Fallstudie Albani-Schule Göttingen / Deutsch

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Fallstudie Albani-Schule Göttingen / Deutsch
Fallstudie Albani-Schule Göttingen / Deutsch
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OECD/CERI ICT PROGRAMME
”ICT and the Quality of Learning”
A Case Study of ICT and School Improvement
durchgeführt vom 27. bis 30. Nov. 2000
OECD / CERI Case Studies ICT and Quality of Learning
Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht gemeinnützige GmbH
Grünwald bei München
Dr. Uwe Haass, Team Leader
Franziska Seeber
Ulrike Weininger
Inhaltsverzeichnis
Overview...............................................................................................................................................3
The Past ...............................................................................................................................................5
Entstehungsgeschichte Pädagogische Innovationen........................................................................... 5
The Present ..........................................................................................................................................9
Evaluation of Change ............................................................................................................................ 9
Diffusion Patterns .........................................................................................................................................9
Staff development & involvement..............................................................................................................12
Role of Leadership......................................................................................................................................14
ICT-Innovation Connections ......................................................................................................................16
Outcomes .............................................................................................................................................. 19
ICT Infrastructure .......................................................................................................................................19
Academic Rigour ........................................................................................................................................27
Equity .........................................................................................................................................................28
Projections............................................................................................................................................ 30
Sustainability and Scalability .....................................................................................................................30
Conclusion to the Hypotheses ...........................................................................................................32
Projection to the future and extension to other schools ..................................................................34
Appendix A: Methodology.................................................................................................................36
Appendix B: ICT Practices Survey for Teachers .............................................................................37
Appendix C: List of References ........................................................................................................39
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Overview
Die Albanischule ist eine staatliche Grundschule in der
Universitätsstadt Göttingen, die sich in der Mitte von
Deutschland befindet, im Bundesland Niedersachsen. Die
Albanischule liegt in der Innenstadt. Das Einzugsgebiet
der Schule umfasst sowohl ein gehobenes Wohnviertel, in
dem Akademiker und Geschäftsleute wohnen, als auch
Stadtteile, in denen ein Frauenhaus und Sozialwohnungen
angesiedelt sind.
Abbildung 1: Schulgebäude
Die Grundschule, die Schülerinnen und Schüler1 von der ersten bis zur vierten Klasse unterrichtet,
hat derzeit neun Klassen mit jeweils einer Klassenstärke von durchschnittlich 25 Schülern. Die
Schule wird von 220 Schüler besucht. Ungefähr 20 % der Kinder sind von eingewanderten Eltern
aus ca. 12 Nationen. An der Schule unterrichten 15 Lehrerinnen und ein Lehrer. Zusätzlich gibt es
einen Muttersprachenlehrer für Türkisch. Die durchschnittliche Altersstruktur des Kollegiums liegt
bei Ende vierzig.
Seit dem Sommer 1998 ist die Albanischule Volle Halbtagsschule (VHT) im Aufbau. Zur Zeit sind
die Jahrgänge eins bis drei als VHT organisiert. Die Schüler können jeden Tag von 7.50 Uhr bis
13.00 Uhr in der Schule sein. Es gibt einen offenen Anfang vor Unterrichtsbeginn, in dem die Schüler spielen, sich frei beschäftigen und sich in den Klassen- und Gruppenräumen aufhalten können.
Ebenso ist ein offener Schluss vorhanden, sodass die Schüler nach Unterrichtsende bis 13.00 Uhr in
der Schule bleiben können. Während der offenen Zeiten werden die Kinder von einer Lehrerin betreut. An der Albanischule gibt es keine Schulklingel mehr, die den Unterricht nach 45 Minuten
beendet, sodass die Stundeneinteilung zum Teil frei durch die Lehrerin, angepasst an die Bedürfnisse des jeweiligen Unterrichts, geschehen kann. Wie im Konzept der Vollen Halbtagsschulen vorgesehen, werden von der Schulbehörde für diese Schulform zusätzliche Lehrer- und Unterrichtsstunden zugewiesen. Durch diese Rahmenbedingungen ist gelegentlich eine Doppelbesetzung von Unterrichtsstunden möglich. Jeweils zwei Klassen teilen sich zusammen einen zusätzlichen Gruppenraum zum Klassenzimmer.
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Für die Formulierungen "Schülerinnen und Schüler" wird in diesem Bericht "Schüler" verwendet, für "Lehrerinnen
und Lehrer" "Lehrerinnen" bzw. "Kolleginnen", was jeweils beide Geschlechter einbezieht und nicht diskriminierend
gemeint sein soll.
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Im Bereich Neue Medien sind in den letzten drei Jahren zahlreiche innovative Projekte an der Schule durchgeführt worden. So wurden z.B. drei CD-Roms mit Klassen erstellt. Schüler erarbeiteten
u.a. über das Schulmaskottchen "SUSI", ein Holznilpferd, das auf dem Schulhof steht, zwei Geschichten mit interkulturellem Inhalt und gestalteten dies mit Hilfe der Neuen Medien. Häufig werden Neue Medien in projektbasierten Unterricht integriert. Weiter hat die Grundschule eine große
Anzahl ausländischer Partnerschulen, mit denen über E-Mails Projekte gemeinsam erarbeitet werden. So bestehen z.B. gute Kontakte zu Grundschulen in der Schweiz, in Osteuropa und Finnland.
Im interkulturellen Bereich wurden in den letzten drei
Jahren vor allem Projekte erarbeitet, die an der
sprachlichen und kulturellen Vielfalt der Schülerinnen
orientiert waren. So wurden z.B. Feste verschiedener
Kulturen und Religionen gefeiert. Lieder, Bräuche und
Sprache sollen Schülern eine Begegnung mit den
anderen Kulturen ermöglichen. Eltern waren in die
Planung und Durchführung der Veranstaltungen mit
einbezogen. An der Albanischule gibt es Frühenglisch
Abbildung 2: "Guten Morgen" hängt in mindestens zwanzig Sprachen in der Schule
als Unterrichtsfach. Die Schule hat einen interkulturellen Aktionsraum, der für Projekte und AGs
genutzt wird und auch für internationale Feste und Feiern gedacht ist. Es existiert überdies eine interkulturelle Werkstatt, in der Schüler fremde Schriften und Sprachen kennenlernen können.
In den letzten drei Jahren sind in der Albanischule verstärkt Unterrichtsmethoden wie Tages-, Wochen- oder Mehrwochenplan sowie Projekt- oder Freiarbeit eingesetzt worden. Häufig wird auch
klassen- oder fächerübergreifend gearbeitet. In den Klassenräumen stehen Gruppentische. Planunterricht ist eine Methode, bei der zu Beginn des Tages oder der Woche für alle Schüler einer Klasse
eine Anzahl Aufgaben formuliert werden. Diese müssen die Schüler selbständig innerhalb des gegebenen Zeitraums erledigen. Die Reihenfolge der Bearbeitung der Aufgaben und ihre Zeiteinteilung ist den Schülern überlassen. Wochenplanunterricht findet pro Tag eine Stunde statt. Durch eine
gelegentliche Besetzung dieses Unterrichts mit zwei Lehrerinnen kann gezielt auf leistungsschwächere Schüler eingegangen werden. Der Förderunterricht ist integriert in den Unterricht. Die Schüler dürfen sich bei den neuen Unterrichtspraktiken frei im Schulgebäude bewegen. Auf den Fluren
stehen Tische und Bänke, die als Arbeitsplätze dienen. Es kann auch auf den Treppen oder im
Computerraum gearbeitet werden.
Hier ist es ja ganz oft so, dass die Türen offen stehen und die Kinder flitzen über den Flur vom Computerraum in
die Klasse. Dann setzt sich einer hin, um etwas zu schreiben oder der nächste läuft die Treppe herunter, weil er
bei irgendjemandem etwas holen muss. Das ist für mich eine offene Atmosphäre und ein offenes Lernen, wo man
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nicht sagt, ihr sitzt in Zweierreihen und guckt alle nach vorne und ich erzähle, wo es lang geht, sondern Kommunikation unter den Kindern untereinander findet sehr viel statt. (Mutter)
Die Schule ist Mitglied im Netzwerk Innovative Schulen der Bertelsmann Stiftung. Ähnlich, wie im
Netzwerk Medienschulen (vgl. Appendix E), werden Konzepte für innovatives Arbeiten in Zusammenarbeit mit anderen Schulen entwickelt. Die Schulleitung und die Lehrerinnen legen Wert darauf, das gesellschaftliche Umfeld einzubeziehen: Es bestehen gute Kontakte zu den umliegenden
Kindergärten und auch zu weiteren Institutionen, wie z.B. dem Goetheinstitut oder der Kreisbildstelle, die die Produktion der CD-Roms unterstützte.
Generell äußerten sich alle Schüler und Eltern sehr positiv über die Albanischule. Immer wieder
wurde betont, wie gerne die Schüler diese Schule besuchen. Neue Unterrichtsmethoden und häufige
Gruppenarbeit, die das soziale Lernen und die Teamarbeit unterstützen, dazu sehr handlungsorientierte Projekte und die Arbeit mit Neuen Medien, begrüßten Eltern sehr. Ein Kennzeichen der Beliebtheit sind die hohen Anmeldezahlen. Es können nicht alle Schüler aufgenommen werden. Lehrerinnen und Schulleitung wurden von Eltern als sehr engagiert beschrieben.
The Past
Entstehungsgeschichte Pädagogische Innovationen
1996 wurde auf einer schulinternen Fortbildung der Albanischule beschlossen, Volle Halbtagsschule zu werden. Zur Umsetzung war eine Festlegung auf einen inhaltlichen Schwerpunkt notwendig.
Eine Gruppe, zu der auch die Schulleiterin gehörte, schlug dazu die Montessori-Pädagogik vor.
Dies wurde jedoch im Kollegium mehrheitlich abgelehnt. Die Situation im Lehrerkollegium damals
wurde als schwierig beschrieben, da es unterschiedliche Interessensgruppen gegeben hätte und die
Kommunikation im Kollegium problematisch gewesen sei. Lehrerinnen und Schulleitung artikulierten Handlungsbedarf:
Entscheidend in dieser Phase war die Herausbildung des Bewusstseins im Kollegium, dass sich nichts im Kollegium ändern würde, würde nicht die allgemeine Unzufriedenheit im Umgang miteinander und in den Strukturen bearbeitet. Es gab eine allgemeine große Unzufriedenheit vieler mit allem oder vielem, was Schule anstrengend
macht oder machen kann. Beklagt wurden z.B. mangelnde Transparenz bei Entscheidungen, zu viele Termine, zu
wenig Verlässlichkeit, unergiebige Konferenzen etc. (Schulhomepage)
Auf Initiative der Schulleiterin nahmen zwei den Veränderungen abwartend gegenüberstehende
Lehrerinnen mit der Schulleiterin an einer Fortbildung zur Schulprogrammentwicklung teil. Durch
diese Fortbildung öffneten sich beide Lehrerinnen für Veränderungen an der Schule. Sie regten eine
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Bestandsaufnahme der Schule an. Das führte dazu, dass die Diskussion Volle Halbstagsschule erneut aufgenommen wurde. Es bedurfte eines neuen Schwerpunktes.
Zu diesem Zeitpunkt, im August 1996, kam eine neue Konrektorin an die Albanischule. Sie hatte
einen Ergänzungsstudiengang Ausländerpädagogik absolviert und den Diplomstudiengang Interkulturelle Kommunikation und Beratung begonnen, den sie inzwischen fast abgeschlossen hat. Aufgrund dessen machte sie den Vorschlag interkulturelle Bildung als Schwerpunkt zu wählen. Ihr
Vorschlag wurde vom Kollegium diskutiert und schließlich angenommen, auch weil durch den
Ausländeranteil an der Schule Integration ein wichtiges Thema war.
Um die Konrektorin bildete sich eine Arbeitsgruppe, in der Lehrerinnen sich intensiv mit dem
Thema interkulturelle Pädagogik auseinander setzten. Diese Gruppe traf sich abends privat: "Und
diese Arbeitsgruppe war so attraktiv, so dass immer mehr Leute dazu gekommen sind und die hatte
eine positive Ausstrahlung eigentlich auf das Klima in der Schule. Also, sie hat sehr sehr viel bewirkt, würde ich heute sagen, einfach den Umgang miteinander zu verändern." (Konrektorin)
Wichtig war die Transparenz, um die sich die Gruppe bemühte. Sie trug Diskussionsinhalte in das
Kollegium hinein und holte sich dort die Bestätigung für ihr Weiterarbeiten.
Parallel entstand die Idee, sich bei der Weltausstellung 2000 in Hannover als EXPO-Schule zu bewerben. Die Albanischule stellte 1997 dafür den Antrag mit den Schwerpunkten interkulturelle Bildung und Neue Technologien. 1998 wurde die Schule als EXPO-Schule zertifiziert. In fünf Arbeitsgruppen begannen die Lehrerinnen der Albanischule Konzepte von Projekten und ihre Umsetzungen zu planen. In einer Organisationsgruppe trafen sich die Sprecher der AGs mit der Schulleitung. Ein externer Moderator unterstützte den begonnenen Schulentwicklungsprozess seit der
EXPO-Zertifizierung. Es kam zu einer immer größeren Adaption von Projektarbeit und Tages-,
Wochen-, und Mehrwochenplan in Unterricht und Schulalltag.
Auch die Elternarbeit wurde stärker fokussiert und Eltern explizit um Mithilfe z.B. bei interkulturellen Festen, Projekten und im Regelunterricht gebeten. Die Zusammenarbeit mit Eltern ausländischer Herkunft erweiterte sich ebenfalls. Eine "AG-Themenecken" wurde initiiert, an der ungefähr
zehn Eltern, zwei Lehrerinnen und die Schulleiterin teilnahmen. Interkulturelle Projekte für die
EXPO sollten erarbeitet werden. Dort wurden u.a. sogenannte "Themenecken" gestaltet, in denen
die Kulturen und Herkunftsländer der Eltern bildnerisch dargestellt und als große collgagierte Fotos
in der Schule aufgehängt wurden. Die ausländischen Eltern werden auch aktiv in das Unterrichtsgeschehen einbezogen. Außerdem werden sogenannte "Ländertage" durchgeführt, in denen ausländische Eltern in Klassen gehen und dort über ihr Land erzählen oder z.B. Spiele zeigen. Das Einbe-
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ziehen von Eltern bezeichneten Lehrerinnen und
die Schulleitung als sehr wichtige Integrationsmöglichkeit in der Grundschule.
Viele Lehrerinnen betonten, dass sie sich derzeit
sehr wohl in der Schule fühlen und die Veränderungen als persönlichen Gewinn betrachten.
Vor allem wird die offene Atmosphäre an der
Abbildung 3: Themenecke "Brasilien"
Schule, die zu mehr Verständnis im Kollegium zueinander geführt hat, als Bereicherung gesehen.
Auch das inhaltliche und methodische Repertoire der Lehrerinnen hat sich erweitert. Die Schulleiterin erzählte, es herrsche ein hohes Maß an Arbeitszufriedenheit in der Schule. Zudem ist der Krankenstand niedrig. Die Schule erhielte durch Eltern und die Öffentlichkeit viel Annerkennung für die
Innovationen.
Negativ empfanden Lehrerinnen den hohe Arbeitsaufwand der durch den Innovationsprozess entstand. So dauerten die Vorbereitungen für die EXPO zwei Jahre. Es gab regelmäßige Arbeitsgruppen, die über die normale Arbeitszeit hinaus gingen und sehr viele Projekte im interkulturellen und
IKT-Bereich. Dies bedeutete ein hohes Ausmaß an Zeit- und Planungsaufwand:
Es wird hier sehr viel über den üblichen Unterricht hinaus gearbeitet, jeder ist in verschiedenen Gruppen engagiert, und das kostet eben enorm viel Zeit und es gibt auch Phasen, in denen es manchmal wirklich zu viel wird,
Sodass man das Gefühl hat, die Schule ist jetzt so ein Schwerpunkt im Leben geworden und wir haben ja eigentlich
alle auch Familie und Kinder, und dass tritt dann doch manchmal so in den Hintergrund. (Lehrerin)
Problematisch war teilweise, dass manche Lehrerinnen sich sehr stark unter Druck gesetzt fühlten,
die Innovationen unterstützen und mittragen zu müssen.
Die Entstehungsgeschichte von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
Den ersten Computer in der Albanischule erhielt ein interessierter Lehrer 1996 für sein Klassenzimmer. Ein Vater spendete ein älteres Gerät. 1997 nahm die Albanischule am Landeswettbewerb
Moderne Schule teil und gewann 9.800,00 DM. Eine Sparkasse spendete aufgrund von Bemühungen der Schulleiterin weitere 1.000,00 DM. Mit diesen Geldern kaufte die Schule ihre ersten drei
Multimedia PCs und drei Drucker. Der gesamte Prozess wurde von der Schulleitung angeregt, unterstützt und begleitet. Die Geräte kamen zu zwei, an Neuen Medien sehr interessierten Lehrerinnen
und dem oben erwähnten interessierten Lehrer in die Klassenzimmer.
Mit der EXPO-Zertifizierung und dadurch erschlossener neuer Sponsoren standen 1998 finanzielle
Mittel für acht zusätzliche PCs zur Verfügung. Ein Computerraum wurde in einem dafür umgebau7
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ten und renovierten Klassenzimmer eingerichtet. Dies geschah mit Hilfe des engagierten Lehrers,
einiger Eltern und Schüler sowie des Kompetenzkreises Internet (KKI). Der KKI ist eine ehrenamtliche Gruppe, die sich vor fünf bis sechs Jahren mit dem Ziel gründete, Schulen bei der Einführung
von IKT und damit verbundenen technischen Problemen zu unterstützen. Der KKI bestand überwiegend aus Studenten und Schülern, die in Göttingen mit der Schulvernetzung begannen, Lehrerinnen in die Administration einwiesen und dabei unterstützten. 1998 wurde der Internetzugang
installiert. Über die Rolle des KKI an der Albanischule sagte eine Lehrerin:
Die haben uns am Anfang sehr unterstützt, weil hier niemand das Know-how hatte, um im Computerraum arbeiten
zu können, also auch der Kollege, der in erster Linie für die Wartung des Computerraumes zuständig war, hat mit
denen also ständig Kontakt gehabt und wenn man bedenkt, dass das ehrenamtlich arbeitende Leute sind, ist das
schon super, und ich denke, ohne diese Institution wäre das hier gar nicht so in Gang gekommen, weil damals
auch gar nicht an einen Schulassistenten zu denken war. (Lehrerin)
Die Schulleiterin meinte, dass die Schulen in Deutschland von politischer Seite allein gelassen werden würden. Die Stadt Göttingen sei eine Ausnahme gewesen, da sie als eine der ersten Städte
Deutschlands ihre Schulen an das Stadt-Schulnetz mit Hilfe des KKI angeschlossen hätte. Auch die
Albanischule hätte daher von der Stadt Mittel für die technischen Voraussetzungen, die sie für die
IKT-Einführung benötigten, erhalten. Von Seiten anderer offizieller Behörden sei die Albanischule
nicht unterstütz worden. Vielmehr hätte es häufig Abordnungen gegeben: "Da werden sie heute
angerufen und Ihnen wird gesagt: "Morgen bitte mit so und so viel Lehrerstunden eine Kollegin an
die und die Schule!" (Schulleiterin) Diese Abordnungen bedeuteten immer Stundenplanveränderungen und einen Ausfall der Lehrerinnen im Innovationsprozess.
Ein zusätzliche Schwierigkeit war der Umgang mit technischen Problemen. "Alle Reparaturen
mussten durch einen Lehrer erledigt werden. Trotz der PC-Erfahrungen dieses Kollegen war eine
zeitaufwendige Einarbeitung in die auch für ihn völlig neue Netzwerk- und Hardwaretechnologie
nötig." (Informationsblatt, Einrichten der Internationalen Schreibwerkstatt). Die Administration
war nicht immer zu bewältigen. Der Lehrer benötigte viel Zeit für den Erwerb seiner Kompetenzen
im administrativen Bereich. Auch alle anderen Lehrerinnen und die Schulleitung mussten viel Zeit
investieren, um sich IKT-Fertigkeiten anzueignen und Unterrichtskonzepte auszuarbeiten.
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The Present
Evaluation of Change
Diffusion Patterns
Die Innovationen gingen jeweils von einer Gruppe von Lehrerinnen aus. Durch die Arbeit in Arbeitsgruppen kam es zu
positiven Veränderungen im Umgang und in der Kommunikation untereinander. Dadurch wurde die Akzeptanz zur
Mitarbeit im Kollegium verstärkt und es kam zur Adaption und Verbreitung der Innovationen. Es traten viele Widerstände auf, die anfänglich durch mangelnde Transparenz begründet waren. Später kam es zu inhaltlichen Ablehnungen
und der Verweigerung von Mitarbeit aufgrund zusätzlicher Belastungen. Dies führte dazu, dass einige Lehrerinnen die
Schule verließen. Frühadaptierer zeigen die Bereitschaft Neues auszuprobieren und sich persönlich weiterzubilden.
Pädagogische Innovation
Die Bereitschaft des Kollegiums, Kommunikation und Umgang miteinander zu verändern, waren
der Beginn der Entstehung und Verbreitung vieler pädagogischer Innovationen an der Albanischule.
Als Initiatorin für die Innovationen im interkulturellen Bereich ist die Konrektorin zu betrachten,
die den neuen Schwerpunkt anstieß. Sie brachte neue Ideen und Erfahrungen mit an die Schule und
legte großen Wert darauf, Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse transparent zu machen. Die
Kommunikation, wurde offen und durchsichtig, sodass sie für alle in der Schule nachvollzogen
werden und verändernd wirken konnte.
Über die Arbeitsgruppe die um die Konrektorin entstanden war, wird berichtet: "Die positive Atmosphäre der AG strahlte nach und nach auch ins Kollegium. Trotz noch immer bestehenden konflikthafter Situationen im Umgang miteinander entstand der Wunsch der Kolleginnen, die Probleme
grundlegend zu bearbeiten und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen." (Artikel in: Beispiele 1/99)
Diese Gruppe war für die Bereitschaft der Lehrerinnen verantwortlich, sich auf Neues einzulassen
und einen veränderten Umgang im Gesamtkollegium zu praktizieren. Lehrerinnen wurden dadurch
motiviert am Innovationsprozess mitzuarbeiten. Ebenso wirkte die Entscheidung an der EXPO teilzunehmen als Veränderungsauslöser. Durch die damit verbundene Gründung von Arbeitsgruppen
kam es zu einer schulweiten Verbreitung des interkulturellen Ansatzes in der Albanischule. Auch
die neue Unterrichtsmethoden fanden seither starke Verbreitung.
IKT
Wie schon erwähnt, ging die Einführung und Verbreitung von IKT besondere auf zwei Lehrerinnen
und einen Lehrer zurück, die alle drei als Hauptinitiatoren für Neue Medien an der Albanischule zu
betrachten sind. Sie waren alle sehr engagiert und begannen erste IKT-Projekte in ihren Klassen
durchzuführen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit lösten große Begeisterung, bei den Schülern und ihnen
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selbst aus. "Dann haben die Kollegen damit angefangen immer wieder im Lehrerzimmer zu erzählen, und haben das Kollegium richtig angesteckt. Die haben Arbeiten gezeigt, die haben es gesehen." (Schulleiterin) In der EXPO-Arbeitsgruppe Neue Technologien, die aus diesen drei Lehrerinnen bestand, wurden erste Konzepte und Projekte mit IKT erarbeitet. Sie und viele andere Lehrerinnen der Schule begannen sich bezüglich IKT fortzubilden. Dadurch hat eine Verbreitung in der
Schule allmählich begonnen. Die Schulleiterin meint: "Es ist mittlerweile so, dass hier im Kollegium, bis auf die, die vom Fach her nichts mit dem PC zu tun haben, also, die Sportlehrer. ... Niemand sagt: "PC, nein Danke!" Alle sind so angepiekt, dass sie sich auch zu Hause mit dem PC beschäftigen." Von einigen Lehrerinnen war jedoch zu hören, dass noch teilweise Vorbehalte im Kollegium gegen IKT beständen. Auch der Technische Berater schränkte ein:
Also, für den Computerraum gesprochen, weil da sitze ich eben die ganze Zeit, kann ich sagen dass ich da drei
Kolleginnen häufig sehe und andere kaum. Also, zumindest auch nicht mit Klassen. Das ist schon so weit, dass
manche doch zumindest ihre eigenen E-Mails auch ab und zu mal abholen, aber mit Klassen den Raum eigentlich fast nie nutzen. ... Die wissen einfach nicht, wie sie mit dem Computer umgehen sollen. (Technische Berater)
Der Technische Berater meinte, dass man bei den anderen Kolleginnen noch eine hohe Hemmschwelle bezüglich der Computer anträfe. Er betonte allerdings den starken Willen mancher Lehrerinnen, sich trotz zeitlicher Belastungen IKT-Fertigkeiten anzueignen und Neue Medien im Unterricht einzusetzen. Dennoch haben bis auf eine, alle interviewten Lehrerinnen und auch die Schulleiterinnen Neue Medien im Klassen- oder Computerraum bereits eingesetzt.
Widerstände
Es gab an der Albanischule viele Widerstände gegen die Innovationen. Einige Lehrerinnen lehnten
die Vorschläge und Arbeitsweisen der interkulturellen Arbeitsgruppe massiv ab. Die Einforderung
von Meinungen im Kollegium und die Transparenz, die von der Arbeitgruppe eingefordert wurde,
führte zu der Offenlegung von vorhandenen Konflikten und Auseinandersetzungen:
Ich habe einen Ausspruch einer Kollegin in Erinnerung, die gesagt hat: "Ich mache an dieser Schule nichts mehr!
Ich rühre keinen Finger mehr, wenn es so aussieht, dass ihr uns arbeiten lasst und dann ablehnt!" Die haben das
Kollegium immer wieder dazu gezwungen, Farbe zu bekennen, so dass es dann dazu kam, dass zwei Kolleginnen
weggegangen sind, die gesagt haben, das sei nicht mehr ihre Schule. (Schulleiterin)
Einige Kolleginnen hätten auch vehement die Entscheidung, EXPO-Schule zu werden, abgelehnt,
"weil sie die hohe Arbeitsbelastung gesehen haben und sich eigentlich nicht darauf einlassen wollten." (Lehrerin) Sie verließen die Schule, ebenso wie Lehrerinnen, die dem interkulturellen
Schwerpunkt und der Einführung von IKT an der Schule sehr skeptisch gegenüber gestanden hatten. Über eine Kollegin, die wegen des Schwerpunktes IKT die Schule verließ, wird erzählt, dass
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sie ihre künstlerischen Interessen nicht mit den Neuen Medien zu vereinbaren sah: "Ich denke, sie
hat es sich nicht vorstellen können, was man damit machen kann. Sie hatte sich nicht darauf einlassen wollen. Das war schon massiver Widerstand." (Lehrerin)
Ein halbes Jahr nach der Zertifizierung durch die EXPO-Gesellschaft, musste die Albanischule eine
Lehrerin abgeben, weil die Schülerzahlen gesunken waren. Da sich die Schule intensiv im Schulentwicklungsprozess befand, wollte sie nicht auf eine Lehrerin verzichten, die sich in Arbeitskreisen
und Projekten aktiv engagierte und die Innovationen damit unterstützte. Die Organisationsgruppe
schlug vor, den Schulabgang einer Lehrerin von ihrem Engagement für die Schule und ihrer Einbindung in Arbeitsgruppen abhängig zu machen. Dies wurde im Kollegium angenommen und eine
Lehrerin, die nicht aktiv im Veränderungsprozess mitarbeitete, musste die Schule verlassen. Eine
Lehrerin beurteilt dieses Vorgehen als sehr hart, dennoch wäre die Kollegin stets kontraproduktiv
gewesen und hätte innovative Bestrebungen boykottiert.
Die Einführung von IKT wurde auch unter den Eltern intensiv diskutiert. Eltern kritisierten, dass die
Schüler noch nicht einmal schreiben könnten und schon mit Computern umgehen sollten. Dennoch
beschreibt ein Vater den Diskussionsprozess als produktiv. Er schaffte es, Ängste und Befürchtungen zu minimieren. Widerstände gegen die Innovationen haben nach Aussagen von Lehrerinnen
durch die Verankerung der Veränderungen in der Schule sehr abgenommen bzw. seien nicht mehr
vorhanden.
Früh-/Spätadaptierer
Über die Personen, die Innovationen an der Albanischule schnell aufgegriffen haben, wurde gesagt,
dass sie flexibel seien und eine persönliche Bereitschaft hätten, Neues auszuprobieren. Diese Lehrerinnen seien bereit, mehr zu arbeiten. Grundsätzlich sei eine Offenheit gegenüber Veränderungen
da. Die Schulleiterin erzählte, dass Frühadaptierer neugierig seien. Dazu weiter:
Sie sind bereit, zu gucken, wie sie den Unterricht verbessern können. Sie sind sehr schülerbezogen, klar, konsequent, freundlich. Sie sind bereit, die eigene Meinung zu überprüfen, sich ein Argument anzuhören. Sie akzeptieren Eltern eher als Gleichberechtigte, d.h. als eine Gruppe, die in der Schule wichtig ist, nicht als Gegner. Sie
tratschen auch nicht so viel über andere. ... Sie bleiben dabei, sich fitt zu machen. Sie gehen zu Fortbildungen und
werden dadurch auch immer wieder verunsichert und angeregt. Zu der anderen Gruppe: Sie geht selten bis nie zur
Fortbildung, ist von sich ziemlich überzeugt guten Unterricht zu machen und kann anderen Unterricht wunderbar
kritisieren. Sie verwenden häufig das Argument: "Das haben wir alle schon einmal probiert, aber ..." Sie sehen Eltern eher als Gegner. Ich glaube, sie bereiten sich auch nicht so gut vor. Die Schüler sind häufiger gefrustet, wodurch eine bestimmte Atmosphäre in der Klasse entsteht. Sie stellen sich nicht den Konflikten, sondern diese werden unterdrückt. (Schulleiterin)
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Einige Lehrerinnen nannten das Alter als ein Kennzeichen dafür, dass sich die Kolleginnen den
Neuen Medien langsamer nähern würden. Auch äußerten Spätadaptierer bezüglich IKT, dass sie
Angst hätten, die Sozialkompetenz würde durch Neue Medien vernachlässigt werden. Für sie hätten
an der Grundschule die sozialen Prozesse Priorität, ihnen müssten Computer und Internet untergeordnet bleiben. Dennoch betonten auch Spätadaptierer, dass Neue Medien zum ganzheitlichen Lernen dazugehören würden.
Staff development & involvement
Die systematische Fortbildung des gesamten Kollegiums ist ein wesentlicher Faktor für eine schulweite Verankerung
von IKT. An der Albanischule ist im Bereich Neue Medien eine große Fortbildungsbereitschaft auch für die Zukunft
anzutreffen. Fast alle Lehrerinnen haben sich über externe Fortbildungen erste IKT-Fertigkeiten angeeignet. Ein schulinternes Angebot und die autodidaktische Aneignung führen zu der Verfestigung dieser Grundkenntnisse. Dies könnte
durch die Notwendigkeit von qualifizierten Fortbildungen für Funktionsstellen noch erhöht werden.
IKT
An externen Fortbildungen zu Neuen Medien nahmen fast alle Lehrerinnen und die Schulleitung
teil. Dies führte zu ersten IKT-Fertigkeiten im Lehrerkollegium. Lehrerinnen berichteten, dass sie
durch diese Fortbildungen persönlich sehr motiviert worden seien, den Einsatz Neuer Medien in der
Schule weiterzuführen. Einige Lehrerinnen und auch die Konrektorin besuchten überdies in den
letzten drei Jahren externe Fortbildungen zu E-Mail, Internet und PowerPoint. Über die Initiative
D21, die in Niedersachsen N21 heißt (vgl. Appendix E), nehmen seit Januar 2001 eine der sehr engagierten Kolleginnen und die Konrektorin an einer längerfristigen Fortbildung teil.
Der engagierte Lehrer bildete sich ebenfalls durch externe Schulungen fort, insbesondere die Wartung betreffend. Er konnte sich zudem durch den KKI und durch autodidaktische Fortbildung ein
breites Wissen im Umgang mit IKT erwerben, welches er nun seinen Kolleginnen zur Verfügung
stellt. Seit fast zwei Jahren bietet er einmal in der Woche einen schulinternen Computerkurs in der
Albanischule an, der die informationstechnische Grundbildung für die Lehrerinnen ermöglichen soll
und auch die Einführung in Internet und E-Mail beinhaltet. An dieser schulinternen Fortbildung
nehmen neben einer neue Lehrerin und der Schulleiterin zwischen fünf bis acht Kolleginnen regelmäßig teil. Der Lehrer begleitete die neue Lehrerin zudem am Anfang einige Male in die Klasse
und unterstützte sie bei der Arbeit mit Neuen Medien. Die Schulleiterin betonte, dass sie aufgrund
des hohen Niveaus, externer Fortbildungen die schulinterne und die autodidaktische Fortbildung
vorziehe. Neben den Fortbildungen und Kursen eigneten sich viele Lehrerinnen, die Schulleiterin
und die Konrektorin ihre IKT-Fertigkeiten autodidaktisch zu Hause an.
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Ungefähr 8 % der Lehrerinnen bewerten ihre Fähigkeiten im Umgang mit Computern als gut, 33 %
als ganz ordentlich und 58 % als schlecht. Die Kompetenzen liegen vor allem im Bereich Textverarbeitung und E-Mail. Die Lehrerinnen bezeichneten sich überwiegend als Anwenderinnen. Viele
Lehrerinnen der Schule nutzen den PC zur Unterrichtsvorbereitung (vgl. Appendix B).
In der Regel wird bei Problemen mit der Anwendung von Computer und Internet der Technische
Berater zur informellen Unterstützung herangezogen. Er ist fast immer im Computerraum anzutreffen, so dass er für die Kolleginnen, die mit Schülern im PC-Raum sind, direkt ansprechbar ist. Diese
Hilfe vor Ort empfinden viele Lehrerinnen als sehr positiv. Eine Lehrerin meinte: "Wenn unser
Schulassistent nicht da wäre, würden auch noch weniger Kolleginnen den Computerraum nutzen.
Dann würden viele gar nicht erst reingehen. So haben sie die Sicherheit, er ist dabei, ich übrigens
auch." Aber der Technische Berater steht nicht nur unterstützend zu Seite, sondern die Lehrerinnen
betonten auch, dass sie durch ihn ihr Wissen im Umgang mit IKT erweitert hätten. "Ich lerne auch
eine ganze Menge von ihm. Ich muss sagen, durch dieses tägliche Umgehen mit ihm im Computerraum lerne ich immer wieder so kleine Dinge dazu. Das ist wie eine dauernde Fortbildung für mich.
Also, ohne ihn wäre es sehr, sehr schwer." (Lehrerin) Auch auf den Lehrer, der anfänglich die Wartung des Computerraumes innehatte, wird aufgrund seiner hohen Kompetenzen bei Problemen häufig zurückgegriffen. Er ist neben seiner Lehrertätigkeit inzwischen Berater für Grundschulen in
Göttingen geworden, die sich im IKT-Bereich entwickeln möchten. Ebenso helfen sich andere erfahrene Kolleginnen bei Schwierigkeiten gern weiter. Die offene Atmosphäre im Kollegium würde
die informelle Unterstützung untereinander fördern.
Ein Problem der Lehrerfortbildung ist der hohe Zeitaufwand im Hinblick auf die Freizeit. In der
Regel müssen solche Fortbildungen selbst bezahlt werden. Dennoch befürwortet es die Schulleiterin
sehr, wenn Kolleginnen an Fortbildungen teilnehmen.
Ein Anreiz, sich im IKT-Bereich fortzubilden, ist dadurch gegeben, dass bei der Bewerbung auf
eine Funktionsstelle von Seiten der Schulbehörden inzwischen der Nachweis einer qualifizierten
Fortbildung erbracht werden muss. "Das ist natürlich ein starker Anreiz für Leute, die noch irgendwelche Vorstellungen haben weiter zu kommen." (Konrektorin) Eine Lehrerin erzählte, dass ein
moralischer Druck bestehe, sich den Neuen Medien nicht zu verschließen.
Die Konrektorin beurteilte die derzeitigen Fortbildungsmöglichkeiten noch nicht als ausreichend.
Gern hätte sie fundiertere Fortbildungen für Lehrer, vor allem bezüglich IKT, die auf schulische
Bedürfnisse ausgerichtet seien. Hier seien im Zusammenhang mit der Initiative N21 Veränderungen
zu erwarten. Generell betonten die Lehrerinnen und die Schulleitung, dass alle Kolleginnen bereit
seien, Fortbildungen zu besuchen und sie zukünftig Fortbildungen bezüglich IKT vorhätten.
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Pädagogische Innovationen
Auch im pädagogischen Bereich bilden sich die Lehrerinnen der Albanischule fort. Gerade bezüglich des interkulturellen Schwerpunktes der Schule nahmen viele Lehrerinnen z.T. interne Schulungen der Konrektorin, aber auch externe Tagungen wahr. Das Wissen im Umgang mit innovativen
Unterrichtsmethoden erwarben sich viele Lehrerinnen und die Schulleiterinnen extern. Die Schulleiterin und zwei weitere Kolleginnen schlossen eine Montessori-Ausbildung mit Diplom ab. Überdies nahm die Schulleiterin an einer Langzeitfortbildung vom Niedersächsischen Schulleitungsverband zu Schulmanagement und Schulprogrammentwicklung teil und besucht derzeit eine berufsbezogene Supervisionsgruppe.
Role of Leadership
In einem sich gut ergänzendem Team unterstützen die Schulleiterin und ihre Konrektorin die Innovationen der Albanischule sehr. Schulleiterin und Konrektorin wollen Impulse für Veränderungen geben. Durch die Innovationen hat die
Schulleiterin ein neues Verständnis von Schulleitung erhalten. Inzwischen wird das Kollegium in Entscheidungsprozesse demokratisch mit einbezogen und es wird Wert auf die Transparenz dieser gelegt.
In einem gleichwertigen Team mit differierender Aufgabenverteilung teilen sich Schulleiterin und
Konrektorin die Schulleitung. Interviewte Eltern und Lehrerinnen der Albanischule betonten, dass
der Schulentwicklungsprozess und die damit verbundenen Innovationen mit IKT sowie im pädagogischen Bereich durch die Schulleitung stark vorangetrieben worden seien und große Unterstützung
fänden. Gerade dem Bereich Neue Medien gegenüber ist die Schulleitung sehr aufgeschlossen und
versuchte ihn stets zu fördern. Die Schulleiterin sagt zu den IKT: "Es war mir aber relativ schnell
klar, dass das ein Bereich ist, vor dem sich auch die Grundschule nicht verschließen kann."
Über die Schulleiterin wird erzählt, dass sie innovative Ideen unterstütze und Mut mache, Neues
auszuprobieren. Die Schulleiterin bemüht sich sehr um Transparenz und Zusammenarbeit mit den
Eltern und hat gute Kontakte zu den umliegenden Kindergärten aufgebaut. Auf die Einbeziehung
des Umfeldes legt sie großen Wert.
Zusammengefasst: Meine Rolle als Schulleiterin ist, Impulse zu geben, einen verlässlichen Rahmen zu schaffen,
Konflikte möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen. Wenn es allerdings Konflikte gibt, die es immer gibt, wenn
Menschen miteinander arbeiten, dann ist meine Rolle, sie besprechbar zu machen. (Schulleiterin)
Ein Anliegen der Schulleiterin ist nach Aussagen von Lehrerinnen die Vertretung der Schule in der
Öffentlichkeit. Sie pflegt Außenkontakte und bemüht sich um Spenden. Außerdem versucht sie im
Kollegium regelmäßig eine Evaluation zur Umsetzung der geplanten Ziele und Projekte durchzuführen. Die Schulleiterin beschreibt sich selbst und ihre Rolle innerhalb der Innovationen als unbe-
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
quem: "Ich bin ziemlich streng und verlange bzw. erwarte auch von meinen Kollegen, dass bestimmte Sachen eingehalten werden."
Es wurde von Kolleginnen kritisch angemerkt, dass die Schulleiterin anfänglich zu schnell gewesen
sei in ihren Veränderungswünschen und sie "uns schon einmal so ein Projekt überstülpen wollte."
(Lehrerin) Diese Fehler gestand sich die Schulleiterin ein. Dadurch hätte sie gelernt "im Team zu
arbeiten, also, nicht einsame Entscheidungen zu treffen, womit ich ein paar mal böse auf den Bauch
gefallen bin, sondern viele Leute einzubinden." (Schulleiterin) Ihr Verständnis von Schulleitung
habe sich verändert. Zwar läge bei ihr weiterhin die Verantwortung für die Einhaltung von Rechtsund Verwaltungsvorschriften, aber bei allen anderen Entscheidungsprozessen würden die Kolleginnen inzwischen kompetent beteiligt und miteinbezogen. "Entscheidungen werden in der Regel nicht
mehr einsam im Zweierteam gefällt, sondern gemeinsam getroffen." (Schulleiterin)
Die demokratische und transparente Form von Entscheidungsprozessen wird an der Albanischule
durch die Konrektorin unterstützt. Die Konrektorin wird von Lehrerinnen und der Schulleiterin als
Person mit vielen Ideen beschrieben, deren Professionalität im interkulturellen Bereich liege. Eine
Lehrerin sagte über den interkulturellen Schwerpunkt der Schule: "Frau Y. [die Konrektorin] ist da
197 % drin verankert" und ein Vater meinte, dass es für die Konrektorin "eine Lebensaufgabe" sei,
an der Albanischule zu arbeiten. Die Konrektorin wird als treibende Person für innovative Veränderungen gesehen:
Also, viele Ideen werden zum Beispiel von unserer Konrektorin in die Schule getragen. Die ist also enorm kreativ
und bringt ganz viele Projekte ein, hat auch eine Art, andere dafür zu begeistern. Und es führt dann dazu, dass
man oft auch gerne mitmacht. Also, ich habe in einer Arbeitsgruppe mit ihr gearbeitet. Das fand ich ganz toll. Also, ich denke, sie ist wirklich eine zentrale Person hier an der Schule, die vieles in Gang gebracht hat, an der vieles hängt. (Lehrerin)
Die Konrektorin hat mit ihrer Person eine ausgleichende Wirkung in der Schulleitung geschaffen,
was den Innovationsprozess stark förderte. "Ich glaube, dass X.Y. [Die Konrektorin] und ich uns
ganz gut ergänzen. Ich habe sicherlich den eher männlichen Part in dieser Schulleitung und X.
[Konrektorin] eher den weiblichen, den verständnisvollen." (Schulleiterin) Die Schulleiterin erzählt
von sich, dass sie vielleicht zu wenig ihr Kollegium loben würde. Hier sei die um gute Beziehungen
bemühte Konrektorin sehr wichtig und hilfreich. Inzwischen ist die Konrektorin Beauftragte des
Ministeriums für Schulen im Bereich interkulturelles Lernen. Dadurch ist sie zehn Stunden weniger
an der Schule tätig.
Die Schulleitung bemüht sich darum, Anreizsysteme zu gewähren. So erhalten z.B. zwei engagierte
Kolleginnen, die das Mediencurriculum entwickeln, in diesem Schuljahr eine Stunde Unterrichtsverpflichtungen weniger. Zudem versucht die Schulleitung Personen, die Hilfe beim Einsatz Neuer
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Medien in der Klasse benötigen, zu unterstützen, indem sie einen Co-Teacher mit in die Klasse
vermitteln, der den Schülern die Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer lehrt.
ICT-Innovation Connections
Neue Medien sind in den Rahmenrichtlinien für Grundschulen in Niedersachsen bislang nicht verankert. Dennoch bemüht sich die Albanischule darum den Schülern Grundkenntnisse im Umgang mit IKT zu vermitteln. Es ist festzustellen, dass Neue Medien häufig Einsatz in projektbasiertem Unterricht finden. Ein Zusammenhang zwischen IKT und
neuen Unterrichtspraktiken, die frontale Strukturen aufbrechen, wird angenommen.
Die Schulleiterin erzählte, dass die Rahmenrichtlinien der Lehrplangestaltung für Grundschulen
sehr alt seien. Eine curriculare Festlegung für den Einbezug Neuer Medien in den Unterricht gibt es
in Niedersachsen für Grundschulen nicht. Der Einsatz von IKT ist nicht formal vorgeschrieben.
Eine sehr engagierte Lehrerin meinte: "Es wird ja heute gewünscht, dass alle Schulen ans Netz gehen, aber didaktische Ansätze gibt es da überhaupt nicht zu." Sie und ihre ebenso engagierte Kollegin begannen daher, ein schuleigenes Mediencurriculum zu entwerfen, in dem ganz konkrete Lernund Arbeitsschritte festgehalten und eine Materialsammlung erstellt werden, um auch noch nicht
erfahrenen Lehrerinnen den Einstieg zu erleichtern. Das Curriculum soll zukünftig von der ersten
bis vierten Klasse in der Albanischule eingesetzt werden. Derzeit wird es in den zwei Klassen der
engagierten Lehrerinnen getestet und weiter ausgearbeitet.
Bereits jetzt gibt es das Ziel die Schüler "stufenweise in den sachgemäßen Gebrauch des PCs, in die
Internetnutzung und das Versenden von E-Mails" (Loccum 64/99) einzuführen, und ihnen eine informationstechnische Grundbildung zu vermitteln. In den ersten Jahrgängen wird den Schülern der
Computergebrauch mit Lernprogrammen im Klassenraum gelehrt und in den zweiten Klassen werden Schüler in kleinen Gruppen fünf bis sechs Unterrichtsstunden lang in den weiteren Umgang mit
Computern eingewiesen. Ab der dritten Klasse werden die Schüler in Word, die Internetnutzung
und E-Mails eingeführt.
Der Einsatz von Neue Medien im Unterricht findet insbesondere bei den zwei sehr engagierten Lehrerinnen und dem Lehrer statt. Dort werden IKT breit gefächert, kompetent und innovativ eingesetzt. Zur Zeit unserer Untersuchung erarbeitete eine dieser Lehrerin in einem projektbasierten Unterricht mit ihrem dritten Schuljahr eine Klassenzeitung. Die Schüler mussten mit Hilfe von
Computer und Internet eine Zeitung über die Klassenfahrt zu einem Bauernhof schreiben und
gestalten. Auch Lernsoftware wird eingesetzt. Die Schüler sind täglich mehrere Stunden im
Computerraum anzutreffen. Ähnliche Projekte werden häufig in den Klassen dieser Lehrerinnen
durchgeführt. Sie haben auch die CD-Roms mit ihren Klassen erarbeitet. Die Schulleiterin erzählt,
dass diese Lehrerinnen aufsteigend mit der ersten Klasse konsequent begonnen hätten, Neue
Medien im Unterricht einzusetzen, was auch 16
unabhängig von speziellen Projekten regelmäßig
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
einzusetzen, was auch unabhängig von speziellen Projekten regelmäßig geschähe. Vor allem fänden
regelmäßig Lernprogramme und Internetrecherche ihre Anwendung im Unterricht.
Ebenfalls berichten alle anderen von uns interviewten Lehrerinnen, dass sie bereits mit Lernprogrammen und Internetrecherche mit ihren Schülern gearbeitet hätten. Insbesondere würden Neuen
Medien am häufigsten in den Fächern Sachkunde und Deutsch genutzt. In Deutsch gibt es seit diesem Schuljahr das Lernprogramm "Pusteblume" in Kombination mit einem Schulbuch, von der
ersten bis zur dritten Klasse. In Mathematik wird das Lernprogramm "Blitzrechnen", von der ersten
bis vierten Klasse viel angewendet. Während des offenen Anfanges und Schlusses in der Schule
können die Schüler mit den Computern im Klassenzimmer arbeiten. Auch dort finden Lernprogramme häufig Einsatz. In den ersten Klassen wird das "Junior Schreibstudio" genutzt, das einfache
grafische Gestaltung ermöglicht und Audio-Rückmeldung gibt. Die Schüler führen überdies mit
Kindersuchmaschinen im Internet Recherchen durch. In der Regel werden keine Hausaufgaben aufgegeben, für die ein Computer benötigt wird, da nicht alle Schüler zu Hause einen Zugang zum PC
haben. Allerdings können Schüler freiwillig Referate mit dem Computer vorbereiten und auch Informationen aus dem Internet für den Unterricht gesucht werden. Lehrerinnen pflegen mit den
Schülern ihrer Klasse darüber hinaus Kontakte zu ausländischen Partnerschulen und erarbeiten gemeinsam Projekte.
Der Technische Berater glaubte, es könne eine höhere Auslastung des Computerraums geschaffen
werden. Er schätzte, dass ungefähr 25 % der Lehrerinnen der Albanischule regelmäßig mit den
Neuen Medien im Unterricht arbeiten würden. Er und eine weitere Lehrerin meinten, dass die Vermittlung von Grundlagen des Computers und Anwendungsprogrammen noch zu selten geschähe.
Zu häufig würde die inhaltliche Bearbeitung von Themen im Vordergrund stehen. Auch findet es
eine Lehrerin erschwerend, dass im Stundenplan keine Stunde für den gezielten Erwerb von IKTFertigkeiten existiere.
Der Technische Berater meint, dass Lehrerinnen, die sich nicht gut mit Neuen Medien auskennen,
den Computerraum noch wenig nutzen würden. Dies würde zum einen daran liegen, dass sie traditionelle Methoden bevorzugen, aber auch an zu geringen IKT-Fertigkeiten: "Und da ist es natürlich
nicht leicht, so ein Chaos von zwölf Kindern da oben hängen zu haben, die ja auch nicht wissen,
wie es geht und alle um Hilfe rufen und dann selber auch nicht wissen, wie es funktioniert." (Technischer Berater)
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Verhältnis Pädagogische Innovationen und IKT
An der Albanischule wird den Pädagogischen Innovationen und
den Neuen Medien eine gleichwertige Stellung im Schulgeschehen eingeräumt. Neue Medien finden im interkulturellen
Bereich und in den neuen Unterrichtsformen Einsatz. So wird
z.B. das Internet zur Recherche über fremde Länder
herangezogen
oder
findet
E-Mail
Einsatz
in
der
Zusammenarbeit mit Partnerschulen. Die Konrektorin stellt
einen inhaltlichen Zusammenhang her, "weil wir überlegt
haben, dass natürlich die Möglichkeit, international und auch
national vernetzt zu arbeiten, natürlich für eine interkulturelle
Arbeit logischerweise von Vorteil ist." (Konrektorin) Auch die
Schulleiterin meinte, dass IKT den Schülern den Zugang zum
interkulturellen Lernen erleichtern würde.
Abbildung 4: Lehrerin mit Schülern
im Computerraum
Manche Lehrerinnen glauben, die Veränderungen von Unterrichtsformen seien durch die Organisationsform Volle Halbtagsschule bedingt, die freiere Rahmenbedingungen und Strukturen für innovative Unterrichtspraktiken schaffe. In den Unterrichtsbeobachtungen konnte in Stunden mit IKTEinsatz das Aufbrechen der frontalen Strukturen festgestellt werden. Offenbar fördern Neue Medien
neue Lern- und Unterrichtsformen. Auch die Schulleiterin geht von einer positiven Beeinflussung
der Unterrichtsmethoden durch Neue Medien aus. So schreibt sie im Schulauswahlformular: "Insgesamt verändert der regelmäßige Einsatz von NT [Neuen Technologien] die Unterrichtspraxis von
frontalem Klassenunterricht zugunsten eines eher projektorientierten Unterrichts, in dem die SchülerInnen eher selbständig an ihren gewählten Schwerpunkten arbeiten." Diesen Zusammenhang
bestätigten auch andere Lehrerinnen.
Beurteilung der Neuen Medien
Wenngleich einige Lehrerinnen Computer und Internet lediglich als zusätzliches Arbeitsgerät oder
sogar nur als Randerscheinung bezeichneten, die für das Unterrichten nicht zwingend notwendig
sei, wollten sie dennoch nicht darauf verzichten, weil es viele Arbeitsschritte vereinfachen würden.
Zudem verkörperten die Neuen Medien den "Trend der Zeit" (Lehrerin), dem man sich nicht entgegenstellen sollte. Lehrerinnen und Eltern betrachteten die Kompetenzen im Umgang mit Neuen
Medien - bereits in der Grundschule - als notwendige Schlüsselqualifikation für die Schüler, die
überdies, intrinsisch motiviert, das Bedürfnis hätten, den Umgang mit IKT zu erlernen.
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Dennoch betonten Lehrerinnen, dass der Computer nicht als Selbstzweck im Sinne der Vermittlung
von IKT-Fertigkeiten betrachtet werden dürfe, sondern eingebettet sein müsse in Inhalte und Projekte. Generell sei der Einsatz Neuer Medien von den Unterrichtsinhalten abhängig. Es sei nicht
immer sinnvoll, auf PC und Internet zurückzugreifen.
Outcomes
ICT Infrastructure
Die Albanischule hat eine moderne Infrastruktur. Die Wartung und Pflege wird von einem festangestellten Technischen
Berater durchgeführt. Die Infrastruktur konnte insbesondere durch Gelder der EXPO und dadurch erschlossene Sponsoren finanziert werden. Gelder für die Wartungsarbeiten sind dennoch häufig knapp.
Die Albanischule besitzt insgesamt 26 Computer, von
denen 25 internetfähig sind. Es gibt einen großen
Computerraum mit insgesamt 14 PCs für die Schüler
und einem Computer-Platz für den Technischen Berater
mit PC, CD-Brenner und Scanner. Im Computerraum
sind drei Laserdrucker installiert. In jedem Klassenraum
steht mindestens ein Computer mit Drucker. Ein
Rechner und ein Drucker befinden sich im Sekretariat.
Abbildung 5: Computerraum
Die Schule verfügt über ein 10 M Bit LAN. Bei 220
Schülern auf 14 vernetzte Computer im Computerraum ergibt sich ein Verhältnis von ungefähr 16
Schülern auf einen Computer. Bezogen auf alle PCs, die Schülern zur Verfügung stehen ist das
Verhältnis neun Schülern pro Computer. Die Albanischule hat von Microsoft, wo sie seit der
EXPO-Zertifizierung bis zum Ende der EXPO Partnerschule wurde, kostenlos zahlreich Software
und Lernprogramme erhalten. Darüber hinaus verfügt sie über viele Lernprogrammen von Schulbuchverlagen. Im Computerraum sind noch Programme fest installiert, wie z.B. das ENCARTA
Nachschlagewerk. Die Computerausstattung wurde von allen interviewten Personen als modern
bezeichnet.
Technische Wartung
Die Wartung an der Schule übernahm zunächst der im IKT-Bereich engagierte Lehrer, mit Unterstützung des Kompetenzkreis Internet (KKI). Vor einem Jahr bekam die Schule von der Bezirksregierung eine Schulassistentenstelle genehmigt. Der Schulassistent, der als Technischer Berater fungiert, ist unbefristet für 19,25 Stunden in der Woche an der Albanischule fest angestellt. Er hat vor
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
seinem Sozialpädagogikstudium eine Ausbildung zum staatlich geprüften Wirtschaftsassistenten
Informatik absolviert. Der wesentliche Teil seiner Qualifikationen sei aber autodidaktisch erworben.
Er ist hauptverantwortlich für die Netzwerkadministration zuständig. Der Technische Berater wird
als sehr kompetent beschrieben und kann seine Arbeit sehr gut erledigen: "Also, wir haben laufend
Probleme, jeden Tag. Das kann ich so sagen und wir brauchen ihn sehr viel. Und wenn wir diesen
Menschen, der hier als Schulassistent eigentlich eingestellt ist, nicht hätten, dann würde unser System laufend zusammenbrechen. Das muss man einfach so sagen." (Konrektorin)
Finanzierung
Die Höhe des Jahresbudgets2000 39.180,00 DM. Davon waren 6.000,00 DM eine einmalige Zahlung von der EXPO-Gesellschaft. Der durchschnittliche Anteil des Budgets für IKT betrug im Jahr
2000 ca. 26 %. Quellen für der Geldeinnahmen der Albanischule sind die Stadt Göttingen und die
EXPO-Gesellschaft, die von 1999 bis 2000 finanzielle Mittel bereitstellte, die u.a. für die technische
Infrastruktur verwendet wurden. Die EXPO war für die Computerausstattung der Albanischule sehr
wichtig: "Und diese ganzen Sachen eben und die vielen Rechner, die da sind, das ist eben auf
Grund der EXPO. Ohne EXPO gäbe es das ja alles nicht." (Technische Berater) Zudem erhielt die
Albanischule Gelder und Sachspenden von Sponsoren und auch von Eltern. Der Internetanschluss
für die Schule kostet nach Aussagen des Technischen Beraters DM 30,- im Monat.
Probleme
Das größte Problem sahen viele Interviewte im Mangel an Geldern für erforderliche Reparaturen,
Anschaffungen und Modernisierungen von IKT. Der Technische Berater selbst beschrieb keine
Probleme mit der Wartung, fühlte sich mit seiner Stelle als Schulassistent jedoch nicht angemessen
für seine Qualifikationen bezahlt. Dem widersprechend artikulierte die Konrektorin jedoch den
Wunsch, dass der Technische Berater eine volle Stelle an der Albanischule bekäme, da er "oft nicht
nachkommt, die Probleme zu lösen, die so auftreten." (Konrektorin) Eine Lehrerin beschrieb die
Entsorgung der Geräte als problematisch.
Effectiveness
Die Lernmotivation wird von Neuen Medien positiv beeinflusst, weil sie das selbständige und selbstgesteuerte Arbeiten
von Schülern fördern. Gerade der selbstverständliche Umgang mit Neuen Medien von klein auf wird als großer Vorteil
gesehen. Dennoch ist die Vermittlung an junge Schüler schwierig, da Vermittlung von Grundkenntnisse und die Arbeit
mit Neuen Medien viel Zeit braucht.
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Lernmotivation/Lernverhalten
Lehrer und Eltern berichteten davon, dass sich IKT positiv auf die
Lernmotivation und das Arbeitsverhalten der Schüler auswirken würde.
Kinder würden die Arbeit mit dem Computer spielerischer ausführen
und mit einer gewissen Neugier an die Neuen Medien herangehen. Es
sei viel Begeisterung und Faszination bei den Schülern im Umgang mit
IKT festzustellen. Insbesondere die Arbeit mit Software und die
Gestaltung von Texten würde die Kinder begeistern. Neue Medien
scheinen das Lernen für Schüler lustbetonter zu gestalten. Die Schüler
seien motivierter, sich gewissen Anstrengungen zu unterziehen, denen
sie normalerweise ausweichen würden.
Abbildung 6: Jungen vor
dem Computer
Lehrerinnen berichteten, dass die Arbeit mit den Neuen Medien mehr
Selbständigkeit im Lernprozess zulasse, da die Schüler vor allem mit Lernprogrammen ohne Hilfe
der Lehrerinnen arbeiten könnten. Schüler würden nicht so schnell Hilfe erbitten und hätten weniger
Hemmungen, Fehler im Umgang mit dem Computer zu machen. Sie würden sich trauen, mit dem
PC herumzuprobieren. Der Lernprozess sei selbstgesteuert und an das persönliche Tempo des Schülers angepasst:
Die Lernmotivation ist durch die Neuen Technologien eindeutig höher geworden. Also, die Kinder finden das extrem interessant. Und sie können ja auch ziemlich schnell Lernerfolge haben. Die kriegen ja dann auch zum Beispiel durch Lernsoftware immer gleich eine positive Rückmeldung. Oder eben, wenn etwas nicht geklappt hat,
können sie anders damit umgehen, als wenn die Lehrerin sagt: "Das ist aber falsch!" Also, dieses selbständige
Lernen empfinden die Kinder als sehr positiv. Das machen sie sehr gerne. (Lehrerin)
Die Arbeit mit den Neuen Medien ist häufig projektbasiert und auf aktuelle Themen abgestimmt.
Der persönliche Bezug zur Lebenswelt der Kinder lässt sich leichter herstellen. Die Arbeit an einer
Klassenzeitung oder CD-Rom über das Herkunftsland der Schüler ist stärker an ihren Interessen
orientiert. Dies würde zu mehr Engagement und Mitarbeit der Schüler führen gaben Lehrerinnen an.
Dennoch berichtete eine Lehrerin, dass sich in den letzen drei Jahren die Motivation nicht mehr bei
allen Schülern zwangsläufig einstelle, wenn mit Neuen Medien gearbeitet werden würde. Inzwischen sei der Umgang mit Computern und Internet "nichts Neues mehr für die meisten Kinder."
(Lehrerin)
Es konnte beobachtet werden, dass die Schüler meistens in Gruppen jeweils zu zweit oder zu dritt
mit einem Computer arbeiten. Sie diskutierten untereinander die Aufgabenverteilung, Vorgehensweisen und auch auftretende Probleme. Dieser Austausch untereinander wurde von Lehrern positiv
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
hervorgehoben. Es würden notwendige Absprachen getroffen werden, die soziale Prozesse förderten, weil sich die Schüler untereinander auf die verschiedenen Tätigkeiten einigen müssten. Zudem
würden sich die Schüler untereinander unterstützen und helfen. Generell hoben die Lehrerinnen
hervor, dass der Lernprozess vor dem Computer sehr kommunikativ sei.
Viele Lehrerinnen erzählten, dass die Schüler manchmal mehr wüssten als sie selber und sie auch
auf deren Hilfe zurückgreifen würden, wenn sie nicht weiter wüssten. "Das heißt, den Schülern
Abbildung 7: Schüler arbeiten mit den
Computern
wird auf die Art und Weise vermittelt: Wir sind ja alle ununterbrochen Lernende. Das ist so die
Situation, die den Kindern oft auch Selbstbewusstsein gibt." (Lehrerin) Viele Lehrerinnen beschrieben, dass der Umgang mit den Schülern dadurch partnerschaftlicher geworden sei und sie sich eher
als Moderatorin empfänden, die aber auch Impulse gäbe. Das veränderte Rollenverhalten zwischen
Schülern und Lehrerinnen schrieben nicht alle interviewten Lehrerinnen eindeutig dem Unterricht
mit Neuen Medien zu. Sie sahen es auch im projektbasierten Arbeiten der Schule begründet.
Die Arbeit mit IKT, die in der Regel in Projekt- und Wochenplanunterricht integriert ist, bedingt
Veränderungen im Lernverhalten:
Dieses sehr kleinschrittige Arbeiten, bei dem sich die Schüler alle gemeinsam von einem Unterrichtsschritt zum
nächsten fortbewegen, geht nicht. Das geht nicht, wenn Sie Neue Technologien einsetzen. Der Unterricht ist insgesamt sehr viel offener. Die Schüler haben mehr Entscheidungsräume. Die Selbständigkeit und die Verantwortung
der Schüler für ihr eigenes Lernen wird größer. (Schulleiterin)
Vorteile/Nutzen
Es wurde hervorgehoben, dass sich die Innovationen und Veränderungen positiv auf das Verhalten
der Schüler ausgewirkt hätte: "Ich erlebe auch, wenn ich mit den Kindern arbeite, dass sich insgesamt, wenn ich das mit den Zeiten vor zehn Jahren vergleiche, das Klima oder die Atmosphäre in
22
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
dieser Schule zum Positiven verändert hat. Es gibt weniger Gewalt, weniger Auseinandersetzung
und weniger Zerstörung." (Schulleiterin)
Als großen Vorteil des IKT-Einsatzes an der Albanischule empfanden Eltern, Lehrerinnen und der
Technische Berater, dass die Schüler den selbstverständlichen Umgang mit den Neuen Medien bereits von klein auf lernen würden. Dadurch würden sie sehr unbefangen mit den Neuen Medien umgehen und auch wichtige Fertigkeiten für ihre Zukunft erwerben. Positiv bewertet wurde zudem der
schnelle Zugang zu aktuellen Informationen aus dem Internet und der erleichterte Kontakte zu Partnerschulen über E-Mails.
Die Möglichkeit für Lehrer mit Neuen Medien individualisiertere Arbeitsaufträge für Schüler zu
erteilen, konnte häufig in den Unterrichtsbeobachtungen festgestellt werden. Die Lernprogramme,
die Einsatz finden in der Albanischule, sind den Leistungsfähigkeiten der Schüler anzupassen.
Schüler können besser nach ihrem Leistungsverhalten gefördert werden, das gilt besonders für
schwächere aber auch für stärkere Schüler.
Positiv ist auch, dass die Kinder zumindest zum Teil entsprechend ihrer Leistungsmöglichkeiten arbeiten können,
z.B. in Mathe. In der zweiten Klasse arbeiten in solchen Phasen zwei bis vier Kinder nicht mehr mit dem Stoff der
zweiten, sondern mit dem Stoff der dritten Klasse. Das ist leicht möglich und ich muss nicht dauernd Zusatzmaterial beschaffen, sondern es ist auf der CD-Rom vorhanden. Auch eine Grundschule kann nicht mehr so tun als
wenn es die Neuen Technologien nicht gäbe. (Schulleiterin)
Schwächere Schüler könnten sich mit Lernprogrammen besser ausprobieren. Sie könnten selbständig und ohne Hemmungen arbeiten, weil sie keine Bloßstellung ihrer Leistungen im Klassengeschehen befürchten müssten. Schüler, die innerhalb der Klasse keine besondere Anerkennung durch
ihre Mitschüler erfahren, konnten durch ihre IKT-Fertigkeiten Achtung in der Klasse erhalten und
darüber Selbstbewusstsein erlangen.
Probleme/Nachteile
Ein Nachteil wurde darin gesehen, dass die Anzahl der Computer nicht immer für die Schüler ausreiche, die gern damit arbeiten würden. Der Computerraum sei nicht immer zu nutzten, da er von
anderen Klassen belegt würde. Es käme zu räumlichen Engpässen.
Ein Problem an der Albanischule stellt das Alter der Grundschüler dar. So ist es für die Kinder allein schon schwierig zunächst die Motorik zu erwerben, die notwendig für die Betätigung der Maus
ist. Auch die Sprache des Computers sei nicht kindgerecht, meinte der Technische Berater. Häufig
hätten die Schüler schon beim Anmelden am Computer Mühe, sich zurecht zu finden und Anglizismen seien für die Kinder schwer verständlich. Die Vermittlung von IKT-Fertigkeiten würde daher länger dauern. Da die Schüler häufig gerade erst das Lesen lernten, sei die Arbeit mit dem text23
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
basierten Medium Computer erschwert. Dies sei auch beim Tippen am Computer zu bemerken. Die
Schüler bräuchten häufig auf der Tastatur sehr lange, bis sie sich orientiert hätten, da sie oft noch
nicht alle Buchstaben kennen würden. Kritisch merkte der Technische Berater an, dass sich die
Kinder der Gedankenlogik des Computers anpassen müssten:
Ob das in dem Alter schon so sinnvoll ist? Also, wenn Kinder mit dem Computer arbeiten müssen, müssen sie sich
eben darauf einlassen, dass sie die Sachen so machen, wie der Computer es will. Und nicht, wie es ihnen jetzt einfällt. Da bin ich mir nicht sicher, ob ihnen das vielleicht Grenzen setzt, die nicht sein müssten (Technische Berater)
Eine Schwierigkeit, die berichtet wurde, war die Vielfalt und Unverständlichkeit von Informationen
aus dem Internet. Die Internetrecherche gestalte sich nicht immer einfach für die Schüler, da zwischen vielen Informationen selektiert werden müsse, obgleich die Schüler häufig Kindersuchmaschinen verwenden. Dies beschrieben auch die Schüler: "Da muss man schon wissen, wo man hin
will." (Schülerin) Mehrere Lehrerinnen betonten, dass es notwendig sei, die Internetrecherche gut
vorzubereiten.
Kontrolle/Missbrauch
Generell ist an der Albanischule bisher fast kein Missbrauch vorgekommen. Einmal hätten Schüler
heimlich eine Software installiert und Einstellungen verändert, und manchmal würden Schüler während des Unterrichts unerlaubt im Internet surfen. Allerdings ist über das Stadt-Schulnetz eine
Passwort-Erkennung in die Internetnutzung der Albanischule eingebaut, sodass von vornherein unerwünschte Seiten nicht aufgerufen werden können. Die Computer sind so angeordnet, dass der
Technische Berater alle Bildschirme im Blick hat. Er ist mit dafür verantwortlich, dass Missbrauch
unterbunden wird.
In der Regel beaufsichtigen Lehrerinnen die Schüler, wenn sie im Computerraum arbeiten. Durch
die Doppelbesetzung ist es möglich, dass eine Lehrerin im Klassenraum bleibt und die zweite eine
Gruppe in den Computerraum begleitet. Zusätzlich ist während der Schulzeit der Technische Berater immer im Computerraum anzutreffen, der Schüler und Lehrern bei technischen Problemen und
Schwierigkeiten mit IKT zur Verfügung steht. Ohne Aufsicht dürfen die Schüler nicht in den Computerraum.
Verantwortungsvoller Umgang
Eltern berichteten, dass ihre Kindern durch die Schule eine positive Art erworben hätten, Computer
und Internet anzuwenden. Der Computer würde zu Hause nicht mehr so häufig für Spiele verwendet
werden. Die Schüler hätten gelernt, den PC und das Internet auch für andere Zwecke einzusetzen.
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Voraussetzung für den verantwortungsvollen Gebrauch der Schüler von IKT scheint an der Albanischule die Begrifflichkeit zu sein, die Lehrerinnen bei der Arbeit mit Neuen Medien vermitteln. Die
Schüler sollen mit den Computern an der Schule arbeiten und nicht spielen: "Da wollen wir uns
ganz eindeutig von der häuslichen Arbeit abgrenzen". (Lehrerin) Darüber hinaus betonten alle Lehrerinnen, dass sie Neue Medien immer zielgerichtet und sinnvoll im Unterricht einsetzen würden.
Die Schüler würden konkrete Aufgaben erhalten, die sie umsetzen müssten.
Also, sie sollen lernen, dass die Neuen Medien eben sinnvoll eingesetzt werden und so vermittle ich das eigentlich
auch. Oder, wenn wir mit Word einfach Texte erstellen, dann muss das einen Sinn haben. Warum soll man einen
Text eigentlich nicht mit der Hand schreiben? Ja, weil man ihn zum Beispiel veröffentlichen will. Oder weil man
ihn auf Diskette speichern will, damit man ihn dann wiederum verarbeiten kann oder so. (Konrektorin)
Zudem berichteten zwei Lehrerinnen, dass sie den verantwortungsvollen Umgang von Schülern mit
IKT dadurch unterstützen würden, dass sie Regeln, die bei ihnen in der Klasse beständen, auch für
die Arbeit mit Neuen Medien festgelegt hätten. Würden Regeln übertreten, wird die direkte Aussprache durch die Lehrerin gesucht.
Pädagogische Innovationen
Als sehr effektiv beschrieben alle interviewten Lehrerinnen,
Schulleitung und Eltern die Arbeit in Projektunterricht und
Tages-, oder Mehrwochenplanunterricht an der Albanischule.
Diese
innovativen
Formen
des
Unterrichts
würden
Schlüsselqualifikationen fördern. Die Schüler lernen Teamarbeit,
selbstgesteuert und selbständig ihren Lernprozess zu gestalten
und zu strukturieren sowie Verantwortung zu übernehmen. Sie
könnten auch längere Prozesse besser überschauen. Diese Unterrichtsmethoden würden die Motivation der Schüler steigern.
Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten werden von den interviewten
Lehrerinnen und Eltern sehr geschätzt.
Mit den neuen Formen des Unterrichtens kommt es zu einer
veränderten Lehrerrolle. Lehrerinnen sehen sich eher als
Abbildung 8: Schüler halten ein
Referat
Moderatorin und Partnerin der Schüler und nicht - wie bei den
traditionellen Lehrformen - als deren Dozentin. Dennoch war für einige Lehrerinnen die Doppelbesetzung im Unterricht problematisch: "... viele Kolleginnen hatten auch anfangs ziemlich große
Problem damit, dann plötzlich mit einer zweiten Kollegin im Klassenraum zu sein, und mit ihr gemeinsam zu unterrichten. Das haben wir nie gelernt." (Lehrerin) Auch das Einbezogensein in das
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Unterrichtsgeschehen, das durch die neuen Unterrichtspraktiken entsteht, wurde als schwierig empfunden: "Man ist sehr viel eingespannt. Man hat mehr zu tun, als wenn ich mich vor die Klasse stelle, etwas an die Tafel schreibe und die Kinder schreiben es ab. Dann ist eine Phase der Ruhe. Hier
ist ein ewiges hin und her." (Lehrerin)
In Zusammenhang mit den neuen Unterrichtspraktiken wurde auf die Schwierigkeit hingewiesen,
Arbeitsverhalten und -ergebnisse der Schüler in diesem Unterricht zu bewerten. Da die einzelnen
Schüler unterschiedlichen Aufgaben nachgingen, sei die Vergleichbarkeit schwer möglich. Überdies würden die Lehrerinnen in dem Konflikt stehen, entweder durch traditionelles Unterrichten den
offiziellen Rahmenrichtlinien zu entsprechen und z.B. Aufsätze zu schreiben, die benotet werden,
oder das individuelle Verhalten einzelner Schüler im Projektverlauf näher zu betrachten und dort
die Leistungen zu bewerten. Als ein weiteres Problem wurde die Unterrichtsvorbereitung für Planund Projektarbeit beschrieben: "Für den Lehrer ist es nicht einfach, das muss man auch sagen. Sie
müssen einen guten Überblick haben. Sie müssen, langfristig planen, sie müssen versuchen, individualisiert zu planen. In dem, was sie anbieten, müssen sie sich jedes Mal überlegen, ob für jeden
etwas dabei ist." (Lehrerin)
Der interkulturelle Schwerpunkt an der Albanischule zeigt viele positive Folgen für das Lernen und
Verhalten der Schüler. Fast alle Lehrerinnen, Eltern und die Schulleitung hoben hervor, dass die
Schüler ausländischer Herkunft durch die interkulturelle Pädagogik der Schule ein besseres Selbstbewusstsein hätten. Da die Herkunft und
andere kulturelle Elemente der ausländischen
Schüler an der Albanischule in den Unterricht
integriert seien, spürten diese Kinder das
Interesse an ihrer Lebenswelt und könnten
lernen, sich so zu akzeptieren. Dies empfinden
gerade die Eltern dieser Schüler als sehr
positiv, da ihre Kinder so ihre eigene Sprache,
Kultur und Nationalität nicht verleugnen
Abbildung 9: Ländertag Neuseeland
müssten. Auch berichten die Lehrerinnen und
Eltern von deutschen Schülern, dass diese durch die interkulturelle Arbeit mehr Toleranz und Rücksichtsnahme gegenüber ihren ausländischen Mitschülern und anderen Kulturen entwickelt hätten.
Eine Mutter äußerte begeistert ihre Meinung in einem Brief an das Lehrerkollegium nach der
EXPO, wo sie sich bedankte:
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Sie machen unseren Kindern und auch uns Eltern ein großes Geschenk. Und mehr: Sie setzen ein weit über die
konkrete Situation hinausweisendes Zeichen für Humanität, für Lebendigkeit und Lebensfreude. Die offene und tolerante Geisteshaltung, die Sie den Kindern vermitteln, das Bewusstsein Weltbürger zu sein, wird fest eingewoben
in ihr Denken und Fühlen und hilft ihnen die Zukunft zu gestalten. (Mutter)
Academic Rigour
Da in Niedersachsen Neue Medien für die Grundschulen nicht offiziell in den Lehrplan integriert
sind, gibt es noch keine Vorschriften über den IKT-Einsatz in den Unterricht. Zwar erarbeiten zwei
Lehrerinnen der Schule derzeit ein Mediencurriculum, das ist aber noch nicht für alle Lehrerinnen
der Albanischule verbindlich. Der strenge Einbezug von IKT ist noch sehr von den jeweils unterrichtenden Lehrerinnen der Schule und ihren IKT-Fertigkeiten abhängig. Ein konsequenter, schulweiter Einbezug ist noch nicht vollständig umgesetzt.
Alle Lehrerinnen, die den Fragebogen zur Nutzung von IKT ausfüllten, geben an, dass sie die Arbeit
mit Neuen Medien nicht in ihre Benotung einfließen lassen. Dies mag damit zusammenhängen, dass
generell an der Schule eher der Lernprozess innerhalb von Projekten oder des Wochenplanunterrichts beurteilt wird. Es gibt bis in die vierte Klasse keine Halbjahreszeugnisse mehr. Statt dessen
werden Lernentwicklungsgespräche mit Eltern und ihrem Kind gemeinsam durchgeführt. Die
Zeugnisse werden bis zum Ende der dritten Klasse schriftlich abgefasst. Lehrerinnen empfinden es
sehr positiv, sich nicht früh auf Noten bei den Schülern festlegen zu müssen. Generell würde diese
Art der Bewertung zu gültigeren Bewertungen führen, "weil wir eben nicht nur diese punktuellen
Prüfungen haben, sondern eigentlich das Kind in dem gesamten Prozess stärker bewerten." (Konrektorin)
Leistungssteigerungen von schwächeren und besseren Schülern durch Lernprogramme wurden von
Lehrerinnen berichtet. Lernprogramme würden ein sehr effektives Üben ermöglichen und die Individualisierung des Lernprozesses unterstützen. Eine Lehrerin meinte, dass Schüler durch die erweitere Möglichkeit der Informationsbeschaffung, die das Internet bietet, größere Zusammenhänge
erfassen und abstrakter denken lernen könnten. Für die Verbesserung von Schulleistungen seien
nach Aussage der Schulleiterin und der Konrektorin mehr Zeit, gute Software, viel Platz, Geld für
Lernmaterialien, Fortbildungen und vor allem motivierte und qualifizierte Lehrer notwendig, die
auch Supervision erhalten. Dafür müsste die Lehrerausbildung gerade in der Grundschule verbessert
werden. Eine Lehrerin fand, dass es eines stärkeren Einbezugs von Sozialpädagogik und Psychologie in die Lehrerausbildung bedürfe, da sich die gesellschaftlichen Verhältnisse und Anforderungen
verändert hätten.
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Equity
Die Schüler an der Albanischule haben die Möglichkeit, häufig in den Computerraum zu gehen und auch im offenen
Anfang und Schluss mit einem Computer zu arbeiten. Dadurch können sich auch sozial benachteiligtere Schüler IKTGrundkenntnisse erwerben. Dennoch ist ein Übungsvorteil für Schüler mit häuslicher Nutzungsmöglichkeit zu bemerken. Leistungsschwächere Schüler können aus der Arbeit mit Neuen Medien Vorteile ziehen. Gehen Mädchen zurückhaltender an die Neuen Medien heran, sind Jungen eher explorativ und an der Technik interessiert.
Nach Schätzung der meisten Eltern und Lehrerinnen haben etwa 50 % der Schüler der Albanischule
zu Hause die Möglichkeit, den Computer zu nutzen und ungefähr 25 % steht der Zugang zum Internet offen.
Die Schüler können nur während der Unterrichtszeit an die PCs im Computerraum gehen. In einem
Belegungsplan wird festgelegt, welche Klasse diesen wann nutzen darf. In den täglich stattfindenden Wochenplanstunden, ist der Computerraum für die jeweilige Klasse reserviert. Wenn der Computerraum nicht voll belegt ist, erzählten Lehrerinnen, könnten Schüler in den Computerraum, sofern der Technische Berater vor Ort sei, selten wäre dies in Schulpausen oder den offenen End- und
Anfangsphasen möglich. Alle Schüler, die möchten, können einen E-Mail-Account über die Albanischule erhalten. Dies seien, so der Technische Berater, in der Regel die dritten und vierten Klassen.
Auch die Lehrerinnen haben E-Mail-Accounts und nutzen den Computerraum für Internetrecherchen. Über den Unterricht hinaus ist der Computerraum nicht für Schüler, Eltern oder andere Institutionen zu nutzen.
Lehrerinnen und Eltern gaben an, dass die Schüler der Albanischule sehr regelmäßig mit IKT arbeiten würden. Normalerweise seien die Schüler "jeden Tag eine gewisse Zeit" (Lehrerin) an den Neuen Medien. Der Technische Berater vermutete, dass 75 % Prozent der Schüler regelmäßig die Neuen Medien nutzen.
Die IKT-Fertigkeiten der Schüler bezeichneten einige Lehrerinnen als hoch: "Viele Kinder haben
aber höhere Fähigkeiten als die unterrichtenden Lehrer, bis auf unsere drei Spitzenlehrer. Es können ganz viele mehr als die Lehrer, auch schon im Grundschulbereich." (Schulleiterin) Die Schüler
würden nach Aussagen von Eltern und Lehrerinnen die Grundtechniken des Computers beherrschen. Viele könnten mit dem Textverarbeitungsprogramm Word umgehen, im Internet insbesondere auf Kindersuchmaschinen recherchieren und teilweise E-Mails schreiben und verschicken. Mit
Lernprogrammen könnten sie selbständig arbeiten.
Schülerunterschiede
Die Lehrerinnen berichten von einer differenten Herangehensweisen die Mädchen und Jungen im
Umgang mit IKT hätten. Mädchen sind anfänglich zurückhaltender gegenüber den Neuen Medien
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OECD / CERI Case Studies ICT and Quality of Learning
Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
im Gegensatz zu den Jungen, die sich schnell an Computer und Internet heranwagen. Es ist bei den
Jungen ein eher exploratives Umgehen mit dem Computer zu erkennen, was bedingt, dass sie sich
gern und schnell auf unbekanntes Terrain begeben. Sie sind technisch interessierter als Mädchen:
Die Jungs haben dann eh erst mal die große Klappe, wissen nicht unbedingt mehr, in der Regel nämlich eben
nicht, aber haben eben erst mal einen große Klappe und fummeln erst mal darauf los, klicken erst mal auf alles,
was sich irgendwie bewegt (...) die Mädchen sind erst mal stiller und da gibt es natürlich auch welche, die komplett anders sind, aber in der Mehrheit würde ich sagen, die haben nicht so diese große Klappe mit dem: „Ja,
kenne ich schon und das geht so,“ und dann geht es aber tatsächlich nicht so. (Technische Berater)
Dennoch behauptet eine Lehrerin, dass diese anfänglichen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen sich allmählich nivellieren, da die Mädchen gemerkt hätten, dass sie im Umgang mit Computer und Internet ebenso gut seien wie die Jungen.
Lehrerinnen meinten, dass leistungsschwächere Schüler in der Regel weniger Erfahrungen im Umgang mit Neuen Medien hätten. Auch würden Leistungsunterschiede nicht zwangsläufig durch IKT
aufgelöst: "Schwache Schüler erleben genau so eine Frustration am Rechner, wie am Schultisch."
(Lehrerin) Bei vielen Schülern seien aber positive Leistungsveränderungen im Umgang mit IKT
festzustellen, besonders in Mathematik (vgl. Effectiveness). Die schnelle positive oder negative
Rückmeldung, die Lernprogramme zu den bearbeiteten Aufgaben geben, wird als wichtig für
schwächere Schüler bezeichnet. Eine Lehrerin berichtete, dass sich leistungsstärkere Schüler durch
die Arbeit mit dem Internet ein vernetzteres Denken erwerben. Dadurch könnten sie in größeren
und globaleren Zusammenhängen Inhalte strukturieren lernen.
Viele Lehrerinnen sagten, dass Schüler ohne häusliche Nutzungsmöglichkeiten nicht das Niveau der
Schüler besäßen, die zu Hause den Umgang mit Neuen Medien trainieren könnten. Bestehende Benachteiligungen seien schwer aufzulösen. Hier sei jedoch zu beachten, so die Konrektorin, dass es
auch Familien gäbe, die Neuen Medien aufgrund ihrer Einstellung ablehnen würden. Es sei nicht
zwangsläufig ein Geldproblem, wenn Kinder keine Übungsmöglichkeiten zu Hause hätten. Lehrerinnen nannten zwar größere Hemmschwellen von sozial benachteiligten Schülern gegenüber den
Neuen Medien, betonten aber, dass sie und ausländische Schüler an der Albanischule von der Möglichkeit, Neue Medien zu nutzen und IKT-Grundfertigkeiten zu erwerben, sehr profitieren könnten.
In diesem Zusammenhang erzählte eine Lehrerin, dass zwei ausländische Mädchen aus ihrer Klasse,
die aus ungünstigen sozialen Verhältnissen kämen, im offenen Schluss immer an den Computer
gehen würden und so ihre Kenntnisse im Umgang mit IKT sehr gesteigert hätten. Auch sozial benachteiligte Schüler könnten durch diese Möglichkeiten an der Albanischule Vorteile ziehen: "Und
wenn man da als Lehrer darauf achtet, dass sie jetzt noch einmal den Schritt an unseren Computer
machen und ihnen dabei hilft erfolgreich zu sein, dann blühen die richtig auf. Da können wir schö29
OECD / CERI Case Studies ICT and Quality of Learning
Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
ne Erfolge hier sehen." (Lehrerin) Dadurch hätte sich bei manchen Schülern das Selbstbewusstsein
positiv verändert.
Projections
Sustainability and Scalability
IKT
Einige Lehrerinnen meinten, dass die weitere Aufrechterhaltung der Innovationen im Bereich IKT
vom Technischen Berater abhängig sei: "Wenn der mal geht, das ist ein Albtraum. Da kann es sein,
dass so ein Weg wirklich abbricht." (Lehrerin) Es wurde die Angst geäußert, dass dann die bestehende Infrastruktur nicht ausreichend gewartet werden könnte, da die Lehrerinnen in der Regel
nicht die Kompetenzen und Zeit dafür hätten. Die Schulleitung befürchtet zudem, dass der Technische Berater für eine bessere Stelle die Schule verlassen könnte da er für seine Qualifikationen unterbezahlt ist. Dann sei ungewiss, ob sie jemanden fänden, der so kompetent die Wartung und Administration der Schule übernähme und als Ansprechpartner der Schüler und Lehrerinnen fungiere.
Dennoch gingen viele Interviewte davon aus, dass die Neuen Medien im Schulgeschehen bereits so
verankert seien, dass sie zukünftig bestehen bleiben würden, auch wenn der Technische Berater
ausfalle: "Was völlig unbestritten ist, ist dass der Einsatz der Neuen Technologien weitergehen und
verbreitet werden wird." (Schulleiterin) Allerdings sei es unabdingbar, dass die Schule wieder einen
hauptamtlichen Technischen Berater erhalte. Viele Lehrerinnen, die Schulleitung und Eltern äußerten die Hoffnung und den Wunsch, dass es zu einer größeren Verbreitung von IKT-Fertigkeiten im
Kollegium komme und dadurch der Einsatz von Neuen Medien im Unterricht noch verstärkt wird.
Wichtigste Ressource bei der Aufrechterhaltung des Medieneinsatzes an der Albanischule sind vor
allem die finanziellen und materiellen Mittel, betonten die Schulleiterin und der Technische Berater.
Darum will sich die Schulleitung weiterhin bemühen. Die Albanischule hätte sehr von der EXPO
profitiert, da sie durch sie weitere Sponsoren und finanzielle Mittel erhalten hätte, hier müssten
neue Wege erschlossen werden. So sei die Microsoft Partnerschaft seit Ende der EXPO beendet,
was bedeutet, dass die Albanischule nicht mehr umsonst an aktuelle Software heran komme. Auch
von der Stadt Göttingen wäre wenig finanzielle Hilfe zu erwarten. Die weitere Existenz des KKI,
der bei Wartungsproblemen früher in Anspruch genommen wurde, wurde als unklar beschrieben.
Da er das Stadt-Schulnetz betreut hat könnte dies indirekte Auswirkungen auf die Albanischule haben.
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Einige Lehrerinnen hoben die Notwendigkeit von Konzepten für das Unterrichten mit Neuen Medien hervor und wünschen offizielle Vorgaben. Das Mediencurriculum, das derzeit erarbeitet wird,
beurteilten Lehrerinnen mit geringeren IKT-Kenntnissen daher als sehr positiv und hilfreich. Viele
Lehrerinnen und Schüler hätten gern noch weitere Computer in den Klassen- und Gruppenräumen
zur Verfügung. Nach ihrer Vorstellung seien mindestens zwei bis drei zusätzliche PCs notwendig.
Auch offene Stationen auf den Fluren, wo Schüler frei arbeiten könnten, seien wünschenswert.
Als eine wesentliche Bedingung für die Arbeit mit Neuen Medien wurde die Doppelbesetzung genannt. Eltern und Lehrerinnen wünschten sie sich verstärkt und kleinere Klassen. Die Doppelbesetzung ist vor allem an die Volle Halbtagsschule gekoppelt. Hier ist ein Problem für die Zukunft darin
zu sehen, dass das Niedersächsische Kultusministerium die Volle Halbtagsschule gegen eine Verlässliche Grundschule auswechseln möchte. Das bedeutet, dass die Schüler in den offenen Anfangsund Endphasen nicht mehr von Lehrkräften betreut werden können, sondern von Müttern, Studenten oder Sozialarbeitern, die weniger Geld kosten als qualifizierte Lehrkräfte. Neben der Kürzung
von Lehrerstunden, die in Zukunft die Doppelbesetzung der Grundschulen ausschließen, befürchteten die Lehrerinnen der Albanischule dadurch eine Entprofessionalisierung. 2003 wird die Albanischule voraussichtlich Verlässliche Grundschule werden. Die Aufrechterhaltung der Innovationen
könnte dadurch mittel- und längerfristig in Gefahr geraten.
Viele Lehrerinnen und die Schulleitung befürchten, dass die weiterführenden Schulen, auf die ihre
Schüler nach Abschluss der Grundschule gehen werden, nicht auf deren IKT-Fertigkeiten eingehen
könnten und auch mit ihrer selbständigen Arbeitsweise Probleme haben könnten. Es wurde der
Wunsch nach mehr Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen geäußert.
Als konkrete Erweiterungen im Bereich Neue Medien ist für Anfang 2001 die komplette Vernetzung der Schule geplant. An jedem Computer im Klassenzimmer soll der Internetzugang möglich
sein. Wenn die Vernetzung vollzogen sein wird, "ist im Grunde genommen die EDV-Anschaffung
hier an dem Punkt angelangt, wo man sagt, dass reicht jetzt auch erst mal." (Technische Berater)
Geplant ist auch die Mitgestaltung der Homepage durch Schüler. Dies soll durch eine AG umgesetzt werden.
Pädagogische Innovationen
Die Aufrechterhaltung der Innovationen und Veränderungen wird von den interviewten Lehrerinnen
nicht in Frage gestellt, da sie inzwischen fester Bestandteil der Schule geworden seien: „Es geht
hier schon ziemlich intensiv auch weiter, weil diese Projekte ja nicht nur für die EXPO entwickelt
31
OECD / CERI Case Studies ICT and Quality of Learning
Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
worden sind, sondern das ist ja ein Konzept der Schule. Einfach daran weiter zu arbeiten, das wird
ja jetzt nicht abgehakt.“ (Lehrerin)
Die Schulleiterin und die Konrektorin streben zukünftig eine noch bessere Integration des interkulturellen Ansatzes in Grundschulinhalte an. Darüber hinaus soll die Elternarbeit fortgeführt werden,
was auch Eltern wünschen. Ausgedehnt werden soll auch die Zusammenarbeit mit Schulen anderer
Länder. In Zusammenhang damit ist geplant, verstärkt Sprachunterricht in den Lehrplan zu integrieren. Die Albanischule hat bereits positiven Bescheid auf einen Antrag als UNESCO-Projektschule.
Das bedeutet, dass eine interkulturelle Weiterarbeit auch im Sinne der UNESCO geschehen wird.
Die interkulturelle Arbeit und auch die Arbeit in Projekt- oder Mehrwochenplanunterricht wird an
der Albanischule fast vom gesamten Kollegium getragen und weiterhin angestrebt. Wichtig sind
hierbei finanzielle und materielle Mittel, um die sich die Schulleitung weiterhin bemühen will.
Conclusion to the Hypotheses
1.
Hypothesis: Technology is a strong catalyst for educational innovation and improvement especially when the
World Wide Web is involved. The rival hypothesis is that where true improvement is found throughout the
whole school, technology served only as an additional resource and not as a catalyst and the forces that
drove the improvements also drove the application of technology to specific educational problems.
An der Albanischule haben die Pädagogischen Innovationen eine sehr selbständige Stellung und
sind unabhängig von den Neuen Medien entstanden. IKT ist als eine innovative Veränderung unter
anderen zu sehen, auch wenn es zu katalytischen Beeinflussungen kommen kann. So ist es möglich,
mithilfe des Internets Projekte zu internationalen Partnerschulen durch E-Mails zu beschleunigen.
Hier fördern Neuen Medien innovatives, interkulturelles Arbeiten. IKT finden an der Albanischule
auch umfassend Einsatz in projektbasiertem und fächerübergreifendem, sowie in Wochenplanunterricht. Die pädagogischen Innovationen scheinen für die Arbeit mit IKT an der Schule bessere Rahmenbedingungen zu bieten als Frontal- und Instruktionsunterricht.
2.
Hypothesis: The diffusion of innovation/ improvement (and thus of ICT) followed the traditional diffusion
patterns for innovations, as outlined by ROGERS (1995). The rival hypothesis is that technology functions differently from traditional innovations and that therefore different patterns occur.
Die Verbreitung der Veränderungen an der Albanischule vollzog sich größtenteils nach der Diffusionstheorie. Im Bereich der Pädagogischen Innovationen stieß die Konrektorin als Initiatorin die
Veränderungen an und im Bereich IKT geschah dies durch zwei Lehrerinnen und ein Lehrer. Die
veränderte Kommunikation im Umgang miteinander, die durch die Arbeitsgemeinschaft um die
32
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Konrektorin bedingt war, führte im gesamten Lehrerkollegium zu der Bereitschaft, sich auf Innovationen einzulassen. Obwohl eine schulweite Verbreitung des interkulturellen Ansatzes und der neuen Unterrichtspraktiken fast verwirklicht scheinen, ist die Verankerung der Neuen Medien noch
nicht vollständig erreicht. Weitere Fortbildungen der Lehrerinnen und der Einbezug von IKT in den
Unterricht ist notwendig, um den Einsatz von Neuen Medien an der Albanischule auf einen großen
Personenkreis auszubreiten.
3.
Hypothesis: Successful implementation of ICT depends mostly on staff competence in the integration of ICT
into lessons and the learning process. This hypothesis assumes that teachers mediate ICT applications when
they are successful and that ICT’s academic value relates positively to teacher competence. The rival hypothesis is that it is the school’s technical infrastructure and pupil ICT competence rather than staff competence that determine ICT implementation outcomes.
Die IKT-Infrastruktur ist für eine erfolgreiche Implementierung an Schulen notwendig, aber nicht
hinreichend. Auch können die IKT-Fertigkeiten von Grundschülern nicht die Implementierung von
Neuen Medien an der Schule gewährleisten. Hier ist es vielmehr notwendig, dass die IKTFertigkeiten der Lehrerinnen hoch sind. Nur, wenn Lehrerinnen sich kompetent im Umgang mit
Neuen Medien fühlen, sind sie auch bereit, diese im Unterricht einzusetzen. Zwar haben die Lehrerinnen begonnen, sich IKT-Fertigkeiten anzueignen, diese sind aber noch zu erhöhen. Fortbildungen
für den konkreten Einsatz im Unterricht scheinen zu fehlen. Wichtig für eine erfolgreiche Implementierung ist auch die Wartung durch einen Technischen Berater, der bestenfalls hauptberuflich
dafür angestellt ist und vor allem Gelder, damit dieser seine Aufgaben erfüllen kann. Auch scheint
die Transparenz von Entscheidungsprozessen in der Schule sehr wichtig.
4.
Hypothesis: Gaps in academic performance between high and low poverty pupils will not increase when all
pupils have equal access to ICT. The rival hypothesis is that equal access to ICT will lead to more advantaged pupil increasing the performance gap with disadvantaged (high poverty) pupils.
Es ist an der Albanischule festzustellen, dass Schüler aus sozial benachteiligten Familien einen großen Vorteil daraus ziehen können, dass die Neuen Medien im Unterricht Einsatz finden und in den
offenen Anfangs- und Endzeiten genutzt werden können. Es kam vor, dass sozial benachteiligte
Schüler sich dadurch gute IKT-Fertigkeiten erwerben konnten. Dennoch wurde ein Vorsprung bei
Schülern beschrieben, die häusliche Nutzungsmöglichkeiten haben. Hier könnte der vermehrte Einsatz von IKT in der Albanischule dazu führen, dass die Kluft sich weiter verringert.
5.
Hypothesis: Successful implementation of ICT will lead to the same or higher academic standards in spite of
the low quality of many ICT materials. Academic standards are a function of teacher and school expectations and not of the standards of textbooks, ICT materials and the like. The alternative hypothesis is that
33
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
ICT use will lead to a lowering of academic standards as pupils spend more time on marginally beneficial
searches and in browsing poor quality Web and courseware contents.
An der Albanischule konnten sehr positive Auswirkungen von IKT auf das Arbeitsverhalten der
Schüler festgestellt werden. Das selbstgesteuerte und selbständige Lernen wird durch Neue Medien
gefördert. Insbesondere wurden Hinweise darauf gegeben, dass durch die Individualisierung von
Lernprozessen sowohl eher leistungsschwächere als auch leistungsstärkere Schüler Leistungssteigerungen erzielen könnten. Da die Arbeit mit dem Computer in der Regel zu zweit geschieht, werden
kommunikative und soziale Prozesse unterstützt. Die Recherche im Internet ist aufgrund unselektierter Informationen gerade für junge Schüler schwierig und muss gut von den Lehrern vorbereitet
werden. Insgesamt muss der Unterricht mit Neuen Medien gründlich von Lehrerinnen im voraus
geplant werden. Hier ist eine Abhängigkeit von den Fertigkeiten der Lehrerinnen festzustellen, die
auch mit den Erwartungen in der Albanischule zusammenhängen innovative Unterrichtsmethoden
einzusetzen. Diese sind nur mit mehr Aufwand der Lehrerinnen zu bewerkstelligen. Es konnten
aufgrund der sorgfältigen Unterrichtsvorbereitungen keine oberflächlicheren Verarbeitungsstrukturen festgestellt werden, da immer die Vermittlung von Inhalten in die Arbeit von Neuen Medien
integriert war.
Projection to the future and extension to other schools
Für die Übertragbarkeit der Innovationen, speziell im Bereich Neue Medien, müssen zahlreiche
finanzielle Ressourcen aufgebracht werden, um eine hohe IKT-Infrastruktur aber auch deren Wartung zu gewährleisten. Der Technische Berater meint, dass bei einer Übertragbarkeit auf andere
Schulen insbesondere berücksichtig werden müsse, dass die Anschaffungskosten hierbei den geringsten Teil der Kosten ausmachen würden:
Man geht eigentlich davon aus, ein Drittel Anschaffungskosten und zwei Drittel laufende Kosten, Schulungskosten
und alles Mögliche. Also, die müssen auch eine Menge Geld dafür auftreiben und das erste Drittel für das Anschaffen, das kommt immer irgendwie zusammen, aber die restlichen zwei Drittel in der Regel nicht. (Technische
Berater)
Hier verfügte die Albanischule durch ihre Zertifizierung als EXPO-Schule über Mittel, die nicht
allen Schulen zur Verfügung stehen können. Es bedarf daher in anderen Schulen einer Schulleitung
oder Personen, die die Kompetenzen besitzen, finanzielle und materielle Ressourcen zu erschließen.
Als zweite wichtige Grundbedingung wurde ein hauptberuflich angestellter Netzwerkadministrator
genannt. Die Wartungsarbeiten könnten nicht durch einen Lehrer ausgeführt werden, "der das ne34
OECD / CERI Case Studies ICT and Quality of Learning
Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
benbei noch macht" (Technische Berater). Hier ist eine Übertragbarkeit für andere Schulen schwer
möglich, da in Deutschland keine offiziellen Stellen dafür vorgesehen sind. Lehrerinnen, die diese
Aufgabe ausführen, benötigen dafür qualifizierte IKT-Fertigkeiten, deren Aneignung sehr zeitintensiv ist. Auch die Wartung nimmt viel Zeit in Anspruch, so dass es Stundenentlastungen bedarf. Als
weitere wichtige Bedingung für eine schulweite Verbreitung von IKT wurde eine breite Verankerung im Kollegium genannt. Es müssen viele Lehrerinnen bereit sein, sich auf die Neuen Medien
einzulassen und sie zu nutzen. Damit sei verbunden, dass sie sich systematisch fortbilden und IKTFertigkeiten erwerben. Zu dem Engagement der Lehrerinnen bedarf es einer Schulleitung, die offen
für die Innovationen ist, Raum für Veränderungen ermöglicht und ihre Lehrerinnen unterstützt. Das
Engagement von Eltern und die Öffnung von Schule nach außen sind wichtige Faktoren, die Ressourcen schaffen und ein größeres Verständnis für Schule bedingen.
Für alle Innovationen und Veränderungen und ihre Übertragbarkeit auf andere Schulen müsse gelten, dass Lehrerinnen bereit seien: "... über das übliche Arbeitsmaß hinaus zu arbeiten." (Lehrerin)
Sie müssen innerlich zu den Veränderungen stehen, da sonst schnell Unwohlsein aufkommt. Dafür
sei es notwendig, "dass man versucht ein Klima zu schaffen, in dem jeder so das Gefühl hat, dass er
ernst genommen wird und sich einbinden kann. Das wäre das aller wichtigste ... Denn man macht
nur mehr als man muss, wenn man irgendetwas davon hat." (Konrektorin) Nur eine gute Atmosphäre in der Schule würde auch in Phasen starker Belastung Engagement und Einsatz der Lehrerinnen
weiterhin aufrechterhalten. Wünschenswert ist überdies eine qualifizierte Lehrerausbildung zu gewährleisten, die Fertigkeiten im IKT-Bereich vermittelt, aber auch didaktische Konzepte für eine
Umsetzung im Unterricht liefert.
Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 08 NM 005 B gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autoren.
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OECD / CERI Case Studies ICT and Quality of Learning
Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Appendix A: Methodology
Das Forscherteam der OECD bestand aus zwei Forscherinnen vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und
Unterricht aus Grünwald bei München und vier Forscherinnen aus dem Institut für Schulentwicklung der Universität
Dortmund, die an der SITES M2 Studie arbeiten. Insgesamt wurde die Schule an vier aufeinander folgenden Tagen vom
27.11. bis 30.11.2000 untersucht.
Anwendung fanden die kombinierten Instrumente der IEA/OECD für die Interviews. Es wurden Interviews geführt mit
der Schulleiterin (Dauer ca. 2 1/2 Stunden), mit der Konrektorin (Dauer ca. 2 Stunden) dem Technischen Berater (Dauer ca. 1 Stunde), sowie Lehrerinterviews vorgenommen. Die Lehrerinnen unterrichten in der Regel fast alle Fächer
außer Sport oder Musik. Drei Einzelinterviews mit Lehrerinnen dauerten jeweils ungefähr eine Stunde und ein Gruppeninterview mit drei Lehrerinnen nahm ungefähr 1 1/2 Stunden in Anspruch. Auch wurden jeweils zwei Mütter einzeln interviewt (Dauer ca. 1 Stunde), und zwei Mütter und zwei Väter jeweils gemeinsam (Dauer ca. 1 Stunde). Die
Schülerinterviews fanden in Gruppen statt. Es wurden jeweils eine Gruppe von drei und zwei Gruppen von fünf Schülerinnen und Schüler befragt. Insgesamt waren es acht Mädchen und fünf Jungen.
Alle Interviews wurden auf Mini-Disc-Rekordern aufgenommen. Bei den Beobachtungen verwandten die Wissenschaftlerinnen das vorgeschlagene Beobachtungsprotokoll aus dem OECD-Workbook. Insgesamt wurden zehn Unterrichtsstunden beobachtet: Drei Unterrichtsstunden Wochenplanarbeit, jeweils in der zweiten, dritten und vierten Klasse,
in der Aufgaben im Computerraum ausgeführt wurden und auch Lernprogramme Einsatz fanden. Hospitiert wurde
zudem in drei Stunden projektbasiertem Unterricht, und zwar in der vierten Klasse, zum Thema "Wale und Weltmeere",
wo ein Referat über Wale gehalten wurde, in der vierten Klasse zum Thema "Wir feiern Feste", wo auch der Computerraum genutzt wurde und zwei Stunden in der dritten Klasse zum Thema "Klassenzeitung". In dem letzten Projekt arbeiteten die Schüler fast ausschließlich im Computerraum. Außerdem wurden zwei Stunden "Ländertag" beobachtet, die
zwei Mütter (aus Neuseeland und aus Südafrika) in je einer dritten und einer zweiten Klasse gaben. Auch wurde teilgenommen an einer Stunde in der interkulturellen Werkstatt, in der Schüler in die chinesischen Zeichen eingeführt wurden.
In der Untersuchung wurden außerdem 13 Fragebögen zur IKT Nutzung von Lehrern und das Auswahlformular für
Schulen, ausgefüllt von der Schulleiterin, in die Auswertung einbezogen. Als weiteres Material wurden Artikel über den
Schulentwicklungsprozess und den Einsatz von Medien an der Albanischule, verfasst von der Schulleitung, hinzugezogen. Drei hergestellte CD-Roms, Schülerarbeiten, Fotos der Schule und die Homepage gaben weiteren über die Innovationen an der Albanischule.
Die Interviews wurden von Mini-Discs transkribiert und von den Forscherinnen des OECD-Teams kodiert. Die Kodierung erfolgte über WinMax, ein deutsches Software-Programm zur Analyse qualitativer Daten.
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Appendix B: ICT Practices Survey for Teachers2
Tabelle 1: Einschätzung der Lehrer über ihre IKT Fähigkeiten
sehr vertraut
vertraut
etwas vertraut
gar nicht
vertraut
M. D.3
Einen Text schreiben
6
5
2
-
-
Informationen im World Wide Web suchen
2
3
4
4
-
Web-Seiten erstellen und betreuen
1
-
1
11
-
Datenbanken verwenden
1
1
1
8
2
E-Mails schreiben oder empfangen
6
4
2
1
-
Ein Programm schreiben
1
1
2
9
-
Ein Bild oder Diagramm zeichnen
1
3
4
5
-
Information präsentieren (z.B. mit Power Point)
-
2
2
9
-
Wie vertraut sind Sie mit der Nutzung eines
Computers für die folgenden Tätigkeiten?
Selbsteinschätzung insgesamt
Wie würden Sie Ihre Fähigkeit im Umgang mit Computern bewerten?
gut
ganz ordentlich
schlecht
M.D.
1
4
7
1
Tabelle 2: Computernutzung der Lehrer
mehrmals
in der Woche
mehrmals
im Monat
selten
niemals
keinen
Computer
5
4
2
-
2
Zusammenarbeit mit anderen Lehrern
ja
nein
M. D.
Benutzen Sie gegenwärtig Technologien, um mit anderen Lehrern zusammenzuarbeiten (z.B. berufliche Chat Rooms, Foren o.ä.)?
2
11
-
Computernutzung bei der Unterrichtsvorbereitung
Wie häufig verwenden Sie einen Computer zu Hause, um
sich auf den Unterricht vorzubereiten?
Kommunikation über E-mail
mehr als 12
6-11
1-5
keine
M. D.
-
1
7
5
-
Wie viele Emails schreiben Sie durchschnittlich am Tag?
Tabelle 3: Erfahrungen mit Programmieren und Installation
Anzahl
nein
M.D.
Änderungen an der Hardware eines Computers vorgenommen
2
10
2
Ein Update eines Anwendungsprogramms (Textverarbeitung, Grafikprogramm, etc.) vorgenommen
10
9
3
Einen zerstörten File wiederhergestellt
1
9
3
Eine Web-Seite erstellt
2
9
3
Haben Sie eine der folgenden Tätigkeiten schon einmal gemacht?
2
3
Alle Ergebnisse basieren auf den Daten von 13 Lehrerinnen und Lehrern
Missing Data
37
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Eine Datenbank erstellt
-
10
3
Tabelle 4: Häufigkeit der von Lehrern erteilten IKT-Aufgaben
Wie häufig haben ihre Schüler im letzten Schuljahr mehrmals
durchschnittlich die folgenden Tätigkeiten ausgeführt, pro Woche
um damit von Ihnen erteilte Aufgaben zu erledigen?
mehrmals
pro Monat
selten
niemals
M. D.
Auf das World Wide Web zugreifen
-
3
3
7
-
Web-Seiten erstellen
-
-
3
10
-
E-Mails schreiben oder empfangen
-
3
4
6
-
Ein Textverarbeitungsprogramm verwenden
2
4
3
4
-
Einen Computer für Spiele verwenden
3
2
3
5
-
Eine Tabellenkalkulation verwenden
-
-
1
12
-
Ein Grafikprogramm verwenden
-
1
1
10
1
Sich in einem Online-Forum oder einem Chatroom beteiligen
-
-
1
12
-
Ein Programm für die Präsentation von Informationen
verwenden (z.B. Power Point)
-
1
1
11
-
Ein Lernprogramm verwenden (einschließlich Simulationen)
3
5
3
2
-
Tabelle 5: Lehrer über ihren IKT-Einsatz im Unterricht
Die Antworten basieren auf den Erfahrungen des letzten Schuljahres:
ja
nein
M. D.
Wurde die Nutzung der Computer durch die Schülerinnen und Schüler für ihre
Benotung herangezogen?
-
12
1
Haben Sie mit einer von Ihnen unterrichteten Klasse eine Web-Seite erstellt oder
verändert?
3
9
1
Haben Sie jemals als Schüler/in oder Lehrer/in an einem virtuellen Seminar im
Internet/ World Wide Web teilgenommen?
3
10
-
Haben Sie Ihre Schülerinnen und Schüler zusammen mit Schülern aus anderen
Klassen über das Internet/ World Wide Web gemeinsam lernen lassen?
2
11
-
Tabelle 6: Beschränkungen bei der Suche im World Wide Web
uneingeschränkt
etwas eingeschränkt
nur bestimmte
Seiten
M.D.
-
2
5
6
Wenn Sie Aufgaben zur Recherche im World Wide Web erteilten,
wie viel Freiheit haben Sie Ihren Schülerinnen und Schülern in der
Auswahl der Seiten, die sie besuchten, gegeben?
Tabelle 7: Anteil der Computernutzung im Unterricht
völlig
großteils
etwas
gar
nicht
M.D.
Wenn Sie den Computer im Unterricht nutzen, in welchem
Umfang bezieht sich die Computernutzung in Ihrem Unterricht direkt auf den Unterrichtsstoff?
4
3
2
3
1
In welchem Umfang erledigen die Schülerinnen und Schüler
Aufgaben, für die eine Computernutzung erforderlich ist,
individuell?
-
2
5
5
1
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Fallbeispiel Albani-Schule Göttingen
Appendix C: List of References
Schulmaterialien
-
EVANGELISCHE AKADEMIE LOCCUM (64/99). Welche Schule braucht die Zukunft unserer Welt? Niedersächsische
Schulen entwickeln Ideen und Projekte zur EXPO 2000. (Projektdokumentation 1; Albanischule Göttingen; Heidrun von der Heide, Waltraud Zubke)
-
VON DER HEIDE, H. & SCHANZ, C. (1999). Start frei für die Schulentwicklung. Motivations- und Konsensfindung in
einer Grundschule. In: Beispiele 1/99.18-23.
-
HACKLER, J. (1998). Computer und Lernen. Die CD-Rom des Monats 1998. Susi. Albanischule und Kreisbildstelle
Göttingen.
-
CD-Rom: Albanischule Göttingen, EXPO-CD
-
Informations- und Faltblätter von Räumlichkeiten und Projekten für die EXPO
-
Fotografien von der Schule
-
Schulhomepage: http://www.albi.goe.ni.schule.de
-
Unterrichtsinstruktionen für Wochenplanstunde und Projektunterricht
-
Bastelbogen der Albanischule
-
CD-Rom: "Susi", Schuljahr 1997/98
-
CD-Rom: "Göttingen: Von der ersten Siedlung zur Stadt", Schuljahr 1998/99
-
CD-Rom: "Susi Reise in die Zukunft", Schuljahr 1999/2000
-
Schülerarbeiten
Weitere Quellen
-
http://bert.eds.udel.edu.oecd (OECD-Web-Site)
-
http://d21.fujitsu-siemens.com/d21/index.htm
-
http://www.niedersachsen.de/MK7.htm
-
http://www.initiatived21.de/home.php.3
-
http://www.n-21.de/
-
http://www.san-ev.de/default.asp
-
ROGERS, E. M. (1995). Diffusion of Innovation. Fourth Edition. New York: The Free Press.
-
YIN, R.K. (1993). Applications of case study research. Newbury Park, CA: Sage.
Abbildungen
Alle Abbildungen entstammen eigenen, während des Aufenthalts gemachten Fotografien.
39