Allgemeine Musterseite

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www.handwerk-special.de
E-Mail: [email protected]
Tel.: 0261/398-0 / Fax: -398
Nr. 99
2. Juni 2004
Auflage: 282.000 Exemplare
Schüler erleben die Welt des
Handwerks beim großen SEK-I-FEST
Von superleichten Fahrrädern
und Hightech im Fahrzeugbau
99
aus dem
Blau am Firmament
Juni 2004. Ein neuer Bundespräsident ist
gewählt, Europa- und Kommunalwahlen
stehen noch vor der Tür, die öffentlichen
Kassen sind leer, die Ölpreise bald unerschwinglich usw., ich könnte mich dranhalten. Wer wollte bestreiten, dass dieses
Szenario jeden von uns berührt und damit
auch das Handwerk, das von solchen
Stimmungen abhängig ist, da nur ein positives Lebensgefühl gut für Aufträge ist?
Aber was bringt das Lamentieren? Ich
bleibe dabei: Die negative Stimmung im
Lande kippt, wir sehen das Blaue am
Firmament, die Zinsen sind noch sehr
günstig, es lohnt sich zu kaufen und zu
investieren. Übrigens: Den verführerisch
schönen Ring, von dem ich das letzte Mal
schrieb, habe ich gekauft und es nicht
bereut. Gruß nach Stipshausen.
Und die 99. Ausgabe von Handwerk
special soll auch nicht - trotz klarer
Positionen - die Plattform für ein erneutes
Frühjahrsgewitter in Sachen „Ausbildungsplatzabgabe“ sein. Der Bundestag
hat das Gesetz beschlossen. Wie stünde
sonst auch der neue SPD-Parteivorsitzende da vor der Öffentlichkeit und seinem
eigenen Spiegel? Es kommt wieder auf
den Bundesrat an. Schau‘n wir mal! Ich
kann nur sagen: „Sie wissen nicht, was
sie tun“, oder doch? Dann wäre es fatal.
Nun zurück zu Handwerk special. Für
Anzeigenkunden gibt es zur nächsten, zur
100. (!) Ausgabe etwas Besonderes:
Fragen Sie Geschäftsführer Hans Kary, rz
Informa GmbH & Co. KG, Telefon 0261/
89 27 90, nach Sonderkonditionen.
Jetzt huldigen wir zum frühen Sommer
den Bäckern und Konditoren, gratulieren
den Gewinnern aus dem Handwerk in
Sachen Innovation und Zukunft, weisen
auf Design und Gestaltung im Handwerk
von heute und morgen hin, vergessen
nicht die Existenzgründer mit pfiffigen
Ideen und gehen schließlich auf Kooperationen mit der Hochschule ein. Handwerk
macht’s möglich. Viel Spaß bei der Lektüre Ihres Magazins „Handwerk special“.
Ihr
Karl-Jürgen Wilbert
Schreiben Sie mir, wenn Sie Kontakt wünschen:
[email protected]
inhalt
Zukünftiges
Jeder, der seine Zukunft im Handwerk sieht und eine Lehrstelle sucht,
findet sie in der Lehrstellenbörse mit
Angeboten von A wie Augenoptiker
bis Z wie Zimmermann. Die HwKAusbildungskampagne mit Kirchen,
Kommunen und den Agenturen für
Arbeit ist erneut gestartet.
Mobiles
Es geht um schnelles Handwerk auf
zwei und vier Rädern. Zweiradmechaniker bauen das leichteste Fahrrad
der Welt. Der Rahmen auf dem
Titelbild wiegt weniger als 1 kg.
Karosseriebauer entwickeln Spezialfahrzeuge und repaprieren wieder,
was bei Unfällen zerstört wurde.
Innovatives
High-tech wird im Handwerk eingesetzt und entwickelt. Ein Unternehmen bekam für die Entwicklung eines reißfesten Diamantsägebandes
den Innovationspreis des Landes. In
anderen Betrieben gehören CNC
gesteuerte Maschinen längst zum
Alltag - zum Vorteil des Kunden.
Leckeres
Wenn die Temperaturen steigen,
füllen sich die Cafés. Bäcker und
Konditoren laden zum Genuss von
leichten und schmackhaften Leckereien für den Sommer ein. Übrigens,
auch bei Torten gilt der Grundsatz, in
Maßen genießen ist nicht von Schaden für die Figur.
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Nr. 99
2. Juni 2004
Sek-I-Fest am 9. Juni: Entdecken - Staunen - Mitmachen
Dabei sein!
Entdecken - Staunen - Mitmachen
Drittes Sekundar-I-Fest beim Handwerk
Am 9. Juni fällt im Metall- und
Technologiezentrum und Bauzentrum der Handwerkskammer Koblenz im Koblenzer Industriegebiet der Startschuss
zum 3. Sekundar-I-Fest. Die
rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen wird die
Veranstaltung eröffnen.
Das Sekundar-I-Fest ist ein in
seiner Art bundesweit einmaliges Event und trägt dazu bei,
das Handwerk als berufliche Alternative wieder stärker in den
Blickpunkt zu bringen und seine berufliche Vielfalt entsprechend der unterschiedlichen individuellen Begabungen von
Jugendlichen zu zeigen.
Aktionen zum Staunen
Das Musikmobil von SWR 3
sorgt mit Live-Moderation, Interviews und mit HitparadenCharts für Stimmung und Unterhaltung. Im Internet-Chat
geht’s um Kommunikation und
Connections. Das Energiemobil
der KEVAG sowie der Truck
der Bundeswehr fahren mit geballter Energie und Power vor.
„G8WAY.de“ bietet InternetForen an. Jeder kann von dort
Fotos und Grüße in alle Welt
schicken. Modisch wird es beim
Action Styling mit Fotoshooting. An jeder Station ist Power
angesagt.
Aktionen zum Mitmachen
Stuckateure, Maler und Lackierer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sowie Straßenbauer bringen Farbe ins Spiel, Elektroinstallateure sorgen für Hochspannung. Im HwK-Umweltzentrum
geht es bei Papierschöpfen, einer Wasseraktion und Papierrecycling ebenfalls kreativ zu.
Es gibt jede Menge Informationen, Spaß und Spiel, kurzum:
Handwerk in seiner Vielfalt in
den Werkstätten und unter freiem Himmel. Ein 100 Meter langer Bauzaun wartet auf kreative
Gestaltungsideen der Schüler.
Bei Bungee-Running, Mini Soccer, Kletterwand, Torwandschießen, Streetball, Playstation, Kicker- und Dart-Turnieren geht es
um Geschicklichkeit und Kraft.
Pressetalk mit Ministerin
Schülerzeitungsredaktionen können mit offenen Augen und Ohren das Handwerk wieder redaktionell entdecken und spannende Artikel recherchieren. Vorab
steht Ministerin Ahnen bei einem Pressetalk Rede und Antwort.
Die Schüler, ihre sie begleitenden Eltern und Lehrer erleben an
diesem Vormittag Handwerk
live. Beim Schauen, Staunen und
aktiv Gestalten sehen sie vor
Ort, was Handwerk ausmacht. Sie können sich mit
Lehrlingen und Handwerksmeistern über ihre
Arbeit und die Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten im
Handwerk unterhalten.
Gerade das Gespräch
mit fast Gleichaltrigen,
die eben noch wie sie
die Schulbank gedrückt
haben, hilft die Scheu vor
Unbekanntem abzubauen.
Für das leibliche Wohl
ist bestens gesorgt. Der
Bustransfer vom Hauptbahnhof ist bereits organisiert. Auch einer
Anreise mit dem Bus
steht nichts entgegen.
Fast 6.000 Schüler nutzten
2001 beim 2. Sekundar-I-Fest
die Möglichkeit, sich über das
Handwerk und seine Berufswelt
zu informieren. Um den Ansturm
zu dieser Veranstaltung zu bewältigen, waren 100 Busse im
Einsatz - immerhin eine Karawanenlänge von über zwei Kilometern.
Infos zum Sekundar-I-Fest bei
der Pädagogischen Anlaufstelle der HwK Koblenz,
Tel.: 0261/ 398-324,
Fax: -989, E-Mail:
[email protected]
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2. Juni 2004
Alle Kurse & Termine auch im Internet: www.hwk-koblenz.de
HwK-Meisterakademie
Tel.: 0261/398-400 Fax: -990
HwK-Weiterbildung in Koblenz
Tel.: 0261/398-110
Fax: -990
PC-Servicetechniker - Aufbaukurs
Rechtliche Fallen
Betriebswirt des
Handwerks
Fachpraxis & Fachtheorie
Teile I und II
Inhalte u.a.:Reparatur, Umrüstung und Aufrüstung des
PC´s. Die Teilnehmer sind
nach Lehrgangsende in der
Lage, eigene Modifikationen und Erweiterungen
vorzunehmen und können
Fehler erkennen und beheben.
Inhalte u.a. um diese juristischen Fragen:
Was muss ich bei der Erstellung eines Angebotes
beachten? Wann hafte ich
wofür? Wie gestalte ich
meine Verträge richtig?
Was muss ich als Arbeitgeber beachten?
Der Studiengang wurde
speziell für Meister und
Führungskräfte entwickelt,
die fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse
erwerben und so ihre Berufs- und Erfolgsaussichten
entscheidend verbessern
möchten.
Elektrotechniker ab 21. 6. Vollzeit, ab 2. 7. Teilzeit in Koblenz
Tischler ab 13.8. in Teilzeit, ab 16.8. in Vollzeit in Koblenz
Zimmerer ab 3. 9. in Teilzeit in Koblenz
Straßenbauer ab 4. 9. in Teilzeit in Koblenz
Friseure ab 6. 9. in Teilzeit in Koblenz
Feinwerkmechaniker ab 20. 9. in Vollzeit in Koblenz
Kfz-Techniker ab 29. 11. in Vollzeit in Koblenz
Beginn: 10. Juli
Teilzeit: samstags
8 - 15 Uhr
Dauer: 3 Samstage
Beginn: 19. Juni
Teilzeit: samstags,
9 - 16 Uhr
Dauer: 2 Tage
Beginn: 18. September
Teilzeit: samstags,
8 - 16 Uhr
Dauer: 18 Monate
CAD-Fachkraft I
Kfz-Servicetechniker
EDV-Systemkoordinator
Inhalte: Erstellung von
komplexen Zeichnungen,
Funktionen der Software im
2D- und 3D-Bereich.
Inhalte: Grundlagen der
Elektrik & Elektronik,
Messtechnik, On-BoardDiagnose, Fehlerlokalisierung.
Inhalte u.a.: Aufbau und
Konfiguration vom EinzelPC bis zum Netzwerk,
Software-Installation und
Einrichten von Benutzern
Beginn: 12. Juli
Vollzeit:
mo. - fr.,
8 - 15 Uhr
Dauer: 3 Wochen
Beginn: 30. August
Teilzeit: mo. & mi.,
17.30 - 20.45 Uhr
Dauer: 1 Jahr
Beginn: 19. Juli
Vollzeit: mo. - fr.,
8 - 15 Uhr
Dauer: 3 Monate
HwK-Weiterbildung in Bad Kreuznach
Tel.: 0671/89 40 13-0
Fax: -888
Fachwirtin kaufm.
Betriebsführung
Existenzgründung
Der Studiengang wurde speziell für Meister und Führungskräfte entwickelt, die
zusätzliche fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse erwerben möchten.
Modul Marketing
Inhalt: Kundenorientierung –
Marktchancen, Werbung,
Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb.
Dieses Seminar vermittelt in
kurzer Zeit das notwendige
rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundwissen
für eine solide Existenzgründung.
Beginn: 3. November
Teilzeit: mi.,
18 - 22 Uhr und
sa., 9 - 16 Uhr
Dauer: 6 Wochen
Lehrgänge & Fachtagungen
Energietour „Erst schauen - dann bauen“
Besichtigung von Gebäuden und heiztechnischen
Anlagen, die beispielhaft
besonders energiesparend
oder innovativ sind.
Termin: 5. Juni 2004
Samstag von
9 – 15 Uhr
1 Tag
Termin: 10. Juli 2004
Samstag von
9 – 15 Uhr
1 Tag
Fernlehrgang Energieberater im Sanitär-HeizungKlima-Handwerk
Grundlagen – Notwendigkeit
der Energieeinsparung –
Energiesparende Systeme –
Überblick über regenerative
Energien – Berechnungsmodelle – Energieeinsparung
als Thema der Kundenberatung u.w.
Abschlussprüfung
Beginn: 23. Juni 2004
Dauer: ca. 7 Monate
HwK-Weiterbildung in Rheinbrohl
Tel.: 02635/9546-0
Fax: -100
Betriebswirt des
Handwerks
Beginn: 4. September
Teilzeit: samstags,
9 - 17 Uhr
Dauer: 18 Monate
Umwelt und Arbeitssicherheit
Tel.: 0261/398-653
Fax: -992
Beginn: 4. September
Teilzeit: samstags,
9 - 16 Uhr
Dauer: 4 Tage
Zentrum für Restaurierung und Denkmalpflege Herrstein
Tel.: 06785/9731-0
Fax: -769
Lehrgänge
Internet-Grundlagen
Inhalte: Zugangsmöglichkeiten – Auswahl eines Providers –
Nutzungsmöglichkeiten – Suchmaschinen – Surfen im Internet
Beginn: 25. September 2004, Teilzeit: Samstag von 8 – 15 Uhr
Dauer: 1 Tag
EIB-Kompaktkurs
Grundlagen einer EIB-Anlage mit den Einsatzbereichen Beleuchtung, Heizungs- und Jalousiesteuerung, logische Funktionen
Beginn: 5. Juli 2004, Vollzeit: Montag bis Mittwoch, 8-15 Uhr
Dauer: 3 Tage
Meistervorbereitung
Teile III und IV ab 17. September 2004 in Teilzeit,
Teile I und II für Kfz-Techniker ab 28. August 2004 in Teilzeit
Schweißtechnische Lehranstalt
Tel.: 0261/398-521
Fax: -988
GebäudeEnergieberater
Vergoldungstechniken
Intarsien und
Furnier
Schweißausbildung nach DVS
Ausbild. Europ.
Schweißfachmann
Für Fach- und Führungskräfte im Bereich der energetischen Modernisierung
von Bauwerken und Anlagen; endet mit Prüfung.
Das Seminar informiert
über die vielfältigen Vergoldungstechniken bis zur
Geschichte der Vergoldung.
Schwerpunkte sind praktische Arbeiten.
Inhalte: Ausführung neuer
und traditioneller Sägeintarsien, Erlernen dekorativer
Techniken und traditioneller Einlegetechniken.
Richtlinie Schweißerprüfungen nach Euronorm: alle
Werkstoffgruppen - Gerätetechnik, Geräteeinstellungen,
Werkstoffe - Schweißerprüfung nach DIN EN 287 u.a.
Teile 1 bis 4
Beginn: 4. Juni
Teilzeit: fr., ab 16.00
& sa., 8.30 - 13.30
Dauer: 6 Monate
Beginn: 14. Juli
4 Tage: Mi. - Sa.,
9 - 16 Uhr
Beginn: 23. Juli
Vollzeit: freitags &
samstags, 9 - 16 Uhr
Dauer: 4 Tage
Beginn: 7. Juni
in Vollzeit
sowie Teilzeit ab 9. Juni
Beginn: 3. September
Teilzeit: dienstags ab
18 Uhr, freitags ab
17 Uhr und samstags
ab 8 Uhr
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2. Juni 2004
Generationswechsel: Mit Design und Qualität zum Erfolg / Messe 2005
HwK-Meisterkurs
Tischler
ab August
0261/ 398-404
Ein Meistervorbereitungskurs
für Tischler beginnt bei der
HwK in Koblenz am 16.8.
(Vollzeit), in Rheinbrohl am
13.8. (Teilzeit).
Infos und Anmeldung bei der
HwK-Meisterakademie:
Tel.: 0261/ 398-404
Fax: 0261/ 398-990
E-Mail:
[email protected]
„Möbel mit der Chance, älter als
der Betrieb zu werden ...“
Traumstart: Tischlermeister Krollmann überzeugt mit Design und Qualität
Ein über 100 Jahre altes Traditionsunternehmen erfolgreich
weiterzuführen, ist für einen jungen Handwerksmeister sicher
eine große Herausforderung.
Diesen Betrieb in seinem Angebot völlig umzukrempeln macht
die Aufgabe nicht leichter. Wenn
dann aber aus 10 Angeboten
durchschnittlich acht Aufträge
werden, ist das eine kleine
Erfolgsstory. Und nach
drei Monaten die ersten
Kunden in den USA zu
haben, ist schon was ganz
Besonderes. Wie man das
schafft? Und in welchem
Beruf?
Auf der 10. Handwerksmesse Koblenz vom 29.
April bis 5. Mai 2005 wird
die Wohnraumgestaltung ein
Schwerpunkt sein. Mit dabei
sind wieder Unternehmen
aus dem Tischlerhandwerk aus der Region und darüber
hinaus.
Infos & Anmeldung zur
Handwerksmesse unter
Tel.: 0261/398-131,
Internet:
www.messe-am-rhein.de
Robert Krollmann ist 32 Jahre
alt und Tischlermeister in Pfaffen-Schwabenheim in der Nähe
von Bad Kreuznach. Ein junger
Handwerksmeister, der nicht nur
mit seinen Möbelstücken neue
Wege geht, sondern auch beim
Führen seines Betriebes: „Mein
Urgroßvater hat das Unternehmen 1883 gegründet. Ich habe
es im Herbst 2003 als Bauschreinerei übernommen. Heute fertigen wir hochwertige Tische,
Stühle und Bänke, die besonders durch ihr Design auffallen.
Erfolgreich sind wir, weil alle
Mitarbeiter wissen, dass sie ein
wichtiger Teil des Erfolges sind.
Sie kommen nicht in die Firma,
um hier eine Arbeit abzuwickeln. Sie sind die Firma.“
Design in Holz verpackt
Jährlich 250 Tische als Kleinserie in 10 Modellen sollen jährlich in der Werkstatt von Robert
Krollmann das Licht der Welt
erblicken. Ihr Markenzeichen ist
das Design. Tafelähnlich, mit
einer 6 cm starken Eichenplatte.
Was sich wuchtig anhört, ist
geschickt und harmonisch in ein komplexes Design verpackt, springt einen
optisch sofort an
und macht neugierig, ohne verspielt
zu wirken. Es sind
diese Möbel, die
man instinktiv anfassen muss.
„Vom Aussehen ähneln sie sich natürlich. Aber wer mit Holz arbeitet
weiß, dass kein Tisch wie der
andere ist. Dank der Maserung
sind es Unikate, hergestellt in
100-prozentiger Handarbeit, die
alle gute Chancen haben, älter
als unser Unternehmen zu werden.“ Ein hoher Qualitätsan-
spruch, den bereits der Uropa
hatte: Sein Meisterstück, eine
Kommode, steht noch heute im
Büro von Robert Krollmann und
Ehefrau Mona. „Keine Schublade klemmt, nichts wackelt – alles ist wie am ersten Tag.“
Alles, was aus Holz ist ...
Neben der Arbeit mit den Tischen, bei deren Entwurf die
Handwerker mit
einem DiplomDesigner zusammenarbeiten, kümmert sich das Unternehmen natürlich auch um individuelle Anfragen
von Kunden. „Dabei spielt es keine
Rolle, ob Teile einer historischen
Kirchentür repariert oder ausgetauscht werden
sollen oder ein Fenster als Einzelstück verlangt wird. Wir machen aus Holz alles.“
Ein breites Wissen, das Krollmann auch an die Jugend weitergibt. Neben den drei Gesellen
erlernen zwei Lehrlinge hier ihr
Handwerk. „Mit den jungen Leu-
ten bin ich sehr zufrieden. Bei
ihnen spürt man, dass sie etwas
lernen wollen.“ So ausgefallen
die Möbelstücke unter ihren Händen sind, so ungewöhnlich sind
die jungen Leute selber. „Bei
uns lernt ein Moslem, der an
einer katholischen Privatschule
ausgebildet wurde.“
Ein Traum erfüllt sich
Zu dieser Internationalität passen auch die jüngsten Aufträge:
„Nach einer Ausstellung erhielten wir drei Aufträge aus Pennsylvanien in den USA“. Dass
Robert Krollmann auf Messen
und Ausstellungen erfolgreich
ist, weiß er nicht zuletzt nach der
Weihnachtsausstellung in der
Galerie Handwerk. „Hier haben
wir einen Tisch mit zwei Sitzbänken präsentiert.“ Aktuell wird
der neunte Auftrag, der aus diesem Auftritt resultiert, abgearbeitet. Konsequent ist da die
Eröffnung eigener Ausstellungsräume – stilecht im ehemaligen
Kloster des Ortes. Und auch auf
der Handwerksmesse 2005 wollen sich die Tischler von der Nahe
mit ihren Arbeiten präsentieren.
Doch bis dahin gibt es noch einiges in Pfaffen-Schwabenheim zu
tun. „Aufgrund der starken
Nachfrage müssen wir den Betrieb erweitern.“ Und nach einer
kurzen Pause ergänzt Tischlermeister Krollmann zufrieden:
„Beim Start vor etwas mehr als
sechs Monaten war das mein
Traum ...“
Vor sechs
Monaten
übernahm
Robert Krollmann das
Familienunternehmen,
„krempelte“
es mit Hilfe
seiner Frau
Mona und
der Mitarbeiter um erfolgreich,
wie heute die
Auftragsbücher zeigen.
Hinter dieser Philosophie stehen auch gemeinsame Reisen zu
Möbelmessen oder die regelmäßige Weiterbildung.
Steckbrief: Tischlerei Krollmann, Pfaffen-Schwabenheim
Klangvoller Name, hinter dem erstklassige Qualität steht:
Tisch-Bank-Kombination „Columna“.
Holzarbeiten im Möbel,- Türen- und Fensterbreich 3 Mitarbeiter 2 Lehrlinge Kontakt: Tel: 06701/31 31 Internet: www.holzwerkstatt-krollmann.de
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2. Juni 2004
Hightech im Handwerk / Lehrstellenbörse unter www.hwk-koblenz.de
Rollender Weltrekord
Leichter, schneller, besser: Das Superfahrrad aus Koblenz
„Es gewährte auf jeden Fall einen ganz besonderen Anblick,
einen Wagen, vor dem keine
Pferde gespannt sind, so schnell
dahinrasseln zu sehen. Den Bauern dünkte, dass diesen Wagen
der Teufel regiere ...“, so ein Zitat aus dem Jahre 1814. Nicht
der Teufel war hier am Werke,
sondern ein erstes Fahrrad war
unterwegs. Nicht immer hatte
Fahrradfahren in erster Linie
etwas mit Muskelkraft in den
Beinen zu tun. Vor gut 200 Jahren musste der Kopf erst einmal
begreifen, was da per Muskelkraft vor sich ging, bzw. fuhr.
Aus dem massigen Fuhrwerk alter Zeit hat sich im Laufe der
Jahrhunderte eine Fortbewegungsmöglichkeit für den Alltag entwickelt. Fahrräder gehören in
aller Welt ins Straßenbild, haben ihren festen Platz im Freizeitbereich. Und auch im Sport
müssten wir ohne sie auf das ein
oder andere geliebte Top-Event
verzichten.
Doch die Entwicklung der durch
Muskelkraft rollenden Untersätze ist noch lange nicht am
Ende. Und spätestens hier – wie
im Zitat von 1814 – geht es
wieder eher um Kopf- als um
Beinarbeit: Was kann verbessert werden, welche Technologien helfen dabei, wie wird aus
Theorie Praxis?
Technik & Design
Fragen, die das Team um Zweiradmechanikermeister Roman
Arnold aus Koblenz im Unternehmen „Canyon“ seit über 20
Jahren auf beeindruckende Weise für sich und die radsportbegeisterte Welt beantwortet. Mit
der Entwicklung des weltweit
leichtesten Fahrradrahmen haben die Koblenzer jetzt eine Sensation geschafft, der eine Menge
Entwicklungsarbeit und viel Erfahrung vorausgegangen sind.
Eine handwerklich perfekte Arbeit, in ein Design der Extraklasse verpackt. „Unser Rahmen
wiegt weniger als ein Liter Wasser“, bringt Roman Arnold auf
den Punkt. Es sind unter 950
Gramm.
Rad auf Weltreise
Entstanden ist ein Fahrrad der
Superlative, das um Räder, Pedale, Kette, Bremsen, Sattel und
Lenker komplettiert weniger als
sieben Kilo wiegt. Auch was die
Fahreigenschaften und die Stabilität angeht, fahren die Koblenzer Fahrradbauer, die bei ihren Entwicklungen u.a. mit der
Fachhochschule Pforzheim zusammenarbeiten, ganz
vorne mit. „Der Rahmen besteht aus Carbon, ist also sehr stabil
und steif. Wenig Torsion heißt bessere Fahrleistung und mehr Sicherheit“, so Arnold. Bei der
Fertigung des Spitzenproduktes arbeitet Canyon mit Unternehmen in Taiwan zusammen. „Die Idee ist
von uns, in Asien wird
diese umgesetzt und
in Koblenz aus dem
Rahmen ein fertiges Rad.“ Ein Rad,
das zwar kein Schnäppchen ist, aber mit rund 3000
Euro auch nicht „sündhaft“ teuer. „Vergleichbare Produkte liegen in einem ähnlichen Preissegment.“
Internet macht´s möglich
Bei der Produktpalette hat Canyon bereits vor Jahren eine klare
Richtung eingeschlagen: „Wir
produzieren hochwertige Räder,
die sich an sportliche Anfänger
und ambitionierte Fahrer richten.“ Und damit finden sich in
Rollendes
Leichtgewicht: Der
CarbonRahmen
wiegt
weniger als
ein, das
komplette
Rad unter
sieben
Kilogramm.
Deutschland wie auch in Österreich und der Schweiz eine Reihe von Käufern, die den Markenartikel „Canyon wollen und
ganz gezielt auf unserer Internetseite Informationen abfragen
oder nach Koblenz kommen, um
vor Ort einen Überblick zu bekommen.“ Der Direktvertrieb,
u.a. auch über das Internet, macht
mittlerweile über 70 Prozent des
Umsatzes im Unternehmen aus.
Neben dem Verkauf bietet Canyon einen umfangreichen Werkstattservice, der neben der Montage auch Reparatur und Wartung umfasst. Die Hälfte aller 50
Mitarbeiter sind hier beschäftigt, unter ihnen auch zwei Lehrlinge. Dabei hat mit Lars Schellenberg einer den weiten Weg
aus Leipzig zur Lehrstelle nach
Koblenz angetreten. Auf der
Suche nach seiner beruflichen
Zukunft hat er ebenfalls auf das
Internet zurückgegriffen: Auf der
Homepage der Handwerkskammer Koblenz ist er in der
Lehrstellenbörse fündig geworden.
Lehrstellenbörse
Die ständig aktualisierte
Lehrstellenbörse der HwK
Koblenz im Internet unter
www.hwk-koblenz.de, Stichwort Bildung, Lehrstellenbörse gibt einen Überblick
über aktuell mehr als 200
freie Ausbildungsplätze im
nördlichen Rheinland-Pfalz.
Darüber hinaus informiert die
HwK unter Tel. 0261/398332, Fax -989 sowie per EMail unter [email protected] zu allen Fragen in
Sachen Ausbildung. Im
Innetiel dieser Ausgabe gibt
es ebenfalls einen Überblick
zu allen freien Ausbildungsstellen.
Steckbrief: Canyon, Koblenz
Entwicklung, Montage, Wartung, Reparatur und Verkauf von
Fahrrädern und Zubehör 50 Mitarbeiter Kontakt: Tel. 0261/40
400 10 Internet: www.canyon.com
Impressum
Die Endmontage des Superrades nehmen die Koblenzer Zweiradmechaniker vor, unter
ihnen Lehrling Lars Schellenberg aus Leipzig (rechts), der seinen Ausbildungsplatz
über die HwK-Lehrstellenbörse im Internet fand.
Idee und Verantwortung: Karl-Jürgen Wilbert
Redaktion:
Jörg Diester, Beate Holewa, Markus Gaida
Layout:
Jörg Diester, Markus Gaida, Danielle Boos,
Gerrit Schade
Herausgeber:
Handwerkskammer Koblenz
Friedrich-Ebert-Ring 33, 56063 Koblenz
in Verbindung
mit dem Mittelrhein-Verlag Koblenz
Fotos:
Godehard Juraschek (Titel), Focus FotoStudio, Werner Baumann, HwK Koblenz
Anzeigen:
Hans Kary (verantw.), Informa RZAnzeigenservice, 56070 Koblenz
Verkaufsleiter:
Rudolf Speich, Tel.: 0261/ 892-115
Technische Herstellung: Druckhaus Koblenz, August-Horch-Str. 28
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2. Juni 2004
Innovativ: Zusammenarbeit von Handwerk und Wissenschaft
Der gläserne Schuh
Modernes „Märchen“ von Handwerk und Wissenschaft
Wie wirkt sich ein zu kurzer
Schuh auf die Gesundheit aus?
Ist er Ursache für die immer
weiter zunehmende Zahl von
Fuß-, Knie-, Hüft- und Wirbelsäulenbeschwerden? Diese Fragen beantworten jetzt Handwerk
und Wissenschaft gemeinsam.
Dank eines „gläsernen Schuhs“
können die wissenschaftlichen
Untersuchungen zum Bewegungsablauf praktisch veranschaulicht werden.
Gesundheitlich auf dem
Laufenden
Seit 15 Jahren beschäftigt sich
die Firma Jaeger Orthopädie
GmbH aus Lahnstein mit Problemen am Bewegungsapparat.
„Ich bin selbst Triathlet und weiß
aus eigener Erfahrung, wie wichtig passendes Schuhwerk für die
Gesundheit ist“, so Orthopädieschuhmachermeister Martin
Jaeger, der auch Betriebswirt des
Handwerks ist. Gemeinsam mit
seinem Bruder, Betriebswirt
Thomas Jaeger, führt er den 1962
vom Vater Werner gegründeten
Betrieb. Ziel der beiden Geschäftsführer ist es, traditionelles Handwerk und modernste
High-tech bei Analyse und Fertigung einzusetzen. 20 Mitarbeiter, darunter drei Meister für
Orthopädieschuhmacher und Orthopädietechnik und derzeit ein
Lehrling, bilden das Team.
Zusammenarbeit Handwerk
und Wissenschaft
„Unsere Zusammenarbeit mit der
Universität begann 2001. Sportstudenten der Uni, die sich im
Rahmen ihrer Diplomarbeit mit
dem Bewegungsapparat beschäftigten, haben praktische Erfahrungen und Fertigkeiten aus
dem Handwerk einbezogen“,
erzählt Martin Jaeger.
So wurde beispielsweise in einer wissenschaftlichen Arbeit
untersucht, wie sich Arthrose des
Großzehengrundgelenks auf den
menschlichen Gang auswirkt.
Der Handwerksbetrieb Jaeger
steuerte Erfahrungen von Fußfehlstellungen aus seiner Praxis
und Möglichkeiten des Ausgleichs, so durch Einlagen bei.
Hierbei konnten viele Erfahrungen weitergegeben werden.
Biomechanik und
Orthopädieschuhtechnik
„Eine „Kissler Kraftmessplatte“
und ein „Simi Motion“, Videoanalysesystem mit Hochgeschwindigkeitskameras, ermöglichen den Studenten, biomechanische Bewegungs- und Kraftmessungen durchzuführen“, so
Prof. Dr. Karin Gruber, geschäftsführende Leiterin des Instituts für Sportwissenschaft der
Universität Koblenz. „Die Studenten sollten mithilfe dieser Geräte die Auswirkungen von zu
kurzen Schuhen auf das Abrollverhalten des Fußes untersuchen“, erklärt die Professorin
eine Aufgabenstellung. „Durch
unsere Zusammenarbeit mit dem
Handwerk ist es jetzt möglich,
die wissenschaftlichen Ergebnisse in einem „gläsernen Schuh“
zu veranschaulichen“, ergänzt
sie. Dazu fertigte Martin Jaeger
mithilfe modernster 3-D-Vermessungstechniken im CAD/
CNC Verfahren einen perfekt
passenden und alternativ einen
schlanken, aber zu kurzen und
zu engen Leisten an. „Die gläsernen Schuhe habe ich über diese Leisten im Tiefziehverfahren
hergestellt“, so Jaeger.
Martin Jaeger, Orthopädieschuhmachermeister wie auch Triathlet, hat in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz einen gläsernen Schuh entwickelt.
Auf gutem Fuß stehen
„Die Messwerte ohne Schuh sind
ähnlich der Werte eines gut passenden Schuhs. Mit einem zu
kurzem Schuh treten nachweisbar Veränderungen auf, die zu
gesundheitlichen Schäden führen können. Der Fuß ist nun mal
Bindeglied zwischen Mensch
und Untergrund“, kommentiert
Jaeger die Ergebnisse. Er warnt
vor übereilten Schuhkäufen im
Versand und Discount Handel.
„Schädigungen durch Schuhe,
die nicht richtig passen, können
noch nach Jahren zu Problemen
im ganzen Körper führen.“ Er
empfiehlt vor allem vor dem
Kauf von Sportschuhen den
Laufstil mit einer videogestützten Laufanalyse feststellen zu
lassen.
Tipps für den Kauf der richtigen
Schuhe und weitere Informationen zum Unternehmen und seine Leistungsvielfalt gibt es auch
im Internet unter: www.orthojaeger.de.
Dank einer Hochleistungskamera wird der Bewegungsablauf beim Laufen in kleinste
„Einzelteile zerlegt“. Bei der anschließenden Analyse kann genau festgestellt werden ,
ob Schuh und Fuß zueinander passen.
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2. Juni 2004
Handwerk mit Innovationskraft / Im Ausland lernen
Das 1.300 Seelendorf Kleinmaischeid im rheinland-pfälzischen Westerwald ist nicht nur
neues geografisches Zentrum
der Europäischen Union, es ist
auch der Firmensitz der Dramet
Draht- und Metallbau GmbH.
Die in dem Handwerksbetrieb
hergestellten computergesteuerten Draht- und Bandsägen
schneiden weltweit jedes Werkstück, das ihnen vorgelegt wird.
Der Achtpersonenbetrieb wurde
dafür mit dem Innovationspreis
des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Sägewerkzeuge aus Kleinmaischeid
schneiden weltweit
Handwerksbetrieb bekam Innovationspreis
Dr. Jürgen
Hoffmann,
Geschäftsführer
der Dramet
Draht- und
Metallbau
GmbH, an einer
der Entwicklungen seines
Unternehmens,
die „weltweit
alles schneidet, was
ihr vorgelegt
wird“.
Stabileres Band für feinste
Schnitte
„Am Anfang der Innovation
stand die Idee, ein reißfestes
Sägeband zu entwickeln,“ so Jürgen Hoffmann, Geschäftsführer
der Firma. Der promovierte
Maschinenbauingenieur, der
seit 1994 selbstständig ist, erzählt, dass bis dahin für kleine Drahtsägen Sägedrähte
endlos verschweißt und mit
Diamanten belegt wurden.
„Durch Ersetzen des Drahts
durch ein endlos verbundenes
Seil wurde das bis dahin bestehende Drahtbruch-Problem gelöst. Mit diesen flexiblen Sägedrähten ist es nun möglich kleine wirtschaftlich arbeitende
Drahtsägen für den industriellen
Einsatz zu bauen und hier die
Vorteile des Drahtsägens zu nutzen. Der Draht kann jede beliebige Richtung schneiden, schneidet sich selbst frei, beliebige
Konturen können in einem Arbeitsgang herausgesägt werden“,
erklärt er die Vorteile seines Produkts.
Schnittfläche wie spanische Sektflasche
Neben den Drahtsägen werden
nun bei Dramet auch Diamantbandsägen gebaut. Ausgangspunkt war die Entwicklung eines dünnen, reißfesten Diamantsägebandes. Das wichtigste an
diesem Sägeband ist, dass es auch
bei vergleichsweise kleinen Umlenkrollen dauerlauffest und der
Schnittspalt mit 0,4-0,8 mm sehr
klein ist. Das bedeutet wenig
Verschnitt und eine geringe
Wärmeentwicklung. Das Werkzeug muss weniger stark gespannt werden, was vor allem
bei bruchgefährdeten Werkstoffen ein großer Vorteil ist. Durch
die hohe Bandgeschwindigkeit
von bis zu 2.500m/min. wird die
Schnittfläche in Schleifqualität
erzeugt. „Schneidet man beispielsweise Glasplatten, erinnert
die Schnittfläche an die Oberfläche spanischer Sektflaschen, sie
fühlt sich samtig an“, bringt
Hoffmann einen bildhaften Ver-
gleich. „Dadurch, dass das neu
entwickelte Band bei Verwendung kleinerer Umlenkrollen
dauerhaft bruchfest ist, wird es
möglich, kleine und kostengünstige Diamantbandsägen für den
Einsatz in der Produktion, im
Labor oder in der Qualitätskontrolle zu bauen“, erläutert er die
Auswirkung seiner Innovation.
Nicht von der Stange
„Wir fertigen individuell nach
Kundenauftrag. Bei uns gibt es
keine Diamantbandsäge von der
Lehrlingsaustausch
Info-Tel.: 0261/398-223
Zehn Handwerkslehrlinge
aus dem Bezirk der Handwerkskammer Koblenz hatten 14 Tage die Möglichkeit,
in ihrem Handwerk in Wien
zu arbeiten. Dabei konnten
sie den Charme Wiens kennen lernen, Kontakte knüpfen
und die Tradition dieser
europäischen Metropole
erleben.
Damir Kopic, Gas- und Wasserinstallateurlehrling aus
Neuwied, berichtet, dass er
freiwillig Überstunden gemacht hat, weil ihm die Arbeit so gut gefallen hat. „Die
Chefin hat mir ganz Wien
gezeigt“, erzählt Sarah Franz,
Goldschmiedelehrling aus
Idar-Oberstein. Ina Pick,
Tischlerlehrling aus Helmenzen, lernte neue Oberflächenbearbeitungsverfahren kennen, die in ihrem Betrieb
nicht üblich sind. „Wien ist
eine Reise wert“- so das
übereinstimmende Fazit aller
Teilnehmer.
Stange“, betont Hoffmann. Er
erzählt, dass inzwischen Industriefirmen auf der ganzen Welt
Sägeseile und Maschinen aus
Kleinmaischeid erwerben. „Sie
finden zu uns durchs Internet
www.-dramet.de oder Mund-zuMund-Propaganda“, sagt er.
Hoffmann verschweigt auch
nicht, dass hinter seiner so simpel aussehenden Innovation,
endlose Diamantsägebänder und
entsprechende Sägewerkzeuge
herzustellen, Jahre der Tüftelei
und Arbeit stehen. Es erfüllt ihn
mit Stolz, wenn auf der ganzen
Welt mit dem „Know-how aus
Kleinmaischeid“ gearbeitet wird.
Der Innovationspreis ist für ihn
„Anerkennung und Bestätigung“
zugleich. „Als Techniker spürt
man eine gewisse Befriedigung,
wenn man einen technischen
Prozess optimieren kann“, sagt
er. Hoffmann räumt dabei ein,
dass er letztendlich durch seine
Selbstständigkeit besonders angetrieben wurde. „Um Entwicklungsarbeit zu bewältigen, ist ein
gutes Team notwendig“, lobt er
seine Mitarbeiter.
Der sonst übliche Draht
von Endlossägemaschinen wird bei
Dramet durch ein Seil
ersetzt. Damit konnten
die Bruchprobleme
gelöst werden.
Die HwK Koblenz bietet den
Lehrlingsaustausch in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Wien, Sektion Gewerbe und Handwerk,
an. Ziel der Austauschprogramme ist, das Handwerk
im jeweiligen Land und sein
Ausbildungssystem kennen
zu lernen, neue Fachkenntnisse zu erwerben und damit
zur europäischen Verständigung beizutragen. Neben der
Ausbildung in einem Handwerksbetrieb gehört auch das
Erkunden der Umgebung
dazu.
Die Maßnahme wird vom
Land Rheinland-Pfalz finanziell gefördert.
Informationen zum HwKLehrlingsaustauschprogramm unter Tel.: 0261/
398-223, Fax: -994, E-Mail:
[email protected].
Nr. 99
www.handwerk-special.de
2. Juni 2004
Erfolgsstory eines Metallbauunternehmens / Messe am Rhein 2005
Präzisionsmaschinen von
individuellem Zuschnitt
„Metallbau Stühn“ erstellt komplette Anlagen
Die Werkhallen der Firma „Metallbau Stühn“ im Industriegebiet Weitefeld sind riesig. 8.500
qm Hallenfläche stehen zur Verfügung. Mit modernsten CNCgesteuerten Maschinen werden
hier Maschinenteile von bis zu
40 Tonnen, von 16 bis viereinhalb Metern hergestellt oder bearbeitet.
„Wir bauen komplette Anlagen,
beispielsweise für den Maschinenbau, Kraftwerktechnik, Fördertechnik, Holz- und Kunststofftechnik, führen aber auch
Schweißarbeiten und Oberflächenveredlungen durch“, umreißt Schossermeister Hartmut
Stühn die Angebotspalette. „Unsere Auftragsgeber sind kleinere Bauschlossereien, Maschinenbaubetriebe und Konstruktionsbüros sowie die Großindustrie.
Wir fertigen nach Zeichnung und
Auftrag des Kunden. Wir stellen
kein eigenes Produkt her, sondern fertigen ganz individuell
und einzigartig, sei es eine Verpackungsmaschine, Zerkleinerungsmaschine oder eine Abfüllanlage. Manchmal sind es auch
Einzelteile, die in eine bereits
erstellte Anlage passen müssen“,
erklärt Stühn. Er hat sich in der
Schweißtechnischen Lehranstalt
der HwK Koblenz zum Schweißfachmann qualifiziert.
Von der Schmiede zur
Firmengruppe
„Die Anfänge unseres Familienunternehmens gehen ins Jahr
1931 zurück“, erzählt Stühn.
Sein Großvater Ernst Stühn, Hufund Wagenschmied, eröffnete im
Ort Weitefeld eine Schmiede.
Der Sohn, Schmiedemeister Waldemar, gründete 1971 die Firma
„Metallbau Stühn“. „Hier wurden zunächst Bauteile für den
heimischen Berg- und Untertagebau gefertigt. Im Laufe des
späteren Strukturwandels im Siegerland erfolgte eine Neustrukturierung zum Maschinen- und
Anlagenbau“, so Hartmut Stühn.
Er bekennt, seinen Traumberuf
auszuüben. „Ich habe bei meinem Vater gelernt, obwohl er es
eigentlich nicht wollte. Schon
während meiner Schulzeit war
ich ständig in der Firma und
einen anderen Beruf habe ich nie
in Erwägung gezogen.“ Zur heutigen Unternehmensgruppe Stühn
gehören neben der „Metallbau
Stühn GmbH“, auch die „Stahlverarbeitung Weitefeld GmbH“
und die „ASW Stühn Anlagenbau GmbH“. Gesellschafter sind
jeweils die drei Brüder Hartmut,
Thorsten und Rainer. „Jeder von
uns ist Geschäftsführer in einer
Firma, erklärt Hartmut Stühn die
Firmenstruktur des Familienunternehmens.
Sucht drei Lehrlinge für
2004: Handwerksmeister
Hartmut Stühn.
Allen Maßstäben gerecht
„Wir werden allen Maßstäben
gerecht“, heißt das Firmenlogo.
„Wir haben es von unserem Vater übernommen“, betont Hart-
mut Stühn. Das macht er auch
seinen Lehrlingen von Anfang
an klar. Acht sind es insgesamt.
„Im letzten Jahr hatten wir 36
Bewerbungen für drei Ausbildungsplätze“, erzählt er. „Wir
machen einen schriftlichen Test,
gehen aber mit den Bewerbern
auch durch die Werkhallen. Sie
sollen dann Fragen stellen und
einfache Vorschläge entwickeln,
wie sie an eine Aufgabe herangehen würden. Daraus lässt sich
viel ableiten. Auch ein Praktikum vor der Lehre ist hilfreich“,
so Stühn. 2004 sollen drei junge
Leute ausgebildet werden.
Elektro-Innung auf der MESSE AM RHEIN 2005
„Wir haben unser Ziel auf der
9. Handwerksmesse, die Verbraucher über Produkte und
Dienstleistungen zu informieren, voll erreicht. Der Beratungsbedarf hat all unsere
Erwartungen übertroffen“,
schätzt Christoph Hansen aus
Koblenz, Obermeister der
Elektroinnung Koblenz, ein.
Bis zu 40 Tonnen wiegen die Maschinenteile, die im
Unternehmen der Familie Stühn hergestellt werden.
Er verweist auf eine Befragung unter 500 Messebesuchern, die die Innung gemeinsam mit der FH Koblenz,
Fachrichtung Betriebswirtschaft, durchgeführt hat.
Schwerpunkte dabei waren
unter anderem die Verbraucherfreundlichkeit der Produkte, Kenntnis des Dienstleistungsangebots der Elektrofachbetriebe und die Markenkenntnis der Besucher. „Das
Handwerk ist keine Dienstleistungswüste“, ergab die
Befragung. Die Kunden sind
mit ihrem „Stammhandwerker“ zufrieden und halten
ihm die Treue. „Begriffe aus
unserem Handwerk sind jedoch erklärungsbedürftig“,
weiß Marco Kraus, Geschäftsführer der Firma Elektro
Künster und stellvertretender
Obermeister der Innung. Er
betont, wie wichtig die Gespräche mit den Partnern aus
der Industrie sind.
Auf der 10. Handwerksmesse
Koblenz steht Verbraucherberatung der Besucher durch
die Innung erneut im Vordergrund. Mit ihren 54 Mitgliedsbetrieben tritt sie geschlossen
auf. „Die Messe ist ein Schaufenster unseres gesamten
Dienstleistungsangebots. Die
Besucher schätzen die direkte
Information von Fachleuten“,
so Hansen. „Wir werden Beratungsschwerpunkte haben. So
zu den Bereichen Kommunikation und Fotovoltaik, aber
auch zu Ausbildung und Nachwuchswerbung“, ergänzt der
Obermeister. „Überzeugender
können wir unsere Stärke im
Dienstleistungsbereich einem
breiten Publikum kaum de-
monstrieren.“ Ihm erscheint
es sehr wichtig, junge Leute
auf die neu entstandenen Berufe in seinem Handwerk und
die Anforderungen hinzuweisen, die auf einen zukünftigen Lehrling zukommen.
„Die Monteure sind nicht
selten mit dem Laptop auf
der Baustelle und programmieren.“ Ein guter Hauptschulabschluss oder mittlere
Reife sind für ihn die schulischen Voraussetzungen für
einen Start in die Lehre.
Infos zur Messe am Rhein:
Tel.: 0261/398-131, Fax: 997, E-Mail: [email protected], Internet:
www.messe-am-rhein.de
Obermeister der Elektroinnung Koblenz Christoph
Hansen und sein Stellvertreter Marco Kraus.
www.handwerk-special.de
HwK-Lehrstellenbörse auf einen Blick
Aktuelle Lehrstellenbörse mit über 230 freien Ausbildungsplätzen
In welchem Handwerk ist für
2004 aktuell eine Lehrstelle zu
haben? Welche Zukunftsperspektiven bietet das Handwerk
Jugendlichen hier in der
Region? An dieser Stelle
informiert „Handwerk special“
mit einer topaktuellen Übersicht der HwK-Lehrstellenbörse.
Tagesaktuelle Informationen zu
aktuell über 230 freien Ausbildungsstellen in einem
Handwerksberuf im nördlichen
Rheinland-Pfalz bietet die
Handwerkskammer Koblenz in
ihrer Lehrstellenbörse auch im
Internet unter www.hwkkoblenz.de in der Rubrik
Lehrstellenbörse.
Informationen gibt es auch
telefonisch: 0261/398-331, per
Fax: -989 oder über E-Mail:
[email protected].
Die Lehrstellenbörse ist nach
Berufen alphabetisch geordnet
und informiert über die Zahl
freier Ausbildungsplätze, den
Betrieb und Telefonnummer.
Anlagenmechaniker/in f.
Sanitär-, Heizungs- u. Klimatechnik
1 K.-H. Ollig, 53567 Asbach,
02683/4142
2 Beitz GmbH, 55481
Lindenschied, 06763/93220
1 Hans Peter Ingenbrandt,
55543 Bad Kreuznach, 0671/
61800
1 Sinzel GmbH, 55590
Meisenheim, 06753/2066
1 Alfred Aulenbacher,
Inh. Eric Aulenbacher, 55743
Idar-Oberstein, 06781/22280
1 Helmut Nees, 55743
Idar-Oberstein, 06781/1068
1 Krampen, 56068 Koblenz,
0261/31888
1 Benno Riehl, 56072
Koblenz-Rübenach, 0261/24203
1 Dieler & Treppke, 56154
Boppard-Buchholz, 06742/5966
1 Reinhold Kreuter, 56179
Niederwerth, 0261/60405
2 Jörg Becker, 56288
Kastellaun, 06762/93380
2 Walter Ohlberger GmbH,
56290 Dommershausen,
06762/93120
2 Michael Proske, 56323
Waldesch, 02628/96020
1 Manfred Kries GmbH, 56332
Dieblich, 02607/1368
1 Maxeiner GmbH, 56355
Nastätten, 06772/93990
1 Heinz Klöppel GmbH, 56743
Mendig, 02652/4443
Augenoptiker/in
1 Franz Jex, 56068 Koblenz,
0261/35825
1 Optik Stömmer, 56068
Koblenz, 0261/33416
1 Optik Hans-W. Kreuer,
56112 Lahnstein, 02621/4580
3 Optik Handke GmbH, 56727
Mayen, 02651/809933
Automobilkaufleute
1 Autohaus Tix, 56070,
Koblenz, 0261/9817100
1 Autohaus Schilling, 56070,
Koblenz, 0261/808000
Bäcker/in
1 Bäckerei Paulsen, 53498
Bad Breisig, 02633/95184
2 Heinrich Jung KG, 55469
Simmern, 06761/6910
1 Heiko Heintz, 55545
Bad Kreuznach, 0671/61413
1 Bäckerei Gassen,
56077 Koblenz
1 Brotgarten, 56154 Bop-pardBuchholz, 06742/82186
1 Bäckerei Herres, 56566
Neuwied, 02622/83443
1 Hans-Werner Wolf, 56575
Weißenthurm, 02637/2194
1 Karl’s Backstube, 56575
Weißenthurm, 02637/7037
1 Günter Geisbüsch,
Brückencafe, 56727 Mayen,
02651/2609
1 Kütscher’s Backstube,
56743, Mendig, 02652/4436
Bäckereifachverkäufer/in
2 Bäckerei Pfaffenholz, 53474
Bad Neuenahr-Ahrweiler, 02641/
24165
1 Bäckerei Paulsen, 53498
Bad Breisig, 02633/95184
1 Günther Thiermann, 53557
Bad Hönningen, 02635/2450
1 Ulrike Schreiber - Backparadies, 56073 Koblenz, 0261/
42202
1 Bäckerei Gassen,
56077 Koblenz
1 Karl’s Backstube, 56575
Weißenthurm, 02637/7037
2 Eifeler Backstube, Gebr.
Gemein GmbH, 56637, Plaidt,
02632/6011
2 Günter Geisbüsch,
Brückencafe, 56727 Mayen,
02651/2609
1 Kütscher’s Backstube,
56743 Mendig, 02652/4436
Bauzeichner/in
1 Neuroth Bauunternehmen
GmbH, 56412 Untershausen,
02602/4047
1 Ing. H. Deumel Fertigbau
GmbH, 56566 Neuwied, 02631/
353254
Bürokaufleute
1 Saniteam GmbH, 53424
Remagen, 02228/950500
1 Exmü GmbH, 53577
Neustadt, 02683/2469
1 Walter Kastor GmbH &
Co.KG, 55430 Oberwesel,
06744/7072
1 Ginnuth + Vogel GmbH,
55432 Damscheid, 06744/8782
1 Auto Rau, 55593 Rüdesheim, 0671/2442
1 Rodenbusch GmbH, 55606
Otzweiler, 06757/96980
1 Alfred Aulenbacher, Inh.
Eric Aulenbacher, 55743
Idar-Oberstein, 06781/22280
1 Lubberich GmbH
Dental-Labor, 56068 Koblenz,
0261/32888
1 Post Hörcomfort, 56068
Koblenz, 0261/34204
1 Nesseler Dental, 56329
St. Goar, 06741/93040
1 Universa GmbH, 56379
Holzappel, 06439/91320
1 Boenig Präzisionswerkzeugbau GmbH, 56462 Höhn,
02661/98190
1 Wallebohr GmbH, 56766
Ulmen, 02676/936812
Dachdecker/in
1 Hocke, 53567 Asbach,
02683/42369
1 Bierbaum & Salz Bedachungen GmbH, 53578 Windhagen,
02645/3853
1 Burger Bedachungen, 55483
Schlierschied, 06765/960091
1 Zorn Bedachungen GmbH,
56290 Beltheim, 06762/93010
1 Komplettdach Graeff GmbH,
56291 Wiebelsheim, 06766/8321
1 Pfannschmidt GmbH, 56323
Waldesch, 02628/2716
1 H. Hachmer, 56348 Weisel,
06779/1201
1 Bamberger & Gärtner
GmbH, 56584 Rüscheid, 02639/
260
Damen- u. Herrenschneider/in
1 Telscher-Moden, 55543
Bad Kreuznach, 0671/26402
Einzelhandelskaufleute
1 Car Hifi, 56072 Koblenz,
0261/9223225
Elektroniker/in, Fachrichtung
Automatisierungstechnik
2 RETRON Automatisierungstechnik GmbH, 55743 IdarOberstein, 06781/45010
2 Jonas Schaltanlagenbau
GmbH, 56427 Siershahn,
02623/96190
Elektroniker/in, Fachrichtung
Energie- u. Gebäudetechnik
1 Elektro Pretz, 56070
Koblenz, 0261/801061
1 Katholisches Klinikum,
56073 Koblenz, 0261/496-3066
1 Windheuser & Esper GmbH,
56154 Boppard, 06742/4131
1 expert Lüdcke GmbH, 56355
Nastätten, 06772/932051
1 Petzenhauser & Müller,
56642 Kruft, 02656/8570
Elektroniker/in, Fachrichtung
Informations-u. Telekommunikationstechnik
1 RETRON Automatisierungstechnik GmbH, 55743 IdarOberstein, 06781/45010
Estrichleger/in
1 MK - Fußbodenbau GmbH,
55497 Schnorbach, 06764/3646
Grund zur Freude: Die Friseu
nach belegten in Rumänien e
Nicole und Nina ü
Frieseurlehrlinge aus An
Allen Grund zur Freude haben die F
internationalen Lehrlingswettbewe
den dritten Platz. Die Friseurinne
außerbetrieblichen Einrichtungen (
In Zusammenarbeit und Förderung
zentren in Koblenz, Rheinbrohl, He
betrieblichen Ausbildung gezielt fü
angeboten. Die jungen Leute begin
berufe Bäckereifachverkäufer, Fris
bauer, Stuckateur oder Tischler. Z
Ausbildung.
Fleischer/in
1 Wolfgang Weingarten,
53577 Neustadt, 02683/31263
2 Metzgerei Leyser, 55758
Kempfeld, 06786/1318
1 Metzgerei Alfons Jung,
55768 Hoppstädten-Weiersbach,
06782/5223
1 Metzgerei Johann Bistro +
Party-Service GmbH, 56072
Koblenz, 0261/24185
1 Jürgen Engelbert, 56329
St. Goar, 06741/1640
Nicole und Nina nutzten gern die G
Beweis zu stellen. Gemeinsam mit i
rumänische Hauptstadt Bukarest. H
Friseurwettbewerb teilgenommen
Mazedonien, Bulgarien, Monteneg
gelernt haben. Im Herrenfach galt e
Eine Tagesfrisur musste im Damenf
20 Mitbewerbern sehr gut in Szene
Fleischereifachverkäufer/in
1 Wolfgang Weingarten,
53577 Neustadt, 02683/31263
3 Metzgerei Leyser, 55758
Kempfeld, 06786/1318
1 Fleischerei Seul, 56070
Koblenz, 0261/82703
1 Edeka Frische Markt - Dirk
Goerzen, 56072 Koblenz, 0261/
9224126
1 Fleischerei Erwin Schmitt,
56075 Koblenz, 0261/53368
1 Jürgen Engelbert, 56329 St.
Goar, 06741/1640
1 Fleischerei Friedrich, 56564
Neuwied, 02631/24595
2 Fleischmarkt Fuck GmbH +
Co.KG, 56737 Mayen, 02651/
946808
8 REWE - Center, 56759
Kaisersesch, 02653/990513
Informationen zur BaE bei der Päda
E-Mail: [email protected]
Fliesen-, Platten- u. Mosaikleger/in
1 Alexander Schweigert,
55469 Simmern, 06761/903763
Friseur/in
1 Ihr Friseur - Thomas Braun,
55774 Baumholder, 06783/4366
1 Haargenau - der Friseur,
56068 Koblenz, 0261/9143857
1 Friseur Wambach by Ursula
Christ, 56077 Koblenz, 0261/
9730753
2 Salon Struwwelpeter, 56203
Höhr-Grenzhausen, 02624/4386
1 Ankes Haarstübchen, 56323
Waldesch, 02628/2305
1 Biosthetik-Coiffeur H.
Nr. 99
2. Juni 2004
Lehrstellenbörse / Lehrlinge im internationalen Wettbewerb erfolgreich
Karosserie- u.
Fahrzeugbaumech./in
1 Auto Schäfer, 55774
Baumholder 06783/3031
urlehrlinge Nicole Degen (l.) und Nina Bechtel aus Andererste und dritte Plätze.
überzeugten die internationale Jury
ndernach in Rumänien erfolgreich
Friseurlehrlinge Nicole Degen und Nina Bechtel aus Andernach. Bei einem
erb in Rumänien belegten sie im Herrenfach den ersten und im Damenfach
en in spe lernen ihr Handwerk im Rahmen der Berufsausbildung in
(BaE) bei der HwK Koblenz.
g der Agentur für Arbeit bietet die HwK die BaE in ihren Berufsbildungserrstein und Bad Kreuznach an. Diese Maßnahme wird als Ergänzung zur
ür Jugendliche mit Lern- sowie sozialen und/oder sprachlichen Defiziten
nnen eine Lehre bei der HwK in einem der acht angebotenen Handwerksseur, Maler und Lackierer, Maurer und Betonbauer, Metallbauer, StraßenZiel der BaE ist die schnellstmögliche Übernahme in eine betriebliche
Gelegenheit, ihr Können in einem internationalen Friseurwettbewerb unter
ihrer HwK-Ausbilderin, Friseurmeisterin Sandra Becker, reisten sie in die
Hier unterhält die HwK Koblenz wie in allen anderen Ländern, die am
haben, ein Partnerschaftsprojekt. Nicole und Nina sowie Lehrlinge aus
gro, Bosnien, Moldawien und Rumänien zeigten den Juroren, was sie
es, einen Fassonhaarschnitt nach Vorlage an einem Modell zu schneiden.
fach erstellt werden. Die beiden HwK-Lehrlinge setzten sich unter jeweils
e. Platz 1 und Platz 3 waren der Lohn.
agogischen Anlaufstelle der HwK Koblenz, Tel.: 0261/ 398-342, Fax: -989,
Junglas, 56626 Andernach,
02632/495866
Gebäudereiniger/in
1 M. Jakobs u. S. Schneider
GmbH, 56281 Emmelshausen,
06747/94640
Glaser/in
1 M. Flicka Glasveredlung,
56070 Koblenz, 0261/8058814
1 Hans Cullmann, Inh.
Eckhard Cullmann, 55743 IdarOberstein, 06781/22535
1 Goldschmiede Stützel, 55743
Idar-Oberstein, 06781/35480
Graveur/in
1 Werbetechnik Hüsch, 57629
Atzelgift, 02662/3707
Hörgeräteakustiker/in
2 Hörstudio S, 56068 Koblenz,
0261/37041
Kachelofen- u. Luftheizungsbauer/in
1 Rembserhof Kachelöfen,
56235 Ransbach-Baumbach,
02623/2648
Kälteanlagenbauer/in
2 Jacobi Kälte-KlimaFahrzeugkühlung, 56218
Mülheim-Kärlich, 0261/
280705
1 Marcus Perscheid, 56332
Dieblich-Berg, 02607/1374
1 Rische Kälte-u. Klimatechnik GmbH, 56751 Polch, 02654/
6999
Kfz-Mechatroniker/in
1 E+K Autotechnik GmbH,
55593 Rüdesheim, 0671/35123
1 Auto-Stein, 55624 Rhaunen,
06544/738
1 Auto Schäfer, 55774
Baumholder, 06783/3031
1 Autohaus Schilling, 56070
Koblenz, 0261/808000
1 Vogtmann + Herold, 56070
Koblenz, 0261/984060
1 Vogtmann + Herold, 56564
Neuwied, 02631/96430
1 AT-MOT Generalüberholte
Motoren GmbH, 56727 Mayen,
02651/409340
1 KBM, 56727 Mayen, 02651/
98770
1 KBM, 56727 Mayen, 02651/
98770
Konditor/in
2 Heinrich Jung KG, 55469
Simmern, 6761/6910
1 Café Richard, Inh. D. Marth,
56068 Koblenz, 0261/33376
1 Café Bemmerer - Schnurr
OHG, 65582 Diez, 06432/2595
Konditoreifachverkäufer/in
1 Café Baumann, 56068
Koblenz, 0261/31433
1 Café Bemmerer - Schnurr
OHG, 65582 Diez, 06432/2595
Maler und Lackierer/in
1 Malerbetrieb Rudolf Haack,
53619 Rheinbreitbach, 02224/
74910
1 Lipp Color, 55543 Bad
Kreuznach 0671/69992
1 Horst Schimmelpfennig,
56154 Boppard, 06742/4436
1 OPTI-Maler, Pickel +
Schneider GmbH, 56727 Mayen,
02651/42776
1 Ralf Thönnes, 56820
Senheim, 02673/960060
1 Horst Christmann, 65558
Heistenbach, 06432/81854
02602/934488
1 Neuroth Bauunternehmen
GmbH, 56412 Untershausen,
02602/4047
1 WB Westerwald Bau
GmbH,56412 Heiligenroth,
02602/838-7931
1 Linn + Jung GmbH, 56414
Herschbach, 06435/922054
1 Barbanus + Parbel GmbH,
56424 Staudt, 02602/1065870
2 Theisen Bau GmbH, 56637
Kruft, 02652/928111
2 Talo Bau GmbH, 56865
Panzweiler, 06545/1237
2 Fritz Meyer GmbH, 57610
Altenkirchen, 02681/951815
Mechaniker/in für
Landmaschinentechnik
1 Walter Franzmann, 55559
Bretzenheim, 0671/27707
Metallbauer/in
1 J.J. Brühl, 56076 Koblenz,
0261/972650
1 Metallbau Wolf, 56330
Kobern-Gondorf, 02607/972172
2 Schütz Metallbau GmbH,
56457 Westerburg, 02663/1088
2 Günther Wintergarten,
Fenster, Türen GmbH, 56587
Oberraden, 02634/95410
2 Schmitt Stahlbau GmbH,
56626 Andernach, 02632/96550
1 Hickmann GmbH, 56637
Plaidt, 02632/6111
2 Giel Stahlbau GmbH, 56727
Mayen 02651/41080
1 Walther Mais GmbH, 56751
Polch, 02654/960738
1 Erhard Kaspers, 56766
Ulmen, 02676/8322
2 MetallForm Dax, 56812
Cochem, 02671/60210
Schilder-u. Lichtreklamehersteller/in
1 Burgwerbung Achim von der
Burg, 55606 Kirn, 06752/8212
1 IWL GmbH, 56235
Ransbach-Baumbach, 02623/
9287870
2 IWL GmbH, 56299
Ochtendung, 02625/963333
Maler und Lackierer/in Fahrzeug
1 Lutz Kunzke, 56459
Langenhahn, 02663/915780
2 Nalbach, Hinkel &
Co.GmbH, 56566 Neuwied,
02631/358033
Steinmetz und Steinbildhauer/
in
1 Werner Neuheuser, 55469
Simmern, 06761/2845
1 Werle & Sohn, Inh. Manfred
Werle, 55768 HoppstädtenWeiersbach, 06782/835
Maurer und Betonbauer/in
2 H.A. Witsch, 53474 Bad
Neuenahr-Ahrweiler, 02641/
78314
1 Bauunternehmung Ralf Löhr,
56154 Boppard-Buchholz,
06742/5430
2 Schwickert Bau GmbH,
56244 Ötzingen, 02602/69001
3 Dickopf Bau GmbH &
Co.KG, 56249 Herschbach,
02626/76050
1 Sabel Bauunternehmung
GmbH, 56410 Montabaur,
Straßenbauer/in
1 Tiefbau Behnke GmbH,
55765 Birkenfeld, 06782/6097
2 Horst Schulz Bauunternehmung GmbH, 56072
Koblenz, 0261/922890
1 Albert Fuß GmbH, 56271
Kleinmaischeid 02689/5392
1 Wallebohr GmbH, 56766
Ulmen, 02676/936812
Stuckateur/in
3 Raimund Engbarth
Akustikbau+Stuck GmbH, 55743
Idar-Oberstein, 06784/1373
1 Werkstätte für Denkmalpflege Jürgen Theis, 56237 Deesen,
02626/78769
1 Kond-Bau, 56332 Niederfell,
02607/4173
1 Gebr. Müller GmbH, 56745
Volkesfeld, 02655/960168
Technische Zeichner/in
1 Giel Stahlbau GmbH, 56727
Mayen, 02651/41080
Textilreiniger/in
1 Kreuznacher Zentralwäscherei, 55543 Bad Kreuznach, 0671/8860017
1 Textilpflege Axel Noll,
56072 Koblenz, 0261/46270
Tischler/in
1 Heiko Gemünden, 55444
Eckenroth, 06724/3670
1 R.Schmitt/E.Tries/M.Tries
GdbR, 55494 Rheinböllen,
06764/1254
1 Gernot Förster, 55545 Bad
Kreuznach, 0671/31800
1 Holzwerkstatt Krollmann,
55546 Pfaffen-Schwabenheim,
06701/3131
1 Dilly Holzverarbeitung
GmbH, 55595 Spabrücken,
06706/365
1 FEWI - Fensterbau GmbH,
55606 Kellenbach, 06765/1250
1 Lanz GmbH, 55618
Simmertal, 06754/417
1 Thomas Keller, 55629
Schwarzerden, 06765/7809
1 Werkstätten Noll + Partner
GmbH, 56133 Fachbach, 02603/
93380
1 Karl Müller Bau-u. Möbelschreinerei e.K., 56220 St.
Sebastian, 0261/82724
1 Thomas Ternes, 56283
Pfaffenheck, 06742/81438
1 Tischlerei Blum, 56307
Dernbach, 02689/979198
2 Tischlerei Kreyenborg,
56566 Neuwied, 02622/887480
1 Gerd Häbel, 57648 Unnau,
02661/5467
Trockenbaumonteure
2 Ginnuth + Vogel GmbH,
55432 Damscheid, 06744/8782
Zahntechniker/in
3 Lubberich GmbH DentalLabor, 56068 Koblenz, 0261/
32888
1 Zahntechnik Haakon Stern,
56068 Koblenz, 0261/124060
1 Dentallabor Wolfgang
Straub, 56743, Mendig, 02652/
4918
Zimmerer/in
1 Komplettdach Graeff GmbH,
56291 Wiebelsheim, 06766/
8321
Zweiradmechaniker/in
1 Zweirad Mitschke, Inh.
Stefan Mitschke, 56077 Koblenz,
0261/73330
Nr. 99
www.handwerk-special.de
2. Juni 2004
Mario Adorf - Privat / Exklusiv in Handwerk special
Mario Adorf - Privat
Der Weltstar im Exklusiv-Interview mit „Handwerk special“
„Ich habe noch Wünsche.
Wunschlos zu sein, bedeutet Stillstand. Es gibt ohne sie nichts,
was antreibt. Wünsche gehören
zum Leben“, bekennt Mario
Adorf. Welche es sind, sagt der
74-jährige Grandseigneur des
deutschen Films nicht. „Darüber
zu reden, zerstört den Zauber.“
Mario Adorf treffe ich anlässlich
seiner Buchvorstellung „Himmel und Erde“, zu der der Freundeskreis der Universität Koblenz,
der Freundeskreis Stadttheater
und Koblenz Touristik eingeladen haben.
Treffpunkt für Kultur
In dem seit fünf Jahren bestehenden Freundeskreis der Universität in Koblenz engagieren sich
ca. 200 Persönlichkeiten, Unternehmen und Institute. Er ist nicht
nur Treffpunkt für Wissenschaft,
sondern auch für Kultur. So lag
es nahe, dass der Freundeskreis
Mario Adorf, der in der mittelständisch geprägten Region aufgewachsen ist, einzuladen. Dr.
h.c. Karl-Jürgen Wilbert, Vorsitzender des Freundeskreises und
Hauptgeschäftsführer der HwK
Koblenz, engagiert sich dort vor
allem für die Verbindung Hochschule und Mittelstand. „Handwerk ist Hightech und Tradition. Handwerk ist auch Lebensfreude.“
Jeder Stuhl im Kaisersaal
ist besetzt
Der Kaisersaal des Kurfürstlichen Schlosses zu Koblenz ist
seit langem ausverkauft. Die
Menschen wollen Adorf erleben. Unser Gespräch findet am
Morgen nach der Lesung, fern
von allem Trubel, unter vier Augen statt.
In Handwerk special spricht
Adorf über Werte, die sein Leben bestimmen, über Luxus, den
er genießt, aber auf den er durchaus auch verzichten kann. Er erzählt auch von ganz Alltäglichem.
„Zwischen Himmel und Erde“ - Mario Adorf
stellt sein Buch im Koblenzer Schloss vor.
Adorf – ganz privat
Mario Adorf kommt fünf Minuten vor der verabredeten Zeit.
Ich bin überrascht, wie er in
Wirklichkeit ist. Unbewusst assoziiert man ihn mit seinen Filmrollen der letzten Zeit, dem „Bellheim“, dem Paten im „Schattenmann“, dem zwielichtigen Drahtzieher in „Die Affäre Semmeling“, als Werbeträger im Fernsehen. Dann ist er von sich überzeugt und sich seiner Größe
bewusst, immer mit einer Spur
von Arroganz. Signalisierend:
„Ich mache nur, was ich will.“
Der private Adorf ist beinahe
bescheiden, sehr natürlich. Ein
leiser Mensch, ohne Starallüren.
Wurzeln in der Eifel
Vielleicht liegt es an seinen Wurzeln, seinen Erfahrungen in der
Eifel als Kind einer allein erziehenden Mutter, der nicht leichten Jugend, die er nie vergessen
hat. Er hat die Welt kennen gelernt, ist aber im Grunde seines
Herzens ein „Mayener Jung“ geblieben, wie er bemerkt. In seinen dunklen Augen unter buschigen Brauen spiegelt sich sehr
viel Lebensweisheit, blitzt aber
auch der Schalk und sein ihm
eigener legendärer Charme. Seine Lässigkeit wird durch seine
Freizeitkleidung noch unterstrichen.
Rummel gehört dazu
Adorfs Terminkalender der
nächsten Tage ist voll, Koblenz
war eine Station seiner „Dienstreise“. Er ist gelassen. Es gibt
keinen Blick auf die Uhr, keine
Handbewegung, die andeutet,
ich mag nicht. Mir scheint, er
ruht in sich selbst. Wie geht er
mit dem Rummel um seine Person um, genießt er ihn oder würde er sich in manchen Momenten gern zurückziehen?, frage
ich. „Er gehört dazu. Wenn ich
auf Tournee gehe, weiß ich, worauf ich mich einlasse, was mein
Publikum erwartet“, sagt er. Die
Mario Adorf mit den Organisatoren der Lesung
Dr. h.c. Karl-Jürgen Wilbert und Hubert Scherer.
vielen Interviews, die ich über
ihn gelesen habe, machen es nicht
leichter. Wonach kann man
Adorf noch fragen? Was hat er
noch nicht erzählt? „Verraten Sie
mir etwas Neues“, bitte ich ihn.
„Da bin ich keine Hilfe“, schmunzelt er. „Fragen Sie, ich bin auch
neugierig auf Neues.“
Freizeit ist fast Bedrohung
Zunächst sprechen wir über ganz
alltägliche Dinge. Was macht er
an einem freien Tag? Er erzählt,
dass er dann bereits über den
nächsten Tag nachdenkt. Dass
er immer etwas tun muss - „weil
ich mich sonst langweile“ - und
sei es den Zahnarzt zu besuchen.
Einfach in der Sonne zu ruhen,
ist seine Sache nicht. „Betätigung ist für mich auch Bestätigung. Kann ich einen langen Text
noch lernen? Funktioniert mein
Gedächtnis? Freizeit empfinde
ich fast als Bedrohung“, lacht er.
Äußere und innere
Eitelkeit
Was frühstückt er? „Orangensaft, Früchtetee, Naturjoghurt,
Honig und zwei Scheiben
Schwarzbrot, ich achte auf mein
Gewicht“. „Sind Sie eitel?“
„Nicht äußere Eitelkeit! Eine innere persönliche Eitelkeit vielleicht. Wenn ich mich im Spiegel sehe, fühle ich meinem Körper gegenüber die Verpflichtung
ihn so zu behandeln, dass er mir
die Dienste tut, die ich von ihm
will.“ In diesem Zusammenhang
gesteht er, dass er in Kürze mit
seiner französischen Frau Monique eine Entschlackungskur in
Südfrankreich macht.
Heimatgefühle
Adorf erinnert sich an seine
Kindheit, an die Heimatgefühle,
die er immer noch hat, wenn er
an Mayen denkt. „Wenn ich dort
unterwegs bin, werde ich geduzt
und bekomme Schulterklopfen.“
Er spricht von seiner Mutter, die
noch im Krieg die Meisterprü-
Mario Adorf stellte sich am nächsten Tag den
Fragen von Beate Holewa (HwK Koblenz).
www.handwerk-special.de
Nr. 99
2. Juni 2004
Mario Adorf - Privat / Exklusiv in Handwerk special
fung im Schneiderhandwerk abgelegt hat und ihn früh zur Selbstständigkeit erzogen hat. „Sie hat
mir immer das Gefühl gegeben,
etwas Besonderes zu sein.“ Er
hat aber die Stadt nicht nur in
guter Erinnerung. „Je weiter die
Erinnerungen zurückreichen, umso weniger innig sind sie“, sagt
er mit Hinweis auf Bombennächte im Luftschutzkeller. „Ich erwärme mich lieber an der Gegenwart“, erklärt er mit einem
verschmitzten Lächeln.
Deutsche Gründlichkeit und
italienische Leidenschaft
Was ist deutsch an ihm und wann
kommt das Italienische vom Vater bei Mario Adorf durch? „Die
Neugier, schon als Student nach
Italien zu gehen, empfand ich
damals als die Stimme des Blutes. Später habe ich gemerkt,
dass dieser Zug nach Süden eigentlich etwas sehr Deutsches
ist. Der Ausländer sucht die Sonne, der Italiener meidet sie. Ich
wohne zwar in Rom, aber in
einer Terrassenwohnung, inmitten der Altstadt, in der Verbindung mit den Menschen unten
auf der Straße. Das ist auch nicht
italienisch. Die Italiener haben
versucht, sich aus dieser ehemals armen Umgebung zu befreien. Sie sind hinaus gezogen,
in neue Wohngebiete. Nach Italienischem in mir muss ich tatsächlich lange suchen. Mein
Aussehen ist es vielleicht. Als
ich jung war noch stärker. Es ist
die Spielfreude, die Fantasie, das
Temperament und die Leidenschaft, die leichte Vitalität. Sonst
bin ich sehr pünktlich, genau, im
Beruf
manchmal pingelig, orImpressum
dentlich. Ich richte meine Sachen abends sehr sorgfältig zum
Paket.“
Vorbild haben, Vorbild sein
Erinnert sich Mario Adorf an
Vorbilder? „Im Alter hat man
natürlich kein Vorbild mehr, es
sind alte Bilder, die man in sich
trägt.“ So habe er Fritz Kortner
bewundert, obwohl er nie Regisseur sein wollte. „Es waren immer ältere Personen, von denen
ich zu lernen glaubte.“ Sieht er
sich selbst als Vorbild? „Ich versuche ein Leben zu führen, das
es erlaubt ein Vorbild zu sein.
Ich mache keine Schlagzeilen
über mein Privatleben, lebe seit
über 30 Jahren mit Monique zusammen und selbst wenn ich es
eilig habe, gehe ich nicht bei Rot
über die Straße.“ Er räumt ein:
„Die Vorbildfunktion schafft allerdings Zwänge, sich an Regeln zu halten. Das mache ich
aber gern. Ich war nie revolutionär, habe immer Regeln akzeptiert.
ben. „Eine Sternstunde meiner
Begegnungen.“
Luxus hat mit
Überflüssigkeit zu tun
„Was ist Luxus für Adorf?“ „Luxus hat mit Überflüssigem, aber
auch Angenehmen zu tun. Natürlich genieße ich schöne Reisen, Unterkünfte in guten Hotels. Ab und zu belohne ich mich
und kaufe mir etwas Luxuriöses, sozusagen als Streicheleinheit. Meistens frage ich mich bei
materiellen Dingen aber immer,
ob ich es wirklich haben muss.
Ich war bis in meine Studentenzeit sehr arm und habe viel gehungert. Manches vergisst man
nie.“
Regeln geben Konzept
Keine Angst vor dem Alter
Sie helfen, geben einem ein Konzept.“ Disziplin, Genauigkeit,
Zuverlässigkeit, eine solide Ausbildung, sich anstrengen müssen, nennt er als Werte, die sein
Leben bestimmen. „Ich stehe
nicht mit erhobenem Zeigefinger, kann nur sagen, was für
mich gut war.“ Er nennt die Familie, in der Werte angelegt
werden. „Ich schätze ihre Rolle
in der Erziehung sehr, obwohl
ich sie selbst nicht hatte und
damals auch nicht vermisst
habe.“
„Ich hatte nie Angst vor dem
Alter“, sagt Adorf. „Nur vor dem
Alter, das mühsam ist, nicht lebenswert. Aber ich sehe es auch
nicht euphorisch. Es ist natürlich der Abschied von vielen
Dingen, die man gern getan hat
oder tun konnte. Jetzt gehe ich
auf die 75 zu. Das tut schon ein
bisschen ... ,nein, weh ist falsch.
Das gesunde Alter ist ein Geschenk.“
Bundesfilmpreis für
Lebenswerk
Begegnung mit Sir Peter
„Welche Personen würden Sie
gern zum Essen einladen?“ Adorf
überlegt. „Politiker wären es
nicht, Künstler eher. Ich bin aber
kein Mensch, der sich aufdrängt.
Ich habe nie flüchtige Bekanntschaften gesucht und nie angestrebt, mich mit Menschen zu
umgeben, die berühmter und gescheiter sind. Ich habe immer
gewartet, bis man mir etwas anbietet. Vielleicht war das ein Fehler in meinem Leben“, sagt er
nachdenklich. Auf Nachhaken
bezeichnet er es aber doch als
großes Glück, Sir Peter Ustinov
vor dessen Tod getroffen zu ha-
Am 18. Juni bekommt Adorf
den Bundesfilmpreis für sein Lebenswerk. Würde er alles noch
einmal so machen im Leben?
„In der gleichen Situation ja oder
nur unwesentlich anders“, so die
Antwort. Adorf ist ein so guter
Schauspieler und ein höflicher
Mensch dazu. Was in solchen
Augenblicken ihm wirklich
durch den Kopf geht, bleibt dennoch sein Geheimnis, trotz vieler persönlicher Dinge, die er
aus seinem Leben preisgibt.
(Das Interview führte Beate
Holewa. Sie ist Mitarbeiterin der
Pressestelle der HwK Koblenz.)
Designerstuhl für UNICEF
Am Ende der Lesung signierte M. Adorf den von Tischlermeister
Emanuel Hook aus Altrip hergestellten Stuhl, auf dem er während
der Lesung saß. Der Designerstuhl ist ein mit mehreren Preisen
bedachtes Modell. Das Gestell ist aus schwarz gebeizter Esche. Die
Rückenlehne aus Birnbaum massiv ist durch drei Edelstahlstäbe mit
dem Gestell verbunden. Jetzt wird er von der HwK Koblenz für das
Kinderhilfswerk UNICEF versteigert. Das Mindestgebot liegt bei
1.500 Euro und kann unter Tel.: 0261/398-222 abgegeben werden.
Hook, zweifacher Staatspreisträger und Fan von Adorf, war sichtbar stolz, als der Künstler auf seinem Stuhl Platz nahm und ihn
später signierte. Emanuel Hook ist seit 1972 selbstständig und
arbeitet heute als freischaffender Künstler und Designer.
Layout: Danielle Boos
Fotos: Beate Holewa
Nr. 99
www.handwerk-special.de
2. Juni 2004
Sie richten´s am Auto: Karosserie- und Fahrzeugbauermeister
„Ich habe immer das getan,
woran ich Spaß hatte“, lautet
das einfache, aber wirkungsvolle Erfolgsrezept von Bernhard Gröff. Als Doppelmeister im Karosserie- und Fahrzeugbauer- sowie im Fahrzeuglackiererhandwerk gibt
er dem Unternehmen in Zell,
das er in der dritten Generation führt, ein eigenes Gepräge. „Die Familie gab mir
gute Startvoraussetzungen.
Alles andere habe ich mir
selbst hart erarbeitet.“
Während er auf der einen Seite
den Rund-um-die-Uhr-Service
an sieben Tagen in der Woche
anbietet, hat er auf der anderen
Seite alle einschlägigen Partytermine für bekennende HarleyFahrer und Ferraristi im Kalender stehen. „Das Leben wird’s
bringen, denn ein Rädchen rollt
immer“, strahlt er Gelassenheit
aus, während er gleichzeitig auf
zwei Telefonen Gespräche mit
einem Kunden aus der Umgebung und einem aus Tschechien
führt. „Die EU-Erweiterung erleichtert mir einiges in der Bürokratie.“
Saubere Halle saubere Arbeit
Unfallinstandsetzung, Autolackierung, Abschlepp- und
Bergedienst, Fahrzeugvermietung und -handel, Altautoannahme, Autoglasservice oder
die komplette Schadensberatung - das Feld ist weit gesteckt.
„Reparabel ist eigentlich alles,
aber wir kommen heute sehr
schnell an den wirtschaftlichen
Totalschaden heran“, weiß er
aus rund 500 Unfällen im Jahr,
zu denen er gerufen wird. Was
bei uns zu arbeits- und damit
kostenintensiv wäre, vermarktet er vor allem nach Osteuropa.
Lohnende Arbeiten werden bei
ihm mit größter Sorgfalt ausgeführt, das spiegelt die geräumige und saubere Werkstatt schon
wieder. Denn die „Kunden müssen Vertrauen zu mir haben,
nicht umgekehrt. Ohne Flöhe
läuft bei mir gar nichts - erst das
Geld, dann gibt’s das Auto zurück“, so die Devise von „Töffi“.
Sein Spitzname begleitet Bernhard Gröff bereits seit der Schulzeit. „Meine Eltern wollten, dass
ich etwas Besseres werde und
schickten mich auf das Gymnasium nach Boppard, wo ich in
einem ‘Alumnat’ wohnte. In der
Samstagsausgabe der RheinZeitung gab es damals Cartoons
mit ‘Töffi’, der mit Autos zu tun
hatte. Deshalb und wegen dem
Gleichklang des Namens vererbten mir die Mitschüler mein
Markenzeichen“, das dem Be-
Paradiesvogel im Blaumann
„Töffi“ Bernhard Gröff’s erfolgreiches Unternehmen in der Kfz-Instandsetzung
trieb und dem Internetauftritt
den Namen verleiht: Töffi-Design.
Wie alles begann ...
Auch mit dem „Design“ hat es
seine eigene Bewandnis. Nachdem er seinem Hauptschulabschluss erfolgreich entgegen
gefiebert hatte - „Schule ist
nichts für mich, ich bin in der
Firma groß geworden“ -, trat
Bernhard Gröff im elterlichen
Betrieb die Lehre als Karosseriebauer an. Kaum 18 Jahre alt,
zog er zu Hause aus und meldete bald ein Kleingewerbe für
„künstlerische Fahrzeuggestaltung“ an. Am liebsten peppte er
Motorräder und Helme designerisch auf. Auch seinen Wehrdienst nutzte er für sein Hobby.
„Nachts tat ich im Staffelheim
Dienst, um tagsüber Geld zu
verdienen.“ Von den Eltern mietete er die Halle am früheren
Standort des Unternehmens.
Statt nach der Bundeswehr in
den heimischen Betrieb zurückzukehren, begann er eine zwei-
Von der Schadensaufnahme (o.)
über die Instandsetzung der Karosserie bis zur Lackierung - die jeweilige Fahrzeugfarbe wird mit Hilfe
von EDV-Datenbanken ermittelt (l.)
- bietet „Töffi“ Gröff einen meisterlichen Rund-um-Service an.
te Lehre als Kfz-Mechaniker,
die er auch beendete, obwohl
zwischenzeitlich sein Vater verstorben war. Zunächst mit Ausnahmegenehmigung, 1987 dann
als Meister übernahm er die Verantwortung für den 1926 von
Steckbrief: Töffi-Design, Zell
Unfallinstandsetzung, Autolackierung, Abschleppdienst, Schadensberatung
gegründet 1926 / 1987
Einzelunternehmer
Kontakt: 06542/ 98980
Internet: www.toeffi-design.de
seinem Großvater, Stellmachermeister Bernhard Gröff, gegründeten Betrieb. War für ihn zunächst der Meistertitel ein notwendiges und vom Gesetzgeber gefordertes Übel - Töffi
Gröff wollte sowohl im Karosseriebau als auch in der Fahrzeuglackierung auf der sicheren Seite stehen -, weiß er heute
auch, wie viel Vertrauen der
Meisterbrief beim Kunden
schafft.
Eigenständiges Profil
In die technische Ausstattung
des Unternehmens, das seit 1968
im Altlayer Bachtal von Zell zu
finden ist, hatte Bernhard Gröffs
Vater bereits viel investiert.
Gemäß dem Motto: „Jeder Euro
des Kunden ist auf meinem
Konto besser aufgehoben, als
auf dem des Vertragshändlers“,
führte er für die umliegenden
Kfz-Betriebe keine Karosserieund Lackierarbeiten mehr aus.
„Wer fahren kann, findet den
Weg zu uns, wer nicht, den holen wir ab.“ Der „langhaarige
Bombenleger“ von einst, wie er
über sich selbst sagt, hat sich in
den „Grabenkämpfen“ positioniert und kommt heute mit Ohrringen und Designerbrille daher. Ein Paradiesvogel im Blaumann.
Den Lehrling, der mit seinem
ersten fahrbaren Untersatz
kommt, spricht er genauso
moselländisch an wie den Bankdirektor mit seinem Luxusschlitten. Wer kurzfristig Fahrzeugersatz benötigt, dem besorgt Töffi, der in ein paar Tagen seinen 42. Geburtstag feiert, einen Neu- oder Gebrauchtwagen. Immer auf dem direkten
Weg, ohne Zwischenstationen,
um kein Geld unnötig liegen zu
lassen. In der Werkstatt unterstützen ihn zwei selbstständige
Kfz-Meister als Subunternehmer mit einem fest umschriebenen Dienstleistungsvertrag auch ein Modell, das für alle
Beteiligten Kosten spart und
dadurch den Erfolg sichert.
Vom Porsche Diesel bis
zum Katar-Luxusbus
Heinz Heymann und
„sein“ Porsche-Traktor.
Die ungewöhnlichen Aufträge der Familie Heymann ...
Was verbindet einen Porsche Diesel, das Scheichtum Katar und
den FC Schalke 04? In diesem Fall das Unternehmen der
Familie Heymann mit seinen mehr als 130 Mitarbeitern in
Geisig, Nastätten und Koblenz. Spezialisiert auf den Um- und
Ausbau von Fahrzeugen bis zu deren individueller Lackierung
haben die Handwerker Kunden in aller Welt. Und die wünschen
nicht irgendwas, sondern nur das ganz Besondere ...
Mit einem dieser besonderen
Kunden an einem besonderen
Auftrag arbeitet aktuell „Doppelmeister“ Heinz Heymann
zusammen. Der Kfz-Lackierermeister und Karosserie- und
Fahrzeugbauermeister baut mit
seinen Mitarbeitern Luxusbusse
für die Fluglinie des Scheichtums Katar. „Der Scheich selbst
ist an uns herangetreten. Der
Bushersteller aus Portugal hat
uns weiterempfohlen, nach ersten Gesprächen hatten wir den
Auftrag.“ Mehrere Busse werden jetzt vollständig „auseinander genommen“ und erhalten
nach ihrer „Luxuskur“ Inventar
„vom Allerfeinsten - edle Stühle
und Tische, Leder, indirekte
Beleuchtung. Mit den Luxusbussen werden VIP-Gäste direkt
vom Flugzeug abgeholt.“ Die
Maßstäbe sind hoch, denn der
Scheich ist nicht nur Chef der
Fluggesellschaft, sondern auch
Tourismusminister seines Landes. Als Auftraggeber befindet
er sich allerdings bei Heymann
in guter Gesellschaft: Auch die
Fußball-Nationalmannschaft
lässt hier ihre Busse umbauen
und lackieren, ebenso der FC
Schalke oder der HSV. Doch
nicht nur das Außergewöhnliche wird in der Heymann-Halle repariert, restauriert oder
überarbeitet. „Wir sind natürlich auch für die ganz normale
Beseitigung von Unfällen da,
ob kleine Blessur oder großer
Blechschaden.“ Und auch die
Restaurierung historischer Fahrzeuge gehört zum Arbeitsalltag. „Jüngst haben wir einen
Porsche Diesel-Traktor auf Vordermann gebracht.“ Der steht
nun neben einem seltenen
Nordstadt-Käfer, von dem es
weltweit nur drei gibt und wartet auf seinen Ausflug in den
Sommer ...
Nr. 99
www.handwerk-special.de
2. Juni 2004
Internationales Handwerk: HwK-Engagement im Ausland
Sprachrohr fürs Handwerk im Ausland
Mitarbeiter der Ost-West GmbH der Handwerkskammer Koblenz
Über ihre Tochtergesellschaft,
die Ost-West GmbH, unterstützt
die Handwerkskammer Koblenz
die Entwicklung von Handwerk
und Mittelstand in internationalen Partnerschaftsprojekten in
Südosteuropa, Asien und Afrika. Die Projekte werden vom
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanziell gefördert und über die
Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung abgewickelt. Die Mitarbeiter der Ost-West GmbH sind
das Sprachrohr fürs Handwerk
im Ausland.
Langzeitexperte in
Sri Lanka
Als Langzeitexperte der OstWest-GmbH ist Peter Rechmann
seit 2003 in Sri Lanka tätig. Der
37-jährige Diplom-Volkswirt ist
seit 1994 bei der HwK dabei und
war von 1996 bis 2002 als Langzeitexperte in Hanoi (Vietnam)
tätig. In dieser Zeit unterstützte
er tatkräftig die Einrichtung eines schweisstechnischen Bereichs im Handwerk Center Hanoi, der heute vom Deutschen
Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. als Außenstelle der Schweißtechnischen Lehranstalt Koblenz anerkannt ist. „Mit Menschen anderer Kulturen zusammenzuarbeiten ist faszinierend. Ich habe
Freunde gefunden und spüre,
dass ich etwas bewegen kann“,
schätzt er ein. Er berichtet von
Unterschieden im Umgang mit
den Menschen Asiens. So erwarten die Vietnamesen mehr
Zurückhaltung von Ausländern.
Sie setzen bevorzugt eigene Ideen um und bewerten die Vorschläge von außen als nützlichen Input. Sri-Lanker hingegen fragen direkter und erwarten Initiativen.
Verantwortlich für
Rumänien und Senegal
Ihre Arbeit als Referentin für
Grundsatzfragen bei der HwK
und Verantwortliche für die
Partnerschaftsprojekte in Rumänien und dem Senegal bewältigt
Anna Köbberling mit bemerkenswertem persönlichen Einsatz. Um Land und Leute in Rumänien besser kennen zu lernen,
hat die in osteuropäischer Geschichte promovierte Historikerin beispielsweise ihren Urlaub
mit der Familie in dem osteuropäischen Land verbracht.
Die Politik, Arbeit und Soziales
haben ihre ersten Berufsjahre
weitgehend bestimmt. Sie war
Referentin in der Mainzer Staatskanzlei, später Büroleiterin des
Staatssekretärs und Pressesprecherin der Landesvertretung
Rheinland-Pfalz in Bonn. Zur
HwK kam sie vor vier Jahren.
Auch wenn sie hier andere Prioritäten hat, lässt sie die Politik
nicht los. Sie ist im Vorstand der
SPD in Koblenz und kandidiert
für den Stadtrat. Sie bezieht Position für die Schwächeren, z. B.
Kinder. Die dreifache Mutter
weiß, was Eltern bewegt. Ihre
Söhne Jona, 8 Jahre, Robin 7
Jahre und die eineinhalbjährige
Tochter Feline sind ihr ganzer
Stolz. Sie erzählt, dass sie Jona,
der in in einem Kindermusical
die Hauptrolle singt, am Klavier
begleitet. Ihr sportliches Engagement, im Judo hat sie es bis
zum braunen Gürtel gebracht,
musste sie aus Zeitgründen „leider“ zurück schrauben. Wie
schafft die 37-Jährige es, familiäre, berufliche und ehrenamtliche Pflichten unter einen Hut zu
bringen? „Mein Mann unterstützt alles, was ich mache sehr
stark – ohne ihn ginge es nicht“,
sagt sie.
v.l.o.n.r.u.: D. Perscheid, P. Rechmann, A. Köbberling, E. Parvanova, T. Wilbert
Verantwortlich für
Bulgarien/Mazedonien
„Wie ohnmächtig auch die guten und gerechten Menschen sein
mögen, sie allein machen das
Leben lebenswert (Einstein)“
heißt die Lebensmaxime von
Evelina Parvanova. Die promovierte Bulgarin ist seit Sommer
1998 Mitarbeiterin der Ost-West
GmbH und zuständig für die
Projekte in Bulgarien und Mazedonien sowie für das Mittelstandsbüro Balkan. Evelina Parvanova hat bis 1992 in Sofia gelebt und dort überwiegend wissenschaftlich gearbeitet. Von 92
bis 95 war sie im Dienst der
bulgarischen Botschaft und als
Kultur- und Bildungsattaché in
Bonn tätig. Als Kabinettchefin
des bulgarischen Staatspräsidenten sammelte sie wichtige politische und menschliche Erfahrungen auf internationalem Parkett.
Ihre gegenwärtige Aufgabe führt
sie mit leidenschaftlichem Engagement, scharfem Verstand,
deutscher Gründlichkeit und bulgarischer Seele aus. „Ganz gleich
was ich tue, für mich ist es wich-
tig, ein guter Mensch zu sein“,
betont die 48-Jährige. Auch
wenn sie beruflich oft unterwegs ist, findet sie Zeit für gemeinsame Unternehmungen mit
ihrer 13-jährigen Tochter, die
ihr „viel Kraft und Freude“ gibt.
Im Kosovo, Montenegro
Bosnien-Herzegowina aktiv
Offen für alles und mit viel Herzblut dabei ist Thomas Wilbert.
Der 31-jährige Konditormeister
ist seit 2001 als Projektkoordinator bei der Ost-West-GmbH
für die Projekte in Bosnien und
Herzegowina, Kosovo und Montenegro zuständig. Bildung und
Qualifizierung von Erwachsenen und Jugendlichen in den
Partnerländern sind ihm besonders wichtig. „Nur so können
Inhaber mittelständischer Betriebe und ihre Angestellten die
Chance am europäischen Markt
verbessern.“ Er selbst ist nie auf
einmal Gelerntem stehen geblieben und hat sich zum „Betriebswirt des Handwerks“ ebenso weiter gebildet wie zum
„Internetmanager“. Er war ein
halbes Jahr Leiter einer Backstube in Australien. Wilbert jun.
berichtet nicht ohne Stolz, dass
es gelang, hochrangige serbische
und kroatische Wirtschaftsvertreter während der Balkan-Konferenz der Handwerkskammer
Koblenz 2002 an einem Tisch zu
platzieren. „Abenteuerlich“ seien seine Reisen in die Partnerländer ab und zu schon“, erzählt
er.
Er erinnert sich, dass er im Kosovo
einmal bei 40 Grad Hitze eine 18
kg schwere Splitterschutzweste
tragen musste, oder an die Reifenpanne bei minus 20 Grad in
Bosnien-Herzegovina. Er nennt
aber auch Augenblicke, die „einfach schön sind“. „Beispielsweise
wenn die Sonne scheint und man
den jahrhundertealten Brunnen
am Marktplatz von Sarajewo in
einem ganz besonderen Licht
sieht.“
Viel Seele lässt Thomas Wilbert
auch in sein Hobby einfließen. In
seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Schlagzeuger und Rocksänger.
Wichtig ist für Peter Rechmann,
seinen Partnern immer aufgeschlossen und mit erkennbarem
Respekt gegenüberzutreten. Entspannung findet er bei langen
Spaziergängen mit seiner Frau
Wilma. Die Philippinerin, die er
in Vietnam kennen gelernt hat,
bringt ihm „täglich einen Teil
der Sonne Asiens in Haus“, auch
wenn er in Deutschland ist.
Damit alles rund läuft ...
Daniela Perscheid, 28jährige Bürokauffrau für Kommunikation,
ist fast 10 Jahre bei der HwK und
seit Gründung der Ost-WestGmbH dabei. Sie sorgt dafür,
dass organisatorisch für die Kurzzeitexperten in den HwK-Partnerländern alles rund läuft. Von
den Buchungen der Flüge bis
zur Hotelunterkunft kümmert sie
sich um alle Formalitäten. Und
wenn die Projektpartner nach
Deutschland kommen, erfüllt sie
die gleichen Aufgaben für sie.
„Ich mache meine Arbeit gern“,
sagt sie. Ihr Organisationstalent
kommt ihr dabei zugute. Entspannung findet sie beim Joggen und Radfahren sowie bei
der wöchentlichen Aerobic.
Nr. 99
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2. Juni 2004
Sommerliche Köstlichkeiten vom Bäcker und Konditor
Die Temperaturen steigen wieder und viele Menschen achten
auf leichte, gesunde Ernährung.
Damit sie sich den Gang ins Café
und in die Konditorei nicht verkneifen müssen, hat sich das
Konditorenhandwerk darauf
eingestellt. So bietet die kleine
Küche in den Cafés immer mehr
fettarme Gerichte und Snacks
für den kleinen Hunger an. Zum
Nachtisch kann dann immer
noch mit Torte gesündigt werden.
durch. Wer hier frühstücken
möchte, kann das ab 7.30 Uhr
und hat die Auswahl zwischen
italienischem, französischem,
Vollwert-, Schängel-, Genießerund Deutschem-Eck-Frühstück.
„Die Zusammenstellung ist eine
Überraschung“, so Handwerksmeister Marth. Übrigens, wer
abends das Frühstücksmenü bestellt, bekommt es selbstverständlich auch serviert. Vier Mitarbeiter im Service und drei in der
Backstube verwöhnen die Gäste.
Tortengenuss ohne Sünde
„Sündigen muss keiner, wenn er
ein Stück Torte isst“, weiß Konditor- und Bäckermeister Detlef
Marth. Er führt das vor 130 Jahren gegründete traditionsreiche
Café Richard am Plan in Koblenz. Marth nennt als Beispiel
seine Rhababer-Sauerrahmtorte,
die absolut nicht fett ist, dafür
lecker schmeckt. „Auch bei
Torten gilt der Grundsatz, in
Maßen genießen, ist nicht von
Schaden für die Figur“, sagt er.
Natürlich gibt es auch im Café
Richard belegten Toast oder
Salat für den Hunger zwischen-
Torte hat 14 Stücke
Betritt man das Café Richard,
fällt zunächst die liebevoll dekorierte Theke mit den süßen
Gaumenfreuden auf. Das Auge
isst bekanntlich mit, deshalb fällt
es schwer, sich für eine der zahlreichen Köstlichkeiten zu entscheiden. Vor allem mit seinen
ungewöhnlich hohen Torten hat
sich die vorzügliche Konditorei
in Koblenz einen Namen gemacht. „Unsere Kunden erwarten das. Die Torte hat eben 14
statt der vielerorts üblichen 16
Stücke“, schätzt Marth ein. Er
erzählt, dass es in jedem Monat
eine neue Kreation, die Torte
des Monats, gibt. Ob ErdbeerSahne, Kirsch oder Rhabarber,
der monatliche Favorit hängt natürlich von der Jahreszeit ab. Wer
sich entscheidet, seinen Kaffee
in einem der ältesten Cafés von
Koblenz zu genießen, kann ihn
während der warmen Jahreszeit
draußen einnehmen, umgeben
vom anheimelnden Flair der Koblenzer Altstadt. 65 Plätze stehen zur Verfügung, innen sind
es noch einmal 65. Das wissen
nicht nur die zahlreichen Stammgäste zu schätzen, sondern auch
diejenigen, die vom Einkaufsbummel eben mal abschalten
möchten.
Eine gute Adresse in Boppard für Köstlichkeiten ist das
Café Schug.
Konditormeister Philipp Schug.
Fit und gesund in den Sommer
Leichte und schmackhafte Leckereien beim Konditor
.
Café Schug, Boppard
2. Mendiger
Handwerkermeile
Unter dem Motto „Keine
Langeweile auf Handwerkermeile“ zeigten Handwerker
und Kunsthandwerker aus
Mendig und Umgebung ihr
Können. Dicht umlagert,
nicht nur von Kindern, waren
die „Lebenden Werkstätten“.
Die Dachdecker, Steinmetze,
Tischler und Glaser ließen
sich von den zahlreichen
Besuchern bei der Arbeit
über die Schulter sehen. Ein
Holzbildhauer und ein Korbflechter gaben Einblick in ihr
heute eher seltenes Handwerk. Bäcker sorgten mit
Bärlauchbrot und im Holzofen gebackener Pizza fürs
leibliche Wohl. Mit dabei:
Die Bauverwaltung der Verbandsgemeinde Mendig und
die Wirtschaftsförderung.
Schwerpunktthemen waren
u.a. energiesparendes und
ökologisches Bauen.
Bäckermeister Erich Schug würde seinen 1949 eröffneten Bäckerladen nicht wieder erkennen.
Nach mehreren Umbauten wirkt
heute das moderne, elegante Café
Schug in der Bopparder Fußgängerzone schon von außen einladend. Im Sommer locken Tische und 30 Stühle außen zu
einer Verschnaufpause ein. Innen stehen 90 Plätze zur Verfügung. Ein attraktives Entree mit
großen Glastheken gibt dem lekkeren Sortiment den passenden
Rahmen. „Der Gast kann immer
zwischen 12 Tortensorten wählen, hinzu kommen Teilchen,
Kuchen, Brot, Brötchen und Pralinen aus eigener Herstellung.
Auch Diabetiker kommen auf
ihre Kosten“, erzählt Philipp
Schug. Mehrere Auszeichnungen bescheinigen die hohe Qualität der Back- und Konditoreiware „Made by Schug“. Der 27jährige Konditormeister und Betriebswirt des Handwerks steht
seit 2001 seinem Vater, Konditormeister Gerd Schug, in der
Backstube zur Seite. Vorher hat
er Erfahrungen in anderen Konditoreien im ganzen Land gesammelt. 12 Mitarbeiter, darunter 2 Konditorenlehrlinge, sorgen für das leibliche Wohl der
Gäste. Ein kleiner Mittagstisch
gehört auch im Café Schug zur
Selbstverständlichkeit. „Wir haben viele Tagestouristen, die
wenig Zeit haben und nur eine
Kleinigkeit essen mögen“, so
Schug.
Hochzeitstorte für die
eigene Feier
Hochzeitstorten als Krönung der
Tafel erfreuen sich großer Beliebtheit. „Ich versuche, im Gespräch mit dem angehenden
Ehepaar ihren Geschmack
zu erkunden und Tipps für
die Gestaltung zu erhalten“,
so Philipp Schug. „Hochzeitstorten sind Unikate“,
sagt er. Einen ganz besonderen
Auftrag muss er bis zum 5. Juni
fertig gestellt haben. An diesem
Tag heiratet er und seine eigene
Hochzeitstorte soll besonders
lecker und schön werden.
Bäcker- und Konditormeister Detlef Marth
(auch im Bild oben) mit seinen Lehrlingen.
Nr. 99
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2. Juni 2004
Erster Spatenstich zum Neubau des HwK-Kompetenzzentrums
Investition in die Zukunft des Handwerks
Schnittstelle von Gestaltung, Fertigung, neuen Medien und Kommunikation – Förderung durch Bund und Land
Der erste Spatenstich für den Neubau des „Kompetenzzentrums für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation“ der HwK Koblenz ist vollzogen. HwKPräsident Karl-Heinz Scherhag und Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. Karl-Jürgen Wilbert nahmen ihn gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage und dem Präsidenten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Professor Dr. Helmut Pütz, vor.
Mit dem Neubau, der mit Fördermitteln von Bund und Land
errichtet wird, trägt die HwK
der wachsenden Bedeutung der
gestalterischen Dimension in
der Fertigung Rechnung. Dass
dem neuen Kompetenzzentrum,
in dem auch die Erweiterungen
für die CNC- und Laserwerkstätten integriert werden, eine
Schnittstellenfunktion zukommt, macht bereits der gewählte Standort zwischen dem
Bauzentrum und dem Metallund Technologiezentrum deutlich. Federführend hat das
Bendorfer Architekturbüro
Heinrich und Steinhardt mit
ortsansässigen, überregional tätigen Ingenieurbüros die Planungen dafür erstellt. Partner
bei der Erstellung des Raumkonzepts und der inhaltlichen
Ausrichtung war das HeinzPiest-Institut in Hannover, die
baurechtliche Abstimmung erfolgte mit dem Landesbetrieb
Liegenschafts- und Baubetreuung und der Stadt Koblenz.
Als „zeitlos funktionalen Baukörper in der Tradition des Bauhaus-Stils“ beschreiben Scherhag und Wilbert das architektonische Konzept für das Kompetenzzentrum. Dafür bedient sich
der kubische Bau moderner Stilelemente, die in Edelstahl, Glas
und Beton ausgeführt werden.
Eine so genannte Energiefassade mit intelligenter Leittechnik
demonstriert modernste Gebäudesystemtechnik: Sonnenschutz, Tageslichtnutzung, Fotovoltaik, winterlicher Wärmeschutz, natürliche Belüftung und
Nachtkühlung unterstreichen
die Funktion des Neubaus als
einer Einrichtung, in der Hightech-Anwendungen für den betrieblichen Alltag vermittelt
werden. „Wir nutzen die Einrichtungen der haustechnischen
Versorgung gleichzeitig als pädagogisches Arbeitsmaterial“, erläutern die Kammerrepräsentanten ein Baukonzept, das die
HwK Koblenz seit Jahren verfolgt.
Das Kompetenzzentrum wird
auf ca. 3.000 m² Bruttogrundrissfläche 172 Theorie- und 24
Werkstattplätze bieten. An den
Baukosten in Höhe von 12 Millionen Euro beteiligen sich zur
Hälfte der Bund über das BIBB
und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie zu einem Viertel das Land
Rheinland-Pfalz über das Wirtschaftsministerium. Das letzte
Viertel finanziert die HwK Koblenz aus Eigenmitteln. Das
Richtfest ist für das Jahresende
2004, die Fertigstellung für das
Frühjahr 2006 geplant.
„
Übereinstimmend bezeichneten die Festredner (v.l.) BIBB-Präsident Professor Dr. Helmut Pütz, Hauptgeschäftsführer Dr. h.c.
Karl-Jürgen Wilbert, Wirtschaftsminister
Wirtschaftsminsiter Hans-Artur Bauckhage
und HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag den Neubau als Investition in die Zukunft des Handwerks.
Gestaltung ist so untrennbar mit handwerklichem
Schaffen verbunden wie die
meisterliche technische Fertigung. Sie sind zwei Seiten einer Medaille. Ohne gestalterische Auseinandersetzung erreichen handwerkliche Produkte und Leistungen keine
Eigenständigkeit und Weiterentwicklung. Ohne manuelle
Fertigkeiten und technisches
Know-how lassen sich die
kreativsten Ideen und Entwürfe nicht verwirklichen. Ohne
Kommunikation in ihren vielfältigen Erscheinungsformen
erreicht das Produkt nicht den
Kunden.“
„
Das neue Kompetenzzentrum zeigt einmal mehr: Die
HwK Koblenz ist in Sachen
beruflicher Bildung einer der
Schrittmacher in RheinlandPfalz. Sie haben den Finger
am Puls der Zeit. Es gibt leider nicht mehr sehr viele Dinge, die unsere europäischen
Nachbarn an Deutschland bewundern. Eine Ausnahme gibt
es aber, nämlich unser duales
Berufsbildungssystem. Darin
spielen die Berufsbildungszentren der HwK eine ganz
wichtige Rolle. Hier wird
streng praxisorientiert ausgebildet und auf den Beruf vorbereitet.“
„
Die Förderung der handwerklichen Berufsbildungszentren und damit von Technologiekompetenz verstehen
wir als Zukunftsinvestition,
nicht als Subvention einer
Kammer, wie es Teile der Politik auffassen. Die HwK gehört zu unseren innovativsten
und kreativsten Partnern in
der beruflichen Bildung. Die
gemeinschaftliche Finanzierung, an der das Handwerk einen hohen Anteil trägt, ist ein
Beispiel für ein unbürokratisches Miteinander von Politik
und Wirtschaft - ganz anders
als bei der Umlagefinanzierung für die Ausbildung.“
Die Politik muss im ständigen Dialog mit der Wirtschaft stehen, um zukunftsgerichtete Impulse setzen zu
können. Von Rheinland-Pfalz
aus geben wir in einem intensiven Dialog aller Beteiligten
diese bildungspolitischen Impulse. Die Meister, Gesellen
und Lehrlinge kann ich nur ermutigen, sich intensiv mit Design- und Gestaltungsfragen in
Verbindung mit modernen
Produktionstechniken zu befassen. Denn sie führen zur
Kostenoptimierung, wenn die
eingesetzten Materialien Ressourcen schonend be- und verarbeitet werden.“
HwK-Präsident
Karl-Heinz Scherhag
Wirtschaftsminister
Hans-Artur Bauckhage
BIBB-Präsident
Professor Dr. Helmut Pütz
Hauptgeschäftsführer
Dr. h.c. Karl-Jürgen Wilbert
Präsident Scherhag und Hauptgeschäftsführer Wilbert dankten der Öffentlichen Hand für
die finanzielle Förderung, „der
in Zeiten knapper Haushaltsmittel eine besondere Bedeutung
zukommt“. „Das Handwerk sowie Bund und Land investieren
in die Zukunft der jungen Leute, die als Lehrling, Geselle oder
Meister sich den Herausforderungen des Marktes stellen und
sich das erforderliche Knowhow aneignen wollen.“
Informationen im
HwK-Bauzentrum:
Tel.: 0261/ 398-602
Fax: 0261/ 398-991
E-Mail:
[email protected]
„
„Ausbildungsförderung durch das Land ist gute Sache“
Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz
(ISB) hat das Förderprogramm für zusätzlich geschaffene Lehrstellen 2004 neu aufgelegt. Handwerk special sprach mit HwK-Präsident Karl-Heinz
Scherhag über dieses positive Signal des Landes.
Herr Präsident, wie beurteilen Sie die Lage
auf dem Lehrstellenmarkt 2004?
Auch in diesem Jahr sind große Kraftanstrengungen erforderlich, damit jeder ausbildungsfähige
und -willige Jugendliche eine Lehrstelle erhält.
Die Zahl der Lehrstellenbewerber steigt weiter an.
Deshalb freuen wir uns, dass das Land die ISBDarlehen wieder aufgelegt und ausgeweitet hat.
Diese Ausbildungsförderung ist vorbildlich!
Worin besteht die Ausweitung?
Bewusst nehmen die Förderrichtlinien die kleineren Betriebe in den Blick, wenn sie zusätzliche das ist Grundbedingung - Lehrstellen schaffen.
Mit dem Programm werden aber
auch Existenzgründer unterstützt - für sie gelten sogar
höhere Darlehenssummen und Betriebe, die Teilnehmer
aus Berufsvorbereitungsjahren oder Lehrlinge übernehmen, die durch Insolvenz ihre
Stelle verloren haben.
Das ISB-Programm
besticht dadurch ...
... dass es in Handhabung
und Wirkung ein einfaches und zweckmäßiges Instrument ist, das unmittelbar dem beruflichen Nachwuchs zugute kommt.
Informationen bei der HwK-Betriebsberatung,
Tel.: 0261/ 398-251, E-Mail: [email protected] – und im Internet: www.isb.rlp.de
Staatspreis, Förderpreis
und Preis des Handwerks 2004
Optimale Gestaltung und handwerkliche Präzision
Durchschnitt liegen. Der nach 1998 und
2001 erneut verliehene Preis des Handwerks geht in diesem Jahr an Fotografenmeister Werner Baumann und Glasermeisterin Gabriele Körner. Mit der Vergabe des Preises soll insbesondere die
herausragende handwerkliche Leistung
eines Betriebes des gestaltenden Handwerks gewürdigt werden.
Schlossermeister Günter Matten, Goldschmiedemeisterin und Dipl.-Metallgestalter Dana und Jens Nettlich sowie
Keramiker Gerald Weigel sind Staatspreisträger des Landes Rheinland-Pfalz
für das Kunsthandwerk. Im gleichzeitig
stattgefundenen Wettbewerb um den
Förderpreis des Landes siegten Glasermeisterin Anne Hein, Goldschmiedemeisterin Jennifer Sauer und Metallgestalterin Marja Zilcher. Beide Wettbewerbe werden alle drei Jahre ausgelobt.
Mit ihnen soll die kulturelle Entwicklung
des Handwerks in Rheinland-Pfalz angeregt und gefördert werden. Es werden nur
Arbeiten ausgezeichnet, die bezüglich
Formgestaltung und der Qualität der handwerklichen Ausführung weit über dem
Alle preisgekrönten Objekte sind in einer
Ausstellung in der Koblenzer Galerie
Handwerk, Rizzastraße 24 zu sehen. Sie
wird am Samstag, den 19.6. 15 Uhr eröffnet und dauert bis zum 17. Juli.
Schmuck von Dana und Jens Nettlich
Keramik von Gerald Weigel
Informationen
zur Ausstellung: Tel. 0261/398-277, EMail: [email protected],
Internet: www.hwk-koblenz.de
Ofen von Günter Matten
Glas von Babriele Körrner
Fotocollage von Werner Baumann
Brettspiel von Marja Zilcher
Schmuck von Jennifer Sauer
Was will Europa vom Handwerk?
Zum 5. handwerkspolitischen Frühstück lädt die Handwerkskammer Koblenz am 7. Juni,
10 bis 12 Uhr, in den Friedrich-Ebert-Ring 33 ein. Gast an diesem Tag ist Dr. Werner
Langen, Mitglied des Europäischen Parlaments.
Glas von Anne Hein
Europapolitik ist keine Einbahnstraße. Entscheidungen in Brüssel oder den anderen
europäischen Institutionen haben immer ihre Auswirkungen auf den regionalen Märkten
des Handwerks. Dem Handwerk kann nicht gleichgültig sein, was auf der europäischen
Linie entschieden wird. Umgekehrt sind die regionalen Belange und Wünsche für die
Vertreter in den europäischen Gremien ebenso wichtig. Dr. Werner Langen heimatverbundener Moselaner kennt beide Seiten. Während des handwerkspolitischen Frühstücks möchte er Europa näher bringen und von Praktikern erfahren, wo der Schuh drückt.
Anmeldung: Tel.: 0261/398-103, Fax: -990, E-Mail: [email protected].