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Jugend und Wirtschaft
S E I T E 20 · D O N N E R S TAG , 3 . JU L I 2 0 1 4 · NR . 1 5 1
F R A N K F U RT E R A L LG E M E I N E Z E I T U N G
Schüler schreiben: Ein Projekt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Bundesverbandes deutscher Banken
Mit Marlene
sitzt man gern
in den Nesseln
Jeff Koons hat eine blühende Phantasie
Ein deutscher
Mittelständler fertigt
für den Starkünstler
Werke aus Stahl. Der
erzählt im Gespräch,
was ihn antreibt und
warum er der Arnold
AG vertraut.
b Geländersysteme für Flughäfen oder die Brücke zwischen
den Türmen der Deutschen
Bank – die Arnold AG aus Friedrichsdorf nördlich von Frankfurt verarbeitet Metall zu ganz unterschiedlichen Produkten. Bekannt wurde sie als „Züchter“
der teuersten Tulpen der Welt: Für einen
der Stars der internationalen Kunstszene,
den Amerikaner Jeff Koons, hat sie die
„Tulips“ hergestellt. Dieses Kunstwerk ist
3,5 Tonnen schwer, zwei Meter hoch, fünf
Meter lang und viereinhalb Meter breit.
Die Arnold AG hat es innerhalb von zwei
Jahren in 15 000 Arbeitsstunden in ihrem
Werk in Steinbach-Hallenberg, einem
Dorf in Thüringen, gefertigt. Die Tulips
bestehen aus sieben verschiedenfarbigen,
überdimensionalen Tulpen in der Gestalt
von Luftballonfiguren, wie sie Clowns im
Handumdrehen für Kinder herbeizaubern. Die elastisch wirkende Oberfläche
täuscht darüber hinweg, dass sie aus Edelstahl sind. Er ist hochlegiert und gut polierbar, wie Geschäftsführer Uwe Arnold
erklärt.
Von dem Kunstwerk gibt es fünf Exemplare. Eines wurde Ende 2012 für 33,7
Millionen Dollar in einer New Yorker
Auktion an die Hotelkette Wynn versteigert. Es steht nun in deren Resort in Las
Vegas. Doch die Tulips sind nicht die teuerste Skulptur aus Koons berühmter Celebration Serie. Den Rekord hält der Balloon-Dog, ein riesiger Hund, ebenfalls im
Luftballon-Look, der 58,4 Millionen Dollar einbrachte.
Arnold hat die Tulips nicht nur hergestellt, sondern auch Spezialkonstruktionen angefertigt und Sonderwünsche erfüllt. Vor dem Verkauf an Wynn war das
Kunstwerk in der Norddeutschen Landesbank in Hannover in einem See über einer Tiefgarage installiert. Die riesigen Tulpen mussten mit einem ebenfalls riesigen
Kran in den See gehoben werden. Außerdem entwickelte Arnold eine Unterkonstruktion, die so abgedichtet wurde, dass
kein Wasser in die Garage laufen konnte.
Jedes Jahr unterzog man die stählernen
Blumen einer gründlichen Reinigung.
Und nach sechs Jahren mussten die Tulpen zurück ins „Gewächshaus“: Im Steinbach-Hallenberger Werk wurden sie vor
der Auktion von Grund auf erneuert. Farbe und Lack wurden entfernt, der Edelstahl wurde überpoliert, neue Farbe und
neuer Lack wurden aufgebracht.
Er habe eine Leidenschaft für große
Kunstwerke, weil „Kunst heutzutage mit
vielen anderen Medien konkurrieren
Umweltfreundliche Stoffe
aus Brennnesseln
uf der Schwäbischen Alb baut die
Mattes & Ammann GmbH & Co.
KG direkt vor ihrer Haustür eine
besondere Art der Brennnessel an, in die
das inhabergeführte Unternehmen große
Erwartungen setzt. Nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Christoph Larsén-Mattes habe sie das Potential, Baumwolle in der Kleiderproduktion
zu ersetzen.
Der mittelständische Textilproduzent
mit Sitz in Meßstetten-Tieringen fertigt
Maschenware aus Faserfäden, die in
Schleifen ineinander verschlungen und
miteinander verstrickt werden. Rund 300
Mitarbeiter wirken und stricken an 500
modernen Maschinen jährlich zwischen
50 und 60 Millionen Quadratmeter solcher textiler Maschenstoffe, wie Prokurist
Werner Moser erklärt. Daraus generiere
man einen jährlichen Umsatz von rund
60 Millionen Euro und sei Europas größter Hersteller von Maschenstoffen. Auf
der ganzen Welt gehöre man „zum kleinen Kreis führender Hersteller“.
Nach dem wirtschaftlichen Einbruch
in der textilen Modebranche Anfang der
siebziger Jahre gelang Mattes & Ammann
eine Neuausrichtung der Geschäftsstrategie; statt modischer Maschenstoffe stellte
man verstärkt technische Textilien her.
Tagtäglich begegnen einem Stoffe und
Funktionstextilien des Unternehmens.
Mehr als die Hälfte der hergestellten Stoffe finden Anwendungen in der Fahrzeugindustrie. Beispiele sind Sitzbezüge und
Hutablagen in Autos der Hersteller Daimler, BMW, Volkswagen und Renault. Auch
die Veloursbezüge in sämtlichen ICE-Zügen kommen von dort. Der restliche Umsatz stammt aus mehr als 25 weiteren
Branchen. So fertigt man Bezugsstoffe
für Matratzen ebenso wie Flaggen für die
Olympischen Sommerspiele. Je nach Gewicht, Beschaffenheit und Veredlungsverfahren reicht die Preisspanne von 15 Cent
bis 30 Euro je Quadratmeter.
Für seine Produkte benötigt Mattes &
Ammann jedes Jahr rund 5000 bis 6000
Tonnen Rohmaterial. Dazu gehören rund
1000 Tonnen Baumwolle. Sie wird bisher
hauptsächlich aus Indien bezogen. Allerdings verbraucht der Anbau von Baumwolle große Mengen an Wasser. Außerdem ist die Baumwolle sehr anfällig gegenüber Schädlingen; deshalb entfällt auf
sie ein Großteil des globalen Insektizideinsatzes.
„Im Jahr 2010 kam es auf dem globalen
Markt zu einem sprunghaften Anstieg der
Baumwollpreise. Wir wollten uns daraufhin nach einer sowohl aus ökonomischer
als auch aus ökologischer Sicht vertretbaren Alternative umsehen“, berichtet Prokurist Moser. Auf ihrer Suche stießen die
Älbler auf ein Gewächs, das auf ihren kargen Böden gedeiht und mit dem rauhen
Klima zurechtkommt. Auf einem ein Hektar großen Feld baute Mattes & Ammann
2012 etwa 40 000 Brennnesseln an und
erntete diese im Oktober 2013. Moser
glaubt, dass die Brennnessel, die man auf
den Namen Marlene getauft hat, „eine
reelle Chance hat, die Baumwollfaser
vom Markt zu verdrängen“.
Um eine ebenso hohe Qualität zu erreichen, wie Baumwolle sie hat, kooperierten die Schwaben im Vorfeld mit dem Institut für Pflanzenkultur in Schnega, das
aus einem Forschungsprojekt der Universität Hamburg hervorgegangen ist, und
den Deutschen Instituten für Textil- und
Faserforschung in Denkendorf. Nach erfolgversprechenden Auslesezüchtungen
der Hamburger Universität gelang es dem
Institut für Pflanzenkultur, den Faseranteil von anfangs 4 Prozent auf durchschnittliche 17 Prozent zu steigern. Aus
den bis zu 2,5 Meter hohen Nesselpflanzen können Fasern mit einer Länge von
sechs Zentimetern gewonnen werden.
Aus ihnen könne ein Garn gesponnen
werden, das dem der Baumwolle in nichts
nachstehe, heißt es vom Unternehmen.
Dies bestätigt Evelin Tetzner von der Consulting und Service für pflanzliche Rohstoffe GmbH aus Dresden, die mit Mattes
& Ammann kooperiert: „Die Züchtung
ist atmungsaktiv, reißfest und hat – anders als Baumwolle – einen seidigen
Glanz.“ Moser fügt hinzu: „Unsere Marlene ist ähnlich, wenn nicht sogar angenehmer zu tragen als Kleidungsstücke aus
Baumwolle.“
Wegen des vielversprechenden Anfangs hat Mattes & Ammann in Ungarn
auf vier Hektar Brennnesseln angepflanzt. Um die derzeitige Menge an
Baumwollstoffen zu ersetzen, die das Unternehmen jährlich produziert, müssten
aber auf 8000 Hektar Brennnesseln angepflanzt werden. Daher sucht Mattes &
Ammann auf der ganzen Welt nach Standorten.
Derzeit ist die Gewinnung der Brennnesselfaser zudem zwei- bis dreimal teurer als die Gewinnung der Baumwollfaser. Der Preisunterschied liegt laut Larsén-Mattes nicht am Erntepreis von Marlene, sondern daran, dass es kein preisgünstiges industrielles Aufschlussverfahren gebe, das die Trennung der Faser vom
sogenannten Holz der Fasernessel ermögliche. In die Entwicklung eines solchen
Verfahrens müsste man weitere Millionen investieren. Doch zunächst steht anderes an: Nach Angaben von Larsén-Mattes erscheint demnächst die erste eigene
Kollektion aus Marlene.
A
O
So gelingt das Kunststück, Blüten in Umlauf zu bringen: Die Tulips von Jeff Koons im Hotel Wynn in Las Vegas.
muss. Durch Größe kann Kunst an Wichtigkeit gewinnen“, erklärt Koons im persönlichen Gespräch. Doch wie wird man
ein weltberühmter Künstler? Das erzählt
Jeff, wie er sich vorstellt, bei einem Kaffee auf einem seiner Besuche in Deutschland. Er ist etwas müde von der Reise,
trägt Pulli, Jeans, Sportschuhe und sagt
mit einem überaus sympathischen Lächeln: „Meine ältere Schwester war früher immer in allem besser als ich, und ich
konnte sie nie überbieten. Bis zu dem
Tag, als ich feststellte, dass ich ganz gut
malen konnte, womit ich im Alter von
drei Jahren angefangen hatte. Ich habe immer mehr gemalt, um immer besser zu
werden. Besser als sie!“ Er schmunzelt.
„Ich habe damals gelernt, dass es beim
Malen und Zeichnen hauptsächlich um
Gefühle geht, und ich diese auch beeinflussen kann. Kunst ist wie Freiheit. Im
Leben gibt es Regeln, Grenzen und moralische Vorschriften, die für die Kunst
nicht gelten. Wichtig ist allerdings, dass
man nichts und niemanden für das, was
man ist, verurteilt.“ Sein Vater, der ein In-
nenarchitektur-Büro besaß, habe ihn immer unterstützt. „Als ich 13 oder 14 war,
habe ich für seine Kunden ein französisches Gemälde nachgemalt, das er auch
in seinem Schaufenster ausstellte.“ Jeff
holt umständlich sein Smartphone aus
der Hosentasche, um das Gemälde zu zeigen. „Wenn mir jetzt nur einfallen würde,
wie man den Künstler schreibt.“ Er tippt
einige Schreibweisen in sein Handy.
Koons besuchte verschiedene Kunsthochschulen. Irgendwann entwarf er für
einen Kunstkalender verschiedene kleine Gegenstände für jeden der zwölf Monate und fotografierte sie. Als er fertig
war, merkte der heute 59-Jährige, dass es
sich um eine komplett neue Kollektion
handeln könnte: „Ich fand es zu gut, um
es nur für diesen Kalender zu verwenden.“ Die Gegenstände wurden die
Grundlage für seine Celebration Serie.
Von jedem Objekt der Serie gibt es fünf
Exemplare, allerdings niemals in derselben Farbe. „Ach, ich kann mich nie entscheiden, ich finde, Blau ist genauso bedeutend und so viel wert wie Grün, genauso wie Rot oder Gelb.“
Die Kunstsammlung von DaimlerChrysler, vertreten durch Hans Baumgart, wollte zu dieser Zeit eine Skulptur
kaufen, doch Koons fehlte der passende
Hersteller. Baumgart schlug die Arnold
AG vor. Schon bald darauf trafen sich
Uwe Arnolds Vater, Rolf Arnold, und
Koons in New York – und verstanden sich
gut. Seitdem hat man fünf Projekte mit unterschiedlichen Stückzahlen gemeinsam
verwirklicht. 2001 begann die Fertigung
der Tulpen. Koons produzierte mit seinen
Assistenten einen Kunststoff-Prototyp in
Originalgröße. Bei Arnold übernahmen
acht Mitarbeiter die Entwicklungsarbeit.
Danach begann die Herstellung. Jede Blüte wurde in einer individuellen Farbe lackiert und die Oberfläche mit der Hand
verzerrfrei poliert. Wegen hoher Anforderungen an die Präzision mussten Arbeitsschritte wie Brünieren, Elektropolieren,
Verchromen und Schleifen wiederholt
durchgeführt werden.
Nicht zuletzt durch Koons Aufträge
wurde der Mittelständler auch zu einer
Kunstmanufaktur. „Trotz der Aufträge eines Megastars bleibt sich die Arnold AG
Foto Mauritius Images / Alamy
aber treu“, sagt Uwe Arnold. „Das Kerngeschäft besteht aus handwerklichen Leistungen für die Industrie und die Bauwirtschaft.“ 2013 machte Arnold einen Umsatz von 48,5 Millionen Euro. Davon entfielen rund 40 Prozent auf die Industrie
und etwa 60 Prozent auf Designbauteile
inklusive Kunst. Das Unternehmen beschäftigt rund 350 Mitarbeiter.
Während der Herstellung der Tulips
war Koons öfters vor Ort. „Ich vertraue
Arnolds Mitarbeitern, da sie meine Ideen
umsetzen, aber dennoch bei Komplikationen selbst nach Lösungswegen suchen“,
lobt er. Und wie sieht es bei ihm zu Hause
aus? Er lacht. „Vor allem ziemlich belebt.
Ich wohne mit sechs meiner acht Kinder
und meiner Frau, die auch Künstlerin ist,
zusammen. Wir haben gerade mal zwei
Werke von mir, ansonsten besitze ich Picasso, Monet, Dalí und Riemenschneider.“ Koons schaut von seinem Smartphone auf und ruft erleichtert: „Jetzt
habe ich’s! Der Franzose von damals
heißt: Nicolas Lancret.“
Victoria Diederich
Ricarda-Huch-Schule, Dreieich
Der Werbung Raum geben
Maschinen greifen zur Flasche
Wie man ein Auto in der Luft schweben lässt
Leere Bierflaschen, die wieder verschlossen wurden, werden blitzschnell entkorkt
s gibt sie schon seit Jahren in Science-Fiction-Filmen, der Ingenieur
Dennis Gábor erfand die Holographie bereits Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, und sie fasziniert die Menschen
noch heute – zum Beispiel wenn man in
einem Flughafen ist und plötzlich ein
Auto entdeckt, das in der Luft zu schweben scheint. Möglich machen dies 3D-Displays. Entwickelt hat sie die Realeyes
GmbH in Kiel, die nach Angaben von
Philipp von Trotha, einem der beiden Geschäftsführer, das einzige Unternehmen
auf der Welt ist, das Displays dieser Art
herstellt. Der seit Ende 2010 ausgereifte
Herstellungsprozess funktioniert wie die
Entwicklung eines Fotos in der Dunkelkammer: Ein bis zu drei Quadratmeter
großer Film wird mit einem am Computer animierten dreidimensionalen Motiv
belichtet, und das 250 000 Mal aus 30 000
verschiedenen Blickwinkeln, durch jede
der streichholzkopfgroßen Linsen ein
Mal. Durch die Linsen ist das Motiv jeweils aus einer Perspektive zu sehen, die
sich verändert, sobald sich der Betrachter
bewegt. So wirkt das Bild räumlich.
Zu sehen ist das beworbene Produkt
dann vom Mittelpunkt aus in alle Richtungen bis zu einem Winkel von zwanzig
Grad; es ragt bis zu einem Meter aus der
Fläche heraus, und dahinter sind kleinere
Details in der Tiefe zu entdecken – das
zieht viel Aufmerksamkeit an. So stehen
Passanten im Schnitt 80 Sekunden vor
den Plakaten und versuchen, sich die
Funktionsweise der Technik begreiflich
zu machen, wodurch sich die Werbebotschaft besonders gut einprägt.
Da die Produktionskosten relativ hoch
sind, hat das Produkt aber seinen Preis.
„Der Kaufpreis liegt bei 5500 Euro je Quadratmeter“, sagt von Trotha. „Insgesamt
kostet ein Standort zur Miete, der für mindestens drei Monate gebucht werden
muss, etwa 9000 Euro im Monat. Große
Kunden des Unternehmens sind Microsoft, Daimler und die Deutsche Telekom.
Die Auftragsvolumina liegen zwischen
5000 und 400 000 Euro. Der mit den Dis-
ichael Bäcker nimmt einen kräftigen Schluck aus der Flasche.
Der dazugehörige Kronkorken
liegt auf dem Tisch. Keinesfalls würde
Bäcker auf die Idee kommen, ihn achtlos
in den Papierkorb zu werfen. Schließlich
dreht sich sein Berufsleben um die kleinen Flaschenverschlüsse. Vor 46 Jahren
gründete Bäckers Großvater, Wilhelm
Rink, im siegerländischen Kreuztal-Littfeld das erste Unternehmen, das Automaten zur maschinellen Entkorkung des zurückgenommenen Leergutes herstellte.
Er war mit der Eigentümerfamilie der
Brauerei Krombacher befreundet und erfuhr von dieser, welch großer Aufwand
dadurch entstand, dass ordnungsliebende Bierkonsumenten ihre geleerten Flaschen mit den zuvor entfernten Kronkorken wieder verschlossen. Jeden Tag
mussten bis zu 40 000 Flaschen per
Hand nochmals entkorkt werden, bevor
sie gereinigt werden konnten.
Rund fünf Jahre später hatte Rink die
erste marktfähige Maschine, den Kastenentkorker, entwickelt. Er konnte für
das Entkorken ganzer Bierkästen eingesetzt werden. Rink hatte damit eine
Marktnische entdeckt und traf sofort
auf eine große Nachfrage und konnte
weiter wachsen. Noch heute trägt der
Kastenentkorker erheblich zum Geschäftserfolg der Rink GmbH & Co.
KG bei.
Sechs Jahre später, 1979, übernahm
Rinks Tochter Ursula mit ihrem Mann,
dem Diplom-Ingenieur Hans-Jochen Bäcker, die Führung der Firma. Sie brachten eine Maschine auf den Markt, die
auch Schraubverschlüsse öffnen konnte,
und nannten sie Entschraubermaschine.
Auch diese verkaufte sich gut. Den Kastenentkorker entwickelten sie zu einer
leistungsstärkeren Maschine; mittlerweile schafft er als Rotationsentkorker 4200
Kästen in der Stunde. Sie laufen nun auf
einem Band auf eine sich kontinuierlich
drehende Walze zu, die die Verschlüsse
mündungsschonend nach dem Flaschenöffnerprinzip entfernt.
E
M
plays erzielte Umsatz lag 2013 bei gut
500 000 Euro, in diesem Jahr soll er auf
mehr als eine Million Euro steigen.
Realeyes entwickelte sein Produkt und
die notwendigen Maschinen zusammen
mit dem Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg und
der Christian-Albrechts-Universität zu
Kiel. Heute baut man die Einzelteile verschiedener Zulieferer mit acht Mitarbeitern zusammen. Gleichzeitig arbeitet das
Unternehmen an der Verwirklichung neuer Ideen, zum Beispiel an der Erweiterung der Werbefläche von drei auf neun
Quadratmeter. „Ein Traum wären Hologramme mit bewegten Bildern“, sagt von
Trotha. „Aber das ist wegen der riesigen
Menge an Daten nicht möglich.“ Dafür
wird die Technik vielleicht bald in der
Kunst oder Medizin genutzt. „Wir hatten
schon einen Kunden, der Displays für ein
Museum haben wollte, und in Zukunft
kann man vielleicht sogar Röntgenbilder
in 3D auswerten.“
Stella Folgner
Clara-Schumann-Gymnasium, Bonn
Rink ist auf einem kleinen Markt tätig.
„Wir haben keine Konkurrenz, die wir international fürchten müssen“, sagt Michael Bäcker. Mit 23 Angestellten erzielt
Rink knapp 4 Millionen Euro Umsatz im
Jahr. Der Mittelständler ist in ganz Europa sowie in Mittel- und Südamerika,
Asien und Afrika tätig. Zu den Kunden
zählen alle deutschen Großbrauereien,
der Mineralwasserproduzent Gerolsteiner, Coca-Cola – und die Brauerei Krombacher. Frank Pauli, der dort das Abfüllen der Getränke verantwortet, hat gegenüber einem regionalen Radiosender
die Tagesleistung seiner acht Entkorkungsmaschinen geschätzt: Man liege
bei 30 000 bis 40 000 Flaschen.
ZEITUNG IN DER SC HULE
Mehr zu den Projektpartnern im Internet unter
www.jugendundwirtschaft.de
Verantwortliche Redakteurin:
Lisa Becker
Verantwortlich im Bankenverband:
Anke Papke
Pädagogische Betreuung:
IZOP-Institut zur Objektivierung von Lern- und
Prüfungsverfahren, Aachen
Ansprechpartner:
Dr. Titus Maria Horstschäfer
An dem Projekt
„Jugend und Wirtschaft“ nehmen teil:
Albstadt, Walther-Groz-Schule 앫 Backnang, MaxBorn-Gymnasium 앫 Bad Münstereifel, St. Michael-Gymnasium 앫 Berlin, Georg-Herwegh-Gymnasium, John-Lennon-Gymnasium 앫 Bernau, Barnim-Gymnasium 앫 Bonn, Clara-Schumann-Gymnasium, Tannenbusch-Gymnasium 앫 Braunschweig, Wilhelm-Gymnasium 앫 Bremen, Ober-
Auf der Welt laufen mehr als 1000
Rink-Anlagen. Der Exportanteil liegt bei
40 Prozent. Den größten Anteil am Umsatz hat der Rotationsentkorker RK940,
eine Maschine zum Entfernen der Kronkorken von Bierflaschen im Rückgut.
Die Maschine kostet rund 100 000 Euro.
Von ihr werden etwa 15 Stück im Jahr
verkauft. Für Weinproduzenten hat man
den Halshülsenentferner VEM im Angebot. Er wurde entwickelt, als im Gespräch mit einem Weinproduzenten auffiel, dass die Halshülse nicht mit dem Flaschendeckel entfernt wurde, sondern an
der Flasche verblieb.
Mats Wortelmann
Mallinckrodt-Gymnasium, Dortmund
schule Rockwinkel 앫 Crailsheim, Lise-MeitnerGymnasium 앫 Dortmund, Mallinckrodt-Gymnasium 앫 Dreieich, Ricarda-Huch-Schule 앫 Duderstadt, Eichsfeld-Gymnasium 앫 Eppingen, Hartmanni-Gymnasium 앫 Frankfurt/Main, Europäische Schule, Musterschule 앫 Geisenheim, Rheingauschule 앫 Gießen, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium 앫 Gladbeck, Riesener-Gymnasium 앫 Göttingen, Felix-Klein-Gymnasium 앫 GrenzachWyhlen, Lise-Meitner-Gymnasium 앫 Günzburg,
Dossenberger-Gymnasium 앫 Hamburg, Charlotte-Paulsen-Gymnasium, Gymnasium Ohmoor,
Wilhelm-Gymnasium 앫 Hannover, Elsa-Brändström-Gymnasium 앫 Heidelberg, Bunsen-Gymnasium, Gymnasium Englisches Institut 앫 Herne,
Otto-Hahn-Gymnasium 앫 Heubach, RosensteinGymnasium 앫 Hohenmölsen, Agricolagymnasium 앫 Kassel, Engelsburg-Gymnasium 앫 Kastellaun, Integrierte Gesamtschule 앫 Kiel, MaxPlanck-Schule, Thor-Heyerdahl-Gymnasium 앫
Kirchheim u. T., Ludwig-Uhland-Gymnasium 앫
Kirchzarten, Marie-Curie-Gymnasium 앫 Konz,
Gymnasium 앫 Krefeld, Gymnasium am Moltkeplatz 앫 Kronberg, Altkönigschule 앫 Lengerich,
Hannah-Arendt-Gymnasium 앫 Neumünster,
Holstenschule 앫 Niederzier, Gesamtschule Niederzier/Merzenich 앫 Osnabrück, Ratsgymnasium
앫 Peine, Gymnasium am Silberkamp 앫 Prag,
Deutsche Schule 앫 Radolfzell, Friedrich-HeckerGymnasium 앫 Ravensburg, Albert-Einstein-Gymnasium 앫 Röthenbach a. d. Pegnitz, GeschwisterScholl-Gymnasium 앫 Siegburg, Berufskolleg 앫
Ulm, Humboldt-Gymnasium 앫 Wernigerode,
Gymnasium Stadtfeld
Niklas Bitzer
Walther-Groz-Schule, Albstadt