Reisebericht Sylt 2009

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Reisebericht Sylt 2009
Vogelparadies Sylt
Herbst- und Wintergäste auf Deutschlands nördlichster Insel
BirdLife-Reise 12. – 16. Oktober 2009
Exkursionsbericht Norbert Pühringer
Scharnstein, Dezember 2009
Reiseablauf:
12. Oktober: Abfahrt schon um 3:00 in Wien mit einem Reisebus der Fa. „Sab-Tours“ mit
Zustiegsmöglichkeiten in St. Pölten, Linz und Ansfelden. Weiterfahrt über Passau, Nürnberg,
Hannover und Hamburg bis Niebüll, wo wir aufgrund der gewaltigen Fahrtstrecke gerade
noch den vorletzten Autozug des Tages um 20:00 erreichen. Nach der Überfuhr mit dem
Autozug über den Hindenburgdamm nach Sylt treffen wir erst nach 21:00 im „Hotel Aubis“
in Westerland ein. Die neu renovierten und sehr komfortablen Zimmer entschädigen uns
allerdings für die Strapazen der langen Reise. Unser Bus stand uns dann samt dem Fahrer
Klaus Wagner auch die nächsten Tage zur Verfügung.
13. Oktober: Abfahrt um 8:00 nach Hörnum, anschließend am Vormittag Wanderung um die
Südspitze von Sylt, die so genannte Hörnumer Odde. Sandstrand und Dünenlandschaft waren
hier prägende Landschaftselemente. Aus kurzer Distanz und sehr gut zu beobachten waren die
ganze Gehstrecke entlang gesamt 5-6 Sterntaucher, teilweise noch im Prachtkleid. Neben
zahlreichen Kleinvögeln beeindruckten besonders 2 Wanderfalken und eine
Brandseeschwalbe. Bestens zu beobachten waren außerdem 2 Strandpieper und ein
Meerstrandläufer an der Südspitze an den zum Küstenschutz aufgetürmten Tetrapoden. Immer
wieder zeigten sich außerdem Seehunde direkt vor dem Strand in geringer Distanz.
Mittagessen im Restaurant bei der Kampener Vogelkoje (mit sensationell hohen
Getränkepreisen!), danach Besichtigung der Kampener Vogelkoje. Diese restaurierte
historische Anlage mit einem künstlich angelegten Süßwasserteich im Zentrum diente dem
Entenfang im großen Stil. Im Watt vor der Vogelkoje boten sich herrliche
Beobachtungsbedingungen vom Damm aus. Hier präsentierten sich die ersten größeren
Limikolentrupps aus Pfuhlschnepfen, Gr. Brachvögeln, Goldregenpfeifern und
Alpenstrandläufern. Am Abend noch ein kurzer Ausflug zum Watt vor der Braderuper Heide
mit wiederum sehr vielen Limikolen, u. a. Gold- und Kiebitzregenpfeifern im direkten
Vergleich, 3 Dunklen Wasserläufern und vielen Brand- und Ringelgänsen. Abendessen, wie
auch in den nächsten Tagen, im Restaurant „Kiek In“ in Westerland in der Nähe des Hotels.
14. Oktober: Abfahrt wieder um 8:00 zum Rantumbecken. Hier waren besonders die
Vogelmassen beeindruckend. Über dem Watt in der Nähe des kleinen Hafens zeigten
Schwärme von mind. 2000 Pfuhlschnepfen unglaubliche Flugmanöver, auch hier wieder
andere Limis wie Gr. Brachvogel, Bekassine, 1 Grünschenkel, 15 Dunkle Wasserläufer und
am Rückweg sogar noch 6 Säbelschnäbler. Im und auch außerhalb des abgedeichten
Rantumbeckens waren riesige Trupps Pfeifenten dominierend, in kleineren Mengen auch
Spieß-, Schell- und Löffelenten sowie Mittelsäger. Βesonders interessant war ein HybridErpel Spieß- x Stockente! Wir wanderten den Damm des Rantumbeckens entlang und hatten
von hier aus erhöhter Position herrliche Einblicke in das z. T. stärker verschilfte Becken und
das Watt außerhalb. Stets präsent waren hier wieder Rotschenkel, Alpenstrandläufer und
besonders auch Steinwälzer in geringer Distanz; trotz intensiver Suche konnten wir jedoch
nur einen einzelnen Knutt aufspüren. Am Schilfrand zeigte sich noch eine Wasserralle sehr
ausgiebig, weiters eine Rohrammer und Rufe zumindest einer Bartmeise waren gut zu hören.
Der beißend-kalte Wind machte uns enorm zu schaffen und ein Teil der Gruppe trat schon
vorzeitig den Rückweg entlang des Dammes an. Optional besuchte daher ab Mitte Nachmittag
ein Großteil der Gruppe als Ersatzprogramm das Sylt-Aquarium in Westerland. Eine
eingefleischte Birder-Gruppe aus 6 Personen nutzte nochmals die restlichen Stunden zu einem
Besuch am Strand bei Braderup, wo wir neben den üblichen Limikolen- und Entenarten als
Highlight einen Raubwürger ausmachen konnten. Christiana und Alfred Ratz marschierten zu
Fuß von Rantum entlang des Weststrandes bis nach Westerland und hatten dort das Glück,
einen Schweinswal zu entdecken!
15. Oktober: Um 8:00 Abfahrt in den Norden der Insel nach List. Der Wind hatte im
Vergleich zum Vortag nochmals an Kälte und Heftigkeit zugelegt! Vom Hafen aus gingen wir
entlang des Strandes und am Damm Richtung Norden. Hier wird eine größere Bucht, der so
genannte „Königshafen“, von einer Landzuge eingefasst. Im Königshafen liegt die Insel
„Uthörn“, ein bedeutendes Seevogelbrutgebiet, die allerdings nur bei Hochwasser eine
wirkliche Insel darstellt und sonst eine Halbinsel bildet. Neben hautnahen Austernfischern
zeigte sich hier endlich die erste Trauerente, es wimmelte außerdem von Sanderlingen, die wir
bisher vergeblich gesucht hatten. Im „Lister Koog“, einem Teichgebiet im Hinterland des
Dammes, rasteten wieder hunderte Pfeifenten, außerdem Krick-, Spieß- und Löffelenten. In
einer dahinter liegen Schafweide grasten ca. 60 Graugänse und dort hielt sich auch ein
größerer Trupp Goldregenpfeifer auf. Vor der Insel Uthörn grasten fast hautnah ca. 100
Ringelgänse und in einem Feldlerchentrupp konnten wir endlich die lang ersehnte
Ohrenlerche entdecken! Eine späte Heringsmöwe rastete in einem gemischten
Möwenschwarm und am Abend wurden am Sandstrand (!) nochmals 3 Meerstrandläufer
entdeckt. Mittagessen in List, ab 14:00 stand dann der Besuch des „Erlebniszentrums
Naturgewalten“ in List am Programm. In dem neu errichteten Gebäude wird hier in einer
eindrucksvollen multimedialen Ausstellung Sylt als imposanter Lebensraum im Kampf gegen
die Naturgewalten vorgestellt. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ökosystem
Watt und natürlich seiner Funktion als Drehscheibe des Vogelzuges.
16. Oktober: Um dem freitäglichen Stau zu entgehen und nicht erst im Morgengrauen
heimzukommen, beschließen wir schon um 8:00 den Autozug in Westerland anzupeilen. Nach
den drei sonnigen – wenn auch kalten und windigen – Tagen hatte das Wetter schon am
Morgen umgeschlagen. Es regnete leicht und vor allem blies ein beachtlicher Sturm aus
Nordwest. Ohne ein Wort an unseren Busfahrer zu richten, ließ man uns am Bahnhof stehen
und der Autozug fuhr ohne uns ab! Grund war der Sturm, bei dem für größere Fahrzeuge die
Gefahr bestand, vom Waggon geblasen zu werden. Nach heftiger Intervention unseres Fahrers
– ein anderer Bus und Lkw´s wurden auch transportiert – konnten wir dann erst den Zug um
10:00 nehmen. Der Ausblick vom Autozug aus in das Watt beiderseits des
Hindenburgdammes entschädigte uns zumindest teilweise für die zermürbende Warterei: Hier
rasteten tausende Brandgänse und vielleicht waren sogar österreichische Brutvögel darunter,
die auch zur Mauser ans Wattenmeer fliegen. Auf der Festlandseite erwarteten uns vor
Niebüll zumindest 1000 Weißwangengänse, die wir auf Sylt nicht gesehen hatten. Aufgrund
der mehrstündigen Verspätung kamen wir exakt in den Freitagsstau im Großraum Hamburg
und waren um 16:00 immer noch erst knapp südlich von Hamburg! Gegen Abend löste sich
das Gewimmel auf den norddeutschen Autobahnen dann aber allmählich auf und der
gesetzlich vorgeschriebene Zweitfahrer brachte uns ab Nürnberg nach Österreich. Ankunft im
Raum Linz allerdings erst um 3:00 früh, in Wien um ca. 5:30!
Artenliste:
Sterntaucher (Gavia stellata): Sterntaucher waren nur am 13.10. an der Südspitze der Insel,
der Hörnumer Odde, zu beobachten. Bei offensichtlich noch starkem Zuggeschehen zeigten
sich mindestens 5 einzelne Ex. (z. T. noch ad. im Pk.) sehr nahe am Strand.
Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis): 3 Ex. im Teich der Kampener Vogelkoje am 13.10.,
ein weiterer Vogel am 15.10. im Lister Koog.
Haubentaucher (Podiceps cristatus): 2 Ex. am 13.10., 5 Ex. am 14.10. im Rantumbecken.
Eissturmvogel (Fulmarus glacialis): Es gelang nur der indirekte Nachweis eines glücklosen
Gastes: Ein Handflügel (Rupfung oder Riss) am 14.10. am Damm des Rantumbeckens.
Kormoran (Phalacrocorax carbo): Sehr häufig zu beobachten, am 13.10. ca. 50 Ex. in
kleineren Formationen in Hörnum, am 14.10. mindestens 10 Ex. im Rantumbecken,
Einzelbeobachtungen auch am 15.10.
Graureiher (Ardea cinerea): Beobachtungen an allen 4 Tagen auf Sylt, z. B. je 3 Ex. am
14./15.10.
Höckerschwan (Cygnus olor): Die Art war nur im Süßwasser des Rantumbeckens zu finden,
hier hielten sich am 14.10. mehr als 100 Vögel auf.
Graugans (Anser anser): An allen Tagen präsente und sehr häufige Art, maximal etwa 60
Tiere am 15.10. in einer Schafweide bei List.
Weißwangengans (Branta leucopsis): Diese nordische Gans war auf Sylt nicht zu finden. Bei
der Rückfahrt mit dem Autozug aufs Festland empfingen uns jedoch auf den Äckern vor
Niebüll am 16.10. Schwärme von gesamt mind. 1000 Ex.!
Ringelgans (Branta bernicla): Bereits zahlreiche Wintergäste aus der arktischen Tundra, die
größten Ansammlungen waren je mind. 100 am 14.10. im Rantumbecken und am 15.10. im
Lister Königshafen.
Brandgans (Tadorna tadorna): Häufiger Brutvogel und Mausergast auf Sylt, mind. 50 am
14.10. im Rantumbecken, ca. 500 am 15.10. im Königshafen und gewaltige Trupps von
1000en Vögeln im Watt entlang des Hindenburgdammes bei der Rückfahrt mit dem Autozug.
Stockente (Anas platyrhynchos): Verbreitet in allen Süßgewässern der Insel zu beobachten,
vereinzelt auch an der Küste.
Schnatterente (Anas strepera): Diese Schwimmente zeigte sich nur im Süßwasser des
Rantumbeckens, hier hielten sich am 14.10. etwa 10 Vögel auf.
Krickente (Anas crecca): Kleinere Trupps am 13./14. 10., etwa 200 am 15.10. in Teichen am
Lister Koog.
Spießente (Anas acuta): Einzelvögel am 13./15.10.; mind. 40 am 14.10. im Rantumbecken
und außerhalb entlang des Dammes. Bemerkenswert war ein offensichtlicher Hybriderpel
Spieß- x Stockente im Rantumbecken, der intermediäre Merkmale der beiden Arten zeigte
und von Norbert Ramsauer entdeckt wurde.
Löffelente (Anas clypeata): Diese Schwimmente war nur an zwei Stellen im Süßwasser zu
finden, mind. 50 Ex. am 14.10. im Rantumbecken, 8 Ex. am 15.10. im Lister Koog.
Pfeifente (Anas penelope): Die mit Abstand häufigste Schwimmente auf Sylt, z. B. 1000e
Vögel im Rantumbecken bzw. im Watt südlich davon am 14.10.
Reiherente (Aythya fuligula): Nur wenige Beobachtungen: Je 1 Ex. am 13./15.10. in der
Kampener Vogelkoje und im Lister Koog und 2 Ex. am 14.10. im Rantumbecken.
Eiderente (Somateria mollissima): Diese Meeresente ist um Sylt sehr häufig und konnte
täglich beobachtet werden, z. B. mehr als 100 Ex. am 15.10. im Raum List.
Trauerente (Melanitta nigra): Von den üblicherweise auf dem offenen Meer vor Sylt
mausernden Trupps war vom Strand aus nichts zu sehen. Der einzige Vogel (♂) präsentierte
sich für alle gut sichtbar und relativ nahe am 15.10. in List.
Schellente (Bucephala clangula): 2 schlichte Vögel zeigten sich am 13.10. bei Kampen, etwa
15 waren am 14.10. im Rantumbecken.
Mittelsäger (Mergus serrator): Die einzige Sägerart der Syltreise war regelmäßig vor allem
an der Küste zu beobachten. Etwa 8 Tiere am 13.10. in Hörnum und Kampen, 20 am 14.10.
im Bereich des Rantumbeckens.
Kornweihe (Circus cyaneus): Traditionell hält sich die Kornweihe als Durchzügler und
Wintergast auf Sylt auf. Die einzige Beobachtung eines schlichten Vogels gelang Ursula
Kalaminec im Raum Rantum am 14.10.
Mäusebussard (Buteo buteo): Neben dem Turmfalken der häufigste Greifvogel auf der Insel,
besonders im Bereich von Viehweiden und Grünland. Max. 4 Ex. am 14.10.
Turmfalke (Falco tinnunculus): Regelmäßig zu beobachten, unter anderem auch entlang der
größeren Straßen und jagend über Dünen.
Wanderfalke (Falco peregrinus): Angelockt von den Vogelmassen zeigen sich
Wanderfalken regelmäßig zur Zugzeit und im Winter auf der Insel. 2 Ex. konnten am 13.10.
an der Südspitze bei Hörnum beobachtet werden, mind. 1 davon war juvenil.
Fasan (Phasianus colchicus): 4 Ex. am 13.10. in einer Gebüschflur der Braderuper Heide, je
1 Ex. am 14./15.10.
Wasserralle (Rallus aquaticus): Am 14.10. präsentierte sich 1 Vogel völlig frei am
Schilfrand des Rantumbeckens und war für einem Teil der Gruppe herrlich zu beobachten.
Teichhuhn (Gallinula chloropus): Einzige Beobachtung war 1 juv. am 14.10. am Damm des
Rantumbeckens.
Blässhuhn (Fulica atra): Vereinzelt in Süßwasserteichen auf der Insel, besonders präsent
allerdings im Rantumbecken, wo am 14.10. mind. 100 Ex. gezählt wurden.
Austernfischer (Haematopus ostralegus): Eine der Charakterarten der Sandstrände und des
Watts, 100e Vögel hielten sich z. B. am 14.10. im Rantumbecken auf, weitere ca. 100 am
15.10. im Lister Königshafen.
Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta): Der Großteil der lokalen Brutvögel war
offensichtlich schon abgezogen, 6 Tiere konnten allerdings noch am 14.10. im Watt bei
Rantum entdeckt werden.
Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula): An zwei Exkursionspunkten auffällig und sehr gut
zu beobachten: Am 13.10. etwa 10 Vögel im Watt vor der Kampener Vogelkoje und am
15.10. 3 Ex. bei Braderup.
Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria): An allen Exkursionstagen jeweils etwa 100 Ex.; am
13./14.10. im Watt vor Kampen und Rantum, am 15.10. in einer Schafweide bei List und am
16.10. vom Autozug aus noch ein größerer Trupp auf Wiesen bei Keitum.
Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola): Im Vergleich zum Goldregenpfeifer war die Art
nur in Einzelexemplaren und kleinen Gruppen zu beobachten. Am 13.10. mind. 5 Ex. und am
14.10. 3 juv. im Watt vor der Braderuper Heide, im direkten Vergleich mit Goldregenpfeifern
in nächster Nähe! Am 15.10. noch 2 im Lister Königshafen.
Kiebitz (Vanellus vanellus): Am Strand eher spärlich vertreten; 4 Ex. am 14.10. am Damm
des Rantumbeckens, 10 Ex. am 15.10. im Lister Koog und ca. 100 vom Autozug aus auf
Wiesen in der Nähe von Keitum.
Knutt (Calidris canutus): An sich einer der häufigsten Wintergäste unter den nordischen
Limikolen, wir hatten jedoch Mühe überhaupt welche zu entdecken: Ein Einzelvogel am
14.10. im Rantumbecken und am 15.10. 5 Ex. in nächster Nähe zum Damm bei List und sehr
gut zu beobachten.
Sanderling (Calidris alba): Trotz intensiver Suche war der Sanderling an der Hörnumer
Odde nicht zu finden, allerdings wurden wir am 15.10. im Königshafen mit mind. 25 Ex. auf
geringe Distanz belohnt. Am Abend auch noch 3 Ex. in Westerland an der Kurpromenade.
Meerstrandläufer (Calidris maritima): Auf der sandigen Insel gibt es für diesen Spezialisten
nur wenige geeignete Habitate; wie zu erwarten, zeigte sich 1 juv. am 13.10. an den
Tetrapoden der Hörnumer Odde. Der Vogel konnte von allen Exkursionsteilnehmern
beobachtet werden, wurde allerdings von einem Angler derart bedrängt, dass er schließlich
die Flucht ergriff. Norbert Ramsauer konnte noch 3 Ex. am Abend des 15.10. in List am
Sandstrand (!) entdecken.
Alpenstrandläufer (Calidris alpina): Die mit Abstand häufigste der kleinen Limikolen. Etwa
20 Ex. am 13.10. in Kampen, jeweils mind. 150 dann am 14.10. bei Rantum und am 15.10. im
Lister Königshafen bzw. an der Insel Uthörn.
Bekassine (Gallinago gallinago): Jeweils 6 Ex. konnten wir im Hafengelände in Rantum am
14.10. und im Lister Koog am 15.10. entdecken.
Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica): Eine Charakterart des Wattenmeeres im Herbst und
Winter und eine der häufigsten hier überwinternden Limikolen. Mind. 100 Ex. am 13.10. bei
Kampen, ein riesiger Schwarm aus mind. 2000 Ex. am 14.10. südlich des Rantumbeckens und
noch ca. 30 Ex. am 15.10. im Lister Königshafen.
Großer Brachvogel (Numenius arquata): Die Art konnte täglich beobachtet werden, meist
waren es Einzelvögel oder kleinere Trupps. Max. 60 Ex. zeigten sich am 14.10. im Watt
südlich des Rantumbeckens.
Dunkler Wasserläufer (Tringa erythropus): 3 Ex. konnte ein kleiner Teil der Gruppe am
13.10. vor Braderup entdecken, 15 zeigten sich dann ausgiebig am 14.10. im Rantumbecken.
Rotschenkel (Tringa totanus): Der mit Abstand häufigste Wasserläufer war an allen Tagen
gut zu beobachten. Sehr häufig waren Rotschenkel mit mind. 100 Ex. am 14.10. im
Rantumbecken.
Grünschenkel (Tringa nebularia): Jeweils 1 Ex. ließ sich am 14.10. bei Rantum und am
15.10. im Lister Koog blicken.
Steinwälzer (Arenaria interpres): Relativ häufige und gut zu beobachtende Limikole: 3 Ex.
am 13.10. in Kampen, ca. 50 Ex. am 14.10. im Rantumbecken und 10 Ex. am 15.10. im
Königshafen in List.
Lachmöwe (Larus ridibundus): Allgegenwärtig und häufig mit täglichen Beobachtungen von
50 bis über 100 Ex.
Sturmmöwe (Larus canus): Immer wieder einzeln und in kleinen Trupps in den rastenden
Möwenschwärmen; je 2 am 13./14.10. und ca. 10 Ex. am 15.10. in List.
Heringsmöwe (Larus fuscus): Eine einzelne Heringsmöwe (ad., L. f. intermedius) konnten
wir noch in einem Möwentrupp im Lister Königshafen am 15.10. entdecken.
Silbermöwe (Larus argentatus): Allgegenwärtig mit Beobachtungen an allen
Exkursionszielen.
Weißkopfmöwe (Larus michahellis/cachinnans): 1 ad. unter Silbermöwen im Watt vor der
Kampener Vogelkoje.
Mantelmöwe (Larus marinus): Täglich zu beobachten, je 2 Ex. am 13./14.10., ca. 5 Ex. am
15.10. in List und 1 Ex. am 16.10. in Keitum vom Autozug aus.
Brandseeschwalbe (Sterna sandvicensis): Die einzige Seeschwalben-Beobachtung während
der Reise betraf eine überfliegende Brandseeschwalbe am 13.10. an der Südspitze, der
Hörnumer Odde.
Straßentaube (Columba livia f. domestica): Die Suche im Hauptort Westerland verlief
erfolglos, erst auf der Rückfahrt mit dem Autozug konnten wir am 16.10. 2 Ex. im Flug in
Keitum entdecken!
Ringeltaube (Columba palumbus): Sehr häufig im Siedlungsraum und in den Gärten, immer
wieder waren auch offensichtliche Zugtrupps zu beobachten.
Türkentaube (Streptopelia decaocto ): Nur Einzelvögel und Paare in den Siedlungen, fast
täglich im Raum Westerland.
Feldlerche (Alauda arvensis): 4 Ex. am 13.10. in Hörnum, 2 Ex. am 14.10. in Rantum und
ein Trupp aus ca. 10 Vögeln in der niedrigen Strandvegetation an der Insel Uthörn im Lister
Königshafen am 15.10.
Ohrenlerche (Eremophila alpestris): Die einzige – lang ersehnte – Ohrenlerche konnten wir
unter den Feldlerchen im Lister Königshafen entdecken. Aufgrund des extrem starken Windes
und der größeren Distanz hatten nicht alle Teilnehmer die nötige Geduld, den Vogel auch gut
zu sehen.
Rauchschwalbe (Hirundo rustica): Erstaunliche ca. 30 Ex. zogen noch am 13.10. in
Kleingruppen an der Hörnumer Odde nach Süden, immer im Windschatten der Dünenkämme.
Einzelbeobachtungen auch am 14. und 15.10.
Wiesenpieper (Anthus pratensis): Von 13. bis 15.10. täglich 10-50 Ex. in Einzelexemplaren
und kleinere Trupps; starkes Zuggeschehen und einer der häufigsten Kleinvögel.
Strandpieper (Anthus petrosus): Die Art konnte nur am 13.10. an der Hörnumer Odde
beobachtet werden: 1 Ex. war bei der Nahrungssuche am Dünenrand ausgiebig und schön zu
sehen, ein weiterer Vogel pickte am Algenbelag der Tetrapoden nach Nahrung.
Gebirgsstelze (Motacilla cinerea): Nur 1 überfliegendes Ex. am 13.10. in Hörnum.
Bachstelze (Motacilla alba): Erstaunlich wenige Beobachtungen: 3 Ex. am 13.10. und 1 Ex.
am 15.10.
Zaunkönig (Troglodytes troglodytes): Von 13.–15.10. täglich Einzelvögel in
Gebüschgruppen, am 15.10. 3 Ex. in List.
Rotkehlchen (Erithacus rubecula): Von 13.-15.10. täglich je 1 Ex.
Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros): Am 13.10. 1 Ex. in Hörnum, am 14.10. 1 Ex. in
Westerland.
Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe): Der Herbstzug war offenbar bereits im Ausklingen,
nur mehr je 1 Ex. in Kampen am 13.10. und am 14.10. beim Rantumbecken.
Amsel (Turdus merula): von 13.–15.10. täglich Beobachtungen, vor allem in der Nähe des
Hotels in Westerland.
Wacholderdrossel (Turdus pilaris): Kleinere Zugtrupps von 7 Ex. am 13.10. in Hörnum und
von 4 Ex. am 15.10. in List.
Singdrossel (Turdus philomelos): Stärkerer Durchzug, max. 12 Ex. am 15.10. in List.
Rotdrossel (Turdus iliacus): Ebenfalls starker Durchzug, z. T. waren auch nachts Flugrufe zu
hören. 10 Ex. am 13.10., 8 am 14.10. und etwa 70 Ex. am 15.10. in List.
Zilpzalp (Phylloscopus collybita): Nur jeweils Einzelvögel am 13. und 14.10.
Wintergoldhähnchen (Regulus regulus): Mind. 1 Ex. am 13.10. im Strandhafer (!) an der
Hörnumer Odde, 2 Ex. am 15.10. in Gebüsch bei List.
Bartmeise (Panurus biarmicus): Die Bartmeise ist ein Charaktervogel der großen
Schilbestände des Rantumbeckens; am 15.10. konnten hier einige Gruppenmitglieder Rufe
von mind. einem Vogel hören.
Blaumeise (Parus caeruleus): Von 13.–15.10. täglich je 1 Ex.
Kohlmeise (Parus major): Von 13.–15.10. täglich je 1-2 Ex.
Raubwürger (Lanius excubitor): Am Abend des 14.10. zeigte sich 1 Ex. auf Einzelbüschen
in der Braderuper Heide, leider hatte nur ein Teil der Gruppe auch die Möglichkeit, den Vogel
zu beobachten.
Elster (Pica pica): Erstaunlicher Weise nur eine einzige Beobachtung einiger
Gruppenmitglieder, am 13.10. 1 Ex.
Dohle (Corvus monedula): Verbreitet und täglich zu sehen, max. 50 Ex. wurden am 13.10. im
Raum Hörnum gezählt.
Aaskrähe (Corvus corone): Die Arealgrenze zwischen Rabenkrähe Corvus corone corone
und Nebelkrähe C. c. cornix verläuft knapp nördlich von Sylt durch Dänemark.
Dementsprechend waren beide Unterarten häufig zu beobachten, ebenso Hybriden.
Star (Sturnus vulgaris): Sehr häufig und täglich zu sehen, von 13.–15.10. jeweils mind. 100
Ex.
Alle Fotos Norbert Pühringer