Mein Freiwilligendienst in Belfast 2013/2014 1. Rundbrief 01.11

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Mein Freiwilligendienst in Belfast 2013/2014 1. Rundbrief 01.11
Mein Freiwilligendienst in Belfast 2013/2014
1. Rundbrief
01.11.2013
Projekt: Horn of Africa People's Help Northern Ireland
Liebe Freunde, Verwandte und Förderer,
nun bin ich seit fast drei Monaten als EIRENE-Freiwillige hier in Belfast und finde, dass es an der
Zeit ist, mich bei euch zu melden! Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, habe ich schon viel
erlebt, an dem ich euch gerne teilhaben lassen möchte.
Zunächst möchte ich mich einmal für eure finanzielle aber auch ideelle Unterstützung bedanken,
denn ohne euch wäre mein Freiwilligendienst hier in Belfast nicht möglich. Außerdem ist es gut zu
wissen, in Deutschland einen Rückhalt zu haben.
Ausreisekurs
Offiziell begann mein Freiwilligendienst schon Anfang
Juli mit dem zweiwöchigen Ausreisekurs meiner
Entsenderorganisation EIRENE.
So begab ich mich zunächst auf die Reise nach
Neuwied zur EIRENE-Geschäftsstelle wo das Seminar
für alle Freiwilligen, die jetzt in den USA, in Kanada, in
Irland und Nordirland sind, begann.
Hier haben wir uns intensiv auf unseren Dienst im
Ausland vorbereitet. Zum Beispiel hatten wir Einheiten
zu Konfliktsituationen, die uns in unserem Alltag
begegnen können, zur Entwicklungspolitik in den
verschiedenen Ländern und zu den Werten, die EIRENE
vermitteln möchte.
Natürlich haben wir uns nicht nur inhaltlich mit unserem Dienst im Ausland auseinandergesetzt, wir
hatten auch Zeit für Lagerfeuer, Kanufahren, Schwimmen etc. Diese Aktionen sorgten für einen
guten Gruppenzusammenhalt und wir konnten neue Freundschaften schließen. Zudem habe ich
schon mal die anderen Freiwilligen kennengelernt, die jetzt hier mit mir in Belfast sind. Ich wusste
also ungefähr, was auf mich zukommt.
Das Seminar hat mir sehr gut gefallen, wir waren eine harmonische Gruppe und vor allem fühlte ich
mich gut auf meinen Dienst vorbereitet!
Ankunft in Belfast
Nachdem ich dann nochmal zwei Wochen Urlaub mit meiner Familie
gemacht hatte, hieß es für mich am 6. August Abschied zu nehmen und
meinen Lebensmittelpunkt nach Belfast zu verlegen.
Nach zwei Stunden Flug, zwei Stunden Busfahrt und einer halben Stunde
Fußmarsch war es so weit, ich stand vor meinem neuen Zuhause.
Dort wurde ich freundlich von meinen Mitbewohnern empfangen. Direkt am
folgenden Tag nahm ich dann meine Arbeit bei HAPANI auf und wurde
auch hier sehr nett und herzlich empfangen.
In den nächsten Tagen und Wochen hieß es dann für mich, meine
Organisation, in der ich das Jahr arbeiten würde, besser kennen zu lernen
und mich mit meinen neuen Aufgaben vertraut zu machen.
Mein Projekt
Wie schon erwähnt, arbeite ich bei Horn of Africa People's Help Northern Ireland (HAPANI).
HAPANI wurde 2011 von Menschen vom Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien, Dschibuti, Sudan
und Eritrea) in Belfast gegründet und ist eine non-governmental Organisation, die Flüchtlinge vom
Horn von Afrika in Nordirland unterstützt.
Aufgrund von bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Horn vom Afrika, vor allem in Somalia,
flüchten viele Menschen nach Europa, um hier ein besseres Leben zu beginnen.
Diese Umsiedlung ist oftmals sehr schwierig, da meist zunächst nur ein Familienmitglied nach
Belfast kommt und dann Familienzusammenführung beantragen muss. Dieser Prozess dauert oft
Monate. Beispielsweise kommt eine somalische Frau öfter zu uns ins Büro, die eine kleine Tochter
hat. Da diese Frau nach Belfast kam, als sie noch schwanger war, kennt ihr Ehemann sein eigenes
Kind noch nicht. Seit letzter Woche sind nun aber glücklicherweise auch ihr Ehemann und ihre
anderen Kinder hier in Belfast.
Doch auch wenn die ganze Familie hier ist, gibt es noch viele Probleme. Sicherlich eins der größten
ist die Sprachbarriere. Oftmals können die Neuankömmlinge gar kein bis wenig Englisch. Die
Kinder müssen hier zur Schule gehen, ohne dass sie irgendetwas verstehen können. So ist es für die
komplette Familie sehr schwer, sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Hinzu kommt, dass diese Familien auf finanzielle Hilfen vom Staat angewiesen sind. Der Prozess,
diese zu beantragen sowie eine geeignete Unterkunft zu finden, ist sehr mühsam und schwierig.
So wurde HAPANI gegründet, um die Familien bei der Eingliederung in die Gesellschaft zu
unterstützen.
Tagsüber kommen viele dieser Menschen zu uns ins Büro und brauchen Unterstützung, zum
Beispiel beim Ausfüllen von Formularen oder um telefonisch Termine zu vereinbaren.
Die Kollegen, mit denen ich täglich zu tun habe, sind zum einen mein Chef, Suleiman, der
ursprünglich auch aus Somalia kommt. Hauptberuflich arbeitet er als Übersetzer, meistens im
Gericht, verbringt aber auch viel Zeit in unserem Büro und unterstützt unsere „Kunden“ oder hilft
ihnen außerhalb bei Terminen.
Zum anderen arbeitet Layla ehrenamtlich drei Tage pro Woche bei uns im Büro. Sie kommt
ebenfalls ursprünglich aus Somalia, hat aber lange Zeit in London gelebt.
Zusätzlich gibt es noch eine Art Vorstand und viele andere Personen, die mehr oder weniger
regelmäßig ehrenamtlich bei HAPANI mitarbeiten, mit denen ich aber eher weniger zu tun habe.
Im Moment teilt sich HAPANI ein Bürogebäude mit zwei weiteren Organisationen, das heißt, ich
treffe während meines Arbeitsalltages auf viele verschiedene Menschen und habe immer wen zum
„quatschen“ ;-).
Dem entsprechend beginnt mein Arbeitstag jeden morgen um 9 Uhr erst einmal mit einem kleinen
Pläuschchen mit den Rezeptionisten von Mediation Northern Ireland. Mein Tag startet also sehr
gemütlich.
Morgens bin ich dann meistens alleine im Büro und so gegen 11 oder 12 Uhr kommen dann
Suleiman oder Layla.
Ich beschäftige mich dann mit administrativen Aufgaben, z.B. habe ich letzte Woche fast unsere
gesamten Unterlagen neu geordnet.
Zudem kommen täglich Flüchtlinge ins Büro, die Unterstützung brauchen. Oft kann ich ihnen
helfen, doch es passiert auch, dass ich sie wieder wegschicken muss und sie wiederkommen, wenn
Suleiman im Büro ist - weil sie zu wenig Englisch sprechen können, um mir ihr Problem zu
schildern und ich auch noch kein Somali spreche ;-).
Dinge, bei denen ich ihnen aber in der Regel helfen kann, ist das Ausfüllen von Formularen z.B. für
Kindergeld. Oft brauchen sie auch Unterstützung, um telefonisch Arzttermine zu machen. Diese
Aufgaben kann ich auch erledigen.
Exemplarisch möchte ich von einem Telefonat erzählen, das mich doch ein wenig herausgefordert
hat: Eine Dame kam in unser Büro und hatte einen Brief von einem Gesundheitszentrum, der
besagte, dass sie sich einen Termin machen solle, jedoch war dem Brief nicht zu entnehmen, wofür
dieser Termin sein sollte. Da die Dame auch nur sehr wenig Englisch sprach, gab sie mir nur den
Brief und machte mir verständlich, dass ich doch bitte da anrufen solle, um für sie einen Termin zu
machen. Wofür sie den Termin brauchen würde, konnte ich allerdings zunächst nicht herausfinden,
dachte mir aber, dass das Gesundheitszentrum bestimmt weiß, worum es geht, da ja von dort der
Brief kam.
Das Ganze begann dann aber komplizierter zu werden als gedacht, als sich am anderen Ende ein
Herr mit einem sehr ausgeprägten Belfastakzent meldete (auch wenn mein Englisch schon besser
geworden ist, frage ich mich manchmal immer noch, wenn ich mit echten Belfastern rede, ob das
überhaupt Englisch ist ;-) ).
Nachdem ich gefühlte tausend Mal nachgefragt hatte, habe ich einigermaßen verstanden, welche
Informationen er von der Dame brauchte, damit er sie für einen Termin eintragen konnte. Also
musste ich in irgendwie leicht verständlichem Englisch der Frau erklären, dass ich ihre
Sozialversicherungsnummer und einige andere Daten brauchte. Natürlich wusste der Mann vom
Gesundheitszentrum nicht, wofür der Termin sein sollte, das galt es dann auch noch herauszufinden.
Als ich endlich alle Informationen hatte, teilte ich dieses wieder dem Mann vom
Gesundheitszentrum mit. Nach einer gefühlten Ewigkeit und nach langem Hin und Her habe ich es
schließlich geschafft, einen Termin zu vereinbaren! Telefonate dieser Art sind aber eher die
Ausnahme, normalerweise geht mir das leichter von der Hand.
Diese Sprachprobleme sind hier alltäglich, werden aber besser. Also: Somali kann ich zwar noch(!)
nicht, mein Englisch wird aber besser ;-)!
Um ein Uhr habe ich für eine Stunde Mittagspause.
Als das Wetter noch besser war, bin ich oft in den nahegelegenen Botanic Garden, ein schöner Park
in der Nähe meines Büros, gegangen und habe dort gegessen. Inzwischen ist es hier aber zu kalt und
regnerisch und ich verbringe die Pausen im Büro oder bei Malte, einem anderen EIRENEFreiwilligen, der sein Projekt auf derselben Straße hat.
Um zwei Uhr nehme ich die Arbeit dann wieder auf.
Jeden Nachmittag gehe ich zu einer somalischen Familie, helfe den Kindern bei den Hausaufgaben
und unterrichte sie in Englisch. Ja, das klingt schon ein bisschen komisch: Die Deutsche bringt
somalischen Kindern Englisch bei!
Momentan sind es drei verschieden Familien, welche ich ein bis zwei mal in der Woche besuche.
In einer der Familien unterrichte ich zuerst zwei Jungen, die sieben und neun Jahre alt sind. Nach
den Hausaufgaben versuche ich ihnen anhand von Bildern neue Vokabeln beizubringen oder ich
lese mit ihnen kleine Geschichten. Sehr beliebt bei ihnen ist momentan das Memoryspiel. Auf der
einen Karte ist dann ein Wort zu finden und auf der dazugehörigen das entsprechende Bild.
Nach einer Stunde unterrichte ich dann drei Mädchen dieser Familie, sie sind zwischen elf und 13
Jahre alt. Hier sind die Hausaufgaben schon etwas anspruchsvoller und wir verbringen meist die
ganze Zeit damit, diese fertig zu stellen. Ansonsten versuche ich mit ihnen Schreibübungen zu
machen, ich diktiere ihnen also Texte oder wir lesen Geschichten.
Was mir an dieser Familie so gut gefällt ist, dass sich wirklich alle sehr viel Mühe geben, Englisch
zu lernen und auch schon relativ gut sind, eine Konversation ist größtenteils möglich. Außerdem
sind sie auch sehr gewissenhaft, was ihre Hausaufgaben angeht, sie sind also sehr ehrgeizig und
super nett! Gerade bei dieser Familie merke ich schon, dass die Kinder Fortschritte machen und
meine Arbeit erfolgreich ist.
Die anderen beiden Familien, die ich noch unterrichte, haben drei und acht Kinder. Beide Familien
sprechen nur ganz wenig Englisch und manchmal ist es schon schwer, ihnen verständlich
mitzuteilen, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit ich wiederkommen werde. Hier muss ich also
wirklich bei den Basics beginnen. Zunächst habe ich so angefangen, dass ich Bilder zu bestimmten
Themenbereichen, die für ihren Alltag nützlich sind, ausgedruckt und ihnen so die Vokabeln
beigebracht habe. Seit einigen Wochen übe ich jetzt auch mit ihnen Schreiben, was manchen
Kindern sehr schwer fällt.
Bei diesen beiden Familien ist das unterrichten also etwas herausfordernder und anstrengender,
macht mir aber trotzdem Freude! Da ist oft sehr viel Kreativität gefragt, aber gerade das macht Spaß
und inzwischen merke ich auch, dass die Kinder Fortschritte machen!
Manchmal treten auch Probleme auf, mit denen ich vorher nicht gerechnet hatte.
Beispielsweise habe ich neulich angefangen, den Kindern einer Familie die Personalpronomen
beizubringen. Die Herausforderung dabei ist, dass ich aufgrund besagter mangelnder SomaliKenntnisse meinerseits ihnen die Grammatik in Englisch erklären muss. Als ich auf mich gezeigt
und gesagt hatte: “I am Alexandra“, zeigte eins der Mädchen auch auf mich und sagte: „I am
Alexandra“. Als ich darauf erwiderte: „No, I am Alexandra and you are Fortun“, zeigte sie auf sich
und sagte: „You are Fortun“. Das hat dann schon einige Zeit gedauert, bis ich die Geheimnisse
dieser Grammatik aufgeklärt hatte, doch jetzt habe ich das Gefühl, dass sie es verstanden haben. So
ist der Unterricht manchmal mehr und manchmal weniger anstrengend, macht mir aber ziemlich
viel Spaß und mir kommt es so vor, als würde ich die Welt wirklich ein Stück verbessern!
Für die Unterrichtsvorbereitung habe ich immer morgens Zeit. Ich habe viele hilfreiche
Internetseiten gefunden und werde auch selbst kreativ. Zum Ende meines Freiwilligendienstes kann
ich also ein eigenes Lehrbuch herausgeben ;-).
Meine WG
Ich wohne in einem kleinen Reihenhaus im Univiertel, einer ganz guten Wohngegend.
Und natürlich hat man in einer WG auch immer Mitbewohner. Ich habe fünf.
Zum einen wohnt Martha bei mir. Sie ist auch eine deutsche EIRENE-Freiwillige und arbeitet in
einem Familienzentrum. Wir verstehen uns sehr gut und es ist schön, noch eine Deutsche um sich
zu haben, denn ab und an muss man so manches einfach mal auf deutsch „bequatschen“!
Dann wären da noch Maria, Ciara, Freddie und Hussein. Mit ihnen verstehe ich mich super und es
gibt immer was zu lachen!
Alle zusammen verbringen wir oft gemütliche Abende in der Küche und unternehmen ab und zu
etwas miteinander. Auch besonders wegen ihnen fühle ich mich inzwischen richtig zuhause und
finde es sehr schade, dass bis Ende November alle Mitbewohner bis auf Martha nach und nach
ausziehen.
Wenn so viele junge Menschen in einem Haus leben, liegt es natürlich auf der Hand, dass es sich
nicht um den ordentlichsten und saubersten Haushalt handelt. Als ich in Belfast ankam, hat es mich
schon gestört, dass die Küche immer aussieht wie ein Schlachtfeld und jeder seine Sachen überall
liegen lässt. Es hat aber doch keine Woche gedauert, bis ich mich diesem Verhalten perfekt
angepasst und absolut kein Problem mehr damit habe. Und mein Platz im Kühlschrank, der ständig
hart umkämpft ist, wird auch immer größer ;-).
Mein neues Leben bedeutet für mich natürlich auch, dass ich ab sofort für mich selbst
verantwortlich bin, also mich auch selbst um Essen und Wäsche kümmern muss. Das mit der
Wäsche klappt ganz gut, fast alles hat noch die gleiche Farbe und Größe wie vorher ;-). Und das mit
dem Essen kochen fand ich am Anfang auch sehr gut, weil ich kochen konnte, was ich wollte.
Inzwischen ist die positive Stimmung bezüglich des Einkaufens und Kochens etwas umgeschlagen
und es gibt fast jeden Abend Nudeln mit Pesto, Reis mit Ketchup oder Couscous... Da ist es schon
eine sehr willkommene Abwechslung, wenn Hussein mal für uns kocht!
Meine Freizeitgestaltung
Obwohl mein Englisch besser wird, da ich im Projekt Englisch sprechen muss und durch meine
internationalen Mitbewohner auch dazu gezwungen bin, gehe ich zweimal in der Woche zu einem
Englischkurs. Neben dem natürlich im Vordergrund stehenden Lernen trifft man hier auch viele
verschiedene sehr nette Leute.
Neben dem Englischkurs gehe ich donnerstags abends oft zum sogenannten „Friendship Club“. Das
ist ein für jedermann offenes Treffen in einem kleinen Café. Es soll dazu dienen, dass Leute, die neu
in Belfast sind oder einfach nur neue Leute kennen lernen möchten, neue Kontakte knüpfen können.
Hier habe ich schon einige sehr nette Menschen kennengelernt, die aus den unterschiedlichsten
Ländern kommen und gerade hier merkt man, wie interkulturell Belfast ist. Beeindruckend ist für
mich auch, wie offen und herzlich die Menschen hier alle sind!
Am Wochenende unternehme ich oft viel mit den anderen EIRENE-Freiwilligen (insgesamt sind
wir acht in Belfast), mit meinen Mitbewohnern und mit den Bekanntschaften der anderen
Freiwilligen. So erweitert sich das Netz von Bekannten hier in Belfast immer mehr. Besonders am
Anfang war es für mich sehr hilfreich, dass noch andere deutsche Freiwillige mit hier in Belfast
sind (die ich schon von dem Ausreisekurs kannte) und ich von Anfang an gute Kontakte hatte.
Glücklicherweise verstehe ich mich mit allen auch super gut und wir haben viel Spaß zusammen!
Unsere EIRENE-Belfast-Familie
Neben diversen gemütlichen Abenden in einer der WGs und natürlich ab und an auch Pubbesuchen,
für die (Nord)Irland ja bekannt ist, haben wir uns schon einiges von der Gegend angeschaut.
Zum Beispiel waren wir schon am Helen's Bay, ein Strand unweit von Belfast. Natürlich wäre
dieser bei besserem Wetter als dem typisch irischen noch reizvoller, aber ein Picknick in der Kälte
ist auch nicht schlecht ;-).
Ein besonderes Highlight war für mich auch eine eintägige Giant's-Causeway-Bustour mit Martha.
Wir sind mit einem Reisebus in Belfast gestartet und entlang der Küste bis in den Norden
Nordirlands zum Giant's Causeway gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir an verschiedenen
Orten Zwischenstops gemacht. So waren wir unter anderem bei zwei alten irischen Castles und in
der Buschmills-Distillerie.
Das Ziel war dann der Giant's Causeway. Hierbei handelt es sich um ein Naturwunder an der Küste
Nordirlands. Es besteht aus ca. 40.000 gleichmäßig geformten, meist sechseckigen Basaltsäulen, die
aus der Erde ragen. Sie entstanden vor etwa 60 Millionen Jahren durch die Abkühlung heißer Lava.
Des Weiteren haben wir auch schon einige Festivals und Veranstaltungen in Belfast besucht.
Zum einen haben wir das Mela-Festival besucht. Hierbei handelte es sich um ein hauptsächlich
asiatisches Fest im Botanic Garden. Neben verschiedenem internationalem Essen gab es viele
asiatische Musik- und Tanzvorstellungen. Besonders beeindruckend für mich war hier die
Atmosphäre. Der ganze Park war voll von tanzenden Menschen mit den verschiedensten kulturellen
Hintergründen, die für eine einzigartige Stimmung gesorgt haben.
Zum anderen fand Mitte September die sogenannte „Culture Night“ statt. An diesem Abend waren
alle Pubs in der Innenstadt geöffnet und es gab viel Musik aus den verschiedenen Kulturen sowie
die unterschiedlichsten Vorführungen und Kuststücke auf den Straßen. Diesen Abend habe ich als
sehr schön in Erinnerung, da wir mit einer großen Gruppe unterwegs waren, sehr viel Spaß hatten
und das Programm, das uns geboten wurde, sehr gut und interessant war.
So, wie ihr hört habe ich mich super gut in Belfast eingelebt, fühle mich sehr wohl und genieße
momentan mein Leben in vollen Zügen!
Bis bald!
Eure Alexandra
Meine Entsendeorganisation EIRENE
„Eirene“ ist griechisch und heißt Frieden.
EIRENE, internationaler christlicher Friedensdienst, gehört zu den sieben in Deutschland staatlich
anerkannten Personaldiensten in der Entwicklungszusammenarbeit. Außerdem ist EIRENE
anerkannt, Freiwilligendienste im Rahmen der Förderprogramme IJFD (Internationaler
Jugendfreiwilligendienst) und „weltwärts“ (Förderprogramm des BMZ) durchzuführen.
Bereits seit 1957 unterstützt EIRENE im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Projekte in
Afrika und Lateinamerika durch finanzielle Hilfen und durch Fachkräfte (Südprogramm).
In der Entsendung von Freiwilligen kann EIRENE auf mehr als 30 Jahre Erfahrung zurückgreifen.
Bis dato haben über 2500 Menschen mit EIRENE in den verschiedenen Teilen der Welt einen
Freiwilligendienst geleistet. Jährlich arbeiten ca. 100 Freiwillige in sozialen und ökologischen
Projekten mit EIRENE im Ausland. Die Freiwilligen lernen dabei unterschiedliche Lebensrealitäten
aus dem Blickwinkel von Armut, Ungerechtigkeit und Ausbeutung innerhalb unserer globalisierten
Welt kennen. Über eine besondere Auswahl der Partnerorganisationen in den Einsatzländern, die
sich an der Basis für soziale und ökologische Belange, die Einhaltung der Menschenrechte und für
gewaltfreie Konfliktlösungen einsetzen, möchte EIRENE Menschen ermöglichen, eine Sensibilität
für andere Gesellschaften zu entwickeln.
Um einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren, ist eine pädagogische und organisatorische
Begleitung sehr wichtig. Für die Vorbereitung, Begleitung, für Versicherungsfragen,
Zwischenseminare und Auswertungstreffen ist EIRENE verantwortlich.
Das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) wird EIRENE seit 1993
jährlich neu zuerkannt und belegt, dass die Organisation verantwortungsvoll mit den
Spendengeldern umgeht (weitere Informationen unter www.dzi.de). Das Qualitätssiegel der Agentur
„Qualität in Freiwilligendiensten“ Quifd hat EIRENE seit 2005. Dieses wird im Abstand von zwei
Jahren überprüft.