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HORST RAABE
S IN D A P P O SIT IO N E N M IT IH R E R B A S IS R E F E R E N Z ID E N T IS C H ?
— A p p o sitio n , G e g e n sta n d sid en titä t und R e fe r e n z id e n titä t —
0. Das H a u p ta u g e n m e rk dieses Beitrags soll a u f a p po sitionellen K o n ­
s tru k tio n e n des T y ps “ eine N om inalp hrase (NP) ist an eine NP a p p o n ie r t”
liegen. Ein einfaches Beispiel für diesen Bereich wäre (N P ’ sei das Zei­
chen für die A p position):
(1)
Sein F reund, e i n
NP
Linguist,
NP’
h a t d iesen S a tz analysiert.
A u f d en ersten Blick mag es scheinen, daß solche K o n s tr u k tio n e n wenig
Problem e aufgeben, stellen sie d och , gemessen an an d eren sprachlichen
Gegenständen, ein relativ leicht erklärbares, ein relativ leicht beschreib­
bares u n d so m it auch, — k ö n n te m an jedenfalls a n n e h m e n —, ein relativ
hinlänglich u n d zufriedenstellend beschriebenes sprachliches P h ä n o m e n
dar. Vielleicht m a c h t dies auch den ziemlich geringen A u fw an d verständ­
lich, d er bisher bezüglich der Beschreibung eben dieser A p p o sitio n be­
trieb en w urde. Doch d er A nschein d er S elbstverständlichkeit trügt, las­
sen sich d och anläßlich der sich hieran ansch ließen den situativen Einfüh­
rung (Kap. 1) sehr wohl eine ganze R eihe von Prob lem stellun gen erken ­
nen. Allerdings wird m an sagen dürfen, daß diese Pro blem stellu ng en sich
vor allem aus den B emühungen ergeben, die A p p o sitio n über den bisher
üblichen R a h m e n hinaus detaillierter u n d um fa ssen de r zu beschreiben,
daß sie also m e h r in d er Peripherie der A ppo sition sbesch reib un g anzu­
siedeln sind.
Was n u n in diesem Beitrag für u n d an h an d dieses N P -N P ’ Bereichs pro ble­
m atisiert w erden soll, ist j ed o c h keineswegs in d e r Peripherie d er Des­
k rip tio n appositioneller K o n s tr u k tio n e n anzusiedeln, vielm ehr trifft es
d eren Kern. Und dieser heißt:
Für alle appositionellen K o n s tr u k tio n e n sollten Id e n titä tsv o rk o m m e n ,
die d u rch die A pp ositio n u n d ihren aktualisierten (bzw. virtuell angeleg­
ten ) B ezu gspu nk t involviert sind, u nab d in g b are V oraussetzung sein.
Diese F o rm u lieru n g verrät V orsicht, — un d dies aus g u te m G ru nd , sind
do ch die Regeln,die bezüglich dieses P u n k tes vorgeschlagen w urd e n , sehr
312
divergent, in m a n c h e n Fällen geradezu k o n trad ik to ris c h . B efaß t m an
sich im w eiteren m i t obiger F o rm u lieru ng näher, so lassen sich aus ihr
folgende Fragen ableiten, die den an ge schnittenen P ro blem kreis d e r ap­
positionellen Identitätsverhältnisse zw eifelsohne stru k tu r ie re n u n d prä ­
zisieren helfen:
— G ibt es bei d e r A p p o sitio n verschiedene A rten des I d e n t it ä ts v o r k o m ­
mens? u n d
— G ibt es appositioneile K o n s tr u k tio n e n o h n e ein I d e n titä ts v o r k o m ­
m en?
Diesen b eid en Fragen nachzu geh en un d sie (zu m in d est für d en N P -N P ’
Bereich) versuchsweise zu b ea n tw o rte n , soll nu n das eigentliche Ziel der
w eiteren A usfüh run g en sein.
1. Beginnen wir je d o c h m it einem A briß von dem , was A p p o sitio n darstellt. Dies kann uns helfen, den eigentlichen “ N P ’ ist A p p o sitio n zu
N P ” -K o m p lex einzugrenzen un d ihn gleichzeitig vor einem g rö ß e re n H in­
terg ru nd tr a n sp a re n t w erden zu lassen.
1.1. Es liegt au f der H and, — d er Begriff “ A p p o s it io n ” d e u t e t es an —,
d aß zu e in er app ositionellen K o n str u k tio n zwei Dinge g ehö ren : die A p p o ­
sition selbst u n d d er B e zu gspu nk t d e r A pp o sition , die Basis. N e n n e n wir
die A p p o sitio n X ’ u n d die Basis X, so ist d ad u rc h w ied eru m im pliziert,
d a ß diese X -X ’-A p po sitio nsfo rm a u f das verschiedenste gefüllt w erd en
kan n u n d d aß sich, basierend a uf den jeweiligen F üllungsm öglichkeiten,
eine ganz spezifisch appositionelle X-X ’ K o m b in a to rik ergibt. Hierzu
einige Beispiele:
NP-NP': (2)
P ro no m en N P ’:
(3)
NP-Relativs a tz ’:
(4)
D er B e z u g s p u n k t der A p p o s i t i o n , die
B a s i s , ste llt eine V ora u ssetzu n g fü r a p p o sitio n e ile
K o n str u k tio n e n dar.
Sie, die A p p o s i t i o n ,
term in a tiv e n Charakter.
ha t p rin zip ie ll n ic h t-d e ­
D ie A p p o s i t i o n , d i e p r i n z i p i e l l n i c h t d e t e r m i n a t i v e n C h a r a k t e r s i s t , kann
verschieden realisiert w erden.
313
NP-Adjektiv ’:
(5)
GliedsatzN P ’:
(6)
D ie g a n z e P r o b l e m a t i k , z w a r O p p o s i ­
t i o n e 11, j e d o c h n i c h t s e n s a t i o n e l l ,
w ird an anderer S te lle a usführlich b e h a n d e lt w erden.
D aß alle A p p o s i t i o n e n a u f p a r e n t h e ­
tischen K opula sätzen beruhen sollen,
in d e r Tat e i n e i n t e r e s s a n t e F e s t s t e l ­
l u n g , k a n n das P roblem je d o c h n u r zu r H ä lfte lösen.
u. a. m.
Die hier angesprochene NP-N P’ K o m b in a tio n stellt also, versteht m a n die
A p p ositio n vor d em H intergrund dieses Beschreibungsansatzes, n u r eine
appositionelle K o n stru k tio n s m ö g lic h k eit u n te r m e h r e re n d a r . 1
1.2. Eng verb u n d en mit dieser G e s ta ltk o m b in a to rik ist n u n d e r nächste
deskriptive Schritt, nämlich die B eh and lu ng der Stellungsmöglichkeiten,
die d er A p p ositio n offen stehen: X X ’ (eng-nachgeordnet), X ...X ’ (weit
n ach g eo rd n et), X ’X (eng-vorgeordnet), X ’...X (weit v o rgeo rd ne t), (x*)
(ein geo rd net; bei z.B. X ist ein S a t z ) . 2 Diese Stellungsm öglichkeiten
sind natürlich relativ zu sehen zu den jeweiligen gestaltm äßigen Realisa­
tio n en von X u n d X ’ (das heißt, pro G e sta ltk o m b in a tio n sind ganz spe­
zielle Stellungen bildbar), relativ zu d en involvierten R e la tio n sb e d e u tu n ­
gen, die zwischen X u n d X ’ anzusiedeln sind, relativ d a m it auch zu den
jeweiligen lexem atisch en (sem antisch en) Füllungen d e r X u n d X ’ R äum e
u n d relativ natürlich zu dem k o n k re te n Z u sc h n itt d e r sprachlichen K e t­
ten, in die X u n d X ’ integriert sind.
1.3. Die Deskription ap positioneller K o n s tr u k tio n e n ist unvollständig
o h n e die B ehandlung der gerade angespro chen en R e lation sbed eu tun ge n,
im w eiteren Sinne auch der stilistischen F u n k ti o n e n , die zwischen X und
X ’ existieren kö n n e n , als da sind:
Begründung, Betonung, Erklärung, D efinition, Reflex, R e striktion , E x ­
kurs, K o rre k tu r un d andere mehr. Hier müssen die Fragen b e a n tw o rte t
w e rd en : Welcher Satz von R e latio n sb e d e u tu n g en k a n n generell zwischen
X u n d X ’ angesetzt werden?
Welche R elatio n sb e d e u tu n g en w erden von w elcher G e sta ltk o m b in a tio n
selegiert?
314
Dieser S elek tion sansatz k a n n natürlich no ch tiefer greifen, beispielswei­
se a u f d e r S tu fe d e r lex em atisch en Füllung von X u n d X ’. 3 D aß eine ex ­
plizite B eschreibung fein au sdifferen zierter R e la tio n sb e d e u tu n g e n bei
den gegenw ärtigen M öglichkeiten linguistischer D esk rip tio n in g ro ß e m
Stil n ich t möglich ist, liegt a u f der Hand. Bisherige Ä uß eru n g en hierzu,
von “ E rgebnissen” wird m a n w ohl n ic h t sprechen dürfen, sind d e n n auch
als intu itiv u n d ä u ß erst d efe k tiv anzusehen.
1.4. D och b e d a rf es gar n icht d er teilweise einem h öh eren , te x t s e m a n ti­
schen Niveau verp flic hte ten R ela tio n sb ed eu tu n g e n , um die G re n z e n des
gegenwärtig d eskripto risch Leistbaren aufzuzeigen. Es genügt sch on die
Frage n ach d e m jeweiligen k o n k re te n Z u sc h n itt der S e lek tio n s b ed in g u n ­
gen, die zw ischen X un d X ’ bestehen, um (einmal m eh r) zu d e m o n s tri e ­
ren, d a ß z u m in d e st hier die J u n k t io n von o p tim ale r E x plizitheit u nd
g ro ßer G eneralisierbarkeit bezüglich der in A n w en d u n g k o m m e n d e n R e ­
geln gegenw ärtig no ch n ich t a n n ä h ern d befriedigend erreichbar ist. Hier­
zu zwei Beispiele aus de m (noch ziemlich einfachen) NP-NP’ Bereich4 :
(7)
* M ein neues M o to rra d , ein g u ta u sseh en d er ju n g e r M ann, ist
sch o n reparaturbedürftig.
(8)
* Salvatore G., ein S u p erd in g m it 154 PS, d a r f n ic h t verges­
sen w erden.
1.5. G e sta ltk o m b in a to rik , Stellungsspiel, R e la tio n sb ed eu tu n g e n u n d Se­
lek tio nsb edin gu ng en helfen den Begriff d er A p po sition wie auch die
A porien linguistischer D eskrip tio n bezüglich dieser A p p ositio n zu u m ­
reißen.
Nach wie vor a usgek lam m ert blieb in unserer Darstellung bisher je d o c h
d er V ersuch einer allgemeineren Begriffsbeschreibung bzw. d e r V ersuch
d er A bfassung von Regeln, die charakteristisch für den gesam ten app osi­
tionellen K o n stru k tio n s b e reic h sind.
Dies soll im folgenden m it einer Aussage nachg eho lt w erden, die vor al­
lem w ichtig ist für das V erständnis des hier ausgesonderten N P-N P ’ Be­
reichs, u n d zwar:
Das Hinzufügen o d e r Tilgen d er A p p ositio n läß t den W ahrh eitsw ert des
Satzes, a u f den sie sich d ir e k t od er ind irek t (qua S atzelem ent in F u n k ­
tio n X) bezieht, u nan getastet.
Dieser Satz teilt, wie in aller D e utlic hke it gezeigt w erden k o n n t e 5 , eine
315
ganze Reihe vo n K o n stru k tio n e n , die tradition ell e tw a u n te r de r Bezeich­
nu ng “ enge A p p o s it io n ” laufen, aus d em N P -N P ’ Bereich ab u nd weist
sie d e r E rscheinung d er D e term in a tio n , also z.B. der determ in ativ en
J u x t a p o s it io n zu. Beispiele solcher K o n s tr u k tio n e n sind;
(9)
(10)
Im D eutschen:
K ö n ig G eorg
H err M eier
Wir S o ld a te n
P rovinz H a n n o ver
Im Französischen:
titre d e roi
ville d e Paris
dam e b e le tte
u. a. m.
Dieser A uffassung, die gleichzeitig im S tan d e ist, einen lan gan haltend en
D isp u t in nerhalb de r französischen S p rachw issen sch aft aus d e r Welt zu
sc h a ffe n 6 , m ö c h t e n w ir uns hier anschließen. D er tra d itio n elle Begriff
von A p p o s itio n 7 verliert näm lich d urch die A u fn a h m e von Ä nderungen,
die a u f obiger Aussage b eruh en, einiges an der ihm zu sp re ch b are n H ete­
ro genität, H e te ro g en ität insofern als u n te r seinem D e c k m a n te l so gänz­
lich verschiedene P h än o m en e wie S u b o rd in a tio n u n d K o o rd in a tio n rela­
tiv u n d iffe re n z ie rt v o nein and e r z u sam m en g efaß t w u rd e n . Die appositio­
nellen NP-N P’ K o n str u k tio n e n , die im A n schluß e in ge he nd er d isku tiert
w erden , e n ts p re c h e n also voll d em P o stu lat d e r begrifflichen H o m ogeni­
tä t, d.h. sie sind alle k oordinative K o n stru k tio n e n .
Dieser A n satz läß t sich o hn e Schw ierigkeiten m it d e r H y p o th e se d er Generativisten in V e rb ind un g setzen, daß die (allerdings n u r “ n achgetrage­
n e n ” !) app ositionellen K o n str u k tio n e n in engem V erhältn is zu sehen
sind m it nicht-restriktiven Relativsätzen u n d der P arenthese.
W. M otsch h a t dieses V erhältnis für den N P-NP’ Bereich als erster trans­
fo rm a tio n e il zu beschreiben versucht un d h a t einen ersten S c h ritt dazu
getan, die In terrela tion zwischen P arenthese, n ic ht-re striktivem Relativ­
satz u n d A p p o sitio n genauer zu b e le u c h te n .8 D a d u rc h daß, nach unserer
Ü berzeugung, u n te r A p p ositio n prinzipiell n u r K o o rd in a tio n zu verste­
hen ist, ka nn gleichzeitig d er Blick gew eitet w erden , d.h. es k ö n n e n ne­
ben N P-NP’ sowie N P-Adj’ die Parenthese, d er n icht-restriktive Relativ­
satz, d er nicht-determ in ative Gliedsatz, — auch o b e rflä c h e n stru k tu re ll —,
u n te r b e s tim m te n Bedingungen in den Begriff d er A p p o sitio n integriert
werden. Es versteht sich natürlich, daß dies sinnvollerweise n u r u n te r
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de m Blickwinkel d er logischen S tr u k t u r des Satzes geschehen k an n ; d.h.:
der R elativsatz h ö r t n ich t auf, Relativsatz zu sein.
1.6. Was appositionelle K o n s tr u k tio n e n n un von einigen anderen k o o r ­
dinativen Gebilden un tersch eid et, ist die Bedingung, die w ir ganz zu A n ­
fang (Kap. 0.) a n g e d e u te t h aben u n d die sich in d en einzelnen Schriften
zu r A p p o sitio n re c h t unterschiedlich fo rm uliert findet: es ist die Bedin­
gung, d a ß eine wie auch im m e r geartete un d wie auch im m er situierte
Id e n titä t den K o m p le x NP m it d e m K o m p le x N P ’ zu verbinden habe.
Der A nsatz einer Id e n titä t scheint z u m in d e st u n u m s tri tt e n zu sein.
Bezüglich des generellen “ logischen” Wertes, der die R ela tio n zw ischen
X u n d X ’ k en n ze ich n et, u nd so m it auch die A p p o sitio n prinzipiell cha­
rakterisiert, gehen die M einungen hingegen auseinander: einmal w ird die
“ reference c o m m u n e p r o f o n d e ” als Begründung für die H y p o th e se eines
(relativ a b stra k te n ) Ä quivalenzw ertes v erw e n d e t9 , zu m a nd eren finden
sich A nsichten, die, im A nschlu ß an die Frage: W erden nicht-restriktive
Relativsätze von NP o d e r S (Satz) d o m in iert?, einen k o n ju n k tio n a le n
W ert für sehr wahrscheinlich h a l t e n . 10 Es versteht sich, d a ß Ergebnisse
bezüglich a pp ositioneller Identitätsverhältnisse, so wie sie hier zu erzie­
len versu cht w erden, folgerichtig auch für eine B ew ertung de r Ä quiva­
len zh y p o th e se relevant sind, eine Bewertung, die hier u nd je t z t allerdings
n ic h t in A ngriff g e n o m m e n w erden soll.
2. W enden w ir uns vielmehr einer B estan dsa ufn ah m e d er M einungen zu,
die hinsichtlich d e r d en appositionellen K o n s tr u k tio n e n un terliegen den
Id e n titä t g e ä u ß e rt w u rd en.
2.1. N a c h d e m schon in älteren B etrac h tun gen zu r A p p o sitio n I d e n titä ts ­
verhältnisse zwar nie explizit b e n a n n t w erden , sich je d o ch zw eifelsohne
a n g e d e u te t f i n d e n 11, k o m m t die g enerativ-transform ationell o rien tierte
Beschreibung n ich t o h n e explizite Hinweise a u f “ I d e n t i t ä t ” aus.
Dies erklärt sich vor allem dad u rc h , daß die N P ’ de r o b e rf lä c h e n s t ru k t u ­
rellen N P-NP’ K o n s tr u k tio n in der T ie fe n s tr u k tu r als ein p a re n th e tisc h e r
K opulasatz, d er in NP e in g eb e ttet ist, e rs c h e in t12, u nd d a ß die B edin­
gungen, die eine solche E in b e ttu n g des Kopulasatzes voraussetzt, natü r­
lich n äh er zu b e zeic hn en sind. Dies will sagen: H at m an d en Satz
(1 1)
Sein Vater, ein L inguist, a n alysierte diesen T e xt.
so k o m m t ihm folgende zu gru nd e liegende S tr u k tu r zu:
317
(11a) Sein Vater, sein V ater
Np x
sei- ein L inguist, analysierte diesen T ext.
NPs
1
X
N P pr
I
X’
Für die hier v o rg en o m m en e E in b e ttu n g gelten die B edingungen:
S, weil appositiv, wird n ich t von Det, son d ern von NP d o m in ie rt;
es m u ß eine wie auch im m er begründete B eziehung zw ischen NP
u n d S (d.h. zwischen N P x , N PS, N P p r) bestehen.
Diese sehr ne u tral angesprochene zweite Bedingung, die uns ja vo r allem
interessieren m u ß , fin d e t sich n un in der L ite ra tu r fo lg e n d e rm a ß e n ge­
faßt:
a. “ Eine Basis für die E rzeugung von A p p o sitio n en sind p a re n th e tisc h e
K opulasätze, d eren S u b je k t m it d e m S u b je k t der NP, a u f die sich die
P aren these bezieht, identisch is t.”
b. “ Für Sätze, die in NP e in g e b e ttet sind, gelten die B edingungen:
(a) Satz m u ß eine NP e n th alten , d eren N m it d e m N d e r d o m in ie r e n ­
den NP identisch ist.”
c. “ In NP ein g e b e ttete K opulasätze, d eren S u b je k t m i t d e m B eziehungs­
w o r t ü b ereinstim m t, k ö n n e n bis a u f das Prädikativ u n d b e s tim m te
Adverbiale red uziert w e rd e n .”
d. “ Diese T ran sfo rm atio nsreg el (g em eint ist die E in b e ttu n g stra n sf o rm a ­
tion , d e r Vf.) d a rf n ur d a n n a ng ew e nd et w erd en, w en n der erste Satz
ein Su bstan tiv en th ält, das m it einem S ubstantiv des zw eiten Satzes
identisch ist.” 13
Ü berprüft m an die Aussagen a. bis d., so ergibt sich, d aß bei den A u to ren
die V orstellungen darüber, au f was sich das Identische zu beziehen habe,
relativ vage sind.
Einmal (Z ita te b., d.) sollen beide N bzw. beide Su bstan tive (als B estand ­
teile ein er NP) identisch sein.
Dies mag zw ar für eine R eihe von Sätzen (vgl. Kap. 4.) stim m en, jed o ch
scheinen uns d u rch au s einbettungsfähige Fälle (z u m in d est) möglich, bei
d en en keine “ Id e n titä t von N zu N ” vorzuliegen brau cht:
(12)
Platon,
m ehr.
ein h o c h b e rü h m te r P hilosoph, le b t längst n ic h t
(12a)
P l a t o n , dieser M a n n w ar ein h o c h b e rü h m te r P hilo­
soph, le b t längst n ic h t m ehr.
(13)
U nser H u n d , ein ko stb a rer Z w erg p u d el, w ird sicher w ie­
d erg efu n d en w erden.
(1 3a)
U nser H u n d , das T i e r ist ein k o stb a re r Z w erg p u d el,
w ird sicher w ie d erg efu n d en w e rd e n .14
Dann (Z itate a., c.) wird w eiterhin Ü bereinstim m u ng des Su bjek ts des
ein g eb e tte te n Kopulasatzes m it d em B eziehungsw ort verlangt, o d e r auch
Ü b erein stim m u n g des Su bjek ts des e in g eb e tteten K opulasatzes m i t dem
S u b je k t (!) d er NP, a u f die sich die Parenth ese bezieht.
Hierzu lä ß t sich n u r sagen, daß, — abgesehen davon, d aß w ir uns schlecht
etw as u n te r dem S u b je k t einer NP vorstellen kö n n en , es sei denn, es h a n ­
delt sich hier u m d en verklausulierten Hinweis au f den R e feren ten , viel­
leicht auch a u f den Nukleus-, diese A n sätze offensichtlich der gleichen
Kritik unterliegen, wie sie für “ N m u ß identisch sein m it N ” fo rm u liert
wurde.
Die Schlu ßfolgerung, die sich für uns aus obigem ableiten läßt, ist, daß
die Beziehungsverhältnisse, die für NP u n d den p a ren th etisc h e n K o p u la ­
satz anzu setzen sind, d och w esentlich k o m p le x e r zu sein scheinen u nd
so m it um einiges differenzierter gefaßt w erden müssen als dies bis je t z t
319
geschehen k o n n te .
Natürlich läß t sich diese Folgerung auch in die Frage kleiden, ob bei der
Erklärung d e r Beziehungsverhältnisse zu d er Beschreibung d er angespro­
chenen N o m in a lid e n titä t nich t noch zusätzlich eine Beschreibung d e r re­
ferenzid entischen V erhältnisse hinzugezogen w erden sollte, m i t d eren
Hilfe ja erst die sich als no tw en d ig erw eisenden w eiteren D ifferen zieru n ­
gen v o rg e n o m m e n w erd en können.
Daß u n d wie dieser Frage en ts p ro ch en w erd en k an n, soll im Einzelnen
in Kap. 3. ff. nachgewiesen werden.
Als auffällig m ö c h t e n w ir n u r die B eschränkung bezeichnen, die sich bei­
de A u to re n hinsichtlich d e r Ü b ernah m e eines wie auch im m er g e arte ten
tieferg eh en den Identitätsansatzes auferlegt haben.
2.2. Eine solche Z u rück haltu n g ist jedenfalls nich t in den Z ita te n zu ver­
spüren, die im folgenden vorgeführt w e rd en sollen. Sie alle sind in neueren,
n ich t generativ-transform ationell o rie n tie rte n A usfü hru ng en zur A p p o si­
tion zu finden:
e. “ ... appositive c o n stru ctio n s im ply oneness or id en tity o f referen t, i.e.
b o th (o r all) nuclei refer to th e same ‘person or thing m e a n t ’.”
f. “ On en vient a d istinguer d e u x sortes d ’equivalences, la reference
c o m m u n e p r o f o n d e et la relation d ’im plication r£ c ip ro q u e .”
g. “ Die A p p o sitio n ist referenzidentisch m it ihrem Bezugsw ort, d.h. A p ­
position u n d Bezugsw ort beziehen sich a u f das gleiche O b je k t o de r
den gleichen Sachverhalt in d er außersprachlichen R e a li tä t .”
h. “ L ’a pp osition designe tou jo u rs le m em e etre, le m em e ob jet, le m e m e
fait ou la mSme idee que le n o m q u ’elle co m p lete; . . . 15
Eigentlich m ü ß te sich je t z t eine Ü berprüfung dieser A n sich ten anschließen,
do ch m ö c h te n wir vorerst d a ra u f verzichten, da wir es für günstiger hal­
ten, bei d e r z u n e h m e n d e n K o m p le x itä t der in Frage k o m m e n d e n Sach­
verhalte, vorab in aller Kürze die Identitätsverhältnisse zu s tru k tu r ie re n
u nd ihre Relevanz bezüglich der verschiedensten N P-NP’ K o n s tr u k tio n e n
zu u nte rsu che n.
Dies bringt den V orteil m it sich, d a ß die Präsentierung d er für die p ra k ­
tischen A usführungen in Kap. 4. relevanten V orstellungen geleistet ist
un d daß gleichzeitig, o h n e R ed u n d an z, die S chw ächen u nd U nk larh eiten
320
der obigen A nsich ten vor eben diesem S tru kturierun gsv ersuch verständ­
licher g e m a c h t w erd en können.
3. Beim A nsatz der für NP-NP’ K o n s tr u k tio n e n relevanten T iefe nstruk ­
tu r w u rd e ersichtlich, daß drei u nd n ic h t n u r zwei NP-Stellen bei d er Er­
klärung d e r Identitätsverhältnisse d e r A p p o sitio n eine Rolle spielen:
N Px (die Bezugs-NP), N PS (die Subjekts-N P), NP
(das Prädikativ).
Eine erste Möglichkeit, Bedingungen für diese drei N P n zu formulieren,
b e ste h t darin, sie u n t e r d em A sp e k t d e r Elem entaraussage zu sehen, die
zweite M öglichkeit b e ste h t darin, die R e fe re n z id e n titä t offenzulegen.
3.1. D er A sp ek t d e r Elem entaraussage (G eg en stan d sid en tität bezüglich
N)
Diese hier zu d e m o n s trie re n d e Id en titä tsm ö g lic h k eit b e tr iff t einen k o n ­
stitutiven Teil dessen, was g em einhin u n te r d em Begriff ' ‘E le m e ntarau s­
sage” v erstan de n wird, nämlich den G egenstand, dasjenige also, “ w o ra u f
m an jeweils im Vollzüge einer P rä dik atio n h in z e ig t” . 16 Die sprachlich
g efaßten V orstellungen, die einem G egen stand in einer Aussage zu- o der
abgesprochen w erden k ön nen , sind P r ä d i k a t o r e n . 17 Man erhält, setzt
man für d en G egenstand un d d en P rä d ik a to r die V ariablen G u nd P und
für das Zu- bzw. A bsprech en das Zeichen e bzw. e’, folgende Aussage­
form
G e P
oder
G e’ P
Einzelne Aussagen ergeben sich .d em n ach d urch das Einsetzen des verba­
len K orrelats einer deiktischen H andlung (dies; K enn zeic hn un g; Eigen­
n a m e ) 18 in G u n d eines P rädikators in P. N un sind bezüglich der Aussage­
fo rm verschiedene E in setz un gsm o dalitäten d enk b ar. Eine Einsetzungs­
m o d a litä t beispielsweise wäre die, d a ß d er G egenstand k o n s t a n t gehalten
wird.
G ehen w ir einm al dav on aus, d aß der G egenstand k o n s t a n t geh alten wird,
so lassen sich ihm eine ganz b e stim m te Reihe von P rä d ik a to re n zuspre­
chen, w obei m a n von vielen a n d eren P räd ik ato re n w ird sagen müssen,
da ß sie ihm ab zusp rech en sind. Für die G eg en ständ e gilt, u n t e r Beach­
tu n g obiger K o n stan z, daß sie in allen Aussagert identisch sind.
A n dieser Stelle sei n u n die o be n e rw ä h n te N P X, N P S, N P p r S t r u k t u r ins
G e d ä ch tn is zurückgerufen. B e trac h tet m an die jeweilig involvierten N
321
isoliert, so kan n m a n von ihnen sagen, daß sie P räd ik ato re n d a rs te lle n .19
N u n b e ste h t offensichtlich die Möglichkeit zu sagen, daß, nach Einsetzen
der drei d urch die in appositionelle NP-N P’ K o n s tr u k tio n e n vorgegebene
P räd ik ato ren N ^ ,
N ( „ r) in die P rädikatore nvariable P der Elem en­
taraussageform, prinzipiell arei Aussagen d e n k b a r sind, deren P rädikation
stets a u f einen gleichen Gegenstand hin vollzogen w erden k a n n . 20
Oder, ausgehend von d em identisch gesetzten G egenstand:
Alle Prädik atore n, die in eine A ussageform, in der ein G egenstand relativ
zu ihnen k o n s t a n t gehalten w erden kann, als eben diesem stets id en ti­
schen G egenstand z usprec hb ar (o d er absprechbar), e in treten k ö n n e n ,
müssen auch u n te r gegebenen U m stä nd en in appositionellen N P -N P ’ K o n­
stru k tio n e n , im S onderfall negiert, Eingang finden k ö n n e n . 21
Das u n te r g egebenen U m ständen in obigem Satz soll anzeigen, daß m it
dieser Regel natürlich in keiner Weise die G enerierung, also das A u fz ä h ­
len, einzelner NP-NP’ R ealisationen in bezug auf Sätze od er T e x te m ög ­
lich ist.
Eine solche P ro duktionsregel m u ß bezüglich N P ’ selbstverständlich die
jeweiligen K o n te x te berücksichtigen, sowie, bezüglich N P-NP’, w eitere
B aubedingungen (D eterm in antenv erteilun g, R eferenzbezüge) in die Be­
schreibung a u fn e h m e n . Diese Fragestellungen k ö n n en je do ch vorerst
au ß er acht gelassen w erden.
W orauf es uns näm lich a n k o m m t, ist vielmehr die Tatsache, daß diese
R e d u k ti o n d er NP zu N bzw. (bei N P X, N P$) d e r D eterm in a tio n z u r Prä­
d ik a tio n erlaubt, bezüglich der N ap positioneller NP-NP’ K o n s tr u k tio n e n
stets eine “ G e g e n sta n d s id e n titä t” anzusetzen. Man vergleiche e tw a hierzu
die folgenden A p p o sitio n e n u nd die davon ableitbaren E lem en taraussa­
gen:
(14 )
S ein Vater, ein L in g u ist.......
G 1—
e (N x ) V ater
e (N s) M ann, V ater etc.
^ p P L in g u ist
322
U nser H un d , ein ko stb a re r Z w erg p u d el,
(1 5)
.e (N x ) H u n d
e (Ns) H u n d , T ier etc.
G 2—
(N
) Z viergpudel
Viele Vögel, vor allem M eisen, ...
(1 6)
G 3^
(N x ) Vogel
' e (Ns) M eise
^
t ( N p r ) Vogel]
U nser R 4, ein fra n zö sisch es F abrikat,
(1 7 )
G 4 ^ -
e (N x ) R 4
e ( N s) R 4
' 6 (N ) fra n zö sisch es F a b rika t
Gerade Beispiele (16 ) u nd (17 ) zeigen jed och, wie sehr m a n sich bei die­
sem Id e n titä tsa n s a tz von den tatsächlichen Iden titätsverhältn issen (vgl.
Kap. 3.2.), wie sie die Bezeichnung b ereith ält, wegbegeben m u ß , eben
u m d en Preis, alle NP-NP’ K o n s tr u k tio n e n au f eine generelle Id en titäts­
stru k tu r zurückgeführt zu haben.
G, so w u rd e ja gesagt, ist ein von einer deiktisch en H an d lu n g (dies, Eigen­
name, K en n z eich n u n g ) bezeichn eter G egenstand, zu d e m die in NP-NP’
K o n s tr u k tio n e n im plizierten N x , N g u n d N p f prädizierbar sein müssen.
W orauf es also hier a n k o m m t, ist die Möglichkeit d e r P r ä d i k a t i o n
und n i c h t die K onvergenz der B e z e i c h n u n g , d. h. einmal
kan n m a n sagen, daß d er Gegenstand bezüglich m e h r e re r P räd ika tion en
identisch gesetzt zu w erden vermag, zum and eren m u ß m a n aber sagen,
d aß die involvierten aktuellen Bezeichnungsbezüge a u f andere G egenstän­
de ( R e fe r e n te n ) h in d e u te n k ö n n e n .22 U n ter V erw e n d u n g d e r Beispiele
(1 4) - (1 7 ) läß t sich dies folgenderm aßen d em o n strie re n :
I. Ein gleicher G egen stand wird von zwei NP (N P , N P $) b ezeichn et, vgl.
(14), (15).
II. Ein gleicher G egenstand liegt n ich t vor, d.h. d er G e genstand wird nur
von einer NP bezeichn et, bei z.B.:
a. die zw eite Bezeichnungs-NP d e u te t a u f d e n generalisierten Ge­
genstand (17).
323
b. die zweite Bezeichnungs-NP b e trifft das E lem en t zu r G ru p p e
(die Spezies zur G a ttu n g , d en Klassifikand zum K lassifik ato r2 3 )
(16).
Hinsichtlich d e r oben ang esch nittene n Perspektive d e r P ro d u k tio n ergibt
sich beispielsweise aus II b. folgende Regel:
N u r die N eines P räd ika tore np ara dig m as zu G k o n s t a n t k ö n n e n in K o n ­
s tru k tio n e n wie (16) e in treten , die z u ein a n d er in einem Teil-Ganzen etc.
Verhältnis ste h e n bzw. vom S p rech er als in solcher R elation steh en d in­
te n d ie rt sind. Vgl.:
(18)
D ie Singvögel, v. a. die N a c h tig a ll,.....
(18a)
*D ie Singvögel, v. a. d ie g e fie d e rten F reu n d e d es M enschen,....
(18 b) D ie Singvögel, die g e fie d e rte n F reu n d e d es M en sch en , ...
Will m an eine detailliertere B eschreibung ap positioneller N P-NP’ K o n ­
stru k tio n e n anschließen, so k a n n m an aus obigem ableiten, d a ß eine Un­
tersu ch u n g d e r K oreferenzbezüge u n b e d in g t no tw en d ig ist, da ß d er An­
satz der G e g e n stan d s id en titä t also für die Erklärung ap positioneller K o n­
stru k tio n e n n u r von b e s c h r ä n k te m N u tzen ist.
Im m erh in d a rf je d o c h n ich t vergessen w erden, (a) d a ß dieser A n satz er­
laubt, alle NP-N P’ K o n s tr u k tio n e n a u f e i n e generelle Id e n titä tss tru k ­
tu r z u rü ck zu fü h ren 24, (b) d aß die K o m p a tib ilitä t, bzw. die Selektionierung d er N, wie sie in a ppositionellen K o n s tr u k tio n e n a n z u treffe n sind,
ihre letztliche Begründung in dieser G e g e n stan d sid en tität f i n d e t.25
3.2. D er A sp e k t d er Bezeichnung (R e fe r e n z id e n titä t bezüglich NP)
R e fe re n z id e n titä t find et sich gem einhin u m schrieben als:
Zwei NPs bezie hen sich in einem T e x t auf die gleiche Person, d en glei­
chen G egenstand, sie h ab en also den gleichen R eferenten. H ierbei e m p ­
fiehlt es sich bezüglich d e r NPn w e ite r zu differenzieren, u n d zw ar in
“ designative” u n d “ signifikative” Npn. V on den designativen NPn sagen
wir, d aß sie es sind, die, im G egensatz zu den signifikativen NPn, einen
Bezug zu einem R efe re n ten hersteilen kö n n en , d aß sie also in den Bereich
des T h em as (top ic) un d n ich t in den Bereich des R h e m a s (c o m m e n t),
die u.a. als Aussagen k o n stitu ie re n d ange n o m m e n w erden, g e h ö r e n .26
B ezieht m an diese V ereinbarung au f appositionelle N P-NP’ K o n s tr u k tio ­
nen, so gilt es in erster Linie, u n te r N P X, N P S, N P p f diejenigen NPn zu
324
finden, die designative F u n k ti o n ausüben. Vieles d e u te t d a r a u f h i n , daß
als erste designative NP die Basis-NP, also N P X, anzu setze n is t.27 D er Re­
ferent, d er von ihr bez eich net wird, m u ß also, will m an für die hier u n te r ­
su c h ten NP-NP’ K o n s tr u k tio n e n K oreferenz in A nsp ru ch n e h m e n , im pa­
re nth etisch en K opulasatz von einer w eiteren NP b eze ic h n e t w erden. Ein­
deutige Priorität genießt hier natürlich N PS, zumal als S u b je k t (som it
hier auch als T h e m a ) von K opulasätzen. In einzelnen Fällen, z.B. bei
E igen nam en .o d er bei der Kennzeichnung, wird m a n auch d u rch die d rit­
te NP, bisher einheitlich u n te r N P pr vorgestellt, die B ezeic hn un gsfun k­
tion realisiert sehen.
3.2.1. Eine entsche id en de Rolle bei d e m B ezeichnen der R e fe re n te n
spielen natürlich die den einzelnen N zugegebenen D e te rm in a to re n , die
ja bezüglich des Eig ennam ens als in dem E ig en nam en e n th a l te n anzuse­
hen sind.
Da es im w eiteren jedo ch w eniger u m die Problem e geht, an w elcher
Stelle in einem T e x t w elcher D ete rm in a to r hinsichtlich w elc h e r R e fe re n ­
ten k en n z e ic h n u n g eingesetzt w erden d a rf bzw. m u ß 28 , ist es erlaub t, die
ganze K o m p le x itä t d e r D e term in ato ren b e sch re ib u n g au f d ie M erkm ale
zu reduzieren, die für die R efe re n te n rela tio n von B e d e u tu n g sind, n ä m ­
lich die M erkm ale ± gen(eralisierend).
NP
D a h in te r verbirgt sich die Auffassung, daß ein d u rch -ee'n^N 1 k o n k r e t
b eze ich n eter “ (E in ze l)G eg en stan d ” einen anderen R e fe re n te n darstellt,
NP
als ihn d e r d u rch
b ezeichnete “ G egenstand an sich ” , d.h. d er
G eg enstand d er in V erb in d u n g etw a m it dem A llq u a n to r zu sehen ist, re­
präsentiert.
O b w o h l m an in solchen Fällen, wie o ben zu sehen war, aus G rü n d e n der
U m w a n d lu n g designativer NPn in prädikative N(P)n, von G eg en stan d sid en ­
t i tä t sp rechen darf, soll die R e fe re n z id e n titä t n u r für G eg e n stän d e in Be­
tr a c h t k o m m e n , die, quasi auch extensional, als identisch b e z e ic h n e t
w o rd e n sind. D aß diese T ren n u n g ihren N u tzen h at, bew eisen die Indi­
k atio n en , die sich aus ihr für die Einführung obligatorischer Z u satz lex e­
m e in appo sition eilen K o n s tr u k tio n e n ableiten lassen.
3.2.2. A n dieser Stelle ist es notw endig, sich w ieder das eigentliche U n­
te rsu ch u n g so b jek t, nämlich die NP-NP’ K o n stru k tio n , zu vergegenw ärti­
gen. Wie zu sehen war, füh rt d e r tra nsfo rm a tion elle Erklärungseinstieg
325
(u nd n ic h t n u r d ie s e r!)29 dahin, solche K o n s tr u k tio n e n prinzipiell so zu
beschreiben, als seien sie auf p are n th e tisch e n K o p u l a Sätzen zu basie­
ren. Daß dem nich t so ist, zeigen folgende B eispiele3 0 :
(19)
Frau G rzyb, A p p a ra t 90, e rw a rtet ihren A n ru f.
(2 0)
Er sah B enno, den H u n d an d er K e tte , im H o f heru m la u fen .
(2 1)
Er hat seine P ro m o tio n , — seine D isserta tio n —, zu E n d e g e­
schrieben.
Man h a t m it (1 9) - (21) o ffensichtlich Sätze vorliegen, die o b erflächen ­
stru ktu rell oh ne weiteres Sätzen wie (1) od er (2) en tsp re che n, die je doch
in d er Tiefe au f ganz andere S tr u k tu re n als p aren th etisc h e n K opulasätzen
basieren, nämlich:
(19a)
Frau G rzyb, Frau G rzyb b e s itz t (s itz t an) A p p a ra t 90, erwar­
te t ihren A n ru f.
(20a)
E r sah B enno, B e n n o h a tte d en H u n d an d er K e tte , im H o f
h eru m la u fe n , 31
(21a)
E r hat seine P ro m o tio n , w ill sagen seine D issertation, zu E n ­
de gesch rieb en,32
Dies bew eist deutlich, d aß es falsch ist, n u r pare n th etisch e K opulasätze
als Basis für NP-N P’ K o n s tr u k tio n e n a n z u n eh m en . D aß im Z u sa m m e n ­
hang m it dieser U n tersuch un g bisher im m er von p aren th etisch en K o p u 1 a Sätzen die Rede war, h a t natürlich seinen G ru n d darin, daß in der
vorliegenden L ite ratu r a u f obige U nterschiede nie eingegangen w urde,
u nd d a ß sich diese A usführungen, — als Stellun gn ahm e zu bisherigen Er­
ken ntn issen betreffs Identitätsverhältnissen —, eben im b egrenzten A rgu­
m e n ta tio n s ra h m e n d er ko pu lativen G r u n d s t r u k tu r zu bew egen haben.
T ro tz d e m m u ß natürlich für die S tr u k tu re n (19a) - (21a) Gegenstandswie auch R e fe ren zid en titä t in A n w e n d u n g zu bringen sein, allerdings nu r
hinsichtlich N Px u nd e i n e r NP in d e r Parenthese. Doch ersparen wir
uns hierzu w eitere Einzelheiten, im pliziert do ch dieser G e sich tsp u n k t
eine Überprüfung der generellen Identitätsverhältnisse hinsichtlich des
in 1.1. dargelegten “ w e ite n " A ppositionsbegriffs.
3.2.3. Die Koreferenzverhältnisse, die es darzulegen gilt, beziehen sich
also, dies sei b e to n t, n ur a u f die N P-NP’ K o n str u k tio n e n , d en en p a ren ­
th etisch e K o p u l a sätze z ugrun de liegen.
326
A usgehend von den drei NP: N P x , N PS, NP
lassen sich d e m n a c h folgen­
de G ru pp ieru ng en (vgl. im einzelnen Kap. 4.) ansetzen, w o b ei w ir die Be­
h a u p tu n g aufstellen, d aß w eitere G ro ßg ru pp ieru ng en ausgeschlossen sind:
1.
K o n s tr u k tio n e n m it Koreferenz:
a.
Id e n titä tsp räd ik atio n
X
X’
T y p : (22) S e p p Maier, unser T o rw a rt Nr. 1, h a t g u t geha lten .
b. NP — Präd ik ation
X’
X
y
T y p : (23) S ein Vater, ein L inguist, analysierte S ätze.
II.
K o n s tr u k tio n e n ohne K o re fe re n z :33
X’
X
NP
yl
x
y2
T y p : (24) G rup pe-E lem en t:
Viele Ä r z te , vo r allem dieser G yn ä ko lo g e, le h n e n § 2 1 8 ab.
(2 5) - gen; + gen:
Sein R 4, ein fra n zö sisch es F abrikat, h a tte eine Delle.
3.2.4. Es dürfte aufgefallen sein, daß sich in l.a. das Ind ex-pr in N P p r
d e r A p p o sitio n sfo rm in A nführungszeichen b efin det. Dies im pliziert, da
— sollte die Bezeichnung “ prädikative N P ” für die d ritte involvierte NP
fraglich sein — überprüft w erden m u ß , ob m an m it n u r e iner T ie fe n s tr u k ­
tu r den schon einm al (vgl. Kap. 3.2.2.) zurückgegrenzten N P-N P ’ Bereich
für u nsere Fragestellung befriedigend abdecken kann, das h eißt, ob für
alle s e w -K o n s tr u k tio n e n hinsichtlich der Analyse von Id e n titätsv o rk o m 327
men tatsächlich eine identische T ie fe n s tr u k tu r angesetzt w erden darf.
Mit. der U nterscheidung in Id e n titä tsp r ä d ik a tio n u n d N P-Prädikation
(3 .2.3.) h aben w ir die A n tw o r t a u f diese Fragestellung eigentlich schon
antizipiert. Tatsächlich erscheint es an geb racht, prinzipiell folgende Un­
terscheidung anzusetzen, die sich am geschicktesten vor d em H intergrund
der in Kap. 3.1. eingeführten A ussageform “ G e P ” reflektieren läßt; m it
ihr lassen sich klar folgende zwei S tr u k tu r e n a b h e b b a r m achen:
(26)
S ein N e ffe , ein hing eb u n g svo ller G eistlicher, le b t in Unna.
a. N PX / N P s
e
N P pr
(27)
S ie b esu ch te L othar, ihren B ru d er. 34
b.
N P X, N P s, NP« i> e identisch.
W ährend in a. eine Prädik ation m it Hilfe des P rä dik ato rs N p f bezüglich
des d u rch N P x bzw. N Pg g eken n z eich n eten G egenstandes vorliegt, liegt
in b. eine Prädik atio n m it Hilfe des an d e r O b erfläch e nicht ausgedrück­
ten P rädikators “ id entisch” bezüglich des d urch N P S, N P x , N P i.p r>> ge­
k e n n ze ich n eten G egenstandes v o r . 35 V on NP., .. als NP
(zu m in d est
im p rädikatenlogischen Sinn) zu sprechen, hieße d e m n ac h , eine n o tw e n ­
dige, für appositioneile K o n s tr u k tio n e n sogar sehr n o tw en d ig e D ifferen­
zierung nich t v o rg en o m m en zu haben.
Eben diese D ifferenzierung find et sich in Z itat g. vera bsä um t, da die R e­
gel, die sich d o r t form u lie rt findet, in d e r T a t n u r a u f Fälle a n w e n d b ar
ist, in denen Id e n titä tsp rä d ik a tio n vorliegt, je d o c h d en gesam ten NP-NP’
Bereich meint.
Folgende Beispiele klären dies rasch auf:
(28)
Er b esu c h te seinen N e ffe n , d en Pfarrer v o n Trösel.
(28a)
Er b esu ch te den Pfarrer von Trösel, seinen N e ffe n .
versus
(29)
Dieses A u to , ein (+gen) G ebrauchtw agen, h a t nur n o ch drei
Räder.
(29a)
*Ein (+gen) G ebrauchtw agen h a t n u r n o ch d rei Räder.
4. A briß einer Charakterisierung ap positioneller N P-N P ’ K o n str u k tio n e n
N a c h d e m der A nsatz d er G eg en stan d s id en tität offensichtlich eine Basis
328
für die Erklärung d e r Selektion von in appositionellen K o n s tr u k tio n e n
v erw en db aren N liefert, soll den A b schluß unserer A usführungen eine
Z u sam m enstellu ng bilden, die zeigt, wie, m it ständigem Blick a uf die
tatsächlichen R eferenzidentitätsverhältnisse, w eitere, d en Bereich der
NP-NP’ K o n s tr u k tio n e n angehende Fragen b e a n tw o r t e t w erd en k ön nen .
Solche Fragen wären:
— Wann sind Z u satzlex em e im N P ’ Teil appositioneller K o n s tr u k tio n e n
erforderlich?
— Welche NP-NP’ K o n s tr u k tio n e n selegieren die P araphrasen:
p aren th etisch er K op ulasatz u nd nicht-restriktiver Relativsatz; welche
hingegen n u r die Parenthese?
— Wann m uß , in den Paraphrasen, N von N P x identisch sein m i t N von
N PS bzw. NP
(die N -Iden titä t; vgl. die Fragestellung de r Z itate a. - d.)
— Wann liegt reziproke Im plikationsrelation (S ub stitu ierb ark e it) vor?
4.1. A p po sition elle N P-NP’ K o n s tr u k tio n e n m it R e fe re n z id e n titä t
4.1.1. T y p a.: K o n s tr u k tio n e n m it drei K oreferenzträgern:
N P X, N PS, N P „ p r „
D eterm in atio n sch arak teristik :
a. Det. ist (—gen) hinsichtlich N x , N s, N u p r>.
(30)
b.
G. M üller, der B o m b e r der N a tio n , b a t k u rze, stä m m ig e Bei-
Det. ist (+gen) hinsichtlich N x , N s, N ,.p r >>
(3 1)
D er ja pa nisch e Kaiser, d er T enno, w ar ja h rh u n d erte la n g u n ­
antastbar.
Id en titä tsp rä d ik a tio n bei (+gen) N ist n u r möglich, w en n für beid e N to ­
tale S y n o n y m i tä t a n g en o m m en w erden kann, das heißt, w e n n sie in allen
K o n te x te n , o h n e d e n Sinn d er Aussage zu ändern, gegen einan d er aus­
ta u s c h b a r s in d .36
K o m b in a tio n :
X ’ k an n N P . ' ^ . . sein; X ’ k ann N P $ sein .37
In Fällen, wo eine k opulative K o n s tr u k tio n verschiedene B ed eu tu n g en
h ab en k an n (z.B. N am en rela tion , Id entitätsrelatio n in (30)), k an n X ’ =
NP o d e r X ’ = NPu ,, n u r u ntersc hie den w erden, w enn die R e lationsbes
pr
329
d e u tu n g der A p po sition festlegbar ist.
N -Iden tität: Eine N -Id entitä t stellt für die E rklärung dieser K o n s tr u k tio ­
nen keine absolute N o tw en d ig k eit dar. “ P ro n o m in a l” -N wie Ding, M ensch,
M ann, Frau, T ie r ... sind d urch aus (bei X ’ = NP« >> als N in N P S; bei X ’ =
NPs als N in N P i ^ n ) denkbar.
Im plikationen:
a. Es b e s te h t prinzipielle (auch reziproke) S u b stitu ierb ark eit von N P ’ an
die Stelle von N P x .38
b. Z u satzlex em e sind nich t obligatorisch.
c. Es gibt folgende Ableitungswege:
I. P aren these/nicht-restrik tiver R elativ satz/A pp ositio n.
II. P aren th ese/A pp osition : bei X ’ = N P S (vgl. K o m b in a tio n ).
Generell ist es bei c. II. so, daß die in Frage k o m m e n d e n N om inalphrasen
n ic h t die N orm alabfolge (Subjekt-P rädikat) d e r K o p u la sa tz fo rm einhalten,
die sie aufg ru nd ihrer B edeutungen e in n eh m en m ü ß te n . H a t der Satz nur
eine se/w-Bedeutung, ist der Ableitungsweg klar fe s tg e le g t39; ist eine je­
weilige Abfolge hingegen m it einer b e s tim m te n s e w -B ed eu tu n g gekoppelt,
kan n natürlich erst darüber e ntschieden w erden, ob N o rm alabfolge oder
U m k eh ru n g der Normalabfolge vorliegt, w enn die B ed e u tu n g festlegbar
ist. Im Einzelfall dürfte dies allerdings schw er en ts c h e id b a r sein. Dieser
Sachverhalt lä ß t sich an (31) fo lg en derm aß en zeigen:
d an n X '= N P s und c.II.
4.1.2. T y p b . : K o n str u k tio n e n m it zwei K oreferen zträg ern :
N Px , N Ps
D eterm ination sc harak teristik :
a. Det. ist (—gen) hinsichtlich N x u n d N $
(32)
330
S ein Vater, ein L inguist, a n alysierte S ätze.
b.
Det. ist (+gen) hinsichtlich N x un d Ns
(3 3)
D er Tabak, ein ty p isch e s G en u ß g ift, ist n u r in g e tr o c k n e te m
Z u sta n d verw endbar.
K o m b in a tio n : X = N P x ; X ’ = N P p r
N -Id entität: Bei ( —gen) N / ( —gen) N s k ö n n e n in N PS beispielsweise “ Pron o m i n a l”-N eingesetzt w erden. V orau ssetzun g ist B ezeich nu ng siden tität.
Bei (+gen) N x /(+gen) N s ist ein A bw eich en von d er N -Id e n titä t n u r m ög ­
lich, w enn N s ein B ed eutu ng säq u ivalen t von N x darstellt.
Im plikation en :
a. Es b e s te h t keine S u b stitu ie rb a r k e it.40
b. Z u satzlexem e sind n ic h t obligatorisch.
c. D er A bleitungsw eg kan n Parenthese, nicht-restriktiven R elativsatz und
A p p o sitio n umfassen.
4.2.
A pp ositio nelle K o n s tr u k tio n e n oh ne R efere n z id e n titä t
4.2.1.
T y p a.: K o n s tr u k tio n e n m it R e feren ten d ifferen z a u f d e r Basis:
Det. ist (—gen) vs (+gen).
D e te rm in a tio n sc h a ra k te ristik I:
Det. ist (—gen) hinsichtlich N x , (+gen) hinsichtlich N s- N p f ist rhem atisch.
(34)
E r k a u fte sich diesen grünen R 4, (übrigens) ein fr a n zö sisch e s
F abrikat.
(34a)
(—gen) dieser grüne R 4, (+gen) d er R 4 ist ein fr a n z ö s i­
sches F abrikat.
K o m b in a tio n :
X = NPX ; X ’ = NPpf
N -Iden titä t: N $ m u ß identisch sein m it N x
Im plik ation en:
a. Es b e s t e h t keine S ubstituierb ark eit.
b. Z u satzlexem e sind n ich t obligatorisch.
c. Der A bleitungsw eg b e sc h rä n k t sich auf P aren th ese/A p p o sitio n . Nicht-restriktive Relativsätze sind nich t zulässig; vgl.
(3 4 b )
* E r k a u fte sich einen R 4, der ein fra n zö sisc h e s A u to ist.
(34c)
* D ieser R 4 ist ein fra n zö sisch es A u to .
331
Hier w ird m a n d avo n ausgehen dürfen, d aß allen n u r m ö glich en A u to s
des T y p s R 4, also dem “ R 4 an sich ” , der P rä d ik a to r “ französisches F abri­
k a t ” z u k o m m e n muß.
D eterm in atio n sch arak teristik II:
Det. ist (+gen) hinsichtlich N x , (—gen) hinsichtlich N g, bei N P p r rh em a­
tisch.
(35)
E in VW 1200, etw a ein M o d e ll vo n 1952, ist ä u ß e rst robust.
(35a)
(+gen) ein VW, (—gen) dieser VW (etw a ) i s t ...
K o m b in a tio n : X = N P X j X ’ = NP
N -Id en titä t:
N $ m u ß identisch sein m i t N .
Im plik ation en:
a. Es b e ste h t keine S u bstituierbarkeit.
b. Z u satzlexem e sind obligatorisch. In die R eihe dieser L ex em e gehören:
etw a, beispielsw eise, gerade, vor allem , sogar, auch usw.
c. D er A bleitungsw eg b esch rän k t sich auf P arenthese u n d A pp ositio n.
4.2 .2. T y p b . : K o n s tr u k tio n e n m i t R e fe ren te n d iffe re n z au f d e r Basis
de r A bfolge: Klassifikator-Klassifikand, G rup pe-E lem en t. In letzte re m
Fall k ann die sem antische In te rp re ta tio n d er K o p u la “ g e h ö r e n ” sein.
D e term ina tion scha ra kteristik:
a. Abfolge Klassifikator-Klassifikand:
Det. ist (+gen) hinsichtlich N , (+gen) hinsichtlich N .
(36)
E in Säugetier, so auch d e r Wal, säugt seine J u n g en .
Det. ist (+gen) hinsichtlich N , (—gen) hinsichtlich N s .41
(3 7)
E in Linguist, beispielsw eise sein Vater, ist ein S p ra ch w issen ­
schaftler.
b. Abfolge G ru pp e-E lem en t:
Det. ist (—gen) hinsichtlich N , (± gen) hinsichtlich N .
332
(38)
Viele Ä rzte , besonders d ieser G yn ä ko lo g e, sin d gegen eine
Ä n d e ru n g des § 2 1 8 .
(39)
E inige Vögel, vor allem der Z a unkönig, sin d v o m A u sste rb e n
b edroht.
K o m b in a tio n : X = N P X j X ’ = N P S
N -Identität: Bei Det.C harakteristik a. m u ß N identisch sein m i t N . Bei
Det.Charakteristik b. ist das in N P p f befindliche G en e tiv a ttrib u t identisch
m it N P x . Dies impliziert, d aß über das G e n etiv a ttrib u t N P x , d a es th e m a ­
tisch ist (d.h. hier: die B ezeichnu ng sfu nk tio n ausübt), auch R e fe re n z id e n ­
t itä t m it N P X h erzustellen ist, allerdings au f einer bezüglich N P? u n d
NP
sek u n d ären Stufe. Insofern finden sich diese Beispiele hier u n te r
R eferenten divergen z besprochen.
Im plik ation en:
a. Es b e s te h t keine S u bstitu ierb ark eit.
b. Z u satzlexem e sind obligatorisch. Hier gilt es jed oc h folgenden Sach­
verhalt zu gegenwärtigen: Im Gegensatz zu allen anderen A p p o s itio ­
nen scheinen Sätzen wie (38) drei Sätze unterzuliegen, nämlich:
(38a)
Viele Ä r z te le h n e n § 2 1 8 ab.
(3 8 b )
B esonders dieser G y n ä ko lo g e le h n t § 2 1 8 ab.
(38c)
D ieser G yn ä ko lo g e ist ein er von d en vielen Ä r z te n , d ie ....
Das h eiß t: Bei G ru p p e -E le m e n t A p p o sitio n en impliziert X ’ n ic h t n u r die
B edeu tu n g von X (wie etw a in (37)), sondern auch die B ed eu tu n g des
G esamtsatz es. Insofern sind hier die Zusatzlexem e in R e latio n zu Satz
(38a) u n d (3 8 b ) u n d n ic h t allein zu Satz (38c), also n ic h t n u r in R e latio n
zur Basis X zu sehen.
c. Der A bleitungsw eg u m f a ß t für a. Parenthese und A p position.
Bei b. ist zusätzlich nicht-restriktiver Relativsatz möglich:
(39a)
Viele Vögel, zu d en en vo r allem d er Z a u n k ö n ig g e h ö rt, sind
vom A u sste rb e n b ed ro h t.
5. Folgendes D iagram m sei als Z u sam m enfassung der hier dargelegten
Ergebnisse gedacht:
Gl = G e g e n stan d s id en tität; RI = R e fe ren zid e n titätj Sub = S u b stitu ie rb a r­
k eit; NI = N -Id en titä t; Lex = Z u sa tz lex em e; Pa = P arenthese; Rs = n ic h t­
re striktiver R elativsatz; Ap = A ppo sition .
333
A nm erkungen
1
I n s o f e r n k ö n n e n u n s e r e A u s f ü h r u n g e n z u r s p e z ie lle n I d e n t i t ä t s p r o b l e m a t i k
v o n N P - N P ’ K o n s t r u k t i o n e n n u r H y p o t h e s e n a b g e b e n b e z ü g l ic h d e r E r k l ä ­
rung de r Identitätsverhältnisse an d erer appositioneller K o n stru k tio n e n .
2
E i n e e r s te P r ä z i s i e r u n g d e s S t e l l u n g s v e r h a l t e n s ü b e r d e n in b i s h e r i g e n A u s ­
f ü h r u n g e n z u r A p p o s i t i o n ü b l i c h e n R a h m e n h i n a u s f i n d e t sich b e i V. S c h e n ­
ke r, P. V a l e n t i n , J.-M. Z e m b ( 1 9 7 0 , 12 3 ), w e n n a u c h n i c h t e r s c h ö p f e n d d a r ­
gele gt, v o rg e s c h la g e n .
3
F ü r u n s e r e n h ie r a u s g e g l i e d e r t e n N P - N P 1 B e r e i c h b e d e u t e t d ie s e t w a e in e
A u sd iffe re n z ieru n g n a c h : In k lusionsrelation, N a m e n re la tio n , Id e n titä ts re la ­
ti o n , T e il- G a n z e s R e l a t i o n , G lie d - K la s s e r e la tio n , u. a. m . (s o S. P l ö t z ( 1 9 7 2 ) )
o d e r A t t r i b u t i o n , C h a r a k t e r i s i e r u n g , I d e n t i f i k a t i o n , D e f i n i t i o n (s o W. R a i b le
( 1 9 7 2 , 9 9 ff.)) (vgl. a u c h u n t e n K a p. 3.2. u n d ff.).
4
Vgl. d ie A u s f ü h r u n g e n z u r G e g e n s t a n d s i d e n t i t ä t K a p . 3.1.
5
J.-M. Z e m b ( 1 9 7 2 b, 9 2 ff.).
6
D ie se r D i s p u t f i n d e t sich v o r a lle m in d e r Z e i t s c h r i f t “ L e F r a n ^ a i s m o d e r n e ”
2 9 ff. ( 1 9 6 1 ff .) a u s g e tr a g e n .
7
D ie s e r B e g r i f f l i c h k e i t fü h le n sich a lle rd in g s d u r c h a u s n o c h m o d e r n e r e A u t o ­
ren (W. M o t s c h ( 1 9 6 5 ) , C. R o h r e r ( 1 9 6 8 ) , K.-P. L a n g e ( 1 9 7 4 ) ) v e r p f l i c h t e t .
8
W. M o t s c h ( 1 9 6 5 ) , te ilw e is e k o n t r o v e r s z u ih m C. R o h r e r ( 1 9 6 8 ) . P r in z i p ie ll
fals ch ist d ie A n n a h m e R o h r e r s (S. 4 0 2 ) , d a ß d ie n i c h t - r e s t r i k t i v e n R e l a t i v ­
s ä tz e , d ie d a s V e r b e tr e e n t h a l t e n , d ie G r u n d l a g e für a l l e
appositionellen
K o n s t r u k t i o n e n b i l d e n ; D i f f e r e n z i e r u n g e n h i e r z u j e d o c h u n t e n K a p . 4.
334
9
10
J .-M . Z e m b ( 1 9 7 2 a, K a p . 14).
C . R o h r e r ( 1 9 6 8 , 3 9 8 ) ; S. P l ö t z ( 1 9 7 2 , 2 6 ) d i f f e r e n z i e r t h i n g e g e n in “ cases
o f c o n j u n c t i o n a n d c as e s o f a p p o s i t i o n ” .
11
Vgl. die v o n E. S c h w y z e r ( 1 9 4 7 , S. 8 f.) a n g e f ü h r t e n A u t o r e n , u n d E.
Sc h v v y z e r s e lb s t S. 5 f., 9.
12
W e g e n d e s N P - f o r m a t i g e n B e z u g s w o r t e s w ä h l e n w ir h ie r n i c h t R o h r e r s A n s a t z
d e r «ttd-Satzverknüpfung (1 9 6 8 ), so n d ern den A n sa tz von M otsch (1965).
U n b e r ü c k s i c h t i g t b l e i b t n a t ü r l i c h bei e i n e r so s im p l i z i s t i s c h e n S c h a u , (a) d a ß
sic h l ä n g s t n i c h t alle o b e r f l ä c h e n s t r u k t u r e l l e n N P - N P ’ a u f K o p u l a s ä t z e z u ­
rü c k f ü h r e n la ss e n (vgl. K a p. 3.2.) , (b ) d a ß di e I d e n t i t ä t s p r ä d i k a t i o n e i n e n
a n d e r e n K o p u l a s a t z t y p , a u c h e i n e a n d e r e T i e f e n s t r u k t u r , v e r l a n g t (vgl.
K a p. 3 .2.) , (c ) d a ß , — w a s sich d u r c h I d e n t i t ä t s p r ä d i k a t i o n a n g e d e u t e t fin ­
d e t —, d e r K o p u l a s a t z die v e r s c h i e d e n s t e n s e m a n t i s c h e n R e l a t i o n e n i m p l i ­
z i e r e n k a n n (vgl. A n m . 3).
13
W. M o t s c h ( 1 9 6 5 ) a . : S. 9 5 , b.: S. 101, c.: S. 1 0 4 ; C. R o h r e r ( 1 9 6 8 ) d . : S.
399 .
14
D ie se B e i sp ie le w e is e n d a r a u f h in , d a ß in e r s t e r L in ie d ie B e z e i c h n u n g s i d e n ­
t i t ä t , d i f f e r e n t i e l l h i e r z u e r s t in z w e i t e r L i n ie die N o m i n a l - I d e n t i t ä t e in e R o l ­
le s p ie lt. Vgl. j e d o c h
15
im e i n z e l n e n K a p. 4.
e . : J. V a n R o e y ( 1 9 6 6 , 1 4 2 ). D a s Z i t a t v e r w u n d e r t , w e i s t d o c h V f. a n s c h lie ­
ß e n d s e l b s t a u f e i n e n Fall v o n R e f e r e n t e n d i v e r g e n z (B e is piel: P r o fe s s io n a l
p e o p le , e. g. D r. S w ith , ...) h in . f.: J.-M. Z e m b ( 1 9 7 2 a, K a p . 14). Die
“ r e f e r e n c e c o m m u n e p r o f o n d e ” , d ie sich ib. n o c h n ä h e r a n g e g a n g e n f i n d e t
( i . : “ ... ce p h e n o m e n e q u e j ’ai c o r r e c t e m e n t
designe m e p e rm e t
d ’a lig n e r d e s r h e m e s . ” ) k a n n n o c h d u r c h e in w e i t e r e s Z i t a t p r ä z i s i e r t w e r ­
d e n : J.-M. Z e m b ( 1 9 7 2 b, 9 3 ) j . :
X (d . i. A p p o s i t i o n ) g re ff £ s u r p (d. i.
S a t z ) c o r r e s p o n d a u n e p r o p o s i t i o n v i r t u e lle p V ... M ais p o u r e n o n c e r c o r ­
r e c t e m e n t p V , il f a u t a voir i d e n tif i£ la b a s e d ’in c i d e n c e B d e X. L a p r o p o s i ­
t i o n v irt u e lle p V p o u r r a s ' a c t u a l i s e r e n X ( B ) .
II d o i t y a vo ir
i d e n t i t e e n t r e le r e f e r e n t d u s ig nifie d e X e t c e l u i d u d e s ig n e d e B . ” ( H e r v o r ­
h e b u n g e n v o n un s ), g.: G. H e lb ig ( 1 9 7 3 , 16). D e s w e i t e r e n G . H e lb ig (ib.,
17) k. : “ D ie A p p o s i t i o n ... k a n n a n di e S te lle ih re s s u b s t a n t i v i s c h e n B e z u g s ­
w o r t e s im S a t z s u b s t i t u i e r t w e r d e n . ” h . : M. G re v is se ( 1 9 6 4 , 15 2 ).
16
17
W. K a m l a h ; P. L o r e n z e n ( 1 9 6 7 , 4 0 ) .
Die P r o b l e m a t i k d e s V e r h ä l t n i s s e s A b s t r a k t o r - P r ä d i k a t o r sei h i e r a u s g e k l a m ­
m e r t . Bez ügli ch u n s e r e r Z w e c k e w i r d m a n s t e t s v o n P r ä d i k a t o r e n s p r e c h e n
d ü rf e n .
18
N a tü r lic h g e n ü g t es n i c h t , h i n s i c h t l i c h e i n e r u m f a s s e n d e n E r k l ä r u n g a p p o sitio n eller N P -N P ’ K o n stru k tio n e n , von einem eng e x isten z b e zo g e n e n G egen­
s t a n d s b e g r i f f a u s z u g e h e n . E i n e d ie s b e z ü g lic h a k z e p t a b l e , w e n n n i c h t n o t ­
335
w e n d i g e E r w e i t e r u n g s t e l lt z.B. d e r B e g r if f d e s T h e m a s d a r , w ie e r in d e n
T heorien zu r fun k tio n ale n S atzperspektive (T h em a(to p ic)-R h em a (co m m e n t)G l i e d e r u n g ) a n g e l e g t ist.
19
N ist n a t ü r l i c h n i c h t d i e e in z ig e W o r t a r t , d ie P r ä d i k a t o r e n a b g e b e n k ö n n e n .
20
Es h ä n g t a lle rd in g s v o n d e r A r t d e r Q u a n t o r e n , d ie die G e g e n s t a n d s v a r i a b l e n
b i n d e n , ab, w e l c h e n K o m p l e x h e i t s g r a d die zu a p p o n i e r e n d e n G e b i l d e a n ­
n e h m e n k ö n n e n . Z.B .: V ie le V e rg n ü g en , v o r a lte m T h e a te r , L e k tü r e u n d
F e r n se h e n , w o llte e r e in fa c h n ic h t m e h r m isse n , o d e r :
V e rg n ü g en
e
Q uantif.G j
e T h e a te r
L e k tü r e A
F ern seh en
21
Die N = N A u f f a s s u n g v o n W. M o t s c h ( 1 9 6 5 ) u n d C R o h r e r ( 1 9 6 8 ) , Z i t a t e
a. - d., k a n n d e m n a c h a u f d i e s e n A n s a t z r e d u z i e r t w e r d e n . N a tü r lic h gil t es,
die e f f e k t i v e n B e d i n g u n g e n n o c h z u p r ä z is i e r e n u n d d ie F ä lle z u s p e z i f i z i e ­
ren, w o I d e n t i t ä t z w i s c h e n
u n d e i n e m N im p a r e n t h e t i s c h e n K o p u l a s a t z
u n a b d i n g b a r ist. Vgl. K a p . 4.
22
B ez üglic h d e r Z i t a t e f., i., j., k a n n n u n m e h r g e ä u ß e r t w e r d e n , (a) d a ß d a s
K o n z e p t d e r “ r e f e r e n c e c o m m u n e p r o f o n d e ” s o la n g e u n k l a r b l e i b e n m u ß ,
als k e i n e n ä h e r e n A n g a b e n z u “ c e p h ü n o m f c n e ” u n d “ c o r r e c t e m e n t d e s i g n e ”
g e m a c h t w o r d e n sin d , (b ) d a ß es u n z u r e i c h e n d ist, n u r v o n N P ^ u n d N P ^ f
a u s z u g e h e n , (c) d a ß d ie A k t u a l i s a t i o n X (B ), bei B = N P x , n i c h t fü r alle
N P - N P ’ K o n s t r u k t i o n e n gilt. Vgl. d a z u a u c h K a p. 3.2., u n d 4.
23
Vgl. S. P l ö t z ( 1 9 7 2 , 14 u n d ö f t e r ) .
24
P r o b l e m e h i n s i c h t l i c h d i e s e m g e n e r e l le n A n s p r u c h g e b e n K o n s t r u k t i o n e n
a u f w ie : P e te r, d ie se r G a u n e r, h a t s c h o n w ie d e r b e tro g e n . H i e r w e i s t die
P a r a p h r a s e : P e te r h a t s c h o n w ie d e r b e tro g e n . D ie se r G a u n e r! o d e r : S o e in
G a u n e r! d a r a u f h in , d a ß es sich be i d i e s e n S ä t z e n n i c h t n u r u m A u s s a g e n ,
s o n d e r n a u c h u m (d ie O b e r g ä n g e sin d h ie r te il w e is e f l i e ß e n d ) A u s r u f e h a n ­
d e ln k a n n . M an w i r d j e d o c h sage n d ü r f e n , d a ß sich solc h g e a r t e t e A u s r u f e
zu e i n e m S a c h v e r h a l t e re ig n e n , in d e m e in i d e n t i s c h e r G e g e n s t a n d fü r N P ^
u n d für d e n A u s r u f , n ä m l i c h G = P e t e r , in v o lv ie rt ist.
25
Vgl. W. M o t s c h ( 1 9 6 5 , 9 0 ) , G. H e lb ig ( 1 9 7 3 , 17).
26
Vgl. z u r P r o b l e m a t i k d e s R e f e r e n t e n b e z u g s O. L e y s ( 1 9 7 3 ) , d e s s e n A n s a t z
d e r E x i s t e n z b e z o g e n h e i t h i e r j e d o c h n i c h t g e m e i n t sein k a n n . S i e h e a u c h
A n m . 18.
27
E n g v e r b u n d e n h i e r m i t ist d ie F r ag e , w e l c h e N P n ü b e r h a u p t als B asis f u n ­
gie re n k ö n n e n . Es ist z.B. z u e n t s c h e i d e n , o b e in e r h e m a t i s c h e N P ( e t w a in
ei n e n
336
Vo ge l
h a b e n ) e in e A p p o s i t i o n im p l i z i e r e n k a n n o d e r n i c h t . Bei­
spiel : *D u h a s t ja 'n e n V o g el, e in e n W e lle n s ittic h , u n d ? D u h a s t ja ‘n e n V o ­
g e l, so g a r ‘n e n R ie s e n v o g e l. Vgl. a u c h d ie F r a g e d e r A p p o n i e r b a r k e i t an Prä­
d i k a t i v e b e i W. M o t s c h ( 1 9 6 5 , 115 ff.).
28
Vgl. z u d ie s e r P r o b l e m a t i k : b e zü g lic h d e r S a t z e b e n e : für d a s D e u t s c h e H.
V a t e r ( 1 9 7 0 ) , für d a s F r a n z ö s i s c h e e t w a R . R o h r ( 1 9 7 1 , 7 1 f f .); b e zü g lic h d e r
A u s w e i t u n g a u f d e n T e x t e t w a W. R a i b le ( 1 9 7 2 ) .
29
A u c h E. S c h w y z e r ( 1 9 4 7 , 9), G. H e l b i g ( 1 9 7 3 , 1 7) u. a. m.
30
S y n o n y m a z u se in (vgl. A n m . 3) k o m m e n h i e r n i c h t in B e t r a c h t .
31
O b e r f l ä c h e n s t r u k t u r ( 2 0 ) ist a m b i g g e w ä h l t , d a n e b e n ( 2 0 a ) n o c h ( 2 0 b ) E r
sa h B e n n o , B e n n o ist d e r H u n d a n d e r K e tte , ... m ö g l i c h ist.
32
D e m , w a s d u r c h s e in e P r o m o tio n b e z e i c h n e t w u r d e , is t d e r P r ä d i k a t o r “ P r o ­
m o t i o n ” ab- u n d d e r P r ä d i k a t o r “ D i s s e r t a t i o n ” z u z u s p r e c h e n . In d i e s e m
S i n n ist Bei spie l (2 1 ) , d a s ü b r ig e n s n u r in d e r g e s p r o c h e n e n S p r a c h e d e n k b a r
ist, a u c h als ( 2 1 b ) , a ll e rd in gs m i t a k t u a l i s i e r t e r M o d a l i t ä t , z u v e r s t e h e n : ( 2 1 b )
E r h a t s e in e P r o m o tio n , s e in e “P r o m o tio n ” ( + m o d ) s ei — s e in e “D is s e r ta tio n ”,
33
D i e s e r A n s a t z b e d e u t e t g le ic h z e itig e i n e F a l s i f i z i e r u n g d e r Z i t a t e e., g., h., j.
u n d s t e l lt d e r in Z i t a t f. a n g e d e u t e t e n A u f t e i l u n g in T i e f e n r e f e r e n z (I .b .? )
u n d I m p l i k a t i o n s r e f e r e n z (I. a.) e in e d i f f e r e n z i e r t e r e A u f t e i l u n g e n tg e g e n .
34
D i e N a m e n r e l a t i o n , die h i e r z u s ä tz lic h h i n e i n s p i e l t (I h r B r u d e r h e iß t L o th a r )
z i e l t a u f e in e w e i t e r e F r a g e s te l lu n g . Sie h a t n ä m l i c h d a r ü b e r z u e n t s c h e i d e n ,
ob X ’ = NP
pr
o d e r X ’ = N P vorlie gt.
s
b
35
G. F r e g e ( 1 8 9 2 , 194) .
36
D ie s im p l i z i e r t d u r c h a u s d e n B e g r if f d e s t r a n s l a t o r i s c h e n Ä q u i v a l e n t s (vgl.
J.C. C a t f o r d ( 1 9 6 5 ) ) . H i e r m i t lie ß e sich a u c h te il w e is e e r k l ä r e n , d a ß d ie K o n ­
s t r u k t i o n * T a b a k , G ift, s c h a d e t b e i m ö g l i c h e m T a b a k is t G ift, n i c h t b i l d b a r
ist, s o n d e r n , e b e n a u f g r u n d m a n g e l n d e r B e d e u t u n g s ä q u i v a l e n z d e r in v o lv ie r­
t e n N, als T a b a k , e in G ift, s c h a d e t in d e n B e r e i c h 4 . 1 . 2 . g e h ö r t . E i n Fa ll für
B e d e u t u n g s ä q u i v a l e n z u n d Z u g e h ö r i g k e i t z u 4 . 1 . 1 . w ä r e : Ü b e r s e tz u n g , T ra n s­
la tio n , g i b t es überall.
37
D ie s fa ls if iz ie rt z u s ä t z l i c h die g e n e r e l le “ X ( B ) M A n n a h m e in Z i t a t j.
38
G e n e r e ll gilt d ie s e S u b s t i t u i e r b a r k e i t n i c h t für d ie N P ’, di e d u r c h e in A d v e r b i a ­
le e r w e i t e r t sin d, d a s k e in e S u b k o n s t i t u e n t e v o n N P ’ d a r s t e l l t ; vgl. R . Stein i t z ( 1 9 6 9 , 1 12 f.).
39
W. M o t s c h ( 1 9 6 5 , 1 1 2 ff.) w e i s t k la r a u f d ie T a t s a c h e h in , d a ß X ’ a u c h N P s
s ein k a n n . A l l e r d i n g s b e s c h r e i b t e r d ie s e Fäll e, o h n e d ie m ö g l i c h e P o l y s e m i e
d e r K o p u l a s a t z f o r m in B e t r a c h t zie hen.
337
40
D ie se S u b s t i t u i e r b a r k e i t z ie lt n a tü r lic h n i c h t z.B. a u f d ie f u n k t i o n a l e Pa radigm a t i k , s o n d e r n a u f d ie d e s ig n a tiv e Ä q u iv a le n z .
41
V ie le S ä t z e d i e s e r A r t g e h ö r e n in d e n B ereich d e r g e s p r o c h e n e n S p r a c h e , w o
die A p p o s i t i o n z u s ä tz lic h v o n e i n e r d e i k t i s c h e n G e s t e g e tr a g e n w e r d e n k a n n .
D ie s e r k l ä r t a u c h , w a r u m d e r, im G e g e n s a t z zu ( 3 7 ) , e ig e n tlic h k la s s if i k a to risch a n g e b u n d e n e S a t z in E in S ä u g e tie r, b e isp ie ls w e is e d ie se r Wal, s ä u g t sei­
n e J u n g e n ., d e r j a a u f d ie u n g r a m m a t i s c h e P a r e n t h e s e * D ieser W al is t ein
S ä u g e tie r z u r ü c k g e h e n m u ß , a k z e p t a b e l ist. H i e r w i r d e in W issen d e r A r t
“ D e r Wal ist e in S ä u g e t i e r ” v o r a u s g e s e t z t , d e m sich d ie D e ix is d ie se r W al a n ­
schließen kann.
L iteratur
C a t f o r d , J .C .: A L i n g u is tic T h e o r y o f T r a n s l a t i o n , L o n d o n 1 9 6 5 .
F r eg e , G .:
Ü b e r B e g r if f u n d G e g e n s t a n d , in: V js ch r . für w i s s e n s c h a f t l i c h e P h i l o s o ­
p h ie 16 ( 1 8 9 2 ) , S. 1 9 2 - 2 0 5 .
G revisse, M.:
H e lb ig , G .:
Le b o n usag e, G e m b l o u x , Pa ris
o
19 6 4 .
Z u P r o b l e m e n d e s A t t r i b u t s in d e r d e u t s c h e n G e g e n w a r t s s p r a c h e (2),
in: D e u t s c h als F r e m d s p r a c h e 1 0 ( 1 9 7 3 ) , S. 11 - 17.
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L e ys , O .: N i c h t - r e f e r e n t i e l l e N o m i n a l p h r a s e n , in: D e u t s c h e S p r a c h e H . 2 ( 1 9 7 3 ) ,
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