Blut, Blut, Blut.

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Blut, Blut, Blut.
 »Blut, Blut, Blut.« EDITOR’S NOTE
D Das unaussprechlich Böse in drei namenlosen Akten. Wir präsentieren Ihnen
Salvatore Sciarrinos Macbeth-Interpretation, aufgenommen bei den Salzburger
Festspielen 2011, erstmalig als Tondokument.
Das Eindringen in klangliche Mikroorganismen, ruhelose Zurückhaltung,
flüchtiges Wischen, Flüstern, Flirren … – das alles entwickelt eine Intensität, wie sie nur der große italienische Meister zu erzeugen vermag. Salvatore
Sciarrinos Oper Macbeth wurde im fünften und gleichzeitig dem Abschlussjahr
der Salzburger Kontinent-Reihe präsentiert. Wir können sie Ihnen mit dieser
Aufnahme erstmals für das private Hörerlebnis zur Verfügung stellen.
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The unspeakable evil in three nameless acts: We proudly present Salvatore E
Sciarrino’s Macbeth, recorded at the 2011 Salzburg Festival, released for the first
time as an audio document.
The infiltration of microorganisms of sound, restless reticence, ephemeral slitherings, whisperings, whizzings … – and all of it develops a kind of intensity
only the great Italian master is capable of creating. Salvatore Sciarrino’s opera
Macbeth was presented in the fifth, and final, year of the Kontinent series, and
is now for the first time made available for your listening experience at home
on this col legno release.
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Salvatore Sciarrino (*1947)
MACBETH (2002)
Tre atti senza nome
Libretto by Salvatore Sciarrino after William Shakespeare
CD 1
01
02
03
04
05
06
Macbeth – Tre atti senza nome (Atti I + II)
Atto I, Scena I
Atto I, Scena II
Atto I, Scena III
Atto I, Scena IV
Atto II, Scena I
Atto II, Scena II
total time 05:51
10:02
06:09
10:11
09:46
10:48
52:47
CD 2
01 02 03 04 05 Macbeth – Tre atti senza nome (Atto III)
Atto III, Scena I
Atto III, Scena II
La perfidia (intermezzo)
Atto III, Scena III
Congedo
total time total time (CD 1 + 2) 22:10
17:43
01:31
04:56
08:16
54:36
1:47:23
Live recordings Salzburger Festspiele 2011 / “Der 5. Kontinent” (concert 2 of 8)
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Otto Katzameier, Macbeth
Anna Radziejewska, Lady Macbeth
Richard Zook, Banquo / Ghost / Attendant
Sonia Turchetta, Soldier / Banquo’s Son / Murderer / Messenger
Thomas Mehnert, Duncan / Gentleman / Macduff
Vokalensemble NOVA
Ursula Langmayr, soprano
Johanna von der Deken, mezzo-soprano
Irena Yebuah Tiran, alto
Bernd Lambauer, tenor
Colin Mason, baritone
Gerd Kenda, bass
Colin Mason, chorus master
Klangforum Wien
Vera Fischer, Eva Furrer, Doris Nicoletti, flutes
Markus Deuter, English horn
Martin Jelev, oboe
Olivier Vivarès, Bernhard Zachhuber, clarinet
Lorelei Dowling, bassoon
Gerald Preinfalk, Michaela Reingruber, saxophone
Christoph Walder, horn
Anders Nyqvist, William Cooper, trumpet
Andreas Eberle, trombone
Annette Bik, Sophie Schafleitner, violin
Andrew Jezek, viola
Benedikt Leitner, Andreas Lindenbaum, violoncello
Michael Seifried, double bass
Joonas Ahonen, celesta
Florian Müller, piano
Lukas Schiske, Adam Weisman, Björn Wilker, percussion
Evan Christ, conductor
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Wenn alle anderen verlieren
D BANGKOK – Thailands Filmzensur hat die Aufführung einer adaptierten Ver-
sion von Shakespeares »Macbeth« mit der Begründung verboten, sie sei geeignet, politische Leidenschaften in einem Land zu wecken, in dem es weiterhin
Tabu ist, den Monarchen zu kritisieren.
Associated Press, 2012
(BANGKOK – Thailand’s film censors have banned an adaptation of Shakespeare’s
“Macbeth,” saying it could inflame political passions in the country where it is taboo to criticize the monarchy.
Associated Press, 2012)
Macbeth ist ein Geheimnis, weiterhin. Das Stück und die Figur (eigentlich
zwei Figuren, obwohl man Lady Macbeth auch als das »Es« begreifen könnte,
als Libido und Destrudo). Eine Prophezeiung genügt, um alles aus den Fugen
geraten zu lassen, um ein Inferno zu entfachen. So fernab unserer Zeit, einerseits – das Magische, das Vormoderne, das Okkulte –, und so glaubwürdig
andererseits, auch heute noch.
Macbeth ist der Alptraum der Macht, in den Augenblicken, in denen sie zur
Besinnung kommt. Sie erkennt, wie destruktiv sie ist. Der Mensch kann sich
die Macht nicht leisten, und tut doch so wenig, sie einzudämmen. Nie ist die
Sinnlosigkeit des Strebens nach Macht glühender und schmerzhafter dargestellt
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worden, der fatale Ehrgeiz als mentale Krise, als Einstieg in die Unausweichlichkeiten der niederen Natur. Am Ende von Macbeth wissen wir: Gerade weil
der Mensch dem Bösen geneigt sein kann, dürfen wir Macht nicht zur Entfaltung kommen lassen, nicht umgekehrt.
Blut, Blut, Blut. Ultimativer Horror, denn alles kann getötet, vernichtet werden.
Macbeth hat die Obsession, so der amerikanische Literaturwissenschaftler Harold Bloom, »die Zeit zu überwinden, indem er die Zukunft ermordet«. Gilt
das nicht auch für Hitler und Stalin? »Bloodlands« hat der Historiker Timothy Snyder seine Geschichte des zweifachen Massenmords in Osten Europas
genannt. Die Zerstörung jeglicher Moral innerhalb kürzester Zeit. Vielleicht
schockiert uns am meisten das geraffte Tempo des Untergangs.
Und doch identifizieren wir uns auch mit Macbeth, wir spüren, dass seine Gelüste unter gewissen Umständen unsere sein könnten. Wenn es einen Jackpot
zu gewinnen gibt, eilen wir alle zur Lotterieannahmestelle, um Lose zu kaufen,
obwohl wir wissen, dass wir nur gewinnen können, wenn alle anderen verlieren. Ein korruptes Verfahren, in einer Version light. Tief im Inneren ahnen
wir, wie sehr wir uns – gesetzt den Fall, wir hätten die Gelegenheit – an die
Macht klammern würden. Gier führt zu Zerstörung, das erfahren wir aus den
Geschichtsbüchern, das hören wir allabendlich in den Nachrichten. Gaddafi
ist Macbeth (die prophetische Imagination des schottischen Usurpators findet
eine Entsprechung in den idiosynkratischen Fantasien der Obersts im »Grünen
Buch«), Berlusconi ist Macbeth, auch ohne seine eigenen Hände blutig gemacht
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zu haben. Und was ist mit den hohen Herren, die BP oder Shell vorstehen?
Wenn der gerechte König bei Shakespeare die natürliche Ordnung repräsentiert, dann ist die Zerstörung der Umwelt die heutige Form des Königsmords.
Jede Adaptation von Macbeth muss die Prinzipien von Ordnung und Chaos
gegeneinander ausspielen.
Ilija Trojanow, 1965 in Bulgarien geboren, ist über Jugoslawien, Deutschland, Kenia, Frankreich, Indien etc. quer
durch die ganze Welt gereist. Er arbeitet als Journalist
(z. B. für die FAZ, NZZ) sowie Autor und ist Träger zahl-
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Ilija Trojanow
reicher Preise (u. a. Bertelsmann-Literaturpreis, Preis
der Leipziger Buchmesse, Marburger Literaturpreis,
Adalbert-von-Chamisso-Preis). Trojanows Bücher
wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
VON VERDI BIS SCIARRINO
Der Vierakter Macbeth, uraufgeführt 1847 in Florenz, ist eines der schwärzesten Musikdramen von Giuseppe Verdi. Das Porträt des mörderischen Emporkömmlings und seiner Frau, der Lady Macbeth, leuchtet die Abgründe der
Seele mit einer Eindringlichkeit aus, die jede weitere Deutung überflüssig zu
machen scheint. Es zeugt deshalb von Mut, wenn anderthalb Jahrhunderte
später ein Komponist wie Salvatore Sciarrino sich erneut auf Shakespeares
Drama einlässt, umso mehr, als seine sparsame, die leisen Register bevorzugende Musiksprache das pure Gegenmodell zu Verdis dramatischer Wucht
darstellt. Doch zeigt sich bei der 2002 in Schwetzingen uraufgeführten Version
von Sciarrino: Gerade in der Zurücknahme der großen rhetorischen Geste auf
den intimen Kammerton liegen ungeahnte Möglichkeiten für eine neue Sicht
auf das monströse Geschehen. Zwar wird wie bei Verdi auch hier die Frage
nach den Wurzeln des Bösen nicht endgültig beantwortet, denn es entzieht
sich letztlich dem rationalen Verstehen. Aber wie es die Menschen befällt und
sie bei der Befriedigung ihrer Machtgier zu ruchlosen Verbrechern macht,
stellt Sciarrinos Werk mit schlagender Deutlichkeit dar. Der Kampfplatz ist
nicht das Schlachtfeld oder die Mordkammer, sondern das Innere der beiden
Hauptfiguren. Besiegt werden sie nicht durch äußere Feinde, sondern durch
ihr Gewissen. Sein Schuldgeflüster hat die Kraft der Posaunen von Jericho und
bringt die Mauern des verbrecherischen Egos schließlich zum Einsturz. Doch
das Böse ist damit nicht aus der Welt.
Max Nyffeler
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»WER HAT DAS GESCHRIEBEN? ICH?«
Salvatore Sciarrino im Gespräch mit dem Bariton Otto Katzameier.
Otto Katzameier: Was ich dich immer schon fragen wollte: Wieso gibt es ein
Zitat aus Don Giovanni in deiner Oper Macbeth?
Salvatore Sciarrino: Jedes neue Werk gibt auch Auskunft darüber, was uns jeden
Tag zustößt, wenn wir mit unseren Vätern kämpfen, oder wenn wir sie bestätigen … Ich zum Beispiel töte Mozart und Verdi jeden Tag!
K.: Du tötest jeden Tag Mozart und Verdi?
S.: Nicht nur Mozart und Verdi, jeden Komponisten …
K.: Du tötest täglich jeden Komponisten?
S.: Nein, nicht jeden, nur die besten!
K.: Warum?
S.: Weil wir das müssen! Wenn wir es nicht tun, dann bleibt der Vater.
K.: Aber warum können wir nicht unseren Vätern folgen?
S.: Weil es das nicht gibt, das existiert ganz einfach nicht! Wenn du glaubst,
deinem Vater zu folgen, dann tust du das in Wirklichkeit nicht.
K.: Du findest deinen eigenen Weg nicht?
S.: Ja, du musst frei sein. Und das heißt: Du musst deine eigene Freiheit erobern!
K.: Verdi und Mozart sind also deine Väter.
S.: Nicht nur meine!
K.: Ich habe die Musiker vom Klangforum Wien gebeten, mir ein paar Fragen
an dich mitzugeben, eine davon lautet: Wie sehr beziehst du dich auf überlieferte, klassische, niedergeschriebene Musik? Oder würdest du dir wünschen,
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dass bis jetzt keine Musik existiert hätte, dass du absolut frei wärst und alles
neu wäre?
S.: Es gibt den folgenden Widerspruch: Einerseits unterrichte ich die klassische
Tradition, andererseits bin ich in meiner eigenen Musik archaisch, überhaupt
nicht klassisch! Ich beginne beim ersten Moment, in dem wir geboren werden,
in dem es keine anderen Klänge gibt, als die, die uns umgeben, und die in unserem Körper sind. Es ist sehr schwierig, das auszudrücken, es hat etwas von
einem Anfang … Vor vielen Jahren, bei einer Präsentation einer sehr frühen
Aufnahme mit meiner Musik, waren wichtige Leute da, ein Radio-Direktor und
einer, der später Intendant der Scala wurde, ein guter Kritiker, alles sehr gute
Freunde. Sie versuchten, eine Einführung zu meiner Musik geben, aber keiner
von ihnen war fähig, die richtigen Worte zu finden. Und dann war da einer,
der wollte etwas fragen. Er sagte: »Entschuldigen Sie, ich glaube, Sie erzeugen
eine seltsame Übertragung oder Erinnerung an jene Klänge, die wir fühlen,
erfahren, wenn wir noch nicht geboren sind … im Uterus …« – Er sprach nur
sehr wenige Worte. Was er vorbrachte, war natürlich keine Frage, aber als er
geendet hatte, waren die Leute ganz erstaunt.
K.: Ist deine Musik eigentlich italienisch?
S.: Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist sie mehr sizilianisch als italienisch. Es ist eine
Art von archaisch sizilianischer, mittelmediterraner Musik.
K.: Also eine Musik, die in die Zeit vor all die berühmten italienischen Komponisten zurückreicht, eine Musik vor Monteverdi sozusagen?
S.: Ja, das ist sehr eigenartig, denn meine Musik ist streng, absolut monodisch,
nicht gregorianisch. Es herrscht absolute Einstimmigkeit.
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K.: Nicht immer!
S.: Doch, immer.
K.: Aber in der ersten Hexenszene von Macbeth zum Beispiel, da ist deine
Musik doch ziemlich polyphon!
S.: Ja, aber es ist eine Polyphonie, die immer wie ein einziger organischer Klang
ist!
K.: Als du mit dem Komponieren angefangen hast, wie war das genau?
S.: Als ich begann, waren mir nur schlechte Kopien von Musik zugänglich und
innerhalb eines einzigen Jahres kam ich bei der zeitgenössischen Musik an.
Man kann sagen, ich begann in ein und derselben Partitur bei Strawinsky und
landete schnell bei Bartók, Schönberg, dann Stockhausen …
K.: Als Kompositionsstudent?
S.: Oh nein, mit zwölf oder dreizehn! Ich bekam eine sehr gute Gelegenheit:
Da gab es einen Komponisten, der auch die Darmstädter Ferienkurse für Neue
Musik besuchte. Er organisierte ein »Sitting-in« bei den Settimane Internazioneli di Nuova Musica in Palermo, das sich nach Darmstadt zum zweitgrößten
Festival für zeitgenössischen Musik entwickelt hatte. Ich zeigte ihm meine Partituren und er gab sie mir immer mit guten Ratschlägen zurück. Er sagte nie:
»Tu das nicht!«, oder: »Das musst du tun!«, sondern er sagte: »Sei vorsichtig,
weil die Trompeten, die können so nicht gut funktionieren, schau dir mal dieses
Stück von Debussy an …« – Für jedes einzelne Problem gab er mir solch einen
Ratschlag und so ergab sich für mich die Möglichkeit der Imitation und der
Emulation! Ich studierte die Tradition, die beste Tradition, ohne den Zwang
einer bestimmten Vorstellung von Technik. Und das Wissen um die Modelle
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bedeutet schlussendlich ihre Überwindung! Immer stritt ich mich mit meinen
Studienkollegen über Mahler, weil der damals von allen Leuten als ein dekadenter Musiker gehasst wurde. Ich sagte: Wie kannst du Orchestrieren lernen,
wenn du Mahler nicht kennst?
K.: Also war Mahler für dich wichtiger als Verdi, Puccini oder …
S.: … ja, in Fragen der modernen Orchestration!
K.: Und stilistisch?
S.: Mahler ist stilistisch sehr wichtig, weil er Dinge benützen kann, die sehr
einfach und sehr musikalisch sind, und er fähig ist, sie zu verwandeln. Orchestrieren kannst du meiner Meinung nach bei Puccini, Mahler und Richard
Strauss lernen, aber mehr bei Puccini und Mahler!
K.: Du hast drei Komponisten genannt und zwei davon sind Deutsche!
S.: Naja, Beethoven dürfen wir natürlich nicht vergessen! Und Mozart. Als
Kind sah ich in den Don Giovanni. Mozart richtig entdeckt aber habe ich, als
ich Le Nozze di Figaro sah, da war ich bereits achtzehn, mindestens. Ausgehend
von einem tiefen musikalischen Denken, wie es unter anderem in den späten
Quartetten und Sonaten von Beethoven zu erfahren ist, kam ich zu dieser unmittelbaren, unglaublich bestechenden Einfachheit bei Mozart! Deshalb sage
ich immer, dass meine Entwicklung als Komponist mit neunzehn begonnen
hat, nicht früher!
K.: Ich sah ein Interview mit Louise Bourgeois, dieser fantastischen Künstlerin,
sie war eine sehr zarte, alte Frau und sagte: »Ich bin viel zu klein und viel zu
schwach für meine Emotionen. Ich muss große Skulpturen machen, sonst würde ich explodieren!« – Schreibst du deine Musik für Hörer oder schreibst du
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Musik, weil du den Klang in dir hast und ihn irgendwie herausbringen musst?
S.: Das Problem vieler Komponisten ist, glaube ich, dass sie meinen, mit ihrer
Musik ihre Ideen und Gefühle transportieren zu können. Die persönliche Erfahrung des Hörers bringt aber ganz andere Gedanken und Gefühle mit sich,
trotz alledem ist dann vielleicht am Ende etwas Gemeinsames entstanden, aber
es ist eben auch der Unterschied deutlich geworden. Wir müssen emotional
sein für die Musik, aber es gibt keine Möglichkeit, meine Emotionen zu dir
zu transportieren, du kannst meine Emotionen nicht fühlen, niemals! Und
ich frage mich auch: Wozu? Weil deine Augen, dein Hirn sind anders als meine. Das ist großartig! Jedes Wesen kann diese Individualität haben, muss sie
haben, auch eine einfache Zelle. Und das ist Kreativität, das ist die Kreativität
der Welt! Von dieser Basis gehe ich aus – eine völlig andere Grundlage als die
der meisten anderen Komponisten. Und noch etwas möchte ich dazu sagen:
Für gewöhnlich sagen wir: »Das ist ein guter Komponist, das ist kein guter
Komponist …« Aber ich bin mir dessen sicher, dass Kreativität in jeder Person
steckt, auch wenn sie manchmal nicht zur Entwicklung gelangt, sie nicht von
anderen entdeckt wird, nicht einmal von der betreffenden Person selbst. Es gibt
keine menschliche Existenz, kein menschliches Wesen, das nicht kreativ ist.
K.: Aber es gibt trotzdem gute und schlechte Musik, oder?
S.: Ja, aber das ist eine andere Sichtweise, ein anderer Blickwinkel. Du kannst
mich fantastisch verführen mit einem schlechten Lied.
K.: Das ist wahr!
S.: Das ist Kreativität! Also können wir sagen, dass es keine Objektivität gibt,
dass jede Musik durch die Interpretation gehen muss. Das ist das Leben der
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Musik. Urteilen zerstört. Wenn wir sagen: »Dieser Baum ist gut. Der hingegen
ist weniger gut, weil er krank ist! Jener wiederum ist besser, weil seine Form
schön ist!« – Dann ist das Rassismus! Wir zerstören uns selbst, benützen unseren Kopf schlecht! Jede Sache hat ihren Platz und ihre Funktion.
K.: Wenn Kreativität überall ist und wir nicht urteilen sollten – würde das
auch bedeuten, dass jeder, der eine Note Musik schreibt, bei den Salzburger
Festspielen aufgeführt werden sollte?
S.: Nein!
K.: Also müssen wir urteilen, oder?
S.: Nein.
K.: Jemand muss urteilen.
S.: Wir müssen auswählen …
K.: Auswählen, ja …
S.: Wir selber, wir müssen auswählen, aber das heißt nicht zerstören, da wir
den richtigen Ort auch für die anderen Dinge finden können! Abgesehen davon
haben die meisten jungen Komponisten das Problem, dass sie viel zu schnell
in den Kreislauf der Aufträge geraten. Wenn ich im jungen Alter solche Aufträge gehabt hätte, wäre ich zerstört worden. Man darf nicht von Beginn an in
kommerzielle Produktivität eingebunden sein. Ich sagte immer zu meinen Studenten: »Entschuldigt, Schubert schrieb neun Sinfonien. Welche davon konnte
er hören? Keine. Aber das war kein so großes Problem.« Ich hatte Schüler, die
viel besser waren als ich. Aber sie wurden zerstört. Wenn ich nach Donaueschingen komme (zu den Donaueschinger Musiktagen, Anm.), sehe ich es wie
einen großen Altar, auf dem so viele junge Komponisten ermordet worden sind
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und all das Blut sieht man noch … Ich finde das sehr traurig und schrecklich!
K.: Aber was ist die Lösung für junge Komponisten? Entweder sind sie erfolgreich und müssen dann ein Stück nach dem anderen liefern, oder sie bekommen keine Aufträge.
S.: Ich sage nicht, dass sie keine Aufträge haben dürfen. Sie müssen sie nur
zum richtigen Zeitpunkt haben! Ich hab mit dem Komponieren angefangen,
spielerisch wie ein Kind, aber es war sehr ernst. Ich habe zuerst einmal für
mich geschrieben. Ich brauchte es ganz einfach, um überhaupt einmal alles zu
realisieren. Ich komme wie in eine Trance, wenn ich etwas schreibe und wenn
ich zum Ende komme, zum Beispiel bei meinen großen Partituren, dann weiß
ich nicht: Wer hat das geschrieben? Ich? Ich bin nicht sicher!
K.: Gott?
S.: Nein. Das glaube ich nicht, entschuldige bitte.
K.: Du bist kein Christ?
S.: Ich bin als Christ geboren, aber …
K.: … du glaubst nicht an Gott.
S.: Ich denke, dass das Universum so perfekt und so schön ist. Es ist Gott,
das Universum … vor ein paar Jahrhunderten hätte man gesagt, ich sei ein
Pantheist, wie Beethoven.
K.: Ja, deine Musik kann so spirituell sein, ich finde deine Musik sehr spirituell.
S.: Ja, ich denke, wir müssen spirituell sein! Das ist die Funktion von uns Menschen.
Und wir dürfen nicht von Gott wie von einer menschlichen Person denken!
Das Interview wure erstmals veröffentlicht und freundlicherweise zur Verfügung gestellt von »Quart Heft für Kultur
Tirol Nr. 18/11«. Redaktion: Milena Meller (Übersetzung aus dem Italienischen: Katharina Meller)
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Salvatore Sciarrino
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SALVATORE SCIARRINO
Salvatore Sciarrino (*1947 in Palermo) begann schon mit zwölf Jahren als
Autodidakt zu komponieren. Sein erstes öffentliches Konzert fand 1962 statt.
Auch heute noch, nach vierzig Jahren des Komponierens und angesichts eines
umfangreichen Katalogs, zeigen Sciarrinos Kompositionen eine erstaunliche,
beständige künstlerische Weiterentwicklung.
Nach dem klassisch-altsprachlichen Gymnasium und einigen Jahren an der
Universität seiner Heimatstadt Palermo zog Sciarrino 1969 nach Rom und 1977
nach Mailand. Seit 1983 lebt er in Umbrien. 1969–2004 wurden seine Werke bei
Ricordi verlegt; seit 2005 wird der Komponist exklusiv von Rai Trade betreut.
Die Aufnahmen von Werken Salvatore Sciarrinos wurden weltweit besprochen,
ausgezeichnet und empfohlen. Neben den meisten Libretti zu seinen Musiktheaterwerken hat Sciarrino auch eine Vielzahl von Artikeln, Aufsätzen und Texten verfasst, unter anderem ein vielbeachtetes, interdisziplinäres Buch über die
musikalische Form: Le figure della musica, da Beethoven a oggi (Ricordi 1998).
Er hat an den Konservatorien von Mailand (1974–83), Perugia (1983–87) und
Florenz (1987–96) unterrichtet, sowie parallel dazu zahlreiche Fortbildungskurse und Meisterklassen in Komposition gegeben (z. B. 1979–2000 in Città
di Castello)
1978–80 war Sciarrino künstlerischer Leiter des Teatro Comunale di Bologna.
Er gehört der Accademia di Santa Cecilia in Rom, der Bayerischen Akademie
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der Schönen Künste in München und der Akademie der Künste in Berlin an
und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie beispielsweise dem Preis
Prince Pierre de Monaco oder dem namhaften Premio Internazionale Feltrinelli. 2006 erhielt er als Erster den neu begründeten Musikpreis Salzburg. 2011
wurde Salvatore Sciarrino zum Mitglied der Jury des Takemitsu Kompositionswettbewerbs bestellt. Im Jahr 2012 wurde er mit dem von der BBVA Foundation
vergebenen Frontiers of Knowledge Award ausgezeichnet.
Im Jahr 2009 wurde seine Oper La porta della legge in Wuppertal uraufgeführt. Sein daran anschließendes Opernwerk, Superflumina, feierte 2011 in
Mannheim Premiere. Während der letzten Jahre haben seine Opern zahlreiche
Wiederaufnahmen erlebt, etwa La porta della legge (2009 in Mannheim, 2010
im New Yorker Lincoln Center, 2012 beim Festival Iberoamericano in Bogotà / Kolumbien und in Ostrava / Tschechien), Macbeth (2011 in Mainz und Salzburg) oder Luci mie traditrici (2011 in Buenos Aires und Frankfurt). Zu seinen
jüngsten Kompositionen zählen Cantiere del poema für Sopran und Ensemble
(uraufgeführt 2011 in Città di Castello), Senza sale d’aspetto (uraufgeführt vom
Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI im Rahmen des MiTo Festivals) und
Carnaval für fünf Stimmen, Klavier und Ensemble, ein Auftragswerk des Luzern Festivals für die »Pollini Perspectives« im August 2012.
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OTTO KATZAMEIER
ANNA RADZIEJEWSKA
Der Bassbariton Otto Katzameier studierte in seiner Heimatstadt München
Gesang bei Josef Metternich und Hans Hotter. Er wurde mit Preisen bei renommierten Wettbewerben wie dem Mozartwettbewerb Würzburg, dem HugoWolf-Wettbewerb Stuttgart und dem Bundeswettbewerb Gesang Berlin ausgezeichnet. Auf der Opernbühne hat er sich in wichtigen Rollen seines Fachs
profiliert, darunter Don Giovanni und Leporello (Luzern, Berlin), Guglielmo
und Alfonso (Rheingau Musik Festival), Mustafà in L’italiana in Algeri (Mannheim, Saarbrücken) und Händels Imeneo (Händel-Festspiele in Halle); mit großem Erfolg gastierte er in der Fledermaus in Bonn und in Offenbachs Blaubart
bei den Bregenzer Festspielen. Otto Katzameiers zunehmendes Engagement
für das zeitgenössische Musiktheater dokumentiert sich in Partien wie Berios
Prospero (Un re in ascolto), Henzes Landarzt (Ein Landarzt), Stauds Egäus (Berenice), Sciarrinos Il Malaspina (Luci mie traditrici) und Macbeth (Macbeth),
Eggerts Dominique (Freax, UA) sowie Jarrells Papst Urban VIII. (Galilée), die
er in Inszenierungen von Achim Freyer, Willy Decker, Trisha Brown, Christoph
Schlingensief, Reinhild Hoffmann, Stefan Herheim und Nicolas Brieger bei den
Schwetzinger SWR Festspielen, der Münchener Biennale, den Wiener Festwochen, den Berliner Festspielen sowie in Rom, Frankfurt, Paris, New York,
Venedig, Tokio,Warschau, Amsterdam, Brüssel, Madrid und Tel Aviv gestaltete.
Als Il Malaspina in Luci mie traditrici (Regie: Rebecca Horn) und mit dem ihm
gewidmeten Orchesterliederzyklus Quaderno di strada war Otto Katzameier
2008 im Rahmen der Reihe »Kontinent Sciarrino« erstmals bei den Salzburger
Festspielen zu Gast.
Die 1971 geborene Mezzosopranistin Anna Radziejewska wurde in ihrer Heimatstadt Warschau bei Jerzy Artysz ausgebildet und gewann während ihrer
Studienzeit zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben. 1995 gab sie ihr
Debüt als Bona in Elzbieta Sikoras Oper L’Arrache-coeur an der Nationaloper
in Warschau. Sowohl in diesem Haus als auch an der Warschauer Kammeroper
ist sie seither regelmäßig zu Gast, u. a. als Purcells Dido und Händels Rinaldo, Ericlea (Il ritorno d’Ulisse in patria), Dorabella (Così fan tutte), Annio (La
clemenza di Tito), Giuditta (Betulia liberata), Rossinis Rosina, Tancredi und
Arsace (Semiramide) sowie als Olga (Eugen Onegin). Engagements führten sie
außerdem an die Bayerische Staatsoper, zu den Wiener Festwochen, an die Flämische Oper, nach St. Petersburg und als Lady Macbeth in Salvatore Sciarrinos
Oper Macbeth nach Luzern. In der Uraufführung von Sciarrinos Da gelo a gelo
bei den Schwetzinger SWR Festspielen 2006 gestaltete Anna Radziejewska mit
dem Klangforum Wien unter Tito Ceccherini die Hauptrolle der Dichterin
Izumi; die Produktion wurde auch an der Opéra national de Paris und am
Grand Théâtre de Genève gezeigt. 2008 debütierte die Künstlerin in Salvatore
Sciarrinos Luci mie traditrici bei den Salzburger Festspielen. Anna Radziejewska hat mit so renommierten Dirigenten wie René Jacobs, Ivor Bolton, Harry
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Bicket, Attilio Cremonesi und Jean-Christophe Spinosi zusammengearbeitet.
Als Lied- und Oratoriensängerin verfügt sie über ein breitgefächertes Repertoire, darunter die Passionen von Bach, Messen und das Requiem von Mozart,
die Stabat mater-Vertonungen von Scarlatti, Vivaldi und Karol Szymanowski
sowie Rossinis Petite Messe solennelle. Ihre Gesamteinspielung der Lieder von
I. J. Paderewski wurde mit dem Pianisten Mariusz Rutkowski für den Fryderyk
2007 nominiert.
RICHARD ZOOK
Der Tenor Richard Zook wurde in den Vereinigten Staaten geboren und ausgebildet, lebt aber schon seit vielen Jahren in den Niederlanden. Er arbeitet
gleichermaßen als erfahrener Begleiter, Organist und Chorleiter. Seine Karriere
als Sänger umfasst ein breites Spektrum unterschiedlicher Musikrichtungen,
Perioden und Stile. Auf der Konzertbühne lag sein Interessenschwerpunkt seit
jeher bei den Werken Johann Sebastian Bachs; sein Repertoire auf dem Gebiet
des Musiktheaters reicht vom Barock über Opern für Kinder bis zur Moderne.
So sang er u. a. in der Uraufführung von Salvatore Sciarrinos Oper Macbeth bei
den Schwetzinger SWR Festspielen 2002 den Banquo. Die Produktion war in
der Folge auch in Graz, Paris, Frankfurt und beim New Yorker Lincoln Center
Festival zu erleben.
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SONIA TURCHETTA
Die Mezzosopranistin Sonia Turchetta wurde in Neapel geboren und studierte Gesang, Klavier und Komposition am Conservatorio di Musica »Giuseppe
Verdi« in Mailand. Ihr Repertoire umfasst Werke vom Barock bis zur Moderne.
Sie sang viele Uraufführungen, darunter auch Kompositionen, die eigens für
ihre Stimme geschrieben wurden. Sonia Turchetta gastierte u. a. am Hessischen
Staatstheater Wiesbaden, an der Scala di Milano, am Teatro La Fenice in Venedig, am Teatro Regio in Parma sowie am Teatro Carlo Felice in Genua und gastierte bei namhaften Festivals wie den Berliner Festwochen, den Schwetzinger
SWR Festspielen, dem Maggio Musicale Fiorentino, der Biennale di Venezia,
den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, der Ars Musica in Brüssel, dem
Festival d’Automne à Paris und der MusikTriennale Köln; bei den Salzburger
Festspielen debütierte sie 1999 mit Werken von Salvatore Sciarrino. Sie arbeitet
seit vielen Jahren mit Salvatore Sciarrino zusammen, der für sie zahlreiche Werke geschrieben hat. 2002 war sie in Sciarrinos Macbeth an der Oper Frankfurt in
der Inszenierung von Achim Freyer zu erleben; es folgten Aufführungen beim
steirischen herbst mit dem Klangforum Wien unter Sylvain Cambreling, mit
dem Ensemble Modern beim Festival d’Automne à Paris, 2003 im New Yorker
Lincoln Center und 2004 am Teatro dell’Opera in Rom. Die Künstlerin singt
regelmäßig Liederabende, u. a. 2009 in Mailand mit Musik von Debussy, Ravel,
Britten, Berg, Strauss und Mahler. 2010 folgte ein Programm mit Liedern von
Borodin, Mussorgski, Liszt und Bartók. Sonia Turchetta wirkte bei zahlreichen
Aufnahmen mit, die bei unterschiedlichen Labels erschienen sind. Sie unter25
richtet am Conservatorio di Musica »Giuseppe Verdi« und gibt Meisterkurse
in Italien, Deutschland und Frankreich.
THOMAS MEHNERT
Der Bass Thomas Mehnert, in Chemnitz geboren, erhielt seine erste musikalische Ausbildung beim Dresdner Kreuzchor und beim Windsbacher Knabenchor. Er studierte Gesang am Richard-Strauss-Konservatorium München
und war Stipendiat des Deutschen Bühnenvereins. Nach Meisterkursen bei
Ernst Haefliger und Josef Metternich debütierte er am Staatstheater Cottbus.
Feste Engagements führten ihn später an das Theater Dortmund und an das
Staatstheater Wiesbaden. Außerdem gastierte er in Amsterdam, in Genf, an
der Deutschen Oper Berlin und in Braunschweig. Bei den Salzburger Festspielen debütierte Thomas Mehnert 1996 in Arnold Schönbergs Moses und
Aron unter der Leitung von Pierre Boulez. Er arbeitete weiters mit Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, Michel Corboz, Christoph Spering, Jos van
Immersel und Helmuth Rilling zusammen. Sein Konzertrepertoire umfasst
die Basspartien von Bachs Passionen bis zu zeitgenössischer Musik. Jüngste
Gastspiele führten ihn als Figaro (Le nozze di Figaro) an die Komische Oper
Berlin und als Conte di Walter in Giuseppe Verdis Luisa Miller an das Deutsche
Nationaltheater Weimar. In Darmstadt, wo er seit 2006 Ensemblemitglied ist,
war er bereits als Ferrando (Il trovatore), Daland (Der fliegende Holländer),
Titurel (Parsifal), Sparafucile (Rigoletto) sowie Baculus in Albert Lortzings Der
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Wildschütz zu erleben. In der Spielzeit 2008/09 war er als Kardinal Brogni (La
Juive), Kothner (Die Meistersinger von Nürnberg) und Timur (Turandot) zu
hören, 2009/10 folgten u. a. Sarastro (Die Zauberflöte), Gefängnisdirektor Frank
(Die Fledermaus) sowie einer der Anachoreten bzw. Chorführer in Carl Orffs
De temporum fine comoedia.
VOKALENSEMBLE NOVA
Das Vokalensemble NOVA wurde 1992 gegründet und besteht im Kern aus
sechs klassisch ausgebildeten Sängerinnen und Sängern, die alle reiche Erfahrung in der Zusammenarbeit mit angesehenen Dirigenten und Ensembles mitbringen. Je nach Projekt variiert die Mitgliederzahl des Ensembles. In seinem
Repertoire hat sich NOVA auf A-cappella-Vokalmusik der Renaissance – darunter sämtliche Karwochen-Responsorien von Gesualdo –, auf mittelalterliche
und barocke Werke wie Bachs Johannes-Passion und die h-Moll-Messe, aber
auch auf Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts in solistischer Besetzung spezialisiert. Vor allem im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters
hat das Ensemble in den vergangenen Jahren hohes Ansehen erworben. So
wirkte es u. a. in den Uraufführungen von Beat Furrers Begehren (2003), Georg
Friedrich Haas’ Die schöne Wunde (2003) und Bernhard Langs I hate Mozart
(2006) sowie in den österreichischen Erstaufführungen von Furrers Invocation
(2004) und Johannes Harneits Idiot (2006) mit. An der Pariser Opéra Bastille
war NOVA im Juni 2008 in Haas’ neuester Oper Melancholia zu erleben. Das
27
Ensemble ist regelmäßiger Gast bei vielen Festivals wie den Salzburger Festspielen, der styriarte und dem steirischen herbst, den Bregenzer Festspielen,Wien
Modern, der Ruhr-Triennale und den Donaueschinger Musiktagen. Mit dem
Klangforum Wien verbindet NOVA eine enge Zusammenarbeit, die sich in
Auftritten bei Festivals für Neue Musik in Wien, Zürich, Straßburg, Luzern und
Berlin sowie in CD-Einspielungen (u. a. Furrers Narcissus und Jean Barraqués
Le temps restitué) niedergeschlagen hat.
ten Wiener Schule, über Partituren junger Komponisten bis hin zu experimentellem Jazz und freier Improvisation. Neben zahlreichen CD-Einspielungen
wirkt das Ensemble an Musiktheater-, Film- und Fernsehproduktionen mit
und ist zudem jährlich in einem programmatisch ambitionierten Zyklus im
Wiener Konzerthaus zu hören. Überdies veranstalten die Musiker regelmäßig
Workshops und geben ihr Wissen und Anliegen in erfolgreichen interdisziplinären Schulprojekten weiter.
KLANGFORUM WIEN
EVAN CHRIST
Das Klangforum Wien wurde 1985 von Beat Furrer als Solisten-Ensemble für
zeitgenössische Musik gegründet. Es versteht sich als ein demokratisches Forum mit einem Kern von 24 Mitgliedern, die volles Mitspracherecht in allen
wichtigen künstlerischen Entscheidungen haben. Für das Selbstverständnis der
Musikerinnen und Musiker ist die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen
Interpreten, Dirigenten und Komponisten von zentraler Bedeutung – Ziel ist
ein Miteinander, das traditionelle hierarchische Strukturen der Musikpraxis
ablöst. Hierbei findet eine intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen
ästhetischen Facetten zeitgenössischen Komponierens statt: Angestrebt wird
eine authentische Aufführungspraxis für die Werke der Moderne. Gleichzeitig
verfügt das Klangforum Wien über eine ausgeprägte stilistische Vielfalt: Alle
zentralen Aspekte der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts werden präsentiert –
von den bedeutenden Werken der Klassischen Moderne, besonders der Zwei-
Evan Christ wurde in Los Angeles geboren und wuchs in Las Vegas auf. Er
studierte zunächst Mathematik und Komposition an der Harvard University. Schließlich absolvierte er sein Dirigierstudium bei Gert Bahner an der
Hochschule für Musik und Theater Leipzig und studierte privat bei Christoph
Eschenbach. Von 2003 bis 2005 war er Erster Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor des Mainfranken Theaters Würzburg, gewann
dort den Theaterpreis 2004 und gründete das Ensemble Apart für zeitgenössische Musik. Evan Christ pflegt ein breites Repertoire und zeichnete auch
für mehrere Uraufführungen verantwortlich. Von 2005 bis 2008 war er Erster
Kapellmeister der Wuppertaler Bühnen sowie 2005/06 kommissarischer Generalmusikdirektor des Mainfranken Theaters Würzburg. Im Rahmen des Deutschen Dirigentenpreises 2006 wurde er mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.
Für die Konzertsaison 2007/08 übernahm er die musikalische Leitung der Bad
Homburger Schlosskonzerte.
28
29
Als Gast hat Evan Christ mit zahlreichen namhaften Orchestern zusammengearbeitet, darunter das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken
Kaiserslautern, die Zagreber Philharmoniker, die Nürnberger Symphoniker,
das Münchener Kammerorchester, das ensemble recherche und das Orchestre Philharmonique du Luxembourg. Als Operndirigent war Evan Christ u. a.
mit Rigoletto am Nationaltheater Mannheim, Don Giovanni, Turandot und La
forza del destino am Aalto Theater Essen, Otello in St. Gallen sowie mit Peter
Grimes am Staatstheater Hannover zu erleben. 2008 wurde Evan Christ zum
Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus ernannt. Das Philharmonische
Orchester des Staatstheaters Cottbus wurde im März 2011 für seine innovative
Programmgestaltung vom Deutschen Musikverlegerverband mit dem Preis
Bestes Konzertprogramm der Saison 2010/11 ausgezeichnet.
Evan Christ
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31
Libretto
ATTO PRIMO
Scena I
DUNCAN
Riesci a parlare? Dimmi della battaglia!
SERGENTE
È incerta. Il ribelle
ha ricevuto rinforzi, sbarcano dalle
isole.
Macbeth …
lo spacca tutto
dal collo all’ombelico.
Ora il cranio sta in cima
ad una picca.
DUNCAN
Non ti credo
e lacrime annegheranno il vento
VOCI I
SERGENTE
DUNCAN
Macbeth è un prode generale!
… è un traditore!
A quest’ora Macbeth
l’avrà già sconfitto.
SERGENTE
DUNCAN
Signore di Glamis!
Signore di Cawdor!
Macbeth, sarai Re!
MACBETH
Ascolta Re di Scozia, ascolta!
Dinanzi a noi scappavano
ma ci prese sconforto:
il Re di Norvegia
sferra un altro assalto
Cawdor ha finito di rovinarci.
Che venga giustiziato, e col suo titolo
si saluti Macbeth.
Velate stelle i vostri fuochi
le mie smanie non vedano lume
VOCI II
Scena II
Orrore, orrore, orrore
Ah né lingua né cuore
possono darti nome
VOCI I
LADY
DUNCAN
DUNCAN
Macbeth?
E non fermò Macbeth e Banquo?
Brutto il bello, bello il brutto
SERGENTE
SERGENTE
Macbeth è nella mischia
nessuno lo tiene
la spada fumante
s’è fatta un varco.
Prima che l’infame apra bocca
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Ah, raddoppiarono i colpi
come volessero immergersi
nella carne nemica.
Sai chi s’è unito ai Norvegesi?
Il Signore di Cawdor …
MACBETH
Cosa siete?
Parlate, se potete
VOCI II
Soffierà il delitto in ogni occhio
Innocenza fingete sul volto
siate un’aspide celata sotto il fiore
Vieni, vieni!
MACBETH
Sguardo non colga la mano
però si compia ciò che all’occhio
è spavento, quando è fatto
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VOCI
Vieni notte
vesti il nero più nero
MACBETH, LADY
Vieni notte
vesti il nero più nero
perché non veda il ferro la ferita
Scena III
MACBETH
Cerca la tua padrona.
Dille di suonare, appena
pronta la bevanda
SERVO
Sarà fatto
MACBETH
non s’apra il cielo
a gridare:
LADY
ferma, ferma la mano!
MACBETH
Sì, vieni, vieni. Sì, vieni.
E lascia che t’afferri. Lascia …
Io non ti stringo
ma sei vero
come questo che snudo
VOCI I
Brutto il bello, bello il brutto!
Via, come fiato nel vento
Lunga la notte
che non ha mattino
IN HOC FORTITUDO BRACHII
TUI
mi chiami dove già m’avviavo:
tu m’hai prescelto
L’ho guardato un istante
sembrava mio padre,
mio padre addormentato
avrei voluto …
MACBETH
Hai sentito?
LADY
È il gufo.
MACBETH
VOCI
ANTE FACIAM TUAM IBI MORS
Chi ha parlato?
LADY
Scena IV
VOCI
MACBETH
34
c’è sangue fin sull’elsa …
No, l’impresa di sangue
prende forma ai miei occhi.
Stillano i misteri della notte.
Ulula il lupo e una lama
fa specchio all’assassino esangue.
O soglie, il muto orrore s’accorda a
questo
istante
Io vado …
Oh, non udirlo Duncan questo suono
Quando?
MACBETH
LADY
Le porte dischiuse … È dentro.
– Ascolta! … Nulla.
Che non li desti! … Nulla.
Ho sfilato i pugnali.
Non può non vederli.
Ora.
Ascolta! …
Mentre scendevo?
LADY
Sì
35
MACBETH
O vista dolorosa
Ascolta!
LADY
LADY
Stolto pensiero
Ti porta alla follia
Uno rideva nel sonno
– uno gridò: assassinio!
È una vista pietosa …
LADY
Stolto pensiero dire:
una vista pietosa
MACBETH
Gridava come se mi vedesse
con queste mani piene di sangue
Ascolta! …
LADY
non pensare …
MACBETH
Sentivo una voce
36
Non torno dentro.
Ho paura a guardarlo
… una voce gridare:
mai più sonno!
Macbeth ha ucciso il sonno
Un debole!
Dammi, dammi.
Sanguina ancora …
io stessa imbratterò i servi
LADY
MACBETH
Che vuoi dire?
MACBETH
non potrai più dormire.
Ripeteva …
Chi batte?
Perché ogni rumore mi spaventa?
Le mie mani …
strappano gli occhi
Chi mai così gridava?
Cerca dell’acqua …
Via questa macchia dalla mano.
Perché con te i pugnali?
Là devono restare
Ma cosa ho fatto?
Ancora! Su, svestiti.
Non pensare più.
MACBETH
Ah lo svegliaste!
E tutto smarrire.
ATTO SECONDO
Scena I
BANQUO
LADY
LADY
MACBETH
LADY
LADY
MACBETH
MACBETH
MACBETH
Dello stesso colore queste mani, vedi!
Ho vergogna di un cuore come il tuo.
Rientriamo:
sento bussare.
Per questo sangue basterà un po’
d’acqua,
ma così stanco il tuo volere …
Alta è la notte?
FLEANCE
La luna è tramontata
BANQUO
Tramonta a mezzanotte
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FLEANCE
Sembra più tardi. Non odo la campana
Scena II
MACBETH
A tutti il benvenuto!
BANQUO
Prendi la mia spada.
Il cielo è senza stelle – tieni anche
questo.
Un gran torpore m’invita
a smarrirmi nel sonno …
ed ecco qualcosa
nel sonno
da un cerchio di arcani
qualcosa mi chiama!
Spiriti che vegliate sui pensieri di
morte
allontanate il calice dei sogni.
Dammi la spada!
Chi è là?
Ah! La mente ho piena di scorpioni.
Prima che il pipistrello chiuda l’ultimo
giro
si compirà …
CORTIGIANI
A voi grazie, Signore
LADY
Cosa?
LADY
Tutto è vano
quando appaghi una smania
senza gioia.
Pensieri già morti
come chi non vuoi scordare.
Ciò che è fatto è fatto
MACBETH
Fu tagliata la serpe, non uccisa.
Cerchiamo il sonno notturno
nell’angoscia
LADY
Ma lascia quei pensieri
38
MACBETH
SICARIO
È di Banquo.
Ma il figlio è sfuggito
MACBETH
La mia febbre ritorna.
Il corpo?
SICARIO
MACBETH
Amore! Restane all’oscuro, amore
or vieni, o notte,
con sanguigna mano
strappa il patto solenne
che mi fa pallido.
Andiamo.
Fate festa e brindiamo!
In un fosso
venti squarci sulla testa
LADY
In disparte, Signore?
MACBETH
Mi richiami al dovere.
Ah fosse qui anche Banquo …
CORTIGIANI
Brindiamo!
UN CORTIGIANO
Cosa vi turba?
MACBETH
Hai sangue sul viso
LO SPETTRO
Macbeth, Macbeth!
39
MACBETH
MACBETH
VOCI
Accorrete
accorrete!
LO SPETTRO
MACBETH
LO SPETTRO
VOCI
LADY
Non puoi accusarmi …
Mi sta innanzi. Spaventerebbe
anche il demonio
come fuori dal sepolcro ombre vaganti
VOCI
Macbeth, Macbeth,
sii sanguinario
Vattene, vattene
LO SPETTRO
irridi a ogni forza umana:
L’occhio si spezzi su una nuova gorgone
Le tombe rigettano i morti
Ti fiacca la follia
MACBETH
LADY
UN CORTIGIANO
MACBETH
Tu fissi il vuoto
Non temere:
Macbeth mai sarà vinto
finché il bosco non muoverà
contro di lui
VOCI
MACBETH
Non scuotere le chiome di sangue
MACBETH
L’ho visto, l’ho visto
Pietre si muovono, gli alberi parlano
uccelli hanno svelato
il delitto più occulto
LADY
Signori, alzatevi …
Il Re non sta bene.
Ma guarda, guarda là, non vedi?
MACBETH
VOCI
LADY
Restate, ne soffre da tempo.
Ma passa.
Non guardate, crescerebbe il delirio.
E sei un uomo?
40
Vergognati
Accorrete a specchiarvi in quest’orrore
LO SPETTRO
Nessun nato da donna
nessuno potrà abbattere Macbeth
Strano più che il delitto.
Datemi vino – pieno fino all’orlo!
Alla felicità di tutti voi,
e a colui che più ci manca
CORTIGIANI
A voi salute e fedeltà
MACBETH
S’apra la terra e ti ringoi.
Non hai vita, è ghiaccio il sangue.
Tu irato e senza sguardo
LO SPETTRO
Al …
Te perduto, ov’è la patria?
… to?
Dell’amor più desto è l’odio
le …
41
LADY
Ne soffre spesso, credete.
È niente.
LO SPETTRO
d’altre mille e mille vite
il destino …
… sue vittime a colpir.
Te perduto, ov’è la patria
col suo splendido avve …
Nulla esiste se non ciò che non è
Alta è la notte?
MACBETH
LADY
Maledetta quest’ora nel tempo.
Ecco … sono ancora un uomo.
Restate, vi prego
LADY
Hai spento l’allegria
SPETTRO II
… sue vittime a colpir.
Te perduto, ov’è la patria?
Chi può reggere tal vista?
UN CORTIGIANO
Quale, mio Signore?
MACBETH
Somigli troppo a lui. Va via!
E anche tu! Basta … la tua corona
mi acceca. O vista orribile … Apollo
crivellato di sangue, mi sorride
Gli orrori vissuti non sono niente
davanti al frutto della tua mente.
42
CORO
ATTO TERZO
Scena I
LADY
Ecco viene
immersa nel suo sonno.
Guardate! Ha gli occhi aperti
Sì, ma la vista è spenta
LADY
LADY
A parlargli peggiora.
Ed ora, lasciateci
MACBETH
VOCI
In lotta col mattino
CORO
MACBETH
Sangue chiama sangue.
Così dentro nel fiume di sangue
non si può tornare indietro.
Ancora una
Ma quanto sangue in un vecchio!
Una macchia
un’altra macchia
via, maledetta
via ti dico!
… una, due: è giunta l’ora.
Buio all’inferno
Vergogna mio Signore
nessuno può chieder conto a un Re
Sentite?
Mai pulite queste mani?
Mio Signore, non pensate.
Basta sussulti, rovinerete tutto
CORO
Le sue parole muovono orribili pensieri
LADY
Ancora odor di sangue:
Tutti i balsami d’Arabia
non avranno profumo
Oh, per questa piccola mano. Oh, oh,
oh
CORO
Ha il cuore carico di pena
43
LADY
Lavati le mani
Su, svestiti! Perché pallido?
Banquo è sepolto
e non esce dalla tomba
CORO
Le menti infette
svelano al guanciale i segreti
SERVO
Scena II
È presto
Voglio metterla!
MACBETH
MACBETH
Il mio cammino
è finito tra le foglie secche. Restano
maledizioni, mormorate, e un rispetto
a parole:
Fiato. Servo!
LADY
A letto, a letto. Battono alla porta.
Presto vieni, vieni, vieni.
Dammi la mano
SERVO
Cosa comanda?
Voglio metterla. Mandino ancora cavalieri
di vedetta, impicchino chi parla
di paura. Qua la corazza!
Ho perso tutto, anche le paure
mi raggelava ogni suono nella notte.
Ormai sazio di orrori, non mi scuotono più.
Di chi quel grido?
MACBETH
VOCI
Mi ha turbato l’animo
e posto negli occhi lo spavento
Hai notizie?
VOCI
Penso ma non oso più dire
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È morta la regina
SERVO
Non nuove
LADY
Ciò che è fatto è fatto.
A letto, a letto, a letto.
CORO
MACBETH
Questa battaglia m’incollerà sul trono
o mi rovescia per sempre.
Dammi l’armatura!
La vita non è che un’ala d’ombra,
un musicante consuma la sua parte
sulla scena e poi va via:
il racconto di un idiota – rumore
e furore, che non dice niente.
Sei qui per muovere la lingua. Presto!
SOLDATO
Signore dovrei riferire
ma non ho parole
MACBETH
E allora!
SOLDATO
Mi parve, ero di guardia
d’improvviso mi parve
dovete credermi
il bosco cominciò a venire avanti
MACBETH
Questa parola doveva esser detta.
Domani, e domani, e domani
s’insinua furtivo ogni domani
nel passare dei giorni
e tutti i nostri ieri gettano polvere
agli sciocchi. Muori, muori candelina!
MACBETH
Miserabile
SOLDATO
Uccidetemi se non è vero!
Voi stesso potete vederlo
45
a tre miglia da qui: sì, il bosco
si muove
MACDUFF
MACBETH
MACBETH
Se menti sarai appeso vivo
finché la fame non ti secchi.
Se invece …
se quanto dice è vero
non c’è né da scappare né da restare.
Dài vento, soffia,
distruzione vieni: meglio crepare
con le armi in pugno
La perfidia (intermezzo)
Parlerà la mia spada
La mia vita è stregata
taglierai solo l’aria
MACDUFF
Disprezzo incantesimi e illusioni
possono darti nome
Signore di Glamis!
Signore di Cawdor!
Macduff sarai Re!
MACDUFF
Velate stelle i vostri fuochi,
le mie smanie non vedano lume
MACBETH
MACBETH
Mi si svuota l’anima.
Non voglio battermi
Stanco del sole
vorrei che il mondo sprofondasse
VOCI
MACDUFF
Scena III
E allora arrenditi, tiranno
e ti esporremo come un mostro raro
MACDUFF
MACBETH
MACBETH
VOCI
Vieni notte
vesti il nero più nero
Congedo
CORO
Non una traccia.
Troppo sacro l’indicibile
per disperderlo in segni.
È colpa il discorso
e da vivi si chiude la bocca.
Perché ciò che fu visto nella notte
non sia trascinato nel fango
ma tutto affidato alla memoria.
FINE DELL’OPERA
MACDUFF
Qua mi porta il fragore:
fatti vedere assassino!
No, colpisci forte, Macduff!
Dannato chi primo dirà basta
Vieni notte
vesti il nero più nero
VOCI
Fra tutti ho evitato solo te. Guarda,
sono gonfio del sangue dei tuoi figli
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Orrore, orrore, orrore
né lingua, né cuore
Vieni notte
vesti il nero più nero
Das italienische Libretto folgt in Schreibung und Interpunktion der bei Ricordi verlegten Partitur (Casa
Ricordi, Mailand, Katalog Nr. 138801)
In terms of spelling and punctuation the Italian libretto
is based on the score published by Ricordi (Casa Ricordi,
Milan, catalog no. 138801).
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If everyone else loses
E BANGKOK — Thailand’s film censors have banned an adaptation of Shake-
speare’s “Macbeth,” saying it could inflame political passions in the country
where it is taboo to criticize the monarchy.
Associated Press, 2012
Macbeth remains a mystery. Both the play and the character (two characters
really, even though we might also read Lady Macbeth as the “Id,” as libido and
destrudo). A simple prophecy is enough to turn everything upside down, to
start an inferno. So distant from our time, on the one hand – the magical, the
premodern, the occult, and yet so credible, even today.
Macbeth is the nightmare of power, in those moments when it comes to its
senses, realizes its destructive force. Man cannot afford power and yet does so
little to curb it. Never has the futility of the struggle for power been described
more passionately or more painfully; that fatal ambition as a psychological
crisis, as an introduction to the inevitabilities of our base nature. After Macbeth
we know: it is because of man’s potential inclination towards evil that we must
not allow power to thrive, not the other way round.
Blood, blood, blood. The ultimate horror, because everything can be killed, can
be destroyed. According to the American literary critic Harold Bloom Macbeth
has an obsession with “overcoming time by murdering the future.” Isn’t that
true of Hitler and Stalin as well? “Bloodlands” is the title chosen by historian
48
Timothy Snyder for his account of the twofold mass murder in Eastern Europe.
The destruction of all morals within the shortest possible time. And perhaps
the accelerated speed of the collapse is what upsets us most of all.
And yet we identify with Macbeth, too, feel that his desires may be our own,
given the right circumstances. Whenever there’s a jackpot to be won we all run
off to buy lottery tickets, knowing full well that we can only win if everyone else
loses. A corrupt system, in a low-cal version. Deep down inside we do have a
suspicion of how fiercely we would cling to power, provided we ever had the
chance. Greed leads to destruction: we learn it from history books, we hear it
on the news every night. Gaddafi is Macbeth (the prophetic imagination of
the Scottish usurper is mirrored in the idiosyncratic fantasies recorded in the
Colonel’s “Green Book”), Berlusconi is Macbeth, even without having bloodied
his own hands. And what about the noble managers directing the fates of BP or
Shell? If Shakespeare’s just king represents the natural order, the destruction of
the environment is today’s form of regicide.
Every adaptation of Macbeth simply must pit the principles of order and chaos
against each other.
Ilija Trojanow
Ilija Trojanow was born in Bulgaria in 1965. He has lived
in various countries all over the world, including Yugoslavia, Germany, Kenya, France, India, etc. Trojanow
works as a journalist (e. g. for FAZ, NZZ) and a freelance
writer, and has received a number of literary awards (e. g.
Bertelsmann Literature Prize, Leipzig Book Fair Prize,
Marburg Literature Prize, Adalbert von Chamisso Prize).
His books have been translated into many languages.
49
FROM VERDI TO SCIARRINO
The four-act opera Macbeth, premiered in 1847 in Florence, is one of Giuseppe
Verdi’s blackest musical dramas. The portrait of the homicidal upstart and his
wife, Lady Macbeth, illuminates the abysms of the soul with a forcefulness
that seems to make any further interpretation superfluous. When, some one
and a half centuries later, Shakespeare’s drama is taken up anew, it is an act of
courage, and it is all the more courageous that it should be a composer like
Salvatore Sciarrino, for his sparse musical language, favoring the quiet registers,
is the very opposite of Verdi’s dramatic forcefulness. However, the version given
its world premiere in 2002 in Schwetzingen revealed that reducing the grand
rhetorical gesture to an intimate chamber music tone offers untold possibilities
for a new perspective of the monstrous events. To be sure, just as in Verdi, the
question of the roots of evil is not finally answered, for ultimately it lies beyond
rational comprehension. But Sciarrino’s work demonstrates how it befalls man
and makes of him a heinous criminal in the satisfaction of his lust for power.
The arena of conflict is not the battlefield or the murder chamber; it lies within
the two main figures themselves. They are not conquered by external enemies,
but by their own consciences. His whispered admission of guilt has the power
of the trumpets of Jericho and finally causes the walls of the criminal ego to
fall. But evil remains in the world.
50
Max Nyffeler
“WHO WROTE THAT? ME?”
The composer Salvatore Sciarrino in conversation with the baritone Otto
Katzameier.
Otto Katzameier: One thing I’ve been wanting to ask you for ages is: why do
you quote Don Giovanni in your opera Macbeth?
Salvatore Sciarrino: Every new piece also tells you something about what happens to us every day, as we fight our fathers, or assert them … For example, I
kill Mozart and Verdi every day!
K.: You kill Mozart and Verdi every day?
S.: Not just Mozart and Verdi, every composer …
K.: You kill every composer every day?
S.: No, not all of them, only the best!
K.: Why?
S.: Because that’s what we have to do! If we don’t the fathers stay in place.
K.: But why shouldn’t we follow in our fathers’ footsteps?
S.: Because that’s not possible, that option simply doesn’t exist! Even if you
believe to be following in your father’s footsteps, in reality you aren’t.
K.: You don’t find your own way?
S.: That’s right, you need to be free. Which means: you need to win your own
freedom!
K.: So Verdi and Mozart are your fathers.
S.: Not my fathers only!
K.: I asked the members of Klangforum Wien to come up with a few questions
51
for you, and one of them was: to which extent do you refer to traditional, classical, notated music? Or would you prefer it if no music at all had existed in
the past, if you were entirely free, and everything was new?
S.: My situation is somewhat paradox: on the one hand I teach the classical
tradition, while in my own music I am wholly archaic, not classical at all! I
start at the very first instant, the instant in which we are born, in which there
are no other sounds than those around us, and within our bodies. It’s not easy
to describe, in a way it’s like a beginning … Many years ago there was this
presentation of a very early recording of my music, and among the guests were
many important personalities, a radio director, one who later became the director of the Scala, an eminent critic, good friends all of them. They tried to give
an introduction to my music, but none of them found the right words. And
then there was this man who wanted to ask a question. He said: “If you don’t
mind my saying so, I think you create a strange transmission or memory of
the sounds we feel and experience before we are born … in the womb …” He
only said a few words. What he said wasn’t a question, of course, but when he
had finished the people were quite astonished.
K.: Would you say your music is Italian?
S.: I don’t know. In any case it’s more Sicilian than Italian. A kind of archaic
Sicilian, mid-Mediterranean music.
K.: You mean a kind of music going back to the days before all those famous
Italian composers came along, a music preceding Monteverdi, so to speak?
S.: Yes, which is odd, given that my music is very austere, entirely monodic, not
Gregorian. There is only one voice.
52
K.: Not always!
S.: O yes, always.
K.: But in the first witch scene in Macbeth, for instance, your music is quite
polyphonic!
S.: Yes, but it is a polyphony that always seems like a single organic sound.
K.: Tell me about how you started writing music.
S.: When I began I could only get low-quality copies of music, and within one
year I had got as far as contemporary music. You could say that I started out
with one and the same score of Stravinsky and quickly proceeded to Bartók,
Schönberg, then Stockhausen …
K.: That was when you were a student of composition?
S.: O no, when I was twelve or thirteen years old! I was given a wonderful opportunity: there was this composer, who also attended the Darmstadt New Music Summer School. He arranged for an opportunity to sit in on the Settimane
Internazionali di Nuova Musica in Palermo, which was by then the second
most important festival for contemporary music besides the Darmstadt festival.
I showed him my scores, and he always returned them to me with a piece of
good advice. He’d never say, “Don’t do that!” or “What you have to do is this,”
but instead he’d say: “Be careful, because the trumpets don’t work well that way,
why not look at this piece by Debussy …” – He gave me that sort of advice for
every problem, which gave me an opportunity to imitate and emulate! I studied
tradition, the best tradition, without being obliged to adopt any particular idea
of technique. And in the final analysis, knowing the models means to overcome
them! I used to argue with my fellow students about Mahler, who at the time
53
was considered a decadent musician and hated by everyone. My point was:
how can you learn anything about orchestration if you don’t know Mahler?
K.: So, for you Mahler was more important than Verdi, Puccini or …
S.: … yes, in respect of modern orchestration.
K.: And in stylistic terms?
S.: Mahler is immensely important in stylistic terms, because he knows how
to use things that are really simple and very musical, and he knows how to
transform them. I think you can learn orchestration from Puccini, Mahler and
Richard Strauss, but mainly from Puccini and Mahler!
K.: You’ve named three composers, and two of them are German!
S.: Well, and of course we mustn’t forget Beethoven. And Mozart. When I was
little I went to see Don Giovanni. But I truly discovered Mozart only when I saw
Le nozze di Figaro, when I was at least eighteen. Proceeding from a deep musical
philosophy, which you experience for instance in Beethoven’s late quartets and
sonatas, I arrived at the amazingly direct and dazzling simplicity of Mozart’s
music! That’s why I always claim my development as a composer started only
when I was nineteen.
K.: I once saw an interview with Louise Bourgeois, that fantastic artist, a very
frail, old woman, and she said: “I am far too small and too weak for my emotions. I have to do large sculptures, otherwise I’ll explode!” – Do you write your
music for the listeners, or do you write music because the sound is inside you
and you have to somehow get it out?
S.: I think the trouble with many composers is that they believe they can convey
their ideas and feelings with their music. Yet the listener’s personal experi54
ence entails entirely different ideas and feelings, and even though something
common may be created in the end, the differences also become manifest. We
must be emotional for the music, but it is impossible to convey my emotions
to you, you’re not able to feel my emotions, and you never will be! And why
should you? Your eyes, your mind are different from mine. And that’s great!
Every living thing can have this kind of individuality, needs to have it, even a
simple cell. And that’s creativity, that’s the creativity of the world! This is my
starting point – completely different from that of most other composers. And
there’s something else I’d like to add: we usually say things like, “He’s a good
composer, he’s not a good composer …” Yet I am certain that there is creativity
in everyone, even though it may sometimes remain undeveloped, undiscovered
by others, undiscovered even by the actual individual themselves. There is no
human existence, no human being that is not creative.
K.: But there still is good music and bad music, right?
S.: Yes, but that’s a different viewpoint, a different perspective. You can seduce
me beautifully with a bad song.
K.: That’s true!
S.: That’s creativity! So we have established that there is no objectivity, that all
music must be subjected to interpretation. That’s the life of music. Judgments
destroy. If we say, “This is a good tree. That one is not so good because it is
afflicted with a disease. The one over there is better because it looks beautiful,”
that’s racism! We destroy ourselves, don’t use our heads properly. All things
have their place and their purpose.
K.: If creativity is everywhere and we should refrain from making judgments –
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does that mean that everyone who writes any music should be performed at
the Salzburg Festival?
S.: No!
K.: So we have to make judgments, right?
S.: No.
K.: Someone has to make judgments.
S.: We have to select …
K.: Select, right …
S.: We ourselves, we have to select, but that doesn’t mean destroy, because we
can find the right place for all the other things, too! Besides, the trouble with
most young composers is that they get sucked into the treadmill of commissions far too early. If I had received that kind of commissions as a young man it
would have destroyed me. One shouldn’t get into the treadmill of commercial
productivity right from the start. I used to tell my students, “Sorry, but Schubert
wrote nine symphonies. And how many did he hear played? None of them. But
that wasn’t a big problem.” I’ve had students who were a lot better than me. But
they got destroyed. Whenever I get to Donaueschingen (note: the Donaueschingen Festival) it seems to me like a huge altar stone on which so many young
composers have been murdered, and you can still see the bloodstains … I find
that very sad and horrible.
K.: But what’s the solution for young composers? Either they are successful,
which means they have to deliver one piece after another, or else they don’t get
commissions at all.
S.: I’m not saying they shouldn’t have commissions, but they should have them
56
at the right time! I started writing music in a playful sort of way, like a child,
even though I took it very seriously. At first I only wrote music for myself. I
needed that simply to realize it all. When I write music I get into a kind of
trance, and when I get to the end, for instance in my large-scale scores, I’m not
sure anymore: who wrote that? Me? I can’t be sure!
K.: God?
S.: No. Sorry, but no, I don’t believe that.
K.: You’re not a Christian?
S.: I was born a Christian but …
K.: … you don’t believe in God.
S.: I think the universe is so perfect and so beautiful. It is God, the universe
is God … a few centuries ago they would have called me a pantheist, like
Beethoven.
K.: Yes, your music can be very spiritual, I find your music very spiritual.
S.: Yes, I believe we need to be spiritual! That is our purpose as human beings.
And we mustn’t imagine God to be in any way like a human being.
The interview was first published in, and reprinted by kind permission of, “Quart Heft für Kultur Tirol Nr. 18/11.”
Editing: Milena Meller (Translation from Italian to German: Katharina Meller)
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SALVATORE SCIARRINO
Salvatore Sciarrino (*Palermo, 1947) likes to boast that he was born free and not
in a school of music. Self-taught, he began to compose when he was twelve. His
first public concert was given in 1962. But Sciarrino considers what he wrote
before 1966 as immature works of apprenticeship, for it is then that his personal
style came to the fore.
There is something truly special about this music: it induces a different way of
listening, projecting a thrilling awareness of reality and of the self. And after
forty years his huge catalogue of compositions is still in a phase of astonishing
creative development. After completing his schooling and a few years of university in his home town, he moved first to Rome in 1969 and then to Milan in 1977.
Since 1983 he has been living in Umbria. He published for Ricordi from 1969 to
2004. From the very next year exclusive rights passed to Rai Trade. His discography is particularly large: around 80 CDs, issued by the major international
labels, have been acclaimed and often awarded prizes. As well as the librettos
of his own works of music theater, Sciarrino has written many articles, essays
and texts of various kinds; some have been chosen and collected in Carte da
suono (Cidim – Novecento, 2001). Also important is his interdisciplinary book
on musical form: Le figure della musica, da Beethoven a oggi (Ricordi, 1998).
He has taught at the conservatories of Milan (1974–83), Perugia (1983–87) and
Florence (1987–96). He has also held courses of specialization and master classes: particularly worth mentioning are those of Città di Castello from 1979 to
2000. Between 1978 and 1980 he was artistic director of the Teatro Comunale
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of Bologna. An Academician of Santa Cecilia (Rome), Academician of the Fine
Arts of Bavaria and Academician of the Arts (Berlin), he has won numerous
prizes, the most recent ones being the Prince Pierre de Monaco (2003) and the
prestigious Premio Internazionale Feltrinelli (2003). He is also the first winner
of the new Musikpreis Salzburg (2006).
In 2009 his opera La porta della legge (Vor dem Gesetz) was premiered in Wuppertal. His following opera Superflumina was premiered in Mannheim in 2011.
In recent years his operas have been frequently reprised: La porta della legge
in 2009 in Mannheim, then in 2010 in New York (Lincoln Center), in 2012 in
Bogotà (Colombia, Festival Iberoamericano) and Ostrava (Czech Republic);
furthermore in 2011 Macbeth was reprised in Mainz and Salzburg, Luci mie
traditrici in Buenos Aires and Frankfurt.
His latest compositions include Cantiere del poema for soprano and ensemble
(premiered in Città di Castello in 2011, to be reprised by Warsaw Autumn in
2012), Senza sale d’aspetto (premiered in MiTo Festival by OSN Rai) and Carnaval for 5 voices, piano and ensemble, commissioned by the Luzern Festival
for “Pollini Perspectives” in August 2012.
In 2011 Salvatore Sciarrino was invited as a judge for the Takemitsu Composition Award, in 2012 he received the BBVA “Frontiers of Knowledge” Award.
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OTTO KATZAMEIER
Bass-baritone Otto Katzameier studied singing in his hometown Munich with
Josef Metternich and Hans Hotter. He soon began to win prizes at many prestigious competitions, such as the Mozart Competition Würzburg, Hugo Wolf
Competition Stuttgart and Bundeswettbewerb Gesang Berlin. In recent years,
he has performed many of the major operatic roles, including Don Giovanni
and Leporello (Lucerne, Berlin), Guglielmo and Alfonso (Rheingau Music Festival), Mustafà in L’italiana in Algeri (Mannheim, Saarbrücken) and Handel’s
Imeneo (Handel Festival in Halle). He was also celebrated for his performance
in Die Fledermaus at the Opera Bonn and in Offenbach’s Barbe-Bleue at the
Bregenz Festival 2006. Otto Katzameier’s dedication to contemporary music
theater is evident in his wide range of roles such as Berio’s Prospero (Un re in
ascolto), Henze’s Landarzt (Ein Landarzt), Staud’s Egäus (Berenice), Sciarrino’s
Il Malaspina (Luci mie traditrici) and Macbeth (Macbeth), Eggert’s Dominique
(Freax, world premiere), and Jarrell’s Pope Urban VIII (Galilée), which he performed in productions directed by Achim Freyer,Willy Decker, Trisha Brown,
Christoph Schlingensief, Reinhild Hoffmann, Stefan Herheim and Nicolas
Brieger at the Schwetzinger SWR Festspiele, the Munich Biennial, the Wiener
Festwochen, the Berliner Festspiele, as well as in Rome, Frankfurt, Paris, New
York, Venice, Tokyo,Warsaw, Amsterdam, Brussels, Madrid, and Tel Aviv. Otto
Katzameier made his Salzburg Festival debut in 2008 as Il Malaspina in Luci
mie traditrici (directed by Rebecca Horn) and in the cycle of orchestral songs
Quaderno di strada – dedicated to Otto Katzameier himself – as part of the
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series “Kontinent Sciarrino”. He has recorded both pieces with the Klangforum
Wien under Beat Furrer and Sylvain Cambreling.
ANNA RADZIEJEWSKA
The Polish mezzo-soprano Anna Radziejewska was educated in her native
Warsaw by Jerzy Artysz and was already winning major international competitions while still a student. In 1995 she made her debut as Bona in Elzbieta
Sikora’s opera L’Arrache-coeur at the National Opera in Warsaw. There and at
the Warsaw Chamber Opera she has since been a regular guest, with roles
such as Purcell’s Dido and Handel’s Rinaldo, Ericlea (Il ritorno d’Ulisse in patria), Dorabella (Così fan tutte), Annio (La clemenza di Tito), Giuditta (Betulia
liberata), Rossini’s Rosina, Tancredi and Arsace (Semiramide), as well as Olga
(Eugene Onegin). Engagements have also brought her to the Bavarian State
Opera, the Wiener Festwochen, the Flemish Opera, to St. Petersburg, and to
Lucerne as Lady Macbeth in Salvatore Sciarrino’s opera Macbeth. In the world
premiere of Sciarrino’s Da gelo a gelo at the 2006 Schwetzinger SWR Festspiele
Anna Radziejewska appeared with Klangforum Wien under Tito Ceccherini in
the central role of the poetess Izumi: a production also presented at the Opéra
national de Paris and at the Grand Théâtre de Genève. In 2008 the artist made
her Salzburg Festival debut in Salvatore Sciarrino’s Luci mie traditrici.
Anna Radziejewska has collaborated with such renowned conductors as René
Jacobs, Ivor Bolton, Harry Bicket, Attilio Cremonesi, and Jean-Christophe Spi61
nosi. As a lied and oratorio singer she has presented a broad repertoire, including the Bach Passions, masses and the Requiem of Mozart, the Stabat mater
settings by Scarlatti, Vivaldi and Karol Szymanowski, as well as Rossini’s Petite
Messe solennelle. Her recording of the complete songs of I. J. Paderewski with
the pianist Mariusz Rutkowski was nominated for the Fryderyk Award 2007.
Her CD with Szymanowski songs was distinguished as Sélectionné par ARTE.
RICHARD ZOOK
Tenor Richard Zook was born and educated in the United States, but has lived
in the Netherlands for many years. He is also an experienced accompanist,
organist and choral conductor. His career as a singer encompasses a broad
spectrum of different musical genres, periods and styles. On the concert podium, his main interest has always been Johann Sebastian Bach’s oeuvre; his
repertoire in the field of musical theater ranges from the Baroque to children’s
operas to modernism. Thus, among others, he performed the role of Banquo at
the world premiere of Salvatore Sciarrino’s opera Macbeth at the Schwetzinger
SWR Festspiele in 2002. This production was subsequently presented in Graz,
Paris, Frankfurt and at the Lincoln Center Festival in New York.
62
SONIA TURCHETTA
Mezzo-soprano Sonia Turchetta was born in Naples and studied vocal
and piano performance as well as composition at the Music Conservatory
“Giuseppe Verdi” in Milan. Her repertoire includes works from the Baroque
era to modernism. She has performed many world premieres, including compositions written especially for her voice. Sonia Turchetta has made guest appearances at the Hessian State Theater Wiesbaden, La Scala Milan, Teatro La
Fenice in Venice, Teatro Regio in Parma as well as the Teatro Carlo Felice in
Genoa, and has also performed at major festivals such as the Berliner Festwochen, Schwetzinger SWR Festspiele, Maggio Musicale Fiorentino, the Venice
Biennial,Wittener Tage für Neue Kammermusik, Ars Musica in Brussels, Paris
Autumn Festival and the MusikTriennale Köln; she made her Salzburg Festival debut in 1999, performing works by Salvatore Sciarrino. She has worked
for many years with Salvatore Sciarrino, who has written numerous works for
her. In 2002, she appeared in Sciarrino’s Macbeth at Oper Frankfurt, directed
by Achim Freyer; this was followed by performances at the steirischer herbst
together with Klangforum Wien under Sylvain Cambreling, with the Ensemble
Modern at the Paris Autumn Festival, in 2003 at New York’s Lincoln Center and
in 2004 at the Teatro dell’Opera in Rome. The artist regularly performs recitals, for example in 2009 in Milan featuring music by Debussy, Ravel, Britten,
Berg, Strauss and Mahler. In 2010 this was followed by a program with songs
by Borodin, Mussorgsky, Liszt and Bartók. Sonia Turchetta is featured in many
recordings released by different labels. She teaches at the Music Conservatory
“Giuseppe Verdi” and gives master courses in Italy, Germany and France.
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THOMAS MEHNERT
VOKALENSEMBLE NOVA
Bass Thomas Mehnert, a native of Chemnitz, received his early musical education at Dresden’s Kreuzchor and at the Windsbach Boys’ Choir. He studied
vocal performance at the Richard Strauss Conservatory in Munich and received
a fellowship from the Deutscher Bühnenverein (German Stage Association).
After master courses with Ernst Haefliger and Josef Metternich, he made his
debut at the State Theater in Cottbus. Engagements at the Theater Dortmund
and the State Theater Wiesbaden followed. In addition, he made guest appearances in Amsterdam, Geneva, at the Deutsche Oper Berlin and in Braunschweig. Thomas Mehnert made his Salzburg Festival debut in 1996 in Arnold
Schoenberg’s Moses und Aron under the baton of Pierre Boulez. He has worked
with conductors such as Christoph von Dohnányi, Michel Corboz, Christoph
Spering, Jos van Immersel and Helmuth Rilling. His concert repertoire spans a
range from the bass roles of Bach’s Passions to contemporary music. His most
recent guest appearances have taken him to the Komische Oper Berlin as Figaro
(Le nozze di Figaro) and to the German National Theater Weimar as Conte
di Walter in Giuseppe Verdi’s Luisa Miller. In Darmstadt, where he has been
an ensemble member since 2006, he has been heard in the roles of Ferrando
(Il trovatore), Daland (Der fliegende Holländer), Titurel (Parsifal), Sparafucile
(Rigoletto) as well as Baculus in Albert Lortzing’s Der Wildschütz. During the
2008–09 season, he performed the roles of Cardinal Brogni (La Juive), Kothner
(Die Meistersinger von Nürnberg), and Timur (Turandot); in 2009–10, Sarastro
(Die Zauberflöte), Prison Director Frank (Die Fledermaus) and one of the Anachoretes and chorus leader in Carl Orff ’s De temporum fine comoedia followed.
The NOVA vocal ensemble was founded in 1992. Its core comprises six singers,
who bring a wide experience of collaboration with important conductors and
instrumental ensembles to their work. Membership varies in size according to
the demands of the specific project. NOVA’s repertoire embraces music of the
Middle Ages, a cappella music of the late Renaissance – including the Holy
Week responsories by Gesualdo – Baroque works such as Bach’s St. John Passion
and the B-minor Mass, as well as compositions of the 20th and 21st centuries. In
the domain of contemporary music theater the ensemble has received particular acclaim during the past few year for its contributions to the world premieres
of Beat Furrer’s Begehren (2003), Georg Friedrich Haas’s Die schöne Wunde
(2003), and Bernhard Lang’s I hate Mozart (2006), as well as in the Austrian
premieres of Furrer’s Invocation (2004) and Johannes Harneit’s Idiot (2006). At
the Paris Opéra Bastille NOVA appeared in June 2008 in Haas’s latest opera,
Melancholia. The ensemble is regularly invited to many festivals, among them
the Salzburg Festival, styriarte, steirischer herbst, the Bregenz Festival, Wien
Modern, the RuhrTriennale, and the Donaueschinger Musiktage. NOVA has
engaged in a close collaboration with Klangforum Wien, with joint appearances at festivals for New Music in Vienna, Zurich, Strasbourg, Lucerne, and
Berlin, as well as on CD recordings (e. g. Furrer’s Narcissus and Jean Barraqué’s
Le temps restitué).
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KLANGFORUM WIEN
Klangforum Wien was founded in 1985 by Beat Furrer as a soloists ensemble for
contemporary music. It exists as a democratic forum with a core of 24 players,
equally involved in all artistic decisions. The aim of the ensemble is to achieve
the strongest bond among performers, conductors, and composers – to which
end the traditional hierarchical structures of musical custom have been abolished. Thus, an intensive understanding of the various facets of contemporary
composition are put into effect: the attempt is always made to find authentic
performing styles for the works of modern composers – from the “Modern
Classics,” above all the Second Viennese School, scores by young composers,
to experimental jazz, and free improvisation. In addition to an active recording
schedule, the ensemble engages in work in the fields of music theater and television production, while presenting an ambitious annual subscription series at
the Vienna Konzerthaus. Furthermore, it organizes regular workshops, sharing
its knowledge and mission through interdisciplinary school projects.
EVAN CHRIST
Evan Christ was born in Los Angeles and grew up in Las Vegas. He obtained a
degree in mathematics and composition at Harvard University before studying
conducting with Gert Bahner at the University of Music and Theater Leipzig and pursuing private studies with Christoph Eschenbach. From 2003 to
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2005 he was First Kapellmeister and Associate General Music Director of the
Mainfranken Theater in Würzburg, where he won the Theater Prize in 2004
and founded the Ensemble Apart for contemporary music. Evan Christ commands a broad repertoire and has been responsible for several world premieres.
From 2005 to 2008 he was First Kappellmeister of the Wuppertal Theater and
in 2005–06 Acting General Music Director of the Mainfranken Theater in
Würzburg. As part of the competition “Deutscher Dirigentenpreis” in 2006,
he won a special award. During the 2007–08 season, he was Music Director
of the Bad Homburger Schlosskonzerte series. Evan Christ has made guest
appearances with numerous renowned orchestras, including the Deutsches
Symphonie-Orchester Berlin, Stuttgart Radio Symphony Orchestra, German
Radio Philharmonic Orchestra Saarbrücken Kaiserslautern, the Zagreb Philharmonic, the Nuremberg Symphony, Munich Chamber Orchestra, ensemble
recherche and the Orchestre Philharmonique de Luxembourg. Evan Christ’s
opera experience includes Rigoletto at the National Theater in Mannheim, Don
Giovanni, Turandot and La forza del destino at the Aalto Theater in Essen, Otello
in St. Gallen and Peter Grimes at the State Theater in Hannover. Since August
2008, Evan Christ has been General Music Director at the State Theater in Cottbus. In March 2011, the German Association of Music Publishers awarded the
Philharmonic Orchestra of the State Theater in Cottbus its prize “Best Concert
Program of the 2010–11 Season” for its innovative programming.
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© + 2012 col legno Produktions- und VertriebsgmbH
Distribution See our website www.col-legno.com
Executive Producer Salzburger Festspiele
Recording Date / Recording Location August 4/5, 2011 / Kollegienkirche, Salzburg (A)
Sound Engineer (recording, mixing, mastering) Iker Olabe Goxencia, www.phonoclassical.com
Audio Consultant (final master edit, title and ISRC-programming) Edwin Pfanzagl-Cardone
Publisher Universal Music Publishing Ricordi s. r. l. represented by Universal Edition A. G., Wien (A)
Libretto from the score published by Ricordi (Casa Ricordi, Milano (I), catalogue no. 138801)
Text Ilija Trojanow www.ilija-trojanow.de
Translations Astrid Tautscher
Photography Mauro Fermariello (Sciarrino)
Design Concept Circus. Büro für Kommunikation und Gestaltung, Innsbruck, www.circus.at
Typesetting & Layout Circus
Salzburger Festspieldokumente released by col legno:
— Kontinent Rihm, 2012 (WWE 1CD 20297)
— Kontinent Varèse, 2011 (WWE 1CD 20295)
— Salvatore Sciarrino, 12 Madrigali, 2009 (WWE 1CD 20287)
— Friedrich Cerha, Spiegel, 1997 (WWE 2CD 20006)
— György Kurtág, Portraitkonzert, 1994 (WWE 2CD 31870)
— Luigi Nono, Das atmende Klarsein, 1994 (WWE 1CD 31871)
— Winkler, Varèse, Feldman, 1994 (WWE 1CD 31872)
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Egal welche CD Sie gerade in Händen halten, eines ist gewiss: bunt wird sie sein
und außergewöhnlich, zwei Grundkonstanten bei col legno. Farbenprächtig,
wie die Vielfalt der kulturellen Gegenwart, und unverwechselbar in der Präsentation musikalischer Visionen.
col legno bedeutet »mit dem Holz«. Diese unkonventionelle Spieltechnik bei
Streichinstrumenten hat die Klangvielfalt einst unerhört erweitert. Dieselbe
spielerische Offenheit widmet col legno heute der Musik. Wir wollen mit Ihnen Musik teilen, über die man redet und Geschichten erzählt, weil sie etwas
Besonderes ist. col legno ist eine Familie – mit Ihnen sind wir komplett.
Whichever of our CDs you’re holding in your hands just now, two things are
certain: it will be colorful on the outside, and the music it contains will be
outstanding. These two qualities are fundamental constants in col legno’s productions. They come in colors as resplendent and varied as today’s cultural life,
and are unique in the way musical visions are presented.
col legno literally means “with the wood”. Once upon a time this unconventional
technique enabled string players to expand the variety of sound produced by
their instruments in unheard-of ways. Today we at col legno dedicate the same
open-minded playfulness to music. What we want to share with you is music
that people will talk and tell stories about, because it is so special.
col legno is a family – we only need you to make it complete.
For further information visit: www.col-legno.com
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