Varianz-Swaps statt Volatilitäts-Futures

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Varianz-Swaps statt Volatilitäts-Futures
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20.05.2008
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PRODUKTE & STRATEGIEN: VOLATILITÄT
Varianz-Swaps statt Volatilitäts-Futures
Der Einsatz von Volatilitätsderivaten am Beispiel der Union Investment.
A
ufgrund der Illiquidität europäischer
gegen anhaltende Marktschwäche dar, wie
Volatilität zum Aktienmarkt den Einsatz von
Volatilitäts-Futures hat sich die Union
unschwer zu erkennen ist.
Volatilitätsderivaten zum Schutz vor einem
Investment dazu entschieden, den
Während die implizite Volatilität im August
Crash geradezu prädestiniert, bietet sich
der Tausch von im-
Handel von reiner impli-
» Volatilität will aktiv
ziter Volatilität durch eine
Kombination von OTCgehandelten
Swaps
Varianz-
ter Volatilität zur Einnahme einer mittel-
über Varianz-Swaps
gemanagt sein. «
vorzunehmen.
Für diese Vorgehensweise spricht neben den
genannten
pliziter und realisier-
Liquiditäts-
fristigen Risikoprämie
an.
Union
Swaps
ein.
Wenn
man nach erfolgtem
ßere Flexibilität. Während Volatilitäts-Futures die implizite Vola-
2007 und im Januar dieses Jahres sprung-
Abtauchen des Marktes von einer Markt-
tilität von Optionen mit konstanter Rest-
haft anstieg, bildeten sich diese Volatili-
erholung oder einer seitwärts gerichteten
laufzeit von 30 Tagen handelbar machen,
tätsspitzen in der Folge verhältnismäßig
Entwicklung ausgeht, scheint es ratsam, an
können mit OTC-Instrumenten auch ande-
schnell wieder von den erreichten Extrem-
eine Realisierung von Crash-Protection-
re Laufzeiten abgebildet werden. Unter
werten zurück. Aus diesem Grund halten
Gewinnen und den erneuten Aufbau einer
den Aspekten der Absicherungs- und Kos-
es die Experten der Union Investment wie
Position
auf
niedrigerem
Niveau
zu
denken. Rechnet man jedoch mit
teneffizienz bietet sich eine Abbil-
Verbesserung des Rendite-Risiko-Profils
der Fortsetzung eines Marktab-
drei Monaten an: Während die
Dreimonatsvolatilität in turbulenten
Entwicklung des DJ EuroStoxx 50 TR Index mit und ohne Volatilitätsexposure.
ger das reine Volatilitätsexposure
dung der Dreimonatsvolatilität in
schwungs, sollte der aktive Mana-
Marktphasen eine hinreichende
durch eine Put-Option ersetzen,
Sensitivität aufweist, bleiben die
die aufgrund ihres Gammas Ab-
Kosten eines vierteljährlichen Rol-
sicherung garantiert. Den Produkt-
lens der Varianz-Swaps über-
einführungsprozess für die Inves-
schaubar.
tition in Volatilität hat Union Invest-
Aktives Management bevorzugt
ment im Sommer 2007 abge-
passiven
schlossen, ihre Prozesse und Risi-
Implementierung der Assetklasse
komanagementsysteme sind somit
Volatilität favorisiert Union Invest-
auf dieses erweiterte Diversifika-
ment einen aktiven Management-
tionsinstrument abgestimmt.
Entgegen
einer
rein
ansatz. Diese Einschätzung findet
Marktumfeld der letzten Monate.
Der Einsatz von Varianz-Swaps führt langfristig nicht zu mehr Rendite,
aber doch dazu, dass die gleiche Rendite mit einem geringeren Risiko
erwirtschaftet wird. Dadurch verbessert sich die Sharpe Ratio beträchtlich.
Wie die Grafik „Verbesserung des
Quelle: *Berechnung des Forward Varianz Zertifikats auf Basis von Mid Variance Swap Rates, Stand: 20. Feb. 2008
ihre Bestätigung in dem volatilen
Rendite-Risiko-Profils“ zeigt, ver-
F OTO : © U N I O N I N V E S T M E N T
setzt
Investment
selektiv OTC-Varianz-
Dominic Hartman, Portfoliomanager bei Union Investment
vorteilen auch eine grö-
Hierzu
Einsatz in Kundenportfolios später
Aufgrund der derzeitigen Marktmeinung des Hauses, verbunden
mit der stark angestiegenen Volatilität, hat man Varianz-Swaps
bessert eine kontinuierliche Beimischung
Portfoliomanager Dominic Hartmann für
noch nicht in bestehenden Kundenport-
von 15 Prozent Volatiltätsexposure, darge-
sehr wichtig, nach einem Anspringen der
folien eingesetzt. Man ist jedoch davon
stellt durch ein Rolling-Forward-Varianz-
Volatilität auch eine aktive Management-
überzeugt, dass Volatilität aufgrund ihrer
Zertifikat, zwar das Rendite-Risiko-Profil
entscheidung zu treffen. Während die weit-
Asymmetrie ein Baustein der Portfolio-
deutlich, stellt aber keine Absicherung
gehend negative Korrelation der impliziten
absicherung ist.
skandinavische und niederländische Pensionskassen mit traditionell hohem Aktienexposure darüber nachdenken, wie sie mit
Volatilität sinnvoll umgehen können. Viele
beginnen sie als eigene Assetklasse und
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Diversifikationsinstrument zu begreifen.
Wie Volaris Volatility Management, der
Volatilitätsspezialist in der Credit-SuisseGruppe, feststellte, gibt es immer mehr
Closed-End Funds, die Strategien des Vola-
tilitätsmanagements einsetzen. Deren Volumen hat sich in den letzten drei Jahren in
etwa verzehnfacht. Weiteres kräftiges
Wachstum ist jedenfalls trotz des sperrigen
Charakters der Volatilität zu erwarten.
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