Teil 2 - Institut für Anglistik, Universität Leipzig

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Teil 2 - Institut für Anglistik, Universität Leipzig
Studienführer
5
Vorstellung der Fachgebiete
5.1
Anglistische Sprachwissenschaft (Linguistik)
Deutsche Fremdsprachenlerner des Englischen sind bekanntlich mit vielerlei
Problemen konfrontiert. Eines z.B. betrifft die Aussprache des Englischen. So stellt die
Meisterung des th oder der durch v bzw. w ausgedrückten Laute ein oft mühsames
Unterfangen dar. Zudem werden Wörter wie cough, plough, though und enough zwar
sehr ähnlich geschrieben, aber höchst unterschiedlich ausgesprochen. Regeln, die
diese Unterschiede erklären könnten, scheint es nicht zu geben.
Keine geringeren Schwierigkeiten hält die englische Grammatik bereit. Jeder weiß wohl
noch aus der eigenen Schulzeit, welcher Anstrengungen es bedurfte, die
verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der Verlaufsform im Englischen, das present
perfect, die Umschreibungen mit to do oder die Modalverben can, may, ought to zu
erlernen.
Zu den zahlreichen und vielfältigen Problemen, die das Englische für deutsche Fremdsprachenlerner enthält, gehören auch Wörter, die in beiden Sprachen ähnlich
geschrieben und ausgesprochen werden, aber unterschiedliche Bedeutungen ausdrücken. Der Witz über den Deutschen, der in einem Restaurant in England die
Bestellung aufgibt "I (want to) become a beefsteak" mag dies verdeutlichen.
Die genannten und viele andere Probleme stellen Phänomene der englischen Sprache
dar. Mit ihnen beschäftigt sich die anglistische Linguistik. Sie entwickelte sich vor allem
seit Beginn des 20. Jahrhunderts und hat die wissenschaftliche Erforschung der
englischen Sprache zu ihrem Gegenstand. Entsprechend der Komplexität und den
unterschiedlichen Facetten von Sprache, beinhaltet die anglistische Linguistik
verschiedene Teildisziplinen. Sie untersuchen bestimmte Aspekte der englischen
Sprache.
Die Phonetik/Phonologie beschreibt das Lautinventar der Sprache und klassifiziert die
Laute in abstrakte Einheiten, die miteinander kontrastieren und somit in der Lage sind,
Bedeutungen zu differenzieren
(Phoneme).
Sie betrachtet weiterhin die
Kombinationen der Laute zu größeren Lautgebilden und vermag die typischen
Lautmuster des Englischen offenzulegen.
Die Morphologie beschäftigt sich mit den nächst größeren Einheiten der Sprache. Sie
untersucht die interne Struktur von Wörtern und versucht die Regeln zu fassen, nach
denen komplexe Wörter gebildet werden. Sowohl die unterschiedlichen Flexionsformen
der verschiedenen Wörter in ihrem konkreten Satzzusammenhang (help, helps,
helping, helped) als auch die Bildung neuer komplexer Wörter (Lexeme) fallen u.a. in
diesen Untersuchungsbereich.
Semantik befasst sich mit der Bedeutung von Wörtern und mit den Beziehungen, die
zwischen den Wörtern des Wortschatzes herrschen. Beispielsweise sind to hide und to
conceal nahezu bedeutungsgleich, während conceal and reveal gegensätzliche
Handlungen bezeichnen. Hide in der Bedeutung ‘Fell’ ist andererseits nur form- nicht
aber bedeutungsgleich mit to hide und insofern sind diese zwei Wörter homonym.
Gegenstand der Semantik sind auch die Regeln, welche die Kombination von
Wortbedeutungen (elephant, eat, peanut) zu komplexeren (Satz-) Bedeutungen
entstehen lassen (Elephants are eating peanuts.).
Syntax untersucht schließlich den strukturellen Aufbau von Wörtern und Wortgruppen
zu Sätzen sowie die Relationen (Subjekt, Prädikat usw.), die zwischen diesen
Studienführer
Wortgruppen bestehen. Ein Charakteristikum der Syntax aller natürlichen Sprachen ist,
dass Satzstrukturen grundsätzlich ‘strukturabhängig’ sind. Syntaktische Prozesse und
Relationen ergeben sich aus der hierarchischen Strukturierung ihrer Bestandteile.
Andere Teildisziplinen der englischen Sprachwissenschaft beschäftigen sich
vorwiegend mit dem Gebrauch der Sprache in der Kommunikation:
Die Pragmatik untersucht z.B., wie Menschen mit sprachlichen Äußerungen Handlungen vollziehen, wie Sprache benutzt wird, um verschiedene Schlussfolgerungen
seitens des Hörers zu veranlassen.
Die Textlinguistik geht davon aus, dass uns Sprache in der Kommunikation stets in
Form von Texten begegnet. Sie untersucht die konstitutiven Eigenschaften von Texten,
deren Struktur(en), und wie die unterschiedlichen Vorkommensweisen von ihnen zu
Typen zusammengefasst werden können.
Die eminent wichtige Funktion von Sprache in der Gesellschaft - in der regionalen und
funktionalen Schichtung - wird von der Varietätenlinguistik erforscht. Als wesentliches
Mittel der Interaktion kommt Sprache in unterschiedlichen regionalen (Dialektologie)
und sozialen (Soziolinguistik) Varianten vor und stellt ein bedeutsames
Identitätsmerkmal sowohl für eine Sprachgemeinschaft als auch für ein Individuum dar.
Die englische Sprache, so wie sie uns heute begegnet, ist als Ergebnis eines langen
historischen Entwicklungsprozesses zu sehen. Vor etwa anderthalb Jahrtausenden
setzte dieser Prozess ein und hat zu erheblichen Veränderungen des damals benutzten
Altenglischen geführt. Die historische Linguistik bzw. Sprachgeschichte untersucht
diese Wandlungen und vermag viele der im heutigen Englisch uns willkürlich und
unregelmäßig erscheinende Phänomene, wie z.B. die Aussprache der eingangs
erwähnten Wörter, zu erklären.
Neben den genannten gibt es eine Fülle von weiteren Teildisziplinen der (anglistischen)
Sprachwissenschaft. Sie betrachten die (englische) Sprache in unterschiedlichen
Anwendungsbezügen. So untersucht z.B. die Psycholinguistik, welche geistigen
Prozesse im Menschen ablaufen, wenn Sprache verstanden, produziert oder erlernt
wird. Dabei stellt die Möglichkeit, in diese Prozesse steuernd im Sinne einer
Effektivierung einzugreifen, ein Ziel für die Zukunft dar.
Neurolinguistik beschäftigt sich mit den Hirnstrukturen, die den Erwerb, die
Speicherung und den Abruf von sprachlichen Strukturen ermöglichen. Erkrankung oder
Beschädigung dieser Strukturen kann zur Beeinträchtigung oder gar zum Verlust
bestimmter Aspekte von Sprache führen (Aphasie).
Schließlich sei noch die didaktisch-angewandte Linguistik genannt. In diesem
Grenzbereich zur Fremdsprachendidaktik steht die Frage im Mittelpunkt, wie Sprache
aufbereitet werden soll, damit sie optimal lehr- und lernbar wird. Unterschiedliche
Methoden der fremdsprachlichen Vermittlung führen zu sehr unterschiedlicher
Beantwortung dieser Frage.
Studienführer
Hinweise zur Kursbelegung
Sprachwissenschaft als Teilbereich innerhalb des Studiums der Anglistik und
Amerikanistik in Leipzig versucht, möglichst alle genannten Disziplinen im Lehrangebot
zu berücksichtigen.
Entsprechend den Vorgaben der Studienordnung spielen jedoch die linguistischen
Kernbereiche Phonetik/Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik, Varietäten und
Sprachgeschichte im Grundstudium eine herausgehobene Rolle. Allen Studierenden
wird empfohlen, im ersten Semester die Einführungsvorlesung zur synchronen
Linguistik zu belegen. Im zweiten Semester sollten das dazugehörige Proseminar und
danach weiterführende Proseminare zu frei wählbaren Teilbereichen der Linguistik
absolviert werden. Parallel dazu empfiehlt sich - sofern dies die Studienordnung des
jeweiligen Studienganges vorsieht - im zweiten oder dritten Semester der Besuch der
Vorlesung zur diachronen Linguistik, an die dann ein weiterführendes
sprachgeschichtliches Proseminar angeschlossen werden kann. Diese Reihenfolge der
Kurse stellt lediglich eine Empfehlung dar; andere Varianten sind ebenfalls möglich.
Diese sprachwissenschaftlichen Grundlagen sollten im Hauptstudium weiter vertieft
und mit Kenntnissen aus anderen Teilbereichen der Linguistik ergänzt werden. Alle laut
Studienordnung im Bereich Linguistik geforderten Leistungsnachweise des
Hauptstudiums sind in Hauptseminaren aus dem Angebot des Instituts für Anglistik zu
erbringen (einzige Ausnahme: Seminar zur Fachsprachenlinguistik im Studiengang
Wirtschaftspädagogik).
Zur unmittelbaren Vorbereitung auf die Magister- oder Staatsprüfung in Linguistik
empfehlen wir vor dem Prüfungssemester die Teilnahme an einem Examenskolloquium.
Studienführer
Lektüreliste Anglistische Sprachwissenschaft
Stand WS 2002/03
Die Liste enthält Standardwerke im Bereich der englischen Sprachwissenschaft, in
denen der derzeit erkennbare Theorie- und Erkenntnisstand enthalten ist. Damit sollen
den Studierenden der Anglistik, der Amerikanistik sowie des Lehramts Englisch
Orientierungspunkte für die unverzichtbare eigene Lektüre gegeben werden. Die Liste
enthält keinerlei Schwerpunktbildungen. Solche Spezialisierungen erfolgen in den
linguistischen Seminaren und erfordern das Studium zusätzlicher Literatur. Die mit *
versehenen Bücher dienen der Erarbeitung eines ersten Überblicks über das jeweilige
Fachgebiet und werden zur Anschaffung empfohlen.
Allgemeine Nachschlagewerke
Ahrens, Rüdiger, et al. (Hg.) (1995). Handbuch Englisch als Fremdsprache. Berlin:
Schmidt. (linguistische Kapitel)
Crystal, David (21998). The Cambridge Encyclopedia of Language. Cambridge:
Cambridge UP.
McArthur, Tom (ed.) (1992). The Oxford Companion to the English Language. Oxford:
Oxford UP.
Allgemeine Einführungen
Aitchison, Jean (52000). Linguistics: An Introduction. London: Hodder & Stoughton.
Akmajian, Adrian, et al. (41998). Linguistics: An Introduction to Language and
Communication. Cambridge, Mass.: MIT Press.
*Fromkin, Victoria & Robert Rodman (61998). An Introduction to Language. New York:
Harcourt Brace College Publishers.
O'Grady, William, et al. (1999). Contemporary Linguistics: An Introduction. New York:
St. Martin's Press.
Radford, Andrew, et al. (1999). Linguistics: An Introduction. Cambridge: Cambridge UP.
Yule, George (22000). The Study of Language. Cambridge: Cambridge UP.
Grammatik / Syntax
*Burton-Roberts, Noel (21997). Analysing Sentences. London: Longman.
*Greenbaum, Sidney & Randolph Quirk (1990). A Student’s Grammar of the English
Language. London: Longman.
Quirk, Randolph, et al. (1991). A Comprehensive Grammar of the English Language.
London: Longman.
Radford, Andrew (1999). Syntax: A Minimalist Introduction. Cambridge: Cambridge UP.
Studienführer
Morphologie
Bauer, Laurie (1983). English Word-Formation. Cambridge: Cambridge UP.
Spencer, Andrew (1998). Morphological Theory: An Introduction to Word Structure in
Generative Grammar. Oxford: Blackwell.
Semantik
Hurford, James R. & Brendan Heasley (1994). Semantics: A Coursebook. Cambridge:
Cambridge UP.
*Saeed, John (1998). Semantics. Oxford: Blackwell.
Phonetik / Phonologie
Giegerich, Heinz (1993). English Phonology: An Introduction. Cambridge: Cambridge
UP.
Roach, Peter (32000). English Phonetics and Phonology: A Practical Course.
Cambridge: Cambridge UP.
Spencer, Andrew (1998). Phonology: Theory and Description. Oxford: Blackwell.
Varietäten / Soziolinguistik
Brook, George L. (1979). Varieties of English. London: Macmillan.
*Hughes, Arthur & Peter Trudgill (31996). English Accents and Dialects: An Introduction
to Social and Regional Varieties of British English. London: Arnold.
O’Donnell, William R. & Loreto Todd (21979). Variety in Contemporary English. London:
Routledge.
*Trudgill, Peter (42000). Sociolinguistics: An Introduction to Language and Society.
Harmondsworth: Penguin.
Trudgill, Peter & Jean Hannah (41995). International English: A Guide to Varieties of
Standard English. London: Arnold.
Wardhaugh, Ronald (31999). An Introduction to Sociolinguistics. Oxford: Blackwell.
Wolfram, Walt & Natalie Schilling-Estes (1998). American English: Dialects and
Variation. Oxford: Blackwell.
Textlinguistik
De Beaugrande, Robert & Wolfgang Dressler (1981). Introduction to Textlinguistics.
London: Longman. (deutsch: Tübingen 1981).
Graustein, Gottfried & Wolfgang Thiele (1987). Properties of English Texts. Leipzig:
Enzyklopädie.
*Heinemann, Wolfgang & Dieter Viehweger (1991). Textlinguistik: Eine Einführung.
Tübingen: Niemeyer.
Johnstone, Barbara (2002). Discourse Analysis. Oxford: Blackwell.
Schiffrin, Deborah (1994). Approaches to Discourse. Oxford: Blackwell.
Pragmatik
Bublitz, Wolfram (2001). Englische Pragmatik. Berlin: Erich Schmitt Verlag.
Studienführer
*Levinson, Stephen (1997). Pragmatics. Cambridge: Cambridge UP.
Mey, Jacob L. (22000). Pragmatics: An Introduction. Oxford: Blackwell.
Sprachgeschichte
(a) Einführungen / allgemeine Überblicke
Barber, Charles (2000). The English Language. A Historical Introduction. (Canto Book).
Cambridge: Cambridge UP.
Baugh, Albert C. & Thomas Cable (42001). A History of the English Language. London:
Routledge.
(b) Aufsätze zu einzelnen Aspekten
Hogg, Richard, et al. (eds.) (1992-2000). The Cambridge History of the English
Language. Cambridge: Cambridge UP.
Studienführer
Wörterbuchempfehlungen
Allgemeine einsprachige Wörterbücher
The Concise Oxford Dictionary, ed. by Judy Pearsall, Tenth Edition 1999 (revised
2002). Oxford: Clarendon.
oder
The New Oxford Dictionary of English, ed. by Judy Pearsall, First Edition 1998.
Oxford: Oxford UP.
oder
Collins English Dictionary, Fifth Edition 2000. London: Collins. (oder Stuttgart: Klett /
Pons)
Für Amerikanisten:
Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary, ed. by Frederick C. Mish, Tenth
Edition 2001. Springfield, MA: Merriam-Webster.
Einsprachige Lernerwörterbücher
Collins Cobuild English Dictionary, ed. by John Sinclair, Second Edition 1995.
London: Collins. (oder Stuttgart: Klett / Pons)
oder
Longman Dictionary of Contemporary English, Third Edition 1995 (extended 2001).
Harlow: Longman. (oder Berlin: Langenscheidt)
oder
The Oxford Advanced Learner’s Dictionary, ed. by Sally Wehmeier, Sixth
Edition 2000. Oxford: Oxford UP. (oder Berlin: Cornelsen)
Zweisprachige Wörterbücher
Pons Großwörterbuch für Experten und Universität Englisch - Deutsch / Deutsch Englisch, 2002. Stuttgart: Klett.
Spezialwörterbücher
The Oxford English Dictionary, ed. by J. A. Simpson & E. S. C. Weiner, Second
Edition 1989. Oxford: Clarendon. (or CD-ROM Version 2.0, 1999. Oxford UP)
The Concise Oxford Dictionary of English Etymology, ed. by T. F. Hoad, 1996.
Oxford: Oxford UP.
Longman Language Activator, ed. by Della Summers, 1993. Harlow: Longman.
Longman Pronunciation Dictionary, by John Wells, 1990. Harlow: Longman.
oder
English Pronouncing Dictionary, by Daniel Jones, 14th Edition revised by
A.C.Gimson, 1977. London: Dent. (oder Stuttgart: Klett)
Einige der genannten Wörterbücher sind auch als CD-ROM erhältlich.
Studienführer
5.2
Literaturwissenschaft Großbritanniens und Neuere englischsprachige Literaturen
Die anglistische Literaturwissenschaft beschäftigt sich mit der Geschichte der
englischsprachigen Literaturen (ausgenommen der USA) von den Anfängen bis zur
Gegenwart, also etwa von Beowulf bis zu den neueren englischsprachigen Literaturen,
die sich in den Ländern des ehemaligen Kolonialreichs entwickelt haben. Für den
letzteren Bereich ist eine eigene Hochschuldozentur eingerichtet worden, deren
Schwerpunkte in Abhängigkeit von ihrem jeweiligen Inhaber in ausgewählten Bereichen
dieser Literatur liegen, so z.B. Australien, Südafrika oder Indien.
Wie jede Literaturwissenschaft muss sich auch die Anglistik mit der Frage der
Methodologie und den angewandten Theorien auseinandersetzen. Der Mediencharakter aller Vermittlungsformen von Literatur ist dabei von entscheidender
Bedeutung.
Zwei Schwerpunkte methodologischer Art kennzeichnen die Leipziger anglistische
Literaturwissenschaft. Erstens dominiert eine interkulturelle Betrachtungsweise,
d.h., literarische Werke werden nicht vereinzelt gesehen, sondern in Kontexten und
internationalen Zusammenhängen und sie haben politische Bedeutung, insofern sie
beispielsweise Stereotypen bilden oder auflösen. Gerade die Literatur des
20. Jahrhunderts kann nicht mehr allein als nationale gefasst, sondern muss komparatistisch gesehen werden. Jede nicht-britische Anglistik ist ohnehin komparatistisch
ausgerichtet.
Der zweite Schwerpunkt ist die interdisziplinäre Betrachtung von Literatur, die im
Austausch steht mit religiösen, weltanschaulichen oder sozialen Systemen, aber auch
mit den anderen Künsten und Medien wie Architektur, Film oder Musik. Da die Literatur
seit der Renaissance sich parallel oder konträr zu den (Natur-)Wissenschaften und zur
Technologie entwickelt hat und oft als Alternative zu ihnen gesehen wird, wird
insbesondere auch diesem Verhältnis in Leipzig nachgegangen. Aus dieser Sicht von
Literatur, die nicht nur als Buch gefasst wird, erklärt sich, dass zwischen
Literaturwissenschaft und Kulturstudien eine enge Verzahnung - zumindest in Leipzig entstanden ist.
Hinweise zur Kursbelegung
Im Grundstudium wird empfohlen, zu Anfang eine Einführungsveranstaltung zu
belegen, in der das Handwerkszeug zur Interpretation von Texten, zur Methodologie
und zum Bibliographieren erlernt wird (Einführung in die Literaturanalyse). Studierende,
die wegen Überfüllung in die Einführungsveranstaltungen nicht aufgenommen werden
können, sollten solche Proseminare belegen, für die die Einführung in die
Literaturanalyse nicht als Teilnahmevoraussetzung gefordert ist, und die
Literaturanalyse zum nächstmöglichen Zeitpunkt belegen.
Zusätzlich sollten von Anfang an Vorlesungen besucht werden, die natürlich nicht die
eigene Lektüre ersetzen, wohl aber dazu anleiten und Orientierung im weiten Feld der
Literatur verschaffen sollen. Vorlesungen sollten selbstverständlich während des
gesamten Studiums genutzt werden.
Wir empfehlen dabei dringend die Belegung der in Abständen von zwei bis drei
Semestern angebotenen Ringvorlesung 'Methoden der Literaturwissenschaft und
Studienführer
Kulturstudien'. Dies sollte nach dem dritten Semester geschehen, da eine gewisse
Kenntnis der kultur- und literaturhistorischen sowie terminologischen Spezifika zum
Verständnis der Vorlesung notwendig ist.
Im Hauptstudium obliegt die Reihenfolge und/oder Schwerpunktsetzung der
Literaturseminare vollständig den Studierenden. Generell sollte aber auf eine Verteilung
der geforderten Haupt- und Proseminare über mehrere Epochen und Gattungen
geachtet werden.
Gleichzeitig ist es empfehlenswert zu beachten, dass für die Anfertigung von Arbeiten
für Leistungsscheine ein erhöhter Zeitaufwand vonnöten ist und auch nicht zu viele
Literaturseminare in einem Semester konzentriert werden sollten: das Lesepensum ist
dann objektiv nicht zu bewältigen.
Die inhaltliche Struktur der gewählten Kurse kann grundsätzlich zwei Richtlinien folgen:
entweder verfolgt man den historischen Verlauf der Literaturentwicklung und vertieft die
Kenntnisse auf einem oder mehreren Gebieten oder man bildet Schwerpunkte nach
einem Kriterium (z.B. Roman oder Renaissance oder Gothic Tradition) und setzt sich
daraus einen literaturhistorischen Überblick zusammen.
In jedem Falle ist Verknüpfung von Überblicks- und Spezialkenntnissen Ziel der
Ausbildung und somit Gegenstand der Prüfungen.
Oberseminare sind für höhere Semester sowie für Doktoranden gedacht. Hier werden
fachübergreifende Fragen und Theorien besprochen. Ziel ist ein interdisziplinäres
Gespräch, zu dem auch Studierende nicht-philologischer Fächer sehr willkommen sind.
Examenskolloquien dienen der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung in der
Literaturwissenschaft. Hier werden noch einmal grundsätzliche Fragen zu den
Gattungen, zur Theorie und Literaturgeschichte aufgearbeitet und anhand von mock
exams eingeübt.
In Doktorandenkolloquien werden laufende Arbeiten, insbesondere Dissertationen,
aber auch Magister- und Abschlussarbeiten zur Diskussion gestellt.
Studienführer
Lektürehinweise und Lektürelisten
Während des Studiums sollte man möglichst viel Primärliteratur lesen, da diese
Lektüreerfahrung durch keine gelehrten Abhandlungen zu ersetzen ist. Um aber den
Weg durch die lange und komplexe Geschichte der englischen Literaturen zu
erleichtern, empfiehlt sich die Lektüre von Literaturgeschichten und anderen
"Reiseführern". Kompakt und auf neuestem Stand sind beispielsweise:
- Peck, John, & Martin Coyle (2002). A Brief History of British Literature.
Basingstoke: Palgrave Macmillan.
- Head, Dominic (2002). The Cambridge Introduction to Modern British Fiction,
1950 - 2000. Cambridge: Cambridge UP.
- Nünning, Ansgar (1998). Der englische Roman des 20. Jahrhunderts. Stuttgart:
Klett.
- Gelfert, Hans-Dieter (1997). Kleine Geschichte der englischen Literatur. München:
Beck.
- Sanders, Andrew (1994). The Short Oxford History of English Literature.
Oxford: Clarendon.
- Seeber, Hans Ulrich (Hg.) (1993). Englische Literaturgeschichte. Stuttgart: Metzler.
- Borgmeier, Raimund (Hg.) (1986). Die englische Literatur in Text und Darstellung.
Bd. 1-10. Stuttgart: Reclam.
- Ford, Boris (ed.) (1983). The Penguin Guide to English Literature. 8 vols.
Harmondsworth: Penguin.
- Hauptwerke der englischen Literatur. Kindler Lexikon (1975 ff.). München: Kindler.
Für den Bereich der Neueren englischsprachigen Literaturen bieten die folgenden
Publikationen erste Orientierungshilfen:
- Thieme, John (ed.) (1996). The Arnold Anthology of Post-Colonial Literatures in
English. London: Arnold.
- Benson, Eugene & Lloyd W. Connolly (eds.) (1994). The Routledge Encyclopedia
of Post-Colonial Literatures in English. 2 vols. London and New York:
Routledge
- Durix, Jean-Pierre & Carole Durix (1993). An Introduction to the New Literatures in
English. Paris: Longman France.
- Ashcroft, Bill, et al. (1989). The Empire Writes Back: Theory and Practice in PostColonial Literatures. London and New York: Routledge.
Wir empfehlen außerdem zur besseren Orientierung und zum eigenen Weiterlesen das
Buch von Christa Jansohn / Dieter Mehl / Hans Bungert (1995). Was sollen Anglisten
und Amerikanisten lesen? Berlin: Erich-Schmidt-Verlag.
Diese Liste deckt einen großen Teil der wichtigsten Literatur ab. Man wird die dort
genannten Titel jedoch im Studium nicht vollständig lesen können. Es ist auch darauf
hinzuweisen, dass einige Gebiete, die in Leipzig besonders gepflegt werden, hier
ausgespart sind, so die Reiseliteratur, Kinderliteratur, phantastische Literatur und nichtfiktionale Prosa.
Studienführer
In jedem Fall gilt: Keine Lektüreliste ersetzt den neugierigen und eigenständigen Leser,
der sich eigene Pfade durch die reichhaltige Literatur englischer Sprache schlägt. Bei
allem Ernst des literaturwissenschaftlichen Studiums sollte der Spaß am Lesen nicht
vergessen werden.
From the moment I picked the book up until I laid it down, I was convulsed with
laughter. Some day I intend reading it.
(Groucho Marx)
Lektüreliste Anglistische Literaturwissenschaft
Folgende Liste ist eine Empfehlung wichtiger Werke der britischen Literatur, von
denen eine gewisse Anzahl auf den zur Zwischenprüfung einzureichenden Leselisten
erscheinen soll.
Anonymous
Chaucer, Geoffrey
Shakespeare, William
Defoe, Daniel
Swift, Jonathan
Coleridge, Samuel Taylor
Wordsworth, William
Shelley, Mary
Austen, Jane
Tennyson, Alfred
Brontë, Charlotte
Brontë, Emily
Dickens, Charles
Carroll, Lewis
Clarke, Marcus
Wilde, Oscar
Wells, Herbert George
Shaw, George Bernard
Forster, Edward Morgan
Yeats, William Butler
Eliot, Thomas Stearns
Woolf, Virginia
Joyce, James
Mansfield, Katherine
Huxley, Aldous
Orwell, George
Beowulf
The Canterbury Tales:
"General Prologue",
"Prologue and Tale of the Wife of Bath"
"The Pardoner´s Tale"
und verschiedene andere “Tales“
Henry V, Midsummer Night´s Dream, Hamlet,
The Tempest
Robinson Crusoe
Gulliver´s Travels
“The Rime of the Ancient Mariner“
"The Daffodils", "Sonnet, Composed
upon Westminster Bridge", "Tintern Abbey"
Frankenstein or, The Modern Prometheus
Sense and Sensibility
“The Lady of Shalott“
Jane Eyre
Wuthering Heights
Great Expectations
Alice in Wonderland
For the Term of His Natural Life
The Picture of Dorian Grey
The Time Machine
Mrs. Warren´s Profession
A Passage to India
"Easter 1916", "The Second Coming",
"Sailing to Byzantium"
The Waste Land
To the Lighthouse
Dubliners
The Garden Party and Other Stories
Brave New World
Nineteen Eighty-Four
Studienführer
Golding, William
Tolkien, John Ronald Reuel
Beckett, Samuel
Curnow, Allen
Naipaul, V.S.
Spark, Muriel
Achebe, Chinua
Rhys, Jean
Soyinka, Wole
Hughes, Ted
Heaney, Seamus
Rushdie, Salman
Swift, Graham
Hulme, Keri
Barnes, Julian
Winterson, Jeanette
Ackroyd, Peter
Atwood, Margaret
Okri, Ben
Coetzee, J.M.
Lessing, Doris
Carey, Peter
Walcott, Derek
Byatt, Antonia S.
Ondaatje, Michael
Phillips, Caryl
Miller, Andrew
Roy, Arundhati
Rowling, Joanne K.
Lord of the Flies
Lord of the Rings
Waiting for Godot
"House and Land"
A House for Mr Biswas
The Prime of Miss Jean Brodie
Arrow of God
Wide Sargasso Sea
Death and the King’s Horseman
"Examination at the Womb-Door", "The
Thought-Fox", "Crow´s Account of St.George"
"Digging", "Bogland", "The Tollund Man",
"Casualty"
Midnight’s Children
Waterland
The Bone People
Flaubert´s Parrot
Oranges Are Not the Only Fruit
Hawksmoor
The Handmaid’s Tale
"Incidents at the Shrine"
Foe
The Fifth Child
Oscar and Lucinda
Omeros
Possession
The English Patient
Crossing the River
Ingenious Pain
The God of Small Things
Harry Potter...
Studienführer
5.3
Kulturstudien Großbritanniens
Die Kulturstudien Großbritanniens sind in Leipzig (wie auch in Chemnitz und Dresden)
die vierte gleichberechtigte inhaltliche ‘Säule’ des Faches Anglistik. Es lohnt sich, dies
zu betonen, weil Sachsen in dieser Hinsicht eine positive Ausnahme von der generellen
Fachstruktur der deutschen Anglistik bildet. In anderen Bundesländern wird abgesehen von einzelnen Ausnahmen (wie z.B. Bochum, Bremen, Magdeburg und
Passau) - die kulturwissenschaftliche Dimension der Anglistik noch immer
stiefmütterlich behandelt.
Worum geht es in den Kulturstudien?
(1) Unter einer Kultur kann man einen "particular way of life" (Raymond Williams)
verstehen - wohlgemerkt: einen im Rahmen einer Gesellschaft, die normalerweise aus
einer ganzen Reihe von verschiedenen, wenn auch miteinander verbundenen Kulturen
besteht. Eine Kultur umfasst Elemente der in einer Gesellschaft herrschenden
Produktions-, Distributions- und Konsumtionsbeziehungen. Sie umfasst ferner
Elemente der Macht- und Kommunikationsbeziehungen sowie der Art(en) und
Weise(n), in der diese von den Mitgliedern der Gesellschaft erfahren, strukturiert und
interpretiert werden.
(2) Wenn eine Kultur - insbesondere eine fremde Kultur - analysiert und verstanden
werden soll, so muss sie re-konstruiert werden: Ihre soziale Produktion und semiotische
Interpretation müssen in den je eigenen Sprachen der Verstehenden dargestellt
werden. Das Verstehen einer fremden Kultur impliziert also von Anfang an den
Gebrauch der eigenen. Dieser Prozess umschließt auch den Vergleich und im
Vergleich die Veränderung der Kulturen und der vergleichenden/verstehenden
Menschen.
(3) Das zentrale Ziel der Kulturstudien ist es, den Kompetenzen, die die Studierenden
der Anglistik erwerben, eine entscheidende hinzuzufügen: eine bestimmte fremde
Kultur verstehen zu lernen und hierbei zu erfahren und zu lernen, wie das Verstehen
fremder Kulturen überhaupt vor sich geht. Gleichzeitig soll das Verstehen der fremden
Kultur - durch den Rückbezug auf die eigene - zu einem besseren Verständnis eben
der eigenen Kultur und Gesellschaft führen. Wer zwischen beiden Kulturen in
verschiedenen Funktionen vermitteln kann, besitzt - zumindest ansatzweise interkulturelle Kompetenz.
Wie kann man das - alles - lernen?
Gewiss: der Gegenstand der Kulturstudien ist "British society past and present, nothing
less" (H. Gustav Klaus), aber es ist unmittelbar einsichtig, dass dies alles niemand
kompetent lehren oder auch nur halbwegs sinnvoll in den verschiedenen
Studiengängen unterbringen kann. Es muss also ausgewählt werden. Wir versuchen,
dem Problem mit einer Kombination von Überblicke verschaffenden Vorlesungen und
vertiefende Einzelstudien ermöglichenden Seminaren zu begegnen. Die Seminare sind
i.d.R. themenorientiert, wobei die Themen relevante gesellschaftliche Sachverhalte in
Geschichte und Gegenwart exemplarisch aufgreifen. Im Zusammenhang mit der
Erarbeitung inhaltlicher Fragen erfolgt die Thematisierung unterschiedlicher Theorien
und Methoden der Kulturstudien; auf die Bedeutung der Repräsentationsformen
(Schrift, Bild, Ton) wird außerdem aufmerksam gemacht.
Studienführer
Die Lehrveranstaltungen in den Kulturstudien Großbritannien unterliegen - im Verlauf
von 8 Semestern - einer zyklischen Regelmäßigkeit.
Vorlesungen beinhalten eine einsemestrige Einführung in die Theorien und Methoden
der Kulturstudien mit Bezügen zu aktuellen Themen aus der Politik und Kultur des
Vereinigten Königreichs und der Republik Irland. Parallel dazu werden
Einführungsvorlesungen angeboten zur Geschichte der Monarchie und zur Geschichte
des Parlaments.
Seminare zu historischen Perioden (z.B. Age of Revolution) und bestimmten
Themenstellungen (Gender, Race, Generation, Media, Regions) finden ergänzend zu
den Vorlesungen statt. Die Proseminare geben einen historischen Überblick über die
Geschichte der Britischen Inseln, eingeteilt in einzelne Epochen (z.B. Victorian Age).
Bei zusätzlichen Seminaren in Ergänzung dazu liegt die Betonung auf Themen zum
Regionalismus im UK und in der EU, aber auch zu historisch bedingten Entwicklungen
in ihrem soziokulturellen Rahmen.
Die einzelnen Lehrveranstaltungen sind in sich geschlossene Einheiten, ein Einstieg in
den Zyklus ist in jedem Semester möglich. Der Besuch der Veranstaltung "Einführung
in die Kulturstudien Großbritanniens" möglichst im ersten Fachsemester wird allerdings
dringend empfohlen.
Einschübe und Ergänzungen, z.B. aus aktuellem Anlass, sind immer möglich und
werden rechtzeitig im Vorlesungsverzeichnis oder durch Aushang bekannt gegeben.
Studienführer
Lektüreliste Kulturstudien Großbritanniens
1. Geschichte Großbritanniens
Briggs, Ash (1999). A Social History of England. Harmondsworth: Penguin.
Davis, Norman (1999). The Isles. A History. London: Macmillan.
Haan, Heiner & Gottfried Niedhart (1993). Geschichte Englands vom 16. bis zum 18.
Jahrhundert. München: Beck.
Haigh, Christopher (ed.) (1985). The Cambridge Historical Encyclopedia of Great
Britain and Ireland. Cambridge: Cambridge U.P.
Kearney, Hugh (1989). The British Isles. A History of Four Nations. Cambridge:
Cambridge U.P.
Krieger, Karl-Friedrich (1990). Geschichte Englands von den Anfängen bis zum 15.
Jahrhundert. München: Beck.
Morgan, Kenneth (ed.) (1984). The Oxford Illustrated History of Britain. Oxford: Oxford
U.P.
Niedhart, Gottfried (1987). Geschichte Englands im 19. und 20. Jahrhundert. München:
Beck.
Wende, Peter (1985). Geschichte Englands. Stuttgart: Kohlhammer.
2. Gegenwärtiges soziales und politisches System
Abercrombie, Nicholas, et. al. (1994). Contemporary British Society. Cambridge: Polity
Press.
Barnett, Anthony (1997). This Time. Our Constitutional Revolution. London: Vintage.
Bogdanor, Vernon (1999). Devolution in the United Kingdom. Oxford: Oxford U.P.
Jones, Bill & Dennis Kavanagh (1994). British Politics Today. Manchester: Manchester
U.P.
Kastendieck, Hans, et. al. (Hg.) (1994). Länderbericht Großbritannien. Geschichte,
Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.
McDowall, David (1999). Britain in Close-up. Harlow: Longman.
Oakland, John (2002). British Civilization: An Introduction. London: Routledge.
Storry, Mike § Peter Childs (2002). British Cultural Identities. London: Routledge.
3. Geschichte des Britischen Empire
Kitchen, Martin (1996). The British Empire and Commonwealth: A Short History.
London: Macmillan.
Marshall, P. J. (1996). The Cambridge Illustrated History of the British Empire.
Cambridge: Cambridge U.P.
Osterhammel, Jürgen (1995). Kolonialismus: Geschichte, Formen, Folgen. München:
Beck.
Porter, A. N. (1991). Atlas of British Overseas Expansion. London: Routledge.
Studienführer
4. Kulturstudien
Hansen, Klaus P. (2000). Kultur und Kulturwissenschaft. Tübingen: Francke.
Gray, Ann & Jim McGuigan (eds.) (1993). Studying Culture. An Introductory Reader.
London: Edward Arnold.
Hall, Stuart (ed.) (1997). Representation: Cultural Representation and Signifying
Practices. London: Sage.
Journal for the Study of British Cultures. Eds. Jürgen Kramer, Bernd Lenz & Gerd
Stratman (seit 1996). Tübingen: Narr.
Kramer, Jürgen (1997). British Cultural Studies. München: Fink.
Said, Edward (1995). Orientalism. London: Penguin.
Said, Edward (1994). Culture and Imperialism. London: Vintage.
Schwanitz, Dietrich (1995). Englische Kulturgeschichte. 2 Bde. Tübingen: Francke.
Storey, John (ed.) (1998). What is Cultural Studies? A Reader. London: Edward Arnold.
Williams, Raymond (1988). Keywords: A Vocabulary of Culture and Society. London:
Fontana.
Zusätzlich sind die Artikel über die "kulturwissenschaftlichen Inhalte" des Englischen als
Fremdsprache im Handbuch Englisch als Fremdsprache (HEF), hrsg. von Rüdiger
Ahrens, Wolf-Dietrich Bald und Werner Hüllen, Berlin: E. Schmidt, 1995, S. 209-300 zu
empfehlen.
Studienführer
5.4
Literaturwissenschaft der USA
Die amerikanistische Literaturwissenschaft versteht sich zum einen als Geschichte
der Literatur der USA bzw. der Regionen Nordamerikas, die heute das Gebiet der
Vereinigten Staaten ausmachen; zum anderen beschäftigt sie sich mit theoretischen
und methodischen Ansätzen in der Literaturkritik. Das Leipziger Institut für
Amerikanistik legt dabei ein sehr breites Literaturverständnis zugrunde - zur
Diskussion kommen zeitgenössische Texte ebenso wie die mündlichen
Überlieferungen der nordamerikanischen Ureinwohner, die kanonisierten "Klassiker"
ebenso wie die Literaturen der ethnischen Minderheiten oder Produkte der
Populärkultur.
Schwerpunkte in Forschung und Lehre der Leipziger Amerikanistik liegen in der
Konzentration auf "race" und gender als zentrale Analysekriterien in der Literaturkritik,
in der Beschäftigung mit material culture und Populärkultur sowie in der Untersuchung
von Kulturkontakt im literarischen Text.
Studierende der Amerikanistik besuchen im Grundstudium zunächst die obligatorische
Übung "Einführung in die Literaturwissenschaft", in deren Rahmen sie sich einen
Überblick über das methodische Instrumentarium der Literaturtheorie verschaffen.
Dieser Überblick wird im Laufe des Grundstudiums durch die Teilnahme an der
Ringvorlesung "Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaft" (Institute für Anglistik
und Amerikanistik) ergänzt. Des weiteren sollten Studierende vom Beginn des
Studiums
an
die
fortlaufende
Überblicksvorlesung
zur
amerikanischen
Literaturgeschichte besuchen. Weiterhin stehen den Studierenden im Grundstudium
eine Auswahl an Proseminaren zur Verfügung, die ihnen die Möglichkeit bieten, sich
schwerpunktmäßig mit bestimmten Epochen, Genres und Themen der amerikanischen
Literatur zu beschäftigen. Im Hauptstudium können sich Studierende dann im Rahmen
von Hauptseminaren vertiefend mit ausgewählten thematischen Schwerpunkten
beschäftigen.
Bitte beachten Sie die verbindliche
Literaturwissenschaft (s. S. 72-75).
Lektüreliste
der
amerikanistischen
Hinweise zur Kursbelegung
Vor allem für das Grundstudium werden Veranstaltungen konzipiert, die sich in
Vorlesung und Seminar auf die Einführung in die allgemeine Literaturgeschichte der
USA (von den Anfängen bis zur Gegenwart) konzentrieren. Dieser Teil des Studiums
wird mit einer mündlichen Zwischenprüfung abgeschlossen (vgl. Kap. 8.2.2).
Seit dem Immatrikulationsjahr 1997/98 darf ein Proseminar im Bereich Literatur der
USA erst nach dem Erwerb eines Scheines in der Einführungsveranstaltung
(Einführung in die Literaturwissenschaft / Literaturanalyse) belegt werden.
Im Hauptstudium sollen Spezialisierungen erfolgen, die auf den im Grundstudium
erworbenen Kenntnissen aufbauen und diese in neuen stofflichen, methodischen und
theoretischen Zusammenhängen wieder aufnehmen. Auf diese Weise ist eine
ausgewogene und sinnvolle Verbindung von Überblickswissen und Spezialkenntnissen
für den gesamten Studiengang gewährleistet.
Studienführer
Bei der Auswahl der einzelnen Lehrveranstaltungen sollten für die persönliche
Organisation des Studiengangs (neben allen anderen Fächern) drei Grundregeln
beachtet werden:
1. Mit der jeweils laufenden Überblicksvorlesung zur Literaturgeschichte und der
Einführung in die Literaturwissenschaft so früh wie möglich beginnen.
2. Literaturseminare über das gesamte Studium verteilen. Sie sind besonders vorund nachbereitungsintensiv.
3. Bei der möglichen Auswahl auf ein sinnvolles Abdecken verschiedener Epochen
und Gattungen achten (z.B. nicht nur Romantik oder nur Roman).
Hinweise zur Lektüreliste
Die Lektüreliste soll allen Studierenden schon zu Beginn des Studiums eine bessere
Orientierungshilfe im Fach Amerikanistik geben. Mit der systematischen Lektüre sollte
schon im ersten Semester begonnen werden. Die Liste enthält grundlegende Texte der
amerikanischen Literaturgeschichte und liefert damit eine Basis von Texten, auf die in
den Lehrveranstaltungen direkt und indirekt zurückgegriffen werden kann. Die Liste ist
verbindlich.
Bei den kursiv gesetzten Titeln handelt es sich um Romane oder Dramen; in Anführungszeichen stehen "stories, essays" und "poems". Alle in den einzelnen Abschnitten
angegebenen Titel, die z. T. Wahlmöglichkeiten bereitstellen, sind obligatorisch; die in
eckigen Klammern stehenden Titel sind als Zusatz empfohlen.
Die Norton Anthology of American Literature wird zum Kauf empfohlen. Die Heath
Anthology of American Literature ist stärker multikulturell angelegt. Beide Anthologien
können auch in der Universitätsbibliothek benutzt werden.
Magister Amerikanistik Hauptfach
Für das Prüfungsgespräch zur Zwischenprüfung wird die Kenntnis aller Texte aus
zwei (nicht aufeinander folgenden) Perioden der Lektüreliste vorausgesetzt. Zusätzlich
wird ein Schwerpunktthema (mit Primär- und Sekundärliteratur) gefordert, welches die
Studierenden beispielsweise im Kontext eines Proseminars erarbeitet haben.
Bis zur Abschlussprüfung sollten dann auch die Texte der anderen Perioden gelesen
werden.
Magister Amerikanistik Nebenfach, Lehramt Englisch
Im Studiengang Magister Amerikanistik Nebenfach und Lehramt Englisch wird für das
Prüfungsgespräch zur Zwischenprüfung die Kenntnis der Hälfte aller Texte aus zwei
(nicht aufeinander folgenden) Perioden der Lektüreliste vorausgesetzt. Zusätzlich wird
ein Schwerpunktthema (mit Primär- und Sekundärliteratur) gefordert, welches die
Studierenden beispielsweise im Kontext eines Proseminars erarbeitet haben. Für die
Abschluss- bzw. Staatsexamensprüfung sollten dann auch Texte aus den anderen
Perioden ergänzt werden.
Studienführer
Lektüreliste Amerikanische Literaturwissenschaft
I. Anfänge der amerikanischen Literatur
Columbus, Christopher. aus: Journal of the First Voyage to America (in: Heath).
De las Casas, Bartolomé. The Devastation of the Indies.
Smith, John. aus: The General History of Virginia (in: Norton).
Zuni. "Talk Concerning the First Beginning" (in: Heath).
Navajo. "Changing Woman and the Hero Twins after the Emergence of the People" (in:
Heath).
Winthrop, John. "A Modell of Christian Charity".
Bradford, William. aus: Of Plymouth Plantation (in: Norton)
Danforth, Samuel. "Errand into the Wilderness".
Bradstreet, Ann. "A Letter to her Husband, Absent upon Public Employment" (in:
Norton).
Mather, Cotton. aus: Magnalia Christi Americana (in: Norton).
Rowlandson, Mary. aus: "A Narrative of the Captivity and Restoration of Mrs. Mary
Rowlandson" (in: Norton).
Edwards, Jonathan. aus: A Personal Narrative (in: Norton); aus: Sinners in the Hands
of an Angry God (in: Norton).
Vassa, Gustavus. aus: The Life of Olaudah Equiano, or Gustatus Vassa, the African,
Written by Himself (in: Norton).
Crèvecoeur, Jean de. "Letter IX" aus: Letters from an American Farmer (insbesondere
Letter III: "What is an American?", in: Norton).
Franklin, Benjamin. aus: The Autobiography (in: Norton).
Jefferson, Thomas. aus: Notes on the State of Virginia (in: Norton).
Freneau, Philipp."On the Emigration to America";"The Wild Honey Suckle"; "On Mr.
Paine's Rights of Man" (in: Norton).
II. 19. Jahrhundert ("American Renaissance")
Brown, Charles Brockden. Wieland, or The Transformation.
Irving, Washington. "Rip van Winkle" und "The Legend of Sleepy Hollow" (in: Norton).
Cooper, James Fenimore. The Last of the Mohicans.
Poe, Edgar Allan. "The Murders in the Rue Morgue"; (in: Norton); "The Fall of the
House of Usher" (in: Norton); "The Tell-Tale Heart"; Rezension zu Hawthornes
Twice-Told Tales (in: Heath): "Philosophy of Composition" (in: Norton); "The
Raven"; "Ligeia" (beides in: Heath).
Emerson, Ralph Waldo. "Nature" (in: Norton); "The American Scholar" (in: Norton, pp.
412 - 425) oder "Self-Reliance" (in: Norton).
Hawthorne, Nathaniel. The Scarlet Letter; "Young Goodman Brown" (in: Norton);
"Preface" zu The House of the Seven Gables (in: Norton).
Fuller, Margaret. aus: Woman in the Nineteenth-Century: "The Great Lawsuit" (in:
Norton).
Stowe, Harriet Beecher. Uncle Tom's Cabin.
Thoreau, Henry David. aus: Walden, or Life in the Woods (in: Norton).
Douglass, Frederick. aus: Narrative of the Life of Frederick Douglass, an American
Slave (in: Norton).
Studienführer
Jacobs, Harriet. aus: Incidents in the Life of a Slave Girl.
Brown, William Wells. Clotel, or the President's Daughter.
Whitman, Walt. "Cantos 1, 5, 6, 24, 49 - 52", aus: Song of Myself (in: Norton); "Crossing
Brooklyn Ferry" (in: Norton); "When Lilacs last in the Dooryard Bloom'd" (in:
Norton); Preface to Leaves of Grass. (in: Norton).
Longfellow, Henry W. "A Psalm of Life" (oder andere Gedichte).
Bryant, William Cullen. "The Prairies" (oder andere Gedichte).
Melville, Herman. "Bartleby, the Scrivener" (in: Norton); Moby-Dick.
Dickinson, Emily. "There's a certain Slant of light"; "Because I could not stop for Death";
"I heard a Fly buzz - when I died -"; "I'm ceded - I've stopped being Theirs" (alles
in: Norton).
Jackson, Helen Hunt. Ramona.
Sedgwick, Catherine Maria. Hope Leslie.
III. Jahrhundertwende
Howells, William Dean. "Novel-Writing and Novel-Reading", A Hazard of New Fortunes
oder The Rise of Silas Lapham.
Twain, Mark. The Adventures of Huckleberry Finn; "The Notorious Jumping Frog of
Calaveras County" oder "Pudd'nhead Wilson" (in: Norton).
Gilman, Charlotte Perkins. "The Yellow Wallpaper" (in: Norton).
Crane, Stephen. Maggie, A Girl of the Street.
Chesnutt, Charles. The Conjure Woman oder The Marrow of Tradition.
Dunbar, Paul Laurence. aus: Lyrics of Lowly Life (in: Heath).
Cahan, Abraham. "Yekl". in: Yekl and the Imported Bridegroom and Other Stories of the
New York Ghetto.
James, Henry. The Turn of the Screw; "The Beast in the Jungle"; "The Art of Fiction"
(in: Norton); Daisy Miller oder Washington Square oder The Americans.
Chopin, Kate. The Awakening; ["The Story of an Hour"].
London, Jack. Call of the Wild oder Upton Sinclair. The Jungle oder Norris, Frank.
McTeague.
Dreiser, Theodore. Sister Carrie.
Adams, Henry. "The Dynamo and the Virgin" in: The Education of Henry Adams. (in:
Norton).
Wharton, Edith. The House of Mirth; ["The Other Two" (in: Norton); andere short
stories].
Bellamy, Edward. Looking Backward: 2000-1887.
IV. Zwischen den Weltkriegen
Stein, Gertrude, aus: The Making of Americans (in: Norton) ["Melanctha". The
Autobiography of Alice B. Toklas].
Sinclair, Lewis. Babbitt.
Anderson, Sherwood. Winesburg, Ohio.
Williams, William Carlos. "Young Sycamore"; "This is Just to Say"; (in: Norton); "The
Red Wheelbarrow" (in: Norton); "Spring and All" (in: Norton).
Pound, Ezra, "Canto I" (in: Norton); aus: "Hugh Selwyn Mauberley" (I-V) (in: Norton).
H.D. (Hilda Doolittle). "Helen"; "Oread" (beide in: Norton).
Eliot, T.S. "The Love Song of J. Alfred Prufrock" (in: Norton); "The Waste Land".
Studienführer
O'Neill, Eugene. The Emperor Jones.
Fitzgerald, F. Scott. The Great Gatsby.
e.e. cummings. Gedichte.
Hemingway, Ernest. "The Killers"; "Hills Like White Elephants"; The Sun Also Rises
oder A Farewell to Arms.
Faulkner, William. Absalom! Absalom! oder Light in August; "A Rose for Emily" (in:
Norton).
Locke, Alain. "The New Negro" (in: Heath).
Larsen, Nella. Passing oder Toomer, Jean. Cane oder Johnson, James Weldon. The
Autobiography of an Ex-Colored Man.
Hughes, Langston. "The Negro Speaks of Rivers" (in: Norton); "Harlem"; "The Weary
Blues"; "Ballad of the Landlord"; "Mother to Son" (in: Norton).
Brown, Sterling. "Ma Rainey".
Hurston, Zora Neale. Their Eyes Were Watching God.
Steinbeck, John. The Grapes of Wrath oder Of Mice and Men.
Dos Passos, John. Manhattan Transfer oder einen Roman aus der Trilogie U.S.A.
Wright, Richard. "Long Black Song" in: Uncle Tom's Children; Native Son oder Black
Boy.
Welty, Eudora."Petrified Man" (in: Norton).
Chandler, Raymond. The Big Sleep oder Hammett, Dashiel. The Maltese Falcon.
Black Elk (with John G. Neihardt). Black Elk Speaks.
V. Von 1945 bis 1965
Olsen, Tillie. "Tell Me a Riddle" oder "I Stand Here Ironing". (in: Tell Me a Riddle).
Ellison, Ralph. Invisible Man.
Bellow, Saul. Herzog oder Malamud, Bernard. The Magic Barrel (complete collection of
stories) oder The Assistant oder Roth, Philip, Goodbye, Columbus.
Paley, Grace. "Two Sad Short Stories from a Long and Happy Life" oder "The Loudest
Voice" in: The Little Disturbances of Man; ("A Conversation with my Father").
Baldwin, James. "Notes of a Native Son" aus: Notes of a Native Son; Go Tell It on the
Mountain oder Giovanni's Room.
Salinger, J.D. The Catcher in the Rye.
Capote, Truman. In Cold Blood.
McCullers, Carson. The Heart Is a Lonely Hunter oder O'Connor, Flannery. A Good
Man is Hard to Find.
Miller, Arthur. Death of a Salesman.
Williams, Tennessee. A Streetcar Named Desire.
Albee, Edward. Who's Afraid of Virginia Woolf? oder The American Dream oder The
Zoo Story.
Hayden, Robert. "Middlepassage" (in: Norton); (andere Gedichte in: Norton).
Ginsberg, Allen. "Howl".
Rich, Adrienne. "Snapshots of a Daughter-in-Law"; "Frame"; "The Images".
Olson, Charles. "The Kingfishers".
Plath, Sylvia. "Daddy"; "Cartographies of Silence" (in: Norton).
Baraka, Amiri (LeRoi Jones). Dutchman; "A Poem for Willie Best" (in: Norton); "Black
Art", in: Understanding the New Black Poetry, ed. S. Henderson.
Studienführer
VI. Von 1965 bis zur Gegenwart
Doctorow, E.L. Ragtime.
Pynchon, Thomas. The Crying of Lot 49.
Heller, Joseph. Catch 22. oder Phillips, Jayne Anne. Machine Dreams.
Barth, John. Lost in the Funhouse.
Shepard, Sam. True West oder Hwang, David Henry. M. Butterfly.
Vonnegut, Kurt. Slaughterhouse Five oder LeGuin, Ursula. The Left Hand of Darkness.
Morrison, Toni. Sula oder Beloved.
Erdrich, Louise. Tracks oder Silko, Leslie Marmon. Ceremony.
Creely, Robert. "Thinking"; "The Language".
Ashbery, John. "The Painter"; "America".
Didion, Joan. Book of Common Prayer oder Play It As It Lays.
Updike, John. Rabbit, Run.
Kingston, Maxine Hong. The Woman Warrior.
Carver, Raymond. Cathedral.
Auster, Paul. Moon Palace oder City of Glass.
O'Nan, Stewart. A Prayer for the Dying oder The Speed Queen.
Spiegelman, Art. Maus.
Mukherjee, Bharati. Jasmine oder Kincaid, Jamaica. Lucy.
Studienführer
5.5
Kulturgeschichte der USA
Die amerikanische Kulturgeschichte hat das Studium der Geschichte und Kultur der
USA einschließlich der kolonialen Ursprünge zum Gegenstand. Das Fach geht von
einem umfassenden Kulturbegriff aus, der gleichermaßen materielle Grundlagen,
institutionelle Entwicklungen sowie Lebensweisen, Werte, Normen und Mentalitäten
umfasst. Dieses interdisziplinäre Selbstverständnis bedingt die umfassende
kontextuelle Einbettung kulturgeschichtlicher Prozesse; dementsprechend werden die
Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der USA besonders betont. Ein
vorrangiges Ziel ist es, auch gegenwärtige Entwicklungen in der amerikanischen
Gesellschaft historisch auszuloten und zu verankern.
Das Fach ist in Leipzig nach wie vor im Aufbau begriffen. Vorlesungen werden bis auf
weiteres als einführende Veranstaltungen in drei wichtigen Themenbereichen
angeboten, die allerdings variiert werden sollen:
1. Geschichte (auch Sozial- und Geschlechtergeschichte, Einwanderung, Minderheiten)
2. politisches System (auch Verfassung, Rechtssystem, Manifest Destiny, Expansion)
3. Kultur (auch Religion, Medien, Regionen)
Proseminare dienen einer ersten Spezialisierung der in den Vorlesungen angebotenen
Themen, der Einübung des Umgangs mit Spezialliteratur und der Anfertigung von
Seminararbeiten.
In Hauptseminaren (die nach der Zwischenprüfung offenstehen) werden vertiefende,
interdisziplinäre Fragestellungen verfolgt, die zum Teil eigenständig zu bearbeiten sind
und inhaltlich auch zur Examensarbeit hinführen können. In den Seminaren behandelte
Themen (das Semesterangebot wird manchmal durch amerikanische Gastprofessoren
ergänzt) umfassen zusätzlich zu den schon genannten u.a.: Geschichte der
amerikanischen Unabhängigkeit, politische Ideologien, zentrale Institutionen, Frontier
und
Imperialismus,
amerikanischer
Süden,
Sklaverei,
Bürgerkrieg,
Reformbewegungen, Sozialpolitik, Minderheiten, Werte und Wertewandel,
Geschlechterbeziehungen.
Das Thema "Soziale Integration und Ausgrenzung" soll als umfassender
Forschungsschwerpunkt Raum geben für detaillierte Spezialuntersuchungen, so zu
Rassismus und Rassenbeziehungen, nationaler Identitätsbildung und Geschlechterkonstruktion sowie zu Integrationsprozessen von Immigranten.
Studienführer
5.6
Fachdidaktik
Die Ausbildung in der Fachdidaktik zielt darauf ab, das auf verschiedenen im
Studienplan ausgewiesenen Fachgebieten, wie Sprachpraxis, Linguistik, Literaturwissenschaft, Kulturstudien, Pädagogik, Psychologie etc., von den Studierenden
erarbeitete Wissen und Können unter dem Aspekt der zukünftigen beruflichen Tätigkeit
als Englischlehrkraft zusammenzuführen und für die Praxisbereiche der Mittelschulen,
Gymnasien, Förderschulen oder auch weiterführenden Bildungseinrichtungen (DiplomWirtschaftspädagogen) nutzbar zu machen.
Auf der Grundlage eines kurzen Abrisses der Geschichte der Methodik gewinnen die
Studierenden in Vorlesungen, Seminaren und Workshops Erkenntnisse und Einsichten zum Verlauf des Spracherwerbs überhaupt und zum Fremdsprachenerwerb unter
institutionalisierten Bedingungen (außerhalb des Geltungsbereiches dieser Sprache) im
Besonderen. Sie erfahren u.a. eine theoretische Fundierung zur Herausbildung
verschiedener Graduierungen kommunikativer Kompetenz, zum handlungsorientierten
Fremdsprachenunterricht und zu den Grundprinzipien der Erarbeitung, Festigung,
Wiederholung, Systematisierung und Anwendung des Unterrichtsstoffes.
Die Studierenden machen sich vertraut mit dem Zusammenhang von Ziel, Inhalt und
Methode/Verfahren und gewinnen in kleinen Gruppen im Rahmen der schulpraktischen Übungen erste Erfahrungen zur Umsetzung ihres erworbenen Wissens
unter schulischen Bedingungen, die sie im Blockpraktikum (vier Wochen für zwei
Fächer) überprüfen können. Mit dem Abschluss der universitären Ausbildung haben die
Lehramtsanwärter einen ersten Überblick über verschiedene Bereiche der
Fremdsprachendidaktik gewonnen und ihr Wirken als Lehrerpersönlichkeit erstmals
erprobt.
Lektüreliste Fachdidaktik
* kennzeichnet Standardwerke
* Sächsisches Staatsministerium für Kultus. Die jeweils gültigen Lehrpläne für das
Fach Englisch.
* Bach, Gerhard & Johannes-Peter Timm (Hg.) (1989). Englischunterricht:
Grundlagen und Methoden einer handlungsorientierten Unterrichtspraxis.
Tübingen: Francke.
Bastian, Johannes & Herbert Gudjons (Hg.) (1986 und 1990). Das Projektbuch I
und II. Hamburg: Bergmann und Helbig.
* Bausch, Karl-Richard, et al. (Hg.) (1989). Handbuch Fremdsprachenunterricht.
Tübingen: Francke.
* Borgwardt, Ulf, et al. (Hg.) (1993). Kompendium Fremdsprachenunterricht.
Ismaning: Hueber.
Bredella, Lothar & Michael Leguttke (Hg.) (1985). Schüleraktivierende Methoden
im Fremdsprachenunterricht Englisch. Bochum: Kamp.
Burger, Günther (Hg.) (1995). Fremdsprachenunterricht in der Erwachsenenbildung. Ismaning: Hueber.
Doyè, Peter (1990). Systematische Wortschatzvermittlung im Englischunterricht.
Hannover: Schroedel.
Frey, Karl (1990). Die Projektmethode. Weinheim und Basel: Beltz.
Studienführer
*
*
*
*
*
*
Genzlinger, Werner (1980). Kreativität im Englischunterricht. Bochum: Kamp.
Heaton, John Brian (1991). Writing English Language Tests. London: Longman.
Hellwig, Karl-Heinz (Hg.) (1990). Textdidaktik für den Fremdsprachenunterricht isoliert oder integrativ? Tübingen: Narr.
Heuer, Helmut & Friedericke Klippel (1993). Englischmethodik. Berlin: Cornelsen.
Karbe, Ursula & Kerstin Steinberg-Rahal (Hg.) (1992). Kreativität im Fremdsprachenunterricht? Leipzig: Universitätsverlag.
Raasch, Albert, et al. (Hg.) (1988). Aspekte des Lernens und Lehrens fremder
Sprachen. Frankfurt/M.: Diesterweg.
Rampillon, Ute (1989). Lerntechniken im Fremdsprachenunterricht. Ismaning:
Hueber.
Reisener, Helmut (1989). Motivationstechniken im Fremdsprachenunterricht.
Ismaning: Hueber.
Rohrer, Josef (1984). Zur Rolle des Gedächtnisses beim Sprachenlernen.
Bochum: Kamp.
Schier, Jürgen (1989). Schülerorientierung als Leitprinzip des fremdsprachlichen
Literaturunterrichts. Frankfurt/M.: Lang.
Timm, Johannes-Peter (Hg.) (1998). Englisch lernen und lehren: Didaktik des
Englischunterrichts. Berlin: Cornelsen.
Vielau, Axel (1997). Methodik des kommunikativen Fremdsprachenunterrichts.
Berlin: Cornelsen.
Werlich, Egon (1989). Praktische Methodik des Fremdsprachenunterrichts mit
authentischen Texten. Bielefeld: Cornelsen.
5.7
Sprachpraxis
Dem Lehrgebiet Sprachpraxis obliegt es, den individuellen Erwerb fremdsprachlicher
Kompetenz durch die Studierenden der Anglistik und Amerikanistik zu unterstützen im
Hinblick auf (a) die systematische Erweiterung und Verbesserung der Abiturkenntnisse
der englischen Sprache, um deren Benutzung als Unterrichtsmedium in den
akademischen Ausbildungsbereichen und als internationales Kommunikationsmittel zu
ermöglichen bzw. zu effektivieren, und (b) die Befähigung der Studierenden zur
selbständigen Weiterentwicklung bereits erworbener kommunikativer Fertigkeiten.
Darüber hinaus vermitteln sie Einsichten in die Strukturen des Englischen in
systematischer und kontrastiver Form und tragen so zu einer reflektierten
Sprachkompetenz bei.
Konkrete Ausbildungsziele sind die inhaltliche Unterstützung der akademischen
Lehrgebiete durch die Arbeit mit bestimmten relevanten Materialquellen, funktionalen
und stilistischen sowie regionalen Varietäten, ausbildungs- und berufspezifisch
typischen Textsorten und aktuellen kulturpolitischen und literarischen Fragestellungen.
Der Erfüllung dieser Ziele dienen Lehrveranstaltungsangebote zu den sprachlichen
Kenntnisbereichen (insbesondere Grammatik und Aussprache/Intonation) und den
produktiven kommunikativen Haupttätigkeiten (skills) Schreiben und Sprechen
sowie zu spezifischen Bedürfnissen der einzelnen Studiengänge. Rezeptive
kommunikative Sprachtätigkeiten (Hören und Lesen) werden i.d.R. nicht in separaten
Kursen angeboten, kommen aber in bestimmtem Umfang als Übungsbestandteil des
Regelangebotes vor.
Studienführer
Je nach Studiengang (vgl. Kap. 4) ist für die sprachpraktische Ausbildung der Magisterund Lehramtsstudierenden sowohl im Grund- als auch im Hauptstudium eine
bestimmte Anzahl von obligatorischen bzw. wahlobligatorischen Sprachübungen
vorgesehen. In Bezug auf die Inhalte des verwendeten Sprachmaterials sucht das
Lehrgebiet Sprachpraxis dabei besonders die Nähe angrenzender Lehrgebiete wie
Kulturstudien, Didaktik, Text- und Soziolinguistik.
In den skill-orientierten Lehrveranstaltungen (LV) des Grundstudiums - Interactive
Oral Discourse, Strategies of Writing (früher Composition 1) und Writing for Academic
Purposes (früher Composition 2) - wird auf der Grundlage ausge-wählter Themen und
Kommunikationssituationen eine Vielfalt von grundlegenden Sprachfunktionen sowie
Texttypen und -formen geübt. Vor bzw. zu Beginn der sprachpraktischen LV können
zur Einstufung der Studierenden placement tests und/oder Beratungsgespräche
durchgeführt werden.
Über die Notwendigkeit und den Umfang ihrer Teilnahme an den LV zu den
Kenntnisbereichen Grammatik und Aussprache/Intonation sowie Lexik im
Grundstudium, die der Festigung bereits erworbener Kenntnisse auf der
morphologisch-syntaktischen, phonetisch-intonatorischen bzw. der lexikalischen Ebene
dienen, entscheiden die Studierenden auf der Grundlage einer Selbsteinschätzung ihrer
Kenntnisse bzw. nach Hinweis oder Beratung durch das Lehrpersonal.
Translation I stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen skill- und kenntnisdominierten LV
dar und berührt auch die lexikalische und die stilistische Ebene.
Auf die Vorstellung eines Modells für die günstigste Abfolge der sprachpraktischen
LV im Grundstudium wird verzichtet im Hinblick auf die Wahrung größerer Flexibilität
der Studierenden für den individuellen Stundenplanbau (vgl. auch Kap. 4.1).
Grundsätzlich sollten von Anglistik- und Lehramtsstudierenden jedoch LV aus dem
Sprachpraxisbereich unbedingt in jedem der Grundstudiensemester belegt werden.
Dabei empfiehlt es sich, falls nötig, anfangs stärker kenntnisorientierte LV zu besuchen,
um damit die Grundlage für die erfolgreiche Bewältigung der auf dem Vorhandensein
von Kenntnissen basierenden Fertigkeitsentwicklung in den Sprech- und Schreibkursen
zu legen.
Translation I, und evtl. weitere Angebote im Grundstudium, die Kenntnisse und
Fertigkeiten integrieren, sollten nach dem Besuch aller anderen obligatorischen LV der
Sprachpraxis am Ende des Grundstudiums wahrgenommen werden.
Die Auswahl der sprachpraktischen Übungen im Hauptstudium wird von den
Studierenden im Rahmen des vorgesehenen Stundenfonds und in Abhängigkeit vom
Studiengang weitgehend nach den jeweiligen individuellen Bedürfnissen vorgenommen. Neben den traditionellen, direkt auf die Vorbereitung der Magister- oder
Diplomprüfung bzw. des Staatsexamens zielenden Angeboten Translation II und III,
Critical/Reflective Essay Writing (früher Academic Writing II) und Written Expression
werden je nach personellen Möglichkeiten auch immer Angebote für spezifische
Interessen unterbreitet (z.B. Creative Writing, English for Language Instructors, Error
Analysis, Grammar for Advanced Students, Keeping in Shape, Presentations and
Discussions, Translating Literature u. a.), die besonders denjenigen Studierenden
empfohlen werden, die bereits feste Vorstellungen von den von ihnen erwarteten
beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten haben bzw. solchen, denen die
Studienführer
Weiterentwicklung ihrer bereits hohen fremdsprachlichen Kompetenz besonders am
Herzen liegt.
Der gegenwärtig stattfindende Prozess der Reduzierung genuiner Sprachausbildung im
Hauptstudium geht einher mit einer immer stärker werdenden Veränderung der Inhalte
hin zur Verzahnung von fachwissenschaftlicher und sprachpraktischer Arbeit. Eine
stärkere Differenzierung von Ausbildungsinhalten dient der besseren Berücksichtigung
der unterschiedlichen Bedürfnisse von Magister- bzw. Lehramtsstudierenden.
Das Absolvieren der obligatorischen bzw. wahlobligatorischen sprachpraktischen
Übungen sowohl im Grund- als auch im Hauptstudium wird bei regelmäßiger Teilnahme
an den jeweiligen LV und den für diese von den Kursleitern vorgesehenen
Übungsprogrammen am Ende der LV durch die Vergabe eines Teilnahmescheines
bzw. für Strategies of Writing (Composition 1) und Interactive Oral Discourse (beide
Grundstudium) gegebenenfalls durch die eines Leistungsscheines bestätigt. Die
Bedingungen für die Scheinvergabe sind von der Spezifik der jeweiligen Übung
abhängig und werden vom Kursleiter am Beginn des Semesters bekannt gegeben.
Ausländische Studierende, die im Rahmen des SOKRATES-Austauschprogramms
zu uns kommem, haben ein Anrecht auf einen benoteten Teilnahmeschein und (falls
erwünscht) ein Worturteil für jedwede von ihnen besuchte sprachpraktische
Lehrveranstaltung.
Studierende, die auf Grund von Langzeitaufenthalten in Zielsprachenländern über ein
hohes Niveau fremdsprachlicher Kompetenz verfügen, können von einzelnen oder allen
sprachpraktischen LV des Grundstudiums befreit werden, wenn sie einschlägige
Zertifikate vorlegen oder in Einzelüberprüfungen den Nachweis entsprechender
Kenntnisse und Fertigkeiten führen. Auch im Hauptstudium können Äquivalenzen für
Teilnahmescheine akzeptiert werden.
Studienführer
6
Seminarscheine
Es gibt zwei Arten von Seminarscheinen:
Leistungsnachweise und Teilnahmescheine
Die Anzahl der Leistungsnachweise (Leistungsscheine) und die Bereiche, in denen
sie erbracht werden müssen, sind in den Studienordnungen festgelegt. In den
Überblicksblättern für die Lehrämter und Magister Anglistik (S. 36-47) sind sie mit "L"
markiert und entweder durch einen Pfeil "⇐" einer bestimmten Lehrveranstaltung oder
durch Klammern einem Wahlbereich zugeordnet. In den Überblicksblättern der
Magister Amerikanistik und der Wirtschaftspädagogen (S. 48-53) werden die
Leistungsnachweise extra aufgeführt.
Das Vorhandensein der laut Studienordnung geforderten Leistungsnachweise ist
Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung im entsprechenden Bereich. Bei der
Zwischenprüfung gilt dies für das jeweilige Fachgebiet, z.B. Leistungsnachweis in
Linguistik als Zulassungsvoraussetzung für den linguistischen Prüfungsteil. Vor der
letzten Teilprüfung der Zwischenprüfung müssen jedoch alle Leistungsnachweise des
Grundstudiums vorliegen, auch wenn im betreffenden Bereich keine separate
Teilprüfung abzulegen ist (z.B. im Studiengang Magister Anglistik Nebenfach der
sprachpraktische Leistungsnachweis).
Bei der Abschlussprüfung, die für das gesamte Fach Englisch bzw. Anglistik oder
Amerikanistik in einem Prüfungszeitraum absolviert werden muss, sind alle
Leistungsnachweise des Hauptstudiums - bei Lehramtsstudiengängen außerdem der
Nachweis des fachdidaktischen Blockpraktikums - vor Prüfungsbeginn vorzuweisen.
Für Leistungsnachweise im Grundstudium werden je nach Festlegung der Kursleiter
Klausuren oder Hausarbeiten (mit Referaten) gefordert. Leistungsnachweise im Bereich
Sprachpraxis basieren auf dem erfolgreichen Absolvieren einer von der Lehrkraft
festgelegten Anzahl und Abfolge von kursspezifischen Überprüfungs-formen, z.B.
Übersetzungen, Essays, etc.
Im Hauptstudium werden Leistungsnachweise durch umfangreichere Hausarbeiten (ca.
15-25 Seiten) und Referate - ggf. auch nur durch Hausarbeiten - in Haupt-seminaren
erworben. Bei diesen Hauptseminararbeiten ist zu beachten, dass den Lehrkräften
angesichts der hohen Studentenzahlen eine Korrekturfrist von ca. 5 bis 6 Wochen
eingeräumt werden muss. Berücksichtigen Sie dies bei der zeitlichen Planung Ihrer
Seminararbeiten und Prüfungen.
Leistungsnachweise können nur in solchen Lehrveranstaltungen erworben werden, die
im kommentierten LV-Verzeichnis mit LN (d.h. Leistungsnachweis möglich)
gekennzeichnet sind. Wenn Sie in einem Seminar einen Leistungsnachweis benötigen,
sollten Sie dies der Lehrkraft zu Beginn des Kurses mitteilen.
Teilnahmescheine werden auf Wunsch der Studierenden auf der Grundlage
regelmäßiger und aktiver Seminarteilnahme (d.h. mindestens ca. 80 % der Veranstaltungen) vergeben.
Studienführer
Wir möchten mit Nachdruck darauf hinweisen, dass die Belegung aller laut
Studienordnung obligatorischen und wahlobligatorischen Lehrveranstaltungen
Bestandteil eines ordnungsgemäßen Studiums ist. Sie bildet gleichzeitig eine inhaltliche
Voraussetzung für das Bestehen der Zwischen- und Abschlussprüfungen, da hierfür die
Seminare, in denen ein Leistungsnachweis zu erwerben ist, allein nicht ausreichen.
Hierbei ist Ihre Eigenverantwortung für das Studium besonders gefordert, da die
Teilnahmescheine rechtlich keine Zulassungsvoraussetzung für Prüfungen darstellen.
Sie sind deshalb rein formal verzichtbar und können auch durch selbständige
Eintragung in den Belegbogen Ihres Studienbuches, den Sie im Studentensekretariat
erhalten, ersetzt werden. Bei Hochschulwechsel oder Auslandsstudium ist es jedoch oft
hilfreich, auch mit den Teilnahmescheinen das bereits absolvierte Studienpensum zu
dokumentieren. Den Besuch von Vorlesungen können Sie generell selbständig in Ihren
Belegbogen eintragen, denn hier ist die Vergabe von Teilnahmescheinen nicht üblich.
Studienführer
7
Zur Form schriftlicher Arbeiten
Die folgenden Hinweise (bis Kap. 7.3) sind entnommen aus:
Löffler, Arno, et al. (1992). Einführung in das Studium der englischen Literatur. 4.
Auflage.
Heidelberg: Quelle und Meyer.
Dabei sind die Angaben unter 7.2 und 7.3 so verändert worden, dass sie für
Seminararbeiten in den Bereichen Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft und
Kulturwissenschaft gültig sind.
Schriftliche Arbeiten dienen dem Erlernen und der Einübung wissenschaftlicher
Forschungstätigkeit; darüber hinaus sind sie neben Klausuren die wichtigsten
Instrumente der Lernzielkontrolle und Leistungsmessung im akademischen Betrieb.
Kein Wunder, dass viele Studierende - trotz einschlägiger Schulerfahrung (Aufsätze,
Facharbeit) - mit einigem Bauchgrimmen ihrem ersten Referat entgegensehen. Richtig
dosierte Informationen und gesunder Menschenverstand können hier Linderung
verschaffen.
Wir verzichten auf detaillierte Ratschläge zur Organisation des Erwerbs und der
Verarbeitung von fachspezifischen Informationen. Die einschlägigen Handbücher
bieten Tips zum richtigen Lesen, Exzerpieren, zur Karteigestaltung usw. in Fülle. In der
Praxis werden die Studierenden ihren eigenen Arbeitsstil finden müssen, der in
zunehmendem Maße durch den Einsatz von Textverarbeitungssystemen bestimmt
wird.
Dass Seminararbeiten klar gegliedert und in einer nüchternen, unprätentiösen Sprache
unter Beachtung der hierzulande gültigen Grammatik- und Orthographieregeln
(einschließlich der Interpunktion!) abgefasst sein sollten, versteht sich von selbst. Ein
gewisses Gespür für den angemessenen sprachlichen Ausdruck sollte man von einem
angehenden Philologen (= Freund des Wortes!) eigentlich erwarten können; wer hier
von seiner Schulausbildung her mit Defiziten belastet ist, sollte sich energisch - und
kontinuierlich - um Abhilfe bemühen.
Ob "Referate" tatsächlich Referate sind, d.h. im Seminar vorgetragen werden, oder nur
am Ende des Semesters abzugebende Aufsätze, hängt vom Seminarleiter ab. Über die
erwartete Länge der Arbeit, die Implikationen des Themas, die mögliche Gliederung
usw. sollte man sich frühzeitig mit dem Seminarleiter verständigen. Unabhängig von
solchen individuellen Anforderungen gibt es jedoch einige Grundregeln der formalen
Gestaltung von wissenschaftlichen Arbeiten, die im folgenden dargelegt werden sollen.
Absolut verbindliche Normen der formalen Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten
kennen die Geisteswissenschaften freilich nicht. Varianten der hier vorgeschlagenen
Regeln sind möglich, sofern sie die beiden Prinzipien jeglicher wissenschaftlicher
Tätigkeit - Klarheit und Nachprüfbarkeit - nicht verletzen.
7.1
Das äußere Erscheinungsbild
Sämtliche Manuskripte sind mit Drucker oder Schreibmaschine einseitig auf Papier im
Format DIN A 4 zu schreiben. Der fortlaufende Text wird mit eineinhalbfachem
Zeilenabstand geschrieben, abgesetzte Zitate und Fußnoten erhalten einfachen
Zeilenabstand. Links sollte ein ausreichender Rand für Korrekturanmerkungen
gelassen werden (ca. 5 cm breit).
Studienführer
Das Titelblatt wird man am besten nach folgendem Muster gestalten:
Die Darstellung der weiblichen Figuren in As You Like It
Hauptseminar "Shakespeares Komödien"
WS 1990/91 (Prof. Müller)
Eingereicht am 20.01.1991
von Edith Schneider
Auf das Titelblatt folgt ein Inhaltsverzeichnis. Es enthält die vollständige Gliederung
der Arbeit mit Seitenangaben zu jedem Punkt. Die Titel der einzelnen Punkte
erscheinen auch als Überschriften im fortlaufenden Text.
Zusätzlich zu den üblichen Rechtschreibregeln gelten folgende Grundsätze:
- Kursivdruck (ersatzweise Unterstreichung) ist vorgeschrieben für Titel von
selbständigen Werken, also von Büchern, Zeitschriften, Dramen und längeren
Versdichtungen. In derselben Weise werden hervorgehoben: Buchstaben und
Wörter, die Gegenstand sprachlicher Erörterung sind, und fremdsprachliche
Ausdrücke, soweit sie noch nicht als eingebürgert gelten können.
- In doppelten Anführungszeichen stehen nicht abgesetzte Zitate, sowie Titel von
nicht selbständigen Schriften, also von Aufsätzen in Zeitschriften und Sammelbänden, von Kurzgeschichten und von kürzeren Gedichten.
- In einfachen Anführungszeichen stehen Zitate in Zitaten, sowie Übersetzungen
oder Definitionen einzelner Wörter oder Phrasen (z.B. to take in ‘hereinlegen’, to put
up with ‘to bear, endure, tolerate, do with’).
Am Ende einer Arbeit, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, steht ein Verzeichnis
der verwendeten Literatur. Zur äußeren Form dieses Verzeichnisses vgl. Kap. 7.3.
7.2
Gebrauch und Dokumentation von Quellen
Zitate und Quellenhinweise. Eine Seminararbeit dient dem Einüben wissenschaftlicher Arbeitstechniken und Gepflogenheiten. Wer sich wissenschaftlich mit einem
Thema beschäftigt, wird nicht umhin können, auf die Ergebnisse früherer Forschungen
Bezug zu nehmen. Ein eherner Grundsatz ist hierbei die unmissverständliche Trennung
von eigenem und fremdem Gedankengut. Wer Erkenntnisse, Ideen oder
Formulierungen anderer verwendet, ohne sie als solche klar zu kennzeichnen, begeht
geistigen Diebstahl (s. Kap. 7.5).
Die klarste Trennung von eigenem und fremdem Gedankengut geschieht durch das
Zitat. Kurze Zitate werden durch doppelte Anführungszeichen, längere durch typographische Absetzung (einfacher Zeilenabstand, fakultativ zusätzliches Einrücken)
gekennzeichnet. Sie müssen bis ins Detail mit der Orthographie und der Zeichensetzung der Quelle übereinstimmen. Auslassungen werden durch drei in eckige
Klammern gesetzte Punkte kenntlich gemacht; auch erklärende Zusätze stehen in
eckigen Klammern.
Zitate dienen in erster Linie dazu, Aussagen des Verfassers über den Text nachprüfbar
zu machen, oder aber den Leser mit Stellen der Sekundärliteratur bekannt zu machen,
mit denen sich der Verfasser (zustimmend oder kritisch) auseinanderzusetzen gedenkt.
Zitate, die lediglich bereits Gesagtes mit anderen Worten wiederholen, sind überflüssig.
Studienführer
Für jedes Zitat ist die Quelle anzugeben. Auch wenn die Ausführungen eines Autors
nicht zitiert, sondern paraphrasiert oder nur inhaltlich übernommen werden, ist ein
Verweis auf die Quelle unbedingt erforderlich. Es genügt in solchen Fällen nicht, dass
das betreffende Werk anderswo in der Arbeit oder im Literaturverzeichnis genannt wird.
Auch bei einer Paraphrasierung muss durch die Formulierung deutlich werden, an
welchen Stellen fremde Gedanken wiedergegeben werden.
Form der Quellenhinweise. In den letzten Jahren ist es mehr und mehr üblich
geworden, reine Quellenverweise nicht mehr in Anmerkungen, sondern in stark
vereinfachter Form unmittelbar in den fortlaufenden Text aufzunehmen. Danach ist nur
so viel Information in runden Klammern unmittelbar in den fortlaufenden Text
einzufügen, wie zu einer einwandfreien Identifikation der Fundstelle nötig ist; die
vollständigen bibliographischen Daten kann der Leser in dem Literaturverzeichnis am
Ende des Aufsatzes oder Buches nachschlagen. Auf diese Weise lässt sich die Menge
der Anmerkungen drastisch reduzieren; man verwendet Anmerkungen dann nur noch
für wirkliche Zusätze, welche die Argumentationslinie im Haupttext stören würden, und
für Quellenverweise, die mehr Raum als üblich einnehmen. Letzteres kann z.B. der Fall
sein, wenn man eine Quelle kommentieren oder auf weitere Publikationen hinweisen
will. Auch bei sogenannten indirekten Zitaten ist eine Anmerkung nötig, weil man
sowohl die verwendete Fundstelle als auch die Originalquelle anführen muss.
Für in den fortlaufenden Text aufgenommene Quellenverweise gilt der Grundsatz der
äußersten Knappheit. Über die äußere Form geben die folgenden Beispiele Auskunft.
Hierauf hat auch Görlach (1994: 95-96) schon hingewiesen.
Berndt (1989: 48) spricht dies sehr dezidiert aus:
In the lexical history of particular - national, (socio-)regional, social or
functional - varieties of the English language (or of particular stylistic
levels within such regional or social varieties) yet another factor played
a more or less important part: borrowing within the same language, or
‘intra-language borrowing’.
Wurde der Autor nicht bereits genannt, so erscheint sein Name vor der Jahreszahl:
In der Forschung ist hierauf bereits hingewiesen worden (Görlach 1994:
95-96).
Mit anderen Worten:
In the lexical history of particular - national, (socio-)regional, social or
functional - varieties of the English language (or of particular stylistic
levels within such regional or social varieties) yet another factor played
a more or less important part: borrowing within the same language, or
‘intra-language borrowing’ (Berndt 1989: 48).
Studienführer
Hat ein Buch zwei Autoren, so werden beide genannt; bei mehreren Autoren genügt
der Name des ersten, versehen mit dem Zusatz et al.(= et alii ‘und andere’):
Greenbaum und Quirk (1990: 265) stellen diesen Sachverhalt folgendermaßen dar: "And and or can link more than two clauses, and the
construction may then be called one of MULTIPLE COORDINATION".
Oder:
Greenbaum und Quirk stellen diesen Sachverhalt folgendermaßen dar: "And
and or can link more than two clauses, and the construction may then be
called one of
MULTIPLE COORDINATION" (1990: 265).
Verwendet man von einem mehrbändigen Werk nur einen einzelnen Band, so braucht
nur dieser im Literaturverzeichnis genannt zu werden; werden mehrere Bände
verwendet, so gibt man in der folgenden Form an, auf welchen Band man sich gerade
bezieht:
(Mencken 1936-56 (vol. 1): 30)
Mehrere Titel eines Autors aus demselben Jahr werden beim Zitieren und im Literaturverzeichnis durch Zusätze (a), (b), (c)... identifiziert: Labov, William (1990 a), Labov,
William (1990 b), Labov, William (1990 c).
7.3
Das Literaturverzeichnis
Bei der im Kapitel 7.2 vorgeschlagenen Dokumentationsform kommt dem Literaturverzeichnis eine besondere Bedeutung zu, denn nur mit seiner Hilfe ist eine
eindeutige Identifizierung der Fundstelle möglich. Eine gewisse Normung ist hier
unverzichtbar. (Beachten Sie vor allem die jeweilige Interpunktion!)
Das Literaturverzeichnis ist grundsätzlich alphabetisch nach Autorennamen geordnet.
Eine Trennung von Primär- und Sekundärliteratur ist vor allem im Bereich
literaturwissenschaftlicher Arbeiten sinnvoll.
Ein Grundsatz der hier vorgeschlagenen Zitierweise (an angelsächsischen Gepflogenheiten orientiert) ist eine typographische Unterscheidung: die Titel von
selbständigen Schriften werden kursiv gesetzt (unterstrichen bei Schreibmaschinenschrift), die Titel von unselbständigen Schriften werden in doppelte Anführungszeichen
gesetzt.
Bei selbständigen Publikationen sind grundsätzlich folgende Angaben nötig:
Verfasser bzw. Herausgeber (Name, Vorname), Erscheinungsjahr, Titel, Erscheinungsort (möglichst mit Verlag). Dabei orientiert man sich an den Angaben auf dem
Titelblatt bzw. dessen Rückseite (nicht auf dem Buchdeckel!), wobei die
Originalsprache beibehalten wird. Die Vornamen der Autoren sollen nicht abgekürzt
werden. Stehen jedoch in der Quelle selbst nur die Initialen, so können diese
übernommen werden. Sind mehrere Verlagsorte angegeben, genügt der zuerst
genannte Ort. Können Erscheinungsort oder -jahr nicht ermittelt werden, so vermerkt
man an der entsprechenden Stelle bei deutschsprachigen Publikationen „o. O.“ bzw.
„o. J.“ / bei englischsprachigen Publikationen "n. p." bzw. "n. d.".
Studienführer
Darüber hinaus wird es mehr und mehr üblich, auch den Verlag anzugeben, weil häufig
nur so eine eindeutige Identifizierung der verwendeten Ausgabe möglich ist. Das MLA
Handbook schreibt die Verlagsangabe zwingend vor, außer bei Publikationen, die vor
1900 erschienen sind. Der Verlagsname wird dabei soweit wie möglich gekürzt; statt
„Carl Winter Universitätsverlag“ z.B. schreibt man nur „Winter“, "University Press" wird
als "UP" abgekürzt.
Cruttenden, Alan (1986). Intonation. Cambridge: Cambridge UP.
Auch Untertitel müssen angeführt werden; sie werden vom Haupttitel durch einen
Doppelpunkt getrennt (außer wenn der Haupttitel mit einem Frage- oder Ausrufezeichen endet) und ebenfalls unterstrichen/kursiv gesetzt.
Yule, George (1985). The Study of Language: An Introduction.
Cambridge: Cambridge UP.
Zwei Autoren werden in der Reihenfolge, wie sie auf dem Titelblatt stehen, aufgeführt.
Greenbaum, Sidney & Randolph Quirk (1990). A Student's Grammar of
the English Language. Harlow: Longman.
Bei mehr als zwei Autoren muss man nur den ersten nennen; die Namen der anderen
ersetzt man durch et al. (= lat. et alii ‘und andere’).
Graustein, Gottfried, et al. (1986). English Grammar: A University Handbook. Leipzig: Enzyklopädie.
Gehört das Buch einer Reihe an, so kann dies so angegeben werden, wie es das
folgende Beispiel zeigt (der Herausgeber der Reihe wird dabei nicht genannt).
Mair, Christian (1995). English in the World Today: A Survey of Varieties
of English Around the World. Varieties of Present-Day English 1, Iasi:
Ars Longa.
Bei Sammelbänden steht statt des Autors der Name des Herausgebers bzw. der
Herausgeber und bei deutschsprachigen Werken (Hg.) (= Herausgeber, Singular und
Plural). Bei fremdsprachlichen Werken schreibt man (ed.) (= editor, lat./engl. für
‘Herausgeber’) bzw. bei mehreren Herausgebern (eds.).
Ahrens, Rüdiger, et al. (Hg.) (1995). Handbuch Englisch als Fremdsprache. Berlin: Schmidt.
Turville-Petre, Thorlac & Margaret Gelling (eds.) (1987). Studies in
Honour of Kenneth Cameron. Leeds Studies in English, New Series
XVIII, Leeds: School of English, U of Leeds.
Besteht ein Werk aus mehreren Bänden, so ist dies so anzuzeigen:
Brunner, Karl (1951-52). Die englische Sprache: Ihre geschichtliche
Entwicklung. 2 Bde. Halle: Niemeyer.
Brown, Leslie (ed.) (1993). The New Shorter Oxford English Dictionary.
2 vols. Oxford: Clarendon.
Studienführer
Bei älteren Primärtexten ist die benutzte Ausgabe besonders wichtig; außer dem
Verfasser ist daher immer auch der Herausgeber zu nennen.
Shelley, Percy Bysshe. The Complete Works of Percy Bysshe Shelley.
Ed. Roger Ingpen and W. E. Peck. 10 vols. London: Benn, 1965.
Bezieht man sich nur auf einen Band aus einer mehrbändigen Ausgabe, so geht man
nach dem folgenden Beispiel vor:
Crane, Stephen. The Red Badge of Courage: An Episode of the American
Civil
War. Charlottesville: Virginia UP 1975. Vol. 2 of
The Works of Stephen Crane. Ed. Fredson Bowers. 10 vols. 1969 - 1976.
Wird eine andere als die erste Auflage verwendet, so muss dies angezeigt werden,
weil sich Auflagen erheblich voneinander unterscheiden können. Man verwendet am
besten die auf dem Titelblatt oder seiner Rückseite vermerkten Formulierungen.
Standop, Ewald (1973). Die Form der wissenschaftlichen Arbeit. 5., überarbeitete Aufl. Heidelberg: Quelle & Meyer.
Möchte man darüber hinaus auch das Datum der Erstveröffentlichung angeben (etwa
weil es im Kontext der Arbeit von Bedeutung ist), so fügt man es unmittelbar nach dem
Namen ein.
Coles, Elisha (1676). An English Dictionary. Hildesheim: Olms, 1973.
Für unselbständige Publikationen gilt:
Bei Zeitschriftenartikeln sind zusätzlich zu Autor, Erscheinungsjahr und Titel des
Aufsatzes anzugeben: Name der Zeitschrift; Bandzahl; Seitenzahlen.
Nicolaisen, W. F. H. (1992). "Pictish Place-Names as Scottish Surnames:
Origins, Dissemination, and Current Status." Nomina: Journal of the
Society for Name Studies in Britain and Ireland 15: 7-20.
Bei Artikeln in einem Sammelband folgen auf Autor, Erscheinungsjahr und Titel alle
relevanten Daten des Sammelbandes sowie die Seitenzahlen nach folgendem Muster:
Meseck, Birgit (1995). „Kanadisches Englisch.“ Handbuch Englisch als
Fremdsprache. Hg. Rüdiger Ahrens et al. Berlin: Schmidt, 37-39.
Bei englischsprachigen Büchern (ed.) statt (Hg.), (vol.) statt (Bd.)
Ist ein Artikel in einem Lexikon namentlich gekennzeichnet, so führt man ihn unter
dem Verfassernamen an; anderenfalls genügt der Titel des Artikels. Bei alphabetischer
Anordnung der Artikel sind Band- und Seitenangaben entbehrlich. Bei gängigen
Nachschlagewerken braucht der Herausgeber nicht genannt zu werden; die
Publikationsdaten der benutzten Ausgabe sind jedoch unbedingt anzugeben.
Ilson, Robert F. (1992). "Taboo." The Oxford Companion to the English
Language. Oxford: Oxford UP.
Studienführer
Weitere Literatur zum Verfassen schriftlicher Arbeiten:
Gibaldi, Joseph (2000). MLA Handbook for Writers of Research Papers. Fifth
edition. New York: Modern Language Association of America.
Standop, Ewald & M. Meyer (1998). Die Form der wissenschaftlichen Arbeit.
15. Auflage. Wiesbaden: Quelle & Meyer. UTB 272.
Studierende der Amerikanistik finden auf der Webseite des Instituts detaillierte
Angaben zu formalen und inhaltlichen Richtlinien zur Erstellung von Hausarbeiten.
Studienführer
7.4
Dokumentation von elektronischen und anderen
nicht gedruckten Quellen
Zunehmend werden das Internet, CD-ROMs, Videos und andere sogenannte
nonprint media als Quellen wissenschaftlicher Arbeiten verwendet. Auch dabei gilt das
strikte Prinzip, dass die Verwendung dieser Quellen eindeutig zu belegen ist.
Im Handel erhältliche CDs, Audiokassetten, Videos u.ä. werden nach den gleichen
Prinzipien wie Buchpublikationen mit Ergänzung des konkreten Mediums dokumentiert. z.B.:
The Oxford English Dictionary. (1999) Second Edition, on CD-ROM,
Version 2.0. Oxford: Oxford UP.
The International Corpus of English. The British Component. ICE-GB.
(1998) CD-ROM. London: University College London, Survey of
English Usage.
Spielberg, Steven (1987). Empire of the Sun. Videotape.
Warner Bros. Inc.
Diana. A Celebration,1961-1997. (1997) Videotape. London: BBC.
Auch wenn es derzeit für die Kennzeichnung von Internet-Quellen noch keine
international verbindliche einheitliche Dokumentationsform gibt, so besteht doch
keinerlei Zweifel über die Pflicht zur Kennzeichnung solcher Quellen und die
Grundkomponenten ihrer Darstellung.
Hinweise dazu, wie Autoren wissenschaftlicher Arbeiten dieser Pflicht gerecht werden
können, finden Sie beispielweise in:
Walker, Janice R. & Todd Taylor (1998). The Columbia Guide to Online Style.
Columbia UP.
oder im Internet: http://www.columbia.edu/cu/cup/cgos/idx_basic.html
Walker & Taylor nennen als Grundkomponenten der Dokumentation von Quellen aus
dem Internet:
- Name, Vorname des Autors/der Autoren (bzw. des Herausgebers)
- Titel des Dokuments (bei kurzen, aufsatzähnlichen Darstellungen in
Anführungszeichen; bei längeren Werken kursiv - analog zu Buchtiteln; bei
Einzelartikeln innerhalb größerer Dokumente beide Angaben)
- Nummer der jeweiligen Version des Dokuments und/oder Datum der letzten
Überarbeitung; falls keine Überarbeitung angezeigt, Datum der Erstellung des
Dokuments (vgl. Erscheinungsjahr und verschiedene Auflagen von Büchern)
- genaue Adresse im Internet (bei Newsgroups/Listserv entspr. E-Mail-Adresse)
- Datum der Nutzung des Dokuments in Klammern
Studienführer
z.B.
The English Pages. New York: Longman 1997.
http://longman.awl.com/englishpages (1 Mar. 2000)
Crump. Eric. "Re: Preserving Writing." Alliance for Computers and Writing
Listserv. [email protected] (31 Mar. 1995)
"The British Council’s English language services". 1999.
http://www.britishcouncil.org/english/index.htm (6 Mar. 2000)
Universität Leipzig, Dezernat für Öffentlichkeitsarbeit und Forschungsförderung. "Umfage: Wie weiter am Augustusplatz?" 01.08.2002.
http://www.uni-leipzig.de/info/umfrage.html (15.08.2002)
Studienführer
7.5
Warnung vor Plagiat
Die Verwendung von und Auseinandersetzung mit vorhandenen Darstellungen
menschlichen Wissens ist ein notwendiger und legitimer Bestandteil wissenschaft-licher
Arbeit. Die wörtliche oder sinngemäße Übernahme fremder Ideen ohne genaue
Kennzeichnung der Quelle widerspricht jedoch dem Gebot wissenschaft-licher
Ehrlichkeit und muss als geistiger Diebstahl angesehen werden.
Der Fachbegriff dafür ist Plagiat:
Plagiat [...] widerrechtliche Übernahme und Verbreitung von fremdem geistigen
Eigentum. Der P.svorwurf wird in allen Sparten der Kunst und Wissenschaft
erhoben, wenn der Verfasser Werke, Werkteile, Motive eines anderen Autors sich
aneignet, in wissenschaftl. Werken Passagen aus fremden Arbeiten ohne
Zitatkennzeichnung und Quellenangabe übernimmt oder fälschl. das Recht der
Priorität eines Gedankens für sich beansprucht [...]
(Meyers Enzyklopädisches Lexikon. 25 Bd.1976. Mannheim: Bibliographisches
Institut)
plagiarism [...] the practice of taking someone else's work or ideas and passing
them off as one's own.
(The New Oxford Dictionary of English. First Edition 1998. Oxford: Oxford UP.)
Gewöhnen Sie sich deshalb so früh wie möglich einen Arbeitsstil an, der es Ihnen
ermöglicht, eigene von fremden Gedanken klar zu trennen und die Quellen von
letzteren genau zu dokumentieren. Überprüfen Sie Ihre schriftlichen Arbeiten nicht
nur im Hinblick auf Orthographie und Layout, sondern auch bezüglich fehlender oder
unvollständiger Quellenangaben. Diese Gefahr besteht vor allem bei sinngemäßer
Übernahme von Aussagen und Argumentationslinien anderer Autoren.
Wissenschaftliche Seminar- und Abschlussarbeiten, in denen ein Plagiatsversuch
erkennbar ist, werden zurückgewiesen, unabhängig davon, ob das Plagiat vorsätzlich
oder durch oberflächliche Arbeitsweise verursacht wurde.
Übrigens: Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, Ihre Lehrkräfte könnten nicht im
Internet recherchieren.
Studienführer