Schobinger, Josef Anton - Historisches Lexikon der Schweiz

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Schobinger, Josef Anton - Historisches Lexikon der Schweiz
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25/08/2011 |
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Schobinger, Josef Anton
30.1.1849 Luzern, 27.11.1911 Bern, kath., von Luzern. Sohn des
Josef Heinrich, Spitalverwalters, und der Barbara geb. Gloggner. ∞ Mary
Elizabeth Cowan, aus Schottland. Stud. der Architektur am Eidg.
Polytechnikum in Zürich. Nach kurzer Tätigkeit als Architekt trat S. als
Kantonsbaumeister in die kant. Verwaltung ein. Kaum 25-jährig wurde
er 1874 vom Gr. Rat in die Regierung des Kt. Luzern gewählt. Während
34 Jahren gehörte er dem Regierungsrat an, die meiste Zeit als
Baudirektor. S. war ein grosser Förderer des Eisenbahnwesens,
Dieser Artikel wurde
besonders der Linie Langnau-Luzern und der Seetalbahn. Er bemühte
für die Buchausgabe des HLS mit einem
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Kontakte zum polit. Gegner zu pflegen. Nach dem Tod Philipp Anton
von Segessers 1888 wurde er dessen Nachfolger im Nationalrat.
1895-1902 war S. Präs. der kath.-konservativen Fraktion der
Bundesversammlung und ab 1895 auch Präs. der Kath. Volkspartei.
1904 präsidierte er die Grosse Kammer. In der Armee stieg er bis zum
Oberst der Artillerie auf. Ab 1898 sass er im Verwaltungsrat der SBB.
Nach dem Rücktritt von Bundesrat Josef Zemp wurde S. 1908 glanzvoll
in die oberste Landesbehörde gewählt. Während seiner nur
dreieinhalbjährigen Amtstätigkeit musste er als amtsjüngster Bundesrat
jedes Jahr - gemäss damaligem Brauch - sein Departement wechseln.
Die beiden Ressorts Militär- sowie Post- und Eisenbahndepartement, für
die er am besten geeignet gewesen wäre, konnte er nie versehen. S.
stand zeitlebens im Schatten bedeutender Vorgänger. In der kant.
Politik überragte ihn von Segesser, auf eidg. Ebene Zemp.
Literatur
– Altermatt, Bundesräte, 296-299
Autorin/Autor: Alois Steiner
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