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JAHRESBERICHT
20 11
Foto:CBM
DER CHRISTOFFEL-BLINDENMISSION
Inhalt
3
Tätigkeitsbericht
Kinderpatenschaften erfolgreich
8
CBM-Arbeit weltweit
Bilanz der Hilfe
, un
10
Projektpartner und Ausgaben
Die wichtigsten Projekte 2011/12
12
Blindheit und Sehbehinderung
Hilfe im entlegensten Winkel
14
Menschen mit Hörbehinderungen
Wir schenken Gehör
16
Körperliche Behinderungen
Afrika braucht mehr Chirurgen
18
Gemeindenahe Rehabilitation
Den ganzen Menschen im Blick
20
Nothilfe in Pakistan, Afrika und Haiti
Hungerbekämpfung in Afrika
22
Anwaltschaftliche Arbeit
CBM überzeugt Parlamentarier
24
Kampagnen und Aktionen
Bunte Vielfalt bei CBM-Aktionen
26
CBM-Öffentlichkeitsarbeit
Wir sind eine Milliarde
28
Bilanz
Vermögen nahezu unverändert
30
Aufwands- und Ertragsrechnung
Projektaufwendungen gestiegen
32
Tätigkeitsbericht des Missionsrats
Christliche Identität erarbeitet
33
Ernst-Christoffel-Haus und Ausblick
Einzigartiges Konzept kommt an
34
CBM International: Ausblick 2012
Gemeinsam erreichen wir mehr
36
CBM-Struktur und Organe
Die CBM im Überblick
38
Unselbstständige Stiftungen
Stiftungen helfen nachhaltig
39
Qualitätskontrollen der CBM
Transparenz und Erfahrung
40
Projekte effektiv umsetzen
Projektmanagment der CBM
42
Verantwortlich handeln
Selbstverpflichtungen
43
Firmen und Kooperationspartner
Herzlichen Dank!
Impressum
Die Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. ist Mitglied von CBM
Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V., arbeitet überkonfessionell, hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UN), ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Fachorganisation anerkannt und ist
Vereinbarungspartner des Evangelischen Missionswerks Deutschland (EMW),
Mitglied des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche Deutschlands, der
Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) sowie des Verbands
Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO).
Druck: Lautertal Druck
Direktion:
Reinhold Behr
Dr. Rainer Brockhaus
Leiter der Geschäftsstelle
Potsdam:
Dirk Brigmann
Herausgeber und Verlag:
CBM Deutschland e.V.
Nibelungenstraße 124
64625 Bensheim
Tel.:
(0 62 51) 1 31-1 31
Fax:
(0 62 51) 1 31-1 89
E-Mail: [email protected]
Redaktion: Sonja Mund, Nora Christoph,
Ruth Leimig, Sandra Ronkartz
Grafik: Inette Kreis, Gitte Wirth,
Fred Zimmermann
Spendenkonto: 2020
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Bei der CBM können Sie sicher
sein, dass Ihre Spende ankommt.
Das wird vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) als
unabhängige Prüfeinrichtung seit
1993 immer wieder bestätigt.
Büro Potsdam
Paul-Neumann-Straße 55
14482 Potsdam
Tel.:
(03 31) 7 40 66 46
Fax:
(03 31) 7 40 66 48
E-Mail: [email protected]
CBM Deutschland e.V. wurde im Jahr 2010 für
qualitativ hochwertige Berichterstattung ausgezeichnet.
www.cbm.de
Ist aufgrund eines allgemeinen Spendenaufrufs für einen bestimmten Zweck mehr
Geld eingegangen, als zu seiner Erreichung benötigt wird, so ist der Überschuss für
einen möglichst gleichartigen Zweck zu verwenden (§ 4,4 der CBM-Satzung).
Sollten Sie keine weiteren Informationen über unsere Arbeit wünschen, genügt
eine Rückmeldung an die CBM. Die Marke CBM ist urheberrechtlich geschützt.
Missionsrat
(ehrenamtlich)
Natascha Gückel (Vorsitzende)
Gustav Duden
Christiane Hempfling
Christoph Huppenbauer
Thomas Keßler
Claudia Koenig
Matthias Meister (stellv. Vors.)
Dr. Heinz-Otto Weber (stellv. Vors.)
Cornelia Schattat
Managing Director, Frankfurt
Jurist, Heidelberg
Augenoptikerin, Altenberg
Pastor, Neustadt in Holstein
Diplomvolkswirt, Berlin (bis März 2011)
Diplom-Pädagogin/Übersetzerin, Bonn
Rechtsanwalt, Frankfurt
Rechtsanwalt, Glashütten
Diplom-Geografin, Berlin
Ehrenmitglied:
Dr. Hans-Eugen Schulze
Richter am BGH a.D., Karlsruhe
Foto: CBM
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:03 Seite 3
Tätigkeitsbericht
Kinderpatenschaften erfolgreich
Überschwemmungen, Erdbeben und Hungerkatastrophen treffen Menschen mit Behinderungen besonders hart. Deshalb war
die Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. (CBM) auch im Jahr 2011 in der
Nothilfe aktiv. Die „großen Katastrophen“
blieben zwar glücklicherweise aus, dennoch galt es, das für die Erdbebenopfer in
Haiti erhaltene Geld für den langfristigen
Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen.
Außerdem brauchten die Flutopfer in Pakistan nachhaltige Unterstützung.
gerufen und insgesamt 2.329.983 Euro investiert. Besonders berücksichtigt wurden
dabei die spezifischen Arbeitsbereiche der
CBM, u.a. wurden 100 barrierefreie Häuser errichtet und Mikrofinanzkredite vergeben.
Weitere Länder, in denen die CBM Nothilfe leistete, waren u. a. Ostafrika (Hungerkatastrophe, 180.935 Euro), Philippinen (Tropensturm, 154.228 Euro), Indonesien (Erdbeben, 260.000 Euro) und
Kenia (Dürre, 136.372 Euro).
Nothilfe
Spendeneinnahmen
Die Gesamteinnahmen für Nothilfe lagen
2011 bei 1.789.253 Euro. Insgesamt stellte
CBM Deutschland im vergangenen Jahr
3.945.162 Euro für Nothilfeprojekte zur
Verfügung. Schwerpunkte lagen dabei auf
Haiti und Pakistan, wo jeweils die zweite
Phase des inklusiven Wiederaufbaus eingeleitet wurde. In Pakistan wurden nach
der Flut mit insgesamt 722.493 Euro Dörfer und Schulen inklusiv und barrierefrei
wieder aufgebaut.
In Haiti wurden ca. 30 neue Projekte für
Menschen mit Behinderungen ins Leben
Die Gesamterträge der CBM Deutschland
sind auch im vergangenen Jahr gestiegen
und belaufen sich für das Berichtsjahr auf
62,1 Millionen Euro (inklusive Ernst-Christoffel-Haus in Nümbrecht). Als sehr erfolgreich erwies sich das 2009 gestartete Konzept „CBM-Kinderpatenschaft“. Im Jahr
2011 wurden 1.491 Patinnen und Paten
gewonnen, sodass sich die Zahl der Paten
auf 3.084 erhöht hat. Die meisten Patinnen
und Paten schlossen die CBM-Kinderpatenschaft telefonisch (615) oder über
Beilagen und Artikel im BlickKontakt ab
(617). Die Einnahmen aus der CBM-Kinderpatenschaft betrugen 575.256 Euro.
Dass die Gesamterträge trotz leichter
Rückgänge bei den Spendeneinnahmen
gewachsen sind, ist vor allem auf die Erträge aus der Kofinanzierung zurückzuführen, die von 4,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 5,9 Millionen Euro gestiegen sind.
Die Kofinanzierung war 2011 von Wachstum geprägt, vor allem dank neuer Kofinanzierungspartnerschaften, die eng von
der CBM begleitet werden (insbesondere
die Projektarbeit in der entwicklungsorientierten Not- und Übergangshilfe sowie
die Zusammenarbeit mit dem „Bündnis
Entwicklung hilft“). Im Jahr 2011 wurden
drei neue Anträge von der EU bewilligt
(Gaza, Sri Lanka und Swasiland). Mit dem
Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
setzte die CBM elf Projekte um.
Auch die Entwicklung bei den Erträgen
aus Nachlässen und Vermächtnissen hat
sich verbessert: Während im Jahr 2010
6,7 Millionen Euro (ohne Nümbrecht) aus
Nachlässen verbucht werden konnten,
waren es im Jahr 2011 7,3 Millionen Euro.
3
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:03 Seite 4
Erträge CBM Deutschland
2007 bis 2011
Projekten ab. Der deutsche Mitgliedsverein hat damit 61 Prozent zu den 59,4 Millionen Euro beigetragen, die die internationale Organisation Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V. 2011
für die Projektarbeit der CBM-Familie
vorgesehen hat. Davon flossen 44 Prozent
der Mittel in Projekte nach Afrika, etwa 31
Prozent nach Asien und 18 Prozent nach
Lateinamerika.
60.000.000
50.000.000
40.000.000
Bußgelder
Kofinanzierung
Sonstige
Vermächtnisse
Spenden
30.000.000
20.000.000
Anwaltschaftliche Arbeit
10.000.000
0
2007
2008
2009
Die Zahl der Legatefälle sank von 295
(2010) auf 281 (2011).
Spendenmarkt allgemein
Mit ihrem Spendenergebnis liegt die CBM
Deutschland leicht besser als der Gesamtmarkt, der sich nach Auskunft der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) verhaltener zeigte als im Jahr der Haiti-Katastrophe 2010. Im gesamten Markt wurden
2011 nach den Daten der GfK 4,3 Milliarden Euro gespendet. Das sind 264 Millionen Euro (-5,8 Prozent) weniger als 2010.
Auf dem Gesamtmarkt ist die Anzahl der
Spender rückläufig: 6,7 Millionen Personen aus dem Spendenmarkt, die nicht
mehr spenden, stehen im Jahr 2011 nur
4,1 Millionen Neuspender gegenüber. Die
Spender spenden laut GfK dafür aber im
Verlauf eines Jahres immer häufiger. Im
Jahr 2006 gab jeder Spender durchschnittlich fünf Mal, während 2011 jeder Spender bereits 6,7 Mal spendete.
2010
2011
jahreswerten von 42,9 Millionen Euro. Im
Vergleich zum Gesamtmarkt ist der Rückgang der Spenden damit bei der CBM weniger stark ausgeprägt.
Projektarbeit
Für die Auslandsarbeit insgesamt wurden
im Berichtsjahr 41,8 Millionen Euro aufgewendet – das sind 2,8 Millionen Euro
mehr als im Vorjahr. Damit wurden im
vergangenen Jahr 71,4 Prozent der Gesamtaufwendungen Bensheim für diesen
Bereich verwandt. Die Gesamtaufwendungen belaufen sich auf 58,5 Millionen
Euro. Im Berichtsjahr flossen aus den Mitteln von CBM Deutschland rund 36,4 Millionen Euro in die weltweite Arbeit in den
Der zweite Schwerpunkt des Vereins,
neben der Mittelaufbringung für die gemeinsame CBM-Überseearbeit, ist die Bewusstseinsbildung zum Thema Menschen
mit Behinderungen in Entwicklungsländern und die politische Lobbyarbeit in
Deutschland.
Um das Thema „Menschen mit Behinderung“ in der Gesellschaft für internationale
Zusammenarbeit (giz) – früher Gesellschaft für technische Zusammenarbeit
(gtz) – zu festigen, wurde Anfang Februar
2011 eine CBM-Mitarbeiterin zur giz entsandt. Diese Entsendung war bis Dezember 2011 befristet.
Öffentlichkeitsarbeit
Um die allgemeine Öffentlichkeit für das
Thema Menschen mit Behinderungen zu
sensibilisieren, beteiligte sich die CBM
Anteile Projektfinanzierung CBM-Vereine
2007 bis 2011
70.000.000
60.000.000
Die CBM konnte sich 2011 im schwierigen Spendenmarkt gut behaupten, hier ergibt der Saldo („verlorene Spender“ gegenüber den neu hinzugewonnenen SpenderInnen) nur einen leichten Rückgang um
ein Prozent (ca. 4.000 Personen) bei der
Anzahl der aktiven Spender. Die Einnahmen sanken auch weniger stark als im Gesamtmarkt: Bei der CBM liegen die Spendeneinnahmen in 2011 mit insgesamt 41,3
Millionen Euro nur leicht unter den Vor-
Andere
Irland
Neuseeland
Belgien*
USA
Schweiz
England
Italien
Kanada
Australien
Deutschland
50.000.000
40.000.000
30.000.000
20.000.000
10.000.000
0
2007
2008
*ausgetreten zum 1.1.2009
4
J A H R E S B E R I C H T 2011
2009
2010
2011
Foto: CBM/argum/Einberger
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:03 Seite 5
u. a. am Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden vom 1. bis zum
5. Juni 2011. Im Mittelpunkt der CBMAktivitäten stand die Aktion „Sei ein
Schutzengel!“, bei der Holzengel gegen
Spende an die Besucher verteilt wurden.
Mit verschiedenen Aktionen erreichte die
CBM insgesamt rund 60.000 Besucher auf
dem Kirchentag.
„Wir sind eine Milliarde“
Mit einer deutschlandweiten Plakatkampagne zu einer der Hauptaussagen des
Weltbehindertenreports der WHO machte
die CBM im Herbst 2011 die Bevölkerung
auf das Thema „Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern“ aufmerksam. Erstmals hatte sich die CBM bewusst
für ein Kampagnenmotiv entschieden, das
weniger der Spendergewinnung, sondern
mehr der Bewusstseinsbildung diente.
„Wir sind eine Milliarde“ lautete das Leitmotiv, das plakatiert wurde. Über der Unterzeile „Jeder fünfte Mensch in Entwicklungsländern ist behindert“ waren Fotos zu
sehen, die Menschen mit Körperbehinderungen in CBM-geförderten Projekten
zeigten. Begleitet wurde die Plakataktion
von Postwurfsendungen, einem Mailing
sowie Freianzeigen und Beilagen in Zeitungen und Zeitschriften.
jahr, da dieser Betrag als kurzfristige
Liquiditätsreserve für hohe, geplante Zahlungen für Projekte zu Beginn des Jahres
2012 eingestellt wurde. Aufgrund der
guten Einnahmen im Dezember konnte
dieser Betrag Mitte Januar wieder den längerfristigen Finanzanlagen zur Verfügung
gestellt werden.
verwalter übertragen. Seitdem wurde innerhalb der einzelnen Anlageklassen eine
ausgewogene Diversifikation sowohl auf
der Ebene der Wertpapiertypen (bei den
Anleihen) als auch der Branchen (bei den
Aktien) hergestellt.
Es befinden sich überwiegend (94,35 Prozent) in Euro denominierte Titel im Depot.
Im Berichtszeitraum wurde eine Performance von 2,65 Prozent erreicht.
Der Anteil der liquiden Mittel an der Bilanzsumme beträgt 26,3 Prozent. Aufgrund
dieser Mittel ist der Verein jederzeit in der
Lage, die Einnahmen- und Ausgabenströme im Laufe des Jahres 2012 flexibel
abzudecken. Die Vermögenslage des Vereins ist stabil. Die Bilanzsumme hat sich
insgesamt von 60,8 Millionen Euro auf
60,9 Millionen Euro erhöht. Das Eigenkapital entspricht einem Anteil von rund
36 Prozent der Bilanzsumme.
Verwaltungsdirektor wechselt
Da der bisherige Direktor für Verwaltung
und Finanzen zum 1. Juli 2012 in den internationalen Verein wechseln wird, ist
der Verein derzeit auf der Suche nach
einem geeigneten Nachfolger für diese
Position.
Finanz- und Vermögenslage
Der Bestand an Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen blieb im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert. Die
längerfristigen Finanzanlagen sind um
1,7 Millionen Euro niedriger als im Vor-
Die Entwicklung der Anlagewerte unterlag einer schwer vorhersehbaren „Bergund Talfahrt“: Die seit Juli 2011 heftigen
Auf- und Abbewegungen der Kapital- und
Aktienmärkte veränderten fast täglich die
Performance des eingesetzten Kapitals,
ein genereller oder stabiler Trend ist auch
bisher noch nicht erkennbar. Um diese
Entwicklung eng zu begleiten, wurde
schon ab Juli 2011 für alle Vermögensverwaltungsgesellschaften das reguläre
Reporting (normalerweise jeweils zum
Quartalsende eines Jahres) auf ein monatliches Berichtswesen (oft mit schriftlichen
Kurzberichten über die Markteinschätzung) umgestellt. Das Portfolio wurde per
2. Mai 2011 auf einen neuen Vermögens-
Foto: CBM/Telemans
Vermögensverwaltung
Die Gesamtertragslage der ChristoffelBlindenmission Deutschland e.V. hat sich
im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr
weiter verbessert. Die gegenüber dem Vorjahr geplanten höheren Ertragsziele konnten realisiert werden. Auf der Ausgabenseite wurden die Projektmittelzusagen an
die internationale Organisation CBM für
2011 durch Aufstockung der Zusagen
während des Jahres erhöht, für 2012
wurde eine entsprechende Mittelzusage
vereinbart.
5
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:03 Seite 6
Überwachung Risikoanalysematrix), um
den Erfolg des Projekts zu gewährleisten.
Entwicklung der Spenderbasis
Foto: CBM
Um die Spendeneinnahmen der Christoffel-Blindenmission auf dem derzeitigen
Niveau halten oder sogar steigern zu können, ist es notwendig, die Spenderbasis
möglichst breit aufzustellen: Vorhandene
Spender müssen gehalten und in ihrer Verbundenheit an den Verein gefördert sowie
neue Spender dazu gewonnen werden.
Nachtragsbericht
Weitere Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres 2011 sind über die bereits
dargestellten Entwicklungen hinaus nicht
eingetreten, insbesondere keine solchen,
die für den Verein von wesentlicher Bedeutung sind oder zu einer veränderten
Beurteilung der Lage des Vereins führen
könnten.
Chancen und Risiken:
Die Direktion informierte sich regelmäßig
über mögliche Chancen und Risiken während der laufenden Geschäftstätigkeit in
den Direktionssitzungen, um wichtige
strategische Geschäftsentscheidungen zu
treffen. Sämtliche Geschäftsrisiken sind in
einer standardisierten Gesamtrisikoliste
aufgenommen, in ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Schadensauswirkung bewertet und klassifiziert und
werden regelmäßig aktualisiert. Der Missionsrat wird über die wichtigsten Risiken,
über Veränderungen in dieser Liste und
über getroffene Maßnahmen bzw. Pläne,
wie neu identifizierte Risiken minimiert
werden können, informiert.
der beauftragten Firma GOB fand eine gemeinsame Klausurtagung statt. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wurden
ein Spezifikationsdokument und ein Testhandbuch erstellt.
Nach der Erstellung eines Testplans, Installation der Lizenzsoftware und einer
Schulung der Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung wurden 2011 wie geplant die
Daten in das neue System migriert. Der
Echtstart der Finanz- und Anlagenbuchhaltung erfolgte im Januar 2012. Die Umstellung auf das neue System für alle Bereiche von CBM Deutschland ist für Frühjahr/Sommer 2013 geplant.
Ein mögliches Risiko für das Projekt besteht darin, dass es zu Zeitverzögerungen,
Budgetüberschreitungen oder Ressourcenengpässen kommen könnte. Die Direktion hat daher Gegenmaßnahmen ergriffen (u. a. Steuerung der Prioritäten,
Das Projekt zur Einführung einer neuen
Datenbank wird für den Verein von entscheidender Bedeutung sein: Nach mehrtägigen Workshops mit den Spezialisten
der jeweiligen Fachgebiete der CBM-Projektgruppe und Softwareprogrammierern
6
J A H R E S B E R I C H T 2011
Foto: CBM/Hartung
Neue Datenbank
Damit dies gelingt, ist nicht nur die fristgerechte Umsetzung der neuen Datenbank
bedeutsam (zielgruppengerechte, differenzierte Ansprache innerhalb der Bestandsspender), sondern auch eine erfolgreiche
Gewinnung neuer Spender. Nachdem das
bisher angesprochene Segment zu einem
hohen Prozentsatz ausgeschöpft ist, müssen vermehrt Anstrengungen unternommen werden, neue Segmente mit Neuspendermaßnahmen zu erreichen und für
die CBM zu gewinnen.
Mitarbeiterzufriedenheit
Eine zufriedene und hoch motivierte Mitarbeiterschaft ist der Schlüssel zu jedem
Unternehmenserfolg. Ein solch positives
Ergebnis zeigen auch die bisherigen Mitarbeiterumfragen, die alle zwei Jahre bei
der CBM durchgeführt werden. Um dies
auch in Zukunft weiter fortzusetzen, steht
die Direktion in engem Austausch mit der
Mitarbeitervertretung in der Umsetzung
und dem Abschluss von Dienstvereinba-
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:03 Seite 7
Das Mandat der CBM
2011
rungen, der Implementierung und Förderung von hausinternen Ressourcen (u. a.
Übernahme von Auszubildenden oder Studenten der Dualen Hochschule) sowie der
Führung von regelmäßigen Zielvereinbarungs- und Feedbackgesprächen.
Prognosebericht:
Der Ausblick auf die gesamte Einnahmeentwicklung bleibt weiterhin unsicher,
dennoch gehen wir davon aus, dass die
Ziele, die sich der Verein gesetzt hat, erreichbar sind. CBM Deutschland sieht
weiterhin gute Wachstumsmöglichkeiten,
insbesondere, wenn es uns gelingt, unseren Spenderinnen und Spendern die Situation von Menschen mit Behinderungen
noch näherzubringen.
Strategieprozess 2012 bis 2016
Der Strategieprozess 2012 bis 2016 war
während des Geschäftsjahres 2011 in vollem Gange und wurde Anfang 2012 abgeschlossen. Nach mehrtägigen Workshops,
Analysen und der Formulierung der Ziele
wurde ein entsprechendes Dokument fertiggestellt, das auf der Missionsratssitzung
im März 2012 verabschiedet wurde.
Eng mit der Gesamtstrategie verknüpft ist
der integrierte Fundraising- und Kommunikationsplan 2012, der in zwei Sitzungen
mit den Referatsleitern des Kommunikationsbereiches erstellt wurde. Die Planungsund Steuerungskapazität für die Einnahmeseite des Vereins konnte damit weiter
professionalisiert werden: In dem umfassenden Fundraising- und Kommunikationsplan haben alle Wachstumsbereiche
des Vereins ihre Zielsetzungen und Maßnahmen aufeinander abgestimmt. Damit
ergibt sich eine noch zielgerichtetere, effektive Vorgehensweise. Außerdem wird
die Verzahnung der Aktivitäten gegenüber
Multiplikatoren und bei wichtigen Großereignissen (z. B. Kirchentag) sichergestellt.
Durch das starke Wachstum des Bereichs
Kofinanzierung und der damit verbundenen Vielzahl an neuen Projekten müssen
2012 in diesem Bereich voraussichtlich
weitere Ressourcen für die Implementie-
rung geschaffen werden, um die Grundlage für solide Projektarbeit und weiteres
Wachstum aufzubauen.
Insbesondere wird auf EU-Ebene zurzeit
das neue „Multiannual Financial Framework (MFF)“ diskutiert, das die förderpolitischen Rahmenbedingungen der EU ab
2014 wesentlich bestimmen wird. CBM
Deutschland beteiligt sich an diesem Prozess im Rahmen der Mitarbeit in der Concord-Arbeitsgruppe „Financing Development & Relief (FDR)“.
Projektarbeit
CBM Deutschland wird sich auch im Jahr
2012 verstärkt in die gemeinsame Auslandsarbeit der internationalen Organisation einbringen, durch programmatischen
Input, konkrete Mitarbeit bei der Planung
von Projekten, der Auswahl für den Verein
strategisch wichtiger Schlüsselprojekte
und einer vorsichtigen Zusage an budgeterhöhenden Maßnahmen an die internationale Organisation im laufenden Jahr
(siehe auch Seite 33).
Bensheim, 30. März 2012
Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.
Reinhold Behr
Dr. Rainer Brockhaus
– Direktion –
Den Kreislauf aus Armut und Behinderung in den ärmsten Regionen der Erde
zu durchbrechen und die Lebensqualität
von Menschen mit Behinderungen zu
verbessern – das ist das große, übergeordnete Ziel unserer Arbeit.
Unter anderem setzten wir uns ein für:
Menschen mit Sehschädigung
Menschen mit Hörbehinderung
Menschen mit Körperbehinderung
Menschen mit geistiger Behinderung.
Um diese Arbeit leisten zu können, sind
wir auf Unterstützung durch Spenderinnen und Spender angewiesen, denn der
überwiegende Anteil der Projektarbeit
wird aus privaten Spenden finanziert.
Unser Mandat
Verbesserung der
Lebensqualität von
Menschen
mit Behinderungen
in Entwicklungsländern
Spender
Empfänger
Grundlage unserer Arbeit sind die UNKonvention für Menschen mit Behinderungen und die UN-Millenniumsziele
(u.a. Armutsbekämpfung, Schulbildung,
Gesundheitsversorgung) – insbesondere
unter dem Prinzip der Inklusion: Gleiche
Rechte und Chancen für alle Menschen –
und das von Anfang an.
Strategischer Rahmen
Millenniumentwicklungsziele
cbm
UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen
Inklusion
7
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:03 Seite 8
CBM-Arbeit weltweit
Bilanz der Hilfe
CBM UK
in Cambridge
5,8 %
3.481.391 Euro
CBM Irland
in Monaghan
1,2 %
700.124 Euro
CBM Kanada
in Stouffville
2,7 %
1.610.192 Euro
CBM Deutschland
in Bensheim/Potsdam
61,8 %
36.823.111 Euro
Deutschland
Bensheim
CBM Schweiz
in Zürich
6,6 %
3.901.468 Euro
CBM USA
in Greenville
1,4 %
840.239 Euro
Projektausgaben
Überregional
6,8 %
4.031.772 Euro
Mittelherkunft
CBM e.V. und andere
0,6 %
373.258 Euro
CBM Italien
in Mailand
3,9 %
2.347.683 Euro
Togo
Lomé
Ke
Nairobi
Ecuador
Quito
Mittel- und
Südamerika
18,3 %
10.885.138 Euro
Afrika
43,7 %
25.971.725 Euro
Südafrika
Kapstadt
Herkunft der Spenden?
Wo hilft die CBM?
Projektausgaben
Länder CBM-Mitgliedsvereine
Länder, in denen die CBM
Projekte fördert.
Land Prozent der Gesamtausgaben der internationalen CBM-Familie;
Betrag in Euro (inkl. Gehälter Mitarbeiter etc.)
Das Mandat der CBM
... in den Projektländern
Den Kreislauf aus Armut und Behinderungen zu durchbrechen und die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu verbessern – das ist das
große Ziel, das sich die Christoffel-Blindenmission (CBM) gesteckt hat.
Seit mehr als 100 Jahren setzt sich die
CBM dafür ein, Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Gebieten der
8
J A H R E S B E R I C H T 2011
Erde mit medizinischer Hilfe, Rehabilitation und Bildung ein selbstbestimmtes Leben als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft zu ermöglichen.
Für diesen Zweck sammeln mittlerweile
elf Mitgliedsvereine Spenden, mit denen
im vergangenen Jahr 749 Projekte in 81
Ländern gefördert wurden. Die Heilung
und Verhütung von vermeidbarer Blind-
heit wie z.B. Grauem Star ist nach wie
vor eine der Hauptaufgaben der CBM,
doch gleichermaßen werden gehörlose,
körperbehinderte oder anders beeinträchtigte Menschen unterstützt.
Wir setzen uns außerdem für eine inklusive Welt ein, in der Menschen mit
Behinderungen die gleichen Chancen
und Rechte haben wie alle anderen.
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 9
CBM
2011
Im Jahr 2011 förderte die internationale
CBM-Familie mit ihren Mitgliedsvereinen
in Australien, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Kenia, Neuseeland, der Schweiz, Südafrika und den
USA die 749 Projekte mit 59,6 Millionen
Euro.
Der deutsche Mitgliedsverein steuerte
dazu 36,8 Millionen Euro bei.
d
dam
Europa
0,1 %
40.000 Euro
Asien
31,1 %
18.436.723 Euro
ro
;
tc.)
36.138.739 Menschen in Entwicklungsländern erhielten umfassende Hilfe.
Diesen Menschen half die CBM 2011*
Indien
Bangalore (2)
34.525.204 Blinde und sehbehinderte Menschen
Philippinen
Manila
Thailand
Bangkok
732.614 Körperbehinderte Menschen
631.233 Menschen mit Hörbeh.
67.634 Menschen in psych. Betreuung
39.228 Menschen m. psych. Behinderung
Kenia
Nairobi (2)
29.471 Menschen mit Epilepsie
27.969 Menschen m. frühkindl. Hirnschädigung
25.642 Geistig behinderte Menschen
22.706 Andere
19.055 Mehrfach behinderte Menschen
CBM Australien
in Melbourne
14,9 %
8.878.248 Euro
7.781 Menschen mit Lernbehinderungen
5.444 Menschen mit frühkindlichen
Entwicklungsstörungen
4.161 Taubblinde Menschen
597 Menschen mit Autismus
CBM Neuseeland
in Newmarket
1,1 %
630.470 Euro
Mittelherkunft
Sitz der Regionalbüros
CBM-Vereine und Sitz,
Zuwendungen an internationale
Organisation CBM für Projekte in Prozent; Betrag in Euro
Ausgaben 2011 nach Arbeitsbereichen
Behinderungsübergreifende
Programme
20.769.470 €
34,5%
35%
Andere Beh.
2.234.510 €
3,8%
Mehrfach Beh.
995.352 €
1,7%
Taubblindheit
526.020 €
0,9%
Blindheit und Sehbehinderung
20.486.287 €
10,1%
Hörbehinderung
6.008.738 €
10,2%
Körperbehinderung
6.084.203 €
Geistige Beh.
762.176 €
1,3%
Psychosoziale Beeinträchtigung
1.498.601 €
2,5%
*medizinische Hilfe, Rehabilitation, Bildung
... in Deutschland
Die Arbeit der CBM in Entwicklungsländern ist nur ein Teil ihres satzungsgemäßen Mandats: Die CBM will mit ihren Kooperationspartnern auch in Deutschland
das Bewusstsein für die Situation von
Menschen mit Behinderungen schärfen.
Gegenüber dem Staat, den Medien und
der breiten Öffentlichkeit versteht sich die
CBM als Interessenvertreterin von behinderten Menschen in Entwicklungsländern
und setzt sich für die Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention ein.
... als Fachorganisation
Die CBM engagiert sich fach- und projektbezogen für medizinische, rehabilitative
und soziale Belange behinderter Menschen. Dazu gehört auch die Aus- und
Weiterbildung von Fachpersonal in Entwicklungsländern.
9
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Projektpartner und Ausgaben von CBM Deutschland
Top-5-Projekte
nach Ausgaben CBM Deutschland
im Jahr 2011/ Euro:
EREC-P
1.403.263
CoRSU
1.034.811
COM
Foto: CBM
Welche Projekte unterstützte
die Christoffel-Blindenmission
Deutschland im Jahr 2011?
Die Top-5-Projekte – gemessen
an den Ausgaben des deutschen Vereins – stellen wir
Ihnen hier vor:
Foto: CBM
Die wichtigsten Projekte 2011/12
EREC-P
Biratnagar/Lahan, Nepal
CoRSU
Kampala, Uganda
Partner: Nepal Netra Jyoti Sangh
(Projekt: Eastern Regional Eye Care
Programme)
Land: Nepal
CBM-gefördert seit: 1982
Bereich: Sehbehinderungen
Projekt: Neubau Augenklinik, Ausstattung mit medizinischen Geräten.
Partner: Comprehensive Rehabilitation Services for Uganda (CoRSU)
Land: Uganda
CBM-gefördert seit: 2005
Bereich: Körperbehinderungen
Projekt: orthopädische und plastische Chirurgie, gemeindenahe Rehabilitation, orthopädische Werkstatt
Förderung CBM-D: 1.403.263 Euro
Förderung CBM-D: 1.034.811 Euro
Die Augenkliniken in Lahan und Biratnagar gehören zu den größten der
Welt: Circa 90.000 Augenoperationen
werden im Jahr durchgeführt. Ende
2011 wurde die neu gebaute Klinik in
Biratnagar eingeweiht. Bis zu 1.500
Patienten werden nun täglich versorgt.
Die CoRSU-Klinik bietet umfassende
Rehabilitation für Menschen mit körperlichen Behinderungen aus ganz
Uganda, dem Sudan und der Dem.
Rep. Kongo. Seit Eröffnung der Klinik
im Jahr 2009 wurden bereits über
9.000 Menschen operiert.
844.100
EDHH
718.296
Early Intervention
621.415
corsu
erec
www.cbm.de/
www.cbm.de/
Projektausgaben CBM Deutschland pro Land/Euro*:
1. Asien
Afghanistan
Bangladesch
China
Gaza
Indien
Indonesien
Jemen
Jordanien
Kambodscha
Laos
Libanon
Mongolei
Myanmar (Burma)
Nepal
Osttimor
Pakistan
Philippinen
Sri Lanka
10
2011
EUR
2010
EUR
138.396,92
158.595,21
138.545,41
517.493,18
1.895.363,12
487.344,86
34.688,66
119.951,78
94.820,58
16.636,48
0,00
0,00
46.319,07
1.418.247,15
118.429,10
1.174.464,11
1.123.429,59
408.975,74
273.300,86
101.197,94
336.886,45
406.875,45
1.648.039,95
337.973,61
46.881,88
143.952,76
123.700,65
57.585,91
15.000,00
3.884,70
90.077,78
1.694.647,29
95.521,14
1.682.852,18
854.141,84
176.308,13
J A H R E S B E R I C H T 2011
Syrien
Tadschikistan
Thailand
Vietnam
Westjordanland
Asien Überregional
Gesamt:
2. Afrika
Angola
Ägypten
Äthiopien
Burkina Faso
Burundi
Dem. Rep. Kongo
Dschibuti
Elfenbeinküste
14.035,02
36.457,30
176.160,54
81.275,95
111.888,82
2.037.119,40
0,00
36.070,23
104.294,48
19.466,80
135.974,02
2.722.589,79
10.347.637,99
11.107.223,84
2011
EUR
2010
EUR
15.593,00
237.836,01
364.577,81
62.666,02
122.390,93
2.212.755,07
17.436,00
20.321,89
21.853,00
119.856,08
298.362,11
74.086,43
33.620,20
1.797.256,83
0,00
149.541,17
Ghana
Guinea-Bissau
Kamerun
Kenia
Lesotho
Liberia
Madagaskar
Malawi
Marokko
Niger
Nigeria
Ruanda
Sambia
Sierra Leone
Simbabwe
Sudan
Südsudan
Südafrika
Swasiland
Tansania
Togo
Tschad
113.596,21
48.726,46
59.021,76
1.053.079,66
42.887,00
21.888,38
178.538,33
809.434,52
8.794,53
57.410,50
466.813,66
128.796,28
856.675,87
104.616,00
190.776,57
234.322,33
83.579,45
120.943,71
45.948,78
1.960.950,29
1.001.680,78
6.818,12
56.221,70
76.762,84
4.573,00
1.187.862,84
30.056,63
33.355,51
327.911,97
297.852,81
8.684,88
0,00
822.269,53
50.310,93
873.618,46
106.646,61
188.954,21
313.126,82
0,00
135.963,31
0,00
2.493.826,43
110.094,86
6.431,64
*Die Projektausgaben weichen grundsätzlich von den Projektaufwendungen in der Aufwands- und Ertragsrechnung ab. In den Projektausgaben sind zum größten Teil Mittelabflüsse aus den Projektrückstellungen zum 31.12.2010 enthalten. Die Projektaufwendungen
enthalten zum größten Teil Zuführungen zu den Projektrückstellungen per 31.12.2011 aus dem genehmigten Projektbudget 2012.
Foto: CBM
Foto: CBM/Daniel Hayduk
Foto: CCBRT/Dieter Telemans
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 11
COM
Masina, DR Kongo
EDHH
Togo, Niger, Burkina Faso
Early Intervention
Tansania & Kenia
Partner: ONGD Action Vision
AV / CBM (Projekt: Centre Ophtalmologique de Masina)
Land: Demokratische Republik Kongo
CBM-gefördert seit: 2006
Bereich: Sehbehinderungen
Projekt: Blindheitsverhütung, medizinische Hilfe, Training von Personal
Partner: Netzwerk mehrerer Partner
(Projekt: Empowerment Programme
for Deaf and Hard of Hearing Persons)
Land: Togo, Niger, Burkina Faso
CBM-gefördert seit: 2011
Bereich: Hörbehinderungen
Projekt: anwaltschaftl. Arbeit, Trainingsangebote, Inklusion
Partner: Gemeinschaftsprojekt von
CCBRT und APDK Kenia (Projekt: Prevention & Early Intervention Tanzania)
Land: Tansania / Kenia
CBM-gefördert seit: 2010
Bereich: diverse Behinderungen
Projekt: Prävention, Frühintervention,
Mütter- und Neugeborenenpflege
Förderung CBM-D: 844.100 Euro
Förderung CBM-D: 718.296 Euro
Förderung CBM-D: 621.415 Euro
Über 10.000 Patienten aus der DR
Kongo und Nachbarländern besuchten allein im ersten Betriebsjahr 2010
die neugebaute Augenklinik und bekamen Hilfe. Außerdem wird in der
Klinik Fachpersonal ausgebildet, z.B.
Augenärzte und Kataraktchirurgen.
Menschen mit Hörbehinderungen finden in Togo, Niger und in Burkina
Faso oft keine Arbeitsstelle. Deshalb
erhalten sie Berufs- und Weiterbildung. Zudem wird ihre Inklusion in
die lokale Arbeitswelt durch anwaltschaftliche Arbeit gefördert.
Die medizinische Versorgung von
Müttern und Neugeborenen wird verbessert durch Frühförderzentren und
den Bau des „Baobab Maternity Hospitals“. So können viele Behinderungen vermieden werden durch Prävention und Früherkennung.
Uganda
1.400.384,96
Zent. Afrik. Republik
49.589,13
Afrika Überregional 3.197.168,40
Gesamt:
3. Mittel- und
Südamerika
Argentinien
Belize
Bolivien
Brasilien
Chile
Dom. Republik
Ecuador
El Salvador
Guatemala
Guyana
Haiti
15.295.998,41
early-kenia
edhh
com
www.cbm.de/
www.cbm.de/
820.281,34
15.252,85
2.975.884,35
13.430.519,34
2011
EUR
2010
EUR
8.973,32
8.309,22
738.108,01
155.148,66
54.132,37
152.288,74
283.889,50
98.842,38
636.869,22
0,00
2.490.959,32
28.631,70
14.784,94
700.435,49
169.546,24
39.769,32
105.122,90
228.289,37
72.580,67
115.863,91
2.850,60
1.278.954,98
www.cbm.de/
Honduras
Jamaika
Kolumbien
Kuba
Mexiko
Nicaragua
Paraguay
Peru
Uruguay
Venezuela
Lateinam. Überreg.
107.978,43
64.514,69
72.849,85
118.287,69
746.693,20
226.561,77
112.774,12
246.640,16
0,00
0,00
1.198.502,90
74.912,16
144.985,45
66.199,84
11.290,00
663.567,70
130.047,28
134.693,61
254.226,46
7.913,23
11.533,08
1.240.449,66
Gesamt:
7.522.323,55
5.496.648,59
5. Europa
2011
EUR
2010
EUR
Bosnien-Herzegowina
Ukraine
Europa Überregional
0,00
40.000,00
0,00
22.973,77
40.000,00
28.392,35
Gesamt:
40.000,00
91.366,12
3.038.731,12
2.035.042,96
36.397.792,12
32.582.813,50
425.318,88
15.688,50
36.823.111,00
32.598.502,00
Überregionale
Arbeit:
Insgesamt EUR:
4. Australische
Inseln
2011
EUR
2010
EUR
Fidschi-Inseln
Papua-Neuguinea
14.976,81
138.124,24
49.835,77
372.176,88
Gesamt:
153.101,05
422.012,65
An internationale
Organisation
zugewendet,
aber noch nicht
abgeflossen:
Summe
Zuwendungen:
11
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 12
CBM setzt sich für blinde und sehbehinderte Menschen ein
Foto: CBM/Hartung
Hilfe im entlegensten Winkel
Nach der Operation am Grauen Star hat Jeneth neuen Lebensmut gewonnen.
Zehn Jahre lang war Jeneth aus Tansania vollkommen blind
durch Grauen Star. Immerzu war sie auf fremde Hilfe angewiesen und verlor zunehmend die Freude am Leben. Doch
dann wurde die 85-Jährige im Kilimandscharo-Krankenhaus in
Tansania erfolgreich an den Augen operiert. Endlich kann sie
wieder sehen! Voll neuem Lebensmut beginnt Jeneth jetzt ein
selbstständiges Leben.
Operationen am Grauen Star, Sehhilfen
oder Antibiotika gegen Trachom – all das
schenkt Menschen wie Jeneth Gesundheit,
Selbstständigkeit und neuen Lebensmut.
Klinikeröffnung in Nepal
Um so wichtiger ist es, dass die Hilfe auch
in den entlegensten Regionen ankommt.
Aus diesem Grund wurde in Nepal eine
12
J A H R E S B E R I C H T 2011
neue Klinik erbaut: das Biratnagar Eye
Hospital. Nach nur drei Jahren Bauzeit
konnte es im November 2011 eröffnet
werden. Im Verbund mit der Klinik im
120 Kilometer entfernten Lahan zählt das
Biratnagar Eye Hospital zu den größten
Augenhospitälern der Welt. Jährlich finden in den beiden Kliniken nun insgesamt
90.000 Augenoperationen statt. 5,2 Millionen Euro kostete der Klinikbau. Finan-
ziert wurde er durch Zuwendungen der
Europäischen Union, der Standard Chartered Bank sowie aus Eigenmitteln, die in
der Klinik in Lahan erwirtschaftet wurden.
Aber es waren CBM-Spender, die erheblich zum Bauvorhaben beitrugen.
Neue Klinik in Madagaskar
In Madagaskar wurde 2011 ebenfalls eine
neue Augenklinik eröffnet: Die FLM
Salva Eye Clinic Dr. Johannes Borggrefe.
Das Hospital wurde nach dem Würzburger Augenarzt Dr. Borggrefe benannt, der
zusammen mit der CBM das Klinikprojekt
ins Leben rief. Gemeinsam mit Familie,
Freunden und Bekannten sammelte
Dr. Borggrefe Spenden. Der Bau der mit
24 Betten ausgestatteten Klinik kostete
150.246 Euro. Hinzu kamen weitere
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 13
CBM in Zahlen
2011
Von den vernachlässigten Tropenkrankheiten (engl. neglected tropical diseases –
NTD) sind vor allem die ärmsten Bevölkerungsgruppen betroffen. Für die NTD
standen in der Vergangenheit kaum Gelder zur Verfügung, um neue Medikamente
zu entwickeln oder existierende Behandlungsmöglichkeiten umzusetzen.
Aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in der Bekämpfung von Trachom und
Onchozerkose ist die CBM nun als Fachberater gefragt. In Ländern wie Burundi
und der Demokratischen Republik Kongo,
wo NTD verstärkt auftreten, führt die
CBM selbst Vorsorgeprogramme und
Massenverteilungen von präventiven Me-
593.665
13.981
43.100
34.603
Darüber hinaus wurden Medikamente
und Sehhilfen verteilt, zum Beispiel:
OnchozerkoseBehandlungen
Trachombehandlungen
Vitamin-A-Ausgaben
Brillen
15.129.162
3.124.853
1.433.321
853.689
Schwankungen bei OP-Zahlen
Im Jahr 2011 wurden 50.372 Patienten
weniger als im Vorjahr am Grauen Star
operiert. Grund für diese Statistikschwankung ist zum einen die stärkere Betonung
des CBM-Mandats in den Bereichen CBR
und Ausbildung. Zum anderen wurde der
Bereich Kapazitätsentwicklung stärker
gefördert, wodurch nachhaltige Strukturen
geschaffen werden, die mittel- bis langfristig zu erhöhten Behandlungszahlen
führen werden. Nicht unerheblich ist auch
der Anteil der bisher geförderten Projekte,
die in die Selbstständigkeit entlassen wurden, da sie sich nun selbst tragen können.
Katarakt-Operationen (kumuliert) 1966 bis 2011
11.000.000
10.732.374
10.000.000
10.138.709
9.000.000
8.000.000
7.000.000
Rehabilitative Betreuung sowie schulische Bildung erhielten insgesamt 75.549
Menschen mit Sehbehinderung.
Medizinisch versorgte
Augenpatienten
2007 bis 2011
35 Mio.
30 Mio.
25 Mio.
20 Mio.
15 Mio.
10 Mio.
5 Mio.
34.449.655 *
Tropenkrankheiten im Fokus
Die Erreger der Flussblindheit (Onchozerkose) werden über einen Stich der blutsaugenden Simulium-Fliege übertragen.
Im Körper entwickeln sich die Larven zu
geschlechtsreifen Würmern, wandern bis
ins Auge und zerstören Hornhaut, Netzhaut und Sehnerv. Unbehandelt erblinden
die Betroffenen.
Grauer Star
davon Kinder
Trachom
Glaukom
23.747.838
Der Halbzeitbericht von 2010 ließ bereits
einen äußerst positiven Trend erkennen,
der auch im Jahr 2011 ungebrochen blieb.
Trotzdem sind weltweit rund 39 Millionen
Menschen blind.
In 326 Projekten erhielten insgesamt
34.449.655 Augenkranke medizinische
Hilfe – 45 Prozent mehr Menschen als im
Jahr 2010. 844.674 Operationen konnten durchgeführt werden, unter anderem mit folgenden Indikationen:
22.417.661
„VISION 2020“ ist eine im Jahr 2000
gegründete Initiative, die sich zum Ziel
gesetzt hat, alle vermeidbare Blindheit bis
zum Jahr 2020 zu überwinden. Die CBM
unterstützt die weltweite Kampagne, die
unter der Federführung der WHO steht.
Bei der bakteriellen Infektion Trachom
bilden sich Narben an der Innenseite des
Augenlids, die sich zusammenziehen.
Dadurch stülpt sich der Lidrand nach
innen, sodass die abgebrochenen Wimpern
das Auge zerkratzen. Durch Narbenbildung auf der Hornhaut wird die Sehkraft
immer stärker beeinträchtigt. Unbehandelt
führt Trachom zur Erblindung.
Sehbehinderungen
15.498.702
VISION 2020 – positiver Trend
dikamenten wie z.B. Zithromax gegen die
Augenkrankheit Trachom durch.
20.499.300
37.000 Euro für medizinische Geräte und
deren Transport. Die Klinik versorgt nun
ein Gebiet mit 2,8 Millionen Menschen.
2007
2008
2009
2010
2011
0
*Die erhöhte Anzahl von Augenpatienten ist
vor allem auf eine Steigerung der Onchozerkose-Behandlungen in der Demokratischen Republik Kongo und in Nigeria zurückzuführen.
6.842.636
6.000.000
5.000.000
4.000.000
2.715.057
3.000.000
2.000.000
1.000.000
934.790
143.110
0
1966 1970
1975
1980
1985
1990
1995
2000
2005
2010 2011
13
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 14
CBM macht sich stark für Menschen mit Hörbehinderungen
Foto: CBM
Wir schenken Gehör
Joseph kann bald wieder hören – dank zweier Hörgeräte. Dafür werden Otoplastiken,
Abdrücke seines Innenohrs, aus Silikonmaterial erstellt.
Joseph ist ein cleverer Junge, doch er hat Probleme in der
Schule. Aufgrund einer starken Schwerhörigkeit kriegt er nicht
genug vom Unterricht mit. Trotz unbekannter Ursache der Hörbehinderung kein aussichtsloser Fall: Joseph benötigt Hörgeräte. Im „Beit CURE Children’s Hospital“ in Sambia werden
seine Ohren im neuen Audiolabor untersucht, die Ohrpassform
abgenommen und Hörgeräte angefertigt. Voilà: Joseph hört!
Was so einfach klingt, ist in Wahrheit viel
aufwändiger. In Entwicklungsländern sind
Ohrenärzte vielerorts rar.
Die HNO-Abteilung im „Beit CURE Children’s Hospital“ ist beispielsweise das einzige Vollzeitangebot für Ohrengesundheit
in ganz Sambia – einem Land mit 13,1
Millionen Einwohnern! Vielen Betroffenen ist nicht einmal bewusst, dass es Hilfe
für Ohrenkrankheiten gibt. Und selbst
wenn: Die meisten könnten sich eine Be14
J A H R E S B E R I C H T 2011
handlung oder Hörgeräte nicht leisten.
Das Einkommen reicht doch bei vielen gerade so zum Überleben. So bedingen sich
Armut und Behinderungen gegenseitig.
Früherkennung verstärken
Die WHO schätzt, dass 50 Prozent aller
Menschen mit Hörbehinderungen nicht
gehörlos oder hörbeeinträchtigt sein müssten, wenn ihnen rechtzeitig geholfen
würde. Die Früherkennung von Ohren-
krankheiten ist demnach extrem wichtig,
um zu helfen, bevor es zu spät ist. Joseph
wurde bei einer Reihenuntersuchung in
Schulen entdeckt, die das CBM-geförderte
Krankenhaus in Sambia regelmäßig
durchführt. Die deutsche CBM-Ärztin
Dr. Uta Fröschl berichtet über zukünftige
Pläne: „Wir sind in Gesprächen mit der
Regierung, dass alle Schulanfänger einen
Eingangshörtest bekommen. So könnten
wir gehörlose Kinder zeitiger finden und
ihnen helfen.“
Vielfältige Hilfe vor Ort
Vor Ort hilft die CBM hörbehinderten
Menschen durch anwaltschaftliche Arbeit,
mit medizinischem Fachwissen, durch den
Bau von Krankenhäusern, Früherkennungsuntersuchungen, Ausbildung von
Fachkräften und Bewusstseinsbildung.
Auch dauerhaft hörbehinderte Menschen
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 15
CBM in Zahlen
2011
2011 unterstützte die CBM 50 HNO-Kliniken, -abteilungen, Trainingszentren und
Vorsorgeprogramme, 20 mehr als im Vorjahr. Außerdem konnte wesentlich mehr
Personal geschult werden: 480 HNOÄrzte, Pfleger, Audiologen und Techniker
nahmen an Fortbildungen teil.
Medizinische Behandlung
Insgesamt wurden 2.617 größere und
1.216 kleinere Operationen am Mittelohr,
1.507 andere Ohrenoperationen und 9.543
OPs im restlichen HNO-Bereich vorgenommen. Unbehandelte Mittelohrentzündungen sind auch weiterhin die häufigste
Ursache für teilweisen/ kompletten Hörverlust – durch eine Perforation des Trommelfells bei chronischem Auftreten. Im
Jahr 2011 verteilten CBM-geförderte Projekte 53.843 mal Medikamente gegen Mittelohrentzündung.
Hörgeräte helfen hören
16.114 Hörgeräte wurden 2011 an Menschen mit Hörbehinderungen ausgegeben –
zwei davon gingen an Joseph. Außerdem
Ohrenoperationen
2007 bis 2011
Hörbehinderungen
stellten CBM-geförderte Projekte 5.859
Otoplastiken, also Ohrinnenabdrücke, her.
Insgesamt 573.947 Menschen mit Hörbehinderungen wurden 2011 in CBMgeförderten Projekten medizinisch versorgt:
Weltkongress der Gehörlosen
In Durban/Südafrika kamen im Juli 2011
gehörlose Menschen aus der ganzen Welt
für den 16. Weltkongress der Gehörlosen
zusammen. Die CBM war zum ersten Mal
dabei. Mit einem Stand präsentierte sie
ihre internationale Arbeit. Dank der CBM
konnten auch sieben Personen aus Entwicklungsländern (gehörlose Lehrer und
Aktivisten von lokalen Interessenverbänden) teilnehmen.
Ohrenoperationen
Medikamente
Hörtests
Hörgeräte
(Ausgabe, Reparatur)
14.883
104.865
81.581
16.114
57.286 gehörlose und hörbehinderte
Menschen erhielten Rehabilitation oder
eine Schulbildung.
Joe Morrissey, Lehrer für hörbehinderte
Menschen in Ostafrika, erzählt vom Kongress: „Die Bedürfnisse von gehörlosen
Menschen in Afrika sind ziemlich elementar. Auf dem Kongress haben wir die
Chance, andere daran zu erinnern, dass es
in ärmeren Teilen der Welt beispielsweise
keine Basisliteratur für gehörlose Menschen gibt. Es ist herausfordernd, die Gebärdensprache überhaupt zu entwickeln
oder Bildung zu ermöglichen.“
65 HNO-Ärzte sowie 415 Pfleger, Audiologen und Techniker mit HNO-Schwerpunkt nahmen an Fortbildungen in CBMgeförderten Projekten teil.
„CBM“ in Gebärdensprache: Eine Hand
umrundet die Faust der anderen Hand als
Zeichen für Einheit und Unterstützung.
Langfristiges Ziel
Bis zum Jahr 2030 soll jegliche vermeidbare Gehörlosigkeit überwunden werden.
Die in Zusammenarbeit mit WHO, der
CBM und anderen Organisationen gegründete „Society for Sound Hearing“
verfolgt dieses Ziel mit der Initiative
„Sound Hearing 2030“.
Foto: CBM
bekommen Unterstützung durch geeignete
Schulen, Trainings in Orientierung und
Mobilität oder Weiterbildungsangebote.
2011 wurde beispielsweise rund 18.500
Menschen die Gebärdensprache vermittelt. CBM-Partner bieten auch Selbsthilfegruppen an, z. B. für Eltern von Kindern
mit Hörbehinderungen. Viele lernen so
zum ersten Mal andere Betroffene kennen.
Medizinisch versorgte
Ohrenpatienten 2007 bis 2011
111.900
464.585*
480.543
533.362
573.947
2009
14.883
2008
9.570
9.541
2007
9.535
4.282
* Der deutliche Anstieg
2010
2011
2007
2008
2009
2010
2011
der Patientenzahl ist u.a.
darauf zurückzuführen,
dass ab 2008 kurze Gesundheits-Checks in die
Berechnung einbezogen
wurden.
15
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 16
Körperliche Behinderungen
Foto: CBM
Afrika braucht mehr Chirurgen
Saley aus dem Niger freut sich, dass er bald normal laufen kann.
Saley aus dem Niger hatte X-Beine. Die anderen Kinder lachten
den mangelernährten Jungen aus und schlugen ihn sogar.
Doch dann kam ein Mitarbeiter eines CBM-Projektpartners in
sein Dorf. Er sorgte dafür, dass Saley operiert wurde und
anschließend Physiotherapie erhielt. Bei regelmäßigen Besuchen zeigte er der Oma, wie sie mit Saley üben kann und
welche Lebensmittel der Junge braucht, um genug Kalzium
und Vitamine zu bekommen.
Im Jahr 2011 erhielten 564.085 körperbehinderte Menschen in CBM-geförderten
Projekten medizinische Hilfe. Davon wurden 157.031 Menschen wie Saley über
gemeindenahe Rehabilitation betreut. Insgesamt wurden 41.806 orthopädische Operationen in dem Jahr vorgenommen.
Darunter waren 32.182 Orthesen wie
Handschienen, 4.869 Prothesen, 17.906
Krücken und andere Gehhilfen sowie
10.835 Rollstühle und Dreiräder. Damit
sorgten die Partner für Mobilität, denn
Kinder können beispielsweise in Rollstühlen zur Schule fahren.
118.032 Hilfsmittel verteilt
Ausbildung von Ärzten
CBM-Projektpartner verteilten 118.032
Hilfsmittel an körperbehinderte Menschen.
In Afrika gibt es immer noch einen Mangel
an Chirurgen. Um noch mehr Menschen zu
16
J A H R E S B E R I C H T 2011
helfen, werden zum Beispiel am CoRSUKrankenhaus in Kampala/Uganda plastische Chirurgen sowie Krankenhausmitarbeiter und freiwillige Helfer ausgebildet.
Das Krankenhaus arbeitet dabei mit der
Universität in Gent/Belgien und der Universität in Mbarara/Uganda zusammen.
„Die Ausbildung von Fachkräften wirkt
sich positiv auf die Region und auf den
Kontinent aus, denn viele Ärzte operieren
nach ihrer Ausbildung in umliegenden
Ländern“, so Michiel Steenbeek, Physiotherapeut und Berater der CBM für den
Bereich Körperbehinderungen.
Das CoRSU-Krankenhaus bietet umfassende Rehabilitationsdienste an. Am häufigsten werden dort Knochenentzündungen, Klumpfüße, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Verbrennungen behandelt. Um
effizient zu arbeiten, ist das Krankenhaus
mit anderen Diensten für körperbehin-
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 17
CBM in Zahlen
2011
derte Menschen in Uganda, Tansania und
der Demokratischen Republik Kongo vernetzt.
motiviert CCBRT die Dorfbewohner, mit
dem Krankenhaus zusammenzuarbeiten.
Fahrtkosten per Handy
Jubiläum: zehn Jahre CCBRT
Klumpfußoperationen
4.189
4.938
4.537
3.241
3.968
2007 bis 2011
2007
2008
2009
2010
2011
Frakturen
8.284
Klumpfuß
3.968
deformierte Gliedmaßen
3.739
Knochen- und
Gelenkentzündungen
2.618
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte 1.884
Vaginalfisteln
595
Sonstige Indikationen
11.136
Hilfsmittel
CBM-Projektpartner verteilten im Jahr
2011 118.032 Hilfsmittel für körperbehinderte Menschen:
Orthesen, z.B. Handschienen
Prothesen
Krücken und andere Gehhilfen
Rollstühle und Dreiräder
Spezialstühle und -sitze
Reparaturen von Hilfsmitteln
Sonstige
32.182
4.869
17.906
10.835
4.079
10.857
10.801
Medizinisch versorgte
Orthopädiepatienten 2007 bis 2011
2007
2008
564.085
Auch auf Gemeindeebene ist CCBRT
aktiv. Das Krankenhaus informiert Dorfälteste unter anderem über verschiedene
Arten von Behinderungen bei Kindern. So
564.085 Menschen wurden im Berichtsjahr mit körperlichen Behinderungen
medizinisch versorgt. 41.806 Operationen wurden vorgenommen, unter anderem mit folgenden Indikationen:
Dank der Initiative wurden im Jahr 2011
321 Kinder, die eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte hatten, sowie 340 Patientinnen
mit Vaginalfisteln zum CCBRT-Krankenhaus in Daressalam gebracht und dort kostenlos operiert. Im Vergleich zu den Jahren 2009 und 2010 stieg die Zahl der
erreichten Menschen weiter an.
504.020
Darüber hinaus schickt das Krankenhaus
Helferinnen und Helfer in die Gemeinden,
die Frauen aufklären, worauf sie bei einer
Schwangerschaft achten sollten und wie
sie Behinderungen vermeiden können.
322.066
Zugleich gab es den ersten Spatenstich für
das neue Baobab-Geburtskrankenhaus.
Mit der Neugeborenenklinik möchte
CCBRT Behinderungen von vorneherein
durch Geburtshilfe sowie Gesundheitsversorgung für neugeborene Babys vermeiden. Nach Fertigstellung der Klinik sollen
dort jährlich voraussichtlich 14.000 Geburten fachkundig betreut werden.
Sogenannte „Botschafter“ wie Krankenschwestern finden im ganzen Land Patienten und informieren CCBRT. Wenn der
CCBRT-Arzt ebenfalls der Überzeugung
ist, dass die beschriebenen Symptome auf
Vaginalfistel oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalte hinweisen, überweist er die
Kosten für die Fahrt an den „Botschafter“.
Der Patient macht sich auf den Weg zur
Behandlung. Für seine Unkosten erhält
der Botschafter 2.500 Tansania-Schilling,
rund 2,50 Euro pro Patient, der im Projekt
ankommt.
393.417*
Mehr als 80.000 Patienten ließen sich in
dem Krankenhaus orthopädisch untersuchen. Es wurden mehr als 70.000 Augenoperationen und über 10.000 orthopädische Operationen vorgenommen.
Das CCBRT-Krankenhaus hat zudem
Ende 2009 die Initiative „Transport my
patient“ ins Leben gerufen. In Tansania
können sich viele Menschen die Fahrtkosten zum Krankenhaus nicht leisten.
Deshalb überweist das Projekt die Transportkosten mithilfe von Mobiltelefonen.
Der Geldtransfer per Mobiltelefon bietet
sich an, da in Tansania nur wenige Menschen ein Bankkonto besitzen, aber viele
ein Handy.
227.900
Das CCBRT-Krankenhaus für behinderte
Menschen in Daressalam/Tansania feierte
im Dezember 2011 sein zehnjähriges
Bestehen. In den letzten zehn Jahren wurden dort über 700.000 Menschen untersucht, die Augenleiden hatten.
Orthopädie
17
2009
2010
2011
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Gemeindenahe Rehabilitation
Foto: CBM
Den ganzen Menschen im Blick
Maria (Mitte) geht trotz Down-Syndrom mit den anderen Kindern zur Schule.
Maria aus Nicaragua hat das Down-Syndrom. Doch anzumerken ist ihr das nicht, denn die Fünfjährige ist ein aufgewecktes
Mädchen: Sie geht gerne zur Vorschule und bastelt am liebsten
den ganzen Tag. Bald wird Maria sogar eingeschult! Möglich
wurde all dies dank eines Frühförderprogramms, bei dem ein
Projektmitarbeiter einmal die Woche mit Maria zu Hause
übte – zum Beispiel das Laufen, Essen und Sprechen.
Maria hatte Glück, denn in Nicaragua wird
geistig behinderten Kindern der Schulbesuch meist verwehrt. Viele Lehrerinnen
und Lehrer argumentieren, dass sie im Unterricht nicht mitkommen könnten. Förderschulen gibt es nicht in dem Land.
denn ihnen wird meist nicht die Lernfähigkeit abgesprochen“, so Katharina Pförtner,
CBM-Beraterin für gemeindenahe Rehabilitation.
Mit den anderen lernen
Im Bereich „intellektuelle Behinderungen“
lag der Schwerpunkt 2011 auf inklusivem
Unterricht, denn „Bildung ist wichtig, um
Teil der Gemeinschaft zu sein, später Arbeit zu finden und ein eigenständiges
Leben zu führen“, sagt Katharina Pförtner.
„Menschen wie Maria werden so häufig
aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.
Körperbehinderte und blinde Menschen
haben es in dieser Hinsicht oft leichter,
18
J A H R E S B E R I C H T 2011
Ganz normal leben
Sie setzt sich dafür ein, dass geistig behinderte Kinder mit anderen Kindern spielen sowie in den Kindergarten und zur
Schule gehen können. Die CBM möchte
die Hilfe für geistig behinderte Menschen
weiter ausbauen.
Gemeindenahe Rehabilitation
Die gemeindenahe Rehabilitation umfasst
nicht nur Hilfe für Kinder wie Maria, sondern alle Arbeitsbereiche der CBM: Hörgeschädigte erhalten ebenso Hilfe wie
blinde, geistig oder körperlich behinderte
Menschen. Bei der gemeindenahen Reha
steht nicht nur die sofortige Hilfe im Mittelpunkt. Die Mitarbeiter haben vielmehr
die gesamte Entwicklung eines Kindes im
Blick und helfen in unterschiedlichen
Bereichen (siehe Grafik rechts).
Rund 200 CBM-geförderte Projekte arbeiten nach dem Prinzip der gemeindena-
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 19
CBM in Zahlen
2011
hen Rehabilitation (CBR). Ziel ist es, die
Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in ihrem direkten Umfeld zu
verbessern. Sie sollen nicht länger ausgegrenzt werden, sondern als gleichberechtigte Mitglieder am Leben in der Dorfgemeinschaft teilnehmen können.
erhalten Trainings, die sie auf einen Beruf
vorbereiten.
Aufklärungsarbeit
Viele Kinder mit Behinderungen werden
versteckt, denn in Entwicklungsländern ist
die Vorstellung weit verbreitet, dass
Behinderung ein Fluch sei. Deshalb
klären die Helfer Dorfbewohner über die
Ursachen von Behinderungen auf. Viele
Menschen wissen oft gar nicht, was
Behinderungen auslösen kann oder dass
sie Hilfe bekommen können.
Vielfältige Hilfe
Gemeindemitarbeiter suchen in Städten
und abgelegenen Dörfern nach behinderten Menschen. Sie vermitteln sie an Krankenhäuser, wo sie medizinisch behandelt
werden. Häufig organisieren sie auch den
Transport ins Krankenhaus, denn viele
Menschen können sich die Fahrtkosten
nicht leisten. Nach dem Krankenhausaufenthalt besuchen Mitarbeiter betroffene
Familien regelmäßig in ihrem Zuhause
und zeigen ihnen, welche Reha-Übungen
sie mit den Angehörigen machen können.
CBM-Kinderpatenschaft
Die CBM-Kinderpatenschaft basiert ebenfalls auf dem Konzept der gemeindenahen
Rehabilitation. Die CBM-Kinderpaten begleiten das jeweilige CBM-Patenkind
etwa für ein Jahr auf dem Weg in ein neues
Leben. Dann wird ihnen ein neues Patenkind als Botschafter für die vielen Jungen
und Mädchen mit Behinderungen in
CBM-geförderten Projekten vorgestellt.
Die Mitarbeiter verteilen zudem Medikamente, etwa gegen Epilepsie, sowie Hilfsmittel wie Brillen und Rollstühle. Sie sorgen dafür, dass behinderte Menschen an
Trainings teilnehmen können, in denen sie
lebenspraktische Fertigkeiten erlernen.
Blinde Menschen lernen hier unter anderem, mit einem Blindenstock umzugehen.
Die Projektmitarbeiter setzen sich dafür
ein, dass Kinder eine Schule besuchen
können. Jugendliche und Erwachsene
Regelmäßig erhalten die Paten Post mit
den neuesten Fortschritten des CBM-Patenkinds. Sie erfahren z.B., wie bei Patenkind Gafaro die Operation am Grauen Star
verlaufen ist, welche Fortschritte er beim
Sehtraining macht und wie er jetzt in der
Schule mitkommt.
Gemeindenahe
Rehabilitation – CBR
Gesundheit
Lebenssicherung
Bildung
Gemeindenahe Reha
und Schulbildung
Empowerment/
Befähigung
Soziales
Förderung
frühkindliche
Förderung
Entwicklung
von Fähigkeiten
persönliche
Assistenz
anwaltschaftliche Arbeit und
Kommunikation
Prävention
Grundschulbildung
Existenzgründung
Selbstständigkeit
Beziehungen,
Ehe & Familie
Mobilisierung
der Gemeinde
medizinische
Versorgung
Sekundarund Hochschulbildung
abhängige
Beschäftigung
Kultur & Kunst
politische
Teilhabe
Rehabilitation
außerschulische
Bildung
Finanzdienstleistungen
& Kleinkredite
Erholung,
Sport & Freizeit
Selbsthilfegruppen
Hilfsmittel
lebenslanges
Lernen
soziale
Sicherung
Rechtssystem
Selbstvertretungsorganisationen
551.052 behinderte Menschen wurden
rehabilitativ betreut und / oder erhielten
Schulbildung.
In CBM-Partnerprojekten wurden insgesamt 420.557 Menschen über gemeindenahe Rehabilitation gefördert, unter
anderem Menschen mit:
Körperbehinderung
157.031
Sehbehinderung
59.384
Epilepsie
27.484
Zerebralparese
27.969
(frühkindlicher Hirnschädigung)
Psychischer Behinderung
39.228
Hörbehinderung
38.662
Geistiger Behinderung
25.642
Mehrfachbehinderung
15.827
62.861 Kinder mit Behinderungen erhielten Schulbildung.
Psychische Gesundheitsdienste nahmen
67.634 Menschen in Anspruch, zum Beispiel Traumapatienten.
Lebenssicherung
68.513 Menschen mit Behinderungen
nahmen an berufsvorbereitenden Seminaren teil, machten eine Ausbildung
oder erhielten einen Kleinkredit.
129.396 Menschen besuchten Gruppen,
die sich für die Rechte behinderter Menschen einsetzen, z.B. Selbsthilfegruppen.
Diese Bereiche umfasst die
gemeindenahe Rehabilitation.
19
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 20
Barrierefreier Wiederaufbau in Pakistan und Haiti
Foto: CBM
Hungerbekämpfung in Afrika
CBM-Nothilfeexpertin Valérie Scherrer koordinierte die Nothilfe in Kenia.
Am Horn von Afrika stand im Jahr 2011 die Bekämpfung des
Hungers im Mittelpunkt. CBM-Projektpartner in Kenia verteilten Lebensmittel an Familien mit armen und behinderten Menschen und an blinde Schülerinnen und Schüler. Behinderte
Menschen erhielten Hilfsmittel wie Rollstühle.
Im Jahr 2011 half die CBM u. a. notleidenden Menschen in Ägypten, El Salvador
und Ostafrika. In Pakistan setzte die CBM
ihre Nothilfeaktionen fort und begann mit
dem inklusiven Wiederaufbau. Auch in
Haiti und auf den Philippinen setzte sie
sich für den Wiederaufbau ein.
Insgesamt erhielt die CBM im vergangenen Jahr 1.789.253 Euro Spenden für die
Nothilfe. Sie stellte 3.945.162 Euro für
20
J A H R E S B E R I C H T 2011
Nothilfeprojekte zur Verfügung. Darin
sind Spenden aus Vorjahren enthalten, da
die CBM Mehrjahrespläne erstellt, um
nachhaltig zu helfen. So sind 2011 zum
Beispiel 260.000 Euro nach Indonesien
geflossen – hauptsächlich für die Arbeit
mit Menschen, die beim Erdbeben 2009
traumatisiert wurden. Auf den Philippinen
wurden nach dem Tropensturm 2009 mit
154.228 Euro u.a. Gebäude katastrophensicher und barrierefrei umgebaut. – Das ist
wichtig, weil die Philippinen häufig von
Naturkatastrophen betroffen sind.
Hunger bekämpfen
Die Hungerkatastrophe in Ostafrika war
ein Schwerpunkt im Berichtsjahr. CBMProjektpartner in Kenia verteilten Nahrungsmittel an Familien mit armen und
behinderten Menschen. So erhielten u. a.
1.500 Kleinkinder reichhaltige Spezialnahrung und 1.668 Familien Saatgut.
Zwei CBM-geförderte Schulen versorgten
ihre blinden Schüler mit Mahlzeiten.
CBM-Projektpartner legten Gärten und
Bewässerungsanlagen in Dörfern und
Schulen an. Zugleich verteilten Partner
Hilfsmittel wie Rollstühle. Um noch mehr
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 21
CBM in Zahlen
Nothilfeausgaben 2011
Nothilfeausgaben
Schwerpunkte CBM Deutschland
2007 bis 2011 von CBM Deutschland
Haiti
2007
1.810.531 €
722.493 €
Pakistan
2008
937.601 €
260.000 €
Indonesien
2009
845.652 €
180.935 €
Ostafrika
136.372 €
Kenia
2010
3.176.741 €
154.228 €
Philippinen
2011
3.945.162 €
2.329.983 €
2011
CBM-Nothilfe
2011 halfen die CBM Deutschland und
ihre internationalen Mitgliedsvereine
u.a. mit Hilfsaktionen in folgenden Ländern:
Erdbeben Haiti
CBM International:
CBM Deutschland:
behinderte Menschen zu erreichen und die
Nothilfe inklusiv zu gestalten, schulten
unsere Partner Mitarbeiter anderer Hilfsorganisationen darin, wie sie auf die Belange behinderter Menschen besser eingehen können.
Mit Unterstützung des Lions-Clubs München-Solln und dem pakistanischen Honorarkonsulat für Bayern begann der
grundlegende Wiederaufbau im Dorf
Manzooray. Dort wurden zwei Schulen,
eine Gesundheitsstation und die Wasserversorgung instand gesetzt.
Schulen für Pakistan
In Pakistan setzte die CBM die Nothilfeaktionen und den langfristigen barrierefreien Wiederaufbau fort. Dort wurden
nach der Flut mit insgesamt 722.493 Euro
medizinische Dienste und Infrastruktur
wieder aufgebaut. Davon stammen
380.483 Euro aus Kofinanzierungen. Der
Schwerpunkt der Hilfe lag in der Region
Charsadda, die vom Hochwasser im Sommer 2010 besonders stark betroffen war.
Mit dem Hilfswerk der Deutschen Lions
(HDL) begann außerdem der barrierefreie
Wiederaufbau von 26 Schulen in der Region. Ferner wurden Lehrkräfte weitergebildet, damit sie den Bedürfnissen
behinderter Schüler gerecht werden. Das
Projekt wird voraussichtlich bis Ende
2013 abgeschlossen sein.
Dank Unterstützung vom Bündnis Entwicklung Hilft (BEH) wurden die akuten
Nothilfeaktionen in den Dörfern Agra,
Muslimabad und Saeedabad fortgeführt.
Hier profitierten z. B. über 5.000 Menschen von Lebensmittelverteilungen. Das
Projekt sicherte die Wasserversorgung und
errichtete Notunterkünfte. Überdies wurden mit Unterstützung des BEH der Aufbau medizinischer Dienste in einem Krankenhaus und in drei Gesundheitsstationen
begonnen. Das Projekt wird bis 2014 fortgesetzt.
Foto: CBM
Neue Projekte in Haiti
In Pakistan installierten CBM-Projektpartner Brunnen für Trinkwasser.
In Haiti unterstützt die CBM mittlerweile
mehr als 25 Projekte, die medizinische
Hilfe in den Bereichen Augen, Ohren,
Orthopädie und inklusive Bildung umfassen. 2011 hat sie dort 2.329.983 Euro
investiert. Leserinnen und Leser der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung finanzierten den Bau von 100 barrierefreien
Holzhäusern.
4.496.624 Euro
2.329.983 Euro
Förderung von mehr als 25 Projekten
für Menschen mit Behinderungen
Bau von 73 barrierefreien Holzhäusern
Überschwemmungen Pakistan
CBM International:
CBM Deutschland:
.963.613 Euro
.722.493 Euro
Wiederaufbau von 26 barrierefreien
Schulen wurde begonnen
Instandsetzung der Wasserversorgung
Behindertenspezifische Weiterbildung
von Lehrkräften
Hunger Ostafrika
CBM International:
CBM Deutschland:
.680.425 Euro
.180.935 Euro
29.303 Menschen erhielten Hilfe,
darunter 2.749 behinderte Menschen.
4.168 Haushalte mit armen und
behinderten Menschen erhielten Nahrungsmittel.
1.500 mangelernährte Kinder erhielten reichhaltige Spezialnahrung.
Erdbeben Indonesien
CBM International:
CBM Deutschland:
.293.813 Euro
.260.000 Euro
Hilfe für traumatisierte Menschen
Tropensturm Philippinen
CBM International:
CBM Deutschland:
.196.242 Euro
.154.228 Euro
Katastrophensicherer und barrierfreier
Umbau von Gebäuden
21
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 22
Anwaltschaftliche Arbeit
Foto: privat
CBM überzeugt Parlamentarier
Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl mit blinden Schülerinnen eines CBM-geförderten
Projekts in Nepal.
Ein Höhepunkt der anwaltschaftlichen Arbeit 2011 war das
Treffen von CBM-Mitarbeitern mit Dagmar Wöhrl, der Vorsitzenden des Entwicklungsausschusses im Bundestag. Mit
Erfolg: Sie sicherte zu, sich verstärkt für die inklusive Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Der Weltbehindertenbericht zeigte, dass rund eine Milliarde Menschen weltweit
behindert sind – ein Grund mehr, politisch aktiv zu sein.
Behinderungen in Entwicklungsländern“
zuständig sind. Wöhrl will eine breitere
politische Basis für die inklusive Entwicklungszusammenarbeit schaffen: „Dieses Thema soll im Ausschuss diskutiert
werden, damit sich die Abgeordneten mit
der Zivilgesellschaft austauschen können.
Dafür will ich mich stark machen!“, so
Wöhrl.
Die CBM setzt sich auch auf politischer
Ebene für inklusive Entwicklungszusammenarbeit ein, damit Menschen mit
Behinderungen in den ärmsten Regionen
der Welt an allen Bereichen der Gesellschaft teilhaben können.
arbeit inklusiv zu gestalten. Ein Erfolg war
das Gespräch von CBM-Mitarbeitern mit
Dagmar Wöhrl, der Ausschussvorsitzenden für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung im Bundestag im Januar
2011.
Das Leben verbessern
Einsatz für Inklusion
Dagmar Wöhrl sagte zu, dass sie sich
dafür einsetzen wolle, dass in allen Bundestagsfraktionen Berichterstatter ernannt
werden, die für das Thema „Menschen mit
2011 wurden Meilensteine erreicht, um
die deutsche Entwicklungszusammen22
J A H R E S B E R I C H T 2011
Die Bundestagsabgeordnete besuchte im
Februar den CBM-geförderten Verband
„Nepal Association for the Welfare of the
Blind“ (NAWB) in Kathmandu/Nepal. Sie
lernte dort u. a. eine der vielen Selbsthilfegruppen von behinderten Menschen
kennen, die von der CBM darin unterstützt
werden, sich für ihre Rechte stark zu machen. Wöhrl zeigte sich beeindruckt von
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:04 Seite 23
der Arbeit der CBM und ihrer Projektpartner vor Ort: „In jedem Fall wird das
Leben der Menschen mit Behinderungen
in Nepal entscheidend positiv verbessert“,
so Wöhrl.
Behindertenrechtskonvention
Im Juni 2011 verabschiedete das Bundeskabinett den Nationalen Aktionsplan
(NAP) zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2009 von der
Bundesregierung verbindlich anerkannt
wurde. Sie ist nötig, weil behinderten
Menschen z.B. oft das Recht auf Bildung
und Arbeit verwehrt wird und Frauen mit
Behinderungen häufig Opfer von Missbrauch werden. Laut Konvention müssen
Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit inklusiv gestaltet werden, damit
auch behinderte Menschen Hilfe erhalten.
Die CBM begrüßte, dass der Aktionsplan
zur Umsetzung der Konvention internationale Aspekte enthält, also Entwicklungszusammenarbeit mit einbezieht. Dieser
Punkt war 2010 erst durch Lobbyarbeit
der CBM und weiterer Organisationen des
Verbands Entwicklungpolitik deutscher
Nichtregierungsorganisationen (VENRO)
vom Bundesministerium für Arbeit und
Soziales zugesagt worden. CBM-Direktor
Dr. Rainer Brockhaus zeigte sich allerdings enttäuscht, dass der Plan wenig ambitioniert sei: „Im Wesentlichen sind Maßnahmen genannt, die schon geplant waren.
Der Aktionsplan ist daher eher eine Bestandsaufnahme als ein visionäres Dokument“, so Brockhaus.
BMZ-Strategien
Das Team anwaltschaftliche Arbeit hat das
Thema Menschen mit Behinderungen
erfolgreich im Menschenrechtskonzept
und in der Bildungsstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) platziert. Damit sind Grundlagen gelegt für
eine bessere Inklusion in der staatlichen
Entwicklungszusammenarbeit.
Im Menschenrechtskonzept heißt es, dass
die Bundesregierung den von ihr finanzierten Aufbau der Infrastruktur barrierefrei gestalten wird, damit etwa Gebäude
und Sanitäranlagen auch von behinderten
Menschen genutzt werden können.
Zudem kann nun die Unterstützung von
Selbstvertretungsorganisationen behinderter Menschen gefördert werden. Die CBM
erreichte, dass in der Bildungsstrategie inklusive Bildung berücksichtigt wurde. Bis
zur vollständigen Umsetzung der Strategie
ist es aber noch ein weiter Weg.
Es gibt noch viel zu tun!
Im November 2011 hat die CBM zusammen mit den Hilfsorganisationen bezev
und Handicap International im Bundestagsausschuss Herausforderungen und Erfolge bei der Umsetzung einer inklusiven
deutschen Entwicklungszusammenarbeit
vorgestellt. Positiv ist, dass das BMZ seit
einigen Jahren Finanzen und Personal für
diesen Bereich bereitstellt. Eine Herausforderung – auch für 2012 – ist, dass die
angekündigte BMZ-Strategie zur inklusiven Entwicklung konkret und messbar
wird. Themen sind u.a.:
Die inklusive Entwicklung muss im
zuständigen Ministerium und seinen
Durchführungsorganisationen nachhaltig verankert werden.
Konzepte wie das Menschenrechtskonzept, in denen das Thema bereits verankert ist, müssen umgesetzt werden.
Erfolgreiche Ansätze müssen in vielen
Projekten umgesetzt werden. Es darf
nicht bei Pilotvorhaben bleiben.
Finanzielle Mittel müssen weiterhin für
inklusive Entwicklung bereitgestellt
werden.
„Wir sind eine Milliarde“
Foto: CBM/Opladen
15 Prozent der Weltbevölkerung, also rund
eine Milliarde Menschen, sind behindert –
das ist eine Hauptaussage des Weltbehindertenberichts von Weltgesundheitsorganisation und Weltbank, an dem die CBM
mitgewirkt hat. Der Anteil behinderter
Menschen in Entwicklungsländern liegt
mit rund 20 Prozent sogar noch höher.
Menschen mit Behinderung Schulbildung ermöglichen – das ist das Ziel
vieler CBM-geförderter Projekte.
Die Hauptaussage bildete die Grundlage
für die CBM-Kampagne mit dem Leitmotiv „Wir sind eine Milliarde“. Die CBM
hat sich erstmals bewusst für ein Motiv aus
dem Bereich Bewusstseinsbildung entschieden (siehe Seite 26). „Die Rechte von
Menschen mit Behinderungen zu sichern,
ist Teil der Armutsbekämpfung“, so
Dr. Rainer Brockhaus, Direktor der CBM.
Auch in CBM-geförderten Projekten ist
noch viel Aufklärungs- und Bewusstseinsarbeit nötig. „Behinderung gilt in Entwicklungsländern oft als Strafe Gottes“,
sagt Stefan Dofel, CBM-Programmleiter
in Malawi. Immerhin hat die malawische
Regierung die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und wird sich von der
CBM bei der Umsetzung beraten lassen.
Die CBM schafft ein Bewusstsein dafür,
dass behinderte Kinder eine Schule besuchen können. Rund 60.000 von ihnen
besuchen CBM-unterstützte Schulen.
23
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Kampagnen und Aktionen
Foto: CBM
Bunte Vielfalt bei CBM-Aktionen
Als musikalischer Botschafter unterstützte Clemens Bittlinger die CBM beim Kirchentag.
Durch vielfältige Aktionen machte die CBM im Jahr 2011 auf
ihre weltweite Arbeit aufmerksam. Beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden verteilte sie Schutzengel aus
Holz und sammelte so über 27.000 Euro für ein Rehabilitationsprojekt in Malawi. Auch beim Weltkongress Braille21 und
der Woche des Sehens war die CBM vertreten.
Die Losung „...da wird auch dein Herz
sein“ aus der Bergpredigt lockte vom 1. bis
5. Juni 2011 rund 120.000 Besucher zum
33. Deutschen Evangelischen Kirchentag
nach Dresden. Unter dem Motto „Sei ein
Schutzengel!“ rief die CBM erneut dazu
auf, ein Schutzengel für Menschen mit
Behinderungen zu sein. Rund 27.000 Euro
brachten die 42.000 verteilten Holzengel
für das MACOHA-Projekt in Malawi ein.
chentagsbesucher darüber ab, was ihnen
an der Gemeindearbeit wichtig ist.
20.000 Besucher kamen zur Nacht der
Lieder. Die CBM war z. B. durch Botschafter Clemens Bittlinger vertreten.
Die CBM präsentierte die 10-GeboteAufführung mit rund 11.000 Zuschauern.
Viele Besucher kamen zur CBM-Podiumsdiskussion zum Thema Inklusion.
Woche des Sehens 2011
sowie die Situation von Menschen mit
Sehbehinderungen in Deutschland und
den Entwicklungsländern aufmerksam.
Auftakt der Woche des Sehens war der
„Low Vision Kongress“ in Essen, bei dem
Claudia Ehlers, ehemalige CBM-Mitarbeiterin, über die „Low Vision“-Arbeit der
CBM in Uganda berichtete. Mit dem Erlebnisgang war die CBM sowohl in Essen
selbst als auch in fünf Schulen vor Ort.
Die Berichterstattung über die Woche des
Sehens mit einer Printauflage von über
21 Millionen Exemplaren, 322 Artikeln im
Internet, 49 Beiträgen im Fernsehen und
3,8 Millionen Hörern im Radio war überaus erfolgreich. Die CBM wurde dabei in
Zeitungen mit einer Gesamtauflage von
rund 1,75 Millionen Exemplaren erwähnt.
Kirchentag in Dresden
Weitere CBM-Aktionen:
Am Erlebnisgang in der Innenstadt nahmen etwa 1.700 Menschen teil.
1.000 Personen ließen sich bei der Fotoaktion vor der Kulisse der Frauenkirche
mit einem großen Holzengel ablichten.
Am Okuli-Stand stimmten 2.800 Kir24
J A H R E S B E R I C H T 2011
„Sehen, was geht!“ war das Motto der
zehnten Woche des Sehens 2011, die unter
der Schirmherrschaft von Nachrichtenjournalistin Gundula Gause stand. Die
CBM und andere Partner machten deutschlandweit mit rund 300 Aktionen erfolgreich auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit
Weltkongress Braille21
„Innovationen in Braille im 21. Jahrhundert“ lautete das Motto des Weltkongresses Braille21, der auf dem Campus der
Universität Leipzig stattfand. Unter der
Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin
Angela Merkel diskutierten die 400 Besu-
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cher aus aller Welt über die Zukunft der
Brailleschrift und informierten sich über
neue Produkte. Die CBM unterstützte den
Kongress, indem sie die Teilnahme von
Fachleuten aus Entwicklungsländern mit
10.000 Euro förderte. So konnten Projektpartner von den Philippinen und aus
Äthiopien über die Bedeutung der Brailleschrift und deren Einsatz in ihren Ländern
referieren. Dies stärkte die Wahrnehmung
der CBM als bedeutender Fachorganisation. Neben dem Infostand war die CBM
auch mit dem Erlebnisgang vertreten.
Rund 1.000 Besucher ließen sich beim Kirchentag mit dem CBM-Holzengel ablichten.
formierte die CBM im Jahr 2011 über ihre
weltweite Arbeit in Entwicklungsländern.
Eine Schwerpunktwoche fand in der
Region Oldenburg statt.
Ratsvorsitzender im Gespräch
Arbeit mit Kirchengemeinden
Bei mehr als 100 Veranstaltungen und
Gottesdiensten in Kirchengemeinden in-
Während eines Seelsorgebesuchs bei deutschen Soldaten in Afghanistan im Februar
informierte sich der Ratsvorsitzende der
Bildungsmesse „didacta“
Jugend forscht
Rund 2.300 Lehrer und Pädagogen informierten sich in Stuttgart bei der Bildungsmesse „didacta“ vom 22. bis 26. Februar
über das Angebot der CBM für Schulen.
Etwa 1.100 Besucher liefen durch den
Erlebnisgang. Es wurden insgesamt rund
9.000 Publikationen am Stand verteilt.
Beim Wettbewerb „Jugend forscht“ überreichte die CBM erneut Sonderpreise für
„Innovationen für Menschen mit Behinderungen“.
Stimme gegen Armut
Im Rahmen der VENRO-Kampagne
„Deine Stimme gegen Armut“ organisierte
die CBM im September gemeinsam mit
Schülern des Helmholtz-Gymnasiums
einen Flashmob in der Heidelberger Innenstadt. Die 50 Schüler machten Passanten und Journalisten darauf aufmerksam,
dass weltweit alle drei Sekunden ein Kind
an den Folgen extremer Armut stirbt.
Der erste Preis der Kategorie „Jugend
forscht“ wurde für das Projekt „Rollstuhlfreundlich durch die Kaiserstadt Goslar“
an Alina Sadeghian, Jana Ordon und Lynn
Bornholdt verliehen. Den zweiten Preis
für die Entwicklung eines seniorengerechten Einkaufswagens erhielt Benno
Baumann.
Den einzigen Preis in der Kategorie
„Schüler experimentieren“ erhielten Kim
Böde und Lara Hönn. Die beiden Neunjährigen untersuchten, ob Schulen und
Spielplätze in ihrer Umgebung barriere-
Evangelischen Kirche in Deutschland,
Präses Nikolaus Schneider, über zivile
Aufbauprojekte – so auch über das Noor
Mazar Ophthalmic Centre (MOC) in
Mazar-e Sharif. Das MOC wird von dem
CBM-Partner IAM betrieben. Die IAMProjektleiterin in Mazar, Rita Reading,
hatte dabei als einzige Vertreterin einer
kirchlichen Organisation die Gelegenheit,
mit Präses Schneider zu sprechen.
Foto: CBM
Der Stand der CBM auf der Pferdemesse
„Pferd International“ im Juni in München
war ein voller Erfolg. Für die Firma
Modellpferdeversand gestaltete die Künstlerin Brigitte Eberl ein Modellpferd, das
in einer Auflage von 2.500 Stück produziert wurde. Das Modellpferd stellt eine
kleine Version des von Dressurreiterin Isabell Werth gerittenen Pferdes El Santo dar.
Der Erlös des Verkaufs brachte 7.000 Euro
für die CBM ein. Während der Messe
kamen weitere 1.518 Euro zusammen.
Foto: CBM
Pferd International
Kim Böde (9) und Lara Hönn (9) von der
Grundschule Klostergarten in Sindelfingen gewannen in der Kategorie „Schüler
experimentieren“.
frei sind. Auf Landesebene vergab die
CBM 15 Preise.
25
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 26
Foto: CBM/Opladen
CBM-Öffentlichkeitsarbeit
„Eine Milliarde Menschen weltweit sind behindert“ – dieses
erschreckende Ergebnis des ersten Weltbehindertenreports
von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Weltbank nahm
die CBM zum Anlass für eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung. Daneben sorgten weitere Aktionen wie die Eröffnung
der Augenklinik in Biratnagar für mediale Aufmerksamkeit.
Auf der ganzen Welt haben Menschen mit
Behinderungen eine schlechtere Gesundheit, eine niedrigere Schulbildung, eine
geringere wirtschaftliche Beteiligung und
höhere Armutsraten als Menschen ohne
Behinderungen – das geht aus dem Weltbehindertenreport hervor, der im Juni
2011 veröffentlicht wurde.
kate, 750 Scheibenplakate in Frankfurter
S-Bahnen, 10.000 City-Light-Plakate sowie Füllanzeigen für Zeitungen und Zeitschriften in verschiedenen Formaten. Die
Anzeigen, City-Light- und Großflächenplakate wurden für kostenlose Freiflächen
verwendet. Parallel dazu wurden Mailings
zur Neuspenderakquise verschickt.
Um auf diese prekäre Situation aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein für
die Situation von Menschen mit Behinderungen zu schaffen, entwickelte die CBM
2011 gemeinsam mit der Züricher Werbeagentur Spinas Civil Voices die Kampagne
„Wir sind eine Milliarde“.
Die Kampagne wurde im November /
Dezember 2011 in den Schwerpunktgebieten Baden-Württemberg, NordrheinWestfalen und Frankfurt umgesetzt.
Bestandteile der öffentlichkeitswirksamen
Kampagne waren 6.000 Großflächenpla26
J A H R E S B E R I C H T 2011
Neben den Zielen Bewusstseinsbildung
und Information der Öffentlichkeit sollte
die Kampagne vor allem die Vision einer
inklusiven Welt transportieren und die
CBM als Fachorganisation positionieren.
Die Kampagne wurde von der Öffentlichkeit überaus positiv aufgenommen. Die
Mailings waren ebenso erfolgreich, sodass
zahlreiche Neuspender gewonnen wurden.
Klinikeröffnung voller Erfolg
Auch die Eröffnung der neuen Augenklinik in Biratnagar/Nepal war medial ein
voller Erfolg. Zusammen mit dem Mutterhospital in Lahan sind sie nun die zweitund drittgrößten Augenkliniken der Welt.
Das von der CBM geförderte Hospital
wurde im November durch den nepalesischen Präsidenten Dr. Ram Baran Yadav
feierlich eröffnet. Er würdigte vor allem
die Lebensleistung Dr. Albrecht Hennigs,
der 30 Jahre lang für die CBM in Nepal
als Augenarzt tätig war.
Beiträge zur Klinikeröffnung wurden bei
MDR „Windrose“, WDR 2 „Montalk“
und NDR „DAS!“ ausgestrahlt. Der neue
Botschafter der CBM, ARD-Moderator
René Kindermann, berichtete für das
ARD-Boulevardmagazin „Brisant“ direkt
aus Biratnagar.
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Die CBM-Botschafter
und -Freunde
Foto: pro-pictures-hamburg
Es fanden Verleihungen in den Rathäusern
der Städte oder Gemeinden mit Beteiligung der Bürgermeister und vieler CBMSpender statt. Das Presseecho war beeindruckend: eine Agenturmeldung, 29 Zeitungsberichte, neun Radiomeldungen und
zwei Berichte im Lokalfernsehen.
Marco
Schlagersänger
und dienstältester
CBM-Botschafter
Clemens Bittlinger
Liedermacher und
Pfarrer
Mozart-Gala mit Botschaftern
Max Müller begeistert beim Vortragen
von Mozart-Liedern als Sänger.
Wundervollste Stadt
In diesem Jahr war die Aktion „Wundervollste Stadt“ erneut äußerst erfolgreich.
Geehrt wurden Städte, deren Bürger im
landesweiten Pro-Kopf-Vergleich das
höchste Spendenaufkommen für die CBM
erzielten. Im Jahr 2011 wurden die
folgenden Städte und Gemeinden ausgezeichnet:
Joana Zimmer
Popsängerin
Unter dem Titel „Mozart mit allen Sinnen“
lud die blinde Dressurreiterin und CBMBotschafterin Marion Koch zum Galadiner nach Hamburg ein. Die Benefizgala
richtete Koch zugunsten der CBM-geförderten St. Oda School for the Blind in
Kenia aus. Stargast des Abends war der
CBM-Botschafter Max Müller, der nicht
nur durch sein schauspielerisches Können
beim Rezitieren von Mozartbriefen
glänzte, sondern auch als Sänger beim
Vortragen von Mozart-Liedern begeisterte.
Insgesamt kamen rund 7.000 Euro für die
kenianische Blindenschule zusammen.
Moya Brennan
Kelt-Pop-Sängerin
Hannes Jaenicke
Film- und
TV-Schauspieler
Marion Koch
Dressurreiterin
Dagmar Lay D.
Countrysängerin
Viel Neues im Online-Bereich
Verena Bentele
Biathletin
Auf der Webseite der CBM hat sich viel
getan: Neben zwei neuen Newslettern für
Schulen und Kirchengemeinden gibt es
nun auch einen Veranstaltungskalender.
Daneben können Besucher an einem
interaktiven Online-Katarakt-Quiz teilnehmen oder den „FingerzeichenalphabetÜbersetzer“ ausprobieren. Wer politisch
aktiv werden möchte, kann eine OnlinePetition für die VENRO-Kampagne
„Deine Stimme gegen Armut“ absenden.
Conny Reusch
Rock-Pop-Sängerin
Regina Vollbrecht
Marathonläuferin
Jörg von de Fenn
Bergsteiger
Henry Wanyoike
Marathonläufer
Isabell Werth
Dressurreiterin
Ivanka Brekalo
Theater- und
TV-Schauspielerin
Thomas Quasthoff
Bariton
Max Müller
TV-Schauspieler
Neu hinzugekommen:
René Kindermann
Fernsehmoderator
Björn Esser
Leichtathlet
Foto: CBM
Foto: CBM
Foto: CBM
Bensheim (Hessen)
Blankenburg (Sachsen-Anhalt)
Friesoythe (Niedersachsen)
Gauting (Bayern)
Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Hille (Nordrhein-Westfalen)
Ingelheim am Rhein (Rheinland-Pfalz)
Kleinmachnow (Brandenburg)
Reinbek (Schleswig-Holstein)
Sankt Georgen (Baden-Württemberg)
Sankt Ingbert (Saarland)
Schmalkalden (Thüringen)
Schwarzenberg (Sachsen)
Rosi Mittermaier
Christian Neureuther
Ski-Rennläufer
ARD-Moderator René Kindermann berichtet über die CBM-Arbeit in Nepal.
27
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 28
Bilanz
Vermögen nahezu unverändert
Die Bilanzierung und Bewertung erfolgte im Rahmen der
Grundsätze ordnungsgemäßer Bilanzierung und nach den handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung.
Aktiva
A. Anlagevermögen
I.
Bei den immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich um
Software. Die Bewertung zum Bilanzstichtag erfolgt mit den Anschaffungskosten, vermindert um die lineare Abschreibung entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der einzelnen
Vermögensgegenstände. Die geleisteten
Anzahlungen betreffen neue Software, die
implementiert wird.
II.
Die Sachanlagen umfassen vereinseigene Grundstücke mit Betriebs- und
Wohnbauten, technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen. Die Bewertung zum Bilanzstichtag erfolgt zu den Anschaffungs-
oder Herstellungskosten, vermindert um
die lineare Abschreibung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der einzelnen Wirtschaftsgüter.
Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem
Netto-Anschaffungswert von mehr als
150 Euro und bis zu 1.000 Euro werden in
Sammelposten aktiviert und über fünf
Jahre linear abgeschrieben.
III.
Bei den Finanzanlagen handelt
es sich um längerfristige Anlagen mit
einer maximalen Aktienbeimischung von
20 Prozent laut Vermögensverwaltungsvertrag. Der Aktienanteil zum Bilanzstichtag betrug weniger als 10,4 Prozent
der ausgelagerten Vermögensverwaltung.
Der Handlungsspielraum der Vermögensverwaltung ist vertraglich geregelt. Ergebnis, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Risikobeschränkung sowie ethische Anlagekrite-
Aktiva
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, Schutzrechte etc.
2. geleistete Anzahlungen
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Immobilien
2. technische Anlagen und Maschinen
3. andere Anlagen, Betriebsund Geschäftsausstattung
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
III. Finanzanlagen
1. Wertpapiere
2. sonstige Ausleihungen
Zwischensumme
31.12.2011
31.12.2010
in Euro
in Euro
23.089,66
1.328.082,05
22.902,21
0,00
11.319.391,78
207.275,51
11.797.736,53
207.364,04
1.053.767,98
0,00
1.031.907,98
234.543,33
18.074.721,42
803.522,24
32.809.850,64
19.738.136,46
612.201,72
33.644.792,27
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe)
99.245,03
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
61.838,36
2. Sonstige Vermögensgegenstände
11.820.394,21
III. Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände 16.076.842,66
Zwischensumme
28.058.320,26
C. Rechnungsabgrenzungsposten
Bilanzsumme
28
J A H R E S B E R I C H T 2011
68.782,18
60.766,33
11.908.797,26
15.075.974,87
27.114.320,64
11.934,13
6.690,25
60.880.105,03
60.765.803,16
rien sind Teil des Vermögensverwaltungsvertrags. Die Bewertung erfolgt zu den
Anschaffungskosten beziehungsweise
dauerhaft niedrigeren Kurswerten zum Bilanzstichtag. Die Verkürzung der Bilanzposition um 1,7 Millionen Euro resultiert
aus einer kurzfristigen Liquiditätsreserve
für hohe, geplante Zahlungen für Projekte
zu Beginn des Jahres 2012.
Aufgrund der guten Einnahmen im
Dezember 2011 konnten diese Mittel im
Januar wieder den längerfristigen Finanzanlagen zur Verfügung gestellt werden.
Die sonstigen Ausleihungen bestehen zum
überwiegenden Teil aus Geschäftsanteilen
an der Evangelischen Kreditgenossenschaft, der Berliner Volksbank sowie
einem Darlehen. Aus diesen Anteilen fließen der CBM regelmäßig Erträge wie
Dividenden und Zinsen zu.
B. Umlaufvermögen
I.
Die Vorräte beinhalten im Wesentlichen Werbe- und Informationsmaterial für den Bedarf zu Beginn des folgenden Geschäftsjahrs.
II.
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen entstanden aus dem Geschäftsbetrieb. Die sonstigen Vermögensgegenstände resultieren hauptsächlich aus
den Bewilligungsbescheiden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der
Europäischen Union für künftige Zuschüsse aus öffentlichen Geldern von
8.998 TEuro (Vorjahr: 8.992 TEuro). In
dieser Position sind auch Forderungen an
Kofinanzierungsgeber von 920 TEuro enthalten, die Zusagen für 2011 betreffen, jedoch erst Anfang Januar 2012 ausgezahlt
wurden.
III.
In den liquiden Mitteln sind Girokonten, Tages- und Festgelder ausgewiesen. Die Termingelder sind auf bereits
2011
1
Foto: CBM
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 29
bekannte Zahlungstermine, insbesondere
für die Projektzahlungen, platziert. Aufgrund des sehr hohen Spendenaufkommens zum Jahresende konnten die liquiden Mittel deutlich gegenüber dem Vorjahresniveau gesteigert werden.
Passiva
A. Eigenkapital
I.
Das Vereinsvermögen bleibt in
unveränderter Höhe bestehen.
II.
Der Verlustvortrag des ErnstChristoffel-Hauses in Nümbrecht von 96
TEuro konnte durch das Ergebnis des
Ernst-Christoffel-Hauses ausgeglichen
werden. Zusammen mit dem Jahresüberschuss des restlichen Vereins können den
freien Rücklagen 81 TEuro zugeführt. Dadurch ist es zukünftig möglich, die Projektzusagen für Folgejahre flexibler zu gestalten und eventuelle Schwankungen bei
den Erträgen auszugleichen.
handvermögens von 319 TEuro zur Absicherung dieser Ansprüche saldiert.
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entstanden aus früheren Erweiterungen und Umbaumaßnahmen des
Ernst-Christoffel-Hauses.
2. Lieferantenrechnungen werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen und
mit etwaigen Skontoabzügen bezahlt.
3. Unter den sonstigen Verbindlichkeiten
sind noch nicht abgeflossene Mittel aus
zweckgebundenen Spenden, zinslose Darlehen von Missionsfreunden und die Mittelzusagen aus öffentlichen Zuschüssen
für die Projektarbeit – in gleicher Höhe
wie unter sonstigen Vermögensgegenständen – ausgewiesen.
Die deutliche Verminderung ergibt sich
aus der Zusage von Mitteln für die Nothilfegebiete Haiti und Pakistan.
B. Rückstellungen
1. Die Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen werden jährlich
nach versicherungsmathematischen Berechnungen angepasst.
2. Projektrückstellungen erfolgen für feste
Zusagen an Projektpartner aus dem jeweils laufenden Projektbudget für das Folgejahr und noch nicht abgeflossene Mittel
aus dem Projektbudget 2011.
3. In den sonstigen Rückstellungen sind
Rückstellungen für Urlaubsansprüche und
geleistete Mehrarbeitsstunden aus dem
Geschäftsjahr 2011, Altersteilzeitverpflichtungen, Berufsgenossenschaftsbeiträge, Leibrentenverpflichtungen sowie
Rückstellungen für die Jahresabschlussprüfung enthalten.
Passiva
A. Eigenkapital
I. Vereinsvermögen
II. Rücklagen
1. Projektrücklagen
2. freie Rücklagen
III. Bilanzgewinn
Zwischensumme
B. Rückstellungen
1. für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
2. Rückstellungen für Projektzusagen
3. sonstige Rückstellungen
Zwischensumme
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
3. sonstige Verbindlichkeiten
Zwischensumme
D. Rechnungsabgrenzungsposten
Die Altersteilzeitrückstellungen werden
entsprechend den Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG,
mit ihrem beizulegenden Wert des Treu-
Bilanzsumme
31.12.2011
31.12.2010
in Euro
in Euro
16.052.053,86
16.052.053,86
2.000.000,00
3.982.756,03
80.741,25
22.115.551,14
2.000.000,00
3.886.610,41
0,00
21.938.664,27
198.192,28
169.681,00
23.171.362,35
723.193,56
24.092.748,19
20.519.938,03
721.615.25
21.411.234,28
2.109.742,46
2.162.844,95
417.922,87
12.068.792,63
14.596.457,96
477.436,30
14.690.945,51
17.331.226,76
75.347,74
84.677,85
60.880.105,03
60.765.803,16
29
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 30
Aufwands- und Ertragsrechnung
Projektaufwendungen gestiegen
Erträge
I.
Die Spendeneinnahmen sanken
gegenüber dem Vorjahr um 1.578.699 Euro
(-3,7 %). Dies begründet sich dadurch,
dass es im Jahr 2011 keine Nothilfeaktionen in der Größenordnung von Haiti und
Pakistan wie im Vorjahr gab. Dennoch
sind die Spendeneinnahmen bei der CBM
Deutschland weniger stark gesunken als
im Gesamtmarkt – dort gingen die Einnahmen um ca. 5,8 % zurück.
II.
Bei den Nachlässen hat sich der
rückläufige Trend aus den Vorjahren nicht
weiter fortgesetzt. Die Einnahmen konnten hier um 596.940 Euro (+8,9 %) gesteigert werden.
III.
Die Erträge aus Bußgeldern sind
im abgelaufenen Geschäftsjahr um 40.767
Euro (-13,4 %) im Vergleich zum Vorjahr
gesunken.
IV.
Bei den Erträgen aus öffentlichen
Mitteln (EU / BMZ) konnte die geplante
Steigerung im Kalenderjahr 2011 fortgesetzt werden. Die Einnahmen stiegen um
1.898.776 Euro (+46,9 %) an. Die personellen Investitionen der Vergangenheit in
Erträge
ohne Pflegeheim in Nümbrecht*
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
Spenden
Nachlässe und Vermächtnisse
Bußgelder
Erträge aus Kofinanzierung
Zinsen und ähnliche Erträge
Erträge aus steuerpflichtigen
wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben
Erträge Zweckbetriebe
Sonstige Erträge
Auflösung Rücklagen
2011
in Euro
2010
in Euro
41.259.432,41
7.280.604,39
264.400,00
5.944.028,15
831.022,03
42.838.131,20
6.683.664.44
305.166,50
4.045.252,16
810.742,03
255.941,86
1.361,64
2.734.014,13
1.600.000,00
266.542,77
933,81
1.583.423,29
0,00
60.170.804,61
56.533.856,20
diesem Bereich wirken sich positiv aus.
V.
Die Zinserträge stiegen mit
20.280 Euro (+2,5 %) leicht gegenüber
dem Vorjahr an. In 2011 lagen die Zinsen
weiterhin auf niedrigem Niveau. Mit einer
generellen Trendwende rechnet die CBM
auch für die künftigen Jahre nicht.
VI.
Die steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe haben sich im
abgelaufenen Geschäftsjahr inhaltlich
nicht verändert. Die Erträge umfassen im
Wesentlichen die Erlöse aus der Kantine
sowie dem Gästehaus.
VII.
Die Erträge aus dem Zweckbetrieb beinhalten Verkaufserlöse von Jubiläumsbüchern.
VIII.
Die sonstigen Erträge beinhalten
u.a. Erträge aus Anlageabgängen in Höhe
von 425.000 Euro, Mieterträge von rund
428.000 Euro sowie Auflösungen von Projektrückstellungen in Höhe von 1.667.000
Euro.
II.
Die Kosten der Projektimplementierung im Zusammenhang mit Kofinanzierungen werden aus Transparenzgründen separat aufgezeigt. Der Anstieg
der Kosten begründet sich aus dem weiteren, geplanten Ausbau der Kofinanzierungstätigkeiten, dem auch schon im Finanzjahr entsprechende Ertragssteigerungen gegenüberstehen.
III.
Die Steigerung der Kosten für
satzungsgemäße Bewusstseinsbildung ist
im geplanten Ausbau dieser Aktivitäten
begründet, daher wurde dieser Bereich
personell verstärkt. Auch wurden bereits
Vorbereitungen für die Kooperation mit
der Creativen Kirche im Zusammenhang
mit dem Pop-Oratorium „10 Gebote“ finanziert. Diese Veranstaltungen finden
größtenteils im Jahr 2012 statt.
IV.
Die Bestandsspenderwerbung ist
das zentrale Herzstück der Mittelbeschaffung bei der CBM. Die CBM kommt hier
auch ihrer Berichtspflicht gegenüber den
Spenderinnen und Spendern nach, indem
sie aufzeigt, wie und mit welchen Auswirkungen die Spendengelder umgesetzt werden konnten. Regelmäßige Betreuungsaktionen mit unseren zielgruppengerechten
Publikationen schaffen die Voraussetzungen für sehr stabile Erträge und darauf aufbauenden, weiterführenden Planungen.
Dieser Kostenausweis beinhaltet auch die
Mittelbeschaffung im Rahmen der öffentlichen und privaten Kofinanzierung sowie
die Einwerbung und Abwicklung von
Nachlässen.
V.
Die Erhöhung der Kosten der
Neuspenderwerbung ergibt sich aus der
verstärkten Ansprache von potenziellen
Neuspendern in 2011 sowie aus gestiegenen Portoaufwendungen durch Veränderung der Mehrwertsteuer-Regelungen im
Laufe des Jahres 2010, die für das ganze
Jahr 2011 galt.
Die Veränderung gegenüber 2010 beruht
hauptsächlich auf einer um 1,3 Mio. Euro
höheren Auflösung der Projektrückstellungen.
Aufwendungen
Abweichend von der Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung nach handelsrechtlichen Grundsätzen erfolgt an dieser
Stelle eine Gliederung nach dem Gesamtkostenverfahren für den Teil des Vereins,
der für die Mittelbeschaffung der Projektarbeit zuständig ist.
Innerhalb dieser Gliederung werden die
Werbe- und Verwaltungskosten weiter aufgeteilt. Insgesamt liefert dieser Ausweis
auch die Grundlage für den Verlängerungsantrag des DZI-Spendensiegels.
Die CBM konnte 2011 zwei wesentliche
Ziele erreichen: Zum einen ist die Quote
der Werbe- und Verwaltungskosten an den
Gesamtaufwendungen weiter gesunken
und zum anderen konnten die Mittel für
die Auslandsarbeit deutlich erhöht werden.
I.
Die Projektaufwendungen konnten gegenüber dem Vorjahr um 2.656.377
Euro (+7,4 %) gesteigert werden.
30
J A H R E S B E R I C H T 2011
*ECH Nümbrecht siehe Seite 33
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 31
„Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers an
den Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. ,
Bensheim:
Aufwendungen
in Euro ohne Heim in Nümbrecht*
I.
II.
III.
IV.
V.
Personal
2011
Auslandsarbeit
davon:
1. Projektaufwendungen
2. Programmentwicklung
und Projektbearbeitung
Sachkosten Gesamtkosten Gesamtkosten
2011
2011
2010
41.771.773,22 41.771.773,22 39.024.976,06
(38.714.492,04) (38.714.492,04) (36.058.115,66)
(3.057.281,18) (3.057.281,18) (2.966.860,40)
Projektimplementierung
Bewusstseinsbildung
Bestandsspenderwerbung
Neuspenderwerbung
200.648,66
854.296,25
2.256.936,17
45.815,39
433.397,58
4.264.219,92
3.338.230,89
246.464,05
1.287.693,83
6.521.156,09
3.338.230,89
220.740,00
1.140.725,63
6.360.133,25
3.219.316,11
VI. Allg. Öffentlichkeitsarbeit
VII. Verwaltungskosten
VIII. Abschreibungen
davon:
1. Sachanlagen
2. Finanzanlagen
503.285,34
1.817.873,82
754.524,34
947.843,51
513.024,42
1.257.809,68
2.765.717,33
513.024,42
1.141.025,78
2.575.948,11
574.436,78
(468.110,41)
(44.914,01)
(468.110,41)
(44.914,01)
(456.991,05)
(117.445,73)
10.956,37
280,90
15.687,69
25.965,16
582.960,20
187.270,99
280,90
15.687,69
25.965,16
582.960,20
200.063,00
268,50
38.154,66
28.712,80
345.837,72
IX.
X.
XI.
XII
XIII.
Steuerpflt. Geschäftsbetriebe
Zweckbetrieb
Ertragssteuern
Zinsaufwendungen
Sonstige Aufwendungen
Aufwendungen vor
Zuführung Rücklagen:
176.314,62
5.809.354,86 52.704.679,59 58.514.034,45 54.870.338,40
XIV. Zuführung Rücklagen
Jahresüberschuss
1.600.000,00
56.770,16
1.600.000,00
56.770,16
1.663.517,80
0,00
5.809.354,86 54.361.449,75 60.170.804,61 56.533.856,20
VI.
Im Bereich allgemeine Öffentlichkeitsarbeit sind die im Vorjahr verschobenen
Aktivitäten nachgeholt worden. Hier sind
die Kosten einer umfangreichen Plakataktion enthalten.
Gehaltsstruktur
Jahresbruttogehälter
Geschäftsleitung/ Direktion
Bereichsleitung/Referenten
Sachbearbeiter
Assistenz/Sonstige Mitarbeiter
2011
in Euro
90.000
45.- 65.000
35.- 45.000
16.- 35.000
VII.
Die Verwaltungskosten beinhalten
die Referate Direktion Verwaltung/Finanzen,
Finanzen & Controlling, Personalverwaltung und Entwicklung, IT & Organisation
und die Kosten für das Verwaltungsgebäude
mit den Funktionsbereichen Küche, Gästehaus, Reinigung und Instandhaltung. Der
Anstieg der Kosten begründet sich in der
personellen Verstärkung, gestiegenen Personalbeschaffungskosten sowie Umbaumaßnahmen an der Liegenschaft.
VIII. Abschreibungen auf Finanzanlagen wurden 2011 notwendig, da sich bei ei-
nigen Wertpapieren der Kurswert zum Bilanzstichtag unter den Anschaffungswert
entwickelt hat. Abschreibungen bei den Finanzanlagen unter den Rückzahlungsbetrag
werden nicht vorgenommen.
IX.
Das Volumen des wirtschaftlichen
Geschäftsbetriebes ist insgesamt leicht gesunken und umfasst im Wesentlichen die
Kantine sowie das Gästehaus.
X.
Der Zweckbetrieb beinhaltet die
Aufwendungen für die Jubiläumsbücher.
XI.
Die Ertragssteuern beinhalten Körperschafts- und Gewerbesteuern für den Geschäftsbetrieb.
XII.
Der Zinsaufwand resultiert aus der
Bewertung der Pensionsrückstellungen nach
den neuen Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG).
XIII. Die Erhöhungen bei den sonstigen
Aufwendungen resultiert in erster Linie aus
Verlusten beim Verkauf von Wertpapieren
aufgrund der negativen Marktentwicklung.
XIV.
Es wird vorgeschlagen, das Jahresergebnis in Höhe von 56.770,16 Euro den
freien Rücklagen zuzuführen.
„Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang –
unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht des Christoffel-Blindenmission Deutschland e. V.,
Bensheim, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis
31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die
Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach
den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen
in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter des Vereins. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von
uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den
Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung
und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen,
dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei
der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die
Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das
wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Vereins sowie
die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt.
Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des
rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der
Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst
die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer
Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Christoffel-Blindenmission Deutschland e. V.,
Bensheim. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage des Vereins und stellt die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“
Darmstadt, am 30. März 2012
CURACON GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
Zweigniederlassung Darmstadt
31
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 32
Tätigkeitsbericht des Missionsrats
Christliche Identität erarbeitet
Im Berichtsjahr 2011 hat der Missionsrat,
unterstützt durch die von ihm gebildeten
Ausschüsse, entsprechend seiner gesetzlichen und satzungsgemäßen Aufgaben als
Aufsichtsgremium die Geschäftsführung
von CBM Deutschland regelmäßig beraten und überwacht. Dabei stand der Missionsrat mit der Direktion im laufenden
Austausch über die Entwicklung und Lage
sowie über wichtige Geschäftsvorgänge
der CBM Deutschland.
Die Direktion informierte den Missionsrat
regelmäßig, zeitnah und umfassend über
die finanzielle Lage und Entwicklung der
CBM sowie über Angelegenheiten von
wesentlicher Bedeutung. Alle von Mitgliedern des Missionsrats erbetenen Auskünfte wurden von der Direktion erteilt.
Der Missionsrat entschied umfassend und
verantwortungsvoll über die zustimmungsbedürftigen Geschäfte. Angelegenheiten,
die der Beschlussfassung der Mitgliederversammlung obliegen, wurden durch den
Missionsrat eng begleitet und zur Beschlussfassung vorbereitet.
Ausschüsse
Zur Erfüllung seiner Aufgaben bildete der
Missionsrat einen Finanz-, einen Personalsowie einen Corporate-Governance-Ausschuss und entsandte einzelne Mitglieder
in den satzungsgemäßen Mitgliederberufungsausschuss. Zusätzlich ist ein Theologischer Arbeitskreis eingerichtet. Die Ausschüsse unterrichteten den Missionsrat
regelmäßig über ihre Tätigkeit und bereiteten dessen Beschlussfassungen vor.
Sitzungen des Missionsrats
Im Jahr 2011 kam der ehrenamtlich tätige
Missionsrat der CBM Deutschland zu vier
Sitzungen zusammen. Jeweils vorausgegangen war eine Vielzahl von Arbeitssitzungen seiner Ausschüsse. Darüber hinaus
fanden zu Einzelthemen Telefonkonferenzen statt.
32
J A H R E S B E R I C H T 2011
Vereinsentwicklung erörtert
Im Rahmen der Sitzungen des Missionsrats wurden die aktuelle Geschäftslage,
die allgemeine Entwicklung des Vereins,
die Fundraising- und Kommunikationsstrategie, die Advocacy-Arbeit sowie zentrale personelle Entwicklungen in der
CBM-Familie erörtert.
Der Missionsrat befasste sich auch regelmäßig mit den Markt- und weiteren wichtigen Rahmenbedingungen für das Geschäft von CBM Deutschland.
Personelle Veränderungen
Nach seiner Neuwahl in den Missionsrat
im Juni 2010 trat Thomas Keßler im März
2011 aus persönlichen Gründen zurück.
Sein internationales Amt im Board der internationalen CBM-Organisation wurde
von Claudia Koenig übernommen.
Corporate Governance
Im Austausch mit der Direktion erarbeitete der bereits im Jahr 2010 gebildete
Corporate-Governance-Ausschuss die Positionierung von CBM Deutschland zur
neuen Corporate Governance der internationalen CBM-Familie. Die erarbeitete
Positionierung konnte durch die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Vertreter
von CBM Deutschland bei der internationalen Organisation CBM erfolgreich eingebracht werden. Die Verabschiedung der
Richtlinien für die Neufassung der Satzungen und der neuen Corporate-Governance-Regelungen erfolgte durch die internationale Mitgliederversammlung im
Juni 2011.
Im Juni 2012 soll über dieses Positionspapier final entschieden werden. CBM
Deutschland wird hierzu im Mai 2012
eine finale Stellungnahme abgeben.
Billigung Jahresabschluss
Der aufgestellte Jahresabschluss der Christoffel-Blindenmission Deutschland e. V.
(CBM) und der Lagebericht sowie der Bericht der Direktion sind 2011 von Deloitte
& Touche unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und als mit den gesetzlichen Vorschriften in Übereinstimmung
befunden worden. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat hierüber den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Die Prüfungsberichte wurden im Finanzausschuss vorgestellt, sind den Mitgliedern des Missionsrats zugegangen und
wurden ausführlich beraten.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung
vom 18. Juni 2011 wurden der Jahresabschluss, der Lagebericht der Direktion und
der Bericht des Missionsrats zustimmend
entgegengenommen. Sowohl der Direktion als auch dem Missionsrat wurde die
Entlastung für die Tätigkeit im Jahr 2010
erteilt.
Auf Vorschlag des Missionsrats bestellte
die Mitgliederversammlung im Juni 2011
die Curacon Wirtschaftsprüfungs GmbH
in Darmstadt als Prüfungsgesellschaft für
das Finanzjahr 2011.
Der Missionsrat dankt der Direktion sowie
allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
von CBM-D für ihre Leistung und ihr
Engagement im Jahr 2011.
Papier zu christlicher Identität
Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen
im Missionsrat war die Frage der christlichen Identität der CBM-Familie. Die erarbeiteten Beiträge konnten in den Entwurf „Theological Basis for CBM’s Christian Identity and Purpose“ der CBMFamilie eingebracht werden.
Natascha Gückel
Vorsitzende des Missionsrats
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 33
Ernst-Christoffel-Haus Nümbrecht
Einzigartiges Konzept kommt an
Das Ernst-Christoffel-Haus in Nümbrecht
konnte das Jahr 2011 mit einem positiven
Ergebnis von mehr als 120.000 Euro abschließen.
Die Erträge aus Pflegeleistungen sind
gegenüber dem Vorjahr um 139.805 Euro,
also um über vier Prozent, gestiegen. Mit
dazu beigetragen hat auch der erfolgreich
abgeschlossene Umbau des Hauses im
Jahr 2009, der ein deutschlandweit einzigartiges Konzept von Wohngemeinschaften für blinde und sehbehinderte Senioren schuf.
Die Belegungsquote konnte gegenüber
dem Vorjahr wieder gesteigert werden und
lag im Jahr 2011 bei über 96 Prozent.
Ernst-Christoffel-Haus Nümbrecht
Erträge
2011 in Euro
2010 in Euro
3.482.646,85
50.339,55
1.467,86
3.534.454,26
3.342.842,07
54.064,88
873,25
3.397.780,20
2011 in Euro
2010 in Euro
I.
Personal
II.
Sachaufwendungen
III.
Abschreibungen
IV.
Zinsaufwendungen
Zwischensumme
2.333.152,75
651.747,98
372.345,41
57.091,41
3.414.337,55
2.325.408,55
627.100,09
350.921,03
59.650,78
3.363.080,45
V.
VI.
96.145,62
23.971,09
3.534.454,26
34.699,75
0,00
3.397.780,20
I.
II.
III.
Erträge aus Pflegeleistung
Spenden und sonstige Erträge
Zinserträge
Aufwendungen
Ausgleich Verlustvortrag
Bilanzgewinn/ -verlust
CBM Deutschland: Ausblick 2012
Mäßige Steigerung geplant
Der vom Missionsrat verabschiedete
Haushaltsplan (Budget) für 2012 sieht insgesamt ein Volumen von 62,3 Mio. Euro
(CBM-Deutschland in Bensheim: 58,8
Mio. Euro; Ernst-Christoffel-Haus (ECH)
in Nümbrecht: 3,5 Mio. Euro) vor. Eine
weitere, mäßige Steigerung der Erträge ist
auch für 2013 geplant.
seearbeit der internationalen Organisation
CBM einbringen, u. a. durch programmatischen Input, konkrete Mitarbeit bei der
Planung von Projekten, die Auswahl für
den Verein strategisch wichtiger Schlüsselprojekte und einer vorsichtigen Zusage
an budgeterhöhenden Maßnahmen an die
internationale CBM-Organisation.
CBM Deutschland wird sich auch im Jahr
2012 verstärkt in die gemeinsame Über-
Austausch mit Regionalbüros
Budget 2012 CBM-D
I.
in Euro
Auslandsarbeit
1. Projektaufwendungen
2. Programmentwicklung
und Projektbearbeitung
Auslandsarbeit gesamt:
41.140.000
II.
III.
Bewusstseinsbildung
Spendenwerbung
1.347.000
10.903.000
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
Allg. Öffentlichkeitsarbeit
Verwaltungskosten
Abschreibungen
Sonstige Aufwendungen
Nümbrecht
Zuführung Rücklagen
Gesamtaufwendungen
37.709.000
3.431.000
705.000
3.015.000
575.000
310.000
3.446.000
863.000
62.304.000
Mitgearbeitet wird insbesondere an dem
international besetzten Projekt „Monitoring und Evaluation “ der internationalen
Organisation CBM. Hier erwarten wir uns
noch fundiertere Erkenntnisse und Aussagen hinsichtlich der Nachhaltigkeit und
Wirkungsbeobachtung der vom Verein
eingesetzten Mittel in den verschiedenen
Projekten weltweit.
Neben der Überarbeitung und Festlegung
der Mindeststandards für das Monitoring
von Projekten und die technische Umstellung des Monitorings auf Navision sind
folgende Projekte geplant: Intensive Mitarbeit im Programmatik-Forum sowie
enge Zusammenarbeit mit Regionalbüros
(u. a. Kommentierung aller Regionalstrategien, Mitarbeit bei Länderanalysen und
Erstellung von Länderstrategien in Simbabwe und Ruanda); intensive Begleitung
des Haiti-Programms der CBM; Review
und Festlegung der Schwerpunktprojekte
2012 bis 2014.
Der Vorstand des Vereins wird sich auch
2012 verstärkt in neue internationale
Gremien wie das IEC (International Executive Committee) einbringen, um sowohl
die Belange der CBM-Familie mit zu entscheiden, als auch spezifische Anliegen
des deutschen Mitgliedsvereins noch stärker in den Fokus zu rücken und umzusetzen.
Mit Sorge wird das Zurückgehen der Anzahl der ausgesandten Überseemitarbeiter
aus Deutschland in den geförderten Projekten beobachtet. In enger Zusammenarbeit mit der internationalen Organisation
wird nun schon bei der Ausschreibung auf
neu zu besetzende Stellen verstärkt die
Suche auf dem deutschen Arbeitsmarkt intensiviert, um dieser Entwicklung gegenzusteuern.
33
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 34
CBM International: Ausblick 2012
Gemeinsam erreichen wir mehr
Auch im Jahr 2012 ist es unser Ziel, noch mehr Menschen mit
Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt zu helfen.
Unsere Vision ist eine inklusive Welt, in der Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen und Rechte haben wie alle
anderen auch. Dieses Ziel erreichen wir durch eine strategische
Ausrichtung der CBM-Programmarbeit und durch effiziente
Kooperation mit den CBM-Partnern vor Ort. Wir wissen: Nur
gemeinsam können wir mehr erreichen.
Grauen Star, sondern fördert ihre Partner
durch „Empowerment“ (Ermächtigung),
damit sie ihre Hilfsangebote eigenverantwortlich weiterentwickeln und die Bewusstseinsbildung im Land vorantreiben.
Die Partner vor Ort lernen, selbstständig
Inklusionsgedanken umzusetzen, indem
z. B. ein Krankenhaus durch eine Rampe
einfacher zugänglich oder medizinisches
Fachpersonal aus- und weitergebildet wird.
Mit unseren Partnern vor Ort arbeiten wir
daran, die Qualität unserer inklusiven Programmarbeit für Menschen mit Behinderungen immer weiter zu verbessern.
ebene auf einen Schlag die Situation von
mehr Menschen mit Behinderungen verbessern als durch ein einzelnes Projekt,
indem z. B. der Gesetzgeber die Rechte
von Menschen mit Behinderungen berücksichtigt. So kann auch die Nachhaltigkeit der Projekte sichergestellt werden.
Indien ist ein gutes Beispiel: Hier haben
Investitionen in anwaltschaftliche Arbeit
und Kapazitätsentwicklung dazu geführt,
dass sich die Kataraktoperationen im Vergleich zu den 80er-Jahren verzehnfachten
(Quelle: Weltbank). Ein Grund: Die indische Regierung hat ihr Budget für „medical eye health“ in ihrem letzten Jahresplan
fünf Mal so hoch angesetzt wie davor.
Außerdem setzt die CBM verstärkt inhaltliche Schwerpunkte in der Programmarbeit. Sie unterstützt ihre Partner dabei, ihre
Hilfe auf konkrete Arbeitsgebiete zu konzentrieren. Die gemeindenahe Rehabilitation stellt dabei den Rahmen der Hilfe
(siehe Seite 19). Ein CBM-Partner muss
jedoch nicht alle Bereiche der gemeindenahen Rehabilitation abdecken, sondern
kann in seinem Teilgebiet als Experte handeln. Außerdem wird die Zusammenarbeit
der Projekte untereinander gefördert, sodass die einzelnen Partner in einem Netzwerk der Hilfe zusammenfinden.
Kapazitäten entwickeln
Ein Schwerpunkt liegt in den nächsten
Jahren auf der Prävention von Behinderungen. Durch rechtzeitige Vorsorgebehandlungen lassen sich viele Behinderungen wie Blindheit durch Vitamin-AMangel oder Gehörlosigkeit aufgrund unbehandelter Mittelohrentzündungen vermeiden. Die CBM wird vor allem den
vernachlässigten
Tropenkrankheiten
(NTD = neglected tropical diseases) wie
Trachom oder Onchozerkose präventiv
entgegentreten. Diese treten vor allem in
den ärmsten Ländern der Welt auf und ihre
Bekämpfung verhindert Blindheit. Neun
Länder wurden identifiziert, in denen vernachlässigte Tropenkrankheiten gehäuft
auftreten. Dort wird sich die CBM verstärkt engagieren: Demokratische Republik Kongo, Burundi, Nigeria, Zentralafri-
Anwaltschaftliche Arbeit
Foto: CBM/argum/Einberger
Wir werden uns noch stärker anwaltschaftlich engagieren, um den Belangen
von Menschen mit Behinderungen in der
Entwicklungszusammenarbeit größeres
Gewicht zu verleihen. Sowohl auf globaler
Ebene, wie etwa bei den Vereinten Nationen (UN), als auch auf nationaler Ebene,
z. B. bei Regierungen. So waren Menschen mit Behinderungen bisher nicht explizit in den Millennium-Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (UN) berücksichtigt – dies wollen wir ändern.
Zudem wird die anwaltschaftliche Arbeit
auch vor Ort stärker in die Programmarbeit eingebunden. Vor allem die Regionalund Landesbüros spielen hierbei eine
wichtige Rolle: Oft kann man auf Landes-
34
J A H R E S B E R I C H T 2011
Um unsere CBM-Arbeit noch effizienter
zu gestalten, stärken und entwickeln wir
die Kapazitäten von CBM-Partnern und
Regionalbüros. Die CBM übernimmt nicht
nur die Kosten von z.B. einer Operation am
Prävention ausbauen
2012
2
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 35
kanische Republik, Südsudan, Angola,
Tschad, Äthiopien, Sambia. Vor allem im
Bereich Augenarbeit besitzt die CBM großes technisch-medizinisches Wissen und
Fachkompetenz. Die CBM berät Regierungen und Partner, vernetzt und koordiniert die Aktivitäten und betreibt Bewusstseinsbildung auf politischer Ebene
und bei Betroffenen.
Mehr Geld für ärmste Länder
Wir wollen umfassend und qualitativ
hochwertig dort helfen, wo wir am dringendsten gebraucht werden, d.h. wo die
meisten Menschen mit Behinderungen
leben. Laut UN-Statistiken leben 80 Prozent aller Menschen mit Behinderungen in
Entwicklungsländern. Denn Behinderung
hängt stark mit Armut zusammen. So hat
Ausgaben der int. CBM-Familie
für 50 ärmste Länder:
49.094.117 €
82,7 %
Der größte Teil der insgesamt
59,4 Millionen Euro, die 2011 für
Projekte aufgewendet wurden, floss
in die Schwerpunktländer der CBM.
die CBM 50 Schwerpunktländer, angelehnt an den Human Development Index
(HDI), den Human Poverty Index (HPI)
und nach verschiedenen strukturellen Bedingungen, ausgewählt. Kriterien sind beispielsweise das politische Umfeld, Infrastrukturen, soziokulturelle Bedingungen,
Synergiepotenziale und bestehende Kooperationen.
Natürlich helfen wir auch in Ländern, die
durch eine Katastrophe in Armut geraten
sind, wie zum Beispiel in Haiti oder am
Horn von Afrika. Unser Ziel ist, den Anteil
der Projektausgaben für die ärmsten Län-
der der Welt stetig zu steigern. Die CBM
konnte den prozentualen Anteil der Projektausgaben für die 50 Schwerpunktländer auf 82,7 Prozent im Jahr 2011 erhöhen
(siehe Grafik). Über die letzten Jahre hinweg ergibt sich damit ein Anstieg um circa
sieben Prozent.
Weil sich die CBM auf die 50 festgelegten Schwerpunktländer konzentriert, hat
sie in den vergangenen Jahren die Zahl der
Länder, in denen sie Projekte unterstützt,
bewusst reduziert. So ist die CBM im Jahr
2011 in 81 Ländern vertreten (vergleiche
2007: 116 Länder). Infolgedessen verringerte sich auch die Anzahl CBM-geförderter Projekte von einst über 1.000 auf
749 Projekte im Jahr 2011. Dennoch
konnte die CBM in den vergangenen Jahren stetig mehr Menschen mit Behinderungen erreichen als zuvor. Denn indem
sie sich auf weniger Länder beschränkt,
kann sie in diesen umfassendere gemeindenahe Rehabilitation anbieten und Gelder durch einen verringerten verwaltungstechnischen und organisatorischen Aufwand effizienter einsetzen.
Monitoring & Evaluation
Über die bestehenden Qualitätsstandards
hinaus will die CBM Monitoring und Evaluation in den Projekten weltweit vereinheitlichen. Während Monitoring ein begleitendes Beobachtungssystem ist, bezeichnet Evaluation die Wirkungsanalyse
und Erfolgskontrolle. Zusätzlich zu statistischen und direkt messbaren Ergebnissen
(output) können dann auch langfristige
Wirkungen (outcome, impact) gemessen
werden. Derzeit werden geeignete globale
Indikatoren für die Wirkungsmessung entwickelt (siehe Seiten 40/41).
Wissen bereitstellen
Um unseren CBM-Partnern eine bessere
wissenschaftliche Grundlage und medizinisches Fachwissen für ihre Arbeit an die
Hand zu geben, wurde die Abteilung
„Knowledge Learning and Training“ neu
aufgestellt. Zusammen mit Fachberatern
erstellt sie u.a. Politikpapiere für inklusive
Programmarbeit und führt Studien durch.
Schwerpunktländer
der CBM
Afghanistan
Angola
Äthiopien/Somaliland
Bangladesch
Benin
Bolivien
Burkina Faso
Burundi
China
Dem. Rep Kongo
El Salvador
Elfenbeinküste
Ghana
Guatemala
Haiti
Indien
Indonesien
Jemen
Kambodscha
Kamerun
Kenia
Laos
Madagaskar
Malawi
Marokko
Nepal
Nicaragua
Niger
Nigeria
Nord-/Südsudan
Osttimor
Pakistan
Palästina/Gaza
Papua-Neuguinea
Paraguay
Peru
Philippinen
Ruanda
Sambia
Sierra Leone
Simbabwe
Sri Lanka
Südafrika
Swasiland
Tansania
Togo
Tschad
Uganda
Vietnam
Zentralafrik. Republik
35
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 36
CBM-Struktur und Organe
Die CBM im Überblick
Als Pastor Ernst Jakob Christoffel 1908 in der Türkei ein Heim
für behinderte Kinder und Waisen gründet, erhält er finanzielle Unterstützung durch einen Freundeskreis – die Anfänge
der CBM Deutschland. Heute ist die CBM eine internationale
Familie mit zentraler Organisation und elf Mitgliedsvereinen.
le
Internationa
o
ti
Organisa n
Die internationale Organisation Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e. V. steuert seit 2002 zentral und
stellvertretend für alle Mitgliedsvereine
die weltweite Programmarbeit und implementiert eingeworbene Spenden vor Ort.
Die hierfür benötigten Mittel werden der
Organisation von den Mitgliedsvereinen
zur Verfügung gestellt. Die Aufgaben der
Organisation sind vertraglich festgelegt:
strategische und operative Abwicklung
der Projektarbeit
Richtlinien für die Kooperation mit Projektpartnern
Vertragsschlüsse mit Projektpartnern
Regelung von Geldfluss in die Projekte
Regionalbüros
Zehn Regionalbüros weltweit koordinieren die Arbeit der CBM vor Ort und unterstützen die Projektpartner. Sie sind jeweils für bestimmte Regionen zuständig:
Ostasien, Zentralasien, Südasien-Süd,
Südasien-Nord, Ostafrika, Zentralafrika,
Westafrika, Südafrika, östl. Mittelmeerraum, Lateinamerika. Ihre Aufgaben sind:
Strategiebestimmung vor Ort – in enger
Absprache mit der int. Organisation
Begutachtung von Projekten, Vorbereitung von Kooperationen, ordnungsgemäße Abwicklung von Hilfszusagen
Beratung zu Fachthemen wie inklusive
Projektarbeit, Medizin, Therapie o. Ä.
sowie Aus- und Weiterbildungen
Kontaktstelle zu Regierungen, Verwaltungen und anderen Nichtregierungsorganisationen
Koordination und Betreuung der rund
100 entsandten CBM-Fachkräfte
Mitgliedsvereine
Elf Mitgliedsvereine existieren in den
Ländern Australien, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Kenia,
Neuseeland, Schweiz, Südafrika und
USA. Sie werben Spenden für die Programmarbeit der internationalen Organisation ein und sensibilisieren die Gesellschaft für die Belange von Menschen mit
Behinderungen. Gründungsverein im Jahr
1908 war die CBM Deutschland – die übrigen Vereine entstanden zwischen 1975
und 2011. Eine spannende Entwicklung ist
die Gründung der Mitgliedsvereine Kenia
im Jahr 2010 und Südafrika im Jahr 2011.
Projektpartner
Die CBM arbeitet mit 645 Projektpartnern
in Entwicklungsländern zusammen. So erreicht sie derzeit mehr als 36 Millionen
Menschen in 749 Projekten. Die Partner
helfen Menschen mit ganz verschiedenenBehinderungen durch medizinische Hilfe,
Rehabilitation, Bildung, Selbsthilfegruppen, Förderung und vieles mehr.
Internationale Organisation
Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e. V.
Präsident
Innenrevision und
Qualitätssicherung
Fundraising &
Kommunikation
Finanzen &
Organisationsentwicklung
Knowledge
Learning
& Training
Internationale
Anwaltschaft &
Allianzen
Unterstützung der
Mitgliedsvereine
Finanzen
Forschung, Evidenz
& Bildung
Internationales
Fundraising
Controlling
FachberaterKoordination
Anwaltschaft &
Allianzen zur
UN-Konvention
über Rechte von
Menschen mit
Behinderungen
Int. Öffentlichkeitsarbeit &
CBM-Webseite
Organisationsentwicklung
Kompetenz& Kapazitätsentwicklung
Business Services
Markenstrategie
36
Prof. Allen Foster
J A H R E S B E R I C H T 2011
Querschnittsbereiche
(z. B. Kinderschutz)
Personal
Personalverwaltung
Training &
Personalentwicklung
Anwaltschaft &
Allianzen zur
Entwicklungszusammenarbeit
Int. Personalbeschaffung
EU-Büro
Beratung & Personaldienstleistungen
(Übersee)
Anwaltschaftliche
Dienstleistungen für
CBM
Programmentwicklung
10 Regionalbüros
in Afrika, Asien,
Europa &
Lateinamerika
Programmplanung
Programmkoordination
Nothilfe
Jahresbericht_11_innen_1561_Layout 1 04.06.12 17:05 Seite 37
Mitgliedsverein
Christoffel-Blindenmission Deutschland e. V. (CBM-D)
Direktion Kommunikation
Dr. Rainer Brockhaus
Marketing
Direktmarketing
Spenderservice
Legate &
Großspender
Programme &
Int. Kooperationen
Kampagnen
& Aktionen
Redaktion
Spenderbetreuung
Legate
EU-Anträge
& Abwicklung
Bildungsarbeit
Produktion
& Logistik
Spendenbearbeitung
Großspender
BMZ-Anträge
& Abwicklung
Stiftungsmanagement
Anwaltschaftliche
Arbeit
OnlineRedaktion
Servicestelle
Presse &
Information
Logistik &
Veranstaltungsmanagement
Kirchen & christliche Gruppen
Geschäftsstelle
Potsdam
Direktion Verwaltung & Finanzen
in
Mitgliedsvere e.V.
d
n
la
ch
CBM Deuts
Die Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. (CBM) ist der älteste und größte
Mitgliedsverein mit dem Hauptsitz in
Bensheim und einem Büro in Potsdam. Finanziell trägt CBM Deutschland den größten Anteil der Projektfinanzierung (2011:
rund 36,8 Millionen Euro) und damit eine
besondere Verantwortung für die Umsetzung der CBM-Vision. 61,8 Prozent der
Gesamteinnahmen der internationalen
Organisation kommen von deutschen
Spendern und Kooperationspartnern.
Die internationale Organisation und die
Mitgliedsvereine kooperieren eng miteinander – zum Beispiel durch Erfahrungsund Informationsaustausch oder gemeinsame Marketingaktivitäten.
Direktion
Die Geschäfte des deutschen Mitgliedsvereins führen gleichberechtigt zwei Direktoren. Sie leiten die Aufgabengebiete
Kommunikation sowie Verwaltung / Finanzen als Vorstand gemäß §26 BGB.
Mitarbeiter
Derzeit arbeiten 132 Mitarbeiter für CBM
Deutschland und 80 Mitarbeiter im ErnstChristoffel-Haus in Nümbrecht. Sie werden gemäß den Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen der Diakonie
(AVR) bezahlt.
Reinhold Behr
Personal &
Interne Dienste
IT &
Organisation
Immobilienwirtschaft
& Handwerk
Telefonzentrale
& Netzwerkadministration
Reinigung
Finanzen &
Controlling
Ernst-ChristoffelHaus
ng finden
Die CBM-Satzu
unter
Sie im Internet
tzung
sa
www.cbm.de/
Gästehaus
& Küche
Mitglieder
Oberstes Kontrollorgan der CBM
Deutschland ist die Mitgliederversammlung, die derzeit aus 59 ehrenamtlichen
Mitgliedern besteht. Sie entscheidet über
Grundsatzfragen, nimmt den Jahresabschluss entgegen, beschließt Satzungsänderungen, wählt und entlässt den Missionsrat. Mitglied können alle Christinnen
und Christen werden, die die Ziele der
CBM bejahen und unterstützen. Über die
Aufnahme entscheidet ein Ausschuss aus
sieben Mitgliedern, von denen drei dem
Missionsrat angehören.
Er bestimmt außerdem die Richtlinien der
CBM-Arbeit, legt die Grundsätze der
Geschäftspolitik fest und entscheidet über
die Berufung und Abberufung der Direktoren. Zudem verabschiedet der Missionsrat den Jahreshaushaltsplan sowie den
Jahresabschluss und prüft die Berichte der
Direktion.
Kontrollorgane
Mitgliederversammlung
Missionsrat
Die Mitglieder des Missionsrats werden
als Aufsichtsgremium von der Mitgliederversammlung für eine Amtszeit von vier
Jahren gewählt. Auch der Missionsrat arbeitet ehrenamtlich. Seine Aufgabe ist die
Kontrolle, Beratung und Unterstützung
der Direktion von CBM Deutschland.
kontrolliert
wählt
Missionsrat
kontrolliert
ernennt
Direktion
kontrolliert
Mitarbeiter
37
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Fünf unselbstständige Stiftungen unter dem Dach der CBM
Foto: CBM/Telemans
Stiftungen helfen nachhaltig
Die Erträge der fünf Stiftungen fließen in die Projektarbeit.
Dank Stiftungen kann die CBM dauerhaft helfen und Projekte
besser planen. Die Stiftungen legen das Geld sicher an. So
bleibt ihr Kapitalstock bestehen. Allein die erwirtschafteten
Erträge werden für die Prävention von Krankheiten sowie die
Behandlung von Menschen mit Behinderungen eingesetzt.
Unter dem Dach der Christoffel-Blindenmission (CBM) gibt es mittlerweile fünf
unselbstständige Stiftungen. Da die CBM
diese Stiftungen verwaltet, arbeiten sie ohne
eigenes Personal. Neu hinzugekommen ist
2011 die unselbstständige Abbas-und-
Margarete-Schah-Mohammedi-Stiftung.
Sie unterstützt blinde und sehbehinderte
Menschen im Vorderen Orient, insbesondere im Iran. Der blinde Pfarrer Abbas
Schah-Mohammedi ist der letzte Täufling
Christoffels.
Das Kapital der Ernst-Christoffel-Stiftung
(ECS) erhöhte sich um 319.155 Euro auf
insgesamt 3.162.476 Euro. Die Zuwendungen stammen von mehreren Zustiftern.
Die ECS hat 2011 einen größeren Nachlass erhalten, der u.a. aus einer Immobilie
besteht und abgewickelt wird.
323.990 Euro – der Überschuss der ECS
aus 2011 – werden den Rücklagen der
Stiftung für satzungsgemäße Zwecke zugeführt, also in die Projekte fließen – erneut
ein insgesamt positives Jahresergebnis.
Stiftungskapital
Stand 01.01.2011
Stiftungskapital
Stand 31.12.2011
Zustiftungen
Jahresergebnis
Ausschüttung für
satzungsgemäße Zwecke
Ernst-Christoffel-Stiftung
Ernst-Scheschonk-Stiftung
Ulrike-und-Dr.-EberhardSchunk-Stiftung
Eheleute-Zoch-Stiftung
Abbas-und-MargareteSchah-Mohammedi-Stiftung
2.843.320,65
270.144,44
3.162.475,86
310.144,44
319.155,21
40.000,00
323.989,75
6.627,47
74.131,68
6.360,14
307.000,00
387.000,00
307.000,00
387.000,00
0,00
0,00
8.783,65
-19.256,21
25.881,67
0,00
0,00
10.000,00
10.000,00
31,38
0,00
Summe
3.807.465,09
4.176.620,30
369.155,21
320.176,04
106.373,49
38
J A H R E S B E R I C H T 2011
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Qualitätskontrollen der CBM
Transparenz und Erfahrung
Wussten Sie, dass rund 520.000 Menschen in Deutschland die
Arbeit der CBM regelmäßig unterstützen? Sie machen es möglich, dass wir das Leben von Menschen mit Behinderungen in
den ärmsten Ländern der Welt verbessern können. Deshalb
tragen wir eine große Verantwortung für die nachprüfbare
und zweckbestimmte Verwendung der Spenden. Gerecht werden wir diesen Ansprüchen durch interne und externe Qualitätskontrollen, transparente Kommunikation und durch professionelle Arbeit mit über 100 Jahren Erfahrung.
Wir unterziehen uns freiwillig der jährlichen Prüfung durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen. Seit 1993
führen wir ununterbrochen das DZI-Spendensiegel, „das Gütesiegel für seriöse
Spendenorganisationen“ (Quelle: DZI).
Es steht für Transparenz,
Leistungsfähigkeit, seriöse
Spendenwerbung und belegt,
dass wir mit den uns anvertrauten Geldern verantwortungsvoll umgehen.
Eine unabhängige, von der Mitgliederversammlung eingesetzte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüft jährlich die intern
erstellten Jahresabschlüsse. Die Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2011
wurde von der bundesweit tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon vorgenommen und führte zu keinerlei Einwendungen. Eine regelmäßige Außenprüfung der relevanten Steuerarten erfolgt
durch die zuständigen Finanzbehörden.
Kooperationen mit BMZ, EU
Wir schaffen Transparenz
Der Transparenzpreis der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers und der Georg-August-Universität
Göttingen zeichnet alle zwei Jahre deutsche Spendenorganisationen aus, die die
Öffentlichkeit in „vorbildlicher Weise über
Beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) und der Europäischen Union (EU)
reicht die CBM regelmäßig Kofinanzierungsanträge ein. Das Erstellen der Anträge und die spätere Abwicklung der Projekte, also Implementation der eingeworbenen Gelder, erfordern detaillierte
Unterlagen und transparente Verwendungsnachweise.
Ziele, Aktivitäten und Finanzlage ihrer Organisation“ informieren. Auch im Jahr
2010 wurden wir für unsere qualitativ
hochwertige Berichterstattung prämiert.
Die CBM hat überdies Beraterstatus bei
den Vereinten Nationen (UN) und ist von
der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
als Fachorganisation anerkannt.
Wir konnten außerdem Mitglied der „International Non-Governmental Organisation (INGO) Accountability Charter“ werden. 2011 reichten wir zum ersten Mal
einen Rechenschaftsbericht ein, der über
unsere ökonomische, umweltverträgliche
und soziale Leistung, das Führungsverhalten und die Arbeitsprinzipien transparente Auskunft gibt. Der Bericht ist nach
der Vorlage der „Global Reporting Initiative“ (GRI) erstellt .
Kontrolle der Partnerprojekte
Qualitätssicherung in den CBM-geförderten Projekten ist uns überaus wichtig. Mitarbeiter unserer Regionalbüros und medizinische Fachberater besuchen unsere Projektpartner deshalb regelmäßig, prüfen die
zweckbestimmte Verwendung der Spendengelder und helfen bei der effektiven
Umsetzung der Projektvorhaben. Monitoring ist ein fester Bestandteil unseres Pro-
jektmanagements (siehe Seiten 40 / 41).
Die Projekte sind verpflichtet, regelmäßig
Berichte einzureichen und ihren Jahresabschluss von einem unabhängigen Prüfer
kontrollieren zu lassen.
Grundlage für die Auswahl von neuen
Partnern sind zahlreiche Kritierien: Projektpartner müssen u.a. amtlich registriert
sein, über eine Finanzierungsstrategie für
die nächsten zwei bis vier Jahre und über
interne Kontroll- und Reportingsysteme
verfügen. Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten, müssen sie Kontakte zu örtlichen
und nationalen Institutionen pflegen.
Interne Kontrollsysteme
Als große internationale Spendenorganisation hat die CBM klare Regelungen für
die Vergabe von Aufträgen an externe
Dienstleister (z.B. Druckereien). Bei Neuvergabe von Aufträgen ab 5.000 Euro
müssen drei Angebote vorliegen. In der
Regel wird das günstigste ausgewählt. Bei
bestehender Zusammenarbeit mit Dienstleistern holen wir regelmäßig Vergleichsangebote ein, um das Preis-LeistungsVerhältnis zu prüfen.
Die Zahlungsfreigabe unterliegt hierarchischen Zeichnungsberechtigungen. Die
Zahlung erfolgt grundsätzlich durch zwei
Bankbevollmächtigte aus den Referatsleitungen bzw. der Direktion.
Der Budgetprozess innerhalb des deutschen Vereins durchläuft mehrere Entscheidungsstufen bis hin zur Verabschiedung durch den Missionsrat. Die Budgetverantwortlichen haben jederzeit Zugriff
auf die Soll / Ist-Vergleiche ihrer Kostenstellen. Dadurch können Entwicklungen
frühzeitig erkannt und gesteuert werden.
Ziel: stetige Verbesserung
Wir wollen uns stetig verbessern und suchen durch die Teilnahme an Benchmarkstudien den direkten Vergleich mit anderen Organisationen. Eigene Stärken und
Schwächen werden so identifiziert und
Prozesse verbessert.
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Projekte effektiv umsetzen und Erfolge messen
Foto: CBM/Shelley
Projektmanagement der CBM
Vor jedem neuen Projekt erstellt die CBM eine umfassende Situationsanalyse der
Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen.
Die internationale Programmarbeit der CBM folgt den Richtlinien eines etablierten Projektmanagements. Die Planung und
Umsetzung von neuen Projekten fußt auf umfassender Analyse, begleitender Beratung und Wissenstransfer. Denn gesammelte Erfahrungen sind die Grundlage für eine stetige Verbesserung unserer Arbeit für Menschen mit Behinderungen.
Weltweit basiert die Projektarbeit der
CBM auf einem standardisierten Projektzyklus, der aus vier Phasen besteht.
Bevor die CBM mit einem neuen Projekt
beginnt, wird zunächst der Bedarf vor Ort
analysiert.
gibt es? Haben behinderte Menschen Zugang dazu? Wie werden sie über ihre
Rechte oder über Rehabilitationsangebote
informiert? Des Weiteren folgt eine Analyse aller Stakeholder (Anspruchsgruppen): Welche Interessenverbände und Organisationen sind vor Ort aktiv? Welche
Rolle spielt die Regierung? Wie arbeiten
diese Akteure zusammen?
Betrachtet wird zum einen die sozio-ökonomische Situation und deren Auswirkungen auf das Leben von Menschen mit Behinderungen: Welches Gesundheitssystem
Ziel dieser Analysen ist es, die Bedarfe
von Menschen mit Behinderungen im Projektkontext zu identifizieren und zu gewichten.
Phase 1: Situationsanalyse
40
J A H R E S B E R I C H T 2011
Phase 2: Projektplanung
Wenn die Bedarfe und die Akteure identifiziert sind, geht es daran, die Projekte zu
planen. Konkrete Ziele, Maßnahmen, wie
sie erreicht werden können, sowie Indikatoren zur Überprüfung der Fortschritte
werden festgelegt. Stets spielt die erwartete Wirkung unserer Planung die entscheidende Rolle.
Die CBM verwendet verschiedene Methoden, beispielsweise ein „Participatory
Rural Appraisal“ (PRA), in dem Menschen vor Ort mit ihrem Wissen über
lokale Gegebenheiten in die Projektplanung mit einbezogen werden. Außerdem
nehmen wir eine Risikoanalyse vor, in der
mögliche Probleme erfasst, präventive
Maßnahmen getroffen und ein Plan B festgelegt wird: Ist die politische Lage in einer
Region z. B. äußerst instabil, wird von
vornherein eine Ausweichregion ernannt.
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Phase 3: Durchführung und
Monitoring
fen konnten, werden konsequent eingearbeitet, um das Projekt zu verbessern.
Ein intensiver Dialog begleitet die Umsetzung der geplanten Schritte zwischen
durchführenden lokalen Partnern und der
CBM. Die Entwicklung wird in strukturierten Berichten festgehalten.
Phase 4: Evaluierung & Lernen
Bei Bedarf werden im Verlauf Anpassungen vorgenommen. So kann es sein, dass
sich rechtliche Rahmenbedingungen verändern (etwa Regeln für die Zuweisung
von Baugrund) oder dass eine unvorhergesehene Projektentwicklung die nächsten
Schritte beeinflusst. Wenn zum Beispiel
eine erste Trainingsmaßnahme überaus erfolgreich war, sind weitere Trainings unter
Umständen nicht mehr notwendig.
Das eingeplante, nicht mehr benötigte
Geld kann nun für andere Zwecke im Projekt verwendet werden. Beispielsweise
können zusätzliche Außeneinsätze durchgeführt werden, um noch mehr Menschen
zu erreichen und zu untersuchen.
Die unabhängige Evaluierung der CBMProjekte spielt eine wichtige Rolle für
Lernprozesse und die Rechenschaftslegung. Evaluiert wird entweder im Verlauf
eines Projekts, gegen Projektende oder
nach Ablauf eines Projekts. Verwendet
wird hier z. B. die „Most Significant
Change“-Methode – eine Befragung von
Menschen mit Behinderungen im jeweiligen Projekt, mit der auch unerwartete Wirkungen erfasst werden.
Globale Indikatoren
Derzeit werden qualitative, „globale
Indikatoren“ erarbeitet, die die Wirksamkeit der CBM-Arbeit beschreiben.
Die „Monitoring, Evaluation und Learning“-Initiative (MEL) hat das Ziel, die
Inklusions-Wirkung der CBM-Arbeit zu
erfassen und messbar zu machen. Damit
wollen wir noch besser Rechenschaft
über unsere Arbeit ablegen und transparenter werden. Dies tun wir, indem wir
sowohl quantitativ als auch qualitativ
aufzeigen, wie die CBM zu einer inklusiven Welt beiträgt.
Inklusionswirkung messen
Ziel ist es, unmittelbar vom Projektablauf
zu lernen und das Gelernte nicht nur für
das laufende Projekt, sondern auch für die
Umsetzung neuer Projekte zu nutzen.
Zum Beispiel konnten die Erfahrungen
mit der HNO-Arbeit in Sambia auf Madagaskar übertragen werden. Ein Personalaustausch wurde organisiert, um den Erfahrungsschatz weiterzugeben.
Jegliche Rückmeldungen der Menschen
mit Behinderungen, denen wir bereits hel-
Die globalen Indikatoren sollen zum
Beispiel folgende Sachverhalte messen:
Setzen wir um, was wir versprechen?
Fördern wir Inklusion? Wie inklusiv sind
wir? Betrachtet werden individuelle,
organisatorische und gesellschaftliche
Veränderungen. Indikatoren für mehr Inklusion auf der Individualebene von
Menschen mit Behinderungen sind zum
Beispiel ein gestiegenes Selbstwertgefühl
oder eine größere Unabhängigkeit.
Qualitative Befragungen
Phase 1:
Situationsanalyse
Phase 4:
Evaluierung &
Lernen
Feedback/
Lessons
Learned
Phase 2:
Projektplanung
Phase 3:
Durchführung und
Monitoring
Die globalen Indikatoren werden zusammen mit vier Partnern auf vier Kontinenten entwickelt und stützen sich auf
Feldstudien, d.h. Befragungen von etwa
100 Menschen mit Behinderungen
sowie von Partnern und Stakeholdern
wie etwa Regierungen. Fragen an Menschen mit Behinderungen sind zum Beispiel: Was hat die Operation verändert?
Wie hat sich das Leben nach der Operation verändert? Welchen Beitrag hat das
Projekt dazu geleistet? Mögliche Fragen
an Partner sind: Welche Veränderungen
wollt ihr bei euren Klienten sehen?
Diese Indikatoren zeigen zudem auf, wie
sich die CBM verbessern kann, um noch
mehr Menschen mit Behinderungen zu
erreichen.
Der Projektzyklus der CBM-Arbeit: Bei allen Schritten ist die konsequente Einbeziehung
der Zielgruppe – Menschen mit Behinderungen – wichtig.
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Verantwortlich handeln
Selbstverpflichtungen
Die CBM setzt sich für hohe Standards im Umgang mit Hilfsempfängern, Spendern und der Öffentlichkeit ein. Als Grundlage dient ihr die Vereinssatzung. Ergänzend hat die CBM
eigene Richtlinien erstellt und sich auf andere Kodizes
verpflichtet – ein Zeichen dafür, wie wichtig der Organisation
ethisches und verantwortungvolles Handeln ist.
Kinder mit Behinderungen sind besonders
gefährdet, Opfer von Missbrauch zu werden. Die CBM stellt sich auf ihre Seite:
Sie unterstützt die UN-Kinderrechtskonvention und hat strenge Richtlinien zum
Schutz von Kindern und gefährdeten Personen erlassen. Darin verpflichten sich die
Unterzeichner, „Kinder mit oder ohne Behinderung (sowie gefährdete Erwachsene)
vor sexueller Ausbeutung und sexuellem,
emotionalem oder physischem Missbrauch
sowie Vernachlässigung zu schützen“.
CBM-eigene Richtlinien regeln auch den
Umgang mit Spendern. Hierin verpflichtet sich die Organisation u.a. dazu, im Einklang mit nationalen Gesetzen und Richtlinien zu handeln, zügig, ehrlich und offen
auf Anfragen zu reagieren und in der
Spendenwerbung auf Übertreibungen,
irreführende Fotos oder Mitteilungen zu
verzichten. Die vollständigen CBM-Richtlinien finden Sie im Internet unter:
ng
stverpflichtu
selb
www.cbm.de/
Richtlinien zum Kinderschutz
Alle CBM-Mitarbeiter müssen diesen Verhaltenskodex unterzeichnen, befolgen und
sich mit Prävention und Fallmanagement
vertraut machen. Auch verpflichtet die
CBM ihre Projektpartner, eigene Kinderschutzsysteme zu entwickeln.
Mitglieder und vertritt sie gegenüber der
Bundesregierung. Der Verband bietet den
Organisationen Raum, verbindliche Richtlinien für die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen sowie Standards für deren
Umsetzung zu entwickeln. Die CBM war
maßgeblich an der Erstellung des
„VENRO-Verhaltenskodex zu Transparenz, Organisationsführung und Kontrolle“ beteiligt. Er verpflichtet die Mitglieder u.a. zu transparenter Kommunikation in der Spendenwerbung und zu einem
effizienten Einsatz der Mittel.
Laut dem „VENRO-Kodex Entwicklungsbezogene Öffentlichkeitsarbeit“ sind
VENRO-Mitglieder in ihrer Berichterstattung u.a. verpflichtet, die Würde der Menschen in Projektländern zu wahren.
Nothilfe-Verhaltenskodex
VENRO-Verhaltenskodizes
In der Nothilfe hat sich CBM dem Verhaltenskodex des Roten Kreuzes verpflichtet.
Die CBM ist aktives Mitglied bei
VENRO, Verband Entwicklungspolitik
deutscher Nichtregierungsorganisationen,
dem derzeit 114 Organisationen angehören. VENRO bündelt die Interessen seiner
Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention achtet die CBM darauf, dass Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe
inklusiv sind, damit auch behinderte Menschen Hilfe erhalten.
Gemeinsam mehr erreichen – dank Kooperationen
Dank erfolgreicher Kooperationen konnte
die CBM behinderten Menschen noch
effektiver helfen. Hier eine Auswahl:
Firmen engagieren sich
Mit der Aktion „Augen für Augen“ engagierten sich z. B. die Ärzte der Kölner
Augenklinik am Neumarkt. Pro Sehfehlerkorrektur durch Augenlaser oder implantierter Linse spendeten sie einen Teil ihres
Ärztehonorars an die CBM für den Kampf
gegen vermeidbare Erblindung in Nepal.
Die medica Medizintechnik GmbH unterstützte die CBM erneut mit Sachspenden.
Sie spendete für Projekte in Bangladesch
und Afrika acht Bewegungstrainer, die
z. B. für die Therapie von Wirbelsäulenverletzungen eingesetzt werden.
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J A H R E S B E R I C H T 2011
Neun Mitarbeiter des Stuttgarter Augenoptikers Kästner GmbH & Co. KG reisten
im November 2011 auf die Philippinen,
um dort 600 Schülern Brillen anzupassen.
Dafür schickten die Augenoptikermeister
rund 2.000 Gläser voraus. Die Fassungen
kaufte CBM vor Ort ein.
Nikolai-Optik aus Kriftel bot allen Interessierten im Sommer 2011 an, einen liebevoll restaurierten Strandbuggy für einen
Tag auszuleihen und bat dafür um eine
Spende zugunsten der CBM.
Mit seiner Rest-Cent-Aktion begünstigte
das Unternehmen SAP auch die CBM. Bei
der Aktion erhalten die Mitarbeiter die
Möglichkeit, die Centbeträge ihres Gehalts
zu spenden. Das Geld kam einem Projekt
in Südafrika zugute, in dem Mütter behin-
derter Kinder den verantwortungsvollen
Umgang mit ihren Kindern erlernen.
Die Carl Zeiss Meditec unterstützte 2011
erneut die „Woche des Sehens“ finanziell.
Erfolgreiche Partnerschaften
Der Verein Vision for the World unterstützt die CBM seit 2004. 2011 stattete er
erneut ein Augenhospital in Indien sowie
die Augenklinik in Biratnagar/Nepal mit
medizinischen Geräten aus. Darüber hinaus finanzierte er ein Stipendium zur
Ausbildung eines Ophthalmologen.
Die CBM und die Lions Clubs International verbindet eine jahrzehntelange erfolgreiche Partnerschaft. Mehr Informationen
unter: www.cbm.de/lions
Firmen und Kooperationspartner
Herzlichen Dank!
Die Christoffel-Blindenmission dankt ganz herzlich all ihren
Spenderinnen und Spendern sowie Partnern, die sie im vergangenen Jahr mit Geld- und Sachspenden oder persönlichem
Engagement unterstützt haben. Sie alle haben dazu beigetragen, noch mehr Menschen in Entwicklungsländern zu helfen!
Ernst Jakob Christoffel
CBM-Historie
1908
gründet Pastor Ernst Jakob Christoffel in
der türkischen Stadt Malatia ein Heim für
blinde und anders behinderte Kinder und
Waisen. Ein weiteres in Täbis/Iran folgt.
Freundeskreise finanzieren seine Arbeit.
1955
stirbt Christoffel mit 78 Jahren in
Isfahan/Iran.
1966
wird die weltweit erste Katarakt-Operation
der CBM durchgeführt (Afghanistan).
Akzente-Verein
1967
Die Projektarbeit wird auf Afrika und
Asien ausgeweitet. Lateinamerika folgt.
1975
entsteht ein eigenständiger CBM-Verein in
den USA. Weitere Vereine folgen.
1989
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
erkennt die CBM als Fachorganisation zur
Verhütung und Heilung von Blindheit an.
2002
die Projektarbeit wird dem internationalen
Verein Christoffel-Blindenmission/Christian Blind Mission International e.V. übertragen.
2008
feiert die CBM mit einer Jubiläumskampagne ihr 100-jähriges Bestehen.
PAUL UND
CHARLOTTE
KNIESE
STIFTUNG
2010
Die CBM feiert die 10-millionste Operation am Grauen Star.
2011
„Eine Milliarde Menschen weltweit sind
behindert“ ergibt der erste Weltbehindertenreport, der von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Weltbank erstellt wurde.
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Foto: CBM
HERZLICHEN DANK
allen Freundinnen und Freunden
der Christoffel-Blindenmission,
die uns im Jahr 2011 unterstützt haben.
Konto 2020
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Diesen Jahresbericht können
Sie auch als barrierefreies PDF
im Internet herunterladen:
www.cbm.de/jahresbericht