Die Gräfin Erzebet Bathory

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Die Gräfin Erzebet Bathory
Thomas Ettl
Die Gräfin
Die tödlichen Identifizierungen der Erzsébet Báthory
Zu: Michael Farin (Hrsg.): Heroine des Grauens. Wirken und Leben der Elisabeth Báthory
in Briefen, Zeugenaussagen und Phantasiespielen. München: P. Kirchheim Verl. 1989. 389
S.
Hinter dem Schauertitel verbirgt sich die Mordgeschichte der ungarischen Gräfin Erzsébet
Báthory (1560-1614). Die Gräfin, Mutter dreier Töchter und zweier Söhne, hat in
Tatgemeinschaft mit ihrem Kammerdiener und drei alten Witwen, die in ihren Diensten
standen, junge Frauen adliger wie niederer Herkunft auf ihre Burg gelockt oder entführen
lassen und durch Peitschen, Zerfleischen, Verbrennen und Erfrieren ermordet. Über die
Zahl der Opfer besteht Unklarheit. Die Angaben schwanken zwischen 37 und 570.
Nachdem das Verschwinden der Mädchen allmählich Aufsehen erregte, stürmte im
Dezember 1610 Graf Thurzό, Oberrichter von Ungarn unter Matthias 11., mit Soldaten die
Burg und überraschte die Gräfin auf frischer Tat. Nach einem eher oberflächlich geführten
Gerichtsverfahren ohne Hauptangeklagte wurde die Gräfin in ihrer Burg interniert - ein
mildes Strafmaß aus Rücksicht auf die adlige Verwandtschaft. Die Mittäter wurden sofort
hingerichtet: der Kammerdiener durch Enthauptung, die Witwen durch Fingerausreißen
und anschließendes Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. Die Gräfin selbst starb 1614 in
Gefangenschaft.
Wie sich denken lässt, gab E. Báthory Anlass zur Legendenbildung. Absicht des
Herausgebers war es, das Entstehen dieser Legenden nachzuzeichnen und die kargen
Überreste der Wirklichkeit zusammenzutragen (Farin, 225). Das Buch enthält Briefe,
Zeugenaussagen, Zeitungsberichte, Erzählungen, Lyrik und einen filmographischen
Überblick. Darüber ist ein informatives, aber auch traumatisierendes Buch entstanden, weil
es archaische Schichten im Seelenleben des Lesers mobilisieren kann und dieser sich
entweder zur Kumpanei mit der Protagonistin veranlasst fühlt, das Geschehen verharmlost,
erotisiert oder aber sich entrüstend verurteilend distanziert. Der Kliniker kann es wie ein
Kompendium agierter archaischer Phantasien lesen, agiert, weil die Gräfin, als Burgherrin
kraft gesellschaftlicher Stellung keinerlei Kontrolle unterworfen, hemmungslos morden
konnte.
Im Weiteren werde ich alle in Farins Buch aufgenommenen Dokumente, auch die
Zeugenaussagen, zur Wirkungsgeschichte, psychoanalytisch gesehen zur Gegenübertragung
auf E. Báthory zählen. Da es von ihr selbst nur einige Briefe gibt, läßt sich einzig aus der
Wirkungsgeschichte/ Gegenübertragung erschließen, welche Themen zwischen E. Báthory
und ihrem sozialen Umfeld eine Rolle gespielt haben mögen, und nur aus diesen lassen
sich, über große historische Distanz hinweg, Vermutungen über ihre Person und ihre
Motive anstellen.
Zur Wirkungsgeschichte gehört, dass man die Gräfin mit dem 800 Kinder mordenden
Gilles de Rais verglichen hat. Ein Vergleich auf der Symptomebene, das Morden, bleibt
jedoch fragwürdig, denn die Hintergründe des Symptoms können völlig verschieden sein.
Man hat die Gräfin auch mit de Sade verglichen, ebenso problematisch, denn bei de Sade
war alles Phantasie, alle Opfer blieben letztlich unversehrt, bei E. Báthory (angeblich) alles
Tat mit Todesfolge, ein gewichtiger Unterschied. Näherliegend wäre z.B., die Marquise von
Brinvilliers, geb. d’Aubray (1630-1676), heranzuziehen, zumal sie eine Geschlechtsgenossin
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war. Sie habe in manischer Besessenheit, aber gleichwohl überaus raffiniert und somit
vorsätzlich über 60 Menschen mit Gift in den Tod befördert, u.a. ihr Kind, ihren Bruder,
ihren Geliebten und ihren Vater, letzteren als Sterbehilfe. Die Marquise wurde – im
Unterschied zur Gräfin – in einem öffentlichen Gerichtsverfahren verurteilt und
enthauptet.
Man hat die Báthory als ‚comtesse sanglante’, als ‚Tigerin in Monstergestalt’, ‚Hyäne von
Csejte’ betitelt, Titel, die die Neigung der Nachwelt bezeugen, die Gräfin zu mystifizieren
und zu heroisieren. Farin scheint sich, bei aller Zurückhaltung sonst, dieser Neigung
angeschlossen zu haben, wie der Titel seines Buches bereits zeigt, aber auch seiner
Einleitung zu entnehmen ist: „Alle Versuche nämlich, ihrem traurigen Ruhm etwas
Vergleichbares an die Seite zu stellen, ihre Taten durch das Vergleichen mit denen anderer
zu verstehen, scheitern“ (Farin, 11). Hunger nach Einzigartigkeit, ein narzisstisches
Bedürfnis als Motiv für den Mord an jungen Mädchen? Der Verdacht ist nicht von der
Hand zu weisen. Zumindest für die hohe Anzahl an Opfern könnte er ausschlaggebend
gewesen sein, schließlich hat sich die Gräfin damit den Titel „World Champion Lady
Vampire of all time“ (vgl. Farin, 201) geholt. Man hat sich viele Gedanken über ihre Motive
gemacht und Diagnosen wie Hysterie, Homosexualität, Perversion gestellt. Eine Perversion
ließe sich mittelbar aus den Texten erschließen, denn beim Lesen der Tatschilderungen
kommt keine Lust auf. Bei den Dichtern, die sich des Themas angenommen haben und
sich durchweg in Erotisierung des Stoffes versuchen, um das traumatisierende Geschehen
abzuwehren und um bei all dem Geschlachte wieder in die Libidoposition zurückzufinden,
ist es nicht anders. Ein Journalist schrieb 1891 in einer ungarischen Zeitung: „Es liegt wohl
im Wesen des Stoffes, dass keines dieser Werke besonders gelang. Diese Geschichte ist für
Dichter wie für den Historiker ein uninteressanter, ja Ekel erregender Stoff, insbesondere
was die Details angeht. Interesse erwecken und aufschlussreich kann ihre Geschichte nur
für den Arzt sein und für den Psychologen“ (Farin, 189f). Damit ist allen Versuchen
poetischer Bewältigung eine Absage erteilt. Die Pathologie der Gräfin hat sich zu weit vom
normalen Seelenleben in abzuwehrende Bereiche entfernt, als dass sich gute Literatur
daraus machen ließe. Anflüge von Lust beim Lesen der Dichtererzeugnisse werden vom
Immergleichen ihrer Erotisierungsversuche bald erstickt. Die Erotisierung des NichtErotischen, z.B. des Hasses, ist Merkmal der Perversion und könnte bei der Gräfin eine
Rolle gespielt haben.
Angeblich hatte die Gräfin keine Tötungsabsichten, was für eine sadistische Perversion
spräche. Es könnte sich aber um eine Schutzbehauptung handeln. Eine sexuelle Perversion
ist jedoch fraglich: Es fehlt seitens der Täterin das Eingeständnis der Lust und deren
Idealisierung. Andererseits: 30, 60 oder 600 Tote, das klingt nach jener ritualisierten
Unersättlichkeit des Perversen, der sich vom Erlebnis der Befriedigung ausgeschlossen
fühlt (vgl. Khan, 1983, 26).
Die Dichter haben den Mythenbrei ordentlich gerührt. Zwei Ingredienzien waren
geschmacksbestimmend. Zum einen die Legende von kosmetischen Blutbädern: die Gräfin
habe in Jungfernblut baden wollen, um sich zu verjüngen, zum anderen sei sie von einer
Lust am Quälen besessen gewesen. Mir drängte sich beim Lesen ein Märchenmotiv auf: die
Stiefmutter, die Schneewittchen mit Tötungsabsichten verfolgt. Neid einer alternden Frau
auf blutjunge Mädchen könnte ein Motiv für die vielen Morde gewesen sein, immerhin war
die Gräfin, der Sage nach „ein ehedem üppig-schönes Weib“, das das Welken ihrer Blüte
bitter empfunden habe (vgl. Farin, 165), zur Tatzeit bereits zwischen 45 und 50. Morden
also als Schönheitsoperation? Hierzu die Legende: Ein Zufall habe der Gräfin ein Mittel
kund getan, den Verlust der Blüte aufzuhalten, ja das Verlorene sogar wiederzugewinnen.
Als ihre Kammerfrau sie einmal beim Frisieren ungeschickt bediente, habe sie jener so
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heftig ins Gesicht geschlagen, dass aus der Nase der Kammerfrau Blut floss und die Hand
der Gräfin besudelte. Als die Gräfin angeekelt das Blut mit einem Tuch wegwischen wollte,
soll sie mit Verwunderung wahrgenommen haben, dass die blutbefleckte Haut ein rosiges,
jugendfrisches Aussehen zeige. Hierdurch sei sie auf den Gedanken gekommen, sich
Blutbäder zu verschaffen und zu diesem Zwecke seien 650 Jungfrauen von ihr
hingeschlachtet worden (vgl. Farin, 165). Die Legende wusste: Schönheit fordert eben
Opfer.
Beim Lesen der Zeugenaussagen blieb mir eine Passage hängen, die zunächst nicht ins Bild
von den Ereignissen passen wollte. Eine Zeugin gibt zu Protokoll, dass die Gräfin durch
„Zauberei und Giftmischerei dem Leben Sr. königl. Majestät, und des Herrn Palatins, wie
auch des Emerich Megyery und Anderer nachstellte, indem sie gewisse
Verwünschungsformeln hermurmelte“ (vgl. Farin, 79). Was damit gemeint war, wird an
anderer Stelle ausgeführt: Drei Männer seien es gewesen, die die Gräfin aus „tiefster Seele
hasste [...] des Kaisers Majestät, der ihrem seligen Gemahl eine bedeutende Geldsumme
schuldete, Georg Thurzό, der Palatin und Oberrichter von Ungarn, und Emerich Megyery,
der Vormund ihres Sohnes Paul, dem sie seiner Macht und Wachsamkeit halber nicht
traute“ (vgl. Farin, 169). Diesen dreien habe die Gräfin nach dem Leben getrachtet, indem
sie ihnen vergifteten Kuchen verabreichen wollte. Der Kuchen habe einem Versuchsopfer
indes nur Magenbeschwerden bereitet, worauf die Gräfin keinen weiteren Versuch gewagt
hätte. „Aus Wut über das Misslingen“, so heißt es nun, „vielleicht aber auch nur, weil sie
durch Vorstellung der Qualen, in denen ihre Feinde sich krümmen sollten, hochgradig
erregt war, suchte sie nach einem anderen Opfer“ (vgl. Farin, 170). Aber anstatt eines
Mannes wurden am selben Abend drei Mädchen zu Tode gequält! Weitere Angaben konnte
ich nicht finden. Sollte das eigentliche Motiv der Gräfin also Männerhass, die Mädchen nur
Ersatzobjekte gewesen sein? Das klingt bei so vielen weiblichen Opfern unwahrscheinlich.
Es könnte sich um eine Verleumdung handeln, um eine Projektion des Dienstpersonals,
aus dem sich ein Teil der Zeugen rekrutierte. Wäre die Báthory als männerhassende Hexe
denunziert, wäre sie dem Scheiterhaufen überlassen und die Rache des Dienstpersonals, das
unter ihr zu leiden hatte, befriedigt.
Spuren von Männerhass lassen sich durchaus finden. Zwar ist über die Lebensgeschichte
der Gräfin nur wenig bekannt und über ihre Mordmotive gibt es kaum Angaben von ihr
selbst. Ihre Mutter, zum dritten Mal verheiratet, war viel älter als ihr Vater. Als Gönnerin
der Reformation beherbergte sie protestantische Geistliche auf ihrem Landgut. E. Báthory
wird später Geistliche, von denen sie sich denunziert glaubte, für ihre Verhaftung
verantwortlich machen. Sie fühlte sich nicht schuldig – ganz im Gegensatz zu Madeleine de
Brinvilliers, die ihre Schuld öffentlich eingestand, womit sie die Abscheu des Gerichts als
auch die Empörung der Pariser Öffentlichkeit in Bewunderung umzuwandeln vermochte.
Es heißt, man hätte sogar begonnen, sie zu lieben. Offenbar war pathologische
Narzissmus, den die Gräfin Báthory pflegte und der ihr zu ihren zweifelhaften Titeln
verhalf, nicht Sache der Marquise de Brinvilliers.
Juristen gehörten ebenfalls zu den von E. Báthory Gehassten. Ihr Bruder, Landesrichter,
galt als grausam, blutgierig und sexuell überhitzt. Der Grund ihres Hasses auf Geistliche
und Juristen könnte Angst gewesen sein, denn diese waren zu jener Zeit die einzigen, die
den in anspruchsvollem Latein geschriebenen malleus maleficarum zu lesen vermochten
und sie als Hexe hätten verurteilen können.
Oder hatten die Männer sie enttäuscht und sich damit schuldig gemacht? In welchem
Zusammenhang stünde damit die spezifische Auswahl der Opfer: Jungfrauen? Hatte die
Gräfin Probleme mit ihrer sexuellen Identität, gab es traumatische sexuelle Erlebnisse mit
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Männern? In der väterlichen Generation seien Geisteskrankheit und Degeneration auffällig
gewesen. Ein Onkel war Alkoholiker, eine Tante ließ ihren Mann von ihrem Liebhaber
ermorden und unterhielt mit ihren Dienern „skandalöse sexuelle Verbindungen“ (vgl.
Farin, 206). Mit dieser Tante könnte E. Báthory identifiziert gewesen sein. Ferner werden
zwei Schwestern erwähnt, über die aber nichts bekannt ist. Die Morde wurden begangen,
als die Gräfin zwischen 45 und 50 Jahren alt war, so dass eine klimakteriell bedingte
Brüchigkeit der bis dahin einigermaßen funktionierenden Abwehr der Grausamkeit eine
Rolle gespielt haben könnte. Allerdings hätte sie schon zu Lebzeiten ihres Gemahls
algolagnistische Züge gezeigt. Eine naschhafte Dienstmagd sei von ihr entblößt, mit Honig
beschmiert und 24 Stunden den Stichen von Bienen und Mücken ausgesetzt worden (vgl.
Farin, 166).
Weiteres Datum ist der Tod ihres Mannes (Ferenc Nádasdy), als sie 44 Jahre alt war. Vor
seinem Tod hielt er sich in Siebenbürgen auf. Aus einem Brief der Gräfin an ihn spricht
Verbitterung, weil er sie verlassen hat: „Alle wundern sich darüber, da Ihr in Siebenbürgen
keine Güter besitzt. Ihr lebt aus dem Ertrag und Fett (!) dieses Landes, wieso habt Ihr also
dieses Land verlassen? Als ich es erfuhr – ein guter Freund hat es mir geschrieben - , war
ich sehr verbittert“ (zit. n. Farin, 233). Möglicherweise hatte sie Angst vor Ferenc, denn
dieser tat sich als Türkenschlächter hervor. Sie könnte sich nach seinem Tod mit ihm als
dem Aggressor identifiziert haben. Hinzu kommt: Den Quellen nach zu urteilen, fungierte
ihr Ehemann als externes Überich, das mit seinem Tod ausfiel. Laut Zeugen begann das
Jungfrauenschlachten nach seinem Tod.
Ferner: Bei der Hochzeitsfeier einer der Töchter der Gräfin sterben zwei Mädchen durch
ihre Hand. Möglicherweise waren die Festlichkeiten Auslöser einer Regression. Dass die
Gräfin junge Mädchen zwischen 12 und 20 Jahren zu Opfern wählte, könnte Folge einer
regressiven Triebentmischung gewesen sein, wie sie E. Simmel (1938) bei einer
Lustmörderin beschrieben hat. Die Fixierungsstelle lässt sich ahnen, denn die Gräfin neigte
zum „Familienroman der Erniedrigung“, der dann vorliegt, wenn sich jemand aus der
vornehmen Welt in eine primitive zurücksehnt (Ferenczi, 1922). E. Báthory hatte – wie ihre
Tante - ein Verhältnis mit einem Knecht, womit dieser überall herumprahlte. Dieses
Verhältnis könnte die Dienerschaft einerseits in Versuchung geführt haben, die Burgherrin
zu einer der ihren zu machen, was bedeuten würde, dass alle Neigungen der Gräfin auch
die ihrer Dienerschaft waren, man also von wechselseitiger Identifizierung ausgehen
müsste. Tatsächlich war ein Teil der Dienerschaft ja in das Mordgeschehen verwickelt.
Andererseits dürften Neid auf sie und Rivalität mit ihr die Zeugenaussagen beeinflusst
haben. Entscheidender aber dürfte ein Motiv gewesen sein, weil es von der Täterin selbst
genannt wird: Sie habe Angst vor den sadistischen Witwen gehabt (vgl. Farin, 326), stand
aber zugleich in merkwürdiger Vertrautheit und Komplizenschaft mit ihnen.
Aus all dem ließe sich eine Fixierung an ein archaisch-inzestuöses, sado-masochistisches
Liebesleben vermuten. Die Gräfin wäre, Mädchen mordend, mit diesen magischen, bösen
Weibern, der „frühen gefährlichen Mutter“, identifiziert. Ich ergänze meine These: Durch
Identifizierung mit dieser frühen, bösen Mutter-Imago, also wiederum durch
Identifizierung mit dem Aggressor, versucht die Gräfin ihre Angst vor dieser gefährlichen
Imago zu bezwingen. Und - weil sie sich solchen Bezwingens immer wieder versichern
muss, wird sie zur Wiederholungstäterin. Das archaische Auftreten ihrer Herrin dürfte aber
auch bei den Dienstboten deren archaische Mutter-Imagines abgerufen haben. Indem sie
gegen die Gräfin aussagten und sie damit in Gefangenschaft brachten, könnten die
bezeugenden Dienstboten ihrerseits versucht haben, die furchterregende Mutterimago zu
bezwingen. Bliebe noch zu erwähnen, dass es auch Zeugen aus der unmittelbaren Nähe der
Gräfin gab, die von den Morden nichts bemerkt haben wollten.
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Man wird sich davor hüten müssen, hinter einem solch komplexen Geschehen nur ein
einziges Motiv zu vermuten. Das ist hier nicht anders als bei Amokläufen. Als
Psychoanalytiker wird man tagtäglich im Behandlungszimmer Zeuge der
Überdeterminiertheit menschlichen Denkens, Phantasierens, Fühlens und Handelns. Und
auch bei der „World Champion Lady Vampire of all time“ wird es nicht anders gewesen
sein. Ich muss also weiter Ausschau halten und der Überdeterminiertheit auf der Spur
bleiben.
Die Jugendlichkeit ihrer Opfer könnte auf eine Selbstproblematik bei der Gräfin hinweisen.
Bei Simmels Lustmörderin war das Objekt ihres Mordimpulses Substitut ihres Selbst
(Simmel, 97). Hat die Gräfin, indem sie junge Mädchen umbrachte, sich selbst als
ehemalige Jugendliche umgebracht, also eine Teilrepräsentanz von sich ermordet? Das
Detail, dass sie sich beim Morden mit Opferblut besudelt, „selbst lauter Blut war“ (vgl.
Farin, 207), legt diese Vermutung nahe. Es läge ein Verschmelzungsphänomen vor, das
narzisstische Identifizierung mit den Opfern signalisiert, eine Identifizierung, die die
Legende von den kosmetischen Blutbädern, in denen E. Báthory ihr jugendliches
Körperbild zurückzugewinnen hoffte, bereits beinhaltet. Berücksichtigt man, dass Blut und
Milch fürs Unbewusste identisch sind, es im Mittelalter überdies die das Unbewusste
bestätigende Vorstellung gab, Milch sei „weißschäumendes Blut“ (de Mause, 58), so
könnten die Opfer auch eine Objektrepräsentanz, die Mutter oder Amme, vertreten haben.
Interessanterweise spielen Milch und Blut auch bei der Marquise de Brinvilliers eine Rolle,
auch wenn es sich vielleicht nur um eine Phantasie des Chronisten handelt: „In der Stunde
ihrer Geburt – es war die Mitternachtsstunde des 22. Juli 1630 – legte sich der Sturm, der
seit Tagen die Provinzen der Oise und Picardie verwüstet hatte. Eine Stille breitete sich aus,
die man sich nicht erkläre konnte, und plötzlich gellte jener einzige Schrei, mit dem
Madeleine von Aubray sich in der Welt befand. Als sie das erstemal an die Brust der Amme
Virgine Duvernée gelegt wurde, biß sie so fest in das mütterliche Fleisch, dass Blut
hervorsprang und ein schmaler, roter Streif niedertropfend den Hals des Kindes
umkränzte. Dann stockte das Blut, und Madeleine trank ruhig, ohne dass ihre
durchsichtigen und sehr hellen Augen sich geschlossen hätten.“ (v. Naso) Das erste
„Mordopfer“ der Marquise also die Brust der Amme?
Jedoch zurück zur Gräfin. Warum muss sie ihren ehemals jugendlichen Körper
umbringen? Beherbergt er Erinnerungen, die sie löschen will? Was war in ihrer Jugend so
traumatisch? E. Báthory wurde mit 12 Jahren verlobt, mit 15 verheiratet, in der Aristokratie
damals zwar üblich, aber deshalb noch kein Schutz vor Traumatisierung. Wurde die
Jugendliche zu früh mit der Erwachsenensexualität konfrontiert, wurden ihre sexuellen
Gefühle verletzt, hat sie sich vergewaltigt, gewaltsam defloriert gefühlt, war der Verlust der
Jungfräulichkeit eine Kränkung, eine als blutig und sadistisch erlebte Kastration, die sie –
wie in traumatischen Träumen - in den Morden immer wieder reinszenieren musste? Die
Verstümmelung des Unterleibs ihrer Opfer mit glühenden Stäben mag Hinweis in diese
Richtung sein. Die Ehe mit 15 Jahren mit dem Türkenschlächter könnte zu einer
Dissoziation von Soma (dem sexuellen Körper) und Psyche geführt haben. Für Spaltung
und Verleugnung gibt es genügend Anhaltspunkte. So gesehen könnte man die Morde als
Versuch verstehen, das Spaltprodukt Körperich zu eliminieren. An dieser Stelle könnte die
Seelenverwandtschaft mit der Marquise de Brinvilliers am engsten sein, denn diese verlor
bereits mit neun Jahren ihre Jungfernschaft. Ihr Bräutigam, der 20-jährige Vicomte Alfonse
de Turenne, schön, sinnlich, eitel und in Liebesdingen bisher erfolgreich, sei erblasst und
errötet zugleich und verirrte sich, als man ihm das schöne, aber kindliche Weib, seine
Zukünftige, vorstellte. Noch vor der Vermählung vergewaltigte er sie im Park des Schlosses
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und - vor seinem Überich erschauernd – erschoß er sich. Er eröffnete den Todesreigen, er
war der erste Tote der Marquise. Diese spaltete das Erlebnis ab und sagte in der Nacht,
bevor sie sich schlafen legte, zu ihrer Amme: „Virgine, es ist hässlich, wenn ein Mann
zittert.“
Simmel hält das Schicksal des Masturbationskonfliktes für entscheidend dafür, ob eine
Störung der infantilen Triebentwicklung zu neurotischer oder antisozial-krimineller
Erkrankung führt. Während beim Zwangsneurotiker der Gebrauch der Hände zur
Masturbation vom Überich verboten werde, Denken zum Masturbationsersatz würde,
nötigte das Überich seine Patientin dazu, anderen mit ihren Händen anzutun, was sie an
sich selbst nicht tun durfte (Simmel, 96) – sich den „kleinen Tod“ zu besorgen. Dass den
mitmordenden Witwen auf Burg Csejte und anderen Besitztümern der Gräfin, bevor sie
auf dem Scheiterhaufen endeten, die Hände abgerissen wurden, eine eigentlich überflüssige
Vorstrafe, könnte Hinweis dafür sein, dass die damaligen Ereignisse unbewusst
dementsprechend verstanden wurden: als Onanievergehen. Laut Zeugenaussagen galten
auch den Händen der Opfer besondere Peinigungen: Sie wurden auf den Rücken
gebunden, zerstückelt und versengt - eine Vorkehrung gegen Onanie? Dass es sich
tatsächlich um einen Onaniekonflikt gehandelt haben könnte, zeigt folgendes Prozedere:
Die Gräfin ließ einige Mädchen in eiskaltem Wasser erfrieren, so wie Onanisten geraten
wurde, zwecks Abkühlung ihrer Triebe eine kalte Dusche zu nehmen. Es könnte sich hier
aber auch um die Reproduktion eines frühen Traumas der Báthory handeln. Bei der Taufe
war es durchaus Usus, die Kinder in eiskaltes Wasser zu tauchen, um ihnen den Teufel (die
Triebe) auszutreiben (vgl. de Mause, 55). Dass die Opfer nackt waren, u.a. ihre Genitalien
Ziel der gräflichen Attacken wurden, galt als Zeichen für sexuelle Motive, scheinen mir
aber eher Demütigungsmassnahmen gewesen zu sein, zur Belustigung der männlichen
Dienstboten. Ich würde eine traumatische Verletzung der Schamgrenzen bei der Gräfin
selbst vermuten. Ihr Männerhass könnte hier seine Quellen haben. Obwohl bereits mit 15
Jahren verheiratet, bekam E. Báthory erst in ihren Dreißigern Kinder, das letzte mit 38.
Zwei ihrer Kinder sind jung verstorben, damals nicht ungewöhnlich. Gleichwohl - offenbar
gab es Probleme mit Weiblichkeit und Mutterschaft.
In diesem Zusammenhang zog eine der Ermordeten meine Aufmerksamkeit auf sich, weil
sie aus dem Kreis jungfräulicher Opfer herausfiel, eine Abweichung vom Üblichen, die ein
direkter Abkömmling des Unbewussten sein könnte. Von dieser Ermordeten ist verbürgt,
sie sei keine Jungfrau mehr gewesen, sie hätte einen Sohn gehabt. Als die Gräfin davon
erfuhr, habe sich folgende Szene ereignet: In ihrem Zorn hierüber ließ sie der Frau einen
Holzscheit bringen, befahl ihr, diesen nicht nur zu säugen, sondern ihn auch in Windeln zu
wickeln und im Schloss herumzutragen und sprach: „säuge du Metze Dein Kind, lass es
nicht weinen“. Auch des Nachts weckte sie die Frau auf und zwang sie mit Gewalt das
Holzstück zu stillen, als ob es ein Kind wäre (vgl. Farin, 282). Eine Schlüsselszene?
Auffällig ist der Imperativ, die Aufforderung an die Mutter, ihr Kind nicht sich selbst zu
überlassen, es immer bei sich zu tragen und zu stillen: die Forderung also, eine Mutter habe
ideal zu sein. Das könnte ein unbewusster Vorwurf an die Adresse der eigenen Mutter bzw.
der Amme sein. Dem Imperativ liegt vermutlich ein extremer Mangel an oral-narzisstischer
Zufuhr zugrunde, den die Gräfin als Kleinkind hat hinnehmen müssen, eine körperliche
und emotionale Deprivation. Ungeschicktes Hantieren der Dienstmädchen bei der
Körperpflege der Gräfin wurde für diese stets (wie oben erwähnt) Auslöser für irrsinnige
Wut, eine mörderische narzisstische Wut. Ihre Raserei wurde immer wieder mit
Leidenschaft oder Rausch verwechselt. Anstatt distanzierende Hinrichtungsgerätschaften
und -rituale zu benutzen, legte die Gräfin selbst Hand an. Ihr Vernichten war nicht kalt
berechnend, sondern sinnlich-leibnah und damit affektnah. Phallisch identifiziert, trat,
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peitschte, stach sie eigenhändig bis zur Erschöpfung und biss schließlich Fleischfetzen aus
den Körpern ihrer Opfer. Anlässlich unsachgemäßer Körperpflege müssen bei der Gräfin
frühe somatische Erinnerungen als somatischer Sadismus impulshaft durchgebrochen und
daraufhin abgespalten worden sein, denn nach ihren tödlichen Wutanfällen machte sie
ihren Helfern Geschenke und betete für ihre Opfer. Vermutlich hatte sich bei der Gräfin
ein extrem hohes, äußert anspruchsvolles Körperich-Ideal gebildet, so dass sie bei jeder
Unzulänglichkeit ihrer Toilette in einen terroristischen Zustand geraten sein muss (vgl.
Grunberger, 1984).
Die getriggerte körperliche Raserei der Gräfin könnte direkte Folge eines Wickeltraumas
gewesen sein - die Säuglinge wurden damals regelrecht verschnürt, „in Windeln geschlagen“
(anstatt gehüllt), wie ein Zeuge sagte -, Folge frühkindlich erzwungener Passivität, wie
überhaupt die angewandten Mordpraktiken das damals übliche Arsenal traumatogener
Erziehungs- und Pflegepraktiken (deren soziokulturelle Funktion hier nicht erörtert werden
kann) widerzuspiegeln scheinen. Tatsächlich wurden die Opfer mit dem Versprechen der
Erziehung in das gräfliche Gynaecaeum gelockt, welches in vielfacher Weise an das von
Winterstein (1928) beschriebene „Mädchenexil“ erinnert. Das Morden wäre verstehbar als
die unablässige Wiederholung frühkindlicher Erziehungsbeschädigung, bei der sich die
Gräfin bis zur Erschöpfung retraumatisierte. Erzsébet Báthory wäre mithin historische
Zeugin der verheerenden Wirkung mittelalterlicher Kinderstube.
Das Zerschneiden und Zerbeißen der Brüste und Hintern sowie das Verstümmeln der
Genitalien der Opfer zeigt den Hass und den Wunsch nach Eliminierung des WeiblichMütterlichen. So liegt der Verdacht nahe, die beginnende Gebärfähigkeit machte das
Spezifikum der Opfer aus. Man könnte meinen, sie wollte der Welt vorsorglich schlechte
Mütter ersparen, eine Variante des Herodes-Motivs. Die Schlüsselszene macht aber auch
den unbewussten Appell der Báthory an ihre Umgebung und Nachwelt sichtbar: Gebt mir
die frühkindlich vermisste narzisstische Zuwendung! Das ist ihr gelungen. 225 Zeugen
befassten sich mit ihr, ferner eine Crew von Schriftstellern, Malern, Historikern,
Wissenschaftlern und Regisseuren. Und sie wurde zum „Champion der Vampire“ gekürt.
Welch oral-narzisstische Zufuhr! Der Irrtum der Nachwelt: Sie war vermutlich keine gierige
Blutsaugerin, sondern ein tief gekränkter Säugling, der nach Milch und Zuwendung lechzt.
Die in Farins Buch abgebildeten Portraits der Gräfin zeigen das noch Kleinkindhafte in
ihren Gesichtszügen.
Aus struktureller Perspektive betrachtet, handelt es sich wohl um den externalisierten
Kampf zwischen grausamem Überich und Es. Die Vielzahl der Morde lässt vermuten, es
könnte sich um einen zwanghaften Impuls zum Morden gehandelt haben. Zwar lassen die
Zeugen Hinweise auf sexuelle Erregung beim Morden durchblicken, meinem Eindruck
nach empfand die Gräfin aber eher Beruhigung ihres archaisch-sadistischen Überichs,
externalisiert in den alten Witwen, die sie fürchtete und denen sie sich masochistisch
unterwarf (Farin, 166,197). Dass die Gräfin den Mädchen Fleisch von deren eigenem
Körper zu essen gab, diente wohl auch der Entlastung vom Druck des Überichs: ihre
kannibalischen Wünsche konnte sie so auf ihre Opfer projizierten. Die Opfer, als Huren
beschimpft, wurden zu Repräsentanten des Es der Gräfin, diese zum exekutiven
Rudimentär-Ich, das die Strafe vor den Augen der zu Zeugen gemachten alten Witwen (das
Überich der Gräfin) vollstreckt, als wolle sie ihnen demonstrieren: so strafe ich mich, ihr
könnt zufrieden mit mir sein. Opfer, Gräfin und Witwen bilden einen sadomasochistischen Dreierbund, ähnlich dem von Khan (1983, S. 305) für den Masochismus
beschriebenen.
Der Zwang zum Morden wird ersichtlich aus einer Zeugenaussage: Die Gräfin konnte nur
essen und trinken, wenn sie zuvor ein Mädchen umgebracht hatte (vgl. Farin, 323). Das
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klingt nach Dressur, als ob die orale Befriedigung an Bedingungen geknüpft gewesen wäre.
De Mause (65) berichtet von einer Auffassung des 17. Jahrhunderts, nach der die Kinder
vor dem Säugen erst Stuhlgang haben müssten, damit sich die Milch nicht mit den
Exkrementen mische. Bei E. Báthory war es so, dass sie sich zum Schluss keine Mühe
mehr gab, die Leichen zu vergraben. Sie lagen herum, bis sie rochen, als wären sie Faeces,
als habe die Gräfin erst defäzieren müssen, bevor sie essen durfte. Aus struktureller Sicht
gesehen: Sie darf erst essen, wenn das anale Überich mit ihr zufrieden ist. In diesem
Kontext werden die Szenen mit dem vergifteten Kuchen verständlich, zeigen sie doch die
Fixierung der Gräfin an die orale (Kuchen) und anale (Gift) Phantasiewelt.
Mord und die Tatwiederholung dienten der Gräfin zur psychischen wie somatischen
Stabilisierung. Wenn Onanie eine Rolle gespielt hat, dann in der pathologischen Form der
Zwangsonanie. Hände sind neben dem Mund des Säuglings erstes Werkzeug zur Abfuhr
oral-aggressiver Spannung. Die Möglichkeit zur Spannungsabfuhr (und zur Gegenwehr)
war den Opfern durch Verstümmelung ihrer Hände genommen (wie der Gräfin als Kind?).
E. Báthory führte Spannung durch Prügeln, Stechen, Brennen und Beißen ab – bis zur
Erschöpfung. Erst dann war sie offenbar zur Nahrungsaufnahme fähig. Abfuhr
nichtgenitaler Spannung und Zufuhr von Zuwendung über Autoerotik sind Zweck der
Zwangsonanie, der jedoch unerfüllt bleibt, wie in der Perversion auch. Bei E. Báthory
könnte die Zwangsonanie nochmals pathologisch zum „Zwangsmord“ verzerrt gewesen
sein.
Schließlich stellt sich die Frage, was geschehen wäre, hätte die Gräfin keine Gelegenheit
zum Morden gehabt. Weiter dekompensieren hätte sie kaum können. Ein Zeuge berichtet:
„Als die Herrin plötzlich krank geworden war, so daß sie niemand schlagen konnte, zog sie
den Zeugen zu sich, und hat ihm ein Stück aus den Wangen und den Schultern gebissen.“
(Farin, 208). In der Abhängigkeit und Ohnmacht als Kranke gebärdete sie sich wie ein
aggressiver Säugling, der die Mutter in die Brust beißt. Vielleicht wäre sie suizidal
geworden. Dann wären die Morde eine Selbstmordprophylaxe gewesen. Möglicherweise
findet sich eine Antwort auf all die Fragen darin, dass „World Champion Lady Vampire“ in
Gefangenschaft schließlich, wie vermutet wurde, an Hunger (!) bzw. Wahnsinn verstorben
sei. Es fehlten ihr blutjunge, besser: junge blutende Frauen, die sie hätten säugen müssen
mit ihrem „weißschäumenden Blut“. Der tödliche Verlauf eines frühkindlichen Traumas?
„Säuge du Metze Dein Kind …“
Literaturangaben
Ferenczi, S. (1922): Soziale Gesichtspunkte bei Psychoanalysen. In: Bausteine zur
Psychoanalyse, Bd. 2. Bern/Stuttgart/Wien: Huber 1984, 3. Aufl., 292-297
Grunberger, B.: (1984): Von der Reinheit. Ztschr. f. psa. Theorie u. Praxis, I, 1-1986, 44-65
de Mause, L. (Hrsg.) (1977): Hört ihr die Kinder weinen. Frankfurt: Suhrkamp.
Khan, M. Masud R. (1983): Entfremdung bei Perversionen. Frankfurt: Suhrkamp
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© Thomas Ettl, 2009
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