Asset Management - Business Geomatics

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Asset Management - Business Geomatics
Unwetter animiert
Wie der Deutsche
Wetterdienst für seine WetterClips Satelliten- und andere
Daten einbezieht. | SeitE 12
Hart im Nehmen
Serie Bürger-GIS
Neue robuste Tablets
nun auch mit
Android-Betriebssystem. | SeitE 17
Welche Erfahrungen
die Stadt Aalen seit
dem Jahr 2002 mit dem
­WebGIS machte. | SeitE 16
Ausgabe 3/13 – 21. Mai 2013
Software & Anwendungen
Pragmatisch:
Erfolgreiches Schema für
Datenworkflows beim Asset
Management. | Seite 9
www.business-geomatics.com
Einzelpreis: € 5,-/SFR 8,50
Sonderthema
dieser
Ausgabe
Einträglich:
Satellitendaten werden bei der Leistungsberechnung von Photovoltaikanlagen hinzugezogen. | Seite 11
Daten & Datenmanagement
Livehaftig:
Kolumbianischer Verkehrsbetrieb
­Metro Cali nutzt ein deutsches GIS
mit Nokia-Daten. | Seite 13
Crossmedial:
Wie Geomarketiers den Trend zu
Crossmedia adaptieren. | Seite 15
Hardware & Technologie
Breit:
Der CAD/GIS-Bereich gewinnt Marktanteile beim LFP-Markt. | Seite 18
Asset
Management
Bürger
Was
kostet
der Netz­
betrieb? Welche Netzelemente
sind bei Wartung und Instandhaltung zu priorisieren?
Wo liegen Optimierungspotenziale
für den Netzausbau? Energieversorger
stehen vor neuen Herausforderungen
im liberalisierten Markt für Energieversorgung und Netzbetrieb. Es gilt, die
Kosten zu zähmen, die Versorgungsqualität aber auf dem gewohnt hohen
Standard zu halten.
Für diesbezügliche Konzepte hat sich
der Begriff Asset Management herauskristallisiert. Softwaretechnisch bedarf es dafür Systeme, die nicht mehr
ausschließlich die technische Analyse des Netzes, sondern gleichzeitig
die betriebswirtschaftliche Analyse
­integriert leisten. Dafür sind erste Lösungsansätze entstanden, deren herausragendes Merkmal die Integration
verschiedenster Datenbestände ist, um
so ein umfassendes Netzmonitoring zu
realisieren.
Schließlich haben die Erfahrungen der
vergangenen Jahre eines gezeigt: Ein
Softwaresystem allein ist nicht dazu
in der Lage, die komplexen Aufgaben
des Asset Managements umzusetzen.
Schließlich müssen Sach-, Planungsund Finanzdaten in einem einheitlichen System verarbeitet werden.
Seiten 8 bis 10
Verschmolzen:
Drucker
schwerpunkt telematik / transport logistic
Nach der Übernahme wird Océ zur
weiteren Produktmarke innerhalb
des Canon-Konzerns. | Seite 19
Groß im Format
Trucks, Trailer und die Tourenplanung
Plotter – so heißen die großformatigen Drucker im Alltag von Planungsbüros und anderen Firmen und Institutionen, die eine Übersicht über großflächige Gebiete und Liegenschaften auf Papier bannen möchten. Doch
mit Plotten ist die Leistungsfähigkeit moderner Großformatdrucker kaum beschrieben.
Heutige Geräte
sind nicht nur
schnell und geräuscharm, sie
lassen sich auch
via Internet ansteuern.
Seite 18
Auf rund 640.000 Kilometern
Länge bringt es das deutsche
Straßennetz. Neben den Menschen, die diese Infrastruktur
für ihre Fahrten vom Wohnort
zum Arbeitsplatz nutzen, machen Transporteure einen maßgeblichen Anteil der Nutzer
aus. Flottenbetreiber bilden eine entscheidende Zielgruppe für
Telematik-Angebote. Standardmäßig werden mit solchen Anwendungen bestimmte
Hoffnungen verknüpft: eine verbesserte Tourenplanung, lückenlose Dokumentation der
Fahrdaten und Einsparungen von Kraftstoff.
Forschung & Entwicklung
Spritzig:
Open-Source-GIS
liefert neue Forschungsansätze
für Biologie. | Seite 20
Unternehmen & Märkte
Wienerisch:
RIEGL veranstaltet mit Lidar 2013
internationale Anwenderkonferenz
rund um Laser-Themen. | Seite 21
Pünktlich:
Neue Plattform für präzise Zustandsund Positionsdaten des Schienen­
verkehrs und ÖPNV. | Seite 22
Implementierungen bei Logistikern geben einen Einblick in die Praxis. Für
interessierte Nutzer bietet sich
ein Gang über die Fachmesse
transport logistic (4. bis 7. Juni
in München) an. Seiten 2 bis 5
geomarketing / Location intelligence
sonderseiten Breitband
Der Raum in der
Betriebswirtschaft
Zukunft mit Vectoring
Zahlen, Statistiken und Kennzahlen stehen im Zentrum der Unternehmenssteuerung. Doch die Fragen, in diesem Punkt sind sich die
Experten einig, die mit „Wo“ beginnen, sind dabei oft noch unterrepräsentiert. Wie räumliche Aussagen zu Standorten, Kaufkraft,
Vertriebspotenzialen und dem Mobilitätsverhalten von Kunden
betriebswirtschaftliche Kernkompetenzen nochmals steigern können, lesen Sie auf den Seiten 13 bis 15.
Die Zahl der schnellen Internet­
anschlüsse wächst rasant. Die
Chancen, an dem Zukunftsmarkt
zu partizipieren, sind jedoch
ungewiss wie nie. Zum einen sind Verbraucher verunsichert und halten sich, zumindest in Deutschland, beim
Umstieg auf Glasfaser-Technik
zurück. Zum anderen hat die
Bundesnetz­
agentur jüngst mit
der Erlaubnis des Vectorings die
Kräfteverhältnisse im Markt durcheinandergebracht. Und dennoch:
Nach wie vor gelten gute Voraussetzungen für Infrastrukturbetreiber,
also vor allem für Stadtwerke, um
Know-how und Technik gewinnbringend beim Breitbandausbau
einzubringen. Seiten 6 und 7
|
2 Schwerpunkt
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
Telematik in Transport und Verkehr
www.business-geomatics.com
Fahrstil unter der Lupe
Die Firma Funkwerk eurotelematik unterstützt die Getränkelogistiker von WGL mit dem Telematiksystem easyfleet. Bei ihren Fahrten
zwischen Lagern und Getränke-Fachmärkten konnten durch Auswertungen der Fahrweisen Diesel-Einsparungen erreicht werden.
Die Getränkelogistiker der WGL Westdeutsche Getränkelogistik arbeiten
gewissermaßen gegen den Durst. So
kann man die Aufgabe des Unternehmens aus Dortmund beschreiben. Einerseits sorgen sie für den flüssigen
Nachschub bei Getränke-Fachmärkten
und großen Einzelhandelsketten, andererseits kämpfen sie gegen den
„Dieseldurst“ ihrer Fahrzeugflotte an.
Bei Letzterem hilft das Telematiksystem
­easyfleet von Funkwerk eurotelematik aus Ulm. Es dient als Erfassungsund Bewertungstool der Flottendaten.
den Betrieb so wenig wie möglich
zu stören. Das Internet-basierte Telematiksystem bietet auf Basis der vom
Fahrzeug-CAN-Bus und vom digitalen
Tachographen übermittelten Daten
umfangreiche Auswertungen zur Fahrweise eines Fahrers.
Jeder Tourstatus online
„Mehrweg“ auf dem Weg: Über Bordrechner übermittelt die WGL-Flotte Fahrparameter an die Disponenten.
fläche und Warenregale des Handels
und auf dem Rückweg wird das Leergut der Getränkehändler entsorgt. An
den Logistikstandorten werden auch
Leergutsortierung, Flaschensortierung,
Displaybau und weitere Logistikdienstleistungen erbracht.
Bis 100 Touren pro Tag
All das summiert sich auf 80 bis 100
Touren pro Tag; jedes Jahr verbraucht
die WGL-Flotte damit mehr als drei Millionen Liter Diesel. „Schon seit Jahren
Auftrag sucht Tour
Das Tourenplanungssystem PRACAR von Wanko ergänzt die
geplanten Touren mit zusätzlichen Aufträgen
Wanko Informationslogistik hat sein
Logistiksteuerungssystems PRALOG
weiterentwickelt. Das aus der Tourenplanung PRACAR 3000, dem integrierten Telematiksystem PRABORD sowie
der Lagersteuerung PRAMAG 3000
bestehende System hat neue Möglichkeiten der strategischen und operativen Einsatzplanung gewonnen.
Das Tourenplanungssystem PRACAR
3000 errechnet dabei optimale Tourenverschläge unter Berücksichtigung
von allen relevanten Zeiten, Restriktionen und verfügbaren Kapazitäten.
Direkt aus der Planung heraus können verschiedene Varianten verglichen
werden. Nach Beginn der Kommissionierung beziehungsweise Verladung
der geplanten Touren können mit dem
Befehl „Auftrag sucht Tour“ zusätzliche
Aufträge der jeweils besten Tour zugeordnet werden. Auch hier errechnet
PRACAR verschiedene Varianten und
die zugehörigen Kosten. In den Ablauf
integriert ist jetzt auch die Berechnung
des Co2-Ausstoßes, der anschließend
automatisch auf Rechnungen ausgewiesen werden kann.
Die Lösung bietet jetzt weitere Möglichkeiten der operativen und strategischen Einsatzplanung, die speziell für
den Schichtbetrieb entwickelt wurden.
Dabei können in PRACAR strategische
Einsatzplanungen hinterlegt werden,
die im Rahmen der Tourenplanung
automatisch berücksichtigt werden.
Außerdem können Disponenten jetzt
direkt aus der Tourenplanung heraus
Cross-Docking Entscheidungen treffen
und definieren. Eine Verladescannung
ist direkt aus dem Tourenplanungssystem heraus möglich. Ebenfalls neu ist
die Online-Live-Verfolgung der Tour­
abarbeitung, wobei neben den Spurdaten auch der tatsächliche Status der
Nummer der Versandeinheit (NVE) in
PRACAR übertragen und am Monitor
des Disponenten angezeigt wird.
Eine weitere Neuerung betrifft die
Lagerstandortoptimierung, wobei der
beste Standort unter Berücksichtigung
der Shuttlekosten sowie der Mengenoder Kundenvorgaben errechnet wird.
Der hinterlegte Algorithmus errechnet
die Lagerkosten und gibt Entscheidungshilfen für Zentral- oder Regionallager-Konzepte.
Durch das Telematikmodul PRABORD
haben Disponenten, die im Live-Online-Kontakt mit den Fahrern stehen,
auch nach dem Start des Fahrzeugs
Zugriff auf alle Informationen rund um
den Lkw und die Sendungsdaten. Die
über das System zurückgemeldeten
Tour- und Auslieferdaten stehen sofort in PRACAR und dem Lagerverwaltungssystem PRAMAG zur Verfügung.
www.wanko.de
machen wir uns Gedanken darüber, wie
wir im Fuhrparkbereich dazu beitragen
können, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren“, erläutert Markus Rütters, Geschäftsführer der WGL-Gesellschaften,
und fügt hinzu: „Der entscheidende
Faktor ist neben einem modernen
Fuhrpark natürlich der Fahrer und dessen Fahrweise.“ 2009 entschied sich
der Getränkelogistiker dann, seine
Fahrzeuge mit einem Telematiksystem
auszustatten, das insbesondere den
Kraftstoffverbrauch und Fahrparameter wie Schalt- und Bremsvorgänge
erfasst und bewertet. Die hauseigene
IT-Abteilung machte sich auf die Suche
nach einem geeigneten System. „Nach
einer ersten Marktsondierung wurden
dann nacheinander drei oder vier Telematiksysteme in unseren Fahrzeugen
getestet. Die Entscheidung fiel schließlich aufgrund des besten Preis-/Leistungsverhältnisses auf die easyfleet
von Funkwerk“, beschreibt Rütters.
Ein Partner der Ulmer Firma Funkwerk eurotelematik hat die easyfleetBord­rechner eingebaut. Das geschah
abends und am Wochenende, um
Versicherung auf GPS-Basis
Telefónica und Vodafone
wollen neue, Telematikbasierte Versicherungskonzepte in Deutschland auf
den Markt bringen
Der Mobilfunkanbieter Telefónica
bietet eine Telematik-Lösung für KfzVersicherer im deutschen Markt an. Die
Lösung basiert nach Angaben des Anbieters auf der Machine-to-MachineTechnologie (M2M) und analysiert das
Fahrverhalten, um damit die Preise von
Autoversicherungen genauer berechnen zu können. Kfz-Versicherer nutzen die Daten zur R
­ isikokalkulation der
Fahrweise. Je besser diese ausfällt, desto günstiger wird die Versicherungsprämie für den Fahrzeughalter. Bisher
wurden dafür Faktoren wie Alter, Jahresfahrleistung oder Region genutzt.
Nach Angaben von Telefónica haben
britische und amerikanische Versicherungsunternehmen festgestellt, dass
mit solchen Telematik-Systemen der
Schadenaufwand um bis zu 30 Prozent sinken kann. Die Lösung für die
Versicherungsbranche besteht aus einer Telematik-Plattform, die Telefónica
Digital bereits erfolgreich in Zusammenarbeit mit Generali Seguros in
Spanien einsetzt. Diese ist nun auch in
Deutschland verfügbar, wo Telefónica
bereits mit einer Reihe von Versicherungen deswegen zusammenarbeitet.
Telefónica
Mit jährlich rund 45 Millionen umgeschlagenen Mehrweg-Getränkekisten
hat sich die WGL Westdeutsche Getränkelogistik in der Branche fest positioniert. Die Firma betreibt vier Lagerstandorte in Dortmund, Hagen, Siegen
und Erkelenz mit insgesamt 200.000
Quadratmetern Logistikfläche – dorthin bringen die WGL-Fahrzeuge die
Getränke, die sie bei den Brauereien
und sonstigen Getränkeherstellern im
gesamten Bundesgebiet abholen.
Von diesen Lagern aus gehen die
Bestellungen wiederum täglich an bis
zu 500 Outlets der Einzelhandelsketten und Getränke-Fachmärkte. 110
Zugmaschinen sind für diese flüssigen
Transporte unterwegs. Neben dem reinen Transport bietet die WGL ihren
Kunden verschiedene Zusatzdienstleistungen. So verräumen die Fahrer die
Getränkekisten direkt in die Verkaufs-
WGL
Flüssiger Transport
Das hilft WGL, individuellen Schulungsbedarf zu erkennen. Die Auswertungen
werden zudem im Unternehmen anonym ausgehängt – was sich als zusätzliche Motivation erweist.
Der WGL-Geschäftsführer Rütters
freut sich über die Modernisierung des
Fuhrparks und die intensive Schulung
der Fahrer: „Nicht zuletzt ist es uns
durch easyfleet gelungen, den jährlichen Dieselverbrauch unserer Flotte
deutlich zu reduzieren“. Durch entsprechendes Feedback weiß Rütters auch,
dass die Fahrer kein Problem mit der
Einführung des Telematik-Systems hatten. Informationsgespräche im Vorfeld
hatten die Basis für die hohe Akzeptanz
für den transparent gemachten Fahrstil
gelegt.
Doch die Getränkelogistiker der WGL
ziehen nicht nur aus der spritsparenderen Fahrweise einen Vorteil. Auch
die klassischen Telematikfunktionen
wie Ortung und Dokumentation des
Tourverlaufs kommen zur Anwendung.
Auf diese Weise kann der aktuelle Tourstatus jederzeit online eingesehen werden. www.w-gl.de
www.eurotelematik.de
Mithilfe eines Punktestands, der durch die neue Telematik-Lösung zustande
kommt, sollen Kfz-Versicherer genauere Versicherungsprämien errechnen können.
Das Hauptaugenmerk liege dabei,
so Telefónica, auf der sicheren Übertragung und Speicherung der Daten.
Fahrinformationen werden verschlüsselt und getrennt von den Systemen
des Versicherers verarbeitet. Der Versicherer bekommt die Gesamtwerte in
Form eines Punktestands übertragen,
in den Faktoren wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Bremsverhalten
oder Nachtfahrten eingehen. Dieser
Punktestand wird dann dazu genutzt,
die monatliche Versicherungsprämie
zu ermitteln, ohne die einzelnen Fahroder Ortsdaten einzusehen.
Bereits im März hatte auch der Mobilfunkbetreiber Vodafone angekündigt,
ein Telematik-System in Deutschland
anzubieten, und dazu eine strategische
Partnerschaft mit der Unternehmensberatung Towers Watson angekündigt. Beide Unternehmen wollen Telematik-Lösungen für den europäischen
Kfz-Versicherungsmarkt entwickeln.
Der britische Versicherer AIG Europe
Limited, Teil des internationalen Konzerns AIG, ist laut Presseangaben einer
der ersten Kunden, der diese Services
als Pilotprodukte einsetzen wird.
Basis dafür ist Vodafones TelematikAngebot „Vodafone Vehicle Connect“,
das bereits in den USA eingesetzt wird.
www.vodafone.com
www.telefonica.de
Telematik in Transport und Verkehr
Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
|3
Schnittstelle zum Großkunden
Die Transportmanagement-Software Opheo schafft bei den Logistikern der CI-Gruppe die Verbindung zwischen verschiedenen
­Geschäftsbereichen. Engpässe werden durch das System frühzeitig erkannt und Aufträge elektronisch weitergeleitet.
CI-Gruppe
CI Automotive Service, der CI ContractLogcistics sowie der CI Personalservice. Er hatte die Projektleitung bei der
Opheo-Einführung übernommen.
Doch mit der Auswahl von Opheo
war der Prozess bei der CI-Gruppe noch
nicht abgeschlossen. Logistik-Experte
Bartsch ging es bei einer neuen Software auch um die maßgeschneiderte
Anpassung der Lösung. Dies galt vor
allem für das Massen- beziehungsweise
Schüttgutgeschäft im Baustoffsektor,
der für den Logistikdienstleister eine
tragende Rolle spielt. Individuell programmiert wurde auch eine Schnittstelle zu dem Warenwirtschaftssystem
Der Baustoffhersteller Lafarge gehört zu den Großkunden der CI-Gruppe. Über das dort genutzte System
Opheo lassen sich Transportaufträge von Lafarge direkt empfangen und weiterleiten.
des Großkunden Lafarge. Auf diese
Weise kann der Baustoffhersteller seine Transportaufträge direkt an Opheo
übergeben, sodass bei der CI-Gruppe
kein Erfassungsaufwand entsteht. „Mit
der Schnittstelle zu Lafarge und weiteren Kunden empfangen wir bereits
einen Großteil unserer rund 700 täglichen Aufträge elektronisch“, erklärt
CI-Mitarbeiter Thorsten Frieske. Nur
rund 30 Prozent der Aufträge müssen
mit Opheo manuell erfasst werden.
Das spare Zeit und vermeide Übertragungsfehler.
Ein weiteres
wichtiges Element
der Lösung ist das
Telematiksystem
„Opheo
Mobile“,
das
Bestandteil
der Opheo-Lösung
ist und bei der CIGruppe für ein durchgängiges Auftragsmanagement sorgt. Die disponierten Aufträge werden direkt von
der Disposition an die Lkw übertragen.
Als Fahrzeug-Endgeräte dienen herkömmliche Smartphones, die um eine
Telematik-App ergänzt wurden. Auch
20 Fahrzeuge von Subunternehmern
wurden mit dieser Lösung ausgestattet.
Die integrierte GPS-Ortung sorgt des
Weiteren dafür, dass die Disponenten
jederzeit den Standort der Fahrzeuge
einsehen können. Das Besondere da-
Händisches System abgelöst
Mit CarTracker stellt die Firma DEHN INSTATEC ihre Dokumentation der Fahrtenbücher um
Moderne Elektroinstallationen von der
Heizungsanlage über die Stromversorgung, Beleuchtung und Telekommunikation bis hin zum Brand- und
Einbruchsschutz sind das Kerngeschäft
von DEHN INSTATEC. Um die Installationen, Wartungen und die Instandhaltung durchzuführen, sind an den
Standorten der Firma über 250 Mitarbeiter im Einsatz. Für die bundesweit
verteilten Aufträge nutzen sie mehr
als 70 Firmenfahrzeuge. Der Dokumentation der Fahrtenbücher kommt
insbesondere hinsichtlich der Finanzverwaltung ein hoher Stellenwert zu.
DEHN INSTATEC wollte sich dabei nicht
mehr mit händischen Lösungen behelfen und rüstete die Fahrzeugflotte mit
dem System CarTracker von motecdata aus. Mit der Hilfe dieser speziell
entwickelten GPS-Sender lassen sich
exakte Bewegungsprotokolle und
elektronische Fahrtenbücher erstellen,
welche auch die Dokumentationsanforderungen des Finanzamtes erfüllen.
In 76 Fahrzeugen und fünf Anhängern sind die CarTracker mittlerweile
installiert. Das von motec-data entwickelte Ortungsgerät wird wahlweise
an den Zünd- oder an den Dauerstrom
des Wagens angeschlossen und übermittelt ab dem Start des Motors in regelmäßigen Abständen seine Position.
Zusätzlich wird der jeweilige Fahrer
registriert: Bei festen Lenker-Wagen-
Kombinationen kann diese Information direkt in den Stammdaten hinterlegt werden. Wechseln die Fahrer, wie
bei DEHN IN­STATEC üblich, meldet sich
der aktuelle Lenker einfach über eine
zum System gehörende Handy-App
mit dem Kennzeichen des genutzten
Autos und dem Grund der Fahrt an.
Position wird registriert: CAN-BUS
liefert auch Daten
vom digitalen
Tachographen.
In der Standardversion erfasst das
Tracking-System nur die Position und
die daraus errechnete Geschwindigkeit
des Wagens. Über einen Anschluss an
die CAN-BUS-Schnittstelle der Bord­
elektronik können aber bei Bedarf auch
andere Parameter, wie der Spritverbrauch oder das Log eines digitalen
Tachographen abgerufen und archiviert werden. „Hängt man den Tracker
an den Dauerstrom, kann er sogar eine
Meldung via SMS, Mail oder Telefonanruf absetzen, wenn das Auto ohne
Betätigung der Zündung bewegt wird“,
erklärt der Geschäftsführer von motecdata, Harald Mansmann. So werde der
Nutzer zeitnah über einen möglichen
Diebstahl oder ein Abschleppen des
Fahrzeugs informiert.
Die erfassten Informationen werden
in eine gesicherte Datenbank übertragen, die Einsicht erfolgt über ein
Web-Interface. So symbolisiert in der
Landkartenansicht ein Nummernschild
den momentanen Standort, ein Klick
darauf öffnet Angaben zum Fahrzeug
und zum Fahrer. Ampelfarben zeigen
dabei den Status von „fährt“ bis „steht
seit über 15 Minuten“ an, sodass zum
Beispiel Pausen durch das Tanken oder
Arbeitseinsätze unterschieden werden
können. In der Übersichtsdarstellung
kann dagegen nach den Fahrzeiten
einzelner Mitarbeiter, dem Zeiteinsatz
für einen bestimmten Kunden oder der
Produktivität eines Fahrzeugs gesucht
werden.
„Wesentliche Punkte für uns waren,
dass wir Personen-Beförderungsfahrten in die Auswertung einbeziehen konnten, dass es möglich war,
die Fahrzeuge in Teams einzuteilen,
und vor allem, dass die Dokumentation konform zur aktuellen Gesetzeslage
und den Anforderungen des Finanzamts ist“, resümiert DEHN INSTATECGeschäftsführer Christian Hamann. Die
Einführung des neuen Ortungs- und
Dokumentationssystems habe man
einfach realisieren können.
www.motec-data.de
www.dehn-instatec.de
bei ist jedoch die Vorausschaufunktion
von Opheo. „Damit können drohende
Engpässe und Terminprobleme bereits Stunden vorher erkannt werden“,
erklärt Frieske. Das lasse den Disponenten genügend Zeit, die Probleme
zu entschärfen oder die Kunden über
etwaige Verspätungen zu informieren.
„Auf diese Weise wird deutlich Druck
von den Fahrern genommen, die darüber hinaus durch das in Opheo integrierte Navigationssystem unterstützt
werden“, so Frieske.
Wert legt die CI-Gruppe auch auf den
direkten Einbezug der Fahrer. Sie empfangen mit den Smartphones ihre Aufträge und erfassen den jeweils aktuellen Auslieferungsstatus. Dieser wird
anschließend an Opheo zurückgemeldet und von dort auch an Großkunden
wie Lafarge weitergeleitet. So kann
der Verlader ohne zusätzlichen Erfas-
sungsaufwand Auswertungen über
die Lieferqualität durchführen. Parallel
fließen die Daten in das AbrechnungsModul von Opheo, um bei der CI-Gruppe die automatische Fakturierung zu
starten. Am Ende des Prozesses steht
die ebenfalls über eine Schnittstelle
angeschlossene FinanzbuchhaltungsSoftware von KHK.
Rund 100 Mitarbeiter an den Standorten in Dortmund, Dresden, Karsdorf,
Walzbachtal und Bremen nutzen das
System mittlerweile. Abgeschlossen
ist das Projekt aber noch nicht. Als
nächstes steht die Anbindung an den
CAN-Bus der Fahrzeuge an. Dann soll
es möglich sein, auch die technischen
Fahrzeugdaten auszuwerten und Rückschlüsse auf das Fahrverhalten zu gewinnen.
www.initions.com
www.ci-gruppe.de
Portal für Telematik-App
Dr. Malek Software erweitert mit einem Portal für Logistiker
und Transporteure seine Produktfamilie M3 All-in-One
Das Dresdner Unternehmen Dr. Malek
Software kündigt an, auf der Messe
transport logistic (4. bis 7. Juni 2013
in München) sein neu entwickeltes
Internet-Portal für M3 Telematicware
vorzustellen. Das soll die 2012 vorgestellte M3 App ergänzen. Beide Komponenten sind Teil der Produktfamilie
M3 All-in-One.
Unter der Bezeichnung M3 Telematicware entwickelt Dr. Malek Software
seit 2009 verschiedene Lösungen für
das mobile Auftragsmanagement. Mit
dem Portal sollen Nutzer aus der Lo-
gistik- und Transportbranche ihre Aufträge bis hin zur Auslieferung überwachen können – dies sei auch in Echtzeit möglich. Die mit den Aufträgen
verbundenen Daten werden dann an
das mit der App ausgerüstete AndroidSmartphone beziehungsweise -Tablet
in das Fahrzeug übertragen. Auch der
Fahrer wird aktiv mit einbezogen: Er
bestätigt den Empfang per Knopfdruck und kann die von der Zentrale
gewünschten Status-Informationen
an das Portal zurücksenden. Halle B2,
Stand 102. www.dr-malek.de
Anzeige
Zufälle haben bei Ralf Bartsch kaum
eine Chance. Der Mitbegründer und
Chef der auf Logistikdienstleistungen
spezialisierten CI-Gruppe plant seine
Vorhaben systematisch und durchdacht. Ein Beispiel dafür ist das neu implementierte und ausbaufähige Transportmanagementsystem (TMS) der
drei Tochterunternehmen CI Logistik,
CI Automotive Service und CI Contract-Logistics. Die Mitarbeiter aus
den betroffenen Geschäftsbereichen
gaben letztlich den Ausschlag, die Planungs-Software Opheo des Anbieters
initions einzuführen. Seit Anfang 2011
wird nun Opheo für durchgängige und
automatisierte Prozesse zwischen Verlader und Empfänger genutzt.
Rückschau ins Jahr 2009: Die drei
CI-Tochterfirmen setzen auf unterschiedliche Programme, die zum Teil
veraltet waren oder nicht mehr weiterentwickelt wurden. Konfrontiert
mit der Expansion der CI-Gruppe galt
die Devise der Vereinheitlichung. Eine integrierte Lösung war gefragt,
um die vergrößerte Fahrzeugflotte
zu organisieren. Zwischen 2005 und
2011 hatte das Unternehmen seinen
Jahresumsatz von 10 auf 30 Millionen
Euro und den Fuhrpark von 45 auf 130
Fahrzeuge verdreifacht, die zu rund
80 Prozent im Nahverkehr eingesetzt
werden. Hinzu kommen bis zu 40 Lkw
von Subunternehmern, die von CI disponiert werden. Um ein System zu
finden, das diesen Ansprüchen gerecht
werden konnte, setzte Geschäftsführer
Bartsch auf einen externen IT-Berater.
Der sondierte aus dem Markt drei Lösungen, eine davon war Opheo. Im
Test mit den künftigen Nutzern, habe
initions hinsichtlich der Akzeptanz am
besten abgeschnitten, erinnert sich
Thorsten Frieske, Geschäftsführer der
|
4 Telematik in Transport und Verkehr
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
Chempark im Flow
Nachrichten
Am Standort Krefeld-Uerdingen soll als erstes die Systemlösung FLOW zur Werkstorabwicklung eingeführt werden.
Der Logistikdienstleister Chemion
will die Durchlaufzeiten von Lkw an
den drei Standorten des CHEMPARK
für seine Kunden deutlich reduzieren
und die Prozesse vereinfachen. Das soll
durch automatisierte Werkstorabwicklung mit modernster RFID-Technologie
und Echtzeitprozesssteuerung erreicht
werden. Die Umsetzung erfolgt durch
Technologie von star/trac supply
chain solutions, das seine Lösungen
auf der Messe transport logistic präsentieren wird.
star/trac fungiert bei dem als „GATE“
betitelten Projekt an den CHEMPARKStandorten Dormagen, Leverkusen
und Krefeld-Uerdingen als General­
unternehmer für Prozess-Beratung,
Software-Entwicklung sowie für
die Bereitstellung der Software und
Hardware. Auf Basis der von den Münchenern entwickelten Systemlösung
FLOW und dem Einsatz von RFID- und
Biometrie-Technologie können die Abfertigungsprozesse im Wareneingang
und Warenausgang vollständig automatisiert werden. FLOW steht dabei für
„Fahrzeug, Leitung und Optimierung
im Warenverkehr“. Lkw, Fahrer und
der dazugehörige Transport-Auftrag
bilden als „Fahrt“ im FLOW-System
die Klammer für alle zur Abwicklung
notwendigen Teilprozesse. Sobald die
Transportdienstleister ihre Fahrzeuge
und Fahrzeugkomponenten mit den
speziell für die Chemie-Branche angepassten RFID-Transpondern ausgestattet und bei GATE registriert haben,
können sie am Ablauf teilnehmen. Der
soll künftig wie folgt aussehen.
Der erste Schritt ist die Voranmeldung der Fahrt per Internet. Teilweise
erfolgt bereits die Buchung eines Zeitfensters an der jeweiligen Laderampe.
Bei der Ankunft im CHEMPARK werden
die Fahrt-Auftragsdaten über den im
Lkw integrierten Transponder auf den
speziell eingerichteten GATE-Spuren
ausgelesen. Verschiedene Prozesse
laufen hier parallel: etwa die Identifizierung der Fahrer mittels FLOW-Card und
der Andruck notwendiger Begleitpapiere. Beim dritten Schritt geht es um
Sicherheits- und Gefahrgutprüfungen,
die mit mobilen Handhelds erledigt
werden. Die Auswertung und Archivierung soll in Echtzeit erfolgen und so
der gesetzlich festgelegten Dokumentation für Verlader dienen.
Die Umsetzung von GATE soll im
zweiten Halbjahr 2013 in Krefeld-Uerdingen starten. In zwei weiteren Stufen ist der Rollout an den CHEMPARKStandorten Leverkusen und Dormagen
geplant. (Halle B2, Stand 400)
www.star-trac.de
Anschluss an den Tacho
TomTom öffnet seine LINK-Box 510. Darüber sollen in Zusammenarbeit mit der Firma DAKO
künftig Flottenbetreiber Tachographen-Daten abrufen können.
Anzeige
Die Unternehmen TomTom und DAKO
wollen im Rahmen einer Partnerschaft
das Flottenmanagement und Services
für Tachographen miteinander verbinden. Dazu soll das Fernauslesen von
digitalen Tachographen Teil des WEBFLEET-Angebots von TomTom Business
Solutions (auf der transport logistic
u.a. in Halle B2, Stand 309) werden.
Zentraler Bestandteil ist dabei die Fahrzeug-On-Board-Unit TomTom LINK 510.
Erst im März hatte TomTom die Integrationsmöglichkeiten seiner Flotten-
management-Lösungen erweitert. Das
betraf auch LINK.connect, die Bluetooth-API von TomToms LINK-Boxen.
Dort wurde die Schnittstelle geöffnet.
Durch diese Erweiterung soll Entwicklern von Drittanbietern, die Möglichkeit gegeben werden, neue mobile
Anwendungen zu erstellen.
Aktuell nutzen nach Angaben des
Anbieters über 20.000 Geschäftskunden WEBFLEET für mehr als 250.000
Fahrzeuge. Das Unternehmen D
­ AKO
hat sich in seinem Geschäftsfeld Trans-
portgewerbe auf Systeme für die
Fuhrparkverwaltung spezialisiert. Die
Kern-Anwendung ist DAKO-TachoWeb,
ein webbasiertes Portal, über das
Firmen mit Fahrzeugflotten digitale
Tachographen und Fahrerkarten au­
tomatisch auslesen, auswerten und archivieren können. Des Weiteren bietet
DAKO-TachoWeb für Personaldienstleistungen ein TachoRemoteModul sowie ein System zur Fahrzeugortung.
www.tomtom.de
www.dako.de
Schnittstelle zum Container
Direkte Botschaft zum Fahrer
Der Logistiksoftware-Spezialist cargo
support zeigt auf der transport logistic
(4. bis 7. Juni in München) am Stand
325/426 in Halle B2 seine Basissoftware [dispo]. Damit sollen Prozesse im
Containerverkehr beschleunigt werden. Im Fokus steht die automatische
Meldung frei gestellter Container,
neue Funktionen für den Auf- und
Absattelprozess und eine umfassende
Handy-Telematik für die Kommunikation zwischen Fahrer und Disponent.
Die Software [dispo] setzt am Punkt
zwischen Hafen und der Anbindung an
den Hinterlandverkehr an. Integriert
hat cargo support Schnittstellen zu
den Hafenterminals in Hamburg und
Bremen, die die Nummer freigestellter
Container vollautomatisiert übermitteln. Bis weitere Terminals in den Nordhäfen angebunden sind, öffnet das Programm per Web-Interface automatisch
die Terminalseiten für den Übertrag der
Nummer durch den Disponenten.
Omnitracs Europe, ein Unternehmen
von Qualcomm, stattet seine App
­Driver Telematics mit Push-Nachrichten
und Alarmmeldungen aus. Der Anbieter
von Flottenmanagement-Lösungen
wird mit den zwei neuen Funktionen
dem Erfordernis der Kommunikation zwischen Fahrer und Disponent
gerecht. Push-Nachrichten gelten
gegenüber anderen Kommunikationsmethoden als schnellerer Weg.
Omnitracs reduziert nach eigenen
Angaben durch diese Erweiterung die
Datenmenge und den Batterieverbrauch des Endgeräts, denn nur, wenn
eine neue Nachricht ankommt, werde
das Programm aktiviert. Die zweite
Neuerung der Alarmmeldung erscheint
auf dem Smartphone des Fahrers als
Pop-up-Nachricht, auch wenn das Programm nicht läuft. „Die Fahrer können
so umgehend auf wichtige Meldungen
reagieren“, heißt es vom Anbieter.
Lösung ArealPilot integriert
Transport auf Abruf
Das auf On-Demand-Lösungen spezialisierte Unternehmen Transwide
präsentiert auf der transport logistic
das On-Demand-Modul twOptimize für
Transportplanung und -optimierung
für Verlader und ihre Partner. Das Tool,
das in Halle 5 an Stand 113/214 präsentiert wird, soll Speditionsvorgänge
optimieren und damit für optimale
Rentabilität sorgen. Transwide ist der
Transport Management System-Bereich
von Wolters Kluwer Transport Services
und bietet Verladern und Spediteuren
On-Demand-Lösungen für das Transportmanagement. Die Lösungen umfassen ein Spektrum an Anwendungen für
das Transportmanagement, die Planung
und Optimierung, Sourcing und Vermittlung sowie Flottenverwaltung.
Der Telematik-Anbieter AREALCONTROL kooperiert mit dem Unternehmen
­TimoCom, das seinen Kalkulationsund Routenplaner TC eMap überarbeitet hat. Erweitert wurde das Modul
um eine Tracking-Funktion (siehe Bericht Seite 5). Darüber sind jetzt auch
Fahrzeuge mit den Trackinglösungen
von Arealcontrol ortbar. ArealcontrolKunden können direkt TC eMap nutzen,
sofern sie auch Kunde bei TimoCom
sind. So können Transport-Dienstleister
ihre eigenen Fahrzeuge von einem
Auftraggeber tracken lassen und, nach
entsprechender Freischaltung, auch
fremde Fahrzeuge orten. Durch die
­Integration der Arealcontrol-Lösung
in TC eMap soll sich die Sicherheit für
Frachtnehmer und Frachtversender
erhöhen.
Kinect wird angestrebt
Soloplan stattet sein Transportmanagementsystem CarLo
mit Windows 8 aus. Das soll neue Ansätze bieten, um die
Benutzeroberfläche zu individualisieren.
Soloplan
Chemion
Lkw-Fahrten auf dem Gelände sollen per RFID und Echtzeit-Dokumentation erfasst werden.
Nach dem Prinzip, das bislang für Spielekonsolen bekannt ist, soll das berührungslose Steuern nun auch bei der Disposition von Fahrzeugen genutzt werden.
Das in Kempten ansässige Unternehmen Soloplan macht sich auf zur Fachmesse transport logistic in München.
Im Gepäck hat das Software- und Beratungshaus den Prototypen seines
Windows-8-basierten Transportmanagementsystems CarLo.
Die CarLo-Produktfamilie bedient
ein Anwendungsspektrum von der
Logistik­
abwicklung bis zur Routenplanung. Die Datenbankbasis der verschiedenen Produkte bildet Oracle. Mit
der Integration des neuen Betriebssystems will Soloplan die Individualisierung der Benutzeroberfläche unterstützen. Das berührungslose Steuern
sei zum Beispiel beim Disponieren an
großen Wandbildschirmen denkbar, so
die Vision. Damit strebt Soloplan die
als Kinect bezeichnete Steuerung an,
sie ist bislang ausschließlich für Spielekonsolen bekannt. Die Menüführung
erfolgt bei dieser Technologie durch
Körperbewegungen der Nutzer.
Hinsichtlich des optischen Aufbaus
ist die kommende Generation von
­CarLo auf Basis von Windows 8 entgegen der üblichen mobilen Betriebssysteme durch rechteckigen Symbole,
die sogenannten Live-Kacheln, organisiert. Durch diese Ausstattung soll sich
­CarLo künftig auch per Touchscreen
und Maus bedienen lassen.
Der Anbieter Soloplan hat sich auf
die Entwicklung von Logistiksoftware
spezialisiert. Mit dem Hauptprodukt
CarLo bedient das Unternehmen Bereiche wie beispielsweise die Transportplanung, grafische Disposition, automatische Tourenplanung, Telematik
und viele mehr. Integriert sind zertifizierte Schnittstellen zu SAP-Systemen.
(Halle B2, Stand 505/606)
www.soloplan.de
4. - 7. Juni, Munich
Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
Messevorschau 5
Die Verbindung zum Fuhrpark
Bei der transport logistic 2011 fuhr die Fachmesse mit 1.893 Ausstellern eine Rekordbeteiligung ein. Diese Zahl wird nach bisherigem Stand in diesem Jahr getoppt.
und Temperaturlogger ermöglichen es,
die Daten auch außerhalb der Fahrerkabine zu erfassen und zu bearbeiten.
Auch das Unternehmen Salt Mobile
Systems hat in München sein neues
System für die Transportbranche dabei. „Speditionsmanagement in der
Cloud“ umfasst unter anderem das
Konferenz-Programm
Bundesverkehrsministerium:
Lösungen mit „Telematikanwendungen bei der Beförderung
­gefährlicher Güter“ werden am
5. Juni beleuchtet. Moderator:
­Helmut Rein vom BMVBS.
Gesellschaft für Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik:
Unter dem Titel „Telematiksysteme
– Neue Produkte und Märkte“ sollen am 6. Juni von 13 Uhr bis 14.30
Uhr Themen wie offene und flexible Plattformen, Flotten-Management-Schnittstelle-Protokoll oder
­Berechnungen des CO2-Ausstoßes
behandelt werden. Moderator:
Vorsitzender Claus C. Berg.
DEKRA und DHBW:
Grundkenntnisse zum Einsatz von
„Telematik in der Transportlogistik“
am 5. Juni, Hilfe bei der Systemauswahl und Stand der Technik
bei Telematikfunktionen.
Fracht im Portal
Flotten über
­Tablets planen
TimoCom
Unternehmen TimoCom integriert Trackinglösung in
Frachtenbörse, die unabhängig vom Telematiksystem ist.
Die mit einem Relaunch angekündigte Anwendung TC eMap inklusive Tracking­funktion der Düsseldorfer
Firma TimoCom soll auf der transport
logistic erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Bei TC eMap handelt es sich um ein
Kalkulationsmodul, das genutzt werden kann, um Routen zu planen und
Fahrtkosten sowie Fahrtnebenkosten,
wie Mautgebühren, für die gewählten Verbindungen zu berechnen. Es
ist integriert in die Transportbörse TC
Truck&Cargo und die Ausschreibungsplattform TC eBid. Nutzer können direkt aus einem Frachtangebot in der
Börse heraus, die zu fahrende Strecke
ermitteln. In die Routenplanung über
eMap fließen aktuelle Verkehrsinformationen ein, lässt TimoCom wissen.
So könne man noch vor der Fahrtkostenkalkulation erkennen, ob die gewählte Strecke die beste ist.
Bei der nun zusätzlich integrierten
Trackinglösung hat TimoCom darauf
geachtet, dass rund 20 der gängigsten
europäischen Telematik-Anbieter auf
GPS-Basis zum Start auf einer neutralen Plattform in TC eMap verfügbar
Auftragsmanagement mit Avisierung
bei Verladern und Ladungsempfängern, Auftragsdisposition, Übergabe in
die Telematik, Tracking und Tracing,
Auftragsabrechnung und Übergabe
der Daten an DATEV. Um logistische
Prozesse auf der Straße, in intermodalen Terminals und Hubs sowie in der
Der aktuelle Standort der Fracht ist
über TC Truck&Cargo einsehbar, das
Kalkulationsmodul wurde erweitert.
sind. Somit können TimoCom-Kunden
künftig ihre eigenen, aber auch fremde Fahrzeuge innerhalb eines Portals
verfolgen. „Das bedeutet aber nicht,
dass hier schon Schluss ist“, sagt Marcel
Frings von TimoCom. Nutzt ein Kunde
ein anderes System als eines der bisher
vom Unternehmen in TC eMap integrierten, so könne dieser sich bei TimoCom melden. Die Düsseldorfer stellen
dann den Kontakt zum Anbieter her
und richten schnellstmöglich den Zugang zur Trackinglösung ein. (Halle A5,
Stand 317) www.timocom.com
Der Anbieter Transics ist mit einer
Reihe von Produkten bei der transport
logistic am Start. Das Portfolio deckt
den Bereich des Flottenmanagements
mit seinen Facetten von Hardware bis
Software ab.
Im Zentrum steht die BackofficePlattform TX-CONNECT. Darin sind
Echtzeit-Flotteninformationen von Lkw
und Aufliegern zusammengeführt. Im
Einzelnen sind Standortinformationen,
zurückgelegte Routen, der Status der
Fracht und die erwartete Ankunftszeit einsehbar. Es lassen sich weitere
Berichtsmöglichkeiten und Software
anbinden. TX-CONNECT MOBILE ist
die mobile Variante der Plattform, einsetzbare Endgeräte sind Smartphones
und Tablets. In Sachen Hardware bietet
Transics außerdem TX-MAX GO. Dieser robuste Bordcomputer mit Touchscreen ist angeschlossen an Peripheriegeräte im Fahrzeug und registriert
fahrzeuggebundene Aktivitäten bei
Transportaufträgen. Sein Produkt TXSOCIAL bezeichnet Transics als Wissensplattform, das für die gesetzlich
vorgeschriebene Verwaltung der Fahrdaten sorgen soll. Das Gesamtportfolio
lässt sich in Halle B2, an Stand 217
begutachten. www.transics.com
Intralogistik zu optimieren, präsentiert
der Lösungsanbieter im Bereich Umschlags- und Transportlogistik Inform
mit SyncroTESS eine Software, die in
Echtzeit umfangreiche logistische Prozesse durch intelligente Planungs- und
Dispositionsentscheidungen verbessern soll. SyncroSupply ergänzt das
Softwareprogramm um eine Zeitfensterplanung und die Lkw-Zulaufsteuerung. Nach Angaben der Entwickler bei
Inform berechnet das System die tatsächliche Ankunftszeit, leistet Support
bei der rechtzeitigen Bereitstellung
von Ressourcen und unterstützt, wenn
auf ungeplante Ereignisse reagiert werden muss. FELA Management entwickelt und vertreibt ebenfalls Lösungspakete auf Hard- und Software-Basis.
Das Portfolio konzentriert sich auf zwei
Produktlinien: Die CarLoc-Lösung, ein
Ortungs- und Datenerfassungssystem
für vielfältige mobile Anwendungen
über alle Verkehrsträger hinweg, so-
wie das EasyDrive-System, unter dem
eine Vielzahl integrierter Lösungen für
Leitstellen, Ticketing und Fahrgastinformationen für den ÖPNV angeboten
werden.
Aussteller, deren Angebot auf der
transport logistic ebenfalls das Spektrum von Kommunikation, Ortung,
Disposition und Navigation für den
Fuhrpark abdeckt, sind darüber hinaus
initions, TomTom Business Solutions,
Transics, Eureka Navigation Solutions und TimoCom. Auch im Konferenz-Programm schlägt sich die Telematik nieder (siehe Infokasten). Neben
den Foren hebt die Messe München
die Navigationskonferenz am 4. Juni
hervor. Ausrichter sind das Bundesverkehrsministerium (BMVBS) und
der Verband BITKOM. Erörtert wird
die Bedeutung des interdisziplinären
Dialogs und die Synergieeffekte von
Navigation und IT im Logistikbereich.
www.transportlogistic.de
Eine Messe,
zwei Auftritte
Mit der App
zum Aussteller
Die transport logistic (tl) und die CeMAT
arbeiten im Bereich Logistik zusammen.
Die CeMAT, eigentlich eine eigenständige Fachmesse für Intralogistik, präsentiert diese Schwerpunkte auf der tl. Im
Gegenzug unterstützt die tl die CeMAT
2014 mit ihrem Fokus.
Die transport logistic App ist für Android- und iOS-basierte Smartphones konzipiert und ab Ende Mai erhältlich. Sie
bietet Suchfunktionen nach Ausstellern,
Produkten und POIs. Inte­griert ist ein
interaktiver Hallenplan sowie eine Übersicht über das Konferenzprogramm.
Anzeige
Dem Güterverkehr auf Straße, Schiene,
Wasser und in der Luft wird in diesem
Jahr auf der transport logistic wieder
ein Forum gegeben. Die Fachmesse für
Logistik, Mobilität, IT und Supply Chain
Management öffnet in München vom
4. bis zum 7. Juni seine Pforten. Der Veranstalter Messe München erwartet zu
dem zweijährlich stattfindenden Event
50.000 Besucher, die einen Einblick in
das Angebot der über 1.930 Aussteller gewinnen möchten. Entsprechend
dem Schwerpunkt der Messe sind dies
vorrangig Lösungen und Trends, die
Logistik- und Transportprozesse sowie
Materialflüsse unterstützen.
Eine wichtige Schnittstelle besetzen
dabei Telematiksysteme. Sie machen
die Aufenthaltsorte der Flottenmitglieder transparent und kommen als
Management-Instrument für die Streckenplanung unter Berücksichtigung
verschiedener Parameter zum Einsatz.
Ein Blick auf die Exponate und Services
einiger Aussteller belegt die Bandbreite und vor allem die umfassende
Relevanz der Telematik in puncto Wirtschaftlichkeit, Präzision, Verfügbarkeit
und Effizienz. Das Stuttgarter Unternehmen Daimler FleetBoard etwa ist
neben seinen Telematiklösungen mit
einem neuen Consulting-Angebot vertreten. Die Analyse richtet sich dabei
auf die kundenspezifische Einführung
eines Telematiksystems sowie die ITSystemlandschaft des Kunden.
Die Schweizer Gesellschaft ­Nufatron
ist spezialisiert auf die Herstellung und
den Vertrieb von Logistik-Informationssystemen, das umfasst den Austausch von Daten zur Kommunikation,
Ortung, Navigation und Identifikation.
Darunter die Lösung TRANSPO-Drive
3010, ein Bordrechner-gestütztes
Telematiksystem. Über den Touch­
screen-Monitor können die Fahrer
manuelle Eingaben machen, die Fahrzeugdaten können direkt erfasst werden. Anbindbare Systeme wie RFID beziehungsweise Barcodeleser, Drucker
Messe München
Die transport logistic erwartet vom 4. bis 7. Juni rund 50.000 Besucher, die sich auf der Fachmesse über das Portfolio
der Aussteller informieren wollen. Telematiksysteme besetzen im Sektor Mobilität und Verkehr eine wichtige Schnittstelle.
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6 Sonderseiten
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
Breitbandausbau
www.business-geomatics.com
Synergien für Infrastrukturbetreiber
Anzeige
Im April erlaubte die Bundesnetz­
agentur das sogenannte Vectoring.
Die Technik, mit der die Übertragungsgeschwindigkeit von Kupferleitungen
beim Datenverkehr auf bis zu 50 Mbit
hochgepusht werden kann, bringt
Bewegung in den deutschen Breitbandmarkt. Sie sorgt dafür, dass die
Telekommunikationsnetze zwischen
den Hausanschlüssen und den Kabelverzweigern (KvZ) von einem Betreiber gesteuert werden dürfen, was fast
ausnahmslos die Deutsche Telekom
betrifft. Für andere Glasfasernetzbetreiber und Stadtwerke werden die
Rahmenbedingungen für den Einstieg
in den lukrativen Zukunftsmarkt damit
nochmals erschwert. Dabei gibt es für
Infrastrukturbetreiber heute bessere
Chancen denn je, Breitband als Standortfaktor für Wirtschaft und Bürger zu
nutzen.
Experten betonen, dass das Ziel flächendeckendes Glasfasernetz nur über
kooperative Ansätze zu erreichen ist,
denn nur so können Synergien mit
anderen Bereichen des Netzmanagements genutzt werden. Im Zentrum
steht dabei die Verlegung von Leerrohren beziehungsweise die Mitverlegung und Nutzung bestehender Leerrohre, um so Tiefbau- und Verlegekosten einzusparen. Diese belaufen sich
auf über 33.000 Euro je Kilometer Glas-
faserkabel zwischen KvZ und Hausanschluss. Laut Branchenstatistiken
lassen sich mit einem Leerrohrkonzept
die Anschlusskosten pro Haushalt auf
bis zu 1.000 Euro herunterschrauben.
Experten sind sich daher einig, dass die
Leerrohrnutzung/-mitverlegung der
Schlüssel zu einem kostengünstigen
Glasfaserausbau ist.
Entscheidende Kostenreduktionen
werden auch in der Rationalisierung
des Netzausbaus gesehen, die umgesetzt werden können, wenn größere
Gebiete strukturiert geplant werden.
So können Tiefbauarbeiten sinken. Die
Kooperation kommunaler Körperschaften ist diesbezüglich prädestiniert.
Zuletzt sind vor diesem Hintergrund
in Deutschland einige Zweckverbände entstanden, die dem Vorbild aus
der Wasserwirtschaft folgend auf den
grenzübergreifenden Breitbandausbau
fokussieren.
Ein weiteres Konzept rund um die
Nutzung von Synergieeffekten betrifft
Wasser- und Abwassernetze. Zum Beispiel kommen Hausanschlüsse in den
Sparten Gas, Wasser und Abwasser in
Frage, um dort auch die Lichtwellenleiter zu installieren. Bei Wasser- und
Abwasserleitungen etwa werden dazu
Leerrohre in Edelstahl verbaut.
Weitere Optimierungspotenziale
werden durch moderne Planungsan-
Die BLANK GmbH stellt sich vor
Die BLANK GmbH – Ihre Gesellschaft
für Ingenieurdienstleistungen – ist
seit 1998 im Glasfaserausbau tätig.
Dabei wurde von Beginn an Wert auf
komplette Dienstleistungen gelegt.
Das bedeutet für uns den Bogen zu
spannen vom ersten Beratungsgespräch bis hin zur Abgabe digitaler
Dokumentationen. Erledigt wird
dieses Gesamtpaket von rund 30
Mitarbeitern an unseren Standorten
in Dortmund, Erfurt, Halle (Saale)
und Kirchhain.
Von der Studie bis zur
Ausschreibung
Sobald das Planungsgebiet umrissen ist, werden amtliche Unterlagen
zur Grundstücksituation eingeholt,
die die Grundlage der gesamten
Planungsarbeiten bilden und digital
weiterverarbeitet werden. Ergänzt
wird diese Darstellung mit Informationen und Auskünften Dritter
(Fremdanlagen wie Gas- oder Wasserleitungen, aber auch z.B. Straßenneubauvorhaben), Gebietsausweisungen wie Naturschutz- oder
Wasserschutzgebieten bis hin zu Angaben zu Kampfmittelverdachtsflächen und archäologischen Hinweisen. Durch die Zusammenführung
vieler Informationen ist es unseren
Planern möglich, optimale Trassenführungen zu entwickeln.
In Abstimmungen mit dem Kunden
und aufgrund seiner Spezifikationen
werden die Materialien wie Kabelschutzrohre, Kabel- und Muffentypen, Schachtbauwerke und KabelBLANK Verm.- u. Ing.-Büro GmbH
Herr Christian Kellers
Alter Hellweg 128-130, 44379 Dortmund
Tel. +49 (0) 231/ 94 83 72 - 26 · Fax - 22
[email protected]
www.blank-gmbh.com
schränke ermittelt. Hinzu kommen
Angaben aus dem Tiefbaubereich
wie Oberflächenbefestigungen oder
geologische Erhebungen.
In der Gesamtbewertung aller Informationen ist es nun möglich, dem
Kunden verlässliche und seriöse Angaben für seine eigenen Ausschreibungszwecke im Tief- und Kabelbau
zu übergeben.
Von der Bauüberwachung
bis zur Dokumentation
Nachdem nun Unternehmer gefunden wurden, erhalten diese die Bauunterlagen mit den gesammelten
Informationen zur Bauausführung.
Diese wird von uns überwacht und
ständig mit der Planung verglichen.
So ist es jederzeit möglich, Änderungen der Ausführung zu erkennen. Durch die Einmessung der
verlegten Anlagen und deren Einarbeitung in das Bestandsplanwerk
wird eine weitere Kontrolle gewährleistet. Die Zusammenstellung aller
Unterlagen zu einer umfassenden
Dokumentation wird dabei ebenso
durch uns erledigt wie die Abgabe
des digitalen Bestandes im Zielsystem des Kunden.
Abgerundet wird das Portfolio
durch die Beschaffungen weiterer
Dienstleistungen wie die Erstellung
Landschaftspflegerischer Begleitpläne, statische Berechnungen oder
auch hydrologischer Gutachten. Weiterhin können Ortung, Aufmaß und
Dokumentation von Bestandstrassen
durchgeführt werden.
Deutsche Telekom
Vectoring erschwert kommunale Initiativen
für den Breitbandausbau. Dennoch sind die
Chancen so groß wie nie.
Kabelverzweiger (KvZ) stehen derzeit im Mittelpunkt der Diskussion um den Netzausbau mit der Methode des Vectoring.
sätze der Netztopologie zu Tage gebracht. In der Vergangenheit wurde
für die Analyse und Bewertung eines
FTTH-Netzes in der Größe von 500 bis
1.000 Gebäuden ein Zeitraum von bis
zu einer Woche benötigt. Neuartige
Softwarelösungen schlagen innerhalb
weniger Minuten eine optimierte Netzstruktur vor, die dann mit Geoinformationssystemen (GIS) visualisiert werden
kann. Damit können Entscheidungsträger die Kosten beim Bau eines FTTHNetzes ermitteln, wobei auch bereits
bestehende Kabel- und Rohrstrecken
sowie Material- und Arbeitskosten berücksichtigt werden.
Neue Lösungen bei der Netzplanung
zielen darauf ab, die Planungseffizienz
und -transparenz zu erhöhen sowie die
Projektabwicklung zu beschleunigen.
Grundlage für diese Planungen sind
immer Geodaten. Dabei werden auch
immer mehr Luftbilder herangezogen,
denn sie können auch genau Auskunft
über die Oberflächenbeschaffenheit
geben, die für die Tiefbauarbeiten
entscheidend ist. Da dafür sehr hohe Auflösungen im Bereich weniger
Zentimeter gefordert sind, werden die
betroffenen Gebiete oft per Auftrag
beflogen. Amtliche Luftbilder haben
maximal eine Auflösung von 10 Zentimetern. Moderne Befliegungsmetho-
den und -techniken ermöglichen dabei die wirtschaftliche Erfassung dieser
Plandaten.
Die technischen und organisatorischen Chancen für Infrastruktubetreiber, um am Breitbandmarkt zu partizipieren, sind groß. Allerdings gibt
es auch rechtliche und finanzierungsbedingte Barrieren. So gibt es derzeit
noch keine Verordnungen für den Einbau von Lichtwellenleitern bei Gas-,
Wasser- und Abwasserleitungen, beispielweise, weil die Wechselwirkungen
zwischen dem Wasser und den Rohren
noch nicht erforscht ist oder die Sicherheitsstandards noch nicht erarbeitet
wurden.
Schwierigkeiten bereiten zudem die
Sondierung von Planungsdaten anderer Infrastrukturträger, die Koordination der Planungs- und Ausführungsarbeiten mit den jeweiligen Netzbetreibern, sowie unklare Aspekte beim
Kommunalrecht. Zudem müssen die
Dokumentationssysteme aufeinander
abgestimmt werden.
Vor dem Hintergrund der verschiedenen Barrieren des kooperativen
Breitbandausbaus hat der Verband
kommunaler Unternehmen (VKU)
sich zum Ziel gesetzt, einen PraxisLeitfaden „Synergien im Breitbandausbau durch Mitnutzung kommunaler
Leere Versprechen,
lahme Leitung
Untersuchungen zeigen, dass das schnelle Internet derzeit
kaum die erwartete Geschwindigkeit bieten kann.
Eine Auswertung der Bundesnetz­
agentur zeigt, dass die wenigsten
Verbraucher mit der im Vertrag mit
dem Internetanbieter vereinbarten
Geschwindigkeit im Netz unterwegs
sind. Die Bundesnetzagentur macht
den Verbrauchern die Geschwindigkeit ihres Internetanschlusses sichtbar.
Mehr als eine halbe Million Nutzer haben den Breitbandtest im Rahmen der
Initiative Netzqualität bereits gemacht.
Das Ergebnis: Kaum ein Kunde surft
mit der kompletten Übertragungsrate
im Netz. Die Liefertreue der Anbieter
ist jedoch einer der wichtigsten Parameter bei der Kundenzufriedenheit. Es
gilt die einfache Formel: Je schlechter
die Datenübertragung, desto unzufriedener der Verbraucher. Halten die
Anschlüsse nicht die versprochenen
Leistungen, droht der Wechsel des
Anbieters. „Es ist marktentscheidend,
die Abweichungen zwischen versprochener und verfügbarer Bandbreite
möglichst gering zu halten“, sagt
Reinhold Weber von Steria Mummert
Consulting. „40 Prozent der Kunden
sind wechselwillig. Die Nichteinhaltung der vereinbarten Datenübertagungsraten, könnte sie letztendlich zu
einem Wechsel treiben.“
Durch Initiativen wie die der
Bundesnetzagentur werden Verbraucher gegenüber den Internetanbietern zunehmend mündiger. Insbesondere beim Zukunftsmarkt LTE müssen
Unternehmen sicherstellen, dass sie
die maximale Datenübertragungsrate
anbieten und stabil halten können.
„Ein Imageschaden des neuen mobilen Highspeed-Internets wäre fatal“, so
Weber. Bei der Netzmessung kommt
der Mobilfunkstandard der vierten
Generation besonders schlecht weg:
Lediglich 1,6 Prozent der Nutzer surfen mit den bei LTE versprochenen 25
bis 50 Mbit pro Sekunde.
www.steria.de
Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen“
zu entwickeln. Damit will der Verband
zur „Versachlichung der Diskussion und
realistischen Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen beitragen“. Dabei
zielt der VKU auf die Mitarbeit von
Netzbetreibern, die bereits entsprechende Kooperationen eingegangen
sind. Im Fokus steht nicht nur die
Nutzung der „passiven Infrastruktur“,
sondern auch auf zusätzlichen Einnahmequellen, die sich aus der „Mehrfachnutzung“ Infrastruktur ergeben.
So können Stadtwerke ihre Rohrnetze
beispielsweise vermieten.
Derzeit gibt es mehrere geförderte
Projekte, die in den Ausbau des Breitbandnetzes Kostentransparenz bringen sollen. So wird beispielsweise errechnet, wie hoch die Kosten für
den flächendeckenden FTTX-Ausbau in bestimmten Gebieten liegen. In Kürze will der Bund eine Studie veröffentlichen, wie hoch
die
Kosten
für Glasfaserverlegung pro
Anschlussgebiet
sind, um so das
Investitionsrisiko
kalkulierbarer zu
machen. (sg)
ANGA
COM 2013
Die internationale Kogressmesse ANGA COM – Fachmesse und Kongress für Breitband, Kabel & Satellit. (ehemals
ANGA Cable) findet vom 4. bis
6. Juni 2013 in Köln statt. Das
Kürzel „COM“ im neuen Namen
steht für „Communication“ und repräsentiert die beiden thematischen
Säulen Breitband und Medien. Auf der
internationalen Fachmesse ANGA COM
erwartet die Kongressteilnehmer in
diesem Jahr ein Breitbandgipfel. Für
die Ausstellung liegen sechs Wochen
vor dem Start 440 Ausstelleranmeldungen aus 36 Ländern vor. Das
entspricht der Rekordbeteiligung
des vergangenen Jahres. 2012
kamen 16.000 Fachbesucher,
davon 50 Prozent aus dem
Ausland. Die ANGA COM wird
vom Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA)
ausgerichtet und seit vielen
Jahren vom ZVEI-Fachverband Satellit & Kabel unterstützt.
www.angacom.de
Sonderseiten
Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
|7
Breitbandausbau
www.business-geomatics.com
Deklarative GIS-Funktionen
Glasfaserleitungen, Leerrohre, Funktürme, Masten und Funkstationen – es
gibt wohl kaum ein installiertes Geo­
informationssystem in Deutschland,
das einen solch umfangreichen Datensatz beinhaltet wie der Infrastrukturatlas der Bundesnetzagentur. Der
Infrastrukturatlas enthält Geodaten
über in Deutschland vorhandene Infrastrukturen, die beim Aufbau von
Breitbandnetzen grundsätzlich mitgenutzt werden können, er ist quasi
ein bundesweites Komplett-GIS für
sämtliche Netzinfrastrukturen. Bei der
Lösung, deren Auskunft seit Dezember
2012 per Internet verfügbar ist, kommt
jedoch kein traditionelles Geoinformationssystem zum Einsatz. Es basiert auf
einer Oracle-Datenbank, in die GISFunktionen eng integriert sind. Das
System ist speziell auf die Bedürfnisse
der Bundesnetzagentur abgestimmt.
Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur
setzt bei dem Infrastrukturatlas auf eine
datenbankbasierte
Lösung mit integrierten
GIS-Funktionen und
webbasierter Auskunft.
Nutzeroberfläche des Infrastrukturatlas: Interessenten bekommen Auskunft darüber, wer welche Netze in den jeweiligen Gebieten betreibt.
nun die Daten online beziehungsweise
ein PDF mit den Karteninhalten plus
inhaltlicher Legende eingesehen werden. „Das ist nicht nur deutlich komfortabler, auch die Aktualität der Auskunft wird dadurch höher“, sagt Steffen
Schmitt, zuständiger Referatsleiter bei
der Bundesnetzagentur.
GIS auf Basis einer
Datenbank
Drei Phasen
Das Konzept zum Infrastrukturatlas entstand im
Jahr 2009. In der ersten Phase
wurde ein Auskunftsverfahren
realisiert, bei dem die Netzdaten
in Excel-Dokumenten zur Verfügung
gestellt wurden. In der Phase 2 wurden dann PDF-Dokumente mit Karteninhalten erstellt. Im Dezember 2012
startete die Phase 3 des Vorhabens, mit
der die Auskunft über die Infrastruktur
ins Web ging. Mit dem WebGIS können
Die Bundesnetzagentur
hatte den Auftrag zur Entwicklung der GIS-Struktur
im Jahr 2010 nach einer
europaweiten Ausschreibung vergeben. Die GDV
bekam mit dem
Oracle-Ansatz
den Zuschlag
– vor allem
aufgrund
der Kriterien
Wirtschaftlichkeit und Anpassungsfähigkeit.
„Diese beiden
Anforderungen
zu erfüllen, stellt
ja eigentlich eine Art Quadratur
des Kreises dar, aber
wir sehen in der OracleTechnologie genau dafür ein
hohes Potenzial“, sagt GDV-Geschäftsführer Thomas Riehl.
Grundlage der Lösung ist mit Oracle Spatial eine Datenbank, in der die
räumlichen Daten nativ gespeichert
werden. Mit der integrierten Laufzeitund Entwicklungsumgebung Oracle
Application Express (APEX) werden
GIS-Funktionen entwickelt.
Die Technologie ist dafür konzipiert,
Anwendungen möglichst schnell zu
entwickeln, da APEX-Anwendungen
nicht auf einem Anwendungscode basieren, sondern eine deklarative Programmierung nutzen. Das heißt, die
Software führt keine Berechnungen
aus, sondern sie beschreibt (deklariert), was berechnet werden soll. Die
Ausführung der GIS-Funktionen liegt
also unmittelbar in der Datenbank.
Dieses Konzept bietet den derzeit
sieben unmittelbar dem Infrastruk-
turatlas zugeordneten Mitarbeitern
technisch anspruchsvolle Workflows.
So ist die Oracle-Technologie beispielsweise für Selektion und Generalisierung der Daten bei einer Auskunft
verantwortlich. Die Bundesnetzagentur verfolgt dabei aus Sicherheitsgründen den Ansatz, nur so viele Daten
herauszugeben, wie es die jeweilige
Auskunft erfordert.
Das betrifft Detaillierung und
Umfang der Daten sowie die geo-
„Manche Infrastrukturbetreiber haben
überhaupt keine validen Daten, einige
liefern immer noch papiergebundene
Pläne und viele können inzwischen
sehr gute GIS-basierte Daten zur Verfügung stellen – das ganze Spektrum ist
dabei vertreten“, sagt Schmitt.
Umso wichtiger ist es, einen effizienten Workflow für den Datenimport
zu gewährleisten, den die Bundesnetzagentur komplett in Eigenregie durchführt. Für die Transformationsprozesse
Datenlieferung per Erlass
Ursprünglich war es eine freiwillige
Leistung der Infrastrukturbetreiber,
Daten an den Infrastrukturatlas zu
liefern. Besonders für die Betreiber
von Glasfasernetzen sind die Netzdaten höchst sensibel, daher gab
es an einigen Stellen auch kritische
Stimmen gegenüber dem Konzept.
Bis heute hat beispielsweise die Deutsche Telekom keine Daten für den Atlas beigesteuert.
Seit Mitte letzten Jahres hat sich die
rechtliche Situation geändert. Mit
dem im Mai 2012 in Kraft getretenen §
77a Abs. 3 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) hat die Bundesnetz­
agentur eine Ermächtigungsgrundlage für die Beschaffung von Daten
graphische Selektion. Ein Nutzer bekommt zum Beispiel nur Auskunft
über Gebiete inklusive eines Puffers
von fünf Kilometern, die ihm projektbezogen zugewiesen wurden. „Dies ist
wichtig, denn auch die Infrastruktur in
den direkten Grenzgebieten kann, etwa im Rahmen von Machbarkeits- und
Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
für die Erschließung eines Gebietes
entscheidend sein“, sagt Schmitt.
Herausforderung Daten
Eine besondere Herausforderung
bestand in der Konzeption einer
Schnittstelle für den Datenimport. Die
Bundesnetzagentur hat einen Bestand
von rund 5.000 potenziellen Infrastrukturbetreibern identifiziert, die als Datenlieferanten grundsätzlich in Frage
kommen. Dabei gibt es erhebliche
Unterschiede bei der Datengrundlage.
für den bislang auf freiwilliger Basis
betriebenen Infrastrukturatlas erhalten. Das heißt, sie darf die Betreiber
per Erlass verpflichten, Daten zu liefern, was beispielweise bei der Deutschen Telekom geschehen ist. Derzeit
werden die Daten des größten deutschen Glasfasernetzbetreibers für die
Übergabe an den Infrastrukturatlas
vorbereitet. Anderen lokalen Breitbandnetzbetreibern, die dem Vorhaben in der Regel auch skeptisch
gegenüber stehen, steht der Erlass in
naher Zukunft bevor. „Dadurch werden wir einen wichtigen Schritt für die
Vollständigkeit des Infrastrukturatlas
erreichen“, sagt Steffen Schmitt, Projektleiter bei der Bundesnetzagentur.
der heterogenen Daten hat die GDV
daher scriptgesteuerte Routinen entwickelt. „Der Datenimport wird dabei
mit speziell für die ETL-Software FME
entwickelten Prozessierungs-Scripten
in die Datenbank überführt“, sagt Projektleiter Ulf Binnemann. Zudem wurde ein universelles Datenmodell im
Oracle-GIS entwickelt.
Vor dem Hintergrund des schieren
Datenumfangs des Infrastrukturatlas
und der Sensibilität des Wettbewerbs
sind auch die Sicherheitsvorgaben
entsprechend hoch. So wurde für die
Auskunft beispielsweise ein doppeltes
Authentifizierungsverfahren realisiert.
Die Bundesnetzagentur hat zudem
eine doppelte Servertechnologie aufgebaut, was aus einer Empfehlung des
Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik resultiert. Im Einsatz sind zwei Oracle 11G Datenbanken
mit Spatial-Erweiterung, die über einen
speziellen Synchronisationsmechanismus verbunden sind. Die Datenbank
mit dem Sekundärdatenbestand, der
für die Webauskunft zuständig ist, wird
innerhalb einer demilitarisierten Zone
(DMZ) betrieben. Die nur im internen
Netz verfügbare Primärdatenbank beinhaltet dagegen sämtliche auskunftsfähige Daten.
Steigende Anzahl an
Datenlieferanten
Derzeit sind rund 100 Nutzer freigeschaltet, die den performanten Webservice nutzen. Dies sind vor allem
Gebietskörperschaften, die starkes Interesse am Breitbandausbau in ihrer
Region haben, aber auch Planungsbüros und Netzbetreiber. In Zukunft
erwartet die Bundesnetzagentur ein
gesteigertes Interesse an der Auskunft,
schließlich gewinnt die Bundesbehörde immer mehr Teilnehmer, die Daten
liefern. Die technischen Vorrausetzungen für das „deutsche InfrastrukturGIS“ sind jedenfalls geschaffen. (sg)
www.bundesnetzagentur.de
www.gdv.com
Nachsitzen: Deutschland beim Glasfasernetz
weiterhin Nachzügler
Laut eines Berichts des Bundestagsausschusses für Bildung und Forschung gibt
es in Deutschland weiterhin Nachholbedarf beim Ausbau des Glasfasernetzes.
Ein hochwertiger und flächendeckender Internet-Zugang sei aber entscheidend
für den Zugang zu Information und damit zur Meinungsbildung. Es reiche nicht
aus, den Breitband-Ausbau alleine dem Markt zu überlassen. Deswegen sei der
Staat in der Pflicht, Impulse zu geben, heißt es in der Studie über „Breitbandversorgung, Medienkonvergenz und Leitmedien“.
www.bundestag.de
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Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
Software & Anwendungen
www.business-geomatics.com
Asset Management
Was kostet das Netz?
Über 9.400 Kilometer misst das Stromnetz von NEW Netz. Das Unternehmen mit seinem Netzgebiet im Westen
Nordrhein-Westfalens versorgt rund
690.000 Einwohner. Angaben zu Störungen verwaltet der Energieversorger NEW seit 2011 mit der Betriebsmanagementsoftware OPTIMUS. Das
System nutzt dabei die Daten aus dem
GIS und bezieht auch die kaufmännische Sicht mit ein. Wann wurde eine
Störung gemeldet? Wie lange dauerte die Versorgungsunterbrechung?
Wie viele Arbeitsstunden benötigten
die Mitarbeiter zur Störungsbeseitigung? Solche Fragen beantwortet
OPTIMUS als Betriebsmanagementsystem. Parallel erstellt das System
die entsprechenden Lohnstundenbuchungen und die Reports für das
Forum Netztechnik/Netzbetrieb (FNN)
und Bundesnetzagentur.
Kaufmännische Sicht
Dazu ist die modular anpassbare Software auf der Ebene zwischen GIS und
dem ERP-System angesiedelt. Im Zusammenspiel zeige das System seine
integrativen Stärken und könne dem
Anspruch „an Effizienz und Qualität
rund um den Personal- und Materialeinsatz gerecht werden“, betont Dirk
Weidemann, Prokurist bei Mettenmeier und Geschäftsführer des Tochterunternehmens Conges Consulting. Gemeinsam entwickeln und vermarkten
die beiden Unternehmen OPTIMUS.
Die Geschichte des Produkts reicht dabei mittlerweile schon zwölf Jahre zu-
Mettenmeier
Das Betriebsmanagementsystem OPTIMUS
gewährleistet durch die
Integration von GISund ERP-System einen
ganzheitlichen und
effizienten Netzbetrieb
OPTIMUS bietet auch ein mobiles Modul, mit dem die Arbeiter vor Ort Betriebsdaten ins System einspeisen können.
rück. Conges hatte es ursprünglich für
die Wasser- und Energieversorgung
(WVW) Kreis St. Wendel entwickelt
und anschließend in Zusammenarbeit
Neues in Version 5
In der neuen ­OPTIMUS-Version
lassen sich BIS-, GIS- und ERP-Daten integrativ darstellen. Flexibel
anpassbare Dashboards schaffen einen ganzheitlichen Blick
auf das aktuelle und geplante
Geschehen im Netz: Betriebsmittelinformationen, Auftragsund Projektdaten, Raumbezug
der Assets sowie statistische
Auswertungen in nur einer
Oberfläche. Neben den funktionalen Erweiterungen arbeiteten
Conges und Mettenmeier an der
aktiven Benutzerführung in den
Betriebs­prozessen.
mit vielen anderen Versorgungsunternehmen für das technische und
wirtschaftliche Betriebsmanagement
weiterentwickelt.
Zu den Kunden gehört auch evo
Energie-Netz (evo Netz) aus Oberhausen. Ausgehend von der Arbeitsvorbereitung nutzt das Unternehmen
OPTIMUS-Module wie Projekt- und
Auftragsmanagement, Instandhaltungs- und Störungsmanagement,
Ressourcenmanagement und andere mehr. Dreh- und Angelpunkt ist
dabei eine Plantafel mit grafischer
Stundenbuchung. Damit werden
Wartungsplanungen durchgeführt
und sämtliche Baumaßnahmen und
Projekte abgebildet. „Mit OPTIMUS“,
so bilanziert Frank Teigelkamp, Gruppenleiter technische/kaufmännische
Dienste bei der evo Netz, „konnten
wir nicht nur die Altsysteme gleichwertig ersetzen, sondern auch spezielle Anforderungen umsetzen, die
dann in den Systemstandard über-
Intelligente, fleißige Zähler
Laut Siemens produzieren Smart Grids ein Petabyte an Daten pro Jahr. Um ein solches
Volumen zu analysieren, arbeitet das Unternehmen mit Teradata an Big-Data-Lösungen.
Die Siemens-Division Smart Grid
und der Experte für Data WarehouseLösungen Teradata haben eine Kooperation im Bereich von Big Data vereinbart. Durch diese Zusammenarbeit will Siemens Energieversorgern
mehr Transparenz über den Zustand
und die Aktivitäten in ihren Netzen
liefern. Damit soll nicht nur die Versorgungssicherheit erhöht, sondern
auch der Netzbetrieb effizienter betrieben werden.
Im Zentrum steht dabei die Unified
Data Architecture (UDA) von Teradata. Sie stellt ein Framework für die
intelligente Verarbeitung und Analyse von großen Datenmengen – also
Big Data – dar. Diese fallen beispielsweise an, wenn Versorger eine Infrastruktur betreiben, die Siemens mit
Automatisierungs- und Sensortechnik sowie Kommunikationssystemen
und Software-Anwendungen von
einem traditionellen Netz zu einem
Smart Grid umgebaut hat. In einem
Netz mit beispielsweise einer Million intelligenter Zähler können allein
diese Geräte ein Datenvolumen von
einem Petabyte pro Jahr erzeugen,
rechnet Siemens vor. Laut den Zahlen von IMS Research sind weltweit
gegenwärtig 178 Millionen dieser so
genannten Smart Meter installiert,
bis zum Jahr 2016 soll deren Zahl auf
343 Millionen steigen.
Vor diesem Hintergrund der rasch
wachsenden Datenmengen setzen
Siemens und Teradata auf eine erstmalige Integration von Betriebs- und
Smart-Meter-Daten auf einer ein-
zigen Plattform. Den Netzbetreiber
soll so ein völlig neuer Blick auf die
Netzwerke ermöglicht werden.
„Integriert und analysiert man die
Daten auf der Plattform von Teradata,
können Versorger ihre Netze intelligent machen und aus den Daten, die
Smart Meter oder Feldgeräte erzeugen, den Betrieb ihrer Infrastruktur
optimieren“, sagt Hermann Wimmer,
President, International von Teradata. Damit könnten Dienstleistungen
verbessert und die Kundenzufriedenheit erhöht
werden. heit erhöht
werden. Darin liege der eigentliche
Wert.
www.siemens.com
www.teradata.com
nommen wurden. Heute haben wir
alles in einem System abgebildet – die
Prozesse und Projekte, die Aufträge,
Lohn und Fuhrpark, die Dokumente,
die Störmeldungen, die Betriebsmittel
bis hin zur Anwesenheit der Mitarbeiter, den Stundenbuchungen und den
Kosten und Fremdleistungen.“
Technische Sicht
Fundament des ganzheitlichen kaufmännischen und technischen Ansatzes
von OPTIMUS bildet ein standardisiertes Fachdatenmodell, welches unter
anderem Informationen aus dem Lager, zur Belegschaft, zum Fuhrpark und
natürlich Betriebsmittel- und Auftragsdaten verwaltet. In puncto Lohnabrechnung sind in OPTIMUS Arbeitszeitmodelle und Tarifverträge hinterlegt,
auf deren Basis die Zuschläge errechnet
werden. Die Mitarbeiter im Netz werden über die Lösung OPTIMUS Smart
zur Betriebsdatenerfassung eingebun-
den.
Darüber
hinaus existieren Schnittstellen
zur Verbrauchsabrechnung
und Module für das Finanz- und Rechnungswesen.
Diverse Standard-Connectoren sorgen für die Integration in die IT-Umgebung. Damit ist OPTIMUS in der Lage,
die zahlreichen Betriebsmitteldaten,
die innerhalb eines Netzes in ihrer Art
sehr unterschiedlich sein können, für
die Steuerung der Netzprozesse aufzubereiten. Auch eine bereits im Einsatz
befindliche Integrationsplattform (EAISoftware) kann dafür genutzt werden.
„OPTIMUS unterstützt die Betriebsprozesse über Systemgrenzen hinweg und
ermöglicht als eine Art Cockpit den
vollständigen Überblick über das aktuelle und geplante Geschehen im Netz,“
sagt Weidemann. „Nur durch eine solche integrierte Betrachtung können die
Arbeiten wirklich optimal unterstützt
werden.“ Die Anbindung an die ERPEbene ist dabei eine Schlüsselfunktion.
Beim Netzausbau beispielsweise entstehen Kosten durch die verwendeten Kabel und Leitungen oder die zu
bauenden Anlagen. OPTIMUS fertigt
davon komplette Kostenaufstellungen
beziehungsweise Rechnungen an. „Systeme wie SAP, Wilken oder Schleupen
müssen diese dann lediglich verbuchen,“ so Weidemann. Die konkrete
Aufgabenteilung zwischen ERP-System
und OPTIMUS wird letztlich durch den
Kunden definiert.
Hinsichtlich der Anbindung an das
GIS zeigt sich OPTIMUS offen. Das System kann mit jedem beliebigen GIS
umgehen und auf Daten- und Systemebene integrieren, etwa mit ArcFM
UT, GIS Mobil, Location Viewer oder
Smallworld GIS. Das jüngste Release
des Systems OPTIMUS ist die Version
5 (siehe Kasten).
www.mettenmeier.de
www.conges.de
Auf der Suche
Energieversorger durchforsten ihre Firmen nach Sparmöglichkeiten, um Kosten für die Energiewende abzufangen
Versorger tun sich beim Sparen schwer,
meldet das Marktforschungsunternehmen Steria Mummert Consulting.
Zusammen mit dem F.A.Z.-Institut
befragte man im Rahmen des „Branchenkompass
Energieversorger“
Entscheider aus 100 Energieversorgungsunternehmen Deutschlands zu
Branchentrends, Strategien und Investitionszielen bis 2014.
Laut der Ergebnisse wird deutlich,
dass die Energieversorger in Deutschland ihre Unternehmen nach internen
Sparmöglichkeiten durchforsten,
um die Kosten für die Energiewende aufzufangen. Auch
der Dienst am Kunden
soll effizienter werden.
79 Prozent der Anbieter planen beispielsweise bis 2014, mehr
in das Onlinekundenmanagement zu
investieren. Andere Potenziale werden
dagegen noch nicht systematisch erschlossen.
„In vielen Unternehmen fehlt es beispielsweise an belastbaren und vor
allem normierten Kennzahlen, um
Abläufe zu vergleichen“, sagt Norbert
Neumann, Energieexperte von Steria
Mummert Consulting. Doch diese Systematik und Transparenz führt erst zu
den Hebeln für mehr Effizienz. Allein
durch mehr Methode beim Identifizieren von Einsparmöglichkeiten ließen
sich bereits im ersten „Zugriff“ Einsparungen von mindestens 15 Prozent
erreichen, zeigen Projekterfahrungen
von Steria Mummert Consulting. Pauschale Kürzungen bei Mitarbeitern
und Budgets erwiesen sich dagegen
als falscher Weg. www.steria.com
Software & Anwendungen
Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
|9
Asset Management
Fichtner setzt beim Asset Management auf etablierte Produkte und
Strategien der modellbasierten Datenzusammenführung.
Am Markt gibt es eine Reihe unterschiedlicher Realisierungsansätze für
das Asset Management (AM) bei Ener­
gieversorgungsunternehmen. Nach
den Erfahrungen der letzten Jahre, bei
denen zunächst rein finanzorientierte
Modelle entworfen wurden, haben sich
inzwischen Ansätze etabliert, die eine
umfassende, netzorientierte Datenauswertung verfolgen.
Marktstrategisch wird dabei meist
darum gestritten, welches System die
führende Rolle einnimmt: Das Geoinformationssystem (GIS), das Instandhaltungssystem, das Betriebsmittelsystem oder die Software für die
Unternehmenssteuerung (ERP). Dieser
Fragestellung steht die Fichtner Unternehmensgruppe komplett neutral
gegenüber. Mit Produkten und Dienst-
leistungen rund um FAST stellt das
Unternehmen flexible Werkzeuge für
operatives und strategisches AM und
die erforderlichen Dienstleistungen
zur Verfügung. FAST steht für Fichtner
Asset Services & Technologies und bezeichnet eine kombinierte Lösung aus
Beratung, Erfahrungswerten und Softwarewerkzeugen. Besonderheit bei
FAST ist es, dass dabei eine Art Ergebnisdatenbank aufgebaut wird, die für
AM-Analysen auf die Daten aus den
jeweiligen Primärsystemen zugreift
und daraufhin Modellierung, Analyse
und Visualisierung unterstützt.
Der Schlüssel zu diesem Konzept
liegt im Umgang mit den Daten, angefangen bei der Übernahme über die
Qualitätssicherung bis zur Ausgabe.
„Alle Ergebnisse werden integral be-
trachtet und analysiert
wodurch übergreifende Strategien abgeleitet werden können“,
sagt Mike Beck, der
bei Fichtner Water
& Transportation für
den Bereich OptNet
verantwortlich ist. Für
Fichtner ist die Verzahnung
der FAST-Module mit vorhandenen Systemen entscheidend,
um Datenqualität, Aktualität und
unmittelbare Nutzbarkeit zu verbessern. Mit dem FAST-Konzept wird also
gleichzeitig ein iterativer Optimierungsprozess angestoßen, denn je
mehr Daten für das Asset Management
zusammengeführt und ausgewertet
werden, desto mehr konkretisiert sich
auch, welche Anforderungen an die
Daten entstehen.
„Die Anwender haben dabei die
Chance zu klären, welches System als
führend einzuordnen ist“, beschreibt
Beck. So ist es zum Beispiel praktikabel,
die Identifizierungen der Netzelemente
aus dem GIS auch in anderen Systemen
zu nutzen. Dadurch vereinfacht sich die
Verschneidung, die innerhalb von FAST
durchgeführt wird, erheblich“, so Beck.
Gibt das GIS in dieser Form den Ton bei
der Datenmodellierung an, wird eine
Zustandsbewertung des Netzes, die
mit FAST durchgeführt wird, schneller,
einfacher und aussagekräftiger.
Wichtig ist zudem oftmals eine SAPSchnittstelle, denn die Netzdaten in
SAP unterscheiden sich bezüglich der
Inhaltsstruktur von den GIS-Daten. In
SAP ist das Leitungsnetz in der Regel
Netzbewertung
Eine Netzbewertung liefert Aussagen darüber, welches Risiko bei einzelnen Netzabschnitten in Bezug auf die Versorgungssicherheit (=Ausfallwahrscheinlichkeit) gegeben ist und wie hoch die Wichtigkeit einzelner
Netzbestandteile ist. In einem Lageplan im GIS oder in einer Software für
die Netzberechnung (zum Beispiel STANET) können die Netzabschnitte
entsprechend farblich darstellt werden. Die Netzbewertungen bilden die
Grundlage für den wirtschaftlichen Ausbau und Betrieb von Gas-, Wasser- und Stromnetzen.
Produkte innerhalb von FAST
Zu der FAST-Familie gehören die Produkte Optnet-L (Netzberechnung für
Netze), OptNet-A (für Anlagen) und SAM (Strategisches Asset Management). Die Programme nutzen eine gemeinsame Datenbank. Mit SAM
können die in OptNet ermittelten Daten für die Simulation vielfältiger unternehmensrelevanter Kennzahlen genutzt und durch weitere Modelle ergänzt werden. Optnet wurde seit den 1970er Jahren durch die Firma Büro
für Rohrnetzanalysen entwickelt und 2009 von Fichtner übernommen.
Umstieg in Bremen
Neues Modul
für Workforce
Management
Der Stahlkonzern ArcelorMittal hat
an seinem Standort in Bremen den gesamten GIS-Datenbestand des sieben
Quadratkilometer großen Betriebsgeländes in das System AutoCAD Map 3D
2012 von Autodesk migriert. Das meldet das für das Projekt verantwortliche
Unternehmen Mensch und Maschine
(MuM).
In Bremen produziert ArcelorMittal
seit 1957 Flachstahl. Derzeit liegt die
jährliche Produktion bei etwa 3,2 Millionen Tonnen. Bisher setzte das Unternehmen Autodesk Topobase ein. Das
heutige Geographische Informationssystem (GIS) mit AutoCAD Map 3D ist
für Administration, Datenverwaltung
und Reporting verantwortlich. Dazu
gehören die Onlinedokumentation via
Intranet sowie flexible, zugriffsdefinierte Auskunftsmöglichkeiten.
Die Mitarbeiter aus der Abteilung
Technik, Neubau, Konstruktion nutzen
das GIS, um sämtliche geographischen
Informationen und die dazugehörigen Sachdaten aller Objekte, die sich
außerhalb der Hallen und Gebäude
von ArcelorMittal Bremen befinden,
zu pflegen und zu verwalten und in
einem ganzheitlichen Werkskataster zu
ArcelorMittal
Stahlkonzern ArcelorMittal migriert GIS-Datenbestand am
Standort Bremen in Autodesk Map 3D.
Der Stahlriese ArcelorMittal macht
sein Standort-GIS in Bremen auskunftsfähig via Internet.
vereinen. Es unterstützt den Bremer
Standort bei aktuellen und künftigen
Investitionen, Instandhaltungsmaßnahmen und planerischen Ausarbeitungen.
Für das laufende Jahr ist das Engineering für die Anbindung an das
werkseigene SAP-System, die Konfiguration und die Inbetriebnahme der
neuen Kanal-Fachschale sowie die Einrichtung eines Navigationssystems
für das Werksgelände geplant.
Auf lange Sicht denken die
Bremer nach Angaben von
MuM über eine 3D-Datenerfassung nach.
www.mum.de
Das Unternehmen Moskito GIS hat ein
neues Workforce-Modul für sein Geoinformationssystem Moskito GIS vorgestellt. Besonderheit dabei ist nach
Angaben des Unternehmens, dass Anwender das GIS an die Netzleittechnik
über alle Spannungsebenen inklusive
der Niederspannung koppeln können. Das Workforce-Modul ist dabei
GIS-unabhängig konzipiert, es kann
also beispielsweise auch an Systeme
von Intergraph, ESRI, Autodesk oder
HHK Datentechnik angeschlossen
werden. Zum Funktionsumfang gehört die Einsatzverwaltung der Service-Mitarbeiter, deren Standorte und
die Auftragsvergabe. Dies geschieht in
enger Kopplung mit SCADA-Systemen,
der Netzberechnung, Flottenmanagement- oder ERP-Systemen.
www.moskito-gis.de
zu ermöglichen. So einfach diese Anforderung auch klingen mag, so schwer
ist sie mitunter in der Praxis umsetzbar.
Denn der Datenimport liefert in der
Regel diverse Restriktionen: Daten können unvollständig, inkompatibel oder
veraltet sein. „FAST ist darauf spezialisiert, diese Barrieren zu überspringen“,
sagt Beck. Denn: „Eine Auskunft hängt
nicht immer von 100 Prozent Datenverfügbarkeit ab, genauso verträgt sie einmal den ein oder anderen inhaltlichen
Ausreißer“, so die Erfahrungen aus der
Projektbearbeitung. Vielmehr sei es
wichtig, Netz-Know-how innerhalb der
Modellierung abzubilden – ein eher
pragmatischer und weniger akademischer Ansatz. „Unsere Erfahrungen
zeigen, dass mit der Netzbewertung
in FAST das Wissen erfahrener Netzingenieure sehr gut abgebildet werden
kann“, sagt Beck.
In den FAST-Projekten ist eine gehörige Menge an IT-Know-how gefragt.
Dies ist im Wesentlichen bei Fichtner IT
Consulting hinterlegt, beispielsweise
wenn es um den Datenaustausch mit
dem GIS geht. „Hier gibt es verschiedenste Möglichkeiten des Datenimund -exports“, sagt Beck. Je nachdem,
welche Anforderung an die Daten
gestellt werde. Einfach lesbare Textformate wie CSV oder XML können
genauso zum Zuge kommen wie komplexere Exportformate wie ArcView
Shape. Alternativ ist auch ein direkter
datenbankseitiger Zugriff auf die Ergebnisdaten möglich. „Sollte etwa eine
regelmäßige Datenübernahme
für mehrere Programme gewünscht werden, empfiehlt
es sich auch, eine bewusste
Kopie der relevanten Daten
in einem speziellen Schema auf dem Datenbankserver anzulegen“, so Beck.
Für die Prüfung der Daten nach der Übernahme hat
Fichtner ein Qualitätssicherungswerkzeug entwickelt. Hiermit kann
auf einen Blick die Vollständigkeit von
Daten, aber auch der Wertebereich
einzelner Spalten geprüft werden.
Darüber hinaus sind komplexe Abfragen integrierbar, wie zum Beispiel die
Prüfung, ob alle Rohrtypangaben den
definierten Tabellen entsprechen. Datenunstimmigkeiten werden automatisch farblich gekennzeichnet. Die zu
prüfenden Sachverhalte können vom
Anwender ergänzt werden.
„Für Unternehmen bietet sich mit
dem FAST-Ansatz der Vorteil, dass die
Erfahrung der Netzmeister und Wasserwarte objektiviert in ein Netz-Bewertungssystem einfließen und durch
die gezielte Verbesserung der Datenqualität die notwendigen Grundlagen
geschaffen werden, um einen Wissenstransfer zu ermöglichen“, so Beck. Das
„Bauchgefühl“ erfahrener Praktiker
werde somit greifbar, meint Beck, und
stehe dem Unternehmen auch nach
dem Ausscheiden solcher oftmals zentraler Persönlichkeiten noch zur Verfügung. www.optnet.de
Anzeige
Mehr Pragmatik beim
Datenworkflow
nur in Summe abgebildet, während
für die Anlagen teils mehr technische
Informationen geführt werden als im
GIS. FAST bietet dafür eine zertifizierte
Schnittstelle zu SAP. Mit ihr werden
Stammdaten und Meldungen aus SAP
herangezogen.
Nach dem Import beginnt in FAST die
Datenmodellierung anhand vorgegebener Schemata, dessen
Hauptaufgabe es ist,
eine leistungsfähige Auskunft
|
10 Software & Anwendungen
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
Asset Management
Monitoring in Echtzeit
Anzeige
Das Tool Ivara EXP analysiert die Bewertungen der Betriebsmittel innerhalb der Netzprozesse.
wird man sich in erster Linie um die
strategisch wichtigen Assets kümmern: Umspannwerke und Schaltanlagen beispielsweise im Strombereich,
Gasdruckregelanlagen und Schieber
etwa in Gasnetzen. Grundsätzlich können aber alle Betriebsmittel entsprechend bewertet werden.
Mit Ivara EXP bietet Bentley Systems
eine Lösung, die den gesamten AssetManagement-Prozess unterstützt und
insbesondere auch den mathematischen Unterbau für die Bewertung
der Betriebsmittel bereitstellt, etwa
für die zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung. Dabei wird der Zustand
eines Betriebsmittels ins Verhältnis zu
seiner Wichtigkeit gesetzt. Heckmann
erläutert dies an einem vereinfachten
Beispiel: „Ein Betriebsmittel wird beim
Zustand mit fünf Punkten und bei der
Wichtigkeit mit fünf Punkten bewertet, macht in Summe zehn. Dieses
Objekt rückt früher in den Fokus der
Instandhaltung als eines, dessen Zustand mit sieben Punkten schlechter
bewertet ist, das aber bei der Bedeutung nur einen Punkt erhalten hat.“
Informationen über die Betriebsmittel wie Alter und Material, aber
auch Schadensstatistiken können aus
verschiedenen Datenbanken und Lösungen (ERP, GIS usw.) in das System
eingelesen werden. Schon auf dieser Basis und der Klassifizierung nach
Wichtigkeit kann eine rechnerische Bewertung vorgenommen werden. Da-
rauf aufbauend lassen sich Zustände
durch Inaugenscheinnahme beschreiben, etwa Gängigkeit eines Schiebers
oder das Vorhandensein von Korrosi-
on. Die Bentley-Lösung ermöglicht darüber hinaus in der neuesten Fassung
die Integration von gemessenen Echtzeitdaten. Dabei handelt es sich um
Fünf Module von Ivara EXP
• Strategieentwicklung (Datenimport, Zuweisung der Parameter Zustand
und Wichtigkeit sowie Priorisierung der Objekte)
• Implementierung konkreter Wartungsstrategien für jedes Betriebsmittel
(zum Beispiel periodisch, zustandsorientiert, ausfallbedingt, FMEA usw.)
• Performance-Management (Vergleich zwischen theoretisch ermittelten
Daten und echten Daten aus dem Feld oder sonstigen Analysedaten)
• Work-Management (Erzeugung und Arbeitsaufträge für Wartung und
Instandhaltung)
• Analyse und Optimierung (Visualisierung von Key Performance
Indicators und statistischen Auswertungen mittels Dashboards in
einem Cockpit)
Informationen
von Sensoren, die
am Betriebsmittel befestigt sind. Messen lassen sich Parameter wie Status,
Temperatur, Vibration, Druck oder
Leitfähigkeit. Die Einbeziehung von
Echtzeitdaten gewinnt aus Sicht von
Bentley insbesondere vor dem Hintergrund des Aufbaus von Smart Grids an
Bedeutung. Das damit verwobene „Internet der Energie“ für den Transport
von Messdaten und Steuerinformationen ermögliche es, so das Unternehmen, bereits heute, Echtzeitdaten für
das Monitoring besonders wichtiger
Betriebsmittel automatisiert zu nutzen. „Dadurch kann man zustandsorientiert und schnell eingreifen, bevor
eine Pumpe, ein Schieber oder ein
Trafo schlapp macht“, sagt Heckmann.
Wie ein Betriebsmittel bewertet wird,
hängt von der Bedeutung ab, die ein
Unternehmen ihm beimisst.
Die Module bauen aufeinander auf,
müssen aber nicht zwingend durchgängig benutzt werden. Existiert
beispielsweise bereits eine Work-Management-Lösung beim Netzbetreiber, lässt sich diese nach Angaben
von Bentley barrierefrei einbinden.
Zu SAP PM und IBM Maximo etwa
existieren zertifizierte Schnittstellen.
Die Lösung lasse sich, so Bentley, darüber hinaus in beliebig konfigurierte
IT-Landschaften integrieren. Auf dem
deutschen Markt ist die Lösung neu.
In Europa wird die Lösung bereits von
ArcelorMittal, Iberdrola, Scottish
Power, Shell und anderen eingesetzt.
www.bentley.com
Primus bei Smart Grids
Das Forschungszentrum
der Europäischen Union
veröffentlicht eine Studie,
die den europaweiten Investitionsstand in Smart Grids
untersucht. Deutschland ist
demnach führend.
Neben Großbritannien, Frankreich
und Italien ist Deutschland einer der
Standorte, wo in Smart-Grid-Projekte
investiert wird. Das ist eines der zentralen Ergebnisse, welche durch die
Studie der Europäischen Kommission
deutlich werden. Insgesamt wurden
darin unter den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie Kroatien, Schweiz und
Norwegen 281 dieser Projekte für intelligente Stromnetze gezählt. Eine
Summe von 1,8 Milliarden Euro wurde
darin investiert.
In der Langzeitbetrachtung stellte
die Studie außerdem zunehmende
Investitions-Aktivitäten fest: Während
von 2002 bis 2005 nur sporadisch
Projekte in Angriff genommen
wurden, pendelte sich in
den Jahren zwischen
2008 und 2012 eine
konstante Investitionssumme von
200 Millionen Euro
Pixelio/Peter Freitag
Im Herbst 2012 hat Bentley Systems
das kanadische Unternehmen Ivara
Corporation übernommen. Ivara ist
ein Anbieter von Asset Performance
Management(APM)-Software und bedient damit Kunden im Bereich der
Energiewirtschaft, Anlagenbau und
Industrie. Das IT-Werkzeug Ivara EXP
dient in erster Linie dazu, Leistung,
Zuverlässigkeit und Sicherheit der
Betriebsmittel zu erhöhen. Damit ergänzt Bentley seine Software AssetWise für das Asset Lifecycle Information Management.
Hintergrund der Akquisition sind
die Entwicklungen im Themenbereich
Asset Management. Dies bezieht sich
nicht auf das reine Verwalten von Betriebsmitteln, sondern auf „einen umfassenden Management-Prozess, der
Leistungsfähigkeit, Risiken und Kosten von Betriebsmitteln strategisch
betrachtet, in Beziehung zueinander setzt und somit eine optimierte
Bewirtschaftung der Betriebsmittel
ermöglicht“, so Bentley. Zumindest
große Firmen steuern, so das Unternehmen, ihre Strom- und Gasnetze
schon heute auf Grundlage von Asset Management- und MonitoringMethoden. Doch die Notwendigkeit,
den Netzbetrieb als strategische Optimierungsaufgabe zu verstehen, gelte
heute auch für kleinere Unternehmen.
Neben den wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen
übt auch die Norm ISO 55.000, die ab
2014 Standards für das Asset Management vorschreiben wird, zunehmend
Druck aus. „Die Norm einzuhalten, ist
zwar nicht verbindlich, aber wenn
ein Unternehmen zum Beispiel bei
einer Betriebsprüfung oder in einem
Rechtsstreit nachweisen kann, dass es
dem Stand der Technik entsprechend
arbeitet, hat es grundsätzlich bessere Karten“, sagt Thomas Heckmann,
Senior Utility Solutions Architect bei
Bentley Systems Germany.
Sobald Betriebsmittel nicht mehr
optimal gewartet und instandgehalten werden können, müssen Netzbetreiber in der Lage sein, den Einsatz
der Mittel zu priorisieren und entsprechend zu fokussieren. Asset Management bedeutet zunächst, dass man die
Betriebsmittel aus den Blickwinkeln
Zustand und Wichtigkeit betrachtet
und entsprechend bewertet. Dabei
Bentley
Nach der Übernahme der kanadischen Firma Ivara positioniert sich Bentley Systems
im Bereich Asset Management und ergänzt seine Software AssetWise.
Wie schlau sind die Netze? Eine EU-Studie hat dazu auf Investitionen geschaut.
jährlich ein, ab 2011 sogar 500 Millionen Euro.
Für das Jahr 2012 entfielen 15 Prozent der gesamten Investitionssumme
auf Großbritannien, während Deutschland und Frankreich jeweils 12 Prozent
ausmachen. Auf Dänemark, Italien
und Spanien lassen sich jeweils 10
Prozent der Förderung zuordnen. Die
Stellung von Dänemark heben die Studienverfasser hervor: Hier finden sich
die stärksten Anteile an Zuschüssen im
Bereich Forschung und Entwicklung
(R&D) pro Kopf (über
30 Euro) und pro
Kilowattstunden
(0,50 Euro). In
Deutschland
liegen die Werte
bei etwa 5 Euro
pro Kopf und 0,1
pro Kilowattstunde. Des Weiteren
nennt die Studie auch etwa 60 multinationale Projekte. Die Mehrheit dieser
Unternehmungen besteht hier zwischen Organisationen der EU-15-Länder. Auch hier sind Organisationen in
Spanien, Frankreich und Deutschland
sehr aktiv. Zwischen diesen Ländern
werden stetig Kooperationen in multinationalen Projekten eingegangen. 95
Prozent der multinationalen Projekte
werden von der EU finanziert.
Die Gruppe der Verteilnetzbetreiber
sind am stärksten in all den Projekten
repräsentiert. Sie stehen auch an vorderster Front, wenn es um die Investitionen geht. Dicht dahinter folgen
Universitäten und Forschungszentren,
Gewerbetreibende und IT- und Telekommunikationsunternehmen.
www.ec.europa.eu
Software & Anwendungen
Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
| 11
Wolkendeckung ist entscheidend
alle Daten, die die zu beobachtenden
PV-Anlagen liefern. Auf diese Weise
können die zuständigen Wartungsunternehmen auf einer Karte den Standort der Anlagen, ihre Besitzer, die installierten Module und natürlich die
aktuelle Leistung einsehen. „Zu diesen
Angaben können die Wartungsunternehmen nun auch Referenzdaten von
Satelliten hinzubuchen“, erklärt smartblue-Geschäftsführer Philipp Geiger.
Mithilfe dieser Informationen werde
dann die lokal zu erwartende Leistung
der Anlage noch präziser berechnet.
Vor allem die Wolkendeckung ist ein
Einflussfaktor, der mittels Satellitenbild
festgestellt werden kann. Bei klarem
Himmel trifft logischerweise mehr
Sonneneinstrahlung auf die Panels
als bei einer dicken Wolkenschicht.
„Berücksichtigt man diesen Faktor, so
lässt sich mit Smart Control die unter diesen Umständen zu erwartende
Leistung simulieren“, erklärt Geiger
weiter. Mit dieser Berechnung haben
die Wartungsunternehmer einen Wert,
der mit den tatsächlichen Leistungswerten verglichen werden kann, „denn
nur über die errechneten Soll-Werte
können schon geringe Leistungsminderungen transparent gemacht werden“, so Geiger.
Die Gründe für schleichende Leistungsein-
Energieertrag von PV-Anlagen
Das Fraunhofer-Institut
für Solare Energiesysteme (ISE) hat Zahlen
und Erkenntnisse zum
Photovoltaik-Ausbau in
Deutschland zusammengetragen.
Der Anteil aller erneuerbaren Energien zusam-
mengenommen beläuft
sich auf rund 26 Prozent
des Netto-Stromverbrauchs. Die PV-Anlagen
steuerten im Jahr 2012
dazu 5,3 Prozent bei.
Damit belegt die Photovoltaik nach Windenergie
und Energie aus Biomasse
Platz 3.
Anreiz für die
Installation setzt die Solarförderung. Sie ist allerdings umstritten und die
Bundesregierung ist dabei,
diese finanziellen Impulse
mehr und mehr zurückzufahren. Das Ziel ist ein
sich selbst tragender Wirtschaftszweig.
Module gen Himmel gereckt: Nicht nur die installierte Technik hat Auswirkungen auf den Ertrag der PV-Anlagen.
bußen sind vielfältig. Sie können einerseits technischer Natur sein: unzureichende Verkabelung, defekte oder
falsch konfigurierte Wechselrichter
oder kleine Risse in den Modulen.
Andererseits ist es möglich, dass Beeinträchtigungen durch die Umwelt
entstehen können. Geiger nennt hier
zum Beispiel die Verschattung der
Standorte. „Da kann es schon eine
Rolle spielen, wenn bei Anlagen auf
Freiflächen vergessen wurde, den
Rasen zu mähen“, so der Geschäftsführer. Auch der Verschmutzungsgrad
der Luft übe sich auf die Leistung der
Panels aus.
Wie viel die Straße trägt
Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen hat die
Richtlinien für die Standardisierung
des Oberbaus von Verkehrsflächen als
Ausgabe 2012 (RStO 12) veröffentlicht.
Sie löst die RStO 01 ab. Als Unterschied stellt das Software-Haus IB&T
heraus, dass darin aus den Bauklassen
Belastungsklassen werden. Diese Änderung hat das Unternehmen, das spezialisiert auf die Infrastruktur-Planung
ist, in seinem Kernprodukt CARD/1
berücksichtigt. Demnach lassen sich
die Belastungsklassen nach den neuen
Richtlinien ermitteln.
Eine solche Klassifizierung ist stets
dann erforderlich, wenn die Befestigungsstandards für den Oberbau einer Straße festgestellt werden müssen.
Pixelio / Wolfgang Dirscherl
Die Firma IB&T hat die neuen Richtlinien der FGSV in ihrem CAD-System CARD/1 integriert.
Aus Bauklassen werden die Belastungsklassen: Die Einstufung hat Auswirkungen auf den Bau einer Straße.
Der Oberbau umfasst dabei mehrere
Schichten, wie etwa eine oder mehrere
Tragschichten und eine Deckschicht.
Wie viele Tragschichten erforderlich
sind, welche Bauweise also gewählt
werden muss, hängt von der Belastungsklasse ab. Ihre Ermittlung ist
der Nachweis, dass die Fahrbahn der
zukünftigen oder jetzigen Verkehrsbelastung gewachsen ist. Die Berechnung und Ermittlung wird in der RStO
geregelt und ist in der Fassung 12
durch neue Berechnungsgrundlagen
und Zuordnungstabellen überarbeitet
worden. Für die CARD/1-Nutzer hat
IB&T die neue Grundlage im SoftwareMenü Verkehrsweg hinterlegt. Sollte
eine Neuberechnung einer bereits berechneten Bauklasse nötig sein, so ist
dies wahlweise per „klassischer“ Bauklassenberechnung oder per neuer
Belastungsklasse möglich.
www.card-1.com
Betriebsmittel im Internet
Die Firma Atrios entwickelt das Betriebsmittelinformationssystem OVERVIEW. Das System ist Web-basiert und
fügt sich nach Angaben des Herstellers nahtlos in die bestehende IT-Umgebung der Energieversorger ein. Ab
Mitte 2013 sollen die einzelnen Module
am Markt verfügbar sein.
Die Software ist als modulares System konzeptioniert und soll eine
einfache Anpassung an die unterschiedlichen Anforderungen von Energieversorger ermöglichen. Die Basis
von OVERVIEW ist das Modul Betriebsmittel. Hier werden alle notwenigen
Informationen zu Leitungen, Anlagen
und Einbauteilen (Strom, Gas, Wasser
und Telekommunikation) auf GIS-Basis
abgelegt. In diesem Grundmodul können die Informationen zum Beispiel
mit Statistiken oder Reportings für die
Bundesnetzagentur abgerufen werden. Das Modul OVERVIEW – Wartung
& Instandhaltung bringt die ATRIOSLösung WIM (Wartung und Instandhaltungsmanagement) ins Internet.
OVERVIEW – Vermessung unterstützt
die Einmessung von Leitungen und
Anlagen und bietet eine Skizzen- und
Auftragsverwaltung. www.atrios.de
Die Informationen über die tatsächliche Leistung gelangen über die an
den Modulen aufgesetzten Datenlogger oder über die Wechselrichter in
das Portal Smart Control, das die Wartungsunternehmer einsehen können.
Die Technologie-Unterschiede bei den
Datenloggern überwindet Smart Control durch eine spezielle Schnittstelle,
die die Daten homogenisiert und darstellbar macht. „Gerade durch diese
Systemunabhängigkeit können wir
alle für die Wartungsmitarbeiter relevanten Daten zusammenführen“, sagt
Geiger und betont, dass die Daten bereits beim Eingang automatisch über-
prüft werden. Auf diese Weise fallen
bereits kleinste Fehler auf. Smart Control generiert aber ausschließlich bei
relevanten Meldungen Warnungen an
die Mitarbeiter. „So werden die Wartungsunternehmen nicht mit Fehlermeldungen überschüttet“, meint Philipp Geiger. In der Ergänzung durch
die Soll-Leistung inklusive Satellitendaten will smartblue die Wartungsunternehmen bei der automatisierten
PV-Überwachung unterstützen und
den Anlagenbesitzern Leistungsminderungen schnell und automatisch
transparent machen. (jl)
www.smartblue.de
Nachrichten
Bauhof dokumentiert Räumdienste mit DMI
Unwetter-Warnung auf das
Smartphone
Der Bauhof in Bad Kreuznach verwendet bei der Datenerfassung bei Räumund Streumaßnahmen Technologie
der Data Mining Innovators (DMi). Im
„DMi - Winter-Report“ werden über
die Fahrzeug-Blackboxen die Einsatzorte, die Fahrgeschwindigkeiten und
die ausgebrachte Streugutmenge an
die Fahrzentrale gesendet.
Die Sozialversicherung Vereinigte Hagel
bringen gemeinsam mit raiffeisen.com
ihren deutschlandweiten UnwetterWarnservice auf das Smartphone. Die
neue Unwetter-Alarm-App gibt es
kostenlos im Apple- beziehungsweise
Google Play Store. Die angemeldeten
Nutzer erhalten darüber Push-Benachrichtigungen für ihre Region.
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Die Photovoltaik-Branche hat seit den
beständigen Förderungskürzungen zu
kämpfen. Auf die Zahlen beim Zubau
von Photovoltaik(PV)-Anlagen hat das
zwar zunächst keinen gravierenden
Einfluss gehabt, denn laut den Angaben der Bundesnetzagentur nahmen
im vergangenen Jahr PV-Anlagen mit
einer installierten Leistung von 7,6 Gigawatt ihren Betrieb auf. Das habe
einen Rekordgewinn dargestellt. Alle
1,3 Millionen Anlagen lieferten 32,4
Gigawatt. Doch trotz dieser positiven
Zubau-Meldungen gilt es für Anbieter
rund um den Betrieb und die Wartung
der Anlagen, ihr Service-Angebot breiter aufzustellen. Ausschöpfungspotenzial besteht beispielsweise im Monitoring der Anlagen. An diesem Punkt
setzt das Portfolio von smartblue aus
München an.
Das 2010 gegründete Unternehmen
um die Geschäftsführer Philipp Geiger
und Günter Seel hat sich der intelligenten PV-Überwachung verschrieben. smartblue bietet Portal-Lösungen
und Berechnungstools, die einen Einblick in die potenzielle und tatsächliche Leistung der Anlagen geben. Neu
ist jetzt, dass bei diesen Berechnungen
auch Satellitendaten miteinfließen.
Smart Control Leitstand heißt die
Lösung, die bei smartblue im Vordergrund steht. Sie vereint in einem Portal
Pixelio/ Günter Kusch
Satellitendaten werden von der Firma smartblue bei der Leistungsberechnung von Photovoltaik-Anlagen integriert.
­Wartungs­unternehmen sollen durch den Vergleich von Soll- und Ist-Daten auch schleichende Leistungseinbußen erkennen können.
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12 Software & Anwendungen
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
Vom Schneegestöber ins Studio
Über starken Wind und dichte Schneefälle berichtet Andreas Friedrich. Das
Tief Birk bringe Neuschnee von 15 bis
20 Zentimetern, zusammen mit dem
Wind entsteht auf diese Weise eine Unwettersituation. Und deswegen steht
Andreas Friedrich, der diplomierte Meteorologe, im Wetterstudio des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und
moderiert Mitte März einen UnwetterClip. Für den begeisterten Wetter-Experten ist es nichts Ungewöhnliches,
vor der Kamera zu stehen. Der DWDSprecher Friedrich hatte in seiner Laufbahn stets mit der Aufbereitung von
Wetterinformationen in verschiedenen
Medien zu tun. Dazu gehörte stets
auch die Videoproduktion.
Seit gut zwei Jahren werden beim
DWD mittlerweile die Unwetter-Clips
produziert. Abonnenten des Newsletters werden per Mail über neue Vi-
DWD
Der Meteorologe Andreas Friedrich gibt einen Einblick in die Produktion der Unwetter-Clips beim Deutschen Wetterdienst.
­Satellitenfilme und animierte Wetterdaten bilden die wichtigsten Bausteine, um die Situation für die Zuschauer darzustellen.
Hier ziehen regelmäßig Hochs und Tiefs vorbei: Im Wetterstudio des DWD produziert Andreas Friedrich Unwetter-Clips.
Kurzlebige Luftwirbel
innerhalb kurzer Zeit und
sind dabei nur sehr
kleinräumig“, so Friedrich. So kann einer
dieser schnellen
Luftwirbel sich
über lediglich
50 bis 100 Meter erstrecken.
„Und nach 2
bis 3 Minuten
ist er dann auch schon
wieder vorbei“, sagt der
Tornado-Experte Friedrich.
Das für Andreas Friedrich
spannendste Wetterphänomen ist der
Tornado. Er gehört zu
den wohl gefährlichsten Ereignissen. In Deutschland
kommen sie selten vor,
dennoch schätzt Friedrich, dass es circa 30 bis
60 pro Jahr gibt. „Eine
genaue Anzahl abzugeben, ist schwierig, denn
Tornados entstehen meist
deos in dem DWD-Youtube-Channel
informiert. Und die Medien haben die
Möglichkeit, den Clip von einem Server herunterzuladen, um ihn auf ihren
Websites oder im TV-Programm einzubinden. Doch wie entsteht ein solcher
Clip? Welche Technik steckt dahinter,
wenn die Kaltfront auf dem Bildschirm
im Wetterstudio von Südwest nach
Nordost zieht? „Die Produktion der
zwei bis drei Minuten langen Clips ist
in der Regel eine Sache von etwa einer
bis anderthalb Stunden“, fasst Friedrich
zusammen.
Doch bevor der Clip erstellt wird,
muss natürlich zunächst eine kritische Wetterlage in Sicht sein. Das
wird klar auf der morgendlichen Kon-
ferenz in der DWD-Zentrale in Offenbach. In Abstimmung mit den sechs
Regionalbüros werden die erwarteten
Temperaturen und Wetterverhältnisse
zusammengetragen. Kündigen sich
zum Beispiel heftige Schneefälle oder
Stürme an, ist das der Startschuss für
die Clip-Produktion. Einer der 15 Meteorologen aus der Schicht übernimmt
dann diese Aufgabe. „Er überlegt sich,
was für den Zuschauer wichtig ist. Welche Karten und Grafiken er benötigt,
um die Wettersituation abzubilden“,
umreißt Friedrich den Aufbau.
Erstellt wird die Animation des
Unwetter-Clips mithilfe der Software
TRIVIS. Sie wurde vom DWD in Kooperation mit der Firma ask – Innovative
Stromnetz
mit Tücken
Wärmebilder
für die Essener
Die Studie steht im Kontext der Energiewende. Neben der Einspeisung von
erneuerbaren Energien und dem Bau
von sogenannten Stromautobahnen
ist auch die Modernisierung von Mittelund Niederspannungsnetzen ein Thema. Um das Verhältnis von Erzeugung
und Verbrauch abzugleichen und die
Netzstabilität zu gewährleisten, ist ein
beständiger Informationsaustausch
zwischen Netzteilnehmer und Netzbetreiber nötig. Für die Netzsteuerung
erfordert das einen hohen Automatisierungsgrad.
Sicherheitslücke in der Heizung
Wie zur Bestätigung der TÜV-Studie
sorgte im April der HeizungsanlagenHersteller Vaillant für eine Schlagzeile
im Online-Portal von Heise.
Das Nano-Blockheizkraftwerk für Einund Zweifamilienhäuser e­coPower
1.0 hatte ein Sicherheitsproblem im
Webinterface, über welches sich die
Anlage steuern lässt. Aufgefallen war
das einem Leser der Branchenseite
BHKW-Infothek.
Demnach konnte man die KlartextPasswörter der mit dem Internet ver-
bundenen Anlagen herausbekommen. Neben dem Kundenpasswort
habe man auch an das Entwicklerpasswort kommen können. Auf diese Weise hätte man beispielsweise
die Anlage im Winter ausschalten
oder im Sommer anschalten können. Beides führt zu Schäden des
Geräts. Vaillant riet indes dazu, das
heimische Blockheizkraftwerk abzuschalten und auf Servicetechniker zu
warten. Inzwischen konnte aber eine
Lösung gefunden werden.
TÜV Süd
Der TÜV Süd macht auf Sicherheitsmängel bei
der Umrüstung auf Smart Grids aufmerksam. Die
durchgeführte Studie attestiert fehlende IT-Schutzmaßnahmen in der Energiewirtschaft.
Energienetze sollten intelligent und
sicher sein. Diesem Qualitätsanspruch
ist der TÜV Süd nachgegangen und
hat in der Studie „Security & Safety
in einer smarten Energiewelt“ 255
Geschäftsführer und Entscheider bei
Energieversorgern, Stadtwerken und
Fertigungsbetrieben befragt, wie es
um die Modernisierung der Stromnetze und die Schutzmaßnahmen von
intelligenten Netzen bestellt ist. Das
Ergebnis: Bei Sicherheitsfragen von
intelligenten Netzen besteht noch erheblicher Nachholbedarf.
Visualisierungslösungen speziell für
die Visualisierung von Wetterinformationen für die Medien entwickelt. Die
Software beinhaltet zahlreiche Bausteine, über 50 Grafiken und Filme, um
die Hochdruck- und Tiefdruckgebiete
über die Karten ziehen zu lassen, Satelliten- und Radarfilme abzuspielen
und verschiedene Temperaturkarten
anzuzeigen. Über individuelle Anpassungen kann der Clip-Produzent dazu
den genauen Verlauf der Fronten festlegen. „Der Moderationstext ist dann
schnell geschrieben, da sich die Mitarbeiter sowieso den ganzen Tag damit
beschäftigen. Mit einem technischen
Assistenten geht es dann vor die Kamera“, erklärt Meteorologe Friedrich.
Der Text wird dann frei gesprochen, auf
Teleprompter werde verzichtet. Da die
Produktion nicht live ist, können auch
mehrere Anläufe gemacht werden.
Ist der Meteorologe mit seinem Ergebnis zufrieden, erfolgt der Schnitt
und das Hinzufügen der sogenannten
„Bauchbinden“, die den jeweiligen Moderator vorstellen. Wenn der Clip in
den DWD-Youtube-Kanal hochgeladen
und mit Links in die entsprechenden
Newsletter eingebunden wurde, ist der
Prozess abgeschlossen.
Neben den Unwetter-Clips können alle Interessierten über den Onlinevideo-Kanal auch Satellitenfilme
des geo­stationären Wettersatelliten
Meteo­
sat-9 ansehen. Monatlich sind
dort innerhalb von etwa zwei Minuten
die Bilder des über Europa und Afrika
positionierten Raumgleiters zusammengefasst. (jl)
www.dwd.de
Im Testlabor für intelligente Energietechnik des TÜV Süd stehen Komponenten von
elektronischen Steuer- und Kontrollsystemen auf dem Prüfstand.
Der TÜV Süd deckt seiner Umfrage
zufolge einen fehlenden Schutz der
sogenannten Smart Grids auf. Deutlich wird das durch die Angabe der
Befragten, ob sie mit einer Beeinträchtigung der Versorgungsqualität durch
die Einführung der intelligenten Netze
rechnen. 50 Prozent der Fertigungsbetriebe beispielsweise sehen hier keine
Abstriche voraus. Sie vertrauen auf die
Energieversorger und Netzbetreiber.
„Auffallend bei dieser Frage ist, dass ein
Viertel der Entscheidungsträger keine
Meinung dazu hat“, sagt Kai Strübbe,
Leiter des Bereichs Embedded Systems
beim TÜV Süd. Er spekuliert, dass es
ein Zeichen dafür sein könnte, dass die
Thematik der Smart Grids noch nicht
überall angekommen ist beziehungsweise noch nicht in ausreichendem
Umfang reflektiert wurde.
Das Vertrauen in die Versorgungsqualität hat zur Folge, dass im produzierenden Gewerbe nur die Hälfte der
befragten Unternehmen ausreichend
gegen Störungen bei der Stromversorgung geschützt ist. 32 Prozent bewerten ihre Situation als „sicher“ und 17
Prozent als „sehr sicher“. Dieser Selbsteinschätzung entspricht auch der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Fertigungsbetriebe im Fall von Netzstörungen über keinerlei technische oder
organisatorische Gegenmaßnahmen
verfügt. Mehr für die Sicherheit will der
Studie zufolge auch künftig nur eine
Minderheit der befragten Unternehmen tun: 28 Prozent der Energieversorger, 45 Prozent der Stadtwerke und 22
Prozent im produzierenden Gewerbe.
Die Ergebnisse lassen den TÜV Süd
insgesamt zu einem ernüchternden
Fazit kommen. Die Marktteilnehmer
scheinen über den Umbau der Stromnetze zu Smart Grids und die möglichen Folgen noch nicht ausreichend
informiert zu sein.
www.tuev-sued.de
Die Stadt Essen hat zusammen mit
dem TÜV Rheinland und dem Energieversorger RWE ein ThermographieProjekt gestartet. Das soll die Bürger
für das Energiesparen sensibilisieren.
Gleichzeitig kann mit den entstandenen 24.000 Wärmebildern die Energieeffizienz der Gebäude in der RuhrMetropole ermittelt werden. Aufgenommen wurden die Luftbilder während 80 Flugschleifen, die die Firma
Eurosense mit ihrem Spezialflugzeug
über der 580.000-Einwohner-Stadt absolvierte. Das belgische Unternehmen
ist spezialisiert auf die Erfassung und
Inwertsetzung von Geodaten. Dazu
bietet sie eine Reihe von Dienstleistungen an. Die luftgestützte Datenaufnahme mittels Thermokamera gehört dazu.
Die für Essen notwendigen zwölf
Flugstunden hatte Eurosense über drei
Nächte verteilt, denn nur nachts können aussagekräftige Aufnahmen erzielt
werden. „Am Tag wäre eine Messung
nicht sinnvoll. Die Sonneneinstrahlung,
die alle Körper, insbesondere Gebäude
und Straßen aufheizt, würde das Ergebnis für unsere Zwecke wertlos machen“, sagt Rolf Wilting, Geschäftsleiter
von Eurosense Deutschland.
Im Herbst sollen alle Hauseigentümer Essens von der Stadt ihr individuelles Wärmebild erhalten. Die Qualität
der Dachisolierung gilt als Indikator für
den gesamten energetischen Zustand
des Gebäudes. Dennoch ersetze das
Wärmebild nicht eine ausgiebige Energieberatung, mahnt RWE.
www.rwe.com
www.eurosense.com
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
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Daten & Datenmanagement
www.business-geomatics.com
Live-Daten für Verkehrsbetriebe
Kolumbianische Verkehrsbetriebe nutzen IVU-Technologie und Nokia-Daten für die Optimierung des Verkaufspunktenetzes
schiedlichsten behördlichen Stellen und
privaten Datenanbietern sowie die anschließende Veredlung und
Konsolidierung der Daten voraus. Zudem musste das System immer wieder
mit aktuellen Daten angereichert werden – und das im laufenden Betrieb.
Für diese Aufgabe nutzt Metro Cali
Daten der „here“-Plattform von Nokia.
Das vorwiegend konsumerorientierte Unternehmen Nokia bietet mit
diesem Portal vermehrt auch Anwendungsmöglichkeiten für den B2B-Bereich. Neben den Geobasisdiensten
IVU
eignete Basisgeometrien für das Mapping, das heißt die Darstellung auf
der Karte“, berichtet Schaefer.
Der Installation des GIS
ging eine zeitintensive Recherche
bei unter-
Zur Standortoptimierung nutzt Metro Cali das GIS IVU.locate. Doch zunächst mussten Basisgeometrien erfasst werden.
wie der Geokodierung und Adresssuche stellt die Plattform zudem Echtzeit-Daten und Konsumerdaten direkt
über die Cloud bereit, wodurch sie von
externen Anwendungen wie Geoinformationssystemen genutzt werden
können. Nokia verweist insbesondere
auf die im Konsumerbereich erworbenen Kompetenzen etwa im Bereich
Adresssuche, Geokodierung und die
Suche nach besonderen Zielen (POIs).
Auf der Spur
Die Geodaten-Anbieter von DDS Digital Data Services liefern mit Trip-Tracer
eine Software für Mobilitätsbefragungen. Die räumlichen Angaben werden
während der Interviewsituation direkt in die digitale Karte eingetragen.
Durchschnittlich etwa drei Wege legt
jeder Deutsche täglich zurück: zur Arbeit, zum Einkaufen und zu Freizeitaktivitäten. Wo die Menschen genau vorbei gehen, welche Straßen sie nutzen
oder an welchem Parkplatz sie in die
S-Bahn umsteigen, interessiert nicht
nur Verkehrsplaner. Auch Marketingexperten wollen die zurückgelegten
Routen exakt nachvollziehen. Sie leiten
aus solchen Angaben die effektivsten
Standorte für Außenwerbung ab. Das
Karlsruher Unternehmen DDS Digital
Data Services bietet für derartige Anliegen den Trip-Tracer. Diese Software
ist für Mobilitätsbefragungen konzipiert und ermöglicht es dem Interviewer, den beschriebenen Weg des Befragten direkt auf einer digitalen Karte
einzugeben. Entwickelt wurde das Tool
von der PTV Group in Zusammenarbeit mit der Firma DDS, die auch den
Vertrieb übernimmt.
Die Arbeitsoberfläche der Anwendung ist eine Kartenansicht mit einem
Datenbestand von 6,5 Millionen Straßen in Deutschland, inklusive Suchfunktion und 220.000 Points of Interest
(POI). Darüber hinaus sind DDS-Daten des Schienenverkehrs mitsamt
der Haltestellen integriert. Gerade
die markanten Ortsangaben, wie das
Geldinstitut an der Ecke oder die U-
Bahn-Haltestelle, spielen bei der Wegbeschreibung oft eine wichtige Rolle.
Der Interviewer kann diese Angaben
unmittelbar auf der Karte anklicken.
„In Echtzeit erfolgen dann die Geokodierung, das Routing, die Wegdarstellung und damit die Verifizierung
der erfassten Daten direkt mit dem
Interviewten“, erklärt DDS-Mitarbeiter
Teddy Gruner. Die Uhrzeit sowie der
Anlass des Weges und die verschie-
Durch Mobilitätsbefragungen kann
die Attraktivität
von Plakatstellen
festgestellt werden.
denen Modi wie Selbstfahrer, Mitfahrer, ÖPNV Straße oder ÖPNV Schiene
ergänzen die Angaben.
Auf der Grundlage der notierten
Strecken kann die Attraktivität von bestimmten Straßen oder Knotenpunkten für Außenwerbung wie Plakate
ermittelt werden. Abhängig ist die Attraktivität von der Häufigkeit, wie oft
Menschen diesen Standort passieren.
Seit Anfang 2013 gilt hier die Einheit
„Plakatseher pro Stelle“ (PpS), wel-
che die Leistung von Plakatstellen in
Deutschland wiedergeben soll. Mit der
Festlegung auf PpS habe die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) der Forderung von Werbungtreibenden entsprochen, die nach einer
„einheitlichen Währung“ für den Prozess von der Planung bis zum Einkauf
von Außenwerbung verlangten.
Dass der Trip-Tracer, der aktuell in
der Version 2.2. vorliegt, nicht nur bei
der Kampagnenplanung von Plakaten oder digitalen Werbeflächen unterstützt, sondern auch für Verkehrs­
analysen genutzt werden kann, zeigt
das Beispiel Deutsche Bahn. Bei einer
Studie zur Verkehrsmittelwahl wurden
Personen nach ihren zurückgelegten
Wegen und den benutzten Verkehrsmitteln befragt. Ziel der Deutschen
Bahn war es dabei, Impulse für die
Entwicklung ihres Mobilitätsangebotes
zu bekommen.
DDS bietet im Zusammenhang mit
dem Trip-Tracer weitere Serviceleistungen an. So werden beispielsweise die erfassten Routen in Daten zur
Weiterverarbeitung umgewandelt, um
die Befragungsergebnisse – losgelöst
von der Karte – weiter auswerten zu
können. Außerdem bietet DDS weitere
Softwareschulungen und Trainings an.
www.ddsgeo.de
Da zum Beispiel der Adressaufbau
in jedem Land unterschiedlich ist, ist
es für Datenanbieter sehr aufwändig,
Angebote zu entwickeln. In Südamerika beispielsweise stand die IVU vor der
Herausforderung, die umfangreichen
Kundenbestände zu geokodieren und
in der Karte anzuzeigen. Mit herkömmlichen Werkzeugen gelang dies nicht
ausreichend. Daher kam erstmals die
„here“-Plattform zum Einsatz – „mit
sehr überzeugenden Ergebnissen“,
wie Schaefer über die Integration der
„here“-Plattform durch die Metro Cali
in IVU.locate resümiert. Auch für die
Aktualität der Dienste ist gesorgt. Nokia spielt kontinuierlich Updates ein,
wobei sich die Updatefrequenz nach
Angaben des Unternehmens weiter
erhöhen soll.
Durch die Möglichkeit zur Integration der „here“-Plattform in externe Anwendungen eröffnen sich insbesondere für Hersteller von Geoinformationssystemen wie die Berliner IVU Traffic
Technologies neue Möglichkeiten. So
können Anwender der Systeme ihre
Entscheidungen, beispielsweise zur
Wahl eines neuen Standorts, nun mit
Wissen aus dem Konsumerbereich
und Echtzeit-Daten unterfüttern und
die Faktendichte so deutlich erhöhen.
„Schließlich sind Isochronen, also Einzugsbereiche auf Basis von Fahrtzeiten
und Strecke, kaum aussagekräftig,
wenn potenzielle Kunden auf dieser
Strecke ständig im Stau stehen“, so
Schaefer. Echtzeit-Stauinformationen
geben hier präzisere Aussagen und
mehr Sicherheit bei der Standortentscheidung.
Bei der Metro Cali sollen, indem LiveDienste wie die Echtzeit-Stauprognosen in die Berechnungen einbezogen
werden, neben neuen Standorterkenntnissen beispielsweise auch die
Abfahrtszeiten für Busse besser prognostiziert werden können. Auch die
traditionell für Touristen entwickelten
Heat Maps, die Besuchern zur Orientierung dienen und beim Auffinden der
Points of Interest unterstützen sollen,
liefern neue Erkenntnismöglichkeiten,
beispielsweise für die Einschätzung der
Passantenfrequenz an einem Standort.
Die Zusammenführung der NokiaDienste und der Navteq-Kartendaten
auf der „here“-Plattform macht das kundenorientierte Produktportfolio nun
auch für strategische Entscheidungen
und Geschäftsprozesse verfügbar,
denn die benötigten Daten können
direkt über die Plattform bezogen
werden. „Durch einheitliche Schnittstellen werden auch grenzüberschreitende Analysen, beispielsweise für die
internationale Expansionsplanung,
problemlos möglich“, sagt Schaefer.
www.ivu.de
www.nokia.de
Anzeige
Auch das beste Geoinformationssystem kann nur aussagekräftige Ergebnisse liefern, wenn es auf zuverlässigen
Datenbeständen basiert. In Deutschland und den meisten europäischen
Ländern ist die Verfügbarkeit von
Geobasisdaten wie topographischen
Karten, routingfähigen Straßennetzen,
Adressdatenbanken für die Geokodierung oder Geo-Suchdienste längst
Standard – und das in ausreichender
Qualität. In anderen Ländern, wie Südamerika, existieren meist noch keine
konsolidierten Datenbestände. „Hier
müssen die benötigten Daten erst
mühevoll bei verschiedensten Anbietern recherchiert, veredelt und in
einem System zusammengeführt werden“, sagt Oliver Schaefer, Bereichsleiter bei dem Unternehmen IVU Traffic
Technologies aus Berlin.
Dennoch ist die Verfügbarkeit geeigneter Datenbestände entscheidend
für die Projektlaufzeit. Dies zeigte sich
beispielsweise bei der Einführung des
Geoinformationssystems IVU.locate
bei dem kolumbianischen Verkehrsbetrieb Metro Cali. Dieser wollte mit
dem GIS sein Verkaufspunktenetz optimieren und für die Fahrgäste komfortabler gestalten. Bevor jedoch die
umfangreichen Analysetools von IVU.
locate zur Standortoptimierung genutzt werden konnten, mussten zunächst die zu analysierenden Daten
hinterlegt werden. „In Cali lagen zwar
sehr umfangreiche Bevölkerungsstatistiken vor, jedoch existierten kaum ge-
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14 Daten & Datenmanagement
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
„Eine redundante Datenhaltung beim
Geomarketing ist nicht zeitgemäß“
Kartenfunktionen, Geodaten und
raumbezogene Analysen können
helfen,
betriebswirtschaftliche
Entscheidungsprozesse zu optimieren. In diesem Markt hat sich
in Deutschland der Begriff Geomarketing ausgeprägt, seit Neuestem wird dieser aber abgelöst
durch die Bezeichnung Location
Intelligence (LI). Die Business
Geo­matics (BG) befragte ­Michael
Arthen, Gründer und CEO des Unternehmens geoXtend über die
Definition des Begriffs und die
neuen Möglichkeiten, die in dem
Ansatz liegen.
BG: Herr Arthen, wo liegen Unterschiede zwischen Geomaketing
und Location Intelligence?
Arthen: Besonders Unternehmen im
B2C-Bereich oder solche mit vielen
Standorten leisten sich eigene GISoder Geomarketing-Abteilungen,
die häufig sehr spezielle Analysen
und Karteninformationen, etwa für
standortbezogene Analysen oder
die Expansionsplanung, liefern. Diese räumlichen Informationen sind
für die Unternehmenssteuerung in
der Regel genauso relevant, wie KPI
und zahlenbasierte Informationen
aus den etablierten Business-Intelligence-Anwendungen. Das Problem
ist, dass die beiden Anwendungen in
der Regel isoliert statt integriert sind
und dadurch keine holistische Sicht
auf die Geschäftsbewertung, den
Mitbewerber oder neue Potenziale
möglich ist.
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Wie grenzt sich LI von anderen
derzeit auch verwendeten Begriffen wie Location Analytics oder
Mapping-BI ab?
Location Intelligence geht über das
Thema Mapping oder rein analytische Fragestellungen hinaus und
umfasst drei Bereiche. Einmal Location Discovery, also die Datenkonsolidierung im Data Warehouse.
Hier wird durch die Geokodierung
der vorhandenen Daten und eine
sinnvolle Anreicherung dieser Daten
um weitere geschäftsrelevante Daten wie Kaufkraft, Soziodemografie,
Risikomerkmale oder Produktaffinitäten der Wert signifikant erhöht.
Ich spreche daher gerne von „DatenTuning“. Location Discovery ist das
Fundament für weitere Aktivitäten
im Analyse- und im prozessualen Bereich. Aus meiner Sicht liegt hier das
größte Potenzial für Unternehmen.
Der zweite Bereich der Location
Analytics umfasst den gesamten Bereich der Visualisierung, Analyse und
teilweise auch der Vorhersage basierend auf raumbezogenen Daten.
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe
von Produkten, die sich in bestehende BI-Lösungen einfach integrieren
lassen und eine ganze Reihe neuer
raumbezogener Fragestellungen erlaubt. Heat Maps, Einzugsbereiche,
Wettbewerbsstrukturen oder die
räumliche Verteilung von Bestandsund Neukunden lassen sich nun
mal nicht mit herkömmlichen BILösungen darstellen. Aktuell ist im
BI-Bereich zudem ein klarer Trend zur
einfachen Darstellung, insbesondere
auf mobilen Endgeräten festzustellen, wofür LI einen innovativen Beitrag liefert: Eine Karte ist noch immer
das intuitivste Informationsmedium.
Und der dritte Bereich?
Dieser nennt sich Location Optimization und bezeichnet die operative Umsetzung der gewonnenen
Erkenntnisse. Vor allem betrifft dies
mobile CRM-Anwendungen, wenn
beispielsweise ein Pharma-Referent
ein durch LI verbessertes Routing
zur Besuchsplanung erhält oder Außendienstler auf potenzielle Kunden
genau dann aufmerksam gemacht
werden, wenn sie sich in deren Nähe
befinden. Hinzu kommt der gesamte
Bereich der prozessualen Integration wie etwa die automatisierte Zuführung
von Fahrzeugen zu
Vertragswerkstätten oder räumliche
Bewertungen von
Risiken bei der
Kreditvergabe.
Wie verhalten sich die Bereich jeweils zu Location Intelligence?
Wichtig ist, dass man in der Nutzendarstellung von Location Intelligence alle drei Bereiche berücksichtigt und aufeinander aufbaut. Ohne
Location Discovery ist beispielsweise
keine gute Analyse oder verbesserte
operative Steuerung möglich.
Warum ist der Data-WarehouseAnsatz so wichtig für LI?
Weil eine redundante Geodatenhaltung, wie sie einigen GeomarketingAnwendungen zugrunde liegt, nicht
mehr zeitgemäß ist und das Data
Warehouse in Unternehmen als ‚single point of truth‘ etabliert ist. Hinzu
kommt mit Big Data eine Zunahme
der Datenmenge in kürzeren Zyklen
mit einer höheren Datenvarianz.
Wo liegen Chancen für Unternehmen, mit LI Wertschöpfungspotenziale zu gewinnen?
Heute muss man konstatieren, dass
Geomarketing bis auf wenige Ausnahmen nicht den Stellenwert in der
Unternehmenssteuerung hat, den
viele diesem Thema gerne zugebilligt hätten. Die etablierten Geomarketing-Anbieter haben daher längst
das Potenzial im Bereich BI und CRM
erkannt. Alleine die Tatsache, dass
wir im BI- und CRM-Umfeld oftmals
von drei- bis vierstelligen Anwenderzahlen sprechen, zeigt das Potenzial auf. Geomarketing muss jedoch
einfacher werden und einen klaren
Mehrwert im analytischen und operativen Einsatz bringen. Ich denke,
wir befinden uns mitten in einem
Lernprozess, in dem die Unternehmen den Wert raumbezogener
Informationen gerade entdecken und die GeomarketingAnbieter sich den Fragen aus
den Bereichen Steuerung, Controlling, Kunden- und Risikomanagement zukünftig stärker im
Produktmanagement widmen
müssen.
www.geoxtend.de
Nachricht vom
Baumarkt
Der Anbieter von Adressmanagement Deutsche
Post Direkt liefert in seinem Produkt microdialog
jetzt weitere Gebäudeinformationen. Datenquellen
sind ImmobilienScout24 und die Vermessungs­
verwaltungen der Bundesländer.
Das Immobilienportal Immobilien­
Scout24 und die Arbeitsgemeinschaft
der Vermessungsverwaltungen der
Bundesländer (AdV) steuern zu dem
Deutsche-Post-Direkt-Produkt micro­
dialog Gebäudeinformationen bei.
Das soll werbungstreibenden Unternehmen helfen, ihre Zielgruppen treffsicher und ohne Streuverluste per Post
anzusprechen.
Seit mehr als zehn Jahren ist die
Deutsche Post Direkt mit ihrem
Produkt microdialog im Sektor Dialogmarketing vertreten. Es umfasst
einerseits einen Datenpool, andererseits Analysewerkzeuge, die für den
jeweiligen Mailing-Zweck zum Einsatz kommen. Der Datenpool enthält
derzeit rund 80 Variablen: Daten zur
Soziodemografie, Informationen zu
Konsum, Struktur, Gebiet, Pkw-Besitz,
aber auch zum Verhalten von Privatkunden im Versicherungs-, Bankenund Finanzmarkt. Durch dieses Angebot lassen sich bis auf Mikrozellebene
genau Kunden oder potenzielle Kunden ermitteln. In der sogenannten
Mikrozelle sind 6,6 Haushalte zusammengefasst, das heißt pro Zelle wird
der Durchschnittswert angegeben.
Die Grundannahme des Geo- und
Dialogmarketings ist, dass Menschen
mit ähnlichen Kaufgewohnheiten und
ähnlich starker Kaufkraft oft in denselben Gebieten wohnen.
Mit den neuen Datenquellen von
ImmobilienScout24 und der AdV kann
die Deutsche Post Direkt nun ihre Informationen rund ums Wohnen erweitern und für die Analyse nutzen. Die
Gebäudedaten geben Auskunft über
Ein- oder Mehrfamilienhäuser, Baujahre, Höhe der Kaltmieten, gewerbliche Nutzungen, die Eignung der
Gebäude für die Versorgung mit Gas
oder die Installation von Solaranlagen.
Die Deutsche Post Direkt sieht Anwendungszwecke des Produktes für
Direktwerbende aus den unterschiedlichsten Branchen: Das Mailing über
neue Rasenmäher beispielsweise ist
bei den Gartenbesitzern im Einzugsgebiet des werbenden Baumarktes an
Deutsche Post DHL
Michael Arthen über die Marktchancen von Location Intelligence
Auslieferung: Um Zielgruppen genauer
anzusprechen, arbeitet die Deutsche
Post Direkt mit der AdV zusammen.
der richtigen Adresse, nicht jedoch
bei den Bewohnern von Mehrfamilienhäusern. Hier liefern die Daten von
ImmobilienScout24 und AdV die nötigen Informationen.
Die Deutsche Post Direkt bietet hinsichtlich der Nutzung des Produkts
verschiedene Möglichkeiten. Die bereits vorliegenden Kundendaten des
werbetreibenden
Unternehmens
können an den AdressmanagementExperten übergeben und mit weiteren Daten angereichert werden. Die
Analyse und Selektion der gewünschten Daten mitsamt originalen postalischen Daten kann die Deutsche
Post Direkt ebenfalls übernehmen. Es
können aber auch Lizenzen für die
Nutzung des mikrogeographischen
Datenbestands im eigenen System
erworben werden.
www.deutschepost.de
www.adv-online.de
Ökosystem für die Daten
Mit analytischem Ecosystem von Teradata nimmt die Metro Group ihr Datenmanagement
in die Hand. Neuestes Element ist die Teradata Unity.
Das Handelsunternehmen Metro
Group implementiert ein sogenanntes Analytical Ecosystem von Teradata.
Dabei handelt es sich im übertrage­
nen Sinn um ein Ökosystem, das auf
die Analyse von Unternehmensdaten
ausgerichtet ist. Die neu eingesetzte
Teradata Unity ist das jüngste Element
des Teradata Produkt-Portfolios. Es soll
die Daten des analytischen Ecosystems
eines Unternehmens synchronisieren
und vereinheitlichen.
In der bei der Metro Group neu
aufgesetzten Umgebung werden verschiedene Modelle der Teradata-Plattformfamilie zu einer Komplettlösung
verbunden. Die Datensets können nun
nach individuellen Anforderungen auf
derjenigen Plattform gespeichert und
analysiert werden, die dafür am besten geeignet ist. Das Ecosystem beinhaltet ein großes Active Enterprise
Data Warehouse für Geschäftsanalysen
für die Vertriebssteuerung oder das
Kundenbeziehungsmanagement. Die
Teradata Data Warehouse Appliance
mit dem Relationship Manager sorgt
für die Steuerung und Analyse von
Marketing-Aktivitäten über verschiedene Märkte hinweg. Und die Teradata Extreme Data Appliance wird für
Compliance-Anwendungen genutzt.
Die Verknüpfung dieser Systeme soll
es ermöglichen, Anfragen über die
verschiedenen Plattformen hinweg zu
koordinieren und Datensets entspre-
chend den aktuellen Anforderungen
nahtlos zu verschieben. Das Ecosystem
bildet auch die Basis für zukünftige Erweiterungen, falls die Anforderungen
an die analytische Infrastruktur weiterhin in ähnlichem Maß steigen. Durch
die hohe Skalierbarkeit der TeradataTechnologie kann es jederzeit mit weiteren Plattformen ausgebaut werden.
In den vergangenen Jahren implementierte die Metro Group eine
Vielzahl analytischer Applikationen
und vervielfachte während des Rollouts seines Enterprise Data Warehouse in über 30 Ländern in Europa,
Asien und Afrika die Zahl der Nutzer.
www.teradata.com
www.metrogroup.de
Daten & Datenmanagement
Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
| 15
Der Weg zum Multi-Channel-Geomarketing
Abgestimmte Kanäle
AZ Direct erweitert Angebot für Multi-­ChannelGeomarketing. Räumliche Analysen dienen der
Optimierung der Kundenkommunikation.
Jeder Konsument hat im Multi-Channel eine
Customer-Journey
individuelle Customer-Journey-Präferenz
Customer Journey
Marketing
-stufe 1
Marketingstufe 2
Marketingstufe 3
Pre-Sales
Info
Warenverfügb.
Beratung
Kaufabschluss
Zahlung
Lieferstatus
Auslieferung
.
Retoure/
Reklam.
A.-SalesService
Kanäle
Print
TV/Radio
reiter auf diesem Gebiet ist die Firma
AZ Direct aus Gütersloh. Das Tochterunternehmen von arvato, einem
Outsourcing-Dienstleister unter anderem für Customer Care Services, ist Full
Service-Anbieter für individuelle Dialogmarketing-Lösungen. Es verfügt dabei über ein umfangreiches Spektrum
eigener adress- und gebietsqualifizierender Profil-, Markt- und Geodaten,
mit dem Dialogmarketing-Aktionen geplant, gesteuert und optimiert werden
können. „Dieses Angebot haben wir
zielgerichtet mit Blick auf die Anforderungen des Multi-Channel-Marketings
ausgebaut“, sagt Peter Kothe, Vertriebsleiter Business Intelligence & Content
Stationär
Internet
Brief/Paket
E-Mail
Telefon
Fax
SMS/MMS
Standortbezogene/Räumliche Channel-Potenziale/-Strukturen
Standortbezogene/Räumliche Einflüsse
Beispiele
zwei Costumer Journeys, die je nach Phase unterschiedliche Kommunikationskanäle bevorzugen.
3 | AZ Directfür
| Multichannel-Geomarketing
Merkmale voneinander entkoppelt. So
sind Zielgruppen bundesweit, regional und lokal bis auf Adressbasis real
und digital präzise über verschiedenste
Kanäle ansteuerbar. Das Angebot der
AZ Direct wird dabei permanent durch
weitere Partner mit On- und OfflineSubstanzen ergänzt.
Der Grundgedanke dieses Angebots
ist die Annahme, dass der Werbeerfolg
gesteigert wird, wenn die jeweiligen
Kundengruppen individuell in den von
ihnen bevorzugten Medien angesprochen werden. Je nach Zielgruppe und
Käufertypologie wird die Art der Ansprache innerhalb des Kommunikationszyklus zielgerichtet ausgewählt und
eingesetzt.
„Ein eher online-affiner potenzieller
Kunde erhält beispielsweise die Erst­
information zu einem bestimmten
Angebot über mehrwöchig wiederkehrende Displays, danach konkrete
Kaufanstöße über ein personalisiertes
Mailing und wird gegebenenfalls über
anschließende E-Mails weiter an das
Angebot erinnert. Je nachdem, welche
Präferenzen er für die jeweiligen Kom-
Typologie der Customer-Journey
Gemeinsam mit IFH Köln hat AZ Direct die Customer-Journey-Typologie
2012 entwickelt. Darin werden sechs
Verbrauchertypen im Hinblick auf
deren Multi-Channel-Verhalten definiert. Grundsätzlich liegt die Quote
der Konsumenten, die sich verschiedener Medien beim Kauf bedienen,
bei inzwischen über 90 Prozent.
Demnach werden Konsumenten
aufgeteilt in 1. der Werbe- und Konsum-Minimalist, 2. der Werbe- und
Konsum-Traditionalist, 3. der werbeinteressierte Store-Käufer, 4. der
werbeinteressierte Online-Käufer, 5.
der Werbe- und Cross-Channel-Enthusiast und 6. der Werbe-Enthusiast
mit eingeschränktem Cross-ChannelVerhalten.
Die größte Konsumentengruppe
innerhalb der Customer-JourneyTypologie 2012 stellt mit einem
Bevölkerungsanteil von 28 Prozent
der „werbeinteressierte Online-Käufer“ dar. Beim „werbeinteressierten
Store-Käufer“ handelt es sich um die
zweitgrößte Verbrauchergruppe (18
Prozent).
Beide Gruppen weisen ein durchschnittlich ausgeprägtes CrossChannel-Verhalten auf. Die besitzt
eine Gruppe mit Tendenz zum OnlineShop, die andere zum stationären Geschäft.
munikationskanäle in welcher Phase
des Verkaufsprozesses hat“, erklärt Kothe.
Für die Beschreibung der unterschiedlichen (Kommunikations-)Wege
hat sich der Fachbegriff „CustomerJourney“ etabliert, wofür bereits spezifische Typologien erarbeitet wurden
(siehe Kasten). Beispiele für solche
Cross-Media-Anwendungen sind Filialhändler, die ihre Shops auch per
E-Mail oder Display-Banner bewerben
wollen. Ebenso können Online-Shops,
die auch Filialen eröffnen wollen, in
deren Umfeld Online-Potenziale, Plakatstandorte und Direct Mailings integriert nutzen. „Das besondere Angebot
des integrierten Ansatzes ist dabei, dass
die Kommunikation der einzelnen Kanäle genau aufeinander abgestimmt
werden kann. Das macht Kampagnen
gleichzeitig kostengünstiger und effektiver“, sagt Peter Kothe.
Dies eröffnet eine neue Dimension
des Geomarketings: Lokale bzw. räumliche Konsumenten-Eigenschaften können hinsichtlich der Affinität zu unterschiedlichen Marketing-, Informations-,
und Verkaufskanälen berücksichtigt
werden. „Für diese Optimierung der
Kundenkommunikation haben wir mit
unserem Profil- und Marktdatenangebot eine deutschlandweit einzigartige
Datenbasis“, ist Kothe überzeugt. (sg)
www.az-direct.com
Anzeige
Für das Cross-Channel Marketing sind
integrierte Datenbestände gefordert.
bei AZ Direct. Das Unternehmen kann
unter anderem durch die exklusive Zusammenarbeit mit Partnern sehr große
Multi-Channel-Reichweiten anbieten.
Dadurch werden Unternehmen in die
Lage versetzt, Out-of-Home-, Onlineund Dialogmarketing-Kampagnen integriert bis auf Mikrozellenebene zu
planen und zu steuern.
„Nach vorangegangenen Out-ofHome- und Online-Impulsen können
teil- und volladressierte Direct Mailings
die ‚Activation‘ signifikant steigern“,
ergänzt Marco Kersch, Mitglied der
Geschäftsleitung und Bereichsleiter
Multi-Channel-Marketing bei AZ Direct.
Mit Activation ist der Entschluss des
Kunden gemeint, in Sachen Kaufentscheidung aktiv zu handeln. Dazu führt
AZ Direct innerhalb seiner Marktdatenbank AZ DIAS eine zweistufige Selektion durch. „Damit können wir sicherstellen, dass nur die zielgruppenaffinen
Haushalte in der Mikrozelle ein Direct
Mailing erhalten“, so Kersch weiter.
Dem Angebot liegt eine umfangreiche Datenbasis zugrunde. Die Zielgruppenselektion von AZ Direct basiert auf mehr als 600 Merkmalen nicht
nur zu den klassischen Themen wie
Soziodemografie, Kaufkraft und Psychografie, sondern auch zu on- und
offline-bezogenem Konsumverhalten
in verschiedensten Branchen und Produktbereichen.
Diese sind datenschutzrechtlich einwandfrei über anonymisierte Schnittstellen gleichermaßen mit den rund
70 Millionen Personen in 40 Millionen
Haushalten und 20 Millionen Gebäuden aus der AZ DIAS Marktdatenbank
als auch mit über 30 Millionen E-Mailund Displayadressen verbunden – und
räumlich jederzeit mit zur Zeit über
200.000 angebotenen Werbeflächen
in Beziehung setzbar. Datensicherheit, Datenschutz und Transparenz
gewährleistet dabei das von AZ Direct entwickelte und patentierte Data SecureTTP-Verfahren. Bei dem vom
TÜV Rheinland überwachten Verfahren werden Adresse und persönliche
Grafik: AZ Direct
Weltweite Studien zeigen einen eindeutigen Trend: Die heute etablierte
Nutzung verschiedener Kommunikationskanäle (digital, social, mobile, offline) erfordert für Unternehmen eine
integrierte Multikanal-Strategie. Das
heißt, Produkt- und Dienstleistungsanbieter müssen sich auf das fragmentierte Kommunikationsverhalten der
Kunden einstellen.
In jeder Phase des Verkaufs- und Kundenbindungszyklus muss genau das
Medium genutzt und mit der Botschaft
und dem Inhalt versehen werden, mit
welchem aktuelle und potenzielle Kunden am effektivsten erreicht werden
können. Das Problem: Die wenigsten
Unternehmen sind heute in der Lage,
solche Strategien wirklich erfolgreich
und konsequent in der Praxis umzusetzen.
Doch die Angebote von Cross-Media-Spezialisten werden leistungsfähiger und passen sich zunehmend den
Marktanforderungen an. Einer der Vor-
|
16 Daten & Datenmanagement
Bürger
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
Aalen lässt sich in die Karten schauen
„Kurzfristig mussten damals Flächennutzungs- und
Landschaftspläne digital bearbeitet
und dann dargestellt werden“, sagt
Stefan Overmann, Leiter des Stadtmessungsamtes von Aalen, über die
Anfänge des GIS bei der baden-württembergischen Kommune. Die Voraussetzung für flächendeckende digitale
Kartengrundlagen – in Form einer
integrierten Lösung der Raster- und
Vektortechnik – hatte die Stadt Aalen
beim Aufbau des GIS bereits gelegt.
Es folgten Bebauungspläne, die als
informative Dokumente mit Plan, Text
und Verfahrensdaten im GIS erstellt
werden konnten und mit Sachinformationen hinterlegt wurden.
Das war 1992, das Thema kommunales GIS war erst im Begriff zu entstehen und der damalige Stadtmessungsamtsleiter suchte auf der Hannover Messe nach einer passenden Lösung. Heute ist die Aalener Plattform
ein Informationssystem, das intern
fach­
übergreifend vielfältige Nutzen
erfüllt. Gleichzeitig hat es die Stadt
für seine 66.000 Einwohner zu einem
offenen Geodatenportal ausgebaut,
das von Geobasisdaten über spezielle
thematische Karten bis hin zum 3DStadtmodell auf breiter Front räumliche Daten darstellt. Die Bezeichnung
Bürger-GIS hat sich die Kommune
somit zum Aufbau-Prinzip gemacht,
weshalb das Portal in unserer Serie
beleuchtet werden soll.
Die Firma ibb Grafische Datenverarbeitung begleitet die Entwick-
lungsgeschichte. Das Unternehmen
aus Langenfeld hat sich auf GIS und
Fachschalen für Kommunen sowie
Ver- und Entsorger spezialisiert. In
Baden-Württemberg fänden sich
diesbezüglich viele innovative Kommunen, meint ibb-Geschäftsführer
Lothar Brandenburger: „Die Stadt
Aalen insbesondere war stets an der
Umsetzung neuer Entwicklungen interessiert.“ Technologisch basiert das
Geodatenportal auf dem System GTI/
RDB Geografische Datenbank. Für
die Intranet-/Internet-Anwendungen,
über die alle erfassten Daten abgerufen und bearbeitet werden können,
wurden spezielle Clients beziehungsweise Apps entwickelt.
Während das GIS in Aalen von der
Stadt und den Stadtwerken Aalen
seit den 1990er Jahren aufgebaut wurde, steht es seit mehr als zehn Jahren
über das Geodatenportal auch den
Bürgern zur Verfügung. „Die Idee, die
Geodaten auch für die Stadtbewohner
aufzubereiten, war stets vorhanden.
Allein die Abrufmöglichkeiten mussten einfacher gestaltet werden, damit
sich die Nutzer ohne große Vorkenntnisse zurechtfinden“, so Overmann
vom Stadtmessungsamt. Die Einstiegsseite des Portals bietet sozusagen einen digitalen Kartenschrank, in
dem die Nutzer blättern und sich das
gesuchte Thema auswählen können.
Der Nutzer klickt das entsprechende
Symbol an und gelangt automatisch
zu der passenden Karte. Er muss nur
noch in die Karte hineinzoomen. Zu-
ibb Grafische Datenverarbeitung
Serie Bürger-GIS: Die Stadt Aalen ist
mit ihrem Geodatenportal seit 2002
­online. Inzwischen konnte die baden-­
württembergische Kommune ihren
millionsten Nutzer begrüßen.
Im Aalener Geodatenportal können die Bürger die potenziellen Standorte von Windenergieanlagen ansehen.
sätzlich wird eine Legende eingeblendet, die die Karte erläutert. Wahlweise
können dann andere Karteninhalte
miteingeblendet werden, etwa Luftbilder. Insgesamt sind es sechs Themen mit einer Vielzahl an Unterthemen und weiteren Infos, die seit dem
Start des Portals veröffentlicht sind:
Abgesehen von Geobasisdaten wie
Stadtplan samt Katasterkarte, Luftbilder und Urkarte von 1830 sind das
Planen/Bauen/Wohnen, Bewertung/
Statistik, Windräder-Simulation, soziale Infrastruktur und 3D-Ansichten
und -Modelle.
Letztere Darstellung gehört zu den
jüngsten Neuerungen der Plattform.
Neben einem 3D-Innenstadt-Modell
– wesentlich im LoD 3 – können sich
die Nutzer auch 3D-Simulationen von
potenziellen Standorten von Wind­
energieanlagen (WEA) ansehen. Deren Errichtung ist, wie in anderen Regionen Baden-Württembergs im Zuge
der Energiewende, gerade ein aktuell
diskutiertes Thema. Die Bürger können sich mittels Simulation einen Einblick verschaffen, wie sich die WEA auf
das Stadtbild auswirken. Aufgrund der
Aktualität dieser Debatte wird diese
Karte häufig genutzt, das heißt: „Rund
300 Aufrufe wöchentlich“, sagt Overmann. Im vergangenen Monat kam
mit dem Video zum Tiefen Stollen ein
weiteres 3D-Feature hinzu. Das ­Video
mit einem Computer-animierten Flug
über die Stadt und hinein in den Stollen wurde im April rund 500 Mal abgespielt. Die Gesamtzahl aller Videoabspielungen in den letzten 18 Monaten
belaufen sich auf circa 30.000.
Die durchschnittlichen Zugriffszahlen zum Geodatenportal betragen
weit mehr als 100.000 Zugriffe jährlich.
In Bezug auf die Gesamt-Nutzerzahlen
hat das Geodatenportal Aalens erst
kürzlich einen Meilenstein passiert. Im
Februar rief der eine millionste Nutzer
Daten auf. Seine gesuchte Information: Bodenrichtwerte. Der Aalener hat-
te sich über das Portal über geeignete
Immobilien im Stadtbezirk informiert.
Um auch weiterhin den Bürgern
mit Daten auszuhelfen, bereitet Overmann mit seinen Kollegen bereits den
nächsten Schritt vor: „Das Portal soll
mobil als App abrufbar werden. Damit
die Bürger auch von unterwegs über
Smartphones und Tablet-PCs den Blick
auf die kommunalen Daten haben.“
Lothar Brandenburger von ibb sieht
in der Mobilisierung der amtlichen
Informationen einen Trend: „Wir haben
zunehmend Anfragen nach mobilen
Applikationen. Sowohl für die internen Mitarbeiter, die auf diese Weise
beispielsweise unkompliziert die Daten aus Baum- oder Kanalkatastern
pflegen und aktualisieren können,
aber auch für die Bürger, die damit
interaktiv zum Beispiel eine defekte
Straßenlaterne oder wilden Müll an
die Stadt melden können.“ (jl)
www.gisserver.de/aalen
www.ibbgdv.de
Dr. Stefan ostrau über das Nutzungspotenzial von kommunalen Geodaten für den Aufbau der föderalen GDI
„Kommunale GDI-Aktivitäten
verstärkt einbeziehen“
Der Einsatz von Geoinformationen in Kommunen galt bisher
als wenig erforscht. Einen ersten
Schritt, um diese Lücke zu schließen, hat deshalb das Kommunale
Koordinierungsgremium
GDI-DE unternommen. Zusammen mit dem „Runder Tisch GIS“
wurde eine kommunale GDI-Umfrage zum aktuellen Stand der
Geodateninfrastrukturen (GDI)
durchgeführt, an der sich 1.018
Kommunen beteiligten. Projektleiter Stefan Ostrau gibt einen
näheren Einblick in die Ergebnisse.
toring noch durch die Geofortschrittsberichte der Bundesregierung ermittelt worden und insofern auch für
die GDI der Länder weitgehend neu.
Im praktischen Alltag werden kommunale Geoinformationen bereits zur
Erledigung zahlreicher Verwaltungsaufgaben genutzt: Sie dienen der Ver-
Warum ist die Arbeit von Kommunen in Bezug auf den Aufbau von
einheitlichen Geodateninfrastrukturen so wichtig?
anschaulichung von Planungsprozessen und sind auch für kleinräumige
Analysen von erheblicher Bedeutung.
Beispiele hierfür sind Bedarfsplanungen von Schulen, Szenarien in der
Krisenstabsarbeit sowie Planungen
zur Umsetzung der Energiewende.
Als Teil der modernen Informationsund Kommunikationstechnologie
liefern sie einen wichtigen Beitrag
zur anschaulichen Aufbereitung von
komplexen Zusammenhängen. Angesichts dessen liegt es auf der Hand,
die kommunalen GDI-Aktivitäten ver-
Ostrau: In den Kommunen kann man
bereits auf einige Jahre engagiertes
und erfolgreiches Geodatenmanagement zurückblicken; wie unsere Studie bestätigt, werden digitale Geoinformationen heute in vielen Städten, Kreisen und Gemeinden geführt.
Diese kommunalen Aktivitäten sind
bisher weder durch das INSPIRE-Moni-
Dr. Stefan Ostrau,
Projektleiter
Kommunales Koordinierungsgremium
GDI-DE
stärkt in den Aufbau der föderalen GDI
einzubeziehen und in der nationalen
Geoinformationsstrategie zu berücksichtigen.
288 von 300 an der Umfrage teilnehmenden Kreise und kreisfreien
Städte stellen Geoinformationen
intern oder öffentlich bereit. Wie
erfolgt die Bereitstellung?
Neben der Bereitstellung von Geoinformationen in den Bürgerbüros erfolgt deren Veröffentlichung heutzutage über BürgerGIS und Geoportale.
Dieses geschieht nicht nur auf lokaler
Ebene, sondern auch in Form kommunal initiierter Regio­nalportale. Zu
den Kreisen und kreisfreien Städte aus
der Umfrage kommen 196 kreisangehörige Gemeinden, die Geoinformationen intern oder öffentlich über
Geoportale bereitstellen. Veröffentlicht werden beispielsweise Bebauungspläne, Flächennutzungspläne,
Geobasis-, Umwelt-, Tourismus- und
Wirtschaftsdaten sowie vermehrt
auch Statistikdaten. Gemessen an den
behördenintern zugänglichen Geoinformationen bilden diese allerdings
einen vergleichsweise geringen An-
teil. Die momentanen Ursachen dafür
sind datenschutzbedingte Unsicherheiten sowie mögliche kommerzielle
Interessen. Zukünftig könnten sich
die Kommunen verstärkt in die Open
Data- und Open Government-Initiativen einbringen, was auch eine neue
Studie des Deutschen Landkreistages
zu Open Government und Sozialen
Medien vorschlägt.
„Öffentlich kommunale Geodatenangebote sind zurzeit meist angebotsorientiert, nicht nutzungsorientiert ausgeprägt“, heißt es in
der Studie. In Bezug auf Bürger-GIS
bedeutet das, dass die Kommunen
GIS als reine „Auskunftsportale“
nutzen?
In der Tat sind die kommunalen Geo­
portale momentan insbesondere als
„Auskunftsportale“ eingerichtet. Die
mit zunehmendem technischem
Fortschritt geänderten Informationsund Kommunikationsgewohnheiten
der Nutzer erfordern allerdings mehr
Transparenz und digitale Partizipationsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund spielt der Einsatz neuer Medien in den Kommunen eine immer
wichtigere Rolle. Auch angesichts
der neusten Entwicklungen in den
Bereichen Open Data und Open Government stehen viele Kommunen
noch am Anfang, was insbesondere
auch die interaktive Einbeziehung der
Bürger anbelangt. Bürgerplattformen
wie beispielsweise „Klarschiff.HRO“
der Hansestadt Rostock belegen allerdings die verstärkten kommunalen
Aktivitäten in diesem Sektor.
Im Netz finden sich rund 30 Kommunen und Landkreise, die ähnliche
mobile Anwendungen wie die Stadt
Rostock bieten. Welches Potenzial
bieten solche nutzungsorientierten
Anwendungen?
Mit der Umsetzung des Anliegenmanagements sollen die Bürger aktiver
in die kommunale Arbeit im Sinne einer wachsenden Serviceorientierung
einbezogen werden. Weitere Vorteile
dieses neuen Serviceverständnisses
sind die thematische Bündelung und
Abarbeitung von Problemen und
Ideen sowie die Möglichkeit für die
Bürger, sich mittels interaktiver Karte
über Neuigkeiten und Bearbeitungsstände in bestimmten Gebieten zu
erkundigen. Einzelne Geodatenportale im Bereich der Länder, wie beispielsweise der BayernAtlas sowie die
Offene Regionalkarte MecklenburgVorpommern, enthalten bereits Daten
von OpenStreetMap (OSM), die nicht
von amtlicher Seite, sondern eben von
den freien Mappern erhoben wurden.
Von zentraler Bedeutung sind allerdings deren Aktualität und Genauigkeit. Angesichts dieser Entwicklungen
ist auch die verstärkte Einbeziehung
entsprechender Daten in kommunale
Geoportale denkbar. (jl)
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
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Hardware & Technologie
www.business-geomatics.com
Im Doppelpack
Beim B1 kann man zwischen RFID,
BarCode-Reader und GPS auswählen.
fügt das B1 über einen 2-GigabyteArbeitsspeicher. Das Gerät bringt eine
32-Gigabyte-SSD-Festplatte mit, die
auf 128 Gigabyte erweiterbar ist. Hinsichtlich der Kommunikation ist das
Gerät mit Bluetooth 4.0, WLAN und 4G
(LTE) ausgestattet.
Die vorinstallierte Software ist Fieldcontrol, mit der sich Systemfunktionen
wie Bildschirmhelligkeit, Lautstärke,
ten organisiert wird. Der weltweite
Vertrieb wird über das International
Sales Department in Frankreich abgedeckt. 2007 wird die Partnerschaft
mit dem Notebookhersteller MiTAC
unterzeichnet, ein Deal mit Lockheed
Martin folgt. 7.000 robuste TetraNote
Notebooks im Gesamtwert von 20
Millionen Dollar wurden ausgeliefert.
2009 zieht Logic Instrument Deutschland in neue Büros in München, ein
Vertriebsbüro öffnet in der Schweiz.
Das Unternehmen verzeichnet stetig
Wachstumszahlen, 2010 präsentiert
sich der Systemanbieter anstatt mit
drei verschiedenen Logic InstrumentWebsites auf einer gemeinsamen.
Hightech trifft Kulturerbe
Der Anbieter von portabler Messtechnik FARO lädt zu seiner diesjährigen
Veranstaltung „3D Documentation
User Meeting“ in die Stadtkulisse von
Straßburg ein. Für den 13. und 14.
Juni hat das Unternehmen ein Programm zusammengestellt, das sich an
Anwender aus den Bereichen Architektur, Denkmalschutz, Bauwirtschaft und
Qualitätskontrolle wendet – Arbeitsfelder also, in denen Laser-Technik zum
Einsatz kommt.
Über 40 praxisbezogene Workshops
und zahlreiche Vorträge von LaserscanExperten bilden die Komponenten der
zweitägigen Agenda. Nach dem Begrüßungsvortrag vom Managing Director von FARO Europe, Ralf Drews,
leitet Avi Reichental von der Firma 3D
Systems mit seiner Keynote zum Thema 3D-Systeme ein. Die organisierten
Workshops geben konkrete Einblicke
in die Praxis: Berichtet wird etwa von
FARO
Die Anwender-Konferenz von FARO in Straßburg widmet sich dem 3D-Laserscanning
Vor der Kulisse des bedeutenden
Straßburger Münsters trifft sich die
Laserscanning-Szene.
nächtlichem Architektur-Scanning, der
Digitalisierung der Londoner U-BahnUmgebung oder kriminalistischen
Untersuchungen, in denen auch 3DDaten und -Modelle genutzt wurden.
Software-seitig wird sich den Punktwolken und ihrer Verarbeitung gewidmet. Ein Vertreter der INSA, der Hochschule für Ingenieure und Architekten
in Straßburg, etwa skizziert den Aufnahme-Prozess bei Kulturerbestätten
auf der Basis von zusammengefügten
Punktwolken von terrestrischen Laserscans. Vertreter von FARO bringen
darüber hinaus die Facetten der hauseigenen Software SCENE in der Version
5.1 näher. Des Weiteren wird das FARO
3D App Center vorgestellt, wo sich
unter anderem die App SCENECT in der
Version 5.2 herunterladen lässt.
Im Jahr zuvor hatte die AnwenderKonferenz in Zürich stattgefunden.
www.faro-usermeeting.com
Lesbarkeit und Nutzung unter extremen Bedingungen: Das Tablet E1 lässt sich
durch seinen kapazitiven Touchscreen auch mit Handschuhen bedienen.
Der Blick ins Innenleben des E1
verrät einen 1,5 Gigahertz-Prozessor
von ­
Texas Instruments und einen
Gigabyte Arbeitsspeicher für Anwendungen in schwierigen Arbeitsumgebungen. Der interne Speicherplatz
fasst bis zu 64 Gigabyte und lässt sich
durch den integrierten Micro-SDHCKartenslot erweitern. Wie auch beim
Fieldbook B1 sind Bluetooth 4.0, WLAN,
GPS, ein NFC-fähiger RFID-Chip, Frontund Rückkamera sowie verschiedene
Sensoren (wie E-Kompass) integriert.
Beide neuen Tablet-PCs überstehen
Stürze aus einer Höhe bis 1,80 Metern
und sind nach den Standards IP65 und
MIL-STD810G zertifiziert. Damit trotzen
sie Staub, Flüssigkeiten, Vibrationen,
Salz-Nebel und Temperaturschocks
und arbeiten in Temperaturbereichen
von -20 Grad Celsius bis +50 Grad Celsius (B1) respektive bis +60 Grad Celsius
(E1). Das A
­ ndroid-Fieldbook E1 kann im
Einsatz eine Akkuleistung von bis zu 12
Stunden vorweisen. Das B1 sichert den
Betrieb bis zu neun Stunden mit dem
optionalen Zweitakku.
Mit ihrer technischen Gesamt-Ausstattung verortet Logic Instrument
seine neuen Fieldbooks für Einsätze
etwa im Bereich Utility, für Personal
bei Transportunternehmen oder um
für die öffentliche Sicherheit Sorge zu
tragen. Seit Mai sind die robusten Tools
erhältlich. (jl)
www.logic-instrument.com
Anzeige
Anfänge bis heute Die Wurzeln des
Unternehmens Logic Instrument findet man 1987 in Frankreich, genauer
gesagt in Deuil-La-Barre. Der operative Startschuss fiel mit dem Vertrieb
von computerbasierter Messtechnik
im Bereich der Telekommunikation.
Das erste Produkt: der „Logi 286“ –
der Markt für tragbare Rechner mit
integrierbaren ISA-Einsteckkarten
wuchs, sodass 1992 die Systeme industriell hergestellt wurden. 1999
war dann die Geburtsstunde von Logic Instrument Deutschland, die erste
nicht französische Niederlassung. Es
folgten Standorte in den USA, wo der
Vertrieb von über 50 Repräsentan-
automatische Helligkeitssteuerung,
Autorotation und weitere Dinge steuern lassen. Mit der Adminoberfläche
von Fieldcontrol können bestimmte
Funktionen wie das Deaktivieren von
GPS oder das Aktivieren der Kameras
in Sicherheitsbereichen für den Nutzer
gesperrt werden.
Neu im B1 ist auch das „Snap-On Modul“. Das gestattet, gleichzeitig
bis zu drei verschiedene Erweiterungen einzusetzen und deren
Funktionen zu kombinieren. So
kann ein Anwender zum Beispiel
zwischen den ­benötigten Funktionen RFID (NFCIP-1), BarCodeReader oder GPS-Modul auswählen. „Das Produkt macht uns stolz, denn
wir haben viel Know-how in das Fieldbook gesteckt“, so Daniel Schröder,
Leiter Marketing bei Logic Instrument.
„Und es wird nicht die einzige Neuheit
dieses Jahr bleiben.“
Schröder verweist damit auf das
ebenfalls neue 10-Zoll große Tablet
Fieldbook E1. Mit seinem Android 4
Betriebssystem und der Sturzresistenz
bis zu 1,80 Metern ist es das erste
seiner Art in der Fieldbook-Reihe. Das
robuste Endgerät ist des Weiteren mit
der FieldView Pro-Technologie ausgestattet. Hier wirken mehrere Techniken
zusammen, um die Lesbarkeit auch
bei direkter Sonneneinstrahlung zu
gewährleisten: Einerseits eine starke
Hintergrundbeleuchtung, andererseits zwei Anti-Reflektionsfilter, die
das Licht streuen und es nicht direkt
zum Benutzer zurückstrahlen lassen.
„Das sogenannte Optical Bonding
füllt zusätzlich die Zwischenräume
der Display-Schichten und verhindert,
dass die Lichtstrahlen dort gebrochen
und reflektiert werden“, erklärt Schröder. In puncto Oberfläche arbeitet
das Fieldbook mit einem kapazitiven
Multi-Touchscreen, der sich aufgrund
optimierter Firmware auch mit Handschuhen bedienen lässt.
gestattet mit einem 1.6-Gigahertz
Cedar Trail Prozessor von Intel und
einem NM10 Chipset, ver-
Foto:
Der Devise „Lücken schließen“ ist das
Unternehmen Logic Instrument mit
seinen jüngsten Neuerungen
gefolgt. Um flexibel auf die
Kundenwünsche reagieren
zu können, erweitert der Anbieter von robuster, mobiler
Hardware sein Angebot um
zwei neue Fieldbooks. Unter
dieser Bezeichnung werden
bei Logic Instrument eine
Reihe von robusten OutdoorTablets für Anwendungen im Industrie- und Militärbereich gefasst.
Mit dem B1 und dem E1 erweitert
der Hersteller sein aus zwei 7-Zoll
großen Tablets bestehendes Fieldbook-Portfolio um zwei 10-Zöller.
Dabei zeichnen sich die Tablets B1
und E1 durch unterschiedliche Stärken
aus.
Das Display des 10-Zoll großen Fieldbooks B1 bildet ein resistiver, also auf
Druck reagierender Touchscreen aus
gehärtetem Glas, es ist nach Angaben
der Hersteller tageslichttauglich und
es besteht die Option zur Integration
eines sonnenlichtlesbaren Displays,
was den Einsatz auch bei extremer
Sonneneinstrahlung ermöglicht. Aus-
Logic Instrument
Das Unternehmen Logic Instrument hat zwei neue, robuste Tablet-PCs mit einer Größe
von 10 Zoll in seinem Portfolio. Das Fieldbook B1 setzt auf das in der Industrie bewährte
­Windows 7, das Tablet Fieldbook E1 dagegen auf das Android-Betriebssystem.
|
18 Hardware & Technologie
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
Stabiler CAD/GIS-Markt
Die Marktstatistiken zeigen, dass der technische
Anwendungsbereich nach wie vor eine stabile
Nachfrage zeigt. Zunehmend sind auch repräsentative Ausgaben mit hoher Farbtiefe gefragt.
Das Absatzgeschehen im Markt des
digitalen Großformatdrucks, der sich in
dieser Betrachtung unter dem Begriff
„Large Format“ auf eine Druckbreite
von DIN A2 bis 100 Zoll erstreckt, erweist sich in Deutschland als weiterhin
stabil. Dies zeigen die Untersuchungen
von Dieter Weber von der Firma LFP
Consult, der den hiesigen Markt seit
nunmehr 25 Jahren systematisch untersucht. Demnach haben die Anbieter
den Konjunktureinbruch 2009, der die
Menge verkaufter Drucker von vorher
nahezu 20.000 Einheiten auf knapp
17.000 verringerte, 2010 mit einem
Höchststand von 20.500 neu installierten Systemen wieder ausgeglichen.
„Die folgenden beiden Jahre lassen,
bedingt durch einen signifikanten
Rückgang der schmaleren A2-Drucker,
immerhin ein Vertriebsergebnis von
etwa 19.500 Einheiten erkennen“, erklärt Weber.
Groß und schnell
Größe ist also gefragt. Diese Erkenntnis
wird gestützt durch den Blick auf die
sogenannten Wide-Format-Drucker,
die sich auf eine Druckbreite von drei
bis fünf Metern erstrecken und den
Flachbettdruck mit umschließen. Hier
lassen sich seit 2010 stabile Wachstumsraten von rund 10 Prozent und
mehr nachweisen.
Interessant für den CAD/GIS-Markt
ist jedoch der Large-Format-Druck,
also die Ausgabebreite von DIN A1
bis DIN A0, bei dem sich die Aufteilung
in vier Sparten bewährt hat: CAD/GIS,
FineArt-Foto-Proof sowie Innen- und
Außenanwendungen. „Hervorzuheben
ist, dass die CAD-GIS-Sparte den Konjunktureinbruch 2009 nahezu unbeeindruckt überstand und mit etwa 43
Prozent den Hauptanteil der Gruppe
einnimmt“, resümiert der Marktanalyst
Weber. Zu diesem Erfolg trugen die
führenden Hersteller durch neue und
den Arbeitsablauf fördernde Modelle
wesentlich bei. „So hat sich die Druckgeschwindigkeit, wie von vielen Anwendern gefordert, bei vielen weit verbreiteten Geräten erhöht“, so Weber.
Die Modelle schaffen es beispielsweise,
ein A1-Blatt in 28 Sekunden auszudrucken. Ebenso nimmt die Größe der
Plattenspeicher zu, 250 Gigabyte sind
dabei keine Seltenheit mehr, was das
Datenmanagement gerade bei großen
Planzeichnungen durchaus vereinfachen kann.
Im Bereich FineArt-Foto-Proof
kommt es stark auf hochauflösende
Farbdarstellungen an, die zunehmend
aber auch bei Landkarten und feinen
Grafikstrukturen wachsende Bedeutung bekommen. Dies gilt insbeson-
Auch im technischen Bereich
werden zunehmend
­hohe Anforderungen an die farbigen
Präsentationen
gestellt, etwa bei
öffentlichkeitswirk­
samen Darstellungen von Planzeichnungen oder Architektur-Entwürfen.
dere dann, wenn technische Pläne
Repräsentationszwecken dienen müssen, etwa im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit bei Bauprojekten oder bei
Architektur-Entwürfen. „Hier haben bis
2.880 dpi auflösende eigene Druckköpfe, spezielle Ultrachrome-Tinten
mit hohem Farbraum und ein schneller Ausdruck zum Erfolg beigetragen“,
sagt Weber. Von den rund 19.500 verkauften Systemen entfallen rund zwei
Drittel auf den CAD/GIS-Bereich, wobei
die Grenzen zunehmend verschwimmen. So wird gerade bei größeren Geräteparks von technischen Anwendern
noch zusätzlich ein Gerät aus dem Umfeld des Grafik-Bereichs angeschafft,
der vor allem für hochwertige Farbausgaben verantwortlich ist.
20365
19200
bei denen LED die Vorteile des wirtschaftlichen Druckens ausspielen
können.
Interessant für den CAD/GIS-Bereich
ist auch die LED-Drucktechnik. Dort
kann LFP-Consult seit 2007 einen
stetigen Rückgang von etwa 1.350
auf rund 750 Einheiten im Jahr 2010
nachweisen, seitdem geht es aber
wieder leicht bergauf. „Belebend
wirkt, dass die geforderten Colorausgaben bei den angebotenen Modellen von Océ und KIP Strichfeinheiten
erreicht haben, die den GIS-Anforderungen entsprechen und nicht nur
für Poster-Ausgaben nützlich sind“,
sagt Dieter Weber. Daneben stützen
sich Großunternehmen der Bau- und
Fertigungsindustrie oft weiterhin auf
monochrome Zeichnungsausgaben,
Leichter Rückgang
Weltweite Marktanteile pro Anbieter
Verkaufte Stückzahlen in Deutschland
19880
LED fängt sich
Marktanteile in %
19480
39,2
Wachstum in %
32,1
24,1
16800
18,7
10,8
15,8
5,3
3,2
9,5
-9,5
-9,4
2009
2010
2011
2012
Absatzentwicklung von Großformatdruckern in Deutschland.
HP
Epson
Canon
Océ
Roland
Andere
Die weltweite Verteilung des Marktes nach Herstellern gelistet. Nummer 1 ist nach wie vor HP.
Nachrichten
Neue Version von RealWorks
Vermessung der Welt
Trimble hat die neue Version 8.0 der
Trimble RealWorks Software angekündigt. Sie umfasst neben einem neuen
3D-Datenbanktreiber und einer automatisierten Registrierung der Scans
ohne Zieltafeln auch webgestützte Anzeigemöglichkeiten, die sich über die in
RealWorks eingebaute Scan ExplorerSchnittstelle aktivieren lassen. Mit den
Neuerungen können, so das Unternehmen, Vermessungsfachleute, Bau­
unternehmer, Ingenieure und Geoinformatiker 3D-Laserscandaten schneller
verarbeiten und die Ergebnislieferung
an den Kunden beschleunigen. Mit dem
neuen 3D-Datenbanktreiber lassen sich
laut Herstellerangaben bis zu fünf Mal
mehr Daten visualisieren und verwalten als in der Vorgängerversion. Die
automatisierte Registrierungsfunktion
ohne Zieltafeln identifiziert automatisch ebene Objekte in jedem Scan und
bringt die Ebenen von mehreren Standpunkten in Übereinstimmung, sodass
ein kombinierter Datensatz entsteht.
Am Geodätischen Observatorium
Wettzell sind zwei neue Radioteleskope eingeweiht worden. Mithilfe der
beiden 13,2 Meter durchmessenden
Schüsseln soll die Rotation der Erde
sowie ihre Lage im Raum noch genauer
vermessen werden. Eine neue Empfängertechnologie soll die Registrierung
von Daten über einen breiteren Frequenzbereich ermöglichen und so das
Ausweichen auf Frequenzen, in denen
beispielsweise Handys nicht stören,
ermöglichen.
Garmin Marine-Uhr
Mit der Quatix hat Garmin eine Marine-Uhr auf den Markt gebracht, die
sich auf Schiffen in bestehende Bordnetzwerke integrieren lässt. So lassen
sich nicht nur Informationen wie Kurs,
Geschwindigkeit oder Wassertiefe vom
Display ablesen, sondern auch Gezeiten- und Strömungsberichte checken,
das Audiosystem regeln und sogar der
Autopilot bedienen.
Quelle: IDC
2008
Quelle: LFP Consult
-14,5
Auch weltweite Untersuchungen zeigen eine stabile Nachfrage im technischen Bereich. Die Marktforscher
von IDC haben kürzlich eine weltweite Studie zum Markt für Großformatdrucker gemacht. Demnach gibt
es ein Wachstum im vierten Quartal
2012, über das gesamte Jahr gab der
Markt jedoch um gut drei Prozent
nach. Insgesamt wurden im vierten
Quartal 78.000 Einheiten verkauft. Im
technischen Markt rund um CAD/GIS,
der rund 56 Prozent des Weltmarktes
ausmacht, zeigte sich 2012 sogar
leichtes Wachstum, der Grafik-Bereich
wird laut IDC jedoch stärker von der
zurückgehenden Weltwirtschaftsleistung beeinflusst und ließ um knapp
9 Prozent nach.
HP bleibt demnach mit gut 40 Prozent Anteil Weltmarktführer, verliert
aber ein wenig an Boden. Im technischen Bereich deckt die Firma mehr
als die Hälfte des Marktes. Epson ist
im Gesamtmarkt laut IDC die Nummer
2, allerdings mit deutlichem Fokus
auf den Grafik-Bereich. Canon wuchs
gegen den Trend mit über 11 Prozent, im CAD/GIS-Bereich ist Canon
die Nummer 2 im Markt, allerdings
werden dabei die Umsätze von Océ
noch eigenständig geführt.
(sg)
Robuster mobiler
Server
FESPA 2013
Getac präsentiert
neues Gerät für den
Außeneinsatz
Vom 25. bis zum 29. Juni findet die
FESPA 2013 in London statt. Das größte Branchen-Event der Druckbranche
in Europa in 2013 kann bereits um 8
Prozent höhere Werte bei den bereits
registrierten Besuchern im Vergleich
zur FESPA 2010 in München vorweisen. Besucher aus über 123 Ländern
haben sich bereits für die Messe angemeldet. Die meisten davon kommen
aus Großbritannien; gleich danach
folgen Deutschland, Italien, Spanien
und Frank­reich. Die FESPA macht in
verschiedenen Jahren an jeweils unterschiedlichen Standorten in Europa
Station. 2012 fand die Messe in Barcelona statt. Die Veranstaltung, die Siebdruck, Textildruck sowie GroßformatDigitaldruck abdeckt, findet in diesem
Jahr im ExCeL London Messezentrum
im Stadtviertel Docklands statt. Es sind
über 650 Aussteller angemeldet.
www.fespalondon.com
Getac stellt den
X500 Rugged Mobile Server vor, der
einen 16-Gigabyte
RAM Arbeitsspeicher bietet. Er verfügt mit seinem Gewicht von 8,6 Kilogramm und seinen Abmaßen von rund
41x29x12 Zentimetern über NetzwerkFeatures und sichere Speichermöglichkeiten. Er ist für Einsätze beim Militär,
bei der Energieversorgung oder für
Notfall-Teams gedacht und bietet mit
einem Intel Core i7 Quad-Core-Prozessor eine Server-Lösung für alle, die unter sehr rauen Bedingungen arbeiten.
Er ist sowohl desktopfähig als auch
mobil einsetzbar. Zusätzlich kann er zu
Der Bildschirm des Servers besitzt eine
Lichtstärke von 800 Nits und ist demnach auch bei Sonne gut lesbar.
einer virtualisierten Plattform mit voll
ausgestattetem mobilem Netzwerk
aufgebaut werden. Das IP65-Außengehäuse umgibt bis zu fünf schocksicher gelagerte Festplattenlaufwerke
und ermöglicht bis zu fünf Terabyte
Speicherkapazität.
www.getac.de
Internationales Messe-Highlight der Druckbranche mit
Rekordmarken
Hardware & Technologie
Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
| 19
Aus zwei
mach zwei
Die Canon-Drucker sind so konzipiert, dass sie ausschließlich von der Frontseite bedient werden können.
Ein weiteres Entscheidungskriterium
ist der Stromverbrauch, wobei es dem
Unternehmen nicht nur um die Reduzierung des Verbrauchs im Betrieb geht.
Der Energieverbrauch steigt nämlich
vor allem durch das Hochfahren des
Systems. Dafür hat Océ die Radiant Fusing Technologie entwickelt. Vom Kaltstart bis zur Ausgabe des ersten Drucks
dauert es, so Canon, nur 40 Sekunden.
„Dieses System nutzt nur die Hälfte der
Energie eines vergleichbaren Großformatdrucksystems“, so van Oostrum.
Grundsätzlich ist das Angebot an Zubehör für beide Produktlinien traditionsgemäß sehr hoch. Océ hat beispielsweise ein umfangreiches Sortiment für
die nachbearbeitenden Schritte wie
Falten und Sortieren, was insbesondere
bei der Ausgabe von Karten und tech-
nischen Plänen wichtig ist. Canon bleibt
den beiden Produktlinien zunächst treu.
Wie Technologien und Innovationen in
Zukunft zusammengeführt und weiterentwickelt werden, ist derzeit noch
nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass die
heutige technologische Basis vielfältige
Möglichkeiten bietet, den Rang im Plotter-Markt zukünftig auszubauen. (sg)
www.canon.de
Produktpalette von Canon für den CAD/GIS-Bereich
Canon imagePROGRAF MFP M40 Solution (DIN A0)
Canon imagePROGRAF iPF650 (DIN A1)
Canon imagePROGRAF iPF655 (DIN A1)
Canon imagePROGRAF iPF760 (DIN A0)
Canon imagePROGRAF iPF765 (DIN A0)
Océ ColorWave 550 Konfigurierbare Lösung Drucken, Kopieren und Scannen.
Rollenbreite bis 1.067 Millimeter.
Océ ColorWave 650 Konfigurierbare Lösung Drucken, Kopieren und Scannen.
Rollenbreite bis 1.067 Millimeter.
Océ PlotWave 350 DIN A1, monochromes Allround-Großformatdruck-,
Kopier- und Scansystem mit Farbscanner.
Anzeige
PlotWave (siehe Infokasten). Grundsätzliche Unterschiede in der Canon- und
der Océ-Linie liegen in der Farbaufbringung. Die Drucker von Canon nutzen den Tintenstrahldruck, schließlich
besitzt das Unternehmen das Patent
auf diese weit verbreitete Technik und
erhält dafür Tantiemen von anderen
Herstellern. Mit einer Auflösung von
15.000 Düsen pro Druckkopf gilt Canon
in diesem Bereich auch weiterhin als
technologischer Weltmarktführer. Kein
Wunder also, dass Canon im Bereich
Kunstdruck an der Spitze steht.
Océ setzt dagegen auf die eigens
entwickelte CrystalPoint-Technologie.
Das Verfahren ermöglicht den präzisen Druck auf unbeschichtetem Papier
ohne Einsatz von Wärme, was
eine schnelle Druckausgabe ermöglicht, da keine Trocknungszeit anfällt. Diese Technologie
ist auf hochvolumige Druckanwendungen besonders im CAD/
GIS-Bereich spezialisiert.
Qualität und Quantität, mit diesen
beiden Polen ist das Portfolio von Canon
und Océ aber nicht ausreichend einzuordnen. „Die meisten Anwendungen
befinden sich in der Grauzone, daher
können wir bei jedem Verkaufsprozess
gemeinsam mit dem Kunden die Anforderungen erarbeiten und dann die
optimalen Lösungen eingrenzen“, sagt
van Oostrum.
Canon imagePROGRAF iPF765
Der Kunde hat also die Wahl, wobei
Berlin, Dresden, Dortmund, Mülheim
nicht alle Kriterien, nach denen sich die
an der Ruhr, Frankfurt, Stutt­gart und
Anschaffung richtet, in Produktblättern
München zusammen.
und Fotos abgebildet werden können.
Für den Bereich Großformatdruck
Dies betrifft zum Beispiel das Handling,
(Large Format Printing) bedeutet dies
also die gesamte Ergonomie, Bediennicht nur, dass sich die Nummern 2
freundlichkeit und Praktikabilität rund
und 3 des Marktes nun zusammengeum die Druck-Lösung. „Wie einfach sich
zum Beispiel eine Papierrolle wechseln
schlossen haben, sondern auch, dass
lässt oder welche Vorteile es mit sich
ein umfassendes Produktportfolio entbringt, wenn man das gesamte Gerät
standen ist. Aus zwei Firmen werden
von der Frontseite bedienen und so dizwei Produktlinien, die in Sachen Umfang und Differenzierung am Markt für
rekt an einer Wand platzieren kann, dies
Großformatdruck keinen Vergleich kenlässt sich am besten in einer Vorführung
vermitteln“, sagt van Oostrum.
nen. Der Bereich heißt bei Canon jetzt
Neben solchen weichen Faktoren
Wide Format und vereint die Canon
geht es natürlich um den Preis, oder
Großformatdrucker und die Océ Wide
besser formuliert um die KostentransFormat Printing Systeme. Wide Format
wird geleitet von Thomas Haep. Bei den
parenz, denn nicht nur die Anschaffung
Großformatdruckern haben beide Unzählt, sondern vor allem der Verbrauch.
Canon ist der einzige Hersteller weltternehmen eine unterschiedliche Geschichte. Canon stieß 2002 in den Markt
weit, der den exakten Tintenverbrauch
für Großformatdrucker vor und baut
pro Quadratmeter für seine Modelle anseitdem ein großes Vertriebsnetz auf.
gibt, Océ soll in Kürze folgen. Nicht nur
Océ hat die längere Tradition und ist seit
für Druckdienstleister ist dies eine sehr
Jahrzehnten ein fester Bestandteil des
wichtige Basis, um die Gesamtkosten
Weltmarktes für die Großausgabe und
und damit die Verkaufspreise festzuhatte sich besonders in der
legen. Canon ist überzeugt,
Ära, als die Großformatdrubei dem Verbrauch Werte zu
erreichen, die bis
cker lediglich schwarz/weiß
zu viermal besser
drucken konnten, aufsind als jene von
grund des exakten
Wettbewerbern.
Strichdrucks einen
Spielen
eher
sehr guten Ruf im
ökologische KriBereich technischer
Planzeichnungen
terien eine Rolle,
erworben. Seit
steht in Sachen
mehr als zehn
Druckfarbe die
Jahren investiert
Océ CrystalPointOcé ebenso in eiTechnologie im
Mittelpunkt. Sie
genständige Druckverwendet keine
technologie für den
Océ PlotWave 350
Wärme, um das
Farbdruck.
Bild zu fixieren und benötigt daher
„Heute haben wir für jeden Anwenkein chemisch beschichtetes Papier,
dungsfall das richtige System“, zeigt
um hochwertige Ergebnisse zu erzielen.
sich Wilko van Oostrum, ProduktmanaDie Farben sind zudem Ozon-frei und
ger bei Canon überzeugt von dem heusetzen keinen Feinstaub sowie andere
tigen Angebot der beiden ProduktliGeruchsstoffe frei.
nien, imagePROGRAF und ColorWave/
Am 1. Februar 2013 wurde es aktenkundig: Canon Deutschland hat den Kauf
der Océ-Deutschland und der OcéDeutschland Business Services formal
abgeschlossen. Océ-Deutschland geht
komplett in Canon Deutschland über.
Der Name Océ fungiert weiterhin als
Produktmarke innerhalb von Canon.
Die Verwaltungen von Canon in Krefeld
und Océ in Mülheim bleiben erhalten
und werden parallel genutzt – Hauptsitz ist Krefeld. Vertrieb, Marketing
und kaufmännische Bereiche werden
in Krefeld operieren. Service und Support, Trainingscenter und Showroom
befinden sich in Mülheim. Canon fasst
seinen regionalen Direktvertrieb im
Business-Geschäft auf insgesamt acht
Hauptstandorte in Hamburg,
Fotos: Canon
Nach der Übernahme von Océ durch Canon gibt es nun einen
Hersteller und zwei Produktlinien im Bereich Großformatdruck.
20
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Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
Forschung & Entwicklung
www.business-geomatics.com
Freier Weg zur Quelle
Die Hochschule Bremen entwickelt einen Open-Source-basierten „Digitalen Biodiversitätsatlas“. Bisher sind F­ ischarten erfasst,
doch der Datenbestand soll weiter wachsen. Auch andere Institutionen sollen das IT-Werkzeug nutzen.
Stichling
Gasterosteus
aculeatus ist
deutschlandweit
verbreitet.
den. Im Fokus stand die Frage: Wie
stellt man die Ergebnisse der
Datenbankabfragen dar?“,
Kaulbarsch
fasst Brunken zusammen.
Gymnocephalus
Erfindungsgeist war sowohl
cernua mag Flüsse
auf Seiten der Biologen als auch
und die Ostsee.
der Informatiker gefragt. Letztere
reizte die Möglichkeit, die eigenen
IT-Kenntnisse anhand von großen
Datensätzen auszuprobieren. Den
Biologen ging es hingegen darum, mit
einer einheitlichen und logisch aufgebauten
Datenbank forschen zu können.
Herausgekommen aus dem interdisziplinären Vorhaben ist ein allgemein einsetzlassen. Zu wissen,
barer Digitaler Biodiversitätsatlas, den der
wo die Überlebens­
chancen für den MeeHochschullehrer Brunken als IT-Werkzeug
beschreibt, das speziell für die Verwenresbewohner mit den begehrten Eiern am
Forelle
besten sind, gehört zu den Basisinformadung unter Joomla entSalmo trutta
führt das Verbreitionen von Forschern. Aus diesem Grund
wickelt wurde: „Eine
tungs-Ranking in
arbeitet die Hochschule (HS) Bremen an
moderne Web-2.0Deutschland
einem „Digitalen Biodiversitätsatlas“, der
Anwendung
an.
nicht nur für Störe, sondern generell für die
Flora und Fauna gedacht ist. In welchen Gebieten und an welchen präzisen Standorten
bestimmte Tier- und Pflanzenarten vorkommen, soll damit visualisiert werden. Vergleichbare Projekte wie etwa den Fischartenatlas von
Deutschland und Österreich, ebenfalls von der
HS Bremen, gibt es bereits. Doch nun setzt der
Fischökologe der HS Bremen, Heiko Brunken,
gemeinsam mit der Informatikerin Heide-Rose Vatterrott auf einen vereinheitlichten und
Open-Source-basierten Ansatz beim Aufbau der
sozusagen, mit der man Verbreitungskarten erArten übergreifenden Anwendung. Ein derarstellen kann und die die Lücke im Joomla-CMS
füllt.“
tiges Projekt fehle bisher in der Forschungswelt,
Getreu dem Open-Source-Prinzip verwenden die
so der Wissenschaftler.
Bremer Wissenschaftler bei ihrem Biodiversitätsatlas
Anfang Mai konnte der bis dahin aktuelle Entdie offene Weltkarte OpenStreetMap als Kartenwicklungsstand des Biodiversitätsatlas erstmals
vorgestellt werden. Das Datenbanksystem visugrundlage. Sie biete als Einzige die Freiheit, auch
eigene Geodaten beizusteuern und so eigene
alisiert ungefähr 150.000 sogenannte VerbreiBasisdaten einarbeiten zu können. Neben
tungspunkte. Sie beziehen sich erst einmal ausder koordinatengenauen Verortung
schließlich auf die Fischarten von Deutschland
bestimmter Tiere oder Pflanzen ist
und Österreich, weil es dazu schon eine VorläuBarsch
Percidae gehören
es aber auch möglich, eine Gebietsferanwendung gegeben hatte. „Das war jedoch
zur Ordnung der
nur eine statische Karte. Die Verbreitungspunkte
angabe zu machen. Dabei
Barschartigen.
waren TK25-Rasterpunkte, die etwa einer Fläche
symbolisiert die
von 10 mal 10 Kilometern entsprachen. Mit der
digitale Markierung
neuen Anweneine Flächenangabe: Beidung
spielsweise, wenn man weiß,
Der Stör hat hinsichtlich der Populationszahlen
in Deutschland ein schweres Standing. In der Nordund Ostsee kommt er nur noch selten vor, auch
wenn Biologen immer wieder Eier aufziehen und
die Jungfische frei-
dass eine bestimmte Mäuse-Art im Berliner
Tiergarten vorkommt, aber den ganz genauen Ansiedlungsort nicht kennt oder zum Schutz der Tiere
nicht preisgeben will. „Auch wollen wir die Möglich-
keit einbauen, geschützte Arten nur kaschiert
einzubinden. Lediglich der ‚Datengeber‘ und
der Informatiker können in einem solchen Fall
den genauen Lebensraum einsehen“, erklärt
Brunken.
Der Nutzen des IT-Werkzeugs Digitaler Biodiversitätsatlas richtet sich
aber nicht speziell an Akademiker,
betont Brunken. Für Naturschutzverbände, Museen und Bildungseinrichtungen ist die Möglichkeit
interessant, eigene Verbreitungskarten aufzubauen. Qualifizierte
Ehrenamtliche, beispielsweise
von Schmetterlingsvereinen, können damit festhalten, wo welche
Schmetterlingsart vorkommt. Denn Brunken
beklagt: „Solche Veröffentlichungen über Verbreitungsgebiete bestimmter Arten werden in
der Fachliteratur und in den Fachzeitschriften
immer weniger. Dabei sind solche Informationen grundlegend für jegliche Modellierungen, etwa im Klimaschutz.“
Hering
Gerade deshalb ist es dem BioClupeidae weltweit
logen wichtig, auf das Potenin allen Ozeanen zwischen 70 Grad nördlicher
zial des selbst entwickelten
Breite und 60 Grad
Atlas-Werkzeugs aufmerksüdlicher Breite beheisam zu machen. (jl)
matet.
www.hs-bremen.de
www.fischartenatlas.de
Deutschland ist Forellen-Land
Heiko Brunken hat mit der Gesellschaft
für Ichthyologie (Fischkunde) eine TopTen-Liste der deutschen Süßwasserfische zusammengestellt.
1 Forelle - über sie finden sich in dem
können wir die Lokalisierung
jetzt aber koordinatengenau angeben“, freut sich
Heiko Brunken über den Genauigkeits-Gewinn.
Es können nun verschiedene Karten, GIS-Shapes
und Orthophotos eingebunden sowie Daten und
Nachweise angegeben werden. Ergänzend sollen
Bilder und Informationen von Roten Listen und über
die Biologie der Arten hinzukommen. Auch an der
Möglichkeit, dass externe Interessierte Daten des Atlas
Bitterling
abrufen und für sich nutzen können, wird noch gefeilt.
Cyprinidae
gehören
Wenn auch noch einige Aufgaben auf der Agenda
zu den Karpfen­fischen.
stehen, so hat das Team Brunken und Vatterrott sowie
Er legt sein­e Eier in
die Studierenden der Angewandten Biologie und
Muscheln ab.
der Informatik an der HS Bremen bereits wichtige
Meilensteine realisiert. „Um das Projekt zu beginnen,
mussten zunächst die logischen Bezüge in der
Datenbank hinterfragt und neu geordnet wer-
5 Dreistachliger Stichling - Östlicher und Westlicher Stichling zusammengefasst.
6 Flussbarsch - kommt in den meisten Still- und Fließgewässern vor.
­digitalen Atlas die meisten Nachweise.
2 Rotauge - auch als Plötze bekannt.
7 Bachschmerle - galt als gefährdet,
durchsucht den Boden nach Nahrung.
Merkmal: roten Augen, rote Flossen.
3 Aal - verzeichnet in den vergangenen Jahren rückläufige Nachweiszahlen.
4 Gründling - fühlt sich in mäßig belasteten Flüssen zuhause.
8 Groppe - Fisch des Jahres 1989 und
2006, lebt in sommerkühlen Bächen.
9 Döbel - in Bayern heißt er Aitel,
in der Kurpfalz Knilps, im Saargebiet
Mülwe.
10 Hecht - benötigt zum Laichen
überschwemmte Wiesen.
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
| 21
Unternehmen & Märkte
www.business-geomatics.com
Firmenführung auf dem Programm
Nachrichten
Zweiter Geschäftsführer bei
infas geodaten
Seit bereits 30 Jahren ist RIEGL Laser
Measurement Systems auf dem Gebiet der Lasermesstechnik tätig. Das
österreichische Unternehmen kombiniert dabei Laserscanner mit Software-Paketen für die verschiedensten
Vermessungsaufgaben. Mit diesen Erfahrungen richtet RIEGL vom 25. bis
zum 27. Juni 2013 in Wien seine zweite
internationale User-Konferenz aus. Erwartet werden mehr als 200 Teilnehmer. Die erste Veranstaltung dieser Art
hatte im Februar 2012 in Orlando, Florida stattgefunden. Damals deckte die
Veranstaltung die Bereiche luftgestütztes und mobiles Laserscanning ab. Nun
hat man das Thema um die terrestrischen und industriellen Anwendungen
erweitert.
Das dreitägige Programm setzt sich
aus Anwender-, Partner- und wissenschaftlichen Vorträgen über die neuesten Entwicklungen im Bereich der
RIEGL-Gerätetechnik und Software zusammen. Für die Key-Note-Vorträge
konnten Vortragende wie Alastair Jenkins der amerikanischen Firma Geodigital und Prof. Norbert Pfeifer von
der TU Wien gewonnen werden. In
den Vortragspausen werden mehr als
20 Sponsoren – unter anderem die
Goldsponsoren Applanix, ESRI und
Trimble Imaging Division – im angeschlossenen Ausstellungsbereich auf
Infoständen einen Einblick in ihr Lieferund Leistungsprogramm geben.
Rund um das englischsprachige
Konferenzprogramm hat RIEGL diverse
Events geplant, die zum Networking
beitragen sollen. Besonders hebt der
Veranstalter den Nachmittag des 27.
RIEGL
Dem luftgestützten, mobilen, terrestrischen und industriellen Laserscanning widmet sich die AnwenderKonferenz LIDAR 2013 von RIEGL Laser Measurement Systems. Sie findet dieses Jahr in Wien statt.
Anwendungen des terrestrischen Laserscannings bilden einen der neuen Bereiche auf der diesjährigen LIDAR in Wien.
Juni hervor. Dann ist eine Firmenführung durch das RIEGL-Werk in Horn
geplant. Parallel dazu finden für jene,
die mehr an Technik und Praxis interessiert sind, verschiedene Workshops
statt: etwa mit Einblicken in die neue
Software RiSOLVE. Beleuchtet wird der
Prozess von der Datenerfassung bis zur
Registrierung der Punktwolke, der mit
dieser „Ein-Knopf“-Lösung laut RIEGL in
extrem kurzer Zeit und ohne spezielle
Fachkenntnisse möglich ist. Die resultierende Zeit- und Kostenersparnis im
Vergleich mit bisher verwendeten Dokumentationsverfahren, mache Laserscanning so auch zum Beispiel für die
Unfallvermessung interessant.
Ebenfalls vorgestellt wird der vereinfachte, für Anwendungen im Tagebau optimierte Workflow der Software
RiMINING. Bei praktischen Einsatzbeispielen der terrestrischen Laserscanner VZ-1000 und VZ-4000 werden
leistungsfähige Algorithmen zur automatischen Bruchkantenermittlung,
Ausblendung von Vegetation und
künstlichen Objekten, Volumen-Kalkulation und vielem mehr herangezogen.
Direkt im Anschluss an die Konferenz warten die Veranstalter am Freitag
mit einer weiteren Spezial-Exkursion
auf. An diesem Tag können die Teilnehmer die RIEGL-Partner Airborne
Technologies, Schiebel und Diamond
Airborne Sensing in der Wiener Neustadt besuchen. Die Partner präsentieren sich als Systemintegratoren beziehungsweise sind als UAV(Unmanned
Aerial Vehicles)-Entwickler und Flugzeughersteller bekannt.
In Bezug auf die Unterbringung der
Teilnehmergruppe in Wien sind nach
Angaben von RIEGL sowohl mit dem
Konferenzhotel Marriott als auch mit
den Hotels Ibis, Intercity und Motel
One spezielle Konferenzraten vereinbart. Darüber hinaus bietet Austrian
Airlines als offizielle Veranstaltungsairline 15 Prozent Rabatt auf die entsprechenden Flüge.
www.riegllidar.com
Lokalisierung im Nordostpark
Fraunhofer IIS
Fraunhofer IIS startet
Anwendungszentrum,
das Wissenschaftler und
insbesondere Start-Ups
nutzen können. Die
Infrastruktur ist auf die
Erprobung von GeoTechnologien ausgelegt.
Künftiges Forschungsfeld für IT im Bereich Lokalisierung (oben):
Eröffnet (links) wurde der Neubau in Nürnberg im April.
Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS hat in Nürnberg ein neues Test- und Anwendungszentrum eröffnet. Unter der Abkürzung
L.I.N.K. sollen dort Lokalisierungstechnologien, Identifikation, Navigation
und eingebettete Kommunikation erprobt werden. Das Gelände im Nordostpark besteht aus 1.400 Quadratmetern Laborfläche und 10.000 Quadrat-
metern Außenfläche.
Im Fokus der Untersuchungen stehen
Methoden wie die GPS- und GalileoSatellitennavigation, funkgestützte
Ortungssysteme, RFID- und SmartObject-Technologien sowie WLAN und
drahtlose Sensornetze. Sie werden eigenständig oder auch in Verbindung
mit gängigen Technologien getestet.
An der Eröffnung des Neubaus am
26. April nahmen auch Vertreter der
Bayerischen Staatsregierung teil. Die
bayerische Wirtschaftsstaatssekretärin
Katja Hessel betonte das ökonomische
Potenzial, für das L.I.N.K. eine Plattform bietet: „Mit seiner Ausrichtung auf
Lokalisierungs- und Kommunikationstechnologien ist das Fraunhofer IIS am
Puls der Zeit. Solche digitalen Anwendungen sind in nahezu allen Branchen
auf dem Vormarsch. Hier liegen die
Wachstumsmärkte der Zukunft.“ Mit
knapp einer Million Euro unterstützt
der Freistaat den Neubau.
Die installierte Infrastruktur bietet
zahlreiche Forschungsmöglichkeiten.
Unter anderem ist dort auch ein neu
entwickeltes 3D-Positionierungssystem angesiedelt, das es nach Angaben des Fraunhofer IIS erlaubt, bis zu
1.000 Positionen mit einer hohen Mess­
auflösung und Wiederholungsgenauigkeit automatisch abzufahren.
Mit L.I.N.K. richtet sich das Fraunhofer
IIS nicht nur an hauseigene Wissenschaftler, sondern auch insbesondere
an Start-Up-Firmen am Standort Nordostpark, die etwa Supply Chain- oder
Logistik-Lösungen anbieten. Diese
können dort ihre Produkte, Technologien und Dienstleistungen weiterentwickeln. Im Außenbereich des
Zentrums lassen sich beispielsweise
funkbasierte Fahrerassistenzsysteme
erproben. Das Test- und Anwendungszentrum konnte durch Initiative der
Europäischen Union, der Bundesregierung, der Bayerischen Staatsregierung
und der Fraunhofer-Gesellschaft realisiert werden.
Die Anbieter des Nordostparks,
die IVG, beschreiben das insgesamt
285.000 Quadratmeter große Gelände
als Silicon Valley Nürnbergs. Das Anwendungszentrum L.I.N.K. wird dort
Tür an Tür mit Partnern aus der Industrie, aber auch Instituten der Uni
Erlangen-Nürnberg forschen.
www.iis.fraunhofer.de
Dem Geschäftsführer des Bonner
Geomarketing-Experten infas geodaten, Thomas Brutschin, wird ein
zweiter operativer Geschäftsführer zur
Seite gestellt. Georg Herbrand wird
künftig diese Position besetzen. Damit
wird auf die Wachstumsstrategie der
Schober Holding International, dem
Mutterkonzern von infas geodaten,
reagiert. Der 48-jährige Herbrand ist
diplomierter Wirtschafts-Ingenieur.
1996 stieg er beim GIS-Anbieter ESRI
ein. Nach Tätigkeiten bei Tele Atlas
(heute TomTom), der WIGeoGIS in
Deutschland und Informap Production
LLC in den Vereinigten Arabischen
Emiraten gründete er 2009 die Firma
ispacom mit dem Schwerpunkt Spatial
Business Intelligence. infas geodaten
sieht Herbrands Kompetenzen durch
seine Laufbahn im Geomarketing, in
der Standortbewertung, im Vertriebs­
controlling sowie im Supply Chain
Management.
Apple übernimmt Indoor-­
Lokalisierungsdienst
Apple hat den Indoor-GPS-Dienst
­WifiSlam gekauft. Nach Informationen
des Wall Street Journal betrug die
Übernahmesumme rund 20 Millionen
US-Dollar. Der neue Dienst könnte damit Apples Mapping-Angebot erweitern. Konkurrent Google bietet bereits
Karten und Ansichten von Innenräumen an, wie von Flughäfen, Museen
oder Bahnhöfen. Mit dem Aufbau
eines eigenen Indoor-Dienstes würde
Apple gleichziehen. Das zwei Jahre
alte Start-Up WifiSlam bietet Apps zur
Standortermittlung von SmartphoneBesitzern über Wi-Fi-Signale an. Die
Genauigkeit gibt das Unternehmen
mit bis zu 2,5 Metern an.
Umsatzplus für
Bentley
Der Software-Anbieter für Infrastruktur-Projekte, Bentley Systems, hat
seinen Jahresbericht für 2012 veröffentlicht. Demnach konnte das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von
5 Prozent verbuchen. In Ziffern klettert der Umsatz auf 550 Millionen USDollar. Die Abonnements konnten ein
Rekordniveau von 74 Prozent des Umsatzes einfahren. Weiterhin hat Bentley
mehr als eine Million Anwender in 165
Ländern registriert.
In die Abteilung Forschung und Entwicklung hat der Software-Anbieter
nach eigener Äußerung im vergangenen Jahr fast 200 Millionen Dollar investiert. Insgesamt belaufe sich die monetäre Forschungskapazität seit 2005
daher auf über eine Milliarde Dollar.
Für das Jahr 2013 widmet sich Bentley der mit „Connecting Globally“ überschriebenen Agenda. Konkret sollen
innerhalb dieses Rahmens insbesondere neue Apps für mobile Geräte entwickelt werden. Sie sollen den Anwendern die Nutzung einer sicheren Datenmobilität auf Baustellen und an Außenstandorten ermöglichen. Weitere
neue Produkte und Dienstleistungen
für persistente Punktwolken während
des gesamten Lebenszyklus von Infrastrukturen seien ebenso geplant, ließ
CEO Greg Bentley wissen.
www.bentley.com
|
22 Unternehmen & Märkte
21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
Achtung, Zug fährt ein
Neuer Standort Leipzig
Ab Juni wird das Unternehmen CAIGOS in der sächsischen
Stadt seine neuen Geschäftsräume beziehen
Die Plattform IRMI soll die Kommunikation zwischen Beteiligten am Schienennetz
verbessern. Zustands- und Positionsdaten werden darüber abgebildet.
Pixelio / Paulwip
Das Unternehmen CAIGOS hat eine
neue Niederlassung in Leipzig eröffnet.
Den zusätzlichen Standort begründet
der im saarländischen Kirkel beheimatete GIS-Anbieter mit einer stetig zunehmenden Kundenzahl.
Mehr als 500 Kunden und Partner gelte es, in den neuen Bundesländern zu
beraten und fachlich zu unterstützen.
Die neuen Geschäftsräume stehen ab
1. Juni im ArcusPark zur Verfügung. Zusammen mit dem Unternehmen GISKonzept Leipzig, das zu gleichen Tei-
len zu CAIGOS und ­Archikart gehört,
sollen sieben Mitarbeiter den Support
und die Betreuung des Partnernetzwerks sowie der CAIGOS-Kunden, wie
beispielsweise Kommunen und Verund Entsorgungsunternehmen, in den
neuen Bundesländern übernehmen.
Das Unternehmen CAIGOS, ehemals
SWBB, gehört seit 2011 zur IDS-Gruppe. Gemeinsam arbeiten die Firmen an
integrierten Lösungen insbesondere
für Smart Grids. www.caigos.de
Neuer Unterzeichner
Individuelle Reisemöglichkeiten mit Bus oder Bahn ermitteln: Das soll über die Datenplattform IRMI erreicht werden.
Der Datenschutzkodex für Geodatendienste hat mit
­CycloMedia einen neuen Mitstreiter erhalten
IRMI hat es in sich, denn in das Projekt
des Deutschen Zentrums für Luftund Raumfahrt (DLR), des Landes
Niedersachsen und des Zugherstellers
ALSTOM sollen bis 2014 insgesamt
zwei Millionen Euro investiert werden.
IRMI, das steht für „intelligente und
innovative Reise- und MaintenanceInformationsplattform“ und dreht sich
um die Kommunikation zwischen Zug,
Station, Betreiber und Wartungsstützpunkt. Das Ziel des Projektes ist es, den
öffentlichen Personennahverkehr sowohl für die Reisenden als auch für die
Logistiker und Betreiber intelligenter
zu machen.
Hauptsächlich werden auf der Plattform präzise Zustands- und Positionsdaten des Schienen- und öffentlichen
Nahverkehrs in Echtzeit abgebildet.
Das Unternehmen CycloMedia hat
den Datenschutz-Kodex für Geodatendienste unterzeichnet und ist neues
Mitglied des Verbands für Selbstregulierung Informationswirtschaft
(SRIW).
Mit dem Beitritt zum Kodex verpflichte man sich auf ein hohes Niveau an
Transparenz und Datenschutz, lässt sich
die Firma mit Hauptsitz in den Niederlanden zitieren. Das Kerngeschäft von
CycloMedia bezieht sich darauf, großräumig und systematisch sogenannte Cycloramas (360-Grad-Panoramen)
abzubilden. Sie sind die Grundlage für
raumbezogene Anwendungen, wie 3DMessungen und 3D-Modellierungen.
Nutzer der Bilder sind beispielsweise
Behörden, Polizei, Immobilienmakler
oder Kreditinstitute.
Beispielsweise können durch gezielte
Informationen über Verspätungen automatisch individuelle Reisemöglichkeiten mit Bus oder Bahn ermittelt
werden. Auch Unternehmen aus dem
Bereich Logistik sollen von dem Projekt
profitieren. Mögliche Ansatzpunkte finden sich etwa in der Planung: Durch
eine individuelle Fahrzeugzuführung
und das entsprechende Instandhaltungsmanagement sollen Kosten verringert werden können. Die erzeugten
Daten dienen zugleich als Basis für eine
vorrausschauende Wartung.
Das DLR ist für die systematische
Auswertung der erhobenen Daten
verantwortlich. Hierfür werden rund
200.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Als Forschungsinstrument dient die
verkehrsträgerübergreifende „Anwen-
dungsplattform Intelligente Mobilität“
(AIM) am Standort Braunschweig. Darüber werden verschiedene Szenarien
im öffentlichen Braunschweiger Verkehr erforscht, beispielsweise die Kommunikation zwischen Kreuzungen und
Fahrzeugen oder das fahrerlose Einparken von Fahrzeugen (siehe dazu Business Geomatics Ausgabe 2/2013). „Mit
AIM und IRMI wird in Braunschweig
gezeigt, wie die Mobilität von morgen
aussehen kann. Mit der engen Einbindung des öffentlichen Verkehrs wird
dabei auch die Nachhaltigkeit stärker
in den Fokus gerückt“, so Prof. Karsten
Lemmer, Direktor des DLR-Instituts
für Verkehrssystemtechnik in Braunschweig. Folgeprojekte sind etwa die
Entwicklung von Apps.www.dlr.de
www.alstom.com
Auf der Website geodatendienstekodex.de, die den Internet-Auftritt des
Kodex darstellt, können Bürger überprüfen, welche Informationen mittels
Geodatendiensten, wie etwa Street
View, über ihre Straße oder Hausfassade im Netz öffentlich sind. Wenn man
dagegen Widerspruch erheben möchte,
so findet man dort die Links zu den
Datenanbietern. Die Initiatoren unter
dem Dach des Branchenverbands BITKOM verstehen den Online-Auftritt als
Umsetzung der Selbstverpflichtung
von Geodatendienste-Anbietern. Zu
den Unterzeichnern dieser Selbstverpflichtung zählen Firmen wie Google,
Microsoft, Nokia, Deutsche Telekom,
Deutsche Post DHL und ED Encourage
Directories, Panogate und Panolife.
www.geodatendienstekodex.de
Terminkalender Juni - Juli 2013
Datum
Veranstaltung
Ort
Veranstalter
Juni
Sprengnetter-Seminare
deutschlandweit
Sprengnetter-Akademie
www.sprengnetter.de
5. und 6.6.
Wo?-Kongress 2013
Gelsenkirchen
AIR-Verband e.V.
www.air-verband.de
5. und 6.6.
Dresdner Flächennutzungs-Symposium
Dresden
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.
www.ioer.de
5. bis 7.6.
Big Data from Space
Frascati (I)
European Space Agency
www.esa.int
11. und 12.6.
CAIGOS-Anwendertreffen
Kassel
CAIGOS GmbH
www.caigos.de
12. bis 14.6.
FOSSGIS 2013
Rapperswil (CH)
FOSSGIS e.V.
www.fossgis.de
13. und 14.6.
GIS-Ausbildungstag
Potsdam
Geoforschungszentrum Potsdam
www.gfz-potsdam.de
13. und 14.6.
FARO 3D Documentation User Meeting
Straßburg (F)
FARO Europe GmbH & Co. KG
www.faro.com
17. bis 21.6.
FMEDays 2013
Berlin
con terra GmbH
www.fme-days.de
18. und 19.6.
Intergraph-Forum 2013
Koblenz
Intergraph
www.intergraph.com
18. und 19.6.
DWA-Kanalbautage
Bad Soden
DWA e.V.
www.dwa.de
19. und 20.6.
Mobile Mapping 2013
Mutenz (CH)
Fachhochschule Nordwestschweiz
www.fhnw.ch
25. bis 27.6.
LIDAR 2013
Wien (A)
RIEGL
www.riegllidar.com
11.7.
Kongress: Kommunale Flächen und Infrastruktur
Dortmund
Verband Beratender Ingenieure
www.vbi.de
15. bis 25.7.
ESA International Summerschool on GNSS
Davos (CH)
European Space Agency
www.esa.int
18. und 19.7.
EDC Entwicklerforum „Geoprocessing im Web“
Dresden
TU Dresden / Esri Deutschland GmbH
www.tu-dresden.de
Eine ausführliche Terminvorschau finden Sie unter www.business-geomatics.com im Terminkalender.
Unternehmen & Märkte
Business Geomatics 3/13 | 21. Mai 2013
Um die Energie kreisen
AIR-Verband
Die Unmanned Aircraft Systems (UAS),
die Vorstandsvorsitzender Peter Loef
zeigt, sind Teil des Rahmenprogramms.
soll es explizit nicht um best practice
gehen, sondern um vollständig neue
Gedanken, betonen die Veranstalter.
Die Hochschule für Nachhaltige Energien Eberswalde gibt in diesem
Kontext etwa das Potenzial von Biomasse in einem deutschen und europäischen Rahmen an.
Im Rahmen des Kongresses findet
am 5. Juni ebenfalls im Wissenschaftspark das „Anwenderforum und Innovationsdialog UAS“ zusammen mit dem
Netzwerk UASINSYS statt.
www.air-verband.de
Das Unternehmen Intergraph übernimmt die Schweizer Software-Entwicklungsfirma a/m/t software service.
Die 1982 gegründete Firma spezialisierte sich auf dem Feld der Softwarelösungen für den schweizerischen
Katasterbereich. Im Jahr 1998 wurde
mit der Intergraph (Schweiz) eine strategische Partnerschaft eingegangen
und eine neue Kataster- und Landmanagementlösung, basierend auf
Intergraphs Geoinformationssoftware
GeoMedia, entwickelt. Dieses Produkt
mit dem Namen GEOS Pro wird in der
ganzen Schweiz genutzt. Mit der voll
integrierten Reihe von Modulen bietet
GEOS Pro bedarfsgerechte Lösungen,
so auch in den Bereichen Leitungskataster und Raumplanung.
Die Akquisition wird von beiden Seiten positiv bewertet. „Die Ergänzung
um die innovative a/m/t-Technologie
und das kreative Know-how der a/m/tMitarbeiter wird zusätzlichen Nutzen
auf Seiten unserer Kunden schaffen“,
betont Marc Hänni, Geschäftsführer
der Intergraph (Schweiz). So werde
man sich den wachsenden Herausforderungen des Marktes stellen.
www.intergraph.com
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Schweizer
­Akquisition
Der AIR-Verband richtet seinen 3. Wo?-Kongress zum
­Thema GeoEnergy aus. Parallel drehen UAS ihre Runden.
Fragen der Energiewirtschaft und die
möglichen Verbindungen mit Geoinformationstechnologien stehen auf
der Veranstaltung „Wo?-Kongress“ am
5. und 6. Juni im Mittelpunkt. Mit dem
Schlagwort GeoEnergy überschreibt
der AIR-Verband, als Ausrichter des
Events, daher den Kongress. Schauplatz ist der Wissenschaftspark in Gelsenkirchen. Dort hatte 2011 bereits
der Wo?-Kongress unter dem Motto
GeoMobility gastiert.
Schwerpunktthemen der diesjährigen Konferenz sind erneuerbare Energien, Versorgungssicherheit, Smart Grids und Stromtrassen. Das Programm
ist bestückt mit Vorträgen über Praxisbeispiele und eine Podiumsdiskussion. 3D-Stadtmodelle beispielsweise
bei der Wärmebedarfsberechnung
und PV-Potenzialabschätzung spielen
da ebenso eine Rolle wie das Zusammenwirken von Wetter- und Geodaten
beim modernen Störfallmanagement.
Neu in diesem Jahr ist ein Vortragsblock mit Beiträgen aus dem 2013 ins
Leben gerufenen Wettbewerb „Wo?Fiktion“ und deren Prämierung. Dort
| 23
Probe-Abo
Ja, ich möchte zwei aktuelle Ausgaben von Busi­ness Geomatics
kostenlos zugesandt be­kommen.
Entspricht die Zeitung nicht mei­nen
Erwartungen, werde ich spätestens 10 Tage
nach Erhalt der zwei­ten Ausgabe eine schrift­
liche Mitteilung an die sig Media GmbH & Co.
KG, Zollstockgürtel 63, 50969 Köln, senden. Die
Lieferung wird dann ein­ge­stellt. Wenn Sie bis zu
diesem Ter­min keine Nach­richt von mir haben, möchte ich Business Geoma­tics
im Jahres­abonnement (8 Ausgaben) zum Preis von EUR 57,00 (zzgl. EUR 7,00 Porto
+ Versand) beziehen.
Name / Vorname
Firma / Institut
Abteilung / Funktion
Straße / Nr.
PLZ / Ort
Datum
1. Unterschrift
Vertrauensgarantie: Ich bestätige ausdrücklich, vom Recht des schriftlichen Widerrufes dieser Vereinbarung innerhalb von 10 Tagen Kenntnis genommen zu haben.
Nachrichten
GIW-Kommission startet
­GeoBusiness-Wettbewerb
EU einigt sich auf Finanzierung
von Galileo und EGNOS
IP SYSCON erweitert die
Geschäftsführung
Die Kommission für Geoinformationswirtschaft (GIW-Kommission) beim
Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie lobt zum vierten Mal den
deutschen GeoBusiness AWARD 2013
aus. Gesucht und prämiert werden
herausragende neue und innovative
Geschäftsprozesse, -modelle, Produkte
oder Dienstleistungen, die auch Geoinformationen nach INSPIRE verwenden.
Der Gewinn sind 10.000 Euro und ein
PR-Paket. Der Bewerbungsschluss ist
der 31. Mai.
Vertreter der EU haben sich über die
Finanzierung der beiden Satellitennavigationssysteme Galileo und EGNOS
geeinigt. Wie der Ministerrat mitteilte,
nahmen die EU-Botschafter einen Kompromiss mit dem Europaparlament an.
Demnach sind für beide Programme
bis 2020 6,3 Milliarden Euro aus dem
EU-Budget vorgesehen. Damit sollen
der Aufbau von Galileo und der weitere
Betrieb beider Systeme finanziert werden. Bis zu 100 Millionen Euro sollen
jährlich in die Entwicklung fließen.
Der Anbieter von kombinierten GISund CAFM-Lösungen IP SYSCON stellt
dem bisherigen alleinigen Geschäftsführer Marc Kodetzki mit Roland Hachmann einen weiteren Geschäftsführer
zur Seite. Hachmann leitete seit 2008
den Arbeitsbereich der GIS-Projekte bei
IP SYSCON. Zudem verantwortete er
den Vertrieb und die Weiterentwicklung
der CAFM-Systeme. Seit 2011 agiert
er bereits als Prokurist und stellvertretender Geschäftsführer bei dem Unternehmen mit Hauptsitz in Hannover.
Unternehmensindex
3D Systems..................................... 17
AdV................................................. 14
AIG.................................................... 2
Airborne Technologies..................... 21
AIR-Verband.............................. 22, 23
ALSTOM.......................................... 22
ANGA................................................ 6
Applanix.......................................... 21
Apple.............................................. 21
agma .............................................. 13
ArcelorMittal............................... 9, 10
Archikart......................................... 22
AREALCONTROL............................... 4
arvato............................................. 15
ask ................................................. 12
Atrios.............................................. 11
Autodesk........................................... 9
AZ Direct......................................... 15
Bentley Systems........................ 10, 21
BITKOM....................................... 5, 22
BMVBS.............................................. 5
BMWi.............................................. 23
BSI.................................................... 7
Bundesnetzagentur......... 1, 6, 7, 8, 11
CAIGOS........................................... 22
Canon....................................... 18, 19
cargo support.................................... 4
Chemion........................................... 4
CI Automotive Service....................... 3
CI Contract-Logistics......................... 3
CI Logistik......................................... 3
con terra......................................... 22
Conges Consulting............................ 8
CycloMedia..................................... 22
Daimler FleetBoard........................... 5
DAKO................................................ 4
Data Mining Innovators.................. 11
DDS Digital Data Services............... 13
DEHN INSTATEC................................ 3
DEKRA.............................................. 5
Deutsche Bahn................................ 13
Deutsche Post DHL.......................... 22
Deutsche Post Direkt....................... 14
Deutsche Telekom................... 6, 7, 22
Deutscher Wetterdienst................... 12
DHBW............................................... 5
Diamond Airborne Sensing............. 21
DLR................................................. 22
Dr. Malek Software........................... 3
DWA............................................... 22
ED Encourage Directories................ 22
Epson.............................................. 18
ESA................................................. 22
ESRI....................................... 9, 21, 22
Eureka Navigation Solutions............. 5
Eurosense........................................ 12
evo Energie-Netz.............................. 8
FARO......................................... 17, 22
FELA Management............................ 5
FGSV............................................... 11
FH Nordwestschweiz....................... 22
Fichtner............................................. 9
FOSSGIS.......................................... 22
Fraunhofer IIS.................................. 21
Fraunhofer ISE................................. 11
Funkwerk eurotelematik................... 2
Garmin............................................ 18
GDV������������������������������������������������� 7
Generali Seguros............................... 2
Geodät. Observatorium Wettzell..... 18
Geodigital....................................... 21
geoXtend........................................ 14
Getac.............................................. 18
GFZ Potsdam................................... 22
GIS-Konzept Leipzig........................ 22
GIW-Kommission............................ 23
Google............................................ 22
GVB................................................... 5
HHK Datentechnik............................. 9
Hochschule Bremen........................ 20
HP................................................... 18
HS für Nachhaltige Energien........... 23
IB&T................................................ 11
ibb Grafische Datenverarbeitung.... 16
Iberdrola......................................... 10
IDC.................................................. 18
ImmobilienScout24......................... 14
infas geodaten................................ 21
Inform............................................... 5
initions.......................................... 3, 5
INSA................................................ 17
Intergraph............................. 9, 22, 23
IÖR.................................................. 22
IP SYSCON...................................... 23
ispacom.......................................... 21
Ivara................................................ 10
IVG.................................................. 21
IVU Traffic Technologies.................. 13
KoKo GDI-DE................................... 16
Lafarge.............................................. 3
LFP Consult..................................... 18
Logic Instrument............................. 17
Mensch und Maschine...................... 9
Messe München................................ 5
Metro Cali....................................... 13
Metro Group................................... 14
Mettenmeier..................................... 8
Microsoft......................................... 22
Moskito GIS...................................... 9
motec-data....................................... 3
NEW Netz......................................... 8
Nokia........................................ 13, 22
Nufatron........................................... 5
Omnitracs......................................... 4
Oracle............................................... 7
Panogate......................................... 22
Panolife........................................... 22
PTV Group....................................... 13
Qualcomm........................................ 4
raiffeisen.com................................. 11
RIEGL........................................ 21, 22
Runder Tisch GIS............................. 16
RWE................................................ 12
Salt Mobile Systems.......................... 5
Schiebel.......................................... 21
Schober Holding.............................. 21
Shell................................................ 10
Siemens............................................ 8
smartblue........................................ 11
Soloplan............................................ 4
Sprengnetter................................... 22
SRIW............................................... 22
Stadt Aalen..................................... 16
Stadt Essen..................................... 12
Stadtwerke Aalen............................ 16
star/trac supply chain solutions........ 4
Steria Mummert Consulting.......... 6, 8
Telefónica.......................................... 2
Teradata...................................... 8, 14
Texas Instruments........................... 17
TimoCom....................................... 4, 5
TomTom.................................. 4, 5, 21
Towers Watson.................................. 2
Transics............................................. 5
Transwide.......................................... 4
Trimble...................................... 18, 21
TU Dresden..................................... 22
TU Wien.......................................... 21
TÜV Rheinland.......................... 12, 15
TÜV Süd.......................................... 12
Uni Erlangen-Nürnberg................... 21
Vaillant............................................ 12
VBI.................................................. 22
VKU................................................... 6
Vereinigte Hagel............................. 11
Vodafone.......................................... 2
Wanko Informationslogistik.............. 2
WGL.................................................. 2
WVW Kreis St. Wendel...................... 8
ZVEI-Fachverband Satellit & Kabel.... 6
Anzeigenindex
AED Solution Group�������������������������������������������� 9
AZ Direct����������������������������������������������������������� 13
BLANK����������������������������������������������������������������� 7
DDS Digital Data Services��������������������������������� 14
FARO����������������������������������������������������������������� 19
FICHTNER���������������������������������������������������������� 10
Funkwerk eurotelematik������������������������������������� 5
GDV�������������������������������������������������������������������� 4
IVU�������������������������������������������������������������������� 15
LEHMANN & PARTNER��������������������������������������� 3
Datum
2. Unterschrift
sig Media GmbH & Co. KG
Zollstockgürtel 63
50969 Köln/Germany
Telefon: +49(0)221-92 18 25 50
Telefax: +49(0)221-92 18 25 16
[email protected]
Impressum
Redaktion
Stefan Grebe (Leitung)
Tel.: +49 (0)221-92 18 25 52
[email protected]
Jennifer Lepies
Tel.: +49 (0)221-92 18 25 62
[email protected]
Hardy Möller (Internet)
Tel.: +49 (0)221-92 18 25 34
[email protected]
Grafik/Layout
Michael Joschko
Tel.: +49 (0)221-92 18 25 31
[email protected]
Justin Fest
Tel.: +49 (0)221-92 18 25 30
[email protected]
Anzeigenvertrieb
Desiree Jaeger
Tel.: +49 (0)221-92 18 25 72
[email protected]
Verlag
sig Media GmbH & Co. KG
Zollstockgürtel 63
50969 Köln/Germany
Tel.: +49 (0)221-92 18 25 50
Fax: +49 (0)221-92 18 25 16
www.sig-media.de
Druck
Freiburger Druck GmbH & Co. KG
Lörracher Straße 3
79115 Freiburg
Tel.: +49 (0)761-496 12 01
Fax: +49 (0)761-496 712 01
15. Jahrgang
ISSN 1437-5532
Erscheinungsweise: 8 x jährlich
© Copyright sig Media GmbH & Co. KG, Köln.
Die Zeitung und alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrecht­lich ge­schützt. Jede
Verwertung außerhalb der engen Grenzen
des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar.
Dies gilt insbesondere für Verviel­fältigun­gen,
Über­setzungen, Mikrover­fil­mungen und die
Einspeicherung und Be­arbeitung in elektronischen Systemen. Mit der An­
nah­
me des
Manu­skriptes und seiner Ver­öf­fentlichung in
dieser Zeit­schrift geht das volle Verlagsrecht
sämtlicher abgedruckter Beiträge inklusive
darin enthaltener Fotos und Abbil­
dungen
für alle Sprachen und Länder einschließlich
des Rechts der Vervielfältigung und Wie­der­
gabe auf fotomechanischem oder ähnlichem
Wege, im Magnet­ver­fahren, Vortrag, Funkund Fernsehsen­dung sowie Speicherung in
Daten­ver­arbei­tungsan­lagen an sig Media
GmbH & Co. KG über. Dies gilt auch für die
auszugsweise Wieder­gabe sowie den Nach­
druck von Abbildungen und Fotos. Die Wie­
dergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in Busi­ness
Geomatics be­rechtigt auch ohne besondere
Kennzeich­nung nicht zu der Annahme, dass
solche Namen im Sinne der Warenzeichenund Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu
betrachten wären und daher von jeder­mann
benutzt werden dürfen. Eine Haftung für die
Richtigkeit der Veröffentlichungen kann trotz
sorgfältiger Prüfung durch die Redaktion
vom Verlag und Herausgeber nicht übernommen werden.
Fotonachweise
Seite 1: Logic Instrument, Michael
Joschko, shutterstock/Oligo, Canon,
transport&logistic, Mapchart, 123RF; Seite
6-7: 123RF; Seite 8-10: Michael Joschko,
shutterstock/Oligo; Seite 12: photocase;
Seite 14: Michael Arthen; Seite 17: Logic
Instrument; Seite 18: HP, Getac; Seite 19:
Canon; Seite 20: Heiko Brunken, Wikimedia
Es gilt die Anzeigenpreisliste
Nr. 15 vom 1.1.2013
Mettenmeier����������������������������������������������������� 11
Österreichische Post������������������������������������������ 24
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Die Ausgabe 4/2013 der Business Geomatics erscheint am 1. Juli.
Mitglied der Informationsgemeinschaft
zur Feststellung der Verbreitung von
Werbeträgern e. V. (IVW)
sig Media GmbH & Co. KG ist ein führender
Fachverlag und Anbieter von Fachpublika­
tionen, Mehrwertangeboten und Events in
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21. Mai 2013 | Business Geomatics 3/13
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