Malaga - an der Costa del Sol in der Provinz Málaga

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Malaga - an der Costa del Sol in der Provinz Málaga
Malaga
TOURISMUSVERBAND
& CONVENTION BUREAU
Sonne und Flamenco
TOURISMUSVERBAND DER COSTA DEL SOL
Plaza del Siglo, 2
29015 MALAGA - SPANIEN
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Reiseführer 16
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Der Flamenco ist in seinen drei Facetten Ge-
sang, Tanz und Gitarrenspiel in beträchtlichem
Ausmaß Teil des andalusischen Kulturguts. Sein
Variantenreichtum ist ungeheuer, auch wenn wir
uns lediglich auf den so genannten "Flamenco
malagueño" beschränken, also den Flamenco,
der unserer Provinz und den Einflussgebieten in
größerer oder geringerer Entfernung entstammt
und kultiviert wird, der durch Fuhrleute in Gegenden Granadas und Córdobas und durch Wanderarbeiter in die Regionen der Bergwerke (Gegenden um Jaén, Almería und Levante) gelangte
und der als "Escuela malagueña de cantes" (Gesangsschule Malagas) bezeichnet wird.
Sein Umfang und seine Vielfalt sind enorm und
umfassen alles von den einfachen Verdiales
über Cantes abandolaos bis hin zu Malagueñas
und Cantes de Ronda. So kann der Kenner sich
an Jabegotes, Cantes de Juan Breva, Jaberas,
Malagueñas in all ihrer breit gefächerten Vielfalt
von Stilen, Weisen und Tänzen erfreuen.
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Als Machado Malaga als "Cantaora" (Flamencosängerin) bezeichnete, wusste er genau, was
er sagte. Dabei handelt es sich nicht um ein leeres Kompliment oder eine Schmeichelei, sondern schlicht und einfach die Wahrheit.
Gonzalo Rojo Guerrero
Vorsitzender der Nationalstiftung für FlamencoKunst und Verfasser dieses Reiseführers
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Malaga, Sonne
Sonneund
undFlamenco
Flamenco
Sonne
und
Flamenco
Malaga,
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Auch was die Interpreten dieses Kunstgenres
angeht, hat Malaga dem Flamenco interessante
Persönlichkeiten beschert, unter denen sich die
bereits verstorbenen Sänger Juan Breva, Paca
Aguilera, Cojo de Málaga, Anilla la de Ronda, La
Pirula, Sebastián el Pena, La Trini, El Perote,
Enriqueta la Repompa oder El Niño de Vélez befinden. An Tänzern gehören dazu La Cuenca,
María la Bonita, La Cándida, La Espinosa und
eine lange Liste bedeutender Künstler des klassischen Flamencotanzes. In Punkto Gitarrenspiel lassen sich Pepe el Calderero, Manuel
Cañestro, Santiago el Ciego, Diego el del Gastor, Manuel Cómitre, Enrique el Gitano und viele weitere nennen. Heute gibt es in allen drei
Flamencosparten eine Reihe hervorragender
Künstler, von denen viele landesweites und internationales Ansehen genießen.
Prolog
Aber Malaga beschert uns auch Tangos, die
wenngleich sie ursprünglich aus der Region Cádiz stammen, sich hier dank Rafael Flores Nieto
"el Piyayo" und in den Stadtbezirken TrinidadPerchel in unterschiedlichen Varianten entfaltet
haben. Ersterer würzte sie mit Kadenzen von
Guajiras und Carceleras (Kerkergesängen), und
im zweiten Fall handelte es sich, auch wenn es
so scheinen mag, dass La Repompa die Kreationen von La Pirula wiederaufnahm, tatsächlich
um Tangos, die seit Urzeiten auf der anderen
Seite des Flusses Guadalmedina gesungen und
getanzt wurden. Durch ein osmoseartiges Phänomen erfolgte ein gegenseitiger Austausch zwischen El Perchel und La Trinidad, der von einem
außergewöhnlichen, dank der dort etablierten
Gitano-Familien vorhandenen Nährboden gespeist wurde.
CONVENTION BUREAU
prolog
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TOURISMUSVERBAND &
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inhalt
Malaga, Sonne und Flamenco
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LIEDER AUS MALAGA
KÜNSTLER AUS MALAGA
FLAMENCO-R
ROUTEN
FLAMENCO-M
MUSEUM
FLAMENCO-V
VEREINIGUNGEN DER
PROVINZ MALAGA (PEÑAS FLAMENCAS)
S. 33
S. 51
S. 65
S. 69
FLAMENCO-V
VOKABULAR
S. 79
FESTIVALS UND WETTBEWERBE
S. 89
Biennale ,Málaga en Flamenco’
. ANEKDOTEN RUND UM DEN FLAMENCO
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S. 7
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Das Malaga
des Flamenco
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lieder aus Malaga.
Malaga, Sonne und Flamenco
. Verdiales
Die Bedeutung Malagas bei der Entwicklung des
Flamenco und sein Einfluss auf andere Provinzen
wie Córdoba, Almería, Granada und sogar Murcia
ist weit bekannt. In diesen Gegenden wurden
unsere Lieder von Maultiertreibern, Minenarbeitern
und Tagelöhnern verbreitet und passten sich
allmählich an die jeweilige Region an, ohne jedoch
ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Aus
diesem Grund ordneten viele Experten und
Forscher bestimmte Liedarten (Fandangos de
Lucena, Granainas, Cartageneras, Fandangos de
Frasquito Hierbabuena, Fandangos de La Peza,
Zánganos, etc...) der "Schule von Malaga" zu.
Lieder aus Malaga
.
Malaga, Sonne und Flamenco
. Lieder aus Ronda
. Malaga-LLieder aus anderen Regionen
.
6
. Malagueñas
. Künstler aus Malaga
. Aus anderen Regionen stammende Künstler
Lieder aus Malaga
Um Ihnen eine komplette, wenn auch nicht zu
detaillierte Darstellung der wichtigsten Facetten
des "Malaga des Flamenco" - "Malaga cantaora",
wie es der Dichter Manuel Machado nannte - zu
bieten, haben wir dieses Werk folgendermaßen
aufgebaut: 1) Lieder aus Malaga, 2) Sänger aus
Malaga, 3) Tänzer aus Malaga, 4) Gitarristen aus
Malaga, 5) Flamenco-Routen, 6) FlamencoVereinigungen, 7) Flamenco-Museum 8) Festivals
und Wettbewerbe in der Provinz Malaga, 9)
Anekdoten.
. Cantes abandolaos
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egal. So weit ging ihre Toleranz" schrieb der
Forscher José Ruiz Sánchez in seinem Artikel
"Morisma y mozarabía" (Mauren und Mozaraber).
Die Verdiales
Unter der großen Vielfalt der Lieder aus Malaga
kommt berechtigterweise den Verdiales die größte
Bedeutung zu. Es handelt sich um elegante
ritenhafte Tänze und Musik in dorischer Tonart, die
mit alten astronomischen Berechnungen der
Position der Sonne und der Sonnenwenden in
Verbindung stehen. Die Verdiales, die die
Mittelmeerkultur in sich tragen, entstanden
vermutlich gleichzeitig mit dem Weinanbau, der laut
dem englischen Archäologen Chapman bereits um
2500 v. Chr. hier betrieben wurde.
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Lieder aus Malaga
Möge die Sonne mit ihrem Glanze
das Land und die Olivenhaine erhellen
meine Liebe für dich
kommt aus meinem Innersten.
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Inhalt
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Salga el sol y alumbre
al campo y sus verdiales,
que el amor que yo te tengo
de las entrañas me sale.
Lieder aus Malaga
Dieses Juwel des historischen Kulturerbes von
Malaga wurde über Jahrhunderte von den Mystikern
der auf der iberischen Halbinsel lebenden Argarier
und Tartesser weitergegeben, die sich in Form eines
Hufeisens von Vélez bis zur heutigen Westgrenze
der Provinz Malaga ausbreiteten. Dort blieben diese
Riten trotz zahlreicher Invasionen und kultureller
Kolonialisierungen erhalten und lebten Seite an
Seite mit anderen bäuerlichen iberischen Riten bis
zur Eroberung durch die Römer. Während der
Römerzeit brachten einige Patrizier diese Gesänge
sogar in andere Großstädte des Reiches, wie auf
dem heute im Nationalmuseum von Neapel
ausgestellten Mosaik "Fahrende Musiker" aus der
Villa Cicero in Pompeji in Kampanien zu sehen ist.
Darauf sind einige Musiker (Ludiones) zu sehen, die
die typischen Verdiales-Instrumente spielen
(Tamburin und Becken) und einen Kopfschmuck aus
Blättern und Blumen tragen, der an den heutigen
Sombrero (spanischer Hut) erinnert. Auch unter
arabischer Herrschaft blieb die Tradition der
Verdiales in den Bergen und ländlichen Regionen
von Malaga erhalten, "da sich die neuen Verwalter
der besetzen Ländereien nur für steuerliche und
militärische Fragen interessierten. Was die
Einheimischen glaubten oder sangen, war ihnen
Die Verdiales-Rituale wurden normalerweise parallel
mit den heidnischen Festlichkeiten abgehalten. Um
die Wintersonnenwende wurden in Attika die
ländlichen Dionysien veranstaltet. Der römische
Kaiser Domitian führte die Saturnalien von 19. bis
23. Dezember ein. Die wichtigsten Festtage der
Verdiales, die zweifelsfrei heidnische Wurzeln
haben, sind zwischen dem 24. Dezember, dem
Heiligabend, und dem 28. Dezember, dem Tag der
unschuldigen Kinder. Da die Spanier an diesem Tag
einander Streiche spielen (ähnlich wie am 1. April in
Deutschland), werden die Mitglieder der VerdialesFestgruppen als "Tontos" (Dummköpfe) bezeichnet.
Gleiche
Bedeutung
hat
auch
die
Sommersonnenwende,
das
Fest
der
Sonnenanbetung, das heute als "Noche de San
Juan" (Nacht des heiligen Johannes) gefeiert wird.
Bezüglich der Bedeutung des Nomens "Verdial" gibt
es alte Zitate, in denen es nicht in der heutigen
Bedeutung als Flamencostil benutzt wird, sondern in
seiner Bedeutung von "verde" (grün) bzw. "verdinal",
das Julio Casares in seinem Wörterbuch
"Diccionario Ideológico de la Lengua Española" als
"Stück Land, das aufgrund seiner Feuchtigkeit seine
Üppigkeit auch während der trockenen Monate
behält" definiert. Manchmal wird damit auch eine
Oliven- oder Feigenart bezeichnet wie in diesem
Quartett von Fernán Caballero:
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LIEDER AUS MALAGA
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Malaga, Sonne und Flamenco
.
Der Comares-Stil ist praktisch in der
gesamten Axarquía, von Santo Pítar bis
Barranco de Huit, verbreitet. Bei diesem Stil
führt die Geige die anderen Instrumente und
die Laute, die nur bei diesem Verdiales-Stil
zum Einsatz kommt, wird mit dem Plektron
geschlagen. Die Gitarre wird gezupft.
Por lo más alto del cielo
me han dicho que está Comares,
por lo más alto del cielo,
entre sierras y olivares
más bonito que un lucero,
más bonito que un lucero.
Dem Himmel ganz nah
soll Comares sein,
dem Himmel ganz nah,
zwischen Bergen und Olivenhainen,
schöner als der Morgenstern,
schöner als der Morgenstern.
Der Stil "Montes de Málaga" ist in den ländlichen
Gegenden von Santa Catalina, Arroyo Coches,
Jaboneros und Barranco del Sol verbreitet: sein
geografisches Zentrum liegt in der Kapelle von
Partido de Verdiales. Bei diesem Stil spielt man
die Geige fast die gesamte Zeit ohne
Unterbrechung, in einigen Passagen wird sie
jedoch geschlagen. Das wichtigste Instrument ist
hier das Tamburin, das mit seinen Klängen den
Beginn und die Einlagen begleitet. Es wird mit
doppeltem, abnehmendem Rhythmus gespielt;
der Musiker beginnt im Zentrum des Leders.
Wenn die Finger sich den Schellen nähern, wird
ein langer "Rajeo" eingefügt. Der Takt des
Beckens passt sich an das Tamburin an; es wird
in diesem Fall nicht mit dem typischen rasselnden
Ton gespielt.
Partío de Verdiales
partío de muchas viñas,
partío de Verdiales,
entre viñas y olivares
estoy queriendo a una niña
y no me la da su mare,
y no me la da su mare.
Partido de Verdiales,
Dorf vieler Weingärten,
Partido de Verdiales
zwischen Weinreben und
Olivenhainen.
Ich liebe ein Mädchen,
aber seine Mutter will es mir nicht geben,
aber seine Mutter will es mir nicht geben.
Diese Verdiales, die wir hier kurz vorgestellt
haben, waren der Ursprung der meisten
Flamenco-Stile der Provinz Malaga, wie wir im
Folgenden erläutern werden.
Cantes abandolaos
Lieder von Juan Breva
Fandangos abandolaos und Verdiales waren die
einzigen Lieder der Schule von Malaga, die von
Juan Breva aufgenommen wurden. Trotzdem gibt
es unter seinen Aufnahmen drei Exemplare mit
dem Titel Malagueñas, obwohl er diesen Gesang
nie aufnahm. Diese Liedart war im Jahr der
Aufnahmen, 1910, schon klar definiert: El
Canario, La Trini, Chacón, El Perote, Fosforito…
hatten die musikalische Struktur der Malagueña
bereits festgelegt und es erschiene unlogisch,
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dass Juan Breva eine neue Struktur dieses
Gesangs erfunden hätte. Sollte es sich wirklich
um Malagueñas handeln, wären es rhythmische
Malagueñas und deshalb anders als jene Lieder,
die wir heute als Malagueñas bezeichnen.
Vermutlich gab die Plattenfirma oder der
zuständige Experte den Gesängen diesen Titel,
da Juan Breva aus Malaga stammte. Man weiß
jedoch mit Sicherheit, dass seine Gesänge
Ausgangspunkt für die Malagueña waren, wie
leicht aus dem Lied Caleta y Limonar (Bucht und
Zitronenhain) des Sängers Niño de Vélez zu
erkennen ist.
Unter den zahlreichen Texten des weitläufigen
Repertoires von Juan Breva sollen hier drei als
Beispiel vorgestellt werden. Der erste ist eine
kurze Bandolá, der zweite eine lange Bandolá
und der dritte ein Verdial.
Lieder aus Malaga
Ni el canario más sonoro,
ni la fuente más risueña,
ni la tórtola en la breña
harán cantar como lloro
gotas de sangre por ella.
.
Manojitos de alfileres
me parecen tus pestañas,
manojitos de alfileres,
y cada vez que me miras
se me clavan en el alma,
se me clavan en el alma.
Wie stechende Nadeln
sind die Wimpern deiner Augen,
wie stechende Nadeln.
Wenn du mich ansiehst,
durchdringen sie meine Seele,
durchdringen sie meine Seele.
Lieder aus Malaga
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Etymologisch geht das Wort "verdial" vermutlich
auf das lateinische "viridi" zurück, was so viel
wie "grün, kraftvoll, lebendig und jung" bedeutet.
Gegen Mitte des letzten Jahrhunderts breiteten
sich die Verdiales immer stärker in Richtung der
Hauptstadt aus, wodurch auch ihre Beliebtheit in
städtischen Regionen anstieg. Daran hatte die
Vereinigung Juan Breva großen Anteil sowie der
erfahrene Verdiales-Künstler Antonio Fernández
Fernández "Povea". Seit damals werden
Zusammentreffen in den Gasthäusern in den
Bergen, Wettbewerbe und Verdiales-Wochen
veranstaltet. Besonders wichtig für den
Aufschwung der Verdiales war auch, dass sich
ab diesem Zeitpunkt die drei existierenden
Verdiales-Stile weitum verbreiteten: Almogía,
Comares und Montes de Málaga. Das Gebiet, in
dem der Almogía-Stil vorherrscht, erstreckt sich
zwischen Yeseras de Cártama über Jeva bis El
Torcal und ist das mit der größten Ausdehnung.
Dieser Stil unterscheidet sich von denen anderer
Gegenden durch seinen schnellen Rhythmus
und den Einsatz der Becken. Die Geige, die seit
den Zwanzigerjahren Teil des Orchesters ist,
ersetzt die gezupften Gitarrenklänge am Beginn
und bei Teilen des Stücks sowie bei den
eingeschobenen "Subidas" und "Coplas". Die
Gitarre hat hier reine Begleitfunktion und das
Tamburin, das immer mit "Rajeo" (Technik, bei
der man die Finger über das Tamburin rutschen
lässt) gespielt wurde, wird heute mit den
Fingerspitzen in der Mitte und unten
angeschlagen, dazwischen werden auch einige
"Rajeos" eingeschoben. Der Tanz umfasst über
40 Figuren.
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Lieder aus Malaga
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Weder der süßeste Vogelgesang
noch die fröhlichste Quelle
noch die Turteltaube im Gestrüpp
können meinen blutigen Tränen
gleichkommen,
die ich wegen ihr vergieße.
Du bist so bösartig,
dass du dich an meinem Leiden ergötzt,
aber der Tag wird kommen,
an dem du nach langem Weinen
doch vor meiner Tür stehst.
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Malaga, Sonne und Flamenco
Als ich mit meinem Schiff
auf Gottes Meeren segelte,
verirrte ich mich.
Das Licht deiner Augen
führte mich an Land zurück.
Eine städtische Liedart, die trotz zahlreicher
Gemeinsamkeiten mit dem Fandango und der
Malagueña weit weg von diesen angeblich im
Viertel "Barrio de la Trinidad" entstand und eigene
Charakteristiken aufweist. Sie hat Merkmale des
Abandolao-Stils, daneben eine schnelle, wenn
auch nicht ungeordnete Abfolge von hohen und
tiefen Tönen und einen rauen Charakter, worin
sie sich von der Malagueña unterscheidet.
Ihre sechs Verse sind durch Melismen
miteinander verbunden: der zweite mit dem dritten
und der vierte mit dem fünften. Nur der erste und
der letzte sind von den anderen abgekoppelt.
Interpreten dieser Liedart waren El Canario de
Madrid, El Mini, El Chato de Jerez, El Mochuelo, etc.
Aus jüngerer Vergangenheit sind u.a. Ángel de Álora,
Juan de la Loma, Pepe de la Isla, Niño de
Málaga…und unter den heutigen Künstlern Antonio
de Canillas, Fosforito und Niño de Bonela zu nennen.
Dos hermanas, dos mozuelas
del barrio la Trinidad,
dos hermanas, dos mozuelas,
pregonaban por jaberas
y desde entonces "pacá"
las canta Malaga entera.
Dieser Stil wurde zum ersten Mal von Serafín
Estébanez Calderón in seinem Werk Escenas
andaluzas (Szenen aus Andalusien), das 1847
erschien, erwähnt. Darin schreibt er: "Es war
einmal eine Malagueña im Stil von La Jabera... der
berühmten Sängerin."
Diese Liedart geriet lange Zeit in Vergessenheit
und wurde nur an wenigen abgelegenen Orten der
Provinz Malaga gesungen, insbesondere in der
Gegend von Vélez Malaga und Torrox, wo sie unter
dem Namen Cante de María Tacón bekannt war.
Da diese Liedart keine Veränderungen zulässt,,
gibt es keine persönlichen Varianten dieses
Flamencostils.
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Zwei Schwestern, zwei Mädchen
aus dem Barrio de la Trinidad,
zwei Schwestern, zwei Mädchen
sangen uns Jaberas.
Seit damals bis heute
singt man sie in ganz Malaga.
Über diesen Fandango, der an der Küste von
Malaga auch unter dem Namen Cante de los
marengos bekannt ist und bei dem es sich
wahrscheinlich um die älteste bekannte
Bandolá handelt, schreibt Pepe Luque
Lieder aus Malaga
Malaga, Sonne und Flamenco
.
.
Mi mare me llevará
en la Cala hay una fiesta,
mi mare me llevará,
yo como voy tan compuesta,
me sacarán a bailar:
llevo yo mi castañeta.
Navegando me perdí
por esos mares de Dios,
navegando me perdí,
y con la luz de tus ojos
a puerto de mar salí.
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Tienes tan malas entrañas
que gozas en mi agonía,
pero un día llegará
que llorando noche y día
me has de venir a buscar.
Sehr alter Fandango aus der Hauptstadt, dessen
besondere Struktur im letzten Jahrhundert, als er
sich vom Land bis in die Stadt ausbreitete, gefestigt
wurde. Laut dem Forscher José Luque ist die
Rondeña heute eine der "blumigsten" Bandolás.
Ihre ursprüngliche Form enthielt jedoch weniger
Melismen und war etwas langsamer. Das Lied ist in
Dur mit dorischer Modulation im letzten Teil, wie
alle Fandangos, mit denen es verwandt ist. Die
Texte bestehen aus vier achtsilbigen Versen,
üblicherweise mit konsonantem Reim, aus denen
durch die Widerholung eines Verses fünf werden.
Fosforito, Antonio de Canillas, Alfredo Arrebola,
Antoñita Contreras, El Bolo, Paqui Corpas, etc.
gehören zu den wichtigsten Vertretern dieser Liedart:
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Meine Mutter nimmt mich mit
zu einem Fest in der Bucht.
meine Mutter nimmt mich mit.
Ich habe mich extra herausgeputzt.
Die Jungen werden mit mir tanzen
und ich trage meine Kastagnetten.
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Ihre Melodien wurden dank Sängerinnen aus
Malaga wie Joaquina Payáns, La Brígida oder
María la Chilanga, sowie den Fischern bis in
unsere Zeit überliefert. Heute wird diese
Liedart u.a. von Cándido de Málaga, Antonio
de Canillas, Fosforito, Paqui Corpas und
Juaneque gesungen.
Mi llanto a nadie conmueve
cantando paso la vía,
mi llanto a nadie conmueve,
yo soy como el ave fría
que canta al pie de la nieve
al amanecer el día.
Mein Wehklagen rührt kein Herz,
singend gehe ich die Straße hinab,
mein Wehklagen rührt kein Herz,
ich gleiche einem kalten Vogel,
der im Morgengrauen
einer schneebedeckten Landschaft singt.
Estando la mar en calma
se me mojaron las velas,
y fue de las puras lágrimas
que yo derramé por ella.
weitesten verbreitet wurde. Es handelt sich um
eine sehr schwierige Malagueña, die der Künstler
aus voller Lunge vortragen muss. Sie beginnt mit
einem halben Vers, der sich in einer der ersten
beiden Verszeilen wiederholt, ein Merkmal, das
später u.a. auch von Enrique el Mellizo, Niño de La
Isla, La Trini, Chacón und Fernando el de Triana
eingesetzt wurde. Man findet es auch am Beginn
von einigen Tientos, Cartageneras und Fandangos
de Huelva. Die Musik war auch Grundlage der
Totaneras, einer Variante der Tarantas
(Bergarbeiterlieder). Ein Liedtext ist wie folgt:
Cayendo.
Copos de nieve en tu cara
parece que están cayendo,
cuando más te estoy mirando
mejor me estás pareciendo.
Wo es Stuten gibt, gibt es auch
Fohlen,
sagt ein altes Sprichwort.
Vorwärts, aber ohne Eile.
Guten Abend, meine Herren,
Dieses Mal möge es durchgehen.
La Trini kreierte mehrere Stile dieser
Liedart, von denen drei bekannt sind. Der
erste spiegelt die ganze Persönlichkeit
dieser Sängerin aus Malaga wider und gilt
heute als ein bedeutendes und grandioses
Beispiel für Flamenco-Kunst. Dieses Lied
war auch jenes, das ihr selbst am besten
gefiel und das sie oft zum Ausdruck ihrer
innersten Gefühle zum Besten gab. Es
lautet wie folgt:
No se borra de mi mente
el día catorce de abril:
en ese día me vi
a las puertas de la muerte
sólo por quererte a ti.
Es fallen.
Es scheint mir,
Schneeflocken fallen auf dein
Gesicht.
Je länger ich dich ansehe,
umso besser gefällst du mir.
Obwohl das Meer ruhig war,
wurden meine Segel nass
von den Tränen,
die ich für sie vergoss.
Der vierzehnte April
wird mir immer im Gedächtnis bleiben:
An diesem Tag
stand ich an der Schwelle des Todes
wegen meiner Liebe zu dir.
Malagueñas
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Malaga, Sonne und Flamenco
Stil von El Canario
Obwohl dieser Sänger aus Álora mehrere
Malagueña-Stile
schuf,
die
alle
zur
Plattensammlung von Pizarra gehören, die in den
ersten Jahren des vergangenen Jahrhunderts
aufgenommen wurde, werden wir uns hier auf jenen
beschränken, der in den letzten 60 Jahren am
Die zweite Malagueña basiert auf einem Lied
von Maestro Ojana; diese wunderschöne,
sinnliche Version wurde jedoch von La Trini
geschaffen:
Donde hay yegüas, potros nacen,
es un refrán verdadero.
¡Adelante!, no hay que apurarse.
Buenas noches, caballeros.
Por ser la primera, pase.
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Lieder aus Malaga
Pero lo dices llorando.
Tú dices que no me quieres,
pero lo dices llorando;
tu corazón desmintiendo
lo que pronuncian tus labios.
Yo se lo que estás sufriendo.
Malaga, Sonne und Flamenco
.
.
Stil von El Caribe
Dabei handelt es sich vermutlich um die älteste
bekannte Malagueña. Ihr Schöpfer, Juan Toledo, gab
sie schon Mitte des 19. Jahrhunderts in Malaga zum
Besten. Dank dem auch aus Malaga stammenden
Sänger Adolfo Carrasco Ceón, besser bekannt als
Adolfo el Cuchillero, und der späteren Aufnahme von
Antonio de Canillas wurde dieser schöne
Trauergesang bis in unsere Tage überliefert. Da es
sich um einen relativ unbekannten Stil handelt, wird er
nur von wenigen Künstlern gesungen. Die
bekanntesten Verse lauten wie folgt:
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Künstler aus Malaga:
Dieser Malagueña-Stil geht auf ein
Feldarbeiterlied zurück. In Álora erhält dieser Stil
auch die Namen de Gañán, de Besana und
Temporera. Ein besonderer Kenner dieses Stils
war Juan Trujillo "El Perote", der in seiner Jugend
vor seiner Karriere als Sänger Bauernjunge in
seinem Heimatdorf Álora war. Der Autor benutzt
für den Text normalerweise ein bekanntes
Sprichwort.
CONVENTION BUREAU
Navajas: "Diese für den nahe der Hauptstadt
gelegenen Küstenstreifen charakteristische
Liedart verdankt ihren Namen den Fischern,
die diese Lieder sangen, während sie am
Strand unter dem wachsamen Blick ihrer
angebundenen Boote ihre Netze flickten."
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Meine Gedanken, wohin führt ihr
mich,
dass ich euch nicht folgen kann
führt mich nicht in Straßen,
aus denen ihr nicht mehr
herausfindet,
weil der Kummer mich erdrückt.
Kein Name wird dadurch beschmutzt.
Armut ist keine Schande.
Kein Name wird dadurch beschmutzt.
Jesus Christus kam arm
in einem kalten Stall zur Welt.
Stil von Joaquín Tabaco
Die dritte Malaga, die undefinierbare
Einflüsse aufweist, wurde von der Sängerin
nur selten zum Besten gegeben. Außerdem
ist der Text nicht für eine Frau verfasst:
Paloma mía.
Yo recuerdo que una vez
fuiste tú paloma mía,
y olvidaste mi queré
por una habladuría.
Mein Täubchen.
Ich erinnere mich daran,
als du mein Täubchen warst
und mich verließest
wegen eines Gerüchts.
Auch hierbei handelt es sich um eine sehr
alte Malagueña, dessen Schöpfer sich in den
Liedern der Fischnetzträger inspirierte. Diego
el Perote, Breva Chico und Ángel de Álora waren
mit diesen Liedern bestens vertraut. Heutzutage
ist Antonio de Canillas ihr wichtigster Interpret.
Wenn ich mit meinen Tränen
meiner Mutter das Leben
wiedergeben könnte,
meiner Mutter das Leben
wiedergeben könnte,
würde ich sicher weinen,
bis ich tot umfiele,
damit sie wieder lebte.
Stil von Loriguillo de Coín
.
Ni mancha ningún linaje.
El ser pobre no es deshonra,
ni mancha ningún linaje,
Jesucristo vino al mundo
pobre y sin calor de nadie.
Malaga, Sonne und Flamenco
Francisco Loriguillo integrierte in seine Lieder
Fragmente der Malagueña perota und
Serrana. Diese Malagueña gibt es heute nicht
mehr, da ihr letzter Interpret der 1960
verstorbene aus der gleichen Gegend
stammende Frasquito Jiménez war.
La trampilla que tenía
la pagó en esta ocasión,
la trampilla que tenía.
La he recogío en las breñas,
la pegué en mi corazón
salió esta malagueña.
Der Stil dieser Sängerin geht auf einen von La
Trini zurück, da diese Sängerin eine der größten
Bewunderinnen von La Trini war. Einer der
Texte, die sie am häufigsten sang, lautet wie
folgt:
Die Schulden, die ich hatte,
begleiche ich dieses Mal,
die Schulden, die ich hatte,
fand ich im Gestrüpp.
Ich pflanzte sie mir ins Herz
und so entstand diese Malagueña.
A un cura me confesé
y me dio la absolución.
Los pecados cometíos
no tenían comparación
con lo que yo había sufrío.
Stil von Luisa la Chirrina
Die Malagueña von La Chirrina geht auch
auf eine Malagueña perota zurück. Einer
ihrer Texte wurde von ihrem Zeitgenossen
Ramón el Ollero als Soleá gesungen. Es
wurde einfach ein Vers hinzugefügt.
Pensamiento aónde me llevas
que no te pueo seguir,
no te metas en callejuelas
de aónde no pueas salir,
porque me ajoga la pena.
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Lieder aus Malaga
.
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Darle la vía a mi mare
si con lágrimas pudiera,
darle la vía a mi mare,
seguro que lloraría
hasta que yo me muriera
por devolverle la vía.
Stil von María la Chilanga
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Stil von Maestro Ojana
Es handelt sich hierbei um eine Malagueña der
Perota-Schule. Joaquín Tabaco drückte ihr einen
so persönlichen Stempel auf, dass sie unter dem
Namen ihres Schöpfers in die Geschichte einging.
Sein Neffe, Pepe Aranda, sang sie im Alter
von über 90 Jahren bei Versammlungen von
Flamencoexperten. Der Sänger Antonio de
Álora nahm sie 1973 auf.
CONVENTION BUREAU
Aber du sagst es unter Tränen.
Du sagst, du liebst mich nicht,
aber du sagst es unter Tränen.
Dein Herz straft
deine Lippen lügen.
Ich weiß, wie sehr du leidest.
Malaga, Sonne und Flamenco
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Porque andando me desmayo
las paeres me arrimo.
Porque andando me desmayo.
Yo me encuentro desvarío
sirviendo de mal vasallo
y tú la culpa has tenío.
Stil von Baldomero Pacheco oder del Pena
Dieser Sänger rekreierte einen sehr
einfallsreichen Malagueña-Typ, was vor allem
am Ende des ersten, dritten und fünften
Verses zu sehen ist. Vermutlich geht auch
dieser Typ auf eine Malagueña von La Trini
zurück. Viele Forscher meinen, dass diese
Malagueña von Sebastián el Pena geschaffen
wurde, der sie als persönliche Malagueña
aufnahm. Es existiert jedoch auch eine
Version von La Rubia. Später wurde dieser Stil
vor allem von Niño de las Moras gepflegt, der ihn
auch aufnahm. Heutzutage gehört er zum
Repertoire aller Künstler.
Stil von Niño del Huerto
Weder der übliche Text noch die Melodie dieses
Liedes sind besonders ansprechend. Es wird
deshalb davon abgeraten, es zu nachzuahmen.
Al campo me fui a robar
pa alimentar a mi mare,
al campo me fui a robar,
estando ella en su agonía
me llevaron a la cárcel.
Con qué pena moriría.
Zitronenhain), ein wunderschöner und durch und
durch malagageprägter Gesang. Glücklicherweise
existiert eine Aufnahme von Niño de Vélez von der
Schallplattenfirma Columbia.
Para más martirio darme
mientes a quien más quería,
para más martirio darme.
Yo te juro por mi vía,
que he de venir a cobrarme
a todas las horas del día.
Caleta y el Limonar
viva Malaga que tiene,
Caleta y el Limonar,
su Parque lleno de flores
a la orillita del mar,
donde nacen los amores.
Um mich noch mehr zu quälen,
belügst du, wen ich am meisten liebte,
um mich noch mehr zu quälen.
Aber ich schwöre dir bei meinem Leben,
dass ich mich dafür rächen werde
in jedem Moment meines Lebens.
Bucht und Zitronenhain,
es lebe Malaga mit seiner
Bucht und seinem Zitronenhain
und seinem blumengeschmückten Park
am Meeresufer,
wo die Liebe erblüht.
Stil von Niño de Vélez
Stil von Diego el Perote
Diese wunderschöne Malagueña enthält
Elemente von Chacón und Juan Breva, die Niño
de Vélez perfekt miteinander verband. So
entstand sein Lied Caleta y Limonar (Bucht und
Ähnlich wie die eben genannte Malagueña
entstand auch die von Diego el Perote. Sie
ist in gewisser Weise von La Trini
beeinflusst, die seine Lehrerin war. Durch
persönliche Nuancen erhält das Lied jedoch
einen eigenen Charakter:
Que yo sigo con mi pena.
Dile a esa mujer que ría,
que yo sigo con mi pena
A esa mujer no la olvío
Porque pa mi ha sío muy buena
el tiempo que ha estao conmigo.
Lieder aus Malaga
Ich ging aufs Land zum Stehlen,
um meine Mutter zu ernähren.
Ich ging aufs Land zum Stehlen,
und während sie mit dem Tod kämpfte,
brachten sie mich ins Gefängnis.
Ach wie kummervoll muss sie
gestorben sein.
.
Cipriano Pitana aus Cártama nahm als Grundlage für
seine Malagueña jene von La Chirrína, aber dank
seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten und dem
persönlichen Stempel, den er den Liedern aufdrückte,
Malaga, Sonne und Flamenco
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Lieder aus Malaga
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Dass ich noch immer leide,
das sag jener lachenden Frau.
Dass ich noch immer leide.
Diese Frau kann ich nicht
vergessen,
denn sie war gut zu mir,
solange wir zusammen waren.
Stil von Pitana
Lieder aus Malaga
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Beim Gehen falle ich um,
so halte ich mich an den Wänden fest.
Beim Gehen falle ich um.
Ich bin verrückt geworden,
denn ich leiste schlechte Dienste
und du hast Schuld daran.
gelten sie heute als sein persönliches Werk. Antonio
de Canillas war der erste, der diese Malagueña vor
vielen Jahren auf Platte aufnahm.
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Ich beichtete bei einem Priester
und er erteilte mir die Absolution.
Die begangenen Sünden
waren wenig im Vergleich zu dem,
was ich gelitten hatte.
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seinen eigenen Stempel auf. Alle sind heute unter
dem Namen "Malagueñas von Chacón" bekannt.
Stil von Enrique el Mellizo
Angeblich handelt es sich dabei um die älteste
Malagueña eines nicht aus Malaga stammenden
Künstlers. Dieses Lied beeindruckt durch seine
Feierlichkeit, Würde und Musikalität und bricht in
gewisser Weise mit der Tradition dieses Stils. Auch
wenn sie sich im Großen und Ganzen ziemlich von der
von El Canario unterscheidet, ist der Beginn mit einem
halben Vers kein Zufall. Es gibt die These, diese
Malagueña gehe auf gregorianische Gesänge zurück,
die am Beginn der Messe gesungen werden, was von
einigen Forschern vertreten und von anderen abgelehnt
wird. Der Sänger Niño de la Isla war der wichtigste
Vertreter dieser Liedart, die besonders unter von
Zigeunern abstammenden Sängern verbreitet ist.
A llamarme.
Serían las dos de la noche
vino mi hermano a llamarme,
levántate hermano mío
que se ha muerto nuestra mare
y nos queamos huerfanitos.
.
Dieser Künstler war außergewöhnlich kreativ und
besaß ein Gehör, in dem die "Flügel des heiligen
Michael" waren. Er schuf mehrere Malagueñas,
die noch heute ein wertvoller Teil des
Flamencoerbes sind. Er rekreierte auch andere mit
Materialien verschiedener Sänger aus Malaga
(Trini, Canario, Ojana, etc.), drückte ihnen aber
Malaga, Sonne und Flamenco
No me habías de conocer
si me trataras de nuevo,
no me habrías de conocer.
yo tengo distinto genio
y otro modo de querer
más cariñoso y más bueno.
Du würdest mich nicht wieder erkennen,
sähst du mich heute zum ersten Mal.
Du würdest mich nicht wieder erkennen,
denn mein Charakter ist anders.
Und auch meine Liebe
ist jetzt zärtlicher und besser.
Das ist eine der ersten Malagueñas von
Antonio Chacón. Laut José Blas Vega sang
er sie schon im Café de Silverio.
Que te quise con locura
yo en mi vía negaré,
que te quise con locura,
mira qué cariño fue
que siento la calentura
que tuve por tu querer.
Dass ich dich unsterblich liebte,
gebe ich nie mehr zu,
dass ich dich unsterblich liebte.
Wenn ich an meine Liebe denke,
spüre ich noch immer das Zittern,
das mich bei deinem Anblick ergriff.
Was spürst du bei meinem Anblick,
warum verbirgst du dein Gefühl,
was spürst du bei meinem Anblick,
warum quälst du dich
und tötest dich langsam
und bringst mir Kummer und Qual.
Über eine Malagueña, die der eben genannten
im Stil ähnelt, sagte Fernando el de Triana,
"dieser sei sein Lieblingstext gewesen und da in
ihm das beste seiner göttlichen Kunst vereint
sei, wurde er vom Publikum mit wachsender
Begeisterung aufgenommen …"
Dando en el reloj la una
de aquella campana triste,
dando en el reloj la una,
hasta las dos estoy esperando
el querer que me fingiste
me dan las tres llorando.
Eine der besten Malagueñas von Chacón,
vielleicht die beste, die wir kennen.
Als es ein Uhr schlägt,
und jene traurige Glocke erklingt,
als es ein Uhr schlägt,
bis zwei Uhr warte ich auf dich,
auf die Liebe, die du mir vorspieltest,
und um drei strömen mir Tränen
übers Gesicht.
Die ersten Verse sind eine wunderbare Kreation
des Künstlers aus Jerez, in den weiteren kann
man Spuren von La Trini erkennen.
Y allí fueron mis quebrantos,
en un hospital la vi
y allí fueron mis quebrantos,
quién me había de decir,
mujer que yo quise tanto
iba a tener tan mal fin.
Eine persönliche Kreation, die Chacón laut
seinen eigenen Worten 1886 bei seiner
Präsentation in Cádiz bei der Feria del Perejil
(Fest der Petersilie) zum Besten gab.
.
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Stile von Chacón
Warum lässt du dir so viel gefallen,
wenn du mich nicht liebst.
Warum lässt du dir so viel gefallen,
töte mich doch gleich.
Ich verzeihe dir den Tod,
den ich nicht erleiden will.
Qué tienes por mi persona,
a qué niegas el delirio,
qué tienes por mi persona,
le das martirio a tu cuerpo
y te estás matando sola
y yo pasando tormentos.
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Als er mich rief.
Es war zwei Uhr morgens,
als mein Bruder mich rief.
Steh auf, Bruder.
Unsere Mutter ist tot
und wir sind Waisen geworden.
A qué tanto me consientes
si tú no me has de querer,
a qué tanto me consientes,
mátame ya de una vez,
yo te perdono la muerte
que no quiero padecer.
Und dorthin führte mich mein Kummer,
im Krankenhaus sah ich sie.
Und dorthin führt mich mein Kummer,
wer hätte mir gesagt,
dass die Frau, die ich so sehr liebte,
so enden würde.
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Aus anderen Regionen stammende Künstler:
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Lieder aus Malaga
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Wunderschöne Malagueña, die auf eine von
El Canario zurückgeht und die Chacón
zusammen mit den anderen große
Berühmtheit verschaffte.
Stil von Francisco Lema "Fosforito"
Del convento las campanas
si preguntan por quién doblan,
del convento las campanas,
diles que doblando están
por mis muertas esperanzas,
por mis muertas esperanzas.
.
Corte.
¡Viva Madrid que es la corte!
¡Viva Malaga la bella!,
Y para puertos bonitos:
Barcelona y Cartagena.
¡Viva Madrid que es la corte!
Malaga, Sonne und Flamenco
Eres guapa. Dios te guarde,
y en tu puerta da la luna.
Acaba de desengañarme
mira que va a dar la una
y preciso retirarme.
Tú estás dormía en la cama
con la ventana entreabierta,
tú estás dormía en la cama,
y agonizando en tu puerta
hay un querer que te llama:
despierta, mujer, despierta.
Du bist hübsch. Möge Gott dich
beschützen
und der Mond beleuchtet deine Tür.
hat mich daran erinnert,
dass es gleich eins schlägt
und ich gehen muss.
Du liegst schlafend im Bett
bei offenem Fenster.
Du liegst schlafend im Bett
und an der Tür steht traurig jemand,
der dich liebt, und er ruft dich:
wach auf, Mädchen, wach auf.
Stil von Rojo el Alpargatero
Obwohl es keine schriftlichen Beweise gibt, wird
vermutet, dass es sich bei dem Sänger Rojo el
Alpargatero aus Malaga um Antonio Grau Mora
Stil von Chato de las Ventas
Bei dieser Malagueña ist der Einfluss von La
Trini über Paca Aguilera sehr deutlich. El Chato
veränderte nur einige der Melismen. Auch diese
Malagueña hat zahlreiche Anhänger.
Pensando en ti desvarío,
aborrecerte quisiera,
pensando en ti desvarío,
pa vivir de esta manera
más valía no haber nacío
porque me ahoga la pena.
Seit ich dich kenne,
blutet mein Herz,
seit ich dich kenne,
will ich sterben,
denn mein Kummer ist so groß,
dass ich damit nicht leben kann.
Wenn ich an dich denke, fantasiere ich
ach, könnte ich dich hassen,
wenn ich an dich denke, fantasiere ich
anstatt so zu leben,
wäre es besser, ich wäre nie
geboren worden,
denn der Kummer erdrückt mich.
Stil von Fernando el de Triana
Die Musik dieser Malagueña scheint auf die
Lieder von El Canario zurückzugehen. Ihr Text
ist etwas geschraubt und steht im Gegensatz
zu den in jenen Jahren sehr verbreiteten
.
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Bei dieser Malagueña handelt es sich um eine
der bekanntesten des Repertoires von Chacón.
Darin sind Echos von Maestro Ojana zu
erkennen. Eine andere Version dieser Malagueña
beginnt so: Vom Christus der Enttäuschung/wenn
du zur Kapelle kommst …
Desde que te conocí
mi corazón llora sangre,
desde que te conocí,
yo me quisiera morir
porque mi pena es mu grande
y así no pueo vivir.
handelt. Der Sänger lebte zahlreiche Jahre in
Malaga, wo er María del Mar Dauset heiratete
und wo sein Sohn Antonio Grau Dauset zur Welt
kam. Von seinem Gesang, dessen Melodie nicht
bekannt ist, ist folgender Text überliefert:
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Wenn die Glocken des Klosters
fragen, für wen sie erklingen,
den Glocken des Klosters
kannst du sagen,
dass sie für meine tote Hoffnung läuten,
dass sie für meine tote Hoffnung läuten.
Persönlicher Stil des Sängers aus Cádiz, der
sich auf die Perota-Schule stützt und zu seiner
Zeit großen Erfolg hatte. Diese Malagueña
wurde von den Sängern Diego el Perote,
Antonio de Canillas und anderen Künstlern aus
Malaga aufgenommen.
Texten mit übertriebener Dramatik. Diego el
Perote, Juan de la Loma und Antonio de
Canillas
haben
diese
Malagueña
aufgenommen.
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Hof.
Es lebe der Hof in Madrid!
Es lebe das schöne Malaga!
Und schöne Häfen
gibt es in Barcelona und Cartagena.
Es lebe der Hof in Madrid!
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Lieder aus Malaga
Malaga, Sonne und Flamenco
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Por la sierra de Ronda
viene bajando,
unos ojitos negros
de contrabando.
En la sierra de Ronda
perdí el caballo,
me robaron las alas
ya nada valgo.
Esta gitana me está poniendo
que de mis propias carnes
yo estoy comiendo.
Lieder aus Ronda
In Ronda gibt es vier verschiedene
Flamencostilarten, die weit über die Grenzen
des Landkreises hinaus bis zum Campo de
Gibraltar, in die westlichen Regionen der
Provinz Cádiz und im Norden bis in die ersten
Dörfer der Provinz Sevilla verbreitet sind.
Diese vier Liedarten heißen Serrana, Caña,
Polo und Rondeña.
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Im Gebirge von Ronda
verlor ich mein Pferd,
man raubte mir die Flügel
jetzt habe ich nichts mehr.
Diese Zigeunerin entzündet
meine Leidenschaft,
dass ich mich selbst verzehre.
Läutet die Glocken,
läutet sie schmerzvoll,
gestorben ist die Mutter meiner Seele
und meines Herzens.
Auch dabei handelt es sich um eine typische
Liedart aus Ronda, die zwar bei Festen und
Versammlungen selten vorgetragen wird, jedoch
den ganzen Zauber der Lieder von Ronda
vereint. Normalerweise beginnt sie mit einem
charakteristischen Ay! (Ach weh), auf das ein
achtsilbiger Vers folgt, der von melodischen Ays
unterbrochen wird. Danach folgt der so genannte
Macho de la Caña, der angeblich von Enrique
Ortega "El Gordo" eingeführt wurde. Das Lied
endet mit einer Abschluss-Soleá von Anilla la de
Ronda, obwohl diese heute von einer Soleá von
Enrique el Gordo oder Triana ersetzt wird:
¡A………………….y!
A mí me pueden mandar,
¡ay! mandar
servir a Dios,
servir a Dios, y al rey
¡A………………….y!
Pero olviarme de tu persona,
eso no lo manda,
eso no lo manda la ley
¡A………………….y!
Pero olviarme de tu persona,
arsa y viva Ronda,
reina de los cielos
eso no lo manda la ley.
¡A………………….y!
Los lamentos de un cantivo
no pueden llegar a España,
porque está la mar por medio
y s'ajogan en el agua.
Ach!
Man kann mir befehlen,
ach, befehlen,
Gott zu dienen,
Gott zu dienen oder dem König.
Ach!
Aber dich zu vergessen,
das befiehlt,
das befiehlt kein Gesetz.
Ach!
Aber dich zu vergessen,
es lebe Ronda,
Königin der Himmel,
das befiehlt kein Gesetz.
Ach!
Die Wehklagen eines Gefangenen
erreichen Spanien nicht,
denn es liegt das Meer dazwischen
und sie ertrinken in den Fluten.
.
24
Die Serrana könnte man als Lied von
Schäfern, Straßenräubern, Maultiertreibern
und Schmugglern bezeichnen, die zwischen
steilen Felsen, dem Blöken der Schafe und
Träumen unerfüllter Liebe entstanden. Ihre
metrische Struktur entspricht der Seguidilla
castellana mit einer Kadenz von 7-5, 7-5
Versen, der eine Liviana vorausgeht und der
der so genannte Macho de la Serrana folgt.
Aus dem Gebirge von Ronda
steigen
schöne dunkle Schmuggleraugen
herab.
Caña
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Serrana
Doblen las campanas
doblen con dolor,
que se ha muerto la mare de mi alma y
de mi corazón.
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Am Ende singt man üblicherweise eine
Siguiriya von María Borrico, Perico Frascola,
Junquera de Jerez oder irgendeine andere
kurze, abschließende Siguiriya.
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Lieder aus Malaga
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In Carmona ist eine Quelle,
die ist vierzehn oder fünfzehn Jahre,
mit einem Schild, auf dem steht:
Es lebe der Polo aus Sevilla!
Der letzte Vers des eben zitierten Quartetts lautet
bei anderen Autoren folgendermaßen: Viva el
pueblo soberano (Es lebe das souveräne Volk)
oder Viva el polo de Tobalo (Es lebe der Polo de
Tobalo). Es werden alle drei Varianten gesungen.
Der Text des Polo de Tobalo stammt von einer
Romanze des Conde Sol und beginnt
folgendermaßen:
Eres el diablo romera,
que me vienes a tentar,
no soy el diablo romera,
que soy tu mujer natural.
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Malaga-Lieder aus anderen Regionen
Dabei handelt es sich um die so genannten
Palos, die zwar nicht zu den Malaga-Stilen
gehören, aber von Künstlern aus Malaga
geschaffen wurden. Dazu gehören, zum Beispiel,
einige Tarantas des Cojo de Málaga, bestimmte
Lieder von La Repompa, eine Soleá von Juan
Breva, die Petenera von Rubia de Málaga, etc.
¡Ay! la llamo…
y toas las mañanas la llamo,
y pa echarle de comer,
y al tiempo de echarle el grano,
que donde se vino a poner:
y que la tortolica en la mano.
Ach! Ich rufe sie...
jeden Morgen rufe ich sie,
um sie zu füttern
und ihr Korn zu geben,
wo sie sich niederlässt:
auf meiner Hand.
Der Cojo de Málaga machte diese Taranta zu
einem wahren Monument unter den Minenliedern.
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Lieder aus Malaga
.
26
Der Polo ist ein energisches, beschwingtes Lied
in Dur und im Dreiertakt, das mit der Caña
verwandt ist. Es gibt zwei Arten des Polo: den
Natürlichen Polo (Polo natural), der seinen
Höhepunkt zwischen dem 18. und 20.
Jahrhundert erlebte und dessen Hauptvertreter
Curro Dulce war und den Polo Tobalo des
Sängers aus Ronda Cristóbal Palmero, der unter
dem Namen Tobalo de Ronda bekannt wurde.
Der heute am weitesten verbreitete und
bekannteste Text des natürlichen Polo ist wie
folgt:
Der Sänger aus Malaga José Joaquín Vargas
Soto, der unter dem Künstlernamen Cojo de
Málaga bekannt ist, war einer der bedeutendsten
Interpreten der Minenlieder und schuf selbst
viele hervorragende zu dieser Gattung
gehörende Stücke. Die Taranta, die vermutlich
am meisten zu seinem Ruhm beitrug, war La
Tortolica (Die Taube), deren Text wie folgt lautet:
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Polo
Du bist der Teufel, Romera,
und möchtest mich verführen,
ich bin nicht der Teufel, Romera,
sondern deine natürliche Frau.
Cojo de Málaga
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Darüber schrieben José Luis Navarro und Akio
Iino: Der erste Vers beginnt mit einem sehr hohen
Ay! (Ach). Danach fällt der Ton stark ab, am Ende
des Verses moduliert er jedoch wieder nach oben
in H-moll, wie man es in Minenliedern öfters findet.
Im zweiten Vers gibt es wieder einige sehr hohe
Passagen mit spektakulären enharmonischen
Abfällen auf der zweiten Silbe von mañana und
der ersten von llamo. Dieses Phänomen ist in der
westlichen Musik nur selten zu finden. In diesem
Vers finden wir auch eine extrem schwierige
abfallende Modulation, die an die gregorianischen
Choräle erinnert und als Verbindung zum dritten
Vers dient. Der vierte Vers beginnt mit einer
ähnlichen Melodie wie der zweite und endet mit
dem für die Taranta typischen langsam
En Carmona hay un fuente
con catorce o quince caños,
con un letrero que dice:
¡viva el polo sevillano!
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abfallenden Ende. Auf dem letzten Vokal der
fünften Verszeile wird ein wundeschönes,
schwieriges abfallendes Decrescendo gesungen,
das am Ende wieder leicht ansteigt. Der letzte Vers
dieses Lied charakterisiert sich vor allem durch
sein starkes Flamenco-Vibrato.
Es gibt noch eine weitere wunderschöne Taranta,
die jedoch ganz anders ist als jene, die wir gerade
zitiert haben und die mit dem Text Mira lo que te he
comprao bekannt ist. Hier lässt der Cojo de Málaga
den ersten, dritten und fünften Vers hängen,
während der zweite, vierte und sechste aus stark
abfallenden und ansteigenden Passagen besteht.
Que mira lo que te he comprao…
que vengo de las minas de las
Carboneras,
que mira lo que te he comprao:
unas botas de cartera,
que con los botones a un lao;
te la pones cuando quieras.
.
Rubia la mujer primera
hizo Dios por un ensayo,
rubia la mujer primera,
como no le gustó
la tuvo que hacer morena.
¡Morena la quiero yo!
Pierde el hombre hasta su honor
por culpa de una mujer,
pierde el hombre hasta su honor,
y nadie se asusta de ver
que yo perdía la razón,
serrana por tu querer.
Die erste Frau war blond,
als Gott sie als Probe erschuf,
die erste Frau war blond,
und da sie ihm nicht gefiel,
gab er ihr dunkles Haar,
und so gefällt sie mir!
Der Mann verliert sogar seine Ehre
wegen einer Frau,
der Mann verliert sogar seine Ehre
und niemanden überrascht es,
dass ich den Verstand verlor,
Serrana, wegen deiner Liebe.
Als Nächstes möchten wir eine sehr
dramatische und melodische Taranta zitieren,
die unter dem Namen Murciana bekannt ist.
Joaquín Vargas beginnt das Lied mit einem am
Ende sanft abfallenden Vers. Der zweite ist
leicht ansteigend und der dritte ähnlich wie der
Eröffnungsvers. Der vierte wird in mittlerer
Tonlage gesungen, auf ihn folgt ein kraftvoller
fünfter Vers, der vom sechsten in einem
schönen Bogen abgeschlossen wird.
Den ersten hier zitierten Text, einer der
bekanntesten des Repertoires des Cojo de
Málaga, nahm er zum ersten Mal mit seinem
Freund Miguel Borrull auf. Die Aufnahme des
zweiten, der den gleichen musikalischen
Charakter aufweist, erfolgte 1921. Man
vermutet, dass diese Liedart die Grundlage
für die Granainas war. Eine einfache Lesart
ihrer Harmonie und die Tatsache, dass sich
Malaga, Sonne und Flamenco
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die Granaina zu Zeiten des Cojo noch nicht
herausgebildet hatte, so wie wir sie heute
kennen, stützen diese Hypothese.
La Repompa
Enriqueta Reyes Porras, die in der
Flamencowelt als La Repompa oder La
Repompa de Málaga bekannt war, war eine
geniale Künstlerin, die leider schon im Alter
von 22 Jahren verstarb. Sie belebte die
Tangos von La Pirula neu, denen sie ihren
eigenen Stempel aufdrückte, der auch heute
noch von vielen Sängern nachgeahmt wird.
Diese Tangos wurden schon seit ewigen
Zeiten auf der anderen Seite des Flusses
Guadalmedina gesungen und getanzt. Die
Lieder aus Malaga
Malaga, Sonne und Flamenco
.
28
Gehen Sie, wohin der Pfeffer wächst,
Maschinenwäscher,
gehen Sie, wohin der Pfeffer wächst,
und sagen Sie Venancio Corrral,
dass ich mit ihm kämpfen will,
Maschinenwäscher.
Der Cojo de Málaga war auch ein Meister der
Fandangos, der mit Künstlern wie Cepero,
Marchena, Carbonerillo und Pena hijo seine
volle Blüte erreichte.
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Schau, was ich dir gekauft habe...
ich komme aus den Minen der
Köhlerinnen,
schau, was ich dir gekauft habe:
ein Paar Stiefel aus Leder,
mit Knöpfen an einer Seite,
trag sie, wann immer du willst.
Échese usted al vaciaero,
aperaor de la Lavá,
échese usted al vaciaero,
y diga a Venancio Corral
¡ay! que con él batirme quiero,
aperaor de la Lavá.
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Wer Erdbeerbäume sucht,
möge in die Berge gehen.
Ach, Schwarzhaarige,
geh in die Berge,
denn meine Erdbeerbäume
sind geknickt.
Ach, Schwarzhaarige,
Erdbeerbäume.
.
La que quiera madroños
vaya a la sierra.
-¡Ay, ole morena!
vaya a la sierra,
porque se está esgajando
mi madroñera.
Malaga, Sonne und Flamenco
In meinem Glas
spiegelte sich dein Gesicht wieder.
Als ich davon trank,
vergiftete ich mein Herz.
Juan Breva
Antonio Ortega Escalona "Juan Breva" war
einer der wichtigsten Soleá-Interpreten
seiner Zeit. Er sang auch Soleares aus
Utrera und Triana und schuf eine Soleá, an
deren Urheberschaft niemand zweifeln
konnte. Ihr Text lautet wie folgt:
Nur dank meinem Bruder
bin ich nicht vor Hunger gestorben,
mein Bruder hat mir nie
ein Stück Brot verweigert.
La Rubia de Málaga
Diese Sängerin, die in Peñarrubia geboren
wurde und deren richtiger Name Encarnación
Lagos Montero lautete, schuf eine Petenera,
die laut Romualdo Molina "…ein schwieriger,
majestätischer Gesang mit liturgischen
Einflüssen ist, die mit der Stimme von Antonio
de Canillas, der dieses Lied am
originalgetreusten singt, noch deutlicher zu
hören sind. Die Rubia de Málaga machte
diese Petenera während ihres Aufenthaltes in
Sevilla in den Liedercafés dieser Stadt
berühmt."
El que se tenga por grande
que se vaya al cementerio,
y verá lo que es el mundo:
¡en un metro de terreno!
Wer sich für groß hält,
gehe auf den Friedhof,
sieht er, was die Welt wirklich ist:
in einem Stückchen Erde!
.
30
Eigenheiten von Perchel und Trinidad
drangen jeweils in das andere Viertel ein und
wurden durch die außergewöhnliche
Kreativität
der
dort
lebenden
Zigeunergemeinschaften noch verfeinert.
Diese Lieder, die auch als Tangos von
Perchel bekannt sind, wurden zuerst von La
Pirula und später von La Repompa
aufgegriffen
und
bereicherten
das
Flamencorepertoire Malagas. La Repompa
sang zu den Tangos folgenden Text:
En el cristal de mi copa
tu cara se reflejó,
yo me la llevé a la boca
¡de veneno me sirvió!
Si no fuera por mi hermano
me hubiera muerto de "jambrie",
nunca le faltó a mi hermano
cachito de pan que darme.
Lieder aus Malaga
Lieder aus Malaga
Neben den Tangos schuf La Repompa
Fandangos por Soleá, was nur wenigen
Künstlern, darunter Pepe Pinto und Fernanda de
Utrera, gelang. Sie war auch eine Meisterin der
Rumbas und Bulerías. Wer erinnert sich nicht an
folgendes Lied dieser vielseitigen Künstlerin:
CONVENTION BUREAU
-¡Ay, ole morena!
mi madroñera.
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Malaga, Sonne und Flamenco
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künstler aus Malaga.
. Sänger/innen
. Tänzer/innen
. Gitarrist/innen
Künstler aus Malaga
.
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SÄNGER/INNEN
Eine vollständige Liste aller aus der Provinz
Malaga stammenden Künstler zu erstellen wäre
nicht nur ein schwieriges, sondern ein wahrlich
unendliches Unterfangen, denn schon ohne viel
nachzudenken fallen uns über Tausend ein, was
den Umfang dieses Reiseführers sprengen würde.
.
Im 19. Jahrhundert wurden auch drei wichtige
Vertreterinnen des Flamencogesangs geboren:
Malaga, Sonne und Flamenco
Die Sängerin Paca Aguilera wurde 1867 in
Ronda geboren und war neben einer großen
Interpretin von Malagueñas und Soleares auch
eine große Kennerin anderer Flamencostile, wie
man auf den alten Schellackplatten hören kann.
Sie trat gemeinsam mit Juan Breva in Madrid
auf, sang im Teatro Romea zur Gitarre von
Salvador Ballesteros, sowie im Café Madrid in
Oviedo. Wäre sie ein paar Jahre später
geboren, wäre sie eine der bedeutendsten
Flamencosängerinnen aller Zeiten geworden.
La Trini, ihre Lehrerin, wurde 1868 in Malaga
geboren. Diese bedeutende Figur des
Flamenco trat mit den wichtigsten
zeitgenössischen Flamencopersönlichkeiten in
den Gesangscafés von Malaga und Sevilla auf
und schuf mehrere Malagueñas. Sie wurde vom
Arzt Gálvez Ginachero operiert. Zur
Finanzierung der Operation veranstaltete Juan
Breva einen Auftritt ihr zu Ehren im Teatro Vital
Mit La Jimena de Coín, die 1911 geboren
wurde, kommen wir schließlich ins 20.
Jahrhundert. La Jimena besaß eine hohe raue
Stimme und rekreierte einen Cante a caballo
auf halbem Weg zwischen einem heterodoxen
Verdial und einem Fandango abandolao, von
dem sie zur Freude der Fans und der
nächsten
Sängergenerationen
auch
Aufnahmen hinterließ. Vier Jahre nach La
Jimena wurden in der Hauptstadt zwei äußerst
interessante Sängerinnen geboren: María la
Faraona und Dolores la Pirula. La Faraona
absolvierte im Laufe ihres Lebens mehr
Auftritte als kaum eine andere Sängerin.
Unter den zahlreichen wichtigen Sängerinnen,
die Malaga im Laufe seiner Geschichte
hervorgebracht hat, ist auch Josefa Moreno zu
nennen, besser bekannt als La Antequerana,
da sie 1889 in Antequera geboren wurde. Sie
bereiste Amerika und verbrachte einen großen
Teil ihres Lebens in Madrid, wo sie sich selbst
auf der Gitarre begleitete. Sie hinterließ
zahlreiche Aufnahmen auf Schellackplatten
und verstarb von fast aller Welt vergessen.
Manolillo el Herraor war einer der beliebtesten
und genialsten Künstler des Flamenco der
Region Malaga. Er besaß ein natürliches
Talent, umfangreiches Wissen über
Volkskunst, außergewöhnliche menschliche
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Kunstler aus Malaga
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Unter den Künstlern des 19. Jahrhunderts soll
vor allem Juan Breva genannt werden, den wir
aufgrund seiner großen Bedeutung für den
Flamenco schon mehrmals erwähnt haben. Der
1844 in Vélez Malaga geborene Antonio Ortega
Escalona war u.a. eng mit König Alfons XII, mit
dem er oft ausgiebig feierte, mit mehreren
Ministern des Königs, dem Tenor Julián
Gayarre und dem Musiker Eduardo Ocón
befreundet. In Madrid trat er während einiger
Zeit in drei verschiedenen Gesangscafés auf
und akzeptierte sein Honorar nur in Gold. Als
Breva elf Jahre alt war, wurde in Ronda Ana
Amaya Molina, besser bekannt als Aniya la
Gitana oder Anilla la de Ronda geboren. Sie
war eine ausgezeichnete Interpretin der RondaStile, insbesondere der Soleares und begleitete
sich meist selbst auf der Gitarre. Sie trat in
Gesangscafés ihrer Heimatstadt und in Malaga
auf und wurde eingeladen, auf der
Andalusischen Woche der Weltausstellung in
Barcelona 1930 aufzutreten.
Der 1880 in Malaga geborene José Joaquín
Vargas Soto war unter dem Künstlernamen
Cojo de Málaga bekannt. Nach einer
Polioerkrankung als Kind hinkte er Zeit seines
Lebens am rechten Bein. Als junger Mann ging
er nach Linares, wo er in das Geheimnis der
Tarantas (Lieder der Minenarbeiter)
eingeweiht wurde und von wo aus er seine
erste Tournee startete. Er war ein
ausgezeichneter Interpret von Minenliedern,
Fandangos, Saetas, etc. Diego el Perote
wurde 1886 in Álora geboren und ließ sich im
Alter von 18 Jahren in der Hauptstadt nieder,
um zusammen mit Juan Breva, Fernando el de
Triana und dem Gitarristen Carlitos Sánchez
im Café España zu arbeiten. Er war ein
ausgezeichneter Kenner der Lieder aus
Malaga und Schüler von Trinidad Navarro "La
Trini". Er war Lehrer zahlreicher Sänger und
Schöpfer einer Malagueña.
Qualitäten und war so durch und durch vom
typischen Charakter der Stadt Malaga
geprägt, dass er selbst von seinen
berühmtesten Zeitgenossen darum beneidet
wurde. Er war ein Schüler von El Piyayo und
ein großartiger Interpret der Cantes del Piyayo
sowie von Martinetes und Soleares.
Künstler aus Malaga
Künstler aus Malaga
Deshalb beschränken wir uns auf Künstler vom
19. Jahrhundert bis heute und auf jene, die in
der Welt des Flamenco das größte Ansehen
genossen bzw. genießen.
La Águeda aus Antequera und die Sängerinnen
aus Malaga La Chilanga und La Chirrina. La
Águeda war eine bildhübsche begabte
Malagueña-Sängerin, die Fernando el de
Triana so sehr beeindruckte, dass er sie nach
La Trini für die zweitbeste Sängerin aller Zeiten
hielt. Leider starb sie bereits in jungen Jahren.
La Chilanga war eine der bedeutendsten
Sängerinnen der Gesangscafés España und
Chinitas, schuf selbst eine Malagueña und
hinterließ zusammen mit Joaquina Payáns, La
Brígida, etc. die Melodie der Jabegotes. La
Chirrina, ein Prototyp für die Schönheit und
Koketterie der einheimischen Frauen, schuf
ebenfalls eine Malagueña. Die alten Chroniken
berichten, dass sie die Calle Larios in Malaga
nicht mehr passieren konnten, da ihr selbst die
Frauen Komplimente zuriefen.
Aza in Madrid. Sie war auch Eigentümerin
eines Gasthauses in la Caleta. 1917 wurde sie
ein zweites Mal mit einer Veranstaltung, dieses
Mal im Teatro Novedades in Malaga, geehrt.
Am Ende ihres Lebens verließ sie Malaga.
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Plaza de la Constitución, wo er zahlreiche
Künstler singen hörte. Der 1917 in Malaga
geborene Künstler war ein wundervoller
Interpret von Malagueñas, Soleares,
Fandangos, Cantes del Piyayo, Cantes de Juan
Breva, etc. Ein weiterer großer Sänger war der
1925 in Coín geborene Pepe de la Isla. Er
gehörte zur Besetzung von zahlreichen
Gruppen, die auf Tourneen durch Andalusien
und Spanien zogen. Mit der Truppe von José
Greco unternahm er seine erste Auslandsreise,
die in Johannesburg begann und ihn dann nach
Port Elizabeth, Kapstadt, Pretoria und
Mozambique führte. Danach bereiste er mit der
gleichen Truppe Kanada, die USA, Mexiko, die
Philippinen, Honolulu und Australien. Pepe de
la Isla war ein sehr vielseitiger Künstler, der für
seine Malagueñas, Soleares, Siguiriyas,
Saetas, Cantes de Juan Breva und Fandangos
bekannt ist. Unser nächster Sänger war unter
dem Namen Niño de Vallecas bekannt und
gehörte in Barcelona zur Gruppe Los Cuatro
Barmans. Als er jedoch in seine Heimatstadt
Ein Jahr später, 1929, wurde in Canillas de
Aceituno Antonio Jiménez González geboren,
der unter dem Künstlernamen Antonio de
Canillas bekannt ist. Er ist einer der wichtigsten
Flamenco-Künstler, die die Provinz Malaga je
hervorgebracht hat und gibt ständig Konzerte.
Er hat die gesamte Welt bereist und zahlreiche
Platten aufgenommen, darunter Malagueñas,
Cantes de Levante, Fandangos, Saetas,
Cantes de ida y vuelta, Soleares und Cantes
abandolaos. Unter den zahlreichen Preisen, die
er in ganz Andalusien erhalten hat, ist der
"Premio Nacional del Concurso de Cante de
Las Minas" (Nationaler Preis des MinenliederWettbewerbs) zu nennen. 2006 fand ihm zu
Ehren ein Flamenco-Festival in seinem
Heimatdorf statt, bei der auch eine Büste neben
dem Rathaus von Canillas enthüllt wurde.
Außerdem wurde eine Biografie und eine
Doppel-CD mit fast 40 Liedern aus allen
Abschnitten seines Lebens herausgegeben.
Einige Jahre später, 1937, wurde in der Casa
de las Monjas von Perchel in Malaga ein
Mädchen geboren, das in der Kirche Santo
Domingo de Guzmán auf den Namen Enriqueta
de la Santísima Trinidad Reyes Porras getauft
wurde. Mit 7 oder 8 Jahren wurde sie im
Flamencogesang initiiert und trat in Tavernen,
Höfen
und
Versammlungen
von
Flamencoliebhabern in Perchel und Trinidad
auf. La Repompa begann bald in den Tablaos
(Flamencolokalen) zu arbeiten, die damals in
Malaga existierten, und zog bereits mit einem
bedeutenden Ruf nach Madrid. Sie war eine
geniale Interpretin von Bulerías, Tangos,
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Rumbas, Fandangos, Tientos, etc. Seit ihrer
Kindheit war sie mit Cañeta de Málaga
befreundet, einer herausragenden Künstlerin,
die nach ihren Triumphen in Spanien, Mexiko,
den USA, Japan und vielen anderen Ländern
heute mit ihrem Mann, Kindern und
Enkelkindern in Marbella lebt und bei jedem
Auftritt für Furore sorgt. Die mit dem Sänger
José Salazar verheiratete Künstlerin war und ist
die
populärste
Figur
unter
den
zeitgenössischen Sängern und Tänzern.
Manolo Caracol, Lola Flores, Beni de Cádiz,
Alejandro Veja, La Paquera de Jerez, Adela la
Chaqueta und so viele andere erlebten einen
der Höhepunkte ihres Lebens in der
Gesellschaft von La Cañeta.
Der 1939 in Ardales geborene Talete oder Diego
Rodríguez Paz ist ein Sänger mit kräftiger
Stimme und umfassenden Kenntnissen, der
stets mit größter Sensibilität die einzelnen
Elemente der Lieder zum Ausdruck brachte.
Leider war er in seinem Leben meistens vom
Pech verfolgt, doch in letzter Zeit scheint es bei
ihm wieder aufwärts zu gehen. Der 1947
geborene Antonio García Aguilar oder Antonio
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Malaga, Sonne und Flamenco
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Malaga zurückkehrte, wo er 1928 geboren war,
gab ihm Pena hijo den Namen Cándido de
Málaga. Er war ein guter Kenner der Cantes
abandolaos und Saetas; in diesen Kategorien
erhielt er auch bedeutende Auszeichnungen.
Künstler aus Malaga
Künstler aus Malaga
Ángel de Álora arbeitete als Kellner und
widmete sich daneben seiner großen
Leidenschaft, dem Flamenco. Als Junge
arbeitete er als Zeilensetzer in der Zeitung La
Unión Mercantil in Malaga, die einem Onkel von
ihm gehörte und als Page im Café Suizo auf der
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Manchmal war sie mit großen Truppen in ganz
Spanien unterwegs, zu denen wichtige Sänger,
Tänzer und Gitarristen gehörten, manchmal
zog sie mit weniger berühmten Künstlern durch
die Dörfer der Provinz. María war eine der
wichtigsten Saeta-Sängerinnen und eine gute
Kennerin von Bulerías, Soleares und Tangos.
La Pirula war eine Zigeunerin aus Perchel und
eine ausgezeichnete Interpretin von Bulerías,
Soleares, Tangos, Soleá-Bulerías und
Fandangos. Ihr verdanken wir auch das
Wiederaufblühen der so genannten Tangos von
Malaga. Ihr Hauptquartier war die inzwischen
verschwundene Bar Sevilla in der Calle Sánchez
Pastor, wo sie mehr als einmal zwei Antonios,
Calzá und Mairena, zu Tränen rührte. Sie war
auch die Mutter von La Cañeta de Málaga.
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mit seiner Frau, ebenfalls Sängerin, und seinen
Kindern, die singen und Gitarre spielen, lebt. Er
beherrscht besonders gut die so genannten
"Cantes de compás" (rhythmische Liedarten).
Künstler aus Malaga
.
Malaga, Sonne und Flamenco
ausgezeichnete Interpretin von Bulerías und
Tangos, Rocío Bazán, die den Gesang liebt
und hervorragend interpretiert, Antoñita
Contreras, eine majestätische, kraftvolle und
vielseitige Sängerin, Paqui Corpas, die den
nationalen Preis erhielt und eine großartige
Kennerin der freien Lieder und der "Cantes al
compás" ist und Rafaela la Repompa, die die
verschiedenste Liedarten zum Besten gibt und
zahlreiche junge Künstler unterrichtet.
Auch bei den Männern braucht man sich dank
der jungen Sänger, die sich mit immer
größerem Eifer dem Studium und der
Perfektionierung der Gesangstechniken
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Kunstler aus Malaga
.
In Malaga erlebt der Flamenco zurzeit unter
den Frauen einen nie zuvor gesehen
Aufschwung, sowohl was die Interpretinnen als
auch das Interesse unter Frauen im
Allgemeinen angeht. Heute treten bei fast allen
Festivals der Provinz und zahlreichen Festen
außerhalb Malagas Sängerinnen aus Malaga
auf, was beweist, das die Bedeutung des
Flamenco unter den Frauen stark angestiegen
ist und die Forschung und Förderung Erfolg
hatten. Zu dieser neuen Generation von
Sängerinnen - einige darunter sind noch sehr
jung - gehören z.B. Rocío Alcalá, verheiratet mit
Francis Bonela und eine gute Kennerin der
Cantes de compás, Virginia Gámez, Lehrerin in
Sevilla und Kennerin aller Liedarten, Laura
Román, eine begeisterte und ausgezeichnete
Sängerin und Tänzerin, Amparo Heredia, die
Nichte von Enriqueta la Repompa und eine
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widmen, keine Sorgen zu machen. Zu dieser
neuen Generation gehören Francis Bonela,
der immer darauf bedacht ist, eine gute
Vorstellung zu geben und auf den großen
Durchbruch wartet, Pepe de Cañete, ein
ausgezeichneter Kenner der Soleá, Rafael
Sánchez, der sich mit allen möglichen
Liedarten beschäftigt, Luis Perdiguero, ein
junger Nachfahre traditionsreicher FlamencoDynastien, Jesús Jiménez, der sich die besten
Sänger zum Vorbild nimmt und zahlreiche
andere, die nach und nach einen Platz in der
komplexen Welt des Flamenco erobern wollen.
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de Tolox ist ein weiterer junger Sänger auf dem
Höhepunkt seiner Karriere, den wir heute auf
vielen Sommerfesten und manchmal bei
Wettbewerben sehen können, bei denen er
versucht, seine Sammlung an Auszeichnungen
zu erweitern. Pepe Vergara, der ein Jahr später
in Álora geboren wurde, stammt aus einer
Familie, in der alle Mitglieder singen oder
gesungen haben. Er ist ein guter Kenner des
Flamenco im Allgemeinen und ein
ausgezeichneter Interpret der Liedarten unserer
Region. Enrique Castillo Martín wurde zwar in
der Hauptstadt geboren, stammt jedoch aus
Totalán, besitzt eine kraftvolle, hohe raue
Stimme, weshalb er ohne größere
Schwierigkeiten Manuel Vallejo nachahmen
kann. Besonders gut interpretiert er Siguiriyas,
Soleares, Malagueñas und Saetas; er erlangte
mehrmals den ersten Rang beim Concurso
Nacional de Saetas (Nationaler SaetasWettbewerb). Gitanillo de Vélez ist ein weiterer
Sänger gleichen Alters. Er wurde in Periana
geboren und wuchs in Vélez Malaga auf, wo er
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Ähnlich wie bei den Sängern hat unsere Provinz
auch bei den Tänzern so viele namhafte
Künstler hervorgebracht, dass wir uns trotz
einer weitläufigen Zusammenfassung doch auf
die wichtigsten Namen beschränken müssen.
Das 19. Jahrhundert brachte u. a. folgende
Tänzerinnen hervor: Pepita Durán, eine
hübsche Zigeunerin, die 1830 in Perchel
geboren wurde und die sich trotz großem Talent
nicht wirklich durchsetzen konnte. Ihre Mutter
brachte sie daraufhin nach Madrid, wo der
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Malaga, Sonne und Flamenco
Im zweiten Jahr des 20. Jahrhunderts
wurden zwei wichtige Künstlerinnen
geboren: La Paula und Angelita Didier. Die
erste wurde in der Calle de Los Negros
Obwohl ihre Familie ursprünglich aus Cádiz
stammte, wurde Rita Ortega am Ende des
19. Jahrhunderts in Alozaina geboren und
lebte mit ihrem Mann Paco el Guarriro in
der Calle de San Juan. Das Paar ließ
keinen einzigen Stierkampf aus, wobei Rita
Ortega immer wunderschöne bestickte
Umschlagtücher aus Seide (span. Mantón
de Manila) und er Sombreros mit breiter
Krempe und eine gute Zigarre zur Schau
stellten. Im Jahr 1882, als sie sich krank
fühlte, bat sie ihren Mann, sie ins Café de
Chinitas zu bringen, wo sie sich noch
einmal aufbäumte und wie in Extase bis zur
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Kunstler aus Malaga
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Drei Jahre nach der Aristokratin der
Zigeunergesellschaft von Perchel wurde La
Malaguita geboren, die aufgrund ihres
Ansehens unter den wichtigsten Tänzern
ihrer Zeit Ruhm erlangte. Sie ließ sich in
Madrid nieder, wurde jedoch in Malaga
immer wieder auf das Herzlichste
empfangen und ihre Erfolge wurden mit
Freude aufgenommen. Trinidad Huertas, die
unter dem Künstlernamen La Cuenca
bekannt war, tanzte in den frühen
Achzigerjahren im Café Imperial in Madrid.
Sie war die erste Künstlerin, die die Soleares
de Arcas als Flamenco-Zapateado tanzte.
1887 trat sie, wie immer in Männerkleidung,
im Neuen Zirkus von Paris an der Spitze der
Show La Feria de Sevilla auf. Die Tänzerin
Mariquita Ruiz La Bonita wurde im letzten
Drittel des 19. Jahrhunderts geboren. Es
wird erzählt, sie sei mit La Mejorana,
Josefina la Pitraca und Antonia la Roteña im
Café el Suizo in Malaga und auf anderen
Bühnen aufgetreten. Dank ihrer kunstvollen
Armbewegungen
sowie
ihrer
außergewöhnliche Grazie und Schönheit
zählt sie heute zu den wichtigsten
Tänzerinnen der Geschichte des Flamenco.
Erschöpfung tanzte. Die im letzten Drittel
des 19. Jahrhunderts geborene Antonia
Fernández
trat
in
verschiedenen
Gesangscafés auf. Sie war mit dem
Gitarristen Matías García verheiratet und
Mutter der Tänzerin La Paula. Die
Liedermacherin und Tänzerin Elisa Romero
erlangte große Popularität in Barcelona, wo
sie 1903 debütierte. Wie auch viele andere
Künstler jener Zeit wanderte sie nach
Hispanoamerika aus, wo sie in Argentinien,
Chile, Uruguay und Kuba große Erfolge
feierte. La Camisona, deren bürgerlicher
Name Teresa Aguilera war, lebte ebenfalls
in Barcelona, wo ihr Sohn, der Gitarrist
Paco Aguilera, geboren wurde. Sie war eine
bedeutende Figur der Gesangscafés, wo
sie neben anderen wichtigen Tänzerinnen
ihrer Zeit großen Ruhm erlangte.
Künstler aus Malaga
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Besitzer des Teatro del Príncipe, der von ihrer
Schönheit beeindruckt war, ihr einen
Privatlehrer zur Verfügung stellte. Pepita hatte
rasch Erfolg und bereiste ganz Europa. Ihr
Zusammentreffen mit einem Attaché der
englischen Botschaft von Stuttgart in einem
Pariser Theater veränderte ihr Leben jedoch
völlig. Lionel Sackville-West war von der damals
22-jährigen Schönheit aus Malaga völlig
eingenommen und nach nur wenigen Tagen
waren sie ein Paar. Sie gab ihre Karriere auf
und starb schließlich im Alter von 41 Jahren in
ihrem Palais in Archacon in Südfrankreich, als
ihr sechstes Kind zur Welt kam.
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TÄNZER/INNEN
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Künstler aus Malaga
Aus den Zwanzigerjahren werden wir nur die
aus Malaga stammende Tänzerin Imperio de
Granada nennen, die die Kusine von La
Repompa und die Schwester von Antonio el
Chaqueta war. In den Dreißigerjahren ging
sie nach Madrid, später nach Sevilla und
Granada. Ihr Bruder Antonio el Chaqueta
pflegte zu sagen, "seine Imperio raube den
Zuschauern mit ihrem Tanz den Verstand".
Sie heiratete einen Juden aus Tanger
namens Salomon und eröffnete in der Calle
Armengual de la Mota eine Bar, die es heute
jedoch nicht mehr gibt.
.
Malaga, Sonne und Flamenco
Zusammen mit ihrem Tanzpartner El Charro
trat die Tänzerin Custodia zuerst in
verschiedenen Sälen und Lokalen von Madrid
und später in La Gran Taberna Gitana in
Malaga auf. Später ging sie ohne ihren
Tanzpartner nach Melilla, wo sie heiratete und
heute eine Tanzschule betreibt. Die aus
Perchel stammende Tänzerin und Sängerin
Ana María trat in den Truppen von Pepe
Marchena, Niño de Orihuela und Manolo el
Malagueño auf. Bei ihrer Arbeit mit Marifé de
Triana lernte sie den Liedermacher Emi Bonilla
kennen, mit dem sie lange Jahre zusammen
auftrat. Heute lebt sie in Marbella, wo sie ein
bekanntes Flamencolokal besitzt. Rosa Mari
Coll, die zwar am Conservatorio de Danza
Clásica Española (Konservatorium für
klassischen spanischen Tanz) ihre Ausbildung
absolvierte, lehrt heute ausschließlich
Flamenco-Tanz. Die Tochter von Frasquillo und
La Quica war Schülerin von Enrique el Cojo
und Mercedes León und ist der Auffassung,
eine Frau tanze, um sich darzustellen,
Bewunderung zu erwecken und zu verführen.
Eine Tänzerin sei weder eine Schauspielerin in
einem Theaterstück noch eine Sportgymnastin,
sondern eine Frau, die ihr Publikum begeistert,
fasziniert und verzaubert.
In den Vierzigerjahren lebten zahlreiche
bedeutende Tänzerinnen. Wir beginnen mit
Carmen Sibajas, die schon als kleines
Mädchen eine begeisterte Tänzerin war,
obwohl ihre Familie wollte, dass sie
Pianistin würde. Ihre Großmutter kaufte ihr
jedoch Faralaes-Kleider (Flamencokleider).
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Aus den Dreißigerjahren sind mehrere
Künstlerinnen zu nennen, darunter Trini
Heredia, die mit dem Sänger und Tänzer
Rafael Ortega verheiratet und Mutter des
Sängers und Tänzers Manzanita war. Trini
eröffnete 1963 zusammen mit anderen
Künstlern das Tablao (Flamencolokal) La
Gran Taberna Gitana. Sie trat in
Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verliebte
sie sich in einen Chirurgen, warf alle ihre
Pläne über Bord und heiratete. Heute lebt sie
mit ihrer Familie in Madrid, hat jedoch noch
immer eine enge Beziehung zum Flamenco.
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ihrer Tanzakademie Unterricht: Ciudad
Jardín, Beatas, Duque de Rivas, Pasillo de
Santo Domingo und Plaza de la Merced.
verschiedenen Lokalen in Madrid auf und
lebte zusammen mit ihrem Sohn Manzanita
in Alhaurín de la Torre. Eine weitere
großartige Tänzerin war La Quica, deren
eigentlicher Name María Luisa Vargas
Fajardo war. Wie viele andere ihrer Kollegen
begann sie ihre Karriere in Bars und
Tavernen, zuerst in El Refugio und später in
El Pimpi. Sie arbeitete auch in Sitges und
natürlich in La Gran Taberna Gitana.
Inzwischen hat sie ihre Karriere beendet und
lebt mit ihrer Familie. María Soto Sepúlveda,
wurde im Stadtviertel Capuchinos geboren
und begann mit elf Jahren beim Meister
Galiano Unterricht zu nehmen. Nach
Auftritten in zahlreichen Flamencolokalen an
der Costa del Sol gelang ihr der Durchbruch
beim Festival de la Luna de Agosto. Später
ging sie nach Madrid, um ihren Stil zu
perfektionieren und trat immer öfter bei
wichtigen Veranstaltungen auf. Nach einer
Tournee durch Europa und einem Aufenthalt
im Theater der Champs-Elysées wechselte
sie zur Truppe von José Greco, mit der sie
sechs Tourneen durch Amerika unternahm.
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geboren und war die Tochter des Gitarristen
Matías García und der Tänzerin Antonia
Fernández. Schon von klein auf erlernte sie
die Tanzkunst, doch ihre enge Beziehung zu
ihrer Mutter ließ sie von Auslandsreisen
absehen, weshalb sie nur in der Gran
Taberna Gitana oder auf lokalen Festen
auftrat. Die kleine pergamentfarbene
Tänzerin trat stets in hinten offenen Schuhen
und einem weiß bestickten blauen
Umschlagtuch um Hals und Rücken in der
Pasaje de Chinitas oder der Peña Juan Breva
auf. So wurde sie auch 1978 in das Hospital
Civil eingeliefert, wo sie an Altersschwachsinn
starb. Die zweite, Ángela Valdivia Plaza,
studierte Tanz und trat mit zwölf Jahren im
Teatro Romea in Madrid auf. Sehr bald
heiratete sie den Pianisten Blas de Alva, mit
dem sie einen Sohn, Salvador de Alva, hatte,
der in die Fußstapfen seines Vaters trat. An
mehreren Orten in Malaga gab Angelita in
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Künstler aus Malaga
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El
Remache
ist
ein
höchst
temperamentvoller und autodidaktischer
Tänzer. Sein persönlicher Tanzstil, der
keinen vorgegebenen Regeln folgt, wird von
allen Puristen des Flamenco bewundert. Er
tritt meist bei Versammlungen von
Flamencoexperten auf. Gloria Vargas,
Tochter des Gitarristen Niño de Almería und
der Tänzerin La Tembleca, wurde in Casa
de las Monjas der Calle de La Puente in
Perchel geboren. Sie hatte kaum ihre
ersten Schritte getan, als ihr Vater ihr
beibrachte, sich auf einer Holzschublade zu
bewegen. Diese Schwester des Gitarristen
Antonio Rosa ist mit dem Sänger Chiquilín
verheiratet. Sie arbeitete in verschiedenen
Flamencolokalen und führte selbst eines.
Der ernste und orthodoxe Tänzer Mariano,
Vater von La India, bildet zusammen mit
seiner Frau Luci Montes eines der
gefestigsten
Tanzpaare
des
Flamencopanoramas von Malaga. Rosi de
Alva, Tochter des Musikers Salvador de
Alva und der Tänzerin und Liedermacherin
Encarnita Molina und Enkeltochter von
Angelita Didier ist Professorin für Tanz am
Konservatorium. Im Laufe ihrer Karriere
arbeitete sie in zahlreichen Ländern und rief
das klassische spanische Ballett Embrujo
ins Leben, dessen erste Tänzerin sie ist.
Aus den Fünfzigerjahren sind u.a. folgende
Tänzerinnen zu nennen: Sacramento
Sobajas, die mit der Gruppe Las Cuatro
Rosas in La Gran Taberna Gitana begann
und später mit Pepito Vargas und El Duende
als Tanzpartner auftrat. Später war sie auch
im Corral de la Morería in Madrid zu sehen.
Als ihr erstes Kind zur Welt kam, hörte sie
mit dem Tanzen auf. India Flores, Tochter
des Sängers Agustín el de las Flores,
begann im Ballett ihres Vaters, mit dem sie
bei zahlreichen Veranstaltungen an der
Costa del Sol auftrat. Sie bereiste viele
Länder Europas und Amerikas. Sie nahm
auch eine Platte begleitet von der Gitarre
von Diego Vargas auf. La Chata trat bei
Familienfesten auf, bis Miguel de los Reyes
sie auf den Kanarischen Inseln und in
Madrid dem Publikum präsentierte. Später
arbeitete sie in La Pagoda Gitana und La
Gran Taberna Gitana. Sie ist mit dem
Sänger José Soleá verheiratet. Die Tänzerin
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gekürt, wo das Café de Chinitas aus Malaga
mit Hilfe von Pepe el de la Matrona und
Texten von José Carlos de Luna und
Máximo Andaluz inszeniert wurde. Später
ging sie auf Tournee nach Mexiko. 1966 trat
sie im Festpavillon der FlamencoVereinigung Juan Breva, der im Park
aufgestellt worden war, auf. Die Tänzerin
Maribel Barrientos erlangte in nur kurzer Zeit
großes Ansehen. Diese Schülerin von
Angelita hatte ihre ersten Auftritte in El Pimpi
und wurde bald daraufhin die Partnerin von
Pepito Vargas. Mit 17 wechselte sie in das
madrilenische Lokal Las Brujas, trat jedoch
im Sommer immer wieder in Las Cuevas in
Torremolinos auf. Nach ihrer Hochzeit mit
Fosforito reiste sie mit ihrem Mann nach
New York, um in der Ballettformation von
Manuela Vargas im Spanien-Pavillon der
Weltausstellung aufzutreten. Nach ihrer
Rückkehr nach Spanien arbeitete sie mit El
Güito als Tanzpartner an der von Pepe Pinto
und Juanito Valderrama inszenierten Show
Café del Burrero. Bald darauf wurde sie
Mutter und musste mit dem Tanzen
aufhören. Carmen la Terremoto begann mit
acht Jahren im Ballett von Antonio de
Canillas zu tanzen, mit dem sie auch
Andalusien bereiste. Mit vierzehn ging sie
nach Deutschland, wo sie ein Jahr bei ihrer
Schwester Remedios blieb. Nach ihrer
Rückkehr begann sie in der Formation von
Pilar Martín im Tanzlokal El Mañana in
Torremolinos zu tanzen
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Die Kleine studierte Klavier und begann in
Spanien
zu
tanzen.
Auf
einer
Frankreichreise lernte sie den Sänger Perico
Sevilla kennen, mit dem sie in Paris
zusammenarbeitete und den sie nach ihrer
Rückkehr nach Spanien heiratete. Bis 1986
arbeitete sie in El Corral de la Morería und
widmete sich dann dem Musikunterricht. La
Chicha, Tänzerin aus Marbella und
Schwester von Cancanilla, begann in den
Flamencolokalen ihrer Stadt zu tanzen und
stieß mit 25 zur Truppe von José Greco, zu
der auch ihr Bruder gehörte. Mit dieser
Truppe ging sie für ein Jahr nach Amerika.
Luisa Heredia Santiago war eine sehr
temperamentvolle und von ihrem Publikum
sehr verehrte Künstlerin. Antonia Imperio
wurde in den Fünfzigerjahren in den
Flamencolokalen von Malaga entdeckt. Sie
arbeitete in El Duende und wurde zur
Königin der Casa de Málaga in Madrid
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Bei unserer Chronologie sind wir in den
Siebzigerjahren angelangt. In diesem
Jahrzehnt wurden zahlreiche Künstlerinnen
geboren:
Gema
Garcés,
eine
ausgezeichnete Tänzerin, die mit dem
Gitarristen Antonio Soto verheiratet ist. La
Lupi, anerkannte Tänzerin und Tanzlehrerin,
die mit dem Gitarristen Curro de María
verheiratet ist. Solera Chica, Tochter der
Tänzerin Solera de Jerez und Schwester von
Laura Cano, ebenfalls Tänzerin. An der
Show "Málaga" von "Málaga en Flamenco"
nahm Loli León teil, eine Tänzerin der
Truppen von Carmen Mota. Pilar Soto, eine
begabte Interpretin des Flamencotanzes. La
India, die Tochter des Tänzerpaares Luci
Montes und Mariano und eine große
Hoffnung des Flamenco. María José Cañete,
Tochter des Sängers Pepe de Cañete, die
zurzeit auf den Kanarischen Inseln lebt.
Raquel Heredia, Tochter von Rafaela La
Repompa und dem Gitarristen Luis Heredia.
Die 1984 in Estepona geborene Luisa Palicio
gilt heute als eine der brillantesten
Vertreterinnen des Flamenco in Malaga.
Zurzeit perfektioniert sie ihre Tanztechniken
bei Milagros Mengíbar in Sevilla.
.
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Malaga, Sonne und Flamenco
Aus den ersten beiden Jahrzehnten des
vergangenen Jahrhunderts sollen hier vier
Künstler genannt werden: Diego el del Gastor,
der 1908 in Ronda geboren wurde und in Arriate
aufwuchs, bis seine Familie nach Gastor und
später nach Morón de la Frontera übersiedelte,
wo er lebte und schließlich starb. Dieser
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Aus den verrückten Zwanzigerjahren haben wir
drei Künstler ausgewählt: Der erste, Sebastián
Montiel, wurde 1922 in Casabermeja geboren
und war ein wahrer Arbeiter an der Gitarre. Er
verbrachte zahlreiche Jahre in La Gran Taberna
Gitana, wo er zahlreiche Sänger und die
Kunstler aus Malaga
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Malaga, das dem Flamenco so viele talentierte
Sänger und Tänzer geschenkt hat, war, was
Gitarristen angeht, etwas geiziger. Das bedeutet
nicht, dass es hier nicht auch ausgezeichnete
Gitarristen gäbe, jedoch in weit geringerer Zahl
als in den beiden anderen genannten
Kategorien. Auf den folgenden Seiten sollen die
wichtigsten genannt werden.
exzentrische Künstler, der bei seinen Auftritten
nie das Letzte aus sich herauszuholen
vermochte, war ein genialer Gitarrist mit einer
außergewöhnlichen Daumentechnik. Ein Jahr
später, 1909, wurde in Algarrobo Pepe Alcoba,
der auch unter dem Namen Niño de Algarrobo
bekannt war, geboren. Er war Gitarrist in
Gasthäusern und absolvierte zahlreiche
Tourneen. Schließlich ließ er sich in Barcelona
nieder. Der 1910 in Vélez Malaga geborene
Carlos Ramos brillierte bei Auftritten mit
Flamencotruppen. Mit José Greco bereiste er
Europa und Nordamerika und ließ sich
schließlich in Washington nieder. Der vierte ist
Niño de Almería, ein genialer Entdecker von
neuen Talenten, der zahlreichen Künstlern und
Sängern in Malaga in den Fünfziger- und
Sechzigerjahren zum Durchbruch verhalf. Er
begleitete auch zahlreiche Sänger und
Tanzensembles auf der Gitarre. Er war mit Pepa
la Tembleca verheiratet und Vater der Tänzerin
Gloria Vargas und des Gitarristen Antonio Rosa.
Künstler aus Malaga
Künstler aus Malaga
GITARRIST/INN/EN
Im 19. Jahrhundert gab es zahlreiche gute
Vertreter dieser Kunst. Beginnen wir mit einer
Frau: Die 1855 in Ronda geborene Gitarristin und
Sängerin Anilla la de Ronda, erhielt von Königin
Victoria Eugenia nach einer privaten
Veranstaltung für die Königliche Familie ein
besticktes Umschlagtuch (Mantón de Manila).
Santos Ramos, ein intelligenter und
anpassungsfähiger Künstler, begleitete Niño de
Cabra. Juan Navas war ein wahrer Meister der
Flamencogitarre und ein ausgezeichneter
Begleiter. Paco el Águila frequentierte laut
Domingo Prat zusammen mit den Gitarristen
Carlos el Betunero und Enrique el Negrete 1880
das Gasthaus, das sein Freund El Zocato in la
Caleta hatte. Maestro Onjana war der vierte im
Bunde der Gitarristen, die des Abends die
Gasthäuser in la Caleta, insbesondere das von El
Zocato, aufsuchten. El Zocato, selbst Gitarrist und
Inhaber des besagten Gasthauses, das häufig
von Musikern frequentiert wurde. Casimiro Bravo,
Gitarrist aus Ronda, der zu Beginn des 20.
Jahrhunderts in Malaga großes Ansehen genoss.
Matías García, Ehemann der Tänzerin Antonia
Fernández und Vater von La Paula, der in seinen
freien Stunden, und davon hatte er viele, in den
Gesangscafés und Gasthäusern spielte. Manuel
Cañestro machte in den Zwanzigerjahren
Karriere. 1927 begleitete er Cojo de Málaga im
Teatro Fuencarral in Madrid. Der 1891 in
Antequera geborene Pepe el Calderero war eng
mit Cojo de Málaga befreundet und ein großer
Anhänger des Angelsports. 1953 frequentierte er
Flamenco-Versammlungen.
CONVENTION BUREAU
aus Malaga Trini Santiago begann ihre
Karriere in Barcelona, kehrte aber dann nach
Malaga zurück, wo sie schon sehr bald mit
Pepito Vargas zu arbeiten begann.
Zusammen mit Carmen Mota reiste sie in die
USA und nach Portugal und erwarb 1986 das
Flamencolokal El Vito in Torremolinos. Sie
gilt als Tänzerin der klassischen Schule, die
auf die Arm- und Handbewegungen, den
richtige Einsatz des Kleides, kurz gesagt,
Perfektion in jedem Detail größten Wert legt.
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Bruders Miguel de los Reyes. Paco de Teba,
Gitarrist bei Festivals, Wettbewerben und
Flamenco-Vereinigungen. Er war Cousin des
Sängers Pepe de Campillos. Antonio Rosa, der
Sohn von La Tembleca und Niño de Almería, trat
meist mit den Gruppen seiner Mutter und seiner
Schwester Gloria Vargas auf. El Chino, Sohn von
Rosa de África und Juan el Africano, war Sänger
und Gitarrist. Er starb bereits in jungen Jahren.
Paco de Ronda war ein hervorragender Gitarrist
und unter den Sängern als Begleiter sehr beliebt.
Enrique Campos war ein ausgezeichneter
Gitarrist und vereinbarte diese Leidenschaft mit
seinem Beruf als Krankenpfleger. Von ihm gibt es
mehrere Aufnahmen, bei denen er Sänger auf
der Gitarre begleitet.
In den Dreißigerjahren wurden u.a. folgende
Gitarristen geboren: 1932, Enrique Naranjo, der
Stammgitarrist der Gran Taberna Gitana und des
damals beliebten Radiosenders Radio Juventud
In den Sechzigerjahren wurde Pedro Alarcón
geboren, der seine Laufbahn in der FlamencoVereinigung Juan Breva begann. Später nahm er
bei Enrique de Melchor, José Luis Rodríguez,
Manolo Sanlúcar, Pedro Blanco und Pedro
Escalona Unterricht. Er stellt auch Gitarren her
und hat eine Unterrichtsmethode zur Interaktion
von Musik und Tanz verfasst. Antonio Soto, der
den Premio Nacional de Guitarra Flamenca
(Nationaler Preis der Flamencogitarre) in
Córdoba und den Preis Bordón Minero von La
Unión erhielt ist heute der Begleiter von
Malaga, Sonne und Flamenco
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In den Siebzigerjahren wurden vier Gitarristen
geboren: Drei im Jahr 1971 und einer im Jahr
1974.
Chaparro de Málaga ist ein
ausgezeichneter einheimischer Gitarrist, der unter
Sängern, die in dieser Stadt auftreten, als
Begleiter sehr gefragt ist. Francisco Javier Jimeno
aus Estepona hat zweimal den Premio Nacional
von Córdoba, sowie auch den Bordón Minero von
La Unión und den Giraldillo de la Bienal in Sevilla
gewonnen. Er ist ein herausragender Gitarrist.
Andrés Cansino ist neben seiner Tätigkeit als
Gymnasiallehrer auch ein hervorragender
Gitarrist. Curro de María, gehört zur neuen
Generation der Gitarristen. Er hat die ganze Welt
bereist und ist mit der Tänzerin La Lupi
verheiratet. Aus den Achzigerjahren ist die in
Estepona lebende Patricia Ramos zu nennen, die
man fast als Stammgitarristen der FlamencoVereinigung von San Pedro de Alcántara
bezeichnen könnte und Curro de Ronda, Sohn
von Paco de Ronda, der ebenfalls Gitarrist war.
Kunstler aus Malaga
.
.
In den Vierziger- und Fünfzigerjahren wurden
folgende Gitarristen geboren: Antonio de los
Reyes, Schüler von Doblones, Niño Ricardo und
Juan el Africano. Er gehörte zu den Balletts seines
Fosforito. Gabriel Cabrera, der Malaga zu seiner
Heimat machte, nahm in Cádiz Musikunterricht
und gewann dort einen Alegrías-Wettbewerb.
Dieser Gitarrist tritt bei FlamencoVereinigungen, Festivals und Wettbewerben auf.
Künstler aus Malaga
48
verschiedensten Flamencotanzgruppen begleitete.
Der zweite, Juan el Africano, wurde zwar nicht in
unserer Stadt geboren, trotzdem verdient er es, als
"Malagueño" bezeichnet zu werden, da er den
größten Teil seines Lebens hier verbrachte und hier
auch seine Kinder zur Welt kamen. Er war ein
ausgezeichneter Gitarrist und nahm zahlreiche
Sänger auf. Er selbst war zuerst Sänger, doch
Manolo Caracol überzeugte ihn schließlich, sich
auf Gitarre zu spezialisieren. Der dritte ist Manolo
Cómitre, der in der zweiten Hälfte des
vergangenen Jahrhunderts fast zu einer Institution
wurde. Er war Schüler von Maestro Navas und
Manuel Linares. Maestro Cómitre, wie er oft
genannt wurde, trat auch in der Misa Flamenca von
Malaga auf, begleitete Hunderte von Sängern,
darunter Pepe Marchena, mit dessen Truppe er
unterwegs war, nahm zahlreiche Platten auf und
nahm an zahlreichen Festivals teil. Er erteilte auch
Gitarrenunterricht in der Flamenco-Vereinigung
Juan Breva, in Coín, Pizarra, Alhaurín, Cártama
und verschiedenen Schulen in Malaga.
de Málaga. Sechs Jahre später kam Paco de
Antequera, zur Welt, Begleiter von bedeutenden
Sängern in Madrid, wo er wohnte. Er unternahm
mehrere Reisen durch Japan, wo er sehr beliebt
war, und starb schließlich bei einem Autounfall.
Pepe el Marinero ist ein weiterer großer Gitarrist
jener Zeit. Er arbeitete bei Flamencotruppen und
Wandertruppen. Antonio Martín Perea, Bruder
der Tänzerin Pili Martín Perea, begleitete viele
Künstler auf der Gitarre, besonders häufig Alfredo
Arrebola. Pedro Escalona ist ein Gitarrist mit
großem Repertoire, der mit bedeutenden
Truppen auftrat und zahlreiche Länder bereiste.
Er begleitete wichtige Persönlichkeiten des
Flamenco und war Lehrer von bekannten
Gitarristen.
Carlos
Pastor
war
ein
ausgezeichneter Gitarrist, der bedeutende
Interpreten bei erfolgreichen Auftritten begleitete.
In seinen letzten Jahren arbeitete er mit Carlos
Alba zusammen. Antonio Losada wurde in
Benaque geboren und war Schüler von Maestro
Cómitre. Er tritt bei Festivals, Wettbewerben und
Flamenco-Vereinigungen auf.
CONVENTION BUREAU
Künstler aus Malaga
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TOURISMUSVERBAND &
CONVENTION BUREAU
flamenco-RRouten.
. La Axarquía oder Route der Bandolá
. Antequera
. Westliche Costa del Sol
. Guadalteba
. Sierra de las Nieves
. Serranía de Ronda
. Guadalhorce
. Nororma
Flamenco-R
Routen
. Malaga
.
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Malaga, Sonne und Flamenco
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LA AXARQUÍA ODER
ROUTE DER BANDOLÁ
In diesem Landkreis wurden folgende Sänger
geboren: Juan Breva (Vélez Malaga, 1844Malaga, 1918), Niño de Vélez (Benamargosa,
1906-Vélez Malaga, 1975), El Canario de
Colmenar (Colmenar, 1909-1993), Cristóbal
Mejías (Alcaucín, 1931), Manuel López
(Almáchar,
1941),
Ricardo
Peñuela
(Benamargosa, 1936), Antonio de Canillas
(Canillas de Aceituno, 1927), Paqui Corpas
(Colmenar, 1955) und Gitanillo de Vélez
(Periana, 1951). In dieser Gegend, in der der
Fandango abandolao sehr verbreitet ist, wurden
auch die Gitarristen Antonio Losada (Benaque,
1940) und Pepe Sánchez (Comares, 1942) sowie
der Gitarrenhersteller Juan Conejo Cebrián
(Riogordo, 1928) geboren.
.
In den Flamenco-Vereinigungen El Canario de
Colmenar in Colmenar, La Soleá in Nerja, El
Piyayo in Rincón de la Victoria und Niño de Vélez
in Vélez Malaga kann man einen angenehmen
Abend bei guter Flamencomusik verbringen.
Malaga, Sonne und Flamenco
Ni el canario más sonoro,
ni la fuente más risueña,
ni la tórtola en su breña
cantarán como yo lloro
gotas de sangre por ella.
Weder der süßeste Vogelgesang
noch die fröhlichste Quelle
noch die Turteltaube im Gestrüpp
können meinen blutigen Tränen
gleichkommen,
die ich wegen ihr vergieße
Autor von allen Seiten Lob, da es sich um eine
sehr persönliche Malagueña handelt, die der
Sänger aus Vélez in einem Moment höchster
Inspiration schrieb und die seinen Charakter als
Sänger hervorragend widerspiegelt.
LANDKREIS ANTEQUERA
En la Cala hay una fiesta
mi mare me va a llevar
como iré tan compuesta
me sacarán a bailar
con mi par de castañetas.
In der Bucht gibt es ein Fest,
und meine Mutter nimmt mich mit.
Da ich mich extra herausgeputzt
habe,
werden die Jungen mit mir tanzen
und ich trage meine Kastagnetten.
Die Malagueña von José Beltrán Ortega "Niño de
Vélez" ist ein wunderschöner Gesang, der typisch
für Malaga ist und in die Geschichte des
Flamenco einging. Für dieses Lied erntete sein
Inhalt
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Nördlich des Gebirgszuges, der die Provinz von
der Serranía de Ronda bis zur Sierra de la
Axarquía durchzieht, und südlich des größten
Teil der Region Subbética Cordobesa liegt ein
Gebiet, in dem das Andalusien des
Guadalquivir und das mediterrane Andalusien
aufeinanderstoßen.
Heute ist dieses große Gebiet in drei genau
abgegrenzte Zonen unterteilt: rechts liegt Nororma
(der Nordwesten von Malaga), links Guadalteba
und in der Mitte das große Becken von Antequera,
das von Hügeln und Anhöhen gespickt ist.
Früher gehörten zu diesem Landkreis folgende
Ortschaften: Alameda, Almargen, Antequera,
Flamenco-Routen
Malaga, Sonne und Flamenco
.
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Die beste Jahreszeit, um auf der FlamencoRoute durch diesen Landkreis zu reisen, sind die
Sommermonate, da in dieser Zeit bedeutende
Festivals stattfinden, bei denen Flamencokünstler
aller Disziplinen (Sänger, Tänzer und Gitarristen)
zu sehen sind. Dabei sind jene von Alcaucín,
Canillas de Aceituno, Cómpeta, La Viñuela,
Periana, Algarrobo und Rincón de la Victoria
hervorzuheben, bei denen große Namen
auftreten. In Vélez Malaga wird im Dezember,
einige Tage vor Weihnachten, das inzwischen
schon traditionsreiche Festival Juan Breva
veranstaltet. In Colmenar und Nerja gibt es
bedeutende Wettbewerbe in Flamencogesang
und in Comares findet eine große VerdialesVeranstaltung statt.
Was die Liedarten dieses Landkreises angeht,
sind die Bandolás von Juan Breva und die
Malagueña von Niño de Vélez hervorzuheben.
Erstere sind ein Fandango flamenco, der auf die
Verdiales zurückgeht, der jedoch nur von einer
Gitarre und nicht von mehreren Instrumenten
begleitet wird. Antonio Ortega Escalona, der als
Juan Breva bekannt war, schuf auf Grundlage der
Bandolás aus Vélez eine neue Liedart, die seit
damals unter dem Namen Cante de Juan Breva
bekannt ist. Von den vielen Texten, die der
Sänger zum Besten gab, möchten wir hier die
beiden bekanntesten zitieren. Der erste wird zu
einer kurzen Bandolá, der zweite zu einem
Verdial aus Vélez gesungen:
Flamenco-R
Routen
Flamenco-R
Routen
L. Martín Echevarría schrieb in seiner "Geografía
de España" (Geographie Spaniens, Barcelona,
1928): "Nördlich und östlich der Stadt Malaga
erstreckt sich die unwegsame Landschaft La
Axarquía, die von den Montes de Málaga, den
Ausläufern von El Torcal von Antequera und der
Sierra de Alhama durchbrochen wird und bis zum
Meer reicht". Cecilio García de la Leña erwähnt in
seinen "Conversaciones históricas malagueñas"
(Konversationen zur Geschichte Malagas,
Malaga, 1789) folgende Orte, die er zur Axarquía
zählt: Olías, Totalán, Borge, Cútar, Benamargosa,
Macharaviaya, Benaque, Moclinejo, Benagalbón,
Almáchar, Riogordo, Comares, Colmenar und
Casabermeja. Später kamen zu diesem
Landkreis die Ortschaften Alcaucín, Alfarnate,
Alfarnatejo, Algarrobo, Árchez, Arenas, Canillas
de Aceituno, Canillas de Albaida, Cómpeta,
Frigiliana, Iznate, La Viñuela, Nerja, Periana,
Rincón de la Victoria, Salares, Sedella, Torrox
und Vélez Malaga, seine natürliche Hauptstadt,
hinzu. Die Ortschaft Casabermeja wurde später
dem Landkreis Antequera zugeordnet und Olías
der Umgebung der Stadt Malaga.
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Routen
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.
Würde der Tod zu mir kommen,
weil ich dich so sehr liebte,
auch wenn ich ihn verachtete,
ließe ich ihn Rache nehmen
für die Eifersucht, die ich empfand.
Josefa Moreno wurde 1889 in Antequera geboren und starb 1961 in Madrid. Diese unter
dem Künstlernamen La Antequerana bekannte
Sängerin ließ sich nach Reisen durch Amerika
und Auftritten mit den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern in der spanischen Hauptstadt
nieder, die sie nie mehr verließ. Einer ihrer
Lieblings-Cartageneras geht wie folgt:
Meine Qualen sind so düster
wie deine Gefühle
und deine besten Momente
sind mein größter Kummer.
Die Inquisition verdientest du.
Andere bedeutende Künstlerpersönlichkeiten
aus Antequera waren La Niña de Écija, die trotz
ihres Namens 1909 in Antequera in der Calle
Juan Adame 4 geboren und in der Kirche San
Pedro getauft wurde und schließlich in Amerika
starb, und La Niña de Antequera, die 1918
geboren wurde und 1972 in Sevilla starb.
Die wichtigsten in Antequera geborenen
Gitarristen sind: Eduardo Mistrot, der 1868 hier
geboren wurde und 1933 in Buenos Aires starb,
Pepe Calderero, der 1891 hier zur Welt kam und
Ende der Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts
in Malaga starb, und Paco de Antequera, der
1938 geboren wurde und 2000 bei einem
Verkehrsunfall ums Leben kam.
In Alameda wurde 1913 der Sänger und Gitarrist
Niño de Alameda geboren, der in den
Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts starb.
Alameda ist auch der Geburtsort des Sängers
Antonio Fuentes Melero (1948).
Eine der bedeutendsten Figuren des
Flamencogesangs, die im 19. Jahrhundert in
Antequera geboren wurden, war La Águeda.
Auch wenn es im Flamenco keine für Antequera
charakteristische Liedart gibt, waren die Sänger
aus dieser Stadt Kenner zahlreicher anderer
Liedarten. La Águeda war zum Beispiel eine
Meisterin der Malagueñas, La Antequerana eine
großartige Interpretin von Minenliedern, La Niña de
Écija eine gute Kennerin der Cantes de compás,
etc. Die Flamenco-Vereinigung Paco de
Antequera de Cartaojal veranstaltet jedes Jahr
im Juli ihr Flamenco-Festival.
Malaga, Sonne und Flamenco
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LANDKREIS WESTLICHE
COSTA DEL SOL
Wenn wir von Malaga aus in Richtung des
Flusses Guadalhorce fahren und diesen
überqueren, gelangen wir in einen Küstenstreifen,
der bis zur Provinz Cádiz reicht und der unter dem
Namen Westliche Costa del Sol (Costa del Sol
Occidental) bekannt ist. Die alte Schnellstraße
340, die durch diese Gegend führte, ist eine der
längsten Straßen der Welt.
Zu diesem Landkreis gehörten ursprünglich die
Gemeinden Benahavís, Benalmádena, Casares,
Estepona, Fuengirola, Istán, Manilva, Marbella,
Mijas und Ojén, später kam Torremolinos dazu,
als dieses sich als eigene Gemeinde - zuvor
gehörte es zur Stadt Malaga - konstituierte. Bei
einer Restrukturierung der Landkreise der
Provinz verlor dieser Landkreis die Gemeinden
Istán und Ojén, die dem neu entstandenen
Landkreis Sierra de las Nieves zugeteilt wurden.
Die Flamenco-Route dieser kosmopolitischen
Gegend beginnt im August in Torremolinos mit dem
großen Flamenco-Festival im Konzertsaal Auditorio
Príncipe de Asturias, das auch von zahlreichen
Ausländern besucht wird, die erstklassige
Flamencomusik und -tanz erleben möchten.
Flamenco-Routen
Malaga, Sonne und Flamenco
.
54
Im Juli feiert Casabermeja sein FlamencoFestival, zu dem zahlreiche Flamencobegeisterte aus der ganzen Provinz anreisen. Es ist
eines der wenigen Festivals, bei dem die
Künstler wie in den Sechzigerjahren zweimal
auftreten. Im August findet in Antequera vor
der Fassade der beeindruckenden Stiftskirche
Real Colegiata de Santa María la Mayor, eines
der besten Beispiele für andalusische Renaissancekunst, das traditionelle von der
Stadtverwaltung organisierte Flamenco-Festival statt, bei dem neben den bedeutendsten
Sängern der Gegenwart auch der Gewinner
des zuvor stattfindenden Wettbewerbs auftritt.
Beim Betrachten der unvergleichlichen Kulisse, die den Besucher erwartet, sobald er den
Arco de los Gigantes durchschreitet, fühlt er
sich ins späte 16. Jahrhundert zurückversetzt.
Si la muerte m'encontrara
de tanto quererte a ti,
aunque yo la despreciara,
por los celos que te di
dejaba que se vengara.
Son tan negras mis fatigas
como son tus sentimientos,
tus mejores partías
son mis mayores tormentos:
Inquisición merecías.
Flamenco-R
Routen
Flamenco Rutes
Dazugekommen ist Casabermeja, das früher
zum Landkreis Malaga gehörte. Heute besteht
der Landkreis Antequera aus den Ortschaften
Alameda, Casabermeja, Fuente de Piedra, Humilladero, Mollina, Villanueva de la Concepción
und seiner Hauptstadt Antequera.
Ihre Karriere war jedoch kurz, denn gerade, als
sich die großen Erfolge einstellten, starb sie in
ihrer Heimatstadt. Von den Texten dieses
Symbols der Kultur Malagas ist dank Fernando
el de Triana folgender erhalten:
CONVENTION BUREAU
Archidona, Ardales, Campillos, Cañete la Real,
Cuevas Bajas, Cuevas de San Marcos, Fuente
de Piedra, Humilladero, Mollina, Sierra de
Yeguas, Teba, Valle de Abdalajís, Villanueva de
Algaidas, Villanueva de Tapia, Villanueva del
Rosario und Villanueva de Trabuco. Als er
jedoch in drei Teile geteilt wurde, trat er die
westlichen Ortschaften Almargen, Ardales,
Campillos, Cañete la Real, Sierra de Yeguas
und Teba an den neuen Landkreis Guadalteba
ab, das südlich gelegene Tal Valle de Abdalajís
an den Landkreis Tal des Guadalhorce und
Archidona, Cuevas Bajas, Cuevas de San
Marcos, Villanueva de Algaidas, Villanueva de
Tapia, Villanueva del Rosario und Villanueva del
Trabuco im Osten an den Landkreis Nororma.
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Malaga, Sonne und Flamenco
Flamenco-R
Routen
.
LANDKREIS GUADALTEBA
Der Landkreis Guadalteba liegt am Westende
der so genannten intrabetischen Furche im
Nordwesten der Provinz Malaga. Er grenzt im
Norden an die Provinz Sevilla, im Süden an das
Tal des Guadalhorce, im Osten an das Becken
von Antequera und im Westen an die Serranía
de Ronda. Die Gemeinden dieses Landkreises,
der der Ausgangspunkt des natürlichen
Korridors zwischen Andalusien und der
Ostküste Spaniens ist, sind Almargen, Ardales,
Campillos, Cañete la Real, Carratraca, Cuevas
del Becerro, Sierra de Yeguas und Teba.
Diese Gegend ist von großer landschaftlicher
Schönheit, insbesondere die Schlucht Desfiladero
de los Gaitanes, die Stauseen von Guadalhorce
und Guadalteba und die Lagunen von Campillos.
Der Naturpark, der an die Stauseen grenzt, ist
ideal zum Wandern und nicht weit entfernt liegt
Mesas de Villaverde mit den Ruinen von Bobastro
und der Höhlenkirche.In diesem Landkreis
verlaufen die kulturtouristischen und die
Flamencorouten praktisch parallel. Nach einem
Besuch von Sehenswürdigkeiten kann man den
Tag angenehm bei einer Gesangsveranstaltung in
einer Flamenco-Vereinigung ausklingen lassen,
z.B. der Vereinigung El Castillo in Ardales, La
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Gañana in Sierra de Yeguas, La Bambera in Teba
oder einer der beiden Vereinigungen in Campillos:
La Soleá oder Flamenca de Campillos.
In dieser letztgenannten Ortschaft findet auch
ein schönes Flamencogesangsfestival vor dem
ehemaligen Schulgebäude statt, in dem heute
das Rathaus untergebracht ist. In Ardales wird
jedes Jahr ein bedeutender FlamencoWettbewerb und im Sommer ein Festival
veranstaltet, an dem in allen Kategorien
(Gesang, Tanz und Gitarrenkunst) wichtige
Namen des Flamenco teilnehmen.
Unter den im Landkreis Guadalteba geborenen
Künstlern sollen hier folgende Namen genannt
werden: Miguel Ruiz Martín, der 1911 in
Carratraca geboren wurde und zur Erinnerung
an sein Handwerk als Steinmetz und
Marmorschleifer unter dem Künstlernamen
"Miguel el del Cincel" berühmt wurde. Mit
zahlreichen Truppen bereiste er verschiedenste
Gegenden Spaniens. Er starb in den
Achzigerjahren in Malaga. Weitere wichtige
Flamenco-Routen
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Mijas veranstaltet jedes Jahr einen
Gesangswettbewerb, dessen Vorrunden in den
verschiedenen Flamenco-Vereinigungen der
Unter den Flamencokünstlern, die in diesem
Landkreis geboren wurden, sollen hier folgende
genannt werden: Francisco Doncel Quirós, der
unter dem Künstlernamen Niño de la Rosa Fina
(Casares, 1896-1981) bekannt war und der im
Laufe seines Lebens zahlreiche Platten aufnahm,
Agustín Núñez Fernández "Agustín el Gitano"
(Estepona, 1920-Malaga, 1991), der in Madrid
und im Campo de Gibraltar mit den
bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern
auftrat, Isabel Fernández López "La Zapatera"
(Marbella, 1904-1985), die herausragende
Künstler zu ihr nach La Línea de la Concepción
einlud, Juan Gambero Martín "Juan de la Loma"
(Mijas, 1913-Fuengirola, 1983), ein bedeutender
Sänger, der mit dem Preis Lámpara Minera sowie
zahlreichen anderen aus ganz Andalusien
ausgezeichnet wurde, Juan Ledesma Mena
"Juan de la Revuelta" (Casares, 1951),
Inmaculada Chacón Carrasco (Estepona, 1968),
ausgezeichnete Tänzerin und Tanzlehrerin,
Francisco Javier Jimeno (Estepona, 1971), einer
der wichtigsten zeitgenössischen Gitarristen, die
geniale Sängerin Rocío Bazán Ramírez
(Estepona, 1977), Luisa Palicio Martín
(Estepona, 1984), eine der bedeutendsten
Flamencotänzerinnen, der erfahrene Sänger
Cristóbal Moyano Escalona "Barquero de
Fuengirola" (Fuengirola, 1945), Andrés Lozano
Gil (Manilva, 1951), die heiße Stimme der Costa
del Sol, der vielseitige Sänger Pepe Lara
(Marbella, 1942) und Sebastián Heredia
Santiago "Cancanilas" (Marbella, 1951), eine
der wichtigsten Figuren des heutigen
Flamencopanoramas.
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Routen
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Marbella, das seine Bedeutung in der Welt des
Bergbaus und der Landwirtschaft einbüßte,
jedoch gleichzeitig zu einem der weltweit
wichtigsten Urlaubsziele wurde, ist Schauplatz für
mehrere Flamenco-Festivals, die im Teatro
Municipal Ciudad de Marbella stattfinden.
Stadt abgehalten werden. Das große Finale
findet dann in der Konzerthalle von Mijas statt.
Auch in Estepona findet jährlich ein Tanz- und
Gesangswettbewerb statt, an dem Künstler aus
ganz Andalusien teilnehmen, da seine Bedeutung
weit über die Grenzen der Provinz hinausreicht.
Die bedeutenden Flamenco-Vereinigungen dieses
Landkreises bieten eine gute Gelegenheit, einen
angenehmen Abend bei Flamencogesang und tanz oder Gitarrenmusik zu verbringen. Dazu
gehören die Vereinigung Los Amigos del Arte de
Torremolinos, die jedes Jahr einen Wettbewerb
veranstaltet, dessen Gewinner im August im
Konzertsaal Príncipe de Asturias auftritt, die
Vereinigung Peña Flamenca del Sur aus Cala de
Mijas, die auch jedes Jahr einen Gesangswettbewerb
veranstaltet, die Flamenco-Vereinigung El Gallo
aus Mijas-Costa, die zusammen mit La Unión del
Cante jährlich einen Gesangswettbewerb abhält,
die Flamenco-Vereinigung San Pedro de
Alcántara, die jedes Jahr zahlreiche
Veranstaltungen organisiert, die FlamencoVereinigung Sierra Blanca in Marbella und die
Flamenco-Vereinigung Peña Flamenca in
Estepona, die jedes Jahr einen Gesangs- und
Tanzwettbewerb veranstalten.
CONVENTION BUREAU
Im Oktober findet in Fuengirola das Fest zu Ehren
der Virgen del Rosario, der Stadtheiligen, statt, bei
dem auch ein Flamenco-Festival veranstaltet wird.
Diese Ortschaft wurde aufgrund des starken
Zuwachses der Tourismusbranche (Urlaubs- und
Residenztourismus) von einem kleinen Dorf, das sich
der Landwirtschaft und der Fischerei widmete, zu
einer bedeutenden Urlaubsdestination. Auch im
Stadtviertel Santa Fe de los Boliches findet jährlich
ein Flamenco-Festival statt.
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LANDKREIS SIERRA DE LAS NIEVES
Die Sierra de las Nieves ist zweifellos eine der
schönsten Gegenden der Provinz Malaga. Ihre
Nähe zur Küste macht sie zum idealen Urlaubsort
für all jene, die zwar den Strand genießen, aber
trotzdem nicht auf die Berge verzichten wollen. In
dieser Provinz liegt der größte Wald aus spanischen
Tannen, den es auf der Welt gibt. In Istán finden wir
den ältesten Baum der Gebirgskette: Castaño
Santo (der heilige Kastanienbaum).
Die Sierra de las Nieves ist auch ideal zum
Wandern und bietet Routen für alle
Schwierigkeitsgrade. Auch geübte Wanderer
können hier Herausforderungen finden, z.B. die
Torrecilla. Von den Bergspitzen kann man an
klaren Tagen - und davon gibt es viele - das
Atlasgebirge in Marokko ausmachen.
Aber diese Gegend bietet natürlich auch
wunderbare Flamenco-Routen, die wir etwas
später beschreiben werden. Zuvor möchten wir
hier noch die Gemeinden nennen, die zu diesem
Landkreis gehören und die früher zu den
Landkreisen Tal des Guadalhorce, Westliche
Costa del Sol und Serranía de Ronda gehörten:
Alozaina, Casarabonela, El Burgo, Guaro, Istán,
Monda, Ojén, Tolox und Yunquera. Ein guter
Ausgangspunkt für die Flamencoroute durch
diese Gegend ist Alozaina, wo eine der
bedeutendsten Flamenco-Künstlerinnen geboren
wurde, die die Provinz Malaga hervorgebracht
hat: Rita Ortega. Sie stammte aus der Familie Los
Gallo aus Cádiz und heiratete den Industriellen
aus Malaga Paco el Guarriro. Dieses Traumpaar
empfand auch große Begeisterung für den
Stierkampf.
Ihre Zeitgenossen verewigten Rita und Paco in
diesen Versen eines volkstümlichen Liedes:
Ya se murió mi Rita bonita,
ya se murió mi tesoro,
ya no tengo quien me diga:
¡Paco, llévame a los toros!
Meine schöne Rita ist gestorben,
mein Schatz ist tot,
wer wird jetzt zu mir sagen:
Paco, geh mit mir zum Stierkampf?
Flamenco-R
Routen
.
Malaga, Sonne und Flamenco
LANDKREIS SERRANÍA DE RONDA
Dieser Landkreis bietet viel mehr, als sein
"gebirgiger" Name vermuten lässt. Er ist, wie
ein berühmter Dichter aus Ronda sagte, wie
eine Hochebene in einer Stadt, das Tal des
Genal mit seinen Dörfern, der natürliche
Korridor des Guadiaro und das Tor zum flachen
Malaga durch die Täler des Turón und des
Guadalteba. In der Hochebene und den
nördlichen Tälern liegen Eichenwälder und
Weiden, offenes Land und Bergketten; in den
südlichen Tälern treffen wir auch Wälder aus
Kastanienbäumen, Stein- Kork- und
Bergeichen und Pinien, zu denen sich auf den
Bergrücken Olivenbäume und an den
Flussufern Obstbäume gesellen, dazwischen
findet man Dörfer und Felsen. Und im Zentrum
liegt ein Aussichtspunkt, von dem man das
Land rundum von der Sierra de las Nieves bis
zum Guadalhorce und der Küste überblicken
kann. In dieser Gegend, einem der höchsten
Punkte Malagas und der Serranía de Cádiz,
finden wir Wälder mit Jahrhunderte alten
Bergeichen und spanischen Tannen. Früher
umfasste der Landkreis der Serranía Rondeña
23 Dörfer, von denen zwei an die heutigen
Landkreise Guadalteba und Sierra de las
Nieves abgetreten wurden; im ersten Fall
Cuevas del Becerro und im zweiten El Burgo.
So gehören heute 21 Dörfer zu diesem
Landkreis: Algatocín, Alpandeire, Arriate,
Atajate, Benadalid, Benalauría, Benaoján,
Benarrabá, Cartajima, Cortes de la Frontera,
Faraján, Gaucín, Genalguacil, Igualeja, Jimera
de Líbar, Jubrique, Júzcar, Montejaque,
Parauta, Pujerra und Ronda. Auch in der
Serranía de Ronda verwurzelte sich der
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Flamenco und brachte zahlreiche Künstler und
Lieder hervor. In der Hauptstadt kamen
bedeutende Figuren wie María la Nena zur
Welt, Zeitgenossin der berühmten Lola, die
Manuel Machado in seinem berühmten
Gedicht Cantaora, verewigte:
La Lola.
La Lola se va a los Puertos,
La Isla se queda sola.
Y esta Lola, ¿quién será?,
que así se ausenta, dejando
la Isla de San Fernando
tan sola cuando se va...
Lola.
Lola geht zu den Häfen.
Und lässt die Insel allein zurück.
Und wer ist nun diese Lola,
die einfach geht
und die Insel San Fernando
so allein zurücklässt …
Die Tänzerin María La Nena war aufgrund
ihrer Grazie und Koketterie sowie ihrer
persönlichen Reize sehr berühmt. Sie soll eine
wunderschöne Tänzerin gewesen sein und der
Schmuggler und Stiermatador Tragabuches
soll sich unsterblich in sie verliebt haben. Ihr
Leben bestand aus ihren abendlichen
Auftritten in den alten Gesangscafés von
Flamenco-Routen
Malaga, Sonne und Flamenco
.
58
der Vereinigung Peña Alcazarín und danach,
wenn wir noch bei Kräften sind, das
Sommerfestival besuchen. Der letzte Ort auf
unserer Route ist Tolox, neuralgisches Zentrum
der Sierra de las Nieves, wo wir leckeren
Süßmost trinken und Flamencogesang in der
Vereinigung San Roque hören können.
Flamenco-R
Routen
Ganz in der Nähe von Alozaina liegt
Casarabonela, wo im Juli ein Flamenco-Festival
veranstaltet wird. Etwas weiter oben, in Richtung
Puerto del Viento, liegt El Burgo, wo man in der
Flamencovereinigung La Serrana Agustín
García Chicón singen hören kann. Etwas weiter
unten, in Guaro, veranstaltet jährlich die
Vereinigung El Almendro ein Festival und in
Ojén findet jedes Jahr ein riesiges Festival,
eines der ältesten der Provinz, statt. Auch in
Monda können wir Flamenco hören, und zwar in
CONVENTION BUREAU
Sänger dieses Landkreises sind Antonio
Calderón Durán "El Floro" (Ardales, 1936),
Diego Rodríguez Paz "Talete de Ardales"
(Ardales, 1939), José Maldonado Luque "Pepe
de Campillos" (Campillos, 1949), Carmen Gil
Montilla "Niña de Cañete" (Cañete la Real,
1943) und José Serrano Ramírez "Pepe de
Cañete" (Cañete la Real, 1951).
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TOURISMUSVERBAND &
LANDKREIS TAL DES GUADALHORCE
In Alhaurín el Grande leben ausgezeichnete
Flamenco-Kenner, unter denen Capote de los
Claveles heraussticht, der eine Platte
aufgenommen und zahlreiche Preise bei
verschiedensten Wettbewerben gewonnen hat.
Er ist auch ein hervorragender Interpret von
Saetas. In diesem Dorf gibt es zwei FlamencoVereinigungen: El Argahijo und Unión Flamenca
Alhaurina. Beide organisieren am letzten
Samstag im Juli die Noche Flamenca
(Flamenconacht), an der bedeutende Sänger,
Tänzer und Gitarristen teilnehmen.
Das Tal des Guadalhorce ist das bedeutendste Flusstal der Provinz Malaga. Dieser Fluss,
in den mehrere aus dem Landkreis Antequera
kommende Flüsse münden, durchfließt die
Schlucht Desfiladero de los Gaitanes und weitet sich danach zu einem großen Tal aus. Dieses Tal, in dem alle Arten von Gemüse angebaut
werden, ist mit Landgütern und Aussiedlerhöfen
gespickt und von Landstraßen, Wegen, Kanälen,
mehr oder weniger wasserreichen Flüssen, die
alle in den Guadalhorce münden, und einer Eisenbahnlinie durchzogen, die die Provinzhauptstadt mit anderen spanischen Städten verbindet.
An manchen Stellen sind die Gemüsefelder in
Terrassen auf kleinen Anhöhen und Hügeln angelegt, die auch zum Tal gehören.
Bis vor kurzem gehörten zu diesem Landkreis
die Dörfer Alhaurín el Grande, Álora, Alozaina,
Carratraca, Cártama, Casarabonela, Coín,
Guaro, Monda, Pizarra, Tolox und Yunquera.
Bei der neuen Verteilung wurden Alozaina,
Casarabonela, Guaro, Monda, Tolox und
Yunquera dem Landkreis Sierra de las Nieves
zugeordnet und Carratraca dem Landkreis
Guadalteba. Neu dazugekommen ist Valle de
Abdalajís, das früher zum Landkreis
Antequera gehörte. Heute umfasst dieser
Landkreis die Gemeinden Alhaurín de la Torre,
Almogía, Alhaurín el Grande, Álora, Cártama,
Coín, Pizarra und Valle de Abdalajís.
.
Was Flamenco angeht, ist Álora das
bedeutendste Dorf dieses Landkreises und der
gesamten Provinz Malaga. Hier sollen nur
Malaga, Sonne und Flamenco
einige der bedeutendsten Künstler genannt
werden, die in Álora geboren wurden: El
Canario, Autor einer wunderschönen
Malagueña, Juan Trujillo "El Perote", ebenfalls
Autor einer Malagueña, Sebastián el Pena,
großer Interpret aller Liedarten, Joaquín
Tabaco, der auch seine eigene Malagueña
schuf, Tomás Morilla, ein hervorragender
Flamencokenner, El Cachorro de Álora, Paco
el Manco, Niño de Álora, Diego el Perote,
Fernando el Rerre, El Divino, Ángel de Álora,
Pepe Vergara, El Pibri, Benito Moreno, die alle
ausgezeichnete Interpreten der verschiedensten
Stile waren, etc. In Álora gibt es eine
traditionsreiche Flamenco-Vereinigung und
jährlich wird neben vielen weiteren
Veranstaltungen rund um den Flamenco ein
großes Sommerfestival abgehalten.
In Cártama wurde früher im Bahnhof ein
Flamenco-Festival und im Dorf ein Wettbewerb
abgehalten. Heute findet keine der beiden
Veranstaltungen statt, obwohl es sehr gute
Flamenco-Kenner gibt. In Cártama wurde der
Sänger Cipriano Pitana geboren, der dem
Poeten José González Marín aus Cártama
Gesangsunterricht erteilte und eine heute weit
verbreitete
Malagueña
schuf,
die
folgendermaßen lautet:
Die Ortschaft, in der nach Álora die meisten
Künstler geboren wurden, ist Coín. Unter
diesen Künstlern sind folgende zu nennen:
Francisco Loriguillo, Freund und Schützling
von Pollo Romero und Autor einer
Malagueña, Frasquito Jiménez, gelernter
Steinmetz, ausgezeichneter Interpret von
Malagueñas und Serranas und Freund von
Chacón und Sebastián el Pena, Juan Frías,
hervorragender Interpret von Cantes
abandolaos und Malagueñas, La Jimena de
Coín, Schöpferin eines Cante a caballo auf
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Flamenco-Routen
Para más martirio darme
mientes a quien más quería,
para más martirio darme.
Yo te juro por mi vía,
que has de venir a buscarme
a "toas" las horas del día.
Um mich noch mehr zu quälen,
belügst du, wen ich am meisten liebte,
um mich noch mehr zu quälen.
Aber ich schwöre dir bei meinem Leben,
dass du dich in jedem Moment
nach mir sehnen wirst.
Malaga, Sonne und Flamenco
.
60
halbem Weg zwischen heterodoxem Verdial
und Fandango abandolao, Pepe de la Isla,
einer der besten Flamenco-Kenner der
Provinz, etc. In Coín gibt es eine Vereinigung,
die Pepe de la Isla gewidmet ist und die am
letzten Freitag im Juli ein Flamenco-Festival
veranstaltet, zu dem die wichtigsten
Persönlichkeiten des Flamenco anreisen.
Flamenco-R
Routen
Flamenco-R
Routen
Der bekannteste Künstler aus Ronda unserer
Zeit ist vermutlich Diego el del Gastor, ein
außergewöhnlicher Gitarrist, der mit seiner
Familie nach El Gastor und später nach Morón
de la Frontera zog, wo er lebte und starb. Seine
große Bedeutung für die Gitarrenmusik liegt
auch in der Schule begründet, wo Interessierte
Gitarrenunterricht nehmen können.
Obwohl es in vielen Dörfern der Sierra de Ronda
Anhänger des Flamenco gibt, werden nur in
Gaucín und Ronda Festivals veranstaltet: Das
Festival Flamenco del Corcho in Gaucín und die
Noche Flamenca (Flamenconacht) von Ronda,
die bereits auf eine lange Tradition zurückblicken
kann und die das Dorf auf das Fest Pedro
Romero oder Septemberfest einstimmt.
CONVENTION BUREAU
Ronda, wo sie immer tosenden Applaus erntete
und ihrer Liebe zum Matador. Aber das
Schicksal wollte es, dass sie sich in einen
fünfzehnjährigen Jungen verguckte, der in der
wichtigsten Kirche der Stadt ministrierte und
den sie durch sein Interesse für Flamenco
kennen lernte. Tragabuches schöpfte Verdacht
und eines Abends tat er, als ginge er aus, aber
kehrte bald zurück und fand die beiden
zusammen. Wenn man den Legenden Glauben
schenkt, erlitt diese Tänzerin ein tragisches
Ende, denn Tragabuches tötete sie und ihren
jungen Liebhaber und floh in die Berge, wo er
zur Räubertruppe "Siete Niños de Écija" stieß.
Anilla la de Ronda war eine talentierte Sängerin
und Gitarrenspielerin, die von García Lorca
1922 bei seiner Rede in Granada über den
Cante Jondo erwähnt wurde. Mit 75 Jahren war
sie der Star der Andalusienwoche der
Weltausstellung von Barcelona, die im Pueblo
Español dieser Stadt veranstaltet wurde. José
Carlos de Luna widmete ihr ein Gedicht, das im
Buch "La Taberna de los Reyes" veröffentlicht
wurde und das das hektische Leben der
Zigeunerin aus Ronda beschreibt.
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TOURISMUSVERBAND &
Auch in Pizarra wurde früher im Schwimmbad
der Gemeinde ein Flamenco-Festival
abgehalten; seit vielen Jahren findet diese
Veranstaltung jedoch nicht mehr statt. In
diesem Dorf wurde auch ein Sänger namens
El Caena geboren, der eine Malagueña schuf.
LANDKREIS NORORMA
Der nordöstliche Landkreis der Provinz
Malaga (span. kurz Nororma) liegt in einer
wunderschönen Landschaft zwischen den
Provinzen Granada und Córdoba und
verbindet diese mit der Provinz Sevilla.
In dieser Gegend, die der Dichter Manuel
Machado als cantaora (cante=Gesang)
bezeichnete, wurden zahlreiche Künstler aller drei
Flamenco-Disziplinen geboren: Gesang, Tanz und
Gitarrenkunst, die ihre Kunst in allen Ecken der
Welt dargeboten haben.
Der Landkreis Malaga, der an die Landkreise von
Antequera, La Axarquía, Tal des Guadalhorce,
Östliche Costa del Sol und das Mittelmeer grenzt,
wird vom unteren Lauf des Flusses Guadalhorce
durchzogen, wo das Tal auf La Hoya trifft. Es ist
eine flache Gegend mit Orangen- und
Zitronenhainen und Feldern, auf denen Gemüse
und Zuckerrohr angebaut werden.
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Inhalt
Auch die Gasthäuser von la Caleta waren traditionell Schauplatz für Flamencodarbietungen. An
dieser Stelle soll an einige erinnert werden: "La
Trini", das der gleichnamigen Sängerin aus Malaga gehörte, "Joselito", Sohn von La Juanaca,
"Mendaña", "Guijarro", Freund von Bergamín,
ein Rechtsberater und Politiker, der Pate von
Anita Guijarro war, Sängerin und Tochter des
Gasthauseigentümers, die später einen Polizeikommissar heiratete, "Quitapenas", "Esteban",
"Isabel la Sorda", "Victoria la Cancana", "Paca
Corpas", "Sandoval", "La Concha", "Domingo", in
das der König Alfonso XII einkehrte, "El Arca de
Noé" und viele andere.
In diesem Landkreis gibt es auch mehrere
Flamenco-Vereinigungen: Torre del Cante in
Alhaurín de la Torre, Torre Zambra in
Casabermeja und Juan Breva, Fosforito und El
Taconazo in der Stadt Malaga. In allen kann man
Flamencovorführungen mit einheimischen
Künstlern sehen.
Flamenco-Routen
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Malaga, Sonne und Flamenco
Nördlich der Mulde mit dem Namen La Hoya
breitet sich eine hügelige Landschaft aus, die vom
Guadalhorce bis La Axarquía reicht, ein Labyrinth
aus Bächen und Sohlen, Verdiales-Olivenbäumen
Flamenco-R
Routen
Flamenco-R
Routen
LANDKREZIS MALAGA
Der Flamenco ist in diesem Landkreis stark
verwurzelt. In Archidona wird schon seit Jahren
ein
Flamenco-Festival
vor
der
unvergleichlichen Kulisse der Plaza Ochavada
abgehalten. Niño de Archidona, der bei
zahlreichen Auftritten von Pepe el Calderero
begleitet wurde, war der bedeutendste
Flamencokünstler dieser Ortschaft. In
Diese Gegend ist von Olivenhainen und
Weiden, Eichenwäldern und Getreidefeldern
übersät. Sehenswert sind u.a. die Lagunen von
Archidona, die archäologischen Ausgrabungen
von Cortijo de San Vicente, die Höhle Cueva
de la Graja, die Höhle Cueva de Arcos und die
Totenstadt Necrópolis de los Alcaldes.
.
und alten Weinreben, die von Mandelbäumen,
Olivenbäumen und alten Eichen bedeckt ist - eine
auf den ersten Blick monotone und doch so
vielfältige Landschaft: Sie ist dunkel in der Gegend
von Casabermeja, sonnig bei Almogía, verwinkelt
bei Santi-Petri und El León, ein Korridor beim
Guadalmedina und im Westen breitet sich in der
fruchtbaren Gegend von Alhaurín de la Torre und
im Becken von Malaga ein semitropischer
Gemüsegarten aus.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und
am Beginn des 20. gab es in Malaga zahlreiche
Gesangscafés, die von den wichtigsten
Persönlichkeiten der Flamencowelt und den
bekanntesten Künstlern der Gegend frequentiert
wurden. Das Café Sin Techo in der alten Calle de
Siete Revueltas, das nach seiner Schließung
unter dem Namen Café del Sevillano oder del
Señor Bernardo neu eröffnet wurde, das Café de
La Loba auf der Plaza de la Constitución, wo
heute die Bank Banesto untergebracht ist und
daneben in der Apotheke das Café La Lobilla. Auf
dem gleichen Platz war das Café España, später
das La Costa Azul, das Café El Turco, wo sich die
Calle Santa Lucía gegenüber der Calle de
Convalecientes erweitert, das Café Suizo in der
Calle de la Compañía, wo später das Kaufhaus
Almacenes Paymesa war, das Café de Las Pitas
in der heutigen Straße Calle de Moreno Monroy,
etc. etc. Diese Cafés wurden, wie schon oben
erwähnt, von den bedeutendsten Persönlichkeiten
der Flamencowelt besucht, darunter Chacón,
Manuel Torre, Fernando el de Triana, Juan Breva,
la Niña de los Peines, Pastora Imperio, La
Macarrona, Ramón Montoya, Paco el de Lucena,
Cojo de Málaga, El Mochuelo, el Niño Gloria, La
Trini, Sebastián el Pena, Paca Aguilera, El
Canario und viele andere.
Dieser Landkreis, der erst seit der letzten
Neustrukturierung der Provinz existiert,
umfasst folgende Dörfer, die ursprünglich zu
Antequera gehörten: Archidona, Cuevas
Bajas, Cuevas de San Marcos, Villanueva de
Algaidas, Villanueva del Rosario, Villanueva
de Tapia und Villanueva del Trabuco.
62
Villanueva de Algaidas wird im Rahmen des
Dorffests im August ein Festival veranstaltet,
das von vielen Menschen besucht wird. Es gibt
auch eine Vereinigung mit dem Namen Juan
Casillas, die nach einem in diesem Dorf
geborenen Sänger benannt ist, dessen
vielversprechende Karriere durch einen frühen
Tod ein jähes Ende fand. Auch in Villanueva del
Trabuco und in Villanueva del Rosario werden
oft Flamenco-Veranstaltungen abgehalten.
CONVENTION BUREAU
Weitere Persönlichkeiten des Flamenco, die
in Cártama geboren wurden, waren Niño de
Cártama, der mit Juan Breva in Madrid sang,
Pepe el de Cártama, der in Malaga war,
Ramoliche, Carbonero de Cártama und
Carretero de Cártama.
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TOURISMUSVERBAND &
CONVENTION BUREAU
museum für Flamencokunst.
Flamenco-M
Museen
.
Inhalt
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Malaga, Sonne und Flamenco
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TOURISMUSVERBAND &
Flamencokunst
Ramón Franquelo, 4. CP. 29008
Telephone: (+34) 952 221 380
Das neue Museum für Flamencokunst "Juan
Breva" ist eines der wenigen dieser Art, die es
in Spanien gibt. Zurzeit ist es im Haus
Nummer 4 der Calle Ramón Franquelo in
Malaga untergebracht.
Flamenco-M
Museen
.
66
Malaga, Sonne und Flamenco
Bei den persönlichen Objekten von
Künstlern, die man in den verschiedenen
Räumlichkeiten des Museums sehen kann,
sind u.a. ein Zierkamm aus Schildpatt von
Juana la Macarrona, ein Spazierstock von
Antonio Chacón, Tanzschuhe von Antonio,
ein Hemd von Roque Montoya "Jarrito", eine
Krawatte von Rafael Romero "El Gallina", ein
Umschlagtuch von Matilde Coral und ein
kleineres von La Paula hervorzuheben.
Bei den Gitarren finden wir wunderschöne
Exemplare von Antonio de Lorca, Domingo
Esteso, Soto y Solares, Juan Galán aus dem
19. und 20. Jahrhundert. Eine der
ausgestellten Gitarren gehörte El Piyayo,
eine weitere García Lorca.
Im Museum sind auch Gemälde,
Zeichnungen und Skulpturen aus dem 19.
und 20. Jahrhundert ausgetellt, darunter
Werke von Cappa, J. del Nido, Corcelles,
Paco Hernández, Torres Mata, Chicano,
Pérez Almeda, Pineda Barroso, etc.
Inhalt
www.visitcostadelsol.com
Das Museum für Flamencokunst "Juan
Breva" ist in den ersten beiden Stockwerken
des neuen vom Institut für Wohnbau
erbauten Gebäudes untergebracht, das der
Vereinigung Juan Breva am 15. Juni 2006
übergeben wurde.
Das Museum versteht sich als lebendige und
dynamische Institution und möchte nicht als
mehr oder weniger interessante Ausstellung
von Flamencomaterial betrachtet werden.
Deshalb
gibt
es
eine
Veranstaltungsabteilung, die Konferenzen,
Vorträge, Konzerte, Kurse, Seminare,
Diavorträge, etc. organisiert.
Eine andere Abteilung ist für die Sammlung
und
Registrierung
des
gesamten
audiovisuellen Materials zuständig, das im
Museum und in der Vereinigung
aufgenommen wird und arbeitet an Büchern,
Zeitschriften, Broschüren, etc. mit sowie bei
der Aufnahme von CDs.
Daneben gibt es eine pädagogische
Abteilung,
die
für
geführte
Museumsbesuche, insbesondere von
Schulklassen verantwortlich ist. Dieser
Bereich ist für den Flamenco besonders
wichtig, denn diese Kinder können in den
nächsten Jahren zu wichtigen Vertretern
dieser in Andalusien so stark verwurzelten
Kunst werden.
Flamenco-Museen
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Sein
Plattenfundus
umfasst
2500
Schellackplatten mit Aufnahmen zwischen
1900 und 1950 und Sammlungen von
Cayetano Muriel "Niño de Cabra", Juan
Breva, Paca Aguilera, El Mochuelo, Niña de
Was Wiedergabegeräte angeht, besitzt das
Museum
alles
angefangen
vom
Phonographen von Edison (Modell von
Bettini in New York 1898) über
verschiedenste interessante Grammophone
mit und ohne Schalltrichter und Gramolas bis
zu den modernsten Plattenspielern.
Daneben besitzt das Museum eine kleine
Sammlung von Töpferarbeiten aus Malaga
und Granada, die mit der Flamencokunst in
Verbindung stehen.
Flamenco-M
Museen
Dieses einfache Museum wurde im Juni 1974
in der Gasse Callejón del Picador, dem
ehemaligen Sitz der Vereinigung Juan Breva
gegründet, der dieses Haus auch gehört, mit
dem Ziel, alles, was mit Flamenco zu tun hat,
zu erhalten und zu sammeln. Besonderes
Augenmerk wurde dabei auf alte Tonträger
gelegt (Zylinder von Phonographen und
Schellackplatten),
Wiedergabegeräte
(Phonographen,
Grammophone
und
Gramolas), persönliche Gegenstände von
Flamencokünstlern
(Umschlagtücher,
Zierkämme, Anzüge, Schuhe, etc.), Gitarren
(mit besonderem Augenmerk auf Exemplare
der bedeutendsten Gitarrenhersteller aus
Malaga), Gemälde, Terracottaobjekte, Fotos,
etc.
los Peines, La Antequerana, Manuel Torre,
Cojo de Málaga, Sebastián el Pena, Antonio
Chacón, Tomás Pabón, Manuel Vallejo, Niño
de Vélez und vielen anderen, zwischen 4000
und 5000 Vinylschallplatten und Hunderte
CDs.
CONVENTION BUREAU
Museum für
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TOURISMUSVERBAND &
CONVENTION BUREAU
flamenco-VVereinigungen.
.
Flamenco
Vereiningungen
Inhalt
Malaga, Sonne und Flamenco
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TOURISMUSVERBAND &
C/ Viñas, 11. 29130 Alhaurín de la Torre.
Vorsitzender: Antonio Jiménez Marín.
PEÑA FLAMENCA LA SOLEÁ.
C/ Real, 17. 29320 Campillos.
Vorsitzender: Isidro Carbonero Bermuda.
PEÑA FLAMENCA EL ARGAHIJO.
Plaza Chica, 5. 29120 Alhaurín el Grande.
Vorsitzender: Antonio García Torres.
PEÑA FLAMENCA
UNIÓN FLAMENCA ALHAURINA.
Avda. de la Constitución, 4. 29120 Alhaurín el
Grande.
Vorsitzender: Diego Pérez Castillo.
PEÑA FLAMENCA PACO DE ANTEQUERA.
Edificio Usos Múltiples. 29250 Cartaojal.
Vorsitzender: Francisco José Pozo Cabello.
CONVENTION BUREAU
PEÑA FLAMENCA TORRE DEL CANTE.
PEÑA FLAMENCA TORRE ZAMBRA.
C/ San Antonio, 18. Casabermeja.
Vorsitzender: José Durán
PEÑA FLAMENCA NIÑO DE LA ROSA FINA.
C/ La Fuenta, 94. 29690 Casares.
Vorsitzender: Antonio Jerez
PEÑA FLAMENCA CAPITA-PEPE DE LA ISLA.
C/ San Miguel, 1. 29100 Coín.
Vorsitzender: José Antonio
Rodríguez.
Flamenco-V
Vereinigungen
der Provinz Malaga
Mancheño
PEÑA FLAMENCA EL CANARIO.
C/ Virgen de las Candelaria, s/n. 29170
Colmenar. Vorsitzender: Antonio Silva Arjona.
PEÑA CULTURAL FLAMENCA JUAN CASILLAS.
Avda. Juan XXIII, 2. 29210 Cuevas de San
Marcos. Vorsitzender: Rafael Mercado Hatero.
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Diese Vereinigungen sind seit den
Sechzigerjahren in Andalusien populär. Die Peña
Juan Breva war die erste, deren Statuten 1958 damals vom Ministerio de la Gobernación
(Regierungsministerium) - angenommen wurden.
Heute gibt es in der Provinz Malaga folgende
Flamenco-Vereinigungen:
Pasaje de Martos, s/n. 29500 Álora.
Vorsitzender: José Vergara Moreno.
PEÑA FLAMENCA EL CASTILLO.
Avenida de Málaga, 3. 29550 Ardales.
Vorsitzender: Fernando Mena Mateo.
PEÑA FLAMENCA DE CAMPILLOS.
.
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Die Peñas sind Vereinigungen von Menschen,
die sich für Flamencokunst interessieren. Sie
haben ähnliche Statuten wie andere Freizeit- und
Kulturgesellschaften. Darin sind Normen für ihr
Handeln, die Aufnahme neuer Mitglieder, die
Finanzierung, die Wahl ihrer Vorstandsmitglieder
und, für den Fall, für ihre Auflösung festgelegt.
Außerdem ist ihr Zweck zur Ausübung und
Verbreitung von Flamencogesang, -tanz- und gitarrenspiel festgeschrieben.
Flamenco
Vereiningungen
Flamenco
Vereiningungen
PEÑA FLAMENCA DE ÁLORA.
Carretera de la Estación, s/n. Campillos.
Vorsitzender: Juan Segura Gallardo.
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Flamenco-Vereinigungen
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TOURISMUSVERBAND &
C/ Rey Baltasar, 13. Campanillas.
Vorsitzender: Alfonso Muñoz Mancera.
PEÑA SERSALLA-RINCÓN FLAMENCO
ENRIQUE CASTILLO.
C/ Alcalde Joaquín Alonso, 1-3. 29003 Malaga.
Vorsitzender: Diego Vega Fernández.
CONVENTION BUREAU
PEÑA FLAMENCA RINCÓN DEL CANTE.
PEÑA FLAMENCA LA SERRANA.
C/ Nocentro, s/n. 29420 El Burgo.
Vorsitzender: Agustín García Chicón.
PEÑA FLAMENCA DE ESTEPONA.
Plaza de las Fuerzas Armadas, s/n. 29680
Estepona. Vorsitzender: José González Moreno.
PEÑA FLAMENCA EL ALMENDRO.
C/ Granada, 4. 29108 Guaro.
Vorsitzender: Pedro García Jurado.
PEÑA CASA DE ÁLORA-GIBRALFARO.
C/ Cor. José Viciana, 5. 29009 Malaga.
Presidenta : Mª Ángeles Martín-Prieto Guerrero.
CENTRO CULTURAL FLAMENCO
LA MALAGUEÑA.
C/ Sondalezas, 15. 29010 Malaga. c
Vorsitzender: Antonio Téllez Burgos.
PEÑA FLAMENCA FOSFORITO.
C/ Arenisca, 12. 29006 Malaga.
Vorsitzender: Antonio Trujillo Camuña.
PEÑA FLAMENCA JUAN BREVA.
C/ Ramón Franquelo, 4. 29080 Malaga.
Vorsitzender: José Luque Navajas.
PEÑA FLAMENCA SIERRA BLANCA.
C/ San Bernabé, 18. 29600 Marbella.
Vorsitzender: Juan Recio Polo.
PEÑA FLAMENCA DEL SUR.
C/ Ronda, 12. 29649 Cala de Mijas.
Vorsitzender: José Antonio Sedeño
.
.
Flamenco
Vereiningungen
Flamenco
Vereiningungen
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Malaga, Sonne und Flamenco
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Flamenco-Vereinigungen
Malaga, Sonne und Flamenco
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TOURISMUSVERBAND &
CONVENTION BUREAU
PEÑA FLAMENCA ALCAZARÑIN.
PEÑA FLAMENCA EL GALLO.
Paseo de la Villa, s/n. 29110 Monda.
Vorsitzender: Miguel González Montes.
C/ Río Guadiaro, 13. 29649 Mijas Costa.
Vorsitzender: Jesús Boeta Torres.
PEÑA FLAMENCA LA CHURRUCA.
Edificio Arenal. 29610 Ojén.
Vorsitzender: Francisco Manuel Vázquez
Suárez.
PEÑA CULTURAL FLAMENCA DE RONDA
Y SU SERRANÍA FERNANDA Y BERNARDA.
C/ Artesanos, s/n. 29400 Ronda.
Vorsitzender: Francisco Pereña González
PEÑA FLAMENCA UNIÓN DEL CANTE.
C/ San Fermín, 4. 29649 Mijas Costa.
Vorsitzender: José Pérez López.
PEÑA FLAMENCA TOBALO DE RONDA.
C/ Artesanos, s/n. 29400 Ronda.
Vorsitzender: Francisco Caballero Caballero.
PEÑA FLAMENCA EL PIYAYO.
PEÑA FLAMENCA LA SOLEÁ.
Urbanización Las Pedrizas, local 2. 29730
Rincón de la Victoria.
Vorsitzender: José Reina Amores.
C/ Antonio Millón, bajo. 29780 Nerja.
Vorsitzender: Manuel Calderón García.
.
.
Flamenco
Vereiningungen
Flamenco
Vereiningungen
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Malaga, Sonne und Flamenco
Inhalt
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Flamenco-Vereinigungen
Malaga, Sonne und Flamenco
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PEÑA FLAMENCA
SAN PEDRO DE ALCÁNTARA.
C/ Caravaca, s/n. 29670 San Pedro de Alcántara.
Vorsitzender: Francisco Álvarez Ravira.
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PEÑA FLAMENCA LA BAMBERA.
C/ Del pozo, s/n. 29327 Teba.
Vorsitzender: Francisco Escalante Valdivia.
PEÑA FLAMENCA SAN ROQUE.
C/ Chopo, 14. 29109 Tolox.
Vorsitzender: Miguel Vera Muñoz.
PEÑA FLAMENCA LOS AMIGOS DEL ARTE.
C/ Los Romeros, 7. 29680 Torremolinos.
Vorsitzender: Antonio Rubio López.
PEÑA FLAMENCA NIÑO DE VÉLEZ.
C/ Tejeda, 10 A. 29700 Vélez Malaga.
Vorsitzender: Inocente López Martín.
PEÑA FLAMENCA LA GAÑANA.
.
Flamenco
Vereiningungen
Plaza de Andalucía, 2. 29328 Sierra de Yeguas.
Vorsitzender: Francisco Arenas Nieto.
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Malaga, Sonne und Flamenco
Flamenco-Vereinigungen
Inhalt
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TOURISMUSVERBAND &
CONVENTION BUREAU
flamenco-VVokabular.
Vokabular
.
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Malaga, Sonne und Flamenco
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TOURISMUSVERBAND &
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Malaga, Sonne und Flamenco
(B)
Babeo.- Lippenvibrato, bei der auf jeden Vokal
ein "b" und dann der eben genannte Vokal folgt.
Bailaor, ra.- Flamencotänzer.
Baile flamenco.- Flamencotanz. Dieser Tanz, der
von der Gitarre begleitet wird, ist eine lebendige
Kunstform, die ständiger Veränderung
unterworfen ist und über die es seit zwei
Jahrhunderten Aufzeichnungen gibt. Aus diesem
Grund ist eine knappe Definition unmöglich; beim
Versuch einer Definition ist ihre gesamte
Evolution von den ursprünglichen Elementen
über jene, die später hinzugekommen sind, zu
berücksichtigen.
Bajini.- Bezeichnet eine leise, fast geflüsterte
Form der Interpretation von Liedern bei
Versammlungen von Flamencobegeisterten.
Balanceo.- Bezeichnung von bestimmten
Bewegungen einer Tänzerin bei bestimmten
Tänzen wie der Rumba und der Guajira.
(C)
Cabal.- Besondere Variante der Siguiriya, die
meistens zur Variation oder am Ende der
Siguiriyas eingesetzt wird.
Cabales.- Heute bezeichnet man als Cabales
eine Gruppe von anspruchsvollen, in
Flamenco gut bewanderten Anhängern, die
zusammenkommen, um Flamencomusik zu
hören.
Cabeza.- Oberer, leicht geneigter Teil der
Gitarre, wo sich der Stimmstock befindet.
Café cantante.- Gesangscafé. Lokal, wo
Getränke serviert und Flamenco (Gesang,
Tanz und Gitarrenspiel) dargeboten wurde. Die
bekanntesten in Malaga waren Sin Techo, La
Loba, España, El Suizo, El Chinitas, El Turco,
etc.
Caída.- Bezeichnet den letzten Vers, das Ende
eines Liedes.
Campanilleros.- Im Flamencostil gesungenes
Volkslied, das auf die Volkslieder von Rosario
de la Aurora zurückgeht.
Cantaor, ra.- Interpret von Flamencogesang.
Inhalt
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Flamenco-Vokabular
.
.
Acompañamiento.- Begleitung. Harmonische
Untermalung der Tänze und Gesänge, meist mit
der Gitarre.
Aficionado,da.- Begeisterter. Eine Person, die
sich für Flamenco begeistert, obwohl sie selbst
keine der Disziplinen aktiv ausübt.
Afillá.- Heisere, tiefe, kraftvolle Stimme. Dieses
Wort geht auf den Namen von El Fillo zurück, der
eine solche Stimme besaß.
Aflamencar.- Liedarten anderer Stilrichtungen mit
den für den Flamenco typischen Tonalitäten und
Rhythmen vortragen.
Agachonar.- Ein Lied ohne die dafür
charakteristischen Merkmale der Gesänge der
Zigeuner vortragen.
A gusto.- So bezeichnet man das Gefühl eines
Künstlers, wenn er vor einem begeisterten
Publikum auftritt.
Alboreá.- Rhythmische Soleá-Bulería, die häufig
auf Zigeunerhochzeiten zu hören ist.
Alegrías.- Liedart aus Cádiz, die sich durch
Dynamik,
Grazie
und
Zwanglosigkeit
charakterisiert und zur Gruppe der Cantiñas
gehört.
Ángel. "Engel". So wird die natürliche Anmut
eines Künstlers bezeichnet. Nicht zu verwechseln
mit Duende.
Antiflamenquismo.- Antiflamenco-Bewegung aus
dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, die
den Flamenco und seine Interpretation in
Colmaos (Lokale) und Gesangscafés ablehnte.
A palo seco.- A cappella. Gesang ohne
Gitarrenbegleitung.
Aro.- Dünne Holzplatte in Form einer Acht, die
den Resonanzkörper der Gitarre zwischen Boden
und Deckel schließt.
Arpegio.- Arpeggio. Rasche Abfolge der Töne
eines Akkords.
Vokabular
Vokabular
(A)
Cante.- Liedarten. Kollektive Bezeichnung für
verschiedenste Liedarten innerhalb des
großen musikalischen Erbes der Region
Andalusien.
Cantiña.- Liedart aus Cádiz, die rhythmisch
gesehen zu den Alegrías gehört. Dieser Begriff
bezeichnet auch eine Reihe von lebhaften
Liedarten wie die Caracoles, Mirabrás,
Romeras und Alegrías.
Caña.- Langer, harter, kräftiger Gesang mit
vielen Kolleraturen, der an liturgische
Gesänge erinnert und mit einem Macho, meist
einer Soleá, abgeschlossen wird.
Caracoles.- Liedart mit polymetrischen Versen,
die zur Gruppe der Cantiñas gehört, die Mitte
des 19. Jahrhunderts auftauchten.
Carcelera.- Liedart der Familie der Tonás,
ähnlich dem Martinete, die a cappella
gesungen wird.
Cartagenera.- Liedart mit volkstümlichem
Ursprung, die zu den Liedarten des Levante
gehört, die seit dem letzten Drittel des 19.
Jahrhunderts im Flamencostil gesungen
werden.
Castañuelas.-Kastagnetten. Schlaginstrument,
das den Rhythmus der Musik, insbesondere
der Tanzmusik, verstärkt.
Cejilla.- Kapodaster. Der Flamencogitarre
eigenes Accessoire. Der Gitarrist bringt es an
einem bestimmten Bund der Gitarre an, um die
für jede Liedart nötige Tonlage zu erreichen.
Auf Spanisch wird dieses Accessoire auch als
"Cejuela" bezeichnet.
Chufla.- Unterschiedlich verwendeter Begriff,
satirischer Vers.
Clavija.- Stimmwirbel. Langes schmales Teil
aus Holz, Metall oder Elfenbein, an dem
gedreht wird, um die Spannung der
Gitarrensaiten zu verändern.
Clavijero.- Stimmstock. Am Ende der Gitarre
befindliches Teil, auf dem die Stimmwirbel
angebracht sind.
CONVENTION BUREAU
Flamenco-V
Vokabular
Ballet flamenco.- Darstellende Tanzform, die sich
im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts
konsolidierte. Diese Form des Tanzes entfernte
sich vom traditionellen Flamenco und wurde bald
von den großen europäischen Balletts
aufgegriffen.
Bambera.- Liedart der andalusischen Folklore
und klares Beispiel für ein "Aflamencamiento". Ihr
Name geht auf die Bamba (Schaukel) zurück.
Bandolá.- Variante des Fandango aus der
Gegend von Vélez Malaga.
Bata.- Anzug für Flamencofeste mit Rüschen,
kurz oder mit Schleppe.
Bulerías.- Laute, schnelle Liedart, die auf ein
kurzes Volkslied zurückgeht, und im 19.
Jahrhundert in das Repertoire der andalusischen
Tänze aufgenommen wurde. Heute gilt die
Bulería als das reizvollste der Festlieder.
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TOURISMUSVERBAND &
Debla.- Zur Gruppe der Tonás gehörende
schwierige Liedart, die nur von erstklassigen
Sängern interpretiert werden kann.
Decir.- Sprechen. Die Lieder werden nicht nur
gesungen, sondern auch gesprochen, wie es ihr
vertraulicher Charakter verlangt. Aus diesem
Grund kann man Flamencogesang nicht
lauschen, sondern nur hören.
Desplante.- Abschluss von bestimmten
Tanzschritten, die mit einfachen Gitarrenschlägen
am Ende der Melodie begleitet werden.
Diapasón.- Holzplatte, die auf dem Gitarrenhals
angebracht ist, und auf der die Finger die Saiten
niederhalten.
Doler.- Damit wird die Ergriffenheit der Zuhörer
bezeichnet. Der empfundene Schmerz soll
angeblich jenem ähneln, den man empfindet,
wenn man gekniffen wird.
(E)
Eco.- Sammelbegriff für alle Klänge mit
Flamencocharakter,
die
man
einer
bestimmten Stimme zuschreiben kann.
Encontradas.- Durch Klatschen erzeugter
Rhythmus, auch Redobladas genannt.
Entonar.- Den Ton halten, richtig singen.
Entrada.- Die ersten Schritte des Tänzers auf
der Bühne.
Escobilla.- Bezeichnet einen Teil des Tanzes,
in dem der mit den Füßen erzeugte
Rhythmus das Interesse auf sich zieht.
Esparrabarse.- Beim Singen, Tanzen oder
Gitarrespielen den Rhythmus verlieren.
Estar a gusto.- So bezeichnet man das
Gefühl eines Künstlers, wenn er vor einem
mit Flamenco gut vertrauten Publikum auftritt,
das den Rhythmus mitklatschen kann.
Estilista.- Sänger, der eine Liedart besonders
kunstvoll interpretiert.
Estilo.- Art oder Typ von Flamencogesang
oder -tanz.
(F)
Falseta.- Melodische Einlage oder Überleitung,
die der Gitarrist allein vor dem Beginn oder in den
Pausen des Liedes zum Besten gibt.
Falsete.- Falsett. Höherer Ton als die normale
Stimmlage, der durch Vibrieren der oberen
Stimmbänder erzeugt wird.
Fandango.- Andalusischer Gesang, dessen
Namen auf einen alten Tanz des 18.
Jahrhunderts zurückgeht. Durch die "Tonadillas"
genannten Theaterstücke wurde er in ganz
Spanien populär. Man weiß nicht, wann
begonnen wurde, Fandangos im Flamencostil zu
singen, aber seit damals existiert der FlamencoFandango als Archetyp flexibler Musik mit
leichten Rhythmen, der in verschiedenen lokalen
Ausprägungen gesungen wird.
Faralá.- Rüsche, mit der die Röcke und Kleider
verziert werden, die Pluralform ist Faralaes.
Farfulleo.- Einschub von mehreren sich
wiederholenden Silben ohne Bedeutung wie
lerelerele, trajilitrajilitraji.
Farruca.- Ursprünglich aus Galicien stammender
rhythmischer und melodischer Gesang im
Flamencostil, der auch Einflüsse von Liedarten
der Provinz Cádiz aufweist.
Festivales flamencos.- Flamenco-Festivals.
Aufführungen mit Flamencogesang, -tanz und gitarrenmusik, die normalerweise im Sommer
unter freiem Himmel stattfinden.
Fiesta.- Versammlung von Flamencobegeisterten
und Künstlern, bei denen den Künstlern wahrer
Respekt entgegengebracht wird.
Flamenco,ca.- Adjektiv und substantiviertes
Adjektiv, mit dem eine besondere Art des
Gesangs, Tanzes und Gitarrenspiels bezeichnet
wird. Dieses Wort bezeichnet auch die Künstler
dieser Disziplinen.
Fondo.- Unterer Teil des Resonanzkörpers der
Gitarre.
(G)
Garrotín.- Nicht aus Andalusien stammender
Tanz, der mit der vielseitigen einfallsreichen Welt
der Zigeuner zu tun hat, konkret mit den
Zigeunern von Valls und Lérida (Katalonien).
Vermutlich stammt er ursprünglich aus Asturien,
von wo er sich nach Katalonien ausbreitete.
General.- Als General wird ein Künstler
bezeichnet, der zahlreiche Liedarten beherrscht.
Gitano, na.- Ethnische Gruppe, die aus der
indischen Region Sind stammt und laut dem
ältesten von Alfons dem Großmütigen, König der
katalanischen Mark, unterzeichneten Dokument
1425 zum ersten Mal nach Spanien kamen.
Glosolalia.- Vokales (nicht literarisches Element),
das der Sänger, ähnlich wie das Vibrato, während
des Gesangs hinzufügt.
Golpeador.- Plastikelement, das zum Schutz der
Gitarre an dieser angebracht wird.
Granaína.- Liedart auf Grundlage des alten
Fandango, die mehr oder weniger von der Schule
der Lieder aus Malaga abhängt.
Guajira.- Flamenco-Liedart, die auf der
kubanischen Folklore beruht und Tanz, der in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand.
Guitarra.- Gitarre. Saiteninstrument, mit dem der
Flamenco begleitet wird.
(H)
Hacer son.- Ein Lied oder einen Tanz durch
rhythmisches Klatschen, Schläge oder Pfeifen
begleiten.
Hembra.- Kastagnette, die in der rechten Hand
gehalten wird.
Hondo, da.- Adjektiv zur Bezeichnung eines tief
empfundenen Gefühls.
(J)
Jabera.- Zur Gruppe der Fandangos aus Malaga
gehörende Liedart, die dem Sänger viel
Spielraum zur Interpretation bietet.
Jalear.- Die Flamencokünstler durch Klatschen,
Gesten und Rufen begleiten.
Jaleo.- Einer der bedeutendsten Tänze der
klassischen Epoche des Flamenco. Auch eine
alte Liedart der Provinz Cádiz.
.
.
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Vokabular
Vokabular
(D)
Duende.- Undefinierbare, fast magische Nuance,
die dem Gesang einen anreizenden und
besonderen Charakter verleiht.
CONVENTION BUREAU
Colmao.- Lokal, in dessen Extrazimmer oft
hervorragende Flamencoabende veranstaltet
wurden.
Colocación.- Abstimmung eines Texts auf eine
Melodie durch einen Sänger.
Colombiana.- Im Flamencostil vorgetragene
Liedart mit Elementen der Volksmusik aus
Hispanoamerika, die jedoch auf kein
bestimmtes Lied zurückgeht.
Contratiempo.- Gegen den Takt. Note, die zwei
Tempi entspricht, jedoch nur während des
ersten zu hören ist.
Corrida, do.- In der Sprache des Flamenco,
Romanze .
Corto.- Bezeichnung für einen Sänger, der nur
wenige Liedarten beherrscht.
Cuadrar.- Eine bestimmte Liedart in ein
harmonisches,ausgewogenes
Gesamtkunstwerk mit passendem Rhythmus
verwandeln.
Malaga, Sonne und Flamenco
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Flamenco-Vokabular
Malaga, Sonne und Flamenco
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TOURISMUSVERBAND &
(L)
Largo, ga.- Bezeichnung für einen Sänger, der
zahlreiche Liedarten beherrscht.
Lastimar.- In der Flamencosprache, in den
Zuschauern Emotionen hervorrufen.
Levantar.- Wenn in einem Lied mit verschiedenen
Strophen ein Macho oder Cambio als Abschluss
gesungen wird.
Levantica.- Name, mit dem einige Forscher und
Sänger bestimmte Tarantas bezeichnen.
Liviana.- Mit der Siguiriya eng verwandte Liedart,
wie an ihrem Rhythmus zu erkennen ist, obwohl
die Melodie und Texte an die Serrana erinnern.
(LL)
Llamada.- Im Flamenco bezeichnet man damit
die ersten Bewegungen, mit denen der Tänzer
den Desplante einleitet.
Macho.- Kurzer Gesang, der bei manchen
Liedarten als Abschluss gesungen wird und
normalerweise eine andere musikalische und
metrische Form aufweist. -Bezeichnung der
Kastagnette in der linken Hand.
Malagueña.- Liedart, die auf die alten Fandangos
von Malaga zurückgeht und in der ersten Hälfte
des 19. Jahrhunderts in Flamenco-Liedart
verwandelt wurde.
(N)
Nana.- Wiegenlied. Diese Liedart kommt aus dem
unerschöpflichen Fundus der Volkslieder aus
Kastilien. Das heute in Andalusien verbreitete
Wiegenlied entstand unter dem Einfluss des
Flamenco auf diese traditionelle Liedart.
Natural.- Stimmen mit starker Ausdruckskraft.
(O)
Ópera flamenca.- Flamencooper. Darbietung
mit Gesang, Tanz und Gitarrenspiel, die sich
zwischen 1920 und 1936 in ganz Spanien
ausbreitete.
Oreja.-Teil des Stimmwirbels, der zum Stimmen
der Gitarre gedreht wird.
(P)
Palmas.- Rhythmische Begleitung von Tanz und
Gesang durch Klatschen: entweder mit den
Fingern einer Hand auf die Handfläche der
anderen oder der beiden Handflächen.
Palmero, ra.- Person in einer Flamencogruppe,
die die Lieder und Tänze mit Klatschen (Palmas)
begleitet.
Palo.- In der Sprache des Flamenco ein
bestimmter Flamencostil.
Palo seco (A).- Lieder, die a cappella, ohne
Gitarrenbegleitung, vorgetragen werden.
Paseo.- Im Tanz, die ersten Schritte des Tänzers
zur Musik. Beim Gitarrenspiel, mehrere
Anschläge, die der Gitarrenspieler zwischen zwei
Falsetas oder Falseta und Gesang spielt.
Pelear.- "Kampf". Der Sänger versucht mit all
seinen Fähigkeiten, den Gesang zu dominieren
und ihm den notwendigen Ausdruck und die
erforderliche Kraft zu verleihen.
Pellizco.- Ergriffenheit, die bestimmte Lieder und
Tänze in den Zuschauern hervorrufen.
Peñas flamencas.- Flamenco-Vereinigungen.
Gruppen, die Flamencogesang, -tanz und gitarrenspiel erforschen und selbst pflegen.
Petenera.- Gesang, deren Name vermutlich auf
eine Sängerin von sagenhafter Schönheit aus
Paterna de Rivera zurückgeht. Da es mehrere
Arten von Peteneras gibt, handelt es sich dabei
um einen Sammelbegriff.
Pito.- Schnippen. Trockener Ton, der erzeugt
wird, indem man den Mittelfinger gegen den
Daumen presst und schnell in Richtung der
Handfläche abrutschen lässt.
Playera.- Früherer Name der Siguiriya.
Polo.- Liedart, die vermutlich auf ein
andalusisches Lied aus der Mitte des 18.
Jahrhunderts zurückgeht und seit Beginn des 19.
im Flamencostil gesungen wird. Was die Musik
betrifft, weist diese Liedart Parallelen mit der
Caña auf. Ein Polo wurde von Tobalo geschaffen
und erhielt aus diesem Grund den Namen Polo
Tobalo.
Por abajo.- Ton in A-Dur, den die Gitarre dem
Sänger angibt. Das gilt für Alegrías, Soleares,
Siguiriyas, Bulerías…
Por arriba.- Ton in E, den die Gitarre dem Sänger
angibt.
Por derecho.- In der Flamencosprache, getreue
Widergabe eines Stils.
Por en medio.- Bedeutet por abajo.
Prima.- Die erste Saite der Gitarre. Sie ist die
dünnste aller Saiten des Instruments und bringt
den höchsten Ton hervor.
Puntear.- Wenn der Gitarrist Falsetas auf der
Gitarre spielt.
(Q)
Quejío.- Glosolalia aus einem sehr langen Ay! (ach
weh) oder mehreren aufeinanderfolgenden Ays am
Beginn, in der Mitte oder am Ende des Liedes.
(R)
Rajá.- Bezeichnung für eine raue, dunkle,
alkoholträchtige Stimme.
Rajo.- Technik, mit der Sänger seinem Gesang
stärkeren Ausdruck und mehr Gefühl verleiht.
.
.
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Vokabular
Vokabular
(M)
Mariana.- Im Flamencostil gesungenes
melodisches Volkslied, das mit den
andalusischen Volksliedern verwandt sein könnte
und später von den umherziehenden Zigeunern
übernommen wurde.
Martinete.- Eine der Arten der Toná. Sie wird aus
diesem Grund genauso wie die Carcelera a
cappella gesungen.
Media granaína.- Attraktiveres und kunstvolleres
Lied als die Granaína, das angeblich auf Antonio
Chacón zurückgeht.
Melisma.- Eine Reihe verschiedener Töne, die als
Ausschmückung und Tremolo einer Silbe
gesungen werden.
Milonga.- Auf argentinischer Folklore, genauer
gesagt auf einem Lied des Río de la Plata,
basierende im Flamencostil gesungene Liedart.
Minera.- Im Flamencostil gesungene Liedart, die
auf dem Fandango basiert und zur Gruppe der
Minenlieder oder Levantelieder gehört.
Mirabrás.- Liedart aus Cádiz, die zur gleichen
Gruppe wie die Alegrías, Romeras, Caracoles
und vor allem die Cantiñas gehört. Letztere
geben der Gruppe ihren Namen.
Mudanza.- Bezeichnung für rhythmische
Tanzbewegungen.
Murciana.- Volkstümliches Minenlied, das, wenn
im Flamencostil gesungen, als Taranta
bezeichnet wird.
Músico.- In der Sprache des Flamenco ein
Sänger, der von vielen Kennern und Experten für
schöpferisch gehalten wird.
CONVENTION BUREAU
Juerga.- Fest oder Versammlung von guten
Kennern des Flamenco in einem Lokal oder
Gasthaus, um Flamencomusik zu hören.
Juguetillo.Folklorelied
mit
einigen
Flamencoelementen, deren Text verschiedene
Metriken aufweist, von denen die wichtigste die
Seguidilla castellana ist.
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Malaga, Sonne und Flamenco
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(S)
Saeta.- Diese Liedart, die heute im
Flamencostil gesungen wird, geht auf alte
religiöse Lieder zurück, die vom Volk
während der Prozessionen der Karwoche
gesungen werden.
Salía.- Musik eines Liedes, das zum ersten
Vers oder ersten Teil desselben gehört, der
sofort auf den Temple folgt.
Sentir.- Fühlen. Dem Gesang mit größter
Aufmerksamkeit lauschen und von ihm
bewegt werden.
Serrana.- Liedart, deren Name auf ihren
Entstehungsort zurückgeht: die Sierra. Sie
entstand im 19. Jahrhundert, vermutlich aus
Volksliedern,
die
im
Flamencostil
vorgetragen wurden. Ihre Melodie ist mit der
Caña, Siguiriya und vor allem der Liviana
verwandt.
Siguiriya.- Liedart, die zu Ende des 18.
Jahrhunderts entstand und im 19.
Jahrhundert einen Aufschwung erlebte. Es
handelt sich um eine kraftvolle, dramatische,
nüchterne und bewegende Liedart mit
traurigen, sentimentalen Texten, die von
menschlichen Tragödien erzählen.
Soleá.- Diese Liedart entstand vermutlich am
Beginn des 19. Jahrhunderts als Begleitung
des Jaleo-Tanzes. Sie wurde aber nach und
nach zu einer eigenständigen Liedart.
Sonanta.- Gitarre, insbesondere die
Flamenco-Gitarre.
(T)
Tablaos.- Auf Flamenco spezialisierte Lokale, die
auf die alten Gesangscafés zurückgehen und die
es seit den Fünfzigerjahren gibt. Auch der
Tourismusboom trug zur ihrer Verbreitung bei.
Taconeo.- Beim Tanz, Klopfen mit den Absätzen
der Schuhe.
Tango.- Eine grundlegende Liedart des
Flamenco. Die verschiedenen Arten des Tango
stammen aus Cádiz, Malaga und Sevilla. Der
Tango gehört auch zu den ältesten bekannten
Flamencotänzen.
Tanguillo.- Eine aus der Provinz Cádiz
stammende Liedart, die auch unter dem Namen
Tanguillo de Cádiz bekannt ist, mit lustigen,
ironischen und satirischen, aber immer fröhlichen
und belanglosen Texten.
Tapa.- Deckel. Oberer Teil des Resonanzkörpers
der Gitarre, die die gleiche Form wie der untere
Teil hat. Der Aro verbindet die beiden Teile.
Taranta.- Diese Liedart gehört genauso wie die
Cartageneras, Mineras und Murcianas u.a. zu
den Minenliedern.
Taranto.- Art der Taranta, deren Rhythmus jedoch
dem beschwingten Rhythmus der Zambra ähnlich
ist. Der Taranto existiert auch als Tanz und wurde
wahrscheinlich von Carmen Amaya geschaffen.
Templar.- Stimmen der Gitarre, damit sie reine
Klänge hervorbringt.
Temple.- Quejaos, Jipíos und Farfulleos, die der
Sänger vor Beginn eines Liedes zum Besten gibt.
Temporera.- Im Flamencostil vorgetragenes
andalusisches Volkslied, das heute nicht mehr
gesungen wird.
Tercio.- Verse, aus denen die Copla eines
Flamencoliedes besteht.
Tiento.- Liedart aus Cádiz, die zuerst Tantotiento, d.h. langsamer Tango hieß. Zu diesem
Lied wird auch getanzt.
Tocaor, ra.- Künstler der Flamencogitarre.
Toque.- Spielen eines Instruments, in diesem Fall
der Gitarre. Bezeichnet auch den individuellen
Klang jedes Gitarrenspielers.
Traste.- Bund. Die Erhebungen aus Metall oder
Knochensubstanz am Gitarrenhals und die
Abstände zwischen den Erhebungen.
(V)
Valiente.- So werden Liedarten oder einzelne
Verse bezeichnet, die sehr schwierig vorzutragen
sind.
Variación.- Im Flamenco selten benutzter Begriff,
anstatt dessen normalerweise Falseta benutzt
wird.
Verdiales.- Liedart, die als Prototyp des
ländlichen Fandango aus Malaga gilt. Sie wird
nicht nur von der Gitarre, sondern auch vom
Tamburin und Becken begleitet. Die führende
Stimme hat die Geige inne. Beim Comares-Stil
wird das Lied auch von einer Laute begleitet.
Vibrato.- Eine gesungene musikalische - nicht
literarische - Ausschmückung, die der Sänger,
genau wie die Glosolalia, während des Vortrags
hinzufügt, um den Charakter des Liedes besser
zum Ausdruck zu bringen.
Vidalita.- Im Flamencostil vorgetragene
argentinische Volksliedart mit langsamem
traurigem Charakter, deren Texte normalerweise
von der Liebe handeln.
Voz.- Stimme. Wichtigstes Element des Gesangs.
Weitere wichtige Elemente desselben sind der
Text und die Musik.
(Z)
Zambra.- Dieses Wort bedeutet Fest. Heute gibt
es nur mehr die Zambra granadina in den Höhlen
von Sacromonte, die aus drei mimischen Tänzen
besteht: die Alboreá, die Cachucha und die
Mosca, die drei Teile der Zigeunerhochzeit
symbolisieren.
Vokabular
Rasgueo.- Technik, bei der die Saiten der
Gitarren nacheinander mit der rechten Hand vom
kleinen Finger zum Daumen oder umgekehrt mit
einer fächerartigen Bewegung angeschlagen
werden. Mit dem Daumen werden alle Saiten
beginnend mit den hohen in einer rhythmischen
Bewegung angeschlagen.
Redoblar.- Einen Vers oder einen Teil eines
Verses in einer höheren Tonart wiederholen.
Redoblás.- Die Palmas (Händeklatschen), die
den Kontrapunkt zum Rhythmus bilden. Sie
werden auch als Encontrás bezeichnet.
Redonda.- Bezeichnung für eine süße, weiche,
jedoch männliche Stimme. Im Flamenco sehr
häufig.
Ritmo.- Rhythmus. Geschwindigkeit, die während
eines bestimmten musikalischen Motivs beim
Gesang, Tanz oder Gitarrenspiel beibehalten
wird.
Romance.- Liedart, die auch als Corrido oder
Corrida bezeichnet wird und auf eine besondere
Darbietungsart der volkstümlichen andalusischen
Romanzen zurückgeht. Diese Liedart wird ohne
Begleitung vorgetragen.
Romera.- Liedart aus Cádiz der Gruppe der
Cantiñas, die sich durch ihren gebundenen
Rhythmus sehr gut zum Tanz eignet. Diese Mitte
des 19. Jahrhunderts entstandene Liedart wurde
in den Gesangscafés sehr populär.
Rondeña.- Nach José Luque handelt es sich
dabei um eine weitere Art der Bandolá. Es ist ein
sehr alter Fandango der Hauptstadt, der sich im
19. Jahrhundert konsolidierte, als er sich vom
Land kommend in der Stadt ausbreitete.
Rumba.- Volkslied hispanoamerikanischen
Ursprungs, das durch das Theater verbreitet
wurde. Dadurch wurde die Rumba auch unter
Flamencokünstlern populär, die ihr einen
festlichen Charakter auf halbem Weg zwischen
dem Tango und der Bulería gaben.
.
.
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CONVENTION BUREAU
Vokabular
TOURISMUSVERBAND &
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TOURISMUSVERBAND &
CONVENTION BUREAU
festivals und wettbewerbe.
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TOURISMUSVERBAND &
Landkreis von La Axarquía.
Flamenco Festival - Wine Night. August.
Festivals und Wettbewerbe
FUENGIROLA.
Westliche Costa del Sol.
Flamenco Festival . Oktober.
GAUCÍN.
Am Beginn der Sechzigerjahre des vergangenen
Jahrhunderts wurden die ersten Flamencofestivals
veranstaltet, von denen auch heute noch zahlreiche
abgehalten werden. Im Anschluss finden Sie eine
alphabetische Liste der Orte, an denen Festivals
stattfinden.
ALCAUCÍN.
Landkreis von La Axarquía.
Flamenco Festival. Juli.
ALGARROBO.
Landkreis von La Axarquía.
Flamenco Festival de Algarrobo. Juni.
ALHAURÍN DE LA TORRE.
Guadalhorce Valley.
Festival Torre del Cante. Junio.
ALHAURÍN EL GRANDE.
Guadalhorce Valley.
Noche Flamenca. Juli.
ÁLORA
Antequera.
Santa María Flamenco Night. August.
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Malaga, Sonne und Flamenco
BENALMÁDENA.
Westliche Costa del Sol.
Flamenco Festival. Juli.
BENAMARGOSA.
Landkreis von La Axarquía.
Flamenco Festival. Juli.
CAMPILLOS.
RIOGORDO.
GUARO.
RONDA.
Landkreis von la Sierra de las Nieves.
El Almendro Flamenco Festival. Juni.
Comarca von la Serranía von Ronda.
Flamenco-Nacht Festival. September.
MALAGA.
TORREMOLINOS.
Landkreis von Malaga.
Malaga Fair Festival. August.
Biennale ,Málaga en Flamenco’.
Miraflores de los Ángeles Festival. Mai.
Westliche Costa del Sol. Flamenco Festivall.
Flamenco Festival. August.
CANILLAS DE ACEITUNO.
MARBELLA.
Landkreis von La Axarquía.
Flamenco Festival . August.
Landkreis von la Costa del Sol Occidental.
Westliche Costa del Sol. Flamenco Festivals
(mehrere).
CASARABONELA.
Landkreis von la Sierra de las Nieves.
Flamenco Festival . Juli.
COÍN.
Guadalhorce Valleye.
Flamenco Festival -Memorial Pepe de la Isla. Juli.
Comarca von la Axarquía. Flamenco Night. Juli.
VILLANUEVA DE ALGAIDAS.
Comarca von Nororma. August.
MANILVA.
Landkreis von la Costa del Sol Occidental.
Westliche Costa del Sol. Flamenco Festival.
August.
Landkreis von Antequera.
Flamenco Festival de Casabermeja. Juni.
Comarca von La Axarquía.
Flamenco Festival Juli.
Landkreis von la Serranía de Ronda.
Flamenco Festival del Corcho. Juli.
Landkreis del Guadalteba.
Flamenco Festival de Campillos. August.
CASABERMEJA.
RINCÓN DE LA VICTORIA.
MIJAS.
Westliche Costa del Sol. Flamenco Festival.
Juli.
MONDA.
Sierra de las Nieves. Flamenco Festivals.
Flamenco Festival de Monda. Juli.
OJÉN.
VIÑUELA.
Comarca von la Axarquía.
Flamenco Festival von la Viñuela. August.
Üblicherweise werden jedes Jahr von den Vereinigungen Wettbewerbe in Flamencogesang veranstaltet, auch wenn diese in manchen Jahren
aus verschiedenen Gründen ausfallen können.
Die Wettbewerbe werden sowohl von Flamencoals auch Freizeitvereinigungen abgehalten. In
der Provinz Malaga gibt es Vereinigungen u.a. in
Alhaurín de la Torre, Álora, Antequera, Ardales,
Campillos, Colmenar, Estepona, Mijas, Nerja,
Ronda, Torremolinos, Torrox und Vélez Malaga.
In der Hauptstadt gibt es mehrere Freizeitvereinigungen, die Wettbewerbe veranstalten.
Sierra de las Nieves. Flamenco Festival.
Flamenco Festival de Ojén. Juli.
Inhalt
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Festivals und Wettbewerbe
.
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Festivals und
Wettbewerbe
ANTEQUERA.
Landkreis del Guadalteba.
Flamenco Festival. Agosto.
Landkreis von La Axarquía.
Flamenco Festival de Periana. Mai.
Festivals und
Wettbewerbe
Guadalhorce Valley.
Flamenco Festival. Juli.
ARDALES.
PERIANA.
CONVENTION BUREAU
CÓMPETA.
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TOURISMUSVERBAND &
CONVENTION BUREAU
Biennale ,Málaga en Flamenco’
Die Provinzialverwaltung Malaga initiierte 2005 eine
Reihe von Flamenco-Programmen, die darauf ausgerichtet waren, die einheimischen Flamenco-Stile innerhalb und außerhalb unserer Provinz zu fördern sowie eine vielfältige Gruppe von Künstlern aus Malaga
aus den drei Flamenco-Facetten (Gesang, Tanz und
Instrumentalbeitrag) vorzustellen. Viele von ihnen waren damals kaum bekannt und können sich nun nach
2 Jahren mit den Großen des Genres messen.
Málaga en Flamenco
.
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Malaga, Sonne und Flamenco
Bei der ganzen Biennale ist die mystische Nummer
7 der gemeinsame Nenner, denn geplant sind 7 KonInhalt
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zerte, 7 neue Produktionen und 7 Vorträge der Programmreihe. 7 fantastische Schauplätze der Provinz
Malaga - die Stiftskirche Colegiata de Santa María la
Mayor, die Landschaft Torcal bei Antequera, die Plaza Ochavada in Archidona, die Höhle Cueva de Nerja, die Festung Castillo de Sohail in Fuengirola, der
Guadalhorce-Stausee bei Ardales und die Stierkampfarena in Ronda - dienen als Szenarien von
Programmen, die den jeweiligen Platzverhältnissen
sowie Profil und Geschichte entsprechen.
Am 7. Tag im 7. Monat des Jahres 2007 nimmt um
0 Uhr die neue Flamenco-Veranstaltung in Malaga
mit "Siete secuencias de arte aguardando la salida
del sol" (7 Sequenzen der Kunst in Erwartung des
Sonnenaufgangs) ihren Anfang.
Festivals und Wettbewerbe
Malaga, Sonne und Flamenco
.
Die erfolgreiche Aufnahme der Veranstaltung im
Jahr 2005 macht es nun möglich, dass sie auch
in diesem Jahr erneut als Plattform für die Präsentation neuer Künstler und offene Tür für andere fungiert, die mit großer Erwartung den Moment
ihres Erfolgs herbeisehnen.
Zum Programmangebot "Nos vemos en tu peña"
zählen Künstler der Sparten Gesang, Tanz und Gitarrenspiel, die bei der letzten Veranstaltung nicht
präsentiert wurden. Zu den diesjährigen Neuheiten
gehört unter anderem die Hommage an den
großen Gitarrenspieler Paco de Lucía, den wir erfreulicherweise schon beim letzten Mal auf der Plaza de la Malagueta erleben konnten. Weiterhin der
Liedermacher-Kurs unter der Leitung von Antonio
Fernández Díaz "Fosforito" sowie die Vortragsreihen über Salvador Rueda, die heutige Situation des
Flamenco in "Crónicas de Andalucía", "Flamenco y
poesía", "La Música contada" etc.
Málaga en Flamenco
Shows, Flamenco in den ‚Peñas' (FlamencoClubs), Auftritte in Theatern, Vorträge, Darbietungen, große Konzerte, Plattenaufnahmen und Buchveröffentlichungen waren einige der unterschiedlichen Aktivitäten, die im Laufe dieser ersten, in zweijährigem Abstand stattfindenden Programmreihe
geboten wurden. Ihr Auftakt erfolgte im Theater Miguel de Cervantes mit der 5. Verleihung des Llave
de Oro del Cante (Goldener Schlüssel für Gesang)
an den meisterhaften Fosforito.
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anekdoten.
Anekdoten
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TOURISMUSVERBAND &
Als Beni und Cojo Peroche eines Tages durch
Cádiz spazierten, kamen sie zufällig in die
Straße, in der das Geburtshaus von José María
Pemán steht. Als sie das Schild sahen, das auf
diesen Umstand hinweist und auf dem zu lesen
ist: "Hier wurde der Schriftsteller José María
Pemán geboren…", fragte Beni aus Cádiz
Peroche:
- Antonio, was glaubst du, was wird
wohl auf dem Schild stehen, das sie
einmal an der Fassade meines
Hauses anbringen, wenn ich tot bin?
Und Peroche antwortete ihm mit dem für ihn
typischen Humor und Gelassenheit, ohne zu
überlegen:
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Malaga, Sonne und Flamenco
-Gallina, ich hoffe, du weißt, was du
sagst, wir haben noch viele
Kilometer vor uns.
-Aber ich bin ganz sicher, Pepe,
dass wir rechts fahren müssen, ich
garantiere es Ihnen.
Da El Gallina so sicher zu sein
schien, waren auch die anderen Fahrgäste dafür,
rechts weiterzufahren. Nach einer langen Fahrt
hielt der Bus schließlich an einem Fluss, der
ihnen den Weg versperrte. Allen wurde klar, dass
sich El Gallina geirrt hatte und dass sie die linke
Straße hätten nehmen müssen. Als El Pinto ihn
auf seinen Fehler aufmerksam machen wollte, fiel
El Gallina selbst da noch eine Ausrede ein:
-Nein, das ist schon der richtige Weg,
nur letztes Jahr war der Fluss noch
nicht hier!
Und dieser Ignacio muss wirklich ein extremer
Faulpelz gewesen sein, denn um nicht
aufstehen zu müssen, machte er sich eine 20
Meter lange Peitsche und immer wenn eine
Katze kam, schlug er sie mit der Peitsche, ohne
von der Bank aufzustehen.
Könnte man Humor wiegen oder messen, dann
hätte der Sänger aus Malaga Pepe el de la
Berza Tonnen bzw. Kilometer besessen. José
Blanco Fernández, und das war sein Glück,
verdiente mit dem Singen viel Geld, starb aber,
wie viele andere Künstler, arm. Er trat oft mit El
Trinitario, El Capuchinero und Manolillo el
Herraor auf und der letztgenannte erzählte mir
folgende Anekdote:
-Na gut, dann deck mich halt mit
dem Schuldschein zu.
Als die Truppe von Miguel de los Reyes in
Zaragoza auftrat, wollte der Liedermacher aus
Málaga, dass Pepito Vargas, der zum Ensemble
gehörte, ihn als Sohn einer Sängerin vorstelle,
die im Café de Chinitas aufgetreten sei. Etwas
Familientradition, die einem Künstler nie
schadet.
Als Pepito ihn vorstellte, rutschte Miguel, der auf
einer Wendeltreppe aus seiner Garderobe
herabstieg, aus und fiel zu Boden. Das sah eine
Künstlerin, die die Schwester einer berühmten
Liedermacherin war und die sehr lange Zähne
hatte. Als Miguel vom Boden sah, wie sie sich
vor Lachen bog, schrie er mit dem ihm eigenen
Humor:
-Und du, worüber lachst du, dass
dir die Rippen beim Mund
herausschauen?
Als Pepe el de la Berza sehr krank war und fror,
sagte er zu seiner Frau, die neben ihm im Bett
weinte:
-Deck mich zu, María, mir ist sehr
kalt.
Mit Tränen in den Augen antwortete sie ihm:
-Erinnerst du dich nicht, Pepe, dass
ich heute Morgen die Decke
verpfändet habe?
Index
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Anekdoten
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Folgende Anekdote erzählte mir der Sänger
Antonio Fernández "Romerito", der in La Línea
de la Concepción geboren wurde und in Malaga
lebte und starb. Auf einer der vielen Tourneen, die
Pepe Pinto mit Los Gaditanos und anderen
Künstlern durch Extremadura unternahm, kamen
sie einmal an einen Punkt, wo sich die Straße
teilte. Dort hielt der Fahrer den Autobus an, da er
nicht wusste, welche Straße er nehmen musste.
Romerito erzählt, dass El Gallina, ein
Schuhputzer aus Sevilla, als Helfer von El Pinto
mit ihnen reiste. Als er erfuhr, was los war, trat er
nach vorne und sagte selbstsicher:
El Pinto, der wusste, dass El Gallina ein
Besserwisser war, sagte:
-Ignacio, ich schicke dich als
Wächter in den Park, da musst du
so gut wie gar nichts machen. Du
setzt dich auf eine Bank und passt
auf, dass die Katzen nicht in die
Gärten laufen.
Und dieser antwortete ihr mit dem Humor, der
ihn selbst angesichts des Todes nicht verließ:
Anekdoten
Anekdoten
-Zu verkaufen!
-Wir müssen rechts fahren. Das weiß
ich sicher, denn ich war letztes Jahr
schon hier
Ignacio Ezpeleta soll sehr faul, sogar extrem faul
gewesen sein. Als sie ihn beim Schlachthof
hinauswarfen, fand er durch Bekannte eine
Stelle als Wächter im Park. Der Verantwortliche
sagte zu ihm:
CONVENTION BUREAU
Anekdoten rund um den
Flamenco
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