Polizeimusik Wien

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Polizeimusik Wien
Filmmusikkonzert der Polizeimusik Wien
Am 5. Juni war es wieder so weit. Ein Pflichttermin der Wiener Blasmusikszene gestaltet von der Polizeimusik Wien 1 fand im Arkadenhof des Wiener Rathauses statt.
Die „Nacht der Filmmusik“ lockte über eintausend Blasmusikfans ins Wiener Rathaus. Diesmal konnte man bei sommerlichen Temperaturen und Gaumenfreuden des Rathauskellers den Melodien der
Polizeimusik Wien lauschen.
Der Musikoffizier Oberst Stella nahm
die Begrüßung vor. Erstmalig konnte er
den Bundesminister für Inneres Dr. Platter an der Spitze der zahlreich erschienenen Ehrengäste begrüßen. Ranghohe
Funktionäre des Innenministeriums, des
Landespolizeikommandos Wien und der
Stadtregierung waren ebenfalls anwesend.
Durch das Programm führte der Landesgeschäftsführer der Helfer Wiens, Wolfgang Kastel 2 , der selber jahrelang Polizist war.
Nach dem Eröffnungsstück „Marcha Ceremonial“ von Ferrer Ferran, dirigiert vom Kapellmeister Chefinspektor Ernst Zehetner 2 , gab es eine Uraufführung des Stückes „Die Zwei“ von Johann Hausl. Dieses Werk wurde speziell für den ersten Trompeter und den Saxophonisten Gerd Kolaja geschrieben. Es
verbindet zwei Musikstilrichtungen wie Klassik (Trompete) und Jazz (Saxophon). Im Anschluss daran
dirigierte der Vizekapellmeister Herbert Klinger einen Klassiker der Symphonischen Blasmusik: das
fünfsätzige Stück „Lincolnshire Posy“. Es wurde von Percy Aldridge Granger schon 1905 geschrieben
und gibt jahrhundertealte, mündlich überlieferte Volksweisen und Seemannslieder wieder.
Nach der Pause war es dann so weit. Da es in der Zwischenzeit dunkel genug geworden war, konnte
mit der Filmmusikpräsentation begonnen werden.
Das monumentale Stück zum Film „Henry V“ machte den Anfang, gefolgt von „Der Bürotrottel“ mit
Jerry Louis, der Titelmusik von „Kommissar Rex“, der „John Williams Fantasy“, einer Suite aus E.T.
und Star Wars sowie mehreren Melodien aus „Crease“. Gesangssolisten dabei waren Brigitte Treipl 2
und Werner Auer 2 .
Um mehr als nur Film und Musik zu bieten, fand auf der Bühne während „Kommissar Rex“ eine Vorführung der Wiener Diensthundeabteilung statt. Der Kapellmeister Ernst Zehetner hatte Glück, dass
der vermeintliche Bandit von den Hunden geschnappt wurde und nicht er, da er direkt daneben stand.
Somit war dieses Stück auch für ihn interessant und neu, denn dies konnte im Proberaum vorher nicht
geprobt werden.
Bei „Crease“ trat neben den Gesangssolisten auch die Show- und Tanzformation „move! 2 “ auf, um die
Tanzszenen des Filmes auch in natura vorzuführen. Für den großartigen Erfolg zeichnete aber auch die
Technik verantwortlich, die die Bildprojektion auf zwei Leinwände durchführte, die Solisten filmte
und immer wieder in den Film einblendete, als auch die Tontechnik betreute und das Feuerwerk auslöste. Somit kann man das Gesamtprodukt „Nacht der Filmmusik“ als einen der Höhepunkte der Wiener Blasmusikszene und der Wiener Festwochen bezeichnen.
Friedrich Lentner
1
2
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Polizeimusik Wien
Glanzlichter einer 98-jährigen Erfolgsgeschichte
1909: Behördliche Genehmigung zur Gründung der „Polizeimusik Wien“. Unter der Leitung des 1.
Kapellmeisters Franz GLANZL folgen zahlreiche Aufführungen von Konzerten in den Landeshauptstädten und Bundesländern, u. a. das „Repräsentationsfest der Wiener Sicherheitswache“: Die Polizeimusik Wien entwickelt sich zu einem hochgeschätzten Kulturträger. 1903
Formierung einer „Polizei-Jazzband“ – erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben.
1945: Übertragung repräsentativer Aufgaben wie Staatsempfänge und Akkreditierungen durch die
Republik Österreich. Zahlreiche Schallplattenaufnahmen, Rundfunkkonzerte und Konzertreisen innerhalb Österreichs.
1951: Musikalische Gestaltung des Staatsbegräbnisses von Bundespräsident Dr. Karl RENNER.
1955: Mit den Wiener Symphonikern gemeinsame musikalische Umrahmung der großen Befreiungsfeier am Wiener Rathausplatz. Nach der Staatsvertragsunterzeichnung rege Konzertreisetätigkeit innerhalb Deutschlands.
1969: Robert Stolz dirigiert die Polizeimusik beim Festkonzert anlässlich des 100. Geburtstages der
Wiener Sicherheitswache. Auftritt der „Wiener Polizeischrammeln“ in Beirut.
1980: Stardirigent Lorin Maazel gibt bei einer Gemeinschaftsproduktion der Polizeimusik Wien mit
der Militärmusik Burgenland und der Gendarmeriemusik Niederösterreich den Orchestern die
Ehre seiner musikalischen Leitung. Schallplattentitel: „Vom Doppeladler zum Sternenbanner“.
1990: In den 90er Jahren Konzertreisen in die Schweiz nach Zürich und Basel, nach Italien, Ungarn
und Deutschland.
1998: Konzert mit den weltberühmten Don-Kosaken-Chor im Wiener Konzerthaus.
1999: Gründung des Vereines „Kuratorium Polizeimusik Wien“ und Herausgabe der Festschrift „90
Jahre Polizeimusik Wien“ zum Jubiläum des ältesten Polizeiorchester Europas.
2000: Das „LIBI-Konzert“ zu den Feierlichkeiten des 50. Jahrestages der Gründung Israels im Raimundtheater erregt mediales Aufsehen in der internationalen Presse. Aufnahme der CD „Milleniumskonzert“ als Beweis des musikalischen Spektrums.
2006: Produktion der CD „Ein Melodienstrauß aus Wien“.
Das Orchester in der Gegenwart
Die Polizeimusik Wien ist ein wichtiges Transportmittel der Öffentlichkeitsarbeit, Bindeglied zwischen Bürger und Polizei. Durch die Vielfalt und die hohe Qualität der musikalischen Darbietungen ist
sie bei vielen Konzerten und Veranstaltungen ein beliebter Botschafter der Exekutive. Die Musiker/-innen haben neben ihrer Ausbildung zum Sicherheitswachebeamten ein Studium an einer Musikausbildungsstätte absolviert. 2006 wurden für das Orchester 194 Proben und 183 musikalische Einsätze statistisch erfasst. Ehrungen, Wachzimmereröffnungen, Aktionstage der Wiener Polizei, Begräbnisse von Kameraden und Konzertreisen sind Bestandteil der umfangreichen Tätigkeit. In Eigeninitiative
werden immer wieder große Projekte wie „Die Nacht der Filmmusik“ im Arkadenhof des Wiener Rathauses sowie sinfonische Blasmusikkonzerte verwirklicht. Die Veranstaltung des Wiener Polizeiballes
ist traditioneller Schwerpunkt der musikalischen und organisatorischen Tätigkeit. Die Polizeimusik
Wien ist auch gern gesehener Gast im Ausland, wo es immer wieder gelingt, mit typischem „Wiener
Charme“ musikalische Visitenkarten im Herzen der Gastgeber zu hinterlassen.
Kapellmeister ChefInsp. Ernst Zehetner
Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien für Schlagzeug und Arrangement. Seit 2000 Dirigent und Dienststellenleiter der Polizeimusik Wien, widmet er sich verstärkt dem
Arrangieren. Vorläufige Krönung seines künstlerischen Wirkens war das Arrangement und die Aufführung von Gottfried von Einem‘s „Rindelberger Marsch“. Aufnahmeleiter für CD-Produktionen.
Werner Auer
Arbeitet seit fast 20 Jahren mit den besten österreichischen Musikern in verschiedenen Projekten und
Bands zusammen. Er tritt in Werbefilmen auf und ist als Autor und Komponist tätig. Seit 1999 Intendant, Regisseur und Hauptdarsteller der Felsenbühne Staatz (diesjährige Produktion: „The Scarlet
Pimpernel“ ).
Brigitte Treipl
Ausbildung im Fach Musical an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien, 2004 Abschluss mit Auszeichnung. Mitwirkung u.a. in den Musicalproduktionen „Jekyll & Hyde“ und „Tom
Sawyer“, in der Produktion „Die Zauberflöte“ der Kinderoper Papageno und in diversen Musicalshows (u. a. „Musicalmania“...). Zuletzt sechs Monate als Sängerin und Tänzerin auf dem Clubschiff
„Aida Blu“.
move!
Die Tanzformation „move“ ist mit Showeinlagen bei Firmenevents und Festveranstaltungen präsent
und veranstaltet Dance Workshops. Der Schwerpunkt des Ensembles um Choreografin Eva Klug liegt
jedoch bei der Gestaltung des tänzerischen Parts bei Musical- und Showproduktionen, u. a. auf der
Felsenbühne Staatz oder bei „Musicalmania“.
Wolfgang Kastel
1983 Eintritt zur Sicherheitswache. Für die Polizei in der Organisation von zahlreichen Präventionsprojekten für Kinder (u. a. Verkehrserziehung, sexueller Kindesmissbrauch) tätig. Zahlreiche Auftritte
im ORF-Kinderprogramm als Zauberkünstler oder „Lockvogel“ in der versteckten Kamera. Moderator
unzähliger Veranstaltungen. Seit 2002 karenziert und seit 2004 Geschäftsführer der Helfer Wiens
(vormals Wiener Zivilschutzverband).