Gesundheit! - Marien

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Gesundheit! - Marien
wir:
DAS MAGAZIN DER KRANKENHÄUSER UND SENIORENEINRICHTUNGEN WESEL-EMMERICH/REES
A u s g a b e 1 / 2 0 07
Mitarbeiter Patienten & Freunde
Gesundheit!
Auf mehreren Gesundheitstagen zeigten
Marien-Hospital und St. Willibrord-Spital
was man zur Erhaltung seiner Gesundheit
alles tun kann
Endoprothesenzentrum
Niederrhein
Ein starkes Leistungsangebot der Holding
Hilfe zur
Selbsthilfe
pro homine unterstützt das AttatHospital in Äthiopien
Ihr Exemplar zum Mitnehmen!
1
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie halten die neue Ausgabe der wir: in den Händen. Diese Zeitschrift ist ein Kommunikationsorgan der Holding „pro homine“,
zu der zwei Krankenhäuser an drei Standorten, neun Senioreneinrichtungen, zwei Reha- und zwei Gesundheitszentren, eine Fachklinik und zwei Servicegesellschaften gehören. Mit über 2500 Mitarbeitern ist die Holding einer der größten Arbeitgeber der Region.
Daher richtet sich die wir: mit ihren Informationen sowohl an die
Patienten und Bewohner, als auch an die Mitarbeiter und natürlich
auch an die Besucher und Freunde unserer Einrichtungen.
wir: das Magazin der Holding
pro homine
Krankenhäuser und
Senioreneinrichtungen WeselEmmerich/Rees
• Marien-Hospital Wesel
• St. Willibrord-Spital Emmerich-Rees
• Senioreneinrichtungen
· Agnes-Heim Rees
· Burgstraße Emmerich
· St. Christophorus Voerde-Friedrichsfeld
· St. Elisabeth Voerde-Spellen
· St. Joseph Millingen
· Martinistift Wesel
· Nikolaus-Stift Wesel
· Willikensoord Emmerich
• Fachklinik Horizont Rees
• Reha Zentrum Niederrhein
• Gesundheitszentrum des
Marien-Hospitals Wesel
• Gesundheitszentrum Emmerich
• Gesundheitszentrum Rees
• Bildungszentrum Niederrhein Wesel
• GSS GastronomieService gGmbH
• GSS GebäudeService gGmbH
Viele unserer Leser kennen uns bereits aus vorherigen Ausgaben. Für die
„Neuen“ sei gesagt, dass die wir: sehr
unterschiedliche Schwerpunkte hat.
Einen Ausschnitt davon zeigen wir Ihnen
in dieser Ausgabe:
Wie gewohnt, fassen die Leiterinnen
der Gesundheitszentren in Emmerich
und Wesel das Wichtigste zusammen. Ausführliche Informationen und
Kursprogramme erhalten Sie in den
Einrichtungen.
Das aktuelle „Thema“ umschließt die
vielen Gesundheitstage 2006, an denen
sich die Kliniken Marien-Hospital und
Willibrord-Spital beteiligt oder die sie
selbst organisiert haben. Ob Erwachsene
oder Kinder, ob Bürger der Region oder
Mitarbeiter des Hospitals, alle haben
Gelegenheit gehabt, sich medizinisch
durchchecken oder von Experten informieren zu lassen und sich an vielen
Aktionen zur Gesundheitsförderung zu
beteiligen.
Wer sich in der dunklen Jahreszeit gerne
gruselt, dem wird der Niederrheinkrimi
„Die Füchse“ empfohlen. Schlagen Sie
dafür die Seiten 18 und 19 auf.
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie
auf den ersten Seiten.
Wen die medizinischen Themen interessieren, für den geht es auf den Seiten
12 und 13 weiter. Hier berichten die
Chefärzte Dr. Fohler und Dr. Hanke über
ihr gemeinsames Projekt „Endoprothesenzentrum“.
Was ein Psychoonkologe für krebskranke
Patienten tun kann, erfahren Sie in
dieser Ausgabe ebenfalls ausführlich.
Hallo Kinder! Wie immer, ist auch an
Euch gedacht. Anna und ihre Freundinnen haben sich wieder allerhand
ausgedacht. Ihr findet Eure Seiten auf
22 und 23.
Wir feiern Feste unterschiedlichster
Art. Die Jubilare sind durch die ganze
Zeitschrift verteilt und die entsprechend
festliche Mahlzeit kreiert uns wie immer
der Küchenchef. Es gibt viel Spaßiges in
dieser Ausgabe und zum Tüfteln haben
sich unsere Spezialisten auch wieder
etwas ausgedacht.
Über die weiteren Seiten verraten
wir: nix! Nehmen Sie sich Zeit und
lesen Sie nach!
Viel Vergnügen wünscht Ihnen Ihre
wir: Redaktion
wir: Inhalt
Inhalt
Thema
Impressum
Redaktion/V.i.S.d.P.:
Maija Becker-Kontio, Andreas Bomheuer,
Dr. H.-J. Bosma, Martin Diek, Lisa Quick,
Josef Reining, Sabine Seegers
An dieser Ausgabe haben mitgewirkt:
Sigrid van Alst, Maija Becker-Kontio,
Claudia Beckmann, Andreas Bomheuer,
Marleen Epping, Uli Fehr, Ulla Geerlings,
Ursula Gubela, Sylvia Guth-Winterink,
Gisela Henschel, Eva Holthuis, Melanie
Janssen, Ursula Janßen, Wolfgang Kalscheuer,
Reinhold Kersten, Anna Klepping und die
Kinderredaktion, Bärbel Koschorrek,
Mechtild Lacher-Lehmann, Rian de Louwere,
Ingrid Mierzwa, Marion Neuburg,
Claudia Neuenhaus, Lisa Quick,
Ursula Röskam, Willi Rhode,
Heinrich Schnieders, Sabine Seegers,
Ursula Steinmetz, Udo Wächter,
Gerd Winterink, Simone Zehala
Wir danken für die Fotos:
Lisa Quick, www.photocase.com und allen, die
uns ein Foto zur Verfügung gestellt haben.
Gestaltung und Produktion:
Tacke, Neumann & Partner
Vinckeweg 15, 47119 Duisburg
In dieser Zeitschrift ist aus rein pragmatischen Gründen der Lesbarkeit entweder die
männliche oder die weibliche Form gewählt
worden, wofür wir die Leser und Leserinnen
um Verständnis bitten. Der Paartherapeut
Jürg Willi konstruierte den Satz: „Wenn man/
frau mit seiner/ihrer Partner/in zusammen leben will, so wird er/sie zu ihr/ihm in ihre/seine
oder sie/er in seine/ihre Wohnung ziehen“,
um deutlich zu machen, dass eine befriedigende Lösung des Sprachproblems nicht
möglich ist. (Aus: Manfred Lütz,
Lebenslust, München 2005).
Gesundheit!
Gesundheitstage Niederrheinhalle
Mitarbeiter-Gesundheitstage
Kindergesundheitstage
Gesundheitstage Verbandsparkasse
2
3
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5
pro homine
Mitarbeiter
Menschen und Tiere in der Senioreneinrichtung St. Christophorus
8
Das Willibrord-Patronatsfest
9
Hilfe zur Selbsthilfe
10-11
Die Begeisterung des Professore
Scippa für alte Bücher
16
GIFT – Kooperatives „Voneinanderund Miteinander-Lernen“
16-17
Vom Denken in Schichten zum
Denken in Bedarfen
17
Es ist unverzichtbar sich zu
verabschieden
20
Ethikkomitee in Emmerich gegründet 21
Adventszeit im Agnes-Heim
21
Bauernmarkt im Nikolaus-Stift
27
Auch Gesundheit geht durch
den Magen
30
Das KTQ-Zertifizierungsprojekt
im St. Willibrord-Spital
34
„Wer teilt, gewinnt…!“ Martiniwoche
im Martinistift Wesel
38-39
Offenes Tanzcafé im Nikolaus-Stift 39
Das Marien-Hospital verbessert
sich kontinuierlich
40
Das neue Intranet
46
Sommerfest in der
Senioreneinrichtung Willikensoord
47
Handball-Jugend der HSG
sagt „Danke“
48
Grundsteinlegung der
Senioreneinrichtung St. Lukas
48
Der Geschäftsführer der
Holding wurde 20!
Aller guten Dinge sind drei
Bildungszentrum Niederrhein/Wesel
(BZNW) ist qualitätstestiert
…and by the way: congratulations
Christel Dorando
MAV Wesel: Einmalzahlung
Jeder Tag zählt! wir: gratulieren
Pastor van de Locht
Die Redaktion teilt diese Auffassung.
„Therapie am Ende“
Endoprothesenzentrum
Niederrhein
Gedanken zur Verarbeitung
einer Krebserkrankung
42
43
43
45
Im Gespräch
Manfred Otten: Ein ganz
besonderer Patient
14
Christof Lause, Pflegedienstleitung
im Martinistift
15
Hebammen
36-37
kulturell & unterhaltend
Niederrheinkrimi: Das Böse darf
nicht zu kurz kommen!
18-19
Kinderseiten
22-23
wir: weltweit
32-33
Buch-Tipps
35
Kennst Du unsere wir:
41
Küchenchef Kerstens kulinarische
Kreationen
44
Aus Ulis Schatzkästchen
44
Kreuzworträtsel
49
Kompakt
Die Herren über „Bits und Bites“
Darf es noch ein Kaffee sein…?
Gesundheit & Medizin
6
33
26
31
7
Gesundheitszentrum
12-13
24-25
Gesundheitszentrum Wesel
Neuigkeiten aus dem Gesundheitszentrum Emmerich/Rees
28-29
38
1
wir: Thema
Gesundheit!
Das wünschen wir uns am allermeisten! So lange wie möglich! Und das kann sehr lange sein,
denn nach den demographischen Prognosen werden wir alle sehr, sehr alt. Halt! Nur unter
EN
einer Bedingung – der nämlich, dass wir auch etwas für unsere Gesundheit tun. Und es
reicht nicht aus nur nicht zu viel zu rauchen, zu essen, zu trinken und zu viel zu arbeiten:
Um die Gesundheit zu erhalten
bedarf es aktiver Initiativen, und
derer gibt es viele. Um deutlich
zu machen, was man und frau
alles für seine und ihre Gesundheit tun kann haben das MarienHospital oft gemeinsam mit dem
Willibrord-Spital in der zweiten
Jahreshälfte 2006 verschiedene
Gesundheitstage durchgeführt:
• Einen für Kinder und Jugendliche
• Und einen für die Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen des
Marien-Hospitals.
• Die Kliniken haben sich
an den Niederrheinischen
Gesundheitstagen
• und an den Verbandsparkassen-Gesundheitstagen
beteiligt.
Ziel unseres Engagements war es,
zielgruppenspezifische Angebote
für die Gesundheitsförderung
vorzustellen, um den jeweiligen Besuchern die Vielfalt von
gesunden Aktivitäten vor Augen
zu führen.
Gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung, Stressbewältigung
und der Verzicht auf Zigaretten
gehören bekannter weise zu den
wichtigsten Erfolgsfaktoren,
wenn es um den Erhalt der Gesundheit, aber auch die Heilung
von Krankheit geht.
2
Gesundheitstage in
der Niederrheinhalle
Die Gesundheitstage begannen im
August in der Niederrheinhalle. Im Rahmen der „Gesundheitstage Niederrhein“
präsentierte sich die Holding in seiner
gesamten Breite wie gewohnt farbig
und vielfältig.
Expertenvorträge von unseren Ärzten
und Therapeuten, Diskussionsforen an
unseren Ständen, kostenlose Präventionsaktionen, umfassende Informationen
zu allen Fragen rund um die Gesundheit
wurden ebenso eifrig genutzt wie die
Möglichkeit sich komplett durchchecken
zu lassen. Ein Schwerpunkt der Tage war
das Thema „Frauengesundheit“, zu dem
das Brustzentrum des Marien-Hospitals,
die radiologische Praxis am MarienHospital und die Praxis für Pathologie
Wesel gemeinsam informierten.
Ca. 3000 Messebesucher verließen nach
zwei thematisch ausgefüllten Tagen die
Gesundheitsmesse hoffentlich mit vielen
Anregungen für das eigene Leben.
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MitarbeiterGesundheitstag
Im September 2006 standen einmal
nicht die Patienten im Mittelpunkt
unserer gesundheitsfördernden Bemühungen, sondern die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des Marien-Hospitals
selbst.
Die Idee zu diesem Tag entstand im
Lenkungsausschuss des Deutschen
Netzes gesundheitsfördernder Krankenhäuser (DNGFK), die den Mitarbeitergesundheitstag auch organisierte.
6000 Euro standen für dieses Projekt
zur Verfügung, gewonnen beim
Gesundheitswettbewerb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).
Das Preisgeld war gut angelegt: 55
ausgefüllte Fragebögen erhielt das
Organisationsteam zurück, davon 50
mit eindeutig positiver Resonanz.
Besonders die Einzelangebote wie z.B.
Teilkörpermassagen oder Naturkosmetik kamen bei den Mitarbeitern sehr
gut an und waren innerhalb kürzester
Zeit ausgebucht.
Das Programm war so vielfältig, dass
wir an dieser Stelle nur einen kleinen
Einblick gewähren können: Vorträge
informierten z.B. über das Mitarbeiterherz (Prof. Haerten), Mediterrane Kost
(Firma Klüh) oder den Zusammenhang
zwischen Konzentrationsfähigkeit
und Schlaf (Dr. Dienefeld). Workshops
gaben Einblicke in Ausgleichstraining
bei stehenden Tätigkeiten (Physiotherapie), Progressive Muskelentspannung
(Diplompsychologe Udo Wächter) oder
Selbstverteidigung (Herr Selbach). An
Informationsständen gab man Auskunft
über Rauchentwöhnung, Mitarbeiter-Lauftreff und gesunde Ernährung.
Gut angenommen wurden auch die
Beratungs-Sprechstunden, darunter
ein Stand der Deutschen Gesellschaft
für Supervision (DGSV), dem Berufsund Fachverband der Supervisoren in
Deutschland. Marie-Luise Schwennbeck
und Frajo Becker informierten u.a. über
Coaching als Unterstützungssystem
statt Notfallkrisenmanagement und
darüber wie Supervision dazu genutzt
werden kann, Sachen und Situationen
zu klären und Menschen zu stärken,
gerade auch in Zeiten sich verändernder
beruflicher Rollen.
Insgesamt sind sich alle einig: der
Mitarbeitergesundheitstag wird eine
Fortsetzung finden!
3
Kindergesundheitstag
wie Vorträge über plötzlichen
Kindstod und ADHS, Kasperletheater, Buttonmaschine und
Tombola…
Im November folgte der Kindergesundheitstag im Marien-Hospital.
Es standen nicht nur die kleinen Besucher im Mittelpunkt des Programms
– es wurde an die ganze Familie
gedacht. Und natürlich auch an das
Lieblingsspielzeug. „Wohin mit einem
kranken Teddy“? Diese Frage beschäftigt
schon Generationen und wer erinnert
sich nicht an „amputierte“ Teddyohren
oder herausquellende Innereien beim
eigenen Spielzeug. In der Teddybärklinik
des Marien-Hospitals konnte geholfen
werden. Und zwar fast so wie bei den
Großen: Röntgenbild und Abhorchen
brachte ebenso Informationen über den
Gesundheitszustand der „tierischen“ Patienten wie eine genaue Untersuchung.
Und auch die Behandlung ähnelte der
eines erwachsenen Patienten: Wärmflasche und Kuscheldecke zum Entspannen
und Smarties oder Gummibärchen zur
medikamentösen Therapie. „Wir versuchen unseren kleinen Patienten, die oft
4
so große Angst vor dem Arzt auf kindgerechte Weise zu nehmen“, so Felicitas
Hermsen, Oberärztin der Kinder- und
Jugendklinik.
Auch das übrige Programm des Kindergesundheitstages konnte sich sehen
lassen. Informationsveranstaltungen
über Säuglingsernährung, Babymassage und Elterncafé standen ebenso auf
dem abwechslungsreichen Programm
Großen Anklang fand wie bei
der Eröffnung der Kinderklinik
das Programm des Gauklers LUI,
bei dem die kleinen Besucher
sich plötzlich zu Akrobaten
entwickelten und die Gesundheitschecks wie z.B. UltraschallDiagnostik und Blutdruck bzw.
Blutzucker-Kontrollen- obwohl
es manch kleinem Menschen ein wenig
vor dem „Pieks“ graute.
Mancher Besucher staunte nicht
schlecht wie viele Fettpunkte eine Tüte
Chips oder Portion Pommes hat. Die
Holzsteckpuppe Luka, eine Erfindung der
Ernährungsberaterin Angelika Klepping
gab Aufschluss über gute und schlechte
Ernährungsgewohnheiten und versucht
so für das Thema „zu fette Ernährung
– zu wenig Bewegung“ zu sensibilisieren.
wir: Thema
Gesundheitstage in
der Verbandsparkasse
Abgerundet wurde die Serie der Gesundheitstage in der Verbandsparkasse
Wesel. Auch hier wurde an zwei aufeinander folgenden Tagen zu Gesundheit,
Fitness und Vorsorge eingeladen. Das
Marien-Hospital, unterstützt von den
Emmericher Kollegen flankierten diese
„Fit und Vitaltage“ als Experte in Sachen
Gesundheit. Da durfte natürlich das
Gesundheitszentrum mit seinen Aktivitäten nicht fehlen, aber auch hier waren
die Facharztsprechstunden der „Renner“, zu denen die Besucher sich mit
vielen Fragen bewaffnet von zu Hause
aufgemacht hatten. Geduldig warteten
sie in der langen Schlange, die zeitweise
entstand, weil die Ärzte sich intensiv
mit den Einzelnen auseinander setzten.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass Gesundheitstage eine vielfältige,
interessante, freundliche und durchaus
auch angstfreie Annäherung an die
Fragen der eigenen Gesundheit ermöglichen. Die Besucher erleben eine große
Zahl unterschiedlicher Angebote, aus
denen sie sich das „Passende“ und das
„Mögliche“ heraussuchen können. Neue
Ideen machen das Wort „Gesundheit“
wieder zu einem aktiven Prozess. Das
ist zumindest das Anliegen der vielen
Veranstalter.
B.-K., L.Q.
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wir: Mitarbeiter
Geburtstag
Der Geschäftsführer
der Holding wurde 20!
Vielleicht wundern Sie sich jetzt
liebe Leser, dass die Holding einen so
jungen Geschäftsführer hat, der sich
in solch stürmischen Zeiten zutraut,
die Geschicke eines Klinikverbundes
zu leiten. Vielleicht möchten Sie sich
von diesem „jugendlichen Mut“ eine
Scheibe abschneiden. wir: müssen
Sie enttäuschen! Weil Sie nämlich
diese Ankündigung nicht biografisch
betrachten dürfen, sondern Arbeitsplatz bezogen. Unser Geschäftsführer
feierte am 1. November 2006 sein
20-jähriges Betriebsjubiläum, also
eher einen indirekten Geburtstag.
Erwähnenswert ist dieses Jubiläum alle
mal, denn es gibt einen Anlass innezuhalten und auf zwanzig Jahre MarienHospital und später auch auf die Holding
„pro homine“ zu blicken.
Im Rahmen einer kleinen Feier gewürdigt
vom Aufsichtsratvorsitzenden, beglückwünscht von Betriebsleitungen, Kuratorium, Aufsichtsrat und einigen geladenen
Gästen, durfte der Geschäftsführer sich
ausnahmsweise gelassen zurücklehnen
und Details über die Entwicklungen
„seiner Zeit“ anhören.
Sein Stellvertreter und Verwaltungsleiter
des Marien-Hospitals, Martin Diek, fasste
zusammen:
Heinrich Schnieders nahm seine Arbeit
im Marien-Hospital zu einer Zeit auf,
die gerade durch die sog. „Jahrhundertreform“ geprägt wurde. Die Krankenhäuser hatten nur noch Anspruch auf
ein nach wirtschaftlichen Kriterien im
vorhinein verhandeltes Budget. „Unwirtschaftlichkeiten sollten nicht von
den Krankenkassen finanziert werden
und wenn das einzelne Krankenhaus mit
den verhandelten Preisen nicht auskam,
6
hatte es die entstehenden Verluste selber
zu tragen. Aber auch die durch gute
Verhandlung und effektives Kostenmanagement erzielten Überschüsse sollten
den Krankenhäusern verbleiben. Chance
und Risiko wurden im überschaubaren
Rahmen im Krankenhaus eingeführt“,
so erklärte der Verwaltungsleiter einige
Schwerpunkte der Reform und schlussfolgerte daraus: „Dies war ein gutes
Umfeld für Sie“, weil doch der neue
Geschäftsführer aus der freien Wirtschaft
kam und das entsprechende unternehmerische Know how mitbrachte.
Das Unternehmen wuchs, weil die
zukunftsorientierten Entscheidungen
gemeinsam mit Kuratorium, Aufsichtsrat
und der Betriebsleitung getroffen und
umgesetzt wurden:
Ein bauliches Zielkonzept mit neuem
Bettenhaus, Neubaumaßnahmen Ambulanz und Labor, die Sanierung und
Anbau des KAPs, Neubau der Tagesklinik
für Geriatrie, Sanierung des Westflügels
und des Haupteingangs, Neubau der
Kinderklinik und der Kreißsäle und die
Erweiterung der OP-Räumlichkeiten.
Strukturelle Veränderungen im Bereich
neuer Fachabteilungen wie z.B. Geriatrie
und Gefäßchirurgie und der hauseigenen
Röntgenabteilung. Diese wurde aufgelöst
zugunsten einer Niederlassungspraxis.
Hinzu kam der Aufbau des Sozialpädiatrischen Zentrums, der geriatrischen
Tagesklinik, des Gesundheitszentrums
und zuletzt der Aufbau der Tagesklinik
für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
Psychotherapie.
Der Bereich der Senioreneinrichtungen ist ebenfalls von Veränderung und
Aufbau geprägt. Zeitnah und umfassend,
so Martin Diek, hat der Geschäftsführer
auf die sich anbahnende demografische
Entwicklung am Niederrhein reagiert.
Inzwischen wird die neunte Senioreneinrichtung der Holding gebaut.
Dass dieser Unternehmensbereich sich zu
einer solchen Größe entwickelt hat, ist
neben der aktiven Unterstützung durch
den Träger, vor allem auch ein Erfolg, der
vielen kompetenten Mitarbeiter, sagt der
Geschäftsführer selbst.
Die achte Senioreneinrichtung, das
Augustinusheim liegt in Emmerich, direkt
neben dem Willibrord-Spital, was deutlich macht, welche weiteren strukturellen
Veränderungen in diese zwanzig Jahre
gehören:
Die Gründung der Holding „pro
homine“: Die Krankenhäuser MarienHospital Wesel, St. Willibrord-Spital
Emmerich/Rees, die Fachklinik Horizont,
9 Senioreneinrichtungen, 2 Servicegesellschaften, 2 Gesundheitszentren und
die ambulante Rehabilitation bilden das
Unternehmen „für den Menschen“.
Die Komplexität der Holding wächst.
Die angestrebten Ziele in den unterschiedlichen Bereichen werden vielfältiger. Es ist eine hohe Kunst, diese Vielfalt
zu steuern und auf eine gemeinsame Unternehmensstrategie zu lenken. Heinrich
Schnieders hat sich diesem Ziel, wie er
sagt, verpflichtet und versteht die Arbeit
dafür als eine positive Herausforderung
für die Zukunft.
wir: gratulieren und wünschen dem
Geschäftsführer und seinem Schiff viel
Wind, nicht nur von vorne!
Für die Redaktion:
B.-K.
wir: Gesundheit & Medizin
„Therapie am Ende“
Mutige Fortbildungsinitiative zur Bedeutung von Lebensqualität durch
palliative Medizin und Pflege am Ende des Lebens
Hospizkreis am MHW und Hospizinitiative
Wesel e.V. bereiteten eine gemeinsame
Fortbildung für Medizin, Pflege, Therapeuten
des Marien-Hospitals und ehrenamtliche
Mitarbeiter der Hospizinitiative vor.
Schmerz ist das fünfte
Vitalzeichen
Menschen, die schwerkrank und
sterbend sind, brauchen palliative
Medizin, auch wenn diese im neuen
Abrechungssystem, den DRG‘s, nicht
ausreichend abgebildet und refinanziert
ist und Pflege, bei denen individuell
geäußerter Schmerz als Vitalzeichen
wahr- und ernst genommen wird. Eine
rationelle Schmerztherapie ist gefragt,
die Vertrauen schafft, die man einfach
erlernen kann und die den Patienten so
selbstbestimmt wie möglich einbezieht
und nicht entmündigt.
Adäquate Schmerztherapie hat
eine hohe Bedeutung
Das gilt für die Klinik genauso wie für
die ambulante Betreuung durch den
Hausarzt, die ambulante Pflege als auch
für die Alltagsarbeit im Hospiz. Dies
bestätigt die Leitung Frau Brünken aus
Kevelaer: 95 % machen bösartige Erkrankungen bei den Gästen des Hospizes
mit Tumorschmerzen aus, bei einem
Durchschnittsalter von 50 bis
60 Jahren und 16
Tagen Verweildauer bis zum
Tod. Hier ist noch
Informations- und
Schulungsbedarf,
sowohl bei der
Pflege und den
Medizinern in den
Kliniken als auch bei den niedergelassenen Ärzten. Im Mittelpunkt stehen muss
der Betroffene mit seinen Angehörigen,
damit eine individuelle und maßgeschneiderte Therapie greifen kann,
damit die „Therapie am Ende“ nicht am
Ende ist. Veranstaltungen wie diese, die
aufklären, erklären und Bewusstsein
schaffen, müssen auch weiterhin angeboten werden, darin waren sich die fast
sechzig Teilnehmer einig.
Schmerzmanagement für die
Holding
Es gibt einen Konzeptentwurf für die
Einführung eines „Schmerzmanagements“ in der Holding. Fünf Mitarbeiter wurden bereits zu so genannten
Pain-Nurses ausgebildet, weitere folgen.
Wissenswertes zum Thema Schmerz/
Schmerztherapie wurde in den Fortbildungsplan 2007 aufgenommen.
S. G-W
7
wir: pro homine
Begegnungen
Menschen und Tiere in der
Senioreneinrichtung St. Christophorus
Unser Haus ist noch recht neu.
Seit einem guten Jahr sind 80
Senioren/innen im St. Christophorus
in Friedrichsfeld zuhause. Die Idee,
Tiere am Heimgeschehen zu beteiligen, ist nicht so ganz neu. Seit
mehr als zwei Jahrzehnten sind die
positiven Effekte des Zusammenlebens von Mensch und Tier in
Senioreneinrichtungen Gegenstand
von Forschung und Wissenschaft.
Die Lebensgemeinschaft von Mensch und
Tier geht auf unsere Ursprünge zurück.
Dieses Wissen und die Auseinandersetzung mit der Thematik, wie wirken Tiere
auf alte, pflegebedürftige Menschen, hat
bei uns ein gesundes Miteinander von
Mensch und Tier wachsen lassen.
Unsere vierbeinigen Mitarbeiter Cora,
Cleo und Jimmy sind fester Bestandteil
im Leben unserer Bewohner geworden.
Das Geben und Nehmen von Zuwendung,
das Erleben, wenn ein Hund sich über
8
eine kleine Nascherei freut, zu
schauen, ob es den Vierbeinern
gut geht, all das wollen unsere
Bewohner nicht mehr missen.
Tiere machen keine
Unterschiede
Tiere mit ihrer relativ einfachen
und nonverbalen Kommunikation
erreichen alte, auch demenziell
erkrankte Menschen, auf einer Ebene,
die ihre Gefühle berührt und auf die
sie reagieren können. Sie lächeln,
entspannen sich, wenden sich den Tieren
zu. So nehmen sie Kontakt auf, einen
Kontakt, den sie zu anderen Menschen
nicht mehr aufnehmen können oder
wollen.
Auch unsere beiden Singsittiche haben
ihr Fans. Die Bewohner kümmern sich
liebevoll darum, dass immer ein frisches
Salatblatt im Käfig hängt.
Ein großes Aquarium schmückt unseren
Wohnbereich 2. Zwei Bewohner haben
die Verantwortung dafür übernommen,
dass ihre stummen Freunde immer mit
Futter versorgt sind. Und nicht nur das.
Bewohner, die sich in keiner Weise mehr
äußern können und zu großer Unruhe
neigen, sind ruhig und entspannt, wenn
sie den Bewegungen im Aquarium zusehen können. Freude für einen Moment,
ein Kontakt, der gut tut. Die Begegnungen sind ganz unterschiedlicher Art,
aber sie haben eines gemeinsam: sie
bereiten Freude.
Auf diese positiven Erfahrungen können
wir zurückschauen.
Und wir machen weiter. Unser nächstes
Projekt starten wir Ende Oktober. Einmal
monatlich wird eine Welpenschule unsere
Einrichtung besuchen.
Wir sind gespannt, wie sich dieses Projekt
entwickeln wird.
Tierische Grüsse aus Friedrichsfeld
Claudia Neuenhaus
Haus- und Pflegedienstleitung
Das Willibrord-Patronatsfest
Ein Gedenktag und eine
Gelegenheit „DANKE“
zu sagen für eine langjährige
Zusammenarbeit
Eine große Zahl Mitarbeiter,
Betriebsjubilare, Pensionäre und
Ehrengäste kamen am Mittag des
7. November nach einem festlichen
Gottesdienst erneut in die Cafeteria
des St. Willibrord-Spitals, um gemeinsam das Willibrord-Patronatsfest zu feiern. Zum 10, 15, 20, 25,
30 oder 35jährigen Betriebsjubiläum
konnten fast 90 Mitarbeiter geehrt
werden – ein stattlicher Anteil der
insgesamt 680 Beschäftigten im
St. Willibrord-Spital! Ein Anteil, der
jedes Jahr kontinuierlich wächst. Für
dieses Zeichen der Verbundenheit
und Treue zum Unternehmen, kann
die Mitarbeitervertretung und die
Betriebsleitung mit Blumen und
einem Los der Aktion Mensch nur
symbolisch danken. Das Engagement
und die Erfahrung der Mitarbeiter
tragen ganz wesentlich zum Erfolg
des Betriebes bei!
Großer Andrang herrschte zeitweise rund um das feine Buffet des
neuen Küchenchefs R. Schigulski.
Die Aussicht, im nächsten Jahr diese
Feier im Gesellschaftsraum des neu
eröffneten Seniorenheims St. Augustinus begehen zu können, ist höchst
verlockend.
S.S.
Anne Peters – nach 21
Jahren in den Ruhestand
verabschiedet. Weitere
Neupensionäre: YoungIe Brodowski, Margret
Heiden, Gisela Lehwald,
Werner Seidenberg,
Ernst Versteegen und
Brigitte Weiß
Unsere Pensionäre
Cilly Krebber und
Thea Pelgrim.
Schön, Sie wieder zu
sehen!
Eine familieninterne
Ehrung:
MAV-Vorsitzender
Heinz van de Löcht
und „seine“ Maria
Wo sind die Lose mit
dem Hauptgewinn?
Die 15jährigen Jubilare
Susanne Lang (links)
und Götz van Fürden
(Mitte)
Seit 20 Jahren Ärztin in
der Gynäkologie:
Fr. Bertram (Mitte)
9
wir: pro homine
Links: ein Tukul – eines der traditionell
gebauten Häuser. Unten: Kaiserschnitt
– die häufigste Operation im Attat-Hospital.
Ein HIV-/AIDS-Beratungsgespräch – 3236
HIV-Test wurden 2005 durchgeführt.
Hilfe zur Selbsthilfe
pro homine unterstützt das Attat-Hospital in Äthiopien
Weihnachten ist eine Zeit, in der
die Menschen dieser Welt idealerweise ein bisschen näher zusammen
rücken und – sensibilisiert für die
Bedürfnisse der anderen – sich gegenseitig unterstützen. Das möchte
auch unsere Holding „pro homine“
tun, und zwar auf Dauer. Unsere
Unterstützung gilt dem AttatKrankenhaus in Äthiopien, das wir
Ihnen heute vorstellen möchten.
Äthiopien ist ein Staat im Osten
Afrikas, der an Eritrea, den Sudan,
Kenia, Somalia und Dschibuti grenzt.
Auf einer Fläche von 1,1 Millionen
Quadratkilometern (zum Vergleich
Deutschland hat 357.000 qkm) leben
77 Millionen Menschen. Das Bruttosozialprodukt liegt pro Kopf bei unter
100 Euro.
Das Attat-Hospital liegt 187 km
südwestlich von der Hauptstadt Addis
Abeba. Es wurde vor 37 Jahren von den
Missionsärztlichen Schwestern gegründet, die auch heute noch in leitender
Funktion tätig sind und gehört zur
katholischen Kirche Äthiopiens.
Das Krankenhaus hat 74 Betten. Weitere
33 Betten befinden sich im Haus für
Risikomütter, 22 Betten in der Abtei-
10
lung für fehlernährte Kinder. Im Jahr
2005 wurden 7546 Patienten stationär
behandelt. Die Belegungsrate betrug 96
Prozent, die Verweildauer 3,4 Tage. Der
Hauptgrund zur stationären Aufnahme
waren geburtshilfliche Probleme gefolgt
von Infektionserkrankungen aller Art mit
Malaria an erster Stelle.
Viele Patienten leben in
materieller Armut
Die Patienten kommen oft nach tagelangem Marsch in sehr schlechtem
gesundheitlichen Zustand im Attat
Krankenhaus an. Schwerkranke werden
immer zusammen mit ihren Begleitpersonen aufgenommen. Sie schlafen unter
oder zwischen den Patientenbetten und
halten auch Sitzwache.
Viele Patienten können ihren Krankenhausaufenthalt nicht selber bezahlen. Die
Balance zu halten zwischen sinnvoller
Unterstützung, wenn materielle Armut
Menschen an Grenzen stoßen lässt und
einem vernünftigen Appell an die Eigenverantwortung bleibt für die Mitarbeiter
des Hospitals eine Gradwanderung. Ein
großes Problem haben die Menschen mit
chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Epilepsie. Trotz einer
durchschnittlichen Lebenserwartung von
45 Jahren wächst diese Gruppe. Insulin
und Hochdruckmedikamente sind teuer
und lebenslang einzunehmen.
Das Einzugsgebiet des Attat-Krankenhauses umfasst 500.000 Einwohner. In
dem einfachen Operationssaal konnten
2005 1237 große Operationen und
3865 kleinere Eingriffe durchgeführt
werden. Die häufigste Operation war der
Kaiserschnitt (432). Bei den kleineren
Eingriffen stand das Ziehen kranker
Zähne (949) an erster Stelle gefolgt von
Entopienoperationen (Hilfe bei ägyptischer Augenerkrankung). Außerdem
wurden 3236 HIV-Tests durchgeführt.
Die Positivrate in der Gruppe, die sich
zum Beispiel vor der Heirat freiwillig
testen ließen betrug wie im Vorjahr
3,8 Prozent.
232 ambulante Patienten pro Tag
Das Attat Krankenhaus behandelt nicht
nur stationäre Patienten sondern verfügt
auch über eine Krankenhausambulanz.
In 2005 betreute diese 42.729 Patienten, das entspricht 232 Patienten pro
Tag bei einer bestehenden 5 Tage
Woche. Die Hauptdiagnosen in der
Ambulanz waren neben Malaria,
Nierenleiden und Atemwegsinfekten
auch HNO- und Augenprobleme sowie
Probleme mit dem Verdauungssystem.
Täglich das gleiche Bild:
viele wartetende Patienten.
Außerdem verfügt das Krankenhaus
über ein großes integratives Gesundheitsprogramm in Zusammenarbeit mit
28 umliegenden Dörfern. Zum Programm gehört zum Beispiel eine sichere
Wasserversorgung mit 132 Brunnen, die
alle funktionsfähig sind und instandgehalten werden. Weiterhin gibt es 24
„Erste Hilfe Stationen“, die mit ausgebildeten Dorfgesundheitshelfern besetzt
sind. Dort werden Bagatellleiden wie
Kopfschmerzen, kurzzeitiges Fieber,
Würmer etc. behandelt. Das erspart vielen Menschen den Weg in die Krankenhausambulanz.
Großer Teil der Kosten wird
durch Spenden gedeckt
Das gesamte Projekt (kurativ und präventiv) beschäftigt 166 MitarbeiterInnen.
60,6 % der Krankenhauseinnahmen sind
Patientenbeiträge, der Rest der Kosten
wird durch Spenden gedeckt. 36 % der
Ausgaben bestehen aus Personalkosten,
17 % werden in den Einkauf von Medikamenten investiert.
Die Aufgaben des Krankenhauses sind
sehr vielfältig. Es ist Ausbilder für Ärzte,
Hebammen, Krankenpflegepersonal,
Büromitarbeiter und Gesundheitsassistenten aber auch Anlaufstelle für
sozialschwache Menschen mit Bedürfnissen nach Nahrung, Kleidung, Hilfe bei
der Reparatur ihres Hauses etc., da es
an offiziellen Stellen im Bereich Sozialer
Dienste mangelt.
Unterstützung durch pro homine
Wir geben hier nur einen kleinen
Einblick in die vielfältige Arbeit des
Attat Krankenhauses. Die Holding
„pro homine“ möchte dieses Projekt
in vielfältiger Weise unterstützen: mit
Geldspenden, medizinischen Sachspenden und fachlichem Know how. Wir
werden in unserer wir: Zeitung regelmäßig darüber berichten.
In unserer nächsten Ausgabe lernen
Sie einige Menschen
kennen, die im Attat
Hospital arbeiten
und erfahren mehr
über die schwierigen Bedingungen,
unter denen die
Gesundheitsvorsorge und
Krankheitsbehandlung
in einem
wirtschaftlich
armen Land
stattfindet.
Bitte unterstützen Sie die Arbeit der
Missionsärztlichen Schwestern in
Äthiopien mit Ihrer Spende – nicht nur
zur Weihnachtszeit!
Vielen Dank!
L.Q.
Spendenaufruf
Kontoverbindung:
Missionsärztliche Schwestern
Bank im Bistum Essen
Konto Nr.: 47400015
BLZ: 36060295
Bitte vergessen Sie bei Ihrer Überweisung nicht den Hinweis: „Für
das Attat Hospital in Äthiopien“.
11
wir: Gesundheit & Medizin
Endoprothesenzentrum Niederrhein
Eine starkes medizinisches Leistungsangebot innerhalb der Holding „pro homine“
Immer mehr Menschen erleiden immer früher ernsthafte Schädigungen
ihres knöchernen Bewegungsapparates, welche ihre Lebensqualität
deutlich einschränken. Dauerschmerz und Bewegungsunfähigkeit
werden oft begleitet von psychischen Problemen, da die Betroffenen sich nicht in das soziale Leben
integriert fühlen.
Die Medizin hingegen macht deutliche Fortschritte in der Behandlung
dieser Erkrankungen und in der daraus resultierenden Verbesserung der
Lebenssituation Betroffener. Grund
genug für uns, dazu Informationen
aus erster Hand einzuholen.
wir: interviewten die beiden Chefärzte:
Dr. J. Hanke, Chefarzt der Unfall- und
Wiederherstellungs-Chirurgie am
Marien-Hospital Wesel und Dr. N. Fohler,
Chefarzt der Abteilung für Orthopädie II
am St. Willibrord-Spital Emmerich.
Das neu geschaffene Endoprothesenzentrum Niederrhein bringt durch
den Zusammenschluss innerhalb der
Holding „pro homine“ das Know how der
Orthopädie II des St. Willibrord-Spitals
in den unfallchirurgischen Standort am
Marien-Hospital ein. Dr. J. Hanke freut
sich über die Unterstützung durch einen
renommierten, fachlich hoch kompetenten Orthopäden, wie Dr. Fohler.
wir: Welche Art von Dienstleistung
verbirgt sich hinter der Überschrift
„Endoprothesenzentrum“?
Das Endoprothesenzentrum bietet
kompetente Leistungen im Bereich der
Gelenkchirurgie, also des künstlichen
Gelenkersatzes bei Verschleißerkrankungen oder bei Unfallfolgen an. Neben
dem Ersatz der kleineren Gelenke, z.B.
der Fingergelenke und Gelenke wie
12
Ellenbogen, Fuß- oder Schultergelenk,
stehen insbesondere der Ersatz der
Knie- und Hüftgelenke im Fokus. Diese
beiden Gelenke machen ca. 90 Prozent
des gesamten Gelenkersatzes aus.
wir: Welche Vorteile haben Patienten
von diesem Zusammenschluss?
Zunächst einmal wird durch diese Kooperation die regionale Achse entlang des
rechten Niederrheins im Hinblick auf die
endoprothetische Versorgung gestärkt.
Hinter den medizinischen Diagnosen,
Beratungen und Therapien steckt nun
ein noch breiteres Erfahrungswissen,
und durch die gebündelte Kompetenz
kann die Abdeckung des gesamten
Spektrums dieses Fachbereiches zur
Verfügung gestellt werden.
wir: Wie gestaltet sich der
Behandlungsablauf aus der Sicht der
Patienten?
Für den Standort Emmerich ändert sich
nichts. Die Patienten melden sich unter
der Rufnummer 02822-73-1110 im
Sekretariat der Orthopädischen Klinik II
an und werden dort wie gewohnt behandelt. Die Patienten, die im Standort
Wesel operiert werden möchten, melden
sich mit einer Einweisung des Hausarztes oder einer Überweisung eines
niedergelassenen Orthopäden/Chirurgen
im Sekretariat an. Im Sekretariat des
Endoprothesenzentrums nimmt
Frau Pfaff unter der Telefonnummer
0281-104-1120 die Anmeldungen zur
Sprechstunde entgegen. Die Sprechstunde findet dienstags zwischen 14.00
und 16.30 Uhr im Marien-Hospital statt.
Beide Chefärzte führen gemeinsam die
Untersuchung und Beratung durch, und
in einem kollegialen Gespräch werden
anschließend Behandlungsstrategien
entwickelt. In Absprache mit dem
Patienten erfolgt dann die OP-Planung.
Die Operation kann auf Wunsch des
Patienten in Emmerich oder in Wesel
durchgeführt werden.
wir: Patienten sind nach einer
Operation oft körperlich geschwächt.
Was passiert nach dem Krankenhausaufenthalt?
In der Regel schließt sich nach einer
OP im Bereich der großen Gelenke
eine dreiwöchige, stationäre oder auch
ambulante Rehabilitation an. In dieser
Phase und auch später können unsere
eigene Endo-Reha in Rees oder auch
die orthopädische Reha in der Abelstraße (Wesel) gute Unterstützungsarbeit
leisten. Die dortigen Therapien richten
sich vor allem auf den Bereich Muskelaufbau (zur Gelenkunterstützung)
und Bewegungstherapie, z.B. auch durch
Anwendungen im Wasser. Ziel dieser
Maßnahmen ist die Wiedererlangung
und/oder Erhaltung der Fähigkeiten zur
Alltagsbewältigung.
Ab Januar 2007 ist hier mit Herrn
Dr. Michael Wolf eine neue und sehr
kompetente ärztliche Leitung aller Einrichtungen der orthopädischen Rehabilitation für den Bereich der „pro homine“
vorhanden.
Nach Abschluss der Rehabilitation
erfolgt die Weiterbehandlung selbstverständlich bei den niedergelassenen
Orthopäden oder Unfallchirurgen.
Dr. J. Hanke, Chefarzt der Unfall- und
Wiederherstellungs-Chirurgie am
Marien-Hospital Wesel und Dr. N. Fohler,
Chefarzt der Abteilung für Orthopädie II
am St. Willibrord-Spital Emmerich
großes Augenmerk. Durch unsere
Kompetenzerweiterung hoffen wir als
Partner der niedergelassenen Ärzte
noch attraktiver werden zu können.
Diese Zusammenarbeit ist für uns und
alle Patienten jetzt und in Zukunft von
außerordentlicher Bedeutung.
wir: Seit wann gibt es in der Medizin
die Möglichkeit, Gelenke zu ersetzen?
Experimentelle Chirurgie im Rahmen
von Gelenkersatz gibt es schon sehr lange. Ernstzunehmende und erfolgreiche
Operationen erfolgten in der Bundesrepublik Deutschland aber erst ab Ende
der 60er Jahre. Seither hat mit der
Herstellung geeigneter Materialien und
der Entwicklung neuer Techniken eine
rasante Entwicklung in der Endoprothetik eingesetzt.
wie: Wie viele gelenkersetzende
Operationen werden in Deutschland
pro Jahr durchgeführt?
Bezogen auf die beiden Haupteinsatzgebiete Hüfte und Knie finden
in Deutschland jährlich ca. 180.000
hüftgelenkersetzende- und ca. 118.000
endoprothetische Knieoperationen statt.
Im Vergleich zu den Hüftoperationen
nimmt gerade die Zahl der Knieendoprothesen aufgrund immer besserer
OP-Verfahren stark zu. Im Gegensatz
zur Hüfte stehen beim Knie nur wenig
Weichteilgewebe und Muskulatur zur
Verfügung, und das macht die Sache
operationstechnisch aufwändiger.
wir: Welche Art von Erkrankungen
machen solche Operationen nötig?
Es gibt zwei große Gruppen von Erkrankungen, die hier relevant sind. Zum einen sind das die degenerativen Veränderungen (Verfall von Zellen und Gewebe,
Verschleiß) und zum anderen traumatische Ereignisse (Unfälle). Erschwerend
kommt neben zunehmend übergewichtigen Menschen und vermehrt sportlicher und beruflicher Überbelastung die
demographische Entwicklung hinzu,
dass nämlich immer mehr Menschen
immer älter werden und damit auch die
Beschwerden steigen.
wir: Ist das Leben mit einem
künstlichen Hüftgelenk besonders
beschwerlich?
Ganz im Gegenteil: aus eine Operation resultiert zumeist eine erhebliche
Verbesserung der Lebensqualität. Die
allgemeine Belastbarkeit wird gesteigert
und die Schmerzen können deutlich
reduziert werden. Im Nachklang dieser
Operationen sind auch sportliche
Betätigungen im normalen Rahmen
wieder möglich, das Fahrradfahren wird
sogar sehr empfohlen. In Anbetracht der
Standzeit der modernen Implantate, die
bei Knieendoprothesen im Schnitt 15
Jahre und mehr beträgt – eine erneute
(zweite) Implantation ist möglich – erfährt das Zurechtkommen im Alltagsleben der oft älteren Patienten eine
erhebliche Aufwertung.
wir: Bringt das Zentrum auch Vorteile
in der Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten?
Auf dieser Kooperation liegt unser
wir: Wo befindet sich das Zentrum
räumlich?
Neben einem neuen Operationssaal speziell für Gelenk- und Knochen-OPs, welcher
Anfang 2007 im Marien-Hospital zur
Verfügung stehen wird, wird es zeitnah
auch ganz eigene Räumlichkeiten für die
Untersuchungen und Sprechstunden des
Endoprothesenzentrums ebendort geben.
Wir möchten noch einmal betonen, die
Nutzung gilt für die Behandlung der
Patienten in Wesel und Umgebung.
In Emmerich bleibt alles in bewährter
Form im Rahmen der Abteilung für
Orthopädie II.
wir: sind der Meinung, durch diese
recht umfassenden Aussagen der beiden
Mediziner einen recht guten Überblick
über die Endoprothesen-Medizin in der
Holding „pro homine“ gegeben zu haben
und möchten alle Ratsuchenden ermuntern, in Absprache mit ihren niedergelassenen Haus- und Fachärzten, die
angebotenen Hilfestellungen zu nutzen.
Wir informieren Sie gern.
AB
Sprechstunde
Anmeldung Emmerich:
Telefon 02822-73-1110
Sekretariat der Abteilung für
Orthopädie II
Anmeldung Wesel:
Telefon 0281-104-1120
Sekretariat des Endoprothesenzentrums, Frau Pfaff
13
wir: Im Gespräch
Ein ganz besonderer Patient
Manfred Otten war nicht nur 28 mal als Patient im
St. Willibrord-Spital Emmerich – auch in anderen Lebenslagen
ist der 72jährige Gärtnermeister dem Haus sehr verbunden
Die Geschichte beginnt etwa im
Jahre 1950 als der 16jährige
Manfred Otten mit einer Blinddarmentzündung in das Krankenhaus aufgenommen wurde. Nach
erfolgreich überstandener Operation
eroberte der jugendliche und blond
gelockte Patient schnell das Herz
der Ordensschwestern. Er half, die
elastischen Binden aufzuwickeln und
nahm so oft es ging, an der Messe
in der Krankenhauskapelle teil. Dass
er nach dem Abendessen im Krankenhaus heimlich für einen kleinen
Schlaftrunk die Emmericher Kneipen besuchte, ist ein Zeugnis seiner
robusten Natur und der Gabe, das
Schicksalhafte mit dem Angenehmen
zu verbinden.
In den folgenden Jahren führten ihn
verschiedene Erkrankungen und große
Operationen in fast alle Abteilungen
des Krankenhauses. „Es hat mich nie
gedrängt, schnell wieder nach Hause zu
gehen, weil ich mich rundum aufgehoben
und wohl gefühlt habe“ resümiert der
inzwischen weißgelockte Rentner. Neben
14
dem guten Verhältnis zum ärztlichen und
pflegerischen Personal, fand er immer
auch nette Mitpatienten mit denen er
„Dönekes“ austauschen und „nachstationäre“ Unternehmungen planen konnte.
So war es selbstverständlich, dass der
Behandlungserfolg des vierwöchigen
Aufenthaltes in der Rheuma-Tagesklinik
gemeinsam mit den acht Mitpatienten
mit einer zünftigen Abschiedsfeier honoriert wurde.
Als „einfach einmalig“ bezeichnet der
bekannte Emmericher den Aufenthalt
und die Atmosphäre in der Rehabilitationsabteilung in Rees, wo er nach
einer Kniegelenkersatz-Operation viele
Wochen verbrachte. Es regt ihn mächtig
auf, wenn Emmericher Bürger nicht das
nahe gelegene Krankenhaus aufsuchen
sondern ihr Wohl in weit entfernten Einrichtungen suchen. „Viele kommen mit
hängenden Ohren zurück“ sinniert der
engagierte und zufriedene Patient.
Seine Kontakte zum Krankenhaus pflegt
Manfred Otten jedoch auch beruflich
und privat. Als Gärtnermeister versorgte er in den 50er Jahren bereits die
„Gartenschwester“ mit Pflanzen für den
Krankenhausgarten. In den folgenden
Jahren belieferte er dann das Spital mit
Blumenkästen, Adventsgrün und Blumenschmuck und im Jahre 2001 wurde von
seiner Gärtnerei die Gartenanlage rund
um das Krankenhaus angelegt.
Doch damit nicht genug: Sein reges
Interesse an den Geschehnissen rund um
das St. Willibrord-Spital findet Ausdruck
in einer stattlichen Sammlung von
Zeitungsartikeln, die der 72jährige seit
15 Jahren zusammen trägt. Als er von
den Bilderausstellungen im Krankenhaus
las, stellte er spontan 65 Zeichnungen
des Emmericher Originals Jupp Preuth
zur Verfügung, die daraufhin auf den internistischen Stationen des Emmericher
Krankenhauses ausgestellt werden.
„Ja und bald bin ich wieder bei Euch“,
schmunzelt der humorvolle Manfred
Otten und deutet auf sein noch nicht
operiertes Knie, „ja und danach vielleicht
die Hüften…“
wir: wünschen alles erdenklich Gute…
S.S.
Name: Christof mit f und Lause wie Lausebengel
Jahrgang: 1966
Geboren: Ja-nachweislich ein echter Niederrheiner
aus Kleve
Beruf: examinierter Krankenpfleger, geplagter Vater
von zwei pubertierenden Kindern
Freizeit: RRR (Rad-Roller-Rudern), zu Fuß bin ich
nur von Martini zum Hospital unterwegs.
Lieblingsspeise: Indisch
Wenn der Kreis sich schließt
und es den Täter zurück an den Tatort treibt.
Seit 1. Juli 2006 bist Du als PflegeDienstleitung im Martinistift tätig.
Das ist aber nicht der erste Kontakt
mit Einrichtungen der pro homine?
Stimmt. 1985 leistete ich vor meiner
Krankenpflegeausbildung am BZNW
im Martinistift meinen Zivildienst ab.
Danach arbeitete ich im Hospital auf der
Intensivstation und am Herzkathetermessplatz.
Schließt sich jetzt der Kreis?
Es sieht so aus. Schon bemerkenswert,
dass ich nach etwas mehr als zwanzig
Jahren als Pflegedienstleiter dahin zurückkehre, wo meine pflegerische Wiege
steht.
Wann hast Du nach umfänglicher Erfahrung in der Pflege mit der weiteren
Qualifizierung zum Pflegemanagement
begonnen?
Mit dem Wechsel vom Niederrhein in
die westfälische Provinz, 1997, nach
Bocholt. Parallel zum Managementstudium in Köln arbeitete ich in der Abteilungsleitung im St. Agnes-Krankenhaus.
weg von der Basis und den dazugehörenden Mitarbeitern.
Mitarbeiter und Kollegen. Ich bin von
allen sehr offen aufgenommen worden.
Was reizt Dich an der Aufgabe eines
Pflegemanagers in der stationären
Altenpflege?
Die Pflege steht hier im Mittelpunkt des
Handelns aller am Pflegeprozess beteiligten. Das was ich gelernt habe ist hier
meine Kernaufgabe: eine gute pflegerische Qualität individuell, motiviert,
organisiert und geplant anzubieten,
damit sich Bewohner, Angehörige und
Mitarbeiter wohl fühlen. Hier habe ich
die Nähe zur Basis, der Zuständigkeitsbereich ist überschaubar und ich bin in das
„tägliche Pflegegeschäft“ eingebunden.
Wer oder was war das Netteste, was
Dir beim Einstieg begegnet ist?
Zur Begrüßung standen Blumen und
eine persönliche Willkommenskarte auf
meinem Schreibtisch. Schnell hatten die
Mitarbeiter raus, dass ich ein Fan von
Carokaffee und Quark bin. Dies finde ich
täglich als „Morgengabe“ auf meinem
Schreibtisch. Toll.
Wie wäre es nach vier Monaten mit
einer kleinen Zwischenbilanz!
Ich habe vorgefunden, was ich mir
gewünscht habe, mehr noch, meine
Erwartungen sind übertroffen worden.
Ich habe freundliche und kompetente
Worin siehst Du die kommenden
Herausforderungen?
Beteiligt zu sein an der Zukunftsgestaltung: Wie kann es gelingen unter
Berücksichtigung einer sich stark verändernden Pflegebedürftigkeit Angebote
zum größtmöglichen Erhalt der Unabhängigkeit zu geben, die Normalität für
ältere und alte Menschen zu gestalten
und z.B. neue Wohnformen im Alter zu
entwickeln.
S.G-W
Warum hast Du nach den Erfahrungen in der stellv. Pflegedienstleitung
in Duisburg dem Krankenhaus den
Rücken gekehrt?
Der Klinikbereich war sehr stark und fast
ausschließlich medizinisch diktiert, unübersichtlich groß und dadurch vor
allem unpersönlich, und ich war weit
15
wir: pro homine
Die Begeisterung des
Professore Scippa für alte Bücher
Professore Scippa ist ein
Bücherwurm. Besonders
dann, wenn der Professor
der Theologischen Fakultät
der Universität von Neapel
mal wieder Urlaubsvertretung im MarienHospital macht. Sein Gastgeber während
dieser Zeit ist Pastor Heinrich Pauen, der
Aufsichtsratvorsitzende der Holding pro
homine und Spezialist für Bücherwürmer
– anderer Art! Er kann einem z. B. eine
Bibelausgabe von 1592 vorlegen, durch
die sich ein Bücherwurm gefressen hat!
Natürlich war das nicht der Professore!
Pastor Heinrich Pauen wohnt in der Pfarrei der St. Martini Gemeinde. Dort gibt
es eine Bibliothek von unschätzbarem
Wert. Bücherwürmer, die etwas von alten
Ausgaben verstehen, bekommen beim
Stöbern leuchtende Augen, sowie der
italienische Professore. Er ist nämlich auf
etwas ganz Besonderes gestoßen. Geduld,
liebe Leser, wir: müssen ein wenig ausholen: 1436 wurde das Fraterhaus St. Martin gegründet. Die Brüdergemeinschaft,
Fraterherren genannt, waren buchkundige
Leute, die sich dem einfachen Leben verpflichtet hatten. Ihre Frömmigkeitsform
war die „devocio moderna“, die Verwirklichung des Lebens in Armut, Keuschheit
und Gehorsam.
Die Brüder bestritten ihren Unterhalt
aus dem Abschreiben und Binden von
Büchern, sie übernahmen auch deren
künstlerische Gestaltung, und das mit
einem Können, das man in der Bibliothek
von St. Martini heute noch bewundern
kann.
Im Jahr 2004 feierte man den 700jährigen Geburtstag des italienischen
Schriftstellers Francesco Petrarca, dem
1. Humanisten der italienischen Renaissance, dem, neben Dante bedeutensten
Dichter seiner Zeit. Im Petrarca-Jahr
2004 also, suchte Pastor Pauen im Bestandskatalog seiner Bibliothek nach
diesem berühmten Namen und fand ihn
tatsächlich unter der Registernummer W
185. Im Rahmen eines größeren Psalmenkommentars befanden sich Aufzeichnungen von Petrarca, der sich vor allem
zu den Bußpsalmen äußerte, die sieben
Hauptsünden beschrieb, die auch heute
noch viele Menschen in ihrer Bedeutung
für das Leben miteinander beschäftigen.
Es sind: Stolz – Habsucht – Neid – Zorn
– Keuschheit – Unmäßigkeit und Trägheit.
Der Druck, der Heinrich Pauen vorliegt,
stammt aus dem Jahre 1506 und enthält
handschriftliche Anmerkungen der Frater.
Er informierte seinen italienischen Freund
über diese Entdeckung, der kam, sah und
schrieb unmittelbar nach seiner Rückkehr
nach Neapel begeistert einen Artikel über
den Psalmenkommentar des Francesco
Petrarca.
Professor Dr. Vincenzo Scippa war beeindruckt. „Es ist das erste mal, dass ich in
Deutschland ein Buch von Petrarca gefunden habe; und dieser Mann ist etwas
ganz besonderes. Er ist einer der Letzten,
der universal gebildet war; einer der
Ersten, der sich nicht in Latein sondern in
Italienisch geäußert hat. Darum ist er für
die Italiener so wichtig. Er ist Mitbegründer der italienischen Literatur und der
Erste, der einen Berg bestiegen hat“.
Berge besteigen wurde im 14. Jahrhundert als verlorene Zeit angesehen, während Petrarca schon damals das Wandern
als „Meditation auf Füßen und Beinen“
beschrieb.
Ein interessanter Mann, den die deutsch/
italienische Zusammenarbeit der beiden
Pfarrer hinter den verglasten Türen in der
Bibliothek hervor geholt haben. Was sind
schon 700 Jahre?
B.-K.
GIFT – Kooperatives „Voneinander- und Miteinander-Lernen“
Gemeinsame Fortbildung Niedergelassener Ärzte/-innen und Ärzte/-innen aus dem Marien-Hospital.
Im September 2006 lud die Klinik für
Innere Medizin II des Marien-Hospitals unterstützt durch die Klinik für
Allgemein- und Viszeralchirurgie, die
Kinderklinik, die Praxis für Pathologie
Wesel sowie die Praxis für Radiologie
am MHW, niedergelassene Ärztinnen
und Ärzte zu den „GIFT-WerkstattTagen ein.
16
Das Kunstwort „GIFT“ steht für:
G
I
F
T
= Gastroenterologie
und Gesundheit,
= Interesse, Ideal
und Intensiv
= Fortbildung,
Fortschritt und Fitness
= dafür notwendiges Training
Vom Denken in Schichten zum Denken in Bedarfen
Stationsleitungsseminar der beiden Holdingkrankenhäuser in Xanten
„Wer Weihnachten frei haben will,
darf sich nicht zum Weihnachtsmann
ausbilden lassen.“
Lars Herrmann,
Arbeitszeitberatung, Berlin
Beide Pflegedienstleitungen skizzierten
zum Einstieg die jeweilige Ist-Situation,
danach wurden die zukünftigen Herausforderungen vorgestellt: Der Erlös, den
die Kliniken zukünftig erzielen, definiert
für alle Berufsgruppen den Stellenplan.
Deshalb müssen u.a. folgende Fragen
gestellt und beantwortet werden:
Welche Tätigkeit erfordert welche Qualifikation? Wie wirkt sich systematische
Patientensteuerung auf die Ablauforganisation aus und wer soll diese Organisation übernehmen? Wieviel und welche
Führung braucht das Krankenhaus im
Pflegemanagement? Welche Arbeitszeitflexibilität brauchen wir in einer
dienstleistungsorientierten Krankenhauslandschaft?
Zur richtigen Zeit weniger
arbeiten
Lars Herrmann, einer der drei Berater
der „Arbeitszeitberatung Hoff-Weidinger-Herrmann“ aus Berlin, diskutierte
mit Stationsleitungen und Pflegemana-
Neben zahlreichen unterschiedlichen
endoskopischen Untersuchungen, die
bei Patienten aus Krankenhaus und
Arztpraxen durchgeführt wurden,
erfolgten Trainingskurse an einem von
der Medizinischen Hochschule Hannover
entwickelten neuartigen UltraschallSimulator. Der Vorteil dieser Simulatoren
liegt – wie bei den bekannten Flugsi-
gement des Marien-Hospitals Wesel und
des Willibrord-Spitals, Emmerich.
Ausgehend von der Analyse bestehender
Zeitpotentiale in den Kliniken, wurde
über Flexi-Regeln, das sind vorher festgelegte Spielregeln beim Personaleinsatz, diskutiert.
„Bei der Flexibilisierung geht es um die
Kunst“, so Herrmann, „zur richtigen
Zeit weniger zu arbeiten.“ Verbrauchte
Zeit lässt keine Rückschlüsse über die
Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters
zu. Das „Minus“ ist die erwünschte
Ressource und nicht das Plus, das
ungünstigerweise auch noch mit einem
Überstundenzuschlag belegt wird.
Entlastung der Mitarbeiter geht
nur über Effizienzsteigerung.
Führungsaufgabe der Zukunft ist es,
die Zeit hochelastisch zu gestalten und
mulatoren – in der Möglichkeit, eine
Life-Untersuchungssituation oder auch
Notfall-Untersuchungssituation vorzuspielen und so insbesondere auch seltene und schwierige krankhafte Befunde
erkennen und auswerten zu können.
Vorteil einer solchen Veranstaltung in
Zusammenarbeit von Klinikärzten und
dabei zu fragen: Welchen Anreiz kann
ich als Leitung geben, dass Mitarbeiter schnell und qualitativ gut ihren
Arbeitsauftrag erfüllen? Dabei wird
es Kernaufgabe der Führung sein, für
Entlastung zu sorgen und die Mitarbeiter dabei zu unterstützen sich selbst zu
rationalisieren.
Die diskutierten Inhalte werden in den
Einrichtungen in Workshops nachbereitet. Die Stationsleitungen sind aufgefordert bis Ende November, die aus ihrer
Sicht vordringlich zu bearbeitenden
Themen zu benennen und zu signalisieren, an welchen Projekten sie persönlich
mitarbeiten möchten.
Sylvia Guth-Winterink,
PDL, Marien-Hospital
Claudia Beckmann,
PDL, Willibrord-Spital
niedergelassenen Medizinern ist die
Optimierung der jeweils individuellen
Fähigkeiten der beteiligten Ärzte, aber
darüber hinaus insbesondere auch
eine Qualitätsverbesserung durch die
gemeinsame Durchführung der Untersuchung sowie einheitliche Beurteilung/
Bewertung und koordinierte Versorgung
der Patienten.
AB
17
wir: kulturell & unterhaltend
Niederrheinkrimi
Das Böse darf nicht
zu kurz kommen!
Es ist ein dunkler Novemberabend.
Leichter Nebel liegt über der Stadt
und aus den Fenstern fällt das Licht
auf die Straße. Aus einer Kneipe
dringt dichtes Stimmengewirr nach
draußen. Frauenchöre konkurrieren
stimmlich mit dem Börsen- und dem
Kegelclub und ganz am Ende, fast
hinter dem Tresen hocken zwei Gestalten an einem Tisch und stecken
die Köpfe zusammen.
Sie scheinen in ein Gespräch vertieft,
hin und wieder blicken sie verstohlen
in die Runde, als ob sie alles im Auge
behalten wollten. Als die wir: Redaktion
heimlich näher an sie heranrückt, hören
wir: Wörter wie „Opfer Nummer eins“,
„schräge Type“, „Blutspur“… und wir:
sind sehr erschrocken. Aber, wir: lassen
uns nicht vertreiben, sondern klären
mutig die Lage und stoßen auf Unvorstellbares:
Die Gestalten am Tisch sind eine Frau
und ein Mann. Der Mann ist kein „unbeschriebenes Blatt“, sorgt er doch täglich
dafür, dass ein solches gefüllt mit den
wichtigsten Informationen des Tages,
den Bürgern und Bürgerinnen Wesels
zur Verfügung gestellt wird. Er heißt
Hesse, nicht Herrmann sondern Thomas
und ist verantwortlich für die Lokalredaktion der Rheinischen Post in Wesel.
Die Frau, in diesem Fall, an seiner Seite,
kümmert sich im richtigen Leben um
schutzbedürftige Kinder und heißt Renate Wirth, und wenn die beiden nicht
ihren bürgerlichen Berufen nachgehen,
frönen sie ihrer einen Leidenschaft, der
Schriftstellerei. Sie sitzen montags im
18
Café Fehr, direkt am Marien-Hospital
und denken sich Kriminalgeschichten
aus!
Ihr zweiter Roman verspricht
Spannung pur
Gerade ist ihr zweites gemeinsames
Werk erschienen. Es heißt „Die Füchse“
und verspricht Spannung pur:
„Als der Mann im Rollstuhl zusammen mit seinem Betreuer den Eingang
zum Schloss Charlottenburg in Berlin
durchquerte, ahnte der hilfsbereite
Museumswärter nichts von deren bösen
Absichten. Wenige Minuten später
würde der wundersam geheilte Behinderte vor Carl Spitzwegs berühmten
Gemälde ‚Der arme Poet’ anhalten, locker
aufstehen und das Bild nebst Spitzwegs
‚Der Liebesbrief’ von der Wand reißen.
Eine Minute später würde sich das
kriminelle Duo mit der wertvollen Beute
trollen. Die Alarmsirenen würden heulen,
der herbeigerufene Aufseher mit einem
Faustschlag niedergestreckt werden.
Zurück würde nur der Rollstuhl bleiben.
Auf dessen Seite prangte die Aufschrift
‚Null problemo’“.
So führt uns der Emons Verlag in die
Abgründe des Kunstraubkrimis ein.
Em Ende ist alles anders
17 Jahre ist dieser reale Kunstraub her
und er ist bisher nicht aufgeklärt.
Thomas Hesse und Renate Wirth aber
lassen das gestohlene Gemälde am Niederrhein auftauchen und beschäftigen
die Weseler Kommissarin Karin Krafft
intensivst damit, die niederrheinischen
Verwicklungen zu entwirren. Am Ende
ist alles anders als zu erwarten gewesen
wäre, denn die Krimischreiber warten
mit einer echten Überraschung auf!
Nicht nur die Leser werden überrascht sein angesichts der Wende in
der Geschichte, die Autoren waren es
selber auch, wie sie der wir: Redaktion
erzählten: „Wir verfolgten über 180
Seiten einen bestimmten Mörder und
auf den letzten 30 Seiten trafen wir
plötzlich einen anderen!“ – bedeutet,
die beiden lassen beim Schreiben eine
Prozessdynamik zu, die ein Eigenleben
entwickelt, die die Handlung des Krimis
bestimmt. Dabei kommen die Figuren
aufs Papier.
Das Café Fehr bietet das
kreative Ambiente
Zu dieser Art von kreativer Schreibweise
gehört natürlich ein kreatives Ambiente
und das finden die beiden im Café Fehr:
„Hier trifft sich der Börsenclub, der
Gesangsverein, der Fotoclub und die
Kartenspieler und all das animiert und
sensibilisiert uns für das Niederrheinklima, in das wir unsere Geschichten einbetten“ verrät uns Thomas Hesse. „Man
kann“, ergänzt Renate Wirth, „diese
Gattung von Buch auch gut als ‚neue
deutsche Heimatliteratur’ bezeichnen,
eine Art Regionalkrimi, die sogar einen
Regionaltourismus nach sich zieht“ und
das gefällt beiden.
Wie nach der Veröffentlichung des
„Sakrileg“, der einen „Vor Ort Tourismus“
zur Folge hatte, gibt es bei den Niederrhein-Krimis auch ein Interesse der Leser
und Leserinnen, die Orte der Handlung
wieder zu entdecken, zu erkennen, um
sich selbst beteiligt zu fühlen. Dieser
„Aktionstourismus“ kann soweit gehen,
dass aufmerksame Leser Thomas Hesse
darauf hinweisen, dass die Wegbeschreibung zu einem Tatort einen Fehler
aufweist.
Drei ältere, jung gebliebene
Herren: „Die Füchse“
Der Wiedererkennungswert wird ebenso
durch die, in den nacheinander folgenden Romanen vorgestellten Hauptfiguren erhöht. Es gibt „fest angestelltes“
Personal wie die Kommissarin Krafft
und wechselnde Typen, wie in diesem
Fall das agile und verschmitzte Trio, das
dem Kriminalroman den Titel „die Füchse“ verliehen hat. Die drei älteren, aber
jung gebliebenen Herren haben sich als
seriöse Dienstleister der besonderen Art
selbstständig gemacht und geraten in
für sie bisher unvorstellbare Untiefen.
Sie müssen sich nicht nur auf einer
irrwitzigen Tour einer lästigen Leiche
entledigen, sondern geraten an einen
ebenso kunstsinnigen wie raffgierigen
Banker und an besagtes SpitzwegGemälde.
„Es macht Spaß, solche Charaktere zu
erfinden“ schmunzelt Hesse, „man kann
sie sich am Niederrhein leicht vorstellen, auch hier im Café Fehr“. Seine
Lieblingsfigur ist der „Hypochonder“ im
Krimi, praktisch veranlagt, gemütvoll,
denkt schnell, er würde gleich krank
und kippt dabei auch schon um. Mit
dieser Figur könne er gut umgehen, viel
Unterschiedliches machen im Laufe der
Geschichte, erläutert der Autor.
Die Lieblingsfigur von Frau Wirth ist
Theresa, die Enkelin des Hypochonders.
Sie ist jugendlich und neugierig, ihrem
Großvater sehr nahe, den sie auch kräftig unterstützt.
Das Autorenduo will „ein gewisses
Amusement“ bei den Lesern auslösen, die Handlung und ihre Figuren
sollen zum Schmunzeln anregen. Das
Böse darf aber nicht zu kurz kommen,
schließlich handelt es sich um einen
echten Krimi!
Auch als Krankenhauslektüre
geeignet
Dass die Niederrheinkrimis der beiden
als Krankenhauslektüre geeignet sind,
ist schon real getestet worden: „Meine
Freundin lag vor einiger Zeit hier im
Marien-Hospital und hat während
dessen unseren letzten Krimi mit Vergnügen gelesen“, weiß Renate Wirth zu
berichten.
Also, liebe Patientinnen und Patienten,
lassen Sie sich gut unterhalten – bis
zum nächsten Buch der beiden. Das
wird es geben, es heißt folgerichtig
„Der Wolf“ und mehr wissen die Kriminalisten über den Inhalt selber noch
nicht. Sie wissen aber ganz genau, dass
sie weiter zusammen schreiben werden,
Thomas Hesse; Renate Wirth:
Die Füchse.
Niederrhein Krimi 4. Broschur.
Köln: Emons Verlag 2006.
240 Seiten.
ISBN 3-89705-423-X
„weil es uns Spaß macht“ und wie man
ihnen ansieht, ist das der Fall.
Dann treffen wir: sie wieder, an einem
dunklen Novemberabend, während der
Nebel sich auf die Straßen legt und die
Domglocke zwölfmal läutet… .
B.-K.
19
wir: pro homine
Es ist unverzichtbar sich zu verabschieden
Gemeinsame ökumenische Bestattung
tot- bzw. fehlgeborener Kinder des
Marien-Hospitals Wesel
Eltern trauern um ihr totgeborenes
Kind oder darum, dass eine begonnene
Schwangerschaft nicht beendet wurde
und es zu einer Fehlgeburt kam. Diese
betroffenen Eltern trauern anders. Die
Intensität der Trauer hängt nicht von
Lebensalter oder Körpergröße ab. Das
beweisen die bislang drei durch die
Seelsorge des Marien-Hospitals durchgeführten ökumenischen Bestattungen
auf dem Caspar-Baur-Friedhof in Wesel.
Seit Jahresbeginn 2006 gestalten wir,
Krankenhauspfarrerin und -pfarrer,
dreimal im Jahr eine gemeinsame
Bestattung der im Hospital tot- oder
fehlgeborenen Kinder, einer Alternative
zur individuellen Beisetzung. Etwa
85 % der betroffenen Eltern nehmen
das Angebot an. Fast ein Drittel von ihnen nimmt persönlich an diesen Bestattungen teil. Angehörige finden Raum für
ihre Gefühle, ihre Trauer und entzünden
Erinnerungskerzen. Im Anschluss an die
Erdbestattung werden sie auf unterstützende Angebote aufmerksam gemacht.
Als Mitarbeitende der Seelsorge erleben
wir diese Beisetzungen als sehr respektvoll. Hier findet direkte Lebenshilfe statt.
Eltern früh verstorbener Kinder werden
in ihrer Situation ernst genommen
und einfühlsam begleitet. Wir wollen
Familien darin unterstützen, den Verlust
nicht hilflos zu verdrängen, sondern ihn
als prägenden Teil des eigenen Lebens
zu verstehen. Sie haben auf lange Zeit
20
einen konkreten Ort, eine Grabstelle
ganz in Sichtweite der Friedhofskapelle,
an den sie immer wieder zurückkehren
können.
Das Marien-Hospital bietet die gemeinsame Bestattung für die betroffenen
Familien kostenfrei an. Eine Haltung
die aus dem Leitbild eines christlich
geprägten Hauses hervorgeht: Leben ist
Leben von Anfang an. Dank sei an dieser
Stelle den drei Weseler Bestattern, Biesemann, Keunecke und Thomas gesagt,
die reihum den gemeinsamen Kindersarg stellen und für eine einfühlsame
Raumgestaltung der Trauerstunde in der
Kapelle sorgen.
Für uns als Pfarrerin und Pfarrer bedeutet diese Bestattungskultur mit viel
Herzblut betretenes Neuland, als dass
wir in unseren Kirchengemeinden bislang fast nur verstorbene kleine Kinder
– und das sehr selten – zu bestatten
hatten. Wie viele Familien nachhaltig
vom Tod ihres Kindes während der
Schwangerschaft betroffen sind, wussten wir bis Jahresbeginn lediglich aus
medizinischen Beiträgen in der Zeitung
und Aussagen einzelner verwaister
Eltern.
Das Modell hat Schule gemacht. Fast
überall am Niederrhein, ob in Wesel, Duisburg oder Dinslaken können Eltern auf
diese würdevolle, durch das Kranken-
haus initiierte gemeinsame Bestattung
tot- oder fehlgeborener Kinder zurückgreifen. Mehrere Krankenhäuser vor Ort
arbeiten jeweils über die Krankenhausseelsorge zusammen.
Wir bieten an: eine Einladung zur jährlich international begangenen Gedenkveranstaltung für verstorbene Kinder am
10. Dezember (2. Sonntag im Dezember).
Sie findet in Wesel um 18 Uhr in der
Kirche am Lauerhaas (Birkenstraße)
statt. Das Marien-Hospital beteiligt sich
an dem ökumenischen Gottesdienst
durch uns Seelsorger sowie Hildegard
Wendt von der Familienbegleitung
„Lichtblicke“: „Lichterwelle um den
Globus. Worldwide Candle Lighting für
verstorbene Kinder“.
Im Namen der Seelsorge im
Marien-Hospital Wesel,
Pfarrerin Eva Holthuis
Zufälle gibt es nur bei der Kellertür –
alles andere ist Fügung.
Ethikkomitee in Emmerich
gegründet
Auf den Tag genau vor
fünf Jahren gründete sich
im Marien-Hospital Wesel
ein Ethikkomitee (EK) in
einer ersten, konstituierenden Sitzung.
Dienstag, 31. 10. 2006, 17.00 Uhr,
Emmerich am Rhein, Gründungssitzung des Emmericher Ethikkomitees. Bei der Vorbereitung
auf die Sitzung hatte Herr Dr.
Holzapfel „zufällig“ festgestellt,
dass die Termine für die Gründungssitzungen übereinstimmen. Das nennt man dann wohl
Fügung – ein gutes Zeichen.
Ethikkomitees in Krankenhäusern
haben die Aufgabe, Ratsuchenden, das können Patienten, deren
Angehörige oder die Mitarbeiter
der Einrichtung sein unter
ethischen Gesichtpunkten, in
Einzel- oder Krisensituationen
sowie bei Grundsatzfragen,
Entscheidungshilfen zu geben.
Die Lösungsansätze werden im
EK oder in zusätzlich gebildeten Arbeitsgruppen entwickelt.
Die Arbeitsergebnisse haben
ausschließlich empfehlenden
Charakter. Sie können allerdings
über die Betriebsleitungen der
Häuser Einfluss nehmen auf
zukünftige Verfahrens- oder
Vorgehensweisen.
Im Rahmen einer zu verabschiedenden Geschäftsordnung, die
Ethikkomitees sich selbst geben,
wird die Arbeitsweise festgelegt.
Dr. Theo Holzapfel, Beauftragter
für Bildungs- und Pastoralfragen
in der Region Niederrhein des
Bistums Münster wird auch das
EK in Emmerich leiten. Dem EK
in Emmerich gehören interne
(z.Zt. Dr. Bosma, Fr. Beckmann,
Fr. Pannen, Pastor Seesing,
Hr. Gerhorst, Hr. Schnieders,
Dr. van Alst) und externe Mitglieder (Dr. Holzapfel) an, die durch
das Kuratorium der Einrichtung
bestätigt werden. Durch einen
gemeinsamen Vorsitzenden
wird die Verbindung zweier
Ethikkomitees in der Holding
spürbar. Zusammenarbeit wird es
themenbezogen geben, da sich
für beide Einrichtungen durchaus
ähnliche, ethische Fragestellungen ergeben. Bereits erarbeitete
Inhalte aus Wesel werden zur
Verfügung gestellt.
Zielsetzung für die erste gemeinsame Sitzung beider Ethikkomitees am 13. Dezember 2006
ist es, nach vorangegangener
Arbeitsgruppenarbeit in Wesel,
eine „gemeinsame Handreichung“ zum Thema „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ zu entwickeln. Damit
wird deutlich, dass die bearbeiteten Themen einen äußerst
aktuellen Bezug haben und am
Bedarf der Patienten und Mitarbeiter orientiert sind.
GW
Adventszeit im Agnes-Heim
Alle Jahre wieder…
…
findet im Agnes-Heim der Advents-Basar statt. Die
Bewohner basteln das ganze Jahr für ihren eigenen Stand.
Sie verkaufen dann selbstgemachte Marmelade, Stickbilder, Schlüsselanhänger mit Perlen, Weihnachtskarten,
kleine Adventsgestecke uvm. An weiteren Ständen gibt es
von Stricksocken über Stickbilder, Tischdecken und Perlenketten alles was das Herz begehrt. „Omas Backstube“ mit
leckeren Plätzchen, Früchtebrot und Aufgesetztem „Bees
aus Rees“ ist morgens sofort umlagert und gegen Mittag
schon gut geplündert. Die Verlosung und der Trödelmarkt
sind eine weitere Attraktion. Getragen wird der Basar
durch viele ehrenamtliche Helfer die uns jedes Jahr zur
Seite stehen.
Alle Jahre wieder…
…
führt der Männerchor Harmonie seine Tradition fort.
Seit Jahren erfreuen sich die Bewohner und Angehörige
an einem Weihnachtskonzert, das immer am 4. Adventssonntag stattfindet. Viele schöne Weihnachtslieder
ermuntern die Bewohner mitzusingen. Vor einigen Jahren
hat der Chor die Patenschaft für das Agnesheim übernommen, seit dieser Zeit betreiben sie einen Getränkestand
auf der Reeser Kirmes. Von dem Erlös bringen sie uns zu
Weihnachten immer ein Geschenk mit. Das waren z.B.
einige große Sonnenschirme, eine Heimorgel, ein
Ledersessel, ein Lichtwerfer für den Snoeselwagen und
im letzten Jahr eine Gartenbank.
Alle Jahre wieder…
…
findet eine gemütliche Weihnachtsfeier statt.
In weihnachtlicher Atmosphäre mit Programm verbringen
Bewohner und deren Angehörige einen schönen Tag, der
mit einem gemeinsamen Weihnachtsessen endet. Auch
hier hat sich vor 4 Jahren eine Tradition entwickelt: ein
Wildschwein stürmte die Bäckerei Gerads. Jäger mussten
kommen, um es zu erlegen. Der Hegering (Jäger) hat dann
im Agnes-Heim angerufen und den fertig zubereiteten
Braten (Rheinterrassen Tillmann) als Weihnachtsessen
angeboten – Bäcker Gerads sicherte den Nachtisch.
In diesem Jahr bekommen wir wieder Wild, welches, ist
noch nicht entschieden.
Ingrid Mierzwa
21
wir: Kinderseite
Jesus und der Weihnachtsmann
Es geht auf Weihnachten zu. Das
erkenne ich immer sofort. Denn seit
einiger Zeit hängt bei Strokowskis,
unseren Nachbarn, eine bunte Lichterkette im Fenster. Außerdem haben
sie dieses Jahr einen großen Weihnachtsmann aufs Dach gesetzt. Aber
natürlich ist das nicht der echt, ist ja
klar. Es gibt ja nur einen. Und warum
sollte der ausgerechnet bei Strokowskis auf dem Dach sitzen?
Mama sagt immer, die würden es übertreiben, mit den ganzen Lichtern und das
würde ja sogar dem Weihnachtsmann zuviel. Außerdem hat da ja Jesus Geburtstag
und Mama hat gesagt, dann sollten wir
ein bisschen daran denken, wie schlecht
es Jesus Familie damals ging. Da hat sie
bestimmt recht.
„Wieso ging es Jesus denn damals
schlecht?“ fragte Ina. Ina ist meine kleine
Schwester, sie ist erst vier Jahre alt. Ich
bin Phil und schon ein ganzes Jahr älter.
-„Na ja, ich glaube, weil die in einem Stall
gelebt haben.“
„Die haben doch nicht in einem Stall
gelebt!“ ruft Ina empört.
Ich denke kurz nach. Das war wirklich
anders, wenn ich doch wüsste wie. Wir
hatten das im Kindergarten besprochen.
Ich gehe ins Wohnzimmer und Ina kommt
hinterher. Dort hatte unser Vater mit
unserer Hilfe etwas aufgebaut. „Das ist ein
Grippenspiel.“ Erklärte ich Ina fachmännisch. „Siehst du? Die leben in einem Stall,
sogar Tiere sind dabei.“
„Aber die haben da ja gar kein Bett und
keinen Herd wie sollen die da irgend was
machen? Wir sollten besser mal den Weihnachtsmann fragen.“
„Den Weihnachtsmann?“ frage ich erstaunt. „Was hat der denn damit zu tun?“
-„Keine Ahnung, aber er muss doch dabei
gewesen sein, sonst würden wir ja nicht
Weihnachten, sondern Jesus-Geburtnachten feiern. Ich denke kurz nach und
stimmte ihr zu. „Außerdem muss es ja
irgend jemand weiter erzählt haben.“
Aber wie fragt man den Weihnachtsmann?
Der hat ja ohnehin sehr wenig Zeit und
außerdem sieht man ihn ja nie. Wir gehen
an Weihnachten immer mit der ganzen
Familie in die Kirche. Meine Mutter geht
danach in die Küche und bereitet das
Essen vor und Ina, Papa und ich gehen
in unser Zimmer und spielen etwas. Die
Wohnzimmertür bleibt dabei die ganze
Zeit zu, denn der Weihnachtsmann kommt
immer durch unsere Gartentür.
„Wir müssen ihm eine Falle stellen!“ beschließt Ina und haut auf den Tisch. „Das
ist zwar gemein, aber er sollte uns auch
die Wahrheit erzählen.“
Und so geschieht es auch. Es ist jetzt fast
soweit. Bevor wir in die Kirche gegangen
sind, haben Ina und ich noch schnell ein
Band durch das Wohnzimmer gezogen. An
dem Band hängt eine Glocke und wenn
der Weihnachtsmann aus Versehen in
dieses Band läuft, hören wir das sofort.
Die Stimmung ist angespannt. Wann wird
er wohl kommen? Ina und ich können
Weihnachtsbaumschmuck – einfach ausmalen, auf Pappe kleben, ausschneiden und
mit einem Faden aufhängen!
22
das Spiel gar nicht wirklich genießen.
Mama kocht unten ahnungslos. Was wird
sie sagen, wenn sie zum ersten Mal in
ihrem Leben den Weihnachtsmann sehen
darf? Bestimmt hat sie auch ganz viele
Fragen an ihn. Zum Beispiel, warum der
Weihnachtsmann nur den Kindern etwas
schenkt.
Papa ist aufgestanden, er meint, er geht
Mama mal beim Kochen helfen. Ina und
ich räumen das Spiel weg. „ Sicher hat
er noch zu tun.“ Sagt Ina überzeugt. Und
dann plötzlich! Die Glocke läutet, gefolgt
von einem Schrei und einem lauten Plums.
Er wird sich doch nicht verletzt haben? Ina
und Ich sprinten los. Gleichzeitig kommen
wir im Wohnzimmer an und reißen die
Tür auf. Aber welche Enttäuschung: Da,
zwischen den ganzen Fäden liegt ja nur...
PAPA. Und unter ihm einige Geschenke.
Ich schaue Ina an. „Weißt du was das
heißt?“ Sie nickt. „Der Weihnachtsmann
war schon da.“
„Könnt ihr mir mal erklären was das hier
soll?“ fragt mein Vater leicht genervt. „Ich
wollte nur kurz gucken ob der Weihnachtsmann fertig ist und stattdessen
gerate ich in diese Stolperfalle.
Tatsächlich, die Schnüre sind etwas tief
aufgehängt. „Bor Papa“ mault Ina „du bist
auf alle Geschenke drauf gefallen! Wir
wollten den Weihnachtsmann doch nur
was fragen.“ Hinter uns beginnt meine
Mutter zu lachen.
Später am Abend erzählen unsere Eltern
uns die Geschichte. Der Weihnachtsmann
war nämlich gar nicht dabei. Jesus hat
auch nicht in dem Stall gewohnt, die
Eltern mussten da nur hin, weil sie keine
andere Unterkunft gefunden haben oder
so. Und weil das Jesuskind so besonders
war wollten alle es sehen und von ganz
weit weg kamen Leute, die haben ihm
Geschenke mitgebracht. Und daran soll der
Weihnachtsmann uns erinnern.
Unsere Eltern und wir haben an dem
Abend noch viel gelacht und es war ein
sehr schönes Weihnachtsfest. Nur schade,
dass ich den Weihnachtsmann immer noch
nicht gesehen habe.
wir: Kinderseite
te–
–Witzekis
Buchstaben-Rätsel
Lieblings-Rezept
Auch im
Winter
lieben wir
alle EIS.
Deshalb
ein tolles
Rezept
für EUCH.
Viel Spaß
und Glück beim selbstmachen.
Milcheis:
Früchte, wie zum Beispiel Bananen,
werden in Stücke geschnitten und
tiefgefroren. Danach gibt man sie,
gemeinsam mit etwas Milch, in einen Mixer und mixt diese Mischung
durch, so entsteht Milcheis.
Für die Naschkatzen ist es sinnvoll,
die Früchte zu zuckern ;-)
Ausmalbild
Malt uns diesen Nikolausstiefel aus und sucht so viel
Weihnachtsbegriffe wie
möglich zusammen.
Die Einsendung mit den
meisten Wörtern und dem
schönsten Bild gewinnt zwei
Kinokarten.
Viel Glück!
Bitte an die wir: Redaktion
z. H. Lisa Quick
Postfach 10 00 95
46482 Wesel
Die Buchstaben der einzelnen
Wörter wurden vermischt!
Kannst du sie wieder in die
richtige Reihenfolge bringen,
so dass sie ein sinnvolles Wort
ergeben?
ANNTE
EGHCENSKE
INGSEN
DICGEHT
RABTEN
IKLOSNAUS
ÄTZCHPLEN
J
Stolz sitzt der frisch ernannte
Abteilungsleiter in seinem neu
eingerichteten Büro. Als ein
junger Mann sein Büro betritt,
greift er zum Telefon: „Aber ja
Herr Direktor, wirklich ein reizender Abend gestern bei Ihnen
Herr Direktor, aber ja, bis dann“.
Er hängt wieder ein, wendet
sich an den Besucher: „Was
kann ich für Sie tun?“
„Nichts, ich will nur das Telefon
anschließen!“
Nach der erneuten Niederlage
macht der Trainer mit seiner
Mannschaft einen Rundgang
durch das Stadion: „So, Jungs“,
sagt er, „wo die Fotografen sind,
wisst Ihr ja. Den Standort der
Fernsehkameras kennt Ihr auch
und nun zeige ich Euch noch wo
die Tore stehen!“
Lehrerin: „Nenne mir drei
berühmte Männer die mit B
beginnen.“
Schüler: „Ballack, Basler,
Beckenbauer!“
Lehrerin: „Hast Du noch nie
etwas von Bach, Brecht oder
Brahms gehört?“
Schüler: „Ersatzspieler interessieren mich nicht!!!“
Sie: Das Motorrad ist kaputt.
Es hat Wasser im Vergaser.
Er: Wasser im Vergaser? Das
ist doch lächerlich!
Sie: Ich sag Dir das Motorrad
hat Wasser im Vergaser!
Er: Du weißt doch nicht mal,
was ein Vergaser ist!
Ich werde das mal überprüfen.
Wo ist das Motorrad?
Sie: Im Pool.
Die Kinderredaktion
23
wir: Gesundheit & Medizin
Gedanken zur Verarbeitung
einer Krebserkrankung
Gewidmet den Schwestern der Station 9 des Marien-Hospitals Wesel
Auf die Diagnose Krebs reagiert jeder anders. Die Fragen ähneln sich:
„Wie soll ich mich verhalten? Was kann ich gegen meine Ängste tun? Wie
rede ich am besten über meine Krankheit? Verläuft die Therapie gut? Kehrt
meine Leistungsfähigkeit zurück? Meine Lebensfreude?“
Frauen mit Tumorerkrankungen der weiblichen Organe sind zusätzlich betroffen:
in ihrer weiblichen Identität, in ihrem
Selbstwertgefühl, in ihrer Sexualität. Ein
unversehrter Körper kann ein wesentlicher Faktor im Selbstbild sein, das nun
bedroht ist: „Das bin doch eigentlich
ich, oder nicht? Oder nicht mehr? Bin
ich noch attraktiv? Wie werde ich von
anderen gesehen?“ Patientinnen erleben
sich nicht mehr als vollwertige Frau und
entwickeln Ängste vor dem Verlust an
Zuwendung, an sexuellen Kontakten, an
freier Lebensgestaltung.
Gedanken, die Gefühle und das äußere
Verhalten auf die Krankheit einstellen
und sie und ihre Folgen in den Alltag
einflechten.
Je stärker der Angehörige
Von dem berühmten Violinisten Yehudi
eingebunden
und inMenuhin stammt das Wort: „Leben heißt
formiert
(…)
ist,–desto
Geige spielen
zu lernen
während man
besser
diekleine Orientieein Konzert
gibt.“ Eine
rungshilfe,
nicht
nur
bei Krebs.
Versorgungssituation.
Allen Betroffenen stellt sich die gleiche
Frage: Wie kann ich den Krebs seelisch
bewältigen und einfach wieder leben?
Welche Ziele hat die seelische Bewältigung? Um nicht schwermütig zu werden?
Um Angstgefühle zu verringern?
Um möglichst nie an Krebs zu denken?
Um wieder Hoffnung zu bekommen?
Um sich wohl zu fühlen?
Ein chinesisches Sprichwort sagt: Fürchte
dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen. Fürchte dich nur vor dem
Stehenbleiben.
Realistische Gedanken
Dabei ist das ständige Austauschen
verstiegener, lebensfremder und bedrohlicher Phantasien durch realistische,
befreiende und ermutigende Gedanken
eines jener Verhaltensmuster, die sich als
besonders hilfreich erwiesen haben.
Verarbeitung heißt, ich komme mit dem
Krebs zurecht: Ich komme zurecht mit
den körperlichen Beschwernissen, die aus
der Krankheit herrühren. Und ich komme
zurecht mit den Gedanken und Gefühlen,
die sich aus der Krankheit ergeben.
Die Fragen lassen erkennen, dass jeder
seiner Krebserkrankung ganz persönlich
begegnet. Ein bestes Verhaltensmuster
gibt es dabei nicht. Eine Strategie ist gut,
wenn sie gut klappt. Und gut sind alle
Wege, die ein möglichst hohes Wohlbefinden bringen.
Vom griechischen Philosophen Epiktet
ist das Wort überliefert: Die Dinge an
sich sind weder gut noch schlecht. Sie
werden es nur durch unsere Gedanken.
Mit anderen Worten: Es sind nicht die
Dinge, die uns beunruhigen, sondern die
Gedanken, die wir uns über sie machen.
Es ist nicht der Krebs, der uns beunruhigt, sondern die Gedanken, die wir uns
über ihn machen.
„Zurechtkommen“ bedeutet keineswegs,
dass man nicht traurig oder ängstlich
sein darf. „Zurechtkommen“ stellt eine
Balance dar, ein ausgewogenes Verhältnis –
• zwischen den Belastungen durch die
Erkrankung, die einfach da sind (operativer Eingriff, Therapien, Einschränkungen, Nachsorge, mögliches Rezidiv),
• und der Art und Weise, wie sich die
Dabei wirken sich die folgenden Strategien sehr günstig aus:
• Sich den Widrigkeiten stellen, jetzt
oder später, beherzt oder behutsam.
• Den Krebs als Teil des Körpers begreifen, als ständigen Begleiter, als
Element der eigenen Biographie – ihn
nicht verteufeln oder gutheißen, sondern sich mit ihm arrangieren.
• Neue Maßstäbe für das Leben und
Demgemäß setzt die Verarbeitung einer
Krebserkrankung auch im Kopf an, sozusagen im Kopfkino. Das hat entscheidende Auswirkungen auf unsere Gefühle und
unser Verhalten (s. Tabelle).
Derartige Klärungen können durch eigenes Nachdenken entwickelt werden oder
sich in ruhigen, besonnenen Gesprächen
mit der eigenen Familie, mit Vertrauten
und Freunden vollziehen. Sie reichen oft
Krankheitsverarbeitung
24
Wege der Verarbeitung
die Lebensqualität setzen (endgültige
Normen gibt es nirgendwo).
• Geeignete Unterstützung von anderen
einholen: Freunde, Selbsthilfegruppen,
Therapeuten.
• Geduld haben und sich auf Höhen und
Tiefen einstellen.
Ob ich verzweifele
oder wieder froh werde,
bestimme ich selber.
Udo Wächter,
Dipl.-Psychologe
in die Lebensgeschichte zurück, in seit
langer Zeit bestehende Denkgewohnheiten und in religiöse Überzeugungen.
Es braucht allerdings einige Zeit, bis das
realistische Denken sich verinnerlicht
und zur Gewohnheit wird.
Der eigene Lebensregisseur
Vor diesen Hintergründen kann die
Krebserkrankung als Chance begriffen
werden, die in jedem Neubeginn steckt.
Man kann sein eigener Lebensregisseur
werden:
• Neue Perspektiven zum Leben und zu
sich selbst entwickeln.
• Religiöse Themen aufgreifen, sich spirituellen Gedanken und Meditationen
widmen.
• Alte Vorlieben wiederentdecken und
neue Aktivitäten anbahnen.
• Soziale Beziehungen in der Familie,
im Freundes- und Bekanntenkreis
bewusster pflegen.
• Auszeiten nehmen für Naturerleben,
für Kunst, Musik und Literatur, für
Entspannung.
• Sportliche Aktivitäten durchführen
und auf gesunde, schmackhafte Ernährung achten.
• Als krebskranke Frau sich stärker
behaupten: kein demütiges MonaLisa-Lächeln, sondern das selbstgewisse Auftreten einer Meryl Streep, Julie
Christie oder Senta Berger.
Wege der
Verarbeitung
führen auch zum
„mamma-café“
Die Krankheitsbewältigung wird für
Frauen, die an Brustkrebs erkrankt
sind, erheblich erleichtert durch das
„mamma-café“ des Marien-Hospitals
Wesel. In etwa 6-wöchigem Rhythmus,
donnerstags von 16.30 bis 18.00 Uhr,
halten Experten Vorträge zu ausgewählten Themen. Anschließend können
Fragen gestellt und Erfahrungen ausgetauscht werden.
Veranstaltungen für 2007:
„Ein Weg entsteht, indem man ihn geht,“
sagt Franz Kafka.
Dipl.-Psychologe Udo Wächter
Psychologischer Psychotherapeut
Psychologischer Dienst des
Marien-Hospitals Wesel
Die Art der gedanklichen Verarbeitung bestimmt meine Gefühle
und mein Verhalten
Meine Bewertung
Meine Gefühle
Negatives
Denken
• Ich werde krank und ratlos sein, eine
Last für mich und für andere.
• Ich spüre nur Angst. Alles hat keinen
Sinn mehr. Ich möchte aufgeben.
• ängstlich
• unruhig
• bedrückt
• mutlos
• verzweifelt
Positives
Denken
• Ich werde schnell wieder gesund werden
und keine Last darstellen.
• Ich werde meine Ängste und Depressionen überwinden. Nur positiv denken.
• arglos
• leichtfertig
• unbekümmert
• schwächlich
• verletzbar
Realistisches
Denken
• Ich bin nicht hilflos. Wenn es schwer
wird, suche ich neue Wege und Lösungen.
• Ich werde alles für einen guten Verlauf
tun. Der Lebenssinn beruht aber nicht
auf der Gesundheit.
• nüchtern
• nachdenklich
• gefasst
• sich vertrauend
• zuversichtlich
• 11. Januar
Dr. med. B. Paniczek: „MammografieScreening – Was ist das?“
• 22. Februar
„Mistel und mehr“ – Ergänzende
Therapien
• 29. März
Haarteam Rieswick: „Schönheitstipps
für haarlose Zeiten“
• 10. Mai
„Physiotherapie und Lymphdrainage“
• 21. Juni
Dr. med. A. Neuber:
„Tumordiagnostik – Entscheidung
am Mikrokop des Pathologen“
• 23. August
„Sport in der Krebsnachsorge“
• 27. September
„MammaCare – Nehmen Sie Ihre
Gesundheit selbst in die Hand“
• 8. November
„Rundum gesund – Ernährung bei
Krebs“
• 13. Dezember
„Nebenwirkungen bei Chemotherapien – Was macht man bei…?“
25
wir: Kompakt
Die Herren über „Bits and Bites“
Die EDV-Abteilung der pro homine
Das Team der EDV-Abteilung pro homine.
Mitarbeiter: Christof Lemke, Erich Krauthoff, Klaus Hüing, Norbert Weigand,
Andreas Stiel, Tobias Margitan, Auszubildende: Thomas Puschof, Kai Majert,
Zivildienstleistender: Henrik Schipper
Über 30 Server und mehr als 600 PCs
werden mittlerweile von der EDV-Abteilung der pro homine betreut. Während
die Server zumeist zentral am MarienHospital verortet sind, sind die einzelnen
PCs und Workstation über alle Einrichtungen verstreut. Diese Einrichtungen
stehen entlang einer Linie am rechten
Niederrhein zwischen Spellen und Emmerich und dort in drei Krankenhäusern,
einer Fachklinik, neun Senioreneinrichtungen, zwei Reha-Zentren und einer
Tagesklinik. Viele Wartungsarbeiten
können über Fernwartung erledigt werden, aber ebenso viele Anfragen müssen
noch in persönlichem Kontakt und „zu
Fuß“ erledigt werden.
Aufgrund der vielfältigen und rasant
steigenden Anforderungen an diesen Beruf, haben sich die einzelnen Mitarbeiter
neben dem gemeinsamen Grundwissen
auf bestimmte Aufgaben spezialisiert,
um schneller auf Anfragen und neue
Herausforderungen des Unternehmens
reagieren zu können. Zu den Aufgaben
gehören neben der Betreuung der Server
und der übrigen Hardware ebenfalls
Bereiche wie Internet und Intranet, das
Krankenhausinformationssystem (KIS),
spezielle medizinische Softwareprodukte
und die gesamte E-Mail-Kommunikation
des Unternehmens.
26
Christof Lemke – Der neue Chef der EDV
Seit dem 1. Juli 2006 hat die EDVAbteilung der „pro homine“ einen
neuen Leiter: Dipl. Ing. Christof
Lemke. wir: interviewten ihn.
Christof Lemke (Jahrgang 1965) ist verheiratet und Vater zweier Kinder.
Nach seiner Ausbildung zum Radio- und
Fernsehtechniker studierte Herr Lemke in
Rahmen eines Ingenieurstudiums an der
Fachhochschule Krefeld Elektrotechnik
mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik.
Nach der darauf folgenden Fortbildung
zum Netzwerk-Ingenieur (CNA) kam der
Ruf der Rheinischen Kliniken Düsseldorf.
Die Klinik, ein Krankenhaus der HeinrichHeine-Universität, suchte einen Mitarbeiter, der die technische Betreuung diverser
Abeilungen, wie Videostudio und BlickMess-Anlage, als auch die Wartung des
biometrischen Netzwerkes und die Programmierungen für anstehende DiplomArbeiten der Psychologen übernahm. Im
Jahre 1998 wechselte Herr Lemke in die
Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik
nach Duisburg-Buchholz, in der er eine
EDV-Abteilung aufbaute. Dem Ruf des
Johanniter-Ordens folgend, übernahm er
1998 die Leitung eben dieser Abteilung
im Johanniter-Krankenhaus in DuisburgRheinhausen. In den sieben Jahren seiner
dortigen Tätigkeit leitete er Projekte wie
die Einführung des Krankenhausinformationssystems, der „Papierlosen Intensivstation“ der Fa. Draeger, des Inter- und
Intranet und viele andere. Durch die
Zentralisierung der EDV-Abteilungen
innerhalb des Johanniter-Ordens und
den Umzug nach Stendal, kam das
Angebot des Marien-Hospitals zur
rechten Zeit.
Befragt nach seinen ersten Eindrücken von der neuen Arbeitsstelle und
seinen Visionen für die Zukunft erklärt
Christof Lemke:
„Ich habe hier ein Unternehmen
vorgefunden, welches gewillt ist,
etwas aufzubauen. Man will durchaus
Vorreiter sein. Meine Mitarbeiter sind
gut gerüstet und fachlich qualifiziert.
Aufgrund des Zusammenschlusses der
Holding und des dadurch gestiegenen
Bedarfes innerhalb der Datenverarbeitung sowie die Einbeziehung aller
Bereiche der Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen, steigt natürlich der
Bedarf an Vereinfachung der Systeme
und der Ruf nach einem schnelleren
Zugriff auf die Daten.“
Und weiter erklärt er: „Demzufolge sind
meine Hauptanliegen für die kommende Zeit, die Geschwindigkeit des
Systems zu verbessern, ein proaktives
Konzept für die Datensicherung und
Serverlandschaft umzusetzen und die
EDV-Schulungen der Mitarbeiter und
Anwender den gestiegenen Anforderungen anzupassen.“
AB
wir: pro homine
Bauernmarkt
Herbstangebot im Nikolaus-Stift
Seit Bestehen des Nikolaus-Stiftes
veranstaltet die Seniorenbetreuung jedes
Jahr am Dienstag nach Erntedank einen
traditionellen Bauernmarkt.
In diesem Jubiläumsjahr fiel dieses
Datum auf den Feiertag des 3. Oktobers.
Da die Tradition nicht gebrochen werden
sollte, beschlossen die MitarbeiterInnen
unter der Leitung von Frau Melanie
Janßen den Bauernmarkt an diesem Tag
anzubieten.
Die Resonanz war groß, da an diesem
arbeitsfreien Tag auch die berufstätigen Angehörigen und Besucher des
Hauses gerne die vielfältigen Angebote
annahmen und in Ruhe das reichhaltige
Büffet genießen konnten. Während des
beliebten Buffets wurden ausschließlich
selbstgemachte Back- und Wurstwaren,
ebenso Käsevariationen und Suppen in
reichhaltiger Vielfalt angeboten.
Voran gegangen war der gemeinsame
Erntedankgottesdienst in der hauseigenen Kapelle, zu dem alle Besucher und
Bewohner eingeladen waren. Anschließend konnte der Bauernmarkt besucht
werden, der im Foyer des Hauses aufgebaut war und an dem an verschiedenen
Verkaufsständen die unterschiedlichsten
Waren angeboten wurden, die ein typischer Markt verspricht.
Eingeladen waren Anbieter aus der
lokalen Nachbarschaft, die u.a. Obst,
Gemüse, Kartoffeln, Marmelade, Vollwertbrot und Wein ebenso anboten wie
selbstgeflochtene Körbe und herbstliche
Dekorationen. Natürlich durfte auch
der von den Bewohnern sehnsüchtig
erwartete Kaninchenzuchtverein aus
Bislich nicht fehlen. Die Lebendigkeit
der kuscheligen Tiere erzeugt immer
wieder Kindheitserinnerungen, nicht nur
bei den Senioren.
wegen des „Ausgehverbots“ aufgrund
der Vogelgrippeprävention darauf verzichtet werden.
Für diejenigen Bewohner, die bettlägerig
waren und deshalb an der Veranstaltung nicht aktiv teilnehmen konnten,
hatte der Besuch der Erntekönigin aus
Obrighoven etwas ganz Besonderes. Sie
besuchte jeden Bewohner in seinem
Zimmer und beschenkte ihn mit einer
kleinen Ernteüberraschung!
Der gelungene Tag wurde mit einer
Tanzeinlage des Trachtenvereins Dingden abgerundet.
Ursula Gubela, Haus- und
Pflegedienstleiterin
Melanie Janßen,
Leiterin soziale Betreuung
Für lautstarke Unterhaltung sorgten in
den vergangenen Jahren auch immer die
Hühner und Hähne des Geflügelzuchtvereins Wesel, in diesem Jahr musste
27
wir: GZ Wesel
Herzlich willkommen auf den Seiten des Gesundheitszentrums Wesel.
Hier geben wir Ihnen einen kurzen Einblick in empfehlenswerte Kurse und Veranstaltungen.
Besuchen Sie uns jetzt auch im Internet: www.gesundheitszentrum-wesel.de
Dort können Sie sich einen vollständigen Überblick über unser Kursprogramm verschaffen.
Beachten Sie bitte auch unsere neue E-Mail-Adresse:
1. Halbjahr 2007
[email protected]
Kontakt
Gesundheitszentrum des
Marien-Hospital Wesel
Schillstraße 44,
Fon: 0281/163896-10,
Fax: 0281/163896-18
Neue E-Mail:
[email protected]
Öffnungszeiten:
Mo – Do: 9.00 – 12.30 Uhr
und nach Vereinbarung
Kontakte:
Mechtild Lacher-Lehmann,
Angelika Klepping,
Kordula Neumann
www.gesundheitszentrumwesel.de
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Wir als Gesundheitszentrum des MarienHospitals fühlen uns in besonderer Weise
berufen, über gesundheitliche Risiken
aufzuklären, gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern und die Zusammenhänge
zwischen Gesundheit und Bewegung
erfahrbar zu machen. Wir unterstützen
Sie bei Ihrem Vorhaben, die eigenen Kraftquellen zu erschließen.
Weiterhin möchten wir Sie anregen und
ermutigen, für die eigene Gesundheit und
die Ihrer Familie aktiv zu werden. Unsere
Programmpalette ist breit gefächert, sie
reicht von Entspannung und Körperbewusstsein, Bewegung und Fitness, gesunder Ernährung über Eltern- Kindkurse,
Angebote für Kinder und Jugendliche bis
zum Rehabilitationssport und zu Selbsthilfegruppen und themenbezogenen Vorträgen und Gesprächskreisen.
Denn Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen!
Getreu nach dem Motto „früh übt sich,
wer ein Meister werden will“, finden schon
die Kinder Unterstützung im Gesundheitszentrum:
Viele Kurse für Kinder
und Jugendliche werden
von den Krankenkassen
bezuschusst wie „Kids
– schwer mobil“ für
übergewichtige Kinder und das RückenfitProgramm für Kinder „Komm mach‘ mit
bei Willi Wirbel“.
Die Entspannungsmethoden wie Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung helfen, schon früh ein
Gefühl für Anspannung und Entspannung
zu entwickeln. An Kochnachmittagen und
in einem Ferienkochkurs lernen schon
unsere Jüngsten mit Spaß eine gesunde
Malzeit herzustellen. Auch die Kreativität
förden wir mit Kursen wie Malen, Filzen
und einem Specksteinkurs.
Für Jugendliche und junge
Erwachsene haben wir
einen neuen Kurs: „Qi
Gong Tai Chi Chuan für
Jugendliche und junge Erwachsene“, den
Entspannungskurs „Autogenes Training“
und den Bewegungskurs „Move“ für
übergewichtige Jugendliche. Im Sommer
2007 werden wir einen „Abnehmkurs für
Jugendliche“ anbieten. Voranmeldungen
nehmen wir gerne entgegen!
Ein neues Seminar im
Frühjahr 2007 empfehlen
wir Ihnen sehr: „Humor
– die Schwimmweste
des Lebens“ hilft uns, den eigenen Humor
wieder zu entdecken, um in unseren Alltag
mehr Freude und Leichtigkeit einfließen
zu lassen.
Wenn auch Sie mit
dem Rauchen aufhören
möchten, dann kommen
Sie zu unserem kosten
losen Info-Abend des Kurses „Rauchfrei
in 10 Schritten“ am Donnerstag, dem
11. Januar 2007 im Gesundheitszentrum.
Der Kurs wird dann bei einer regelmäßigen Teilnahme von Ihrer Krankenkasse
bezuschusst.
Fragen Sie nach unserem Kursprogramm
oder schauen Sie herein und lassen Sie sich
von uns beraten.
Wir freuen uns auf Sie!
Mit 42 LäuferInnen
waren wir beim
2. Hanse-City-Lauf
vertreten
• Bewegen
• Ernähren
• Entspannen
• Informieren
• Kreativität
• Reha-Sport
• u.v.m
Ausgezeichnet:
das Projekt „DreiWiesel-Lauftreff“
erreichte den
1. Platz beim
bundesweiten
Wettbewerb
(DNGfK)
2. Weseler Gesundheitstag
Am zweiten Weseler Gesundheitstag
am 14. Oktober 2006 beteiligte sich das
Gesundheitszentrum mit einem FitnessCheck-Up für die Bevölkerung! Hier
fanden die Menschen Antworten auf
die Fragen: „Wie fit bin ich wirklich?“
und „Welcher Sport ist gesund für mich“.
Physiotherapeutinnen des Marien-Hospitals gestalteten abwechslungsreich die
verschiedenen Tests. In einer
Qi Gong-Vorführung und -Mitmachaktion
konnten Interessierte die entspannende Wirkung dieser Übungen erfahren.
Kompetente Ansprechpartnerinnen des
Gesundheitszentrums berieten die Rat
Suchenden an unserem Stand!
Beim anschließenden 2. Hanse-City-Lauf
Wesel waren wir, angefeuert von Freunden, Bekannten und Fans, mit 42 LäuferInnen vertreten und sind auch hier als
„laufstärkste Gruppe“ prämiert worden.
Besonders möchten wir aber unseren drei
Mitarbeiterinnen, Katja Schulz, Marion
Hübers und Annegret Dams gratulieren,
die Drei haben sich den
1. Platz in der Mannschaftswertung
über 10.000 m erlaufen mit einer
Gesamtzeit von 149:51 Minuten.
Ein verdienter Erfolg – herzlichen
Glückwunsch!
Noch eine gute Nachricht
und ein erster Preis
Das Marien-Hospital ist beim bundesweiten Wettbewerb im Deutschen Netz
Gesundheitsfördernden Krankenhäuser
(DNGfK) zum zweiten Mal für das beste
gesundheitsfördernde Projekt mit dem
ersten Preis ausgezeichnet worden (Sie
erinnern sich: im Jahr 2003 wurden wir
mit dem Kindergartenprojekt „Gesund
und stark mit Rick und Rack ausgezeichnet). In diesem Jahr haben wir uns
mit unserem „Drei-Wiesel-Lauftreff
– Betriebssport für MitarbeiterInnen
im Marien-Hospital“ beworben und
freuen uns über diese Anerkennung sehr,
weil sie uns darin bestärkt, gesundheitsfördernde Projekte zu entwickeln und
nachhaltig zu verfolgen.
Das Preisgeld von 1000,- EUR ist direkt
für die Beleuchtungsanlage, die rund
um den Auesee errichtet werden soll,
gespendet worden! So können auch wir
in Zukunft im Winter „durchlaufen“.
Tel. 0281/163896-10
11. Weseler Dreiwiesellauf 2007
Wir suchen wieder motivierte, flinke
Wiesel für den 11. Weseler Dreiwiesellauf
2007, der am Sonntag, den 17. Juni
2007 stattfindet!
Dieser 3 x 7,5 km Staffellauf rund um den
Auesee ist ein einmaliges Erlebnis, denn
nicht die Schnelligkeit ist das Besondere
sondern der Teamgeist, der sich unter
allen Teilnehmenden entwickelt. Also:
Alle Wiesel und die, die es werden wollen
in die Startlöcher und schon mal mit
dem Training anfangen! Laufen Sie mit!
Werden Sie wieder fit und halten sich
gesund! Gerade in den Wintermonaten
tut Bewegung an der frischen Luft gut!
Die Laufgruppe des Marien-Hospitals
trifft sich im Winter Freitag Nachmittag
um 16:00 Uhr am Auesee. Im Frühjahr
wird es auch für WiedereinsteigerInnen
und NeuanfängerInnen einen Lauftreff
geben, der ab Donnerstag, dem
22. März 2007 um 17.00 Uhr am
Auesee startet.
Weitere Informationen hierzu erhalten
Sie im Gesundheitszentrum.
Mechtild Lacher-Lehmann
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wir: pro homine
Auch Gesundheit
geht durch den Magen
Die Cafeterien in den Krankenhäusern der Holding „pro homine“
Ob in Mitarbeiter- und Patientenbefragungen oder in der Anzahl
der Zugriffe im unternehmenseigenen Intranet, der Speiseplan ist
immer ganz oben auf der Hitliste
zu finden.
Diesem Trend – dass die Gunst der
internen sowie externen Kunden auch
durch den Magen geht – haben sich
unsere modernen Cafeterien recht gut
angepasst.
Die Einrichtung von Salatbars, die variablere Menüauswahl im Rahmen des
Mittagessens (die Komponenten sind
einzeln wählbar), das Kuchenbuffet,
die Chance auf frische Pommes Frites
im St. Willibrord-Spital, als auch der
Umbau und Anbau eines Wintergartens
im Marien-Hospital, laden mehr denn
je zum Verweilen ein.
In einem gemütlichen Ambiente
schmecken die reichhaltigen Angebote
unseres Serviceleiters Reinhard Kersten
und seiner Teams noch mal so gut.
Mitarbeiter, Patienten und ihre Besucher sowie Gäste von außerhalb sind
uns immer herzlich willkommen. Wir
bieten Ihnen frische, schmackhafte
Gerichte zum Mittagessen, köstliche
Snacks für Zwischendurch, sowie eine
große Auswahl an Kaltgetränken,
Kaffee- und Teespezialitäten.
Im Laufe des Jahres gibt es neben
täglich wechselnden Menüs und im
Rahmen einer wöchentlich wechselnden Speisekarte auch immer wieder
Aktionswochen. So konnten wir in
2006 zum Beispiel mit der Salatwoche,
der italienischen Pastawoche „Bella
Italia“, der bayerischen, der mediterranen, der asiatischen Woche und
sogar der „Weltmeisterwoche“, unseren
Besuchern unter anderem auch die
Besonderheiten anderer Länder und
Regionen nahe bringen.
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Wir bieten gute Qualität zu günstigen
Preisen und stehen für Ihre Anregungen und Fragen jederzeit und gerne zur
Verfügung. Die jeweils aktuellen Kosten
für unsere Speisen entnehmen Sie bitte
dem Aushang in den Cafeterien.
AB
Wir sind für Sie da:
Cafeteria Marien-Hospital:
Mo–Fr
7.30 – 17.30 Uhr
Sa
7.30 – 10.30 Uhr und
14.00 – 17.30 Uhr
Sonn- und Feiertag
8.30 – 10.00 Uhr und
14.00 – 17.30 Uhr
Cafeteria St. Willibrord-Spital:
Mo – Fr 7.00 – 18.00 Uhr
Sa
14.30 – 18.00 Uhr
Sonn- und Feiertag
14.30 – 18.00 Uhr
wir: Kompakt
Darf es noch ein Kaffee sein…?
Beschäftigungsangebote für demenziell erkrankte
Bewohner der Senioreneinrichtung St. Elisabeth in Spellen
Darf es noch ein Kaffee sein, Fr. P.?
fragt eine Mitarbeiterin des
Sozialen Dienstes eine Bewohnerin.
„Ja bitte“… antwortet diese und fügt
hinzu …„uhh ist der heiß“…
Daraufhin folgt der fast tägliche Ablauf
folgender Sätze anderer Bewohner dieser
geronto-psychiatrischen Frühstücksgruppe: „Ja, ja Kaffee kann ja auch nicht
kalt gekocht werden“…. „mit Kaffee am
morgen, kann der Tag beginnen“… „Kaffee
Schwarz, Schwarz macht schön“, etc. Es
bestehen bei uns im Hause zwei „Dementen-Frühstücksgruppen“ in welchen es
feste Rituale und Abläufe z.B. Begrüßung
per Handschlag mit Namensnennung,
Tisch decken, Frühstück bereiten,
Kalenderspruch vorlesen etc. gibt. Seit
mehreren Jahren sind diese schon im
Haus etabliert und werden von Mitarbeitern des Sozialen Dienstes vorbereitet und
betreut. In jeder dieser Frühstücksgruppen
sind zwischen 6 – 8 Bewohner, welche bei
den Mahlzeiten Unterstützung brauchen.
Diese Frühstücksgruppen sind entstanden,
um dementiell erkrankten Bewohnern die
Möglichkeit zu geben, relativ selbstständig mit Unterstützung und Anleitung
Mahlzeiten einzunehmen. Diese Bewohner
frühstücken jeden Morgen in demselben
Raum, mit den gleichen Mitbewohnern und möglichst angeleitet von den
gleichen Mitarbeitern. Seit kurzem ist
eigens für diese Frühstücksrunde Geschirr
angeschafft worden mit rotem Rand, da
aus wissenschaftlichen Erkenntnissen
herausgestellt wurde, dass dementiell
erkrankte Menschen davon besser essen
bzw. dieses besser erkennen.
Sich sinnvoll zu beschäftigen und den Tag
nach eigenen Interessen, Bedürfnissen
und Gewohnheiten zu gestalten, wird
auch durch die anderen Beschäftigungsangebote im St. Elisabeth für Demenzerkrankte als Leitlinie zu Grunde gelegt.
Einige Angebote werden vorwiegend
für orientierte Bewohner bereit gestellt,
manche Angebote werden integrativ
von orientierten und nicht orientierten
Bewohnern wahrgenommen und dann
gibt es noch Veranstaltungen, welche
ausschließlich für nicht orientierte/
demente Bewohner stattfinden.
Orientierte oder auch nicht orientierte
Bewohner oder Bewohner, welche aus
körperlichen Gründen nicht an verschiedenen Angeboten teilnehmen können oder
möchten, werden einzeln betreut. Diese
Einzelbetreuung kann in Form von einem
Spaziergang, einem längerem Gespräch,
einer Basalen Stimulation, Vorlesen oder
Snoezeln im Entspannungsraum sein.
Angebote und Beschäftigung für dementiell erkrankte Bewohner im St. Elisabeth
sind breit gefächert, je nach Bedürfnis,
Bedarf und auch aus biografisch begründetem Interesse.
Auf jedem Wohnbereich gibt es je ein
Gruppenangebot speziell für gerontopsychiatrisch veränderten Bewohner. In
diesen Gruppen wird je nach Thema, Jahreszeit, Gruppenanzahl und Individualität
der Bewohner geschaut, ob z.B. gesungen, vorgelesen oder Gedächnistraining
gemacht wird. Hierzu gibt es verschiedene
Methoden und Herangehensweisen der
Dementenbetreuung, welche eingesetzt
werden, um diese Gruppen anzuleiten und
begleiten. Es findet ständig eine Evaluierung der Angebote und auch der teilnehmenden Bewohner statt, denn die sich
verändernden Ressourcen der Bewohner
stehen im Vordergrund.
Ziel dieser Angebote ist nicht nur die
Freude am Austausch, Kommunikation
und Förderung der sozialen Kontakte, sondern besonders bei dementiell Erkrankten
die Selbstständigkeit, die Selbstentscheidung und das Selbstwertgefühl zu erhalten. Zu unseren „Dementenangeboten“ im
Haus zählen auch die Hundebesuche.
Jeder Wohnbereich hat zwei Ehrenamtler
mit je zwei Hunde, welche jeder einmal
im Monat dementiell Erkrankte und auch
nicht orientierte Bewohner besuchen.
Unsere Feste, Feiern, Ausflüge und feste
Wochenangebote wie z.B. Liederrunden,
Singkreis, Gottesdienste, Sitzgymnastik,
Entspannungsbad und Spielerunden sind
für alle Bewohner im Haus, wobei aber
auch immer geschaut und geplant wird,
welche Interessen und Ressourcen die
Bewohner haben.
Simone Zehahla, Diplom Pädagogin
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wir: kulturell & unterhaltend
wir: weltweit
Eine Zeitung reist um die Welt
Liebe Leserinnen und Leser,
dank ihnen erlebe ich die tollsten Abenteuer. Fußballweltmeisterschaft in Dortmund, auf Du und Du mit
Fidel Castro in Kuba oder halb ertrunken im Gepäck bei einer
Kilimanjarobesteigung – mein kultureller Horizont erweitert
sich von Ausgabe zu Ausgabe. Lesen Sie heute was ich mit
meiner Leserin Marion Neuburg in Nepal erlebte …
Ein Jahr nach meiner Kilimanjarobesteigung und ein Jahr erweitertes hartes
Training, da war ich bereit für NEPAL
– das Trekking-Dorado, bereit für den
Klassiker „Everest-Trek“, bereit für alle
damit verbundenen Strapazen.
Die Anreise erfolgte per Flugzeug von
Kathmandu nach Lukla (2800m). Der
Anflug auf Lukla bietet traumhafte
Ausblicke auf die Giganten Mt. Everest,
Lhotse und Ama Dablam.
In Lukla trafen wir unsere nepalesischen
Begleiter und die vier Träger. Wir, das
waren sechs Männer und zwei Frauen im
Alter von 38 – 53 Jahren und natürlich
eine Zeitung namens wir:
In den ersten beiden Tagen wurde
Namche Bazaar (3440 m) angesteuert.
Hier kommen alle Everest-Expeditionen
durch. Die nächsten Tage dienten der
Akklimatisierung, wobei wir uns zunehmend der 5000 m-Grenze näherten.
Die kräfteraubende Besteigung des Gokyo Ri (5360 m) galt als Generalprobe für
den Kala Patthar (5540 m und Aussichtsberg zum Basislager des Mt. Everest).
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Täglich ging es auf oft schwierig zu gehenden Wegen (schmal und oft am Abgrund endlang mit entgegenkommenden
oder überholenden Yaks-Karawanen und
Trägern) steil bergauf und bergab, wobei
der permanent niedrige Sauerstoffgehalt
in diesen Höhen seinen Tribut forderte.
Wenn am Mittag die Übernachtungshütte erreicht wurde habe ich so manchen
Tag gedacht „diesen Tag hast Du auch
wieder überlebt“.
Solange man in Bewegung blieb, waren
die vielfach niedrigen Temperaturen
gut zu ertragen, (Morgens sind wir oft
bei Minustemperaturen und Schnellfall
gestartet). In den meist ungeheizten
Hütten nützte das Zusammenrücken
auch nicht mehr viel. Die mit heißem
Wasser gefüllten Trinkflaschen wärmten
uns die Schlafsäcke vor, in die man sich
gerne bei Zeiten zurückzog.
Der nächtliche Toilettengang, der meist
ins Freie führte wurde zum festen Bestandteil unseres „Überlebenstrainings“.
Wenn morgens um 6.00 Uhr mal wieder
das Wasser im Zahlputzbecher gefror, kam
das Zahnpflegekaugummi zum Einsatz.
Einzelne Tage wurden zum Feiertag erklärt, nämlich dann, wenn z.B. nach sieben
wir: Mitarbeiter
Tagen erstmalig eine warme Dusche
erkauft werden konnte! Bei einer solchen
Tour kommt man ganz schön schnell vom
üblichen Hygieneverhalten ab. Gut das
Zeitungen keine Nasen haben …
Bei der Besteigung des Kala Patthar
(5540 m) konnte in 5400 m weder die
mitgebrachte Kraft und Kondition, die
gelungene Akklimatisierung, noch mein
bekannter kompromissloser Ehrgeiz dabei
helfen, auch nur noch einen Schritt
weiter zu gehen! Nichts ging mehr! An
diesem Punkt kann man nur dadurch
Stärke und Charakter beweisen, wenn die
Signale des Körpers respektiert werden.
Dann wird der Abstieg zum Erfolg.
Ich habe noch nie in meinem Leben körperlich etwas Anstrengenderes geleistet.
Völlig entkräftet traf ich (die anderen
nicht viel weniger) vier Tage später
wieder in Kathmandu ein. Wir waren
uns alle einig, es war ein eindrucksvolles Trekking vor traumhafter Kulisse.
Der Wunsch auf Wiederholung besteht
allerdings nicht. Für das kommende Jahr
denke ich eher über eine „Kaffeefahrt“
durch Australien nach.
Haben Sie Lust bekommen
mitzumachen?
Dann nehmen Sie doch einfach unsere Hauszeitung mit in Ihren nächsten
Urlaub und verewigen Sie diese in einem
Beweisfoto. Senden sie das Foto mit
einer kurzen Beschreibung an die:
wir: Redaktion z.H. Lisa Quick
Postfach 10 00 95, 46462 Wesel
oder per E-Mail an:
[email protected]
Marion Neuburg/
L.Q.
Aller guten Dinge sind drei
Dreimal „Ursula“ für die Nachsorge
Nach erfolgreicher Teilnahme an der
Weiterqualifizierung im Bildungsinstitut Fachbereich Gesundheitswesen
(BFG) in Wülfrath, dürfen drei Ursulas
(Ursula Janßen, Ursula Röskam, Ursula
Steinmetz) sich jetzt „Pflegefachkraft
für pädiatrische Kliniknachsorge“
nennen. Berufsbegleitend, über einen
Zeitraum von fünf Monaten, wurden 160 Stunden Unterricht auf vier
Blockwochen verteilt.
Unterrichtsinhalte: Elternanleitung
und Beratung, Pflegeüberleitung und
Entlassungsmanagement, Präventionsberatung, Sterbebegleitung,
Häusliche Pflege des Frühgeborenen,
von beatmeten Kindern, speziellen
Ernährungsformen, Gesetzesgrundlagen SGB § V, IX, XI.
Die Weiterqualifizierung endete mit
einer mündlichen Abschlußprüfung
und dem Erhalt eines Zertifikates.
Durch dieses Fachwissen ist es möglich, in Kooperation mit ambulanten
Partnern und Versorgungsketten (Ärzte, Therapeuten, Sanitätshäuser usw.)
eine Versorgungskontinuität für die
betroffenen Familien und die erkrankten Kinder sicher zu stellen. In vielen
Fällen kann dadurch die stationäre
Verweildauer verkürzt werden.
Individuell wird mit den Eltern und
Kindern die Entlassung und Nachsorge
besprochen, und die Vernetzung mit
den Kooperationspartnern schon frühzeitig eingeleitet. Auch bieten wir Hilfe
bei Einstufungen in der Pflegeversicherung und bei Anträgen auf Schwerbehinderung bei Versorgungsamt an.
Besonders die Eltern der Frühgeborenen
und behinderten Kinder profitieren von
der Betreuung, die, über die Zeit in der
Klinik hinaus, möglich ist.
Durch Schwestern, die das Kind und die
Eltern schon kennen, werden Ängste
und Unsicherheiten genommen.
Kindertagesstätten und Betreuungseinrichtungen stehen in engem Kontakt
zum Nachsorgeteam, das für diese
Einrichtungen auch Fortbildungen und
Schulungen bei besonderen Pflegeproblemen anbietet.
Das Nachsorgeteam der Pädiatrie im
Marien-Hospital freut sich über Fragen,
Anregungen und Schulungsvorschläge.
Wir hoffen, dass noch viele Eltern, Betreuer und auch Mitarbeiter an unseren
Schulungen und Weiterqualifizierungen
teilnehmen, um so unseren Patienten
eine professionelle Pflege bieten zu
können.
Ursula Janßen, K2b/I,
Tel. 0281/1041650
Ursula Röskam, Station K1,
Tel. 0281/1041610
Ursula Steinmetz, K2a,
Tel. 0281/1041630
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wir: pro homine
Das KTQ-Zertifizierungsprojekt im
St. Willibrord-Spital Emmerich-Rees
So, wie bei der DIN-ISO-Zertifizierung in Rees will das St. Willibrord-Spital
auch glänzen. Dort wird nämlich im Mai 2007 die Zertifizierung nach
KTQ 5.0 (Kooperation für Transparenz und Qualität) angestrebt. Hierfür
sind die umfassenden Vorbereitungen in vollem Gange.
Koordiniert wird das Projekt vom
Lenkungsausschuss Qualitätsmanagement (LAQM). Da das Projekt auf eine
möglichst breite Basis gestellt werden
sollte, wurden 37 Mitarbeiter aus allen
Tätigkeitsfeldern in das Projekt mit eingebunden. Aus dieser Teilnehmergruppe
sind für jede Abteilung Qualitätsmanagement-beauftragte benannt worden.
Ihre Aufgaben sind u. a. die aktuellen
Informationen und Entwicklungen an die
Mitarbeiter der Abteilungen weiter zu
leiten. Weitere Mitarbeiter sind in 6 Arbeitsgruppen analog zu den 6 Kategorien
des KTQ Manuals aufgeteilt worden, mit
dem Auftrag den Selbstbewertungsbericht zu erstellen.
In einer Auftaktveranstaltung Ende April
wurden die Mitarbeiter in den Grundlagen des Qualitätsmanagements und
des KTQ Modells geschult. Eine probatorische Selbstbewertung wurde durch-
34
geführt und der Projektplan vorgestellt.
Von Mai bis Ende Juli fand die Erstellung
des 1. Entwurfes des Selbstbewertungsberichtes mit der Punktebewertung durch
die sehr engagierten Arbeitsgruppen in
nicht nur auf die Außentemperaturen
bezogen „heißen“ Sitzungen statt.
Hier stellte sich schon der erste Effekt
ein, was Qualitätsmanagement bewirken
soll, nämlich die gemeinsame Analyse
von Strukturen und Abläufen im Haus
und in den einzelnen Fachbereichen
durch die unterschiedlichsten Berufsgruppen.
Selbstbewertung bedeutet die Beantwortung von 820 Fragen und die Punktevergabe in 6 Kategorien zu den Themen
(siehe Tabelle).
Zur Zertifizierung (Fremdbewertung)
müssen mindestens 55 % der Punktezahl pro Kategorie erreicht werden.
Anzahl Fragen
Max. erreichbare Punkte: 1521
Kat. 1 Patientenorientierung
(253)
414
Kat. 2 Mitarbeiterorientierung
(110)
225
Kat. 3 Sicherheit im Krankenhaus
(164)
315
Kat. 4 Informationswesen
(81)
162
Kat. 5 Krankenhausführung
(114)
216
Kat. 6 Qualitätsmanagement
(98)
189
Der Lenkungsausschuss QM, die
Gruppensprecher der Kategorien haben
den 180-seitigen Entwurf gelesen. In
mehren Sitzungen wurde der Bericht
und die Bewertung diskutiert, Anpassungen vorgenommen sowie der Handlungsplan erstellt.
Es erfolgte die Priorisierung der
aufgeführten Maßnahmen des Handlungsplanes, wobei die Maßnahmen mit
hoher Priorisierung bis zur Zertifizierung
abgearbeitet werden sollen. Neben
der Bearbeitung der Maßnahmen aus
dem Handlungsplan erfolgen weitere vorbereitende Maßnahmen in den
kommenden Monaten. QM Schulungen
zum Zertifizierungsverfahren haben mit
großem Interesse stattgefunden. Weitere QM Schulungen werden ab Januar
2007 laufend stattfinden, um möglichst
viele Mitarbeiter zu informieren.
Ein KTQ-Info Markt wird einige Wochen
vor dem Zertifizierungstermin die
Mitarbeiter ausführlich über Projekte,
das Qualitätsmanagement und das KTQVerfahren informieren.
Der Selbstbewertungsbericht wird bis
zur Versendung an die Zertifizierungsstelle laufend angepasst. Die vielen
detaillierten Vorbereitungen von Pflichtschulungen und Einweisungen, Prozessbeschreibungen und deren Umsetzung
bis hin zu Handzeichenlisten vervollständigen und Aufräumarbeiten werden
die Mitarbeiter des Krankenhauses
in den kommenden Monaten zusätzlich zum Alltagsgeschäft in Anspruch
nehmen.
Auf diesem Wege bedanke ich mich
auch im Namen des Lenkungsausschusses QM bei allen engagierten Teilnehmern und den Mitarbeitern, denn ohne
sie ist das KTQ-Zertifizierungsprojekt
nicht zu bewältigen.
Sigrid van Alst,
Qualitätsmanagementleitung
wir: kulturell & unterhaltend
Buch-Tipps aus unseren
Krankenhausbüchereien
Tim Parks:
Stille
Kunstmann Verlag,
360 Seiten,
22,- EUR
Der bekannte, englische Fernsehjournalist Harold Cleaver ist 55 Jahre und
auf dem Höhepunkt seiner beruflichen
Karriere. Sein denkwürdiges Interview, bei dem er den amerikanischen
Präsidenten bloßgestellt hat, ist in
aller Munde, nicht nur in London. Da
kommt ein Roman seines Sohnes auf
den Markt: „Im Schatten des Allmächtigen“. Eine fiktive, wenig schmeichelhafte Biografie über den allmächtigen
Vater, in dem Cleaver unschwer zu
erkennen ist.
Er flieht vor der medialen Öffentlichkeit, weg von seiner langjährigen Lebensgefährtin und den gemeinsamen
Kindern, bucht einen Flug nach Mailand und fährt in ein abgeschiedenes
Bergdorf in Südtirol. Cleaver mietet
eine Berghütte „über der Lärmgrenze“,
wo er für niemanden erreichbar ist,
weder per Handy noch per E-Mail. Er
ist überarbeitet, dazu übergewichtig,
er hat das Gefühl, nichts mehr zu
sagen zu wollen, bis auf die Stimmen
im eigenem Kopf.
Wochen später, eingeschneit und nur
von den Bauern versorgt, die ihn Lebensmittel und Alkohol bringen. Selbst
ihre Sprache spricht und versteht er
nicht. Cleaver muss feststellen, die
Stille ist eine trügerische Ruhe, es gibt
keine Flucht vor sich selbst.
Ein großartiger Aussteiger-Roman
mit einer kauzigen und komischen
Hauptfigur.
Peter Stamm:
An einem Tag
wie diesem
S. Fischer Verlag,
206 Seiten, 17,90 EUR
Der Autor beschreibt
die innere Leere als seelischen Normalzustand. Andreas lebt seit vielen Jahren
in Frankreich. In einem Vorort von Paris
unterrichtet er Deutsch. Aus der Schweizer Heimat hat ihn eine unglückliche
Liebe vertrieben. Lustlos spult er seine
Tage herunter, trifft sich mit wechselnden
Freundinnen und hat sich an die innere
Leere gewöhnt. Ein konturloser Mann
der keine Leidenschaft kennt, weder für
Kollegen noch für seine wenigen Freunde.
Dass ihn plötzlich die Sehnsucht packt, er
alles hinwirft, seine Wohnung verkauft,
seine sichere Stelle kündigt, liegt an der
Angst vor dem Tod. Über den Fleck, den
Ärzte auf dem Röntgenbild seiner Lunge
entdeckt haben, möchte Andreas lieber
keine exakte (Krebs) Diagnose hören. Er
reist in seine Heimat, ein Schweizer Kaff.
Dort hat er sich als Jugendlicher heftig
in das Pariser Au-pair Mädchen Fabienne
verliebt. Damals konnte er sich – wie
immer – nicht entscheiden. Und so heiratete sie seinen damals besten Freund und
lebt heute noch an dem Ort, den Andreas
fluchtartig verließ. Er muss einsehen, eine
abgestorbene Liebe lässt sich nicht mit
einem Kurztrip in die Provinz der Jugend
wiederbeleben. Es dauert eine Weile
bis er erkennt, dass er die Liebe längst
gefunden hat. Die Frau, die ihn liebt, ist
nicht Vergangenheit, sondern leibhaftige
Gegenwart.
In diesem kleinen Roman erzählt der
Autor ganz nebenbei von den großem
Problemen, die der moderne Mensch
schon deshalb hat, weil er nicht weiß,
wer er ist und was er wirklich will.
Peter Stamm, 1963 geboren, arbeitet als
freier Journalist und Autor. Zu seinen
bekanntesten Werken gehören Romane
und Erzählungen wie „Blitzeis“, „Agnes“,
„In fremden Gärten“ sowie „Ungefähre
Landschaft“.
Helmut Krausser:
Eros
Dumont Verlag,
320 Seiten,
19,90 EUR
Das Leben des Industriellen Alexander von Brücken, Jahrgang
‘30, neigt sich dem Ende zu. Er residiert
in einem Herrenhaus in Oberbayern und
Geld spielt keine Rolle. Er hat einen
Schriftsteller zu sich gebeten eine Auftragsbiografie über ihn zu schreiben, der
sein Leben lang seiner Jugendliebe Sofie
nachhängt und ihr Leben aus der Ferne
beobachtet und beeinflusst.
Er lernt sie in den Bombennächten
des 2. Weltkriegs kennen. In der Enge
des Luftschutzkellers, indem er – der
Fabrikantensohn – wie auch Sofie, deren
Eltern in der Fabrik der Familie arbeiten,
sich verstecken müssen. Sie kommt von
ganz unten, er von ganz oben: zwei
Parallelen im Unendlichen. Die 50,– DM,
für die er ihr später den ersten Kuss abkaufen wird, werden zur Initiation seiner
lebenslangen Besessenheit.
Der Leser durchstreift auf Sofies Spuren
die deutsche Geschichte der 60er Jahre,
die Studentenbewegung, RAF, Flucht von
ihr in die DDR, ein Untertauchen unter
falschem Namen und schließlich ihre
Rückkehr in die BRD.
Das Buch ist eine Geschichte einer
Suche und einer Sucht: handlungsprall
und detailreich.
Bärbel Koschorrek, Buchhändlerin
des Marien-Hospitals
35
wir: Im Gespräch
Hebammen
Gestandene Frauen, denen
man sich anvertrauen kann.
Die Geburt war in früheren Zeiten ein großes Familienereignis, an dem Nachbar- und Freundinnen teilnahmen, um die
Gebärende zu unterstützen. Hausgeburten machen heute
in Deutschland nur 2 % aus, demgegenüber steht ein
hoher Anteil von Klinikentbindungen. Im Vordergrund
stehen heute die technische Überwachung von Mutter
und Kind und medizinische Sicherheit durch zunehmende Medikalisierung. Es scheint, der soziale Kontext spielt
kaum noch eine Rolle. Der Wandel, den der Beruf und die
Stellung der Hebamme durchlebt hat, ist einerseits auf den
medizinischen Fortschritt zum anderen aber auf umfängliche
soziale und gesellschaftliche Veränderungen zurückzuführen.
Im Gespräch mit unserer Leitenden und
stellv. Leitenden Hebamme, Fr. Oldenkott
und Frau Kuper, beide selbst Mütter,
beleuchten wir die Geschichte der
Hebammen zwischen Autonomie und
Bevormundung und erfahren mehr über
das Selbstverständnis eines aussergewöhnlichen Frauenberufes.
Die Hebammen, so Frau Oldenkott, hatten die führende Rolle in den ländlichen
Frauengemeinschaften. Sie leiteten
nicht nur die werdende Mutter an, sondern sie koordinierte die Aufgaben der
übrigen Frauen. Der Beruf entwickelte
sich aus der Nachbarschaftshilfe. Verheiratete Frauen, die selbst schon Kinder
geboren hatten und sich in der Geburtshilfe hervorhoben, wurden von den verheirateten Frauen der Dorfgemeinschaft
zur Gemeindehebamme gewählt.
wir: Wie sind Sie Hebamme geworden?
Frau O.: Ich habe die Entscheidung
schon in der Schule getroffen. Drei
Berufe standen zur Auswahl: Tierarzt für
36
große Tiere, Hebamme oder Lehrerin. Ich
wollte Familie und Beruf miteinander
vereinbaren, damit fiel die Entscheidung
auf: Hebamme.
wir: Gibt es ein Schlüsselerlebnis für
ihre Berufwahl, Frau Kuper?
Fr. K: Ein Praktikum nach dem Abitur.
Bibliothekarin war die Alternative. Wenn
ich es recht überlege ist das Studium
von Literatur und Wissenschaft auch
Teil des Berufes. Wir schulen, bilden
aus und setzen uns mit wissenschaftlichen Zusammenhängen auseinander.
Eigentlich habe ich beides. Hebammen
waren eingebunden in den traditionellen
Volksglauben und die Volksmedizin. Sie
galten als Spezialistinnen für symbolische Handlungen und hatten ein umfangreiches Kräuer- und Arzneiwissen.
Mit ihrer Hilfe konnten Wehen gefördert
oder gehemmt werden. Dieses Wissen
wurde zum Schutz und zur Entlastung
der werdenden Mutter eingesetzt. Die
natürliche Geburt stand im Vordergrund.
Erst bei einem pathologischen Geburtsverlauf griff die Hebamme ein. Ihre
S. Oldenkott,
die leitende
Hebamme
am Marien-Hospital
große kulturelle Bedeutung war nicht
ungefährlich. Ihre Kenntnis in symbolhaften und magischen Handlungen, ihr
empfängnisregelndes Wissen, ließ sie
leichter in den Ruf geraten, den gottesfürchtigen Weg zu verlassen.
wir: In wieweit hat dieses das Bild
der Hebamme einen Einfluß auf Ihre
Berufsentscheidung und -tätigkeit?
Fr. O: Hebammen sind ganz besondere
Frauen: selbstbewusst und durchsetzungsfähig. Frauen, die wissen was sie
wollen. Es ist schon ein bisschen dran,
dass Hebammen auch „Hexen“ sind.
Fr. K: Hexe zu sein hat was Geheimnisvolles. Ich fühle mich wohl bei dem
Gedanken, eine von diesen Frauen zu
sein. Ihr Wissen unterscheidet sich sehr
von dem der Medizin.
Fr. O: Es gibt eine besondere Verbundenheit zwischen der werdenden Mutter
und der Hebamme. Der Beruf hat immer
noch etwas Einzigartiges, die Freiberuflichkeit. Während der Begleitung
gehört „frau“ sozusagen zur Familie.
Lange Zeit wurde das Wissen von einer
Hebamme, die sich eine
Assistentin wählte, auf
die nächste übertragen.
Wer konnte damals schon
lesen und schreiben. Reglementierungsversuche durch die
Kirche, dann durch die Medizin
nahm ab Mitte des 17. Jahrhunderts zu,
vor allem in den Städten. Hier waren
Hebammen angestellt. Ein geregeltes
Einkommen und die Chance Frauen
und Kinder als Klienten zu gewinnen
wurde zunehmend für Ärzte interessant.
Medizinischer Fortschritt, Steuerung des
Geburtsprozesses und Abrechenbarkeit
der Geburt durch Krankenkassen führte
nach dem 2. Weltkrieg zur Etablierung
der Klinikgeburt und zu medizinisch geleiteten geburtshilflichen Abteilungen.
wir: Wo liegen die Schwerpunkte der
Hebammentätigkeit im Verhältnis zur
Medizin?
Fr.O: Das Wissen um und Fertigkeiten
in der Geburthilfe, die Teil des Berufsselbstverständnisses sind, machen das
Handwerk, Hebamme zu sein, aus. Die
Medizin steuert Geburt durch Geräte
und Medikamente. Das Handwerkliche
tritt in den Hintergrund. Darin liegt das
Konfliktpotential. Hebammen können
heute immer noch ohne CTG und ohne
Ultraschallgerät auskommen. Sie müssen
beides einsetzen können: den Vorteil
eines Ultraschallgerätes kennen und ein
Hörrohr anwenden können. Die Hebamme
weiß auch so, wie groß das Kind wird.
Fr.K: Die Hebammen waren viel früher
da als der Mediziner: sie haben durch die
Jahrhunderte ihre Techniken bewahrt und
Andrea Kuper,
stellv.Leitende Hebamme
Neues, wenn es der Sache diente, integriert. Hebammen haben eine gute Lobby
und Stellung in der Gesellschaft mit ihrer
Freiberuflichkeit, stehen sie dem Arztberuf in Nichts nach. Vor- und Nachsorgen
können abgerechnet werden. Mit diesen
Dienstleistungen sind sie Konkurentinnen
der niedergelassenen Gynäkologen.
wir: Welche Aspekte hat die Geburtshilfe aus wirtschaftlicher Sicht?
Fr.O: Viele Entscheidungen werden
heute aus wirtschaftlichen Gründen
getroffen. Als Hebamme würde „frau“
andere Entscheidungen treffen. Eine
durch Hebammen geleitete Geburtshilfe
ist aufwendiger, weil sie soziale Aspekte,
Mutter-Kind Bindung berücksichtigt und
das Warten auf die natürliche Geburt in
den Mittelpunkt stellt. Das bindet Personal, Hauptkostenfaktor. Kaiserschnitte
sind planbar und rentabel, es kann das
Doppelte abgerechnet werden.
Fr. K: Die Anzahl der Geburten ist ein
Leistungsfaktor. Durch die Kombination
angestellt und freiberuflich zu sein,
kann die Anzahl der Geburten gesteigert
werden. Eine bestimmte, natürliche
Form der Geburt zu favorisieren, zieht
Kunden an, Marketing in der Geburtshilfe.
Werbung basiert auf einer personengebundenen Dienstleistung. Die Frauen
wollen die Hebamme kennen, sie wollen
sich zu Hause fühlen. Ansprechpartner
soll sie sein. Schon bestehende Kontakte
nutzen und die Mundpropaganda sind,
wie früher, von hoher Bedeutung.
wir: Was muss moderne Geburthilfe
anbieten um den Spagat hinzukriegen?
Fr.O: Erfolgreiche Geburtshilfe ist kompromissbereit: die persönliche Betreuung der Frauen und Eingehen auf die
Bedürfnisse steht im Mittelpunkt. Hebammen müssen die Sprache der Frauen
und die des Arztes, des Unternehmens,
der Wirtschaftlichkeit sprechen und
die gesunden Gäste, die schwangeren
Frauen, zufrieden stellen.
Fr.K: Es bleibt auch Aufgabe den Paaren
zu sagen, dass trotz allen Komforts nicht
Alles abgesichert werden kann. Es gibt
so etwas wie Schicksal und es bleibt
immer ein Restrisiko.
Das heißt für die Hebamme auch den
Paaren beizustehen, wenn etwas passiert, sich damit auseinander zu setzen.
Bei aller Vorsorge, ist es nie selbstverständlich, dass Mutter und Kind gesund
sind/bleiben. Hier hat die Hebamme
auch einen gesellschaftlichen Auftrag.
Wir müssen auch mit Behinderung
leben lernen.
wir: bedankt sich für das Gespräch.
GW
37
wir: GZ Emmerich/Rees
Neuigkeiten aus dem Gesundheitszentrum Emmerich/Rees
Es ist mittlerweile schon eine Tradition, dass das
Gesundheitszentrum Emmerich/Rees einen Artikel zur
wir: Zeitung beisteuert. Es macht Spaß auf diese
Art und Weise von allen Aktivitäten der Abteilung
berichten zu können. Dieses Mal gibt es leider nicht
allzu viel zu erzählen, da wohl viel passiert aber vorläufig noch nicht als Ergebnis präsentiert werden kann.
Das Gesundheitszentrum Emmerich-Rees
war auch auf den Gesundheitstagen in
Wesel am Stand der Holding vertreten,
so dass sich die Besucher auch über die
Angebote der Holding außerhalb von
Wesel informieren konnten. Das Motto der
Gesundheitstage lautete: „Mehr Lebensqualität durch Vorsorge“ und spiegelte
somit die Philosophie des Gesundheitszentrums wider.
Therapiepferde anwesend. Die Kinder durften ein paar Runden auf dem Pferd reiten,
so dass sie für viel Aufsehen gesorgt hat.
Für Frau Thoenes war dies eine gute Gelegenheit, um in Wesel auf dieses bislang
leider recht unbekannte Therapieangebot
für Kinder aufmerksam zu machen. Wer
mehr Informationen über Hippotherapie
haben möchte, kann sich im Gesundheitszentrum Rees melden (02851-79263).
Noch etwas Interessantes für alle, die
sich schon Gedanken über Weihnachtsgeschenke machen.
Im Dezember ist es wieder so weit:
Jeder, der versuchen will etwas für seine
Gesundheit zu tun, kann im Gesundheitszentrum (Bäderabteilung Emmerich, EAPBereich Emmerich, Rees) wieder Trainingskarten zum Sonderpreis kaufen.
Darüber hinaus könnten Massageund Bewegungsbadgutscheine nette
Geschenkideen zu Weihnachten sein.
Wie breit gefächert das Angebot schon
Fragen Sie einfach an den oben erwähnten
ist, kann am Beispiel von Ruth Thoenes
Stellen nach und vereinbaren Sie Termine.
verdeutlicht werden. Sie arbeitet als Physiotherapeutin in Rees und bietet nebenbei So ist der Rutsch ins neue Jahr gleich viel
entspannter und die zuviel aufgenommeseit Jahren Hippotherapie für Kinder an.
Am Gesundheitstag des Kinderzentrums im nen Kalorien werden erfolgreich verbrannt
werden.
Marien-Hospital war sie mit einem ihrer
Rian de Louwere
Leiterin des Gesundheitszentrums
Emmerich/Rees
Viele Besucher interessierten sich für das
geplante ambulante Rehazentrum in Rees.
Der dafür notwendige Umbau des Reeser
Krankenhauses soll Mitte 2007 beginnen.
In der nächsten Ausgabe der wir: Zeitung
können wir an dieser Stelle bestimmt
schon über Details reden. Fest steht auf
jeden Fall, dass die Angebotspalette des
Gesundheitszentrums erheblich erweitert
wird.
Wir sind für Sie da:
Gesundheitszentrum Emmerich:
02822-731864
02822-731860
Gesundheitszentrum Rees:
02851-79263
02851-79275
38
„Wer teilt,
gewinnt…!“
Martiniwoche
im Martinistift Wesel
„In zwei Jahren machen wir wieder
mit!“ lautete eine Aussage eines
Gymnasiasten, der am Rollstuhlbasketballturnier teilnahm, das unter
dem Motto stand „Wer Erfahrungen
im Rollstuhl macht, gewinnt…!“.
Körperlich Behinderte und Nichtbehinderte spielten unter gleichen Bedingungen Basketball. „Es hat Spaß gemacht“,
so die gemeinsame Aussage aller
Beteiligten. Spaß machte es auch den
Zuschauern, zu sehen, wie geschickt die
sieben Mannschaften mit dem „Sportgerät“ Rollstuhl umgingen und um den
Ball kämpften. Passend zur Martiniwoche
wurden Mannschaftsnamen ausgewählt,
die einen Bezug zum Namen „Martin“
haben, wie beispielsweise Martinsgänse
oder Martinshörner, aber auch individuelle wie „Martini roll on sisters“ oder „No
Martini, no party!“. Das Turnier gewann
eine Mannschaft des Andreas-VesaliusGymnasiums („AVG Martini“) vor der
Gemeinschaftshauptschule („Martinistifte“) und dem Martinistift („Martinshörner“). Mit dem Rollstuhlbasketballturnier
wurde das Motto der Martiniwoche in
diesem Jahr auch sportlich umgesetzt.
wir: pro homine
Wer rastet,
der rostet
Offenes Tanzcafé im Nikolaus-Stift
Zeit schenken – gewinnen – trau‘ dich!
Zeit hat Wert.
Machen wir sie zum Geschenk eines
Menschen, der alt ist, der fast ein Jahrhundert erlebt hat, der jetzt Zuhören
und Zuwendung braucht.
Zu entdecken, wenn dieser Mensch sich
öffnet,
Vertrauen gewinnt, bedeutet eine gute
Variante eigener Lebensqualität. Eine
Bereicherung eigener Sichtweise.
Alte Menschen sind nicht anders als du
und ich. Sie sind unsere Geschichte.
Es kann sein, dass sie nicht mehr in
unserer Realität leben, aber die ihre ist
ebenso wahr wie die unsere.
Also – trau‘ dich, ins Heim zu kommen!
Christa Darmstädter
Mit dem Leitsatz „Wer sich „traut“,
gewinnt…!“ werben die Ehrenamtlichen
dafür, den Bewohner/innen „Zeit“ zu
schenken. Die Ehrenamtliche Christa
Darmstädter hat ihre Empfindungen in
dem Gedicht „Zeit schenken“ ausgedrückt.
Von den Seniorinnen des Martinistiftes
erfuhren die Hauptschülerinnen, wie
streng es früher in der Schule zuging.
Einige Seniorinnen wurden 1926
eingeschult. Die Dokumentation zum
Vergleich „Schule früher und heute“
wurde in der Aula der Martini-Gemeinschaftshauptschule dargestellt.
Darüber hinaus wurde das entstandene
lebendige Brauchtum des St. Martin
gepflegt. So freuten sich unsere Bewohner/innen, als sie Besuch von den
Kindern des Kindergartens „St. Martini“
und von den Weseler Miniköchen
bekamen. Mit den Kindergartenkindern
wurden die Martinslaternen gebastelt,
die anschließend in der Cafeteria aufgehängt wurden. Stolz gruppierte man
sich zum Abschlussfoto.
Mit den Miniköchen wurden Martinsgänse aus Teig geformt und gebacken.
Gemeinsam halfen alle nach dem Backen tatkräftig mit, die Martinsgänse
in Tüten für den Verkauf zu verpacken.
Die Begegnungen der unterschiedlichen
Generationen hielt die Weseler Fotogruppe „Blende 5“ fest. Ihre Bilder wird
man noch lange in unserer Cafeteria
anschauen können.
Gisela Henschel
Unter diesem Motto fand in
diesem Jahr das zweite offene
Tanzcafé in der Cafeteria des
Nikolaus-Stiftes statt.
Offen bedeutet, dass wir durch Aushänge
in Wesel bekannt gemacht haben, dass
diese Veranstaltung für alle interessierten
Senioren geöffnet war.
Musik und Tanz haben im Leben der
BewohnerInnen eine große Rolle gespielt
und das Angebot zu einem geselligen
Nachmittag mit Live Musik und Tanz wurde
gerne und mit Vorfreude angenommen.
Nach Kaffee und Kuchen spielte der
Alleinunterhalter Willy Gittmann bekannte
Schlager und auch vom Publikum gewünschte Lieder auf.
Die Tanzfläche war stets gut besucht und
auch die BewohnerInnen mit Behinderungen wurden mit einbezogen.
An den freudestrahlenden Gesichtern sahen
wir die Begeisterung der Menschen.
Viele Gäste waren gekommen u.a. aus dem
Martinistift sowie Angehörige der BewohnerInnen Sie alle wagten ein Tänzchen!
Anschließend hörten wir von den Beteiligten, wie gut der Nachmittag angenommen
wurde und wie sehr man sich auf eine
Wiederholung freut.
Aufgrund dieser Resonanz wird das Tanzcafé wohl eine feste Größe im Rahmen des
Betreuungsangebotes werden.
Melanie Janßen
Leiterin soziale Betreuung
39
wir: pro homine
Das Marien-Hospital verbessert sich kontinuierlich
– auch durch Mitarbeitervorschläge
Die Bayer Industry Services GmbH Co. OHG hat eine Marktanalyse
im Bereich Innerbetriebliches Vorschlagswesen (IBVW) durchgeführt,
an der auch das Marien-Hospital teilgenommen hat.
Die Zielgruppe der Marktanalyse waren
mittelständische Unternehmen entlang
der Rheinschiene. Die Befragung hat im
Zeitraum Dezember 2003 bis Februar
2004 stattgefunden. Im Folgenden werden einige Ergebnisse aus dieser Studie
vorgestellt, die zeigen, wie das MarienHospital im Bereich IBVW im Vergleich
zu anderen Unternehmen, insbesondere
aus der Industrie, aufgestellt ist.
Nur in ca. 60 % der Unternehmen ist ein IBVW vorhanden
Insgesamt haben 307 Unternehmen an
der Marktanalyse teilgenommen, davon
148 in der Größenordnung 501 bis 1000
Mitarbeiter, die für das Marien-Hospital repräsentativ ist. Von diesen 148
Unternehmen haben 57,4 % ein IBVW
eingeführt, 4,7 % planen die Einführung
und bei 37,8 % der Unternehmen ist ein
IBVW nicht vorhanden (siehe Abb.)
Im Durchschnitt wird die Hälfte
aller Vorschläge umgesetzt
In den Unternehmen, in denen ein IBVW
vorhanden ist, wurden im Durchschnitt
50,6 % aller Verbesserungsvorschläge
umgesetzt. Der Anteil des Marien-Hospitals liegt zur Zeit unter dem Durchschnitt bei ca. 20 %.
Die Mehrheit der Unternehmen
sieht Optimierungspotential
für das IBVW
63,5 % der Unternehmen der repräsentativen Größenordnung sehen
40
Verbesserungspotentiale für das
IBVW. Am häufigsten wurde eine
schnellere Bearbeitung der Vorschläge
genannt.
Zusammenfassend lässt sich feststellen,
dass das Marien-Hospital zu denjenigen 60 % der befragten Unternehmen
gehört, die ein IBVW eingeführt haben.
Im Gegensatz zu Unternehmen aus der
Industrie wird allerdings nur etwa die
Hälfte der Vorschläge umgesetzt. Die
Ursache hierfür ist hauptsächlich in
den generellen Unterschieden zwischen
Dienstleistungssektor und Industrie zu
sehen. Im Vergleich sind auch die im
Krankenhausbereich erzielten Einsparpotentiale durch Verbesserungsvorschläge und die ausgeschütteten
Prämien eher gering. Bei den Optimierungspotentialen zeigen sich durch den
Wunsch einer schnelleren Bearbeitung
der Vorschläge wieder Gemeinsamkeiten zwischen Industrie- und Krankenhaus-IBVW.
Dieser Wunsch wurde 2006 auch in
Gesprächen auf dem KTQ-Infomarkt
geäußert. Hier hatten die Mitarbeiter
die Möglichkeit, sich einen Eindruck
über die Aktivitäten des IBVW zu verschaffen. Grundsätzlich ist der zeitliche
Engpass während des Bearbeitungsprozesses die Bewertung durch den jeweiligen Gutachter. Oftmals benötigen die
Gutachter mehr Zeit als geplant für die
Ergebnisfindung, allerdings wird dafür
jeder Vorschlag qualifiziert bearbeitet.
Zusätzlich werden die Gutachter nach
einer bestimmten Zeit an ihre Pflicht
erinnert. In Ausnahmefälle kommt es
vor, dass Rückfragen an den Gutachter gestellt werden oder ein zweiter
Gutachter zur Klärung der Umsetzbarkeit herangezogen werden muss.
Daher können wir nur um Geduld bitten
– jeder Vorschlag wird bearbeitet. Bei
weiteren Fragen, Anregungen und Kritik
steht Ihnen jedes Mitglied der IBVWKommission jederzeit zur Verfügung.
Für die IBVW-Kommission
H. Hagemann
IBVW
Mitarbeiter
Anzahl
Unternehmen
385 bis 500
77
42
54,5 %
6
7,8 %
29 37,7 %
148
85
57,4 %
7
4,7 %
56 37,8 %
1.001 bis 5.000
74
52
70,3 %
4
5,4 %
18 24,3 %
5.000 bis 28.000
8
2
25,0 %
1
12,5 %
5 62,5 %
307
181
59,0 %
18
5,9 %
108 35,2 %
501 bis 1.000
Summe
vorhanden
geplant
nicht
vorhandenen
wir: kulturell & unterhaltend
Kennst Du unsere wir:?
Dies haben wir unsere Leserinnen und Leser in
unserer letzten Ausgabe gefragt und diese Frage lässt sich eindeutig mit „Ja“ beantworten
– wie die vielen richtigen Einsendungen
beweisen. Heute fragen wir erneut nach
den Inhalten der aktuellen Ausgabe. Alle
Antworten auf unsere Rätselfragen finden
Sie beim aufmerksamen Lesen.
1) Was versteht man unter einer
Hippotherapie, ein Angebot des
Gesundheitszentrum Rees?
Schreiben Sie Ihre Lösungen bitte auf
eine Karte und senden Sie diese bis zum
10. Mai 2007 an die:
wir: Redaktion
z.H. Lisa Quick
Postfach 10 00 95, 46462 Wesel
Oder per E-Mail an
[email protected]
2) Wie alt wurde Pastor
van de Locht?
Und nun sind Sie sicherlich gespannt
auf die Auflösung unserer Rätselfragen
in der letzten Ausgabe.
Gesucht wurden:
• der Standort des zukünftigen
Ärztehauses Ecke Pastor-JanßenStraße / Pastor-Bölitz-Straße
• das Zertifikat „KTQ“ und „qu.int.as“
• die Staffelstärke des Drei-WieselLaufs 2006 (da hatte sich das Druckfehlerteufelchen eingeschlichen – deshalb sind 33 Staffeln und 34 Staffeln
als Antwort richtig)
• und Gerichte der „Weltmeisterlichen
Woche“ von Küchenchef Kersten und
seiner Crew aus Frankreich, Italien,
Brasilien und Deutschland.
Den 1. Preis und damit 60 Euro gewann:
Guido Arntzen,
Nikolaus-Gross-Str. 15, 46509 Xanten.
Über 30 Euro freut sich:
Christa Scheich,
Pastor-Bölitz-Str. 25,
46483 Wesel.
15 Euro mehr für Weihnachtseinkäufe
hat: Agnes Stevens,
Schneemannstr. 5, 46483 Wesel
zur Verfügung.
3) Welchen gemeinsamen
Schwerpunkt haben die Chefärzte
Dr. Fohler und Dr. Hanke?
4) Welche drei Schwestern haben die
Weiterbildung zur „Pflegefachkraft
für pädiatrische Kliniknachsorge“
erfolgreich absolviert?
5) In welchem Altenheim geht es
„tierisch“ zu?
Herzlichen Glückwunsch!
41
„Wenn man etwas GUT kann, soll man auch darüber reden“
Das Bildungszentrum Niederrhein/ Wesel (BZNW) ist qualitätstestiert.
Als erste Aus- und Weiterbildungsstätte
des Gesundheitswesen in NordrheinWestfalen wurde dem Bildungszentrum
Niederrhein am 26. Juni 2006 mit der
Testierung durch ArtSet“ und nach dem
Verfahren der LQW (Lernorientierte
Qualitätstestierung in der Weiterbildung)
eine hochwertige Qualität der pädagogischen Arbeit bescheinigt.
Das Bildungszentrum, welches für die
Krankenhäuser Marien-Hospital Wesel,
St. Willibrord-Spital Emmerich/Rees und
das Evangelische Krankenhaus Wesel, sowie im Rahmen der Altenpflege,
Intensiv-/Anästhesie-Fachweiterbildung
und der Ausbildung zum Operationstechnischen Assistenten auch überregional
arbeitet, hat damit einen intensiven
Prozess abgeschlossen, seine Arbeit
transparent, systematisch und jederzeit
überprüfbar zu gestalten.
wir: interviewten die Geschäftsführerin
Christel Dorando und die Qualitätsbeauftragte Eva Rynders stellvertretend für das
Lehrerkollegium.
Frau Dorando erläutert: „Im Jahre 2004
entstand die Idee: durch den Zusammenschluss mit dem Evangelischen Krankenhaus und dem Fachseminar für Altenpflege
mussten alle Prozesse noch einmal auf den
Prüfstand, um für ein nun noch größeres
Aufgabenfeld neu konzipiert zu werden.
Einmal auf dem Weg, wollten wir auch
Vorreiter sein, nach dem Motto – Wer früh
dabei ist, kann mitbestimmen wohin der
Zug fährt.“ Keimzelle der Entwicklung war
die Schaffung eines eigenen Leitbildes und
die darin enthaltene Definition „Gelungenen Lernens“, die Maßstab für alle weiteren Schritte der Qualitätsentwicklung
werden sollte.
„Anfang 2005 wurde in einem extern
begleiteten Workshop zunächst der IstZustand erhoben“ berichtet Eva Rynders
„das zukünftige Soll festgelegt, Qualitätszirkel mit jeweils einem Moderator
gebildet, die Dienstbesprechungen um den
42
Tagesordnungspunkt „LQW“ erweitert, ein
Lenkungsausschuss gegründet, Prozesse
und Verfahren beschrieben und in zwei
Klausurtagungen alle Lehrer-/ innen auf
den gleichen Stand des Wissens gebracht.“
Für diese Arbeiten und die Erstellung eines
Selbstreportes (Selbstbewertung) stand
ein Jahr zur Verfügung – die Lehrerinnen
und Lehrer mussten während dieser Zeit
auch schon mal einen Dienstbeginn um
06.00 Uhr morgens oder Konferenzen nach
18.00 Uhr in den Schulalltag einbauen
– so dass im Januar 2006 das kleine Werk
an die Visitoren von ArtSet“ verschickt
werden konnte. Nach der Prüfung der
Unterlagen durch den Zertifizierer erhielt
das Bildungszentrum im April das externe
Gutachten mit einer Beurteilung seiner
Leistungen und weiteren Auflagen, die es
zu erfüllen galt.
Im Mai war es dann endlich so weit. Die
Visitation stand an und die Gutachter
überprüften vor Ort, was sie zuvor sehr
genau gelesen hatten. Beginnend mit
einer Begehung der Räumlichkeiten, als da
wären Klassenzimmer, Büros, Sozialräume,
Bibliothek, ging es an die Überprüfung der
Dokumente. Jedes Details im Rahmen des
„Lehr-Lernprozesses“ wurde analysiert und
nach Aktendurchsicht erfolgte jeweils die
Befragung der Lehrerinnen und Lehrer und
insbesondere des Lenkungsausschusses.
Am Ende dieses Tages zeichnete sich dann
aber ab, dass die Anstrengungen der vergangenen Monate erfolgreich waren.
Am 26. Juni 2006 wurde die Testierung
mit einem Abschlussworkshop und der
Verleihung der Urkunde sowie einer „Kachel“ vollzogen. Diese Kachel, ein Unikat,
welches jede testierte Bildungseinrichtung
erhält, ist Teil eines großen Bildes, das
ständig weiter wächst. Es symbolisiert das
gemeinsame Ziel aller an diesem Verfahren
Beteiligten, eine bestmögliche Aus- und
Weiterbildung nicht nur dem Engagement Einzelner zu überlassen, sondern sie
durchdacht und grundsätzlich jederzeit zur
Verfügung zu stellen.
Nach dem Gewinn für das Lehrerkollegium
befragt, antworten beide Interviewpartner:
• viele Prozesse sind „entrümpelt“ worden
• viele Abläufe sind systematischer und
transparenter geworden
• im Team wird mehr miteinander gesprochen
• es erfolgt ein detailliertes Feedback der
Schüler über die individuellen Leistungen der Lehrer
• das Instrument der eingeführten Mitarbeiterbefragung ermöglicht Diskussion
auch z. B. über Führungsverhalten
• die Zuständigkeiten im Team sind deutlich besser geklärt.
Befragt man die Schülerinnen und Schüler
zu ihrem Gewinn durch die Testierung, so
erhält man Antworten wie:
• wir haben eine tolle neue Ausstattung
erhalten, wie z. B. eigene PC-Arbeitsplätze mit Internetanschluss zur
Recherche der Unterrichtsinhalte für
Gruppenarbeiten und Referate
• im Rahmen der neu eingeführten Bewertung der Leistungen der Lehrer durch die
Schüler kann Lob und Kritik angstfrei
geäußert werden.
Damit diese Errungenschaften ihren Wert
behalten, bzw. noch „wertvoller“ werden, wird die Anerkennung als testierte
Bildungseinrichtung jeweils nur für vier
Jahre ausgesprochen und muss dann
erneut „verdient“ werden. Bis zu diesem
Zeitpunkt sollen zuvor aufgestellte strategische Ziele erreicht werden, um so einen
kontinuierlichen Verbesserungsprozess
nachweisen zu können.
Zum Schluss bringt Frau Dorando es noch
einmal auf den Punkt: „Lernen muss jeder
Schüler selber – Schule sollte aber immer
bemüht sein, den dazu geeigneten Rahmen zu schaffen.“
wir: wünschen unserem Bildungszentrum,
dass diese Innovationskraft den jetzigen
und zukünftigen Auszubildenden und
deren beruflichen Zielen zugute kommt.
MAV
wir: Mitarbeiter
Einmalzahlung
Beschluss der Arbeitsrechtlichen Kommission:
…and by the way: congratulations!
Am 1. Januar 2007 ist Christel Dorando
seit nunmehr 25 Jahren Schulleitung des
Bildungszentrums, bzw. der ehemaligen
Krankenpflegeschule Niederrhein.
Frau Dorando zog mit der Ausbildungsstätte
einige Male um den Dom herum, auf der
Suche nach immer besseren und größeren
Räumlichkeiten. Dem recht überschaubaren Beginn in der Brückstraße (über der
Volksbank am Großen Markt) folgten im
Jahr 1986 zehn weitere Jahre im „Karolinenheim“ am Herzogenring und im Jahre
1997 dann der Umzug in die jetzige Heimat
der ehemaligen Grundschule am Hansaring.
Stationen auf ihrem Weg: 1953 im MarienHospital geboren; 1971 – 1974 Ausbildung
zur Kinderkrankenschwester in Wesel; seit
dem 1. 9. 1978 Tätigkeit als „Unterrichtsschwester“; seit dem 1. 1. 1982 Schulleitung
(damals noch „Schuloberin“); seit dem Jahre
2001 Schulleitung und Geschäftsführerin des
BZNW.
„Zunächst war ich eigentlich eher eine Kinderkrankenschwester die Unterricht machte“
erzählt Christel Dorando „erst später fühlte
ich mich wirklich als Lehrerin.“ Aus diesem
Grunde ist ihrer Meinung nach auch in den
Gesundheitsberufen die akademische Lehrerausbildung sinnvoll und unumgänglich.
Durch die steigende Zahl der bildungspolitischen Vorgaben und im Laufe der Jahre
kamen dann immer mehr Managementaufgaben auf Frau Dorando zu. Sie machen
heute einen Großteil der Leitungsaufgaben
einer solchen Institution aus.
Der „Blick über den Tellerrand“ war und
bleibt ein Schwerpunkt ihrer Arbeit, um
bildungs- und arbeitspolitische Tendenzen
rechtzeitig zu erkennen. Aus diesem Grunde
und mit dem Willen, die Dinge mitzugestalten, engagiert sie sich seit vielen Jahren in
berufspolitischen Gremien des Gesundheitswesens.
wir: wünschen Christel Dorando weiterhin
ein „gutes Händchen“ für die Interessen der
Schülerinnen und Schüler und eine gleich
bleibend hohe Identifikation mit ihrem Beruf.
AB
A. „Alle Mitarbeiter mit Ausnahme der in den
Anwendungsbereich des § 2a des Allgemeinen Teils der AVR fallenden Mitarbeiter
erhalten für die Jahre 2006 und 2007 eine
Einmalzahlung in Höhe von insgesamt 450
Euro, die mit der Vergütung für den Monat
Dezember 2007 ausgezahlt wird. Alle Mitarbeiter mit Ausnahme der in den Anwendungsbereich des § 2a des Allgemeinen Teils
der AVR fallenden Mitarbeiter erhalten für
das Jahr 2008 eine weitere Einmalzahlung in
Höhe von 450 Euro, die mit der Vergütung für
den Monat Dezember 2008 ausgezahlt wird.
Durch Dienstvereinbarung können für die
Auszahlung aller Einmalzahlungen andere
Zeitpunkte, die vor dem 31.12.2008 liegen
müssen, vereinbart werden.
Durch Dienstvereinbarung kann darüber
hinaus nach Information der Mitarbeitervertretung die Kürzung oder Streichung der
Einmalzahlung vereinbart werden. Dabei
sind der Mitarbeitervertretung zur Begründung mindestens die Unterlagen vorzulegen,
die ein den tatsächlichen wirtschaftlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Einrichtung oder des Träger vermitteln. Sofern
für die Einrichtung oder den Träger nach den
Vorschriften des Handels- oder Steuerrechts
Rechnungs-, Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten bestehen, sind dies der Jahresabschluss nach den jeweils maßgeblichen
Gliederungsvorschriften sowie der Anhang
und, sofern zu erstellen, der Lagebericht;
für Einrichtungen einer Körperschaft des
öffentlichen Rechts sind dies der auf die Einrichtung bezogene Teil des Verwaltungshaushalts und der Jahresrechnung. Der Text der
letztgenannten Dienstvereinbarung ist der
zuständigen Unterkommission unter Mitteilung der Anzahl der betroffenen Mitarbeiter
zur Kenntnisnahme vorzulegen.
B. Soweit für Mitarbeiter zum Fälligkeitstermin nach Ziffer A der Beschluss einer
Unterkommission gilt, kann der Anspruch auf
Einmalzahlungen ganz oder teilweise auch
ohne Verpflichtung zur Vorlage der nach
Ziffer A Satz 5 genannten Unterlagen für die
Laufzeit des Beschlusses der Unterkommission durch Dienstvereinbarung ausgeschlossen
werden.
Wesel
C. Ein Anspruch auf die Zahlungen nach Ziffer A besteht, wenn der Mitarbeiter an mindestens einem Tag des jeweiligen Fälligkeitsmonats Anspruch auf Dienstbezüge (Entgelt,
Urlaubsentgelt oder Entgeltfortzahlung im
Krankheitsfall) hat; dies gilt auch für Kalendermonate, in denen nur wegen der Höhe der
Barleistungen des Sozialversicherungsträgers
Krankengeldzuschuss nicht gezahlt wird. Die
jeweiligen Zahlungen werden auch geleistet,
wenn die Mitarbeiterin wegen der Beschäftigungsverbote nach § 3 Abs. 2 und § 6 Abs. 1
des Mutterschutzgesetzes in dem jeweiligen
Fälligkeitsmonat keine Bezüge erhalten hat.
D. Teilzeitbeschäftigte erhalten den jeweiligen Teilbetrag der Einmalzahlungen, die
dem Verhältnis der mit ihnen vereinbarten
durchschnittlichen Arbeitszeit zu der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit eines
entsprechenden Vollbeschäftigten entspricht.
Maßgebend sind die jeweiligen Verhältnisse
zum Fälligkeitszeitpunkt nach Ziffer A.
E. Die Einmalzahlungen sind bei der Bemessung sonstiger Leistungen nicht zu berücksichtigen.
F. Mitarbeiter im Anwendungsbereich des
§ 2a des Allgemeinen Teils der AVR erhalten
anstelle der Einmalzahlungen eine Anpassung
an die Dienstbezüge der übrigen Mitarbeiter,
die zum 1.1.2007 1,0 v.H. beträgt. Durch
Dienstvereinbarung kann nach Information
der Mitarbeitervertretung im Sinne Ziffer
A Satz 5 diese Anpassung der Vergütungen
ganz oder teilweise ausgeschlossen werden.
Soweit für Mitarbeiter zum Fälligkeitstermin der Anpassung nach dieser Ziffer
der Beschluss einer Unterkommission gilt,
kann der Anspruch auf die Anpassung ganz
oder teilweise auch ohne Verpflichtung zur
Vorlage der nach Ziffer A Satz 5 genannten
Unterlagen für die Laufzeit des Beschlusses
der Unterkommission durch Dienstvereinbarung ausgeschlossen werden. Der Text
dieser Dienstvereinbarung ist der zuständigen
Unterkommission unter Mitteilung der Anzahl
der betroffenen Mitarbeiter zur Kenntnisnahme vorzulegen. “
Dieser Beschluss tritt am 27. 10. 2006
in Kraft.
43
wir: kulturell & unterhaltend
Küchenchef Kerstens kulinarische Kreationen
Kalbsrückensteak mit Spargel-Schinkentasche überbacken
Einfach zubereitet aber sehr lecker!
Dieses Gericht ist besonders gut für
Heiligabend, Weihnachten oder Silvester geeignet, da man es schon früh
vorbereiten kann und die Zubereitung
so gut wie von alleine geht.
Zutaten für 5 Personen:
5 Kalbsrückenschnitzel oder
Schweinerückenschnitzel à 150-180 g
5 Scheiben Kochschinken
5 Stangen Tiefkühl- Spargel oder
guten Stangenspargel aus der Dose
1 Pack. Sauce Hollandaise (im Tetrapack von Firma Lukull 200 g)
100 g Margarine zum anbraten
etwas Mehl Typ 405, Salz und Pfeffer
Vorbereitung:
Kalb- oder Schweinerückensteaks
etwas flach klopfen, mit Salz und
Pfeffer würzen, in etwas Mehl wenden und von beiden Seiten nur kurz
in etwas Margarine anbraten, bis sie
braun sind. Die Steaks nebeneinander
auf ein tiefes Backblech legen, den
44
blanchierten und abgetropften Tiefkühl- oder Dosenspargel zu je 3 Stangen in
eine Scheibe Kochschinken
so einwickeln, dass die
Öffnung unten liegt. Die
flachen Schinkentaschen
jeweils auf ein Steak legen
und mit der kalten Sauce
Hollandaise aus dem Tetrapack überziehen.
Zubereitung:
Backofen auf 180° C vorheizen.
Backblech mit den vorbereiteten
Steaks 10 Minuten bei 180° C bis
200° C Umluft schieben. Evtl. danach
noch etwas Oberhitze geben, wenn
die zerlaufene Sauce Hollandaise zu
wenig Farbe bekommen hat.
Beilage: Dazu passen Kartoffelkroketten, Kartoffelröstis und evtl.
ein bunter Salatteller.
Guten Appetit! Reinhard Kersten
Aus Ulis
Schatzkästchen
Bratapfel im Schlafrock
Man nehme:
Fertigen Blätterteig
6 Boskopäpfel
1-2 Eigelb
je nach Wunsch: Zimt, Zucker,
Marzipan, Rosinen, Gelee
Blätterteig (12 mal 12 cm) je nach
Größe der Äpfel in ca. 3 mm Dicke
ausrollen. Boskopäpfel schälen und
entkernen, auf die Mitte des Blätterteiges stellen und je nach Wunsch mit
Zimt, Zucker, Marzipan, Rosinen oder
Gelee füllen. Den Blätterteig oberhalb
des Apfels zusammen drücken und mit
einem kleinen Blätterteigplättchen
belegen. Den „Schlafrock“ mit Eigelb
bestreichen und mit Zucker bestreuen.
18 Minuten auf mittlerer Schiene bei
200° C backen.
Guten Appetit!
wir: Mitarbeiter
Jeder Tag zählt!
wir: gratulieren Pastor van de Locht zum 80sten Geburtstag!
Er feiert seinen Geburtstag gerne,
denn er hatte gar nicht erwartet, so
alt zu werden. Und jetzt zählt jeder
Tag! Nicht etwa, weil Sorge oder
Angst um die Zukunft ihn quält, nein,
weil die Zeit, die bleibt, bewusste
Zeit werden soll.
Von wem hier die Rede ist? Von Pastor
Otto van de Locht oder besser: von Dechant van de Locht. Er nimmt die Aufgabe
des Kreisdechanten aus Altersgründen
schon lange nicht mehr wahr, aber für
viele ist er das geblieben. So beispielsweise für den Geschäftsführer der Holding
pro homine, Herrn Heinrich Schnieders.
Er sagte im Rahmen der Geburtstagsfeier:
„Dechant und der Name van de Locht sind
für mich einfach untrennbar miteinander
verbunden, quasi eine Namenseinheit Mit
dieser Namenszusammensetzung verbinde
ich Respekt, Ausstrahlung, Würde und
Anerkennung, die Sie sich in Wesel und
darüber hinaus erworben haben.“ Für
seine Verdienste wurde Otto van de Locht
mit dem Bundesverdienstkreuz und dem
Ehrenring der Stadt Wesel gewürdigt
und zum Ehrenvorsitzenden des Kuratoriums Marien-Hospital ernannt, der
er auch heute noch ist Auch deshalb sei
und bleibe er für Heinrich Schnieders der
„Dechant van de Locht“!
Nun habe er Zeit für sich selbst, freut sich
das Geburtstagskind, für das Lesen und
vor allem das Sortieren von Bildern, in
denen viele Erinnerungen stecken:
„Wenn Sie auf 80 Jahre Leben zurückblicken, was sind die Stationen, die am
deutlichsten ins Blickfeld rücken?“ fragen
wir: und er antwortet prompt.
Zunächst die Kindheit: Geborgen im
Schoß einer Großfamilie war der Alltag
geprägt von gemeinsamen Aktivitäten und
gegenseitiger Hilfe. An Bedeutung hat die
Familie für Otto van de Locht bis heute
nichts eingebüßt. Der Kontakt zu Schwes-
ter, Schwägerin und Schwager, 9 Nichten
und Neffen und 20 Großnichten und
–neffen wird intensiv gepflegt. Die Geborgenheit der Kindheit allerdings erfuhr ein
jähes Ende, als Hitler an die Macht kam.
Hier liegt der zweite Erinnerungsblock mit
gar nicht so angenehmen Gefühlen: „Die
Nazis haben mir die Jugend geraubt“, sagt
er und differenziert: „Krieg, Front und die
lange Gefangenschaft in Frankreich und
England begannen mit 16 und als diese
Zeit 1948 endlich ein Ende fand, „…lag die
Jugend bereits hinter mir“. Während die
meisten die Gefangenschaft als Zeit der
Entbehrung und der Nutzlosigkeit erlitten,
beschreibt Otto van de Locht sie als Zeit
der Reifung. Er machte während der englischen Gefangenschaft sein Abitur, nicht
zuletzt um den Gefahren der inneren
Leere zu entkommen und beschäftigte
sich eingehend mit der Zukunft: Sein Berufsziel änderte sich in dieser harten Zeit.
Nun wollte er nicht mehr Arzt sondern
Seelsorger werden. Es wurde sein Anliegen, auf die Menschen zuzugehen. „Es ist
mein Ziel, Gott zu dienen, aber immer im
Kontakt zu Menschen. Theologie muss an
das Leben der Menschen gebunden sein“,
betont der Seelsorger und genau das
haben viele an ihm schätzen gelernt.
Eben weil die Kriegsgefangenschaft ihn
stark geprägt hat, ist sein Interesse an
England geblieben. Er fährt immer wieder
gerne hin und wie als Beweis seiner fröhlichen Erinnerungen an dieses Land, erzählt
er uns eine kleine Begebenheit:
„Bed and breakfast“ zieht ihn an, weil
diese Art des Urlaubs Gelegenheit für viele
neue Kontakte schafft. Auch das PUB ist
für Otto van de Locht ein durchaus angenehmer Ort. Er hält sich gerne dort auf,
auch wenn er wegen Sprachproblemen
das eine oder andere mal freundschaftlich
auf den Arm genommen wird: „Mind Your
head“, was soviel heißt wie „ziehen Sie
Ihren Kopf ein“, stand über der niedrigen
Türe am Eingang des PUB, und in der Tat
musste er der Aufforderung Folge leisten,
wollte er sich keine Beule holen. Dann
scherzte er dem Wirt entgegen: „I am too
great!“ in der Hoffnung, verstanden zu
werden. Der wollte die Behauptung des
Dechanten so nicht stehen lassen, wusste
er doch nichts vom kontinentalen Leben
des ausländischen Gastes und antwortete:
„You are too tall indeed, but if you are
great, that I don’t know!” (Sie sind zwar
lang aber ob Sie groß(artig) sind, das weiß
ich nicht).
Nach der Priesterweihe vor 52 Jahren
und einer Zeit als Kaplan in Kleve und
in Kranenburg wurde Otto van de Locht
Diözesanpräses der KKV in Münster und
er sagt heute: „Ich wollte das gar nicht
und habe mich gewehrt.“ Aber erfolglos.
Doch das, was er Bischof Höffner abringen
konnte, war ein Versprechen nach fünf
Jahren endlich Pfarrer einer Gemeinde
werden zu können. Und der Bischof hielt
Wort. „Er ist tatsächlich zu mir gekommen“, erzählt Otto van de Locht der wir:
„und hat gesagt, ich bin hier um mein
Versprechen einzulösen. Danach konnte
ich in Wesel anfangen“.
Nach einem Jahr in Wesel wurde er bereits
Dechant und nach einem weiteren Jahr
Kuratoriumsvorsitzender des Marien-Hospitals. Viele baulichen und medizinischstrukturellen Entwicklungen, wie z.B. die
Schaffung neuer Abteilungen im Hospital
oder die Gestaltung des Seniorenheimbereiches tragen auch sein Handzeichen. Als
Ehrenvorsitzender des Kuratoriums muss
das Marien-Hospital auch heute nicht
auf die Kompetenz des Otto van de Locht
verzichten. Auch er selbst fühlt sich in
dieser Rolle wohl, wenn er sagt: „Ich habe
Einfluss, aber keine Verantwortung mehr.
Und das ist gut so!“
wir: gratulieren, wünschen eine kreative
Lebenszeit Ihnen, Dechant van de Locht!
B.-K.
45
wir: pro homine
Einheitliche Kommunikationsplattform für die gesamte Holding
AS Emmerich
Das neue Intranet
In einer auf Wissenserwerb und Informationsaustausch
basierenden Gesellschaft hängt das Gelingen einer guten und
für alle Beteiligten sinnvollen Kommunikation nicht zuletzt von
den Medien ab, welche diese transportieren. Kommunikation
allgemein und Klinikkommunikation im Besonderen ist ein
elementarer Faktor für sinnvolle, wirtschaftliche und sichere
Prozessabläufe und kommt Mitarbeiter-/innen wie Patient-/
innen zugute.
Emmerich
AS Rees
ReesMillingen
Rees
AS Hamminkeln
Wesel
Rhein
AS Wesel
Friedrichsfeld
Spellen
B8
Ein Mosaikstein des „papierlosen“ Informationsaustausches ist das unternehmenseigene Intranet. Das derzeitige Intranet, im Herbst 2002 im Marien-Hospital
erstmalig eingesetzt und seither stetig
gewachsen, ist in die Jahre gekommen und
erfüllt nicht mehr den gestiegenen Informationsbedarf eines Unternehmens mit
mittlerweile mehr als 2500 Mitarbeitern.
Ehemals geplant für die Belange eines einzelnen Krankenhauses und eingeholt durch
die steigende Zahl digitaler Botschaften,
ist das alte Intranetportal nicht mehr für
alle Mitarbeiter nutzbar. So konnte bisher
der eine Betriebsteil dort Eingaben tätigen
und abrufen, ein anderer nur lesen und
ein weiterer sich ausschließlich an der
„ebayähnlichen Biete-Suche-Funktion“
beteiligen.
Spätestens dann, wenn große Ereignisse
ihre Schatten vorauswerfen, wie z.B. die
Zertifizierungen beider Krankenhäuser,
Das alte (links) und das neue Intranet.
46
die interdisziplinäre Verständigung über
medizinisch-pflegerische Standards oder
die Qualitätsüberprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen in
unseren Senioreneinrichtungen, bedarf es
Medien, welche klar und vor allem bedienerfreundlich Informationen bündeln und
Austausch ermöglichen. Dies war die Vorgabe der Geschäftsführung, die im Jahre
2006 beschloss, ein neues, holdingweites
Intranet zu schaffen.
Mitarbeiter aller Betriebsteile und eine
Düsseldorfer Webdesign-Agentur setzten
sich zusammen und entwickelten eine
neue Plattform für die Unternehmenskommunikation und passten sie dem
bereits vorhandenen Internetauftritt der
„pro homine“ an.
Neben dem Focus auf betriebliche Information galt es, liebgewordene Gewohnheiten wie:
• den Verkauf von Legoeisenbahnen,
AS Hünxe
A3
Fahrrädern oder Traumhäusern,
• das Verschenken von Wellensittichen,
Winterreifen oder Babyutensilien (so
manch ein „pro homine-Baby wird die
ersten Lebensjahre in firmeneigener
Kleidung verbracht haben), als auch
• die gezielte Suche nach Knöpfen,
Konzertkarten oder Mitfahrgelegenheiten wegen steigender Benzinpreise
zu erhalten, ebenso, wie den absoluten
Knaller im Ranking, den Speiseplan der
Cafeteria.
Das neue Intranet wird zu Beginn des
Jahres 2007 online gehen und mit Hilfe
aller Mitarbeiter-/ innen zunächst einmal
„wachsen“ und mit Leben gefüllt werden
müssen.
wir: hoffen, dass es zu einem guten
Instrument für alle Mitarbeiter-/innen
heranreift und die innerbetriebliche Kommunikation erleichtern wird.
AB
Stimmung und Sonnenschein an
einem Tag der Begegnung
Sommerfest in der Senioreneinrichtung Willikensoord
Petrus meinte es gut mit unseren Bewohnern und Gästen: Nach
unsicherer Wetterlage mit Regen
und Gewittern lachte der Himmel
über Willikensoord am 19. August
anlässlich des diesjährigen Sommerfestes.
Pünktlich um 11.00 Uhr begrüßte unser
Heimleiter Wilhelm Rohde die anwesenden Senioren und Gäste. Wie im
letzten Jahr galt die Einladung zur Feier
nicht nur unseren Heimbewohnern und
Mietern nebst Familien, sondern auch
der Emmericher Bevölkerung, die von
dieser Möglichkeit der Begegnung zwischen Alt und Jung zahlreich Gebrauch
machte.
Eine maritime Dekoration mit Strandkorb, Fischernetzen, Meerestieren,
Leuchttürmen und Muscheln, die von
einigen Bewohnern mit viel Freude in
der Vorbereitungszeit selber erstellt
worden war, bot einen farbenprächtigen
Rahmen für das abwechslungsreiche
Festprogramm.
Zum Frühschoppen spielte der Spielmannszug Schenkenschanz auf. Für gute
Laune sorgte auch der Alleinunterhalter
Helmut den Brock, der beliebte alte und
neue Schlager zum Besten gab. Ihm
gelang es sogar, einige rüstige Senioren auf die Tanzfläche zu locken. Wer
nicht tanzen wollte, hatte im weiteren
Verlauf des Festes Gelegenheit dazu,
anderen beim Tanzen zuzuschauen. Die
„Kids“ und „Wölkchen“ der Gardetanzgruppe „Flying Familli“ begeisterten
mit ihrer schwungvollen Darbietung
das Publikum. Zauberhaft wurde es mit
Willy Gietmann, der mit verschiedenen
Facetten der Kleinkunst zu faszinieren
wusste. In alte Zeiten zurückversetzt
fühlten sich unsere Senioren bei der
Darbietung der folkloristischen Tanzgruppe „De Dörsvlegels“, die bäuerliche
Tanztradition wieder aufleben ließ.
Abgerundet wurde das Programm mit
dem Auftritt der Musikgruppe „MOT“,
die mit ihrer Blasmusik noch einmal für
tolle Stimmung sorgte.
Aber nicht nur die großen, sondern auch
die kleinen Gäste des Sommerfestes
kamen auf ihre Kosten: Für sie gab es
ein Riesen „Vier gewinnt“, ein Entenangelspiel und einen extra eingerichteten
Schminkstand.
Erstmals fand in diesem Jahr ein Luftballonwettbewerb statt. Bunte Luftballons, die von den zahlreichen Teilnehmern auf die Reise geschickt wurden,
stiegen den ganzen Tag in den strahlend
blauen Himmel über Willikensoord.
Auf die Absender der am weitesten
geflogenen Ballons warteten denn auch
attraktive Preise, z.B. ein Fernseher und
ein DVD-Player.
Für das leibliche Wohl unserer Senioren
und Besucher war ebenfalls bestens gesorgt. Durchgängig wurden den ganzen
Tag über kulinarische Leckerbissen vom
Grill, Pommes frites, selbstgebackene
Waffeln, Kuchen und frisches Popcorn
angeboten.
So ging ein wunderschönes Sommerfest
zu Ende, an das sich unsere Senioren
und Besucher sicherlich noch lange mit
Freude erinnern werden.
Maleen Epping,
Wolfgang Kalscheuer, Ulla Geerlings
47
wir: pro homine
Handball-Jugend der HSG sagt „Danke“
Die weibliche C-Jugend (Jahrgänge 1992/1993)
… für das Sponsoring der „pro homine“ T-Shirts
durch das Marien-Hospital. Im November 2006
konnten zwei Mannschaften der Handball Spielgemeinschaft Wesel (HSG) zum ersten Mal im neuen
Outfit zu ihren Spielen antreten.
„Die sind voll cool“ oder „Super, jetzt sind wir
auch vor und nach den Spielen eine Mannschaft“
waren nur zwei der erfreuten Kommentare der
jungen Handballspieler und -spielerinnen.
Ramona Wittich, Clara Baldin, Nadine Leszinski, Mareike
Hasenkamp, Alice Kloß, Monja Szkodny, Melissa Kersh, Karina
Verweyen, Dominika Perczak, Nicole Radke.
Die gemischte D2-Jugend (Jahrgänge 1994/1995)
Tobias Schriever, Pascal Katzke, Johannes Fiedler, Marco Zimmermann, Frederick Benning, Bugra Kilinc, Yannick Wagner, Robin
Vrugginck, Alexandra Pape, Ashley Kersh, Pia Schmellekamp
Die Trainer und Betreuer:
Gabi Lievers, Bettina Kersh und Trisch Zimmermann
AB
Grundsteinlegung für die Senioreneinrichtung St. Lukas
Am 8. 9. 2006 wurde der Grundstein
für die neue Senioreneinrichtung
St. Lukas in Wesel-Feldmark,
Springendahlstraße gelegt. Im
Sommer 2007 können hier die
ersten Bewohner in ihr neues
Zuhause einziehen. Das Haus liegt
zentral im Stadtteil Feldmark, in
unmittelbarer Nähe zum Marktplatz
mit seinen zahlreichen Geschäften
und den beiden Kirchen.
Im Erdgeschoss des Gebäudes werden
neben den Gemeinschaftsflächen, einer
Küche und den Büros für die Verwaltung auch die Kapelle errichtet. In den
drei oberen Etagen befinden sich die
Wohnbereiche für jeweils 25 Bewohner
48
in Einzelzimmern. Der Bauverein Wesel
investiert in die Maßnahme insgesamt
5,3 Millionen Euro. Auf dem gleichen
Gelände wird der Bauverein Wohnhäuser mit jeweils 6 Wohneinheiten
als Seniorenwohnungen errichten. Die
Senioren leben hier eigenständig und
eigenverantwortlich, können jedoch
bei Bedarf verschiedene Leistungen
der Senioreneinrichtungen in Anspruch
nehmen. Die Senioreneinrichtung soll
in das Feldmarker Gemeindeleben integriert werden. Hierzu wurden die besten
Wünsche sowohl von Bürgermeisterin
Ulrike Westkamp als auch von Franz
Michelbrink vom Aufsichtsrat des Weseler Bauvereins und Pfarrer Werth von
der Johannes-Gemeinde überbracht.
Josef Reining
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Alles unter einem Dach
■ Marien-Hospital Wesel
Tel.: 0281-1040
Fax: 0281-1041018
[email protected]
■ St. Willibrord-Spital Emmerich
Tel.: 02822-730
Fax: 02822-731258
[email protected]
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unsere Arbeitsabläufe und Untersuchungsmethoden, stellen Ihnen
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Rehabilitation
Tel.: 0281-66636
Fax: 0281-66612
■ Gesundheitszentrum Emmerich
Tel.: 02822-731233
Fax: 02822-731329
■ Gesundheitszentrum Rees
Tel.: 02851-79263
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■ Senioreneinrichtung
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Tel.: 02822-731525
Fax: 02822-731444
■ Senioreneinrichtung
St. Christophorus Voerde-Friedrichsfeld
Tel.: 0281-154980
Fax: 0281-1549858
■ Reha Zentrum Niederrhein
■ Gesundheitszentrum des
Marien-Hospitals Wesel
Tel.: 0281-16389610
Fax: 0281-16389618
[email protected]
4
■ Senioreneinrichtung Agnes-Heim Rees
Tel.: 02851-790
Fax: 02851-79209
■ Fachklinik Horizont
Tel.: 02851-91430
Fax: 02851-914330
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Tel.: 0281-338240
Fax: 0281-3382444
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■ Senioreneinrichtung
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Tel.: 02855-96420
Fax: 02855-964258
■ Senioreneinrichtung
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Tel.: 02851-97515
Fax: 02851-97517
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Tel.: 0281-338410
Fax: 0281-3384158
■ Senioreneinrichtung
Nikolaus-Stift Wesel
Tel.: 0281-338400
Fax: 0281-3384058
■ Senioreneinrichtung
Willikensoord Emmerich
Tel.: 02822-7120
Fax: 02822-71258