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DAS MAGAZIN
Veronica Ferres:
Powerfrau mit
Zivilcourage
Yoga und
Entspannung pur
im thailändischen Khao Lak
Die neuen Trends
der kommenden
Saison!
Können Sie sich gegen
das Gefühl des Verliebtseins
wirklich wehren?
Nicht wirklich, sagen die Psychologen!
Verliebtheit wird nach Ansicht der Neurobiologen
von einer drastischen Einengung des Bewusstseins
begleitet. Dieser meist eher kurzfristig auftretende
Zustand kann zu euphorischen Reaktionen und übertriebener Hinwendung zu Personen oder Objekten
führen. Sie schweben im siebten Himmel.
Beim Anblick von Schuhen zum Beispiel kann diese Verliebtheit zu
Kurzschlussreaktionen führen: Sie müssen diese Pumps einfach haben.
Genau die fehlen noch in Ihrem Schuhschrank. Ein ähnliches Paar
haben Sie noch nie gesehen. Und so weiter.
Doch halt! Dafür können Sie nichts. Sie sind Opfer Ihres von dem Botenstoff
Neurotrophin überwältigten Gehirns. Und sind somit entschuldigt.
Lassen Sie sich also ruhig ein wenig treiben. Und machen Sie aus Träumen
ein Stück gelebte Realität. So wird ein Schuh draus!
Wir hoffen, Ihnen mit unserem Magazin „Schuhverliebt“ einige neue
Anregungen zum Träumen geben zu können und wünschen viel Vergnügen
bei der Lektüre.
Niko Gültig
Chefredaktion
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 0 3
Inhalt
06 Fashion View
Pure Marrakesch
15 Trends
Stylish in den Frühling
20 Portrait
Veronica Ferres
26 Senses
Frühling für die Sinne
32 Mobility
Unterwegs mit Stil
44 Insight
Peter Kaiser
Inhalt
52 Travel
Entspannung pur in Khao Lak
56 Nachgefragt
Floris van Bommel im Interview
58 Art
Pergamon
64 Gourmet
Silk, Frankfurt am Main
68 Mein Schuhschrank
Nicole Leder
70 Gewinnspiel
Wellness am Wörthersee
48 Catwalk
Die neue Schuhmode
57 Impressum
004 SCHUHVERLIEBT 01|12
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 0 5
FASHION VIEW
FASHION VIEW
Pure
Marrakesch
Edle Materialien, klassische Schnitte, puristische Styles akzentuiert mit
Farben und Accessoires im Marrakesch-Stil – das ist einer der Trends
für das Frühjahr. Besonders edel wirkt dieser Stil auf leicht gebräunter
Haut. Um den cleanen, puren Look zu erhalten, sollten die Accessoires
sparsam eingesetzt werden.
Jacke Day Birger et
Mikkelsen (gesehen
bei Ludwig Beck)
Hose Napapijri
Top Liu Jo
Gürtel Diesel
Schuhe Gabor
FOTOS: SAMMY HART
STYLING: SABINE GRUND
FAME H&M: GÜLSEN TASCH
SHINE MODEL: JEANNA K
SCOUT-SWISS ASSIST:
JELENA MORO (FOTOS) / LEO JONAS
Pulli Asandri
Rock Rebekka Ruetz
Gürtel Liu Jo
Kette Rosenrot
FASHION VIEW
FASHION VIEW
Hosenanzug mit
Westenstola von Liu Jo
Gürtel Abro
Bluse Smooph
Rock Rebekka Ruetz
Gürtel Diesel
Schmuck Rosenrot
008 SCHUHVERLIEBT 01|12
FASHION VIEW
FASHION VIEW
Kleid von Twin-Set
(gesehen bei Ludwig Beck)
Kleid und Jacke Liu Jo
Kette und Armband Rosenrot
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 1 1
FASHION VIEW
FASHION VIEW
Bluse Smooph
Hose und Jacke Liu Jo
Tasche Abro
Ohrringe Rosenrot
Kleid von Rebekka Ruetz
Schmuck Rosenrot
Schuhe Fantasy
012 SCHUHVERLIEBT 01|12
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 1 3
TRENDS
7 Top-Accessoires
Von der Sonne gebräunt:
Das dunkle Rouge von Estée Lauder
verstärkt den verwegenen Marrakesch-Look. Auch für helle Haut
geeignet, 36,95 Euro
1
7
Ohne viel Federlesen:
Federkette von ASOS, 33 Euro,
der Inbegriff vom Wilden Westen
und das passende Accessoire
für’s Lagerfeuer.
2
Tickt richtig:
3
Die Vintage-inspirierte Analoguhr
von FOSSIL passt
zum Grungy-Style
genauso wie zur
Jeansweste oder
zum Sommerkleid,
79 Euro
Immer passend:
Statt Lasso:
Das Seidenhalstuch
von Burberry in
Erdfarben. Sieht toll
zum Trenchcoat oder
zur Bluse auf nackter
Haut aus, 375 Euro
6
5
Mehr Durchblick:
Die Retro-Sonnenbrille von Dries van
Noten belebt den Hornbrillen-Look
014 SCHUHVERLIEBT 01|12
Die rote Tragetasche von Deena
Ozzy passt zu allem, was nach
Wüste und Abenteuer riecht.
Und eine Flasche Wasser passt
auch noch hinein, gesehen bei
urbanoutfitters.de, 63 Euro
4
Alleskönner:
Diese flachen Ledersandalen von
Diane von Furstenberg geben jedem
Outfit den letzten Schliff, 255 Euro
TRENDS
TRENDS
Intensive Handcreme
von SENSAI, 86 Euro
Spitzentop mit schwarzer Schleife,
Juicy Couture, 109 Euro
Lidschatten von
Giorgio Armani
(marine oder
braun), 47,95 Euro
Gürtel von Diane von
Furstenberg, 149 Euro
Grüner Blazer
mit Rüschen
an den Ärmeln,
Zara, 79 Euro
Erster
Picknickausflug
Cool
im Büro…
Trenchcoat
von Kookai,
138,95 Euro
auf dem ersten Ausflug ins Grüne. Die
bonbonfarbenen Candy-Colours erinnern
an die Fünfziger – kombiniert mit Acces-
den puren, geerdeten Look im Arbeitsall-
soires aus schwerem Gold ergeben die
tag. Ein kühles Grau, Schwarz und Weiß
dunkles Rot oder Marine strahlen erwachsenes Stilbewusstsein aus. Absolute
Pastelltöne einen Look, der Sommerfri-
Roségold-Ohrringe von Irene
Neuwirth,
2.465 Euro
sche und Leichtigkeit ausstrahlt, ohne
dabei zu mädchenhaft zu wirken. Egal,
ob der ausgewaschene Denim-Look mit
Musts sind dabei die schlichten geraden
dicken Armreifen in Pistazienfarben
Stiftkleider mit verhaltenem Ausschnitt
und Holztönen kombiniert wird oder das
und weite Blazer, die gern zu weißer
Bluse und weiter Anzughose getragen
werden können. Edler Schmuck wertet die
dunkle Business-Garderobe auf. Und wer
Himbeerfarbener
Pullover von
Closed, 219 Euro
Zuckersüß und verspielt zeigt man sich
... aber nicht zickig, das ist die Devise für
oder die etwas milderen Farben wie ein
Ballerinas von
Salvatore Ferragamo,
325 Euro
Stiftkleid von
Donna Karan,
339 Euro
Trenchcoat
von Moschino,
729 Euro
weiße Spitzentop mit einem pinken
Cardigan die kühle Frühlingsluft abhält,
die heimlichen Keypieces sind ohnehin
die süßen Sidekicks wie Marshmallows,
dann noch den Klassiker-Füller von
Milchshakes oder Cupcakes mit dem
Montblanc zur Unterschrift zückt, dem
Schultertasche
von Emilio Pucci,
1.150 Euro
berühmten Cremetopping. Beauty-Tipp:
sollte kein Auftrag entgehen. Als BeautyTipp: viel Mascara, wenig Lidschatten in
Körperpeeling,
Soap & Glory,
18,95 Euro
den Farben Marine, Braun oder Schwarz.
Pastelltöne für Lippen und Augen, für
die Nägel darf es auch gern wieder erdbeer- oder cappuccinofarben sein.
Jeans von Mother,
239 Euro
Sandalen von
Alexander Wang,
483 Euro
Prada Candy,
Eau de Parfum,
55,90 Euro
Shopper von Chloé, 357 Euro
Montblanc-Füller
(Mozart No 114),
um die 300 Euro
Marshmallows,
ab 3 Euro
Grauer Wollrock
von Michael Kors,
759 Euro
Stoffhose im Marlene-Dietrich-Schnitt
von Alberta Ferretti, 389 Euro
016 SCHUHVERLIEBT 01|12
Klassische Schluppenbluse
von Marlene Birger, 199 Euro
Armreifen von
Marlene Birger,
99 Euro
Tischventilator von
Black + Blum, 131 Euro
Sonnenbrille von Tom Ford, 240 Euro
Grasgrünes Hemdblusenkleid im Sixties-Stil,
Raoul, 349 Euro (gesehen bei stylebop.com)
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 1 7
PORTRAIT
PORTRAIT
Veronica Ferres: „Es kostet viel zu
viel Kraft, sich über Kleinigkeiten
aufzuregen, über die man ohnehin
am nächsten Tag lachen muss.“
Powerfrau mit
Zivilcourage
Veronica Ferres – zeigt Charakter. In ihren zahlreichen Filmrollen. In ihrem Buch.
In ihren Aktionen für das Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“. Schuhverliebt hatte
Gelegenheit, Veronica Ferres zu interviewen. Natürlich auch zu ihrem Schuhtick.
INTERVIEW: NIKO GÜLTIG – FOTOS: SAMMY HART
Veronica Ferres – Sie sind Deutschlands bekannteste
Charakterschauspielerin und eine der beliebtesten dazu.
Macht Sie das ein wenig stolz?
Veronica Ferres: Natürlich freut es mich, dass ich mit meinem Beruf, der für mich der schönste der Welt ist, die Menschen glücklich machen kann. Erst kürzlich wurde ich bei
einer Zuschauerumfrage von den Männern zur beliebtesten
deutschen Schauspielerin gewählt. Diese Anerkennung durch
das Publikum macht mich stolz!
In Ihren Filmen „Die lange Welle hinterm Kiel“, „Unter
Bauern“ und „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ setzen
Sie sich immer wieder mit einem Stück deutscher Vergangenheit auseinander. Welche Botschaft haben diese Filme
für Sie?
Veronica Ferres: Es ist für uns alle sehr wichtig, uns mit der
deutschen Geschichte und der Vergangenheit unserer Eltern
und Großeltern auseinanderzusetzen und dies auch unseren
Nachkommen zu vermitteln. Es war für mich eine große Ehre,
Marga Spiegel in „Unter Bauern“ (2009) spielen zu dürfen
und ich bin bis heute sehr beeindruckt von dem großen
Charisma und dem Mut dieser Frau, die ich im Vorfeld der
Dreharbeiten persönlich kennengelernt habe. Umso mehr
hat es mich gefreut, dass dieser Film das Filmfestival in
Locarno und das Jüdische Filmfestival in New York eröffnen
durfte. Die Botschaft all dieser Filme ist für mich, dass wir
uns erinnern müssen, um die Fehler der Vergangenheit nicht
in der Zukunft wieder zu machen. Wir dürfen nicht aufhören,
den Mut und das Engagement von Menschen wie Marga
Spiegel zu ehren.
Im November 2011 haben Sie in Niederösterreich
gemeinsam mit Christiane Hörbiger „Die kleine Lady“
gedreht und wurden in das 19. Jahrhundert zurückversetzt. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?
Veronica Ferres: „Der kleine Lord“ hat mich bereits in meiner Kindheit begleitet und auch meine Tochter liebt diesen
Film sehr. Es war mir daher eine große Freude, neben meiner
fantastischen Kollegin Christiane Hörbiger in der Neuverfilmung dieses Weihnachtsklassikers zu spielen. Mrs. Hobbs ist
eine starke Frau, die durch ihre Unangepasstheit und ➜
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 2 1
PORTRAIT
Veronica Ferres: „Zivilcourage ist ein
wichtiger Wert, der immer gepflegt
werden sollte.”
„Die Arche“ – christliches Kinderund Jugendwerk e.V.
➜
ihren großen Willen besticht. Sie ist eine positive Revoluzzerin, die aus diesem kleinen Mädchen eine sympathische,
freche Göre macht. Frau Hobbs hatte schon die unterschiedlichsten Jobs, um sich über Wasser zu halten, so hat sie früher am Madison Square Garden gesungen. Für diese Szenen
lerne ich gerade von einer Opernsängerin Arien.
Sie sind eine starke Frau und nutzen Ihre Bekanntheit, um
sich besonders auch für die Schwachen zu engagieren.
Was liegt Ihnen besonders am Herzen?
Veronica Ferres: Zivilcourage ist ein wichtiger Wert, der
immer gepflegt werden sollte. Ich komme aus einer Familie
von Widerständlern, aufgrund des Verhaltens meiner Großväter im Zweiten Weltkrieg. Natürlich habe ich gelernt, aufzustehen und meine Meinung zu sagen – und auch zu handeln!
Zum anderen bin ich davon überzeugt, dass die Kindheit
einen Menschen für das ganze Leben prägt. Kinder und deren
Unterstützung sind schon immer mein Thema. Kinder sind
die Kleinsten und Schwächsten in unserer Gesellschaft und
022 SCHUHVERLIEBT 01|12
damit selbst noch nicht stark genug, um sich zu wehren und
für ihre eigenen Rechte und Bedürfnisse zu kämpfen. Daher
müssen wir Großen das für sie übernehmen. Schließlich sind
Kinder unsere Zukunft. Sie sind die Ärzte, die uns einmal behandeln werden. Sie sind die Krankenpfleger, die uns einmal
im Altenheim umsorgen. Sie sind die künftigen Professoren
und Politiker, die einmal maßgeblich über unser Land und
unser Wohlergehen entscheiden. Es wäre wirklich fahrlässig,
diese junge Generation nicht zu unterstützen.
In Ihrem Buch „Kinder sind unser Leben“ thematisieren
Sie die Lebensumstände sozial schwacher Kinder. Was
konkret muss Ihrer Meinung nach geändert werden?
Veronica Ferres: Das Wichtigste ist: Wir müssen genau hinschauen. Und wenn wir mitbekommen, dass irgendwo ein
Kind in Not ist, sei es durch häusliche Gewalt, sei es durch
Armut oder einfach, weil es keinen Ansprechpartner für seine
Sorgen hat, sollten wir die Augen nicht davor verschließen.
Erst dann können wir helfen.
„Generation Wodka“: Wie macht man Kinder wach für die
Gefahren des Alkohols?
Veronica Ferres: Seit November 2011 bin ich die Schirmherrin der Arche e.V. und versuche Bernd Siggelkow, Leiter und
Gründer der Arche und Autor des Buches „Generation Wodka“,
bei seinem großartigen Engagement zu unterstützen. Alkohol
ist ganz klar eine Droge und wird von der Gesellschaft
verharmlost. In vielen Fällen fehlt leider ein vernünftiger
Umgang mit Alkohol und daher ist auch der Weg in die
Sucht schleichend. Eltern müssen hier ein Vorbild sein.
Mal ganz allgemein: Was kann jeder einzelne hier in
Deutschland gegen die zunehmende Kälte in der Gesellschaft tun?
Weitere Infos zur Arche unter folgendem Link:
http://www.kinderprojekt-arche.de
Spendenkonto:
Empfänger: Die Arche
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl: 100 205 00
Kontonummer: 30 30 100
Beispiel voran. Aber auch im Kleinen kann man etwas tun,
etwa indem man einfach zuhört, bei kleinen alltäglichen
Dingen hilft. Oder abstrakter, indem man Kinderhilfsprojekte,
die einem am Herzen liegen, durch eine Spende unterstützt.
Ist es für Sie wichtig, ein Vorbild zu sein?
Veronica Ferres: Helfen kann man auf vielfältige Weise.
Die Menschen, die ich gemeinsam mit meiner großartigen
Koautorin Nicole Maibaum in unserem Buch „Kinder sind
unser Leben“ (Droemer) porträtiere, gehen mit großartigem
Veronica Ferres: Jeder sollte ein Vorbild sein – privat ist es
für mich als Mutter selbstverständlich wichtig, mit positivem
Beispiel voranzugehen. Und beruflich versuche ich, durch ➜
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PORTRAIT
Veronica Ferres, 46, stammt aus Solingen und ist die Tochter
eines Kohlen- und Kartoffelhändlers. Sie studierte in München
Theaterwissenschaften, Germanistik und Psychologie und
nahm privaten Schauspielunterricht. 1992 gelang Veronica
Ferres der große Durchbruch in Helmut Dietls Oscar-nominierter Satire SCHTONK!. 1996 holte Helmut Dietl Veronica
Ferres für seine mit vier Filmpreisen ausgezeichnete Kinokomödie ROSSINI erneut vor die Kamera. Für ihre Rolle der
alkoholkranken Heinrich-Mann-Gefährtin Nelly in Heinrich
Breloers TV-Mehrteiler DIE MANNS, erhielt sie 2002 den
Adolf-Grimme-Preis in Gold, den Bayerischen Fernsehpreis
sowie die Romy für die beliebteste Schauspielerin des Jahres
in Österreich. Für ihre Rollen in ANNAS HEIMKEHR, FÜR
IMMER VERLOREN und DIE RÜCKKEHR DES TANZLEHRERS wurde sie mit dem Bayerischen Fernsehpreis 2004 als
beste Schauspielerin ausgezeichnet. Darüber hinaus übernahm Veronica Ferres in der internationalen Kinoproduktion
UNTER BAUERN die Hauptrolle der Jüdin Marga Spiegel.
Der Film wurde u.a. auf dem Jewish Film Festival in New York
gezeigt und feierte im September 2010 US-Kinopremiere.
Im Frühjahr 2012 wird Veronica Ferres neben Hans-Werner
Meyer in der Hauptrolle in dem ZDF-Fernsehfilm „TSUNAMI –
DAS LEBEN DANACH“ zu sehen sein. Der Film erzählt die
wahre Geschichte von Billi Cramer und Michael Schäffer, die
beim verheerenden Tsunami im Dezember 2004 in Thailand
jeweils ihre Familien verloren haben. Veronica Ferres engagiert sich seit November 2011 als Schirmherrin für „Die
Arche“. Des Weiteren ist sie Testimonial für DIADERMINE
und s.Oliver sowie Audi-Markenbotschafterin.
Foto: Kristian Schuller für SELECTION by s.Oliver
➜
die Förderung junger Talente ein Vorbild für unseren Schauspielnachwuchs zu sein.
Sie machen immer einen sehr überlegten Eindruck. Können Sie eigentlich auch mal so richtig aus der Haut fahren?
Veronica Ferres: Es kann sehr befreiend sein, seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Ich muss das ja schon berufsbedingt können. (lacht) Aber ich versuche, meine negativen
Emotionen und Stress durch regelmäßigen Sport abzubauen
und eine Joggingrunde durch den Englischen Garten hilft mir
immer sehr, zu entspannen. Allerdings bin ich von Grund
auf ein sehr entspannter Mensch. Es kostet viel zu viel Kraft,
sich über Kleinigkeiten aufzuregen, über die man ohnehin
am nächsten Tag lachen muss.
Noch ein paar persönliche Fragen:
Was ist Ihre Lieblingsmusik?
Veronica Ferres: Ich liebe jede Art von Musik – von den Scorpions über Peter Maffay, mit denen ich jeweils seit vielen Jahren befreundet bin, bis hin zu klassischer Musik, bei der ich
am besten entspannen kann.
Wo würden Sie gerne mal Urlaub machen?
Veronica Ferres: Ich war aufgrund meines Berufes schon an
den schönsten Orten dieser Erde – sei es in der Kälte Grönlands
(„Vom Ende der Eiszeit“, 2007) oder in tropischer Hitze („Tsunami“, 2011). Eigentlich ist jeder Urlaub, den ich mit meiner
Familie verbringe, wunderschön – unabhängig vom Ort.
024 SCHUHVERLIEBT 01|12
Schuhe: Wie stehen Sie zu hohen Absätzen?
Veronica Ferres: Ich bin von Natur aus schon recht groß,
aber wie jede Frau liebe ich High Heels. Durch diese Schuhe
hat man gleich eine ganz andere Körperhaltung und ein viel
besseres Körpergefühl. Hohe Absätze sehen zu festlichen
Abendroben einfach am besten aus.
Wie hat sich Ihr Modestil über die Jahre verändert?
Veronica Ferres: Ich habe viele großartige Tipps von ModeExperten wie Karl Lagerfeld bekommen, mit denen ich im
Laufe der Jahre arbeiten durfte und habe so gelernt, was mir
wirklich gut steht. Karl hat mich kürzlich in Paris fotografiert
und ich bewundere und verehre diesen großartigen Künstler
sehr. Meinen persönlichen Stil würde ich, wie auch die
„SELECTION“ by s.Oliver-Kollektionen, als sportlich-elegant
beschreiben.
Wie viele Paar Schuhe haben Sie etwa in Ihrem Schrank?
Und gibt es da so was wie die absoluten Lieblingsschuhe?
Veronica Ferres: Ich habe, wie die meisten Frauen, einen absoluten Schuhtick und habe irgendwann aufgehört, zu zählen.
(lacht) Zu meinen absoluten Lieblingsschuhen gehören
Overknees, denn diese kann ich immer passend zu meinem
Outfit kombinieren – mal sportlich, mal elegant.
Danke schön.
PORTRAIT
SENSES
Farbige Akzente kann man auch mit der
neuen pflegenden Lippenstiftserie „Pro
Longwear“ von MAC setzen. Vor allem
abends macht sich das kräftige Lila gut:
Es unterstreicht den Mut zur Farbe.
Die knallgelbe Clutch vom
britischen Online-Label
ASOS passt toll zu Lila und
Orange. Die goldenen
Schnallen und verstärkten
Ecken geben dem ansonsten eher schlichten It-Bag
einen edlen Touch.
Top aus bunten
Leder-Pailletten von
sass & bide: Auf eine
bunte Reise schickt
das australische Label
sass & bide jeden, der das
bunte Ledertop „A colourful
journey“ trägt. Neutralisierend
wirken die braunen Farbtöne.
Dezent schimmerndes
Lipgloss in den matten
Rosé- oder Pastelltönen
von Bobbi Brown gibt der
ganzen Farbpalette einen
grundierenden Charakter.
Die Make-up-Artistin ist
bekannt für ihre Zusammenarbeit mit namhaften
Magazinen und Stars.
Ohne natürliche Weichmacher und Tierversuche produziert
diese britische Kultmarke Nagellacke, die direkt auf den
Laufstegen der großen Fashion-Shows getragen werden.
Wie etwa der Farbton „Primrose Hill Picnic“, bei dem
laut Hersteller das Verlangen geweckt werden soll, seine
Schuhe auszuziehen und barfuß durchs Büro zu laufen.
Besser kann der Frühling doch gar nicht eingeläutet werden.
Farbe bekennen: Colour-Blocking
Fashion-Muffel, die sich immer noch nicht ganz sicher sind, welche Farben
eigentlich zusammenpassen, müssen im neuen Jahr endlich Farbe bekennen:
Der Colour-Blocking-Look hält sich nämlich schon eine ganze Weile und lässt
Farbkombis zu, die zu Recht als „lautes Statement“ gelten. AUFGESPÜRT VON COSIMA M. GROHMANN
Vorbei sind die Zeiten, in denen Schwarz als die Lösung für den
schnellen Griff in den Kleiderschrank galt. Zwar ist der ewige
Klassiker unter den Farben immer noch die sichere Bank, wenn
es seriös zugehen soll. Interessant wird es jedoch immer dann,
wenn modebewusste Frauen sich trauen, auch mal neue Pfade
zu beschreiten. Der Trend, möglichst viele Farben möglichst
schrill zu kombinieren, kommt allerdings in diesem Frühjahr
etwas dezenter daher. Zwischen den türkisen, gelben und
orangen Einzelteilen tauchen immer wieder neutralisierende
Töne auf, die sanfte Übergänge schaffen. Das kann ein pastellfarbener Lippenstift sein oder ein dezentes Make-up, was
den Bonbon-Look eher unterstreicht, anstatt ihm entgegenzuwirken. Wer aber auf den farbenfrohen Zug in Richtung
Sommer aufspringen möchte, kann getrost weiter „blocken“:
026 SCHUHVERLIEBT 01|12
Eine weitere Variante ist es nämlich, Farben aus einer Farbfamilie zu wählen. Besonders beliebt sind dabei Rottöne wie
Violett, Orange oder Pink. Zum Einsatz kommen auch Accessoires wie farbenfrohe Handtaschen oder Strumpfhosen.
Aber egal, welche Farbkombination gewählt wird: Das eigentlich Spannende an diesem Dauerbrenner ist, dass alte Gesetze
aufgehoben werden, nach denen es als absolutes No-Go galt,
etwa Pink mit Rot oder Schwarz mit Blau zu kombinieren.
Dafür lohnt es sich doch einmal von der sicheren Bank aufzustehen und die Langweiler Grau und Schwarz im Kleiderschrank zu lassen. Schließlich eignet sich Colour-Blocking
bestens dazu, dem dunklen Winter einen ordentlichen Denkzettel zu verpassen – getreu dem Motto „Mix and match!“
SENSES
Grüner wird’s nicht:
organische Gadgets
und Beauty-Produkte
SENSES
Das Gute an dem neuen Öko-Trend: Wer sich
für Naturkosmetik oder Öko-Food entscheidet,
tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern
auch für seinen Körper. Denn in vielen Kosmetika sind chemische Zusatzstoffe enthalten, wie
Weichmacher oder Konservierungsstoffe. Übrigens leben zahlreiche Stars wie Julia Roberts,
Leonardo DiCaprio oder George Clooney den
ökologischen Lifestyle vor – egal, ob sie nun
wie DiCaprio in Hybridautos fahren oder wie
Julia Roberts Ratgeber zum Thema Organic Living schreiben. Grün ist in jedem Fall das neue
Schwarz und wer mag, kann das auch ganz
offen zeigen: So zielen Accessoires wie der
organisch-vegane Sunblocker von Hurraw!
oder die silberne Kette mit echtem Moos von
HAF darauf ab, den grünen Daumen jederzeit
selbstbewusst hochzuheben. Wer’s dezenter
mag, kann Akzente im Badezimmer setzen. Die
britische Firma Cowshed etwa stellt Kosmetikartikel her, deren Verpackung ein echter Hingucker ist. Dabei verwendet das Label, das
2009 mit dem Beauty Award in der Kategorie
Natural Health ausgezeichnet wurde, ausschließlich natürliche Zusatzstoffe, die aus biologischem Anbau stammen und fair gehandelt
sind. Aber egal, ob man von Kopf bis Fuß
auf Öko eingestellt ist oder gezielt Produkte
aus den Bereichen Organic Fashion oder
Organic Beauty bevorzugt – die Natur hat endlich mal das letzte Wort: Grüner wird’s nicht!
Federleicht, aber nicht abgehoben:
die neuen Frühlingsdüfte
Wer denkt, dass Frühlingsdüfte süßlich-klebrige Kreationen aus Zitrone und Honig sein
müssen, irrt. Immer mehr setzt sich der Trend durch, auch schwerere Duftnoten wie
Zimt oder Trüffel in die Frühjahrsdüfte zu integrieren. Ein weiterer Trend ist es, Düfte
zu kreieren, die eigentlich keine sind: So arbeitet Burberry etwa mit dem Geruch von
Eiskristallen und warmem Sand. Trendsetter sprechen sogar von der Inspiration durch
Vögel – passend zum federleichten Frühlingsgefühl. Wie sich diese unterschiedlichen
Motive in Flaschen abfüllen lassen, überlassen wir den Parfümeuren. Getragen ist so
ein Duft bestimmt federleicht – ohne dass man Gefahr läuft abzuheben.
„Valentina“
von Valentino:
Eine Hommage an die Mythen
der italienischen Filmdivas ist
der Duft von Valentino: ein
Bouquet aus Orangenblüten,
weißen Albatrüffeln, Jasmin
und Tuberose.
Kosmetik ohne Tierversuche, Mode aus Naturmaterialien oder Lebensmittel aus biologischem Anbau – Öko ist längst nicht mehr das, was nach Jutetasche und Gesundheitsschuhen aussieht. Schon längst gehört ethischer Konsum zum Lifestyle derer, die sich
Gedanken um Klimaschutz und Nachhaltigkeit machen.
Baden mit einem Produkt, das übersetzt „Kuhstall“ heißt? Das britische
Label meinte es eben
ernst und vertrieb seine
Produkte zunächst in
einem zum Luxus-Spa
umfunktionierten Stall.
Es dauerte nicht lange
und die Marke hatte
sich als Kult etabliert,
kein Wunder, bei so
viel Natur in so schöner
Verpackung.
028 SCHUHVERLIEBT 01|12
Der Sunblocker von
Hurraw! ist ein wahres
Multitalent: Nicht nur dass
er komplett ohne tierische
Zusatzstoffe wie etwa
Bienenwachs auskommt
und alle Inhalte natürlich
und fair gehandelt sind.
Es gibt ihn auch in so verführerischen Sorten wie
Schokolade, Lakritze oder
Chai-Tee – zum Dahinschmelzen für seinen
Besitzer. Der Lippenpflegestift hingegen ist garantiert „schmelzsicher“,
versichern die Hersteller.
Das geht unter die Haut:
Das mit ätherischen
Ölen getränkte Pflaster
kann man sich auf die
Haut kleben und
einfach wirken lassen.
Es hinterlässt keinen
Ölfilm und wirkt auf natürlichem Wege direkt
dort, wo es wehtut.
Zum richtigen „Eco“-Freak
wird derjenige, der das
Haarwachs „Eco Freako“
von TIGI benutzt. Das
bekannte Label hat eine
eigene Serie kreiert, in
der natürliche Zusatzstoffe
benutzt werden und auch
die Verpackung zu 50%
aus Recyclingmaterial
besteht. Love, Peace and
The Planet – so einfach
ist es.
„Nachwachsender
Schmuck“ nennt der
isländische Designer
Hafsteinn Juliusson seine
grünen Schmuckstücke.
Anstatt eines Steins ziert
ein kleines Stück Moos
den Anhänger der Kette.
Dabei handelt es sich
um das berühmte
Islandmoos, dem entzündungshemmende
und belebende Wirkung
zugesprochen wird.
„Summer
for Women“
von Burberry:
Der Sommerduft von Burberry
ist mit Mandarine, Geißblatt,
Zeder, Moschus, Petit Grain
und dem Fantasiegeruch von
warmem Sand angereichert.
„40 Anniversary“
von Roberto Cavalli:
„ck one Summer“
von Calvin Klein:
„40 Anniversary“ von Roberto
Cavalli kam schon 2010 auf den
Markt. Fruchtig-blumig entfaltet sich der Duft im Frühling,
genauso gut wie im Sommer
oder Herbst. Das ganze Jahr
Geburtstag feiern – ein schönes
Motto für das gerade erst
beginnende Jahr.
Calvin Klein bleibt seinem
Unisex-Prinzip treu und kreierte
2011 einen neuen Flakon für
den Sommerduft, der Männlein
und Weiblein gleichermaßen
verzaubern dürfte.
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 2 9
SENSES
Here comes the Sun
Pflege und Kosmetik für
die ersten Sonnentage
Evening Gloves, Nachtcreme von
Dianne Brill: Ein wahrer Vitamincocktail
ist diese reichhaltige Handpflegecreme
für die Nacht. Die Haut kann sich in Ruhe
regenerieren und am nächsten Morgen
sind die Zeichen der Kälte – Risse und
Falten – verschwunden.
Schminktipps
für den Frühling
Lidschatten „Cyber Green“
von Estée Lauder: Die limitierte Kollektion „Cyber Eyes“
ist erst seit November 2011
auf dem Markt. Die sanft
schimmernden Pastelltöne
sind genau richtig für einen
Hauch von Frühling und
passen gut zum Abendoutfit.
Hautpflegelotion von Sisley: Diese Körperlotion wirkt Spannungsgefühlen auf der
Haut entgegen. Mit Extrakten aus Rapssamen, Teufelskralle, Malve und Olive ist sie
ein wahrer Balsam für raue Hautstellen
an Ellenbogen, Füßen und Schienbeinen.
Haaröl „Kendi Oil“ aus der Linie
Bamboo Smooth von Alterna:
Monatelang ist das Haar trockener
Heizungsluft ausgesetzt gewesen.
Zeit für eine pflegende Kur
auf Ölbasis.
Revitalmaske von
Dr. Hauschka:
Die Maske ist feuchtigkeitsspendend und vitalisierend. Sie peppt müde
Winterwangen auf und
das Beste: Sie wirkt auch
im Sommer gegen die
Zeichen sonnenstrapazierter Haut.
Endlich können Haut, Haare und Hände
aufatmen: Die kalte Jahreszeit verabschiedet sich und die ersten Sonnenstrahlen wärmen die beanspruchten Haut.
Doch wer genauer hinsieht, erkennt noch
Spuren: Ausgetrocknete Haare, rissige
Hände und spröde Haut braucht jetzt
noch einmal einen Extra-Schub, um
endlich bereit zu
sein fürs erste
Sonnenbad.
030 SCHUHVERLIEBT 01|12
Lippenstift von MAC, Pro Longwear
Farbton „Dress It Up“: Der Name ist bei
MAC Programm: Die neuen Lippenstifte
sind ultralange haltbar und schimmern
leicht. Das dezente Finish für den Frühlings-Look ist der Farbton „Dress It Up“.
Mattes Make-up plus
Foundation von Maria
Galland: Das flüssige
Make-up mit Matt-Effekt
hält lange und fühlt
sich federleicht auf der
Haut an. Unregelmäßigkeiten wie etwa
trockene Hautstellen
werden perfekt ausgeglichen, die Haut
behält ihr natürliches
Erscheinungsbild.
Wer sich frühlingshaft schminken
möchte, hat die Wahl zwischen dem
matten Nude-Look mit gedämpften
Pastelltönen und dem Candy-Look, der
etwas farbenfroher ist. Aber auch hier
überwiegen helle, klare Farben
wie Zitronengelb, Grasgrün
oder Himbeerrosa.
MOBILITY
MOBILITY
Fünf Mal in den letzten sechs Jahren wurde Aston Martin zur „coolsten Marke“ des
Vereinigten Königreichs gewählt. Die Aura von Aston Martin hat viel mit britischem Nationalstolz zu tun, natürlich auch mit James Bond alias Agent 007, der nach einigen Experimenten
mit Exoten wie dem Lotus Esprit, einem Spaceshuttle und einem BMW Z8 wieder gern
auf die in Gaydon, Warwickshire, handgefertigten Boliden zurückgreift, um den Bösen
dieser Welt abwechselnd nachzujagen und davonzufahren. EINE VORSTELLUNG VON CHRISTIAN ARNDT
Vor allem aber steht Aston Martin für
STYLE in Großbuchstaben, spätestens seit
1965, als Sean Connery in „Goldfinger“
den inzwischen legendären DB5 als
Dienstwagen in Empfang nehmen durfte.
Auch der aktuelle Bond, gespielt von
Daniel Craig, fährt wieder Aston Martin,
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und zwar das 517 PS starke Zwölfzylinder-Coupé DBS aus dem Jahr 2007. Mit
der kompromisslos sportlichen, zugleich
aber dezent eleganten Linie gewinnt
Aston Martin nicht nur Designpreise,
sondern immer mehr Sympathien anspruchsvoller Kunden jenseits der briti-
schen Inseln, auch und besonders im
deutschsprachigen Raum. Der breite Aluminium-Kühlergrill und das geflügelte
Emblem auf Motorhaube und Heckklappe
sind mehr als nur Statussymbole, Aston
Martin-Besitzer schätzen die zeitlosen
Insignien individueller Freiheit und Un-
abhängigkeit. Diese Werte gelten mehr
denn je auch für das seit wenigen Jahren
wieder konzernunabhängige Unternehmen selbst, das von Dr. Ulrich Bez – selbst
aktiver Rennfahrer – höchst erfolgreich
geleitet wird.
Auch wenn sie im Straßenbild deutscher Großstädte gefühlt zwei- bis dreimal
öfter auftauchen als noch vor fünf Jahren,
bleiben Autos von Aston Martin mit Preisen von 100.000 bis 1,5 Millionen Euro
(für den auf 77 Exemplare limitierten
One-77) für Normalverbraucher /-innen
meist unerschwinglich. Bis jetzt: denn mit
einem Einstiegspreis von unter 40.000 Euro kostet der Aston Martin Cygnet nur
rund ein Zehntel dessen, was für einen
V12 Zagato hingeblättert werden muss,
und doch – behauptet nicht nur Firmenchef Bez – ist er ein waschechter Aston
Martin. Zumindest wenn man von den
gut 300 PS und mehr absieht, die den
hübschen „Jungschwan“ (was „Cygnet“ ja
übersetzt heißt) von seinen Acht- und
zwölfzylindermotorisierten großen Brüdern trennen. Sitzt man aber erst einmal
drin, fühlt man sich absolut sicher und luxuriös aufgehoben. Mit edlem Interieur
aus feinstem handgearbeiteten Leder und
allen erdenklichen Designextras der Aston
Martin-Palette präsentiert sich der Kleine
„genauso konsequent und kompromisslos
wie die Sportwagen aus Gaydon“, wie das
Fachblatt „auto motor und sport“ urteilte.
Für SPIEGEL ONLINE ist der Cygnet der
ideale „Stadtflitzer der oberen Zehntausend“. Ulrich Bez beschreibt ihn als eine
Art „Beiboot zur Luxusjacht“ und impliziert damit, dass der gerade mal drei
Meter lange Stadtflitzer für steile Stadtschluchten und enge Parkbuchten womöglich besser geeignet ist als ein brachial
motorisierter Supersportwagen, jedenfalls „kann ich natürlich mit einem DBS in
die Innenstadt von London fahren, aber
ich möchte es nicht jeden Tag tun.“ Ist
der Cygnet also in erster Linie als handlicher Zweitwagen für Aston MartinBesitzer konzipiert, die den „Großen“
nicht für die tägliche Pendelfahrt „missbrauchen“ wollen? Das wäre wohl
➜
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MOBILITY
www.astonmartin.com/cars/cygnet
Unzählige Gestaltungsmöglichkeiten
im Innenraum.
Auch den Cygnet zieren der für Aston Martin typische Aluminiumgrill und das Logo.
Aston Martin Chefdesigner Marek Reichman.
➜
die stilechte Erklärung für dieses Modell
und das „Beiboot“-Argument scheint
durchaus plausibel. Ein weiteres, nicht
unwichtiges Thema ist die Sicherheit: Da
der kleinste Aston Martin technisch weitgehend auf dem Toyota iQ basiert, kann
er sich ohne eigene Anstrengung auch
dessen fünf Sterne im Euro NCAP Crashtest ans Revers heften. Dank zusätzlichem
Airbag im Heck sind auch die (vorzugsweise kleinen) Passagiere im Fond so sicher wie in Abrahams Schoß. Ganz zu
schweigen von den Umwelteigenschaften;
der Spritverbrauch beträgt mit rund fünf
Litern pro 100 Kilometer nur knapp ein
Drittel dessen, was andere Fahrzeuge mit
dem geflügelten Logo an Front und Heck
auf derselben Distanz schlucken. Ob geringer Verbrauch notwendigerweise auch
geringeren Spaß bringt, wollen wir herausfinden, und deshalb soll der erste
Luxus-Kleinwagen „handcrafted in England“ nun genauer unter die Lupe genommen werden – natürlich inklusive Testfahrt.
Den Schlüssel im toffeeförmigen Aluminiumkleid kann man getrost in der Tasche des Tweedsakkos (oder in der PradaHandtasche) lassen, denn der Cygnet
entriegelt sich automatisch, sobald sich
der Schlüssel auf weniger als drei Meter
Distanz nähert. Die große Fahrertür
schwingt weit auf und gibt den Blick in
unserem Fall auf schokoladenbraunes
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Leder und Klavierlack-Optik frei. Sobald
das Navi links über dem Armaturenbrett
anspringt, leuchtet auf dem Touchscreen
das Aston Martin Logo in Racing Green.
Der bequeme und gut geformte Fahrersitz
muss zwar – anders als bei den großen
Brüdern – von Hand verstellt werden, das
geht aber kinderleicht und schon der erste
Kontakt mit dem edel gestylten und griffigen Lederlenkrad entschädigt für eventuelle Unbequemlichkeiten. Per Knopfdruck
startet der Motor und aus dem sonoren
Schnurren wird bei beherztem Tritt aufs
Gas auch schon mal ein laut vernehmliches Brummen. Schon bei der Abfahrt
vom Aston Martin-Händler in Kronberg
zeigt sich, dass die knapp 100 PS für diese
Gewichtsklasse mehr als ausreichend
sind. Bei Bedarf treiben sie den kleinen
Viersitzer in 11,8 Sekunden auf 100 und
mit etwas Geduld im langen sechsten
Gang auf bis zu 170 km/h an. Schaltfaules
Fahren ist möglich und unter ökologischen Gesichtspunkten sogar erwünscht,
doch erlaubt die präzise Sechsgangschaltung durchaus auch moderat sportliches
Fahren. Ob man den Bonsai-Boliden auf
der Nordschleife des Nürburgrings Gassi
führen will, bleibt jedem selbst überlassen. Jedenfalls war diese Adresse noch
unter „letzte Ziele“ im Navi unseres Testwagens gespeichert ...
Chefdesigner Marek Reichman sieht
im Cygnet ein „maßgeschneidertes Stadtauto“ für Kunden, die „keine Kompromisse in Sachen Luxus“ eingehen wollen.
Selbstverständlich gibt es alle Ledersorten, Lackierungen und Designvarianten,
die Aston Martin für die großen Modelle
Rapide, Virage und DB9 anbietet, auch für
den „Kleinen“. Doch im Gegensatz zu den
ausgewachsenen Supersportwagen, die
viel Auslauf brauchen, fühlt sich der
stylishe Stadtflitzer dort am wohlsten, wo
er behände durch enge Gassen und zwischen den Fahrspuren herumturnen kann,
und am allermeisten Spaß macht das
Einparken vor dem Lieblingscafé, wo der
Luxuskleinwagen neugierig flirtende, zuweilen auch zudringliche Blicke auf sich
zieht wie ein Bond-Girl im Casino Royale
oder das „Sex And The City“-Quartett auf
der 5th Avenue. Es ist die reine Wonne,
wie wenig Platz der Cygnet zum Parken
braucht. Apropos Platz: Zum Ausflug in
die Shopping Mall sollten nur eine beste
Freundin und maximal ein Yorkshireterrier
mitgenommen werden; denn einen „Kofferraum“, der den Namen verdienen
würde, gibt es bei diesem Auto nicht. Im
Alltag genügt es allerdings, den linken
Rücksitz vorzuklappen, dann ist Platz für
den Einkauf; fürs Powershopping muss
sich dann auch der zweite Rücksitz beugen und größere Anschaffungen lässt man
sich doch ohnehin ins Haus liefern, oder?
MOBILITY
MOBILITY
Jetzt geht der Spaß
erst richtig los!
Angefangen hat alles 1992 mit der Idee, Falten und Federn miteinander zu verbinden.
Ein neuartiges Faltfahrrad – der heutige „Klassiker“ Birdy – war geboren und eroberte
ab 1995 die Welt. Weiter ging’s mit ausschließlich vollgefederten Alltagsrädern.
Heute beschäftigt die riese und müller GmbH am Standort Darmstadt 60 Mitarbeiter
und zählt zu den wichtigsten inhabergeführten Fahrradherstellern Europas.
Auf welche Antriebsarten setzen Sie
bei Ihren Hybrid-Rädern?
Markus Riese: Wir sind da nicht dogmatisch und bieten drei ausgereifte Systeme an, die jeweils einen bestimmten
Fahrertyp ansprechen – den Elektromotor im Hinterrad, im Vorderrad und den
Mittelmotor.
NIKO GÜLTIG IM GESPRÄCH MIT HEIKO MÜLLER UND MARKUS RIESE ÜBER DIE TRENDS BEI E-BIKES
Schuhverliebt: Das E-Bike ist in aller
Munde – ein kurzlebiger Trend oder
eine nachhaltige Veränderung?
Heiko Müller: Hybrid bewegt den Markt.
Jeder spricht mittlerweile darüber, nicht
nur in der Branche, sondern auch auf
der Straße. Wir sind davon überzeugt,
dass das E-Bike die Mobilität nachhaltig
verändert, weil endlich die Lücke zwischen Auto und klassischem Fahrrad geschlossen wird. Strecken, die vorher für
das Auto eigentlich zu kurz und für das
Fahrrad eigentlich zu lang waren,
könnnen nun problemlos mit dem Rad
bewältigt werden.
Hybrid in einfachen Worten?
Markus Riese: Hybrid-Räder fahren wie
normale Fahrräder und sind perfekt für
Leute, die ihre eigene Leistung
unterstützen wollen. Das funktioniert
ganz einfach: Je stärker der Fahrer
in die Pedale tritt, desto kräftiger
unterstützt der Elektroantrieb.
Die drei Bausteine sind:
der in der Radnabe oder
im Tretlager integrierte
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Elektromotor, der Akku sowie die Steuereinheit am Lenker. Die Räder
haben einen abnehmbaren
Akku, der an der Steckdose
geladen wird.
riese und müller und E-Bike –
eine neue Überzeugung?
Heiko Müller: Das ist keine neue Überzeugung, sondern wir folgen konsequent
unserer Philosophie. Unsere robusten
Rahmenkonstruktionen und die Vollfederung sind wie gemacht für elektrounterstützte Räder. Die perfekte Symbiose.
Komfort, Sicherheit, Fahrspaß – und das
auch bei höheren Geschwindigkeiten.
Sie präsentierten auf
der Eurobike an zahlreichen Ihrer Modelle
den Bosch-Antrieb.
Was sind seine
Vorteile?
Markus Riese: Wir haben uns in diesem
Jahr intensiv mit der optimalen Integration des neuen Bosch-Antriebs in unsere
Konzepte beschäftigt. Er sorgt besonders
in den Bergen für einen guten Wirkungsgrad und hohe Zugkraft.
Wie weit komme ich denn nun mit
einem E-Bike?
Heiko Müller: Also, das hängt von einigen Faktoren ab. Tempo und Topografie
spielen zum Beispiel eine Rolle. Und
ganz besonders wird die Reichweite
von der gewählten Unterstützung
und von der eigenen Pedalkraft
bestimmt. Im Durchschnitt sind
das ungefähr 50 Kilometer.
Markus Riese: Das ist mehr als
genug für Alltagsanwendungen.
Und im Gegensatz zum Elektroauto
kann man ja selbst mit leerem Akku
weiterfahren. Der clevere Umgang mit
den „Ressourcen“ ist aber auch nicht
zu unterschätzen. Wenn ich mit einem
unserer Hybrid-Räder unterwegs bin
und sehe, dass der Akku zur Neige
geht, reduziere ich den
Unterstützungsgrad. Und komme dann
immer noch bequem nach Hause.
Ihre Spitzenmodelle unterstützen bis
zu 45 km/h. Baut riese und müller jetzt
Sportfahrzeuge?
Markus Riese: Natürlich haben wir
auch Spaß an der Geschwindigkeit
gefunden. Beim 1. Super Hybrid Cup
(Anm.: Rundenrennen für E-Bikes auf
einer Kartbahn) fuhr das Delite hybrid
500 HS die schnellsten Rundenzeiten.
Die Rennerfahrung fließt kontinuierlich
in die Weiterentwicklung des DeliteRahmens ein.
Ist das nicht ein Widerspruch, E-Bike
und Sport?
Heiko Müller: Nein, überhaupt nicht.
Da passiert gerade etwas ganz Spannendes. Immer mehr jüngere Leute interessieren sich für E-Bikes, es fahren also
mehr Menschen Rad. E-Bikes werden
bald schon eine ganz selbstverständliche
Spielart des Radmarktes sein. Davon
sind wir überzeugt.
www.r-m.de
riese und müller
verbindet deutsche
Ingenieurskunst mit
zeitlosem Design.
Mit der 25 km/hVariante des BoschAntriebs, Stollenbereifung und ohne Straßenausstattung kostet das
Delite hybrid country
3.499 Euro. Dieses Rad
bietet seinen Nutzern
in jedem Gelände nicht
nur die notwendige
Unterstützung, sondern
auch 100% Fahrspaß.
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Schuhpark
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Werdich
Leone
Fink
Boogen
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Neumann
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Höppner
Heinrich
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Dismer
Klever
Darré
Pettrup
Robers
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INSIGHT
Peter Kaiser. Der moderne
Klassiker – seit 1838
Peter Kaiser ist ein Unternehmen mit Wurzeln. Über Generationen wurde in Pirmasens
das Bewusstsein für Materialien, Qualität, Passform, Zeitgeist und Design geprägt und
weiterentwickelt. EIN FABRIKBESUCH VON NIKO GÜLTIG, FOTOS VON ANDREAS BAIER
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Bereits 1838 gründete Peter Kaiser im
rheinland-pfälzischen Pirmasens die
heute älteste Schuhfabrik Deutschlands.
Bereits fünf Jahre später exportierte er
bis nach Australien. Damit legte er den
Grundstein für einen der ersten industriellen Schuhfertigungsbetriebe von
internationaler Bedeutung. Heute ist
Peter Kaiser ein international agierendes
Unternehmen mit einer langen Schuhmachertradition. Peter Kaiser ist der Inbegriff des klassischen Pumps mit dem
gewissen Know-how. Qualität, Knowhow und Zuverlässigkeit „made in Germany“ – dafür steht Peter Kaiser. Die
älteste Schuhfabrik Deutschlands gönnt
sich als deutsches Unternehmen den
Luxus, einen großen Teil der Schuhe
noch in den eigenen Produktionshallen
in Pirmasens zu fertigen.
Circa 700 Mitarbeiter am Gründungsstandort Pirmasens und im Zweigwerk
in Portugal produzieren in modernen
Industriebetrieben jährlich rund eine ➜
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INSIGHT
INSIGHT
Peter Kaiser: Die älteste
Schuhfabrik Deutschlands
fertigt einen großen Teil
der Schuhe noch in den
eigenen Produktionshallen
in Pirmasens.
Peter Kaiser: Der moderne Klassiker
basiert auf vier Säulen – Qualität,
Modernität, Internationalität und
Unverwechselbarkeit.
➜
Million Paar hochwertige, elegante
Damenschuhe vom Zuschnitt bis zum
Finish. Schuhverliebt sprach mit dem
Geschäftsführer Herrn Marc Bakowski.
Schuhverliebt: Herr Marc Bakowski,
was unterscheidet den Peter Kaiser
2012 von dem Peter Kaiser der Fünfzigerjahre?
Marc Bakowski: Heutzutage muss das
ganze Paket stimmen. Man verkauft ja
nicht nur Schuhe, sondern auch Emotionen, gerade gegenüber dem Endverbraucher. Ein Schuh muss gefallen und muss
eine unverwechselbare Sprache sprechen. Das fängt bei der Schuhschachtel
an und geht über den Schuhbeutel bis
zum Internetauftritt. Heute zieht sich der
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viel zitierte rote Faden durch unseren
gesamten Auftritt.
Und wie positioniert sich Peter Kaiser
heute im Markt?
Marc Bakowski: Wir kopieren niemanden – wir sind der moderne Klassiker.
Unser Markenkern basiert auf vier Säulen: Qualität, Modernität, Internationalität und Unverwechselbarkeit.
Peter Kaiser steht für den klassischen
Pumps. Gibt es noch andere Schuhtypen bei Peter Kaiser?
Marc Bakowski: Wir machen feminine
Mode im Premiumbereich. Wir wollen
auf diesem Gebiet als ganzheitlicher
Anbieter erlebt werden und mit unserem
Programm die moderne Frau ganzheitlich anziehen. Die soll mit Peter Kaiser
morgens ins Büro gehen, mittags mit
dem Hund Gassi und abends ins Theater.
Das bedeutet für unser Programm: Wir
bieten neben den bekannten Pumps
auch sportive Trotteure, Ballerinen sowie
flache und mittlere Sprengungen. Darunter sind heute auch viele neue, modische Schuhtypen, die wir erst in letzter
Zeit stärker forciert haben. Diese werden
übrigens vom Markt hervorragend angenommen.
Welche Trends sehen Sie derzeit im
Schuhmarkt?
Marc Bakowski: Wir erleben momentan,
dass die Themen Nachhaltigkeit und
Qualität wieder stärker in den Fokus
unserer Zielgruppe rücken. Hier haben
wir mit unseren Produktionen in
Deutschland und Portugal eindeutige
Vorteile. Überhaupt sind die Themen
„made in Germany“ und „made in
Europe“ wieder hochaktuell. Auch unter
modischen Gesichtspunkten.
Und wie viele Mitarbeiter haben Sie?
Marc Bakowski: Am Standort Pirmasens
sind es knapp 400. Dann haben wir
noch mal 300 in Portugal. Damit erzielt
Peter Kaiser eine enorme Flexibilität,
was das Thema Produkt angeht.
Das geht nur hier in Europa und nur
in eigenen Werken. Deswegen machen
wir alles 100% selbst.
Wo findet der Kunde Peter Kaiser?
Marc Bakowski: Unsere Kernmärkte
sind derzeit Europa und Russland.
Für die Zukunft sind unsere Ziele, die
Marke Peter Kaiser weltweit zu stärken
und die Etablierung in weiteren internationalen Märkten voranzutreiben.
In der letzten Saison haben Sie eine
Kollektion mit dem Modedesigner Tomaszewski entwickelt. Wie lief das ab?
Marc Bakowski: Das Design kam zu
100% von Tomaszewski. Natürlich
reden wir bei seinen Entwürfen über
High-Fashion, über individuelles Design,
über Prêt-à-porter. Von uns kam das
Know-how einer Schuh-Manufaktur.
Im gemeinsamen Zusammenspiel wurde
ein sehr spektakuläres Projekt daraus.
Eine Win-win-Situation für beide Partner.
Und wie war die Reaktion im Markt?
Marc Bakowski: Diese Art der Schuhe
hat niemand von uns erwartet. Die Reaktion der Presse war sensationell. Das hat
uns viel zusätzliche Außenwirkung gebracht. Zur Zeit konzentrieren wir uns
auf die Marke Peter Kaiser, sind aber für
zukünftige Kooperationen offen.
Vielen Dank für dieses Gespräch.
www.peter-kaiser.de
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Schuhe: Pepe Castell
Schuhe: Miguel Vieira
Schuhe: Salamander
Schuhe: Stuart Weitzman
Schuhe: Think
Auf der GDS präsentierten die Hersteller ihre
Schuhkollektionen für die Frühjahr / SommerSaison 2012.
Schuhe: Hoegl
Schuhe: Pedro Miralles
Schuhe: Peter Kaiser
Schuhe: Stuart Weitzman
Schuhe: Tatuaggi
Im Trend liegen neben optimistischen, sommerfrischen Farben und fruchtigen Candy-Colours
Kombinationen von eleganter Nonchalance.
Schuhe: Clarks
Schuhe: CHIE MIHARA
Schuhe: Salamander
Schuhe: Daniel Hechter
Schuhe: Strellson
Schuhe: bebe
Schuhe: Tatuaggi
Schuhe: Jeffrey Campbell
Schuhe: Belmondo
Schuhe: l’autre chose
TRAVEL
Wenn Innen und
Außen im Einklang sind
Yoga und Entspannung pur im thailändischen Khao Lak. TEXT: COSIMA M. GROHMANN
Das Meer ist hier smaragdgrün, weiter draußen ist es türkisblau
und geht am Horizont in Azur über. Von dort steigt, in Zartblau
und freundlich lächelnd, der thailändische Himmel von Khao Lak
empor, geschmückt nur mit ein paar Federwölkchen. Wir sitzen
auf schneeweißem Sand. Lauer Morgenwind spielt mit unseren
Haaren. Wir brauchen keine Liegestühle, Schneidersitz auf dem
Strand fühlt sich besser an. Unsere Hände kraulen den Sand, wie
Salz rieselt er durch die Finger. Unsere Körper sind nach den
Yogaklassen der vergangenen Tage zu weichen Liegestühlen für
die Seele geworden, die sich wohlig darin rekelt. Sie kehrt in
jedem Einzelnen von uns an diesen Punkt zurück – wo auch
immer der genau liegen mag. Es ist der Ort, den man meint,
wenn man sagt: Ich bin bei mir selbst angekommen.
052 SCHUHVERLIEBT 01|12
Patricia Thielemann hat uns hierher gebracht, sowohl an den
Punkt in uns als auch in das luxuriöse 5-Sterne-Hotel „Le Méridien Khao Lak Beach & Spa Resort“ mit seinem eigenen, elf Kilometer langen Traumstrand. Sie ist Yogalehrerin, Autorin und
Inhaberin von Spirit Yoga in Berlin. 2004 ließ sie sich in der
Hauptstadt nieder, nachdem sie zehn Jahre in Los Angeles als
Filmschauspielerin und Yogalehrerin gearbeitet hatte. Mit zwei
Studios zählt Spirit Yoga inzwischen zu den größten Yogaschulen
Europas. Auch Promis kommen in ihre Klassen. Deshalb porträtierten die Medien sie auch schon als „Yogalehrerin der Stars“.
Sie lächelt darüber, schließlich ließen sich auch in Kalifornien
schon einige Hollywood-Größen von der großgewachsenen
gebürtigen Hamburgerin durch die Sonnengrüße führen.
➜
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 5 3
Lagoon Villa im Le Méridien Khao Lak Beach & Spa Resort:
Robust aus Stein und mit Hölzern der Region gebaut.
Khao Lak Beach:
Keine Spur mehr von dem verheerenden Tsunami 2004.
➜
In Berlin sind ihre Klassen und Workshops voll. Wir dagegen
haben sie hier exklusiv, sieben Tage lang. Wir – das sind knapp
20 Teilnehmer des „Spirit Yoga Retreats“, die ihre Yogakenntnisse vertiefen wollen. Natürlich duzen wir uns, wie das so üblich
ist in der Yogaszene, obwohl wir uns erst hier kennenlernen. Zufrieden schaut Patricia den unberührten, makellosen Strand entlang. Ihn säumt das dunkelgrüne Band des Dschungels. Er ist
der älteste Regenwald der Welt und wird als Naturschutzgebiet
vor weiteren Bebauungen verschont. Auch auf dem Meer geht
es ruhig zu. Wild herumflitzende Jetskis und röhrende Motorboote, wie in den Touristenhochburgen 70 Kilometer weiter südlich, sind hier verboten. Ein paar Segelboote werden gerade
aufgetakelt, aber alles mit Ruhe. Auch Kanus und Windsurfbretter kann man sich leihen. Das Hotel bietet viele Aktivitäten an,
von Kickboxen über Pfeil-und-Bogen-Schießen und Tennis bis
zur Driving Ranch für Golfer. Nichts davon macht Lärm.
Das ist das neue Khao Lak. Von dem verheerenden Tsunami
2004 sieht man keine Spur mehr. Es gibt nur keine einfachen
Bambushütten mehr am Strand. Das Resort entstand danach. Die
Gebäude auf dem weitläufigen Gelände sind robust aus Stein
und mit Hölzern der Region gebaut, architektonisch modern mit
lokalem Kolorit. Patricia hatte einige luxuriöse Hotels bei den
Planungen ihres Retreats besucht, das Méridien in Khao Lak
passte offenbar am besten zu ihrem Konzept. „Ich möchte das
Sinnvolle mit dem Schönen verbinden“, sagt sie. „Mir geht es
nicht um Überfluss, sondern um Qualität – beim Yoga wie
beim Essen und bei einer paradiesischen Umgebung.“ Ihr Yoga
soll etwas Festliches bekommen und für den Alltag stärken.
Ohne esoterisch-religiösen Überbau, sondern „lebensnah,
freigeistig und lebendig“.
Das Luxusresort bietet dafür die nötige Sorglosigkeit. Die
Kinder sind in guten Händen, von den Rutschbahnen des Familien-Pools hört man sie jauchzen. Ansonsten herrscht wunderbare Ruhe. Der prämierte Spa-Bereich verfügt über einen
eigenen friedlichen Pool. Und der mit Buchten und Palmeninseln
versehene „Lagoon-Pool“ im Zentrum der Anlage ist das perfekte
Biotop für Leseratten und Sonnenanbeter. Überhaupt verteilt
054 SCHUHVERLIEBT 01|12
sich die Gästeschar nach dem reichen Frühstücksbuffet in alle
Richtungen, jeder findet seine stille Nische, macht Ausflüge,
wie zum Golfplatz bei Phuket, oder taucht buchstäblich ab:
60 Kilometer von hier legen die Fähren in zwei berühmte
Marine-Nationalparks ab: die Inselgruppen Similan und Surin.
Taucher zählen die Korallengärten zu den Top Ten der schönsten
Reviere der Welt.
Eintauchen ist auch das, was wir hier machen; eintauchen in
die innere Welt. Jeder Tag beginnt mit – Ruhe. Einfach nur Stillsitzen auf einer Holzbühne am Strand oder unter dem geschwungenen Dach eines Pavillons an einem Gartenteich. Eine halbe
Stunde lang spüren, wie die tropische, salzige Meeresluft die
Lungen füllt und wieder verlässt. Das klingt leicht, ist anfangs
aber eine Herausforderung. Im Kopf kreisen Gedanken an den
Alltag, denen wir zu viel Beachtung schenken. Das macht hippelig. Also üben wir, die Gedanken wie Wolken unbeeindruckt
Patricia Thielemann,
Yogalehrerin, Autorin
und Inhaberin von
Spirit Yoga in Berlin.
ziehen zu lassen. Der geistige Himmel dahinter lächelte bei mir
am vierten Retreat-Tag so freundlich wie das reine Zartblau über
Khao Lak.
Nach der Meditation führte uns Patricia durch 90 Minuten
Yoga, Übung für Übung, mit ihrer vertrauten Stimme. Dafür sind
wir mit ihr zu diesem paradiesischen Ort gereist. Die Sequenzen
beginnen sanft, werden dann immer fordernder. Die Muskeln
haben gut zu tun. Schweißtreibende Anstrengungen wechseln
mit Dehnungen und Momenten der Entspannung ab. Wir werden
immer konzentrierter, unsere Atemgeräusche und Bewegungen
harmonieren wie bei einer Gruppe Tänzer, die Atmosphäre
zwischen uns wird dichter und kraftvoller. In der Nähe rauschen
sanft die Meereswellen und unterstützen so das rhythmische
Geräusch unseres Atems. Innen und Außen sind buchstäblich
im Einklang.
In dieser Woche sprechen wir auch viel über die Philosophie
des Yoga und dringen in das Geheimnis des Übungssystems ein.
Wir werden zu Yogis und machen uns ein Stück weit unabhängig
vom Programm der Yogastudios. So lautet einer der Workshops,
die immer nachmittags auf dem Programm stehen: „Erarbeitung
eines individuellen Yogaprogramms für zu Hause.“ Das ist der
Sinn eines Yogaretreats. „Ich möchte, dass die Leute etwas mit
nach Hause nehmen“, sagt Patricia.
Zunächst nehmen wir gelösten Nacken, Schultern und klaren
Kopf aus den Yogaklassen mit in die Unternehmungen in der
freien Zeit. Die einen verbringen sie allein am Strand, andere
finden in kleinen Gruppen zusammen und fahren zu den Wasserfällen des nahe gelegenen Lumpee-Naturparks. Sie genießen
den Anblick dieses Idylls, manche setzen sich – weil sie die
Meditation heute Morgen verschlafen haben – auf einen großen
Stein und werden still, umgeben von kristallklarem, fröhlich
plätscherndem Wasser, dichtem Dschungelgrün und Wärme.
„Viele Menschen nutzen ein Yogaretreat als Rückzug, um sich
gedanklich von Belastendem zu verabschieden und wichtige
Weichen im Leben zu stellen“, sagt Patricia.
Doch manchmal braucht man auch die Pause vom Rückzug.
Ein James-Bond-Fan fuhr an die rund 50 Kilometer entfernte
Phang-Nga-Bucht bei Phuket, wo die berühmten James-BondInseln als Felsnadeln aus dem Meer ragen. 007 kurvte mit seinem Flugzeug in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ um sie
herum, bevor er den Schurken zur Strecke brachte. Die fotogene
Kulisse war spektakulär, der Touristenbetrieb dort laut und bunt.
Jedenfalls flüchtete sich unser Mityogi danach dankbar und froh
zurück in unsere luxuriöse Abgeschiedenheit. Für das Abendessen haben wir uns unter den sechs Restaurants dasjenige
am Strand ausgesucht und lauschen nun den Erlebnissen an
den James-Bond-Inseln. Lang nachdem die Sonne im Meer
versunken ist, lümmeln wir noch in unseren Stühlen, streicheln
unsere Weingläser und philosophieren über das Leben. Etwas
abseits kuscheln sich die Kinder einer Teilnehmerin in einen
Strandkorb. Sie sind müde von ihrem aufregenden Tag im
„Pinguin Club“ und schlafen sanft ein. Frieden hat so viele
Gesichter. Schön, wenn es perfekte Orte dafür gibt, so wie diesen
hier zum Beispiel.
Anreise:
Der ca. 70 Minuten entfernte Flughafen Phuket wird ab
Singapur von der Singapore Airlines-Tochter SilkAir viermal
täglich nonstop angeflogen. Von Deutschland nach Singapur
bietet Singapore Airlines täglich drei Nonstop-Verbindungen
an: zweimal täglich ab Frankfurt (darunter einmal mit der
neuen A380) und einmal täglich von München nach Singapur.
Passagiere gebucht auf Singapore Airlines mit Tickets ab/bis
Frankfurt haben die Möglichkeit, unter www.singaporeair.de
ab 48 Stunden vor Abflug einen Internet-Check-In durchzuführen und ihren Sitzplatz zu buchen. Auf jedem Flug von
und nach Deutschland befinden sich Deutsch sprechende
FlugbegleiterInnen an Bord.
Le Méridien Khao Lak Beach & Spa Resort
Das 5-Sterne-Resort wurde 2006 mit dem World Travel Award
als Asiens führendes Spa-Resort ausgezeichnet. Das Resort
bietet 243 Gästezimmer, Suiten und Villen.
Alle Unterkünfte bieten die Nutzung des Hauptpools am
Strand im Stil einer Lagune, der Wassersporteinrichtungen
und -geräte und der Tennisplätze. Die sieben Restaurants
und Bars des Resorts servieren italienische, thailändische,
japanische, koreanische und indische Küche.
http://www.starwoodhotels.com/lemeridien/property/
overview/index.html?propertyID=1847
bzw.: http://tinyurl.com/d7axme
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Impressum
NACHGEFRAGT
DAS MAGAZIN
Schuhverliebt: Wolltest du schon
immer Schuhe designen oder ist dir
nichts anderes eingefallen und es war
der einfachste Weg, ins Familienunternehmen einzusteigen?
Floris van Bommel: Ja, so war’s.
Ich wusste nach dem Studium nicht so
recht, was ich machen möchte. Also stieg
ich erst mal bei „Van Bommel“ ein.
Die Arbeit machte mir gleich so viel Spaß,
dass ich darin meine Erfüllung fand. Ich bin froh,
dass ich mich damals für diesen Weg entschieden habe.
Schuhverliebt: Was bedeutet Mode für dich?
Floris van Bommel: Mode bedeutet mir sehr viel.
Trends dagegen überhaupt nichts.
Wer ist Floris van Bommel?
Oder mehr Sein als Schein!
Floris van Bommel war mir nur einmal zufällig begegnet. Nicht persönlich, aber irgendwo
habe ich etwas über seine Aktion DREAM mit Daniel Brühl zugunsten der Deutschen
AIDS-Hilfe gelesen. Ich wusste quasi gar nichts über diesen Mann, als ich den InterviewAuftrag von Schuhverliebt bekam. EINE RECHERCHE VON SILVIA LEHMANN
Schon die Fakten zur Schuhmanufaktur „Van Bommel“ fand
ich interessant. Seit 1734 befindet sich das Unternehmen, das seit 1952 auch Hoflieferant des niederländischen Königshauses ist, im Familienbesitz. Als
Johannes Peter van Bommel im Jahre 1887 verstarb,
übernahm seine Witwe, Johana van Bommel van
Dinther, die Unternehmensleitung. Unterstützt
wurde sie dabei von ihrem erst 11-jährigen Sohn
Janus. 1996 gründete Floris’ Vater die Marke „Floris
van Bommel“ als Ergänzung zu der klassischen
Marke „Van Bommel“.
Was ich über die Person Floris van Bommel recherchierte, machte mich sehr neugierig darauf, diesen Mann
persönlich kennenzulernen. Ich begab mich also auf den Weg
ins niederländische Moergestel, um eine Antwort auf die Frage
„Wer ist Floris van Bommel?“ zu finden.
Dort angekommen, fuhr ich erst mal an der Schuhmanufaktur vorbei. Dass das Gebäude unscheinbar ist, wusste ich
schon – aber so unscheinbar, das hatte ich dann doch nicht erwartet. Eine Stunde früher als vereinbart nahm ich im Foyer
Platz und wartete darauf, von Floris abgeholt zu werden. Kaum
fünf Minuten später ging die Tür auf und Floris begleitete mich
mit den Worten „Hier ist es etwas unordentlich“ ins Innere der
Firmenzentrale und damit auf eine Baustelle. Das Gebäude wird
zur Zeit komplett renoviert und bietet nach seiner Fertigstellung
Platz für ein Museum und ein Kino, in dem Unternehmensfilme
gezeigt werden. Dann, so Floris, wird „Van Bommel“ mit Führungen und Vorträgen ins Tourismus-Geschäft einsteigen.
056 SCHUHVERLIEBT 01|12
In seinem Büro angekommen und mit Getränken
versorgt, starteten wir das Interview.
Schuhverliebt: In welcher Epoche hättest
du gerne gelebt und warum?
Floris van Bommel: Ich habe lange über diese
Frage nachgedacht. Es gibt viele Zeiten, in
denen ich gerne gelebt hätte, aber eine entspricht mir ganz besonders – der Wilde
Westen.
Schuhverliebt: Du bist also ein Cowboy?
Floris van Bommel: Vielleicht. Ich fahre oft in die USA
und besuche dort kleinere Orte, die ich mir vorher ausgesucht habe. Mir gefallen die Weite und die Ruhe. Vor ungefähr zwanzig Jahren war ich mit Freunden in Nashville.
Überall in der Stadt wurde Musik gemacht. Das gefiel mir.
Wir kauften uns Cowboyhüte und kamen uns damit etwas
dämlich vor. Die Touristen machten Bilder von uns, weil sie
dachten, wir gehören zu den Musikern, die in der Stadt spielen. Das war irgendwie ziemlich cool.
Schuhverliebt: Ich habe gelesen, dass du lieber Rockstar
geworden wärst. Warum machst du das nicht?
Floris van Bommel: Das stimmt nur so halb. Ich wäre gerne
Rockstar, weil ich dann immer Musik machen könnte. Als
Rockstar leben möchte ich aber nicht. Das ganze Drumherum
wäre mir, glaube ich, zu anstrengend.
Schuhverliebt: Worin besteht für dich der Unterschied
zwischen Mode und Trends?
Floris van Bommel: Mode ist eine Lebenseinstellung, die
ganz individuell ist. Trends sind Strömungen, die versuchen,
Menschen gleich zu machen. Ich möchte nicht das Gleiche
wie alle anderen tragen, sondern mich durch meinen Stil
unterscheiden.
Schuhverliebt: Hast du ein Lebensmotto?
Floris van Bommel: Ja. Kennst du die Band Sepultura?
In einem ihrer Songs singen sie die Zeile „What goes around,
comes around“. Das ist meine Überzeugung – was du
anderen Gutes tust, kommt irgendwann zu dir zurück.
Schuhverliebt: Wie ist deine Vorstellung von einer
idealen Welt?
Floris van Bommel: Ich wünsche mir ein friedliches Miteinander. Wäre jeder Mensch nur um ungefähr 20% freundlicher, toleranter und nachsichtiger zu seinen Mitmenschen,
kämen wir einer friedlichen Welt schon sehr nahe.
Schuhverliebt: Vielleicht magst du deshalb den Wilden
Westen, weil du die romantische Vorstellung von Ehrlichkeit, gegenseitiger Unterstützung und unkomplizierter
Lebensweise damit verbindest.
Floris van Bommel: Ich verbinde eher das Verschwinden
am Horizont damit. In meiner Vorstellung reite ich in den
Sonnenuntergang. Das fasziniert mich am Wilden Westen
am meisten.
Nach dem Interview führte Floris mich durch die Produktion
und erklärte mir die Schritte, die nötig sind, um einen handgemachten Schuh herzustellen. Als wir die Lagerhallen betraten,
bemerkte ich, dass das Gebäude innen sehr viel größer ist,
als es von außen scheint. In meterhohen Regalen lagern nicht
nur Schuhe, sondern auch die Ledermuster für die nächste
Kollektion. Floris zeigte mir, welche Leder er für die nächste
Saison verwenden wird. Sie können mir glauben, wenn ich
sage: „Das wird spannend!“
Wer also ist Floris van Bommel?
Ein kreativer Cowboy, ein idealistischer Unternehmer,
ein modebewusster Musiker?
Meine Antwort: von allem etwas
und noch viel mehr!
www.florisvanbommel.com
01/2012
Herausgeber
ANWR Schuh GmbH
Nord-West-Ring-Straße 11
63533 Mainhausen
Chefredaktion
Niko Gültig (verantwortlich)
Berner Straße 17
60437 Frankfurt
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gü[email protected]
Verlag
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Berner Straße 17
60437 Frankfurt
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Redaktion
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Nadja Buoyardane
Cosima M. Grohmann
Niko Gültig
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Fotografie
Andreas Baier
Sammy Hart
Kristian Schuller
Julia Schwager
Bezugsquellen Bildmaterial
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Messe Düsseldorf
Raufeld Medien GmbH
Riese & Müller
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Staatliche Museen zu Berlin
Van Bommel
Grafik/Layout
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Anzeigen/Vertrieb
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Schuhverliebt erscheint zweimal jährlich in einer Auflage
von bis zu 120.000 Exemplaren. Der Bezugspreis für
eine Ausgabe beträgt € 6,00.
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ART
Pergamon
Eine Baustelle für
die Ewigkeit
In seinem neuesten 360-Grad-Panorama hat der Künstler Yadegar Asisi einen Tag
in der Geschichte der Stadt Pergamon rekonstruiert und die antike Metropole
wieder in ihrer einstigen Pracht zum Leben erweckt. Sein Bildnis zeigt, wie nah
uns die Menschen der Antike sind.
NADJA BUOYARDANE HAT DIE EWIGE BAUSTELLE BESUCHT
Der 8. April 129 n. Chr. ist ein milder Frühlingstag. In Pergamon
in der römischen Provinz Asia herrschen Aufregung und Trubel;
es ist der erste Tag der Dionysien, der dreitägigen Festspiele zu
Ehren des Dionysos, des Gottes des Rausches und der Ekstase.
058 SCHUHVERLIEBT 01|12
Alle zwei Jahre wird gefeiert, doch diesmal besonders ausschweifend. Denn zusätzlich ist Kaiser Hadrian aus Rom zu Besuch, um den Tempel für den verstorbenen Kaiser Trajan und
Zeus Philios einzuweihen. Die Menschen strömen zum großen
Altar und zum Theater, um den Opferungen beizuwohnen und
natürlich, um den Kaiser zu sehen.
Alle haben sich für diesen Tag herausgeputzt: Die ärmeren
Leute tragen einfache naturfarbene Tuniken, die wohlhabenden
Bürger prächtige Gewänder aus Seide oder Baumwolle. Außerdem haben viele für die Feiertage am Tag zuvor noch die öffentlichen Bäder aufgesucht. Einmal pro Woche gehört Baden zur
Körperpflege für alle Schichten, unter der Woche muss es genügen, Arme und Beine abzuwaschen. Fließendes Wasser und
auch Wasserlatrinen sind seit Langem Standard in den meisten
Wohnhäusern der Stadt. Hygiene und Kanalisation haben ein
weit höheres Niveau, als es die europäischen Städte teilweise
noch nicht einmal 1.600 Jahre später erreichen werden.
Mitten in der jubelnden und auf den Kaiser wartenden
Menge steht Aristos, der Steinmetz. Er ist stolz, denn dies ist
auch sein Tag. 16 Jahre hat er an dem Tempel gearbeitet. Das
ist lang. Aber dennoch zu kurz für ein solch ehrgeiziges Projekt
wie das Trajaneum. Fast Tag und Nacht hat Aristos daher in den
vergangenen Wochen und Monaten gearbeitet, um die letzten
Kapitelle – die Abschlussverzierungen der Säulen – in Windeseile fertigzustellen. Schlag um Schlag, Stückchen für Stückchen
hat er aus einst unförmigen Steinblöcken die schönsten Ornamente geschlagen.
Auch wenn die Arbeiten an der neuen Kaiser-Kulturstätte
nun abgeschlossen sind, braucht sich Aristos um seinen Arbeitsplatz keine Sorgen zu machen: Pergamon ist im zweiten
➜
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 5 9
ART
ART
Vier Tage posieren rund
70 Statisten in antiken
Kostümen in den Ruinen von
Pergamon. Aus ihnen werden
später tausende Figuren,
die das Panorama beleben.
Der Künstler Yadegar Asisi auf dem 25 Meter
hohen Fototurm, von dem aus er das Fotoshooting in Pergamon leitete. Etwa 25.000 Fotos
für das Panorama entstanden dabei.
➜
Jahrhundert unserer Zeitrechnung eine einzige Baustelle: Am
Asklepios-Heiligtum, am Heiligtum für die ägyptischen Gottheiten, am Gymnasion, am Stadion, am Amphitheater und am
römischen Theater in der Unterstadt. Überall wird gebaut. Und
das sind nur die großen Projekte. Hinzu kommen die zahlreichen
privaten Umbauten an den Häusern, die Stadterweiterung in der
Ebene und der Unterstadt, die neuen Straßen, Wasserleitungen
und die Modernisierungen der öffentlichen Bäder.
Natürlich ist die Werkstatt, für die Aristos arbeitet, nicht die
einzige in Pergamon. Aber sie ist die beste. Die Kapitelle, die
verzierten Säulenabschlüsse, seiner Werkstatt sind makellos.
Daher wird seine Werkstatt selbst bei Bauprojekten, die eigentlich die Konkurrenz übernommen hat, hinzugerufen, um die Dekoration der repräsentativsten Räume und Säle zu übernehmen.
An den weniger gut einsehbaren Stellen hingegen werden die
billigeren Werkstätten beschäftigt. Doch billiger heißt auch
weniger kunstfertig. Noch Jahrtausende später wird man die
060 SCHUHVERLIEBT 01|12
Handschriften der verschiedenen Werkstätten an den Bauwerken in Pergamon erkennen. Die prächtigen und präzisen
Ornamente an den exponierten Stellen, die ungelenkeren Verzierungen an den versteckten Stellen.
Gebaut wird auch
fast 2.000 Jahre später
Eine einzige Baustelle ist Pergamon 1.882 Jahre später, im Jahr
2011 n. Chr., immer noch. Doch diesmal wird nicht mit Hammer
und Meißel gearbeitet, sondern mit Digitalkamera und Software.
Der Architekt und Künstler Yadegar Asisi ist der Baumeister,
Auftraggeber das Berliner Pergamonmuseum.
Yadegar Asisi, 1955 als Sohn persischer Eltern in Wien
geboren, studierte in Dresden Architektur. Schnell war sein
besonderes Talent entdeckt: Seine perspektivischen Zeichnungen wirken fast lebensecht. In den 1990ern hat er das Panorama
für sich als künstlerisches Medium erschlossen. Das barocke
Dresden, den Regenwald Amazoniens, das beeindruckende
Mount-Everest-Gebirge und das antike Rom hat er auf seinen
Panoramen in Szene gesetzt. Lebensecht und atemberaubend.
Jetzt ist es Pergamon, die antike griechische Metropole, die er
wieder zum Leben erweckt.
Die Idee zu dem Pergamonpanorama entstand, als der Direktor der Berliner Antikensammlung, Prof. Dr. Andreas Scholl,
in Leipzig das von Asisi geschaffene Panometer „Rom 312“ sah.
Scholl ist begeistert und diese Begeisterung trifft auf Asisis
Traum, einmal alle Metropolen der Antike in einem Panorama in
alter Pracht zu zeigen. Nach einigem Überlegen dann die Idee:
Das Berliner Pergamonmuseum muss wegen Renovierungsarbeiten für mehrere Jahre geschlossen werden, aber vorher sollen
die großen Funde aus Pergamon noch einmal der Öffentlichkeit
präsentiert werden. Das Panorama wird Krönung und Abschluss
dieser vorerst letzten Ausstellung sein.
Doch von der Idee bis zum fertigen Panorama wird es zweieinhalb Jahre dauern. Denn entgegen dem Eindruck, den ein Panorama hinterlässt, ist es nicht einfach nur eine Reihe von
Fotoaufnahmen, die aneinandergereiht werden. Grundlage des
Panoramas ist eine perspektivische Zeichnung Yadegar Asisis,
die Pergamon so zeigt, wie es vor fast 2.000 Jahren einmal aussah. Nach und nach wird dieses Bild mit vielen kleinen Detailbildern nachgebildet. Rund 120.000 Fotos werden dazu an den
verschiedensten Orten der Welt geschossen, das Baumaterial
des Panoramas. Etwa 50.000 Bilder werden anschließend zum
antiken Pergamon zusammengefügt.
Künstler und Wissenschaftler arbeiten eng zusammen. Auf
Zuruf stehen Yadegar Asisi die bedeutendsten Pergamon-Forscher zur Verfügung: Prof. Dr. Volker Kästner, der Kustos des
Pergamonaltares, und Prof. Dr. Wolfgang Radt, langjähriger
Ausgrabungsleiter in Pergamon. Diese kommen wöchentlich im
Atelier vorbei, um das entstehende Bild zu prüfen und gegebe-
nenfalls korrigierend einzugreifen. Und das tun die beiden mit
penibler Genauigkeit.
Diese wissenschaftliche Genauigkeit stellt den Künstler
manchmal vor große Probleme. So gibt es nirgendwo mehr auf
der Welt auf altgriechische Weise gedeckte Dächer, die man fotografieren könnte. Die Dächer aber mit den heute gebräuchlichen Dachziegeln zu „decken“ wäre historisch falsch. Was macht
man in diesem Fall? Man gründet seine eigene (virtuelle) altgriechische Ziegelei. Am Computer produziert ein Neffe Asisis in
wochenlanger Arbeit Abertausende von historischen Ziegeln, individuell geformt, bemoost, zerbrochen – und rendert sie anschließend so, dass der künstliche Lichteinfall und die Schatten
genau zu ihrer späteren Position im Bild passen.
Kur und Kult liegen
nah beisammen
Am 8. April im Jahr 129 n. Chr. senkt sich die Sonne langsam. Es
ist vier oder fünf Uhr nachmittags als, sich Aelios Theon dem großen Altar von Pergamon nähert. Aelios Theon ist Patient in der
Asklepiospraxis, der wohl größten Attraktion der Stadt. Die dem
Gott der Heilkunde geweihte Quelle zieht Jahr für Jahr Tausende
von Heilsuchenden an – ein prosperierender Kurbetrieb mit angeschlossenem Theater für 3.500 Besucher, großer Bibliothek
und marmornen Bädern und Latrinen mit fließendem Wasser.
Im Schlaf an der geheiligten Stätte hat der Heilgott Aelios
Theon verraten, wie seine Verdauungsprobleme kuriert würden:
120 Tage lang Diät und jeden Morgen 15 Körner weißen Pfeffer
sowie eine halbe Zwiebel auf nüchternen Magen. Eine beinahe
angenehme Kur. Es hätte schlimmer kommen können. Andere
Patienten berichten von Lehmpackungen und Kältekuren, von
Aderlass, Schlaftherapien und künstlich eingeleitetem Erbrechen. Religiöser Glaube und methodisch vorgehende Medizin
sind hier noch eng verwoben.
➜
01 | 12 S C H U H V E R L I E B T 0 6 1
ART
Pergamonmuseum:
Staatliche Museen zu Berlin
Museumsinsel Berlin
Am Kupfergraben 5
10117 Berlin
Öffnungszeiten:
Mo – So 10 – 18 Uhr
Do
10 – 21 Uhr
Information, Beratung, Buchung
Tel.: 030 / 266 42 42 42
Mo – Fr 09 – 16 Uhr
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Dank seiner Diät geht es Aelios Theon wieder gut und er will
dem Brandopfer am großen Altar beiwohnen. Der große Altar
wurde im Jahr 190 v. Chr. durch Eumenes III. errichtet. Um ihn
herum erzählt ein über zwei Meter hoher Fries die Geschichte
des Kampfes der Giganten gegen die Götter. Die Giganten, hässliche Riesen mit Drachenschwänzen, waren die Kinder der Göttin
Gaia, der Erde, und des Uranos, des Himmels. Sie brachen aus
der Unterwelt aus, um sich gegen die Götter aufzulehnen – und
wurden in einer schrecklichen Schlacht von diesen mit Hilfe des
Halbgottes Herakles besiegt. So der Mythos.
Als Aelios Theon am großen Altar ankommt, riecht es nach
verkohltem Fleisch und versengten Haaren. Die Priester haben
Rinder und Schafe geschächtet und verbrennen nun Fleisch und
Knochen, während das Volk am Fuße der Freitreppe dem Gottesdienst beiwohnt. Nicht alle Pergamesen hängen dem Opferkult an. Römer, Griechen, Juden, eine neue Sekte, die sich
Christen nennen, jeder darf seinen Glauben praktizieren, solange
er auch dem Kaiser – zumindest nach außen – huldigt …
Doch die Lücken im Gigantenfries sind nicht das einzige
Problem: Ursprünglich waren die Figuren bemalt. Heute ist davon
nichts mehr zu sehen. Wie soll er alles originalgetreu darstellen,
wenn es keine Anhaltspunkte gibt? Nach langen Diskussionen
mit den Wissenschaftlern einigt man sich endlich, dass Asisi hier
ein wenig künstlerische Freiheit haben darf – solange er in dem
Farbspektrum der antiken Griechen bleibt.
Nicht mehr existierende Ziegel, unwiederbringlich verschwundene Farben sind nur ein Teil der Herausforderungen,
die es zu lösen gilt. Der andere Teil: die Menschen. Fast 160.000
Menschen lebten damals in der Stadt. Der Künstler fotografiert
Statisten, überarbeitet die Fotos und macht aus 70 Menschen
Tausende. Doch er will nicht nur mit Copy und Paste arbeiten:
Er will individuelle Geschichten erzählen. Und ganz nebenbei
noch ein wenig Spaß haben – daher platziert er einige der
Statisten in Posen bekannter antiker Kunstwerke. Später kann
der Betrachter wie in einem Suchbild immer wieder etwas
Neues entdecken.
Der große Altar wird
ein zweites Mal gebaut –
mit Stift und Photoshop
Pergamon zieht zu allen
Zeiten die Menschen an
Eine der größten Herausforderungen für Yadegar Asisi ist die
Rekonstruktion des berühmten großen Altars von Pergamon.
Der Altar ist das Herzstück des Pergamonmuseums, 1871 wurde
er durch den deutschen Ingenieur Carl Humann bei Bauarbeiten
entdeckt und im Laufe des weiteren 19. Jahrhunderts ausgegraben.
Zwar gibt es viele Fragmente des großen Frieses, doch dazwischen fehlen immer wieder große Stücke. Im Jahr 129 n. Chr.
war der Altar allerdings erst 300 Jahre alt, vollständig und weniger verwittert als die heutigen Überreste. Also muss Asisi die
vorhandenen Stellen optisch „verjüngen“ und die fehlenden Stellen selbst nachzeichnen. Bei kleineren Lücken geht das gut, bei
den größeren behilft sich Asisi mit einem Trick. Er fotografiert
die auf dem späteren Panorama nicht sichtbaren Figuren der anderen Seiten und benutzt sie als Ersatzteillager für die dargestellte Nordseite. Er schneidet Köpfe und Figuren aus, bringt sie
in die richtige Perspektive, fügt sie ein und übermalt die Nähte
mit seinem Zeichenstift.
Parallel zu Asisis Arbeit am Panorama wird im Jahr 2011 im
Ehrenhof des Pergamonmuseums in Berlin eine Rotunde mit
einer Aussichtsplattform in der Mitte errichtet, 27,5 Meter hoch,
34 Meter im Durchmesser. Daran wird später das fertige Bildnis
aufgehängt. Aus 30 Metern Höhe werden die Betrachter auf die
antike Stadt blicken.
Am 30. September 2011 ist es endlich so weit: Pergamon
erstrahlt wieder in seiner ganzen Pracht, so wie vielleicht tatsächlich am 8. April 129 n. Chr. Das Panorama hängt. Und wie
einst zu den Opferungen am großen Altar, zur Kur ins AsklepiosHeiligtum, zu den Festspielen der Dionysien strömen auch heute
die Menschen nach Pergamon. Allein im ersten Monat nach der
Eröffnung haben 120.000 Menschen das Panorama und die
Ausstellung besucht.
Wer selbst erleben möchte, wie nah uns die Antike und ihre
Menschen tatsächlich sind: Die Ausstellung und das Pergamonpanorama sind noch bis zum 30. September 2012 im Pergamonmuseum in Berlin zu sehen.
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GOURMET
GOURMET
Essen zum Hinlegen.
Oder: Hinlegen zum Essen?
Mario Lohninger
Chef
Wie einst die wohlhabenden Römer beim Essen liegen –
wer hat davon nicht schon mal geträumt? VON SILVIA LEHMANN
Dass das Silk kein gewöhnliches Restaurant ist, in dem man sich
zum Essen nur einfach hinlegt, statt zu sitzen, zeigt sich schon
daran, dass alle Gäste zur gleichen Zeit eingelassen werden.
Im Eingangsbereich tauschen die Besucher ihre Schuhe gegen
angenehm leichte Slipper und betreten den Tempel der sinnlichen Genüsse.
Nachdem es sich die Gäste, sitzend oder liegend, auf den
weichen Lederpolstern bequem gemacht haben, serviert TopKüchenchef Mario Lohninger einen Aperitif, der die gustatorische Wahrnehmung der Gäste auf das folgende 13-Gänge-Menü
einstimmt. Der mehrfach ausgezeichnete Sternekoch serviert
geschmacklich auf den Punkt gebrachte Kreationen, die Aromen
064 SCHUHVERLIEBT 01|12
aus der asiatischen, französischen und amerikanischen Küche
mit kulinarischen Höhepunkten aus seiner Heimat Österreich
verbinden. Auf eigens für das Silk kreiertem Porzellan wird jeder
Gang individuell inszeniert.
Der Gast genießt, im wahrsten Sinne des Wortes „eingebettet“ in das visionäre innenarchitektonische Raumkonzept, das
Elemente der römischen und asiatischen Tischkultur in ein
atmosphärisches Lichtdesign taucht, eine harmonische Einheit.
Seidige Lounge-Musik, gespielt von ausgewählten DJs, erschafft
Klangwelten, die, gemeinsam mit dem Raumdesign und den
Speisen, Sinne und Geist auf entspannte Art anregen.
Zeit, mal einen Blick auf den Mann zu werfen, dem wir dieses
außerordentliche Konzept verdanken – Mario Lohninger. Schon
als Kind stand für Mario fest, dass er Koch werden wollte. Erste
Erfahrungen hatte er bereits in dem Restaurant, dessen Küchenchef Marios Vater war, machen können.
Sein beruflicher Weg führte ihn von Tirol über München
nach Amerika wieder zurück nach Europa. Genauer gesagt nach
Paris. Und von dort aus ein weiteres Mal in die USA. Dort konnte
er erstmals seine eigene Kreativität austesten und lernte, eine
Küche zu führen. 1999 traf er in New York David Bouley, der
gerade an einem neuen Restaurantkonzept arbeitete und ihn
als Küchenchef des Danube einstellte.
Die New Yorker Feinschmecker reagierten begeistert auf
die kreative, handwerklich makellose Küche österreichischen
Ursprungs von Mario.
Nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 kochte
Mario Lohninger am Ground Zero für die Rettungsmannschaften
und organisierte in den folgenden drei Monaten mit seinem
200-köpfigen Team bis zu 30.000 Mahlzeiten am Tag.
Anfang 2004 erzählte ihm Sven Väth von seinen Plänen für
einen Club mit zwei Restaurants in Frankfurt. Mario flog in die
Mainmetropole und war sofort von dem außergewöhnlichen
Gesamtkonzept des CocoonClub überzeugt. Mit dem Silk Bed
Restaurant und dem Micro Fine Dining Restaurant mit Bar und
Lounge kann er seitdem seinen eigenen Kochstil umsetzen. Und
der wurde mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem mit einem
Michelin-Stern, ausgezeichneten Bewertungen im Gault Millau
und weiteren renomierten Feinschmecker-Führern. 2011 erhielt
Lohninger die Auszeichnung „Koch des Jahres“.
Falls Sie mehr über Mario Lohninger
und das Silk erfahren möchten:
www.hoeren-sehen-schmecken.net
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SCHUHSCHRANK
SCHUHSCHRANK
„Frau Leder, zeigen Sie uns
Ihre Schuhgeheimnisse?”
Nicole Leder ist eine der erfolgreichsten deutschen Triathletinnen. Sie war dreimal
deutsche und einmal Europameisterin in der Langdistanz – dem berühmten Ironman –
mit 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer
Laufen. Sie läuft den Marathon in 2:52 Stunden, in einem Langdistanz-Triathlon ist
das Weltklasse. Wir von „Schuhverliebt“ wollen erfahren, was eine so sportliche
Frau an Schuhen trägt, wenn sie mal keinen Sport macht.
JULIA SCHWAGER (FOTO) UND NADJA BUOYARDANE (TEXT) HABEN FÜR SCHUHVERLIEBT
DEN BLICK IN NICOLE LEDERS SCHUHSCHRANK GEWORFEN.
Nicole Leder empfängt uns in ihrem Haus in Darmstadt, in dem
sie mit ihrem Mann Lothar und ihrer 13-jährigen Tochter lebt.
Schnell stellt sich heraus: Einen klassischen Schuhschrank hat
sie nicht. Noch bis zum Sommer hatte sie ihre Schuhe im Keller
verstaut. Nun reihen sich ihre verbliebenen Schuhe auf der Kellertreppe, im Regal, stehen neben dem Eingang – da könne
ihnen nichts mehr passieren. Haben wir recht gehört: ihre verbliebenen Schuhe? Ja, im Sommer wurde bei einem Regenguss
der Keller überflutet. Ausgerechnet als Familie Leder unterwegs
war. „Meine Schuhe haben bestimmt eine Woche im Wasser gestanden. Da war nichts mehr zu machen.“
Bis jetzt habe sie es aufgeschoben, neue Schuhe zu kaufen.
„Da ich die meiste Zeit in Sportschuhen unterwegs bin, geht
das.“ Aber nun steht eine große Veranstaltung eines ihrer Sponsoren an, mit Abendgarderoben-Pflicht. Da braucht sie jetzt
068 SCHUHVERLIEBT 01|12
doch ein paar neue Schuhe. Sie schlägt lachend die Hände vors
Gesicht: „Mir graut es schon, wenn ich daran denke, dass ich
wieder durch zig Schuhgeschäfte muss.“ Sie ist eine zögerliche
Schuhkäuferin: „Ich überlege immer hin und her, gehe dann
meist wieder aus dem Geschäft und wenn ich wiederkomme, ist
der Schuh in meiner Größe ausverkauft.“
Klar, was man bei Nicole Leder vor allem findet, sind Sportschuhe. Sie zeigt uns ihren Lieblings-Trainings- und -Wettkampfschuh. Leider wird das Modell nicht mehr hergestellt. Als sie
dies gehört hatte, hortete sie sofort mehrere Paar auf Vorrat.
Dies ist nun das letzte und es ist leider nicht mehr zum Laufen
geeignet. Doch trennen kann sie sich noch nicht davon.
Auch sonst mag Nicole Leder es eher sportlich, zum Beispiel
liebt sie ein Paar Straßenschuhe von Nike im Vintage-Look. Ihre
absoluten Lieblingsschuhe sind jedoch Boots von Red Wing.
Dabei war genau dies eine Liebe mit Hindernissen: Zwei
Wochen nach dem Kauf hätte sie die Stiefel am liebsten wieder
zurückgebracht. „Meine Füße waren voller Blasen.“ Eigentlich
nichts Unbekanntes für sie, doch diese Boots sprengten die
Grenzen des Erträglichen – selbst für die blasengeprüfte Ironman-Siegerin. Also humpelte sie zurück zum Geschäft und
beschwerte sich. „Doch der Verkäufer zog nur ein paar Blasenpflaster aus einer Schublade, schob sie mir rüber und meinte:
‚Das ist so. Da musst du durch.’ “ Sie ist durch diese Phase
durch und heute würde sie sich von diesen Schuhen unter
keinen Umständen mehr trennen.
Schuhe mag sie gerne klassisch und schlicht. „Das liegt vielleicht daran, dass Laufschuhe immer so bunt sind“, vermutet
sie. Da brauche sie einen Ausgleich. Klassisch sind daher auch
ihre „Ausgeh-Stiefel“, die sie uns zeigt. „Ja, richtig gehört“,
lacht sie. „Auch Sportler gehen gerne mal aus. Ich weiß, dass
alle immer glauben, Sportler tun so was nicht. Die liegen um
neun im Bett und essen nur Müsli.“
Laufschuhe, Sneakers, Boots. Und was ist mit High Heels?
„High Heels?“, Nicole Leder lacht. „Ich laufe lieber einen Marathon, als einen Abend auf High Heels zu verbringen.“ Auf dem
Bundespresseball, erzählt sie, habe sie mal welche getragen.
Gegen Ende des Abends saß sie dann mit vielen weiteren
Sportlerinnen barfuß mit schmerzenden Füßen vor dem Saal
auf der Treppe …
Auch nach Sandaletten sucht man bei Nicole Leder vergebens. Ein Kindheitstrauma: „Sandalen mit Kniestrümpfen“, gruselt es sie. Im Sommer mag sie am liebsten Flipflops. Und nach
einem harten Wettkampf sind Flipflops sowieso die einzigen
Schuhe, die sie an den Füßen ertragen kann.
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GEWINNSPIEL
Entspannung pur
gewinnen
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Package im Lake’s – my lake hotel & spa für 2 Personen.
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Boots- und Badehäuser der berühmten Wörthersee-Architektur der Jahrhundertwende – lädt das
Lake’s – my lake hotel & spa zu einem einzigartigen Urlaubsvergnügen ein. Die Studios, Suiten
und Penthäuser des zeitgenössischen Hauses
zeichnen sich durch eine offene und weitläufige
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hotel & spa auch einen Privatstrand mit Beach Club.
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Beantworten Sie einfach die folgende Frage: In welchem
österreichischen Bundesland befindet sich der Wörthersee?
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Erreicht uns Ihre richtige Antwort bis zum 30. März 2012 per Post oder E-Mail,
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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Teilnahme ab 18 Jahren.
070 SCHUHVERLIEBT 01|12
Schuhverliebt
c/o Crossmark GmbH
Berner Straße 17
60437 Frankfurt
Rampenlicht
serienmäßig