PZ-Information 6/2000 - Fachberater Computer in der

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PZ-Information 6/2000 - Fachberater Computer in der
PZ-Information 6/2000
Sonderschule/
Integrierte Förderung
Neue Informations- und
Kommunikationstechnologien
in der Sonderpädagogik
Hilfsmittel
beim Informieren
und Kommunizieren
Hilfsmittel
beim Lernen
und Üben
Gegenstand
des Lernens
Therapeutische
und
prothetische Hilfe
Gestalten,
Präsentieren,
Publizieren
Schreiben,
Verwalten,
Steuern
Handreichung für den Computereinsatz
In den „PZ-Informationen“ werden Ergebnisse von Arbeitsgruppen veröffentlicht, die Anregungen geben
wollen, wie auf Grund neuer Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis das gemeinsame Tun von
Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen und Lehrern bereichert werden kann.
Für Lehrerinnen und Lehrer, die diese Anregung aufgreifen und durch eigene Erfahrung und
Erkenntnisse/Ergebnisse verändern oder ergänzen wollen, sind die Mitarbeiter des Pädagogischen Zentrums
aufgeschlossene Partnerinnen und Partner, die besucht oder angerufen werden können.
Die „PZ-Informationen“ im Arbeitsbereich Sonderschule/Integrierte Förderung erscheinen unregelmäßig.
Eine Auflistung der bereits erschienenen Schriften zum Arbeitsbereich ist auf der rückwärtigen inneren
Umschlagseite abgedruckt.
Dieser „PZ-Information“ ist zusätzlich eine CD-ROM des Landesmedienzentrums beigefügt. Sie enthält
neben dieser Schrift im pdf-Dateiformat den zur Nutzung erforderlichen Adobe® Acrobat® Reader, Demo-,
Shareware- und Freewareversionen von Programmen sowie Informationen zum Landesbildungsserver. Die
CD-ROM wird auch separat gegen eine Schutzgebühr von DM 5,- abgegeben. Kapitel bzw. Themen, zu
gekennzeichnet.
denen sich Daten auf der CD-ROM befinden, sind mit einem
Herausgeber:
Pädagogisches Zentrum (PZ)
Rheinland-Pfalz
Postfach 2152, 55511 Bad Kreuznach
Tel.: 06 71/8 40 88-0
Fax: 06 71/8 40 88-10
Autoren:
Manfred Behrendt, Rüdiger Melzer
Franz Josef Schwaller, Harald Schmitt
Peter Weidemann, Herbert Zimmermann
Redaktion:
Rüdiger Melzer, PZ Bad Kreuznach
Franz Josef Schwaller, LMZ Koblenz
Skriptbearbeitung und Layout:
Franz Josef Schwaller
© Bad Kreuznach 2000
ISSN 0938-748X
Die "PZ-Informationen" sind für den Einsatz im Unterricht an Schulen gedacht. Zu diesem Zweck kann der
Inhalt auszugsweise in der erforderlichen Zahl vervielfältigt werden.
Die vorliegende PZ-Veröffentlichung wird gegen eine Schutzgebühr von DM 10,– abgegeben.
Pädagogisches Zentrum
Rheinland-Pfalz
Bad Kreuznach
Landesmedienzentrum
Rheinland-Pfalz
Koblenz
PZ-Information 6/2000
Neue Informations- und
Kommunikationstechnologien
in der Sonderpädagogik
Handreichung für den Computereinsatz
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
3
INHALT
1
EINLEITUNG ................................................................................................................ 5
2
COMPUTEREINSATZ IN DER SONDERPÄDAGOGIK IM RAHMEN DER
SCHULISCHEN MEDIENERZIEHUNG ........................................................................ 7
2.1 Konzept einer Medienerziehung............................................................................. 7
2.2 Lernziel Medienkompetenz - neun Bausteine .............................................. 10
Erste Erfahrungen mit dem Computer.............................................................................................. 10
Schreiben und Texte gestalten (Textverarbeitung) .......................................................................... 14
Mit Texten und Bildern gestalten und präsentieren.......................................................................... 17
Informationen speichern und verwalten (Datenbanken)................................................................... 20
Rechnen und Kalkulieren (Tabellenkalkulation) ............................................................................... 23
Vorgänge und Zusammenhänge darstellen und simulieren (Modelle und Simulationen)................ 28
Geräte und Maschinen steuern ........................................................................................................ 32
Daten übertragen und Informationen suchen................................................................................... 43
Grundwissen Hard- und Software
................................................................................. 46
2.3 Weitere unterrichtliche Einsatzmöglichkeiten ....................................................... 48
Einsatz des Computers im Musikunterricht ..................................................................... 48
Videoarbeit mit dem Computer ....................................................................................... 50
2.4 Multimedia in der Schule ...................................................................................... 52
2.5 Computerspiele .................................................................................................... 57
3
SONDERPÄDAGOGISCHE FÖRDERUNG VON BEHINDERTEN KINDERN UND
JUGENDLICHEN MIT HILFE VON IUK-TECHNOLOGIEN ....................................... 61
3.1 Förderung von Kindern und Jugendlichen mit körperlicher Behinderung ............. 62
3.2 Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Sehbehinderung und Blindheit ..... 65
3.3 Förderung von Kindern und Jugendlichen
mit Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit ............................................................... 67
3.4 Förderung von Kindern und Jugendlichen
mit geistiger Behinderung..................................................................................... 69
3.5 Förderung von Kindern und Jugendlichen
mit sprachlichen Beeinträchtigungen und Beeinträchtigungen beim Lernen ........ 70
3.6 Förderung von Kindern und Jugendlichen
durch Krankenhaus- und Hausunterricht .............................................................. 71
3.7 Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation - REHADAT ........................... 72
4
NUTZUNG DES INTERNET IN DER SCHULE .......................................................... 74
4.1 Grundlagen........................................................................................................... 74
4.2 Die wichtigsten Dienste im Internet ...................................................................... 75
4.3 Der Bildungsserver des Landes Rheinland-Pfalz ................................................. 79
4
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
5
PROGRAMME FÜR LEHRKRÄFTE .......................................................................... 81
5.1 Schulschriften....................................................................................................... 81
5.2 Programme zur Erstellung von Arbeitsblättern am Computer .............................. 84
6
HARD- UND SOFTWAREAUSSTATTUNG ............................................................... 89
6.1 Ausstattungsempfehlungen .................................................................................. 89
6.2 Ergonomie am Arbeitsplatz „Computer“ ............................................................... 95
7
COMPUTEREINSATZ IN DER SCHULVERWALTUNG ............................................ 98
8
PROBLEME BEIM ARBEITEN MIT DEM COMPUTER........................................... 102
8.1
8.2
8.3
8.4
9
Allgemeine Probleme mit Programmen und Betriebssytem ............................... 102
Viren auf dem Computer und im Internet............................................................ 102
Datensicherung .................................................................................................. 106
Datenschutz ....................................................................................................... 107
NEUE INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN
IN DER AUS-, FORT- UND WEITERBILDUNG ....................................................... 111
9.1 Neue Informations- und Kommunikationstechnologien im Rahmen des
Vorbereitungsdienstes für das Lehramt an Sonderschulen ................................ 111
9.2 Tätigkeit der Fachberaterinnen/Fachberater „Computer an Sonderschulen“...... 113
10 SOFTWARE FÜR DEN EINSATZ IN DER SONDERPÄDAGOGISCHEN
FÖRDERUNG........................................................................................................... 115
10.1
10.2
Bewertung von Lernsoftware - Kriterien ........................................................ 115
Die SODIS-Datenbank .................................................................................. 120
11 GLOSSAR ZUR COMPUTERFACHSPRACHE....................................................... 121
12 LITERATUR ............................................................................................................. 125
13 ANBIETER UND ADRESSEN.................................................................................. 128
14 FACHBERATER FÜR COMPUTER AN SONDERSCHULEN ................................. 130
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
5
1 Einleitung
In den letzen Jahren hat der Computer auch in den Sonderschule einen festen Platz im Spektrum der
schulischen Medien erobert.
Waren es anfangs vorwiegend Lern- und Übungsprogramme sowie einfachere Standardanwendungen wie z.B. die Textverarbeitung, so haben sich auf Grund der Weiterentwicklung von Hardund Software neue Nutzungsfelder für die Arbeit der Schule eröffnet. Anspruchsvolle und
bedienerfreundliche Werkzeuge zur Seitengestaltung mit Text und Grafik sowie zur Datenverwaltung, einfache Techniken der Erstellung digitaler Bilder mittels Scanner oder Digitalkamera,
multimediale Software (Infotainment und Edutainment) und nicht zuletzt die Neuen Informations-,
Kommunikations- und Publikationsformen des Internet bieten allen Sonderschulformen ein breites
Spektrum, ihre Schülerinnen und Schüler angemessen
in die Nutzung der „Neuen Informations- und KomNeue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
munikationstechnologien (IuK-Technologien)“ einzuführen, da die zukünftige Alltags- und Berufswelt in
hohem Maße von diesen neuen Technologien geprägt
Hilfsmittel
beim Informieren
sein wird.
und Kommunizieren
Eine sinnvolle Nutzung der vorhandenen MöglichHilfsmittel
beim Lernen
keiten, aber auch ihre kritische Würdigung sind in den
Gegenstand
und Üben
des Lernens
Bausteinen einer neuen Kompetenz, deren Bedeutung
mit der der klassischen Kulturtechniken verglichen
Therapeutische
und
Gestalten,
wird, festgehalten. Mit einem problemorientierten
prothetische Hilfe
Präsentieren,
Publizieren
Einsatz der neuen Technologien bietet die schulische
Schreiben,
Medienerziehung, die nicht auf einzelne Schularten,
Verwalten,
Steuern
Schulstufen oder Fächer bezogen ist, Raum zum Erwerb von Medienkompetenz. Sie kann auf jedem
Bildungsniveau angemessen realisiert werden und
erfolgt in Form von rezeptiver Nutzung, aktiver Gestaltung sowie kritischer Reflexion der neuen
Technologien. Die Universalität der Technologie, die in Beruf und Alltag immer mehr Bereiche
erobert, verleiht der Medienkompetenz hohe Bedeutung
Bereits heute ist die Lebenswirklichkeit vieler Kinder stark durch elektronische Medien geprägt. Im
praktischen Umgang mit technischen Geräten und elektronischen Spielen, in der Nutzung audiovisueller Medien erwerben sie Kompetenzen, die Erwachsene oft fremd und beängstigend anmuten.
Das stellt die herkömmliche Rollenverteilung zwischen Lehrenden und Lernenden nicht selten in
Frage und erfordert neue Konzepte der unterrichtlichen Umsetzung. Die Vielfalt der Medientechnologien eröffnet für viele Kinder verstärkt individuelle Lernangebote im schulischen und häuslichen Bereich mit neuen Perspektiven, ihr Lernen selbst zu organisieren, indem sie Lerninhalte und
Lernzeit verstärkt selbst bestimmen können. Dabei kommt auch der Förderung der sozialen
Kompetenzen besondere Bedeutung zu. Diese müssen durch unmittelbare Kommunikation und
personales Zusammenwirken auch bei der Arbeit mit Neuen Technologien aufgebaut und gestärkt
werden. Durch das Angebot einer elementaren Medienerziehung in der Sonderschule sollen die
Schülerinnen und Schüler befähigt werden, sich innerhalb einer von Medien und Technologien
bestimmten Welt selbstbewusst, eigenverantwortlich und produktiv verhalten zu können. Der
Gefahr einer unreflektierten Technologiegläubigkeit muss vorgebeugt werden.
6
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Für die Schule sind die Neuen Informations- und Kommunikationstechnologien in starker
Verzahnung Gegenstand von Lehren und Lernen sowie Hilfsmittel für den Unterricht. In bestimmten Sonderschulformen eröffnen die neuen Technologien mit der Entwicklung kompensatorischer
Hilfsmittel darüber hinaus neue Perspektiven für das schulische Lernen und die individuelle
Lebensgestaltung (z.B. mit Hilfe von Spracherkennung, Umfeldsteuerung). Der Einsatz dieser
Hilfen verbessert die Perspektiven für das schulische Lernen, für die Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben sowie für die berufliche Qualifizierung.
Dabei muss der Einsatz der Neuen Technologien gerade an den Sonderschulen in hohem Maße die
Lebenssituation und das kommunikative Umfeld, die Bedürfnisse und Emotionen, den Wissensund Erfahrungsstand sowie das Niveau von Urteilsfähigkeit und Wertebewusstsein bei Kindern und
Jugendlichen zum Ausgangspunkt der pädagogischen Auseinandersetzung machen.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
7
2 Computereinsatz in der Sonderpädagogik im Rahmen der
schulischen Medienerziehung
2.1
Konzept einer Medienerziehung
Nutzungskonzepte der Neuen Informations- und Kommunikationstechnologien
Den pädagogischen Grundannahmen zur Entwicklung einer angemessenen Lernkultur in einer
Informations- und Wissensgesellschaft‘ liegen folgende drei Nutzungskontexte der Neuen
Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) in der Schule zu Grunde:
Neue IuK-Technologien als innovative Werkzeuge zur Unterstützung von Lehr-Lernprozessen
und des Informationsmanagements an Schulen
Neue IuK-Technologien als Unterrichtsgegenstand zum Erwerb der notwendigen
Medienkompetenz
Neue IuK-Technologien als wichtiger Anlass zur Entwicklung einer neuen Lernkultur
Da Neue IuK-Technologien eine Auflösung räumlicher, zeitlicher und zum Teil auch körperlicher
Beschränkungen ermöglichen, verändern sie damit die situativen Bedingungen unter denen
Menschen miteinander kommunizieren und interagieren.
In zunehmendem Maße werden deshalb auch Fertigkeiten und Fähigkeiten zur Kommunikation und
Kooperation im Netz notwendig. Für verschiedene Gruppen von behinderten Menschen eröffnen sie
neue Perspektiven einer Normalität, von der sie sonst ausgeschlossen wären bzw. bisher sind (vgl.
Kapitel 3).
Neue IuK-Technologien als innovative Werkzeuge zur Unterstützung von LehrLernprozessen und des Informationsmanagements an Schulen
Für den Lehr-Lernprozess liegt die Bedeutung der IuK-Technologien vor allem in den
multimedialen Interaktions-, Präsentations- und Simulationsmöglichkeiten. Diese lassen sich im
Unterricht sowohl als Offline-Lösungen (Programm auf dem Computer gespeichert) wie auch als
Online-Lösungen (z.B. Lernaktivitäten in Computernetzen) oder in Kombination beider einsetzen.
Die Neuen IuK-Technologien verbessern die Möglichkeiten der flexiblen Gestaltung von LehrLernprozessen, da
•
das Lernen entweder nur textbasiert oder mit abgestufter Unterstützung durch multimediale
Komponenten (Bild, Animation, Sound, Video) ablaufen kann,
• lernrelevante Interaktionen sowohl zwischen den Lernenden und dem System (Hard-/Software)
als auch zwischen den Lernenden selbst – und dabei mit oder ohne Lehrende – stattfinden kann,
• eine Zusammenarbeit zwischen den Lernenden und System, zwischen Lernenden und
Lernenden sowie zwischen Lernenden und Lehrenden zeitgleich oder zeitlich verschoben
erfolgen kann.
Neben den großen Möglichkeiten einer Unterstützung von Lehr-Lernprozessen stellen die Neuen
IuK-Technologien - insbesondere durch Computernetze - auch ein immer wichtiger werdendes
Werkzeug für die Schulverwaltung (vgl. Kapitel 7) und für die Öffentlichkeitsarbeit der Schulen
dar, zumal die Öffnung von Schule ein zentrales Moment in der angestrebten Profilentwicklung von
Schule ausmacht. Die Neuen IuK-Technologien bieten hier neue Perspektiven der Interaktion mit
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
8
externen Personen und Institutionen. Sie sind auch zur Realisierung der verstärkt geforderten
Kooperation der Schulen mit außerschulischen Einrichtungen bis hin zu Betrieben eine
unerlässliche Hilfe.
Neue IuK-Technologien als Unterrichtsgegenstand zum Erwerb einer notwendigen
Medienkompetenz
Während es der Mediendidaktik (Medien als Mittel zur Optimierung von Lehr-Lernprozessen) mehr
um einen funktionalen Ansatz von Unterricht geht, strebt die Medienerziehung eher eine Anleitung
zur kritischen Reflexion von Medien, deren Inhalte und Nutzung an. Eine strenge Zuordnung zu
jeweils einem der beiden Teile der Medienpädagogik hat sich aber für die praktische Arbeit
(insbesondere im Rahmen der informationstechnischen Grundbildung) nicht bewährt, denn eine
kritische Auseinandersetzung mit Medieninhalten kann nur über die konkrete Nutzung derselben
Medien erreicht werden. Erst in der Auseinandersetzung mit Multimedia und Telekommunikation
sind deren Chancen und Grenzen beim verantwortungsbewussten Umgang mit Information und
Wissen - der Fähigkeit zu Wissensmanagement - erkennbar und in ihrer erzieherischen und
unterrichtlichen (didaktischen) Relevanz erfahrbar.
Medienkompetenz als Ziel der Medienerziehung ist Erziehung zum verantwortungsvollen Umgang
mit Information, Wissen und Medien und umfasst eine Vielzahl von Kenntnissen, Fähigkeiten und
Fertigkeiten, die sich mit den Komponenten Handhabungskompetenz, Auswahl- und Bewertungskompetenz, Urteils- und Reflexionskompetenz sowie Gestaltungskompetenz beschreiben lassen.
Medienkompetenz als Konstrukt von
Handhabungskompetenz
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
Urteils- und
Reflexionskompetenz
Gestaltungskompetenz
Sie verlangt:
Sie verlangt:
Sie verlangt:
Sie verlangt:
• Erwerb notwendiger
Bedienkenntnisse
zum sachgerechten
Einsatz
• Kenntnis der medialen Angebotsvielfalt
• Reflexion der
gesellschaftlichen
Folgen der „neuen
Iuk-Technologien”
• Kenntnis der
Gestaltungsmöglichkeiten mit
Multimedia und
Computernetzen
• „Neue Lesefähigkeit“: Text + Bild +
dynamische
Vorgänge
• Fähigkeit zur
netzbasierten
Kommunikation und
Kooperation
• Sich zurechtfinden in
der Medienwelt
• Zugang zu Computernetzen
• Unterscheiden können zwischen
Realität und
Virtualität
• Informationen mit
fehlendem Kontext
interpretieren
können
• Auseinandersetzung
mit der Frage, in
welchem Verhältnis
menschliche
Intelligenz und
technische
Informationsverarbeitung zueinander stehen
• Entwicklung
ethischer Maßstäbe
• Kenntnis verschiedener
Zeichensysteme
• Auseinandersetzung
mit anderen Nutzern
• Entwicklung
ästhetischer
Maßstäbe
Diese Teilkompetenzen müssen als integratives Prinzip in allen Fächern sowie in fachbezogenen
und fächerübergreifenden Unterrichtsprojekte umgesetzt werden.
9
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Dabei kann der Computer mit seinem breiten Leistungsspektrum bisher isolierte Medienarten
verbinden und verstärkt zur Gestaltung eines selbstgesteuerten Lernens und zu mehr Interaktion und
Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden beitragen.
Neue IuK-Technologien als wichtiger Anlass zur Entwicklung einer neuen Lernkultur
Die Arbeit mit den Neuen IuK-Technologien entfernt sich mehr und mehr von der bisherigen traditionellen Lehr-/Lernphilosophie, dem Primat der Instruktion, d. h. der Wissensvermittlung und nähert sich verstärkt einer konstruktivistischen Lehr-/Lernphilosophie, die vom Primat der Konstruktion, d.h. der Wissensaneignung ausgeht, an. Ein so ausgerichtetes Lernen basiert verstärkt auf
•
•
•
selbstbestimmtem und entdeckendem Lernen,
handlungsorientiertem Unterricht,
Lernen in fächerübergreifenden Projekten,
• kritischer Betrachtung von greifbaren Produkten aus selbstständiger Arbeit.
Hierbei treten Lehren und Wissensvermittlung hinter den Lernprozessen der Schülerinnen und
Schüler zurück und den Lehrenden wächst verstärkt die Aufgabe zu, Problemsituationen zu
arrangieren und Werkzeuge als Problemlöser für den selbsttätig Lernenden zur Verfügung zu
stellen. Der Lerner konstruiert so sein Wissen selbst und setzt dieses in Verbindung zu seinem
Handeln.
Das heißt mit anderen Worten, dass die Einführung der Neuen IuK-Technologien an den Schulen
nicht mit einem additiven Ansatz verbunden sein darf, sondern mit einem neuen Verständnis von
Lernen und Lehren verknüpft werden sollte. Da die Neuen IuK-Technologien nicht einfach dem
nach traditioneller Lehr-Lernauffassung verbundenen Unterricht angefügt werden können, sind sie
Impuls für einen Wandel dieser ineffektiv gewordener Unterrichtsformen. Solch ein gravierender
Wandel ist nicht in kurzer Zeit umsetzbar, sondern nur über Zwischenschritte erreichbar. Ein
solcher könnte mit dem ‚Leitkonzept der Problemorientierung‘ - einer konzeptionellen Brücke
zwischen der traditionellen und der konstruktivistischen Lehr-/Lernphilosophie - beschrieben
werden.
Problemorientiertes Lernen und Lehren anhand
authentischer
Kontexte
Authentische Kontexte
sind dem realen Leben
entnommen und
ermöglichen den Umgang mit Problemen
und Situationen des
Alltags.
Sie sind motivierend,
weil sie Interesse und
Betroffenheit
erzeugen.
multipler Kontexte
sozialer
Kontexte
instruktionaler
Kontexte
Das Einbetten
spezifischer Inhalte in
verschiedene
Situationen fördert
flexiblen Umgang mit
Gelerntem und
unterstützt die
Transferbildung.
Soziale Arrangements
fördern kooperatives
Lernen und
Problemlösen.
Soziale Kontexte
werden auch durch
Öffnen der Schule
nach außen realisiert.
Der Lehrende
modelliert
Lernstationen, er leitet
an, unterstützt und
berät, wo es
erforderlich ist.
(adaptive Instruktion)
Vor allem Simulationen und Planspiele eignen sich besonders gut für dieses Konzept eines
problemorientierten Lernens, weil entsprechende Computerprogramme (z.B. Haushaltsführung,
10
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
SimCity) authentische Situationen bzw. realitätsnahe Probleme darstellen und die Schülerinnen und
Schüler zur aktiven und konstruktiven Bearbeitung herausfordern. Die Lernenden können dabei
selbst in Systeme eingreifen bzw. Haushaltspläne manipulieren und anschließend per Bildschirm
die Resultate ihres Eingreifens unmittelbar erleben.
Auch das Arrangieren gemeinsamer Lernsituationen, die es den Lernenden erlauben, Wissen zu
einem bestimmten Bereich - in Abstimmung miteinander - zu erarbeiten, ist notwendig. Zentraler
Ausgangspunkt ist dabei vor allem, dass Lernende in ‚Lerngemeinschaften‘ gemeinsame Produkte
(z.B. Texte, Animationen) erstellen und Informationen eben nicht nur rezipiert, sondern produziert
und auch gegenseitig kritisiert werden. Dazu kommen netzbasierte Formen des Lernens, die die
Grenzen des eigenen Klassenzimmers überschreiten und die Bildung virtueller Lerngemeinschaften
anregen.
Solche problemorientierten und mediengestützte Unterrichtsformen erfordern vom Lehrenden die
Wahrnehmung einer anderen, einer erweiterten Rolle, in der er nicht mehr nur Wissensvermittler,
sondern auch Anreger, Gestalter und Unterstützer von Lernprozessen in multimedialer Umgebung
ist. Im Vordergrund steht nicht die modernste Hardwareausstattung mit einem Software-Pool
inklusive einem Internetanschluss, sondern die Entwicklung eines Unterrichtskonzepts, das die
Möglichkeiten der IuK-Technologien nutzt und problemorientierten Unterricht zulässt.
Anhand von Bausteinen wird nachfolgend beschrieben, wie die IuK-Technologien im Unterricht
umgesetzt werden können. In Form eines Strukturrasters werden konkrete Anregungen zur
unterrichtlichen Umsetzung dargestellt. Darin erscheint die Urteils- und Reflexionskompetenz
nicht, da sie gerade im Bereich der Sonderpädagogik in hohem Maße abhängig vom aktuellen
unterrichtlichen Kontext ist.
2.2
Lernziel Medienkompetenz - neun Bausteine Erste Erfahrungen mit dem Computer
Die Kinder bringen im Hinblick auf die Computernutzung sehr unterschiedliche Vorerfahrungen
mit in die Schule. Das Spektrum reicht von „... noch nie einen Computer bedient“ bis zur
Verfügbarkeit eines leistungsfähigen Multimedia-Computers mit Internetzugang. Die Gründe
hierfür liegen u.a. in der Einstellung der Eltern und der ökonomischen Situation der Familie. Aber
auch in der Nutzung des Computers in der Freizeit gibt es erhebliche Unterschiede. Insbesondere
bei sozial benachteiligten Jugendlichen überwiegt der Einsatz von Computerspielen. Demgegenüber
werden die kreativen Möglichkeiten des Computers als Gestaltungswerkzeug hier wenig genutzt.
Vor dem systematischen Einsatz des Computers als Werkzeug zum Schreiben und Lernen ist es
Aufgabe insbesondere der Sonderschule, den Kindern eine dem Alter entsprechende Hinführung zu
ermöglichen. Diese soll auch das Kind erreichen, das bisher noch keinen Computer bedienen
konnte. Das verlangt ein pädagogischen Anforderungen entsprechendes Angebot an altersgemäßen,
ansprechenden und der Erlebniswelt der Kinder angemessenen Programmen.
Was kann mit Hilfe dieser Programme gelernt werden?
Beim spielerischen Umgang mit diesen - sehr einfach zu bedienenden - Programmen erwerben die
Kinder erste Bedienkompetenzen indem sie den Computer einschalten, das gewünschte Programm
starten und sich nicht selten dort schon mit Namen oder Symbol anmelden müssen. Einfache
Bedienung der Tastatur und Umgang mit der Maus, Beenden von Programmen und
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
11
Programmteilen, Steuerung von Figuren oder Fahrzeugen auf dem Bildschirm, Verständnis der
Funktionen verschiedener Tasten (z.B. Enter, Pfeiltasten, ESC-Taste) bzw. Symbolschaltflächen,
einfache Maussteuerung, u.a. beim Malen, bei Puzzle-, Memory-, Fang- und Stapelspielen.
Oft bieten diese Programme in kindgemäßer Form grundlegende Bedienfunktionen an und fördern
so ein intuitives Erschließen dieser Funktionen beim spielerischen Umgang mit den Programm.
Diese Erfahrungen erleichtern den Schülerinnen und Schülern später das Erschließen der
entsprechenden Funktionen bei Standard- oder Lernprogrammen.
Einfaches Schreiben
Für das erste Schreiben am Computer eignet sich z.B. das Programm „Schreiben“ des BudenbergProgrammpaketes. Ähnliche Module finden sich auch in anderen Programmen, z.T. auf Grund der
Windows-Integration mit erweiterten Funktionen. Spielerische Programme bieten hier meist eine
Auswahlmöglichkeiten von Buchstaben und Wörtern am Bildschirm an, wobei diese nicht selten
auch symbolisch dargestellt werden.
Auch Standardsoftware wie Textverarbeitungen lassen sich wegen der sehr flexiblen Möglichkeiten
der Anpassung auf einfachstes Bedienniveau anpassen, so dass nur die wichtigsten Funktionen als
große Symbolschaltflächen zur Verfügung stehen.
Das Softwarespektrum, das für diese Ziele eingesetzt werden kann, ist groß. Das folgende Raster
„Software zwischen Spielen und Lernen“ strukturiert die komplexe Softwaregruppe. Dabei ist das
Raster nicht auf den hier angesprochenen Altersbereich beschränkt. Schulrelevante Programme zu
den einzelnen Erscheinungsformen der Software sind den Beschreibungen angefügt:
Education
Erscheinungsformen Lernen und Bildung in
der Software schulischen Kontexten
Lehrprogramme Lernsoftware; Vermittlung
Teachsoft von Wissen, Einsichten,
Fähigkeiten und Fertigkeit
mit lehrorientiertem, vorgegebenem Lernweg
(tutorielle Programme und
„Trainer“)
Edutainment
Verbindung von Unterhaltung und Lernen
Entertainment
Unterhaltung, Spaß,
Zeitvertreib
Teach-Tale-Tainment:
Erwerb von Fähigkeiten
allgemeiner Art durch
unterhaltsame Software
mit lehrorientiertem,
vorgegebenem Lernweg
(z.B. „Living Books“,
„Löwenzahn“).
Den Spielen
vorgeschaltete tutorielle
Spielphasen, um das Spiel
zu verstehen und das
spielerische Handeln zu
trainieren.
Werkzeuge Programme zur eigenToolsoft ständigen Erstellung von
Tooltainment; niederschwellige Anwendungsprogramme ohne profesProdukten in schulischen
sionellen Anwendungsund professionellen
bezug. Herstellung
Kontexten (z.B. Textverarbeitung, Grafik, DTP). kreativer Objekte (z.B.
„Creativ Writer“*, Schreibwerkzeuge in Kinderprogrammen).
Informationssysteme Selbständige Abfrage von
Infosoft Informationen und
Wissensbeständen aus
schulischen Lehrbereichen; professionelle
Expertensysteme und
Datenbanken.
Infotainment: unterhaltsame Informationssysteme zu interessierenden Bereichen (z.B.
Musik, Dinos). Multimediale Struktur der
Software.
(z.B. „Mein erstes
Lexikon“)
Programme zur Erstellung
eigener Spiele („Game
Creater“).
Dem Spiel zugeordnete
Informationssysteme wie
Datenbanken und Bibliotheken, um das Spiel
besser handhaben zu
können.
(z.B. Wortlisten, Bilderliste)
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
12
Simulations- Simulationen, um Einprogramme sichten in funktionale
Simsoft Abläufe zu gewinnen, die
Simtainment: Simulationen
mit spielerischer
Dramaturgie zu
schulrelevant bzw. ausbil- lernrelevanten Inhalten
dungsrelevant sind; Verän- bzw. Kenntnisbereichen
derungsmöglichkeiten bei (z.B. Städtebau,
den Parametern.
Besiedelung, Ameisen).
Spielprogramme Lernspiele, um spezielle
Gamesoft Kenntnisse und
Fähigkeiten zu erwerben;
Inhalte und Dramaturgie
des Spiels sind
Transportmittel.
Skilltainment:
Unterhaltsame Spiele, die
auch allgemeine
Kenntnisse und
Fähigkeiten fördern (z.B.
„Colonization“).
Simulationsspiele mit unterhaltsamen Inhalten und
spannender Dramaturgie
(z.B. Kampfflugzeuge,
Schlachten, Vereinsfußball, Wirtschaftssimulationen).
Computer- und
Videospiele mit vorrangig
unterhaltendem Charakter.
(aus: Handbuch Medien: Computerspiele, s.u.)
Programme zur unterrichtlichen Umsetzung (Beispiele)
Lernprogramme
• Budenberg-Software
• H13 und S13 (SoWoSoft)
• Wahrnehmung (Eugen Traeger Verlag)
Edutainment-Programme
• Löwenzahn I-III (terzio)
• Janosch: Riesenparty für den Tiger (Navigo)
• Spielgeschichten (z.B. Max und Marie gehen einkaufen, Tivola)
Werkzeugprogramme
• Malen, Schreiben, Spielen
Auch wenn Kriterienkataloge zur Beurteilung von Edutainment-Software erstellt worden sind, so
bleibt doch jedem Pädagogen die Entscheidung, welche der Kriterien für seine Arbeit mit den
Schülerinnen und Schülern wichtig und welche weniger wichtig ist, nicht erspart. Untersuchungen
mit Kindergruppen brachten selbst bei hervorragend beurteilter Software ernüchternde Ergebnisse
zutage: Geringe Lerneffekte und bald nachlassende Motivation. Auch hier wird der Wert einer
Software neben den inneren Qualitäten auch durch die pädagogische Situation geprägt, in der sie
eingesetzt wird.
Weitere Informationen zum Thema:
Jürgen Fritz, Wolfgang Fehr (Hrsg.): Handbuch Medien: Computerspiele, Bundeszentrale für politische
Bildung, Bonn 1997
13
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Strukturraster Erste Erfahrungen mit dem Computer
STUFE
Unterstufe
Lerninhalte
Handhabungskompetenz
− Die Maus handhaben: Bewegen
(Koordination von
visueller Wahrnehmung und Feinmotorik), Klicken (Maustaste ohne Mausbewegung drücken),
Ziehen (Mausbewegung bei gedrückter Maustaste)
− Die wichtigsten
Funktionstasten
(Pfeiltasten, Enter-,
Leer- und ESC-Taste)
handhaben
− Einfache Interaktionsfunktionen handhaben (Schaltflächen erkennen, optische und
akkustische Informationen verstehen)
− Erste Eingabe von
Wörtern und Zahlen
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
− Sich für ein
Programmteil bzw.
Werkzeug innerhalb
eines Programms
entscheiden
Gestaltungskompetenz
− Gestaltungsmöglichkeiten eines
Programms für Bild
und Text nutzen
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
14
Schreiben und Texte gestalten (Textverarbeitung)
Vorbemerkungen
Mit der massenhaften Verbreitung der elektronischen Textverarbeitung wurde ein neues Kapitel der
Textproduktion aufgeschlagen. Der Prozess des Schreibens hat sich nachhaltig verwandelt, können
doch Texte relativ einfach erstellt, verändert, in den unterschiedlichsten Formen gestaltet und
ausgegeben werden.
Der Einsatz des Computers als Gestaltungswerkzeug ist am weitesten im Bereich der
Textproduktion verbreitet. Für viele Nutzer war und ist der PC vornehmlich oder gar ausschließlich
eine „Textmaschine“, mit der man Texte schreiben und gestalten kann. Erst langsam wandelt sich
diese Einstellung hin zu einer größeren Anwendungsvielfalt des PCs.
Auch Schülerinnen und Schüler entdecken zunehmend die kommunikativen Möglichkeiten der
Textverarbeitung und erfahren mehr Freude am eigenen Schreiben. Schon bescheidene (Schul-)
Softwareprogramme haben kleine Editoren (einfache Schreibprogramme), mit deren Hilfe Texte
eingegeben werden können, um z.B. Fragen zu beantworten, die das Programm stellt. Insbesondere
beim Einsatz von Deutsch- bzw. Rechtschreibprogrammen werden Tastatur und Bildschirm wie
eine Schreibmaschine mit Display benutzt.
Die Schule hat nun die Aufgabe, an unterrichtspraktischen Beispielen handlungsorientiert und unter
Beachtung der individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler zu vermitteln bzw.
zu erörtern:
• Grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit Textverarbeitungsprogramme,
• Spezifische Aspekte der Nutzung der Textverarbeitung in Alltag und Beruf,
• Gesellschaftliche Auswirkungen der elektronischen Textverarbeitung.
Neben der standardmäßigen Nutzung der Textverarbeitung, ggf. mit individueller Konfiguration der
Symbolschaltflächen, können vorstrukturierte
Dokumente, in die z.B. beim Lebenslauf nur noch
die individuellen Angaben eingefügt werden
müssen, angeboten werden. Diese Arbeitsweise
entlastet den Schüler von der – recht anspruchsvollen – Aufgabe der Seitengestaltung, so dass er
sich auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren kann.
Als Techniken hierzu können die Tabellen- oder
die Formularfunktion genutzt werden.
Y
Tipps für den Unterricht
Im Rahmen dieser unterschiedlichen Ansätze
können z.B. vielfältige Schreibanlässe genutzt
werden:
-
Anlegen eines persönliches Datenblattes,
Briefe,
Einladungen,
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
-
15
Anfertigen von Bewerbung und Lebenslauf,
Schreiben und Gestalten unterrichtlicher Texte,
Anlegen von Textsammlungen,
Erstellen von Berichten über Praktikum, Klassenfahrt, Projekte,
Gestalten einer Schülerzeitung.
Dabei können in unterschiedlichem Umfang erprobt und genutzt werden:
die Rechtschreibprüfung zur Verbesserung der Orthografie,
das Synonymwörterbuch bei der Textproduktion (Thesaurus),
der experimentelle Umgang mit einfachen Techniken der Textgestaltung,
Einbinden grafischer Elemente (aus Clipart-Sammlung, mit Hilfe von Grafik/Zeichenprogramm erstellt, gescannte Vorlage, digitale Fotos),
die Handhabung und Umgang mit dem Drucker und Scanner,
die Übernahme von Texten und Bildern aus digitalen Vorlagen (CD-Rom, Internet), soweit
urheberrechtlich möglich,
die Fernübertragung von Texten (E-Mail).
Über die selbstverständliche Nutzung der permanent in der Klasse zur Verfügung stehende
„Textmaschine“ hinaus ergeben sich besondere fachliche Bezüge zum Unterricht in Fächern wie
Deutsch (Textproduktion und -gestaltung), Kunst (Text-Bild-Bearbeitung, Einladungen,
Schülerausweis, Visitenkarten, Schülerzeitung, Plakate für Schulfest o.Ä.) oder Arbeitslehre
(Veränderung von Büroberufen).
-
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
16
Strukturraster Textverarbeitung
STUFE
Lerninhalte
Handhabungskompetenz
Unterstufe
− Schreiben von Texten − Tastatur kennen
lernen und bedienen
im Kontext altersgerechter Lern- und
Spielprogramme
Mittelstufe
− Schreiben und
Gestalten
unterrichtlicher Texte
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
− Handschriftlich und
mit Hilfe des
Computers erstellte
Texte vergleichen
− Texte eingeben
− Einschätzen können,
wo der Einsatz von
− Texte korrigieren
Korrektur-, Ände− Textteile markieren
rungs- und Speicherungsmöglichkeit
− Textteilen mit
sinnvoll ist
Symbolleisten Gestaltungsmerkmale
− Wirkung
zuweisen (Schriftart
unterschiedlich
bzw. -größe, fett,
gestalteter Texte
unterstrichen, kursiv,
erkennen
Ausrichtung,
Aufzählung)
Gestaltungskompetenz
− Abstände zwischen
Buchstaben, Wörtern
und Zeilen beachten
− Texten ästhetisch
und sachgerecht
gestalten
− Raumaufteilung
− Einsetzen weiterer
grafischer
Gestaltungsmöglichkeiten
− Schriftarten und
Schriftgröße
− Texte speichern und
laden
− Texte drucken
Oberstufe
− Schreiben, Gestalten
und Verwalten
unterrichtlicher Texte
Textverarbeitung
− Ausschneiden,
Kopieren, Einfügen
von Textteilen
− Wirkung
unterschiedlich
gestalteter Texte
begründen und
beurteilen
− Grafiken in Text
einsetzen
− verschiedene
Textformen (z.B.
Sachtext, Brief,
− Einfügen von
− Vorteile der
Gedicht, Lebenslauf,
Grafiken / Clipart
ökonomischen
Bewerbung,
− Suchen / Ersetzen
Verwaltung der
Einladung,
Dokumente erkennen
Fragebogen etc.)
Dokumentenverwaltung
sachgerecht
− Verzeichnis anlegen
gestalten
und benennen
− Dateien sinnvoll
benennen
− Dateien kopieren /
verschieben
− Datei auf Diskette
speichern und auf
anderen Computer
übertragen
− Dateien im Netz
übertragen (vernetzte
Computer, E-Mail)
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
17
Mit Texten und Bildern gestalten und präsentieren
Desktop-Publishing
Unter Desktop-Publishing versteht man das Entwerfen von Seiten mit Hilfe spezieller
Computerprogramme. Desktop-Publishing-Programme (DTP) bieten gegenüber Textverarbeitungsprogrammen größere Gestaltungsfreiheit und -flexibilität, sind aber in der Regel auch schwieriger
zu bedienen.
DTP-Programme sind in Ihrem Konzept dem Arbeitstisch des traditionellen „Layouters“ nachempfunden.
Auf der Arbeitsfläche werden die Bestandteile der
Publikation (Texte, Grafiken) zunächst abgelegt und
dann durch Verschieben, Skalieren, Zuschneiden auf der
Seite zum endgültigen Layout angeordnet.
Texte bzw. Grafiken befinden sich immer in Rahmen.
Kurze Texte wie etwa Überschriften werden unmittelbar
in einen Rahmen eingegeben, umfangreichere Texte
können
mit
einem
Textverarbeitungsprogramm
geschrieben und korrigiert und anschließend in einen
Textrahmen importiert werden. Bilder oder Grafiken
entstammen entweder Clipart-Sammlungen, werden mit
Hilfe von Mal- oder Zeichenprogrammen selbst erstellt
und in geeigneter Form abgespeichert, mittels Scanner von Bildvorlagen eingescannt, mit einer
digitalen Kamera aufgenommen oder aus Web-Seiten auf dem lokalen PC abgespeichert.
Die freie Anordnung der Rahmen macht das gestalterische Prinzip der DTP-Programme aus.
Rahmen können sich transparent oder überdeckend überlagern, Textrahmen können verbunden
werden und so einen fortlaufenden Textfluss über mehrere Seiten realisieren. Text kann an den
Konturen einer Grafik ausgerichtet werden (Kontursatz). Besonders mehrseitige Publikationen
lassen sich mittels DTP-Programmen komfortabel und
in hoher Qualität realisieren.
DTP-Programme lassen sich sehr gut ergänzend zur
Textverarbeitung einsetzen, indem die Texte mit der
Textverarbeitung geschrieben und überarbeitet werden.
Dann werden sie per Dateiimport bzw. über die
Zwischenablage in einen Textrahmen des DTP-Programmes übernommen. Obwohl auch die DTP-Programme die grundlegenden Textverarbeitungsfunktionen bieten, ist diese Arbeitsweise sinnvoll, da die
Schülerinnen und Schüler weitgehend mit der vertrauteren Textverarbeitung arbeiten können. Sind die Computer vernetzt, lassen sich bei dieser Arbeitsweise auch
einfache Formen der Datenübertragung realisieren. Bei
nicht vernetzten Computern erfolgt der Datentransfer
mittels Diskette.
18
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Dieselbe Arbeitsstruktur lässt sich bei den Grafiken realisieren. Sie werden an einem Computer
erstellt, bzw. gescannt und nachbearbeitet, dann auf den DTP-Computer übertragen und ins Layout
eingefügt.
Schülerinnen und Schüler von Förderschulen nutzen nur die Grundfunktionen eines DTPProgrammes sowie deren gestalterische Möglichkeiten (z.B. Zierrahmen, Grafikobjekte etc.). Auch
dies stellt schon recht hohe Anforderungen, die nicht von allen Schülern bewältigt werden können.
Der kombinierte Einsatz von DTP-Programm, Textverarbeitung und Grafikprogramm ermöglicht
bei der Realisierung von Layout-Projekten jedoch durch arbeitsteiliges Vorgehen die angemessene
Einbeziehung aller Schülerinnen und Schüler.
Eine angemessene Kombination von Computerlayout und Klebemontage ist einem ausschließlichen
Computerlayout vorzuziehen. Die Erfahrung, dass der Computer nicht immer das optimale
Werkzeug zur Lösung einer bestimmten Aufgabe ist, gehört auch zu den grundlegenden Zielen
einer Computergrundbildung.
Da dieser Einsatzbereich als Ergänzung zu Standardanwendungen wie Textverarbeitung und
grafische Gestaltung anzusehen ist, werden die Inhalte nicht im Strukturraster aufgearbeitet.
Vielmehr muss die Lehrkraft anhand der pädagogischen Möglichkeiten entscheiden, ob sie solche
Programme einsetzt und in welchem Umfange die Schülerinnen und Schüler diese nutzen.
Wie bei anderen Programmen zur grafischen Gestaltung werden die Schülerinnen und Schüler auch
hier oft von den grafischen Möglichkeiten stark inspiriert. Das führt nicht selten zu grafischer
Überladung der Publikationen. Nach einer ersten Erkundungsphase sollte auf eine ansprechende
grafische Gestaltung hingearbeitet werden. Die Gestaltungsideen sollen nicht von den
Möglichkeiten des Computers diktiert werden, sondern aus der Gruppe kommen und mit dem
Werkzeug Computer realisiert werden. Dazu ist eine Übersicht der wichtigsten Realisierungsmöglichkeiten erforderlich, sowie die Fähigkeit, diese umzusetzen. Die Gestaltungsidee sollte
jedoch zunächst auf dem Papier skizziert werden, um dann am PC die Umsetzung zu erfahren.
Die Programme Microsoft Publisher 98/2000 (für Windows 95/98/NT) sind in ihrem
Funktionsumfang für die hier beschriebenen Einsatzbereiche vollkommen ausreichend, preiswert
und relativ einfach zu bedienen. Sie bieten zudem interessante Optionen wie u.a. Erstellen von
Web-Seiten, Drucken von Publikationen als Broschüre, Drucken von Faltkarten. Wesentlich teurer
sind die Programme, die auch von professionellen Grafikern genutzt werden wie etwa Pagemaker,
InDesign und QuarkExpress. Sie können für die ambitionierte Lehrkraft von Interesse sein.
Computerpräsentationen
Zu den modernen Publikationsformen zählt heute auch die Bildschirmpräsentation. Sie wird
eingesetzt zur optischen Unterstützung von Vorträgen wie auch zur Präsentation geeigneter Inhalte
bei Publikumsveranstaltungen wie Messen oder Ausstellungen. Nicht zuletzt die starke grafische
Orientierung mit meist nur geringem Textanteil macht diese Darbietungsform für den Bereich der
Sonderschulen interessant. Da die Präsentation zudem mit aufgenommenen Tondokumenten sowie
Video-Sequenzen ergänzt werden kann, bietet das Konzept einen interessanten Zugang zum Bereich
Multimedia.
Erforderlich ist neben einem leistungsfähigen PC ein geeignetes Präsentationsprogramm, das zum
Lieferumfang gängiger Office-Pakete gehört (z.B. PowerPoint/Microsoft Office). Die Verwendung
von Vorlagen und Standardseitenelementen ermöglicht ein durchgängiges und harmonisches
Erscheinungsbild der einzelnen Seiten (Folien), erleichtert aber auch die Erstellungsarbeit.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
19
Erstellte Präsentationen können auf Papier oder Folien ausgedruckt oder aber als Bildschirmpräsentation aufbereitet werden. Bei einer Bildschirmpräsentation erscheint die Folienserie am
Bildschirm und der Ablauf kann mit vorher festgelegten Darbietungszeiten oder aber per Mausklick
gesteuert werden. Steht ein leistungsfähiger Datenprojektor (LCD-Display oder Beamer) zur
Verfügung, kann die Präsentation auch einem größeren Publikum vorgeführt werden.
Für anspruchsvollere und komplexere Präsentationen werden leistungsfähigere Programme
angeboten, die auf Grund ihrer einfachen Bedienung ebenfalls in der Schule eingesetzt werden
können (z.B. Mediator).
Y
Tipps für den Unterricht
DTP-Projektskizze „Trierer Sehenswürdigkeiten“
Erstellen von Informationsseiten über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Trier
-
-
Schülerinnen und Schüler sammeln Informationen und schreiben Texte mit der
Textverarbeitung (z.B. Works),
Texte werden überarbeitet,
Sammeln von Bildmaterial, Fotospaziergang zu den Bauwerken,
Suchen nach Bildmaterial im Internet (bei Thema mit geografischer Nähe nicht erforderlich),
Einscannen der Fotos,
Seitenlayout skizzieren (ungefähres Erscheinungsbild der Seite),
Importieren der Texte in das DTP-Dokument,
Importieren der Grafiken,
Seite mit dem DTP-Programm gestalten,
Publikation ausdrucken und als Broschüre falten.
Anlässe für Computerpräsentationen
-
Bericht über eine Klassenfahrt,
Rückblick auf das Schuljahr bei der Entlassung,
Aufbereitung eines Sachthemas im Rahmen eines Schülerwettbewerbes,
Projektdokumentation,
Schülerinnen und Schüler stellen sich vor,
Bildbericht über eine Projektwoche,
Selbstdarstellung der Schule (z.B. bei einem Infostand).
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
20
Informationen speichern und verwalten (Datenbanken)
Vorbemerkungen
Eine Datenbank ist ein Werkzeug zum Speichern und
Bearbeiten von Daten, die auf Grund ihrer Struktur auf
Karteikarten festgehalten werden können. Eine Karteikarte entspricht einem Datensatz. Jeder Datensatz enthält
mehrere Elemente, sogenannte Datenfelder. Jedes Datenfeld hat einen Feldnamen und einen bestimmten
Datentyp.
Formularansicht eines Datensatzes
Listenansicht einer Datenbank
Unsere Beispieldatenbank „Schülerbücherei“ enthält
7 Datenfelder und drei Datensätze. Die nebenstehende Tabelle zeigt die Feldnamen und die Datentypen.
Feldname
Datentyp
Autor
Text
Titel
Text
Untertitel
Text
Besonderheit
Kaufdatum
Datum
tt.mm.jj
Die Felder und die Datentypen werden bei der
Preis
Zahl
2
Dezimalstellen
Erstellung der Datenbank festgelegt. Die Daten
Ersch-jahr
Zahl
vierstellig
können in der Formular- oder der Listenansicht
Nummer
Text
eingegeben bzw. bearbeitet werden. In der
Listendarstellung erscheint ein Datensatz in einer
Zeile. Die Spaltenkopfzeilen zeigen die Feldnamen an. Die Formularansicht zeigt jeweils einen
Datensatz an.
Mit der Datenbank können die Daten in vielfältiger Weise bearbeitet werden:
•
•
•
•
•
Daten können alphabetisch oder numerisch anhand eines oder mehrere Datenfelder sortiert
werden (z.B. alphabetisch nach Titel; alphabetisch nach Autor; numerisch nach
Anschaffungsdatum).
Daten können gefiltert werden: (z.B. alle Datensätze mit Anschaffungsjahr 1997; alle
Datensätze mit Anschaffungsdatum vor dem 01.01.96; alle Datensätze mit Preis > 50,00 DM).
Die Daten können ganz oder teilweise in gestalteten Berichten ausgegeben werden.
Mit numerischen Daten können Rechenoperationen ausgeführt werden.
Daten können in Seriendruckfunktion in die Textverarbeitung übernommen werden (z.B.
Drucken von Serienbriefen; Drucken von gestalteten Karteikarten).
• Daten können auf Etiketten gedruckt werden (Adressetiketten; Etiketten für Bücherei,
Lernmittel).
Da in Datenbanken auch personenbezogene Daten gespeichert werden können, muss in diesem
Kontext das Thema „Datenschutz“ und „Datensicherheit“ aufgearbeitet werden. Bereits das
Schützen einer kleinen Adressdatei mit einem Passwort ist eine erste Form des Datenschutzes und
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
21
bietet Ansatzpunkte zur Thematisierung einer differenzierten Zugangskontrolle mit individuellen
Rechten.
Seit Erscheinen der ersten Anwendungen in den fünfziger Jahren haben Datenbanken in
Industriegesellschaften derart an Bedeutung gewonnen, dass sie in fast jedem Bereich der
Informations- und Datenverarbeitung anzutreffen sind.
Datenbanken spielen heute eine zentrale Rolle in der elektronischen Datenverarbeitung, sei es in der
Verwaltung, in der Bücherei, beim Telefonanbieter oder in der Waren- oder Kundenkartei eines
Versandhauses. Überall werden Daten in strukturierter Form verwaltet, um den gezielten Zugriff
auf die Daten zu ermöglichen. Datenbanken zum selbstständigen Recherchieren finden sich nicht
nur auf leistungsfähigen Speichermedien wie CD-Roms (Telefon-Verzeichnis, elektronischer
Fahrplan der Bahn, Postleitzahlen, Bankleitzahlen), sondern ebenso im Internet, wo über OnlineDatenbanken auf ein riesiges Angebot an Informationen zugegriffen werden kann.
Für die Schülerinnen und Schüler erlangt die Nutzung von Datensammlungen sowohl im privaten
als auch im beruflichen Bereich eine zunehmende Bedeutung. Lexika, Telefon- und
Adressverzeichnisse, Kataloge usw. werden verstärkt zur privaten Nutzung für den Computer
herausgebracht. In vielen Berufen ist heute eine Anwendung von Datensammlungen und die
Organisation von Produktions- und Geschäftsabläufe ohne deren Einsatz nicht mehr denkbar.
Auch für Sonderschüler wird deshalb der Erwerb von Kompetenzen in diesem Bereich von
Bedeutung sein. Sie sollten die Struktur einer Datenbank kennen und die sachgerechte Anwendung
lernen. Die gewonnenen Informationen sollten verarbeitet, überprüft und deren Einflüsse erkannt
werden; ebenso sollten die Probleme des Datenschutzes deutlich gemacht und beachtet werden.
Y
Tipps für den Unterricht
Im schulischen Bereich bieten sich eine Reihe von Möglichkeiten an, die Schülerinnen und Schüler
an den Umgang mit Datenbanken heranzuführen. Neben dem Erstellen und Verwalten einer eigenen
Datenbank wie
Adressverzeichnisse
Mediendatenbank (z.B. Schülerbücherei)
Spieleausleihe
Musik-Sammlung
CD-Rom-Verwaltung
ist die Nutzung von vorhandenen Datenbanken wie z.B.
-
Lexika
Telefonverzeichnisse
zur Informationsgewinnung von großer Wichtigkeit.
-
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
22
Strukturraster Datenbanken
STUFE
Lerninhalte
Handhabungskompetenz
Mittelstufe
− altersgeeignete
− Informationen
Datenbankwerkzeuge
strukturiert erfassen
und bearbeiten
anwenden (z.B.
Toppics)
Oberstufe
− Datenbanken
anwenden
− Daten in einer
Datenbank suchen /
filtern
− Daten sortieren
− Datenblatt
ausdrucken
− Datenliste (Bericht)
anzeigen /
ausdrucken
− Daten mit Hilfe eines
Formulars eingeben
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
Gestaltungskompetenz
− Überprüfen, ob
Informationen
vollständig und
sachlich richtig sind
− Auswertungsmöglichkeiten der
Daten kennen
− Erkennen, ob das
Programm Missbrauchsmöglichkeiten
(z.B. Massenbriefsendung, Spendenaufruf) ausschließen
kann
− Schutzwürdigkeit von
Daten erkennen
− Wissen, welche Vorschriften bei der
Schutzwürdigkeit von
Daten zu beachten
sind
− Datenbanken
erstellen
− Datenfelder erstellen
und Formular
anlegen
− Länge und Typ der
Datenfelder festlegen
− Liste / Bericht
erstellen
− Daten nutzen zum
Ausdrucken von
Serienbriefen,
Etiketten, etc.
− Datenformular
funktionell und
ansprechend
gestalten
23
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Rechnen und Kalkulieren (Tabellenkalkulation)
Vorbemerkungen
Die Tabellenkalkulation ist eine der klassischen Standardanwendungen der EDV und hat ihr
Hauptanwendungsfeld in mathematischen Aufgabenstellungen, insbesondere im buchhalterischen
Bereich und in der Kalkulation. Sie ist jedoch so vielseitig, dass ihre Nutzungsmöglichkeiten sehr
breit und universell sind. Nicht zuletzt macht sie auch die einfache Handhabung zu einem
interessanten Werkzeug für die Schule.
Eine Rechentabelle weist eine strenge Gliederung auf: Spalten (A, B, C ...) und Zeilen (1, 2, 3, ...)
teilen den Arbeitsbereich in Zellen auf, von denen jede auf Grund ihrer Spalten- und
Zeilenkoordinaten eine eindeutige Adresse hat.
Beispieltabelle: Klassenkasse
Spaltenbezeichnung
Zeilenbezeichnung
Zelle C3
In die Zellen können Werte (Daten) eingegeben werden. Diese Werte können verschiedener Art
sein, etwa Zahlen, Wörter, Datumsangaben, Uhrzeiten. Die verschiedenen Arten von Daten
bezeichnet man als Datentypen.
Die eingegebenen Daten können mit Formeln und Funktionen mathematisch miteinander verknüpft
werden.
Beispiel:
E2 = Summe(B2,C2,D2)
Zelle E2 zeigt also immer die Summe der Zellen B2, C2 und D2 an. Ändert sich der
Wert einer dieser Zellen, ändert sich auch der Wert in E2.
Ebenso wäre folgende Eingabe richtig:
E2 = B2+C2+D2
Weiterhin können zu Tabellen Diagramme erzeugt werden, die die Werte bzw. einen Teil der Werte
veranschaulichen. Dazu steht eine Vielzahl an Diagrammtypen zur Verfügung. Da Visualisierung
von Daten bzw. Informationen eine immer größere Bedeutung erlangt, erhalten die Schülerinnen
und Schüler über die Tabellenkalkulation einen Zugang zu diesen modernen Darstellungsformen.
Neben der berechnenden Nutzung kann die Tabellenkalkulation aber auch für tabellarische
Aufstellungen (Listen) ohne Berechnung verwendet werden.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
24
Die Schülerinnen und Schüler werden gezwungen, Werte exakt in die dafür vorgesehenen Zellen
einzutragen. Sie können in der Tabelle Formeln entwickeln und Kalkulationen anstellen.
Y
Tipps für den Unterricht
Beispiel: Klassenkasse führen (Mittelstufe)
Schülerinnen und Schüler tragen in eine vorbereitete Tabelle jeden Monat Beträge ein
0. Lehrkraft erstellt die Tabelle:
Tabelle mit Namen der Schülerinnen und Schüler und Spalte für ersten Monat vorbereiten.
Den Zellen das Währungsformat zuteilen.
Die Summen-Formel für Monatsbetrag, persönliche Sparsumme vorbereiten.
1. Schülerinnen und Schüler tragen Beträge in Tabelle ein:
Die Schülerinnen und Schüler tragen zur Buchführung für den ersten Monat (Januar) die
einbezahlten Beträge in Liste ein. Dabei werden die Begriffe Zeile, Spalte, Zelle verdeutlicht.
2. Weitere Beträge eingeben und Summen beachten:
Im zweiten Monat wird vom Lehrer die Liste durch die Februar-Liste ergänzt.
Die Schülerinnen und Schüler tragen die neuen Beträge ein und beobachten die sich ändernden
Summen.
Januar
Bernd L.
Emilie H.
Erich B.
Eva W.
Franz R.
Hans R.
Helga W.
Margit E.
Michael M.
Rudi L.
2,00 DM
2,00 DM
1,50 DM
2,00 DM
1,00 DM
2,00 DM
1,50 DM
3,00 DM
15,00 DM
Februar
März
2,00 DM
2,00 DM
2,00 DM
3,00 DM
1,50 DM
1,50 DM
2,50 DM
1,50 DM
1,00 DM
17,00 DM
0,00 DM
4,00 DM
4,00 DM
3,50 DM
3,00 DM
3,50 DM
2,50 DM
2,00 DM
2,50 DM
3,00 DM
4,00 DM
32,00 DM
3. Weitere Monate eintragen:
Die Tabelle jeweils laden und speichern, ggf. auch ausdrucken.
Beispiel: Haushaltsplan erstellen (Oberstufe)
Erstellen eines Haushaltsplanes und Kalkulation der Ausgaben
1. Ausgabenbereiche festlegen:
Miete + NK, Lebensmittel, Kleidung, Versicherungen/Raten, Mofa/Auto, Zigaretten, Freizeit,
Sparen ...
2. Mit dem Tabellenkalkulationsprogramm eine Tabelle erstellen.
Die maximale Gesamtsumme für die monatlichen Ausgaben festlegen.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
25
Den Zellen für die Beträge das Datenformat „Währung” zuweisen.
Formel in der Tabelle erstellen: Addition für Gesamtsumme der Ausgaben.
3. Beträge eingeben und kalkulieren
Die Schülerinnen und Schüler verteilen nach eigener Vorstellung Teilbeträge auf die einzelnen
Ausgabenbereiche, beobachten die sich verändernde Gesamtsumme und verändern ihre
Teilbeträge.
Ausgabenbereiche
Betrag/Monat
Miete + NK
Versicherungen/Raten
Lebensmittel
Kleidung
Auto/Mofa
Zigaretten
Freizeit
Sparen
700,00 DM
220,00 DM
720,00 DM
90,00 DM
80,00 DM
50,00 DM
70,00 DM
60,00 DM
Summe:
1.990,00 DM
4. Kalkulationen und Rückschlüsse
Die Lehrkraft bespricht die einzelnen Ausgabenbereiche und gibt ggf. wirklichkeitsnähere Werte
vor.
Gemeinsame Diskussion der Möglichkeiten für Einsparung/Ausweitung der einzelnen Bereiche.
Die Ergebnisse der Diskussion werden jeweils in die Tabelle eingeben und die neu kalkulierte
Summe sofort berücksichtigt.
Aus den kalkulierten Werten Rückschlüsse auf das eigene Handeln ziehen.
Der Haushaltsplan ansprechend gestalten und ausdrucken.
Beispiel: Diagramm erstellen (Oberstufe)
Ergebnis der Klassensprecherwahl optisch aufbereiten
1. Tabelle erstellen und Daten eingeben
Harald
22
Rüdiger
12
Herbert
9
Peter
5
Gabriele
11
Franz
15
Manfred
17
Die Tabelle entsprechend der Stimmenzahl sortieren.
2. Diagramm erstellen
Diagrammtypen erproben und Ergebnisse beurteilen.
Das Diagramm auswählen, welches das Ergebnis am deutlichsten darstellt.
Das Diagramm durch Titel, Rahmen und Gitternetzlinien ergänzen.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
26
Dem Diagramm entsprechend den Präsentations- oder Druckmöglichkeiten Farben/Muster
zuordnen, hier z.B. Schwarz-Weiß-Muster.
Wahlergebnis
25
20
15
10
5
0
Harald
Manfred
Franz
Rüdiger
Gabriele
Herbert
Peter
Stimmenzahl
Das Ergebnis besprechen und aushängen.
Weitere Themen
•
•
•
Geometrische Berechnungen (Flächen- und Rauminhalt) mit Zwischenergebnissen
Umrechnung von Währungen
Rechnungsformular mit Einzelpreis, Anzahl, Gesamtpreis, Mehrwertsteuer, Skonto, Endpreis
•
•
•
Verwaltung des Pausenverkaufs
Temperaturdiagramm für einen Tag oder einen Monates erstellen
Rechentabellen zu Themen des Mathematikunterrichts (Prozentrechnen, Zinsrechnen)
•
Statistische Tabellen wie EU-Staaten, ihre Landesfläche, Einwohnerzahl und
Bevölkerungsdichte
•
•
Kosten des Autofahrens
Kostenaufstellung zu unterrichtlichen Projekten (z.B. Produktkalkulation in der Arbeitslehre)
27
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Strukturraster Tabellenkalkulation
STUFE
Lerninhalte
Handhabungskompetenz
− Daten in
vorgegebene Tabelle
eingeben
Mittelstufe
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
Gestaltungskompetenz
− Notwendigkeit der
sorgfältigen
Dateneingabe in die
Tabelle erkennen
− Begriffe Zeile, Spalte,
Zelle kennen
− Vorteile der
Rechenfunktion
− Tabelle ausdrucken
erkennen
− Tabelle speichern
− Tabelle laden
Oberstufe
− Tabellenkalkulation
− Tabelle erstellen
− Formeln in Tabelle
erstellen
− Zellen gebräuchliche
Datenformate (z.B.
Währung, Datum)
zuweisen
− Zellen Gestaltungsmerkmale (z. B.
Schriftgröße, fett,
Rahmen) zuweisen
− Richtigkeit der
Ergebnisse
überprüfen
− Rückschlüsse aus
den Kalkulationsergebnissen für das
eigene Handeln
ziehen können
− übersichtliche, funktionale Gestaltung
von Tabellen (sinnvolles Auswählen von
Gestaltungsmerkmalen wie Seitenausrichtung, Schriftattributen, Linien und
Füllungen)
− durch Verändern der
Daten Ergebnisse
kalkulieren
− Seitenausrichtung
(hoch, quer)
auswählen
− Diagramme
− anhand einer
Datentabelle
Diagramme erstellen
− dem Diagramm
Muster / Farben
zuweisen
− Sind die Daten für die − den Daten angeDiagrammdarstellung
messene Diageeignet?
grammform (z.B.
Kreisdiagramm,
− Bietet das Diagramm
Säulendiagramm,
einen Vorteil
etc.) auswählen und
gegenüber der
gestalten
Tabelle?
− Birgt das Diagramm
die Gefahr des
Datenmissbrauchs
durch gezielte
Fehlinformation?
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
28
Vorgänge und Zusammenhänge darstellen und simulieren
(Modelle und Simulationen)
Vorbemerkungen
Unter einer Simulation versteht man die Abbildung der Realität in einem Modell, meist zum
Zwecke der Erlangung von Kenntnissen, die ggf. auf die Realität übertragbar sind.
Simulationen dienen der Veranschaulichung bzw. der Erprobung von
•
Vorgängen, die der unmittelbaren Beobachtung nicht zugänglich sind (z.B. Elektronenbewegung beim Stromfluss, Blutzirkulation im Körper, Vorgänge im Kolben beim Verbrennungsmotor);
•
Vorgängen, die auf Grund ihrer räumlichen oder zeitlichen Dimension nicht unmittelbar im
Zusammenhang beobachtet werden können (z.B. Wasserkreislauf in der Natur, Bewegung von
Erde und Sonne im Jahresverlauf);
Strukturen, die auf Grund ihrer Komplexität in der Realität nicht unmittelbar beobachtet werden
können (z.B. Warenwirtschaftssystem im Supermarkt; Überlebensstrategien in Afrika);
Abläufen mit Veränderung von Bedingungen (z.B. Wirtschaftssimulationen; Ökosysteme und
Umweltprobleme);
•
•
•
Abläufen, die in der Realität nicht oder noch nicht möglich sind (z.B. Währungsumstellung auf
den Euro).
Dabei reicht das Spektrum von der Veranschaulichung einfacher Vorgänge (Elektronenbewegung)
über Steuerungen (Ampel) und Regelungen (Wasserstandsregelung) bis zu komplizierten Wirkgefügen (komplexe Ökosysteme).
Kann der Anwender bei einfachen Simulationen meist nur den Ablauf starten und unterbrechen,
kann er bei komplexen Simulationen in das Geschehen eingreifen, indem er Parameter verändert
oder eine Rolle im Geschehen übernimmt.
Im Supermarkt etwa ist er Marktleiter und verantwortet den Wareneinkauf, oder er ist Kunde und
simuliert die Rolle, die er im Alltag einnehmen kann.
Der Computer ist in diesem Bereich prinzipiell Werkzeug, das es ermöglicht, komplexe Wirkketten
zu simulieren. Voraussetzung ist geeignete Software zu schülernahen Inhalten. Vor problematischen
Kompromissen sollte jedoch eher ein Verzicht des Einsatzes erwogen werden.
Es ist für unsere Schülerinnen und Schüler im Allgemeinen zu anspruchsvoll, die Entstehung einer
Simulation aufzuzeigen. Voraussetzung dafür wäre vor allem die Verfügbarkeit überschaubarer
Software. Für das zu simulierende System würde dann ein formales Modell entwickelt, welches auf
den Computer (ein Computerprogramm) übertragen würde, um neue Zustände zu simulieren und
Ergebnisse berechnen und darstellen zu können.
Der einfachere Weg zum Verständnis von Simulationen ist der Vergleich von „fertiger“ Simulationssoftware mit der Wirklichkeit. So lässt sich erarbeiten, dass die komplexe Wirklichkeit auf
einige (quantifizierbare) Zusammenhänge reduziert, und die Aussagekraft daher relativ ist.
Softwaresimulation muss daher durch andere Formen der Veranschaulichung ergänzt werden.
Wenn hier jeweils nur Teilbereiche erfasst werden, so kann die Simulation am Rechner die
Integration der Teile zum Gesamtprozess leisten.
29
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Die Schülerinnen und Schüler sollten dazu geführt werden, die Reduktion der Wirklichkeit zu
bedenken, die mittels Simulation erzielten Ergebnisse auf die Grundannahmen von Modell und
Programm zu beziehen und ihre Aussagekraft und Reichweite kritisch zu bewerten und relativieren.
Beispiel: Viertakt-Motor
Die erste Abbildung zeigt den Kolben mit den Bezeichnungen der
wichtigsten Teile.
Nach dem Starten der Simulation läuft der Vorgang am Bildschirm
kontinuierlich ab. Die Simulation kann an jeder Position angehalten
werden.
Ansaugen
Verdichten
Zünden
Ausstoßen
(Abbildungen aus: CD-Rom „Wie funktioniert das?“, Duden-Meyer)
Y
Tipps für den Unterricht
Schleuse
Einfaches (kostenloses) Programm, das den Ablauf einer Schleuse simuliert.
Viertakt-Ottomotor
Einfaches (kostenloses) Programm, das die Vorgänge im Viertakt-Ottomotor simuliert.
Das Wunder unseres Körpers
Multimediale CD-Rom über den menschlichen Körper.
Supermarkt
Das Programm „Supermarkt“ simuliert grundlegende Abläufe in einem Supermarkt. Ausgehend
von der modellhaft dargestellten Kaufsituation mit einem begrenzten Warenangebot gelangt der
Schüler an die Scannerkasse, an der mittels Strichcode die gekauften Waren erfasst werden und ein
ausdruckbarer Kassenzettel erstellt wird.
30
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Gleichzeitig erfolgt der Abgleich mit dem Lagerbestand.
Im Modul „Lagerverwaltung“ werden zu jedem Artikel der Name, der Preis, die Ist-, Soll- und die
Mindest-Menge verwaltet, wobei die Eingaben mit Ausnahme der Ist-Menge frei gewählt werden
können.
Eine Kundenverwaltung mit Kundenkarte
simuliert den Trend zum bargeldlosen Bezahlen
sowie die Möglichkeit der Analyse des
Kaufverhaltens.
Mit dem Programm „Supermarkt“ lassen sich
eine Vielzahl an Fragestellungen wie z.B. das
Einkaufsverhalten, Berufe und Tätigkeiten im
Supermarkt, Marketing mit den Beispielen
Produktbezeichnung und Preisgestaltung, Artikelverwaltung in der Supermarktkette, der Rationalisierung im Einzelhandel, bargeldlose Zahlungsformen, Verkaufsanalyse, Analyse des Einkaufsverhaltens von Kunden, etc. thematisieren.
Das Programm zeichnet sich durch eine einfache, überwiegend mausorientierte Bedienung sowie
durch pädagogisch durchdachte Funktionen wie etwa das einfache Zurücksetzen auf die
Standardeinstellungen oder das Löschen der Artikel- bzw. Kundenlisten aus.
Zum Programm liegen umfassende und vorbildliche didaktische Informationen mit Hilfen für die
Umsetzung im Unterricht vor.
KaufWas
KaufWas enthält im Vergleich zu Supermarkt nicht die Module Kunden- und Lagerwaltung und
konzentriert sich so auf den Vorgang des Einkaufens einschließlich des Bezahlens. Auch hier
können in einer Artikeldatei mit 15 Einträgen Namen, Preise und Mengen der Waren eingegeben
werden. Eine Geldbörse kann vor dem Einkaufen per drag and drop aufgefüllt werden, um damit
die gekauften Waren an der Kasse zu bezahlen. Eine Sprachausgabe ermöglicht das Aufrufen von
Sounds, z.B. der Artikelnamen. Artikelgrafiken und Sounds können vom Anwender editiert werden.
Mit KaufWas kann z.B. der Einkauf für das Klassenfrühstück in der Vorbereitung simuliert werden.
Nach einer Erhebung der Preise kann die Artikeldatei dem realen Angebot eines Einkaufsmarktes
angepasst werden.
Weitere Simulationen (Beispiele)
Auf Simulationen basieren viele Computerspiele wie z.B. „digdogs“, das kostenlos vom Deutschen
Verkehrssicherheitsrat (Internet: www.bg-dvr.de/digdogs) angeboten wird. Klassisches Beispiel
einer Simulation ist auch der Flugsimulator, der als Computerspiel in sehr realitätsnahen Versionen
angeboten wird. Das Programm „Vorfahrt“ (PC14, Comisoft) simuliert verschiedene Verkehrssituationen an der Straßenkreuzung.
Viele Multimedia-CD-Roms enthalten Simulationen zur Veranschaulichung komplexer Abläufe
oder Zusammenhänge aus der Biologie (z.B. Ökosysteme, Der menschliche Körper) der Physik und
Technik (z.B. Stromkreise, Kraftfahrzeugtechnik, Computer), der Astronomie, etc.
31
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Strukturraster Simulation und Veranschaulichung
STUFE
Mittelstufe
Lerninhalte
− Simulation einfacher
Wirkungsketten
schülernaher Inhalte
zu Spiel, Alltag und
Abenteuer
Handhabungskompetenz
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
− mit geeigneter
Simulationssoftware
spielerisch umgehen
können
− Lassen sich
Simulation und
Wirklichkeit
vergleichen?
− in Wirkungsketten
und Handlungsabläufe eingreifen
können
− Lassen sich Elemente
und Bezüge
wiedererkennen?
Gestaltungskompetenz
− Eingriffsmöglichkeiten
des Programms
spielerisch und
explorativ einsetzen
können
− Welche Ergebnisse
lassen sich auf Grund
von selbstbewirkten
Veränderungen
beobachten und
erfahren?
− Wie erfahre ich die
Reduktion der
weitaus komplexeren
Realität?
Oberstufe
− Simulationen
komplexer (oft nicht
beobachtbarer)
Wirklichkeiten zu
technischen,
physikalischen,
biologischen,
ökologischen, etc.
Vorgängen
− zunehmend
bewusster mit
modellhafter und
simulierter
Wirklichkeit mittels
geeigneter Software
umgehen können
− Eingabe von Daten
und Verändern von
Parametern
beherrschen
− Werden komplexe
Zusammenhänge
vereinfacht
dargestellt?
− Wie fällt der Vergleich
zwischen der
Simulation (virtuell)
und dem Phänomen
(Realität) aus?
− Eingriffsmöglichkeiten
des Programms
gezielt, sachgerecht
und durchdacht
einsetzen können
32
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Geräte und Maschinen steuern
Vorbemerkungen
Bedingt durch den Strukturwandel in unserer Gesellschaft übernehmen computergesteuerte
Maschinen zunehmend bisher von Menschen geleistete Arbeit. Damit entlasten sie einerseits den
Menschen von nicht selten monotonen Tätigkeiten, andererseits erfordert ihre Konstruktion,
Wartung und ihre Bedienung andere Qualifikationen. Gleichzeitig sind computergesteuerte Geräte
immer mehr in der Lage, kompensatorische Funktionen zu übernehmen, etwa beim Ausfall
sensorischer oder motorischer Funktionen des Körpers.
Diese Entwicklungen verursachen eine tiefgreifende Umorientierung beim Einsatz menschlicher
Arbeitskraft, leider oft zum Nachteil behinderter Menschen. Dies kann z.B. für lernbehinderte
Schülerinnen und Schüler bedeuten, dass der Wegfall von weniger qualifizierten Berufen ihre
Berufschancen verschlechtert. Dagegen können für körperbehinderte Schülerinnen und Schüler
computergesteuerte Geräte neue berufliche Perspektiven sowie eine Verbesserung ihrer
Lebensqualität bedeuten.
Die Schule muss auf diese Probleme eingehen, indem sie die Schülerinnen und Schüler in die Lage
versetzt, sich mit den Chancen und Risiken des Computereinsatzes in Arbeitswelt und Gesellschaft
auseinander zu setzen. Mit der Arbeit an Projekten werden die Schülerinnen und Schüler angeregt,
sich kritisch mit möglichen zukünftigen Entwicklungen - und deren Bedeutung für die eigenen
beruflichen Perspektiven - zu befassen.
Was ist Geräte- und Maschinensteuerung?
Ohne den Computer ist Automation heute nicht mehr denkbar. Immer mehr technische
Fertigungsprozesse basieren auf der Steuerung von Maschinen durch den Computer, aber auch
unser alltägliches Leben wird zunehmend durch Computer geregelt, etwa an der Straßenampel, am
Fahrkartenautomaten, am Telefon, beim Wäschewaschen mit der Maschine, Autofahren, Fernsehen,
beim Kochen mit einem Elektroherd und bei der Heizung.
Schülerinnen und Schüler sollten deshalb einige grundlegende Kenntnisse dieser Technologie in
ihrer Schulzeit erwerben. Dazu braucht man einen PC, ein an diesen anzuschließendes Gerät (ein
sogenanntes Interface: ein Gerät zur Verbindung des Computers mit Bauteilen wie Lampen,
Motoren und Messfühlern) und ein Programm, das dieses Interface steuern kann. Über das Interface
und das Steuerungsprogramm lassen sich z. B. Lampen, Heizgeräte und Motoren ein- und
ausschalten und die Dauer der Schaltzustände bestimmen. Bauteile, die vom Computer geschaltet
werden, heißen Aktoren. Andere Bauteile wie Taster, Wärme- und Lichtsensoren können Signale an
den Computer weitergeben, die dieser dann bei der weiteren Steuerung der angeschlossenen Geräte
berücksichtigt. Bauteile, die dem Computer Signale oder Messwerte liefern, heißen Sensoren.
So kann die Steuerung einer Ampelanlage durch Knopfdruck, durch einen Magnetsensor oder durch
einen Helligkeitssensor beeinflusst werden. Ein Kühlventilator kann in Abhängigkeit von der durch
einen Temperaturfühler erfassten Temperatur ein- und ausgeschaltet und mittels Magnetventil
(automatischer Wasserhahn) und Wasserstandsmesser kann die Füllhöhe eines Wasserbehälters
geregelt werden.
33
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Steuerbox
(Interface)
Motor
Elektromagnet
Aktoren
Ausgänge
Lampe
Heizdraht
Lichtsensor
Temperaturfühler
Sensoren
Eingänge
Taster
Der Waschvorgang in einer Waschmaschine läuft prinzipiell nicht anders ab: Wasserstand und
Wassertemperatur sind zu regeln, Motoren für Trommel und Pumpe zu steuern. Diese Prozesse, die
unter Einbeziehung von Größen wie Temperatur, Wassermenge und Zeit ablaufen, sind Computerprogramme, die ein in dem Gerät eingebauter Mikroprozessor – ein Computer, der nur einige
Programme umsetzen kann – ausführt. Auch eine computergesteuerte Maschine – sei es eine
Drehbank, eine Fräsmaschine oder ein Industrieroboter – funktioniert nicht anders. Auch hier
erhalten Schrittmotoren Anweisungen, welcher Punkt angefahren werden soll, welche Strecke
verfahren werden soll oder wie tief ein Bohrer eintauchen soll.
Geräte- und Maschinensteuerung in der Schule
Schülerinnen und Schüler sollen „Einblicke einfachster Art in die Prozessdatenverarbeitung“
(Lehrplan Arbeitslehre, Schule für Lernbehinderte Rheinland-Pfalz) erhalten. Anhand schülergerechter Modelle wie z.B. eines Ampelmodells sollen sie einfache Abläufe am Computer mit Hilfe
eines Programmes entwickeln und über eine Steuerbox (Interface) ausführen lassen. Ausgehend von
einfachen Steuerungen können komplexere Abläufe programmiert werden. So kann eine Ampel
etwa ein Programm für Tag und eines für Nacht aufweisen und mit Hilfe eines Helligkeitssensors
kann für die aktuelle Helligkeit das passende Programm aktiviert werden.
Mit einer computergesteuerten Bohr- und Fräsmaschine (CNC-Maschine) und geeigneter Software
können Schülerinnen und Schüler einfache Werkstücke mittels Bohren und Fräsen erstellen. Sogar
einfache technische Zeichnungen hierzu können u.U. von den Schülern am Computer angefertigt
werden.
Das Problem bei der Gerätesteuerung mit dem Computer liegt weniger bei der Hardware, als
vielmehr bei der für den Schüler geeigneten Software. Hier sind grafische Programmierwerkzeuge,
die sich bereits in Ansätzen auf dem Markt finden, besonders geeignet. Diese verbinden einfache
Bedienung mit einem hohen Grad der Veranschaulichung und erfordern somit weniger Abstraktionsfähigkeit. So kann der Schüler seine Aufmerksamkeit der Lösung des Sachproblems widmen.
Zu erwartende neue Produkte sollten diesen Ansprüchen verstärkt gerecht werden.
So wie es möglich ist, einen Führerschein zu erwerben und ein Auto zu fahren, ohne die
Voraussetzungen zu besitzen, es reparieren zu können oder seine Funktionen in allen Einzelheiten
zu kennen, können Sonderschüler lernen, mit Hilfe des Computers und geeigneter Software Geräte
und Maschinen zu steuern.
34
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Hard- und Software
Folgende technische Vorrichtungen können im experimentellen Bereich von Schülern gesteuert
werden:
Aktoren: Lampe, Motor, Elektromagnet, Relais, Magnetventil
Sensoren: Drucktaster, Helligkeitssensor, Temperaturfühler, Reed-Kontakt (Magnetsensor)
Erforderlich ist in jedem Fall ein Interface (Steuerbox), das mit dem Computer verbunden ist.
Weiterhin benötigt wird ein zum Interface kompatibles Baukastensystem mit Aktoren und
Sensoren, z.B. entsprechende Kästen von fischertechnik (bzw. Cornelsen Experimenta) oder Lego
(LegoDacta). Die Aktoren und Sensoren müssen mit den entsprechenden Anschlüssen am Interface
verbunden werden.
Damit sind z.B. folgende Projekte realisierbar:
• Ampelsteuerungen (z.B. einfache Ampel, kombinierte Ampelanlage mit Auto- und Fußgängerampel, helligkeitsabhängige Steuerung);
• Lauflichtanlagen, Mehrsegmentanzeigen;
• temperaturgesteuerte Ventilatoren;
• Roboter oder einfache Maschinen (z.B. Hebekran, Transportband, Rotiertisch, Aufzug).
Auf Grund der offenen Baukästen (kompatibel zu vertrauten Spielzeugkonzepten) sind vielfältige
individuelle Lösungen möglich, die problemlösendes Denken beim Aufbau eines Modells und bei
der Entwicklung des Programmes erfordern bzw. fördern.
Am Beispiel eines einfachen Ampelmodells werden einige der zur Zeit angebotenen
Gerätekonzepte, die für den Einsatz an der Sonderschule geeignet sind, kurz vorgestellt:
Beispiele:
Bildschirme und Befehle
Produktmerkmale
Technologica, Lego Control Lab und LegoDacta-Modelle
Technologica Programmierbildschirm
mit Interface, Befehlssymbolen und Prozedurfenster
Durch Anklicken der Anschlüsse sowie der
Befehlssymbole werden Aktoren geschaltet bzw.
Sensoren abgefragt. Das Befehlssymbol Pause
ermöglicht die Eingabe einer Zeitspanne, die der
Schaltzustand beibehalten werden soll.
Prozedurschritte
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Auf einfache Weise können so lineare Programme, Schleifen, sowie verzweigte Programme
erstellt werden. Die erstellten Programme werden
mittels Symbolen gespeichert und können Teil
anderer Programme sein.
Erläuterung der Befehle (Beispiele):
/DPSHDQ$XVJDQJ$HLQVFKDOWHQ
GHQDNWXHOOHQ6FKDOW]XVWDQGDQKDOWHQ
3DXVH/lQJHEHU6FKLHEHUHJOHU
HLQVWHOOEDU
/DPSHDQ$XVJDQJ$DXVVFKDOWHQ
WinLogo, Multiface und fischertechnik
Programmfenster:
Ampelsteuerung mit WinLogo
Das Multiface ist ein vielseitig einsetzbares Interface, mit dem z.B. fischertechnik-Modelle gesteuert werden können. Als Software kann WinLogo
eingesetzt werden, eine einfache Programmiersprache mit deutschsprachigen Befehlen. Im
Textfenster eingegebene Befehle werden sofort
ausgeführt (Direktsteuerung). Im Lernfenster
werden Programme eingegeben und gespeichert.
Erstellte Prozeduren können für komplexere
Programme genutzt werden.
Die Befehle müssen bei WinLogo von den Schülern eingegeben (geschrieben) werden. Da es sich
um eine deutschsprachige Programmiersprache
handelt, sind sie jedoch gut verstehbar und können meist auch abgekürzt werden, so dass ein
ökonomisches Arbeiten möglich ist. Zur Gerätesteuerung sind zudem nur wenige Befehle
erforderlich.
Erläuterung der Befehle:
(6 VFKDOWHGLH/DPSHDQ$QVFKOXVVHLQ
3$86(
=XVWDQG[VHF VHF
EHLEHKDOWHQZDUWHQ
$6
VFKDOWHGLH/DPSHDQ$QVFKOXVVHLQ
$03(/
ZLHGHUKROHDOOH6FKULWWH
(QGORVVFKOHLIH
(LQVFKDOWEHIHKO0|JOLFKH(LQJDEHQ
HLQVFKDOWHQ
HV
(,16&+$/7(1
(6
35
36
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Beim PDV-Minilabor (fischertechnik/Weber)
sind ausgewählte fertige Modelle auf einer
Grundplatte montiert, so dass der zeitaufwendige
Aufbau der Modelle entfällt. Im Gegensatz zu
vielen Baukastensystemen stehen alle Modelle
gleichzeitig zur Verfügung, da die Mehrfachverwendung von Bauteilen bei verschiedenen
Modellen entfällt. Alle Versuche können ohne
nennenswerte Umbauten auf der Grundplatte
durchgeführt werden.
Das Verteilen der Einzelmodelle auf verschiedene
Grundplatten erhöht die Flexibilität und reduziert
das Ablenkungspotenzial.
FiPro und Experimenta Computing (Cornelsen Experimenta)
Das Programmierwerkzeug FiPro für Windows
arbeitet ausschließlich mit grafischen Befehlen,
die mit Hilfe der Maus im Prozedurfenster
vertikal angeordnet werden.
Zuvor muss die Interfacebelegung in einem
ebenfalls grafischen Dialogfenster eingegeben
werden. Ein Kabelplan zeigt genau, wie die
einzelnen Bauteile an das Interface angeschlossen werden müssen. Ein Simulationsmodul ermöglicht die Simulation erstellter
Programme am Bildschirm. Mit der integrierten
Fernbedienung können die Bauteile mit dem
Programm direkt angesteuert werden, was zur
Überprüfung der Anschlüsse und der Einsicht
in die Befehlssymbole hilfreich ist.
Lineare Programme können auf diese Weise
sehr einfach realisiert werden. Komplexere
Programme werden mit mehreren gleichzeitig
ablaufenden Prozeduren realisiert, was auf
Grund der erforderlichen zeitlichen Parallelität
etwas höhere Anforderungen stellt.
Programmierbildschirm mit Prozedurfenster,
Befehlssymbolen und den verfügbaren
Interface-Anschlüssen
Dialogfenster zur Eingabe der Interface-Belegung
Kabelplan
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
37
LLWin und fischertechnik
LLWin (Lucky Logic) ist ein grafisches Programmierwerkzeug, bei dem die Programmbausteine als Symbole in der gewünschten
Abfolge am Bildschirm angeordnet werden.
Parameter, wie z.B. Pausendauer (Warte)
werden eingegeben und im Baustein am
Bildschirm angezeigt. Über die Interfacediagnose können Interface und Bausteine
überprüft werden.
Das Programm bietet einen hohen Grad der
Veranschaulichung der Prozessstruktur, angelehnt an das Konzept des Programmablaufplanes. Während des Programmlaufs werden
die aktuellen Programmschritte farbig markiert
und die Parameter in den Bausteinen angezeigt
(z.B. Wartezeit).
Z.Z. können mit LLWin nur die Interfaces des
fischertechnik-Programmes sowie das cornelsen-Interface gesteuert werden. Ein Zusatzbauteil, das die Steuerung des Multiface mit
LLWin ermöglicht, ist geplant.
LLWin: Editierbildschirm mit verzweigtem Programm
Platinenmodelle
Diese auf Platinen fertig aufgebauten Modelle
werden meist mit einem Breitbandkabel mit
dem Interface verbunden, so dass die zuweilen
etwas unübersichtliche Verbindung der Schaltbauteile mit Einzelkabeln entfällt. Das abgebildete Platinenmodell „HIBS-Kreuzung“ zeigt
die Ampelanlage an einer Straßenkreuzung mit
Autoampeln, Fußgängerampeln, Reedkontakten, Fußgängertaster und Helligkeitssensor. Das
komplexe und realitätsnahe Modell bietet eine
Vielzahl an Programmiermöglichkeiten. Die
„HIBS-Kreuzung“ kann u.a. mit dem Multiface
betrieben werden.
Die HIBS-Kreuzung lässt sich auch mit dem
preiswerten HIBS-Interface steuern.
Platinenmodell HIBS-Kreuzung
Im Gegensatz zur hier gezeigten Lösung der Programmieraufgabe innerhalb eines linearen
Programmes ist das Arbeiten mit Unterprogrammen (Prozeduren) eleganter und übersichtlicher. Es
kann zu jeder Ampelphase eine Prozedur erstellt werden. Die Module werden dann im
Hauptprogramm in der gewünschten Abfolge aufgerufen.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
38
Das einfache Programm zur Steuerung einer Auto- und einer Fußgängerampel kann auf vielfältige
Weise erweitert werden:
•
•
•
an einem wenig benutzten Fußgängerübergang wird ein Taster installiert und das Grün für die
Fußgänger wird nach Drücken der Taste aktiviert,
bei Einbruch der Dunkelheit stellt die Ampel auf gelbes Blinken um (Helligkeitssensor),
Kombination von Hell-Dunkel-Schaltung mit Fußgängertaster,
• über einen Magnetsensor kann die Anzahl der vorbeigefahrenen Fahrzeuge einbezogen werden.
Unterrichtlich lassen sich eine Vielzahl an Fragestellungen aufgreifen:
•
•
•
historische Entwicklung der Verkehrsregelung,
Aufbau von Ampelanlagen an verschiedenen Kreuzungstypen (reale Erkundung),
Erfassen der Schaltfolgen von Ampelanlagen und umsetzen im Modell,
• spezielle Ampelanlagen und ihre Schaltfolgen (Fußgängerampel, Baustellenampel, etc.).
Die vorgestellten Konzepte haben jeweils Vor- und Nachteile, weshalb keine eindeutigen
Empfehlungen für bestimmte Einsatzbereiche ausgesprochen werden können. Da die Produkte
jedoch weiterentwickelt werden und auch neue Produkte angekündigt sind, ist das Problem der
Programmiersprache kein Hinderungsgrund für einen lehrplankonforme Behandlung der
Gerätesteuerung in der Sonderschule.
Die Übersicht zeigt, welches Interface mit welchen Bauteil-Systemen kombiniert werden kann. In
den grau schattierten Zellen finden Sie den Namen des Programmierwerkzeuges, in der Spaltenkopfzeile den Interface-Typ und im Zeilennamen das entsprechende Material (Modelle/Bauteile).
Interface-Modell
Multiface
HIBSInterface
Lego Dacta
Cornelsen
fischertechnik
Control Lab Experimenta
Interface
Interface
Interface
WinLogo
WinLogo
FiProWin
LLWin
WinLogo
FiProWin
LLWin
WinLogo
FiProWin
LLWin
WinLogo
FiProWin
LLWin
WinLogo
Modelle/Bauteile
PDV-Minilabor (Weber) *
fischertechnik
WinLogo
WinLogo
FiProWin
LLWin
WinLogo
Cornelsen Experimenta *
WinLogo
WinLogo
FiProWin
LLWin
WinLogo
Lego Dacta
* Materialien: fischertechnik
Anbieterinfos
LegoDacta, Technologica - Technik LPE
Multiface - Knobloch GmbH, Technik LPE
HIBS-Komponenten - Knobloch GmbH
PDV-Minilabor - Knobloch GmbH, Dümmler Verlag
WinLogo - Knobloch GmbH, Dümmler Verlag, CoTec
FiProWin - cornelsen experimenta
LLWin - Knobloch GmbH, fischertechnik, Fachhandel
Technologica
WinLogo
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
39
Computergesteuerte Maschinen
Die moderne Arbeitswelt ist geprägt durch den zunehmenden Einsatz computergesteuerter
Maschinen sowie die fortschreitende Vernetzung der Computersysteme. Wurden z.B. bei
Maschinen zum Fräsen, Bohren bzw. Drehen von Metallwerkstücken zunächst die
Steuerungsbefehle unmittelbar in ein Steuermodul an der Maschine eingegeben (NC-Technik), so
ermöglicht die CNC-Technik (CNC: ComputerisizedNumericControl) die Ansteuerung der
Maschine mit Hilfe eines Computers. Zusammen mit der CAD-Technik (CAD:
ComputerAidedDesign) kann die Maschine auf der Grundlage einer technischen Zeichnung und der
Festlegung der Fertigungsschritte vom Computer gesteuert werden. Komplexen wie auch einfachen
Produktionsprozessen liegen dabei dieselben Strukturen zu Grunde: Von der Produktionsentscheidung über die Planung und die Fertigung mit den jeweils geeigneten Werkzeugen und
Fertigungsschritten.
Da die Schule auch auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereiten soll, muss sie sich mit den
veränderten Strukturen der Arbeitswelt auseinander setzen. Gerade die Sonderschule steht vor der
schwierigen Aufgabe, die objektive „Logik des Gegenstandes“ mit den individuellen
Lernmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler in Einklang zu bringen. Aufgrund der
Komplexität des Sachverhalts sind pädagogische Konzepte zu entwickeln, die jedem Schüler eine
seinen Möglichkeiten entsprechende Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen.
Dies kann nur durch praktische Auseinandersetzung in Projekten erfolgen, in denen sich die Neuen
Technologien wiederfinden, da nur so die erforderlichen Kompetenzen entwickelt werden können.
Für solche Projekte, die vom Schüler eigenes Tätigsein mit vorausschauendem Denken,
planmäßigem Handeln und kontrolliertem Eingreifen fordern,
ist schülergeeignete Hard- und Software erforderlich.
Schulgeeignete einfache Fräs- und Bohrmaschinen, zu denen
auch geeignete Software verfügbar ist, werden heute zu
erschwinglichen Preisen angeboten. Sie ermöglichen das
bohrende und fräsende Bearbeiten von Holz, Leichtmetallen
und Kunststoffen sowie Verbundwerkstoffen wie etwa Platinen.
In der Maschine (hier in einem geschlossenen Sicherheitsgehäuse) arbeitet eine Fräsmaschine, die in drei Richtungen
bewegt werden kann.
Die Maschinen eignen sich zum Herstellen von Holzspielzeug
(z.B. Steckspiele, Labyrinthspiele), Türschildern, Griffelkästen,
Formelementen, etc.
Abb.: Computergesteuerte Bohr- und
Fräsmaschine ISEL CPM 3020
Zu den Maschinen werden CAD-Programme angeboten, die eine
Schnittstelle zur Maschine aufweisen, d.h. auf der Basis einer mit dem Programm erstellten
Zeichnung werden Arbeitsschritte definiert, die mit einem Verbindungskabel zur Abarbeitung an
die Maschine übertragen werden.
Einfache Zeichnungen können mittels CAD-Programmen auch von Schülerinnen und Schülern
angefertigt werden.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
40
Y
Beispiel aus dem Unterricht
Steckspiel „Mensch ärgere dich nicht“
Holzsteckspiele eignen
sich gut für die teilweise
Fertigung mit einer
computergesteuerten
Bohr- und Fräsmaschine,
da die in Position und
Bohrtiefe präzisen
Bohrungen manuell nur
schwer erreichbar sind.
Zeichnen
Mit dem CAD-Programm (hier WinSCAD) wird die
Zeichnung erstellt. Objekte, die in einem Arbeitsgang
abgearbeitet werden sollen, müssen sich auf einer Ebene
(Layer) befinden. Auch die Objekte, die die Maschine
ignorieren muss, da sie nur als Zeichnungshilfen benötigt
werden, liegen auf einer eigenen Ebene. In der Zeichnung ist
jeder Ebene eine Farbe zugeordnet.
Dann werden in die beiden Arbeitsschritte in einem
Dialogfenster definiert: Welche Ebene wird (mit welchem
Werkzeug) wie tief und mit welcher Arbeitsgeschwindigkeit
abgearbeitet?
Fertigen
Nun wird der Rohling sorgfältig mit Beilagehölzern in die
Maschine eingespannt, die Maschine wird in geschlossenem
Zustand zunächst zum Maschinennullpunkt und dann zum
Werkstücknullpunkt (vorne/links/oben) gefahren.
Ist das richtige Werkzeug für den ersten Arbeitsschritt
eingesetzt, wird zur Probe der Schritt zunächst über dem
Werkstück ausgeführt, ehe die Ausführung gestartet wird.
Werkzeugwechsel: Für den zweiten Arbeitsschritt (Senken) wird ein Halbrundfräser eingesetzt. Dann wird der zweite Fertigungsschritt ausgeführt.
Während des Fräsens saugt ein Holzsauger die Fräsabfälle ab.
Bei der Serienfertigung wird zunächst Fertigungsschritt 1 in der gewünschten Zahl
ausgeführt, so dass das Werkzeug nur einmal gewechselt werden muss.
41
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
CNC-Fertigung
Produzieren
Vorbereiten
Abschließen
Simulation
(als Probelauf)
starten
Anlage
rüsten
Produkt
am Bildschirm
auswählen
(Datei auswählen)
PC einschalten
Programm starten
Zeichnung
erstellen und
Arbeitsschritte
eingeben
Anlage
bestücken
Serienfertigung
Entscheidung
zur Fertigung
eines
Produktes
Fertigung
starten
Anlage
außer Betrieb
setzen
Produkt
(oder Teilprodukt)
entnehmen
Probelauf
(z.B. oberhalb des
Werkstückes)
nach Duismann 1997
ProduPlan
Im Rahmen des Modellversuchs „Informations- und Kommunikationstechnologien in der Werkstufe/Abschlussstufe der Schule für Geistigbehinderte“ (IKOG) wurde das Programm ProduPlan
entwickelt, mit dessen Hilfe Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung weitgehend
selbstständig eine computergesteuerte Bohr- und Fräsmaschine bedienen können.
Produplan ermöglicht keine Konstruktion, sondern nur eine Bedienung der Maschine zum Zwecke
der Fertigung von Projekten, die bereits in ProduPlan enthalten sind, oder von einem Fachmann
(z.B. Lehrer) mit einem anderen CAD-Programm erstellt und in ProduPlan importiert werden. Der
Schüler sieht die verfügbaren Projekte als Abbildungen in einem Browser und wählt das
gewünschte Projekt aus.
Dann durchläuft er mit ProduPlan den Fertigungsprozess und erhält in jeder Phase auf dem
Bildschirm in großformatiger Darstellung angezeigt, was er gerade
an der Maschine oder am Computer tun muss. Diese grafische
Hilfe wird durch eine Sprachausgabe unterstützt. Gerade bei den
schwierigen Aufgaben, wie etwa dem Einstellen des Werkstücknullpunktes, zeigt ProduPlan sehr einfache Lösungen, die auch
dem Anspruch gerecht werden, dem Schüler einen angemessenen
Einblick in die Struktur des Vorgangs zu ermöglichen.
Die abgestuften textlichen, grafischen und akustischen Hilfen ermöglichen eine weitgehende
Anpassung der Bedienung im Hinblick auf die individuellen Erfordernisse einzelner Schüler.
ProduPlan arbeitet mit der Maschine ISEL CPM 3020 zusammen.
Bezugsquelle: Technik LPE, machmit e.V. Berlin
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
42
Strukturraster Geräte und Maschinen steuern
STUFE
Oberstufe
Lerninhalte
Handhabungskompetenz
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
− Maschinen mit
herkömmlicher
Steuerung kennen
− Computer, Steuerbox
und zu steuernde
Geräte verbinden
− Steuerbox an Computer anschließen
− Ausgänge der
Steuerbox mit Aktoren (Lampen und
Motoren) verbinden
können
− Eingänge der Steuerbox mit Sensoren
(Taster, Helligkeitssensor) verbinden
− Die Funktionstüchtigkeit des Modells
überprüfen.
− Ausgänge mit Hilfe
geeigneter Software
über den Computer
schalten können
(Direktsteuerung)
− An den Computer
− Wichtige Steuerungs- − Erkennen, ob ein
angeschlossene
befehle im DirektProgramm besser mit
Geräte mit Hilfe eines
modus eingeben
Hilfe von UnterProgrammes steuern
können (ein- und
programmen erstellt
wird
ausschalten von
Ausgängen)
− Eine Folge von
Steuerungsbefehlen
zu einem Programm
zusammenstellen und
ausführen lassen
− Wiederkehrende
Abläufe durch Erstellen von Programmschleifen erzeugen
− Programme durch
Unterprogramme
strukturieren
− Ein Programm
speichern, laden,
einsetzen
− Mit einer computergesteuerten Bohrund Fräsmaschine
arbeiten
− Eine computergesteuerte Bohr- und
Fräsmaschine für die
Herstellung eines
Werkstückes vorbereiten
− Vor- und Nachteile
der computergesteuerten
Fertigung erkennen
− Auswirkungen auf
Arbeitsplätze und
− Mit Hilfe einer compuberufliche
tergesteuerten MaAnforderungen
erkennen
schine ein Produkt
herstellen
Gestaltungskompetenz
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
43
Daten übertragen und Informationen suchen
Vorbemerkungen
Digitale Kommunikations- und Publikationsformen nehmen einen immer größer werdenden Raum
im Kommunikationsspektrum ein. Ist ihre Nutzung bislang weitgehend auf ein freiwilliges
Zugreifen des Nutzers beschränkt, so ersetzen sie – nicht zuletzt aufgrund erheblicher Vorteile bei
Wirtschaftlichkeit und Flexibilität – zunehmend andere Kommunikationsformen. Ihre Nutzung wird
für die Teilnahme am öffentlichen Leben wachsende Bedeutung erlangen.
Viele Institutionen veröffentlichen bereits wichtige Informationen im Internet oder bei OnlineDiensten. Der Leser kann an seinem entsprechend ausgestatteten PC die Dokumente am Bildschirm
einsehen, auf seinem Drucker drucken, dem Urheber eine Nachricht zukommen lassen, ein OnlineFormular ausfüllen oder sich ein Dokument (Text-, Bild-, Ton- oder Videodokument) in den
eigenen Computer zur weiteren Nutzung herunterladen (Download).
Verwaltungen werden Dienstleistungen zunehmend aufs Internet verlagern und es den Bürgern
ermöglichen, Verwaltungsangelegenheiten vom heimischen Computer aus zu erledigen.
Banken bieten Kontoführung per Computer an, oft preisgünstiger, da ohne Personalkosten (und
ohne persönliche Betreuung), Datenbanken ermöglichen Recherchen (z.B. Telefonnummern,
Bahnverbindungen, Reiserouten), Arbeitsvermittlungen offerieren über Online-Dienste Stellen.
Städte bieten aktuelle Informationen und Veranstaltungshinweise. Elektronische Post (E-Mail) ist
ein sehr schnelles und unkompliziertes Medium zur schriftlichen Kommunikation nebst
Übertragung von Dateien, allerdings ohne das sonst wertvolle Briefgeheimnis.
Die zunehmende Bedeutung dieser Kommunikationsformen im Alltag stellt die Förderschulen vor
die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler mit diesen Kommunikationsformen vertraut zu machen.
Diese sollen die wichtigsten dieser Publikations- und Kommunikationsformen, insbesondere das
WorldWideWeb (WWW) sowie E-Mail kennen und nutzen können und ihre Struktur in
Grundzügen modellhaft verstehen. Sie sollen mit Hilfe geeigneter Werkzeuge (Suchmaschinen)
Informationen suchen und nutzen. Indem sie selbst Informationen im Internet publizieren, können
sie sich die grundlegenden Strukturen elektronischen Publizierens leichter erschließen. Die Nutzung
des Internets erfordert eine gewisse Lesefertigkeit, eine kognitive und motorische Kompetenz,
jedoch nur ganz geringe technische Kenntnisse.
Die Schülerinnen und Schüler lernen auch Auswirkungen dieser Techniken auf die Arbeitswelt, auf
den Lebensalltag sowie auf spezielle Berufsfelder kennen.
Weitere Ausführungen zu diesem Thema finden sich im Kapitel 4 „Internetnutzung“.
Y
Tipps für den Unterricht
•
•
Recherchieren in digitalen Datenbanken (z.B. Telefonverzeichnis, Routenplaner)
Suchen und Aufbereiten von Informationen zu aktuellen Themen
•
•
•
E-Mail-Kontakte mit anderen Schulen, ggf. mit Dokumentenübertragung
Regelmäßiges Lesen von geeigneten Online-Publikationen
Teilnahme an Diskussionsforen (z.B. auf Kinderwebseiten)
•
Chatten in geeigneten Chat-Rooms
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
44
•
•
Download von Software (z.B. Virenscanner, Shareware, Freeware)
Übernahme von Texten in die Textverarbeitung, Speichern von Grafiken (Urheberrecht
beachten)
Praxisskizze: Vorbereiten der Klassenfahrt - Informationssuche im Internet
•
Informieren über Unterkunft (z.B. Jugendherbergen)
•
•
Informieren über Zugverbindungen
Informieren über Fahrtrouten für Auto/Bus
•
Informieren über die Zielregion (wichtige Informationen zum Zielort, Sehenswürdigkeiten und
Hintergrundinformationen, Stadtplan, Nahverkehrsverbindungen, Veranstaltungen)
Texte und Grafiken der Informationsseiten können gespeichert und bei Bedarf in einer kleinen
Broschüre oder für ein Plakat ausgedruckt werden. Gespeicherte Grafiken können auch bei der
Nachbereitung der Fahrt genutzt werden.
Internetangebote für Kinder (Auswahl)
www.blinde-kuh.de
Suchmaschine für Kinder
Internetseiten für Kinder bieten meist
kindgerechte Nachrichten, Berichte, Fortsetzungsgeschichten, Witze, Diskussionen über
aktuelle Themen, Chats. Oft wird auch über
Computer und Internet informiert. Einige Seiten
bieten Kindern das Publizieren eigener
Infoseiten an.
www.kindernetz.de
Kinderseiten des SWR
www.sowieso.de
Online-Kinderzeitschrift
Abb.: Internetseite SWR-Kindernetz
www.goere.de
Aktuelle Seiten für Kinder und Jugendliche
www.kinderinfo.de
Umfangreiche Linkliste für Kinder und Eltern
www.lilipuz.de
WDR-Kinderseiten
www.wdrmaus.de
Die Maus-Seiten.
www.terzio.de/löwenzahn
Die Seiten zur Fernsehserie und CD-Rom-Reihe
www.kindersache.de
Deutsches Kinderhilfswerk u.a. mit der Online-Zeitung rabatz
www.greenpeace.de (dann Link „Kids“)
Umweltinformationen
www.geolino.de
Die Internetseiten der Zeitschrift GEOLINO mit sachkundlichen Themen.
45
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Übersicht: Datenfernübertragung
STUFE
Lerninhalte
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
Handhabungskompetenz
Mittelstufe
− Nutzung altersgemäßer Internetangebote
− mit geeigneter Software altersgemäße
Inter- oder Intranetangebote nutzen
−
Oberstufe
− verbundene
Computer Computernetze
− Daten auf verbundenen Computer
übertragen können
− Zugriff auf externe
Daten / externer
Zugriff auf eigene
Daten
− Zugang zum Internet
− Internet-Browser starten können (konfigurierte ISDN-/ModemVerbindung zum
Internet aufrufen)
− Internet als
Informationsmedium
− eine Internet-Adresse − Informationsstruktueingeben können
ren des Internet beurteilen können:
− im Internet gezielt
- öffentliche
nach Informationen
Angebote
suchen können
- kommerzielle
− Internet-Adressen als
Informationen
Lesezeichen
- private
speichern können
Informationen
− Internetseite ausdrucken können
− Texte/Grafiken aus
einer Internetseite
kopieren können
− Suchmaschinen zur
Informationsrecherche einsetzen können
Gestaltungskompetenz
−
− Kostenseite der
Internetnutzung
einschätzen können
− Kosten verschiedener
Internet-Zugangsmöglichkeiten
vergleichen können
− in einer interaktiven
Datenbank Informationen suchen können
− Kommunikationsform
E-Mail
− geeignetes E-MailProgramm bedienen
können:
E-Mail erstellen,
adressieren,
lesen können
E-Mails abschicken
und abholen können
− Vorteile der elektronischen Kommunikation kennen und
nutzen können
− digitale Kommunikation als eine von
vielen Kommunikationsmöglichkeiten
sehen
− geeignete Einsatzbereiche der elektronischen Post kennen
− Aufbau einer
Internetseite
− Strukturelemente der
Internetseite kennen:
Text, Grafik, Links,
Animationen
− einfache Internetseite
mit geeignetem
Programm erstellen
können
46
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Grundwissen Hard- und Software
Vorbemerkungen
Bei der Beschäftigung mit dem Computer eignen sich die Schülerinnen und Schüler
Grundkenntnisse über den Computer sowie über Betriebssystem und Anwendersoftware an. Diese
Grundkenntnisse und Kompetenzen – ergänzt durch sinnvolle Erklärungen und Modelle – sollen
einen sachgerechten und effektiven Umgang mit vertrauten und ein ökonomisches Einarbeiten bei
neuen Programmen und Systemen ermöglichen. Aufgrund der schnellen Weiterentwicklung der
Systeme müssen Strukturkenntnisse vermittelt werden, die übergreifend auch auf andere
Programme und Betriebssysteme angewandt werden können.
Dies bezieht sich auf die Hardware-Komponenten, zu denen dem Schülerinnen und Schüler ein
plausibles Funktionskonzept vermittelt werden sollte, in dem die wichtigsten Komponenten mit
ihren Grundfunktionen enthalten sind.
Der zweite Bereich ist das Betriebssystem einschließlich der Netzfunktionen. Das Netzkonzept, das
– ob lokal oder global – immer mehr an Bedeutung gewinnt, erfordert spezielle Nutzungsstrukturen,
die beim Einloggen beginnen und auch spezielle Aspekte wie Datenschutz und Virengefahr
einschließen müssen. Auf der Programmebene begegnet der Anwender Betriebssystemstrukturen
wie Zwischenablage, Verzeichnisstruktur, Druckerdialog oder Schriftenmanagement, oft in
unterschiedlichen Darstellungsformen. Hat der Schüler die Grundstruktur verstanden, kann er diese
in der neuen Darstellungsform leichter erkennen und diese besser verstehen. Die Schülerinnen und
Schüler müssen sich diese grundlegenden Funktionen und Begriffe bei der Arbeit mit den
Anwendungsprogrammen erschließen. Darauf aufbauend können diese auf einer höheren Ebene
aufgearbeitet werden, indem z.B. eine Verzeichnisstruktur für die geordnete Speicherung der
erstellten Dateien erarbeitet und dann mit dem Explorer am Computer erstellt wird. Diese selbst
erstellte Speicherstruktur kann dem Schüler dann in den verschiedensten Kontexten und ggf. auch
in unterschiedlichen Darstellungen begegnen. Er benötigt sie beim Speichern einer Grafik aus dem
Internet, beim Speichern seiner Texte, beim Suchen der Grafik, die er in seinen Text einfügen
möchte und beim Speichern und Öffnen einer Grafik, die ihm sein Freund mit einer E-Mail
mitgeschickt hat.
Mit Grundkenntnissen über die Dateiformate weiß er, dass viele Programme nur die Dokumente
öffnen (können), die ihrem Dateiformat entsprechen und dass auch im Explorer (Dateimanager) das
Format einer Datei erkennbar ist. Schließlich kann z.B. bei Grafikdateien ein Übertragen in ein
anderes Dateiformat (Konvertieren) erforderlich sein, ein Vorgang, in dem sich die eben genannten
Aspekte wieder finden.
Viele Dokumente werden mit Hilfe von Objekten erstellt, deren Behandlung programmübergreifenden Regeln gehorcht. Objekte können verschoben, gelöscht, oft skaliert, gedehnt oder
gestaucht werden. Das DTP-Programm baut auf dieses Prinzip ebenso wie das Grafikprogramm und
auch die Text- und Grafikrahmen in der Textverarbeitung. Auf Grund der mittlerweile erreichten
Funktionsvielfalt der Programme stellen solche Bedienfunktionen zwar nur einen minimalen
Ausschnitt dar.
Mit dem Kombinieren der wenigen hier genannten Strukturen können bereits komplexe Abläufe
realisiert werden.
47
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Strukturraster Grundwissen Hard- und Software
STUFE
Unterstufe
Lerninhalte
− Gerätebedienung
Handhabungskompetenz
− sachgerechte
Bedienung von
Geräten und
schülergerechter
Programmen
Auswahl- und
Bewertungskompetenz
Gestaltungskompetenz
− erkennen, dass sachgerechte Handhabung zur Sicherung
der Funktionsfähigkeit
erforderlich ist
− Wissen, dass Starten
und Herunterfahren
wichtige Prozesse
sind
Mittelstufe
− Computernetze
− sich in einem
(lokalen)
Computernetz anund abmelden
− Dateien
− erstellte Dateien in
vorgegebenen
Ordnern speichern
− Vorteile fester und
mobiler Datenträger
erkennen
− Dateien auf Diskette
speichern
− gespeicherte Dateien
öffnen
Oberstufe
− Kopieren/Einfügen
− Textteile bzw. Gra− Arbeitserleichterung
fiken kopieren und an
durch Kopieren/gewünschter Stelle
Einfügen bei geeigeinfügen
neten Aufgaben
erkennen
− Dateien
− Dateien umbenennen − Verschieben und
Kopieren sinnvoll
− Dateien löschen
einsetzen
− Dateien kopieren und
− Notwendigkeit der
verschieben
externen
− Dateien zur SicheDatensicherung
rung auf externen
erkennen
Datenträger kopieren
− Dateitypen
− Dateien mit geeigneten Programmen
öffnen
− Verzeichnisse
− Verzeichnisse finden
− sinnvolle Dateibezeichnungen
finden
− wissen dass es
verschiedene
Dateitypen gibt und
dass sie nur von
− Grafikdateien in Textbestimmten
dokumente einbinden
Programmen geöffnet
− Grafikdateien
werden können
konvertieren
− Verzeichnisse
erstellen
− Computeranlage
− die wichtigsten Komponenten der Computeranlage miteinander
verbinden können
− Computernetze
− Netzwerkangebote
nutzen (z.B. Drucker)
− sachgerechte
Verzeichnisstruktur
erstellen
48
2.3
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Weitere unterrichtliche Einsatzmöglichkeiten
Einsatz des Computers im Musikunterricht
Die Beeinflussung weiter Bereiche des Lebens durch den Computer hat auch vor der Musik nicht
halt gemacht. Auch im Unterrichtsfach Musik müssen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler
sich auf eine Computerwelt einstellen, die mit einer immensen Informationsfülle daherkommt, viele
und vielfältige neue Anwendungsmöglichkeiten mit sich bringt und somit die Reflexion neuer
didaktischer und methodischer Ansätze herausfordert. Das neue Medium wird in Zukunft die
Musikdidaktik nicht weniger verändern als es Edison mit seinen Walzen und später dann
Schallplatte und Tonbandgerät taten.
Noch immer gibt es an Schulen (die nicht mehr produzierten) ATARI-Systeme, auf denen mit
einem einfachen Programm wie „musicwriter“ für 20.- DM auch in einer Klasse 6 der Förderschule
recht schnell und ohne „große Notenkenntnisse“ z.B. ein mehrstimmiger Kanon „gebaut“ und zum
Klingen gebracht werden kann. Durch schnelle Parameterveränderung können Schülerinnen und
Schüler spielerisch erfahren, was es bedeutet, die Tonhöhe zu verändern (Transponieren), das
Tempo zu verändern (und mithin auch das Notenbild) oder richtige Vorzeichen wegzunehmen und
damit die Melodie „falsch“ klingen zu lassen.
Der klingende „Notenblattbildschirm“ wird zum spielerischen Experimentierfeld - ein völlig anderer Zugang als über das traditionelle Notenlernen - und für Sonderschüler besonders geeignet.
Wie weit und wie intensiv der Rechnereinsatz im Musikunterricht der Sonderschule möglich ist,
hängt natürlich zum einen von der musikalischen Vorbildung und Interessenlage der
Unterrichtenden und deren Zugang zur neuen Technologie ab, zum anderen aber auch von der
Lerndisposition der beeinträchtigten Kinder.
Die Unterrichtenden können mit diesem neuen Medium den Schülerinnen und Schülern nicht nur
neue Zugangswege eröffnen (z.B. bei Lernbeeinträchtigungen s.o.), sondern auch neue Erlebnisund Erfahrungswelten erschließen. Körperbehinderte Kinder beispielsweise, deren motorische
Fähigkeiten das Spielen eines Instrumentes nicht zulassen, können durchaus auf einer
Bildschirmklaviatur spielen oder mit dem Rechner externe Instrumente steuern, Klänge erzeugen,
Songs produzieren etc. Auch bei sinnesgeschädigten Kindern sind mit Hilfe des Rechners und
entsprechender Peripheriegeräte bessere oder gar neue Zugänge zur Welt der Musik möglich
geworden.
Inzwischen gibt es eine Fülle von Musiksoftware und Programmen guter Qualität für alle
Computersysteme:
Mit Notationsprogrammen kann man vom einstimmigen Lied bis zur Orchesterpartitur ein
druckreifes Notenbild entstehen lassen und beliebig verändern, formatieren (Werkanalyse!) und als
„klingendes Tafelbild“ (Hörkontrolle!) abspielen lassen kann. Auch das Einscannen von Noten
gehört heute zum Standard dieser Programme.
Sequenzerprogramme dienen zur Aufnahme von Musikstücken (über ein angeschlossenes
Keybord) in Einzelspuren (MIDI Dateien) oder über Mikrofon und andere Tonträger (Wave
Dateien) und zur Bearbeiten der Tonspuren (Schneiden, Kopieren, Verschieben, Klangfarbenzuordnen, Tempo, Tonart etc.).
Arrangierprogramme erstellen nach Eingabe von Akkorden und Stilart ein fertiges Playback mit
verschiedenen Instrumenten zur individuellen Weiterbearbeitung.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
49
Übungssoftware für die musikalische Elementarlehre gibt es in großer Fülle, meist recht preiswert
und in unterschiedlicher methodischer Qualität zum Erlernen des Notenlesens, zur Tonleiterbildung,
zum Dreiklang, zur Rhythmik, zur Gehörbildung etc..
Grafische Notationsprogramme lassen den Anwender auch ohne Notenkenntnisse Kompositionen
entwickeln und verdeutlichen in spielerischer Form die Auswirkungen der verschiedenen
Musikparameter (s.o.).
Standard-Midi-Files werden inzwischen in großen Mengen angeboten, komplette Arrangements
sind im Internet oder auf Diskette erhältlich. Sie können mittels Sequenzer- und
Notationsprogramm hörbar und sichtbar werden und sind im Gegensatz zu den traditionellen
Tonträgern bearbeitbar.
Unterrichtliche Relevanz
Musiklehrer haben mit dem Computer und entsprechenden Programmen willkommene Arbeitsmittel für die häusliche Vorbereitung und die Chance, den (vor allem theoretischen)
Musikunterricht durch das Prinzip des „learning by doing“ anschaulicher und begreifbarer als bisher
zu gestalten.
Das Verfügen über beliebig viel Informationsmaterial in Schrift, Wort, Musik und Bild mittels der
Digitaltechniken wirft die Frage nach der „Rentabilität“ der traditionellen Tonträger und
Notenmaterialien auf.
Die CD-Rom als Datenträger etwa für Musiklexika, Informationsmaterial zur Instrumentenkunde,
Komponistenbiografien und Interpretationen von Einzelwerken gewinnt an Bedeutung. Die CDTechnik wurde inzwischen durch den CD-Brenner ergänzt, der ein Kopieren und Selbsterstellen
von CD's erlaubt. Das DVD-Laufwerk wird die CD-Technik bald ablösen.
Zum Recherchieren steht das Internet bereit. Verschiedenste Datenbanken enthalten Archive von
Musikern, Bands, Chören, Orchestern und Komponisten. Musiktitel lassen sich sofort per
Mausklick „online“ bestellen. Viele Verlage stellen ihre Titel schon z.T. kostenlos im Netz zur
Verfügung. Mehrere zehntausend Musikstücke (Midi-Files) lassen sich so kostenlos auf den
Computer laden. Hier finden sich neben aktuellen Titeln der Popmusik ebenso fast alle gängigen
Werke der klassischen Musik. Mit der entsprechenden Software können sie nicht nur abgespielt,
sondern auch weiter bearbeitet und für eigene Unterrichtszwecke ausgedruckt werden.
An positiven Veränderungen zur herkömmlichen Unterrichtspraxis sind möglich:
•
•
•
Motivation der Schülerinnen und Schüler bei individuellem Training (Spiel) der Elementarlehre
Einstellung der persönlichen Übungslevel und -geschwindigkeit
Schnelle Verbindung der auditiven und visuellen Information
•
•
Unmittelbar hör- und sichtbare Ergebnisse der musikalischen Tätigkeit
Anwendung und Übung einer gesellschaftlich relevanten Technik
Anmerkung zur Software
In der Regel ist die Beschaffung teurer Sequenzer- und Notensatzprogramme (mit Preisen um
1000.- DM) für die Sonderschule nicht angebracht, da einfache Notationsprogramme, die ab ca. 30,DM angeboten werden, ausreichen.
(vgl. Informationsschrift „Neue Informations- u. Kommunikationstechniken - Computereinsatz im Musikunterricht“,
Mai 1998, Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz)
50
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Videoarbeit mit dem Computer
Seit Jahren gehören in vielen Schulen wie auch im privaten Bereich Camcorder und Videorecordern
zu einer selbstverständlichen Ausstattung. Häufig wird die Videokamera genutzt um Schulereignisse wie Schulfeste oder Klassenausflüge o.Ä. im Bilde festzuhalten. Doch immer häufiger
trifft man in den Schulen auf Gruppen oder Arbeitsgemeinschaften, die sich mit dem kreativen
Umgang mit diesem Medium befassen. Aktive Videoarbeit wird somit auch Bestandteil einer
Medienerziehung, die neben den kreativen Ansätzen den Schülern eine gewisse Medienkompetenz
vermitteln soll. In dem rheinland-pfälzischen Modellversuch „Differenzierte Erprobung der
Videoarbeit an Schulen in Rheinland-Pfalz“ (siehe auch Bildungsserver: http://bildungrp.de/LMZ/erprob2.pht) wurde dieses in Zusammenarbeit und unter der Nutzung der technischen
Geräten und des Know-how mit den örtlichen Offenen Kanälen (OK) genutzt.
Ohne die Möglichkeit einer technischen Unterstützung von Institutionen wie die OKs muss die
Schule sich eine eigene technische Grundausstattung für die Videoarbeit anschaffen.
Eine aktive und kreative Videoarbeit beinhaltet neben der reinen Aufnahmetechnik mit einer
Videokamera (Systeme: VHS; S-VHS; Video-8; Video-Hi8 und neuerdings das digitale DV)
folgende Möglichkeiten einer Nachbearbeitung der Aufnahmen:
Videoschnitt: Darunter versteht man bestimmte Filmabschnitte in eine gewünschte Reihenfolge zu
bringen und dann auf ein Band zu überspielen (Bemerkung: der Begriff „Schnitt“ stammt noch aus
der Filmtechnik, wo die bestimmten Szenen geschnitten und dann wieder zusammengefügt
wurden).
Effekte: Mit Hilfe von technischen Effekten, wie verschiedene Überblendungen, Bildfiltern,
Verfremdungen, Slow-Motions, Zeitraffer u.v. mehr können Videosequenzen professioneller
gestaltet werden.
Titeleinblendungen: Texteinblendungen wie Titel, Untertitel, Vor- und Abspänne können in
verschiedenen Varianten als Stand-, Lauf- Rolltext o.Ä. dem Video ebenfalls einen professionellen
Anstrich geben.
Nachvertonung: Bei der Nachvertonung wird dem schon bearbeiteten Band neben oder auch
anstatt des Originaltons weitere Tonspuren zugesetzt oder miteinander vermischt. Das können zum
Beispiel gesprochen Texte, verschiedene Geräusche oder Musik sein.
Will man all diese Möglichkeiten der Videonachbearbeitung ausnutzen, bedarf es - je nach
Anspruch - verschiedener technischer Komponenten für ein „Videostudio“:
•
•
Schnitt- Mischpult für Video
Mischpult für Audio
•
•
•
Effektmischer
Titelgenerator
Kontrollmonitore und Aufnahmerekorder
Heute kann man anstatt vieler einzelner Geräte einen PC mit Videokarte zur Videobearbeitung
einsetzen, wobei die Videobearbeitung am Computer sehr komfortabel ist und nahezu unbegrenzte
Möglichkeiten an Schnitten und Effekten bis hin zur Nachvertonung bieten kann.
Man muss dabei verschiedene Verfahren unterscheiden, die auch mit unterschiedlicher PCAusstattungen verbunden sind. Neben einigen Mischformen können zwei verschiedene Schnitt- und
Verarbeitungsverfahren unterschieden werden.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
51
Lineares Schnittverfahren
Bei dieser kostengünstigen Lösung übernimmt der PC die Steuerung von Zuspieler (Camcorder
oder VHS-Rekorder) und Aufnahmegerät (VHS-Rekorder), kleinere Effekte und Titeleinblendungen können ebenfalls realisiert werden. Dies ist schon mit einem gewöhnlichen PC und der
dazugehörenden Software möglich (vgl. Angebote der Firmen Fast, Como, Pinnacle-System u.a.).
Die Nachteile liegen in den langen Wartezeiten durch Vor- und Zurückspulen des Zuspielers sowie
in der starken Beanspruchung und dem damit verbundenen höherer Verschleiß der Geräte.
Nonlineares Schnittverfahren
Bei diesem Verfahren wird die Videoaufzeichnung digital auf die Festplatte gespeichert. Alle
Bearbeitungsphasen bis hin zur Nachvertonung werden mit spezieller Software am Computer
bearbeitet und erst nach der Fertigstellung wieder auf ein Videoband gespielt. Dieses nonlineare
Editing hat den Vorteil, dass im Prinzip nur ein Videogerät, das zugleich Zuspiel- und
Aufnahmegerät sein kann, benötigt wird. Dieses Verfahren verlangt aber eine höherwertige
Hardwareausstattung, wobei der Bedarf an Festplattenkapazität besonders groß ist. Denn nur für 10
Minuten Videospielzeit mit Ton auf S-VHS oder Hi8-Qualitätsniveau ist ungefähr 2 GB
Festplattenkapazität notwendig, bei DV-Qualität sogar noch mehr.
Die Ausrüstung eines für die
Videonachbearbeitung geeigneten PC
müsste als Mindestanforderung aus
folgenden Komponenten bestehen:
Pentium II mit 233 MHZ oder mehr
mit mindestens 16 Megabyte Hauptspeicher, eine schnelle Festplatte
(EIDE-, besser SCSI-Festplatte) mit
mehr als 8 Gigabyte Speicherplatz,
schnelle Grafikkarte, Videoschnittkarte und natürlich eine spezielle
Software für die Videobearbeitung.
(vgl. Angebote der o. a. Firmen)
Die Abbildung zeigt die Benutzeroberfläche auf einem Windowsrechner
mit der Schnittsoftware Studio 400 von Pinnacle System.
Eine Variante bietet die Firma Macro-System mit dem Videobearbeitungscomputer „Casablanca“
an. Dieses Komplettsystem sieht aus wie ein Videorekorder ist aber ein Computer, der Videosignale
auf Festplatte aufzeichnen und nachbearbeiten kann. Software- und Hardwareausstattung sind
komplett zusammengestellt und auf einander abgestimmt. Außer dem obligatorischen Zuspieler und
dem Aufnahmegerät ist lediglich ein Fernsehmonitor notwendig. Die Handhabung erfolgt über
einen Trackball. Die Benutzerführung ist übersichtlich und klar gegliedert, so dass man im Prinzip
über keine Computererfahrung verfügen muss, um sich mit diesem System zurecht zu finden.
Weitere Informationen zu den verschiedenen Computerschnittsystemen bzw. über die Preisgestaltung bei diesen
Produkten gibt das Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
52
2.4
Multimedia in der Schule
Vorbemerkungen
Medium nennt man ein technisches Instrument zum Speichern und Anbieten von Informationen
(z.B. Schallplatte und Plattenspieler, Videokassette und Videorecorder, Buchseite und Buch).
Multimedia heißt erst einmal nichts anderes, als dass mehrere Medien nebeneinander eingesetzt
werden.
Wenigstens eines dieser Medien muss ein dynamisches sein, sich also in irgendeiner Form bewegen
(z.B. Animation oder Video). Alle Medien werden innerhalb des Sammel-Mediums Computer,
angeboten.
Wer von multimedialem Lernen spricht, meint damit eigentlich das Lernen mit multiplen
Sinnesmodalitäten (Auge, Ohr) und Codierungssystemen (Bild, Schrift, Zahlen).
Wesentliche gemeinsame Merkmale nach dem derzeitigen Stand der Literatur sind:
•
Möglichkeit der interaktiven Nutzung, d.h. der Nutzer ist nicht nur ausschließlich Empfänger,
sondern auch Reagierender, Auslöser von Aktionen.
• Möglichkeit der integrativen Verwendung verschiedener Medientypen, wobei dynamische mit
statischen Medien verknüpft werden.
• Möglichkeit der Anwendung digitaler Technik, die erst die Speicherung und dann die
Nachbearbeitung der Daten, die den verschiedenen Medien zu Grunde liegen, zulässt.
In der Schule sprechen multimediale Programme vor allem zwei unterschiedliche Wahrnehmungsorgane des Menschen an: das Auge und das Ohr. Die Merkmale von Multimedia lassen
sich deshalb gut mit nachstehender Abbildung darstellen:
Abb. 1 Merkmale von Multimedia
1
„Für den Bildungsprozess und damit auch für die Schule ist es in erster Linie nicht entscheidend,
auf welchen Trägern oder Übermittlungswegen (seien es Disketten, CD-ROMs, Online-Dienste
1
Bauer, W.: Multimedia in der Schule?
2
In: Issing, L. J./Klimsa, P.: Informationen und Lernen mit Multimedia, Beltz, 1997 , S. 377f
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
53
oder dgl.) diese Informationen den Anwender erreichen. Sie werden in der Regel über einen
Farbmonitor (visuelle Elemente) und Kopfhörer bzw. Stereo-Lautsprecher (auditive Elemente) als
Ausgabeelemente an den Schüler herangetragen. Als interaktive Eingabe-, Steuerungs- und
Bedienungs-Elemente (haptisch/taktile Elemente) für die meisten multimedialen Programme dienen
vielfach „mechanisch-elektronische Geräte“, wie Maus oder Tastatur, Touch-Screen-Monitor,
Digitizer-Stift, Joystick u.a. Eine Sprachsteuerung des Programms und/oder eine Spracheingabe ist
über ein Mikrofon evtl. auch möglich.“ (Bauer 1997, S. 379)
Merkmale traditioneller und multimedialer Programme
Die meisten audiovisuellen Medien werden in unseren Schulen zur Darbietung und Veranschaulichung von Wissensinhalten sowie zur Einstimmung auf ein Thema eingesetzt.
Die traditionellen Medien liegen hier meist in einer analogen Form auf ihren Trägern vor, und der
Zugriff auf einzelne Inhalte und Sequenzen ist zeitaufwändig, für eine didaktisch sinnvolle
Kombination verschiedener Medien mit viel Aufwand und unterschiedlicher Technik verbunden
oder sogar unmöglich.
Multimediale Programme haben dagegen zwei Merkmalsgruppen, von denen die erste mehr
technisch/technologisch bedingte, die zweite mehr didaktisch bzw. gestalterische Merkmale enthält.
„Technisch/technologisch bedingte Merkmale
•
Alle visuellen und auditiven Elemente bzw. Informationen liegen grundsätzlich in einer digitalen Form
vor. Sie ermöglicht eine Medienintegration aller in digitale Form umwandelbarer traditioneller Medien;
•
die digitale Medienintegration ermöglicht zudem die Perspektive einer umfassenden „sinnlichen Entrückung“, einer interaktiven Konstruktion von virtuellen Gegenständen und Vorgängen (Virtual Reality,
Cyberspace);
•
die digitale Form, der einheitliche Datenträger und immer leistungsfähigere Prozessoren ermöglichen
meist einen sehr schnellen Zugriff auf die einzelnen Elemente;
•
die Elemente bzw. Informationen stehen in der Regel auf einem einzigen und einheitlichen Datenträger
mit großen und preisgünstigen Speicherkapazitäten (z. B. Festplatte oder CD-ROM) zur Verfügung;
•
die verschiedenartigen Dateiformate, in denen diese Elemente vorliegen, z.B. Bilder (z. B. Pict, Tiff),
Texte (z.B. Word, ACII), Filme (z.B. JPEG, MPEG) u. dgl. können zum allergrößten Teil in die
verschiedenen Dateiträgerformate bzw. für die jeweiligen Betriebssysteme umgewandelt werden, so dass
eine Integration in unterschiedliche Datensysteme zunehmend leichter wird;
•
die einfache und extrem billige Vervielfältigung und damit Verbreiterung multimedialer Informationen
(z.B. CD-ROM oder über Online-Systeme),
•
multimediale Programme müssen also somit nur einmal konzipiert und gestaltet werden, da sie (in der
Regel) in alle vorhandenen Systeme portierbar sind;
•
die rasche Austauschbarkeit der Daten ermöglicht eine ebenso schnelle – falls notwendige – Aktualisierung der Inhalte des Programms (z. B. über Telekommunikationswege, Datenautobahnen);
•
senkt die Kosten, ermöglicht höhere Akzeptanz und damit Wirtschaftlichkeit;
•
aufgrund der Angleichung und Vereinheitlichung der verschiedenen Computer-Betriebssysteme (z.B.
Windows, MacOS, OS/2) entwickelt sich langsam ein einheitliches und bedienerfreundliches Interface
„Mensch-Computer“;
•
verhältnismäßig einfache Bedienungselemente (Klicken, Pulldown-Menüs, Knöpfe, Schalter, Symbole,
Leitfiguren, etc.) machen die Benutzung der Programme zunehmend einfacher und leichter;
•
die Möglichkeit der Verbindung von unterschiedlichen Geräten (PC), Programmen (z.B. gemeinsame
Bearbeitung von Projekten), Anbietern und Anwendern über alte und neue Telekommunikationswege
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
54
(z.B. Telefon, ISDN, Glasfasernetze, Satellitentechnologie) lässt neue Kommunikations- und Kooperationsformen entstehen (z.B. Austausch von Schulen oder Schülern, auch über Länder- und
Staatengrenzen hinweg).
Didaktisch/gestalterisch bedingte Merkmale
•
die gleichzeitige Verfügbarkeit verschiedener auditiver und visueller Elemente ermöglicht neuartige
didaktische Einsatzmöglichkeiten (z.B. Text, Simulation, Film od. dgl. zur gleichen Zeit);
•
die vielfältige Verfügbarkeit aller Elemente (z.B. Bild, Film, Ton, Grafik, Text) durch Hypertextstrukturen ermöglicht eine völlig neue Qualität der didaktischen Konzeption und Präsentation,
•
und damit neue Zugangsweisen zu Programminhalten, die z. B. selbstständiges, entdeckendes,
assoziatives, aktives, handlungsorientiertes und individualisiertes Lernen leichter und effektiver möglich
machen;
•
der Zugang zu Inhalten, die mit herkömmlichen didaktischen Methoden nur schwer realisierbar werden,
kann aufgrund der neuartigen Darstellungs- und Präsentationsmöglichkeiten (z.B. „dynamisches
Layout“, Animations- und Simulationsformen, virtuelle, interaktive Darstellungsformen oder spielerische Zugangsweisen) eine neue lernpsychologische Qualität erhalten (z.B. hohe Motivation bzw.
Motivationserhaltung),
•
die verschiedenen Möglichkeiten der Interaktivität mit einzelnen Programmelementen stellen völlig neue
Lern- und (Lehr)möglichkeiten dar, lassen individuelle Reaktionsweisen des Anwenders zu und stellen
damit den Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt des „Unterrichts“-geschehens;
•
multimediale Programme lassen sich auch mit herkömmlichen und neueren Lehr- und Lernverfahren gut
kombinieren und verknüpfen (z.B. Hypermedia-Projekt „Das grüne Klassenzimmer“);
•
manche Programme eignen sich hervorragend zur interaktiven Demonstration bzw. Simulationen von
komplexen Vorgängen, die sonst nur schwer darstellbar und durchführbar sind und immer wiederholt
werden können, so oft der Programmautor oder der Anwender es will;
•
die individuelle Bearbeitung und Veränderung von dafür vorgesehenen Programminhalten durch
Eingabe, z.B. von Schriftzeichen, Bildern oder Sprache (z.B. Spracherkennung bei Fremdsprachenprogrammen), die das Programm ggf. erkennen und auswerten kann, macht ein entsprechend konzipiertes Programm zu einem neuartigen persönlichen und unabhängigen Übungs- und Testpartner, der
eine grenzenlose Geduld aufbringt;
•
darüber hinaus können multimediale Programme selbst konzipiert und gestaltet („Do-it-yourselfMultimedia“) werden (z.B. mit Werkzeugen wie HyperCard, Toolbook oder Kinderprogrammen wie
Amazing Animation oder Kid Works) und können damit Kreativität anregen und fördern sowie die
Transparenz von multimedialen Produkten und deren Gestaltungselementen sichtbar machen, was
wiederum die Medienkompetenz des Schülers stärkt.“ (Bauer 1997, S. 380 ff.)
Pädagogische Aspekte
Für immer mehr Kinder und Jugendliche sind Multimediaanwendungen Mittel und Gegenstand der
Freizeitbeschäftigung bei z.T. wesentlich größerer Bedienungskompetenz als Erwachsene sie
vorweisen können.
Darüber hinaus sind Multimediaanwendungen auf dem besten Wege, neben dem Freizeitbereich in
fast sämtliche Bereiche des menschlichen Lebens vorzudringen.
Schließlich hat Schule die Aufgabe, auf ein Leben vorzubereiten, in dem dieses Medium neben den
„klassischen“ Medien wie Rundfunk und Fernsehen längst seinen Platz eingenommen hat. Diese
Ausgangslage zwingt die Schule zur Reaktion auch auf Phänomene, die mit dieser Entwicklung
einhergehen oder diskutiert werden. Eine definitive Stellungnahme kann hierzu nicht bezogen
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
55
werden, denn die Diskussionen sind meist noch offen, was bei der Rasanz der technischen
Entwicklung nicht weiter verwunderlich ist.
Sicher kommt es unseren pädagogischen Bemühungen insbesondere im Bereich der Lernmotivation
entgegen, wenn das Lernen Spaß macht, „nahe beim Spiel ist“ oder gar im Spiel sozusagen
nebenbei erfolgt. Ob dadurch dann auch gelernt wird, sich beim Lernen nicht mehr „anstrengen” zu
müssen? - fragen die Kritiker. Vielleicht ist z.Z. die Lösung ein gelegentlicher Einsatz solcher
Anwendungen, der die allgemeine Lernbereitschaft unserer Sonderschüler fördert und manchen
völlig demotivierten wieder auf den Pfad des Lernens bringt.
In diesem Zusammenhang steht auch die Frage des Einsatzes von multimedialer Software.
Nachweislich halten sich die meisten unserer Kinder an die "stumpfen", weniger kreativen. Dabei
könnten gerade multimediale Spiele vielerlei kreative Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Je mehr
Modifikationsmöglichkeiten eine multimediale Anwendung bereitstellt, desto mehr können eigene
Ideen und Material eingebracht werden und zu einem neuen Ergebnis führen. Es gibt neuere
Software, die das auch für unsere Schülerinnen und Schüler versucht ( z.B. animierte Geschichten
zum Erleben und Erfinden.) Diese Bemühungen sind jedoch noch in den Anfängen. Unabhängig
davon gibt es auch bei uns Schülerinnen und Schüler, die den Rechner zum kreativen Hobby
machen (z.B. Bilder scannen und zu Collagen verarbeiten). Je größer die Modifikationsmöglichkeiten, desto größer sind die Freiräume kreativer Gestaltung.
Diskutiert wird der „Verlust“ an realen Wirklichkeitserfahrungen aufgrund zunehmender Beschäftigung mit den so genannten virtuellen Welten. Man spricht vom allmählichen Verschwinden der
Wirklichkeit und mahnt den drohenden Realitätsverlust bei vermeintlichem Erwerb neuer Freiheiten
(„Scheinfreiheit“) durch den Computer an. Die Darstellungen auf dem Bildschirm werden immer
„realistischer“, ohne der Wirklichkeit tatsächlich zu entsprechen. Werden dann Verhaltensweisen
unreflektiert aus der virtuellen auf die reale Welt übertragen (z.B. die dreidimensionale Simulation
eines Mountainbikekursus), ist es nicht auszuschließen, dass es zu folgenschwerem Fehlverhalten
kommt. Viele Erfahrungen lassen sich (noch?) nicht in virtuellen Welten machen. Einem Verlust
an Erfahrung der Wirklichkeit durch Multimedia kann hier natürlich keinesfalls das Wort geredet
werden. Die Sonderschule weiß, dass sie vielmehr bei ihren Schülern insbesondere auf den
wichtigen Erwerb der so genannten primären (Sinnes-) Erfahrungen achten und bei Defiziten für
Ausgleich sorgen muss.
Hinweise für Lehrkräfte
Multimediale Software ist kein Zaubermittel oder elektronischer „Nürnberger Trichter“. Die
anwendende Lehrkraft muss die multimediale Software an seinen eigenen pädagogischen
Ansprüchen messen und sie daher selbst erproben.
56
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Grad der Erfüllung
Kriterien
Beschreibung des Kriteriums
Flexibilität
Das Kind sollte Lernstoff und Lernmenge, Aufgabengestaltung und Tempo sowie Schwierigkeitsgrad selbst
bestimmen können.
Umfassende
Differenzierung
Die Flexibilität des Programmes sollte die Anpassung an die
individuellen Leistungsniveaus und Interessenlagen der
Kinder ermöglichen.
Hilfen
durch das
Programm
Das Programm sollte selbstständig und "schadfrei" Auswege
und Hilfen anbieten. Gute Programme bieten darüber hinaus
Eltern und Lehrern Erklärungen von Problemen und Anregungen zur Lernhilfe.
Umgang mit
Fehlern
Programme, die keine alternative Lösungen anbieten oder
sich bei Fehlerrückmeldungen auf demotivierende
Kommentare beschränken, sind nicht zu empfehlen.
nicht
erfüllt
Wichtig ist, dass Fehler sinnvoll, d. h. differenziert, erklärt
werden. Solche Erklärungen müssen Auskunft darüber
geben, wo der Fehler entstanden ist (z.B. durch ein
Protokoll) und wie man ihn in Zukunft vermeiden kann.
Fehler müssen nicht immer auf mangelndem Verständnis
beruhen, und oft sind mehrere Zugangsweisen zum Lösen
eines Problems denkbar. Gute Lernprogramme nehmen
darauf Rücksicht. Bei ihnen sind außerdem Eingabe und
unmittelbare Rückmeldung entkoppelt, damit das Kind nicht
durch Herumraten nach der Lösung sucht.
Erfolgskontrolle
Lernprotokolle können das Kind motivieren und ihm (oder
Eltern und Lehrern) Auskunft über seine individuellen
Schwächen geben, und damit gezielte Lernhilfen anbieten.
Motivation
Eine interessante Rahmenhandlung, positive Rückmeldungen, Hilfestellungen und Denkanstösse bringen
Spaß am Lernen. Auf Lernphasen sollten Erholungsphasen
in Form von geeigneten Spielen folgen (z.B. Memory) und
so eine Überlastung vermieden werden.
Sozialer
Aspekt
Das Programm sollte eventuell auch zu zweit oder in der
Gruppe anwendbar sein. Lernen kann dann zu einer
gemeinsamen Aufgabe werden.
Fantasie
Texte, Aufgaben und Handlung sollten auf die Lebensrealität
oder Fantasiewelt des Kindes zugeschnitten sein.
Fachliche
Inhalte
Der fachliche Inhalt sollte natürlich hinter der Rahmenhandlung und den Effekten nicht zu kurz kommt.
Ausführlichkeit, kindgemäße Präsentation und eindeutige
Aufgabenstellung müssen gewährleistet sein.
Der Lernstoff
fehlerfrei sein.
muss
umfassend,
lehrplangerecht
und
Ein extra Bonus von Programmen ist es außerdem, wenn
das Kind es um eigene Themen oder Stichwörter ergänzen
kann, d.h. wenn die Programmstruktur offen ist.
In guter Lernsoftware und gutem Edutainment ist kein Platz
für Ballerspiele, Gewaltverherrlichung, diskriminierende oder
sexistische Inhalte.
annähernd
erfüllt
erfüllt
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Mediengerechte
Präsentation
57
Ein hoher Multimediaanteil ist zwar interessant, kann jedoch
auch verwirrend wirken und so den Lernprozess hemmen.
Farbige Grafiken, bewegte Bilder in Form von Video und
Animationen, sowie Sprach- und Tonausgabe sollten in
Maßen genutzt werden.
Sie dienen der Unterstützung des Lernstoffes und sind kein
Eigenzweck! Das Programm sollte sich auf den Lerninhalt
konzentrieren, nicht auf technischen Schnickschnack oder
didaktische Nebenpfade. Meiden Sie darum Programme, die
mit überflüssigen Tricks und Spielereien arbeiten.
Bedienung
Die Installation einer CD-ROM oder einer Diskette sowie die
Einführung in die Benutzung des Programmes selbst bedarf
oft noch immer der Hilfe durch Erwachsene. Das Programm
darf, wenn dies im didaktischen Konzept der Entwickler so
geplant war, durchaus von „Großen“ unterstützt werden.
Wenn ein Programm ein ausdrücklicher Selbstläufer ist,
sollte es aber auch durch die "Kleinen" selbstständig zu
bedienen sein.
Vgl. Schönweiss, F., auf CD-Romm 1997
2.5
Computerspiele
Pädagogische Herausforderung
Computerspiele können wie andere Spiele für Kinder und Jugendliche etwas Sinnvolles,
Unterhaltendes und Schönes sein. Das gilt bei einem pädagogisch sinnvollen Spielangebot auch für
deren Einsatz im Unterricht. Die Schule kann sich nicht einer Entwicklung entziehen, die den Alltag
der Kinder und Jugendlichen mit Computerspielen überschwemmt. Es ist ihre Aufgabe,
Computerspiele auch im Unterricht zu thematisieren und zu reflektieren; denn sie muss den
Heranwachsenden bei der Bewältigung ihrer Lebenssituation helfen. Schülerinnen und Schüler
müssen über Computerspiele (und die damit verbundenen Gefahren besonders bei indizierten
Spielen) aufgeklärt werden, sie müssen begleitet und kompetent gemacht werden.
Dazu kann im Unterricht das Behandeln nachstehender Themen beitragen:
•
Wie wirken sich Angebot und Nachfrage von Computerspielen auf den Markt aus?
•
Wie erfahre ich mich selbst beim Computerspiel? (Fühlt man sich als Spieler anders als sonst?
Wirken Computerspiele vereinsamend? u.ä.)
Wie sind die Zusammenhänge zwischen Computerspielen und eigener Lebenssituation? (Was
fasziniert mich beim Computerspiel? Wann spiele ich? Fliehe ich in eine andere Welt?)
Was sind die medienspezifischen Besonderheiten von Computerspielen? (z.B. im Vergleich zu
Brett- und Kartenspielen)
Wann können Computerspiele können eine Bereicherung sein? (Ergänzung zu anderen
Aktivitäten?)
Sollte ich spielen, was ich will und was einem so alles in die Hände kommt? (Indizierte Spiele)
•
•
•
•
Faszination der Computerspiele
Computerspiele faszinieren, weil sie von den Spielern benützt werden um „gute Gefühle“ zu
bekommen. Der Spielcomputer vermag Vergnügen, Spaß und Freude zu bereiten, Gefühle von
Leistungsfähigkeit und Kompetenz zu vermitteln, sowie Distanz zur Lebenswelt zu schaffen
(abschalten können und sich ablenken).
58
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Der Wunsch nach einem "guten Gefühl", nach positiven emotionalen Erlebnissen ist untrennbar mit
Erfolgen im Spiel verbunden. Der erfolgreiche Spieler hat sein „Bleiberecht“ im Spiel erstritten und sei es nach vielen Stunden. Ständige Misserfolge führen in der Regel zum Spielabbruch.
Der Spielerfolg ist unmittelbar gekoppelt mit der Kontrolle des Spiels. Die allen Spielen
gemeinsame Leistungsanforderung besteht darin, das Spiel kontrollieren zu können. Bildschirmspiele vermitteln das Gefühl von Macht und Kontrolle in einer miniaturisierten und auf wenige
Grundelemente reduzierten Welt. Der Begriff „Spielkontrolle“ drückt aus, dass man das Spiel
beherrscht, in dem man die wesentlichen Leistungsanforderungen erfüllen kann. Durch die
Kontrolle des Spiels wird die „virtuelle Welt“ zur beherrschbaren Lebenswelt: „This land is your
land“.
Der Spielerfolg trägt entscheidend dazu bei, sich dem Spiel längere Zeit zuzuwenden. Intensives
Spielen kann dazu führen, dass die Spieler mit dem Spiel „verschmelzen“. Da es eine Fülle von
Spielanforderungen gibt, die sich erst im Laufe des Spiels erschließen, kann viel Zeit mit dem
Computerspiel verbracht werden. Mit steigender Bereitschaft, auch bei Misserfolgen das Spiel
fortzusetzen und die Schwierigkeiten zu bewältigen, verbringen die Spieler zunehmend mehr Zeit
beim Spiel. Sie haben oft Schwierigkeiten das Spiel zu beenden. Sie spielen die Nacht hindurch und
vergessen dabei die Zeit, teilweise auch elementare Bedürfnisse wie Essen und Schlaf.
Nach den empirischen Untersuchungen liegt der Beginn der Nutzung der Bildschirmspiele
zwischen 7 und 10 Jahren . Befragungen von Vorschulkindern deuteten darauf hin, dass sich dieser
Zeitraum nach vorne verlagert, dass viele Kinder bereits im Vorschulalter mit den Spielen anfangen
(etwa die Hälfte). 25% der Vorschüler spielen nach diesen Untersuchungen bereits täglich.
Zwischen 10 und 14 Jahren liegen die intensivsten Spielphasen. Das ist ein Zeitraum, in dem bei
Kindern und Jugendlichen vielen Entfaltungswünschen wenig Entfaltungsmöglichkeiten gegenüber
stehen. Mit etwa 15 Jahren kommt es zu einer „Bruchstelle“ in Hinblick auf Computerspiele: Das
Interesse bei den meisten flacht rasch ab und „flackert“ allenfalls bei neuen Spielen noch auf. Bei
Besuchern von Jugendeinrichtungen waren Entwicklungen bei der Präferierung bestimmter Spiele
feststellbar: Kampforientierte Spiele wurden insbesondere von Kindern um 11 Jahren bevorzugt,
Sportspiele fanden ein besonderes Interesse bei Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren.
Es gibt offensichtlich typische Jungen- und typische Mädchenspiele. Mädchen bevorzugen lustige,
„friedliche“, comicartige Spiele, bei denen „Abenteuer“ zu bestehen sind und die „existenziellen“
Gefährdungen minimalisiert erscheinen. Bei den Jungen liegen in der Präferenz kampfbestimmte
Spielszenarien deutlich vorne. Autofahrspiele werden von Jungen wie Mädchen geschätzt.
Bildschirmspiele sind anstrengend und kosten Kraft. Häufig geäußerte physiologische Wirkungen
sind Kopfschmerzen, Augenflimmern, Verspannung der Hand und des Rückens. Diese Wirkungen
werden in Kauf genommen, wenn sich die gewünschten psychischen Wirkungen („Erfolg“ und
„gutes Gefühl“) einstellen. Generell zeigt sich nach einer Spielphase von ca. 90 Minuten eine
Zunahme der „visuellen Aufmerksamkeitskonzentration“.
Die Spiele gehören mittlerweile zur Normalität in der Familie. Die Elternreaktionen bewegen sich
zwischen zeitlicher Einschränkung, Tolerierung und aktiver Teilhabe. Ob das Alleinspiel oder ein
gemeinsames Spiel gewählt wird, ist sowohl abhängig vom Spieltyp als auch von den sozialen
Möglichkeiten, z.B. im Freundeskreis und in der Familie. Zwar wird überwiegend das gemeinsame
Spiel gewünscht (insbesondere wegen der damit verbundenen affektiven Reize), es lässt sich jedoch
nicht im gewünschten Umfang realisieren. Gleichwohl entwickeln sich soziale Aktivitäten mit und
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
59
um die Computerspiele. Entsprechende Angebote in Jugendeinrichtungen können die soziale
Einbettung der Spiele in Gruppen von Kindern und Jugendlichen begünstigen und fördern. 1
Unterrichtlicher Einsatz
Die Fähigkeit der Einschätzung der Spielkonzeption und des Anspruchsniveaus eines
Computerspiels erleichtern der Lehrkraft auch die Zielrichtung eines sinnvollen unterrichtlichen
Einsatzes. Dieser könnte z.B. darin liegen, dass mit Hilfe eines überwiegend als „Knöpfchenspiel“
auf niedrigem taktilen und kognitiven Anspruchslevel Kinder an die Bedienung der Pfeiltasten einer
Computertastatur herangeführt werden. Am oberen Ende der Einsatzskala dagegen könnten
„Köpfchenspiele“ stehen, die auf höherem kognitiven Niveau z.B. simulierte Geschehen eines
komplexen Ökosystems – wie das eines natürlichen Teiches – spielerisch erfahrbar machen.
Dazwischen liegen in vielfachen Abstufungen Sinn oder auch Unsinn des unterrichtlichen Einsatzes
von Computerspielen.
Zur besseren Übersicht über die Schwerpunktbereiche der Grundstrukturen von Computerspielen
werden in der Literatur meist die unten folgenden Kategorien benützt, die natürlich oft in ihren
Spielanteilen mehreren Sparten zugeordnet werden können. Solche Übersichten erleichtern dem
Lehrer bei der hohen Zahl und ständigen Zunahme neuer Spiele (die die Schülerinnen und Schüler
von zuhause natürlich auch in die Schule mitbringen wollen und dürfen) den schnellen Blick der
Voreinschätzung bzw. Vorauswahl. Eine nähere Auseinandersetzung unter den Gesichtspunkten des
Unterrichtseinsatzes muss dann in einem nächsten Schritt erfolgen.
Erstes Sortieren
Eine für die Lehrkraft zunächst einmal bedeutsame grundsätzliche Unterscheidung ist (nach J. Fritz)
die zwischen „Knöpfchen-“ und „Köpfchenspiel“. Beim ersteren geht es vornehmlich um
Schnelligkeit und Geschicklichkeit der richtigen Bedienung von Tasten, Maus und Joystick, beim
zweiten mehr um problemlösendes Denken, gute Übersicht und Kreativität im Rahmen des Spiels.
Bei näherer Betrachtung zeigt sich oft, dass Spiele in ihrer Grundkonzeption taktile und kognitive
Anforderungen kombiniert verlangen.
Die verschiedenen Arten von Computerspielen
• Abstrakte Denk- und Geschicklichkeitsspiele
Sie beinhalten Denk- und Kombinationsaufgaben (z.B. Finden einer gesuchten Zahl mit möglichst
wenig Versuchen; gelingt nur bei richtiger „strategischer” Einengung der Zahlbereiche) Gedächtnisaufgaben (z.B. Erinnern von Symbolen in einem Darbietungsraster) Stapelaufgaben (z.B.
herunterfallende zwei- und dreidimensionale Figuren passend ineinander stapeln) Lenkungsaufgaben (z.B. ein Auto ohne Beschädigung durch den Verkehr steuern) und fordern oft eine
besondere Reaktionsschnelligkeit (z.B. bei Ping-Pong und Abräumspielen).
• Kampfspiele
Im Mittelpunkt stehen fortgesetzte kampfbestimmte Handlungsmuster (Raumfahrzeuge, Kämpfer,
Kampfgeräte); die Spiele erstrecken sich von einfachen Abschießspielen bis hin zu komplexeren
Bewegungsanimationen der kämpfenden Figur; die Kämpfe spielen oft in futuristischen
Gefechtsfeldern, in Comic-Szenerien und in Fantasy-Umwelten ab und haben oft nur einen
geringen Realitätsbezug. Ziel ist meist die „Erledigung” des Gegners. Das reicht vom „einfachen”
1
Vgl. Jürgen Fritz (Hrsg.); Warum Computerspiele faszinieren, Empirische Annäherung an Nutzung und
Wirkung von Bildschirmspielen; München 1995
60
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Abschießen bis hin zum komplexen Steuern ganzer kriegerischer Szenarien und Gefechtssimulationen.
• Funny-Games
Der Charakter der Funny-Games ist eher lustig und spaßig und erinnert deutlich an Kinder-Comics;
daher haben sie meist keine martialischen, kampforientierten, sondern lustige Comicfiguren. Auch
hier finden wir einfachste Lenkungsaufgaben bis hin zu komplexen Bewegungsanimationen. Dabei
geht es um laufen, hüpfen, klettern, springen, schießen, einsammeln, befreien in vielfältigen
Situationen, Aufgaben und Rätseln.
• Simulationen
Hervorgehobenes Merkmal dieser Spiele ist die besondere Betonung des Realitätsbezuges: Aspekte
der Wirklichkeit sollen möglichst genau in einspielbares Modell einbezogen werden. Da gibt es
Fußballspiele, Fahrzeugspiele, Flugsimulationen, Wirtschaftsspiele (z.B. Handel treiben mit dem
Schiff im Mittelalter) u.a.m.
• Spielgeschichten
präsentieren sich meist in der komplexen Form der Videospiele. Im Spiel entfaltet sich meist in
aufeinander aufbauenden Szenenfolgen eine abenteuerliche Spielgeschichte. Ziel ist es, die
Bewährungsproben zu bestehen, voranzukommen, sich weiterzuentwickeln, mächtiger/reicher zu
werden, „Karriere“ zu machen in Historiengeschichten, Abenteuer („Wie werde ich ein Pirat?“)
Weltraumabenteuer und Fantasiegeschichten.1
Weitere Informationen:
Datenbank Search & Play
Bundeszentrale für politische Bildung
Referat Medienpädagogik und Neue Medien
Berliner Freiheit 20, 53111 Bonn
Internet: www.bdp.de/snp
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften
Kennedyallee 105-107, 53175 Bonn
Internet: www.bmfsfj.de/bpjs
1
nach Fehr/Fritz, Videospiele und ihre Typisierung in: Computerspiele - Bunte Welt im grauen Alltag, Bonn
1993
61
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
3 Sonderpädagogische Förderung von behinderten Kindern
und Jugendlichen mit Hilfe von IuK-Technologien
Vorbemerkungen
„Sonderpädagogische Förderung schließt begleitende spezifische Hilfen ein mit dem Ziel, für den
einzelnen bestehende Abhängigkeiten und Hemmnisse so weit wie möglich zu überwinden. Dies
bedeutet:
•
(...)
•
Technische und behinderungsspezifische apparative Hilfen sowie Medien sollen bereitgestellt
und individuell angepasst werden; ihr Gebrauch ist einzuüben; Kenntnisse über die Beschaffung
der Hilfsmittel, über Einbau, Nutzung und Wartung sind zu vermitteln.“1
Diese o.g. individuellen Hilfen können heute verstärkt in einem multimedialen und computergestützten Unterricht sowie durch die fortschreitende Entwicklung vorhandener elektronischer, d.h.
computergesteuerter Hilfsmittel, angeboten und somit selbstständige Erfahrungs-, Lern- und
Lebensräume eröffnet werden. Dadurch können sich beeinträchtigte und behinderte Schülerinnen
und Schüler auch besser mitteilen, selbstbestimmter ihre Freizeit gestalten und erweiterte
Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung und sozialen Integration beanspruchen.
Die Neuen Informations- und Kommunikationstechnologien bieten sich also nicht nur als Hilfe zum
Lernen an, sondern auch als Kommunikationshilfe, als Möglichkeit der Umfeldsteuerung von
Geräten des täglichen Lebens und zum Arbeiten mit Maschinen und als Plattform für elektronische
Spielzeuge.
Schulisches Lernen
insbesondere
Schreiben, Lesen
und Rechnen
Kommunikation
Förderung
grundlegender
Lernbereiche wie
Spiel
•Feinmotorik
•Wahrnehmung
•Denken
Umfeld und
Arbeit
Abb: Förderbereiche des Computers als Lernhilfe und elektronisches Hilfsmittel
Die in den nachfolgenden Ausführungen aufgezeigten Ansätze versuchen einen kleinen Überblick
über einen expandierenden Markt zu geben und sollen Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Eltern
1
KMK-Beschluss vom 6.5.1994: Empfehlungen zur sonderpädagogischen Förderung
in den Schulen der Bundesrepublik Deutschland S.2f
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
62
erste Informationen geben, die bei den entsprechenden Schulformen der Sonderschulen vertiefend
nachgefragt werden können.
Gleichzeitig sollen aber auch die sich auf dem elektronischen Hilfsmittelmarkt abzeichnenden
Neuentwicklungen, die wahrscheinlich spürbare Verbesserungen für eine jeweils bestimmte
Klientel bedeuten können, aufgezeigt werden.
Vertiefende Hinweise zu diesen Entwicklungen, aber auch über das umfängliche Gesamtangebot
können Interessierte bei den nachstehenden Adressen abfragen:
Weitere Informationen:
Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR)
60594 Frankfurt/Main, Walter-Kolb-Straße 9-11
Tel.:
069/605018-23
Fax:
069/605018-29
Beratungsstelle für unterstützte Kommunikation und elektronische Hilfen (BuK)
55543 Bad Kreuznach, Ringstraße 58-60
Tel.:
0671/605-3855
E-mail:
[email protected]
Fürst Donnersmarck-Stiftung, Berlin
Internet:
www.fuerst-donnersmarck-stiftung.de
3.1
Förderung von Kindern und Jugendlichen mit körperlicher
Behinderung
Computer als Schreib- und Kommunikationshilfe
Mit Hilfe des Computers werden Schülerinnen und Schüler, die nicht oder unverständlich sprechen,
in die Lage versetzt, Gedanken, Empfindungen und Wünsche zu äußern und mit ihrer Mitwelt
schriftsprachlich in Verbindung zu treten. Des Weiteren können Symbolsprachen (z.B. Bliss,
Talking Symbols) als vereinfachte Verständigungshilfen in spezifische Softwareprogramme
eingebunden werden und über eine mit synthetischer Sprache ausgestatteten Computer in
gesprochene Sprache transferiert werden.
Schülerinnen und Schüler, die aufgrund von motorischen Beeinträchtigungen nicht mit herkömmlichen Schreibgeräten umgehen können, benutzen den Computer als Schreibmaschinenersatz.
Meist kommen handelsübliche Standard-Tastaturen zur Anwendung, bisweilen sind Abdeckplatten
oder Spezial-Tastaturen notwendig. Schüler, die keine Tastaturen bedienen können, brauchen
spezifische Programme, die eine Steuerung mit Hilfe von Joystick gestatten. Beachtung verdient
zudem, dass nicht sprechende Schüler häufig mit einem einzigen beweglichen Körperteil wie
Zunge, Zehe oder Kinn über einen Schalter oder Sensor Signale auslösen können und damit die
Tastatur bedienen.
Auf diesem Weg wird das Werkzeug Computer zum Mittler zwischen Schülerinnen und Schüler
und Mitwelt. Hier ist besonders angesprochen:
Das Prinzip der Zungenmaus
Mit einer Zahnspange wird im Mund eine druckempfindliche Folie platziert, die auf
Zungenberührungen reagiert und so die Position des Bildschirmzeigers bestimmt. Das Schalten der
Maus, Klicken genannt, wird durch Beißen mit den Zähnen ausgelöst (Entwicklung SiemensNixdorf).
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
63
Steuern durch Augenbewegung
Die Bedienung des Rechners erfolgt über eine Minikamera mit Videochip, die an einem
brillenähnlichen Gestell befestigt ist. Die präzise Steuerung des Computers durch die
Augenbewegung ist das Resultat der Integration von Videochip, holografischer Technik und
innovativer Signalverarbeitung. In Verbindung mit
einer auf dem Computermonitor abgebildeten
Tastatur können alle Funktionen eines StandardKeyboards ohne den Einsatz der Hände genutzt
werden.
Durch die Reflexion eines schwachen Lichtstrahls
(LED) von der Netzhaut nimmt die Kamera jede
Bewegung der Pupille wahr. Der Videochip gibt die
Signale an den Computer weiter, der sie in
Bewegungen des Mauszeigers umwandelt. Längeres Verweilen des Blicks auf einer Taste wird vom
Computer als Befehl interpretiert, diese zu betätigen. Auf diese Weise können Schwerstbehinderte
Standardanwendungen wie Textverarbeitungen, Tabellenkalkulationen oder Datenbanken nutzen.
Spracherkennung
Spracherkennungssysteme sind Softwareprogramme, die dem Computer die Fähigkeit verleihen,
Sprache zu „verstehen“, das Diktierte als Text zu schreiben, Tabellen und Bilder zu gestalten,
Steuerungsbefehle umzusetzen. Mit ihnen können Programme gesteuert und Umfeldkontrollen
realisiert werden. Eine Tastaturbedienung kann entfallen.
In dem gemeinsamen Modellversuch „Erprobung eines Sprachererkennungssystems in der
Sonderpädagogik - ESSo (1996-1999)“ der Bundesländer Rheinland-Pfalz und MecklenburgVorpommern wird das Spracherkennungsprogramms DragonDictate sowohl im schulischen als
auch im rehabilitativen Bereich als Werkzeug und Fördermittel erfolgreich erprobt.
Es wird vor allem für Schülerinnen und Schüler mit motorischen und sensorischen Beeinträchtigungen – hier insbesondere Muskelerkrankungen, Querschnittslähmungen und Sehschädigungen – eingesetzt, um zu überprüfen, ob durch den Einsatz des Programms eine Verbesserung
hinsichtlich eines selbstgesteuerten Lernens, einer unabhängigeren Lebensführung und einer
höheren Lebensqualität erreicht werden kann.
Erste Erkenntnisse des Modellversuchs sind in einem Zwischenbericht, der unter der Nummer PZInformation 19/97 beim Pädagogischen Zentrum Bad Kreuznach angefordert werden kann,
zusammengestellt. Weitere und aktualisierte Informationen können über das Internet unter bildungrp.de/ESSo/ abgerufen werden.
Computer als Steuerungshilfe zur Umfeldkontrolle
Mit Hilfe des Einsatzes stationärer und mobiler Umfeldsteuergeräte wie z.B. MEDIALINK,
MAGIC CONTROL, SICARE „pilot“ u.a.m., die über den Computer gesteuert werden, können
sehr viele handelsübliche Elektrogeräte, das Telefon und Hausanlagen (Tür, Fensterläden), die
wichtig für die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von körperbehinderten Menschen sind, von
diesen selbst bedient werden.
64
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Computer als Therapiehilfe
Hier ist vor allem der IBM Sprechspiegel als Therapiehilfe bei Hör-, Stimm- und Sprachstörungen
zu nennen.
Der SprechSpiegel vermittelt eine direkte, optisch-visuelle Rückmeldung von Stimme und
Artikulation. Der eingegebene Sprachschall wird dazu über die Adapterkarte und das Programm im
Rechner digitalisiert, analysiert und dem Klienten in Form von Bildern dargestellt. Große bewegte
Bilder in Motivations- und Übungsspielen ergänzen oder ersetzen die auditive Rückmeldung und
regen die Sprechfreude an. Dazu nachstehende Beispiele:
Übung Tonhöhe
Die Hand steigt und sinkt mit der Veränderung der
Tonhöhe. Die Tonhöhe wird so für den Klienten
erkennbar. Sein Tonhöhenbereich kann gemessen
werden.
Übung Artikulation (bis 4 Laute)
Diese Übung ermöglicht die Kombination von bis zu 4
Lauten. Bei „korrekter“ Artikulation fliegt der Pelikan
zum nächsten Laut.
Der IBM SprechSpiegel hilft bei der Diagnose und beim Üben von Stimmgebung, Artikulation,
Betonung und Sprechmelodie. Er fördert und intensiviert die Lernprozesse in besonderer Weise
dadurch, dass alle SprechSpiegel-Übungen auf die persönlichen Förderbedürfnisse (Befund) beim
Klienten eingestellt werden können.
Für Logopäden, Therapeuten und Pädagogen erschließen sich mit dem SprechSpiegel viele neue
Möglichkeiten der individuellen Diagnose und Therapie.
In individuellen Klientenprofilen lassen sich bestimmte Parameter speichern und bei späteren
Therapiesitzungen erneut aktivieren. Einige Übungen verfügen über eine Funktion zur akustischen
Wiedergabe, die mit der grafischen Darstellung der Sprechabläufe synchron läuft. Die akustische
Wiedergabe kann normal oder auch verlangsamt erfolgen. Protokolle können als Tabellen oder
Diagramme angezeigt und ausgedruckt werden, um die Fortschritte zu dokumentieren, die der
Klient bei einer bestimmten Übung in einem bestimmten Zeitraum gemacht hat. Ebenso lassen sich
die Bildschirmanzeigen ausdrucken, um Lernfortschritte aufzuzeigen.
Internet:
www.phnxsoft.com/ibmsprechspiegel.htm
www.cseg.de/FrameSS32.html
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
3.2
65
Förderung von Kindern und Jugendlichen
mit Sehbehinderung und Blindheit
Mit Blick auf die Einrichtung von Bildschirm-Arbeitsplätzen für blinde und sehbehinderte
Schülerinnen und Schüler gelten bisher vor allem folgende Maßgaben:
-
Vergrößerungsbedarf (Großbildschirm, Software-Lösungen)
Sprach- und Punktschriftausgabe
sehgeschädigtenspezifische Auswahl der Anwendersoftware
Diese Anforderungen werden durch folgende Konfiguration erfüllt:
-
Großbild-Monitor
Braille-Zeile
Sprachausgabe
Braille-Drucker
Scanner
Vorteile
In der Braille-Zeile werden die herkömmlichen ASCII-Zeichen in die 8-Punkt-Braille-Schrift
umgeformt. Die Braille-Zeile besteht aus 40 oder 80 Modulen mit jeweils 8 Punkten, die mit den
Fingern ertastet werden können. Diese können aber auch mit synthetischer Stimme ausgegeben
werden, so dass der Blinde hört, was der Sehende am Bildschirm sieht. Mit dem Drucker können
mit Hilfe ertastbarer Schriftzeichen auch Statistiken und Säulendiagramme dargestellt werden. Der
Scanner kann Ganztexte in Braille-Schrift übertragen und der Computer dadurch zur Lesemaschine
werden.
Nachteile
Die oftmals notwendige starke Vergrößerung am Monitor verursacht teilweise eine mangelnde
Orientierung auf diesem und erschwert das Erkennen des sprachlichen Kontexten als Ganzes.
Verbesserungen für diesen Bereich stellen neuere Software und Hardware-Software-Produkte dar,
die in der letzten Zeit auf dem Markt angeboten werden. Es sind diese:
•
Der „Screen Reader“, der jeweils den aktuellen Bildschirminhalt liest, ähnlich wie ein Scanner
Schwarzschrift liest und durch OCR (Erkennungssoftware) interpretiert. Dieses „Lesen“, d. h.
das Umsetzen in Sprache oder Braille ermöglicht zudem nicht nur die Erfassung von Text aus
Dateien, sondern auch die Nutzung anderer Bildschirminhalte, die zur Bedienung des PC’s
wichtig sind, wie Menüs, Auswahlboxen, Icons.
Internet: www.nb.uni-bielefeld.de/HIMILIS/4_5_scr.htm
•
•
Das „Talking TextBridge Mobile“, ein Lese-Sprech-Gerät auf Notebook Basis. Talking TextBridge ist eine Lese-Sprechgerät, das alle gedruckten Texte einscannen kann. Dazu ist er mit
einer besonderen Version des optischen Zeichenerkennungsprogramms TextBridge ausgestattet.
Gedruckte Texte werden also direkt vom Programm aus eingescannt und in vorlesbaren Text
umgewandelt. Mit der Sprachkontrolle können so größere Textmengen gescannt, vorgelesen,
und sogar automatisch auf Kassette aufgenommen werden.
Speak&Win ist eine neue, vollsynthetische Sprache der fünften Generation, die von jedem ohne
Training sofort verstanden wird und die angenehm menschlich klingt, da die kleinsten
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
66
•
Bestandteile der Sprache von einem Menschen gesprochen wurden. Trotzdem werden alle
Wörter ausgesprochen, da das System auf Regeln beruht. Talking TextBridge ist zusammen mit
Speak&Win eine perfekte Vorlesesoftware für Sehgeschädigte und Blinde.
WebSpeak als spezieller Browser, der Blinden den Zugang zum Internet, zum WWW schafft
Weitere Informationen: Etex-Sprachsysteme
Mit den Systemen MoBIC und Retina-Implantat machen zwei weitere Projekte derzeit verstärkt auf
sich aufmerksam.
Das System MoBIC
Unter der Abkürzung MoBIC wird im Rahmen der EU-Initiative TIDE an einem Mobilitätssystem
für Blinde gearbeitet. Mit Hilfe von elektronisch gespeicherten Landkarten, dem satellitengeschützten Positionserkennungssystems GPS (Global Positioning System) und der entsprechenden
Hard- und Software kann ein Blinder durch Interaktion
mit einem Computer außerhalb von Gebäuden in ihm
unbekannter Umgebung und unabhängig von fremder
Hilfe die aktuelle Position, an der er sich befindet,
erkennen und von dieser Position zu einem von ihm
gewünschten Ziel geleitet werden.
Die Informationsvermittlung erfolgt für den blinden
Nutzer, bedingt durch seine Behinderung, nicht über
einen Monitor, sondern vorwiegend über Sprache, akustische sowie taktile Signale. Die von Blinden getragene
Elektronik ermittelt auf seinem Weg ständig seine Position in Längen- und Breitengraden. Dies geschieht über
Signale, die von Satelliten ausgesendet und über eine
Antenne empfangen werden. Um die Genauigkeit der
Abb.: Mobilitätssystem für Blinde
Positionsbestimmung zu erhöhen, werden Korrekturdaten verwendet. Die auf wenige Meter genau ermittelte Position wird in eine elektronische Karte
(Stadtplan) eingetragen und für den Benutzer verständlich, z.B. in Straßennamen, übersetzt. Auf
seinem Weg werden dem Blinden Angaben zur Entfernung, zur Richtung und zum
Richtungswechsel, z. B. an Straßenkreuzungen gemacht.
Weitere Informationen:
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Fakultät für Informatik – Institut für Simulation und Grafik
39106 Magdeburg, Universitätsplatz 2
Tel. 0391/67-18342
Fax 0391/67-11164
E-Mail [email protected]
Das Retina-Implantat - ein Netzhaut-Chip
Mit der Weiterentwicklung der Mikrosystemtechnik und Computertechnologie, aber auch durch
Fortschritte in der Chirurgie des hinteren Augenabschnittes stellte sich die Frage nach der
Machbarkeit einer solchen implantierbaren Struktur, die durch elektrische Reizung z.B. der
Netzhautoberfläche zu optischen Wahrnehmungen bei einem blinden Patienten führt, um diesem ein
orientierendes Sehen zu ermöglichen. Die Machbarkeit einer solchen Sehprothese wurde in einer
umfangreichen Studie, die vom Bundesministerium für Forschung und Technologie in Auftrag
gegeben wurde, positiv beantwortet.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
67
Das BMBF fördert seit dem 01.08.1995 zwei interdisziplinäre Arbeitsgruppen aus Ophthalmologen,
Mikrosystemtechnikern, Neuroinformatikern und Optoelektronikern, deren Ziel es ist, eine in das
Auge zu implantierende Mikrokontaktstruktur zu entwickeln, die bei Patienten mit Degenerationen
der äußeren Netzhaut zur Wiederherstellung eines orientierenden Sehen führen kann.
Das Institut für Neuroinformatik der Universität Bonn nutzt bei seinem Ansatz Erkenntnisse der
Optik und der Mikroelektronik. Dazu wird eine Mikrokamera (Retina-Encorder) in die Brille des
Patienten eingebaut. Sie empfängt das Licht und verwandelt in ihrem Prozessor anstelle der
erkrankten Netzhaut diese Lichtsignale in elektronische Impulse. Diese werden weitergeleitet an
eine Mikrokontaktfolie (Retina-Stimulator), die auf der Netzhaut implantiert ist. Dort werden die
empfangenen elektronischen Impulse an den Sehnerv und zum Gehirn weitergeleitet.
Ein anderer Ansatz kommt aus der Universitäts-Augenklinik Tübingen. Dort versucht man, die
erkrankten Fotorezeptoren der Netzhaut durch künstliche Mikro-Fotodioten zu ersetzen. Noch offen
ist nach Einschätzung des Bundesforschungsministeriums, welche der beiden Ansätze sich
durchsetzen wird. Das Ministerium fördert die Arbeiten bis 1999 mit 18 Millionen Mark. Dann
sollen die Forscher ein Funktionsmuster vorstellen, das im Tierexperiment erprobt werden kann.
Weitere Informationen: www.rrz.uni-koeln.de/med-fak/auge/epi-ret3.htm
www-oe.uni-duisburg.de/LatestNews/EPI-RET.html
www.uni-muenster.de/Dezernat2/forschung/fors-rip.htm
3.3
Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Schwerhörigkeit
und Gehörlosigkeit
In den Schulen für Gehörlose und für Schwerhörige dienen optische und elektronische Hilfsmittel
als Ersatz für fehlende Hörfähigkeit und zur Unterstützung der (Fern)Kommunikation.
Elektronische Hilfsmittel
Das Faxgerät und die E-Mail Adresse
Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland ca. 80.000 vollständig gehörlose Personen, darüber
hinaus einen erheblichen größeren Personenkreis mit Hörschädigungen unterschiedlichen Grades.
Die praktisch wichtigste Möglichkeit der Fernkommunikation ist hier bislang das FAX. Dieses
Medium ist allerdings eher für kürzere Mitteilungen geeignet, ermöglicht nur einen zeitversetzten
Austausch und setzt eine flüssige Beherrschung der Schriftsprache voraus. Insofern ist es z. B. von
jüngeren Kindern nur mit externer Unterstützung zu nutzen. Ähnliches gilt auch für den E-Mail
Anschluss, wobei über entsprechende Internetadressen auch der Austausch, die Kommunikation in
Chatforen stattfinden kann.
Schreibtelefone
Das Schreibtelefon ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Kommunikation derjenigen hörgeschädigten
Menschen, die aufgrund ihres Hörschadens andere Telefonhilfen nicht mehr nutzen können. Der
Gesprächspartner benötigt allerdings auch ein Schreibtelefon, damit eine Gesprächsverbindung
zustande kommen kann.
Das Schreibtelefon arbeitet wie ein kleiner Fernschreiber, der mit der Schreibmaschinentastatur des
Gerätes geschriebene Text wird in elektrische Signale umgewandelt, die über die Telefonleitung
zum Schreibtelefon des Gesprächspartners übertragen werden. Dort werden die elektrischen Signale
wieder als Buchstaben auf dem Display sichtbar. Es ist ein direkter Dialog möglich! Die modernen
Schreibtelefone verfügen über eine Vielzahl von Zusatzmöglichkeiten z. B. Text vorschreiben, Text
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
68
speichern, Text ausdrucken, Adressen speichern, Anrufbeantworterfunktion, Fernabfrage,
Direktwahl, Sprachansage, etc.
Gebärdenassistent auf CD-ROM und im Internet
Die Zentralstelle für Computer im Unterricht in Bayern - Augsburg - erprobt zur Zeit einen
multimedialen Gebärdenassistenten auf CD-ROM mit lexikalischem Zugriff:
-
auf lautsprachlichen Grundwortschatz
auf Gebärden
und mit interaktivem Zugriff bei
-
Sprachaufbau und Kommunikation
Lautspracherwerb
Schriftspracherwerb
Sprecherziehung
Hörerziehung
Abseherziehung und
Kommunikation
Der Pager
Mit dem Pager - einem scheckkartengroßen Funkempfänger - der Deutschen Funkruf GmbH (DFR)
sind auch Taubstumme und Gehörlose unterwegs erreichbar.
Mit dem Messaging-Dienst TeLMI können Nachrichten in Klartext auf etwa scheckkartengroße
Funkempfänger (Pager) übermittelt werden. Das Absenden von Meldungen kann bei TeLMI
ebenfalls ohne Telefon erfolgen: Die Messages lassen sich direkt am PC eingeben und per OnlineSoftware, via E-Mail oder über das Internet verschicken.
Je nach Gerät ist man in einer Großregion z. B. dem Rhein-Main-Gebiet oder sogar bundesweit im
TeLMI-Funknetz erreichbar. Die Länge der Nachrichten kann bis zu 235 Zeichen betragen. Die
Übertragung per E-Mail oder über das Internet ist während einer Einführungsphase kostenlos. Beim
Zugang via Online-Software fallen etwa 60 Pfennig pro Message an.
Das Bildtelefon
Zur Zeit wird das Projekt ‚Einsatz von Bildtelefon für Gehörlose‘ durch die Universität Münster,
Fachbereich Psychologie, die Deutsche Telekom, Berkom und die Westfälischen Schule für
Gehörlose, Münster, durchgeführt. Das Bildtelefon bietet die Möglichkeit einer direkten
Verständigung mit Hilfe der Gebärdensprache, die auch bereits von jüngeren Kindern in der Regel
gut beherrscht wird und mit der sich Gehörlose untereinander gut verständigen können.
Es lässt sich bereits jetzt erkennen, dass es sich bei der Bildtelefonie um eine grundlegende
Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeiten gehörloser Personen handelt, die sehr gut und mit
großem Interesse aufgenommen wird.
Das Cochlear-Implantat
Das Cochlear-Implantat (CI) ist eine spezielle Hörhilfe, die es Gehörlosen und Ertaubten mittels
aufwändiger Elektronik ermöglicht, zu hören und besser zu kommunizieren. Das Cochlear
(=Innenohr) Implantat ist eine elektrisch betriebene Innenohr-Prothese, die die Funktion des
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
69
vollständig ausgefallenen Innenohrs, der häufigsten Form der Gehörlosigkeit, übernimmt. Damit ist
das Cochlear-Implantat die erste routinemäßig eingesetzte Sinnesprothese.
Abb.: Sprachprozessor mit Mikro und Sendespule
Abb.: Implantat mit Elektroden
Wie funktioniert ein CI?
Ein Richtungsmikrofon leitet die akustischen Informationen über ein Kabel zum Sprachprozessor,
der kleiner als ein Walkman ist. In diesem Gerät findet die Verarbeitung des Signals statt. Über die
Sendespule, die magnetisch an der Kopfhaut hält, wird die Information drahtlos zum Implantat
übertragen. Von dort gelangen die Signale gezielt
an die einzelnen Elektroden stimulierenden Hörnerven, so dass Töne wahrgenommen werden.
Ertaubte Erwachsene gewöhnen sich in der Regel
schnell an die neuen Höreindrücke und können
durch ein individuell angepasstes Hörtraining
Sprache wieder verstehen lernen. Das Kind muss
lernen, aus dem CI Nutzen zu ziehen. Es muss
lernen, Umweltgeräusche zu deuten, richtig
zuzuordnen. Vor allem aber steht die Erlangung
einer möglichst hohen Sprachkompetenz Sprache verstehen und Sprache einsetzen - im
Mittelpunkt. Trotz aller intensiver Hör- und Spracherziehung bleibt jedoch die individuelle
Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes von tragender Bedeutung. Die Eltern müssen
lernen, wie sie sich nach der Implantation ihrem Kind gegenüber verhalten. Sie sind die wichtigsten
Bezugspersonen und lernen, ihr Kind auf dem langen Weg zum Hören helfend zu begleiten.
Weitere Informationen: CIC-Software
3.4
Förderung von Kindern und Jugendlichen mit
geistiger Behinderung
Computer haben mittlerweile auch verstärkt Einzug in die Schulen für geistig behinderte
Schülerinnen und Schüler gehalten. Aufgrund zahlreicher Erfahrungsberichte kann man davon
ausgehen, dass auch diese Schülergruppe den Computer zu nutzen weiß und dass der Computer eine
sinnvolle Ergänzung des didaktischen und therapeutischen Ansatzes der Schule ausmacht.
Computerprogramme mit Werkzeugcharakter werden verstärkt im Unterricht erprobt und
eingesetzt. Es handelt sich dabei um folgende Programme:
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
70
Malwas für Windows
Das Programm bietet die einfachsten Malfunktionen an und ist sowohl mit der Maus als auch mit
einem Finger oder Kopfschreiber zu bedienen. Die Funktionen sind über große und klar erkennbare
Buttons am unteren Bildschirmrand aufrufbar, die zudem ein- und ausgeblendet werden können.
Die Mauszeiger (Cursor) verändern sich entsprechend den Abbildungen auf den Buttons.
MALWAS bietet die Möglichkeit, zwei unabhängige Fenster zu bearbeiten. Dadurch ergeben sich
weitere Spielideen für zwei Personen oder eine Option zum Vergleichen oder zum Vormachen.
Bauwas für Windows
Das Computerprogramm BAUWAS für Windows bietet im Medienverbund ergänzend die
Möglichkeit der computergestützten Konstruktion von Körpern sowie differenzierter
Präsentationsformen. Die einfachste Form der Konstruktion ist die Positionierung von Würfeln
durch Steuern des Cursors mit der Maus oder den Pfeiltasten auf eine gewünschte Position im
virtuellen dreidimensionalen Raum. Linker Mausklick bedeutet das Hinzufügen eines Würfels,
rechter Mausklick führt zum Entfernen eines Würfels. Schwieriger wird schon die Positionierung
des Cursors mit den Pfeiltasten oder durch Mausklick auf entsprechende Buttons mit
Richtungszuweisung.
Kaufwas
Das gemeinsame Frühstück ist ein wichtiges Ritual der Kommunikation in der Schule. Wird es zum
Unterrichtsgegenstand, so bieten sich vielfältige Handlungsanlässe. Das Computerprogramm
KAUFWAS kann geistig behinderte Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung der
Lebensmitteleinkäufe unterstützen, indem es die Kaufsituation simuliert.
Weitere Informationen: Softwaredokumentation (s.u.)
ProduPlan
ProduPlan ist eine Software, die den schulischen Einsatz von computergestützter Produktion in der
Werkstufe der Schule für Geistigbehinderte ermöglicht. Sie versetzt die Schülerinnen und Schüler
in die Lage, möglichst selbstständig eine CNC-Maschine (ISEL-Maschine) bedienen zu können und
damit zu produzieren.
Weitere Informationen siehe Kapitel 2, Baustein „Geräte und Maschinen steuern“
3.5
Förderung von Kindern und Jugendlichen mit sprachlichen
Beeinträchtigungen und Beeinträchtigungen beim Lernen
In der Schule für Sprachbehinderte ist der sprechende Computer von großer Förder-Wirksamkeit.
Sein Vorzug liegt in der Verknüpfung von Bild, geschriebener Sprache und gesprochener Sprache.
Dieses Medium kann im Klassenunterricht (etwa bei Artikulations- und Satzbautraining), in der
Freiarbeit sowie in individuellen Übungsphasen (etwa zur Lautdiskrimination oder bei der
Stammler-Therapie) Anwendung finden. Bei Wortanalysen und Wortbildung bietet der sprechende
Computer eine Vielfalt an Übungsformen.
Das Gerät trägt vor allem dem individuellen Lerntempo des Schülers Rechnung, denn er ist als
elektronischer Sprech- und Sprachpartner des jungen Menschen geduldig. Dieser bestimmt sein
Arbeitstempo selbst. Lehrerkontrolle vor den Mitschülern, die zu Sprachvermeidungsverhalten
führen kann, entfällt. Der Computer vollbringt also eine individuelle pädagogische Dienstleistung,
die die Lehrkraft für den einzelnen Schülerinnen und Schüler nicht zu leisten vermag.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
71
Folgende Programme halten in dieser Schulform verstärkt Einzug:
IBM-Sprechspiegel (s.o.)
AudioLog
AudioLog ist eine umfangreiche Sammlung von spielerischen Übungen am PC, das in der
Sensibilisierung der zentralen auditiven Funktionen, sowie der Perzeption, der Merkfähigkeit, der
Verarbeitung akustischer Sequenzen und der fonematischen Diskrimination erfolgreich eingesetzt
werden kann. Da AudioLog aus Modulen aufgebaut wurde, kann man für weitere Therapieinhalte
weitere Übungen in das vorhandene System integrieren. Solche Module werden laufend entwickelt
und für diejenigen, die das Grundpaket schon besitzen, als preisgünstige Erweiterungen zur Verfügung gestellt.
LingWare
Die Zielgruppe für die Sprachtherapie mit LingWare sind Patienten mit Sprachstörungen. Die
Übungen des Programms zielen darauf ab, ihre sprachliche und schriftliche Kommunikationsfähigkeit wiederherzustellen.
Im Rahmen einer bundesweiten multizentrischen Studie wurden in zehn Kliniken die
Therapieeffekte von LingWare untersucht. Die Ereignisse der durch Einzelfalluntersuchungen
untermauerten Studie zeigten signifikante Verbesserungen der Sprachleistungen aphasischer
Patienten. Der Einsatz von LingWare in der Therapie von Sprachentwicklungsstörungen,
Legasthenien und Hör-Sprachproblemen wurde erfolgreich getestet. Auf Seiten der Patienten und
Therapeuten traf LingWare von Anfang an auf große Akzeptanz.
MatheTrainer – Akalkulietherapie
Das vorliegende Programm „MatheTrainer“ unterstützt die Akalkulietherapie durch intensive
Arbeit in den verschiedenen Teilbereichen wie Zahlen und Zählen, Regeln zur Lösung von
Rechenaufgaben, Kurz- und Langzeitgedächtnis,
Weitere Informationen: Phoenix Software
3.6
Förderung von Kindern und Jugendlichen
durch Krankenhaus- und Hausunterricht
Für junge Menschen, die am Krankenbett unterrichtet werden, erweisen sich elektronische Medien
als Tor zur Außenwelt. Um auch bettlägerigen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten des
computerunterstützten Lernens zu eröffnen, ist eine Ausstattung mit tragbaren Computern (Notebooks) anzustreben.
Schülerinnen und Schüler, die in einer Schule für Kranke oder zu Hause unterrichtet werden,
verlieren während des oft mehrwöchigen stationären Aufenthalts den Kontakt zur Heimatschule.
Das bedeutet, dass diese Schüler sofort nach ihrer Gesundung die Schwierigkeiten, die mit der
Wiedereingliederung in eine Lerngruppe verbunden sein können, bewältigen müssen. Das Internet
kann diesen Schülern, von denen ein Teil zudem psychisch erkrankt ist, ermöglichen, den Kontakt
zur Klasse aufrechtzuerhalten und mehr am sozialen Geschehen in der Klasse teilzuhaben.
Vielleicht können auch Kommunikationsformen entwickelt werden, die es diesen Schülerinnen und
Schülern ermöglichen, online am Unterricht der Heimatschule teilzunehmen.
72
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Darüber hinaus können die Lehrkräfte der Heimatschulen mit den Lehrern der Schule für Kranke
die Unterrichtsinhalte schnell und flexibel abstimmen sowie Unterrichtsmaterialien übermitteln
bzw. austauschen.
Weitere Informationen: www.erlangen.com/erlangen/loschge/sfk/y003sfkv.htm
3.7
Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation - REHADAT
REHADAT ist ein Informationssystem zur Unterstützung der Integration von Behinderten in die
Arbeitswelt das mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung
durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln aufgebaut wurde. In insgesamt zehn Datenbanken
zu verschiedenen Themenbereichen der beruflichen Rehabilitation wird umfangreiches Informationsmaterial sowohl für die Fachleute auf dem Gebiet als auch für die Betroffenen zur Verfügung
gestellt.
Die Datenbank ist auf CD-ROM (DOS- und Windows-Version) mit halbjährlicher Aktualisierung
sowie im Internet verfügbar. Neben den Datenbanken bietet die Windows-Version zusätzlich die
dynamische Sprachumschaltung und über 5000 Querverweise (Hyperlinks) zur integrierten
Recherche über mehrere Datenbanken.
In der Datenbank „Technische Hilfsmittel“ sind mit mehr als 20.000 Produkten fast alle in
Deutschland erhältlichen Hilfsmittel für behinderte Menschen dokumentiert. Die Bereiche, für die
Hilfsmittel angeboten werden, erstrecken sich von Hilfen im Haushalt über Orthesen und Prothesen
bis hin zu behindertengerechten Maschinen und Werkzeugen. Alle Produkte sind mit Herstellerund Vertriebsadressen, Preisangaben, technischer Beschreibung und Hinweisen zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen dokumentiert.
Die Datenbank „Recht“ wird in Zusammenarbeit mit dem Informationssystem Juris erstellt und
enthält die wichtigsten Gesetze und Verordnungen auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation
und Integration behinderter Menschen in die Arbeitswelt. Hierzu zählen auch Urteile und
Entscheidungen zur Hilfsmittelversorgung und zum Kündigungsschutz Behinderter. Urteile und
Gesetze sind über Stichworte leicht auffindbar. Neben den Angaben über Gericht, Aktenzeichen,
Datum etc. erhält der Nutzer den offiziellen Leit- bzw. Orientierungssatz.
Die Datenbank „Adressen“ ist eine der größten Sammlungen relevanter Adressen für den gesamten
Rehabilitationsbereich und erleichtert die Kontaktaufnahme zu allen Stellen, die auf diesem Gebiet
weiterhelfen können. Schwerpunkt ist die berufliche und soziale Integration. Über diese Thematik
hinaus finden sich zahlreiche Adressen, die weiterführende Hilfe und Beratung bieten. So sind u.a.
die Bereiche Selbsthilfe, barrierefreies Bauen und Wohnen, rechtliche und medizinische Beratung,
behindertengerechtes Reisen und Hilfsmittelhersteller integriert.
Die Datenbank „Einrichtungen“ enthält das Programm der Einrichtungen zur beruflichen Aus- und
Weiterbildung behinderter Menschen, angefangen mit den Einrichtungen der medizinischberuflichen Rehabilitation (Phase II), über Berufbildungswerke (BBW), Berufsförderungswerke in
der Arbeitsgemeinschaft (BFW) und ähnliche Ausbildungseinrichtungen bis hin zu Spezialeinrichtungen. Neben den Anschriften der Einrichtungen erhält der Nutzer allgemeine Angaben
über das Anmelde- und Aufnahmeverfahren und über begleitende Leistungen. Außerdem werden
alle Ausbildungsberufe mit Ausbildungsdauer und Abschluss aufgeführt.
Die Datenbank „Literatur“ enthält eine über 10.000 Dokumente umfassende Literatursammlung
hauptsächlich zum Thema berufliche Rehabilitation und Integration. Neben den Schwerpunkten
Ausbildung, Arbeit und Beruf wird auch Literatur erfasst, die zusätzlich zu diesem Gebiet
weiterführende Information und Hilfestellung bietet.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
73
Die Datenbank „Medien“ enthält Informationen über audiovisuelle Medien zur Rehabilitation und
Integration behinderter Menschen in die Arbeitswelt sowie zur sozialer Rehabilitation. Aufgeführt
werden hauptsächlich Filme und Videos, die behinderte Menschen am Arbeitsplatz und in ihrem
Lebensalltag zeigen. Neben einer kurzen Inhaltsangabe erhält der Nutzer die Bezugsadresse und
Angaben über Laufzeit und Kosten.
Die „Seminardatenbank“ informiert über bundesweit stattfindende Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, die allen an der Rehabilitation Beteiligten Hilfe und Unterstützung in verschiedenen
Bereichen ihrer täglichen Arbeit bieten sollen.
Die weiteren Datenbanken informieren über „Praxisbeispiele“, „Forschung“ und „Werkstätten“.
Das Internetangebot wird ergänzt durch aktuelle Nachrichten zur beruflichen und sozialen
Rehabilitation.
Informationen: Institut der deutschen Wirtschaft Köln
www.rehadat.de
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
74
4 Nutzung des Internet in der Schule
4.1
Grundlagen
Der Computer speichert Texte, Zahlen, Grafiken etc. in digitaler Form (Daten). Diese Daten können
in kleinen Einheiten (Pakete) über Datenleitungen (z.B. Kabel, Telefonleitungen, Satellit, spezielle
Datenleitungen) von einem Computer zu einem anderen Computer übertragen werden. Dieser
Sachverhalt kann vereinfacht dargestellt werden und den Begriff und die Notwendigkeit des
Übertragungsprotokolls (besser Übertragungskontrolle) verständlich machen. Das
Übertragungsprotokoll (im Internet wird mit
der Protokollgruppe TCP/IP gearbeitet) gewährleistet das Erreichen des gewünschten
Zieles sowie die korrekte Wiederherstellung
der Daten am Zielort. Voraussetzung ist, dass
jeder beteiligte Computer eine eindeutige Adresse hat.
Begrenzte Netze mit der Struktur des Internet
werden als Intranet bezeichnet. Ein Intranet
ist innerhalb einer Schule mit vernetzten
aus PC-Magazin 10/98
Computern möglich, kann aber auch als
Verbund von Schulen eingerichtet werden und ermöglicht das kostengünstige und adressatenorientierte Publizieren von Informationen sowie elektronisches Kommunizieren im begrenzten Raum,
ohne ständig der endlosen Datenflut des Internet ausgesetzt zu sein.
Das Internet ist ein weltweites dezentrales Datennetz, das sich aus einer großen Zahl kleiner Netze
zusammensetzt. Im Internet sind verschiedene Kommunikations- bzw. Publikationstechniken,
sogenannte Dienste, realisiert. Die für die Schule wichtigsten Dienste sind das WorldWideWeb
(WWW) und E-Mail, in zweiter Linie die Newsgroups und das Chat.
Technische Voraussetzungen zur Nutzung von Online-Diensten bzw. des Internet
Um die Informationen des Internet nutzen zu können, muss ein Computer die hard- und softwaremäßigen (s.u.) Voraussetzungen in Form eines Modems oder einer ISDN-Erweiterungskarte
und der zugehörigen Funktions-Software erfüllen. Weiterhin erforderlich ist ein Partner, über den
man die Verbindung zwischen lokalem PC und dem Internet herstellen kann, einen Internet Service
Provider (ISP). Das sind im kommerziellen Bereich Anbieter, die den Zugang gegen Bezahlung
bereitstellen. Im nichtkommerziellen Bereich kann der Internetzugang für einen jeweils berechtigten Personenkreis über Universitäten, große Schulen, Institute und andere Einrichtungen, die mit
ihrem Computernetz mit dem Internet verbunden sind, realisiert werden. In beiden Fällen erfordert
die Nutzung des Internets von einem Einzelplatz-PC aus eine Telefonverbindung zum „Partner“,
weshalb für die Dauer der Verbindung Telefongebühren anfallen. Aus diesem Grunde ist es
wichtig, dass der Anbieter des Internetzugangs möglichst im City-Bereich erreichbar ist, um die
anfallenden Telefongebühren möglichst gering zu halten.
75
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Online-Dienste
T-Online, America Online (AOL) und Compuserve sind bundesweit agierende Online-Dienste mit
Internet-Zugang. Diese Online-Dienste bieten ein eigenes System an Informationsseiten. Ihre
Nutzung erfordert einen gebührenpflichtigen Zugang zu diesem Netz sowie ein besondere Software,
die der Anbieter zur Verfügung stellt. Neben den Informationsseiten des eigenen Systems bieten
alle genannten Online-Dienste auch einen Internetzugang mit Nutzung der wichtigsten InternetDienste an. Mittlerweile sind die Online-Dienste überall in Deutschland zum Ortstarif erreichbar.
Internet-by-call
Der Zugang zum Internet kann auch über eine Telefongesellschaft per Internet-by-call realisiert
werden. Viele Telefongesellschaften bieten diesen Dienst ohne vertragliche Bindung und ohne
vorherige Anmeldung an. Die Abrechnung der Verbindungs- und Zugangskosten erfolgt über die
Telefonrechnung. Da der Zugang technisch über das DFÜ-Netzwerk von Windows realisiert wird,
ist außer dem kostenlosen Browser (s.u.) keine zusätzliche Software erforderlich. Die Kosten
unterscheiden sich je nach Gesellschaft und ändern sich häufig. Eine genaue Nutzungsanalyse bietet
sich an und auch die Nutzung mehrerer Zugänge kann sich kostenmindernd auswirken.
Mit der Einwahl-Nr. 01019-01929 bietet z.B. der Netzbetreiber mobilcom bei freier Wahl von
Benutzername und Kennwort z.Z. ohne vorherige Anmeldung einen Internetzugang für 5 Pf pro
Minute (einschl. Telefongebühren) bei einem Minutentakt an.
4.2 Die wichtigsten Dienste im Internet
Informationssuche im WorldWideWeb
Der Browser
Im WorldWideWeb werden Informationsseiten publiziert, die im einfachsten Falle nur Text, meist
aber zusätzlich Grafiken, bewegte Objekte und auch Tondokumente enthalten. Weiterhin enthalten
die meisten WWW-Seiten Hyperlinks (Schaltflächen). Hyperlinks sind Verknüpfungen mit anderen
Zeile zur
Eingabe/Anzeige der
Internetadressse
Angezeigte Internetseite
Schaltflächen
(Hyperlinks)
Eingabezeile für die
Stichwortsuche
Seiten und oft nur dadurch erkennbar, dass der Mauszeiger die Form eines Zeigerfingers annimmt,
wenn er sich über einem Hyperlink befindet. Durch Anklicken eines Hyperlinks wird die mit der
Schaltfläche verknüpfte Seite übertragen und angezeigt. Das auf diese Weise mögliche häufige
Wechseln der Internetseite durch Anklicken von Hyperlinks bezeichnet man als Internet-Surfen.
76
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Das Erscheinungsbild sowie die Hyperlinks dieser Seiten wird mit besonderen Zeichen gesteuert,
den HTML-Befehlen (HTML: HypertextMarkupLanguage).
Um eine Internetseite auf dem eigenen PC sehen zu können müssen die Daten auf den eigenen PC
übertragen und die Seite auf dem Bildschirm dargestellt werden. Das Programm sucht beim
Anklicken eines Hyperlinks die gewünschte Seite im WWW, überträgt sie auf den Computer und
zeigt sie an. Ein solches Programm bezeichnet man als Browser.
Die verbreiteten aktuellen Browser sind Netscape Communicator und Microsoft Internet Explorer.
Beide sind für den nichtkommerziellen Bereich kostenlos verfügbar. Um eine WWW-Seite zu
sehen, muss im Browser ihre Internetadresse eingegeben werden. Eine Internetadresse hat folgende
Form:
http://www.web.de
http://bildung-rp.de
http://www.uni-trier.de
Die Eingabe von http:// ist bei den genannten Browsern nicht erforderlich.
Der Browser ermöglicht auch das Abschicken von E-Mails (s.u.) sowie das Übertragen dazu vorbereiteter Dateien auf den eigenen PC (Download). Die Adressen häufiger genutzter WWW-Seiten
können als Lesezeichen (Bookmarks, Favoriten) abgespeichert werden, wodurch das wiederholte
Eingeben der Adresse entfällt.
Seiten können sofort ausgedruckt werden und Texte über die Zwischenablage in andere Programme
übertragen werden (z.B. Textverarbeitung). Auch Grafiken, die auf WWW-Seiten abgebildet sind,
können durch Klicken der rechten Maustaste und Wählen des Befehls „Grafik speichern“ schnell
auf dem lokalen PC gespeichert und genutzt werden. Die neuesten Browser (z.B. Internet Explorer
5) ermöglichen auch das komplette Speichern einer Internetseite mit allen Elementen.
Suchhilfen
Die sehr große und kaum strukturierte Informationsfülle des Internet erfordert Werkzeuge und
Strategien, die gesuchte Information zu finden. Nur selten kennt man die Internetadresse mit der
gesuchten Informationen, ja häufig weiß man nicht, ob eine Information im Internet angeboten
wird. Bei der gezielten Suche nach Informationen sind die Suchmaschinen und Web-Verzeichnisse,
deren man sich kostenlos im Internet bedienen kann, eine wertvolle Hilfe.
Mit einem Web-Verzeichnis sucht man über
hierarchisch geordnete Sachgebiete den gewünschten Themenbereich und erhält dann eine Liste der
Seiten, die in dem Verzeichnis zum Thema
vorgefunden werden.
Eine Suchmaschine sucht zu einem Stichwort die
Webseiten, auf denen das Stichwort enthalten ist
und stellt eine Liste mit den entsprechenden Links
bereit. Die Links mit der höchsten Übereinstimmung mit dem Suchbegriff erscheinen oben auf
Abb.: Suchmaschine www.yahoo.de
der Ergebnisliste. Die erweiterte Suche ermöglicht
die logische Verknüpfung von Suchbegriffen mit Hilfe der Operatoren „und“ „oder“ „nicht“ und
damit gezieltes Suchen.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
77
Die Nutzung von Suchmaschinen und Webverzeichnissen ist der sinnvolle Weg, Informationen
ohne Kenntnis einer Internetadresse zu suchen. Ihr Einsatz vermindert Online-Kosten und
Frustrationen bei erfolgloser Informationssuche. Viele Suchmaschinen sind deutschsprachig und
können die Suche auf Deutschsprachige Seiten begrenzen. Aufgrund unterschiedlicher
Arbeitsweisen der verschiedenen Suchmaschinen können sich die Suchergebnisse etwa zu einem
Stichwort stark unterscheiden, weshalb die Nutzung mehrerer Suchmaschinen empfohlen wird.
Die Informationssuche im Internet ist eine komplexe Tätigkeit. Aus der Informationsfülle der Seiten
sind die für das Weiterkommen wichtigen Informationen zu finden, wozu auch eine gute
Lesefertigkeit erforderlich ist. Ein falscher Klick, nicht selten auf einen gut platzierten Werbelink,
führt zu einer nicht gewünschten Seite. Da zudem keineswegs in jedem Falle sicher ist, dass die
gesuchte Information im Internet zu finden ist, muss auch der ergebnislose Abbruch der Suche
einkalkuliert werden.
Hier eine Auflistung der wichtigsten deutschsprachigen Suchmaschinen:
www.excite.de
www.allesklar.de
www.yahoo.de
www.lycos.de
www.alta-vista.de
www.web.de
www.fireball.de
www.eule.de
www.blinde-kuh.de
www.infoseek.de
Suchdienste werden meist über Werbeeinblendungen finanziert.
Offline-Browser
Spezielle Zusatzprogramme (Offline-Browser) ermöglichen das Herunterladen kompletter WebPublikationen (die meist aus mehreren Seiten bestehen) mit den enthaltenen Verknüpfungen. Die
Seiten können dann ohne Verbindung zum Internet (offline) und somit ohne Leitungskosten genutzt
werden. Dies empfiehlt sich bei Seiten, die viel Text enthalten und bei Seiten, die Arbeitsaufgaben
wie Rätsel o.Ä. enthalten. Auch beim Arbeiten mit leseschwachen Schülerinnen und Schülern
empfiehlt sich der Einsatz ein Offline-Browsers.
Die neueste Browser-Generation ermöglicht bereits das Offline-Browsen mit vorher besuchten
Seiten.
Elektronische Post
E-Mail ist ein Dienst im Internet, der das Versenden elektronischer Briefe ermöglicht. Erforderlich
hierfür ist neben dem Internetzugang (s.o.) eine E-Mail-Adresse, die vom Provider zugeteilt wird
oder bei einem E-Mail-Dienstleister beantragt werden kann. Mit den meisten Browser kann ein EMail-Programm (E-Mail-Client) installiert werden, das Abschicken, Empfangen und Verwalten von
E-Mails ermöglicht. Eine abgeschickte E-Mail gelangt zunächst beim Provider des Adressaten in
eine Mailbox (auf dem E-Mail-Server) und kann dort vom Empfänger unter Nutzung eines
zugeteilten Passwortes abgeholt werden.
E-Mail-Dienste bieten kostenlos E-Mail-Adressen an. Mit einer solchen Adresse ist man nicht an
einen Provider gebunden, sondern kann seine Adresse bei einem eventuellen Providerwechsel
behalten. Zudem kann von jedem Browser auf das eigene Postfach zugegriffen werden, so dass man
78
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
von jedem PC mit Internet-Zugang Zugriff auf die erhaltenen E-Mail hat. (z.B. www.gmx.de,
www.topmail.de)
Einfache E-Mails enthalten nur Text, neuere E-Mail-Programme erlauben bereits aufwändiger
gestaltete elektronische Briefe. An eine E-Mail können eine oder mehrere Dateien angehängt
werden, die mit der E-Mail zum PC des Adressaten übertragen werden. Somit können per E-Mail
beliebige digitale Dokumente wie etwa Textverarbeitungsdateien, Grafiken, Tondokumente und
Videosequenzen von PC zu PC übertragen werden.
Gesprächsgruppen im Internet (Newsgroups)
Newsgroups sind thematische Gesprächsforen im Internet, in denen die Teilnehmer Textbeiträge an
die Newsgroup schicken, die dann im Forum veröffentlicht werden. Es gibt unmoderierte
Newsgroups, bei denen alle Beiträge unkontrolliert veröffentlicht werden und moderierte
Newsgroups, bei denen der Moderator entscheidet, welche Beiträge veröffentlicht werden.
Newsgroups arbeiten auf der Grundlage der E-Mail-Technik: Ein Teilnehmer schreibt eine E-Mail
und schickt diese übers Internet an alle Teilnehmer der Gruppe.
Newsgroups bieten eine interessante Perspektive für Lehrkräfte wie auch für Schülerinnen und
Schüler und werden in Zukunft hier eine Bedeutung erlangen, wenn die erforderlichen Strukturen
entwickelt sind.
Erstellen und Publizieren eigener WWW-Seiten
Web-Publishing ergänzt zunehmend die gebräuchlichen Medien wie Buch, Zeitschrift, Zeitung,
Diskette, CD-ROM, etc. Allen genannten Medien hat das Web-Publishing den Vorteil der größeren
Flexibilität und Aktualität, der weitaus geringeren
Kosten (bei vorhandener Infrastruktur) sowie der
unmittelbaren Nutzung von Inhalten durch den
Leser. Hinzu kommen Verbindungen zu anderen
Seiten (Links) sowie die schnelle Möglichkeit der
Rückmeldung und der Interaktivität. Diese Vorteile
ermöglichen per Internet auch Schulen interessante
Publikationsmöglichkeiten.
Mit Hilfe moderner Textverarbeitungsprogramme
oder bedienerfreundlicher Programme zur WebAbb.: Begrüßungsseite der Schloss-Schule Ludwigshafen
seitenerstellung können Internetseiten auch von
Schülerinnen und Schülern erstellt werden. Hierzu sind nur wenige Kenntnisse erforderlich, die
über die Grundfunktionen der Textverarbeitung hinausgehen. Zumindest können sie die Texte am
PC erfassen, die dann vom „Spezialisten“ in die Web-Seite aufgenommen werden. Besteht das
Internet-Projekt aus mehreren Seiten, so werden diese mit Hyperlinks miteinander verknüpft.
Navigationshilfen vereinfachen die Orientierung auf den oft aus vielen verknüpften Seiten
bestehenden Angeboten. Hierbei erfahren die Schülerinnen und Schüler unmittelbar die
Funktionsweise der Links auf den Web-Seiten.
Um die erstellten Seiten im Internet publizieren zu können, gibt es mehrere Möglichkeiten:
•
Steht der Schule ein eigener Internet-Server zur Verfügung, können die Seiten über diesen
publiziert werden. Hier sollte der Aspekt Kosten/personeller Aufwand – Nutzen kritisch in evtl.
Planungen einbezogen werden.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
•
79
Auf dem rheinland-pfälzischen Bildungsserver können Schulen ihre Webseiten publizieren.
Infos hierzu bei den Fachberatern oder der Redaktion des Landesbildungsservers
(bildung-rp.de)
•
•
Kostenlose Service-Dienste im Internet
Kommerzielle Internetanbieter (Provider) bieten ihren Kunden meist die Möglichkeit, in
begrenztem Umfang Web-Seiten über den Provider zu publizieren.
• Universitäten, Fachhochschulen, Gymnasien, Berufsschulen betreiben oft eigene Internetserver,
so dass sich hier Publikationswege ergeben können.
Informationen hierzu finden sich meist auf den Internetseiten dieser Server bzw. Anbieter.
Die Internet- sowie die E-Mail-Adressen der rheinland-pfälzischen Schulen sind auf der Schulliste
des Bildungsservers zu finden. Die Redaktion des Bildungsservers bittet darum, fehlende oder
geänderte Adressen mitzuteilen.
Tipps für den Unterricht
•
Homepage der Schule, der Klassen, der Computer-AG;
•
Info-Seite über Betriebspraktikum:
Schülerinnen und Schüler listen ihre Praktikumsberufe sowie die Betriebe auf; kurze
Erfahrungsberichte, Leser können per E-Mail bzw. Formulareingabe Inhalte ergänzen bzw.
Kommentare einbringen.
Rückmeldungen ehemaliger Schüler, die für aktuelle Schüler von Interesse sind.
•
•
Lehrkräfte: Arbeitsblätter zur Praktikumsmappe; rechtliche Informationen zum Praktikum,
Hinweise auf Informationsmaterial, Besprechung von Materialien, Ergänzungsmöglichkeiten
der Leser, Kooperationsangebote.
Weitere Themen für Info-Seiten
•
•
Tipps für Klassenfahrten (Ziele, Aktivitäten, Informationen)
Arbeitsgemeinschaften an Schulen
•
•
•
Projekte an Schulen (Vorstellen von Projekten, Erfahrungen, Materialien, Adressen)
Texte und Gedichte von Schülerinnen und Schülern, Schülerwitze
Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte
•
•
•
Sachtexte für den Unterricht, selbsterstellte Grafiken, kleine Lernprogramme
Gedichte in der Förderschule
Rätselseiten
4.3 Der Bildungsserver des Landes Rheinland-Pfalz
Unter der Internetadresse bildung-rp.de publiziert das Landesmedienzentrum im Auftrage der
Landesregierung Informationen zum Thema Bildung, Schule und Unterricht. Die Fortbildungsdatenbank enthält die Angebote der Lehrerfort- und -weiterbildungsinstitute des Landes.
Informationen zur Schulentwicklung, Qualitätssicherung und zum Unterricht bieten die
Serviceeinrichtungen LMZ, PZ, SIL und Schulpsychologischer Dienst (SpD) und u.a. auch die
Fachberater für Computer an Sonderschulen an. In Mailinglisten werden Informationen zu
bestimmten Themen per E-Mail publiziert und diskutiert. Mit der Mediendatenbank MIS (auch auf
CD-Rom verfügbar) kann im Katalog der Bildstellen recherchiert werden. Weiterhin bietet der
Bildungsserver Informationen zu schulischen Projekten, zu aktuellen pädagogischen Themen,
80
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Pressemitteilungen und Links zu anderen schulrelevanten Internetangeboten. In der Schulkurzliste
bzw. Schuldatenbank sind die wichtigsten Adressdaten aller rheinland-pfälzischen Schulen zu
finden, ggf. einschließlich E-Mail- und Internetadresse.
Die Sonderschulseiten (bildung-rp.de/LMZ/sonder.pht) bieten Informationen für die rheinlandpfälzischen Sonderschulen. Unter anderem finden Sie dort Tipps zu Lernsoftware sowie
ausgewählte Themen der Handreichungen mit zusätzlichen Informationen.
Webadressen zu pädagogischen Themen
Die nachstehenden Internet-Adressen bieten sich für Lehrkräfte als Ausgangspunkt der Suche nach
pädagogischen Informationen im Internet an. Hier finden sich meist auch Links zur Sonderpädagogik bzw. Sonderschulen.
www.zum.de
Die Zentrale für Unterrichtsmedien ist eine Lehrerinitiative mit einem sehr großen Angebot an
Informationen und Materialien für Schule und Unterricht.
dbs.schule.de
Der Deutsche Bildungsserver ist eine Einrichtung von Humboldt-Universität Berlin und DFNVerein (Deutsches Forschungsnetz) und publiziert Links zu Bildungsinstitutionen, pädagogischen
Projekten, Personen, Veranstaltungen, Verlagen etc. Die Informationen werden in einer Datenbank
verwaltet und können dort recherchiert werden.
www.schulweb.de
Das Schulweb ist ein Teil des Deutschen Bildungsservers. Links zu Bildungsservern, Schulen im
deutschsprachigen Raum, Schulprojekte, Chatadressen, Literaturinfos, Diskussionsforen etc.
www.san-ev.de
Umfassende administrative und pädagogische Informationen zu „Schulen ans Netz“ finden sich
unter diese Adresse.
www.schule.de
Das Offene Deutsche Schulnetz ist ein Angebot des Landesbildstelle Berlin.
Internetadressen von Bildungsservern einzelner Bundesländer
www.zs-augsburg.de
Bayern
Baden-Württemberg
lbs.bw.schule.de
Berlin
www.be.schule.de / www.labi.be.schule.de
Brandenburg
www.brandenburg.de/schulen
Bremen
www.bremen.schule.de
Hamburg
lbs.hh.schule.de
www.bildung.hessen.de
Hessen
Niedersachsen
nibis.ni.schule.de
Nordrhein-Westfalen
www.learn-line.nrw.de
Rheinland-Pfalz
bildung-rp.de
Sachsen
www.sn.schule.de
Schleswig-Holstein
www.sh.schule.de
Thüringen
www.th.schule.de
81
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
5 Programme für Lehrkräfte
5.1 Schulschriften
Schriften am Computer
Die Gestaltungsmöglichkeiten moderner Computerprogramme, ob Textverarbeitung, ob Grafikoder DTP-Programm, basieren erheblich auf der Verfügbarkeit von verschiedenen Schriftarten
(Fonts), die ohne Qualitätseinbußen in verschiedenen Größen am Bildschirm und am Drucker
ausgegeben werden können. Die unter Windows installierten Schriften können mit jeder WindowsTextverarbeitung oder einem Grafikprogramm benutzt werden.
Eine Computerschrift besteht aus einer Anzahl an Zeichen (Zeichensatz). Ein Teil der Zeichen ist
jeweils einer Taste oder Tastenkombination zugeordnet und kann somit per Tastatur eingegeben
werden. Die meisten Schriften enthalten mehr Zeichen, als über die Tastatur ausgegeben werden
können. Einen Überblick über die in einer Schriftart enthaltenen Zeichen kann man sich mit dem
Windows-Tools „Zeichentabelle” oder mit entsprechenden Hilfsprogrammen verschaffen. Jedem
verfügbaren Zeichen eines Zeichensatzes ist eine Zeichencode zugeordnet. Gibt man bei gedrückter
Alt-Taste den Zeichencode mit vorgestellter 0 (Eingabe mit dem Ziffernblock der Tastatur) ein,
wird das gewünschte Zeichen ausgegeben. So ist dem Zeichen · der Code Alt+0183 zugeordnet.
Dieses Zeichen, das in den Standardschriften enthalten ist, eignet sich gut als Multiplikationszeichen bei Mathematikaufgaben. Entsprechend bietet sich – als Subtraktionszeichen an. Diesem
Zeichen ist der Code Alt+0150 zugeordnet.
Kennt man den Zeichencode, so ist dies der schnellste Weg, ein Zeichen, das nicht über die Tastatur
aktiviert werden kann, einzugeben. Mit Hilfsprogrammen wie Typograph oder den ZARB-Makros
(s.u.) lassen sich Zeichentabellen ausdrucken, die auch die Zeichencodes aller Zeichen enthalten.
Zeichentabelle „TIMES NEW ROMAN“ (Zeichen, darunter der Zeichen-Code: Alt + 0__)
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Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
82
Schreibschriften
Bei den üblichen Computerschriften stehen die Einzelbuchstaben weitgehend unverbunden
hintereinander. Im Unterschied dazu handelt es sich bei den Schreibschriften um verbundene
Schriften, d.h. die benachbarten Buchstaben sind miteinander verbunden und das
genaue Aussehen eines Buchstabens kann sich abhängig vom nachfolgenden
Buchstaben verändern. Um Schreibschriften in hoher Darstellungsqualität erzeugen zu
können, müssen somit aufeinanderfolgende Buchstaben korrekt verbunden werden.
Das gelingt, indem entweder ein passendes Verbindungsstück eingesetzt wird oder ein
Buchstabe in mehreren Formen in der Schrift enthalten ist. Ein Zusatzprogramm analysiert beim
Schreiben die Buchstabenfolgen und stellt die erforderlichen Buchstabenverbindungen her.
Schulschriften
In den Schulen können folgende Schriften eingesetzt werden:
•
•
•
Lateinische Ausgangsschrift (LA)
Vereinfachte Ausgangsschrift (VA)
Schulausgangsschrift (SAS)
•
•
Druckschrift Hamburg (DH)
Druckschrift Bayern (DB)
Die Schriften können jeweils ohne Lineatur, mit Grundlinie, mit zwei und mit vier Hilfslinien
erstellt werden. Punkteschriften zeigen die Buchstaben in gepunkteter Linie, die dann nachgespurt
werden kann. Bei Umrissschriften sind nur die Außenlinien der Buchstaben sichtbar. Bei starker
Vergrößerung bieten sich diese Buchstaben u.a. zum Ausmalen an.
Da alle Schriften skalierbar und mit Farbdruckern auch farbig ausgedruckt werden können, ergibt
sich für den Schulalltag ein sehr breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten.
Beispieltabelle Schulschriften
Lateinische
Ausgangsschrift
LA
Vereinfachte
Ausgangsschrift
VA
Schulausgangsschrift
SAS
Druckschrift
Hamburg
DH
Druckschrift
Bayern
DB
Ohne Lineatur
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Schule
Schule
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6FKULIW
Mit Grundlinie
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4AFSJC
Schule
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Schule
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6FKULIW
4YAFSJC
4AFSJC
Schule
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6FKULIW
Punkteschrift
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Schule
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6EJTKHV
Umrissschrift
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Schule
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6FKULIW
Mit zwei
Hilfslinien
Mit vier
Hilfslinien
Schulschriften werden als Schriftengruppen oder als Gesamtpaket angeboten. Sie enthalten die
Schriften stets mit den gebräuchlichen Lineaturen sowie ohne Linien. Schulschriften werden
angeboten von:
Will-Software
Gesamtpaket: LA, VA, SAS, DH, DB, Punktschriften, Umriss-Schriften,
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
83
Eugen Traeger Lernsoftware
Einzelpakete zu LA, VA, SAS jeweils mit Druckschriften
Punkteschriften zu jeweils einer Schreibschrift
Eurocomp
Einzelpakete zu LA, VA und SAS mit Druckschriften und Umriss-Schriften
Medienwerkstatt Mühlacker
Einzelpakete zu LA, VA und SAS mit Druckschriften und Umriss-Schriften
Pakete mit Mathe- oder/und Päd. Piktogrammen (s.u.)
Auer-Verlag
Gesamtpaket mit allen Grundschulschriften
Schulpiktogramme
Schulpiktogramme sind ebenfalls Zeichensätze, allerdings handelt es sich hierbei im Gegensatz zu
den Schriftzeichen der normalen Schriftarten um kleine Grafiken oder Symbole. Vergleichbare
Zeichensätze sind als „Wingdings” und „Symbol” bereits in Windows enthalten.
Die Schulpiktogramme bestehen meist aus mehreren thematischen Zeichensätzen. Die Zeichen
können wie bei der Schriftart über die Tastatur aufgerufen werden. Da die Tastenzuordnung jedoch
nicht erkennbar ist, ist auch hier für ein sinnvolles Arbeiten das Tool „Zeichentabelle”
empfehlenswert. Bei intensiver Nutzung der Symbolzeichensätze ist das Ausdrucken einer
Zeichentabelle ratsam, mit deren Hilfe man die gewünschten Zeichen über die zugehörige Taste
oder aber den Zeichencode (Alt + 0__) sehr schnell aufrufen kann.
Schulpiktogramme werden zu vielen Themenbereichen angeboten:
-
-
-
verschiedene Anlautgruppen
Buchstaben in Bausteinen, die am Bildschirm aneinander gefügt werden können, Ziffern in
Kästchen ( )
Rahmenschriften
Balken- oder Kästchenschriften mit Ober- und Unterlängen (6EJWNG)(6EJWNG)
Mathematische Zeichensätze (Anzahlen, Brüche, geometrische Figuren, Mengenzeichen,
Zahlenstrahlteile, Geldmünzen, Uhren, Kreissegmente)
Schulbezogene Piktogramme (Bsp. siehe nachfolgende Tabelle)
Rätselschriften
Namenwörter
Tunwörter
Verkehrszeichen
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
84
Beispiel: Piktogramme „Schule“ (Will-Software)
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Die Einsatzmöglichkeiten von Schulpiktogrammen sind äußerst vielfältig. Sie können u.a.
eingesetzt werden zur grafischen Gestaltung von Arbeitsmitteln, zur visuellen Unterstützung von
Arbeitsaufträgen, zum Darstellen mathematischer Aufgaben, zur Gestaltung von Einladungen,
Karten, Broschüren etc., zur Gestaltung des Wochen- bzw. Freiarbeitsplans, zur Erstellung von
Rätseln.
Hinweis: Meist werden die Schriften und Piktogramme als Einzel- und als Schullizenz angeboten. Bei einer
Schullizenz können alle Lehrkräfte der Schule die Software nutzen. Die Schullizenz kostet meist weniger als
drei Einzellizenzen, so dass die Anschaffung der Schullizenz empfehlenswert ist. Sie fördert auch die
Kontinuität der pädagogischen Arbeit innerhalb der Schule.
Anbieter von Schulpiktogrammen
Eugen Traeger Lernsoftware
Bilderfonts Hauptwörter, Tun-Wörter, Mathe-Fonts
Medienwerkstatt Mühlacker
Pädagogische Fonts (ca. 20 Zeichensätze), Mathe-Fonts (4 Zeichensätze mit verschiedenen
Themengruppen)
Will-Software
Gesamtpaket mit ca. 80 Zeichensätzen
5.2
Programme zur Erstellung von Arbeitsblättern am Computer
•
•
•
Arbeitsblätter am Computer (Auer)
Primtext (Klett)
Werkstatt-Reihe (westermann multimedia)
•
•
Textassistent (Nestle)
EuroText (Eurocomp)
„Arbeitsblätter am Computer“
Dieses Programm wird auf CD-Rom in mehreren Versionen vertrieben. Jedes Produkt enthält neben
der Software zur Erstellung von Arbeitsblättern jeweils eine Anzahl an fertigen Arbeitsblättern und
eine Vielzahl an Grafiken zu einem Themenschwerpunkt (z.B. Deutsch 3, Mathematik 5/6,
Sachunterricht). Die Arbeitsblatt-Software selbst ist dabei jeweils identisch. Lediglich die
mitgelieferten Arbeitsblätter und die Grafiken unterscheiden sich.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
85
Das Auer-Arbeitsblatt-Programm verwaltet stets zwei Versionen eines Arbeitsblattes:
das Arbeitsblatt für den Schüler
das Lösungsblatt (für den Lehrer)
Zusätzlich wird ein Notizblatt zur Eingabe von Anmerkungen, Kommentaren etc. angelegt.
-
Ein Arbeitsblatt besteht aus Objekten. Objekte sind u.a. Textfelder, Schreiblinien,
geometrische Formen wie Linien, Linienzüge, Rechtecke, Kreise, Vielecken, Bilder,
Gestaltungsobjekte wie Sprechblasen, Schmuckrahmen, Rechenkästchen und weitere
schulbezogene Elemente.
Ein Objekt wird zunächst auf der Hilfsmittelpalette (Abb.) ausgewählt und dann mit
der Maus auf der Arbeitsfläche aufgezogen. Größe und Position können jederzeit
verändert werden.
Wird ein Objekt auf dem Arbeitsblatt erstellt, wird es ebenso auf dem Lehrerblatt
angelegt. Alle Manipulationen an diesem Objekt werden ebenfalls auf das jeweils
andere Blatt übertragen. Zu einem Objekt kann jedoch festgelegt werden, dass es auf
einem der Blätter unsichtbar sein soll.
Textfelder, Vario-Textfelder und Bild+Text-Bausteine
Textfelder sind Rechtecke, die Text aufnehmen können. Der Text kann vor oder nach der Eingabe
formatiert werden, wobei die auf dem PC verfügbaren Windows-Schriften eingesetzt werden
können. Wird die Form des Textfeldes verändert, passt sich der Zeilenumbruch der neuen Zeilenlänge an.
Eine besondere Form der Textfelder sind die Vario-Textfelder. Ein solches Textfeld wird zunächst
auf dem Lösungsblatt angelegt, dann eine Kopie auf das Arbeitsblatt übertragen. Die Änderungen,
die im Text danach auf dem Aufgabenblatt ausgeführt werden, werden nicht auf das Lösungsblatt
übernommen. So kann z.B. aus einem Text manuell ein Lückentext erzeugt werden und das
Lösungsblatt enthält den vollständigen „Ur“-Text.
Bild+Text-Bausteine sind grafische Elemente, die ebenfalls Text aufnehmen können
(z.B. Sprechblasen, Merkkästen, Grafische Nummerierung, etc.).
Aufgabengenerator
Ein Aufgabengenerator erzeugt weitgehend automatisch eine Reihe von Aufgabentypen für Deutsch
und Mathematik. Bei so erzeugten Aufgaben wird die Lösung jeweils auf dem Lösungsblatt
angezeigt.
Folgende Aufgabentypen können zum Fach Deutsch erstellt werden:
•
•
•
Anlautschrift
Zu einem Wort werden die zugehörigen Anlautbilder gesucht und mit einem Eingabefeld für
den Buchstaben auf dem Arbeitsblatt angeordnet.
Räselschrift
Die Buchstaben eines Wortes werden durch senkrechte Balken oder Kästchen ersetzt, die Oberund Unterlängen der Buchstaben erkennen lassen.
Wortaufbau
Zu einem Wort werden Kästchenreihen erzeugt, mit denen das Wort buchstabenweise aufgebaut
werden kann.
86
•
•
•
•
•
•
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Lückentext
Mit diesem Werkzeug können Zeichen in Wörtern durch Lücken ersetzt werden. Die Lücken
können per Zufall erzeugt werden, oder es können ausgewählte Zeichen ersetzt werden.
Bandwurmwörter (Abb.)
Der letzte Buchstabe des ersten Wortes ist gleichzeitig der erste Buchstabe des darauf folgenden Wortes.
Buchstabenketten
Zwischen die Lernwörter werden zufällig ausgewählte Buchstaben gesetzt.
Purzeltext und Purzelwörter
Die Buchstabenabfolge eines Wortes oder die Wörterabfolge eines
Satzes wird verstellt.
Silbenrätsel
Erstellen silbenbezogener Übungen mit den Lernwörtern.
Wort-Bild-Zuordnungen (Abb.)
Zum Bild muss das Wort geschrieben werden, das in einem anderen
Textfeld angezeigt werden kann.
Mathematische Aufgabentypen
•
Addition / Subtraktion / Multiplikation / Division
Hier sind etwa bei der Addition mündlich und schriftlich zu bearbeitende
Aufgaben möglich. Bei schriftlichen Aufgaben kann der Stellenwert mit
angezeigt werden. Wählbar ist die Anzahl der Summanden sowie der
Zahlbereich von Summanden und Summe, ob ein Summand oder die
Summe errechnet werden soll und die möglichen Zehnerübergänge.
•
Turmaufgaben / Kelleraufgaben
Bei diesen Aufgabentypen handelt es
sich um Rechenpyramiden. Turmaufgaben
werden von unten nach oben als Additionsoder Multiplikationsaufgaben bearbeitet.
Kelleraufgaben von oben nach unten als
Subtraktions- oder Divisionsaufgaben.
•
Geheimschrift
Hier wird jeder Ziffer ein Buchstabe zugeordnet. Die richtig gelösten Aufgaben ergeben das
Lösungswort.
Magische Quadrate
Magische Quadrate mit 9, 16 oder 25 Kästchen werden erzeugt. Sie können die Größe des
Quadrates sowie die anzuzeigenden Zahlen festlegen.
Puzzle
Additions- oder Subtraktionsaufgaben werden gelöst und die Lösung durch Auflegen oder –
kleben von Puzzleteilen auf die Aufgabenfelder überprüft.
•
•
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
87
Bausteine
•
Zeichensätze (Schulpiktogramme)
sind grafische Objekte, die wie Schriftzeichen verwendet werden und so vor allem innerhalb
von Texten Einsatz finden.
• Sonderzeichen (Pfeile und Klammern)
sind ebenfalls grafische Objekte, die jedoch als eigenständige Grafiken verwaltet werden und so
beliebig auf dem Blatt positioniert werden können.
• Mathematische Bausteine
sind einfache Körper in räumlicher Ansicht sowie Netzbilder, Rechenbäume, Modelle zur
Bruchdarstellung sowie Rechenketten.
Eine Diagrammfunktion, ein Tabellengenerator, ein Modul zur Erstellung von Kreuzworträtselfeldern sowie eine Reihe von Rahmenbausteinen komplettieren die Objektvielfalt. Die OLEFunktion ermöglicht zudem den einfachen Import von Objekten, die mit anderen WindowsProgrammen erstellt wurden, die diese Funktion unterstützen. Eigene Grafiken können in das
Dokument aufgenommen werden. Verschiedene Lineaturen können als Schreiblinien angelegt,
jedoch nicht im Programm beschrieben werden (nicht editierbar).
Dokumentenverwaltung
Zu einem erstellten Arbeitsblatt können Suchbegriffe gespeichert werden, anhand derer das Blatt
später gesucht werden kann. Das Programm hat ebenfalls eine Volltextsuche, die alle gespeicherten
Arbeitsblätter daraufhin untersucht, ob ein Begriff in einem Textfeld des Blattes enthalten ist.
Wörter- und Bilderdatenbank
Das Wörterlexikon enthält mehr als 1000 Wörter, die nach verschiedenen Kategorien (Jahrgangsstufen 1–4, Wortarten, Rechtschreibschwerpunkte, Sachthemen) gefiltert werden können. Die gewünschten Wörter werden in die aktuelle Liste aufgenommen und dann bei der Aufgabenerstellung
genutzt. Die Bilderdatenbank verwaltet zu einem Teil der Wörter Bilder, die beim Aufgabentypen
Wort-Bild-Zuordnung eingesetzt werden und als Einzelgrafiken genutzt werden können. Eine
Erweiterung der beiden Datenbanken durch den Nutzer sieht das Programm nicht vor.
Der große Vorteil dieser Programme liegt in der schnellen Verfügbarkeit von fertig gestalteten
Elementen, die in Arbeitsblättern häufig eingesetzt werden. Die Programme sind in ihrer Funktionen gegenüber aktuellen Textverarbeitungsprogrammen erheblich eingeschränkt. So sucht man bei
dem vorgestellten Programm die praktischen Absatzformate vergebens. Formatierungen sind nur
über direkte Zuweisung von Zeichen- und Absatzformaten möglich. Wer jedoch den gebotenen
Rahmen an Werkzeugen und Objekten akzeptiert, dem steht ein vielseitiges, ökonomisches
Werkzeug für die tägliche Unterrichtsvorbereitung zur Verfügung.
ZARB-Makros für Word für Windows
Makros sind Befehlsfolgen, die gespeichert werden und bei Aufruf selbstständig ausgeführt werden.
So können Sie in WORD ein Makro aufzeichnen und speichern, das Ihren Briefkopf erstellt. Mittels
Starten des Makros erstellt das Programm in wenigen Sekunden Ihren Briefkopf. Mit einer
eingebauten Programmiersprache lassen sich Makros noch komfortabler und leistungsfähiger
gestalten. (Übrigens auch eine Funktion, die die Arbeitsblatt-Programme nicht haben.)
88
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Die Makro-Sammlung ZARB-Makros besteht aus 40 Makros, mit deren Hilfe man textorientierte
Aufgaben für den Unterricht erstellen kann. Die Makros sind ausschließlich mit den Programmen
Word für Windows in der Version 6.0/7.0 sowie 8.0 einsetzbar.
Hier ein Überblick über die wichtigsten angebotenen Übungen:
•
•
•
•
•
•
•
Ersetzen bestimmter oder selbstgewählter Buchstaben oder Buchstabengruppen durch
Leerzeichen (z.B. alle Vokale, alle Konsonanten, Diphtonge, Doppelkonsonanten,
selbstgewählte Buchstaben oder Buchstabengruppen).
Erzeugen von Lückentexten
(ieD)___ Frösche
Lückenwörter können einzeln ausgewählt werden, aus einer
(dun)___ Kröten
gespeicherten Wortliste erstellt werden oder aus den fett
(ehabn)_____ die
(lktea)_____
formatierten Wörtern eines Textes erzeugt werden. Die
Jahreszeit in
Lückenwörter können den Lücken als Schüttelwörter
(trnreasteWri)
vorangestellt (Abb.) werden, sowie am Textende sortiert oder
unsortiert angefügt werden.
Die Länge der Lücken können einheitlich sein, der Anzahl der Buchstaben entsprechen oder
durch gesperrten Druck der Unterstriche die Buchstabenzahl erkennbar machen.
Übungstabellen zur Beugung starker Verben
1
Erstellen von Aufgaben mit Auswahl-Antworten (multiple choice).
Erzeugen von Wortlisten aus den fett formatierten Wörtern eines
Textes. Die Wortliste wird gespeichert und kann u.a. zur Erstellung
von Lückentexten, Rätseln, o.Ä. genutzt werden.
Erzeugen von Zeichensatztabellen zu Windows-Schriften (was bei
den Schulpiktogrammen besonders hilfreich ist; Beispiel siehe dort)
Erstellen von Kopfleisten für Arbeitsblätter.
•
2
3
4
5
6
Waagerecht:
1. Quellfluss der Weser
2. Linksseitiger Nebenfluss des
Rheins
3. Nebenfluss der Elbe
4. Fluss, der in die Nordsee
mündet
5. Fluss in Rheinland-Pfalz
6. Rechtsseitiger Nebenfluss des
Rheins
Senkrecht:
Das ist bei allen dabei!
Erstellen von Rätseln: Kreuzworträtsel (Abb.), aus Wortlisten oder
Worteingabe, Kammrätsel, Wortsuchrätsel
• Kodieren von Texten mittels Buchstabe-Zahl-Zuordnung oder
Rotations-Kodierverfahren als Geheimsprache.
• Wort, Satz oder Text wird rückwärts angeordnet.
• Anagramm: Die Buchstabenfolge eines Wortes wird durcheinander
geschüttelt.
• Satz schütteln: Die Wortfolge eines Satzes wird durcheinander geschüttelt.
• Text schütteln: Die Satzfolge eines Textes wird durcheinander geschüttelt und in einer
Sortiertabelle ausgegeben.
• Ein Text wird in Großbuchstaben bzw. in Kleinbuchstaben umgewandelt.
• Schlangentext: Der Text wird ohne Leerstellen und/oder ohne Satzzeichen ausgegeben.
Beim Einsatz der Makros steht zur weiteren Bearbeitung die volle Funktionalität der leistungsfähigen Textverarbeitung uneingeschränkt zur Verfügung. Ebenso kann man die erstellten Übungen
meist über die Windows-Zwischenablage in andere Dokumente übertragen.
Die Makrosammlung ist ein sehr hilfreiches Werkzeug für Anwender, die viele Dokumente mit
WinWord erstellen und nicht auf die Funktionen der Textverarbeitung verzichten möchten. Die
Zarb-Makros sind für sie eine sehr wertvolle Bereicherung ihrer Arbeitsumgebung.
Anbieter: Hans Zybura (s. Anhang)
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
89
6 Hard- und Softwareausstattung
Vorbemerkungen
Die Vielfältigkeit der Sonderschulformen und die unterschiedlichen Größen von Sonderschulen
erschweren allgemein gültige Aussagen zu deren Ausstattung mit Hard- und Software, da die
verschiedenen Sonderschulformen zudem einen spezifischen Bedarf an zusätzlichen Geräten oder
spezieller Software haben. So wird eine Schule für Körperbehinderte andere spezifische Soft- und
Hardware einsetzen als eine Förderschule, eine Schule für Blinde und Sehbehinderte wiederum
andere als eine Schule für Sprachbehinderte (vgl. Kapitel 3).
Sonderschulen als Stammschulen für integrierte Fördermaßnahmen sollten darüber hinaus die
Chancen eines Computereinsatzes bei der Förderung von Schülerinnen und Schülern
berücksichtigen.
Den Schulen sollte deshalb bei bevorstehenden Anschaffungen klar sein, wie die Computer genutzt
werden sollen bzw. welche Ziele mit dem Einsatz erreicht werden sollen. Der Computereinsatz hat
Auswirkungen auf den Unterricht und wirft eine Reihe von pädagogischen und didaktischen Fragen
auf.
Durch die zunehmende Ausstattung mit Computern entsteht an den Schulen ein nicht zu
unterschätzender Betreuungsbedarf. Die Einrichtung und Pflege der Systeme, das Installieren neuer
Software, Vorsorge vor Computerviren bzw. deren Bekämpfung, sowie die Behebung von
Problemen, die durch Fehlbedienung der Nutzer bzw. durch Eingriffe ins Betriebssystem
aufgetreten sind, erfordern einen erheblichen Zeitaufwand.
Aus diesen Gründen sollte bei umfangreicheren Neuanschaffungen immer eine Rücksprache mit
den Fachberatern oder den Kollegen, an deren Schulen bereits Computer eingesetzt werden,
erfolgen. Dabei ist auch zu überlegen, durch welche Maßnahmen eine möglichst effektive
Betreuung, z.B. bei Virenvorsorge, Software zur Sicherung des Betriebssystems, Zugangsbeschränkungen für Personengruppen, Vernetzung gewährleistet werden kann.
Eine sehr fundierte Planungshilfe bietet die Schrift „Informationstechnologie - Planer für Schulen“
von der Forschungsgruppe Telekommunikation der Universität Bremen. Hier werden unter dem
Leitziel des „Integrierten Technikeinsatzes“ verschiedene (netzorientierte) Ausstattungskonzepte
mit Umsetzungshilfen und Kostenschätzungen vorgestellt. Ein beigefügtes Kalkulationsprogramm
hilft bei der Kostenermittlung vor Ort.1
6.1 Ausstattungsempfehlungen
Aufgrund der schnellen Entwicklung, insbesondere auf dem Hardware-Sektor, können
Empfehlungen für diesen Bereich immer nur für einen begrenzten Zeitraum gelten und deshalb nur
einen vorläufigen Charakter haben. Bei Neuanschaffungen heute (z.Z. Dezember 99) könnte in etwa
folgende Konfiguration empfohlen werden:
Schülerarbeitsplatz
-
1
Geräte mit Prozessoren ab 400 MHz und höher
Arbeitsspeicher mindestens 32 MB
Breiter, A: InformationsTechnologie-Planer für Schulen, Gütersloh 1999
90
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Festplatte mit einer Kapazität von mindestens 6 GB
Grafikkarte mit mindestens 8 MB Videospeicher
CD-ROM Laufwerk mit einer mindestens 40-facher Lesegeschwindigkeit
16-bit Soundkarte
Lautsprecherboxen und Köpfhörer
17" Farbbildschirm
Tintenstrahl- oder Laserdrucker
Grundsätzlich sollte ein Computer multimedia-tauglich (vgl. Teilkapitel 2.4) sein. Zumindest ein
Computer sollte über einen Internetzugang verfügen.
-
Leasingverträge zur Anschaffung nicht nur von neuen Computern werden von vielen Firmen
angeboten und bieten einige Vorteile, wie z.B. technische Betreuung, Garantieleistungen usw. Der
Sachkostenträger ist dabei in der Regel der Vertragspartner. Vor dem Zuschlag für eine Firma
sollten mehrere Angebote zum Vergleich eingeholt werden.
Als ein Ausstattungsziel erscheint es wünschenswert, dass mindestens für je fünf Schüler ein
Computer vorhanden ist. Mehrere Computer im Klassensaal können über eine Druckerweiche einen
Drucker (Tintenstrahldrucker oder Laser) ansteuern. Sowohl die Bestückung der Klassenzimmer
mit Computern als auch die Einrichtung einer Computerwerkstatt sind sinnvoll. Unkomplizierter ist
eine sukzessive Ausstattung der Klassen. Bei Schulneubauten sollten die Vorschläge der Schulneubaurichtlinien zur Ausstattung einer Computerwerkstatt und die gleichzeitige bzw. zukünftige
Vernetzungsmöglichkeiten in die Klassenräume, Bibliotheken und Fachräume, zur Verwaltung,
zum Lehrerzimmer u.Ä. berücksichtigt werden. Optimal ist eine Kombination aus Computerwerkstatt und Einzelgeräten in den Klassenräumen, die alle miteinander vernetzt sind.
Zusatzausstattung
An jeder Sonderschule sollte zudem wenigstens ein großer Bildschirm mit 19" bzw. 21" Bildschirmdiagonale zu Demonstrationszwecken, ein Flachbett-Scanner und ein hochwertiger Farbdrucker vorhanden sein. Zum Erstellen von Sicherungskopien wertvoller CD-ROMs ist ein CDBrenner erforderlich.
Wünschenswert ist auch die Anschaffung eines Overhead-Displays oder eines Daten-Projektors.
(Beamer) zur großformatigen Projektion des Bildschirminhalts. Damit können Programme, Präsentationen, Internetseiten etc. größeren Personengruppen vorgeführt werden.
Bedacht werden sollte auch die Anschaffung einer digitalen Fotokamera und/oder einer digitalen
Videokamera zur Bearbeitung von Bildern und Videos sowie der entsprechenden Geräte zum
Schneiden inklusive der notwendigen Software zur Bild- bzw. Filmbearbeitung. Eine Digitalkamera
ist vor allem für Schulen interessant, die häufiger Fotos im Internet publizieren bzw.
Computerpräsentationen erstellen.
Einige computergesteuerte Funktionsmodelle und Arbeitsmaschinen, die über ein Interface zu
steuern sind, sollten ebenfalls zur Ausstattung gehören, um die Anforderungen der Lehrpläne, hier
insbesondere im Fach Arbeitslehre, umsetzen zu können (vgl. Kapitel 2: Baustein Geräte und
Maschinen steuern)
Für jede Sonderschulform, wie z.B. der Seh- oder Körperbehindertenschule, ergeben sich darüber
hinaus zusätzliche Anschaffungen, die zur Kompensation von Behinderungen sinnvoll, wenn nicht
unumgänglich sind. Eine Auflistung würde den Rahmen dieser Darstellung jedoch sprengen.
Dessen ungeachtet bleiben diese Schulen aufgefordert den Markt (vgl. Kapitel 3) ständig zu
91
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
beobachten, um sich über Neue Technologien, mit der sie ihre Schülerinnen und Schüler besser
fördern können, zu informieren.
Vernetzung
Die Vernetzung von Computern – bei den anderen Schularten längst Standard –, muss auch in
Sonderschulen in die Planungen einbezogen werden. Dies gilt bei Neuausstattungen ebenso wie bei
sukzessiver Anschaffung einzelner PCs und der Weiterentwicklung vorhandener Ausstattungen.
Dabei ist die Vernetzung nicht auf einen Raum beschränkt, sondern die Netzwerkstruktur sollte in
jedem Klassen-/Gruppenraum mindestens einen Anschluss an des schulische Computernetz
bereitstellen. Bei Neubauten und umfangreicheren Schulrenovierungen müssen deshalb die
technischen Voraussetzungen für ein schulinternes Computernetz in Form von Datenleitungen
geschaffen werden.
Netzwerktypen
Die einfachste Form eines Computernetzes ist ein Peer-to-Peer-Netz. Hier sind die angeschlossenen
PCs mittels Netzwerkkarte und Netzkabel miteinander verbunden. Jeder PC kann dann seine
Ressourcen wie Laufwerke, Verzeichnisse bzw. Drucker den angeschlossenen PCs zugänglich
machen. Die effektive Vernetzung mit Twisted Pair Kabel
erfordert für jeden PC eine Netzwerkkarte sowie einen
Sternverteiler (Hub) und die benötigte Anzahl an Netzwerkkabel. Die Netzwerksoftware ist Bestandteil von Windows95/98/NT, wird allerdings bei der Standardinstallation
nicht eingerichtet. Die Vorteile des kostengünstigen Netzes
bestehen in der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen
(Drucker, Datenlaufwerke wie CD-Rom) sowie der ökonomischen Wartung der einzelnen PCs, indem Daten oder
Programme z.B. übers Netz von einem PC auf alle anderen PCs
aufgespielt oder von einem Arbeitsplatz aus installiert werden
können. Eine höhere Absicherung und Zugangskontrolle ist mit dem Einsatz zusätzlicher Software
(z.B. WinSecure) möglich. Wird ein angeschlossener (älterer) Computer nur als „Server“ genutzt,
kann bereits eine bessere Zugangskontrolle zu Ressourcen und z.B. die passwortgeschützte
Bereitstellung von Speicherressourcen für Schülerinnen und Schüler bzw. Schülergruppen realisiert
werden. Mit kostenloser Zusatzsoftware (PegasusMail) kann innerhalb des Netzes ein lokales EMail-System eingerichtet werden. Ein Peer-to-Peer-Netz kann auch sukzessive mit vorhandenen
PCs aufgebaut werden. Die Sachkosten belaufen sich für eine Vernetzung von 8 PCs auf ca. 650
DM.
Beim Client-Server-Netz stellt ein zentraler Computer (Server)
den angeschlossenen Arbeitsplätzen (Clients) Ressourcen wie
Drucker, CD-ROM-Laufwerk, Speicherplatz und Programme
zur Verfügung. Der Server benötigt ein Netzwerkbetriebssystem
wie Novell, Windows NT oder Linux. Auf der Client-Seite kann
auch Windows 95/98 zum Einsatz kommen. Ein Client-ServerNetz bietet hinsichtlich der Benutzerkontrolle die Möglichkeit
der Erstellung individueller Benutzerprofile, um bestimmten
Gruppen bzw. einzelnen Schülerinnen und Schülern bestimmte
Programme und Ressourcen zugänglich zu machen. Die Kosten
Server
92
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
des Client-Server-Netzes sind wesentlich höher als beim Peer-to-Peer-Netz. Der Server kann nicht
als Arbeitsplatz genutzt werden und benötigt das u.U. recht teure Netzwerkbetriebssystem. Die
effektive Nutzung des Netzes erfordert eine kompetente und nicht selten sehr zeitaufwendige
Betreuung.
Intranet und Internet
Beide Netztypen ermöglichen die Einrichtung eines Intranets in der Schule. Ein Intranet ist ein
lokales Netz auf der Basis des Internetstandards, das keine oder eine hoch abgesicherte Verbindung
zum Internet aufweist. Da im Intranet die gleichen Programme für E-Mail und WWW wie im
Internet eingesetzt werden, bietet es dem Nutzer eine zum Internet weitgehend übereinstimmende
Bedienungsstruktur. Das Internet ermöglicht das Publizieren von WWW-Seiten und den Austausch
von E-Mails innerhalb der Schule, so dass diese Informations- und Kommunikationstechniken
modellhaft eingeübt werden können. Internetseiten anderer Anbieter aus dem Internet können lokal
gespeichert und off-line für den Raum der eigenen Schule verfügbar gemacht werden. So haben die
Schülerinnen und Schüler Zugriff auf die für sie bereitgestellten Informationsangebote. Die eigenen
Seiten können zur Probe zunächst im Intranet publiziert werden. Das Intranet kann die Basis für ein
schulinternes Kommunikationssystem für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte sein, indem
wichtige Informationen dort publiziert, in den Klassen aufgerufen und dort für die Schüler
ausgedruckt werden. Über Rückmeldeverfahren (z.B. Formulare, E-Mail) können Informationen,
u.a. auch Empfangsbestätigungen an den Anfrager übermittelt werden. Derartige Strukturen können
die Intranet-Aktivitäten vor der drohenden Unverbindlichkeit bewahren und entsprechendes
Problembewusstsein auch für das Internet entwickeln. Ein Angebot an schulpraxisrelevanten Texten
und Formularen, das auf dem Intranetserver bereitsteht und vom Lehrer in der Klasse bei Bedarf
abgerufen und ausgedruckt werden kann, kann die Erledigung administrativer Aufgaben erheblich
vereinfachen.
Der Anschluss eines lokalen Computernetzes an das Internet kann über einen ISDN-Router oder
einen Kommunikationsserver (Server, der nur die Verbindung zum Internet bereitstellt und
personbezogene Zugangskotrolle ermöglicht) sichergestellt werden.
Zusatzfunktionen
Aufbauend auf eine bestehende Netzstruktur können per Hard- bzw. Software weitere Funktionen
implementiert werden. So etwa eine Video-Vernetzung, die das Übertragen des Bildschirminhalts
eines Computers auf alle Monitore entweder in einem Fenster oder im Vollbildmodus, das
Heranholen des Bildschirminhalts eines oder mehrerer Schülercomputer auf den Lehrercomputer
und das Fernsteuern eines Schülercomputers vom Lehrercomputer aus ermöglicht.
Bei der Planung, Ausführung und Pflege eines Schulcomputernetzes sollte mit Firmen, die bereits
Erfahrungen in Aufbau und Wartung von Schulcomputernetzen haben, kooperiert werden. Am
Anfang steht eine differenzierte Planung unter Einbeziehung der vorgesehenen Hard- und Software
sowie der Nutzungsstrukturen. Die Betreuung des eingerichteten Netzes ist in einen technischen
Bereich, der von einer Fachfirma bzw. einem Techniker an der Schule, und einen pädagogischen
Bereich, der in den Aufgabenbereich der Lehrkräfte fällt, aufzuteilen. Die pädagogische
Netzbetreuung beinhaltet die Verwaltung der Nutzungsrechte von Gruppen und Einzelpersonen und
das Dateimanagement im Netz. Die technische Betreuung hat die Aufgabe, die Funktionsfähigkeit
des Netzes im Hinblick auf die festgelegten Nutzungsstrukturen zu gewährleisten. Da beide
Bereiche stark verzahnt sind, ist eine intensive Kooperation unverzichtbar. Anfallende Folgekosten
sind bei den Überlegungen zur Einrichtung eines Computernetzes zu berücksichtigen.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
93
Spenden - Altgeräte
Zunehmend geben Firmen und Institutionen bei der Umstellung ihrer EDV-Anlagen ihre Altgeräte
gegen geringes Entgelt, Spendenquittungen des Fördervereins oder umsonst (sie sparen dabei
immerhin die Entsorgungskosten) an Schulen ab. Dabei sollten die Schulen jedoch vorher sorgfältig
prüfen, ob die dabei entstehenden technischen Probleme von dem Systembetreuer der Schule oder
einer Person des unmittelbaren Umfeldes gelöst werden können.
Die Frage, ob vorhandene Software auf den gespendeten Geräten problemlos läuft und ob
zusätzliche Lizenzen notwendig werden, sollte vorab geklärt sein.
Auch die Spenden sollten einige Mindestanforderungen erfüllen:
486 oder Pentium-Prozessor
Festplatte, VGA-Grafikkarte
Windows oder vergleichbares Betriebssystem
VGA-Farbbildschirm
Zu bedenken ist dabei, dass diese Mindestausstattung für Multimedia-Anwendungen nicht mehr
ausreicht, für einfache – pädagogisch jedoch gute – Lernprogramme aber durchaus noch akzeptabel
ist.
-
Software
Nicht nur bei der Neuanschaffung eines Computers ist darauf zu achten, dass neben der Hardware
auch eine Mindestausstattung an Software erforderlich ist. Ein Betriebssystem und eine gängige
Textverarbeitung, besser ein integriertes Paket bzw. ein Office-Paket, sollten bei einer
Neuanschaffung vorinstalliert sein und auf CD-ROM beiliegen. Vor dem Einsatz jeder Software ist
zu prüfen, ob die Lizenzbestimmungen auch eingehalten wurden. Eine Grundausstattung an
Lernsoftware für die verschiedenen Fächer, Klassenstufen und Sonderschulformen lässt sich mit
Hilfe des Kapitels 10 dieser Handreichung zusammenstellen. Unbedingt notwendig ist die
Ausstattung der Schulen mit einem aktuellen Virenschutzprogramm (vgl. Teilkapitel 8.1).
Lizenzinformationen
Die Nutzung von Computersoftware ist an Lizenzen gebunden. Genau genommen erwirbt der
Anwender nicht das Produkt, sondern das Recht, das Produkt im Rahmen der Nutzungsbedingungen, die der Hersteller festgelegt hat, zu nutzen. Dabei stellt sich der Hersteller weitgehend
frei von Risiken, da er keine Gewähr für ggf. auftretende Probleme übernimmt, ein Tatbestand, der
rechtlich nicht unumstritten ist.
Die nachfolgenden Informationen geben die allgemeine lizenzrechtliche Situation wieder. Die
genauen Gegebenheiten sind im Einzelfall anhand der Lizenzbedingungen des Anbieters zu
überprüfen.
Eine Einzellizenz berechtigt zur Nutzung der Software auf einem Computer. Meist kann der
Lizenznehmer das Programm zusätzlich auf einem tragbaren Computer verwenden.
Bei Standardsoftware werden für Schulen meist besondere Lizenzen angeboten, die sich nach dem
Hersteller und auch nach dem Produkt richten. Die so genannten Klassenraumlizenzen umfassen
meist ein Vollprodukt sowie die Erlaubnis zur Nutzung des Produkts auf 15 Schülerarbeitsplätzen.
Zusätzlich gibt es Erweiterungslizenzen für eine bestimmte Anzahl an Schülerplätzen oder für die
ganze Schule. Die Schullizenz schließt auch die Nutzung für die schulischen Verwaltungsaufgaben
mit ein.
94
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Beispiel
Microsoft Works 4.5:
Klassenraumlizenz für 15 Schülerarbeitsplätze
(einschließlich 10 Lehrerzusatzlizenzen für die
Vorbereitung zu Hause)
Erweiterungslizenz für die ganze Schule
798,-
498,-
Für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Lehrkräfte werden besondere Lizenzen zu stark
ermäßigten Preisen angeboten, wobei meist kein Handbuch mitgeliefert wird. Dabei handelt es sich
um personbezogene Lizenzen, die nicht an Institutionen ausgeliefert werden.
Bei Lernsoftware ist die Lizenzsituation wesentlich vielfältiger. Fast immer werden Einzellizenzen
sowie unbeschränkte Schullizenzen angeboten, die teilweise auch die Nutzung durch den Lehrer zu
Hause im Rahmen der Unterrichtsvorbereitung einschließen. Verschiedene Anbieter offerieren auch
Lizenzen für eine bestimmte Anzahl an Arbeitsplätzen. Außer von den Erstvertreibern werden
Schullizenzen angeboten von den Firmen CoTec (Rosenheim), Logibyte (Berlin) und Steckenborn
(Gießen).
Besondere Vertriebswege, die insbesondere von Hobby-Programmierern genutzt werden, können
für Schulen von Interesse sein:
Public Domain: Die Programme werden kostenlos und ohne Einschränkungen zur Verfügung
gestellt.
Freeware: Die Programm dürfen kostenlos verwendet und weitergegeben werden. Der Autor behält
jedoch die Rechte an dem Programm, so dass der Programm-Code nicht verändert werden darf.
Manche Entwicklern schränken die Nutzung auf den Privatbereich und auf einen Computer ein.
Shareware: Die Programme dürfen über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 30 Tage) kostenlos
genutzt werden. Nach dieser Frist ist für die weitere Nutzung die Zahlung einer
Registrierungsgebühr erforderlich. Shareware-Versionen enthalten im Programm meist einen
Hinweis auf diesen Status, z.B. beim Programmstart bzw. -ende. Gelegentlich können SharewareVersionen Funktionseinschränkungen aufweisen.
Updates
Updates sind neue Programme, die erworben werden können, wenn eine entsprechende Lizenz einer
Vorgängerversion vorliegt. Updates sind meist erheblich preiswerter als das vergleichbare
Vollprodukt. Die Programme unterscheiden sich nicht.
Betreuungsaufwand
Auf Grund des zunehmenden Computereinsatzes ergibt sich auch ein erheblicher
Betreuungsaufwand, der z.Z. nur im Rahmen der Drittelpauschale berücksichtigt wird, obwohl der
tatsächliche Zeitaufwand jedoch wesentlich größer ist. Deshalb muss in den Kollegien vorab geklärt
sein, wer welche Aufgaben beim Computereinsatz übernimmt. In Zukunft muss daran gedacht
werden, dass in den Schulen für den Computereinsatz solche Systembetreuer benannt werden, die
zur Wahrnehmung dieser Aufgabe ausgebildet sind und ein Stundendeputat zur Verfügung haben.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
95
6.2 Ergonomie am Arbeitsplatz „Computer“
Aufgabenbereiche der Prävention
Die Verhütung von Gesundheitsstörungen am Arbeitsplatz von Schülerinnen und Schülern sowie
Sekretärinnen und Mitgliedern der Schulleitung gehört in den Verantwortungsbereich des
Sachkostenträgers bzw. Arbeitgebers, die die Verantwortung für die Arbeitsplatzgestaltung
mittragen. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass ergonomisch abgesicherte Arbeitsbedingungen an
einem sinnvoll gestalteten Arbeitsplatz innerhalb des Mensch-Maschine-Systems eingerichtet und
so gestaltet und räumlich angeordnet werden, dass
-
-
-
-
das Arbeitsmittel, mit dem der längste und/oder häufigste
Blickkontakt besteht, zentral angeordnet wird,
das Arbeitsmittel, zu dem am häufigsten gegriffen wird, im
kleinen Greifraum liegt,
die Sehabstände zu den wesentlichen Arbeitsmitteln, die
häufig nacheinander beobachtet werden, einander
angeglichen werden,
länger dauernde Zwangshaltungen vermieden werden,
der Arbeitsstuhl kippsicher ist, eine bequeme Haltung
ermöglicht und die Bewegungsfreiheit des Benutzers nicht
einschränkt,
Abb.: Blick- und Greifraum am
Computerarbeitsplatz
die Sitzhöhe verstellbar ist.
die Rückenlehne in Höhe und Neigung verstellbar ist,
der Arbeitstisch bzw. die Arbeitsfläche eine ausreichende
große und reflexionsarme Oberfläche besitzt,
eine flexible Anordnung von Bildschirm, Tastatur,
Schriftgut und sonstigen Arbeitsmitteln ermöglicht,
Kopf- und Augenbewegungen soweit wie möglich
eingeschränkt sind,
Abb.: Blick- und
ein ausreichender Raum für eine bequeme Arbeitshaltung
Gesichtsfeldgrenzen
vorhanden ist.
Die Stuhlhöhe ist zum Tisch wie folgt anzupassen: Ober- und Unterarme bilden einen Winkel von
90°, während die Hände auf dem Tisch aufliegen
-
Nach der DIN 4549 muss die Beinraumbreite mindestens 580
mm, die Beinraumtiefe, gemessen 120 mm über dem Fußboden,
mindestens 600 mm betragen. Bei nicht höhenverstellbaren
Schreibtischen und Bildschirmarbeitstischen darf die Beinraumhöhe, gemessen an der Tischplattenvorderkante von mindestens
650 mm nicht unterschritten werden.
Muss beim nicht höhenverstellbaren Schreibtisch und
Bildschirmarbeitstisch der Beinraum auch wegen technischer
Einbauten eingeschränkt werden, sind für die Beinraumhöhe
folgende Mindestmaße einzuhalten:
Abb.: Notwendige Beinfreiheit
am Bildschirmarbeitsplatz
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
96
-
-
-
gemessen in einer Tiefe von 200 mm von der
Tischplattenvorderkante: 620 mm
gemessen in einer Tiefe von 450 mm von der
Tischplattenvorderkante: 550 mm
gemessen in einer Tiefe von 600 mm von der Tischplattenvorderkante bis Tischplattenhinterkante: 120 mm
Bildschirm
Die auf dem Bildschirm angezeigten Zeichen müssen scharf und deutlich, ausreichend groß und mit
angemessenen Zeichen- und Zeilenabstand dargestellt werden. Das Bild muss stabil und frei von
Flimmern sein, und darf keine Instabilität anderer Art aufweisen.
Die Helligkeit und/oder der Kontraste zwischen Zeichen und Bildschirmhintergrund müssen leicht
vom Benutzer eingestellt und den Umgebungsbedingungen angepasst werden können. In der Regel
sehen dunkle Zeichen auf hellem Grund (Positivdarstellung) schärfer aus als helle Zeichen auf
dunklem Grund (Negativdarstellung).
Der Bildschirm sollte auch bei voller Helligkeit im seitlichen Gesichtsfeld nicht flimmern. Um ein
Flimmern zu vermeiden, muss die Bildwiederholungsfrequenz des Bildschirmes über der
Verschmelzungsfrequenz des Auges liegen. Durch eine zu geringe Bildwiederholungsfrequenz
entsteht ein flimmerndes Bild – erst ab einer Frequenz von ca. 80 Hz = ca. 80 Bilder pro Sekunde
verschwindet für die meisten Bildschirmbenutzer der Eindruck des Flimmerns.
Der Bildschirm muss zur Anpassung an die individuellen Bedürfnisse des Benutzers frei und leicht
drehbar und neigbar sein. Der Bildschirm muss frei von Reflexen und Spiegelungen sein, die den
Benutzer stören können.
Da Bildschirme des Standards TCO 99 diesen Anforderungen entsprechen, sollte Neuanschaffungen diesem Standard entsprechen. TCO 99 fordert z.B. eine Bildwiederholfrequenz von mindestens 85 Hz.
Reflexe, Blendung und Beleuchtung
Bildschirmarbeitsplätze sind so einzurichten, dass Lichtquellen wie Fenster und sonstige
Öffnungen, durchsichtige oder durchscheinende Trennwände sowie helle Einrichtungsgegenstände
und Wände keine Direktblendung und möglichst keine Reflexion auf dem Bildschirm verursachen.
Die Fenster müssen mit einer geeigneten verstellbaren Lichtschutzvorrichtung ausgestattet sein,
durch die sich die Stärke des Tageslichteinfalls auf den Arbeitsplatz vermindern lässt (Anhang zur
Europäischen Richtlinie EU 90/270 EG-Mindestvorschriften).
Abb.: Kritischer Bereich bzgl. Reflexblendung
Abb.: Kritischer Bereich bzgl. Direktblendung
Ein Absolutwert für eine gute Beleuchtung kann nicht angegeben werden. Bei der Gestaltung guter
Beleuchtungsverhältnisse sollen folgende Punkte Berücksichtigung finden:
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
-
-
angemessene Beleuchtungsstärke
Gleichmäßigkeit der Beleuchtung (harmonische Leuchtdichteverteilung) zu große
Leuchtdichteunterschiede zwischen den wichtigsten Sehobjekten vermieden werden.
Begrenzung der Blendung
Kontrast
Lichtrichtung
Schatten
Lichtfarbe
Farbwiedergabe
Weitere Hinweise bei:
Bundesverband der Unfallkassen e. V. (Hrsg.): Bildschirm-Arbeitsplätze, Merkblatt GUV 23.3, 1997
Bundesverband der Unfallkassen e. V. (Hrsg.): Beurteilung von Gefährdungen und Belastungen an Bildschirmarbeitsplätzen, Merkblatt GUV 50.11.1, 1997
97
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
98
7 Computereinsatz in der Schulverwaltung
Die Einsatzgebiete des Computers in der Schulverwaltung sind sehr vielfältig. Schon sehr früh
wurde die Möglichkeiten des Computers zur Vereinfachung und Rationalisierung der
Verwaltungsarbeit in der Schule entdeckt und genutzt. Standen am Anfang die Textverarbeitung
sowie die Möglichkeit, den Stundenplan per Computer zu erstellen, im Vordergrund, so lässt sich
heute durch spezielle Verwaltungsprogramme oder durch universelle Programmpakete (OfficeProgramme) die Verwaltung einer Schule weitgehend mit dem Computer organisieren. Der schnelle
Datenaustausch mit anderen Schulen, Behörden, Institutionen und die Informationsgewinnung im
weltweiten Datennetz wird in Zukunft dabei immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Für die Schulverwaltung der Sonderschulen ergeben sich folgende Einsatzbereiche:
Texte verarbeiten
•
•
allgemeiner Schriftverkehr
Serienbriefe
- mit Verknüpfung zu Datenbanken, z.B.: Adressdatei, Schülerdatei etc.
Daten verwalten
•
•
•
•
•
Schülerdatei
- Verwalten aktueller Schülerdaten
- Organisation von Einschulungs- und Umschulungsverfahren
- Verwaltung aller schülerbezogenen Daten mit der Möglichkeiten der Gestaltung von
Serienbriefen, der Erstellung von Bescheinigungen und der Listenerstellung für die
verschiedensten Zwecke (Klassenlisten, AG-Listen, Busschülerlisten, Entlassschülerliste,
etc.)
Adressdateien
- Verwaltung aller Adressen mit der Möglichkeit der Gestaltung von Serienbriefen,
Beschriften von Umschlägen bzw. Adressetiketten u.Ä.
Stundenplanverwaltung
- Erstellen und Gestalten des Gesamtstunden- und des Klassenstundenplanes, der
Raumbelegung
- Erstellen von Vertretungsplänen
Schuletatverwaltung
- allgemeiner Schuletat
- Lernmittelfreiheit
- Verwalten der Haushaltsmitteln
- Überblick über Ausgaben und Restmitteln
- Ausdruck individueller Listen
Bestellungen
- Organisation und Verwaltung von Bestellungen für den Schulbedarf
- Ausdruck von Listen für den Post- oder Faxversand
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
•
•
•
•
•
•
•
•
99
Inventarverwaltung
- Verwaltung, Organisation und Inventarisierung des Schuleigentums
- Erstellung von Listen und Etikettenaufkleber
Medienverwaltung
- Verwalten schuleigener Medien
- Büchereiverwaltung
- Videoverwaltung u.Ä.
- Ausleihverwaltung
Zeugniserstellung
- Erstellen von Zeugnissen mit oder ohne externer Noteneingabe durch die Lehrkräfte
- Erstellen von Notenlisten
- Stammdaten können aus der Schülerdatei übernommen werden.
Erstellen schulinterner und individueller Arbeitspläne. Aktenpläne
Verwaltung und Organisation von Akten, Schriftstücken, Amtsblättern u.Ä..
Organisation von Schulsportveranstaltungen
- Organisation, Verwaltung und Auswertung von Sportveranstaltungen, z. B.:
Bundesjugendspiele, Bezirkssportfeste u.Ä. .
- Stammdaten können aus der Schülerdatei übernommen werden
- Punkteauswertung erfolgt automatisch und entsprechen den Richtlinien des DLV
- Ausdruck von Punktelisten und Urkunden
Organisation von Betriebspraktika
- Adressendatei der Praktikumsbetriebe
- Schriftverkehr zur Praktikumsverwaltung
- Dienstreiseabrechnung der Betreuer
- Erstellen von Praktikumslisten
Vereinsverwaltung
Organisation und Verwaltung eines Vereines, z.B.: Förderverein: Mitgliederverwaltung,
Kontoführung, Schriftverkehr etc.
Grafisches Gestalten
•
Gestalten von Infos, Einladungsschreiben, Elternbriefe, Schautafeln o.Ä.
Datenfernübertragung
•
•
Übermitteln von Daten und Schriftverkehr (Fax oder E-Mail)
Informationsgewinnung durch das Datennetz, z. B. Bildungsserver
•
•
Kommunikation von Schulen untereinander, z. B.„Schulen ans Netz“
Darstellung der Schule im Internet, z. B. schuleigene Internetseite (Homepage)
Im Rahmen des Projektes EPOS (Elektronische Post für Schulverwaltungen) erhalten alle
rheinland-pfälzischen Schulen Zugang zu einem landeseigenen E-Mail-Server mit erhöhtem Sicherheitsstandard. Dadurch wird die Kommunikation zwischen Schulen und Schulverwaltung erheblich
beschleunigt und effektiviert.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
100
Hardwareausstattung
Wegen der noch immer fortschreitenden Entwicklung im Hardwarebereich ist eine generelle
Aussage zur Ausstattung nicht möglich. Zur Zeit (10/99) sollten bei einer Neuanschaffung folgende
Kriterien erfüllt sein:
Grundausstattung mit empfehlenswerten Erweiterungen
Arbeitsplatz entsprechend der Ausstattung eines Schülerarbeitsplatzes mit folgenden Zusätzen:
•
•
Drucker: bürotauglicher Farbtintenstrahldrucker wenn gelegentliche farbige Ausdrucke
erwünscht sind; Laserdrucker, wenn ausschließlich schwarz-weiß gedruckt werden soll.
Sinnvolle ergänzende Hardwareausstattung:
Scanner (Flachbett) zum Einlesen von Grafiken und Texten
Streamer (Bandlaufwerk) zur Datensicherung;,
Alternativ: Zip-Laufwerk mit 100 bzw. 250 MB oder CD-RW- Laufwerk
Modem oder ISDN-Karte mit Zugang zum Internet
Netzkarte für die interne Vernetzung innerhalb der Schulverwaltung (z.B. Schulbüro,
Schulleitung, Lehrerzimmer)
Soundkarte mit Lautsprecher (Lautstärkeregler, Kopfhöreranschluss), Kopfhörer bzw. Headset
(Kopfhörer + Mikrofon), Mikrofon
Software
Betriebssystem, Virenschutz- (s.u.) und Datensicherungsprogramm (einfache Version im
Lieferumfang von Windows 98, meist auch bei Backuplaufwerken)
Spezielle Schulverwaltungsprogramme
Der Markt bietet eine Vielzahl von speziellen Verwaltungsprogrammen für die Schulen an.
Die meisten Programme decken nur Teilbereiche der Schulverwaltung ab. Um das ganze Spektrum
der Schulverwaltung abzudecken ist deshalb die Anschaffung von mehreren Programmen bzw.
Modulen notwendig.
Das MBWW bietet kommerziellen Anbietern Daten für Standards und Schnittstellen für deren
Programme an. Damit soll sichergestellt werden, dass mit diesen Programmen die Statistik für das
Statistische Landesamt Bad Ems durchgeführt werden kann. Ziel ist eine beschleunigte Auswertung
der gesamten statistischen Daten.
Universelle Programme
Unter dem Begriff „Universelle Programme“ sind solche Programme gemeint, die im allgemeinen
Sprachgebrauch unter Office-Programm laufen , z.B.:
Smart Suite (Lotus)
Office 97 – Professional (Microsoft)
StarOffice (Stardivision) *
Wordperfect Suite (Corel Corporation)
Works (Integriertes Programm)
(* Dieses Programm wird über das LMZ/Bildstellen den Schulen in Rheinland-Pfalz kostenlos zur
Verfügung gestellt.)
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
101
Mit diesen Programmen können mit den Hauptmodulen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation,
Datenbank und Präsentationserstellung die in der Auflistung erfassten schulischen Verwaltungsaufgaben erledigt werden. Da es bei diesen Programmpaketen keine vorgefertigte „Schulverwaltungsmodule“ gibt, müssen die entsprechenden Komponenten vom Anwender selbst meist mit
Hilfe von Textverarbeitung, Datenbank und/oder Tabellenkalkulation erstellt werden. Dies ist
sicherlich für den individuellen Einsatz in den verschiedenen Schulen von Vorteil. Es bedeutet aber
auch, dass diese individuellen Problemlösungen erst mit erheblichem Zeitaufwand entwickelt
werden müssen. Der Anwender muss über eine gewisse Erfahrung im Umgang mit solchen
Programmen verfügen, um eine optimale und benutzerfreundliche Anwendung zu erstellen. Sind
diese Vorgaben erfüllt, dürften diese Programme den Anforderungen an ein Verwaltungsprogramm
gerecht werden. Der Datenaustausch mit anderen Institutionen (z.B. Statistisches Landesamt) führt
wegen den unterschiedlichen Standards jedoch meist zu Schwierigkeiten.
102
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
8 Probleme beim Arbeiten mit dem Computer
8.1 Allgemeine Probleme mit Programmen und Betriebssytem
Leider treten bei der Nutzung des Computers immer wieder Probleme auf, deren Behebung den
ungeübten Nutzer vor erhebliche Schwierigkeiten stellen kann. Sinnvolle vorbeugende Maßnahmen
sowie ein einfaches Diagnosekonzept sollten auch den wenig erfahrenen Anwender in die Lage
versetzen, einige Probleme selbstständig zu beheben.
Die Ursachen für Probleme sind sehr vielfältig. Da nicht selten Bedienungsfehler vorliegen, sollte
der Anwender zunächst sein Verhalten vor dem Auftauchen des Problems genau recherchieren. So
kann z.B. eine versehentlich gedrückte Dauergroßschreibtaste oder ein Bildschirm, dessen Helligkeit von einem Schüler ganz dunkel gestellt wurde, zu erheblichen Irritationen führen.
Auch moderne und komplexe Betriebssysteme wie Windows 95/98 arbeiten bekanntlich keineswegs immer zuverlässig. Da bei der Nutzung im Hintergrund komplexe Vorgänge ablaufen, sind
die Einflussmöglichkeiten für den Anwender beschränkt. Nicht selten hilft nur ein Neustart des
Systems oder das Beenden der aktuellen Anwendung.
Wichtigste vorbeugende Maßnahme ist ein sachgerechter Umgang mit einer Computeranlage, eine
grundlegende Komponente der Handlungskompetenz, zu der Unterricht hinführen soll. So sollte der
Startvorgang des Computers nicht unterbrochen werden, beim Arbeiten mit Windows vor dem
Ausschalten zunächst das Programm und dann das Betriebssystem ordnungsgemäß beendet werden.
Bei Störungen im Programmablauf muss auf vorsichtiges Agieren geachtet werden. Schülerinnen
und Schüler neigen dazu, auf Störungen mit oft ungezieltem Klicken auf Menübefehle oder
Symbole zu reagieren und verschlimmern damit meist das Problem. Abwartendes Vorgehen, d.h.
den Computer den aktuellen Vorgang abschließen lassen, vermeidet oft eine Problemverschärfung.
Auch unnötige mechanische Belastungen wie das Bewegen des Computers während des Betriebs
sollten vermieden werden.
Vorbeugend sollte für jeden PC eine Notfalldiskette erstellt werden, die auch den Treiber für das
CD-ROM-Laufwerk enthält.
8.2 Viren auf dem Computer und im Internet
Computerviren sind von Menschen entwickelte Programme die sich selbst reproduzieren, indem sie
sich an andere Programme anhängen. Sie enthalten fast immer einen Programmteil, der Schaden
verursacht.
Virentypen
Bootviren
Bootviren setzen sich im Bootsektor von Disketten fest. Beim Versuch, den Computer mit dieser
Diskette zu Booten, springt der Virus auf den Masterbootrecord der Festplatte über und verbleibt
dort. Er infiziert danach den Bootsektor jeder nicht schreibgeschützten Diskette, auf die der
Computer zugreift.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
103
Dateiviren
Dateiviren infizieren ausführbare Dateien (Dateinamenserweiterung: exe, com, ovl), indem sie
deren Programmcode erweitern und oft auch teilweise überschreiben. Nach der Ausführung eines
infizierten Programms gelangt der Virus in den Arbeitsspeicher und kann dann jedes danach
gestartete Programm infizieren. Dateiviren enthalten meist schädliche Funktionen wie etwa das
Verändern oder Löschen von Dateien.
Die modernen New-Exe-Viren infizieren gezielt Windows-Systemdateien und stören den reibungslosen Ablauf der Betriebssystemfunktionen.
Makroviren
Makroviren nutzen die Programmierfunktion der Microsoft Office-Programme aus und infizieren
somit ausschließlich Office-Dokumente. Wurde z.B. bei Word das Makro eines infizierten
Dokumentes aktiviert, so kann über die Infektion der Standardvorlage jede danach erstellte
Worddatei infiziert werden. Verstärkt bedienen sich Virenentwickler auch dem E-Mail-Programm
Microsoft OutlookExpress zur Verbreitung von Viren.
Scriptviren
Scriptviren kommen in VisualBasicScript (VBS)- und in HTML-Dateien vor. VBS-Viren können
nur durch das Öffnen einer infizierten Datei im InternetExplorer aktiviert werden. Scriptviren
können auf dem PC dann die verschiedensten Störaktionen ausführen.
Erkennen von Virenbefall
Folgende Symptome können auf einen Virenbefall hindeuten
Die Dateigröße von Programmdateien verändert sich.
Diskettenoperationen dauern länger als gewöhnlich.
Programme stürzen häufiger ab als vorher oder funktionieren nicht mehr richtig.
Meldungen oder Grafiken erscheinen auf dem Bildschirm.
Plötzlich ertönt Musik.
Die Maus zeigt ein ungewöhnliches Verhalten.
Einzelne Programme, Dateien oder Verzeichnisse sind nicht mehr vorhanden.
In Dokumenten fehlen plötzlich Wörter.
In Dokumenten werden zusätzlich Wörter und Textpassagen eingefügt.
Drucker funktioniert manchmal nicht richtig.
Einzelne Tasten der Tastatur funktionieren nicht mehr richtig.
Von einer EXE-Datei gibt es auf einmal eine gleichnamige COM-Datei
Programme lassen sich nicht mehr starten.
Der PC ist deutlich langsamer geworden.
Der PC stürzt ab und meldet einen PARITY ERROR oder PARITY CHECK.
Computer lässt sich nicht mehr starten.
Die genannten Symptome können jedoch auch andere Ursachen haben, zum Beispiel
Hardwarefehler oder Unverträglichkeit von Programmen mit einer Systemversion oder bestimmten
Systemerweiterungen.
-
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
104
Maßnahmen bei Virenbefall
Wurden bislang keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen, sollte die Festplatte zunächst mit einem
Virenscanner auf Viren durchsucht werden. Die meisten Viren können ohne Schäden zu
hinterlassen von den gängigen Virenschutzprogrammen auch entfernt werden.
Bei Befall durch einen Bootvirus muss der PC jedoch mit einer virenfreien Bootdiskette gestartet
werden, ehe der Virus entfernt werden kann. Infizierte Disketten können durch vollständiges
Formatieren (Quickformat reicht nicht aus!) desinfiziert werden.
Dateiviren werden mit ein Antivirenprogramm aufgespürt und entfernt. Anschließend kann das
infizierte Programm nach der Entfernung des Virus' defekt sein und muss dann neu installiert
werden.
Makroviren können von Virenscannern entfernt oder durch Löschen der schädlichen Makros
eliminiert werden. Eine Sicherungsfunktion in den Office-Programmen warnt beim Aktivieren von
Makros, was vom Anwender abgelehnt werden kann. Verdächtige Office-Dokumente können vorsorglich mit einem (kostenlosen) Viewer betrachtet werden. Word-Dokumente können auch mit
WordPad geöffnet werde, wobei viele Formatierungen nicht angezeigt werden, aber die Makros
auch nicht aktiviert werden.
Vorsorge
Vorsorglich sollte ein PC mit einer aktuellen und bewährten Antiviren-Software ausgestattet sein.
Gute Antiviren-Programm können den Tests von Computer-Fachzeitschriften entnommen werden.
Jedes Virenschutzprogramm hat eine Überwachungsmodul. Dieses Programm wird beim Computerstart geladen und achtet permanent auf das Auftauchen von Viren, um ein Infizierung zu
verhindern.
Originalsoftware auf Disketten sollten nur im schreibgeschützten Zustand auf dem PC eingesetzt;
eigene Disketten auf fremden Rechnern nur immer im schreibgeschützten Zustand verwendet
werden.
Einige Einstellungen im BIOS-Setup bieten in einem gewissen Umfang Schutz vor Bootviren. Im
Die Einstellungen werden im CMOS-RAM des PCs gespeichert und können mit einem Passwort
versehen werden. Bei älteren PCs können Einstellmöglichkeiten fehlen. Alle vorgenommenen
Änderungen im Setup des BIOS lassen sich bei Bedarf wieder zurückstellen. Diese Maßnahmen
sollte nur der Systembetreuer durchführen.
•
•
•
Bootreihenfolge (Boot Sequence) auf C: - A: einstellen (Durch diese Einstellung wird das
ungewollte Booten von der Diskette verhindert.)
Viruswarnung (Virus Warning) aktivieren (enabled)
Bei der Grundeinstellung / enabled erscheint eine Warnmeldung auf dem Bildschirm, wenn ein
Virus versucht den Partitionssektor oder den ersten Bootsektor der Festplatte zu infizieren bzw.
zu ändern. Durch drücken der Taste Y wird die Infizierung bzw. Änderung akzeptiert, was im
Virenfalle natürlich zu unterbleiben hat, während mit jeder anderen Taste eine Infizierung
vermieden wird. In jedem Fall sollte danach mittels eines Antiviren-Programms der Virus
ausfindig gemacht und beseitigt werden.
BIOS-Update deaktivieren (disabled) bei Flash-BIOS:
Bei neueren PCs gibt es im BIOS (Setup) die Möglichkeit, das Flash-BIOS vor einer
Veränderung (Update) zu schützen. Dazu ist die Funktion „BIOS UPDATE“ zu deaktivieren.
Bei älteren PCs muss dazu auf dem Motherboard ein Jumper umgesteckt werden. Die genannten
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
105
Maßnahmen schützen natürlich nicht vor Viren, die den CMOS-Inhalt des Computers, in dem
diese Einstellungen gespeichert sind, verändern oder löschen.
Zur Behebung von Virenproblemen ist eine Systemdiskette oder besser eine SOS-Diskette mit den
notwendigen Tools und den gesicherten Systembereichen notwendig. Zur gründlichen Virenvorsorge gehört auch die regelmäßige Datensicherung (s.u.).
Geringe Virengefahr besteht, wenn
-
keine fremden Disketten benutzt werden (z.B. Disketten von Schülern),
keine Software aus unbekannten Quellen eingesetzt wird,
der Rechner keine Verbindung zu anderen Rechnern hat (Lokales Netz, Internet),
der Rechner in ein geschlossenes, virenfreies Netzwerk (Lokales Netz) eingebunden ist und nur
die im Netzwerk verfügbare Anwendersoftware genutzt wird.
Große Virengefahr besteht, wenn
-
-
ein reger Austausch und Einsatz von Disketten, CD-Roms- insbesondere „selbstgebrannte“ CDRoms - und Software aus unterschiedlichen Quellen betrieben wird,
das Herunterladen (Downloads) von Software aus den zahlreichen obskuren Quellen im Internet
ohne entsprechende Sicherung erfolgt.
Antiviren-Programme
Antiviren-Programme sind Softwareprogramme zum Schutz vor Virenbefall und zur Bekämpfung
von Computerviren. Sie können u.a. folgende Funktionen beinhalten:
Der Virenscanner überprüft den Bootsektor bzw. die Datenträger auf Virenbefall und meldet bzw.
entfernt ggf. vorhandene Viren. Soll ein PC auf Viren untersucht werden (in diesem Falle genügt
schon der Verdacht), so ist der Computer durch einen Kaltstart von einer virenfreien Bootdiskette
zu starten und danach der Virencheck durchzuführen.
Das Programm kann infizierte Dateien löschen bzw. Viren im Boot- und Masterbootbereich
eliminieren. Das Entfernen von Viren aus infizierten Dateien und Bereichen, d.h. das Restaurieren
verläuft nicht in allen Fällen zufrieden stellend. Manchmal funktioniert das vom Virus gereinigte
Programm nicht mehr. Bereiche in Dateien, die z. B. vom Virus überschrieben wurden, können vom
Antiviren-Programm nicht mehr vollständig hergestellt werden. In solchen Fällen zeigt sich, wie
wichtig eine Sicherungskopie ist. Existiert keine virenfreie Sicherungskopie, sollte vorsorglich vor
Durchführung der Restauration ein Kopie der virulenten Datei angefertigt werden, damit bei einer
fehlgeschlagenen Virenentfernung ein weiterer Versuch mit einem anderen Antiviren-Programm
unternommen werden kann. Die virulente Kopie sollte als „virulent“ gekennzeichnet werden und,
falls nicht mehr benötigt, vernichtet oder gelöscht werden.
Der Virenwächter überprüft den PC beim Start und überwacht ihn während des Betriebes auf
Virenaktivitäten. Wird ein Virus erkannt, z.B. durch Einsatz einer virenverseuchten Diskette oder
durch Starten einer virulenten Programmdatei erscheint eine entsprechende Warnmeldung, und der
Abbruch des Vorgangs bzw. die Eliminierung des Virus‘ wird angeboten.
Das Virenwächter-Programm ist ein speicherresidentes Programm, das beim Starten des PCs in den
Arbeitsspeicher geladen und aktiviert wird. Von dort aus soll es im Hintergrund ständig alle
Aktivitäten des Computers überwachen und im Virenfalle, die des Virus verhindern und eine
Warnmeldung mit Hinweisen zu dem jeweiligen Virus auf dem Bildschirm ausgeben.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
106
Dies ist etwas viel verlangt, wenn man an die große Zahl von Virenarten denkt. Noch nicht einmal
die Virenscanner können alle Viren eindeutig identifizieren. Trotzdem sollte ein aktueller
Virenwächter auf dem PC installiert werden, da er in der Regel die bekannten Viren identifiziert.
Bei der Installation von Programmen ergeben sich bei aktivem Virenwächter immer wieder
Probleme, so dass er in den betreffenden Fällen vorsorglich ausgeschaltet werden muss. Auf einem
Computer sollten nie zwei Virenwächter gleichzeitig aktiviert sein.
Kostenlose Virenscanner
Zwei Anbieter stellen Virenscanner, die erkannte Viren auch entfernen, für Privatanwender
kostenlos zur Verfügung.
F-Prot ist ein DOS-Programm, das auch unter Windows gestartet werden kann. Die aktuelle
Version kann im Internet heruntergeladen werden
Internet:
www.datafellows/f-prot
oder im Downloadarchiv des Verlages Ziff-Davis
Internet:
www.zdnet.de/download/library/001M6-wf
F-Prot ist als zip-Datei gepackt (komprimiert). Zum Entpacken ist eine Packprogramm erforderlich,
das ebenfalls unter www.zdnet.de/download abgerufen werden kann.
Das deutschsprachige Programm AntiVir wird als Personal Edition ebenfalls kostenlos in zwei
Versionen (für Windows 9x und für Windows NT) an Privatpersonen für die Nutzung auf einem
Computer abgegeben:
Internet:
www.free-av.com/german.html
8.3 Datensicherung
Die regelmäßige und systematische Sicherung wichtiger Daten ist gerade in der Schule von großer
Bedeutung. Zum Einen sind besonders im Verwaltungsbereich wichtige und ggf. nur mit großem
Aufwand rekonstruierbare Daten vorhanden. Im pädagogischen Bereich ist verstärkt mit
ungewollten Manipulationen durch die Schülerinnen und Schüler zu rechnen, was im Rahmen einer
intensiven schulischen Computereinsatzes nicht ausgeschlossen werden kann. Grundlage einer
effektiven Datensicherung ist eine gut geplante und konsequent realisierte Datenspeicherung. So
empfiehlt es sich dringend, Programmdateien und vom Anwender angelegte Dateien geflissentlich
zu trennen, also die Anwenderdateien einem separaten Verzeichnisbaum zu speichern. Dann
können diese beiden Bereiche bei der Datensicherung separat behandelt werden und bei begrenzter
Speicherkapazität evtl. nur die Anwenderdateien zu sichern. In der Regel stehen für Probleme bei
den Programmdateien die Originaldatenträger zur erneuten Installation zur Verfügung.
Den Vorgang der Sicherung von Daten bezeichnet man als Backup, den der Wiederherstellung als
Restore. Zur Datensicherung werden spezielle Laufwerke mit hoher Speicherkapazität eingesetzt. In
ihnen kommen entweder Bänder (Streamer) oder besondere Disketten (ZIP, JAZ) als
Speichermedien zum Einsatz. Zur Sicherung benutzt man spezielle Backup-Programme, die das
gezielte Sichern ganzer Laufwerke, Verzeichnisbäume oder auch einzelner Dateien ermöglichen.
Beim Sicherungsvorgang werden die Daten zudem komprimiert und nehmen danach erheblich
weniger Speicherplatz in Anspruch.
Beim vollständigen Backup werden alle Daten der ausgewählten Laufwerke bzw. Verzeichnisse
(einschließlich Unterverzeichnissen) gesichert. Beim Veränderungsbackup werden nur die Dateien
gesichert, die seit der letzten Sicherung neu angelegt oder verändert wurden. Aus dem vollständigen
107
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Backup und den danach erfolgten Veränderungsbackups kann das Programm jede gesicherte Datei
wieder herstellen. Eine sinnvolle Sicherungsstrategie sieht meist ein gelegentliches vollständiges
Backup (z.B. jede 4. Woche) und dazwischen jede Woche ein Veränderungsbackup vor.
Übersicht: Laufwerke und Medien zur Datensicherung (Auswahl)
Kapazität (ohne
Komprimierung)
Preis
Laufwerk/Medium
Verwaltung
Anschlüsse
ZIP-Laufwerk
100 MB
200-250 / 25
als Laufwerk
ATAPI /
parallel /
USB / SCSI
ZIP-Laufwerk
250 MB
380 / 50
als Laufwerk
ATAPI /
parallel / SCSI
JAZ-Laufwerk
2GB
700 / 160
als Laufwerk
ATAPI / SCSI
SyQuest SyJet
1,5 GB
500 / 120
als Laufwerk
ATAPI / SCSI
DITTO-Streamer
ab 2 GB
ab 280 / ab 50
nur BackupGerät
ATAPI / SCSI
Travan-Streamer
400 MB - 4 GB
ab 200 /
ab 30
nur BackupGerät
ATAPI / SCSI
2 - 20 GB
ab 800
nur BackupGerät
SCSI
650 MB
ab 600 /
als Laufwerk
IDE / SCSI
DAT-Streamer
CD-RW-Brenner
Bei DITTO- und Travan-Streamern ist das Backup-Programm meist im Lieferumfang enthalten.
Einfache Backup-Programme sind auch Bestandteil der Windows-Betriebssysteme. Geräte, die als
Laufwerke verwaltet werden, können vielfältiger genutzt werden (z.B. Transport umfangreicher
Daten), wogegen die reinen Backupgeräte meist nur über das Backup-Programm zur
Datensicherung und -wiederherstellung eingesetzt werden können.
Bei vernetzten Computern kann ein Backup-Laufwerk die Daten aller angeschlossenen Computer
sichern. Ein sicheres Aufbewahren der Speichermedien ist obligatorisch.
8.4
Datenschutz
Grundgesetz, Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und Landesdatenschutzgesetze (LDSG) sichern
den Schutz des informationellen Selbstbestimmungsrechts der Bürger, durch detaillierte Vorgaben
mit rechtlichen Sanktionen, Kontrollinstanzen und Auskunftsrecht der Betroffenen. Der Bürger soll
selbst bestimmen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über ihn weiß.
Nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) stehen dem Betroffenen bezüglich seiner auf einem
Computer gespeicherten Daten folgende Rechte zu:
•
Recht auf Auskunft über die gespeicherten Daten;
•
•
•
Recht auf Berichtigung falscher Daten;
Recht auf Löschung der Daten, wenn die Speicherung unzulässig war;
Recht auf Sperrung der Daten, wenn die Voraussetzung zu ihrer Speicherung entfallen ist, oder
wenn sich ihre Richtigkeit nicht feststellen lässt.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
108
Personenbezogene Daten
Eine Regelung zur Erhebung, Verarbeitung und Sicherung personenbezogener Daten in Dokumentationen und Jahresberichten findet sich in § 76 und § 77 bei der zur Zeit gültigen übergreifenden
Schulordnung sowie § 52 und § 53 der zur Zeit gültigen Grundschulordnung (Rheinland-Pfalz).
Dort heißt es im Wortlaut:
§ 76 Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten
(1) Die Erhebung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten, insbesondere ihre Übermittlung
an Dritte, richtet sich nach § 54a SchulG.
(2) Die bei der Aufnahme erhobenen Daten sowie die sich im Rahmen des Schulverhältnisses
ergebenden personenbezogenen Daten dürfen für die Verwaltungsaufgaben der Schule,
insbesondere für die Erstellung von Zeugnissen und für die schulische Korrespondenz, im
automatisierten Verfahren verarbeitet werden. Dies gilt nicht für personenbezogene Daten über
besondere außerunterrichtliche, insbesondere schulärztliche und schulpsychologische Maßnahmen
(§ 52 Abs. 3 SchulG) sowie über Ordnungsmaßnahmen. Automatische Textverarbeitung ist in
diesen Fällen zulässig, sofern die Daten nicht gespeichert, sondern unverzüglich nach Fertigstellung
des jeweiligen Textes gelöscht werden.
(3) Personenbezogene Daten dürfen auf privateigenen Datenverarbeitungsgeräten von Lehrkräften
zu dienstlichen Zwecken verwendet werden, wenn der Schulleiter dies im Einzelfall genehmigt hat,
das Einverständnis dafür vorliegt, dass das Datenverarbeitungsgerät unter den gleichen
Bedingungen wie dienstliche Geräte kontrolliert werden kann, und den Belangen des Datenschutzes
Rechnung getragen ist.
(4) Den Eltern kann zu Beginn eines Schuljahres eine Liste mit Namen, Anschrift und
Telefonverbindung der Eltern und den Namen der Kinder der Klasse übergeben werden, soweit der
Aufnahme in diese Liste nicht widersprochen wird. Auf das Recht jedes Betroffenen, der Aufnahme
seiner Daten zu widersprechen, ist hinzuweisen.
(5) . . .
(6) Gibt eine Schule für die Schüler und Eltern Dokumentationen, insbesondere Jahresberichte,
heraus, so dürfen darin folgende personenbezogene Daten enthalten sein:
1.
2.
3.
Namen, Geburtsdatum, Jahrgangsstufe und Klasse der Schüler,
Namen, Lehrbefähigung und Verwendung der einzelnen Lehrkräfte,
Angaben über besondere schulische Tätigkeiten und Funktionen einzelner Lehrkräfte, Schüler
und Eltern.
(7) Die Schule kann ehemaligen Schülern die zur Organisation eines Treffens geeigneten
personenbezogenen Daten von ehemaligen Schülern und Lehrern übermitteln.
§ 77 Sicherung und Aufbewahrung personenbezogener Daten
(1) Personenbezogene Daten, die automatisch verarbeitet werden, sind gemäß § 9 Abs. 2 des
Landesdatenschutzgesetzes vom 5. Juli 1994 (GVBI. S. 293, BS 204-1) in der jeweils geltenden
Fassung zu sichern. Für personenbezogene Daten, die nicht automatisch verarbeitet werden, ist
sicherzustellen, dass sie nur denen zugänglich gemacht werden, die sie für die Erfüllung ihrer
dienstlichen Aufgaben benötigen.
(2) Personenbezogene Daten in automatisierten Dateien sind zu löschen, sobald ihre Kenntnis für
die speichernde Stelle zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht mehr erforderlich ist, spätestens jedoch
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
109
ein Jahr, nachdem der Schüler die Schule verlassen hat. Hiervon ausgenommen sind die Namen und
Aktennachweise, die bis zur Vernichtung der Akte automatisiert gespeichert werden können.
(3) Personenbezogene Daten in nicht automatisierten Dateien und in Akten sind ein Jahr, nachdem
der Schüler die Schule verlassen hat, zu sperren. Sie dürfen von diesem Zeitpunkt an nicht mehr
verarbeitet werden, es sei denn, dass die Verarbeitung
1. zur Behebung einer bestehenden Beweisnot,
2. aus sonstigen, im überwiegenden Interesse der speichernden oder einer anderen Schule liegenden
Gründen oder
3. im rechtlichen Interesse eines Dritten unerlässlich ist oder
4. der Betroffene eingewilligt hat.
(4) Personenbezogene Daten in nicht automatisierten Dateien und in Akten sind nach Maßgabe der
hierfür geltenden Bestimmungen aufzubewahren und nach Ablauf der jeweiligen Frist zu vernichten
oder zu archivieren.
Personenbezogene Daten im Internet
Daten von Schülerinnen und Schüler wie Namen, Geburtsdatum, Konfession, Staatsangehörigkeit,
Adresse, Jahrgangsstufe und auch Bilder dürfen nur mit Zustimmung der Eltern bzw. des
volljährigen Schülers / der volljährigen Schülerin veröffentlicht werden.
Anders verhält es sich, wenn Schülerinnen und Schüler Funktionen innehaben, in denen sie die
Schule nach außen vertreten. Dies gilt für Schülersprecherinnen / -sprecher und der
Stellvertreterinnen / Stellvertreter, nicht jedoch für Klassensprecherinnen und -sprecher. In diesen
Fällen ist die Veröffentlichung von Name, Schuladresse und Funktion ohne Zustimmung möglich.
Bei Daten von Lehrkräften dürften nach der Rechtslage zwar ohne Zustimmung, Name,
Lehrerbefähigung und Funktion im Internet veröffentlicht werden. Diese Daten unterliegen
grundsätzlich nicht dem Selbstbestimmungsrecht des Betroffenen, da sie einen engen Bezug zur
amtlichen Tätigkeit des Staates gegenüber den Bürgern haben und damit nicht primär der
Individualsphäre des Bediensteten, sondern der Sphäre des Staates zuzuordnen sind. Wegen der
besonderen Öffentlichkeitswirksamkeit des Internet soll aber unabhängig von dieser rechtlichen
Einschätzung den Schulen die Einholung der Zustimmung bei Lehrkräften, die nicht der
Schulleitung angehören, empfohlen werden. Stimmt die Lehrkraft nicht zu, werden ihre Daten nicht
im Internet veröffentlicht.
Soweit Eltern besondere schulische Funktionen innehaben, in denen sie die Schule nach außen
vertreten - dies gilt für Schulelternsprecherinnen /-sprecher und deren Stellvertreterinnen /
Stellvertreter, nicht jedoch für Klassenelternsprecher -, dürfen Name, Schuladresse und Funktion
ohne Zustimmung veröffentlicht werden.
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung (1998)
Personenbezogene Daten, die im Internet erfragt werden
Der folgende Hinweis sollte nach Ansicht des Landesbeauftragten für den Datenschutz in einer
Dialogbox erscheinen, wenn z.B. per Bildschirmformular in Internet-Angeboten öffentlicher Stellen
personenbezogene Daten der Nutzer erfragt werden:
110
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Vorschlag für ein Gestaltungsmuster:
Um dieses Internet-Angebot des/der ... (Bezeichnung der Daten verarbeitenden Stelle) ... nutzen zu
können, ist die Verarbeitung der dargestellten personenbezogenen Daten erforderlich. Die Daten
werden lediglich für ... (Verwendungszweck) ... verwendet. Ihre Daten werden nach ... (Angabe
einer Speicherungsfrist / Erfüllung des Zwecks) ... gelöscht (Alternative: Ihre Daten werden ...
[(dauerhaft / bis auf Widerruf) ... gespeichert].
Mit der Bestätigung dieses Hinweises willigen Sie in die o.g. Verarbeitung Ihrer Daten ein. Sie
können diese Einwilligung schriftlich oder per E-Mail gegenüber dem/der ... (Bezeichnung der
Daten verarbeitenden Stelle) ... jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Nachteile
entstehen Ihnen daraus nicht.
Dieses Angebot unterstützt gegenwärtig keine Datenverschlüsselung. Bei der Übertragung Ihrer
Daten im Internet besteht daher keine Datenverschlüsselung. Bei der Übertragung Ihrer Daten im
Internet besteht daher die Möglichkeit, dass diese durch Unbefugte zur Kenntnis genommen oder
verändert werden können.
Erklärung:
Ich willige in die o.g. Verarbeitung meiner Daten ein.
Bestätigungs-Schalter 2:
Ich willige nicht in die Verarbeitung meiner Daten ein (Abbruch)
Informationen: Orientierungshilfe des Landesdatenschutzbeauftragten (LfD) Rheinland-Pfalz, „InternetZugänge und - Angebot“ 1998
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
111
9 Neue Informations- und Kommunikationstechnologien
in der Aus-, Fort- und Weiterbildung
9.1 Neue Informations- und Kommunikationstechnologien im Rahmen
des Vorbereitungsdienstes für das Lehramt an Sonderschulen1
Die rasante Entwicklung in der Mikroelektronik und Telekommunikation gewinnt zunehmend
Einfluss auf die öffentliche und private Lebensgestaltung, sodass auch das Bildungswesen
aufgefordert ist, sich mit dieser Entwicklung auseinander zu setzen. Somit entsteht auch für die
Studienseminare für das Lehramt an Sonderschulen die Notwendigkeit, die mit den einer
zukünftigen Informations- und Kommunikationsgesellschaft einhergehenden Erfordernisse in die
Ausbildung einzubeziehen.
Im Rahmen des Vorbereitungsdienstes werden Neue Medien und Telekommunikation unter
folgenden Aspekten thematisiert:
•
•
•
als Hilfe zur Durchführung von Unterricht und Fördermaßnahmen
als wesentlicher Faktor einer Medienerziehung
als Gegenstand einer informationstechnischen Grundbildung
•
als Mittel beruflicher Information sowie des Austausches und der Weiterbildung
Neue Medien als Hilfe zur Durchführung von Unterricht und Fördermaßnahmen
In Verbindung mit der Durchführung von Unterricht und Fördermaßnahmen stellen moderne
Medien gerade im Bereich der Sonderpädagogik eine vielfältig nutzbare Bereicherung dar. Das
betrifft apparative Hilfen für Schüler mit Sinnes- und Körperbeeinträchtigungen ebenso wie die
vielfältigen Lernsoftwareangebote für mittlerweile fast alle Unterrichtsfächer.
Ein effektiver Einsatz von Lernprogrammen und Multimediaangeboten setzt voraus, dass man
einen Überblick hat über die zur Verfügung stehenden Programme hat,
diese im Hinblick auf die anstehenden Lehr-/Lernaufgaben unter Einbeziehung
lernpsychologischer Erkenntnisse gültig analysieren und beurteilen kann,
den Beitrag von modernen Medien und Technologien zur Aufgabenbewältigung bestimmen,
Wirkungen und Nebenwirkungen erfassen und interpretieren und
Einsatzformen bestimmen kann.
Eine Qualifizierung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer für einen Unterricht, der die Möglichkeiten
der modernen Medien und der Telekommunikation nutzt, kann nur in Verbindung mit der konkreten
Unterrichtswirklichkeit vollzogen werden. Trotz der immer noch nicht flächendeckenden
Ausstattung der rheinland-pfälzischen Sonderschulen mit Computern finden die Anwärter in ihren
Ausbildungsschulen immer öfter Computer vor, entweder in speziellen Computerräumen oder
direkt in den Klassenzimmern. Auch wenn die vorhandenen Computer meist nicht dem neuesten
technischen Stand entsprechen, werden sie von den Mentoren in unterschiedlicher Weise für
Erziehung und Unterricht eingesetzt. Wenn diese Voraussetzungen in ihren Ausbildungsklassen
gegeben sind, können die Anwärter Möglichkeiten erproben, wie ein sinnvoller, auf die
-
1
Text: Breiten, W./Grimm, W., Studienseminar für das Lehramt an Sonderschulen Neuwied bzw.
Kaiserslautern
112
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmter Einsatz des Computers im Unterricht
erfolgen kann: z.B. das Schreiben eines Aufsatzes mittels Textverarbeitung im Deutschunterricht,
der gezielte Einsatz von Lernsoftware für das Üben im Mathematikunterricht oder im
Stationenlernen, das Erstellen einer Schülerzeitschrift im Projektunterricht... . Eine wichtige
Bedingung für eine erfolgreiche Ausbildung ist das Engagement und die Offenheit der Mentoren
und der Fachleiter, die die Anwärter in didaktisch-methodischen Fragen beraten. Die meisten
Anwärter haben zwar bereits eigene Erfahrungen - meist durch die Nutzung der Textverarbeitung gesammelt, dennoch können Ängste und Vorurteile bei dem Einsatz des Computers im eigenen
Unterricht auftreten, die in Gesprächen mit Mentoren und Fachleitern thematisiert werden können.
In der Seminararbeit können beispielsweise Lernprogrammen für den Mathematik- und
Deutschunterricht vorgestellt werden. Dabei können didaktisch-methodische Kriterien zur
Beurteilung von Lernsoftware und -spielen erarbeitet werden.
Ebenfalls kann die Verwendung des Computer als Hilfsmittel eine wichtige Rolle spielen. Im
Seminar „Körperbehindertenpädagogik“ kommt beispielsweise der Auseinandersetzung mit
technischen Hilfen, die es den Schülern ermöglichen, trotz ihrer Bewegungsbeeinträchtigung einen
Computer zu bedienen, eine wichtige Rolle zu: Wichtige Beispiele sind Spracherkennungsprogramme als Hilfe für Schülerinnen und Schüler, die keine Tastatur bedienen können, oder
Sprachausgabeprogramme, die nichtsprechenden Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zur
verbalen Kommunikation geben.
Dabei stehen pädagogische Zielstellungen im Mittelpunkt. So kann z.B. mit Hilfe des Computers
Selbstständigkeitserziehung geistigbehinderter Schülerinnen und Schüler, Förderung von
Handlungskompetenzen bewegungsbeeinträchtigter Schüler oder Sprachförderung von mutistischen
Schülern innerhalb von Erziehung und Unterricht erfolgen.
Neue Medien und Technologien als wesentlicher Faktor einer Medienerziehung
Alle Analysen, die zum Thema „Kindheit heute“ (vgl. hierzu vor allem die Dokumentation zum
Bundesgrundschulkongress 1989 in Frankfurt/M. „Kindheit heute - Herausforderung für die
Schule“) vorgelegt wurden, zeigen die Auswirkungen der modernen Medien im Hinblick auf eine
veränderte Kindheit auf.
Damit muss Medienerziehung, und hier in besonderer Weise die Bedeutung und die Auswirkungen
von Computern und Multimediaangeboten auf die Lebensweisen und die Lebenseinstellungen von
Kindern und Jugendlichen, unverzichtbarer Bestandteil einer zeitgemäßen Lehrerausbildung sein.
Für die Allgemeinen Seminare ist Medienerziehung wegen dieser derzeitigen gesellschaftlichen
Relevanz eine eigenständige pädagogische Rahmenthematik, die Fach- und Fachrichtungsseminare
setzen sich im Zusammenhang mit pädagogischen Einzelfragestellungen (z.B. reduzierte
Primärerfahrungen bzgl. der Unterrichtsthemen, Verhaltensauffälligkeiten und Medienkonsum etc.)
damit auseinander.
Neue Medien und Telekommunikation als Gegenstand einer
Informationstechnischen Grundbildung
Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten in diesem Bereich ist für Sonderschüler im Hinblick
auf die gegenwärtigen problematischen Entwicklungen des Arbeitsmarktes bedeutungsvoll. Das gilt
nicht nur für das Fach Arbeitslehre oder die Kernfächer Deutsch und Mathematik sondern für alle
Fächer, die durch den Computereinsatz Kompetenzen und Vorerfahrungen im Sinne von
Schlüsselqualifikationen für die zukünftige Berufs- und Arbeitswelt vermitteln können.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
113
Seit 1998 ist die Informationstechnische Grundbildung fester und in verschiedenen Lehrplänen
verankerter Bestandteil des Unterrichts an Schulen in Rheinland-Pfalz. Damit gehört sie auch in den
Themenkatalog des Vorbereitungsdienstes.
Während in den allgemeinen Seminaren das Konzept der Informationstechnischen Grundbildung
(Entwicklung und Stand, Zielsetzung und Umsetzungsmöglichkeiten) vorgestellt wird, setzen sich
die Fachseminare, denen diese Thematik auf Grund von Lehrplänen (z.B. Wirtschafts- und
Arbeitslehre, Deutsch, Mathematik) vorgegeben ist, durch die Planung, Durchführung und
Auswertung von exemplarischen Unterrichtsbeispielen sowie durch Hinweise zur Geräteausstattung
damit auseinander.
Neue Medien und Telekommunikation als Mittel beruflicher Information sowie des
Austausches und der Weiterbildung
Mit der Initiative „Schulen ans Netz“ und der Einrichtung eines Landesbildungsservers wurde
vielen Bildungseinrichtungen der Zugang zu weltweiter Kommunikation im Internet ermöglicht.
Damit werden Literaturrecherchen, Diskussionsforen für spezifische Fragestellungen oder auch
Basisinformationstexte und aktuelle Mitteilungen für jeden Mitarbeiter des pädagogischen Bereichs
ohne großen Zeitaufwand und kostengünstig zugänglich.
Die hier zur Verfügung stehenden Möglichkeiten werden aber nur genutzt, wenn eine dazu
notwendige Einweisung in das Handling der Zugangssoftware und eine berufsspezifische und
fragestellungsbezogene Nutzung der Informationsangebote vermittelt wird.
Die Initiative Schulen ans Netz könnte darüber hinaus Ausgangspunkt für einen schülerorientierten,
grenzüberschreitenden Unterricht sein, in dem die Schülerinnen und Schüler Eigenverantwortung
und Selbstständigkeit ausbilden können.
Dem Studienseminar fällt deshalb hier ganz aktuell eine wichtige Ausbildungsaufgabe zu.
9.2 Tätigkeit der Fachberaterinnen/Fachberater „Computer an
Sonderschulen“
Die Durchführung der Aufgaben der Fachberaterinnen/Fachberater „Computer an Sonderschulen“
richten sich nach den folgenden Regelungen:
Aufgaben der Fachberaterinnen/Fachberater:
•
•
Beratung der insbesondere für die Systembetreuung zuständigen Lehrkräfte in fachlichen,
methodischen, mediendidaktischen und technischen Fragen der Hard- und Softwarenutzung;
Organisation, Leitung und/oder Mitwirkung bei Veranstaltungen;
•
Initiative zu pädagogischen Vorhaben und Aufgaben sowie Koordination und Auswertung für
den Computereinsatz an Sonderschulen;
•
•
•
Zusammenarbeit zwischen den Fachberaterinnen/Fachberatern der Schulbehörden;
Zusammenarbeit mit den Fachberaterinnen/Fachberatern anderer Schularten;
Zusammenarbeit mit Fachdidaktischen Kommissionen in Fragen des Computereinsatzes;
•
•
Ausarbeitung von Stellungnahmen und Gutachten in fachlichen und methodischen Fragen sowie
Mitarbeit bei der Fortschreibung der Handreichungen „Computereinsatz an Sonderschulen“;
Beratung bei Unterrichtsprojekten;
•
•
Regelmäßige Beurteilung neuerer Hard- und Schulsoftware;
Beratung der Schulbehörde;
114
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
•
•
•
Beratung der Schulleitungen hinsichtlich des Computereinsatzes in der Schulverwaltung;
Beratung in Ausstattungsfragen der Schulen;
Mitwirkung bei Unterrichtsbesuchen in jeweils besonderem Auftrag der Schulaufsicht;
•
•
Aktualisierung des eigenen Fachwissens hinsichtlich der Entwicklung von Hard- und Software;
Unterstützung der Arbeit der pädagogischen Service-Einrichtungen: Staatliches Institut für
Lehrerfort- und -weiterbildung, Pädagogisches Zentrum, Landesmedienzentrum,
Schulpsychologischer Dienst u.a.;
Zusammenarbeit mit Verbänden und Institutionen auf regionaler und überregionaler Ebene
sowie die Übernahme von Tätigkeiten im fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Bereich.
•
Fortbildung der Fachberaterinnen/Fachberater
Die Fachberaterinnen/Fachberater nehmen an gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen teil, die
nach Bedarf stattfinden und von einem Vertreter des zuständigen Ministeriums oder der
Bezirksregierung oder einem von der Schulbehörde Beauftragten geleitet werden. Diese
Veranstaltungen dienen der allgemeinen pädagogischen und didaktischen Fortbildung sowie der
fachlichen und fächerübergreifenden Zusammenarbeit aller Fachberaterinnen/Fachberater des
Landes.
Planung und Durchführung von Veranstaltungen mit den Fachberaterinnen/Fachberatern
Veranstaltungen mit Fachberaterinnen/Fachberatern können von Fachberaterinnen/Fachberatern
selbst, einem oder mehreren Kolleginnen/Kollegen, einer Konferenz, einem Schulleiter, einer
Schulbehörde oder dem zuständigen Ministerium angeregt werden. Im Bedarfsfall können die
Schulbehörde oder das Ministerium entsprechende Festlegungen treffen. Alle diese Veranstaltungen
können nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel durchgeführt werden.
Die Teilnahme einer Fachberaterinnen/eines Fachberaters an Veranstaltungen, die zu seinem
Aufgabenbereich gehören, sowie der Besuch von Fachausstellungen und Kongressen sind
dienstliche Tätigkeiten im Sinne von § 31 Abs. 1 Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG), Die
vorherige Genehmigung der Dienstreise sowie die Erstattung von Reisekosten nach dem
Landesreisekostengesetz erfolgen auf Antrag durch die Schulbehörde.
Für die einzelnen Sonderschulen können bei Bedarf Veranstaltungen mit der zuständigen
Fachberaterinnen/dem zuständigen Fachberater stattfinden.
Zu schul- und schulartübergreifenden Veranstaltungen in seinem Zuständigkeitsbereich lädt die
Fachberaterin/der Fachberater bzw. laden die Fachberaterinnen/Fachberater mit Genehmigung der
Schulbehörde ein.
Jede Sonderschule hat dafür Sorge zu tragen, dass die Angebote der Fachberaterinnen/Fachberater
wahrgenommen werden.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
115
10 Software für den Einsatz in der sonderpädagogischen
Förderung
10.1 Bewertung von Lernsoftware - Kriterien
Einleitung
Die Suche nach geeigneter Software für den Einsatz in der Sonderpädagogik stellt sich als
schwieriges Unterfangen dar. Der Markt bietet mittlerweile eine Fülle an Produkten, die in Bezug
auf Inhalte, Zielgruppe, Arbeitsformen, etc. und nicht zuletzt pädagogische und technische Qualität
ein sehr breites Spektrum aufweisen. Erschwerend kommt hinzu, dass dem Interessenten oft nur
wenige Informationen über ein Produkt zur Verfügung stehen und beim Kauf eine Prüf- bzw.
Rückgabemöglichkeit oft nicht eingeräumt wird.
Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, anbieterunabhängige Informationen zu den wichtigsten
Softwareprodukten zur Verfügung zu stellen. Die Bemühungen, Vielfalt mit einem Standardkatalog
an Kriterien zu beurteilen, stoßen jedoch schnell an ihre Grenzen. Auch eine kurze Bewertung ist
problematisch, da sie der Komplexität niemals gerecht werden kann. Stattdessen wird hier zunächst
ein umfassender Kriterienkatalog vorgestellt, der bei der eigenen Urteilsbildung als Orientierungsrahmen dienen kann.
Die Digita-Kriterien
Die Digita-Kriterien sind Grundlage der alljährlichen Verleihung des Schulsoftwarepreises
„Digita“, im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Der vorgestellte Kriterienkatalog stammt aus dem
Jahre 1997.1
Interaktivität:
Begründung und Realisierung der Interaktionen von Programm und Benutzer
Vielfalt, Funktionalität und Erschließbarkeit der lnteraktionsformen
Interaktionstechniken
Verhältnis von Variantenreichtum und Funktionalität
Ist die Dialogführung (Mensch-Maschine-Dialog) benutzergerecht?
Ist die Terminologie konsistent, auch bezogen auf andere Programmteile und auf gängige
Softwareprodukte?
Flexibilität
Welche Varianten der Lernereingabe werden angeboten, welches Spektrum weisen die
Programmreaktionen auf?
Sind freie Eingaben Ton, Text, Zeichnung möglich?
Werden die Einschränkungen bei eng begrenzten Eingaben (Auswahlantwort, Multiple Choice,
Lückentext) aus dem Kontext heraus begründet?
Lehrer-/Lehrmodell
Ist die Software primär Lehrmittel, Lernmittel oder Arbeitsmittel?
Welche Rolle spielen Lehrpersonen beim Einsatz der Software (Anreger, Coach, Moderator)?
1
Quelle: bildung-rp.de/LMZ/bewert.pht
116
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Erwartungskonformität und Einarbeitungsaufwand
Entsprechen die Reaktionen des Programms den Erwartungen des Lerners?
Erschließen sich den Lernenden die vorgesehenen Interaktionsfolgen mit einem vertretbaren
Aufwand?
Sind fachliche und lerntechnische Hilfen problemlos zugänglich?
Gibt es Anwendungsbeispiele für die einzelnen Arbeitsschritte?
Ausführung und Funktionalität der Lernsteuerung
Qualität der Rückmeldungen auf Benutzereingaben
Erfolgt eine angemessene Eingabenanalyse (Analysetiefe)?
Macht die Rückmeldung den Fehler verständlich, gibt sie Hinweise zur Fehlerbehebung?
Werden für den Kontext irrelevante Eingaben ignoriert oder selbsttätig korrigiert?
(Fehlertoleranz)
Lernstandsinformationen
Bekommt der Lerner Informationen über seinen aktuellen Lernstand?
Sind diese Angaben fundiert (werden tatsächlich Lernstandsinformationen gegeben oder nur
Punkte gesammelt)?
Eröffnen unterschiedliche Leistungen auch unterschiedliche Lernwege?
Gibt es Lernzielkontrollen?
Grad der Lernersteuerung bzw. Lernerautonomie
Ist die Ablaufgeschwindigkeit beeinflussbar?
Ist die Auswahl und Reihenfolge der Arbeitsschritte bestimmbar?
Lassen sich Umfang und Schwierigkeitsgrad von Aufgaben einstellen?
Kann die Lernzeit bestimmt werden (Lerndauer, Unterbrechung, Wiederaufnahme, Speichern
von Zwischenständen)?
Ausgestaltung innovativer Interaktionen
Lerntheorie
Wird explizit eine bestimmte Lerntheorie zugrunde gelegt oder wird ein eklektizistisches,
indifferentes Vorgehen bevorzugt ?
Stimmen lerntheoretischer Ansatz und Interaktionsformen überein?
Wird handlungsorientiertes Lernen unterstützt?
Lerneraktivierung
Sind die erwarteten Lernerreaktionen vielfältig?
Werden Lernkanäle sinnvoll aktiviert (visuell, auditiv, haptisch, motorisch)?
Gibt es Anregungen zur Entwicklung von Sozialkompetenz?
Wird eine allgemeine Methodenkompetenz vermittelt (z.B. das Lernen lernen)?
Lernverfahren
präferierte Lernorganisation (Einzel-, Gruppenlernen, Frontalunterweisung)
präferierte Lernmethoden (explorativ/rezeptiv, selbstgesteuert/fremdgesteuert, linear/sequentiell)
präferierte Sozialformen (Einzel-, Partner-, Gruppen-, Plenumsarbeit)
Sind Präferenzen begründet begründbar?
Individuelle Lernweggestaltung
Gibt es Speichermöglichkeiten zum Festhalten individueller Lernwege (Lesezeichen,
Gedächtnis)?
Können Zwischenergebnisse gespeichert werden?
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
117
Sind Wechsel zwischen Arbeits- und Erholungsphasen vorgesehen?
Adaptivität:
Aufbereitung der Lerninhalte unter Berücksichtigung der Lernbedingungen und der
Lernwege
Auswahl und Aufbereitung der Inhalte
Auswahl des Wissenssegments (Basiswissen, Schlüsselqualifikationen)
Relevanz der Lerngegenstände und der daran geknüpften Lernziele
Korrektheit der Informationen, sachadäquate Darstellung des Themas
exemplarischer Gehalt
Perspektiven für den Benutzer im Hinblick auf die Bewältigung gegenwärtiger oder zukünftiger
Situationen oder Problemen
Stellenwert in der fachwissenschaftlichen Diskussion
(neu, progressiv, anerkannt, konservativ, überholt)
fachspezifisch /interdisziplinär
Ist die Software spezifisch für eine Lernsituation oder polyvalent in verschiedenen einsetzbar?
Werden unterschiedliche Zugangsweisen zur Thematik angeboten?
Konzeption
Werden die didaktischen und fachlichen Grundpositionen, die Lernziele beschrieben?
Sind Angaben zu Zielgruppe und Einsatzbreite vorhanden, falls ja, zutreffend?
Sind qualifizierte Vorschläge zur Lernwegsgestaltung vorhanden?
Innovationsgehalt
Ist das Thema oder die Art seiner Realisation neuartig?
Existieren fachliche Vorteile gegenüber anderen Darstellungsverfahren?
Anpassungen an die Lernfaktoren
Vorkenntnisse und Lernziele
Welche inhaltlichen und methodischen Vorkenntnisse werden beim Lerner angenommen? Sind
diese Annahmen begründet?
Gibt es eine Inhaltsübersicht, einen bequemen Weg zur Information über das Leistungsspektrum
der Software?
Lernzieldimensionen (kognitiv, affektiv, motorisch)?
Sind die Lernziele sinnvoll gewählt, erreichbar?
Ermöglicht die Software originale Begegnungen oder stellt sie Bezüge zu originalen Erfahrungen
der Lerner her?
Motivationsfunktionen
Motiviert die Software die Lernenden zur Auseinandersetzung mit den Inhalten?
Besteht qualitativ und quantitativ ein ausgewogenes Verhältnis zwischen spielerischen und
fordernden Programmelementen?
Motiviert die Software zur (kreativen, produktiven) Weiterarbeit nach der Beendigung einer
Arbeitsphase?
Werden den Lernenden positive Identifikationsmöglichkeiten geboten (Einsatz fiktiver
Charaktere, rollengerechte Besetzung von Sprechern, Schauspielern, Zeichenfiguren)?
118
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
äußere Lernbedingungen
Für welchen Lernort ist das Produkt gedacht (zu Hause, am Arbeitsplatz, in
Fortbildungseinrichtungen, in der Schule, im Fachunterricht, an anderen Orten) und wird es
dieser Bestimmung gerecht?
kultureller Kontext
Wird der allgemein kulturelle Lebenshintergrund der Zielgruppe berücksichtigt?
Wird eine ausländische Produktion adaptiert?
Anpassungsfähigkeit an die Veränderungen des Lernverhaltens
Flexibilität
Werden verschieden Vermittlungs- und Kommunikationsformen angeboten?
Stehen unterschiedliche Lernwege zur Verfügung?
Werden Hinweise zur weiteren Lernweggestaltung abhängig von der Lernperformanz gegeben?
Werden unterschiedliche Leistungsniveaus (temporär, individuell) berücksichtigt?
Sind Programmteile frei zugänglich oder ist eine feste Reihenfolge vorgesehen?
Abgeschlossenheit / Offenheit
Wird ein Thema vollständig, sinnvoll portioniert vorgestellt?
Sind Schnittstellen zu Ergänzungen oder Weiterführungen vorgesehen?
Medialität:
Technische und ästhetische Umsetzung des Konzepts
Softwaredesign -stabilität und -konsistenz
Hardware und Installation
Werden die Herstellerangaben zur notwendigen Hardwarekonfiguration eingehalten?
Ist das Programm bei der angegebenen Minimalkonfiguration voll leistungsfähig?
Ist eine Deinstallation verfügbar?
Werden Konfigurationsdateien automatisch verändert, Systemdateien überschrieben?
Verläuft die Installation so, wie im Begleitmaterial beschrieben?
Handbuch und Begleitmaterial
Sind Informationen zur Technik, Programmbedienung und Didaktik vorhanden?
Richten sich diese Informationen inhaltlich und sprachlich an die jeweils passende
Personengruppe?
Sind die Beschreibungen ausführlich genug oder zu ausführlich/detailliert?
Existieren Unterstützungs- und Beratungsangebote?
Gibt es Hinweise zur Art und Vermeidung typischer Benutzerfehler?
Gibt es Hinweise auf Programmlauffehler, auf Hard- oder Softwarekonflikte?
Benutzeroberfläche
Sind Steuerelemente der Oberfläche und/oder Menüs einfach und eindeutig?
Wie hoch ist der Einarbeitungsaufwand im Vergleich zum Nutzen?
Ist ein intuitiver Zugang möglich?
Sind unterschiedliche Zugangsweisen zu Funktionen vorgesehen (Icons Steuerelemente,
Menüeinträge, Tastenkombinationen / Mausklicks)?
Werden die Standards zur Funktionalität der Oberflächenelemente eingehalten?
Entspricht die Oberflächengestaltung lern- und wahrnehmungspsychologischen Grundsätzen?
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
119
Zugänglichkeit der Hilfsfunktionen
kontextsensitiv, Fl-Taste, online, direkt, menügesteuert?
Sind Texte bildschirmgerecht gestaltet (Schrifttypen, Farben, Hervorhebungen)?
Ästhetik
Spricht die Gestaltung der Oberfläche die Zielgruppe ästhetisch an?
Komplementiert die ästhetische Ausgestaltung des Programms eine Funktionen?
Funktionalität der Softwaregestaltung
Variabilität der Darbietung der Informationen und Aufgaben
Multimediaqualität - textlich, symbolisch, visuell (Graphiken, Stand- und Bewegtbilder), auditiv
(Sprache, Geräusche, Töne)?
Werden die vorhandenen technischen Möglichkeiten didaktisch hinreichend genutzt?
Ist der Medieneinsatz (Texte, Sprache Geräusche, Musik, Graphiken, Fotografien, Animationen,
Videoclips) funktional, motiviert, sinnvoll?
Entsprechen die eingesetzten Medien technischen Standards?
Programmtypen und Elemente
Übung/Spiel, Tutor/Trainer, Simulation, Lexikon
Hypersystem, anderer Typus
Ist die Entscheidung für einen Programmtyp begründet, nachvollziehbar, offensichtlich?
Welche Funktionen übernehmen einzelne Programmteile (Übungen, Aufgaben, Spiele) für das
gesamte Programm?
Verhältnis von Aufwand und Nutzen
Ist der Lerngegenstand (nur) mit softwaretechnischen Mitteln angemessen darzustellen?
Ist der Lerngegenstand mit softwaretechnischen Mitteln besser darzustellen als mit anderen
Mitteln?
Wird durch die Anwendung ein Mehrwert gegenüber anderen Medien erreicht?
Leistungsmerkmale
Verhältnis zwischen Programmiergröße und Programmleistungsfähigkeit?
Sind die Antwortzeiten des Systems (bei Minimalkonfiguration) akzeptabel?
Sind Ton- und Bilddokumente qualitativ ansprechend bei vertretbaren Systemanforderungen?
Offenheit der Software: Lässt das Programm die Nutzung externer Software zu oder werden
gängige Softwarekomponenten dupliziert (z.B. Textverarbeitung, Rechner, Druckersteuerung?
Nutzungsaufwand und Kosten
Werden die technischen Anforderung an die Lernumgebung durch die Leistung der Software
gerechtfertigt?
Stimmt das Preis-Leistungsverhältnis?
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
120
10.2 Die SODIS-Datenbank
Am Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest wurde seit 1988 zunächst in einem
dreijährigen Modellversuch ein für alle Bundesländer nutzbares „Software Dokumentations- und
Informationssystem“ aufgebaut. Diese Datenbank wird seit der Beendigung des Modellversuches
fortgeführt. Neben allen Bundesländern ist mittlerweile auch Österreich an dem Projekt beteiligt.
Die SODIS-Daten werden zweimal jährlich auf einer CD-Rom publiziert. Außerdem kann im
Internet unter der URL www.sodis.de in der Datenbank recherchiert werden.
Basisdaten
Die SODIS-Datenbank enthält zu jedem erfassten Produkt folgende Basisinformationen:
•
•
•
•
•
Produktname, Version
Autoren, Erscheinungsjahr
Lieferumfang, Sekundärmaterialien, Land der Entwicklung, ISBN, Nutzungsbedingungen,
Dialogsprache, Betriebssystem, Systemvoraussetzungen,
Art des Produktes, Sachgebiete und Fächer, Themen und Themenbereiche
Adressaten
•
•
Kurzbeschreibung
Bezugsquellen
Erfahrungsberichte
Zusätzlich werden Bewertungen erfasst, die medientechnische, fachliche, fachdidaktische und
mediendidaktische Aspekte berücksichtigen sollen. Die Bewertungen werden von Lehrerinnen und
Lehrern erfasst, die Erfahrungen mit dem Produkt im Unterricht gemacht haben.
„Beispielhafte Medien für den Unterricht“
Mit diesem Prädikat werden Produkte ausgezeichnet, mit denen sich gegenüber herkömmlichen
Medien Unterrichtsinhalte schneller lernen, besser veranschaulichen oder vertiefte Erkenntnisse
gewinnen lassen. Das können auch Medien sein, die neue, sinnvolle Untersuchungsmethoden
ermöglichen oder neue pädagogisch bedeutungsvolle Ziele erreichbar werden lassen, die bisher
nicht oder kaum erreichbar waren. Darüber hinaus wird an diese neuen Medien die Anforderung
gestellt, dass sie konstruktives, kommunikatives, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches
Lernen unterstützen.
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung (LSW) - SODIS Paradieser Weg 64 D-59494 Soest
Tel. (0 29 21) 6 83-2 00 Fax (0 29 21) 6 83-3 93
E-Mail: [email protected]
Internet-Adresse: www.sodis.de
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
121
11 Glossar zur Computerfachsprache
Arbeitsspeicher
So heißt das „Kurzzeitgedächtnis“ des Computers, kurz auch „RAM“ genannt. Die Größe
des Arbeitsspeichers wird in Megabyte (MB)
angegeben. Heute übliche Computer besitzen mindestens 32 MB Arbeitsspeicher.
Bitmap
Bitmap-Grafiken (Dateiendungen .bmp, .gif,
.jpg, .tif) speichern ein Bild Punkt für Punkt.
Die Genauigkeit hängt von der Auflösung ab.
Eine Bitmap-Datei ist daher vergleichsweise
groß.
Auflösung
Sie gibt an, wie viele Punkte (dots) auf einer
Fläche dargestellt oder erfasst werden können. Je höher die Auflösung, desto genauer
die Darstellung.
bps
Die Übertragungsgeschwindigkeit von Modems und ISDN-Karten wird in bits per
seconds (Bit pro Sekunde) angegeben. Ein
hohe Geschwindigkeit verkürzt die Übertragungszeit. Bei ISDN werden maximal 64.000
bps übertragen.
Betriebssystem
Es beinhaltet die zentralen Programme eines
Computers. Es kümmert sich um die Ein- und
Ausgabe sämtlicher Daten auf Disketten,
Festplatten, Drucker und andere Geräte.
Bekannte Betriebssysteme sind MS-DOS
oder Windows 95, 98 und NT.
Bildschirmschoner
Diese Programme wurden früher eingesetzt,
um den Bildschirm vor Schäden zu bewahren. Heutzutage haben sie nur Unterhaltungswert.
Bildschirmauflösung
Sie gibt an, wie viele Punkte auf dem Bildschirm abgebildet werden können. Moderne
Bildschirme können 640 Punkte horizontal
und 480 Punkte vertikal (640x480), 800x600
sowie 1024x768 Punkte, oftt auch mehr, anzeigen. Je höher die Bildschirmauflösung,
desto genauer ist die Anzeige.
Bit
Die kleinste Informationseinheit. Ein bit kann
nur den Wert 0 oder 1 haben.
Byte
Ein Byte besteht als 8 bit. Da jedes bit den
Wert 0 oder 1 haben kann, ergeben sich 256
verschiedene Werte, die man mit 8 bit
darstellen kann.
KB
MB
GB
Kilobyte
Megabyte
Gigabyte
1.000 Byte
1 Mio Byte
1.000 Mio Byte
Browser
Der Browser ist ein Programm, das Internetseiten im Netz sucht und auf dem Bildschirm
anzeigt. Diese Programme werden meist
kostenlos angeboten. Die derzeit am häufigsten eingesetzten Browser sind der
„Internet Explorer“ (Microsoft) und der
„Communicator“ (Netscape).
Cache
Moderne Prozessoren arbeiten schneller, als
die Daten vom Arbeitsspeicher geliefert oder
die Ergebnisse abgespeichert werden können. Ein teurer, extrem schneller Speichertyp
(SRAM) wird deshalb als Puffer (Cache)
benutzt. Er speichert die zuletzt genutzten
Daten, und kann sie sehr schnell wieder
bereitstellen.
CAD
„Computer Aided Design“. Mit CADProgrammen entstehen Zeichnungen am
Bildschirm und nicht mehr wie früher am
Zeichenbrett.
CD-R
Eine CD-R ist eine leere, einmal beschreibbare CD, die bis zu 650 Megabyte Daten
speichern kann und sich mit jedem CD-ROMLaufwerk lesen lässt.
CD-Recorder
CD-Recorder sind Geräte, die Programme
oder andere Daten auf eine CD-R übertragen
können. Sie werden auch als „CD-Brenner“
bezeichnet. Grund: Die Informationen werden
mit Laserlicht auf dem Rohling „eingebrannt“:
122
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Chat
Beim Chat kommunizieren Teilnehmer im
Internet, indem sie per Tastatur ihre
Mitteilungen eingeben. Die Beiträge aller
Teilnehmer werden am Bildschirm angezeigt.
Computer-Virus
Ein Computer Virus ist ein kleines Programm,
das den Computer „infizieren“ kann. Es gibt
verschiedene Typen dieser „Krankheitserreger“. Sie löschen oder verschieben
Daten, machen Dritten geheime Informationen zugänglich, verstopfen den Computer mit
Datenmüll oder zerstören gar Teile des
Computers. Mit Anti-Viren-Programmen können Computer-Viren ausfindig gemacht und
bekämpft werden.
Datenbank
Eine Datenbank ist eine Sammlung zusammenhängender Daten, etwa Adressen. Die
Daten werden in Form elektronischer Karteikarten gespeichert.
Desktop
Der Desktop ist die Arbeitsoberfläche von
Windows 95/98. Das Wort Desktop stammt
aus dem Englischen und bedeutet „Schreibtisch-Oberfläche“. Auch auf dem Desktop
können Dokumente, Programme, Ordner und
vieles mehr abgelegt werden können.
digital
Digitale Informationen werden als Bits
gespeichert. Nur digitale Informationen können vom Computer verarbeitet werden.
dpi
Bei Druckern und Scannern wird die
Auflösung in der englischen Maßeinheit „dots
per inch“ (Bildpunkte pro Zoll, 1 Zoll=2,54 cm)
angegeben. Bei 300 dpi werden auf einer
Länge von 2,54 cm 300 Punkte abgetastet.
DVD
Die DVD ist ein Speichermedium, das so
groß ist wie eine CD, aber sehr viel mehr
Daten (bis zu 26 mal soviel) fasst.
Editor
Ein (Text-)Editor ist ein einfaches Schreibprogramm, mit dem sich Texte schreiben,
aber meist nicht gestalten lassen. In
Windows sind „Notpad“ und „Wordpad“ zwei
Vertreter dieser Art. Textverarbeitungsprogramme sind strenggenommen auch nur
Editoren, allerdings solche mit vielen eingebauten Zusatzfunktionen.
E-Mail
E-Mail ist die Kurzform von „Electronic Mail“
Dieser englische Begriff heißt übersetzt
„elektronische Post“. Diese Briefe oder Mitteilungen werden auf einem Computer geschrieben und über eine Daten- oder Telefonleitung an den Rechner des Empfängers
geschickt. Die Übertragung dauert nur wenige Sekunden. Der Empfänger kann den
Brief dann ebenfalls am Computer-Bildschirm
lesen.
Laserdrucker
Ein Laserdrucker trägt mit Hilfe von Laserlicht
sehr feines Pulver (Toner) auf die zu
bedruckenden Stellen des Papiers auf, das
dann mit Hitze fixiert wird. Laserdrucker können sehr genau drucken, sind aber teurer als
Tintenstrahldrucker.
Festplatte
Im Festplattenlaufwerk auch Festplatte
genannt, rotieren eine oder mehrere fest eingebaute Scheiben, auf denen Daten gespeichert werden. Sie ist das „Langzeitgedächtnis“ des Computers. Inhalte bleiben
auch nach dem Abschalten des Geräts
erhalten.
Hauptplatine
Die Hauptplatine, auch „Motherboard“ genannt, beherbergt (neben vielen anderen
Komponenten) den Prozessor, den Hauptspeicher und die Steckplätze für Erweiterungskarten. Außerdem sind dort die Anschlüsse für Diskettenlaufwerke, Festplatten,
CD-ROM-Laufwerke, Drucker, Maus und
Tastatur untergebracht.
Homepage
Startseite jedes Informationsangebots im
weltweiten Datennetz. Sie bietet meist einen
Überblick über das Informationsangebot sowie Informationen zum Anbieter.
HTML
HTML (HyperTextMarkupLanguage) ist die
Befehlssprache, mit der Internetseiten erstellt
werden können. Der Browser versteht diese
Befehle und kann die Seite richtig darstellen.
Hyperlink
Ein Hyperlink (oder kurz Link) ist eine
Verbindung eines Textteile oder einer Grafik
mit einer anderen Internet-Seite. Beim Mausklick auf den Hyperlink wird die verknüpfte
Seite gesucht und am Bildschirm angezeigt.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Icons
So nennt man die Symbole, die Sie
beispielsweise auf Ihrer Arbeitsoberfläche
oder in Ordnern sehen. Klicken sie darauf,
öffnet sich das entsprechende Programm und
zeigt Ihnen die Daten.
Installation
Bei der Installation eines Programms werden
alle benötigten Dateien von Diskette oder
CD-ROM auf die Festplatte kopiert. Während
dieses Vorgangs können Sie viele Programmeinstellungen wählen oder auf den
richtigen Wert bringen. Die Installation läuft
bei neuen Programmen meist vollautomatisch ab.
Internet
Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von
Tausenden von Computern, die über Telefonund Datenleitungen Informationen austauschen.
Intranet
Ein Intranet ist ein begrenztes „Internet“, das
technisch so funktioniert, wie das Internet.
Innerhalb einer Schule kann ein Intranet mit
WWW, E-Mail und Chat eingerichtet werden.
ISDN
ISDN ist ein Datennetz (der Deutschen
Telekom) zur Übertagung von Sprache und
anderen Daten, die als digitale Informationen
vorliegen müssen.
ISDN-Karte
Bauteil, das den Computer mit dem ISDNNetz verbindet, um Daten über das ISDNNetz übertragen zu können. Eine ISDN-Karte
benötigt man, um mit einem ISDN-Anschluss
über einen Provider ins Internet zu gelangen.
TCP/IP
TCP/IP sind Protokolle (Vereinbarungen, Vorschriften), die die Datenübertagung im Internet regeln. TCP regelt den Tarnsport der Daten und IP ist verantwortlich dafür, dass die
Daten an der richtigen Adresse ankommen.
Konvertieren
Übertragen einer Datei in ein anderes
Dateiformat, besonders wichtig bei Grafikdateien.
Makro
Makros sind gespeicherte Befehlsfolgen.
Damit lassen sich häufiger verwendete
Befehlskombinationen einfach per Mausklick
123
wiederholen. Viele Programme, besonders
die Textverarbeitungen, erlauben dem Benutzer das Aufzeichnen dieser Befehlsfolgen.
Megahertz
Hertz ist die Maßeinheit für die Frequenz,
also die Häufigkeit eines Ereignisses pro
Sekunde. Ein Megaherz entspricht also einer
Million Wiederholungen pro Sekunde. Die
Frequenz ist u.a. ein wichtiges Leistungsmerkmal des Prozessors.
Menü
Ein Menü ist eine Liste mit verschiedenen
Auswahloptionen. Es spart Platz und ist
daher Bestandteil vieler Dialogfelder von
Programmen. Die Liste klappt auf, wenn Sie
auf einen der Einträge klicken (PulldownMenü).
Modem
Ein Modem wird benötigt um Daten über
einen analogen Telefonanschluss (T-Net) per
Telefonleitung zu übertragen (z.B. um ins
Internet zu gelangen).
MP3
Bei diesem Verfahren werden Tondateien
stark verkleinert, da dass sie sehr wenig
Speicherplatz benötigen. Der Klang ist nur
wenig schlechter als der einer CD. Für die
Tonausgabe ist allerdings ein spezielles
Gerät oder Programm nötig.
Netzwerk
Bei einem Netzwerk sind mehrere Computer
durch spezielle Kabel und Einsteckkarten
miteinander verbunden. Erforderlich ist wieterhin eine besondere Software. In einem
Netzwerk können Geräte, beispielsweise
Drucker, von allen angeschlossenen Rechner
genutzt werden.
offline/online
Wenn ihr Computer nicht mit einem
Datennetz verbunden ist, ist er offline – das
heißt „nicht an der Leitung“. Besteht eine
Verbindung (z.B. zum Internet), arbeitet der
Computer online.
Online-Dienst
Die gängigsten Online-Dienste in Deutschland sind T-Online, AOL und Compuserve.
Neben dem Zugang ins Internet bieten diese
noch zusätzliche Dienste und Informationen
an.
124
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Passwort
Ein Passwort ist eine Zugangsberechtigung
für den Computer. Nach dem Einschalten des
Rechners oder dem Starten eines Programms erscheint ein Eingabefeld, das nach
dem Passwort fragt. Erst wenn Sie das
richtige Wort eingegeben haben, kommen
Sie an gespeicherte Daten heran.
Pentium
Der Prozessor-Typ des Herstellers Intel
arbeitet in den meisten derzeit verkauften
Computern. Der neueste, Pentium III genannt, wird mit Taktfrequenzen bis zu 550
Megahertz geliefert.
Plug and Play
Diese Technik (auf Deutsch: „Einstöpseln
und Loslegen“) sollte das Ausrüsten des
Computers mit Zusatzkarten stark vereinfachen. Das automatische Einstellen der Karte funktioniert, sofern sich alle Hersteller an
vereinbarte Regeln halten.
Prozessor
Der Prozessor ist die zentrale Recheneinheit,
der „Motor“ des Computers. Er ist zuständig
für alle Berechnungen. Bekannte Prozessoren sind die Pentium-Modelle der Firma
Intel und der K6-III von AMD.
Scanner
Der Scanner tastet, ähnlich wie ein Kopierer,
ein Bild Punkt für Punkt ab. Er überträgt die
so erfassten Daten in eine für den Computer
verständliche Form. Im Computer werden die
Informationen als Bilddatei gespeichert und
weiter verarbeitet.
Shareware
Als Shareware werden Programme bezeichnet, die vor dem Kauf erst einmal in einer
Testversion ausprobiert werden können. Falls
das Programm nach der Testphase weiter
genutzt wird, muss eine Lizenzgebühr an den
Hersteller gezahlt werden.
Soundkarte
Die Soundkarte ist eine Einsteckkarte, mit der
der Computer Töne aufnehmen und wiedergeben kann.
Suchmaschine
Suchmaschinen sind spezielle Programme im
weltweiten Datennetz, die zu einem Suchbegriff Internetseiten suchen.
Treiber
Programm, das erforderlich ist, damit ein
Bauteil (Grafikkarte, Drucker, ISDN-Karte)
richtig mit dem Computer zusammenarbeitet.
Updates
Updates sind neue Programmversionen, die
Besitzern der Lizenz der alten Version zu
einem günstigeren Preis angeboten werden.
URL
Uniform Ressource Locator: Die Adresse
einer Seite im Internet.
USB
Der „universelle serielle Bus“ (USB) ist ein
neuer Anschluss für den Computer. Alle
Geräte verwenden dabei dieselbe Stecker-Art
und der Computer erkennt angeschlossene
Zusatzgeräte mit USB-Anschluss automatisch.
Verzeichnis
Die Daten auf der Festplatte können ähnlich
den Kapiteln eines Buchs geordnet werden.
Diese Kapitel heißen „Verzeichnisse“ oder
„Ordner“. In einem Verzeichnis können
Unterverzeichnisse erstellt werden.
Windows Explorer
Der Windows Explorer ist die „Verwaltungszentrale“ von Windows-Betriebssystemen.
Hier wird der Inhalt der Laufwerke (Verzeichnisse, Dateien) angezeigt. Dokumente
können gelöscht, kopiert, verschoben oder
umbenannt werden.
WWW
Das WorldWideWeb ist der Teil des Internet,
in dem die Internetseiten (WWW-Seiten) angeboten und übertragen werden.
40fach
Maß für die Lesegeschwidigkeit von CDRom-Laufwerken. Die ersten CD-RomLaufwerke übertrugen 150 Kilobyte Daten pro
Sekunde. Heute sind die Geräte schneller.
Ein 40fach-Laufwerk überträgt also bis zu
6.000 Kilobyte pro Sekunde.
@
Das AT-Zeichen ist Teil jeder E-MailAdresse. Vor dem @ steht die Bezeichnung
für das Postfach und nach dem @ steht die
Internetadresse des Computers (Servers),
auf dem sich das Postfach befindet. Eingeben: Bei gedrückter Alt Gr-Taste die QTaste drücken.
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
12 Literatur
Ballin D., Brater M.,
Handlungsorientiert lernen mit Multimedia –
Lernarrangements planen, entwickeln und einsetzen
Nürnberg 1996
Bertelsmann Stiftung
Computer, Internet, Multimedia – Potenziale für Schule und Unterricht
Gütersloh 1998
Bertelsmann Stiftung/Heinz Nixdorf Stiftung (Hrsg.)
Neue Medien in den Schulen
Projekte – Konzepte – Kompetenzen - Bestandsaufnahme
Gütersloh 1996
Breiter, A./ Kubicek H.
Informations-Technologie-Planer für Schulen
Leitfaden für allgemeine Schulen zur Planung, Kostenschätzung und Finanzierung der Medienintegration
Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 1999
Brinkmöller-Becker H.
Die Fundgrube für Medienerziehung in der Sekundarstufe I und II
Berlin 1997
Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)
Computerspiele – Bunte Welt im grauen Alltag
Bonn 1993
Erlinger H.D.
Neue Medien, Edutainment, Medienkompetenz – Deutschunterricht im Wandel
München 1997
Fasching, Th.
Internet und Pädagogik
München 1997
Fritz, J.
Warum Computerspiele faszinieren
Empirische Annäherung an Nutzung und Wirkung von Bildschirmspielen
Weinheim 1995
Fritz, J./ Fehr, W.
Handbuch Medien: Computerspiele
Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1997
Gralla P.
So funktioniert das Internet
Ein visueller Streifzug durch das Internet
München 1996
Gretsch, U./Lisner, B.
Elternratgeber Computer
Chancen und Risiken für die kindliche Entwicklung
Hamburg 1995
125
126
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Huber F.
Computer für Hauptschulen
München 1998
Hugo, F.
Computer in der Schule
Baltmannsweiler 1998
Issing L.J., Klimsa P.
Infomation und Lernen mit Multimedia
Weinheim 1995
Jecht H., Sausel St.
Unterrichtsprojekte mit dem Internet
Darmstadt 1998
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung (Hrsg.)
Anregungen für Computerkurse in der Weiterbildung
Soest 1995
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung
Gestaltung von Hypermedia-Arbeitsumgebungen
Soest 1994
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung
Gestaltung von Hypermedia-Arbeitsumgebungen
Soest 1994
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung
Lernen mit Neuen Medien in der Grundschule
Soest 1997
Landesinstitut Schleswig-Holstein
Informationstechnische Grundbildung
Band 8, Kronshagen 1994
Landesinstitut Schleswig-Holstein
Informationstechnische Grundbildung
Band 9, Kronshagen 1994
Lauer T.
Internet – alles zum Internet
Zugang, Einsatz, Hilfsprogramme, Informationsquellen
München 1998
Maier R., Mikat C., Zeitter E.,
Medienerziehung in Kindergarten und Grundschule
München 1997
Pädagogisches Zentrum Bad Kreuznach (Hrsg.)
Der Computer in der Lebenswelt von Schülern - Ergebnisse einer Befragung
Bad Kreuznach 1998
Pädagogisches Zentrum Bad Kreuznach (Hrsg.)
Erprobung eines Spracherkennungssystems in der Sonderpädagogik – ESSo –
Zwischenbericht zu einem gemeinsamen Modellversuch der Bundesländer Rheinland-Pfalz und
Mecklenburg-Vorpommern
Bad Kreuznach 1997
Ritter M.
Computer und handlungsorientierter Unterricht
Donauwörth 1995
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Röder R.
Der Computer als Didaktisches Medium
Über die Mythen des Mediums und das Lernen von Subjekten
Bodenheim 1998
Sander W., Hülshorster Ch., Klimek A.
Wahlanalyse und Wahlprognose im Unterricht
Bonn 1998
Schieb J.
Internet – Nichts leichter als das
Berlin 1997
Schnorr W., Langenbach J., Mattern K., Daum W.
Medienprojekt für die Grundschule
Wie Kinder technische Bilder „erzeugen“ und „lesen“ lernen
Braunschweig 1993
Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungforschung München
Computer in der Schule zur individuellen Lebensbewältigung
Donauwörth 1995
Schorb, B.
Medienalltag und Handeln
Medienpädagogik in Geschichte, Forschung und Praxis
Opladen 1995
Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder(Hrsg.)
Medienpädagogik in der Schule
Erklärung der Kultusministerkonferenz vom 12.05.1995
Bonn 1995
Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (Hrsg.)
Neue Medien und Telekommunikation im Bildungswesen
Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 28.02.1997
Bonn 1997
Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München (Hrsg.)
Computer in der Schule zur individuellen Lebensbewältigung
Donauwörth 1995
van Lück E.,
Gestaltung von Hypermedia-Arbeitsumgebungen
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest 1994
Literaturhinweise und Informationen auf CD-ROM
Schönweis, F. (Hrsg.)
Jugend & neue Medien
Fakten, Meinungen, Demos, Projekte und Institutionen aus der praktischen Medienarbeit und
Medienpädagogik
Nürnberg 1997
Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)
Medienpädagogik 1997- Text und Materialsammlung
Bonn 1997
Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.)
Search & Play
Interaktive Datenbank für Computerspiele
Bonn 1995
127
128
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
13 Anbieter und Adressen
Auer Verlag
Postfach 1152, 86601 Donauwörth
Tel. 0906-73240, Fax 0906-73177
Internet: www.auer.de
B+E Software GmbH
Itterpark 5, 40724 Hilden
Tel. 02103-96570
bhv Verlags GmbH
Novesiastr. 60, 41564 Kaarst
Tel. 02131-76501, Fax 02131-765101
Internet: www.bhv.de
Budenberg Lernsoftware - K. Emmig
GmbH
An der Wielermaar 74, 51143 Köln
Tel. 02203-85563, Fax 02203-88912
CES-Verlag
Kleinschmidtstr. 35, 69115 Heidelberg
Tel. 06221-27989, Fax 06221-182030
Comisoft
Postfach 2344, 72713 Reutlingen
Tel. 07121-271304, Fax 07121-271244
Internet: phserv.fhreutlingen.de/html/fp_math.html
Computer und Lernen
Im Eichelgarten 49, 76530 Baden-Baden
Tel. 07454-40284, Fax 07221-271041
Cornelsen Software
Postfach 330109, 14171 Berlin
Tel. 030-89785 600, Fax 030-89785 599
www.cornelsen.de
CoTec GmbH
Traberhofstr. 12, 83026 Rosenheim
Tel. 08031-26350, Fax 08031-263529
Internet: www.cotec.de
CUC Software International
Robert-Bosch-Str. 32, 63303 Dreieich
Dürr und Kessler
Haidplatz 2, 93047 Regensburg
Tel. 0941-5689-0, Fax 0941-5689-99
Internet www.wolfverlag.de
Epitech GmbH
Pivitstr. 13, 32120 Hiddenhausen
Tel. 05223-87080, Fax 05223-87008
ESB
Kahrstr. 45, 41379 Brüggen
Eugen Traeger Lernsoftware
Hohe Esch 52, 49504 Lotte
Tel. 05404-71858, Fax 05404-71858
EUROCOMP
Metjendorfer Landstraße 19
26215 Wiefelstede-Metjendorf
Tel. 0441-9620005, Fax 0441-63080
FWU
Postfach 260, 82026 Grünwald
Tel. 089-6497-1, Fax 089-6497-300
Internet: www.fwu.de
Georg Paulke
Trajanstr. 5, 50678 Köln
Tel. 0221-9321291, Fax 0221-9321292
Hans Zybura
Waldquellenweg 52, 33649 Bielefeld
Tel. 0521-9457290, Internet: www.zarb.de
HEUREKA Klett
Postfach 106016, 70049 Stuttgart
Tel. 0711-6672-1333, Fax 0711-6672-2080
INCAP GmbH
Blücherstr. 32, 75177 Pforzheim
Tel. 07231-94630, Fax 07231-946350
Internet: www.incap.de
IN-Soft
Königsberger Str. 39
97941 Tauberbischofsheim
Tel. 09341-897555, Fax 09341-897550
Internet: www.in-soft-ware.com
Intra-Tel
Postfach 2262, 41309 Nettetal
Tel. 02158-910060, Fax 02157-8973641
Internet: www.intratel.de
Knobloch electronic
Weedgasse 14a, 55234 Erbes-Büdesheim
Tel. 06731-44005, Fax 06731-44660
Internet: www.knobloch-gmbh.de
Konrad Theiss Verlag
Mönchhaldenstr. 28, 70191 Stuttgart
Tel. 0711-2552712, Fax 0711-2552717
Internet: www.theiss.de
Landesinstitut für Schule und
Weiterbildung
Paradieser Weg 64
59494 Soest
(Materialienvertrieb über Verlag für Schule
und Weiterbildung, s.u.)
Logibyte
Stromstr. 39, 10551 Berlin
Tel. 030-39603600, Fax 030-3969695
Internet: www.logibyte.de
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
Mach mit e.V.
Trachenbergring 8, 12249 Berlin
Tel. 030-6248696, Fax 030-6248694
Internet: www.machmit-multimedia.de
Medienwerkstatt Mühlacker
Pappelweg 3, 75417 Mühlacker
Tel. 07041 83343, Fax 07041 860768
Internet: www.medienwerkstatt-online.de
M3C Systemtec
Großbeerenstr. 51, 10965 Berlin
NAVIGO Multimedia
Frankfurter Ring 213, 80807 München
Tel. 089-32466200, Fax 089-32466204
Otto Mantler
Wiesstraße 13, A-6844 Altach
Tel. 0043 5576-77085, Fax 0043 5576-77085
Internet: www.lernspiele.at
N-Soft
Holdergasse 10, 89291 Holzheim
Ravensburger
Postfach 1860, 88188 Ravensburg
Reha Media
Bismarckstr. 142a, 47057 Duisburg
Tel. 0203-3061950, Fax 0203-3061960
REHADAT
Informationssystem zur beruflichen
Rehabilitation
Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Gustav-Heinemann-Ufer 84-88 50968 Köln
Tel. 0221/37655-13, Fax 0221/37655-55
Internet: www.rehadat.de
Prisma Express
Neumann-Reichardt-Str. 27, 22041 Hamburg
Tel. 040-657340
Internet: www.ecom-shop.de
Rheinisches Landesmuseum
Weimarer Allee 1, 54290 Trier
Tel. 0651-97740, Fax 0651-9774222
Schubi Lernmedien GmbH
Zeppelinstr. 8, 78244 Gottmadingen
Tel. 07731-97230, Fax 07731-972394
Internet: www.schubi.de
SMM-Software GmbH
Hechtenkaute 5, 55257 Budenheim
Tel. 06139-916916, Fax 06139-916111
Softline GmbH
Appenweirer Str. 45, 77704 Oberkirch
Tel. 07802-924300, Fax 07802-924240
Internet: www.softline.de
SoWoSoft
Große Oker 24, 38707 Altenau
Tel. 05328-90615, Fax. 05328-90616
Schroedel Verlag
30517 Hannover
Tel. 01805-213100, Fax 0511-8388280
Internet: www.schroedel.de
Software Brokers
Postfach 250237, 55055 Mainz
Tel. 06139-960433, Fax 06139-960433
Internet: www.okinol.de/sbe
Steckenborn
Westanlage 56, 35390 Gießen
Tel. 0641-130410, Fax 0641-73452
Internet: www.steckenborn.de
Technik-LPE
Postfach 1121, 69401 Eberbach
Tel. 06271-923410, Fax 06271-923420
Internet: www.technik-lpe.com
Uni Erlangen-Nürnberg
Regensburger Str. 160, 90478 Nürnberg
Tel. 0911-5302523, Fax 0911-4010212
Ursula Fau
Gebr.-Grimm-Str. 11, 32791 Lage
Tel. 05232-3115, Fax 05232-68196
Verlag Dieter Berger
Erbprinzenstr. 16, 79098 Freiburg
Tel. 0761-286900, Fax 0761-287276
Verlag für Schule und Weiterbildung
DruckVerlag Kettler GmbH
Postfach 1150
59193 Bönnen
Verlag Modernes Leben
Hohe Straße 39, 44139 Dortmund
Tel. 0231-128008, Fax 0231-125640
Westermann
G.-Westermann-Allee 66, 38104
Braunschweig
whc Musiksoftware
An der Sörebahn 4, 34318 Söhrewald
WILL Software
Grundbergweg 10, 35428 Cleeberg
Tel. 06085-98119-0, Fax 06085-98119-3
Internet: www.will-software.com
129
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Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sonderpädagogik
14 Fachberater für Computer an Sonderschulen
Manfred Behrendt
Landskronschule
Rheinstr. 43
55276 Oppenheim
Tel. (d) 06133-2931
Fax (d) 06133E-Mail [email protected]
Harald Schmitt
Stephanus-Schule
Ackerstr. 2–4
56751 Polch
Tel. (d) 02654-6200
Fax (d) 02654-961121
E-Mail [email protected]
Franz Josef Schwaller
Schule für Körperbehinderte
Trevererstr. 42
54295 Trier
Tel.(d) 0651-32850
Tel. (p) 06501-998173
Fax (p) 06501-998169
E-Mail [email protected]
Peter Weidemann
Nardini-Schule
Römerweg
76726 Germersheim
Tel.(d) 07274-3095
Fax (d) 07274-3096
E-Mail [email protected]
Herbert Zimmermann
Schiller-Schule
56203 Höhr-Grenzhausen
Rathausstr. 132
Tel.(d) 02624-954415
Fax (d) 02624-954420
E-Mail [email protected]

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