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Wien und „die schöne Leich“
Vienna and a “good send-off”
Beruf: Bestatter
Profession: Undertaker
Man sagt den Wienerinnen und Wienern
ein besonderes Verhältnis zum Tod nach.
„Die schöne Leich“ ist nicht nur ein aufwändiges
Leichenbegängnis. Sie ist auch Ausdruck einer
Lebenshaltung: Der Tod ist unvermeidlich –
also feiern wir ihn. Dieses Museum führt Sie
durch die Wiener Bestattungs- und Friedhofskultur seit dem Ende des 18. Jahrhunderts
bis in die Gegenwart. Mögen sich Lebensstil
und Anforderungen einer modernen,
pluralistischen Gesellschaft geändert haben,
der Tod hat in Wien immer seinen Platz.
Zunächst war es Pflicht der Familie, das
Begräbnis auszurichten. Später übernahm
die Kirche diese Aufgabe. Im 19. Jahrhundert
entstanden private Unternehmen. Ab 1885 war
dafür eine eigene Konzession erforderlich.
Um sich ein würdiges Begräbnis leisten zu
können, wurden Sparvereine gegründet.
Der unwürdige Konkurrenzkampf auf dem
Bestattungsmarkt wurde 1907 mit der
Gründung der kommunalen „Städtischen
Leichenbestattung” beendet. Seitdem hat
die Bestattung Wien mehr als eine Millionen
Wiener und Wienerinnen auf dem letzten
Weg begleitet. Den Friedhöfen Wien obliegt
die Verwaltung der letzten Ruhestätten.
The Viennese are said to have a special
relationship with death. A “good send-off”
does not merely signify an extravagant funeral
but also expresses an attitude to life. Death is
unavoidable, so we might as well celebrate it.
This museum gives you an
insight into the tradition of
funerals and cemeteries in
Vienna from the end
of the 18th century
until the present.
Even though
lifestyle and
the demands
of a modern,
pluralistic
society have
changed, death
will always
have a place
in Vienna.
Öffnungszeiten Opening hours
Montag bis Freitag
Monday to Friday
Samstag/Sonntag/Feiertag
Saturday/Sunday/Public Holiday
9:00–16:30 Uhr
9:00 a.m. – 04:30 p.m.
geschlossen
closed
Preise Fees
Erwachsene adults
Kinder/Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr
Children/adolescents until the age of 19
Audioguide audioguide
€ 4,00
Eintritt frei
Free admission
€ 6,00
Führungen Guided tours*
für Erwachsene for adults
für Schüler im Klassenverband
for students as part of a class
€ 4,00
pro Person
per person
€ 1,50
pro Person
per person
Medieninhaber: B&F Wien – Bestattung & Friedhöfe GmbH, 1110 Wien,
Simmeringer Hauptstraße 339 | Hersteller: Druckerei Lischkar GmbH, 1120 Wien
Verlagsort: Wien | Herstellungsort: Wien | Fotos: © Manfred Seidl, 2014
BE-Mat-Nr.-405000860-3.000-02/15-L 12626/15
Memento mori
Memento mori
Trauer kann sich in vielen Dingen ausdrücken,
aber nirgends so schön wie in der passenden
Mode. Wer es sich leisten konnte, trug nicht
bloß Kleider in der traditionellen Trauerfarbe
Schwarz. Die Damen präsentierten sich um
die vorige Jahrhundertwende mit großer
Robe und Accessoires. Im Verlauf des
Trauerjahrs wurde Schwarz gegen dunkle
und schließlich nur mehr gedeckte Farben,
aber auch auffälliges Mauve (Farbe –
blasses Violett), eingetauscht. Für all das
gab es spezielle Kaufhäuser, in denen man
sich im Trauerfall ausstatten konnte.
Die Aufforderung: „Gedenke des Todes!“
erinnerte ab dem Mittelalter die Menschen
an ihre Vergänglichkeit. Mit der Zeit verlor der
religiöse Aspekt an Bedeutung. Das Gedenken
an die Verstorbenen rückte in den Mittelpunkt.
Abdrücke von Gesicht und Händen, Haarlocken
oder Fotografien – zu Lebzeiten oder nach
dem Tod aufgenommen – halfen, die Toten in
Erinnerung zu behalten. Auch heute gibt es vom
Fingerabdruck bis zum Erinnerungsdiamanten
viele Möglichkeiten des Andenkens.
Mourning can be expressed in many things,
but nowhere more beautifully than in the
appropriate attire. Those who could afford
it did not merely wear
clothes in the traditional
mourning colour black.
Around the turn of the century
ladies wore extra-vagant
robes and accessories.
During the course of
the mourning year
black was exchanged
for dark and finally
only more subdued
colours but also striking
mauve (pale purple
color). There were
special stores for all
this where people
could fit themselves
out in the case of
a bereavement.
From the Middle Ages the appeal
“Commemorate death!” reminded people
to reflect on their own transitoriness.
As time went on the religious aspect lost
its significance. Commemorating the dead
became of central importance. Casts of the
face and hands, locks of hair or photos –
taken during the lifetime or after death –
helped to remember the dead.
Even today there are many possibilities
of remembrance, from a fingerprint
to a commemorative diamond.
The rising middle class in no way wanted to
be inferior to the nobility. This was expressed
in the monumental buildings from the late
19th century on the Ringstrasse in Vienna
and also in extravagant funerals. These were
based on the Spanish Court Ceremony,
even though this was long
outdated. The laying out of
the body, the cortège and the
gravestone were all part of
a dramatic presentation
of the deceased’s own
status. Wealth or lack of
it determined
what class of
funeral could
take place.
Partezettel und Gedenkbildchen
Death notice and
commemorative pictures
Uniformen für den letzten Weg
Uniforms for the last journey
Der Kondukt als letzte Inszenierung
The cortège as the last staging
Kaiserliche Trauerfeiern
Imperial funerals
Die Uniformen der Bestattungsbediensteten
spiegeln den Geist der jeweiligen Zeit wider.
Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die
Zwischenkriegszeit waren historisierende
Uniformen en vogue. Für jede „Rolle“ im
großen Kondukt vom Reiter über den
Musiker bis zum Sargträger gab es die
passende Ausstattung. Nach dem Zweiten
Weltkrieg wurde der Stil schlichter.
Ab den 1950er-Jahren hatte die historisierende
Uniform ausgedient und schlichtere
dunkelgraue Talare kamen zum Einsatz.
Dem Kondukt kam als
öffentlichem Teil einer
Bestattung besondere
Bedeutung zu. Der Weg
vom Sterbehaus bis
zur Pfarrkirche bzw.
zum Friedhof bot die
Möglichkeit, den Status
des Verstorbenen und
der Familie für alle
sichtbar in den Straßen
der Stadt darzustellen.
Ab dem Ersten Weltkrieg fand die Aufbahrung
immer öfter auf dem
Friedhof statt. Der Kondukt
verkürzte sich auf den Weg von
der Aufbahrungshalle zum Grab
und verlor einen Gutteil seiner
Öffentlichkeitswirksamkeit.
K.u.k. Staatsbegräbnisse waren ein
Großereignis, bei dem sogar Fenster und
Balkone mit guter Sicht vermietet wurden.
Der 1914 in Sarajevo ermordete Thronfolger
Franz Ferdinand war der erste Angehörige
des Kaiserhauses, der von der Bestattung
Wien zu Grabe getragen wurden – wenngleich
nicht in Wien, sondern in Artstetten. Mit Zita
und Otto begleitete die Bestattung Wien die
letzten Habsburger aus
der österreichischen
Herrscherdynastie in
die Kapuzinergruft.
Und die Wiener und
Wienerinnen kamen in
Massen, um zu schauen.
Mit dem Partezettel (französisch „faire part“ –
bekannt geben) wird das Ableben des vor
kurzem Verstorbenen sowie Zeit und
Ort des Begräbnisses mitgeteilt.
Die Parte, wie sie in Wien genannt wird,
kam im 17. Jahrhundert auf und war mit
Symbolen der Vergänglichkeit geschmückt.
Im 19. Jahrhundert wurden die Bilder
romantischer und sentimentaler. Sterbeoder Gedenkbilder werden als Andenken an
den Toten bei der Seelenmesse ausgeteilt.
Entsprechend finden sich religiöse Symbole
oder ein Porträt des Verstorbenen.
Kontakt Contact
Impressum Imprint
Das aufstrebende Bürgertum wollte dem
Adel um nichts nachstehen. Dies kam in den
monumentalen Bauten der Wiener Ringstraße
des späten 19. Jahrhunderts zum Ausdruck,
aber auch in aufwändigen Trauerfeiern,
die sich am – eigentlich schon überholten –
„Spanischen Hofzeremoniell“ orientierten.
Von der Aufbahrung über den Kondukt bis
zum Grabmal war alles eine dramatische
Inszenierung des eigenen Status.
Die „Ausführungsklasse“ bestimmte die
Brieftasche.
Trauermode
Mourning dress
Initially it was the duty
of the family to organize
the funeral. Later the
church took on this task.
Private companies
were set up in the
19th century. From 1885
it was a licensed profession.
Savings associations were
founded so that people
could afford a dignified funeral.
In 1907 the founding of the Municipal
Funeral Services Vienna put an end to the
dishonourable competitiveness on the funeral
market. Since then the Funeral Services
Vienna have accompanied more than
a million of Viennese on their final
journey. The Vienna Cemeteries are
responsible for the administration
of the last resting places.
*nur nach Voranmeldung only by prior arrangement
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
Zentralfriedhof Tor 2
Unter der Aufbahrungshalle 2
Simmeringer Hauptstrasse 234
1110 Wien
[email protected]
+43 (0)1 76067
www.bestattungsmuseum.at
Ein mehr als standesgemäßes
Begräbnis
A funeral more than appropriate
for one’s status
The death notice announces the passing away
of a recently deceased person and also the time
and location of the funeral. The death notice,
known in Vienna as Parte, from the French
faire part – announce, was introduced in the
17th century and decorated with symbols of
transitoriness. In the 19th century the pictures
became increasingly romantic and sentimental.
Death or commemorative pictures are
distributed in remembrance of the dead at the
requiem mass. These contain religious symbols
or a portrait of the deceased as appropriate.
The undertakers’ uniforms
reflect the spirit of the
relevant period.
From the end of the
19th century until
the interwar years
historicizing uniforms
were fashionable.
Each role in the grand
cortège from the rider
to the musicians up to
the coffin bearer had an
appropriate uniform.
The style became
simpler after the
Second World War.
By the 1950s the
historicizing uniform
was no longer in use and
was replaced by simple
dark grey gowns.
As the public part of a funeral
the cortège was of special
importance. The route from the
last residence to the parish church
or to the cemetery was an opportunity
for showing the status of the deceased person
and the family for all to see in the city streets.
From the First World War it became more
customary for the laying out (and until
1955 the benediction) to take place at the
cemetery. The cortège was reduced to the
path from the funeral hall to the grave and
lost much of its effectiveness in public.
Imperial and royal state
funerals were a major
event, during which
windows and balconies
offering a good view
were rented out.
The heir apparent
Franz Ferdinand, who
was assassinated in Sarajevo
in 1914, was the first member of the
imperial family to be buried by the Funeral
Services Vienna – even though he was
not buried in Vienna but in Artstetten.
The Vienna Undertakers accompanied
the last Habsburgs from the Austrian
ruling dynasty, Zita and later Otto,
to the Imperial Crypt. The streets were
crowded with Viennese men and women
who wanted to watch the proceedings.
Trauer im jüdischen Bürgertum
Wiens
Grief among Vienna’s Jewish
Middle Class
Im ausgehenden 19. Jahrhundert nahm
das jüdische Großbürgertum in Wien einen
prominenten Platz ein. Die politische und
religiöse Gleichstellung war erreicht, der Weg
in öffentliche Ämter nicht mehr versperrt.
Der wirtschaftliche Erfolg war zumindest
theoretisch für jeden möglich. Wie alle
Aufsteiger dieser Epoche legten die
(assimilierten) jüdischen Familien Wert auf
Repräsentanz, auch im Tod. Trauerfeiern
wurden – unter Berücksichtigung jüdischer Riten –
so ausgerichtet, wie es
allgemein der jeweiligen
Gesellschaftsschicht entsprach.
Die beeindruckenden Grabstätten auf dem Alten
Israelitischen Friedhof bei
Tor 1 zeugen davon.
Towards the end of the 19th century the Jewish
middle class occupied a prominent position
in Vienna. Political and religious equality had
been achieved. The path to public office was no
longer barred. Economic success was possible
for everyone, at least theoretically. Like all
social climbers in this period the assimilated
Jewish families attached great importance
to keeping up appearances, even in death.
Taking account of Jewish rituals, funerals
were arranged according to what was
generally expected of the relevant social
class. The impressive burial grounds in the
Old Jewish Cemetery at Tor 1 testify to this.
Bestattungsmuseum
am Wiener Zentralfriedhof
Museum of Funeral
History
at the Vienna Central Cemetery
Joseph II.
Joseph II
Von der Kutsche zum Auto
Joseph II., ein Vertreter der Aufklärung,
erließ 1784 eine Begräbnisordnung:
Verstorbene seien ohne Kleider und ohne Sarg,
nur in einen Sack eingenäht, zu beerdigen.
So wurden Ressourcen geschont, die Leichen
konnten schneller verwesen und bei
der Neubelegung der Gräber gab es
keine hygienischen Probleme.
Der Gemeindesarg entließ die Leiche über
einen Klappmechanismus ins Grab und war
wiederverwendbar. Nach einem Jahr nahm der
Kaiser die Begräbnisordnung zurück – wegen
des großen Widerstands in der Bevölkerung.
Leichenwägen hatten ursprünglich nur den
Zweck, die Toten von der Kirche zum Friedhof
zu transportieren. Im 19. Jahrhundert
übertrumpften die privaten Bestattungsunternehmen einander mit aufwändigen
Wägen und großen Gespannen.
Automobile als Transport- und Konduktwägen
setzten sich ab den 1920er-Jahren durch.
Das Design der Wagen war zunächst
noch den Kutschen nachempfunden.
Ab den 1930er-Jahren ging man zu Formen
über, die den Automodellen der jeweiligen
Zeit entsprachen. In den Weltkriegen kamen
als Notlösung Straßenbahnen zum Einsatz,
da es an Pferden bzw. Benzin fehlte.
In 1784, Joseph II, a representative of the
Enlightenment, passed a decree concerning a
funeral order: the deceased were to be buried
without clothes and without a coffin, only
sewn into a sack. This was to save resources;
the corpses decayed faster and when the graves
were newly occupied there were no problems
of hygiene. The corpse was dropped from
the municipal coffin
by means of a hinge
mechanism into
the grave so that
the coffin could
be used again.
After one year the
Emperor rescinded
the funeral order
because it
was massively
rejected by
the people.
Die Entwicklung der Grabformen
The evolution of grave forms
Ende des 19. Jahrhunderts gab es drei Arten von
Gräbern: das Schachtgrab für bis zu 20 Tote,
Einzelgräber und Grüfte. In der Gestaltung gab
es für die meisten nur ein Kreuz oder eine
Steinstele. Das Großbürgertum inszenierte
seine Grabstätten mit klassizistischen und
neugotischen Stilelementen, die es in
Serienanfertigung zur Konfektion gab.
Im 20. Jahrhundert wurde das Familiengrab
zum Standard. Die quaderförmigen Grabsteine
kamen aus der Massenproduktion. Aktuell zeigt
sich ein Trend zur Individualisierung neben
den klassisch-schlichten Grabmonumenten.
At the end of the 19th century there were
three kinds of graves: the shaft grave for up
to 20 deceased, single graves and crypts.
As regards the design most had only a
cross or a stone stele. The middle classes
decorated their burial sites with classicistic
and neo-Gothic stylistic elements which
were produced in series and ready to use.
In the 20th century the family grave became
standard. Rectangular gravestones were
mass produced. At present there is a trend
towards more individual design besides the
classic and simple grave monuments.
From the carriage to the car
The original purpose of hearses was to transport
the dead from the church to the cemetery.
In the 19th century the private undertakers
outdid each other with extravagant
hearses pulled by many pairs of horses.
From the 1920s cars were used as transport
and cortège vehicles. The design of the
cars was initially modelled on the horsedrawn carriages. From the 1930s designs
became customary that corresponded to
the car models of the relevant period.
During the two world wars trams were used
as an emergency measure because there were
not enough horses or a shortage of fuel.
Die Feuerbestattung
Cremation
Der Sarg
In vorchristlicher Zeit war die Feuerbestattung
in Europa üblich. Karl der Große verbot sie.
Ab dem 19. Jahrhundert wurde die
Kremation wieder diskutiert. Der Vatikan
sprach sich 1886 dagegen aus, liberale
Kreise und die Arbeiterbewegung dafür.
In Wien verhinderte der ideologische
Kampf jahrzehntelang die Errichtung eines
Krematoriums. Man musste z.B. nach Gotha
in Deutschland ausweichen. 1922 wurde
die Feuerhalle in Simmering eröffnet.
1964 erlaubte der Vatikan Gläubigen die
Feuerbestattung. In Wien werden
bei steigender Tendenz aktuell
ca. 30% der Verstorbenen
eingeäschert, was unter
dem österreichischen
Durchschnitt liegt.
In früheren Zeiten war es üblich, die Toten
in Leintücher gewickelt oder in Leinensäcke
eingenäht zu begraben. Erst ab dem
17. Jahrhundert begann sich die Beerdigung
in Särgen durchzusetzen. Für breitere
Bevölkerungsschichten wurde der Sarg erst
durch die maschinelle Holzverarbeitung
und industrielle Massenproduktion im
19. Jahrhundert erschwinglich. Särge in Holz
oder Metall konnten in Katalogen ausgesucht
und bestellt werden, die Ausführung variierte
nach Mode bzw. Kosten. Klassische Designs
sind auch heute noch gefragt, extravagante
Formen und Farben eher die Ausnahme.
Cremation was customary in
Europe in the pre-Christian
era. It was forbidden by
Charlemagne. From the
19th century cremation again
came under discussion. In 1886
the Vatican opposed it, liberal circles
and the labour movement were in favour.
For decades the ideological conflict in Vienna
prevented the building of a crematorium.
For instance it was necessary to travel to
Gotha in Germany instead. The crematorium
in Simmering was opened in 1922. From 1964
the Vatican allowed believers to be cremated.
At present with tendency to rise about 30%
of the deceased in Vienna are cremated; this
is below the average for the rest of Austria.
The coffin
In earlier times it was customary to bury the
dead wrapped up in sheets or sewn up in linen
sacks. It was not until the 17th century that
burials in coffins became customary. The wider
public was only able to afford coffins when
machines were introduced to process wood and
industrial mass production took over in the
19th century. Coffins in wood or metal could be
selected in catalogues and ordered;
the form varied according to
taste or expense. Classic
designs are still in
demand nowadays,
extravagant
forms and
colours are
rather the
exception.
Die Ehrengräber
Honorary graves
Mikrokosmos Friedhof
The cemetery as a microcosm
Nekropolis Wiener Zentralfriedhof
Necropolis Vienna Central Cemetery
Ehrengräber stellen eine hohe Auszeichnung
dar, welche die Stadt Wien über den Tod hinaus
an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
zu vergeben hat. In ganz Wien gibt es rund
1540 Ehrengräber oder ehrenhalber in Obhut
genommene Grabstätten. In den Anfangszeiten
des Wiener Zentralfriedhofs sollten Gräber
von Prominenten den neuen Friedhof für
die Wiener Bevölkerung attraktiv machen.
In der Medienstation neben dem Ausgang
werden einige Ehrengräber vorgestellt.
Der Friedhof ist mittlerweile mehr als nur die
letzte Ruhestätte. Historische Friedhofsbauten,
Grabmäler und Ehrengräber sind Kulturgut
und spiegeln die Entwicklung Wiens wider.
Gerade in der Stadt sind Friedhöfe als Grünflächen auch Erholungsraum und Rückzugsgebiet für Tiere. Nachhaltigkeit und Naturschutz
gehören zu einer zeitgemäßen Bewirtschaftung.
Und natürlich sind die Wiener Friedhöfe auch
Arbeitsplatz für Hunderte Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen der Friedhöfe Wien GmbH.
Honorary graves represent a high distinction
which the city of Vienna can award beyond
death to persons from public life.
In the whole of Vienna there are about 1,540
honorary graves or honorary burial sites which
are taken care of. In the early
years of the Vienna Central
Cemetery the graves of
eminent personalities were
intended to make the new
cemetery attractive for the
population of Vienna.
In the media station
beside the exit some
honorary graves
are presented.
In the meantime the cemetery has long become
more than merely the last place of rest.
Historic gravestones and honorary graves
are part of the cultural heritage and reflect
the development of Vienna. Especially in
town cemeteries as green spaces are areas
of tranquillity and refugium for animals.
Sustainability and nature conservation are
taken for granted in contemporary cultivation.
And of course the Vienna Cemeteries
are also a workplace for hundreds of
employees of the Vienna Cemeteries Ltd.
Mit 2,5 Millionen Quadratmetern, 300.000
Grabstätten und 3 Millionen Verstorbenen
gehört der Wiener Zentralfriedhof zu den
größten Friedhöfen Europas. Die Eröffnung
fand 1874 statt, die großen Bauten – Portal,
Friedhofskirche sowie Aufbahrungshallen
1 und 2 – wurden zwischen 1900 und 1911 nach
Plänen des Architekten Max Hegele errichtet.
Der Wiener Zentralfriedhof ist interkonfessionell.
Die Evangelischen Gemeinden und die
Israelitische Kultusgemeinde haben
angrenzend eigene Begräbnisstätten.
The Vienna Central Cemetery covers an area
of 2.5 million square metres, has 300,000
graves and 3 million deceased are buried
there, making it Europe’s second largest
cemetery. It was opened in 1874. The largest
buildings – portal, cemetery church as well
as the funeral parlours 1 and 2 – were built
between 1900 and 1911 according to plans
by the architect Max Hegele. The Vienna
Central Cemetery is interdenominational.
The Protestant communities and the
Jewish religious community have their own
burial sites in the immediate vicinity.
Totengedenken in Wien
Commemorating the dead in
Vienna
Der 1. und 2. November,
Allerheiligen und Allerseelen,
sind katholische Feiertage, an denen
traditionell der Toten gedacht wird.
Man besucht die Gräber von verstorbenen
Angehörigen, schmückt sie mit Blumen
und zündet kleine Gedenkkerzen an.
Allein der Wiener Zentralfriedhof verzeichnet
an diesen Tagen rund 300.000 Besucher.
In anderen Kulturkreisen gibt es auch
Totengedenktage (z.B. am 40. Tag nach
der Bestattung), wo Totenspeisen gereicht
und kleine Gaben für den Verstorbenen
beim Grab hinterlassen werden.
1 and 2 November, All Saints’ and All Souls’,
are Catholic holidays on which by tradition
the dead are commemorated.
People visit the graves of deceased relatives,
decorate them with flowers and light small
commemorative candles. On these two
days alone about 300,000 people visit the
Vienna Central Cemetery. In other cultures
there are also days for remembering the
dead (e.g. on the 40th day after burial),
when food for the dead and small
gifts for the deceased are left behind
at the grave of the deceased.
Die Geschichte der Wiener
Friedhöfe
The history of the Viennese
cemeteries
Die ersten Wiener Friedhöfe waren rund
um die Pfarrkirchen angelegt. Joseph II.
befahl ihre Schließung aus hygienischen
Gründen und aus Platzmangel. Außerhalb des
Linienwalls (heute: „der Gürtel“) wurden 1784
fünf katholische Friedhöfe angelegt. Wien
wuchs weiter durch Eingemeindungen und
Zuzug. Der Wiener Zentralfriedhof wurde am
1. November 1874 eröffnet. Die existierenden
katholischen Friedhöfe wurden von der
Gemeinde Wien übernommen. Heute verwaltet
die Friedhöfe Wien GmbH 46 Friedhöfe.
The first cemeteries in Vienna were located
around the parish churches. Joseph II ordered
them to be closed for hygienic reasons and
also due to lack of space. In 1784 five Catholic
cemeteries were set up outside
the city limits (now the
Gürtel). Vienna continued
to grow as suburbs
were incorporated and
because people migrated
to the city. The Vienna
Central Cemetery was
opened on 1 November
1874. The existing Catholic
cemeteries were taken
over by the Municipality
of Vienna. Nowadays the
Vienna Cemeteries Ltd
administers 46 cemeteries.
Karl Lueger und die
„Luegerkirche“
Karl Lueger and the Lueger
Church
Friedhofskirche zum
Heiligen Karl Borromäus
Cemetery Church of St. Charles
Borromeo
Die Friedhofskirche am Wiener Zentralfriedhof
hat den Beinamen „Dr.-Karl-LuegerGedächtniskirche“. Karl Lueger war 1897–1910
Bürgermeister von Wien und wurde 1911 in der
Friedhofskirche beigesetzt. In seiner Amtszeit
wurden wichtige Bereiche kommunalisiert, z.B.
das Bestattungswesen mit der „Städtischen
Leichenbestattung”. Karl Lueger setzte aber
auch den Antisemitismus als politisches
Mittel ein. Seine Person wird heute trotz
aller Verdienste kritisch betrachtet.
Die Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus
ist neben Otto Wagners Kirche am Steinhof
der bedeutendste Kirchenbau des Jugendstils
in Wien. Nach einer Bauzeit von rund drei
Jahren wurde die Kirche nach den Entwürfen
des Architekten Max Hegele 1911 eingeweiht.
Im Zweiten Weltkrieg verursachten Bombentreffer große Schäden. Ein Großteil der
Jugendstilausstattung blieb aber vollständig
erhalten. 1995–2000 wurde die Kirche komplett
saniert und erstrahlt wieder im alten Glanz,
insbesondere ihre Kuppel mit 999 goldenen
Blattgold-Sternen auf blauem Grund.
The cemetery church at the Vienna Central
Cemetery is known as the Karl Lueger
Memorial Church. From 1897 to 1910 Karl
Lueger was the mayor of Vienna and he
was buried in 1911 in the cemetery church.
During his term of office important spheres of
life were communalized, for instance with the
introduction of the Municipal Funeral Services
Vienna. However, Karl Lueger used antiSemitism as a political weapon. Despite his
merits a critical view is taken of him nowadays.
Besides Otto Wagner’s church at Steinhof,
the Cemetery Church of St. Charles Borromeo is
the most important example of an art nouveau
church building in Vienna. The church was
designed according to plans by the architect
Max Hegele and after a building period of
about three years was consecrated in 1911.
In the Second World War it was severely
damaged in bombing raids.
Nevertheless, a large part of
the art nouveau décor was
preserved intact. From 1995
to 2000 the church was
completely renovated and
is now resplendent
in its former glory,
particularly its
dome with 999 leaf
gilded stars on the
blue background.
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
• Unternehmensmuseum der B&F Wien –
Bestattung und Friedhöfe GmbH
• Bestattung Wien und Friedhöfe Wien = Tochterunternehmen der B&F Wien
• Standort des Museums 1967‐2013: Wien 4, Goldeggasse 19
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
• Öffnungszeiten: Mo – Fr 9 – 16.30 Uhr (außer Ftg)
• Eintritt: 4 Euro
• Kinder/Jugendliche bis 19 Jahre gratis
• Keine Ermäßigungen
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
• Führungen:
Mitarbeiter Museum bzw. B&F Wien • Lehrer dürfen ihre Klassen führen
• FremdenführerInnen: keine Akkreditierung
• Ideale Führungsgröße: < 15 Personen
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
• Max. 55 Personen
• Daher: Anmeldung –
zeitgleich nur 1 Führung, Stundentakt
• Tel. (01) 76 0 67
Erich Kirchstorfer, Erich Traxler
• [email protected]
• www.bestattungsmuseum.at
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
• Gratisfolder Bestattungsmuseum bzw. Wiener Zentralfriedhof
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
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Pressetext D, E
Text Audioguide D, E
Objekte Bestattungsmuseum
Architekturtext D, E
Grundriss + Storyline
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
Not‐
ausgang
www.bestattungsmuseum.at
Neues Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
eröffnet
Alles Wissenswerte zur Wiener Bestattungs- und Friedhofskultur ab 13.
Oktober
Wien (OTS) - Am Mittwoch, 8. Oktober 2014, wurde das neue Bestattungsmuseums am Wiener
Zentralfriedhof durch Vizebürgermeisterin Renate Brauner feierlich eröffnet. Das Museum zeigt in
einer spannend inszenierten Dauerausstellung alles Wissenswerte zur sehr speziellen Wiener
Bestattungs- und Friedhofskultur. Der Öffentlichkeit präsentiert sich das Bestattungsmuseum
erstmals am 13. Oktober 2014
Ab diesem Tag können sich die Besucherinnen und Besucher jeweils Montag bis Freitag, zwischen
9.00 und 16.30 Uhr, ein Bild von der Wiener Bestattungs- und Friedhofskultur machen. Das neue
Bestattungsmuseum vermittelt mit seinen Originalobjekten und dem historischen Bildmaterial nicht
nur Wissen über die Wiener Bestattungs- und Friedhofskultur. Es präsentiert auch die typisch
wienerische Art, mit dem Tod umzugehen. „Die schöne Leich“ ist nicht nur ein aufwändiges
Leichenbegängnis. Sie ist auch Ausdruck einer Lebenshaltung: Der Tod ist unvermeidlich – also
setzen wir uns mit ihm auseinander. Die einzigartige Lage des Museums auf dem zweitgrößten
Friedhof Europas, dem Wiener Zentralfriedhof, lädt zu einem anschließenden Rundgang ein.
Vizebürgermeisterin Renate Brauner zeigt sich überzeugt, dass das neue Museum sowohl bei den
WienerInnen als auch bei TouristInnen ein toller Erfolg wird: "Der Wiener Zentralfriedhof zieht
bereits heute nicht nur WienerInnen an, sondern er ist wegen seiner historischen Schönheit auch
Anziehungspunkt für viele tausende TouristInnen im Jahr. Mit dem neuen Museum bekommen
diese jetzt wertvolle Einblicke in ein Stück der Wiener Geschichte, das vielen vielleicht nicht so
bekannt ist."
Der Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, Martin Krajcsir, ergänzt: „Ich freue mich sehr, dass die
Wiener Stadtwerke heuer – nach dem Öffimuseum – den interessierten Wienerinnen und Wienern
ein weiteres neues Museum vorstellen dürfen. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Wiener
Stadtwerke ein nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführtes Unternehmen sind, das aber
gleichzeitig auch die Pflege des Kulturgutes nicht vernachlässigt.“
Nach knapp zehnmonatiger Bauzeit ist auf den 300 Quadratmetern unter der historischen
Aufbahrungshalle 2 am Wiener Zentralfriedhof ein zeitgemäßes, modernes und interaktives
Museum entstanden welches seine Besucherinnen und Besucher durch das Wiener
Trauerzeremoniell, das Wiener Bestattungswesen, aber auch durch die Geschichte der Wiener
Friedhöfen und die Eigenheiten des „Wiener Totenkults“ führt - von Ende des 18. Jahrhunderts bis
in die Gegenwart. „Das neue Museum ist durch seine multimedialen Elemente spannend und
informativ zugleich und macht den Besuch für alle Besucherinnen und Besuchern – von Kindern,
Jugendlichen und Familien bis hin zu Wien-Besucherinnen und Besuchern – zu einem
unvergesslichen Erlebnis“ so Dr. Christian Fertinger, Konzernbereichsleiter der B&F Wien.
Mehr als 250 Originalobjekte sowie Bildmaterial – vielfach zum ersten Mal ausgestellt – aus den
Archiven der Bestattung und Friedhöfe Wien warten darauf entdeckt zu werden. Unter anderem ist
ein originaler Fourgon (Kutsche für Leichentransporet) aus der Zeit um 1900 zu sehen. Zahlreiche
Uniformen, von der üppigen Tracht nach dem Spanischen Hofzeremoniell bis zum schlichten Talar
der Gegenwart, werden präsentiert. Ein Herzstichmesser und ein Rettungswecker sind als skurrile
Relikte einer Zeit zu sehen, als man fürchtete, lebendig begraben zu werden. Ein Klappsarg von
1784 aus der Zeit Joseph II lässt ahnen, wie Mozart bestattet wurde. Als ein Stück Zeitgeschichte
ist eine Rechnungsanweisung des kaiserlichen Hofs ausgestellt. Es handelt sich um die Kosten für
die Überführung und Bestattung von Franz Ferdinand und seiner Gattin nach dem Attentat von
Sarajevo.
Interaktive und multimediale Inhalte prägen die Ausstellung, welche mit Hilfe von Audioguides
selbstständig und ohne weiteren Erklärungsaufwand erlebbar ist. Auf 13 Monitoren sind Videos zu
sehen, die größtenteils aus noch nie gezeigtem Material bestehen. Unter anderem werden
Filmausschnitte aus dem Österreichischen Filmarchiv gezeigt mit neu entdecktem und
restauriertem Material von dem Begräbnis Franz Josephs I und dem prächtigen Trauerzug für
Albert Baron Rothschild. Die Videos ergänzen die ausgestellten Objekte und setzen sie in einen
historischen Kontext. Eine Videoinstallation zeigt Partezettel aus verschiedenen Jahrhunderten.
Zwei Guckkästen zeigen im Stil der Zeit die verschiedenen Begräbnisklassen. Eine perspektivische
Darstellung, die aus Kulissenelementen, Lichtstimmungen und 3D-Videoeinblendungen entsteht,
präsentiert die Pracht der Aufbahrungen in der High Society der vorigen Jahrhundertwende – und
den Gegensatz zu den Leichenbegängnissen „Normalsterblicher“. Eine Audiostation ermöglicht
dem Publikum, den zurzeit beliebtesten Liedern für Bestattungen zu lauschen.
Der großzügig gestaltete Eingangsbereich beherbergt neben der Kassa und einer Garderobe auch
einen interessanten Shop-Bereich. In diesem werden diverse Artikel, Bücher und Cd´s angeboten,
aber auch Highlights wie die heiß begehrte Zigarettenhülle oder ein Modellsarg können in diesem
erworben werden. Ein zusätzlicher Veranstaltungsbereich in der Größe von rund 60 m² ermöglicht
themenbezogene Veranstaltungen wie Lesungen oder Buchpräsentationen. Aber auch
Sonderausstellungen sind in diesem speziell adaptieren Bereich möglich. Der Zugang zum
Museum ist barrierefrei und ist mit den Geburts- und Sterbedaten zahlreicher bekannter
Persönlichkeiten sowie einer Mauer aus verschiedenen Grabsteinen gestaltet.
Bestattungsmuseum Wien – Zahlen und Fakten:
Das Museum hat eine Gesamtfläche von etwas mehr als 500m², 300m² davon werden für die
Dauerausstellung genutzt. Es wurden rund 16 Tonnen Gussasphalt ausgebracht, 130,00 m³ Beton
verbaut, 15km Kabel verlegt und 3km Lüftungs-, Heizungs-, und Wasserkanäle verbaut. Pro
Stunden werden ca. 3600,00 m³ Luft umgewälzt um ein geeignetes Klima für die teils empfindlichen
und historischen Ausstellungsstücke zu gewährleisten. Die Zeitspanne zwischen den
Einreichungen und der Übergabe betrug 395 Tage gesamt und die Baukosten belaufen sich auf
rund € 2,5 Millionen. Eine besondere Herausforderung stellte die Implementierung des
hochmodernen Museums in den Keller eines historischen Gebäudes dar, mit allen Schwierigkeiten
von der unsichtbaren Unterbringung einer enormen technischen Ausstattung bis hin zur Sanierung
des Altbestandes.
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
Unter der Aufbahrungshalle 2
(Wiener Zentralfriedhof, Zufahrt über Tor 2, Simmeringer Hauptstraße 234, 1110
Wien)
Telefon: +43 (01) 760 67
E-Mail: [email protected]
www.bestattungsmuseum.at
New Funeral Museum opens at the Viennese Central Cemetery
Everything worth knowing about the Viennese funeral and cemetery culture
starting on 13 October
Vienna – on Wednesday 8 October 2014 the new Funeral Museum at the Viennese Central
Cemetery was officially inaugurated by the deputy mayor Renate Brauner. The Museum presents
everything worth knowing about the quite particular Viennese funeral and cemetery culture in an
excitingly showcased permanent exhibition. It will open its doors to the public for the first time on
13 October 2014.
From that day on, visitors can get an idea of the Viennese funeral and cemetery culture Monday to
Friday 09.00am to 4.30pm. Not only does the new Funeral Museum with its original objects and
historical visual material impart knowledge about the Viennese funeral and cemetery culture but it
also conveys the typical Viennese way of dealing with death. The quite morbidly called “schöne
Leich” (literally translated “beautiful corpse”) is not solely an expression for an extravagant burial
but also reveals a certain attitude towards life: death is inescapable – so let’s live with it. The
unique location of the Museum on the property of Europe’s second largest cemetery, the Viennese
Central Cemetery, invites to take a stroll after the visit.
The deputy mayor, Renate Brauner, is convinced that the new Museum will be a great success and
very well received both by Viennese and tourists: “The Central Cemetery already attracts many
more than just the Viennese. Due to its historical flair, it is a major draw for thousands of tourists
every year and the new Museum will give them a deeper insight into a widely unknown piece of
Viennese history.”
Martin Krajcsir, General Director of Wiener Stadtwerke, adds: “I am happy that this year Wiener
Stadtwerke presents yet another museum after the opening of the Transport Museum to the
interested public. This once again demonstrates that Wiener Stadtwerke is a company managed in
accordance with economic principles but which at the same time does not neglect the safeguarding
of cultural heritage.”
During a 10 month construction period, a 300 square metres modern and interactive museum was
created under the historical funeral parlour 2 at the Viennese Central Cemetery. It gives the visitors
an idea about Viennese funeral ceremonies, the Viennese funeral business, the historical
development of Viennese cemeteries and the peculiarities of the Viennese death cult reaching from
the end of the 18th century to the present. “Through its multimedia-based elements, the Museum is
exciting and informative at the same time and makes the visit an unforgettable experience for kids,
teenagers, adults and families no matter if they are Viennese or tourists,” says Christian Fertinger,
Group Division Manager at B&F Wien.
More than 250 original objects and visual material from the archives of Bestattung und Friedhöfe
Wien (Austria's leading funeral director), many of which are showcased for the first time, are waiting
to be discovered. Among other things, a fourgon (horse-drawn closed carriage for the
transportation of the deceased) from the time around 1900 can be seen. Also numerous uniforms
reaching from the lush costumes under the Spanish court ceremonial to today’s simple robes are
presented. Furthermore, bizarre relicts from a time when people feared to be buried alive, like a
special sort of dagger or a life-saving clock for the seemingly dead, are showcased. A fold away
coffin dated from 1784 during the reign of Joseph II gives an idea of how Mozart might have been
buried. As a piece of contemporary history, a billing of the imperial court is on display – it comprises
the costs for the repatriation and funeral of Franz Ferdinand and his wife after their assassination in
Sarajevo.
Interactive and multimedia-based content make up the exhibition which can easily be experienced
without further explanations using the provided audio guides. Thirteen monitors play videos of
which some have never been opened to the public before. Among them are newly discovered and
restored film clips of the Austrian film archive that show the funeral of Emperor Franz Joseph I and
the glorious funeral procession for Albert Baron Rothschild. The videos complement the showcased
exhibits and put them in a historical context. One video shows death notices from different
centuries. Two raree-shows illustrate different types of funerals in the stiles of different epochs and
according to the social classes. A perspective view which is reached by scenery elements, lighting
moods and 3D-video insertion creates an image of the splendorous laying-out of the bodies of
people who were part of the high society during the time of the turn of the last century in contrast to
the funerals of the mere mortals at that time. An audio-station provides the visitors with the most
popular songs recently played at funeral ceremonies.
The spacious foyer accommodates not only the cash desk and cloakroom but also an interesting
shop. There, the visitors can buy books and CDs as well as highlights like a coffin-shaped cigarette
case or a coffin model. An additional event area of 60 square metres enables topic-related events
like author readings or book launches. Moreover, special exhibitions are possible in this specially
adapted area. The access to the Museum is barrier-free and the entrance area is designed with a
wall of grave stones and the dates of birth and death of famous personalities.
Funeral Museum Vienna – Facts and Figures:
The Museum has a total surface area of slightly more than 500 square metres, of which 300 square
metres are used for the permanent exhibition. 16 tonnes of mastic asphalt, 130 cubic metres of
concrete as well as 15 kilometres of cable and 3 kilometres of air, heating and water ducts were
used. 3600 cubic metres of air are circulated each hour to guarantee the right climate for the partly
damageable and historical exhibits. The interval between the submission of the building application
and the handover was 395 days and the total costs for the construction amount to 2.5 million euros.
The primary challenge of this project was to implement this highly technical Museum into the
basement of a historical building. In doing so, it was especially difficult to hide the enormous
amount of technical equipment while at the same time reconstructing the existing building.
Funeral Museum at the Viennese Central Cemetery
Under the funeral parlour 2
(Central Cemetery, access via gate 2, Simmeringer Hauptstraße 234, 1110 Vienna)
Phone: +43 (01) 760 67
E-Mail: [email protected]
www.bestattungsmuseum.at
Zur Architektur des B estattungsmuseums am Wiener Zentralfriedhof
Im Souterrain der 1905 nach Plänen von Max Hegele errichteten Aufbahrungshalle 2 wurde 2014 das neue Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof errichtet.
Der Museumszugang liegt seitlich zu der großen Treppenanlage und erfolgt über eine zur
Bestandsrampe leicht verdrehte, gegenläufige Rampe und einen Treppenlauf.
Beide Zugänge sind durch hohe, helle Stelen markiert. Unterschiedliche Beton- und Natursteinblöcke begrenzen die Rampe und betonen den nahezu 30 Meter langen Weg nach
„Unten“. Die Konstruktion setzt ein klares Zeichen, ohne jedoch dem historischen Gebäude
entgegen zu wirken.
Aus der Bestandsrampe herausgeschoben, zugleich Durchgang und neues Tor, ist der
Museumszugang als dunkler Rahmen akzentuiert.
Die Eichenholztüren auf der neuen Ebene des Museums liegen einen halben Meter über
der ursprünglichen historischen Souterrainfläche. Aus dem Niveau des Foyers entwickelt
sich so im Museumsbereich ein Steg, der die Besucher über dem Bodenniveau durch die
Ausstellung führt, so dass von hier aus Exponate, Vitrinen und Medienstationen betrachtet
werden können. Während der Raum im Dunklen bleibt, sind die Exponate und Vitrinen in
weißem Licht gehalten und der Steg in gelbliches warmes Licht getaucht.
Die Besucher folgen auf der Erzählebene den Abschnitten eines Trauerfalls: Gestorben –
Betrauert – Geführt – Bestattet – Erinnert.
Projektdaten
Project data
Auftraggeber
Client
Totalunternehmer
Contractor
Planung
Planning
BFW Gebäudeerrichtungs- und Vermietungs GmbH & Co KG
ARGE
checkpointmedia Multimediaproduktionen AG
OMS Objektmanagement Service GmbH
Atelier Pichelman
Pichelmann & Co GmbH.
About the architecture of the
Museum of Funeral History at the Vienna Central Cemetery
On the lower ground floor of funeral hall number 2, which was built in 1905 according to
plans by the architect Max Hegele, the new Museum of Funeral History at the Vienna Central Cemetery has been set up.
Access to the museum is possible via a gently sweeping, dog-leg ramp – in relation to the
existing ramp – as well as via a parallel flight of steps.
Both access points are marked by high, bright columns. Different kinds of blocks of concrete and natural stone form the borders of the ramp and emphasize the almost 30-metrelong path downwards. The construction is clearly defined yet has no detrimental impact on
the historic building.
Emerging from the existing ramp the museum entrance is at the same time passage and
new gateway accentuated as dark frame.
The oak doors on the new level of the museum are located half a metre above the original
historic surface of the lower ground floor. From the level of the foyer a bridge evolves in the
museum area which takes visitors across the floor level through the exhibition so that from
here the exhibits, display cases and media stations can be observed. While the
surrounding space is in darkness the exhibits and display cases are illuminated in white
light, and only the bridge is bathed in yellowish warm light.
On the narrative level visitors can follow the chronology of a bereavement:
deceased – mourned – transported – buried – remembered.
Projektdaten
Project data
Auftraggeber
Client
Totalunternehmer
Contractor
Planung
Planning
BFW Gebäudeerrichtungs- und Vermietungs GmbH & Co KG
ARGE
checkpointmedia Multimediaproduktionen AG
OMS Objektmanagement Service GmbH
Atelier Pichelmann
Pichelmann & Co GmbH