mobilställe für legennen auf dem vormarsch

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mobilställe für legennen auf dem vormarsch
MOBILSTÄLLE FÜR LEGENNEN AUF DEM
VORMARSCH
Mobilställe für Legehennen sind ein gefragtes System. Dr. Jürgen Böttcher hat die Ergebnisse einer Befragung von ÖkoBetrieben mit dieser Form der Legehennenhaltung zusammengefasst.
Gefragtes Stallsystem
Mobilställe für Legehennen erfreuen sich bei Bio-Landwirten wie auch konventionell wirtschaftenden Betrieben zunehmender Beliebtheit. Dabei werden überwiegend die kleineren Einheiten für 200 bis 250 Hennen nachgefragt. Diese sind sehr flexibel einsetzbar und optisch besonders ansprechend. Betriebe mit Ab- Hof- Vermarktung lenken bei guter Sichtbarkeit der
Ställe und der Hühner Aufmerksamkeit auf sich und gewinnen zusätzliche
Kundschaft.
In fünf Betrieben waren die für 225 Hennen ausgelegten Mobilställe der Firma Weiland vorzufinden, drei Betriebe hatten Mobilställe der Firma Wördekemper in Größen von 400 bis 1.000 Hennenplätzen, ein Betrieb war mit
Ställen der französischen Firma Cabi-Caillol für jeweils 150 Hennen und einer mit einem Mobilstall für 240 Legehennen der Firma Glovital aus der
Schweiz ausgerüstet. Der Anschaffungszeitraum erstreckte sich auf die Jahre 2000 bis 2013. Ein Betrieb wirtschaftete mit einem für 1.000 Hennen ausgelegten Mobilstall, der aufgrund seiner Größe und Unhandlichkeit nicht als
Mobilstall, sondern nur stationär zu nutzen war. Er wurde deshalb aus der
Bewertung herausgelassen, so dass noch neun Betriebe zur Auswertung
kamen.
Abbildung 1: Mobilställe sind ein gefragtes Haltungssystem. © C. Cypzirsch, DLR R-N-H
Projekt Leitbetriebe Ökologischer Landbau Rheinland Pfalz 05/2015
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Überwiegend
werden Mobilställe mit kleineren Einheiten bewirtschaftet.
Eingesetzt
werden u.a.
Modelle der
Firmen Weiland, Wördekemper, CabiCaillol oder
Glovital.
Hoher Arbeitszeitbedarf
Der durchschnittliche Arbeitsaufwand lag bei 1,3 Akh je Durchschnittshenne
und Jahr für die Stallarbeiten. Für das Sortieren und Verpacken kamen noch
einmal 0,4 Akh je Huhn und Jahr hinzu.
Der jährliche Arbeitsaufwand für Stallarbeiten in den kleinen Mobilställen mit
150 bis 225 Anfangshennen schwankte zwischen 1,1 und 1,5 Akh. In den
größeren Ställen wurden 0,8 bis 1,1 Akh benötigt. Die meiste Arbeitszeit entfiel auf das Holen, Sortieren und Verpacken der Eier, gefolgt vom wöchentlichen Futtermischen sowie vom Nachfüllen der Futtervorratsbehälter und
dem Arbeitsaufwand für das Versetzen von Stall und Zaun, was meist im
Abstand von ein bis vier Wochen erfolgte.
Breite Streuung der Anschaffungskosten
In sieben der neun Betriebe wurden Neuställe angeschafft, zwei hatten gebrauchte gekauft. Der Anschaffungsneupreis je Hennenplatz lag für die kleinen Stalleinheiten deutscher Herkunft je nach Anschaffungsjahr bei 100 bis
125 € netto. Bei den größeren Ställen fiel der Anschaffungsneupreis mit 50
bis 65 € je Platz deutlich niedriger aus. Auffallend war der niedrige Preis eines französischen Anbieters mit 45 €/Platz.
Überwiegend Zufriedenheit
Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit ihren Mobilställen (Schulnoten 1
bis 6) gaben die Betriebsleiter für Hersteller und Mobilstall als Ganzes überwiegend die Note gut.
Im Hinblick auf die Einzelelemente war die größte Zufriedenheit bei Zaun
(Durchschnittsnote 1,8) und Tränkeeinrichtung (2,2) vorzufinden, die geringste bei den Fütterungsvorrichtungen (2,8). Für Entmistung und Legenester gab es im Durchschnitt je eine 2,4.
Obwohl bei den kleinen Mobilställen die Entmistung meist mit einem Kotband, das wöchentlich von Hand abgedreht wird, erfolgte, war dort dennoch
eine gute Zufriedenheit festzustellen. Allerdings gilt dies nur für die neueren
Ställe, während die älteren Modelle noch gravierende Mängel in der Entmistungstechnik aufwiesen.
Die geringere Zufriedenheit mit dem Fütterungssystem beruht überwiegend
auf der umständlichen Beschickung der Vorratsbehälter von Hand in den
kleinen Ställen. Dabei gingen die Meinungen mit Noten von 2 bis 4 relativ
weit auseinander.
Entmistung
Die Entmistung erfolgte bei den kleinen Ställen überwiegend über ein Kotband, das in wöchentlichem Abstand von Hand abgedreht wird. In den größeren Ställen waren auch ein elektrisch angetriebenes Kotband im Volierenstall sowie die Mistansammlung auf dem Erdboden mit Mistentfernung
nach dem Versetzen des Stalles anzutreffen. Die Mistlagerung erfolgte
meistens auf einer befestigten Mistplatte. In einem Betrieb wurde der Mist in
einer Biogasanlage verwertet, in zwei weiteren erfolgte eine Mistzwischenlagerung am Feldrand und in einem Fall wurde der Hühnerkot sofort nach
der Entmistung auf die Flächen ausgebracht.
Fütterungseinrichtungen, Futter und Tränkevorrichtungen
Als Fütterungsvorrichtung waren von Hand befüllte Trog- und Rundautomaten am häufigsten vertreten. Die großen Ställe verfügten über automatische
Fütterungsanlagen in Form von Trogrinnen mit innen liegenden Transport2/2
Je Durchschnittshenne
sind rd. 1,7
Akh/Jahr für
Stallarbeiten,
Sortieren und
Verpacken zu
veranschlagen.
Kleine Ställe
sind mit 100 bis
125 €/Stallplatz
netto vergleichsweise
teuer.
Insgesamt ist
die Zufriedenheit mit den
Mobilställen mit
„gut“ bewertet
worden. Etwas
unterdurchschnittlich
schnitten die
Bewertung der
Fütterungseinrichtung sowie
Entmistung und
Legenester ab.
vorrichtungen oder Rundtröge mit Rohrbeschickung. Die Nachfüllhäufigkeit
der Vorratsbehälter war sehr unterschiedlich und reichte von zweimal pro
Woche über ein Mal wöchentlich bis alle zwei Wochen. Der Futtertransport
zum Stall erfolgte in Eimern oder Säcken. Nur in einem Fall gab es eine Futternachlieferung direkt aus einem Silo.
Fünf der befragten Betriebe verwendeten zugekauftes Alleinfutter der Firmen RKW Kehl, Meyerhof zu Bakum, Kaisermühle Gänheim und Reudink.
Die anderen Betriebe setzten hofeigene Mischungen aus 50 bis 60% Getreide und zugekauftem Ergänzungsfutter für Legehennen der vorgenannten
Lieferanten ein. In allen Haltungen wurde Muschelschrot angeboten und
ganze Getreidekörner in den Auslauf gestreut. Außerdem wurde den Hühnern in drei Fällen Gemüseausputz und in zwei Fällen Heu bzw. Silage angeboten. Ein Betrieb verfütterte zusätzlich noch Molke.
Die Tränkevorrichtungen bestanden bei fast allen Ställen aus Nippeltränken,
die mit Cuptränken ergänzt wurden. In einem Stall wurden Rundtränken
verwendet. Der Wasseranschluss erfolgte über Vorlaufbehälter mit Nachfüllung über Wasserfass oder, soweit näher am Hof, auch mittels Wasserschlauch.
Legenester
Einzelnester gab es in zwei Betrieben, während sich in den 7 anderen
Gruppennester fanden, meistens mit Dinkelspreu als Bodenbelag. Die Eientnahme erfolgte bei den Gruppennestern überwiegend von Hand und von
außen. Eine Nestabsperrung für die Nacht gab es in 6 der 9 Betriebe.
Abbildung 2: Warmstall mit Tränkevorrichtung (links), Legenester (mittig)
und Kaltscharrraum mit Fütterungseinrichtung (rechts). © C. Cypzirsch,
DLR R-N-H
Grünauslauf
Die Grünausläufe waren mit flexiblen Knotengitterzäunen für Geflügel (Netz)
umfriedet, wobei die Stromführung entweder direkt in den Zaunmaschen
oder in einer Elektrolitze davor erfolgte. Die Stromversorgung wurde am
häufigsten durch Netzanschluss vorgenommen. Die weiter weg vom Hof gelegenen Ställe erhielten Strom aus Batterien/Akkus. In einem Fall wurde der
Akku durch Solarstrom aufgeladen. Die Zäune wurden entweder jedes Mal
zusammen mit dem Stall versetzt, meist im Abstand von ein bis vier Wochen, oder sie umwanderten den Stall zunächst in ein bis vier Etappen, bevor auch dieser umgesetzt wurde.
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Als Weidepflege fanden sich Nachsaat, Nachmähen oder Mulchen, Beweidung durch Rinder/ Schafe/ Ziegen und Gewinnung von Heu und Silage. In
allen Betrieben machte der Grünbewuchs der Ausläufe einen guten Eindruck.
Problem Beutegreifer
Da in der ökologischen Geflügelhaltung Grünausläufe grundsätzlich vorgeschrieben sind, stellt sich die Frage, inwieweit Verluste durch Beutegreifer
ein Problem darstellen. Im Mittel betrugen die Hennenverluste hier 5% je
Jahr. Die Angaben reichten von 0% (dreimal) bis 11%. Als Hühnerräuber
wurde viermal Habicht und Fuchs genannt, zweimal nur Habicht. Somit stellt
der Habicht die größere Gefahr dar, während der Fuchs einigermaßen gut
durch den Elektrozaun abgehalten werden kann.
Dem Einsatz von Hähnen, Gänsen, Perlhühnern, Scheuchen und Unterständen wurde eine geringere Abschreckungswirkung zugeschrieben. Eine
höhere Effizienz erreichten die Vergesellschaftung mit Schafen und Ziegen,
der Einsatz eines Hundes und eine Platzierung des Stalles möglichst nahe
am Hof.
Abbildung 3: Vergesellschaftung von Legehennen mit Schafen. © C. Cypzirsch, DLR R-N-H
Wenig Krankheiten und Verhaltensstörungen
Alle besuchten Legeherden befanden sich in bemerkenswert gutem Befiederungszustand und wiesen ein sehr gesundes und vitales Erscheinungsbild
auf. Wie gesetzlich vorgeschrieben wurden in den Beständen über 350
Hennen Kotproben zur Untersuchung auf Salmonellen gezogen.
In allen Betrieben erfolgte eine Bekämpfung der Roten Vogelmilbe. Dabei
wurden überwiegend Silikatpräparate verwendet. Außerdem kamen Raubmilben, Pflanzenöl, Kräutermischungen im Futter und Abflammen zum Einsatz. Entwurmungen wurden in keinem Fall vorgenommen.
Federpicken trat in sechs Betrieben gar nicht auf, in vier Betrieben nur in
sehr geringem Ausmaß. Kannibalismus kam so gut wie nie vor.
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Das Auslaufmanagement
stellt i.d.R. kein
Problem dar.
Der Umgang
mit Beutegreifern hingegen
schon. Gute
Erfahrungen
v.a. bei der
Abwehr des
Habichts wurden mit der
Vergesellschaftung der Hennen mit Schafen und Ziegen
bzw. dem Einsatz von Hunden gemacht.
Gibt es Verbesserungsbedarf?
Als Hauptproblem wurde am häufigsten der hohe Arbeitszeitbedarf (viermal)
angegeben, gefolgt von Tierverlusten durch Raubwild (dreimal). In einem
Betrieb, der große Mobilställe hatte, war die Versetzbarkeit, d.h. die Mobilität
als solche, das Hauptproblem. In einem anderen Betrieb wurde der hohe
Anteil an Glucken und in einem weiteren Betrieb hohe Eiverluste durch
Bruch und Verschmutzung in den Gruppennestern genannt.
Gute Tierleistungen
Als Hennenherkünfte wurden verwendet Isa Warren braun, Lohmann braun,
LSL Classic und Tetra SL bei einem Preis der Junghennen von durchschnittlich 11 € und einem Einstallungsalter von meist 18 Wochen.
Die Legedauer betrug durchschnittlich 14 Monate. Leistungsdaten waren
nur spärlich vorhanden. Aus den wenigen Angaben errechnet sich eine Jahreslegeleistung von 84%, ein Knick- und Schmutzeieranteil von je 1% und
ein Futterverbrauch je Tag von 130g je Durchschnittshenne.
Legepausen wurden nicht durchgeführt, jedoch vereinzelt erwogen.
Vermarktung
Im Durchschnitt wurden die Eier zu 60% im Direktverkauf an Endverbraucher abgesetzt, mit einer Preisspanne für die Gewichtsklasse M von 30 bis
50 ct/Ei incl. MwSt. Mit Blick auf einen kalkulierten Mindestpreis von 34 ct/Ei
incl. MwSt. für Bestände mit 200 bis 300 Hennen liegen die erzielten Marktpreise damit in einem zufrieden stellenden Bereich. Dem gegenüber wurden
die 40% Eier mit Auslieferung an Wiederverkäufer oder Weiterverwender
(Bäckereien oder Gaststätten) zu Preisen von 26 bis 32 ct ohne MwSt., und
damit zumindest für kleinere Bestände nicht ganz kostendeckend, abgegeben.
Fazit
Durch die Erhebung ist erkennbar, dass die Mobilstallhaltung bei der Möglichkeit zur Direktvermarktung mit den dort erzielbaren höheren Preisen
empfohlen werden kann.
Das Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau am DLR RheinhessenNahe-Hunsrück bietet hierzu für Bio-Betriebe beratende Unterstützung an.
Anmerkung: Die dem Bericht zugrunde liegenden Tabellen sowie eine Anbieterliste von Mobilställen können beim KÖL im DLR Rheinhessen-NaheHunsrück, Mail: [email protected], angefordert werden.
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Die Vermarktung erfolgt
überwiegend
im Direktabsatz. In diesem
Fall kann auch
mit kleineren
Ställen meist
kostendeckend
gewirtschaftet
werden.
Werden die Eier an Weiterverwender abgegeben, ist
die Kostendeckung zumindest für kleinere Ställe meist
nicht mehr gegeben.