Märkische Scholle - Umweltinnovationsprogramm

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Märkische Scholle - Umweltinnovationsprogramm
Fördernehmer:
Märkische Scholle Wohnungsunternehmen eG
Vorhaben:
„Energetische Sanierung von vier Gebäuden im Stadtquartier
Märkische Scholle“,
Kurzbeschreibung
Die „Märkische Scholle Wohnungsunternehmen eG“ ist eine 1919 in Berlin gegründete Wohnungsgenossenschaft. Sie hat mehr als 3.500 Wohnungen in ihrem Bestand.
Die Genossenschaft hatte zum 01.10.2013 5.171 Mitglieder. Im Stadtquartier „Lichterfelde Süd“ vermietet die Antragstellerin 851 Wohneinheiten in Gebäuden aus den
1930er und 1960er Jahren. Diese Gebäude sind sanierungsbedürftig. Vor allem der
unzureichende Wärmeschutz führt zu hohen Betriebskosten. Die Gebäudesubstanz
ist dagegen gut erhalten.
Vier Gebäude dieses Quartiers werden bis Dezember 2018 umfassend und sozialverträglich auf einen besonders energetischen Standard saniert werden. Die Wärmeversorgung soll ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energien erfolgen. Eine komplexe
Regelungstechnik soll die vier Gebäude mit ihrem Wärme- und Strombedarf und dem
Energieangebot zu einem lokalen Micro Grid vernetzen, um die Anlagentechnik besser auslasten und kleiner dimensionieren zu können.
Ein wesentliches Projektziel ist die Sozialverträglichkeit der Maßnahmen. Es erfolgt
keine „Entmietung“ mit anschließender Neuvermietung zu höheren Preisen, sondern
den Mietern werden während der Sanierung Ersatzwohnungen zur Verfügung gestellt. Weiterhin soll die Warmmiete nach der Sanierung nahezu konstant gehalten
werden können, da die Kosten der Sanierung mit der Einsparung an Heizenergie und
der Einspeisevergütung des Stroms aus Photovoltaikanlagen kompensiert werden
können.
Da die Gebäude künftig keine Fernwärme mehr zum Heizen und keine elektrische
Energie für den Betrieb von Durchlauferhitzern benötigen, können durch die Sanierung pro Jahr 269,2 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Weitere Umweltent-
lastungen entstehen durch den Wegfall von nicht quantifizierbaren Luftschadstoffen,
die durch die Erzeugung von Fernwärme und Strom entstehen.
Das Vorhaben ist als besonders innovativ einzustufen, da es zeigt, wie sich ein hervorragender Energiestandard mit beispielhafter Sozialverträglichkeit verbinden lässt und
erstmalig eine Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch von Strom und Wärme für
mehrere Gebäude umgesetzt werden. Das geplante Vorhaben kann bei erfolgreicher
Durchführung beispielgebend für ähnlich gelagerte Fälle sein, sowohl für die Sanierung einzelner Mehrfamilienhäuser als auch für die Sanierung von Quartieren.