase des Terrors der französischen
Revolution (1794)
Zeit hat handelnde Personen im Griff
Danton wünscht sich Zeitenthobenheit
 stellt sich im Gefängnis ein
Fenster: Übergang zwischen Bewusstsein und
Unbewusstsein oder als Bild des AusbruchsFluchtwunsches
Volk beherrscht die Straßen und Plätze - Gasse
Außen- und Innenräume sind mit unterschiedlichen
Bedeutungen besetzt:
In den Außenräumen dominieren Themen und Motive von
Sichverlieren, Fremdheit, Krankheit, Tod. Diese Motive
deuten auf das Ende des Romans.
Natur als Bedrohung und des Todes (Nationalpark)
Stadt als Ort der Entindividualisierung und Desorientierung:
Ich-Erzähler findet seine Wohnung nicht (S147 f)
Städtische Räume als Ort der Revolution
Gefängnis als halböffentliche Räume, Bild der Enge
und Isolierung aber auch der Freundschaft und
wahren Nähe, Freiraum für offene Gespräche
Haupthandlungsort: Chicago assoziiert Kälte
innerem Zustand
Dschungel: Tod hier in Verbindung mit Leben
Griechische Landschaft: Ort des Todes (Sabeth, Faber)
New York: Technik, Moderne, Anonymität (Faber kommt
nicht in seine Wohnung – künstliche Räume dominieren
über Leben)
kontrastiv zu historischen Orten in Europa Intimität mit
Sabeth, technisches Versagen, Kunst, Geschichte etc.
Kuba: Ort zwischen Nord- und Südamerika, zwischen
moderner Zivilisation und alter Kultur – ein Ort künstlicher
Natürlichkeit?
scheinbare Raum- und Zeitbeherrschung durch Technik
(Fernverkehr: Fliegen und Schiff, Zeit: Armbanduhr)
Verlangsamung des Reisetempos von Super Constellation
Fenster lassen sich nicht öffnen, Metapher des
Eingeschlossenseins – kein Ort der Freiheit
Dominanz von künstlichen Räumen
In den Innenräumen stehen andere Motivkomplexe im
Vordergrund: Nähe und Liebe, Blicke, Bilder und
Anschauen.
Handlungszeit: neun Monate von April bis zum Dezember
1998 entspricht Zeit einer Schwangerschaft
braucht; gibt Uhr ab, um Sabeths Leben zu retten)
Jeep versagt im Dschungel
1. Teil geschrieben in Caracas (Hotel)
2. Teil verfasst im Krankenhaus
Gattungsspezifik
Erzählweise
Wirkung auf Leser /
Zuschauer
Umstritten ob offenes oder geschlossenes Drama
Offenes Drama:
- eine Einheit von Ort, Handlung und Zeit
Geschlossenes Drama:
- Tragödie mit Katastrophe als Schluss
- geschlossene Handlung an wenigen Schauplätzen
in einer überschaubaren Zeit
-> Übergangsdrama an der Wende zur Moderne
Szenen sind zeitlich geregelt, chronologisch und
kausal
Roman: Untertitel mit unbestimmtem Artikel „Ein Bericht“
berichtende Elemente
- sachliche, nüchterne Darstellung
- Versuch genauer Orts- und Datenangaben
- Verzicht auf Spannung
Erzählende Elemente
- nichtlineares Erzählen: Gedankeneinschübe,
Erzählerkommentare, Vorausdeutungen, Rückblenden
- bei emotionaler Betroffenheit
Präsens
- klares Verständnis erst, wenn man komplettes Buch
„Roman“
- nüchterne, emotionslose Erzählweise
- Spannung nur bedingt aufgebaut
- klares Verständnis erst, wenn man komplettes Buch
gelesen hat
letzten Seite
- kein lineares Erzählen:
Handlungsrahmen Kap. 1, 36
Geschichte über Agnes
Romanhandlung
- personaler Ich-Erzähler
Sprachverhalten
Gesagtes Nichtgesagtes
Sprache
statische Handlung ohne Spannungsdramaturgie
Fünfter Akt fehlt
gelesen hat
- Leser sieht alles aus Sicht/Perspektive des Erzählers
Realistische Wortwahl, manchmal derb, trotzdem
kunstvoll
Realismus anstatt Klassik -> Kunstauffassung
Büchners
Prosasprache -> modern
Tendenz Monolog -> Bewusstsein der Isolation
Einzelner
Vielfalt der Sprechweisen -> bildet Heterogenität des
Lebens ab, Charakterisierung der Figuren,
Milieuzugehörigkeit, Bildungsgrad, Temperament
Bildhaft: viele Vergleiche, Metaphern der Gewalt ->
spiegelt Gewöhnung an unbarmherzige Zeit
Ironie, Zynismus
Faber tritt als Erzähler auf und prägt den Roman stilistisch
(rational, zwingt sich zu Sachlichkeit, Hang zu Daten und
Fakten, kühle, knappe Sprache, wenig Ausformulierungen)
Kommentare zum kontrastiven Darstellen seiner Meinung
(aufwerten) im Gegensatz zu anderen Ansichten (abwerten)
Wirkung auf Leser
Personaler Erzähler (anonym bleibender Ich-Erzähler)
schreibt hauptsächlich im Erzählbericht, unterbrochen durch
gezielt ausgewählte Dialogstücke (Filtern durch Erzähler)
Nonverbales Verhalten sagt mehr über Charaktere als
verbales aus
Schilderung erfolgt emotionslos, stark distanziert
Lesers mit Fabers Darstellung wird angeregt
Sprachverhalten spiegelt Verdrängung von Gefühlen
sowie Distanz zu Mitmenschen (im speziellen Partnerinnen)
wieder
nonverbale Reaktionen sind häufig aussagekräftiger als
verbale Äußerungen
Als Sachbuchautor lange detaillierte Sätze, stark
ausgeschmückte Sprache, Im Roman hauptsächlich
sachlich, emotionslos, kurz, knapp, kühl, nüchtern und
schmucklos, wenig Attribute, vorwiegend parataktische HSGefühlen, schreibt mit der Sachlichkeit eines
Sachbuchautors
Kontrastiv dazu Geschichte über Agnes, teils sehr stark
ausgeschmückt, differenziert, emotional
Filterwirkung durch Au
Hinterfragung des Gesagten durch den Leser notwendig
Entstehungszeit
Kritik an …
Aktualität
Rezeptions- und
Wirkungsgeschichte
1835: beeinflusst durch Julirevolution in Frankreich
und deutschen Vormärz
Kritik an:
Idealisierter, realitätsferner Kunst
Unwichtigkeit des Einzelnen
Sinnlosigkeit/Theater der Politik
Öffentliches Verhalten der Politiker im Vergleich zu
privatem
Soziale Frage
Sinnloses Töten
Unmündiger Zustand des Bürgertums
Situation des Volkes
Missbrauch von Macht
Deformation der Persönlichkeit durch Macht
Entstehungszeit: Anfang 1993, Veröffentlichung: 1998
Kritik an:
Beziehungsunfähigkeit, assymmetrischer Beziehung, Flucht
vor Verantwortung, mangelnder Fürsorge und
Einschränkung der Freiheit, Verhältnis zwischen Nähe und
Fremdheit, Vereinnahmung des anderen, verzerrter
Selbstwahrnehmung, Bildnisproblematik (Klischeedenken
über Mann und Frau), einseitiger Lebensführung,
versäumtem Leben (Unfähigkeit, erfülltes Leben zu führen),
fehlender Selbstreflexion und Empathiefähigkeit, Isolation
und Kommunikationsverlust, Verdrängung eigener Schuld
Entstehungszeit:
Erstauflage: 1957, korrigierte Auflage: 1977
Kritik an:
Beziehungsunfähigkeit, asymmetrischer Beziehung, Flucht
vor Verantwortung, mangelnder Fürsorge und
Einschränkung der Freiheit (Geschichte-Agnes, PullmanStreik), Verhältnis zwischen Nähe und Fremdheit,
Vereinnahmung des anderen, verzerrter
Selbstwahrnehmung, Bildnisproblematik (Erzähler liebt nicht
Agnes, sondern das Bild, das er sich von ihr gemacht hat),
einseitiger Lebensführung, versäumtem Leben (Unfähigkeit,
erfülltes Leben zu führen), fehlender Selbstreflexion und
Empathiefähigkeit, Isolation und Kommunikationsverlust,
Verdrängung eigener Schuld
Quellen:
Bekes / Frederking (Hrsg.), Texte. Medien - Max Frisch Homo faber, Schroedel, Braunschweig 2011
Einfach Deutsch - Unterrichtsmodell Max Frisch Homo faber, Schöningh, Paderborn 2000
Einfach Deutsch verstehen - Max Frisch Homo faber, Schöningh, Paderborn 2011
Huber/ Parscher, Stundenblätter Max Frisch Homo faber, Klett, Stuttgart 2013
Schurf / Wagener (Hrsg.), Texte, Themen und Strukturen, Max Frisch Homo faber, Kopiervorlagen, Cornelsen, Berlin 2012
„Ein Bildnis von … Standardbasierter und kompetenzorientierter Unterricht im Fach Deutsch in der Kursstufe am Gymnasium“, Regionale Lehrerfortbildung des RP Freiburg, 2012
Einfach Deutsch - Unterrichtsmodell Peter Stamm Agnes, Schöningh, Paderborn 2012
Einfach Deutsch verstehen - Peter Stamm Agnes, Schöningh, Paderborn 2012
Peter Stamm Agnes, interpretiert von Klaus Gladiator, Stark 2012
Claudia Mutter, Prüfungstraining Literatur Peter Stamm Agnes, Stark 2012
Prüfungstraining Abitur Deutsch Peter Stamm Agnes, Cornelsen, Berlin 2011
Aktuelle Unterrichtsmaterialien DEUTSCH BETRIFFT UNS, Peter Stamm Agnes
Texte, Themen und Strukturen, Max Frisch Homo faber, Kopiervorlagen, Cornelsen, Berlin 2011
Einfach Deutsch - Unterrichtsmodell Georg Büchner Dantons Tod, Schöningh, Paderborn 2007
Stundenblätter Georg Büchner Dantons Tod, Klett, Stuttgart 2013
Aktuelle Unterrichtsmaterialien DEUTSCH BETRIFFT UNS, Georg Büchner Dantons Tod
Klausurtraining Georg Büchner Dantons Tod, Klett, Stuttgart 2008
Texte, Themen und Strukturen Georg Büchner Dantons Tod,, Kopiervorlagen, Cornelsen, Berlin 2008