JPG - Cembrit

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JPG - Cembrit
ENERGIE
Fassade
Autor: Andreas Schmidt, Hamburg
Wer an Norddeutschland denkt, assoziiert diese Region schnell mit Backsteinhäusern und roten Klinkerfassaden.
Ein Grund mehr, mit einem gegensätzlichen Farbkonzept und dem Einsatz grüner Faserzementtafeln zu über-
Alles
im grünen Bereich
zeugen: Frische Farbe an einer Passivhausfassade in der Hamburger Innenstadt.
Grüntöne Street Safari und Liquid Olive sorgen
für eine lebendige Fassadengestaltung
Tetris mal anders: Flexible
Wohnraumaufteilung
Eine Besonderheit bei der Konzeption des Passivhauses liegt in seiner massiven Schottenbauweise. Ein wesentlicher Faktor, der für eine hohe
Flexibilität bei der Gestaltung unterschiedlicher
Wohnungsgrundrisse sorgt. Denn die tragenden
Wandscheiben wurden nach den individuellen
Wohnwünschen der Baugemeinschaft geplant.
So ermöglichen teilweise aufgelöste Wände die
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Nutzung zweier Achsbreiten. Durch dieses Konzept konnten kleine und große Wohnungen von
63 m2 bis zu 130 m2 sowie zwei Maisonettwohnungen realisiert werden. „Der Planungs- und
Aufteilungsprozess der Wohnräume für eine
Baugemeinschaft aus Jungen, Alten, Paaren, Singles und Familien erinnert etwas an Tetris, wenn
man allen Wohnwünschen gerecht werden
möchte“, so Petra Diesing von den NeuStadtArchitekten. Insgesamt entstanden auf Wunsch
der Baugemeinschaft neben 16 Wohneinheiten
auch zwei Gemeinschaftsräume. Zusätzlich
umfasst das Gebäudekonzept eine Tiefgarage
und die Verbindung des gemeinschaftlich
genutzten Waschkellers mit Trockenraum über
eine Rampe mit dem Garten.
Schotten dicht bei der Gebäudedämmung
Neben einem flexiblen Gebäudekonzept
ermöglicht die Schottenbauweise zudem eine
kreative Gestaltung der Fassade: Durch die
tragenden kurzen Achsbreiten bleiben die
langen Fassaden des Passivhauses unbelastet
und können als hochgedämmte Holzrahmenfertigteile montiert werden. Ein entscheidender Faktor bei der Passivhauskonstruktion,
denn so lassen sich die einzelnen Fassadenelemente, mit denen die montierte Holzunterkonstruktion verkleidet wird, ausreichend
nach innen dämmen. Insgesamt umfasst die
hoch wärmegedämmte Gebäudehülle eine
Schicht aus 29 cm starken Holzelementen,
einer 26 cm breiten dahinterliegenden Dämmschicht und einer zusätzlich angebrachten
innenliegenden Dämmung von 10 cm. Diese
zusätzliche Schicht ermöglicht es nicht nur,
das Gebäude möglichst luftdicht zu bauen,
sondern auch die Nutzung der Wände an der
langen Achsseite, ohne die luftdichte Schicht
zu beschädigen.
www.bundesbaublatt.de
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Fotos: Cembrit GmbH
Grüner Blickfang in der roten Stadt: Die frischen
Bauen für eine Baugemeinschaft verlangt Flexibilität. Das Büro der NeuStadtArchitekten
aus Hamburg stellte sich dieser Herausforderung und entwarf ein 5-geschossiges Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen als Passivhaus
im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Dabei
zeichnet sich die Gebäudekonzeption durch
seine hohe Flexibilität aus, die eine individuelle Wohnraumgestaltung zulässt und sich
damit perfekt an die Bedürfnisse der Bewohner anpasst. Diese Vielseitigkeit macht auch
vor der Fassade nicht Halt: So ergänzen sich
Holzelemente, helle Putzflächen und grüne
Faserzementtafel der Cembrit GmbH zu
einem modernen Fassadenmix.
Geplant und gebaut wurde das Passivhaus
Sophienallee im Zuge der 2008 initiierten
Wohnungsbauoffensive 2 der Stadt Hamburg.
Das Ziel: Die Errichtung von knapp 1 000
neuen Wohneinheiten – möglichst attraktiv
für junge Familien. Die NeuStadtArchitekten
aus Hamburg bewarben sich auf das Grundstück Sophienallee und überzeugten mit
einem flexiblen Wohnungsbaukonzept. Zusammen mit der Privatbau GmbH konzipierte
das Architekturbüro ein Mehrfamilienhaus
mit Eigentumswohnungen für eine Baugemeinschaft, das zusätzlich dem Aspekt des
Mehrgenerationswohnens gerecht wurde.
Vielfältige Designmöglichkeiten: Die durchgefärbten Tafeln der Cembrit Fusion Serie weisen
eine halbtransparente Lasur als Oberflächenveredelung auf
Wohnprojekt als Passivhaus: 5-geschossiges
Fotos: Cembrit GmbH
Mehrfamilienhaus mit 16 Eigentumswohnungen
Bautafel
Fassade im Dreiklang
Durch den Einsatz natürlicher Holzelemente
verkörpert das Fassadenkonzept eine Alternative zu massiv in Stein konstruiertern
Gebäuden und liefert damit einen weiteren
Ansatz im Bereich des energieeffizienten Bauens. Die Idee der Architekten, ein klares und
lebendiges Fassadendesign zu wählen, zeigt,
dass auch bei einem Passivhaus eine kreative
Gestaltung realisierbar ist. So entschloss man
sich, den natürlichen Holzelementen auch
helle Putzflächen zwischen dem 1. und 3. OG
entgegenzusetzen und zur Verkleidung der
Erker mit Faserzementtafeln. Das Ergebnis ist
ein Fassadenspiel dreier unterschiedlicher
Materialien, in dem sich die Flexibilität des
Baukonzepts und Vielfältigkeit der Menschen
in der Baugemeinschaft auch in der Außenwirkung des Objektes widerspiegelt. Zusätzlich unterstreicht ein durchdachtes Farbkonzept die unterschiedliche Materialität der
gewählten Fassadenelemente. Die mit der
Zeit vergrauenden Holzelemente ergänzen
sich harmonisch mit den hellen Putzflächen
und den farbbeständigen Faserzementtafeln
der Cembrit GmbH. Ein Konzept, das auf
Anhieb die Zustimmung der Baugemeinschaft
fand.
Projekt: Baugemeinschaft Sophienallee
5-geschossiges Mehrfamilienhaus als Passivhaus mit 16 Eigentumswohnungen von
63 m2 bis 130 m2, Tiefgarage und zwei Treppenhäuser
Planungsphase: 2008/2009
Baubeginn: Anfang 2010
Wohnfläche insgesamt: 1680 m2
Baukosten gesamt: ca. 4,99 Mio. € brutto
Betreuer: Privatbau GmbH
PHPP: NeuStadtArchitekten
Statik: Ing. Büro für Tragwerksplanung,
A. Hämmerling
Haustechnik: Ing. Büro für Energie und
Lichtplanung, C. Roggendorff
GaLa Planung: Freiplanungs- und Erstellungs GmbH
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Fassade
Fassade im Dreiklang: Harmonische
Ergänzung von Holz, hellem Putz
und Faserzementtafeln
Ressourcenschonung und Nachhal-
Grüner Blickfang in der roten Stadt
tigkeit: Im Vergleich zu anderen
Wer an Norddeutschland denkt, assoziiert
diese Region schnell mit Backsteinhäusern
und roten Klinkerfassaden. Ein Grund mehr
für die Architekten, mit einem gegensätzlichen
Materialien weist der Produktionsprozess von Faserzementtafeln eine
gute Energiebilanz auf
Ein stündlich stattfindender Austausch der Raumluft zu 50 % garantiert
nicht nur einen hygienischen Luftwechsel, sondern auch die Vermeidung
von Feuchtigkeit in Küchen und Bädern.
Farbkonzept und dem Einsatz grüner Faserzementtafeln zu überzeugen. Die Entscheidung
bei der Wahl des Materials fiel dabei schnell
auf die Faserzementtafeln der Cembrit GmbH.
„Kaum ein anderer Hersteller bietet diese
umfangreiche Farbpalette und damit die
immensen Gestaltungsmöglichkeiten wie
Cembrit. Zudem liegt der Reiz dieser Tafeln in
ihrer leicht changierenden Wirkung. Da hat
man keine tote Fläche an der Wand“, so die
Architektin. Um das Farbspiel perfekt zu
machen, entschied man sich für die Verwendung von zwei Farben der Cembrit Fusion
Serie aus der Cembrit Urbannature Fassadentafelkollektion. Die frischen Grüntöne Street
Safari und Liquid Olive betonen die formgebenden Erker der Fassade. Eine zufällige Montage der Tafeln unterstützt den Farbeffekt und
sorgt für eine lebendige Fassadengestaltung.
Ein weiterer Anreiz der Architekten, Faserzementtafeln zu verwenden, lag darin, die Baumaterialien des Passivhauses auch hinsichtlich Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit
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auszuwählen. Denn im Vergleich zu anderen
Baustoffen weist der Produktionsprozess von
Faserzementtafeln eine gute Energiebilanz
auf und die Tafeln sind vollständig recyclebar.
Daneben überzeugten das niedrige Eigengewicht und die hohe Qualität der Faserzementtafeln in Funktionalität und Designmöglichkeit. So wurde das Material nicht nur für die
Fassade, sondern auch für die Außenwirkung
der beiden Treppenhäuser eingesetzt. Im Hinblick auf Design überzeugten die durchgefärbten Tafeln der Cembrit Fusion Serie
besonders durch ihre Oberflächenveredelung
mit einer halbtransparenten Lasur. Diese lässt
die Tafeln changierend wirken und verleiht
gestalteten Flächen einen ausdrucksstarken
Charakter.
Passivhauskonzept mit Komfortfaktor
Neben dreifach verglasten Fenstern und der
Gebäudedämmung wurden die beiden Gebäudehälften des Passivhauses mit zwei separaten
raumlufttechnischen Anlagen ausgestattet.
Ein stündlich stattfindender Austausch der
Raumluft zu 50 % garantiert nicht nur einen
hygienischen Luftwechsel, sondern auch die
Vermeidung von Feuchtigkeit in Küchen und
Bädern. Für einen hohen Komfort in den
Wohnungen sorgt die individuell einstellbare
Möglichkeit, Zu- und Abluftmenge durch eine
dreistufige Regelung zu variieren. Obwohl
mehr als 80 % Wärme über das installierte
Wärmerückgewinnungssystem zurück gewonnen werden, bieten zusätzliche Heizkörper in
den Wohnungen die Option, eine individuelle
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Passivhauskonzept mit Komfortfaktor: flexibles
Gebäude- und Wohnkonzept besticht durch den
Materialmix bei der Fassadengestaltung
Temperierung der einzelnen Räume vorzunehmen. Ein BHKW als „Schwarmkraftwerk“
(34 KW Wärmeleistung) produziert parallel
Wärme und Strom. So wird das Haus mit
Wärme für die Beheizung und die Warmwasserbereitung versorgt, während der Strom
dem öffentlichen Netz zur Verfügung gestellt
wird. Vorausschauend wurden bei der haustechnischen Konzeption bereits die Anschlüsse für eine Solaranlage von der Warmwasserzentrale bis zum Dach verlegt.
Fazit
Das Passivhaus Sophienallee überzeugt nicht
nur durch ein flexibles und ausgeklügeltes
Gebäude- und Wohnkonzept, sondern besticht auch durch den harmonischen Materialmix bei der Fassadengestaltung.
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