Jahresbericht 2014 - Special Olympics Deutschland

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Jahresbericht 2014 - Special Olympics Deutschland
Special Olympics Deutschland
Jahresbericht
2014
specialolympics.de
Premium Partner von Special Olympics Deutschland
Gemeinsam stark! Das deutsche Fußball-Team
mit seinen Trainern vor dem Spiel im kleinen
Finale gegen Portugal bei den Europäischen
Spielen 2014 in Antwerpen. (Foto: SOD/ Luca Siermann)
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Vorwort 3
5.3 Nationale Spiele 41
5.3.1 Special Olympics Düsseldorf 2014 41
5.4 Ausblick Inzell 42
1 Die strategische Ausrichtung des
5.5 Ausblick Weltspiele Los Angeles 43
Gesamtverbandes 4
5.6 Europäische Spiele Antwerpen 45
1.1
Präsidentin und Athletensprecher im Gespräch 4
5.7
Projekte 45
1.2
Special Olympics International 8
5.7.1 Europäische Fußballwoche (EFW) 45
1.3
Strategieplan 2013 - 2017 9
5.7.2 Europäische Basketballwoche (EBW) 46
1.4
Verbandsentwicklung 11
5.7.3 Deutsche Fußball-Meisterschaft der
1.5
Rhythmusänderung stärkt die strategische Werkstätten für behinderte Menschen 46
Ausrichtung von SOD 12
5.7.4
Jugend trainiert für Paralympics 46
1.6 Mitgliederversammlung 2014 14
5.7.5 Sky Stiftung 46
1.7
Die wichtigsten Ereignisse im Überblick 17
5.7.5 Gemeinsam läuft´s besser 47
2 Das ist Special Olympics Deutschland 18
2.1
Struktur 18
2.2
Organe 20
2.2.1 Die Mitgliederversammlung 20
2.2.2 Das Präsidium 20
2.3
Gremien und Arbeitsgruppen 21
2.3.1 Der Länderrat 21
2.3.2 Fachausschuss und Fachbeirat 21
2.3.3
Das Nationale Komitee 21
2.3.4 Weitere Gremien und Arbeitsgruppen 21
2.4
Die Bundesgeschäftsstelle 22
2.5
Die Unterstützer 23
3 Wir setzen uns für die Interessen von
Menschen mit geistiger Behinderung ein 27
3.1
Politische Vertretung/ Kooperationen 27
3.1.1 Mitgliedschaften/ Kooperationen/
Verbandskontakte 27
3.1.2 Politische Vertretung 27
3.2
Politische Forderungen 28
4 Wir sind wichtiger Akteur auf dem Weg
zu einer inklusiven Gesellschaft 30
6 Wir sind eine Alltagsbewegung, die weit
über den Sport hinaus wirkt 49
6.1
Healthy Athletes® – Das Gesundheitsprogramm 49
6.1.1 Healthy Athletes® 2014 49
6.1.2 Gründung des Fachausschusses Gesundheit 50
6.1.3 Das Modellprojekt „Selbstbestimmt
gesünder II“ 50
6.1.4Ausblick 51
6.2 Das Familienprogramm 52
7 Die SOD Akademie 54
7.1
Wir entwickeln Bildungsangebote und
geben Kompetenzen weiter 54
7.1.1Ausblick 55
7.2
Wissenschaft 55
7.2.2Ausblick 55
8 Wir schaffen Bewusstsein für die Belange
von Menschen mit geistiger Behinderung 57
9Marketing 60
9.1
Mehr als neues Design – SOD stärkt mit neuem
Auftritt eigene Markenstrategie 60
9.2
Breite Bewusstseinsbildung für die Arbeit von SOD 61
9.3
Fundraising 62
4.1
Kooperationen und Netzwerke 30
4.1.1 Das Positionspapier des DOSB 30
4.1.2 Index für Inklusion 31
4.1.3 Kooperationsvereinbarungen mit Fach10Finanzen 63
verbänden des organisierten Sports 31
10.1
Finanzbericht von Special Olympics Deutschland
4.1.4 Beratung von Kommunen 31
4.2
Athleten als wichtige Akteure der Verbands- in Leichter Sprache 63
10.2 Bestätigung der Wirtschaftsprüfung 66
entwicklung: Das Athletensprecherprogramm 32
10.3
Bilanz zum 31. Dezember 2014 67
4.3
Leichte Sprache 33
10.4
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom
4.4
Special Olympics Unified Sports® 33
1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 68
10.5
Erläuterung und Ausblick 69
5 Wir sind die Sportorganisation für Menschen
mit geistiger Behinderung 25
5.1
Der Sport in den Strukturen von SOD 39
5.2
Landesspiele/ Anerkennungswettbewerbe 40
Titel: Was könnte den Slogan auf dem T-Shirt des 13-jährigen Julius Purschke vom LLC Marathon Regensburg – „Was wir alleine nicht
schaffen...“ – besser vollenden als die Botschaft dieses Fotos? Aufgenommen vom Berliner Fotograf Jörg Brüggemann (OSTKREUZ)
beim 100-m-Lauf (Division M05) bei den Special Olympics Düsseldorf 2014. Julius Purschke kam mit drei Sekunden Rückstand auf
den Dritten ins Ziel, getragen vom Beifall der Zuschauer und gefeiert von den Helfern.
Impressum: Special Olympics Deutschland e.V., Invalidenstraße 124, 10115 Berlin, Tel.: +49 (0)30 / 24 62 52-0, Fax: -19,
[email protected], www.specialolympics.de. V.i.S.d.P.: Sven Albrecht, Gestaltung: martinbrombacher.de.
Finanzbericht in Leichter Sprache: Ina Beyer, © SOD 2015.
1
2
Das ist Special Olympics
Daniela Schadt mit den Tennis-Athleten Sebastian Becker, Theo Knut,
Matthias Kirch, Michael Naujok und Susanne Steffen. (Foto: SOD/ Tom Gonsior)
„Mich haben besonders die Nationalen Spiele in Düsseldorf mit ihrer
Mischung aus Leistungswillen und herzlicher Freude beeindruckt. Ich
erinnere mich sehr gern an meinen Besuch auf dem Veranstaltungsgelände: dort habe ich einen Tag lang erneut die begeisterte, Special
Olympics eigene Atmosphäre bei den sportlichen Wettbewerben hautnah
erleben können. In persönlichen Begegnungen mit Athletinnen und
Athleten habe ich die große Vielfalt erlebt, die Special Olympics in der
Praxis ausmacht. Auch die professionelle, ganzheitliche Betreuung der
Sportlerinnen und Sportler im Gesundheitsprogramm Healthy Athletes
und das Engagement der ehrenamtlich tätigen Ärzte und der vielen
freiwilligen fachlichen Helfer haben mich überzeugt und beeindruckt.
In all meinen Gesprächen in Düsseldorf zum Thema Inklusion hat nicht
zuletzt der Unified Sport eine prominente Rolle gespielt, von dessen
Strahlkraft ich mir schließlich vom Spielfeldrand aus auch ein Bild
machen konnte.“
Daniela Schadt
im Grußwort für die Mitgliederversammlung
am 14. November 2014
2
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde von Special Olympics,
mit dem vorliegenden Jahresbericht möchten wir mit
Ihnen gemeinsam auf ein eindrucksvolles Jahr 2014
zurückblicken.
Großartige Veranstaltungen wie die Nationalen Sommerspiele in Düsseldorf und die Europäischen Sommerspiele in Antwerpen zeichneten dieses Jahr aus. Die
herausragenden Erlebnisse dieser Veranstaltungen
werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Dazu
kamen drei Landesspiele, mehr als 100 Anerkennungswettbewerbe, inklusive Projekte und die Weiterentwicklung der Athleten-, Gesundheits- und Bildungsprogramme.
men wie die Erstellung des Bundesteilhabegesetzes
sind von größter Bedeutung für Special Olympics in
Deutschland und bieten uns die Chance, mit unseren
Erfahrungen sowie fachlichen Kenntnissen bei einer
grundlegenden Verbesserung der Lebenssituation von
Menschen mit Behinderung mitzuhelfen.
Denn Special Olympics Deutschland ist mehr als Sport.
Es ist uns ein Anliegen, Menschen mit geistiger Behinderung über den Sport hinaus mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Wir wollen ihnen
die Breite der Möglichkeiten anbieten, über die wir als
Alltagsbewegung verfügen und die ihren Bedürfnissen
entsprechen.
Aufgrund von zwei großen Meilensteinen war das vergangene Jahr richtungsweisend für die Entwicklung
von Special Olympics Deutschland.
Trotz unserer zahlreichen Errungenschaften und der
starken Entwicklung unserer Arbeit im Jahr 2014 wird
Special Olympics Deutschland zusammen mit seinen
Mitgliedern, Mitarbeitern, Unterstützern, Fürsprechern
Mit der Neuwahl des Präsidiums bei der jährlichen
und Freunden auch zukünftig in vielfältiger Weise
Mitgliederversammlung verabschiedeten wir Gernot
Mittler, der seit 2005 Special Olympics Deutschland als gefordert sein. Viele Menschen mit geistiger BehindePräsident vorstand und turnusgemäß nicht mehr antrat. rung bekommen immer noch täglich die gesellschaftliche Ausgrenzung zu spüren. Auf dem Weg zu einer
In Dankbarkeit für seinen außerordentlichen Einsatz
inklusiven Gesellschaft haben wir die ersten Schritte
und sein prägendes Wirken für SOD ernannte ihn die
erfolgreich bewältigt. Jetzt müssen wir mit unseren
Mitgliederversammlung zum Ehrenpräsidenten.
zukünftigen Bestrebungen gemeinsam den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und mit Hilfe des Sports
Der weitere bedeutende Meilenstein stellt die Rhythmusänderung der Nationalen Spiele dar. Die Umstellung mehr Menschen mit geistiger Behinderung Chancen und
auf einen vierjährigen Rhythmus der Spiele ab dem Jahr Wahlmöglichkeiten zur Partizipation am gesellschaftli2018 wurde nach einem breiten Beratungsprozess vom chen Leben verschaffen.
Präsidium beschlossen. Diese Veränderung ist wichtiger
Unser Dank für die bisherigen Erfolge gebührt Ihnen
Bestandteil des Strategieplans von SOD und dient der
allen. Sie haben auch im Jahr 2014 gemeinsam mit
Stärkung der lokalen Arbeit im Interesse der Athleten
vielen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern
sowie der Etablierung des Inklusionsgedankens.
zahlreiche Projekte ermöglicht und Sportlerinnen
und Sportler mit geistiger Behinderung ganz selbstDarüber hinaus haben wir den Stellenwert von Special
verständlich in unsere Gesellschaft einbezogen.
Olympics Deutschland als Kompetenzzentrum und
Schnittstelle für Inklusion innerhalb des organisierten
Viel Spaß beim Lesen des Jahresberichts!
Sportes ausgebaut. SOD wirkte erfolgreich an der
Erstellung des Strategiekonzeptes des DOSB zur
Inklusion mit.
Einen entscheidenden Einfluss auf unsere Arbeit hatten
im Jahr 2014 die besonderen Entwicklungen im politiChristiane Krajewski
schen Umfeld unserer Organisation. Politische Maßnah- Präsidentin
Sven Albrecht
Bundesgeschäftsführer
3
1
Die strategische Ausrichtung des Gesamtverbandes
1 Die strategische Ausrichtung
des Gesamtverbandes
1.1 Präsidentin und Athletensprecher
im Gespräch
Interview mit SOD-Präsidentin Christiane Krajewski
und Athletensprecher Mark Solomeyer, Vizepräsident
von SOD
Christiane Krajewski: Die Idee von Special Olympics
ist wunderbar und berührt vieles, wofür ich stehe,
wie ich lebe, was ich immer vertreten habe: Selbstbestimmung und umfassende Teilhabe. Dafür stehe
ich politisch und persönlich.
Special Olympics passt zu mir. Ich habe mich mit
den Zielen und Grundwerten der Sportorganisation
für Menschen mit geistiger Behinderung vertraut
gemacht und bei der Eröffnung der Nationalen
Spiele in Düsseldorf auch ein wenig gefühlt, was es
bedeutet, dabei zu sein – für die Athleten und ihre
Familien, die Mitarbeiter, die Helfer.
Mark Solomeyer: Ich möchte für die Athleten da
sein und mit ihnen zusammen etwas bewegen. In
ehrenamtlicher Arbeit habe ich viel Erfahrung, nicht
nur als Athletensprecher in Rheinland-Pfalz. Zum
Beispiel bin ich Vorsitzender des Werkstattrates
und vertrete 640 Mitarbeiter mit Behinderung. Und
ich habe viele Ideen für uns Athletensprecher bei
Special Olympics.
Was verbinden Sie bei Übernahme des Amtes
mit Special Olympics?
Christiane Krajewski: Bei Special Olympics dient
der Sport als Mittel für den Zweck, gesellschaftliche
Veränderungen zu erreichen. Die Verbindung von
sozialer Arbeit und Sport, diese Bündelung
bei Special Olympics – das ist ein gesellschafts-
4
Christiane Krajewski, Ministerin und Senatorin a.D., wurde
am 15. November 2014 von
der Mitgliederversammlung von
Special Olympics Deutschland in
Frankfurt/Main zur neuen Präsidentin gewählt.
Die Saarländerin bringt ihre Erfahrungen aus
einer sehr erfolgreichen beruflichen und politischen Karriere, u.a. als Ministerin für die Ressorts
Finanzen und Soziales, in ihr neues Amt ein. Sie
folgt auf Gernot Mittler, der dem Verband seit
2005 als Präsident vorstand und turnusgemäß
nicht mehr antrat. Er wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten
von SOD ernannt.
Mark Solomeyer aus Bad
Ems war Anfang Oktober
2014 vom Fachausschuss der
Athletensprecher zum neuen
SOD-Athletensprecher und der
Mitgliederversammlung zur Wahl vorgeschlagen
worden. Mit seiner Wahl zum SOD-Vizepräsidenten mit Sitz und Stimme wurde erneut die Position
der Athletensprecher im Gesamtverbund von
Special Olympics Deutschland gestärkt. Zuvor
war der erfolgreiche Badminton-Athlet von 2011
bis 2014 Athletensprecher und Mitglied des
Präsidiums von Special Olympics Rheinland-Pfalz,
dem er auch weiterhin als Athletenvertreter
angehört.
(Fotos: SOD/ Stefan Holtzem)
Was hat Sie bewogen, dieses verantwortungsvolle
Ehrenamt zu übernehmen?
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Christophe Schuler von der Stiftung
Leben und Arbeiten Lilienthal schaut bei
seinem Golfspiel während der Special
Olympics Düsseldorf 2014 dem Ball
hinterher. (Foto: SOD/ Andreas Endermann)
5
2
Das ist Special Olympics
Beide ergänzen sich sehr gut. So ist Athlet Oliver Burbach
(links) geborener Linkshänder und sein Unified-Partner
Jörg Hader Rechtshänder. (Foto: SOD/ Luca Siermann)
politischer Ansatz, den ich spannend finde. Auch die
daraus resultierende Vernetzung des Verbandes ist
hochinteressant.
Inklusion ist das strategische Ziel des Verbandes.
Wie beurteilen Sie den Stand der Dinge, vor allem
bezogen auf die Inklusion im und durch den Sport?
Mark Solomeyer: Special Olympics bedeutet für
mich: Es ist eine Herzensangelegenheit und die
Freude, unsere Athleten zu treffen.
Christiane Krajewski: Der Gedanke der Inklusion
hat Einzug gehalten in Politik und Gesellschaft.
Das finde ich sehr gut. Nun muss Inklusion gelebt
werden. Es ist wunderbar, dass sich Sportorganisationen öffnen für Menschen mit Behinderung.
Mein Wunsch: Dass man diesen Prozess als Miteinander versteht, nicht als Konkurrenz. Hier agiert
SOD bereits als kompetenter Partner: Ziel muss es
sein, das Sportangebot für Menschen mit geistiger
Behinderung im Sinne der Wahlmöglichkeit immer
mehr zu erweitern.
Frau Krajewski, SOD versteht sich als eine Alltagsbewegung mit ganzheitlichem Anspruch. Wie sehen
Sie vor diesem Hintergrund das neue Präsidium von
SOD – „ihr Team“ für die nächste Legislaturperiode?
Christiane Krajewski: Wir bilden gemeinsam ein
Team, das alle Herausforderungen für SOD bewältigen kann. Wieder dabei sind die sehr erfahrenen
Präsidiumsmitglieder wie Bernd Conrads, Brigitte
Lehnert, Thomas Gindra, Reinhild Kemper. Sie
zeigen uns Neulingen, wie sie bisher gearbeitet
haben und alle können davon profitieren. Aber
auch wir neu gewählten Präsidiumsmitglieder,
Frank Dopheide, Hubert Hüppe, Andreas Silbersack,
Bettina Schilling, Kerstin Tack und ich bringen unsere profunde Lebens- und Berufserfahrung in das
Präsidium ein. Nicht zuletzt freue ich mich sehr auf
die Zusammenarbeit mit Mark Solomeyer als Athletensprecher. Ich bin sicher, wir setzen die bisher
gelungene Teamarbeit fort.
6
Wir wollen die Verbindungs- und Schnittstelle
zwischen den Organisationen der Behindertenhilfe
und dem organisierten Sport sein und dabei die
Erfahrungen und Kompetenzen für den Sport von
Menschen mit und ohne Behinderung einbringen
und weitergeben. Dafür gibt es bereits eine Reihe
guter Beispiele und Projekte wie die Fortbildungsmodule der SOD Akademie für inklusiven Sport.
Mark Solomeyer: Unser Motto bei SOD heißt
„Gemeinsam stark“, und wir Athletensprecher
setzen uns für mehr Teilhabe und auch für inklu-
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Wir bilden gemeinsam ein Team, das alle
Herausforderungen für SOD bewältigen
kann.
siven Sport ein. Ich selbst bin Mitglied in einem
Sportverein – beim SV Fachbach – und nehme am
Ligaspielbetrieb im Badminton teil. Aber ich würde
mir insgesamt noch mehr Anerkennung und Wahrnehmung von Special Olympics in den Sportvereinen in Deutschland wünschen.
Was ist aus gesamtgesellschaftlicher Sicht vordringlich zu tun, und wie können sich Organisationen wie
SOD in diesen Prozess einbringen?
Christiane Krajewski: Ich halte es mit dem Grundsatz global denken, lokal handeln. Es muss alltäglich
sein, selbstverständlich, dass unterschiedliche Menschen gemeinsam Sport treiben. Das soll nicht auf
der Funktionärsebene, sondern muss an der Basis
stattfinden. Es braucht Ressourcen, und es braucht
die Bereitschaft von Menschen dazu. SOD setzt
sich ja nicht nur auf dem Gebiet des Sports intensiv
für Inklusion ein, sondern auch in den Bereichen
Gesundheit, Familie, Bildung und Freizeit.
Dieser ganzheitliche Ansatz ist wichtig, wenn wir
in den kommenden Jahren auf dem Weg zu einer
inklusiven Gesellschaft weiter vorankommen wollen. Uns geht es dabei auch um eine noch stärkere
Interessenvertretung unserer Athleten resp. von
Menschen mit geistiger Behinderung in der Gesellschaft, wo wir uns konkret – ich denke da z.B. an
das Bundesteilhabegesetz – einbringen werden.
Mark Solomeyer: Das ist ja das Tolle an Special
Olympics, dass es mehr als Sport ist! Dazu gehört
auch das Athletensprecher-Programm. Frau
Krajewski, Sie haben vorhin von Teilhabe und
Selbstbestimmung gesprochen. Das ist genau das
Thema von uns Athletensprechern. Wir reden bei
SOD mit, zum Beispiel beim Strategieplan. Wir
machen auch selbst Vorschläge. Da ist künftig
noch viel mehr drin, die Athleten können so viel!
Das haben wir ja in Düsseldorf bei den Nationalen
Spielen gesehen.
Worin bestehen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen in der nächsten Zeit?
Christiane Krajewski: Das ist ganz klar die weitere
Stärkung der Basis. Die Arbeit der Landesverbände
sollte nachhaltig gefördert und gestützt werden.
An dieser Entwicklung werde ich mich aktiv beteiligen. Daneben kommt es darauf an, SOD sowohl auf
der europäischen Ebene als auch gegenüber der
Zentrale in den USA gut zu positionieren. Da bieten
die Weltspiele in Los Angeles 2015 gute Gelegenheiten für Gespräche.
Mark Solomeyer: Auch bei uns geht es um die
Länder. Wir wollen in jedem Landesverband aktive
Athletensprecher in den Vorständen und bei der
Arbeit vor Ort haben. Mir ist auch eine bessere
Kommunikation wichtig. Wir wollen noch mehr
direktes Feedback von den Athleten bekommen.
Dazu werden wir uns im Athletensprecher-Ausschuss austauschen und im nächsten Jahr einige
Ideen ausprobieren.
Worauf freuen Sie sich in Ihren neuen Ämtern?
Christiane Krajewski: Auf die Zusammenarbeit mit
dem neuen Präsidium in den nächsten Jahren, die
Wege, die wir gemeinsam gehen und auf Begegnungen mit Menschen, die sich dem Anliegen der
Inklusion verschrieben haben. Ich freue mich auf
Spiele, bei denen die Athletinnen und Athleten
mutig ihr Bestes geben; ich freue mich auf die
Zusammenarbeit mit ihren Familien, den vielen
Helfern und all unseren Unterstützern in der Wirtschaft, im Sport, in der Politik und in der Gesellschaft.
Mark Solomeyer: Auf die Zusammenarbeit mit den
Athleten und auf viele neue Freunde. Ich wünsche
mir, dass wir auch in Europa noch mehr zusammenwachsen mit den Athletensprechern und dass wir
bei SOD auch in den kommenden Jahren diese tolle
Zusammenarbeit mit den Athletensprechern weiter
führen können - mit dem Blick auf Nationale Spiele
und den Fachausschuss Athletensprecher mit den
Athletensprechern der Landesverbände.
7
1
Die strategische Ausrichtung des Gesamtverbandes
1.2 Special Olympics International –
auf dem Weg zur größten inklusiven
Sportorganisation der Welt
SO erreicht in seinen 7 Kontinentalverbänden mehr als 4,5 Millionen Athleten
2014 haben mehr als 94.000
Sportwettbewerbe in 170
Ländern stattgefunden.
Europa-Eurasien
Nord-Amerika
Ostasien
Mittlerer Osten &
Nordafrika
Afrika
Lateinamerika
Afrika
SO führte im Jahr 2014
ca. 139.000 kostenlose
Gesundheitsuntersuchungen durch.
AsienPazifik
Die Arbeitsmaterialien des
Young Athletes Program
wurden in 6 weitere
Sprachen übersetzt,
u.a. in das Arabische.
SOD ist Teil der weltweit größten Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung.
Mittlerweile trainieren über 4,5 Millionen Athleten
in 170 Ländern. Allein im Jahr 2014 fanden 94.000
Wettbewerbe weltweit statt. Special Olympics
demonstriert jeden Tag, wie wie Sport Einstellungen verändern und das Miteinander von Menschen
mit und ohne Behinderung fördern kann. Dabei
spielt der Unified Sport eine immer bedeutendere
Rolle. Schon heute trainieren und spielen mehr
als 850.000 Menschen nach dem Special Olympics
8
3,6 Millionen Jugendliche
und junge Erwachsene
engagieren sich in den
Jugendprogrammen
von SO
Zahlreiche afrikanische Regierungsvertreter kamen zum
ersten Forum mit dem Thema
Behinderung zusammen,
an dessen Organisation SO
maßgeblich beteiligt war
Weltweit trainieren
850.000 Menschen
nach dem Unified
Sports®-Konzept
Unified Sports® Konzept. Special Olympics ist die
einzige Organisation weltweit, die ein inklusives
Wettbewerbsangebot in einer Vielzahl von Sportarten von der lokalen bis hin zur internationalen
Ebene anbieten kann.
Special Olympics ist aber auch die größte Gesundheitsorganisation für Menschen mit geistiger
Behinderung. Im Jahr 2014 wurden rund 139.000
Untersuchungen in 130 Ländern durchgeführt.
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Moritz Glotz liefert einen starken Klassifizierungslauf bei den
Europäischen Spielen 2014 in Antwerpen ab. (Foto: SOD/ Luca Siermann)
1.3 Strategieplan 2013 - 2017 – dafür steht SOD
Die Aufgabe von Special Olympics ist es, Kindern
und Erwachsenen mit geistiger Behinderung durch
ganzjähriges, regelmäßiges Sporttraining und Wettbewerbe in einer Vielzahl von (olympischen) Sportarten dauerhaft die Möglichkeit zu geben, körperliche Fitness zu entwickeln, Mut zu beweisen, Freude
zu erfahren und dabei Begabungen, Fähigkeiten
und Freundschaften mit ihren Familien, anderen
SO Athleten und der Gemeinschaft zu teilen.
Special Olympics Deutschland verschafft somit
Zugangs- und Wahlmöglichkeiten zur Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben. Dies reicht von wettbewerbsfreien Angeboten über die Teilnahme
an Sportarten bis hin zu inklusiven Angeboten.
Menschen mit geistiger Behinderung können aus
diesem Angebot selbstbestimmt nach eigenen
Interessen, Bedürfnissen und Wünschen auswählen.
Ihnen sollen verschiedene Orte (Institutionen,
Behindertensportvereine, (wohnortsnahe) Sportvereine) offen stehen. Neben der individuellen
Förderung des Menschen mit geistiger Behinderung steht die Förderung einer inklusiven Gesell-
9
2
Das ist Special Olympics
Das Frauen-Fußballteam der Hephata Werkstätten
Mönchengladbach schloss die Rückrunde bei den
Special Olympics Düsseldorf 2014 als Gruppenerster ab. (Foto: SOD/ Martin Brombacher)
10
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
schaft im Mittelpunkt der Aktivitäten, d.h. die
Gestaltung und Veränderung von gesellschaftlichen
Strukturen.
Special Olympics ist dabei mehr als Sport und versteht sich als Alltagsbewegung mit einem ganzheitlichen Angebot. Ein Beispiel dafür ist das
weltweite Programm Healthy Athletes® zur
Verbesserung von Gesundheit und Fitness, das
durch Ärzte verschiedener Fachdisziplinen entwickelt und mit Leben erfüllt wird. Ein Familienprogramm und die im Jahr 2008 gegründete
SOD-Akademie ergänzen und erweitern das
Angebot von Special Olympics Deutschland.
Special Olympics Deutschland setzt seine Ziele, d.h.
Inklusion, Teilhabe und Selbstbestimmung, mit den
Mitteln des Sports um.
Basierend auf den internationalen Entwicklungen
und SOI Vorgaben sowie Bezug nehmend auf den
aktuellen Organisationsstand des Gesamtverbandes, hat Special Olympics Deutschland im Jahr 2013
einen Strategieplan für SOD gemeinschaftlich mit
den Landesverbänden und seinen Gremien für die
Jahre 2013-2017 entwickelt. Die regionalen und
nationalen Ziele und Schwerpunkte sind dabei
mit den internationalen Zielsetzungen von SOI
verbunden worden und binden die strategische
Ausrichtung von SOD somit in den internationalen
Strategieplan ein. Als langfristige Vision sind die
nachfolgenden Punkte beschlossen worden:
1. Ausgehend vom Kernbereich Sport Stärkung des
Profils als Alltagsbewegung mit einem ganzheitlichen Ansatz (Familie, Gesundheit, etc.).
2. SOD vertritt die Interessen von und mit Menschen mit geistiger Behinderung, damit diese
sich (selbstbestimmt wann, wo, wie und mit
wem) in ihrem gewohnten Umfeld regelmäßig
sportlich betätigen können.
3. Positionierung als die „Sportorganisation
für Menschen mit geistiger Behinderung“ in
Deutschland und als ein Kompetenzzentrum für
die Inklusion im und durch den Sport – Special
Olympics Deutschland bietet als Verbindungsstelle zwischen den Organisationen der Behin-
dertenhilfe und dem organisierten Sport seine
Erfahrung und Kompetenz zum inklusiven Sport
an, sensibilisiert für das Thema und begleitetet
auf dem Weg zu inklusiven Sportangeboten bzw.
zum inklusiven Sportverein.
Die Umsetzung der strategischen Ausrichtung wird
in den Handlungsfeldern Sport/ Wettbewerbe,
Inklusion/ Teilhabe in der Gemeinschaft, Marketing/
Kommunikation sowie der Verbands- und Organisationsentwicklung umgesetzt.
Schwerpunkte bzw. Meilensteine bei der Umsetzung des Strategieplans im Jahr 2014 nahmen zum
Beispiel die Stärkung der Marke durch die Entwicklung des neuen Erscheinungsbildes, der Beschluss
über die Rhythmusänderung, die Modulentwicklung
in der Akademie sowie der Ausbau des Athletensprecherprogramms ein.
1.4 Verbandsentwicklung
Wie ein roter Faden zieht sich das Thema der
Verbandsentwicklung durch die Arbeit von SOD
während des Berichtszeitraumes. Die große Aufgabe, Special Olympics in Deutschland als Kraft
zu entwickeln, die mit den Mitteln des Sports die
Gesellschaft im Hinblick auf Menschen mit einer
geistigen Behinderung positiv verändert, betrifft
die zahlreichen Betätigungsfelder und Aktivitäten.
Hierzu gehört auch die angemessene Vertretung in
der Landschaft der Sport- und Behindertenverbände.
Gleichermaßen gehört die Schaffung eines flächendeckenden Netzes von Landesverbänden (derzeit
14 Landesverbände in 15 Bundesländern – die
Gründung eines Landesverbandes MecklenburgVorpommern ist in Vorbereitung) und die Mitwirkung an deren finanzieller Absicherung
(politische Kontakte/Fundraising-Workshops)
zum Aufgabenfeld der Verbandsentwicklung.
Auch die vereinbarte steigende Frequenz der
Landesspiele trägt wesentlich zur Verbandsentwicklung in ganz Deutschland bei.
11
1
Die strategische Ausrichtung des Gesamtverbandes
1.5 Rhythmusänderung stärkt die
strategische Ausrichtung von SOD
Ein großer und bedeutender Meilenstein in der
Geschichte von Special Olympics in Deutschland
wurde in diesem Jahr durch das Präsidium beschlossen – die Rhythmusänderung der Nationalen Spiele.
Seit dem Jahr 2013 arbeitet, unter der Leitung von
Brigitte Lehnert, eine eingesetzte Arbeitsgruppe
an der Thematik. Nach einer ausführlichen Analyse
und einem Beteiligungsprozess der relevanten
Gremien hat die Arbeitsgruppe schlussendlich die
Empfehlung ausgesprochen, dass die Vorteile für
die Gesamtentwicklung des Verbandes durch den
Rhythmuswechsel überwiegen.
Diese Empfehlung ist vom Nationalen Komitee
bestätigt worden, so dass das Präsidium von Special
Olympics Deutschland auf seiner Sitzung vom
08.10.2014 gemäß der Beauftragung durch die Mitgliederversammlung von 2013 beschlossen hat, ab
dem Jahr 2018 die Spiele, Sommer wie Winter, auf
einen je vierjährigen Rhythmus umzustellen. Die
Änderung des Rhythmus der Nationalen Spiele geht
einher mit der angestrebten flächendeckenden
Durchführung von Landesspielen. Diese Veränderung ist wichtiger Bestandteil des Strategieplans
von SOD und wurde insbesondere von der Basis
gewünscht, um eine Stärkung der lokalen Arbeit
im Interesse der Athleten zu ermöglichen und den
Inklusionsgedanken voranzubringen.
Die Landesspiele sind ein zentrales Element für die
Entwicklung der Landesverbände von Special Olympics Deutschland. Ziel ist es, in allen Landesverbänden bis 2021 Landesspiele durchzuführen. Eine
große Herausforderung hierbei stellt die Heterogenität der Landesverbände dar. Um die Entwicklung
des jeweiligen Landesverbands voranzutreiben,
sollen eigenständige Veranstaltungen pro Bundes-
12
land durchgeführt werden. SOD fokussiert seine
Ressourcen zunächst darauf, die Landesverbände
beim Aufbau von Landesspielen zu unterstützen,
die bisher noch keine anbieten.
Die Landesspiele sind dabei nicht nur ein zentrales
Element der Entwicklung der Landesverbände,
sondern auch ein wichtiges Instrument zur Umsetzung des Strategieplans mit der festgelegten
Positionierung von Special Olympics als Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung,
als Beratungs- und Kompetenzzentrum und als
Alltagsbewegung für die Belange von Menschen
mit geistiger Behinderung. Hierbei können die
Landesspiele einen wichtigen Beitrag leisten und
Motor für die Erreichung, folgender im Strategieplan festgeschriebener Ziele, sein:
• Inklusion im und durch Sport
• Förderung der Selbstvertretung von Menschen
mit geistiger Behinderung
• Förderung der Alltagsprogramme Healthy
Athletes® und Familie
• Ausbau der politischen Lobbyarbeit
• Aufbau von Kooperationen mit den Landes sportbünden und den Sportfachverbänden
• Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung
• Mittelbeschaffung (z.B. Sponsoren, Partner,
Fördergelder)
• Stärkung der Marke
• Mitgliedergewinnung
• Aufbau von hauptamtlichen Mitarbeiter strukturen in den Landesverbänden
• Gewinnung und Bindung von ehrenamtlichen
Mitarbeitern und Helfern
• Flächendeckende Bildungsangebote
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Thomas Kronfeld vom Bodelschwingh-Hof Mechterstädt e.V. läuft im Ski
Langlauf-Wettbewerb dem ersten Platz entgegen. (Foto: SOD/ Tom Gonsior)
Neben dem organisatorischen Aufbau von flächendeckenden Landesspielen wird die Finanzierungsfrage zentrales Thema der Rhythmusänderung sein.
Zum einen tragen die Nationalen Spiele anteilsmäßig zur Finanzierung der Bundesgeschäftsstelle bei,
zum anderen bringt die Rhythmusänderung einen
erhöhten Organisations- und Finanzbedarf mit sich,
sowohl für die Landesverbände, als auch für den
Bundesverband. Um diesen erhöhten Finanzbedarf
abzudecken und den Erfolg der Rhythmusänderung
sicherzustellen, sind alle Gremien von Special
Olympics Deutschland gefordert, sowohl im Hauptamt als auch im Ehrenamt.
Im Zuge der Rhythmusänderung wird sich die
Bundesgeschäftsstelle von Special Olympics
Deutschland mehr und mehr zu einer Beratungsund Koordinierungsstelle für die Landesverbände
entwickeln. Etliche Aspekte der zukünftigen Dienstleistungen der Bundesgeschäftsstelle finden sich
im Strategieplan von Special Olympics Deutschland
und den festgelegten Arbeitsschwerpunkten der
einzelnen Referate wieder. Die im Jahr 2013
erarbeitete Struktur der Bundesgeschäftsstelle mit
den festgelegten Verantwortlichkeiten kann die
Aufgabe dementsprechend ohne eine grundsätzliche Veränderung bewältigen. Allerdings werden
auch bei einem vierjährigen Rhythmus der
Nationalen Spiele in allen Bereichen neue Aufgaben
und Schwerpunkte hinzukommen. Aufgabe der
nächsten Jahre wird es dementsprechend sein,
das bestehende Konzept der Rhythmusänderung
umzusetzen und das weitere Vorgehen mit den
Landesverbänden abzustimmen.
13
Ministerin Andrea Nahles spricht auf der Mitgliederversammlung 2014 von SOD. (Foto: SOD/ Stefan Holtzem).
1.6 Mitgliederversammlung 2014: Neuwahlen und
Grußworte von Ministerin Andrea Nahles und DOSB-Präsident Alfons Hörmann
Christiane Krajewski wurde am 15. November
2014 von der Mitgliederversammlung von Special
Olympics Deutschland in Frankfurt/Main zur neuen
Präsidentin gewählt. Sie folgt auf Gernot Mittler,
der seit 2005 der Sportorganisation für Menschen
mit geistiger Behinderung als Präsident vorstand
und turnusgemäß nicht mehr antrat. Er wurde von
der Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten von SOD ernannt.
„Die Idee von Special Olympics ist wunderbar und
berührt vieles, wofür ich stehe, wie ich lebe, was
ich immer vertreten habe: Selbstbestimmung und
umfassende Teilhabe“, sagte Krajewski, die ihre
Erfahrungen aus einer sehr erfolgreichen beruflichen und politischen Karriere in ihr neues Amt
14
einbringt. „Ich habe ein gutes Gefühl bei SOD, und
möchte als Präsidentin mit dem Team die hervorragende Arbeit des bisherigen Präsidenten Gernot
Mittler fortsetzen und den Verband weiter voranbringen. Ich werde mich im Sinne der Idee der
Inklusion, im Sinne der Familien für Menschen mit
geistiger Behinderung einsetzen.“
Zum Ersten Vizepräsident wurde Dr. Bernhard
Conrads, vormals langjähriger Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe, wiedergewählt. Sechs
neu gewählte Vizepräsidenten verstärken das
Präsidium: Frank Dopheide, Geschäftsführer der
Verlagsgruppe Handelsblatt, Hubert Hüppe, MdB,
Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen
Bundestages und von 2010 bis 2014 Beauftragter
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
der Bundesregierung für die Belange behinderter
Menschen, Bettina Schilling, Gesellschafterin und
Geschäftsführerin der Kanzlei HPS | Hemberger
Prinz Siebenlist GmbH & Co. KG., Andreas Silbersack, Vorsitzender des Landessportbundes Sachsen-Anhalt und Sprecher der Landessportbünde
des DOSB und Kerstin Tack, MdB, Mitglied im
Ausschuss Arbeit und Soziales des Deutschen
Bundestages und Behindertenpolitische Sprecherin
der SPD-Fraktion. Mit SOD-Athletensprecher Mark
Solomeyer gehört dem 11-köpfigen Gremium erneut ein Athletenvertreter als Vizepräsident an.
Wiedergewählt wurden die Vizepräsidenten
Thomas Gindra, Diplomsportlehrer für Rehabilitation und Behindertensport in den Gemeinnützigen
Werkstätten Neuss, PD Dr. habil. Reinhild Kemper,
Leiterin des Bereichs Sportpädagogik/-didaktik am
Institut für Sportwissenschaft der FriedrichSchiller-Universität Jena sowie Brigitte Lehnert,
selbstständige Beraterin für Strategische Planung,
Marketing, Werbung und Management-Consulting.
Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles verwies in ihrer Gastrede bei der Mitgliederversammlung auf das Engagement von Special Olympics
Deutschland für die Inklusion: „Special Olympics ist
mit seinem breiten Sportangebot in der Fläche eine
echte Alltagsbewegung und ein wichtiger Partner für all diejenigen geworden, denen Sport und
Inklusion besonders am Herzen liegen. Ich danke
allen Verantwortlichen, besonders dem scheidenden Präsidenten Gernot Mittler, dass sie mit großer
Motivation und Nachdruck Sport für Menschen mit
geistiger Behinderung ermöglichen.
Gemeinsam Sport zu treiben heißt vor allem auch
am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Es ist Aufgabe unserer Gesellschaft, Menschen mit Behinderung zu ermutigen, sich einzubringen und dabei zu
sein - nicht nur beim Sport, sondern in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens.“
In seiner letzten Rede als SOD-Präsident hatte
Gernot Mittler im Rückblick auf neun Jahre Amtszeit eine mehr als positive Bilanz gezogen: „Ich sehe
SOD inhaltlich und organisatorisch gut aufgestellt.
Der Verband ist wichtiger Ansprechpartner der
Politik und von Ministerien in den Themenfeldern
Inklusion, geistige Behinderung und Sport sowie
Gesundheit und ein wichtiger Akteur bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Wir
verfügen mit unseren Angeboten des Gesundheitsund des Familienprogramms über Alleinstellungsmerkmale. Was den Organisationsgrad angeht, so
wurde die Zahl der Mitgliedsorganisationen von
422 im Jahr 2005 auf über 1.100 erhöht. Unser
Verband ist seit 2007 Mitglied im DOSB und hat
Kooperationen zu den wichtigen Organisationen
aus der Behindertenhilfe. Wir sind in allen Bundesländern präsent und es ist unser Ziel, unsere
sportlichen Angebote noch weiter in die Fläche
zu tragen“, resümierte Gernot Mittler.
Besonderer Dank gebührt den turnusgemäß
ausscheidenden Präsidiumsmitgliedern Rainer
Bernnat, Roman Eichler, Hansgeorg Hauser, Detlef
Parr sowie Fritz Wurster für ihr herausragendes
Engagement und ihre großen Verdienste rund um
die Entwicklung von Special Olympics.
Bei einem Empfang der Stadt Frankfurt im Kaisersaal im Römer am Vorabend der Mitgliederversammlung hatte DOSB-Präsident Alfons Hörmann
Special Olympics Deutschland als wichtigen Bestandteil der olympischen Familie in Deutschland
gewürdigt, auf dessen Mitgliedschaft der DOSB
stolz sei. In seiner Laudatio für den langjährigen
SOD-Präsidenten sagte er, Gernot Mittler sei
als Verbandspräsident mit seinen menschlichen
Qualitäten und seinem Engagement ein Vorbild
im deutschen Sport. In dessen Amtszeit habe sich
SOD zu einem Verband entwickelt, dessen Erfolge
Bände sprechen.
15
Björn Stöwsand vom Team
Pferdesport Sachsen erreichte
bei den Special Olympics
Düsseldorf 2014 den 5. Platz
im Reiterwettbewerb Level A.
(Foto: SOD/ Andreas Endermann)
16
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
1.7 Die wichtigsten Ereignisse im Überblick
10. – 14. Februar 2014
Bei den Special Olympics
Landes-Winterspielen
Bayern in Lam 2014
nehmen in 6 Sportarten
370 Athleten teil
09. April 2014
SOD-Medientag zum
Thema „Inklusion im
und durch den Sport“
in Düsseldorf
02. Juli 2014
SOD berichtet bei der
11. Sitzung des Sportausschusses des Deutschen
Bundestages zum Stand
bei der Umsetzung von
Inklusion im Sport
29. April 2014
2. Präsidiumssitzung
24. – 28. Februar
An den 1. Special
Olympics Landes-Winterspielen Thüringen 2014
09. Mai 2014
in Oberhof/Heubach
Fackellauf-Auftakt für
beteiligen sich 150
die Special Olympics
Athleten in 3 Sportarten
Düsseldorf 2014 am
Schloss Bellevue in
Berlin mit Schirmherrin
Ministerin Andrea
Daniela Schadt
Nahles verkündet, dass
das Bundesministerium
für Arbeit und Soziales
17. – 25. Mai 2014
die Förderung für SOD
Im Rahmen der Special
intensiviert
Olympics European
Football Week 2014
trainieren 1.000 Special
08./09. März 2014
Olympics Athleten
Sitzung der Athletengemeinsam mit Profivertreter
Vereinen
13. – 15. März 2014
Bei den Special Olympics
Landes-Winterspielen
Baden-Württemberg
2014 in Todtnauberg
gehen 130 Athleten in
vier Sportarten an den
Start
25. März 2014
1. Präsidiumssitzung
05. April 2014
Nationale Sportkonferenz
18. Mai 2014
1. Sitzung des Länderrates
19. – 23. Mai 2014
4.800 Athleten geben
in 19 Sportarten bei
den Special Olympics
Düsseldorf 2014 mutig
ihr Bestes
02. Juli 2014
3. Präsidiumssitzung
09. – 20. September
2014
Für SOD nehmen 65
Athleten in 9 Sportarten
an den Europäischen
Sommerspielen 2014
von Special Olympics
in Antwerpen teil
13. September 2014
Special Olympics Unified
Sportfest in Hamburg
mit mehr als 400 Sportlern in 5 Sportarten
26. September 2014
Sitzung des Nationalen
Komitees. Das Komitee
spricht an das Präsidium
die Empfehlung aus
den Rhythmus der Nationalen Spiele zu ändern
08./09. Oktober 2014
4. Präsidiumssitzung.
Das Präsidium beschließt
die Rhythmusänderung
07. November 2014
Gründung Fachausschuss
Gesundheit
14. November 2014
5. Präsidiumssitzung und
Länderratssitzung im
Rahmen der SOD-Mitgliederversammlung
15. November 2014
SOD-Mitgliederversammlung mit Neuwahl
des Präsidiums in Frankfurt /Main
20. – 23. November
2014
Leadership Konferenz
von Special Olympics
Europa Eurasien auf
Malta
24. – 26. November
2014
30. September 2014
Beteiligung von SOD
Auftakt-Pressekonferenz
an den Inklusionstagen
für die Special Olympics
des Bundesministeriums
Inzell 2015
für Arbeit und Soziales
in Berlin
02. – 04. Oktober 2014
Teilnahme von SOD am
Weltkongress der International Association for
Disability & Oral Health
in Berlin
29. November –
02. Dezember
SOD erreicht im Rahmen
der Special Olympics
European Basketball
Week 2014 etwa 700
Athleten
17
2
Das ist Special Olympics
2 Das ist Special Olympics Deutschland
Special Olympics Deutschland bietet mit seinen
14 Landesverbänden in 15 Bundesländern in 1.165
Mitgliedseinrichtungen über 40.000 Menschen
mit geistiger Behinderung regelmäßige Trainingsund Wettbewerbsangebote in 27 Sportarten an.
Bundesweit werden pro Jahr mehr als 220 Sportveranstaltungen durchgeführt. Mit dem Gesundheitsprogramm von SOD werden jährlich über 6.000
Menschen mit geistiger Behinderung erreicht.
2.1 Struktur
Das nachstehende Schaubild gibt einen Überblick
über die Strukturen des Verbandes:
beruft
schlägt vor
Fachbeirat
berät
Vertreter: Athleten,
Familien, Sportkoordinatoren, Unified
Sports®, Wissenschaft,
Healthy Athletes®
berät
Bundesgeschäftsstelle
Präsidium
Fachausschüsse
Sport, Healthy Athletes®,
Familien, Wissenschaft,
Marketing, Athleten
Nationales
Komitee
berät
(Delegierten-) Mitgliederversammlung
Oberstes Gremium
Länderrat
(besteht aus den
Vorsitzenden der
Landesverbände)
entsendet
Delegierte
entsendet Delegierte
berät
Landesverbände
Mitgliedseinrichtungen/
Vereine
18
Bundesverbände
Juristische
Personen
Fördermitglieder
natürliche und juristische
Personen
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Mona Gillmann (FSJ Sportschule Hachen)
umarmt Athletin Ana Zivkovic von der
St. Valentinsschule Ruhpolding, die
den 400-m Lauf der Damen gewonnen
hat. (Foto: SOD/ Tom Gonsior)
19
2
Das ist Special Olympics
Das neue Präsidium von Special Olympics Deutschland:
(vlnr.) Vizepräsident Thomas Gindra, Vizepräsident
Andreas Silbersack, Vizepräsident Frank Dopheide,
Vizepräsidentin Brigitte Lehnert, Vizepräsidentin Bettina
Schilling, Vizepräsidentin Kerstin Tack, MdB, Präsidentin
Christiane Krajewski, der Erste Vizepräsident Dr. Bernhard
Conrads, Vizepräsident Mark Solomeyer, Vizepräsident
Hubert Hüppe, MdB, Vizepräsidentin PD Dr. habil. Reinhild
Kemper, Vorsitzender des Länderrates Jan Zilius und
Bundesgeschäftsführer Sven Albrecht. (Foto: SOD/ Stefan Holtzem).
2.2 Organe1
2.2.1 Die Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ
des Verbandes. Sie setzt sich zusammen aus den
von den Landesverbänden gewählten Delegierten,
den Delegierten der Mitglieder auf Bundesebene,
den natürlichen Fördermitgliedern sowie den Mitgliedern des Präsidiums. Die ordentliche Mitgliederversammlung findet einmal jährlich, i.d.R. im
November, statt.
2.2.2 Das Präsidium
Das Präsidium des Verbandes bestimmt die Vereinspolitik unter Beachtung der Beschlüsse der
Mitgliederversammlung und schafft die Rahmenbedingungen für die Arbeit im Verein. Insbesondere
ist es für die Umsetzung der Special Olympics-Idee
in Deutschland zuständig.
1
Auf seinen vier Sitzungen im Jahr 2014 beschäftigte sich das Präsidium vorrangig mit der angestrebten Rhythmusänderung der Nationalen Spiele, der
Vorbereitung auf die Nationalen Sommerspiele
2014 sowie der Vergabe der Nationalen Winterspiele 2015 und der Nationalen Sommerspiele
2016. Darüber hinaus verabschiedete das Präsidium
neue Förder- und Veranstaltungsrichtlinien, sprach
die Akkreditierungen für die Landesverbände aus,
nominierte die Deutsche Delegation für die Weltspiele 2015 und behandelte die weiteren Aktivitäten von SOD in Bezug auf das Themenfeld Inklusion. In Vorbereitung auf die Mitgliederversammlung
setzte das Präsidium in Abstimmung mit dem Länderrat eine Findungskommission zur Neubesetzung
der zur Mitgliederversammlung 2014 satzungsbedingt ausscheidenden Mitglieder ein.
(gemäß §6 der Satzung von Special Olympics Deutschland)
20
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
2.3 Gremien und Arbeitsgruppen2
Für die inhaltliche und konzeptionelle Weiterentwicklung des Verbandes sind diverse Gremien aktiv,
deren ehrenamtliche Mitglieder die Basis der Arbeit
von SOD sind. Sie bringen ihre Expertise ein, beraten, bewerten Entwicklungen aus der praktischen
täglichen Arbeit und setzen Projekte um. Ohne
dieses Engagement wäre die Arbeit von SOD nicht
möglich.
sächlich der Bundesgeschäftsstelle beratend zur
Seite stehen, ist es die Aufgabe des Fachbeirates,
das Präsidium und die Vorstände der SOD-Landesverbände in wichtigen Angelegenheiten des Vereins zu beraten. Der Fachbeirat setzt sich aus den
Vorsitzenden der Fachausschüsse zusammen.
2.3.3 Das Nationale Komitee
2.3.1 Der Länderrat
Der Länderrat wirkt im Rahmen der Satzung an der
Erfüllung der Aufgaben von SOD mit und hat insbesondere die Aufgabe, die Arbeit der Landesverbände durch Meinungsaustausch zu unterstützen und
zu koordinieren sowie das Präsidium in wichtigen
Vereinsangelegenheiten zu beraten.
Der Länderrat besteht aus den Vorsitzenden der
SOD-Landesverbände. Turnusgemäß schied Fritz
Wurster zur Mitgliederversammlung 2014 aus
seinem Amt aus. Zu dessen Nachfolger hat der
Länderrat auf seiner Sitzung im Rahmen der Mitgliederversammlung 2014 Jan Zilius, den Vorsitzenden von Special Olympics Nordrhein-Westfalen,
gewählt.
Präsidium, Länderrat und Fachbeirat bilden das
Nationale Komitee von Special Olympics Deutschland. Es nimmt repräsentative Aufgaben innerhalb
der internationalen Special Olympics Bewegung
wahr und berät das Präsidium in zentralen Fragen
der Verbandsentwicklung.
In seiner jährlichen Sitzung bearbeitet das Nationale Komitee diverse Themen und diskutiert die Berichterstattungen der Mitglieder des Fachbeirates
aus ihren Ressorts. Im Jahr 2014 stand insbesondere die Rhythmusänderung der Nationalen Spiele
auf der Agenda. Basierend auf der Vorlage der AG
Rhythmusänderung hat das Nationale Komitee dem
Präsidium die Änderung des Veranstaltungsrhythmus empfohlen.
Der Länderrat kam im Jahr 2014 zweimal zusammen. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Rhythmusänderung der Nationalen Spiele und dessen
Auswirkung auf die Landesebene sowie der Entwicklungsstand in den Landesverbänden. Beschlossen worden ist, dass zukünftig eine Sitzung im Jahr
gemeinsam mit den Leitern der Geschäftsstellen
durchgeführt wird.
2.3.4 Weitere Gremien und
Arbeitsgruppen
2.3.2 Fachausschuss und
Fachbeirat
Einmal jährlich tritt der Bundesgeschäftsführer mit
den Geschäftsstellenleitern der SOD-Landesverbände zur Geschäftsführertagung zusammen, auf der
neben den Kurzberichten aus den Landesverbänden
und den Referaten der Bundesgeschäftsstelle auch
aktuelle Themen der Verbandsentwicklung diskutiert werden. Im Jahr 2013 stand die Erarbeitung
des Strategieplans im Mittelpunkt. 2014 wird ein
Schwerpunkt auf die Entwicklung einer Konzeption
für die Rhythmusänderung gelegt.
Die Fachausschüsse und der Fachbeirat beraten das
Präsidium und die Bundesgeschäftsstelle, für die
sie Empfehlungen vorbereiten. Per Beschluss
können den Fachausschüssen durch das Präsidium
operative Aufgaben zugewiesen werden. Während
die Fachausschüsse Sport, Healthy Athletes®, Familien, Wissenschaft, Marketing und Athleten haupt2
Unterhalb der Fachausschüsse können Arbeitsgruppen eingerichtet werden, deren Leiter(in) dem
jeweiligen übergeordneten Fachausschuss angehört und vom Präsidium berufen wird. Entsprechende Arbeitsgruppen werden zurzeit in den einzelnen
Sportarten eingerichtet.
(gemäß §§ 9-12 der Satzung von Special Olympics Deutschland)
21
2
Das ist Special Olympics
Stabsstelle
Grundsatzfragen
und Grundpositionen
Verband
Daniel Stanev
(15 Std. pro Woche)
030 - 24 62 52-33
daniel.stanev
@specialolympics.de
Medienarbeit
Agentur consoco
Sonja Schmeißer
030 - 65 76 39 57
sonja.schmeisser
@specialolympics.de
Bundesgeschäftsführer/
National Director
Verwaltung
Sven Albrecht
030 - 24 62 52-30
sven.albrecht
@specialolympics.de
Büroorganisation
und Verwaltung
Jasmin Kluge-Neupert
030 - 24 62 52-0
jasmin.kluge
@specialolympics.de
Assistenz
Büroorganisation
Daniela Huhn
030 - 24 62 52-0
daniela.huhn
@specialolympics.de
Abteilung Kommunikation/ Marketing
Abteilung Veranstaltung/ Sport / Programme
Abteilungsleiter
Bundesgeschäftsführer
Abteilungsleiter
Nils Collingro
030 - 24 62 52-36
nils.collingro
@specialolympics.de
Referat Marketing/
Fundraising
Gunter Hardt
(ab 1.11.2015)
030 - 24 62 52-10
gunter.hardt
@specialolympics.de
Kommunikation &
Marketing
Jana Schmidt
030-246252-15
jana.schmidt
@specialolympics.de
Veranstaltungsmanagement
Gesine Harms
030 - 24 62 52-37
gesine.harms
@specialolympics.de
Referat Sport
Isabel Dassdorf
030 - 24 62 52-31
isabel.dassdorf
@specialolympics.de
Referat Partner/
Sponsoren
Annett Barz
030 - 24 62 52-14
annett.barz
@specialolympics.de
Finanzverwaltung
Angelika Bröcking
030 - 24 62 52-12
angelika.broecking
@specialolympics.de
Assistenz Finanzverwaltung
Sandra Bachmann
030 - 24 62 52-13
sandra.bachmann
@specialolympics.de
Referat Inklusion
im Sport
Daniel Stanev
030 - 24 62 52-33
daniel.stanev
@specialolympics.de
Referat Healthy
Athletes
Dr. Imke Kaschke, MPH
030 - 24 62 52-60
imke.kaschke
@specialolympics.de
Teilnehmermanagement
und Sportprojekte
Steffa Michailowa
030 - 24 62 52-35
steffa.michailowa
@specialolympics.de
Projektassistenz
„Selbstbestimmt
gesünder“
Ines Olmos
030 - 24 62 52-61
ines.olmos
@specialolympics.de
Referat Bildung und
Wissenschaft
Sandra Ziller
030 - 24 62 52-32
sandra.ziller
@specialolympics.de
Timo Schädler
030 - 24 62 52-34
timo.schaedler
@specialolympics.de
Die Strukturen der Bundesgeschäftsstelle
2.4 Die Bundesgeschäftsstelle
Die Bundesgeschäftsstelle unter der Leitung von
Sven Albrecht agiert – auf Basis der Paradigmen
zum Themenfeld Inklusion – im Spannungsfeld
zwischen den Special Olympics-spezifischen Kernaufgaben, der Entwicklung von (Sport-)Konzepten,
der Forderung nach einer breiten Öffentlichkeit
22
sowie der Sicherstellung der Finanzen und der
Strukturen von SOD und deren effizienter Arbeitsweise.
Der Bundesgeschäftsführer nimmt mit beratender
Stimme an den Sitzungen des Präsidiums teil.
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Eröffnungsfeier der Special Olympics
Düsseldorf 2014. (Foto: SOD/ Martin Brombacher)
2.5 Die Unterstützer
Die erfolgreiche Entwicklung und Wahrnehmung
von Special Olympics Deutschland in den letzten
Jahren konnte nur auf der Basis eines stabilen
Finanzhaushaltes ermöglicht werden. Die finanzielle Absicherung des Verbandes wird nach wie
vor zum großen Teil durch Sponsoren- und Fördergelder langjähriger Partner gewährleistet.
Special Olympics Deutschland genießt nunmehr
seit fünfzehn Jahren die Partnerschaft von ABB,
die auf einem umfangreichen, finanziellen, personellen und inhaltlichen Engagement des Unternehmens basiert. Im Verbund mit s.Oliver und Würth
sind die Premiumpartner eine Finanzierungssäule
des Verbandes und nachhaltig mit der Entwicklung
von SOD verbunden. Gleiches gilt für die Partner
Coca Cola/Lift und Wrigley Foundation, deren
Unterstützung seit Jahren ausgebaut wird.
Im Rahmen der Partnerschaften ist Special
Olympics Deutschland immer wieder bestrebt,
das beispielhaft gelebte gesellschaftliche
Engagement der Unternehmen umfassend und
glaubwürdig zu kommunizieren und die eigenen
Kompetenzen innerhalb der Partnerschaften
weiterzuentwickeln.
Premium Partner von Special Olympics Deutschland
L
L
E
APF E
SC H O R
Partner von Special Olympics Deutschland
23
2
Das ist Special Olympics
Zunehmend partizipiert der Verband an Fördergeldern staatlicher, gesellschaftlicher und sozialer
Einrichtungen. Diese Möglichkeiten der Verbandsfinanzierung werden ausgebaut bzw. längerfristig
ausgerichtet. Die Förderer Bundesministerium des
Innern, Bundesministerium für Arbeit und Soziales,
Bundesministerium für Gesundheit, „Aktion Mensch
e.V.“ sowie der Verein „Aktion Hilfe für Kinder
e.V.“ unterstützen SOD auf verschiedenen Ebenen
und im Rahmen von Projekten bei der Umsetzung
gesellschaftspolitischer sowie SOD-spezifischer
Zielstellungen.
Förderer
Top Sponsoren, die die Nationalen Spiele unterstützen, wie beispielsweise Bilfinger SE in Düsseldorf 2014, tragen maßgeblich zur Verbesserung
der Rahmenbedingungen bei der Durchführung
der Veranstaltung bei. Auch Sponsoren wie Henkel,
AOK, sky, Mitsubishi Electric Europe sowie diverse
Projektsponsoren unterstützen mit Finanz- und
Sachmitteln temporär die Umsetzung der Verbandsziele und damit die positive Wahrnehmung
in der Öffentlichkeit. Das Vorhaben, Unterstützer
und Sponsoren von Nationalen Spielen langfristig
auf Bundes- oder Landesebene an SOD zu binden,
gelingt noch nicht in ausreichender Art und Weise.
Ursachen sind meist interne, strategische Entscheidungen der Unternehmen. Eine nachhaltige ideelle
Verbundenheit kann nahezu immer erzeugt werden.
Förderboard der Special Olympics Düsseldorf 2014
Die Aktivitäten von Special Olympics Deutschland
im Rahmen der Partnergewinnung werden auch
künftig den Fokus auf Wirtschaftsunternehmen und
Förderer richten.
Der Verband konnte seine Fachkompetenz als
Partner im Bereich Soziales Engagement (CSR)
weiter entwickeln und ausbauen. Besonders hervorzuheben sind die Angebote von SOD im Bereich
Personalentwicklung. Das Corporate Volunteering
Programm von SOD und das Konzept zum Füh-
24
rungskräftetraining bieten potenziellen Partnern
hinreichende Argumente, eine Partnerschaft mit
SOD einzugehen. Dazu wird der Kommunikation
und Darstellung des Unternehmensengagements
eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die
hohe Glaubwürdigkeit sowie die umfangreichen
Kommunikationsmaßnahmen und die damit verbundene steigende mediale Aufmerksamkeit, z.B.
im Rahmen der Special Olympics Düsseldorf 2014,
empfehlen den Verband als kompetenten Partner
und erzeugen sehr positive Resonanzen.
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Helfer Klaus Wangner gibt Athlet
Martin Baum von der Diakonie Stetten
aufmunternde Worte mit in den
Wettbewerb. (Foto: SOD/ Tom Gonsior)
25
2
Das ist Special Olympics
Das Fußballteam der Alsterarbeit Hamburg motiviert
sich vor dem nächsten Spiel. (Foto: SOD/ Martin Brombacher)
26
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
3 Wir setzen uns für die Interessen von Menschen mit geistiger
Behinderung ein
3.1 Politische Vertretung/ Kooperationen
3.1.1 Mitgliedschaften/ Kooperationen/ Verbandskontakte
Kooperationen mit anderen Verbänden und Einrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit
des Bundesverbandes, um die Interessen von
Menschen mit geistiger Behinderung in den unterschiedlichen Bereichen vertreten zu können. Die
wichtigsten Kooperationen des Jahres 2014 sind
hier aufgeführt:
Sport
• Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB):
SOD hat als Mitglied der „AG Inklusion“ an
der Erstellung eines Strategiekonzeptes des
DOSB zur Inklusion mitgewirkt, das auf der
DOSB-Fachtagung zur Inklusion im Jahr 2015
Schwerpunktthema sein wird.
Im Rahmen der Special Olympics Düsseldorf
2014 hat der DOSB sein Fachforum Inklusion
durchgeführt, an dem SOD organisatorisch
und inhaltlich beteiligt war. Den Besuchern
des Fachforums wurde der Besuch der Eröffnungsfeier und der Wettbewerbe der
Nationalen Spiele ermöglicht.
SOD nahm in Person von Bundesgeschäfts führer Sven Albrecht und 1. Vizepräsident
Dr. Bernhard Conrads an den Tagungen der
Konferenz der Verbände mit besonderen Aufgaben (VmbA) des DOSB teil. Auf der Tagung
mit dem Schwerpunktthema Inklusion berichtete Dr. Conrads von SODs Arbeit zur Umsetzung der Inklusion.
Als Mitgliedsverband des DOSB nimmt SOD an
der Mitgliederversammlung sowie an offiziellen Empfängen, Ehrungen und Tagungen teil.
• Deutscher Behindertensportverband (DBS):
Auf Präsidiums- und Geschäftsführerebene
beider Verbände findet ein Austausch und Abstimmungsprozess statt. SOD beteiligte sich an
der Erstellung des „Index für Inklusion“ des DBS.
• Informationsstelle für den Sport behinderter
Menschen: SOD nahm als Mitglied des Beirates
der Informationsstelle an der jährlichen Beiratssitzung in Berlin teil und vertrat dort die Interes-
•
•
•
sen von Menschen mit geistiger Behinderung
in Bezug auf den Sport.
Deutsche Olympische Akademie: SOD ist seit
diesem Jahr Mitglied in der Deutschen
Olympischen Akademie und bringt dort die
Special Olympics Idee mit ein.
Zusammenarbeit mit diversen Fachverbänden
und den jeweiligen Landessportbünden im
Rahmen der Vorbereitung und Durchführung
der Nationalen Spiele von SOD.
OK Weltspiele 2017: Bundesgeschäftsführer
Sven Albrecht nimmt als ständiger Gast an den
Sitzungen des Organisations-Komitees der
Weltwinterspiele 2017 teil.
Verbände der Behindertenhilfe
• Bundesvereinigung Lebenshilfe: Als Mitglied
nimmt SOD an den Mitgliederversammlungen
teil und steht im regelmäßigen Austausch mit
den Entscheidungsträgern.
• Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für
behinderte Menschen: in regelmäßigen Abständen finden Kontakt- und Kooperationsgespräche
statt, um eine Zusammenarbeit zu intensivieren
und die Mitgliedsorganisationen für den Sport
und eine Mitgliedschaft bei SOD zu motivieren.
• Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVR):
SOD ist im Fachausschuss Bewegung, Sport und
Freizeit vertreten und wirkt dort an der Erarbeitung eines Positionspapiers zum Thema Inklusion
mit.
3.1.2 Politische Vertretung
SOD hat sich mit seiner Kompetenz und Expertise
im Themenfeld Inklusion auch für die Politik zu
einem wichtigen Ansprechpartner für die Belange
von Menschen mit geistiger Behinderung entwickelt. Ein regelmäßiger Austausch mit Vertretern
von Ministerien und Ausschüssen findet statt. Im
Jahr 2014 zählten dazu:
27
3
Wir setzen uns für die Interessen von Menschen mit geistiger Behinderung ein
• Für seine Arbeit für und mit Menschen mit
geistiger Behinderung kooperiert SOD mit dem
Bundesministerium des Innern, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem
Bundesministerium für Gesundheit und erhält
(projektbezogene) Fördermittel.
• Aus SODs Beteiligung an der Fachtagung „Inklusion und Schulsport“ der Kultusministerkonferenz
(KMK) im Jahr 2013 hat sich für 2014 ein Sitz in
der „AG Handlungsempfehlungen für den Schulsport“ der KMK ergeben. Gemeinsam mit dem
Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der
Deutschen Sportjugend (DSJ) und der Deutschen
Behindertensportjugend (DBSJ) vertritt SOD den
organisierten Sport und den Behindertensport
bei der Aktualisierung der Handlungsempfehlungen der KMK, die insbesondere unter Berücksichtigung der Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention erneuert werden.
• SOD vertritt gemeinsam mit DOSB und DBS den
organisierten Sport und den Behindertensport
in der AG Inklusion der Sportministerkonferenz
(SMK). Im Auftrag der SMK organisierte die Arbeitsgruppe im Jahr 2014 eine Fachtagung zum
Thema Inklusion und Sport („Inklusion ist keine
Illusion?“), auf der SOD gemeinsam mit DBS und
DGSV einen Workshop leitete. Aus den Ergebnissen der Fachtagung formulierte die Arbeitsgruppe Handlungsempfehlungen, die der SMK auf
ihrer jährlichen Sitzung vorgelegt worden sind.
• Am 02. Juli 2014 haben der Präsident und der
Bundesgeschäftsführer SOD bei der Anhörung
des Sportausschusses des Deutschen Bundestages zum aktuellen Umsetzungsstand der Inklusion vertreten.
• Mit dem Bundespräsidialamt und dem Bundeskanzleramt fanden regelmäßige Austauschtreffen statt.
• SOD verfolgt die Arbeit der vom BMAS eingesetzten AG Bundesteilhabegesetz und hat Inhalte/ Impulse schriftlich eingereicht.
3.2 Politische Forderungen
SOD ist der festen Überzeugung, dass die Konzeptionen und die Arbeit von Special Olympics ein
wichtiger Bestandteil für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sind. Special Olympics
verfolgte von Beginn an zwei zentrale Zielsetzun-
28
gen, die den Geist der UN-Behindertenrechtskonvention ausmachen:
1. Selbstbestimmte Teilhabemöglichkeiten
für Athleten/Athletinnen und
2. Einbeziehung des Umfeldes von Menschen mit
geistiger Behinderung – Veränderung von
bestehenden Strukturen
Inklusion im Sport bedeutet für Special Olympics,
Menschen mit (geistiger) Behinderung die Möglichkeit zu eröffnen, Sport zu treiben und dabei
die Sportart und das Wettbewerbsniveau (Breitenund/oder Leistungssport) genauso wählen zu
können wie den Ort, das Umfeld (Verein und/oder
Einrichtung) oder den Anlass (im Alltag oder bei
Sportveranstaltungen). Hierzu gilt es, entsprechende Strukturen und Begegnungsmöglichkeiten zu
schaffen.
Menschen mit einer geistigen Behinderung wollen
selbst bestimmen. Auch bei der Wahl der Sportart
hat das Wunsch- und Wahlrecht höchste Priorität.
Dieses Recht bedingt im Hinblick auf Menschen
mit einer geistigen Behinderung – teilweise – auf
sie zugeschnittene Angebote und Regelwerke. Im
Zentrum stehen also selbstbestimmte Wahlmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen bei
Sportangeboten: Dies reicht von wettbewerbsfreien Angeboten über behinderungsspezifische
bis hin zu inklusiven Angeboten in lokalen Sportvereinen. Die Arbeit von SOD wirkt somit in den
folgenden drei Angebotssäulen:
1. Förderung des Sports in Organisationen
der Behindertenhilfe
2. Kooperationen mit Behindertensportvereinen
3. Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung in lokale Vereine des organisierten Sports
Die Entscheidung, welches Angebot gewählt wird,
liegt beim Menschen mit geistiger Behinderung.
Die derzeitigen Sportstrukturen und Finanzierungsmöglichkeiten erschweren ein angemessenes
Sportangebot für Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland bei freier Wahlmöglichkeit
von Sportart und/oder Sportverein und somit eine
gleichberechtigte Interessenverfolgung erheblich.
Dies spiegelt sich in der Anzahl der Menschen mit
geistiger Behinderung, die an regelmäßigen Sportangeboten teilnehmen, wider. Nur etwa 10% der
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
480.000 in Deutschland lebenden Menschen mit
geistiger Behinderung treiben regelmäßig Sport;
im Vergleich zur restlichen deutschen Bevölkerung
sind Menschen mit geistiger Behinderung im deutschen Sport somit deutlich unterrepräsentiert. Die
derzeit weitgehend praktizierte Beschränkung und
die Verengung auf die klassischen Angebote des
Behindertensports sind damit unvereinbar.
geschuldet. Mit seinem Athletensprecherprogramm macht Special Olympics Deutschland sich
dafür stark, dass, dass die Wünsche und Ideen von
Menschen mit geistiger Behinderung im Umfeld
des deutschen Sports stärkere Berücksichtigung
finden. Es hat das Ziel, Menschen mit geistiger
Behinderung in Entscheidungen und Diskussionen
rund um den Verband einzubeziehen.
Die UN-Behindertenrechtskonvention stellt den
Sport somit vor zahlreiche Herausforderungen und
hat starke Auswirkungen auf das Selbstverständnis
und das Angebotsprofil von Sportvereinen und
Sportverbänden. Dass die Umsetzung nicht sofort
zu bewältigen ist, ist naheliegend. Ebenso ist unbestritten, dass die Erfüllung der UN-Konvention nicht
nur materielle und personelle Ressourcen, sondern
auch ein grundlegendes Umdenken erfordert.
SOD sieht im Sport zudem vielfältige Chancen in
anderen Bereichen zu wirken. Sport ist Türöffner
für das Verhältnis zwischen Menschen mit und ohne
Behinderung mit der Folge, dass über den Sport
Hemmschwellen bei potentiellen Arbeitskollegen
oder Mitbewohnern und Nachbarn außerhalb der
Strukturen der Behindertenhilfe abgebaut werden.
Bei individueller Unterstützung für den Menschen
mit geistiger Behinderung müssen strukturelle
Voraussetzungen in den Sportvereinen geschaffen
sein. SOD möchte mit seiner Kompetenz dazu beitragen, das notwendige Know-How in die Sportvereine zu transportieren. Es gilt dabei, regelmäßige
Wettbewerbs- und Trainingsmöglichkeiten in den
drei beschriebenen Säulen zu schaffen. Nur so wird
der deutsche Sport dem Anspruch des Nationalen
Aktionsplans gerecht, Menschen mit Behinderung
in allen Lebensbereichen gleiche Standards zu
bieten wie sie Menschen ohne Behinderung bereits
vorfinden.
Der herrschende Mangel an Zugangsmöglichkeiten
im Sport ist unter anderem auch der fehlenden Einbindung von Menschen mit geistiger Behinderung
in Entscheidungsprozesse und der unzureichenden
Berücksichtigung ihrer Wünsche und Bedürfnisse
Mit den Ergebnissen und den vielfältigen Angeboten seines Gesundheitsprogrammes positioniert
sich SOD zunehmend auch in der Gesundheitsversorgung von Menschen mit geistiger Behinderung
und wird in diesem Feld zukünftig noch stärker
agieren.
Mit dem angekündigten Bundesteilhabegesetz, das
bis Ende 2015 entwickelt und im Jahr 2016 verabschiedet werden soll, eröffnen sich für Menschen
mit Behinderung neue Möglichkeiten auf Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe im Sinne
der UN-Behindertenrechtskonvention. SOD wird
sich in Kooperation mit den Partnern dafür einsetzen, dass auch der Sport bei der Entwicklung
des Bundesteilhabegesetzes Berücksichtigung
findet.
Athletin Stefanie Wiegel und Dr. Bernhard Conrads,
Erster Vizepräsident von Special Olympics Deutschland,
halten auf dem Empfang anlässlich der SODMitgliederversammlung 2014 eine gemeinsame
Rede. (Foto: SOD/ Stefan Holtzem)
29
2
Das ist Special Olympics
Unified-Lauf im 4er-Canadier bei den Special Olympics
Düsseldorf 2014: Sportler mit und ohne Behinderung sitzen
als Team in einem Boot. Die Athletinnen Stephanie Gebhard
und Stefanie Wunderlich vom TPZ Hof geben gemeinsam
mit ihrer Unified-Partnerin Marlene Dittrich und Steuermann
M. Nies ihr Bestes. (Foto: SOD/ Jo Henker)
4 Wir sind wichtiger Akteur auf dem Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft
4.1Kooperationen und Netzwerke
4.1.1 „Inklusion leben – gemeinsam und gleichberechtigt
Sport treiben“: Das Positionspapier des DOSB
Der (organisierte) Sport bietet sehr gute Voraussetzungen für ein Gelingen der in der UN-Behindertenrechtskonvention formulierten Ziele hin zu einer
inklusiven Gesellschaft und setzt sich aktiv dafür
ein. Das Themenfeld Inklusion spielt in den Verbänden und Vereinen zunehmend eine immer größer
werdende Rolle, nicht zuletzt, weil der Deutsche
Olympische Sportbund als Dachverband des
organisierten Sports in Deutschland das Thema
ernst nimmt. Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung 2013 verabschiedete der DOSB einstimmig ein eigenes Positionspapier zur Inklusion, an
dessen Erstellung auch SOD beteiligt war. Dass
dieses Positionspapier und die dort formulierten
30
Ziele und Forderungen auch mit Leben gefüllt
werden sollen, ist Aufgabe der Arbeitsgruppe
Inklusion, die der DOSB ins Leben gerufen hat.
Im Jahr 2014 hat diese unter Mitwirken von Special
Olympics Deutschland ihre Arbeit aufgenommen
und ein Strategiekonzept erarbeitet, das den
Rahmen für die Arbeit der nächsten Jahre festlegen
soll. Aufbauend auf den Ergebnissen einer umfangreichen Situationsanalyse hat die Arbeitsgruppe
langfristige Ziele des DOSB formuliert.
Das Strategiekonzept wird im Jahr 2015
Schwerpunkt des DOSB-Fachforums Inklusion
sein.
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
4.1.2 Index für Inklusion
Eine Voraussetzung für das Gelingen von inklusiven Maßnahmen ist der Aufbau eines Netzwerks
und der regelmäßige Austausch untereinander. Ein
gelungenes Beispiel für eine Zusammenarbeit von
verschiedenen Experten im Themenfeld Inklusion
ist die Entstehung des Index für Inklusion, der 2014
vom Deutschen Behindertensportverband herausgegeben worden ist. Insgesamt zehn Institutionen –
u.a. auch SOD – wirkten an der Entstehung des als
Wegweiser für Verbände und Vereine konzipierten
und über Mittel des Bundesministeriums für Arbeit
und Soziales finanzierten Indexes mit, und das mit
großem Erfolg. Die Rückmeldungen aus der Sportpraxis sind äußerst vielversprechend.
4.1.3Kooperationsvereinbarungen
mit Fachverbänden des
organisierten Sports
SOD hat über die vergangenen Jahre ein Netzwerk
zu den Spitzenverbänden des deutschen Sports
und ihren Landesverbänden geschaffen. Einerseits
bietet SOD den Verbänden an, diesen bei der Öffnung ihrer Strukturen für Menschen mit Behinderung unterstützend zur Seite zu stehen, andererseits möchte SOD über Kooperationen das eigene
Sport- und Wettbewerbsangebot erweitern und
weiterentwickeln.
Insbesondere bei der Vorbereitung und Umsetzung
seiner Nationalen Spiele setzt SOD auf die Unterstützung aus den Fachverbänden der angebotenen
Sportarten. Auf diese Weise kann SOD auf die
sportartspezifische Expertise des jeweiligen Fachverbandes für die Planung und Durchführung der
Wettbewerbe zurückgreifen, gleichzeitig entstehen
wertvolle Kontakte auf Bundes- und Landesebene,
von denen beide Seiten profitieren.
SOD ist es darüber hinaus ein besonderes Anliegen,
über Kooperationen das verbandseigene Fort- und
Weiterbildungsangebot in das Lizenzierungssystem
der Spitzenverbände einzubetten, um zukünftig
mehr Trainern, Übungsleitern und Funktionären
das Rüstzeug für den Sport für und mit Menschen
mit geistiger Behinderung an die Hand zu geben.
Von diesem Angebot profitieren insbesondere die
Sportanbieter, allen voran die Sportvereine, die
die dringend notwendige Unterstützung erhalten,
die benötigt wird, um gewährleisten zu können,
dass auch Menschen mit geistiger Behinderung am
vielfältigen Sportangebot in Deutschland teilhaben
können.
Im Jahr 2014 hat sich SOD auf den Weg gemacht,
sein Netzwerk zum organisierten Sport in Form
von Kooperationsvereinbarungen mit einzelnen
Fachverbänden zu professionalisieren. Den Anfang
machte eine Vereinbarung, die SOD im Rahmen der
Special Olympics Düsseldorf 2014 mit dem Deutschen Tischtennisbund (DTTB) schließen konnte.
Es folgten Vereinbarungen mit Floorball Deutschland und dem Deutschen Handball Bund (DHB)
sowie eine Interessensbekundung zwischen dem
DJK-Sportverband und den Behindertensportverbänden, die als „Mainzer Erklärung“ auf dem 17.
DJK-Bundessportfest unterzeichnet worden ist.
4.1.4 Beratung von Kommunen
SOD versteht sich als Alltagsbewegung, deren
ganzheitliches Angebot über den Sport hinausgeht.
Seine Expertise im Themenfeld Inklusion möchte
SOD zukünftig noch stärker dazu nutzen, um andere Organisationen auf ihrem Weg zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe zu unterstützen.
Seit 2014 berät SOD das Sportbüro der Stadt Minden und unterstützt die Kommune auf ihrem Weg
zu einer inklusiven Sportlandschaft. Dabei ist über
das Jahr eine Arbeitsgruppe entstanden, in der
neben der Stadt Minden und SOD (gemeinsam mit
SO NRW) auch die Lebenshilfe Minden, der Beirat
für Menschen mit Behinderung, Kreissportbund
und Stadtsportverband vertreten sind und deren
Arbeit von der örtlichen Presse begleitet wird. Für
das Jahr 2015 sind ein erstes Impuls-Seminar, ein
Fortbildungsangebot sowie ein Special Olympics
Badmintonwettbewerb in Vorbereitung. Fortbildung und Wettbewerb sollen als wiederkehrende
Angebote regelmäßig stattfinden, um eine Nachhaltigkeit in den Bemühungen gewährleisten zu
können.
Somit sieht Special Olympics Deutschland mit
diesen konkreten Maßnahmen zur Förderung des
gemeinsamen Sporttreibens von Menschen mit und
ohne geistige Behinderung eine sehr gute Möglichkeit, den bestehenden Defiziten im deutschen
Sport entgegenzuwirken.
31
2
Das ist Special Olympics
Verena Diederich, Wolfgang Wendeler, Marius Adler und
Daniel Sträßer (vlnr.) führen beim Lift Unified Spendenlauf
im Rahmen der Special Olympics Düsseldorf 2014 eine
größere Laufgruppe an. (Foto: SOD/ Florian Conrads)
4.2 Athleten als wichtige Akteure der Verbands-
entwicklung: Das Athletensprecherprogramm
Die Athleten sind Experten in eigener Sache.
Inklusion heißt für Special Olympics die Athleten
in die Verbandsarbeit aktiv miteinzubinden und die
Interessenvertretung durch Menschen mit geistiger
Behinderung zu fördern. In jedem Landesverband
vertritt mindestens ein Athletensprecher die
Interessen der Athleten. Die Aufgaben der Athletensprecher sind vielfältig. Neben der Gremienarbeit in den Landesverbänden und im Präsidium
ist die Vertretung von Special Olympics in der
Öffentlichkeitsarbeit eine zentrale Aufgabe.
Hierzu zählen öffentliche Auftritte, Reden bei
Veranstaltungen, Unterstützung bei Seminaren
und Kongressen, Interviews für Zeitungen oder
Radio- und Fernsehsendungen. Hier geben die
Athleten Einblicke in ihr Leben und ihren Sport
und äußern Wünsche sowie Erwartungen für
mehr Teilhabe.
Einmal jährlich kommen die Athletensprecher der
Landesverbände zu einer zweitägigen Fachausschusssitzung zusammen. Hier beraten die Athletensprecher über wichtige Aspekte des Verbandes
aus Athletensicht und bringen ihre Beiträge in die
32
anderen Gremien von Special Olympics ein. Alle
drei Jahre wählen die Athletensprecher während
der Fachausschusssitzung den Nationalen Athletensprecher, den Leiter des Fachausschusses und
seinen Stellvertreter. Im Oktober 2014 war es
wieder soweit. Die Positionen wurden folgendermaßen neu besetzt:
Nationaler Athletensprecher: Mark Solomeyer,
SO Rheinland-Pfalz, Badminton
Leiter des Fachausschusses Athletensprecher:
Roman Eichler, SO Sachsen, Fußball
Stellvertreter Fachausschuss Athletensprecher:
Dennis Mellentin, SO Berlin, Fußball und Radfahren.
In thematischen Schulungen werden die Athletensprecher auf ihre Aufgaben vorbereitet und erhalten hier die Möglichkeit sich zu einzelnen Themen
explizit weiterzubilden. Die SOD Akademie wird das
Fortbildungsangebot für Menschen mit geistiger
Behinderung in den nächsten Jahren erweitern und
ausbauen, um die Athletensprecher angemessen
auf ihre Aufgaben vorbereiten zu können und die
Landesverbände in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
4.3 Leichte Sprache
Die Möglichkeit zur Selbstbestimmung und Teilhabe ist eng mit dem gleichberechtigten Zugang
zu Informationen verbunden.
Aus diesem Grund stellt SOD seit 2011 Informationen in Leichter Sprache zur Verfügung. In der
Entwicklung des Informationsmaterials für die
Gremienarbeit, die Homepage, in Flyern und
diversen Pressetexten arbeiten wir eng mit
Menschen mit geistiger Behinderung zusammen.
Grundlage der Übersetzung der Texte in Leichte
Sprache sind die vom Netzwerk Leichte Sprache
erstellten Regeln für Leichte Sprache.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.leichtesprache.org
Bildungsangebote für Menschen mit geistiger
Behinderung anzubieten, ist eine Kernaufgabe der
SOD Akademie. Hierfür wurden entsprechende
Fortbildungsmodule in Leichter Sprache erstellt,
die flexibel in Fortbildungen angeboten werden
(können). Themenschwerpunkte der Module in
Leichter Sprache sind: Öffentlichkeitsarbeit (z.B.
Wie halte ich eine Rede, wie bereite ich mich darauf
vor), das SOD Gesundheitsprogramm (Vermittlung
zur Gesundheitsförderung und -prävention) und
die Ausbildung zum Übungsleiterassistenten für
Menschen mit geistiger Behinderung entsprechend
den DOSB–Rahmenrichtlinien zur Ausbildung im
organisierten Sport im Bereich Vorstufenqualifikation Übungsleiterassistent sportartübergreifender
Breitensport.
4.4 Special Olympics
Unified Sports®
Der Sport eignet sich hervorragend, um Inklusion in
der Gesellschaft zu verankern. Mit seinem Unified
Sports®-Angebot, dem inklusiven Sportkonzept von
Special Olympics, beweist SOD seit Jahren, welches
Potential der gemeinsame Sport von Menschen mit
und ohne Behinderung für die Inklusion mitbringt.
Mehr als 1.500 Sportler trainieren deutschlandweit nach dem Unified Sports®-Konzept – Tendenz
steigend.
Entscheidend sind hierbei die Aktivitäten auf Landesebene, denn ein regelmäßiges und möglichst
wohnortnahes Wettbewerbsangebot ist notwendig, um den Unified Sportlern einen attraktiven
Rahmen für ihren Sport bieten zu können und die
Unified Community in Deutschland weiter wachsen
zu lassen. Exemplarisch ist hier das 2012 ins Leben
gerufene und mittlerweile zweijährlich stattfindende Unified Sportfest von Special Olympics Hamburg
zu nennen, das 2014 mit einem Wettbewerbsangebot in fünf Sportarten und einem bunten Rahmenprogramm insgesamt 400 Unified Sportler anlockte
und sich damit die größte inklusive Sportveranstaltung Norddeutschlands nennen darf.
Auch auf Bundesebene spiegelte sich die positive
Entwicklung des Special Olympics Unified Sports®
wider. Bei den Special Olympics Düsseldorf 2014
waren erstmals mehr als 600 Unified Sportler im
Einsatz, Unified Wettbewerbe konnten in 12 von
19 Sportarten angeboten werden. Erstmals fanden
inklusive Angebote in den Sportarten Reiten, Roller
Skating, Tennis und Tischtennis statt.
Über ein von der EU gefördertes Unified Volleyball
Projekt erreichte SOD im Oktober 2014 bei einem
Mitmachtag an einer Schule in Wilhelmsdorf 120
Schüler ohne Behinderung, die bei einem inklusiven Trainingstag, den der Bundesligist VFB Friedrichshafen gemeinsam mit den Special Olympics
Volleyballern der TSG Wilhelmsdorf umsetzte, erste
Erfahrungen im gemeinsamen Sport von Menschen
mit und ohne Behinderung sammelten. Ein Seminar
zur Einführung in die Arbeit von SOD für die Lehrer
der Schule rundete das Angebot ab.
33
4
Wir sind wichtiger Akteur auf dem Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft
Auf internationaler Ebene waren 2014 ebenfalls
deutsche Unified Sportler unterwegs. Im Februar
hat ein Unified Volleyballteam aus Wilhelmsdorf
an einem Turnier in Warschau teilgenommen, ein
Unified Fußballteam aus dem bayerischen Irchenrieth reiste im August nach Portland, Oregon/
USA und trat im Rahmen des All-Star-Games der
amerikanischen Profiliga MLS gegen ein US-Team
zu einem Freundschaftsspiel an. Zwei Basketballteams und ein Tischtennisdoppel gingen als Teil
der deutschen Delegation bei den Special Olympics
European Summer Games 2014 in Antwerpen bei
den Unified Sports®-Wettbewerben an den Start.
Des Weiteren ist SOD mit mehreren Vertretern in
der SOEE Unified Expert Group vertreten und kann
somit Einfluss auf die internationale Entwicklung
von Unified Sports® nehmen.
Dank einer Förderung des Bundesministeriums
des Innern konnte SOD im Jahr 2014 die Special
Olympics Unified Sports®-Serie ins Leben rufen.
Insgesamt sind 19 Maßnahmen in sechs Bundesländern umgesetzt worden, darunter elf Sportveranstaltungen und fünf Seminare/Fortbildungen
in insgesamt sieben verschiedenen Sportarten.
Darüber hinaus erarbeitete die SOD Akademie das
Fortbildungsmodul Unified Sports®, das zur Fortbildung von Trainern, Übungsleitern und Funktionären
im organisierten Sport zum Thema inklusiver Sport
eingesetzt wird. Das Modul besteht aus 15 Lerneinheiten und legt den inhaltlichen Schwerpunkt
auf den Aufbau und das Trainieren von inklusiven
Mannschaften und Sportgruppen. Insgesamt konnten mit der Special Olympics Unified Sports®-Serie
2014 etwa 2.000 Teilnehmer mit und ohne geistige
Behinderung direkt erreicht werden, hinzu kommen
zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Trainer. Für
2015 ist ein Folgeantrag an das BMI in Planung,
um die durchaus erfolgreiche Unified Sports®Serie fortzusetzen.
Zur weiteren Entwicklung des Unified Sports®Angebotes hat Special Olympics Deutschland 2014
eine Arbeitsgruppe gegründet, die aus insgesamt
acht Experten des inklusiven Sporttreibens besteht und unter der Leitung des Nationalen Koordinators Unified Sports® Michael Stäbler dem
Verband in Fragen zum Unified Sports® beratend
zur Seite steht. In ihrer ersten Sitzung konzipierte
die Arbeitsgruppe u.a. den ersten Unified Sports®
Informationsflyer, für 2015 ist die Veröffentlichung
eines Leitfadens zur Gründung von inklusiven
Sportgruppen geplant.
Mit dem stetigen Ausbau des Unified Sports®Konzepts und der Initiierung von neuen Angeboten
wird SOD auch zukünftig versuchen, Menschen mit
geistiger Behinderung eine stärkere Teilhabe am
organisierten Sport in Deutschland zu ermöglichen
und zeitgleich eine Plattform als Begegnungsstätte
zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu
bieten, mit der der Abbau von bestehenden Vorurteilen und Berührungsängsten gelingen kann.
Entwicklung des Special Olympics Unified Sports®
bei Nationalen Spielen
(Sommer- und Winterspiele)
Sommer
Winter
2010 Bremen
180 Unified Sportler in 7 Sportarten
2011 Altenberg
50 Unified Sportler in 4 Sportarten
2012 München
350 Unified Sportler in 8 Sportarten
2013 Garmisch-Partenkirchen
80 Unified Sportler in 5 Sportarten
2014 Düsseldorf
650 Unified Sportler in 12 Sportarten
2015 Inzell
80 Unified Sportler in 6 Sportarten
34
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Die Freude über die Goldmedaille ist groß
bei Celina Scholz vom Reit-und Fahrverein
Isenbüttel. (Foto: SOD/ Stefan Holtzem)
35
Die Fußballer der Helen-Keller-Schule sind
dem Gegner immer eine Fußspitze voraus.
(Foto: SOD/ Martin Brombacher)
36
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
37
2
Das ist Special Olympics
Sarah Lorke von der Camphill Schule
am Bodensee hat das Ziel fest im
Blick. (Foto: SOD/ Stefan Holtzem)
38
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
5 Wir sind die Sportorganisation für
Menschen mit geistiger Behinderung
Organisationen
der Behindertenhilfe
298
Einzelmitglieder
Vereine
Familien/ Kinder
Schulen
390
157
112
167
Fördermitglieder
41
5.1 Der Sport in den
Strukturen von SOD
Special Olympics Deutschland verschafft Menschen
mit geistiger Behinderung unterschiedliche
Zugänge zu einem regelmäßigen Sporttreiben
und wirkt über den organisierten Sport hinaus.
Organisationen der Behindertenhilfe:
Für Menschen mit geistiger Behinderung ist das
Sportangebot der Einrichtungen, in denen sie
häufig leben und/oder arbeiten, oft die einzige
Möglichkeit zu einem organisierten Sporttreiben.
Mit einer Mitgliedschaft bei SOD profitieren die
Einrichtungen und deren Beschäftigten/Bewohner
von dem vielfältigen Angebot, das den Sportlern
regelmäßige Wettbewerbsteilnahmen ermöglicht.
Organisationen der Behindertenhilfe nehmen bei
dem Aufbau von inklusiven Angeboten eine wichti-
ge Rolle ein. SOD setzt sich daher für eine Stärkung
des Sports in den Organisationen der Behindertenhilfe ein.
Vereine:
Bei den als Mitglieder registrierten Vereinen
handelt es sich größtenteils um Behindertensportvereine und Vereine mit eigenen Behindertensportabteilungen. Natürlich können auch Vereine,
die (noch) keine Angebote für Menschen mit geistiger Behinderungen vorweisen können, Mitglied
bei SOD werden.
Schulen:
Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen zur inklusiven Beschulung und den Ganztagsangeboten stel-
39
2
Das ist Special Olympics
Luca David Haimann (Hermann Schmidt Schule Paderborn) gewann Gold in
der Gruppe 7, gefolgt von Jakob Fischer (Einzelmitglied Familie Fischer)
und Kevin Bruisma (Don Bosco Schule Lippstadt). (Foto: SOD/ Andreas Endermann)
5.2 Landesspiele/ Anerken-
nungswettbewerbe
len die Schulen in Deutschland ein Feld dar, das bei
SOD zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Großteil der bei SOD als Mitglied registrierten Schulen
sind derzeit (noch) Förderschulen. SOD organisiert
Schulwettbewerbe und bringt seine Expertise beim
Aufbau von inklusivem Schulsport ein.
Einzelmitglieder:
Bei Einzelmitgliedern handelt es sich oft um Unterstützer von SOD, die sich durch Ihre Mitgliedschaft
für SOD engagieren möchten. Auch Athleten, die
keiner Einrichtung oder Verein angehören, können
Einzelmitglied werden.
Familien:
Menschen mit geistiger Behinderung haben nicht
selten einen sehr engen Bezug zu ihrer Familie. Dies
spiegelt sich oft beim Sporttreiben wider. Viele
Athleten von SOD trainieren mit ihren Familienangehörigen gemeinsam, viele Eltern oder Angehörige fungieren als Trainer oder Delegationsleiter bei
SOD-Veranstaltungen. Für die Familienmitglieder
der Athleten steht zudem das SOD-Familienprogramm mit attraktiven Vernetzungsmöglichkeiten
und Aktivitäten offen.
40
Im Jahr 2014 konnte Special Olympics Deutschland
zusammen mit den Landesverbänden rund 190
regionale Wettbewerbe anbieten. Auch die Special
Olympics Landesspiele gehören zu den regionalen
Veranstaltungen und heben sich als mehrtägige
Multisportveranstaltungen ab. In der Wintersaison
2014 richteten die drei Landesverbände Special
Olympics Bayern, Special Olympics Baden-Württemberg und Special Olympics Thüringen ihre
Landesspiele in Lam, Todtnauberg und Oberhof
aus. Die regionalen Wettbewerbe sind ein wichtiger
Baustein hinsichtlich des Prinzips des Aufstiegs und
der wachsenden Teilnehmerzahlen zu Nationalen
Spielen. Ziel ist es, allen Athleten regelmäßige Teilnahmemöglichkeiten an regionalen Wettbewerben
zu bieten, um Sie auf nationale und internationale
Wettbewerbe vorzubereiten. Für den Verband
bieten sie die Möglichkeit, den Bekanntheitsgrad
auf Landesebene zu steigern und somit für positive
Tendenzen in den Bereichen der Mitgliedergewinnung, Bindung von Städten und Regionen, Netzwerkbildung, politische Wahrnehmung sowie der
Gewinnung von Partnern/Unterstützern zu sorgen.
Im September 2014 begann bereits das Zeitfenster
zur Ausrichtung von Anerkennungswettbewerben
für die Special Olympics Hannover 2016, welches
noch bis Ende November 2015 geöffnet ist. Zur
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Qualitätssicherung der Anerkennungswettbewerbe
wurden von den Arbeitsgruppen der Sportarten
bestimmte Kriterien zur Ausrichtung erarbeitet,
die von den Ausrichtern eingehalten werden
müssen. Erfreulicherweise wächst das Angebot der
Anerkennungswettbewerbe von Periode zu Periode
und sichert somit die Qualität der Wettbewerbe auf
Landesebene.
Gemeinsam stark!
Special Olympics Düsseldorf 2014
Der positive Trend bei den Landesspielen setzt
sich 2015 fort: In sechs Landesverbänden (Berlin,
Bremen, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz) werden mehr als 4.500 Aktive an
Landesspielen teilgenommen haben.
5.3 Nationale Spiele
Die Nationalen Spiele sind die wichtigste Veranstaltung für die Athletinnen und Athleten von Special
Olympics Deutschland. Die Spiele schaffen eine
breite Öffentlichkeit, die es Menschen mit geistiger Behinderung ermöglicht ihren Mut und ihre
Fähigkeiten zu demonstrieren. Mit ihren sportlichen
Leistungen gewinnen die Athletinnen und Athleten
mehr soziale und gesellschaftliche Anerkennung,
mehr Selbstvertrauen und mehr Lebensfreude.
Darüber hinaus ermöglicht die Veranstaltung soziale Interaktion zwischen Menschen mit und ohne
Behinderung. Durch die Einbindung verschiedenster Personengruppen, insbesondere Schüler/innen
und Vereinsvertreter/innen, können in der Bevölkerung Einstellungen positiv beeinflusst und soziale
Kompetenzen erworben werden. Die jeweilige
Ausrichterstadt setzt ein Zeichen für die Inklusion
von Menschen mit Behinderung.
Die Nationalen Spiele erstrecken sich über einen
Zeitraum von 4 (Winter) bzw. 5 (Sommer) Tagen,
beginnen mit der Eröffnungs- und enden mit der
Abschlussfeier. Neben den sportlichen Wettbewerben wird ein breites Rahmenprogramm angeboten.
Dazu gehören u.a. das Familienprogramm, das Gesundheitsangebot Healthy Athletes®, die zentrale
Begegnungsstätte Olympic Town sowie inklusive
Thementreffs.
Gemeinsam stark:
Die Special Olympics Athleten
Stefanie Wiegel und Oliver Burbach
mit Timo Boll.
Premium Partner
Ausrichterstadt
Top Sponsor
Sponsoren
Projektsponsoren
Förderer
Kampagnenmotiv der Special Olympics Düsseldorf 2014.
5.3.1 Special Olympics
Düsseldorf 2014
Erstmals mit den Sommerspielen 2014 ist die Verantwortung für die Gesamtplanung der Nationalen
Spiele auf die Bundesgeschäftsstelle übergegangen. Insbesondere die Planungsphase der Nationalen Spiele obliegt nun der Bundesgeschäftsstelle,
deren Erfahrungen und Kompetenzen aus den
vergangenen Veranstaltungen in die Planung zukünftiger Nationaler Spiele einfließen werden. Das
Organisationsbüro beginnt erst nach abgeschlossener Planungsphase mit der Umsetzung vor Ort und
kann daher auf umfassende Vorarbeit der Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle zurückgreifen.
Die Special Olympics Düsseldorf 2014 (19. – 23. Mai
2014), die unter dem Motto „Gemeinsam stark“
standen, verzeichneten wiederum einen Rekord mit
über 14.000 Teilnehmern:
41
Wir sind die Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung
5
•
•
•
•
•
•
•
Knapp 4.800 Sportler/-innen mit und ohne
geistiger Behinderung in 19 Sportarten,
davon 262 Unified Partner
1.760 Betreuer/-innen
ca. 2.300 freiwillige Helfer/-innen, davon
rund 500 Corporate Volunteers
ca. 500 Offizielle und Organisationsteams
der Sportarten
4.000 Tagesteilnehmer/-innen am
Wettbewerbsfreien Angebot
1.000 Familienangehörige
3 ausländische Delegationen aus Österreich,
Luxemburg und Liechtenstein
„Gesichter der Spiele“ waren die beiden Athleten
Stefanie Wiegel und Oliver Burbach gemeinsam
mit Tischtennisprofi Timo Boll, der als Testimonial
gewonnen werden konnte.
Als OK-Präsidentin leitete Brigitte Lehnert das
12-köpfige Organisationskomitee, dem Vertreter
aller beteiligten Gremien angehörten. Zum ersten
Mal gelang es mit Dr. Christoph Niessen (Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes NRW) einen
Vertreter des organisierten Sports und mit Hans
Jürgen Wagner (Landesgeschäftsführer Lebenshilfe
NRW) einen Vertreter der Behindertenhilfe für die
Mitarbeit im Organisationskomitee zu gewinnen.
Mehr denn je gab es bei diesen Nationalen Spielen
Angebote im Unified Sports®. „Gemeinsam stark“
gingen Sportlerinnen und Sportler mit und ohne
geistige Behinderung in 12 von 19 Sportarten an
den Start. Damit wurde der inklusive Aspekt der
Nationalen Spiele im Vergleich zu den Sommerspielen 2012 weiter ausgebaut.
Mit 1.005 Athletinnen und Athleten war Fußball erneut die größte Sportart, es folgen Leichtathletik
(698) und Schwimmen (529). Insgesamt wurden die
Athletinnen und Athleten mit rund 5.400 Gold-, Silber und Bronzemedaillen und dazu noch 5.000 Anerkennungsschleifen geehrt.
42
Es ist eine Vielzahl an TV- und Hörfunkbeiträgen
entstanden. In zahlreichen Presseberichten wurde
das Ereignis bereits in der Vorbereitung begleitet
und dokumentiert, so dass die Spiele dazu beigetragen haben, Special Olympics weiter in der Öffentlichkeit zu positionieren. Besonders herauszuheben
ist die tägliche Berichterstattung im Morgenmagazin, moderiert von Frank Busemann.
5.4 Ausblick Inzell
Im Jahr 2015 sind zum wiederholten Male (nach
2009) die Nationalen Winterspiele im bayerischen
Inzell zu Gast. An den Spielen vom 2.-5. März 2015
nehmen insgesamt rund 800 Athletinnen und Athleten, 500 Helfer, 330 Betreuer, 300 Familienangehörige und drei ausländische Delegationen (Niederlande, Österreich und Schweiz) teil.
Als Testimonial konnte Tobias Angerer, vierfacher
Olympiamedaillen-Gewinner im Skilanglauf, gewonnen werden. Zusammen mit den Special Olympics Athleten Stefanie Kirsch und Stefan Birnbacher
ist er eines der „Gesichter der Spiele“ der Special
Olympics Inzell 2015.
Insgesamt werden die Wettbewerbe an drei Sportstätten durchgeführt. Die Max Aicher Arena bildet
das Veranstaltungszentrum mit den Sportarten
Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Floorball, Schneeschuhlauf, Wettbewerbsfreies Angebot und Stocksport, welcher 2015 zum ersten Mal bei Nationalen
Winterspielen vertreten ist. Neben den sportlichen
Wettbewerben wird in der Max Aicher Arena das
Gesundheitsprogramm Healthy Athletes® und das
Programm von Olympic Town angeboten. Die Eröffnungs- und Abschlussfeier werden das Angebot
in der Max Aicher Arena abrunden. An den Kesselliften finden die Ski Alpin und Snowboard Wettbewerbe, an der Lindlbauer Loipe die Ski Langlauf
Wettbewerbe statt.
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Start zum 400-m Lauf der Damen: Jaqueline Preuss (SV Nettlenburg/Allermöhe 1930 e.V.),
dahinter auf Bahn 5 Olga Reiswich (Werraland Werkstätten e.V.). (Foto: SOD/ Tom Gonsior)
Mit der Erfahrung von 2009 verspricht die Ausrichtung in Inzell für die Nationalen Spiele erneut ein
großer Erfolg zu werden.
5.5 Ausblick Weltspiele
Los Angeles
Die Weltsommerspiele 2015 werden in Los Angeles
und damit im Ursprungsland von Special Olympics
stattfinden. Mit dem historischen Los Angeles
Memorial Coliseum (Eröffnung und Abschluss) und
den professionellen Sportstätten der Universitäten
USC (University of Southern California) und UCLA
(University of California, Los Angeles) erwarten die
Athleten tolle Bedingungen. Bei den Weltspielen
werden insgesamt 6.500 Athleten und Athletinnen
aus 165 Ländern an den Start gehen. Special
Olympics Deutschland wird mit insgesamt 194
Personen – davon 134 Athleten – die 5. größte
Delegation stellen. Vom 21. Juli - 03. August 2015
geben die deutschen Athletinnen und Athleten in
19 Sportarten ihr Bestes.
Als Grundvoraussetzung für eine Bewerbung für
die Weltspiele in Los Angeles gilt eine Teilnahme
bei den vergangenen Nationalen Spielen in
Düsseldorf 2014. Anders als im Leistungssport
üblich, berücksichtigt Special Olympics nicht nur
die leistungsstärksten Sportler bei der Nominierung, sondern will Athleten aus allen Leistungsklassen die Möglichkeit geben, an internationalen
Spielen teilzunehmen. Darüber hinaus müssen
auch weitere Kriterien erfüllt werden. Ein wichtiger
Aspekt ist dabei die Fremdbetreubarkeit der Athleten. Viele Athleten lernen die anderen Delegationsmitglieder und vor allem das Trainer- und Betreuerteam erst im Rahmen der Vorbereitungen auf
die Weltspiele kennen. Hier sind u.a. die vorbereitenden Sichtungsseminare in den einzelnen Sportarten wichtig, in denen ein erstes Zusammentreffen
ermöglicht wird und eine Einschätzung vorgenommen werden kann, ob jeder Athlet den neuen
Belastungen und Eindrücken in einem unbekannten
Umfeld gewachsen ist.
Die Organisation von internationalen Wettbewerben fängt für Special Olympics Deutschland mindestens 1,5 Jahre im Voraus an. Dann wird die
Ausschreibung online gestellt und die vom Weltverband SOI festgelegten Quoten werden kommuniziert. Nach der Bewerbungsfrist wird die Delegation mit Hilfe der Nominierungskriterien und den
Erkenntnissen aus den Sichtungsseminaren nominiert. Anschließend findet der Anmeldeprozess bei
SOI statt (zahlreiche Formulare sind auszufüllen
und medizinische Tests zu absolvieren), Flüge müssen reserviert und evtl. Unterstützer angesprochen
43
2
Das ist Special Olympics
Simon Götting von der Lebenshilfe
Lauf-Schönberg gewinnt bei den
Special Olympics Düsseldorf 2014
Silber im Finale gegen Christoph
Trübenbach von der Lebenshilfe
Dürkheim. (Foto: SOD/ Julia Krüger)
44
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
werden. Diese Schritte haben alle im Jahr 2014
stattgefunden. Die restlichen Vorbereitungen, zu
denen die Vorbereitungsseminare der Sportarten,
die Organisation und Ausgabe der offiziellen Delegationskleidung sowie das Treffen der nominierten
Trainer gehören, werden dann 2015 getätigt.
5.6 Europäische Spiele
Antwerpen
Im Jahr 2014 standen für die Special Olympics
Sportler die Europäischen Sommerspiele in Antwerpen/Belgien im Veranstaltungskalender. Eine
Voraussetzung zur Teilnahme an den Europäischen
Spielen in Antwerpen waren die Nationalen Sommerspiele 2012 in München. Gemäß des Prinzips
des Aufstiegs müssen die Sportler an den dafür vorgesehenen Nationalen Spielen teilnehmen, um sich
für internationale Spiele bewerben zu können. Insgesamt starteten in Antwerpen 2.000 Sportlerinnen
und Sportler aus 58 Nationen. Die deutsche Delegation umfasste insgesamt knapp 100 Personen und
hatte 64 Sportlerinnen und Sportlern in 9 Sportarten am Start. Nicht nur die sportlichen Wettbewerbe, sondern die Gesamtveranstaltung bleibt dem
Team in sehr guter Erinnerung. Die Reise begann
mit dem sogenannten Host Town Programm.
Hier war das deutsche Team in der deutschsprachigen Gemeinde Büttgenbach zu Gast und bekam
die Möglichkeit sich drei Tage lang intensiv auf die
Wettbewerbe vorzubereiten und sich bei zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten (Wanderung, Hochseilgarten, Fackellauf, Social Events) untereinander
besser kennenzulernen und den Teamgeist wachsen zu lassen. Die Gastfreundschaft im Host Town
war überragend, was beim Abschied zu Tränen rührte. Mit der Eröffnungsfeier startete die Veranstaltung offiziell am 13. September 2014. Zahlreiche
spannende Wettbewerbe in den einzelnen Sportarten wurden dann vom 14. - 20. September 2014
ausgerichtet und mit der Abschlussfeier am 20.
September 2014 abgerundet. Die Begeisterung der
Sportler nahm auch Ministerialdirektor Gerhard
Böhm, Abteilungsleiter Sport im Bundesinnenministerium vor Ort, wahr. Ihre Wertschätzung für
die Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behin-
derung brachten auch weitere Repräsentanten aus
Politik und Sport mit ihren Besuchen zum Ausdruck,
wie die Beauftragte der Bundesregierung für die
Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena
Bentele, die Parlamentarische Staatssekretärin
im Bundesministerium für Arbeit und Soziales,
Gabriele Lösekrug-Möller, und der Bundestagsabgeordnete Matthias Schmidt, Mitglied des
Sportausschusses.
Die gemeinsame Unterkunft in einem Ferienpark
ließ das Team zusammenwachsen und bot für
jeden, der den Tag aktiv ausklingen lassen wollte,
eine Reihe spannender Angebote. Mit insgesamt 54
Medaillen (24 Gold-, 15 Silber-, 15 Bronzemedaillen)
erzielten die deutschen Athleten ein hervorragendes Ergebnis.
5.7 Projekte
5.7.1 Europäische Fußballwoche
Die Europäische Fußballwoche (EFW) 2014 ist eine
feste Größe im Veranstaltungskalender (Mai/Juni)
von Special Olympics und wird jährlich von Special
Olympics Europe/Eurasia (SOEE) in Kooperation mit
der UEFA durchgeführt. Das Motto der Fußballwoche 2014 war „Get fit & active healthy lifestyle“.
Knapp 55.000 Sportlerinnen und Sportler folgten
diesem Motto und nahmen an 420 Aktionen in 50
europäischen Ländern teil. Allein in Deutschland
fanden 11 Aktionen statt, die in Zusammenarbeit
mit den Landesverbänden von Special Olympics
Deutschland organisiert wurden. Die Aktionen
beinhalten gemeinsame Trainings und kleine Wettbewerbe mit Fußballvereinen aller Spielklassen,
sowie auch regionale Special Olympics Turniere.
In 2014 bekamen die Special Olympics Fußballer
in ganz Deutschland von Vereinen wie Eintracht
Frankfurt, SV Darmstadt 98, TSG Hoffenheim,
Union Berlin, Erzgebirge Aue und Werder Bremen
Einladungen zum gemeinsamen Training. Aber auch
auf fest verankerten Turnieren, wie in Hamburg und
Thüringen, konnten die Kicker ihr Bestes geben.
Neu hinzugekommen sind Turnierangebote im Saarland. Auch 2015 steht die Fußballwoche wieder im
Kalender und erfreut sich hoffentlich zahlreicher
Aktionen.
45
5
Wir sind die Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung
5.7.2 Europäische Basketballwoche
Die Europäische Basketballwoche (EBW) ist das
Pendant zur EFW und findet sich ein halbes Jahr
später zum Winteranfang (November/Dezember)
im Veranstaltungskalender wieder. Im Rahmen der
Basketballwoche besteht eine Kooperation mit
Special Olympics Europe/Eurasia (SOEE) sowie der
FIBA Europe und Turkish Airlines Euroleague. Unter dem Motto „Basketball für Jedermann“ nahmen
europaweit knapp 18.500 Basketballerinnen und
Basketballer aus 33 verschiedenen Nationen an der
EBW teil. Im Rahmen der NBA Global Games Tour
waren die aktuellen NBA-Champions San Antonio
Spurs zu Besuch in Berlin. Am Vorabend des Freundschaftsspiels gegen Alba Berlin luden die Spurs
knapp 75 Kinder, Jugendliche und Special Olympics
Athleten zu einem Trainingsworkshop ein.
Der Workshop wurde von sechs Spielern des aktuellen Spurs Kaders sowie drei Alba Spielern begleitet,
was ein Highlight für alle Beteiligten darstellte und
als besonderes Event in Erinnerung bleiben wird.
Weitere spannende Aktionen wurden gemeinsam
mit langjährigen Partnern wie den ETB-Wohnbau
Baskets (Athletenseminar), dem TSV Wasserburg,
dem BC Pharmaserv Marburg, dem TSV Lesum, den
Walter Tigers sowie den Young Tigers Tübingen angeboten. Ein neues Gesicht unter den Special Olympics Freunden ist der TBB Trier, welcher rund 60 SO
Sportlerinnen und Sportler aus Rheinland-Pfalz zum
Training nach Trier einlud. Ähnlich wie in den vergangenen Jahren waren insgesamt 24 Euroleague
Begegnungen an 2 Spieltagen Special Olympics
gewidmet. Hiervon konnte SOD das Spiel der
Albatrosse von Alba Berlin besuchen, um dort
Special Olympics Basketball vorzustellen.
5.7.3 Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen
Gemeinsam mit der DFB-Stiftung Sepp Herberger,
der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten
für behinderte Menschen und dem Deutschen
Behindertensportverband organisiert SOD die
Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten.
Das jährlich stattfindende Bundesfinale wird in der
Sportschule Duisburg-Wedau ausgetragen und er-
46
mittelt unter den 16 Landesmeistern den Deutschen Fußballmeister der Werkstätten. 2014
konnte die Männermannschaft der Berliner Werkstätten ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich
verteidigen. Das seit 2013 stattfindende Frauenturnier gewann 2014 das Team von Integra
Bielefeld.
Traditionell wird zu der Veranstaltung jedes Jahr
auch eine Werkstattmannschaft aus dem Ausland
eingeladen, das am spielfreien Mittwoch der Wettbewerbswoche ein Freundschaftsspiel gegen eine
Auswahl der deutschen Werkstättenteams bestreitet. 2014 kam die Gastmannschaft aus Ungarn.
5.7.4 Jugend trainiert für Paralympics
Seit 2010 richtet die Deutsche Schulsportstiftung
neben dem 1969 ins Leben gerufenen weltweit
größten Schulwettbewerb „Jugend trainiert für
Olympia“ auch einen Wettbewerb für Förderschulen unter dem Namen „Jugend trainiert für
Paralympics“ aus. SOD fungiert im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung als Projektpartner und
ist maßgeblich an der Planung und Umsetzung des
Bundesfinals Fußball im Herbst und seit Winter
2014 auch im Skilanglauf beteiligt. In diesem Jahr
beteiligten sich 13 Schulen am Fußballfinale, sechs
Schulen traten im Winter im Skilanglauf an. Ziel
muss es für die kommenden Jahre sein, das Wettbewerbsangebot für Schulen auf Landesebene zu
stärken, um so noch mehr Schulen für den Wettbewerb Jugend trainiert für Paralympics zu gewinnen.
5.7.5 Sky Stiftung
Special Olympics Deutschland und die Sky Stiftung
kooperieren seit 2011 auf vielfältige Weise. Die
positiven Erfahrungen der Zusammenarbeit und
Unterstützung bei den Special Olympics München
2012 führten dazu, die Zusammenarbeit auf
weitere gemeinsame Aktivitäten auszudehnen.
Da seit einigen Jahren immer mehr Kinder und
Jugendliche gar nicht oder nur unzureichend
schwimmen lernen und es insbesondere für Kinder
und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung
an Angeboten mangelt, die diesem Trend entge-
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Während der Teampräsentation wurde die One-Team
Initiative durch Albaspieler Akeem Vargas und Marlene
Charie von der Albatrosschule vorgestellt.
(Foto: Camera4/ Tilo Wiedensohler)
genwirken, setzen sich SOD, Sky Stiftung und „…für
Kinder e.V.“ dafür ein, dass auch Schüler mit geistiger Behinderung einen Schwimmunterricht erhalten, der ihnen die nötige Sicherheit im Umgang mit
dem Element Wasser vermittelt.
Im Rahmen des Projektes „Special Kids auf
Schwimmkurs“ begleiten erfahrene Übungsleiter
seit 2014 den Schwimmunterricht an insgesamt
drei Pilotschulen in Nordrhein-Westfalen und
Baden-Württemberg. Den für den Schwimmunterricht zuständigen Lehrern und pädagogischen
Fachkräften wird mit Hilfe eines Fortbildungsangebotes, das 2015 fertiggestellt wird, das nötige
Know-How vermittelt, um sicherzustellen, dass die
Kinder und Jugendlichen spielerisch und mit Spaß
das sichere Schwimmen erlernen. Eine Ausweitung
des Projektes auf weitere Schulen ist geplant.
5.7.6 Gemeinsam läuft´s besser
Das Lift Unified Laufprojekt „Gemeinsam läuft´s
besser“ in Kooperation mit Coca-Cola und der
Marke Lift ging 2014 in das 2. Projektjahr. Nach
einem erfolgreichen Start im ersten Jahr konzentrierten sich die Projektkoordinatoren der teilnehmenden Landesverbände aus Hamburg, Hessen,
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland
und Schleswig-Holstein darauf, die bestehenden
Unified Laufgruppen zu festigen und flächendeckend weitere Laufgruppen aufzubauen. In der
Laufsaison 2014 nahmen die Laufgruppen an mehr
als 60 regionalen Veranstaltungen, zumeist öffentlichen Laufveranstaltungen in der Region, teil.
Die Projektkoordinatoren stellten das Projekt zu
verschiedensten Anlässen vor und trugen mit Infoständen zu Aktionstagen etc. dazu bei, den Bekanntheitsgrad des Laufprojektes zu steigern und
weitere laufbegeisterte Menschen zu gewinnen.
Auch zu den Nationalen Spielen in Düsseldorf 2014
waren die Lift Unified Laufgruppen vertreten. Einige Mitglieder der Laufgruppen nahmen an den regulären Leichtathletik Wettbewerben teil. Einen
zentralen Punkt der Veranstaltungswoche stellte
jedoch der Lift Unified Spendenlauf dar.
Hier gingen über 500 Lauffreunde aus Düsseldorf
und Umgebung gemeinsam mit einigen der Lift
Unified Laufgruppen über eine Strecke von 5km –
von der Düsseldorfer Innenstadt bis zum Veranstaltungsgelände an der Düsseldorfer Messe – an den
Start. Die Lift Unified Laufgruppen wachsen stetig
an und gelangten Ende des Jahres 2014 mit 955
Athleten und Partnern bereits in Reichweite der
1000er Marke.
47
2
Das ist Special Olympics
Sebastian Röber von der St. Nikolaus Schule Erding
freut sich über sein Rennen bei den Special Olympics
Düsseldorf 2014. (Foto: SOD/ Stefan Holtzem)
48
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
6 Wir sind eine Alltagsbewegung,
die weit über den Sport hinaus wirkt
6.1 Healthy Athletes® – Das Gesundheitsprogramm
Im Jahr 2014 konnte auf das zehnjährige Bestehen
des Gesundheitsprogramms bei Special Olympics
Deutschland zurückgeblickt werden. Zehn Jahre
Healthy Athletes® bedeuten für die Athleten und
seit 2012 auch für Teilnehmer aus Wohneinrichtungen, Werkstätten und Schulen:
• nahezu 30.000 kostenlose Untersuchungen
und Beratungen in allen sechs Gesundheitsprogrammen
• 11 nationale Leiter (Clinical Directors)
für Angebote des Gesundheitsprogramms von
SOD und 34 regionale Leiter für Angebote des
Gesundheitsprogramms der SO Landesverbände
• Unterstützung und Fortbildung von ca. 3.000
ehrenamtlichen Helfern (Ärzte, Zahnärzte,
Optometristen, Physiotherapeuten, Podologen,
medizinisches Fachpersonal und Studenten)
• Kooperationen mit der Bundeszahnärztekammer,
Kooperationen mit der Bundeszahnärztekammer,
der Bundesärztekammer und dem Zentral verband der Augenoptiker,
• 2014 weitere Kooperationsvereinbarungen mit
dem Deutschen Verband für Physiotherapie
(ZVK) e.V. sowie dem Zentralverband der
Podologen und Fußpfleger Deutschlands e.V.
Das Gesundheitsprogramm und insbesondere das
Zahn- und Mundgesundheitsprogramm wurden mit
Unterstützung des Kaugummiherstellers Wrigley
GmbH Deutschland seit dem Jahr 2013 auch im
Jahr 2014 durch deren Internationale Foundation
gefördert. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung
Innovative Zahnmedizin e.V. seit 2015 Special
Smiles.
6.1.1 Healthy Athletes® 2014
Zahnarzt Dr. Peter Minderjahn und seine Assistentin
Anhthu Huynh kontrollieren die Zähne von Tischtennisspieler Kai Sausemuth aus Thüringen. (Foto: SOD/ Tom Gonsior)
Das Gesundheitsförderprogramm konnte den
Athleten im Jahr 2014 nicht nur während der
Special Olympics Düsseldorf 2014 angeboten
werden, sondern darüber hinaus auch während
42 regionaler Angebote in den SO Landesverbänden. Zehn dieser regionalen Angebote waren
Informationsveranstaltungen oder Multiplikatorenschulungen in der Zielgruppe. Während der
SO Sportwettbewerbe und der Angebote in Wohneinrichtungen wurden in 2014 mit Unterstützung
von ca. 800 ehrenamtlichen Fachhelfern in den
sechs Gesundheitsbereichen insgesamt 6.208
49
6
Wir sind eine Alltagsbewegung, die weit über den Sport hinaus wirkt
1.600
1.400
1.000
800
1.360
1.356
1.200
1.042
768
768
914
600
400
200
0
Fit Feet – Fitte Füße
Fun Fitness – Bewegung mit Spaß
Healthy Hearing – Besser Hören
Health Promotion – Gesunde Lebensweise
Opening Eyes® – Besser Sehen
Special Smiles® – Gesund im Mund
Healthy Athletes®: Anzahl der Teilnehmer 2014 in den verschiedenen
Gesundheitsbereichen (N gesamt = 6.208).
Kontrolluntersuchungen und Beratungen durchgeführt. Ein hoher Anteil der Untersuchungen
erfolgte während regionaler Angebote der SO
Landesverbände. Im Jahr 2014 wurden 15 Beiträge
in Fachzeitschriften publiziert und zehn Fachvorträge aus dem Healthy Athletes® Bereich gehalten.
6.1.3 Das Modellprojekt „Selbstbe
stimmt gesünder II – Gesund
heitskompetenzen für Menschen
mit geistiger und Mehrfachbehin
derung“ (gefördert durch
das Bundesministerium für
Gesundheit)
Gründung des Fachausschusses
Gesundheit und Beschluss des
Reglements für Ehrenamtler und
Mitarbeiter des Gesundheitsprogramms
Im Rahmen des Projektes „Selbstbestimmt gesünder“ konnten seit 2012 die Healthy Athletes®
Angebote in den Landesverbänden ausgebaut
werden. Zum 31.12.2014 wurde das zum zweiten
Mal durch das Bundesministerium für Gesundheit
geförderte Angebot erfolgreich abgeschlossen.
Neben der Regionalisierung der Angebote in
den fünf Projektländern (SO Bayern,SO Berlin/
Brandenburg, SO NRW, SO Rheinland-Pfalz,
SO Thüringen) wurden für alle Bereiche des Gesundheitsprogramms Informations- und Lernmaterialien, die sich in Form und Sprache direkt an
die Zielgruppe richten, entwickelt. Diese stehen
allen Interessierten kostenlos über die Homepage
von SOD zur Verfügung. Damit verbunden war auch
die Einführung zusätzlicher deutscher Begriffe für
die Gesundheitsbereiche. Angebote erfolgten zunehmend auch in Wohneinrichtungen und Werkstätten. Nach Beendigung der BMG Förderung ab
2015 können durch regionale Anschlussfinanzierungen diese Angebote auch in den Landesverbänden
von SO Bayern und SO Berlin / Brandenburg fortgeführt werden.
6.1.2
Am 7. November 2014 wurde der Fachausschuss
Gesundheit – Healthy Athletes® gegründet. Durch
das Präsidium wurden als Leiter Dr. Christoph
Hils (Special Smiles) sowie als Stellvertreterin Dr.
Brigitte Wörner (Health Promotion) bestätigt.
Weitere Mitglieder dieses Auschusses sind Birgit
Jürgens (Fit Feet), Holger Weitz (FUNfitness),
Alexander Indermark (Healthy Hearing) und
Stefan Schwarz (Opening Eyes). Gleichzeitig wurde
ein Reglement für die ehrenamtlichen Leiter und
Mitarbeiter des Gesundheitsprogramms verabschiedet, mit dessen Unterzeichnung Aufgaben
und Verpflichtungen anerkannt werden.
50
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Eine der anstrengensten Stationen des Gesundheitsprogrammes bei
den Special Olympics Düsseldorf 2014 ist der Ausdauertest. Roland
Ultsch von den Westmittelfränkischen Lebenshilfe Werkstätten hat mit
Physiotherapeutin Julia Königsbrügge von der Physiotherapie-Schule
des Universitätsklinikums Düsseldorf aber auch hier viel Spaß.
(Foto: SOD/ Tom Gonsior)
3
1
9
6
6
7
SO Rheinland-Pfalz
SO NRW
SO Berlin/ Brandenburg
SO Bayern
SO Thüringen
SO Hamburg
Häufigkeit von Healthy Athletes® Veranstaltungen
in SO Landesverbänden im Jahr 2014
6.1.4Ausblick
Neben dem vom 1.1.2015 bis 31.12.2016 erneut
durch das Bundesministerium für Gesundheit
geförderten Projekt „Selbstbestimmt gesünder III“
stehen Healthy Athletes® Angebote anlässlich der
Special Olympics Inzell 2015 sowie mehr als 40
regionale Veranstaltungen in neuen Projektländern
der SO Landesverbände (Baden-Württemberg,
Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt und
erneut NRW) im Vordergrund. Das Gesundheitsprogramm ist mit Angeboten nachhaltig auch in
Rheinland-Pfalz und Thüringen etabliert und wird
2015 darüber hinaus auch anlässlich der Landesspiele von SO Sachsen und SO Bremen stattfinden.
Bei SO Hessen wird das Zahn- und Mundgesund-
heitsprogramm durch einen neu trainierten Zahnarzt geleitet.
Auch 2015 finden mehrere Angebote im Rahmen
„Healthy Athletes® mobil“ in Wohneinrichtungen
für Menschen mit geistiger Behinderung statt.
Dabei kommen die erarbeiteten zielgruppenspezifischen Informations- und Lernmaterialien sowie die
curriculären Angebote zur Fortbildung von Multiplikatoren aus der Zielgruppe und die Athleten selbst,
ihre Familien und Betreuer zum Einsatz. Erneut
soll die Vernetzung, die Medienpräsenz sowie die
öffentliche Wahrnehmung der Angebote des Gesundheitsprogramms von SOD ausgebaut werden.
51
6
Wir sind eine Alltagsbewegung, die weit über den Sport hinaus wirkt
6.2 Familienprogramm
Familien sind eine elementare Säule von Special
Olympics. Die Idee zu Special Olympics wurde in der
Familie Kennedy-Shriver geboren. Die Erfahrungen
und Bedürfnisse von Familien sind bis heute maßgeblich für die Entwicklung von Special Olympics.
Die Vernetzung der Familien untereinander spielt
eine große Rolle. In den einzelnen Sportarten,
aber auch darüber hinaus, lernen sich Eltern bei
Veranstaltungen kennen. Dadurch wachsen gegenseitiger Austausch, Hilfestellungen und Unterstützung oftmals auch weit über den Bereich „Sport
und Special Olympics“ hinaus. Durch das familiäre
Netzwerk profitiert auch Special Olympics, denn
Familien sind die besten Botschafter für die Idee
und können durch eigene Erfahrungen von den
Vorteilen und Unterstützungsmöglichkeiten
berichten.
Für die bundesweite Entwicklung des Familienprogrammes zeichnete sich im Jahr 2014 Marion
Trute als Nationale Familienbeauftragte verantwortlich. Seit Oktober 2013 ist sie auch Vorsitzende
des Familienausschusses, der jährlich tagt und
zum Ziel hat, die Familienarbeit bei SOD voranzubringen. Die Fachausschusssitzung 2014 hat im
Rahmen der Mitgliederversammlung stattgefunden
und beschäftigte sich vor allem mit der Umsetzung
des Familienprogrammes bei den kommenden
Nationalen Winterspielen in Inzell 2015.
Zu dem zentralen Angebot für Familien gehören die
Familienprogramme während nationaler und internationaler Veranstaltungen von Special Olympics.
Neben der Betreuung der Familien vor, während
und nach den Veranstaltungen beinhalten diese
einen offiziellen Familienempfang, diverse touristi-
52
sche Angebote und die Fundraising-Aktion „Wun
dertüten“. Bei den Special Olympics Düsseldorf
2014 wurden insgesamt über 1.200 Wundertüten
ausgegeben.
Für das Familienprogramm der Special Olympics
Düsseldorf 2014 registrierten sich 1026 Familienmitglieder und auch zu den europäischen Spielen
nach Antwerpen 2014 wurde die deutsche Delegationen von Familienmitgliedern begleitet. Parallel
zu den europäischen Spielen fand ein Familienforum statt, an dem die Familienbeauftragten
aus 18 europäischen Ländern teilnahmen. Unter
anderem wurde der Stand der Familienarbeit in
den einzelnen Ländern aufgezeigt und es fand ein
reger Gedankenaustausch statt, außerdem wurde
das Young Athletes Programme sowie Healthy
Athletes® vorgestellt.
Die Familienarbeit soll und muss, vor allem in den
Landesverbänden, weiter intensiviert werden. Es
gilt Familien mit geistig behinderten Angehörigen
auf Special Olympics aufmerksam zu machen, über
die Arbeit von SO zu informieren, auf die Chancen
des Sports für ihre jugendlichen und erwachsenen
Kinder aufmerksam zu machen und für SO zu gewinnen. Hierzu und zur Begleitung schon mit SO
vertrauter Eltern und Geschwister soll ein spezielles
Familienangebot bei allen regionalen Veranstaltungen installiert werden. In einigen Landesverbänden
wird bereits ein Rahmenprogramm für die Familien
angeboten. Außerdem werden etwa einmal jährlich
Familientage durchgeführt. Familienmitglieder sollten künftig auch mehr in organisatorische Bereiche
einbezogen werden.
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
In Olympic Town ist immer
etwas los. Hier treffen sich
Athleten, Familie, Freunde,
Fans und Unterstützer .
(Foto: SOD/ Julia Krüger)
53
2
Das ist Special Olympics
Waldemar Riel freut sich sehr über seine Bronzemedaille, die er bei den Radfahr-Wettbewerben
bei den Europäischen Spielen in Antwerpen 2014
gewonnen hat. (Foto: SOD/ Luca Siermann)
7 Die SOD Akademie
7.1 Wir entwickeln Bildungsangebote und geben Kompetenzen weiter
Das Fort- und Weiterbildungsangebot der Akademie ist breit gefächert und reicht von sportartspezifischen Angeboten, über methodisch-didaktische
Grundlagen im Sport von Menschen mit geistiger
Behinderung, Gesundheitsförderung, Familienarbeit, Athletenschulungen, Öffentlichkeitsarbeit
bis hin zu Sponsoring, Fundraising und Projektmanagement.
dem BSNW (heute BRSNW) Fortbildungen durchgeführt. Die Fortbildungen vermittelten in kompakter
Weise eine Einführung in den Behindertensport und
Special Olympics, Grundlagen zu geistiger Behinderung, Vermittlungskompetenzen in der Arbeit mit
Menschen mit geistiger Behinderung im Training
und im Wettbewerb sowie Inhalte zur Umsetzung
der Inklusion im Sport.
Im Rahmen der Nationalen Sommerspiele in Düsseldorf wurden in Kooperation mit dem LSB NRW und
Die Fortbildungen und deren nachhaltige Wirkung
auf die Helfer, Übungsleiter und Schiedsrichter bei
54
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
den Spielen wurden evaluiert. Die Evaluation ist
Bestandteil einer Kooperation zwischen SOD und
der Gold-Kraemer-Stiftung. Durchgeführt wurde
die Evaluation vom Forschungsinstitut für Inklusion
durch Bewegung und Sport (FIBS gGmbH). Den
Ergebnissen nach scheint über die Hälfte der Befragten die bei den Nationalen Sommerspielen
gemachten Erfahrungen in ihren (sportlichen)
Alltag einbringen zu können. Das bedeutet, dass
über solche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen
im Sport das Aufgabenfeld der Inklusion niedrigschwellig erschlossen wird, mit der positiven Folge
für die Umsetzung des Inklusionsgedankens über
den Sport hinaus in anderen Lebensfeldern wie
Bildung, Arbeiten und Wohnen.
7.1.1Ausblick
Nach der erfolgreichen Abschlussphase der allgemeinen Modulentwicklung und durchgeführten
Fortbildungen geht es in der zweiten Phase um
den systematischen Ausbau des Angebots. In
dieser Arbeitsphase stehen die Referentenakquise
und Referentenschulungen im Fokus. Das von SOD
entwickelte Fort- und Weiterbildungssystem soll
für Coaches, Athleten oder Funktionsträger in
großem Umfang umgesetzt werden. Seit Ende des
Jahres 2014 werden über die KfW-Stiftung auch
sportartspezifische Module entwickelt und ab dem
nächsten Jahr entsprechende Angebote geschaffen.
7.2 Wissenschaft
Es gibt einen großen Bedarf an systematischer
wissenschaftlicher Forschungsarbeit zu den
Themenfeldern Inklusion und Sport. Bei den
Nationalen Spielen in Düsseldorf wurde das Angebot einer wissenschaftlichen Akkreditierung von
Hochschulen und Fachhochschulen wahrgenommen
(DSHS Köln, Uni Köln, PH Ludwigsburg, Hochschule
Koblenz, Uni Kiel, Uni Jena). So konnten zahlreiche
Studierende ihre wissenschaftlichen Arbeiten über
Interviews oder Fragebögen unmittelbar mit den
Athleten, Trainern oder Eltern umsetzen. Die Akademie besitzt ihre Aufgaben in der Betreuung/
Begleitung/ Unterstützung von Forschungsarbeiten
und im Sammeln/ Erstellen von Forschungsfragen
sowie in der Konzeptentwicklung zum Umgang mit
der Thematik. Die wissenschaftlichen Fragestellungen werden eng mit dem Fachausschuss Wissenschaft besprochen. Mitglieder des Fachausschusses
oder der Akademie waren an verschiedenen Fachtagungen und Kongressen zum Thema Behinderung, Inklusion und Sport aktiv und inhaltlich
beteiligt.
Der Tagungsband zum Internationalen Kongress
von SOD in München 2012 ist Ende 2014 publiziert
worden. Mit dem Titel „Inklusion in Bewegung:
Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam
im Sport“ wird der zukünftige gemeinsame Weg
gezeichnet und der dynamische Inklusionsprozess
verdeutlicht. Herausgeber ist erstmals der Fachausschuss Wissenschaft von SOD.
7.2.1Ausblick
Die Kontakte und Netzwerke sollen intensiviert und
Forschungsvorhaben stärker miteinander verzahnt
werden. Die Forschungsergebnisse, Praxiserfahrungen und Konzepte fließen in die Arbeit der gesamten Organisation mit ein. Dieser Theorie-PraxisTransfer bleibt Mittelpunkt der Bemühungen.
55
2
Das ist Special Olympics
Special Olympics Veranstaltungen,
Teamgeist
beim
Fußballteam der
wie hier
die Special
Olympics
Hannoverschen Werkstätten.
Düsseldorf 2014, werden immer
(Foto: Michael Siebert Fotografie)
von den Medien begleitet.
(Foto: SOD/ Andreas Endermann)
56
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
8 Wir schaffen Bewusstsein für die
Belange von Menschen mit geistiger Behinderung
Das Jahr 2014 wurde, vor allem durch die Nationalen Spiele in Düsseldorf, zu einem weiteren Meilenstein für SOD hinsichtlich der Bewusstseinsbildung
und öffentlichen Wahrnehmung von Menschen mit
geistiger Behinderung. Dies auch deshalb, weil es
in bisher nicht gekannter Weise gelungen ist, in der
Veranstaltungsregion (NRW) und in thematischen
Bereichen (organisierter Sport, inklusive Sportangebote, Healthy Athletes®) Nachhaltigkeit zu erzeugen.
Durch die Neuwahlen des Präsidiums von SOD ergaben sich weitere Möglichkeiten der Positionierung
als Kompetenzpartner für Inklusion und die Darstellung als professionell agierender Verband im
Interesse von Menschen mit geistiger Behinderung.
Damit wurde am Ende des Jahres 2014 auch ein
weiterer Schwerpunkt für die kommenden Jahre ins
Auge gefasst: Die Verstärkung der politischen PR.
Die im SOD-Jahresbericht 2013 für den Bereich
formulierten Ziele wurden erfüllt. Lediglich hinsichtlich der Verbesserung der Barrierefreiheit und
der Verwendung der Leichten Sprache wären noch
größere Fortschritte denkbar gewesen; dies wird
nun eine der Schwerpunktaufgaben für das Jahr
2015 werden.
Strategisches Ziel Inklusion –
SOD als Kompetenzpartner
Die konsequente Umsetzung des inklusiven Mottos
„Gemeinsam stark“ in allen Facetten und Bereichen
der PR-Arbeit hatte größte Priorität. Auch bei den
Europäischen Spielen in Antwerpen und deren
PR-Begleitung in den deutschen und SOD-eigenen
Medien wurde diesbezüglich, vor allem mit dem
Thema Special Olympics Unified Sports®, eine neue
Qualität erreicht.
Im Alltag wird das Thema am augenscheinlichsten
bei inklusiven Projekten vermittelt, die durch PR
seitens SOD begleitet werden: „Gemeinsam läuft’s
besser“ mit Coca-Cola/Lift, Inklusionsveranstaltungen in den Ländern, Unified-Sportfeste und
-Wettbewerbe sowie Projekte in Zusammenarbeit
mit Partnern/Sponsoren (z.B. Online-Treffpunkt mit
ABB).
Dass SOD in der Öffentlichkeit zunehmend als
kompetenter Ansprechpartner beim Thema Inklusion im und durch den Sport wahrgenommen wird,
hat im Jahr 2014 durch die Nationalen Spiele in
Düsseldorf, vor allem in der Zusammenarbeit und
Kooperation mit dem organisierten Sport, eine
neue Qualität erfahren. Die Erarbeitung der Fortbildungsmodule und deren erste Praxiserprobungen,
mehrere Vertragsabschlüsse mit Fachverbänden –
all das wurde durch die Medienarbeit nicht nur
begleitet und nach außen kommuniziert, sondern
selbst zum Gegenstand der PR-Arbeit.
Die Nationalen Spiele 2014 in Düsseldorf
Bei der Presse- und Medienarbeit für die Special
Olympics Düsseldorf 2014 standen die Themen
Inklusion und Einbeziehung der Athleten im Mittelpunkt. SOD veranstaltete im Vorfeld der Nationalen
Spiele allein neun thematische Pressetermine, dazu
den Medientag im April 2014 mit sechs Veranstaltungen. Der Medientag zum Thema Inklusion im
und durch den Sport war sehr gut besetzt, stand auf
hohem Niveau und hatte ein ausgesprochen positives Feedback.
57
8
Wir schaffen Bewusstsein für die Belange von Menschen mit geistiger Behinderung
Einbeziehung der Athleten
in die Pressearbeit
Sämtliche SOD-Pressetermine werden unter aktiver
Einbeziehung von Athleten durchgeführt. Bei allen
Pressekonferenzen sind Athleten als Co-Moderatoren und Gesprächspartner beteiligt. Sie sind bei der
Präsentation von Themen und als Helfer vor Ort
aktiv.
Vor allem die „Gesichter der Spiele“, Stefanie
Wiegel und Oliver Burbach, NRW-Athletensprecher
Christoph Schmitz sowie das Team der Athletensprecher insgesamt waren in Vorbereitung und
Durchführung der Nationalen Spiele intensiv einbezogen und wurden von den Medien als Ansprechund Interviewpartner angefragt.
Schwerpunkt organisierter Sport –
Zusammenarbeit im Bereich PR
Einen Schwerpunkt der Medienarbeit im Jahr 2014
auf den organisierten Sport und dessen Publikationen zu legen, erwies sich als richtig. Innerhalb des
Kommunikationskonzepts für die Special Olympics
Düsseldorf 2014 wurde ein umfangreiches eigenständiges Konzept erarbeitet und konsequent
umgesetzt.
In der Zusammenarbeit mit Medienverantwortlichen des organisierten Sports und vor allem hinsichtlich der Veröffentlichungen in Medien von LSB,
Sportverbänden und -vereinen sowie SportartenWebsites und -Plattformen konnte ein großer
Fortschritt gegenüber den Nationalen Spielen 2012
in München erreicht werden. So gab es z.B. allein
im LSB-Newsletter über ein halbes Jahr monatliche
Veröffentlichungen.
Meilenstein ARD-Morgenmagazin
Auch bei den Medienpartnern war das große
Thema der Berichterstattungen Inklusion, nicht
58
selten vermittelt durch Beispiele aus dem Unified
Sport. Die Rheinische Post begleitete mit umfangreicher Berichterstattung seit Jahresbeginn 2014
und einer 12-seitigen Sonderbeilage die Nationalen
Spiele. Der WDR mit verschiedenen (auch ARD-)
Formaten und Sky Sport News HD brachten sich mit
umfangreicher und tiefgründiger Berichterstattung
ein.
Höhepunkt und zweifellos ein Meilenstein in der
Wahrnehmung von Menschen mit geistiger Behinderung im Fernsehen waren die zehn Live-Schalten
des ARD-Morgenmagazins während der Veranstaltungswoche. Täglich zweimal meldete sich Frank
Busemann von den Nationalen Spielen. Immer
führte er Live-Interviews mit Special Olympics
Athleten und interagierte mit ihnen. Die Sendungen erreichten sowohl bei einem Millionenpublikum große Aufmerksamkeit, als auch in der
Medienbranche und innerhalb der ARD selbst, und
– laut MoMa-Redaktion – ein bisher nicht gekanntes
Zuschauer-Feedback.
Inklusive Projekte in der Medienarbeit
Erneut wurden Menschen mit geistiger Behinderung vor Ort direkt als Helfer in die Medienarbeit
einbezogen. Zwei Redakteure der Schülerzeitung
„Mühlezeitung“ aus Baden-Württemberg mit ihrem
Betreuer unterstützten das Redaktionsteam im
Pressezentrum mit eigenen Beiträgen, Interviews
und Fotos.
Der inklusive sportliche Medientermin (gemeinsamer sportlicher Wettbewerb von Athleten und
akkreditierten Journalisten) fand in Form eines
Beachvolleyballspiels und mit dem Co-Kommentar
von SOD-Schirmherrin Daniela Schadt große Aufmerksamkeit und Anklang. Er ist nunmehr fester
Bestandteil Nationaler Spiele.
Frank Busemann interviewt bei den Special Olympics Düsseldorf 2014
die „Gesichter der Spiele“ Stefanie Wiegel und Oliver Burbach für das
ARD-Morgenmagazin. (Foto: SOD/ Andreas Bister)
Schirmherrin und Sport-Botschafter
SOD-Schirmherrin Daniela Schadt und die 2014
neu gewonnenen Sport-Botschafter Frank
Busemann und Britta Steffen wurden bei ihren
SOD-Aktivitäten durch die Pressearbeit begleitet
und einbezogen: Daniela Schadt im Pressegespräch
und beim Unified Termin während der Nationalen
Spiele, Britta Steffen aktiv in den Fackellauf-Auftakt
in Berlin, Frank Busemann in die Podiumsdiskussion
beim Medientag. Alle drei Persönlichkeiten haben
2014 wesentlich zu größerer Öffentlichkeit für
SOD und positiver Identifikation beigetragen.
Aufmerksamkeit für das Gesundheitsprogramm Healthy Athletes®
Angefangen von der sehr gut besuchten thematischen Pressekonferenz im Februar 2014, über
die Medienpräsenz und -berichterstattung bei
den Nationalen Spielen bis hin zu einer großen
Anzahl von Veröffentlichungen, auch in entsprechenden Fachzeitschriften (u.a. erstmals in der
Ärztezeitung), ist 2014 eine neue Qualität in der
öffentlichen Präsenz und Darstellung des SODGesundheitsprogramms erreicht worden.
Starker Zuwachs bei den Social
Media-Kanälen
Im Jahr 2014 konnte auch die Berichterstattung in
den Social Media Kanälen von SOD durch eine klare
Ausrichtung auf die Nationalen Spiele stark ausgebaut werden. Beispielsweise wurde mit Themenwochen gezielt auf die Veranstaltung hingewiesen
und gleichzeitig über die Angebote von SOD, wie
das Gesundheitsprogramm, informiert. Insbesondere die Veranstaltungen haben einen katalytischen
Effekt bei der Steigerung der Follower-Zahlen. Die
SOD-Facebook-Seite hatte zu den Spielen 2012 in
München 2.189 „Gefällt mir“-Angaben und 2014 in
Düsseldorf bereits 4.463.
Ein wichtiger Kommunikationskanal war zudem der
SOD YouTube Kanal. Während der Special Olympics
Düsseldorf 2014 erfolgte eine tägliche Veröffentlichung von Kurzfilmen bei YouTube. Im Jahr 2014
wurden die Videos 42.275-mal aufgerufen.
59
2
Das ist Special Olympics
Prominenter Besuch bei den Schwimmwettbewerben der
Special Olympics Düsseldorf 2014. Sportpatin Britta Steffen
besuchte die Wettbwerbe und nahm sich Zeit auch die
Autogrammwünsche zu erfüllen oder, wie hier, den
Fotowunsch von Rebecca Jung, Manuel Denda, und
Bettina Müller. (Foto: SOD/ Stefan Holtzem)
9Marketing
9.1 Mehr als neues Design – SOD stärkt mit
neuem Auftritt eigene Markenstrategie
Mit der Einführung und Etablierung des neuen
Corporate Designs im Jahr 2014 sowie einem
modernisierten Markenlogo sind elementare
Voraussetzungen für eine verbesserte nachhaltige
Öffentlichkeitsarbeit gegeben.
Das dazu erarbeitete Handbuch umfasst alle
Themengebiete für eine erfolgreiche Kommunikation wie Markenstrategie, Kernbotschaften,
Sprachgebrauch sowie Bildsprache. Als Arbeitsmittel dient es sowohl SOD als Bundesverband als
auch den Landesverbänden bei der Umsetzung des
neuen Corporate Designs. Die zeitlich gestaffelte
Einführung in den Landesverbänden ermöglichte
eine ressourcen-adäquate Umstellung in allen
Arbeitsbereichen.
Durch die intensive Kommunikation im Vorfeld des
Prozesses, die hohe Akzeptanz des ansprechenden,
dynamischen, klaren Designs und die Identifikation
mit den Kernbotschaften erfolgte der Umstellungsprozess schnell und umfassend, so dass bereits
2014 auf Bundesebene kaum noch eine Vermischung von altem und neuem Design festgestellt
60
werden kann. Gleiches ist auf Länderebene zu
verzeichnen. Die Angleichung im Design und die
Vereinheitlichung im öffentlichen Auftritt –
unter Beibehaltung länderspezifischer Profile –
verkörpert eine neue Qualität im Gesamtauftritt
von Special Olympics in Deutschland und sichert
einen hohen Wiedererkennungswert.
In der Öffentlichkeitsarbeit von SOD gelingt es
mehr und mehr – nicht zuletzt durch die positive
Resonanz auf die Nationalen Spiele 2014 in
Düsseldorf – die Marke SOD und die Inhalte, die
damit transportiert werden sollen, zu kommunizieren. Die positive Wahrnehmung sowie die Akzeptanz als Kompetenzpartner für Sport und Inklusion
in Fachkreisen von Sport, Politik und Gesellschaft
erfahren dadurch eine sprunghafte Entwicklung.
Dennoch ist Special Olympics als Organisation in
großen Teilen der Gesellschaft immer noch wenig bekannt und die Wahrnehmung häufig auf
„Insiderkreise“ begrenzt. Die Verbesserung der
Bekanntheit von Special Olympics in Deutschland
wird daher weiterhin elementare Zielstellung des
Verbandes bleiben.
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
Die neuen grafischen Elemente und das zeitgemäße neue Design von SOD spiegeln sich erfolgreich auch in der Gestaltung der Onlinepräsenz des
Bundesverbandes und der Landesverbände wider.
Dieses verbindende Element erhöht außerordentlich die Wiederkennung von SOD auf regionaler,
bundesweiter und internationaler Ebene. Das
Gesamterscheinungsbild des Verbandes wird
deutlich gestärkt und hat positive Wahrnehmungseffekte für die Arbeit der Landesverbände.
Für die Website des Bundesverbandes konnten im
Jahr 2014 199.537 Homepage-Besuche verzeichnet
werden. Davon waren 56 Prozent der Besucher
zum ersten Mal auf der Website. Diese Anzahl der
Neubesuche verdeutlicht das gestiegene Interesse
an Inhalten und Informationen zu SOD. Gleichzeitig
zeigt der ebenfalls zunehmende Anteil an wiederkehrenden Besuchern eine enge Verbundenheit mit
SOD und eine positive Annahme der neuen Gestaltung der Website im modernen Corporate Design.
Für das Jahr 2015 ist für den Online-Auftritt von
SOD und der Landesverbände die Einbindung einer
Vorlesefunktion geplant, um einen barrierearmen
Zugang zu der Website zu gewährleisten.
SOD nutzte im Jahr 2014 die Chance, sich auf
verschiedenen Veranstaltungen und Messen zu
präsentieren und sich somit unterschiedlichen
Interessengruppen anzunähern sowie das eigene
Netzwerk auszubauen. Die Arbeit, Projekte und
Ziele von SOD wurden auf folgenden Plattformen
vermittelt:
•
•
•
Werkstätten: Messe 2014 in Nürnberg
Hannover-Messe 2014 in Kooperation
mit SOD-Premium Partner ABB
boot Düsseldorf 2014
Mittels Anzeigen in unterschiedlichen Publikationen gewann SOD zusätzlich an öffentlicher
Wahrnehmung. Ein wichtiger Meilenstein in der
Sichtbarkeit von SOD im öffentlichen Raum war die
Gestaltung eines LKW-Anhängers in Kooperation
mit dem SOD-Premium Partner Würth. Neben den
beiden Athleten Nadine Stein und Kevin Eschler
wirbt hier die ehemalige Biathletin Magdalena
Neuner für SOD. Seit Ende Juni 2014 fährt das
SOD-Motiv am LKW einer Partner-Spedition von
WÜRTH auf deutschen Straßen.
Eine enorme öffentliche Präsenz erhielt SOD
2014 im Rahmen der Nationalen Spiele in Düsseldorf. Erstmals wurde anhand eines ausführlichen
Konzepts und in Kooperation mit kompetenten
Partnern mit vielfältigen Werbemitteln, u.a. 100
Großflächenplakaten, in Düsseldorf auf die Veranstaltung hingewiesen. Eine neue Dimension der
öffentlichen Aufmerksamkeit brachte auch eine in
Kooperation mit der Rheinbahn im SOD-Design
gestaltete Straßenbahn ein. Mit ihrer markanten
Aufmachung mit Texten, Zitaten und Fotos von
SOD war die Bahn, nach einer offiziellen Einweihung mit den „Gesichtern der Spiele“ über die
Veranstaltungswoche hinaus, im Düsseldorfer
Stadtbild zu sehen.
Komplementiert wurde diese außergewöhnliche
optische Präsenz in Düsseldorf mit insgesamt 590
SOD-Info-Spots, die täglich vor und während der
Veranstaltung über die Screens am Hauptbahnhof
und im Fahrgast-TV der Rheinbahn liefen.
Mit den Nationalen Sommerspielen 2014 in Düsseldorf erschien SOD in zahlreichen regionalen und
überregionalen Medien – sowohl Print, TV als auch
Hörfunk. Ein zentrales Element in der öffentlichen
Wahrnehmung der Veranstaltung bildete das
Kampagnen-Motiv mit dem prominenten Botschafter Timo Boll und den „Gesichtern der Spiele“
Stefanie Wiegel und Oliver Burbach. Das Motiv war
auf den Werbemitteln sowie in der Berichterstattung präsent.
Das 2013 gestartete Projekt „Gemeinsam läuft’s
besser“, welches in Kooperation mit der Marke
Lift von Coca-Cola Deutschland durchgeführt wird,
brachte SOD weiterhin viel Aufmerksamkeit ein. Die
Partnerschaft mit Lift ist auf mehreren Millionen
Flaschen durch eine Logo-Präsenz abgebildet.
Zudem fanden 2014 in ganz Deutschland öffentliche Laufveranstaltungen unter Beteiligung promi-
61
nenter Persönlichkeiten statt. Hier ist insbesondere
der öffentliche Spendenlauf bei den Nationalen
Sommerspielen in Düsseldorf, an dem sich auch
Moderator Wolfram Kons und Schauspielerin und
Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko beteiligten, zu
nennen.
Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit prominenten Sportlern wie Per Mertesacker, Paul Breitner und Magdalena Neuner als Testimonials für die
Nationale Spiele in den Vorjahren, baute SOD das
Konzept zum Einsatz von Sportbotschaftern zur
Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung aus.
Während der Nationalen Sommerspiele in Düsseldorf verkündete Olympiasiegerin Britta Steffen
ihre Unterstützung als offizielle Sportbotschafterin
für SOD. Als weiterer Sportbotschafter konnte Silbermedaillengewinner Frank Busemann für SOD im
Jahr 2014 gewonnen werden. Damit setzen sich seit
2014 zwei hochkarätige Sportler öffentlich für die
Ziele sowie Visionen von SOD ein und engagieren
sich intensiv für die Special Olympics Athleten.
9.3 Fundraising
Zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Mittelbeschaffung auf Bundes- und Landesebene fand
2014 erneut ein zweitägiges Fundraising-Seminar
statt. Unter der Federführung von Dr. Bernhard
Conrads als 1. Vizepräsidenten und im Zusammenwirken mit der Deutschen Fundraising Akademie
wurde die Seminarreihe „Fundraising“ fortgesetzt
sowie erste Ergebnisse in Ansätzen realisiert. Ziel
ist es, durch Vermittlung von theoretischem Wissen
und Austausch von Erfahrungen, die beteiligten
Verbandsebenen mit den Herausforderungen und
Chancen des Fundraisings vertraut zu machen, die
verbandsspezifische Mittelbeschaffung zu erleichtern sowie allgemeine Rahmenbedingungen dafür
zu schaffen.
Große Freude bei allen Teilnehmern des Medien Unified BeachVolleyball Spiels bei den Special Olympics Düsseldorf 2014 über
diese gelungene inklusive Aktion, an der auch SOD-Schirmherrin
Daniela Schadt als Kommentatorin teilnahm. (Foto: SOD/ Tom Gonsior)
62
10Finanzen
10.1Finanzbericht von Special Olympics Deutschland
in leichter Sprache
Der Finanz-Bericht beschreibt den Jahres-Abschluss von
Special Olympics Deutschland.
Special Olympics Deutschland heißt abgekürzt: SOD.
Der Jahres-Abschluss ist eine Zusammen-Rechnung am Ende des Jahres.
Darin steht:
• Wie viel Geld eine Firma oder ein Verein bekommen hat.
• Und wie viel Geld ausgegeben wurde.
Die Regeln für den Jahres-Abschluss stehen in einem Gesetz.
Das Gesetz heißt:
Handels-Gesetz-Buch. Kurz: HGB.
An das Gesetz müssen sich alle Firmen halten.
SOD ist keine Firma.
Sondern ein Verein.
Aber wir halten uns trotzdem freiwillig an die Regeln im HGB.
Am Ende des Jahres wird auch ausgerechnet:
Was besitzt SOD?
Damit ist nicht nur Geld gemeint.
Sondern auch andere Sachen.
Zum Beispiel:
• Computer
• Möbel
• Sport-Geräte
Also alles, was SOD hat.
Außerdem rechnen wir aus:
• Wie viel Geld wir noch zu bekommen haben.
• Wie viel Geld wir noch zahlen müssen.
31.
Dezember
1.
Zuerst stellt sich Special Olympics Deutschland vor.
Wir sagen, was wir machen.
2.
Wir sagen, was wir besitzen.
Wir sagen auch, wie viel das wert ist.
Das nennt man: Gesamt-Vermögen.
Mit Vermögen sind Geld und Sachen gemeint.
Sachen sind zum Beispiel Computer und Möbel.
Und SOD sagt:
Wie viele Schulden wir haben,
die noch bezahlt werden müssen.
Dazu sagt man: Fremd-Kapital.
Wenn man vom Gesamt-Vermögen das Fremd-Kapital abzieht,
hat man das Eigen-Kapital.
Alles zusammen nennt man Bilanz.
In der Bilanz steht,
wie viel Anlage-Vermögen SOD hat.
Damit sind Sachen gemeint.
Zum Beispiel ein Computer.
Ein neuer Computer ist mehr wert als ein alter.
Das heißt:
Ein Computer wird immer weniger wert.
Bis er verschrottet wird.
Dann ist er gar nichts mehr wert.
Das gilt auch für andere Sachen.
SOD schreibt auch Verbindlichkeiten in die Bilanz.
Verbindlichkeiten bedeutet:
SOD weiß genau,
dass sie eine bestimmte Geld-Summe noch bezahlen muss.
Zum Beispiel:
Eine Rechnung, die noch nicht bezahlt ist.
SOD macht auch Rückstellungen in der Bilanz.
Rückstellung heißt:
Wir wissen, dass wir noch etwas bezahlen müssen.
Wir wissen aber nicht genau,
wie viel das sein wird.
3.
Dann macht SOD eine Schluss-Rechnung.
Wir schreiben auf:
• Wie viel Geld oder Sachen wir bekommen haben.
• Und woher wir es bekommen haben.
Meistens ist es Geld.
Aber nicht immer.
Deshalb sagt man dazu: Erlös oder Ertrag.
Und SOD schreibt auf:
• Das haben wir ausgegeben.
• Und dafür haben wir es ausgegeben.
Auch hier geht es nicht nur um Geld.
Deshalb sagt man dazu Aufwand.
Wenn man den Aufwand von der Erlösen abzieht,
hat man das Ergebnis.
Es ist ein gutes Ergebnis,
wenn man mehr bekommen als ausgegeben hat.
Das heißt: Jahres-Überschuss.
Oder man sagt dazu: Gewinn.
Ein schlechtes Ergebnis ist,
wenn man mehr ausgegeben als bekommen hat.
Das heißt dann: Jahres-Fehl-Betrag.
Oder man sagt dazu: Verlust.
Alles zusammen ist die Ertrags-Lage.
Oder man sagt dazu: Gewinn- und Verlust-Rechnung.
In diesem Jahr hat SOD ein gutes Ergebnis.
SOD hat 11 Tausend Euro mehr eingenommen
als ausgegeben.
10 Finanzen
10.2Bestätigung des Abschlussprüfers
An den Special Olympics Deutschland e.V., Berlin
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz und Gewinn- und
Verlustrechnung – unter Einbeziehung der Buchführung des Special Olympics
Deutschland e.V., Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember
2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses
nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands des Vereins. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der
von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss
unter Einbeziehung der Buchführung abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung
der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die
Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße,
die sich auf die Darstellung des Jahresabschlusses wesentlich auswirken, mit
hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das
wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Vereins sowie die Erwartungen über
mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss überwiegend auf
der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der
angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend
sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften.
Berlin, den 17. August 2015
PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dierk Schultz
Wirtschaftsprüfer
66
ppa. Jan Witing
Wirtschaftsprüfer
Special Olympics Deutschland Jahresbericht 2014
10.3Bilanz zum 31. Dezember 2014
Passiva
Aktiva
31.12.14
EUR
31.12.13
EUR
A.
Anlagevermögen
A.
Eigenkapital
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
I.
Ergebnisvortrag
II.
Jahresüberschuss
B.
Rückstellungen
entgeltliche erworbene
Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten
und Werten
II.
B.
Umlaufvermögen
I.
Unfertige Leistungen
II.
37.335,00
56.804,00
1. Steuerrückstellungen
2. Sonstige Rückstellungen
16.152,50
19.233,50 C.
Verbindlichkeiten
53.487,50
76.037,50
1. Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
277.350,42
255.535,05
abzüglich erhaltene Anzahlungen auf Spiele Folgejahr
-214.524,00
-140.000,00
62.826,42
115.535,05
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
3. Sonstige Verbindlichkeiten
68.358,90
158.086,69
234.909,97
269.507,34
Kassenbestand, Guthaben bei
Kreditinstituten
C.
Rechnungsabgrenzungsposten
16.939,37
9.110,00
15.394,00
82.895,38
27.074,01
92.005,38
42.468,01
4.305,01
35.194,01
20.251,82
44.609,22
9.212,98
151.581,38
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR
9.212,98 (Vorjahr: TEUR 152)
- davon aus Steuern EUR
7.541,37 (Vorjahr: TEUR 138)
33.769,81 231.384,61
- davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr EUR
10.000,00 (Vorjahr: TEUR 15)
III.
434.159,32
10.872,72
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR
20.251,82 (Vorjahr TEUR 45)
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
2. Sonstige Vermögensgegenstände
451.098,69
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR
4.305,01 (Vorjahr TEUR 35)
Vorleistungen Spiele Folgejahr
1. Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
31.12.13
EUR
461.971,41 451.098,69
Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
31.12.14
EUR
D.
303.268,87
427.594,03
267.331,00
150.165,52
633.426,29
693.294,60
12.782,81
15.619,21
699.696,60
784.951,31
Rechnungsabgrenzungsposten
111.950,00
60.000
699.696,60 784.951,31
67
10 Finanzen
10.4Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom
1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014
2014
EUR
2013
EUR
1. Erlöse aus Sportveranstaltungen und Sponsoring
a. Zuschüsse Veranstaltungen
1.572.482,71
605.939,25
b. Teilnehmergebühren
445.597,00
91.150,00
c. Sponsoringeinnahmen/Werbeeinnahmen
912.402,15
638.546,23
0,00
0,00
2.930.481,86
1.335.635,48
21.815,37
139.967,48
2.952.297,23
1.475.602,96
58.233,50
48.616,00
136.942,60
220.192,75
29.295,09
30.725,14
0,00
80.000,00
38.763,37
37.879,81
d. Sonstige Einnahmen
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an Vorleistungen Spiele Folgejahr
3. Gesamtleistung
4. Sonstige Erträge ideeller Bereich und Verwaltung
a. Mitgliederbeiträge
b. Spendenerträge
c. sonstige Erträge im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
d. Zuschüsse für Verwaltung*
e. Periodenfremde Erträge
263.234,56
417.413,70
3.215.531,79
1.893.016,66
356.181,75
111.304,13
1.590.800,96
636.141,54
1.946.982,71
747.445,67
a. Löhne und Gehälter
605.362,43
535.976,06
b. Soziale Abgaben
138.123,00
113.321,01
743.485,43
649.297,07
5. Wareneinsatz und Fremdleistungen
a. Wareneinkauf Sportveranstaltungen und Sponsoring
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen Sportveranstaltungen und Sponsoring
6. Personalaufwand
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
26.960,65
22.726,69
aa. Raumkosten
86.448,97
66.593,08
ab. Versicherungen, Beiträge und Abgaben
39.490,61
17.403,63
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a. ordentliche betriebliche Aufwendungen
ac. Werbe- und Repräsentationskosten
75.498,54
92.951,54
110.892,12
78.610,20
ae. Zuschüsse Landesverbände
61.706,26
92.550,60
af. verschiedene betriebliche Kosten
89.186,14
98.190,29
463.222,64
446.299,34
10.139,02
3.174,28
473.361,66
449.473,62
0,00
2.593,21
ad. Reisekosten
b. sonstige Aufwendungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
9. Erträge aus Beteiligungen
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
0,23
0,41
1.657,89
333,74
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
23.083,68
26.333,49
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
12.210,96
9.394,12
14. Jahresüberschuss
10.872,72
16.939,37
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
* 2014 unter Position 1a ausgewiesen.
68
Die Athleten brachten den vollbesetzten ISS Dome bei
der Eröffnungsfeier der Special Olympics Düsseldorf
2014 zum Kochen. (Foto: SOD/ Florian Conrads)
10.5 Erläuterung und Ausblick
Nach dem aktuellen Stand wird auch das Haushaltsjahr 2015 wieder positiv abgeschlossen. Durch die
angekündigte Neustrukturierung der Haushaltsplanung ist die zielgerichtete Akquise der benötigten Mittel sowie eine verbesserte Übersichtlichkeit
hinsichtlich des Controllings realisiert worden.
SOD stellt somit sicher, dass die zweckgebundenen
Mittel ausschließlich im Sinne der Unterstützer dort
eingesetzt werden, wofür sie vorgesehen sind.
Die regelmäßige Budgetauswertung und Liquiditätsplanung sorgen dafür, dass Risiken und Ent-
wicklungen frühzeitig erkannt und ggf. notwendige
Maßnahmen eingeleitet werden.
Trotz weiter steigenden Mitgliederzahlen bleibt der
Eigenmittelanteil im Verhältnis zum Gesamthaushalt sehr gering, so dass der Großteil der Mittel
weiterhin über Sponsoren, Spender, Stiftungen und
die öffentliche Hand gewonnen werden müssen.
Im Jahr 2015 werden die Gespräche mit der Politik
mit dem Ziel der Erhöhung der Sportförderung
intensiviert. Dies ist nicht zuletzt aufgrund der
international rasanten Entwicklung im Sport für
Menschen mit geistiger Behinderung notwendig.
69
www.specialolympics.de
www.facebook.com/special.olympics.deutschland
www.youtube.com/specialolympicsd