Prüferinfo zum (PDF 467KB)

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Prüferinfo zum (PDF 467KB)
Handwerkskammer
Osnabrück-Emsland
Prüfungsinfo zur Vorbereitung
auf die Abschlussprüfung im
Ausbildungsgang
Bürokauffrau/Bürokaufmann
Autor: Bernd Krechting
KoPrA
Prüfungsinfo
Einführung: Warum eine Prüfungsinfo?
Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie dieses Info in der Hand halten, stehen Sie vermutlich kurz vor der Abschlussprüfung im Ausbildungsgang zur Bürokauffrau/zum Bürokaufmann. Vielleicht geht es Ihnen so wie vielen Prüflingen vor einer Prüfung: Sie sind
nervös. Sie wissen nicht, was Sie für die Prüfung noch lernen sollen oder von dem bisher
Erlernten wiederholen sollen. Sie fragen sich, welche Inhalte denn wohl in der Prüfung
behandelt werden könnten. In dieser Situation wünschen Sie sich vielleicht einen Prüfungsvorbereitungskurs, der Sie sicher macht.
Für eine angehende Bürokauffrau oder einen Bürokaufmann, die während ihrer Ausbildung die im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Arbeiten im Betrieb erledigt haben
und den Unterricht in der Berufsschule aufmerksam verfolgt haben, ist ein Vorbereitungskurs nicht nötig. Denn der Hauptgegenstand der Prüfung an der Handwerkskammer sind die Tätigkeiten, die Bürokaufleute in der Praxis durchführen und die in der
Berufsschule anhand von Fällen geübt wurden. In der Prüfung geht es nicht oder nur
ganz selten um die Abfrage von auswendig gelernten Wissen, keinesfalls um das Kleingedruckte in den Lehrbüchern. Sondern es geht um die Fertigkeiten und Fähigkeiten,
die Sie im Laufe Ihrer Ausbildung erworben haben.
Dennoch kann Ihnen dieses Prüfungsinfo eine Hilfe bei der Vorbereitung sein. Sie lernen darin den Ablauf der Prüfung kennen. Sie erfahren, welche Themen in der Prüfung
vorkommen können und anhand von Beispielaufgaben können sich mit der Prüfung vertraut machen. So können Sie auch ohne Vorbereitungskurs sicher in die Prüfung gehen.
1. Aufbau der Prüfung
Die Prüfung für Bürokaufleute besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen
Prüfungsteil.
Schriftliche Prüfung
Schriftlich wird in drei Prüfungsfächern geprüft:
"
"
"
Bürowirtschaft,
Rechnungswesen,
Wirtschafts- und Sozialkunde.
Für jedes Prüfungsfach ist eine bestimmte Zeit vorgesehen; diese finden Sie in der
unten abgedruckten Tabelle.
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Zu jedem Prüfungsfach gibt es einen Aufgabensatz. Dieser besteht aus drei Telen:
•
•
•
einem Aufgabenteil,
einem Belegteil (z.B. Rechnungen, Kontoauszüge etc.)
und vorstrukturierten Arbeitsblättern zum Eintragen Ihrer Lösungen.
Da die Prüfung hauptsächlich aus praxisbezogenen Aufgaben oder Fällen besteht, beziehen sich alle Aufgaben auf eine Modellfirma, die OsNa-Ladenbau GmbH. Den Aufbau
dieses Unternehmens, das sich hauptsächlich auf die Erstellung von Möbeln und Einrichtungen für gewerbliche Kunden spezialisiert hat, können sie sicherlich leicht nachvollziehen. Eine Tischlerplatte, Schrauben, Kleber oder Geräte, die in einer Tischlerei zum
Einsatz kommen, werden Sie sich vorstellen können. Die Beschaffung solcher Teile oder
der Verkauf von Schränken und Einrichtungen gehört u. a. zu den Fällen, die in der Prüfung berücksichtigt werden.
Die Anzahl der Aufgaben unterscheidet sich von Prüfungsfach zu Prüfungsfach. Zu jeder Aufgabe gibt es eine kurze einleitende Situationsbeschreibung, an die sich verschiedene Teilaufgaben anschließen. Diese Teilaufgaben beziehen sich meist auf die
verschiedenen Arbeitsschritte, die bei der Durchführung der Tätigkeit (z. B. ein Angebot zu erstellen) anfallen. Die Teilaufgaben sind meist unterschiedlich schwierig und
zeitaufwändig und auch die Anzahl von Teilaufgaben ist unterschiedlich.
Fach
Zeit
Bürowirtschaft
60 Minuten
Rechnungswesen
90 Minuten
Wirtschafts- und Sozialkunde
90 Minuten
Anzahl der Aufgaben und
Teilaufgaben
3 - 4 Aufgaben mit 3- 6
Teilaufgaben
5 - 6 Aufgaben mit 3 – 10
Teilaufgaben
4 - 6 Aufgaben mit 3 - 6
Teilaufgaben
In der einleitenden Auftrags- und Situationsbeschreibung finden Sie die allgemeinen
Informationen, die für die Lösung der folgenden Teilaufgaben wichtig sind. In den Teilaufgaben bekommen Sie dann ggf. weitere spezielle Informationen oder Hinweise zu
Belegen, die Sie zur Lösung benötigen. Lesen Sie diese Informationen und Belege sorgfältig durch.
Grundsätzlich gilt für die Bearbeitung: Sie müssen nicht mit der ersten Aufgabe eines
Prüfungssatzes beginnen. Lesen Sie in Ruhe zunächst die Aufgaben durch. Entscheiden
Sie dann, welche Aufgabe Sie auf jeden Fall lösen können und beginnen Sie mit dieser.
Je mehr Aufgaben Sie gelöst haben und je mehr Punkte Sie damit schon gewonnen haben, umso sicherer werden Sie. Mit diese Sicherheit können Sie dann auch an schwierigere Aufgaben herangehen.
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Bei den meisten Teilaufgaben sollen Sie eine Antwort frei formulieren, manchmal müssen Sie auch ein Formular ausfüllen, Dinge einander zuordnen oder (selten) eine Auswahlantwort ankreuzen. Formulare, Zuordnungen und Auswahlantworten finden Sie auf
den Arbeitsblättern. Auf den Arbeitsblättern ist auch Platz für die frei formulierten
Antworten vorgesehen. Diesen Platz sollten Sie möglichst einhalten. Überlegen Sie sich
zunächst Ihre Formulierungen und überprüfen Sie dann, ob der Platz für Ihre Antwort
ausreicht. Reicht der Platz bei normaler Schreibweise nicht aus, sollten Sie Ihre Formulierung noch einmal überdenken. Wir erwarten bei den meisten Aufgaben keine langen
Erklärungen, sondern kurze, prägnante Formulierungen. Häufig reichen Stichwörter
schon aus. Diese müssen nicht wortwörtlich denen in der Musterlösung aufgeführten
entsprechen, bei der Korrektur werden auch sinngemäß entsprechende Antworten als
richtig bewertet.
Häufig wird in den Teilaufgaben eine bestimmte Anzahl von Lösungen (z. B. „Nennen Sie
zwei Gründe“) verlangt. Geben Sie mehr Lösungen an, werden jeweils nur die erstgenannten Lösungen gewertet.
Gegenstand der Prüfung sind die Fertigkeiten und Kenntnisse, die in der Ausbildungsordnung aufgeführt sind. Diese sollen so vermittelt werden, dass Sie zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Das nennt man mit einem anderen
Wort „Handlungskompetenz“. Und diese sollen Sie in der Prüfung unter Beweis stellen.
Sie sollen zeigen, dass Sie
•
•
•
•
•
erkennen können, welche Ziele mit einer bestimmten Handlung verfolgt werden bzw.
welche Gründe eine bestimmte Entscheidung hat,
Informationen aus Schriftstücken oder Belegen entnehmen können, die üblicherweise im Büro verwendet werden oder Informationsquellen finden,
die notwendigen Arbeitsschritte planen oder Termine koordinieren können,
etwas ausführen können (z. B. eine Kalkulation durchführen oder einen Brief entwerfen) und
Fehler erkennen, deren Folgen abschätzen oder deren Ursachen finden können.
Sie können unter Beweis stellen, dass Sie aus Informationen Schlüsse ziehen oder sie
mit weiteren Informationen verbinden können. Manchmal erwarten wir auch Einfallsreichtum von Ihnen. Dass Sie sich verständlich und dem Gegenüber angemessen ausdrücken können und auch formale Regeln des Schriftverkehrs oder der Rechtschreibung
weitgehend beherrschen, sollte für eine/n ausgelernte/n Bürokaufmann/frau eine
Selbstverständlichkeit sein.
Außerdem sollen Sie zeigen, dass Sie einen Sachverhalt (z. B. die Anschaffung eines
Gerätes) nicht nur unter kaufmännisch-betriebswirtschaftlichem Aspekt sondern
manchmal auch unter volkswirtschaftlichem, rechtlichem, selten auch unter ökologischem oder informations- und kommunikationstechnologischem Aspekt betrachten können.
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In den folgenden Übersichten können Sie sehen, welche Themengebiete mit welchen
Inhalten in den einzelnen Prüfungsfächern geprüft werden.
Themengebiete
Ziele und Zwecke des
Wirtschaftens
Wirtschaftspolitik
Wirtschafts- und Sozialkunde
Inhalte
Notwendigkeit des Wirtschaftens, Märkte und Marktpreisbildung, Arbeitsteilung und Rationalisierung, Produktionsfaktoren, Wirtschaftskreislauf, Spannungsverhältnis Ökonomie - Ökologie
Wirtschaftsordnung, Soziale Marktwirtschaft, Ziele der
Wirtschaftspolitik, Konjunkturpolitik, Wachstumspolitik
Beschaffung
Ziel, Aufgaben und Organisation, Beschaffungsplanung, Bezugsquellenermittlung, Angebotsvergleich und Lieferantenbeurteilung, Bezugskalkulation, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Ablauf einer störungsfreien Bestellung, Kaufvertrag, Mangelhafte Lieferung, Lieferungsverzug
Absatz
Auftragsbearbeitung / Kaufvertrag, Marktforschung, Marketing, Produkt- und Sortimentspolitik, Preis- und Konditionenpolitik, Kommunikationspolitik, Wettbewerbsrecht, Distributionspolitik, Güterbeförderung, Annahmeverzug
Zahlungsverkehr
Zahlungsformen und Zahlungsarten, Zahlungen vom Konto,
Elektronische Zahlungsmöglichkeiten, Zahlungen per
Scheck, Zahlungen per Wechsel, Überwachung von Zahlungseingängen (Terminüberwachung), Zahlungsverzug,
Mahnverfahren, (Zwangsvollstreckung, Verjährung von Forderungen)
Lagerhaltung
Aufgaben und Bedeutung, Arbeitsabläufe, Materialeingang
und –ausgang, Lagerkontrolle, -sicherheit, - kennziffern
Das Unternehmen
Kaufmann, Firma, Handelsregister, Einzelunternehmung und
Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften und Genossenschaften
Investition und Finanzie- Zusammenhang zwischen Investition und Finanzierung, Arrung
ten der Finanzierung, Fremdfinanzierung, Kreditsicherung,
Sonderformen der Finanzierung, Notleidende Unternehmung
Steuern und Versicherungen
Steuerrechtliche Grundbegriffe, Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuem, Ziel, Zweck und Arten
der Versicherung, Sozialversicherung, Individualversicherung
Personalwesen
Stellung des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung, Arbeitssicherheit, Personalbeschaffung, Beendigung von Arbeitsverhältnissen, Personalverwaltung, -Planung, Arbeitnehmervertretunq, Mitbestimmung
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Überlegen Sie kurz einmal, was wohl die häufigsten Aufgaben im Büro sind!
Wir haben dies auch getan und dann festgelegt, wie wichtig die Themen in der Prüfung
sein sollen.
Im schriftlichen Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde sind die Themengebiete
Absatz, Beschaffung und mit einigen Abstrichen auch Personalwesen besonders wichtig
und kommen in jeder Prüfung vor. Weniger wichtig sind die Themengebiete Zahlungsverkehr, Lagerwesen und Wirtschaftspolitik, aus denen nicht für jede Prüfung Aufgaben ausgewählt werden. Aus den übrigen Themengebieten werden immer mal wieder
einzelne Aufgaben ausgewählt.
Rechnungswesen
Themengebiet
Inhalte
Beschaffung/Absatz
Buchungen beim Materialkauf, Kauf von Dienstleistungen,,
Erfolgsvorgänge, Bezugskalkulation, Buchungen beim Verkauf von Erzeugnissen und Dienstleistungen, Verkaufskalkulation
Zahlungsverkehr, Finan- Zins- und Diskontrechnung, Buchungen beim Zahlungsverzierung, Steuern und
kehr, Wechselgeschäft, Betriebssteuern
Versicherungen
Anlagenwirtschaft
Kauf und Verkauf von Anlagegütern, Abschreibungen
Personalwirtschaft
Entgeltabrechnung, Buchungen im Personalbereich
Jahresabschluss
Zeitliche Abgrenzung, Auswertungen des Jahresabschlusses, Bewertung von Forderungen, Rückstellungen
Controlling, Kalkulation, Abgrenzungsrechnung, Kostenartenrechnung, KostenstelKostenrechnung
lenrechnung, Kostenträgerstückrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Planungsrechnung, Kennzahlen, Investitionsrechnung
Im Prüfungsfach Rechnungswesen steht die Bearbeitung von Belegen, vorbereitende
Abschlussbuchungen, die Kostenrechnung und Kalkulation sowie die Entgeltabrechnung
im Vordergrund. Fast alle Themengebiete werden also in den Aufgaben berücksichtigt.
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Bürowirtschaft
Themengebiete
Inhalte
Büroorganisation
Gestaltung von Arbeitsraum, Arbeitsplatz und Arbeitszeit,
Postbearbeitung, Ablagesysteme, Organisation der Textverarbeitung, Aufgabenbezogene Kommunikation
Betriebsorganisation
Grundlagen der Betriebsorganisation, Aufbauorganisation,
Ablauforganisation
Information und Kommunikation
Informationssysteme, Kommunikationssysteme, Software,
Datensicherung und –schutz
Statistik
Statistische Rechenverfahren, Statistische Darstellungsverfahren, Anwendungen
Im Prüfungsfach Bürowirtschaft sind es die üblichen Büroarbeiten im Zusammenhang
mit der Ablage, dem Postein- und –ausgang sowie der Umgang mit Bürokommunikationsgeräten und –techniken, die Gegenstand von Prüfungsaufgaben sind. Seltener werden
Sie Aufgaben zur Betriebsorganisation oder statistische Auswertungen zu bearbeiten
haben.
Praktische Prüfung
Die praktische Prüfung besteht aus zwei Teilen, dem Prüfungsfach Informationsverarbeitung und dem mündlichen Prüfungsfach Auftragsbearbeitung und Büroorganisation.
Im Prüfungsfach Informationsverarbeitung sollen Sie in 105 Minuten drei praxisbezogene Aufgaben am PC bearbeiten, davon eine Aufgabe zur Textverarbeitung und zwei
Aufgaben zur Tabellenkalkulation und Grafikerstellung mit einem
Tabellenkalkulationsprogramm.
Die Arbeitsschritte, die Sie dabei durchführen sollen, werden vorgegeben. In der Regel
arbeiten Sie mit der Textverarbeitung und dem Tabellenkalkulationsprogramm, das in
Ihrer Berufsschule unterrichtet wird. Wenn Sie lieber in einem anderen Programm arbeiten wollen, fragen Sie Ihren Berufsschullehrer, ob das möglich ist.
Sie erhalten eine Diskette mit Daten, die Sie in der Prüfung weiterbearbeiten sollen.
Ihre Bearbeitung speichern Sie auf dieser Diskette und Sie drucken das Ergebnis aus.
Dieser von Ihnen unterschriebene Ausdruck wird später bewertet.
Die Aufgaben stammen meist aus den Gebieten:
• Bürowirtschaft und Statistik,
• Buchführung und
• Personalwesen.
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Detaillierte Fachkenntnisse aus diesem Gebieten benötigen Sie aber für die Prüfung
nicht. Sie sollen nur zeigen, dass Sie die Grundfunktionen einer Textverarbeitung und
eines Tabellenkalkulationsprogramms beherrschen.
Im Prüfungsfach Auftragsbearbeitung und Büroorganisation bekommen Sie zwei Aufgaben zur Auswahl. In einem gesonderten Raum bearbeiten Sie die von Ihnen gewählte
Aufgabe zunächst selbständig. Dafür haben Sie etwa 10 bis 15 Minuten Zeit.
Danach werden Sie in den Prüfungsraum gebeten und stellen dem Prüfungsausschuss
Ihre Ergebnisse vor. Manchmal gehört zu einer der beiden Aufgaben auch ein „Rollenspiel“ (z. B. ein Telefongespräch mit einem Lieferanten). Wenn Sie diese Aufgabe gewählt haben, „spielen“ Sie dieses Gespräch mit einem der Prüfer durch.
Nach der Präsentation bzw. dem Rollenspiel werden Ihnen Fragen gestellt. Meist stellt
zuerst nur ein Prüfer die Fragen und erst am Ende der Prüfung fragen vielleicht auch
noch die beiden anderen Prüfer. Die Fragen beziehen sich auf die Aufgabe bzw. das
Gebiet der Aufgabe.
Die Aufgaben und die Fragen kommen meist aus den Gebieten:
•
•
•
Büroorganisation,
Auftrags- und Rechnungsbearbeitung sowie
Lagerhaltung.
Die Prüfung dauert insgesamt (mit Ihrer Vorbereitungszeit und der Ergebnisfeststellung durch den Prüfungsausschuss) höchstens 45 Minuten.
Ihre Note und ob Sie die Prüfung insgesamt bestanden haben, teilt Ihnen der Prüfungsausschuss nach einer kurzen Beratung direkt mit.
3. Beispielaufgaben aus der schriftlichen Prüfung
In diesem Kapitel zeigen wir Ihnen anhand von Beispielaufgaben, wie Ihre Prüfungsaufgaben aussehen können, welche Teilleistungen Sie erbringen müssen und welche Lösungen wir erwarten.
Wirtschafts- und Sozialkunde
Wie oben schon erwähnt, ist das Gebiet der Auftragsbearbeitung für Bürokaufleute
eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder. Von der Bearbeitung einer Anfrage, über Beschaffungsfragen bis hin zur Angebotserstellung und einer Verfügbarkeitsprüfung reichen die Tätigkeiten. Wenn wir all diese Schritte im Prüfungsfach Wirtschafts- und
Sozialkunde behandeln wollten, wären die 90 Minuten schnell zu Ende und Sie wären
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enttäuscht, weil nur so wenig Themen behandelt worden sind. Deshalb müssen Sie damit
rechnen, dass jeweils nur Teile dieser Arbeiten in der Prüfung berücksichtigt werden.
In der Situationsbeschreibung für die Aufgabe „Ein Angebot erstellen“ finden Sie folgende Information:
Sie sind Mitarbeiter der Osna-Ladenbau GmbH. Die Osna-Ladenbau GmbH fertigt Empfangstheken, Präsentationstheken, Regale u. ä. für Ärzte, Bäcker, Optiker und Fleischereien. Die Produkte werden individuell nach den Kundenwünschen gefertigt, so dass die
Osna-Ladenbau kein Fertigwarenlager hat.
Sie sind zurzeit in der Verkaufsabteilung tätig und haben heute eine Anfrage von Frau
Dr. Meyer, Osnabrück erhalten. Frau Dr. Meyer will den Empfangsbereich ihrer Praxis
neu gestalten.
Heute ist Dienstag, in der 22. Kalenderwoche.
Diese einleitenden Informationen sind in der Regel wichtig für die Lösung der folgenden
Teilaufgaben. Sie sollten sehr sorgfältig gelesen werden.
Wenn Sie sich vorstellen, wie in Ihrem Ausbildungsbetrieb eine Auftragsbearbeitung
abläuft, dann müsste die erste Frage so lauten, wie in dieser Prüfungsaufgabe:
Welche Informationen benötigt die OsNa-Ladenbau GmbH, um zu entscheiden, ob sie
überhaupt ein Angebot für Dr. Meyer erstellt? Nennen Sie zwei Informationen! (2 P.)
Es sind natürlich mehr als zwei Informationen nötig. Wir haben in der Lösung einige
weitere aufgeführt. Sinngemäße Lösungen akzeptieren unsere Korrektoren, wie bereits
erwähnt, selbstverständlich auch.
Lösung:
• Auslastung der Produktion (Maschinenkapazitäten, Überstunden)
• Urlaubszeiten der Mitarbeiter (Betriebsurlaub)
• Bonität des Kunden
• Produktionstechnische Möglichkeiten zur Herstellung des Produktes
Der nächste Schritt in der Auftragsbearbeitung ist ein Planungsschritt. Solche Aufgaben, in denen Sie die nächsten Schritte bestimmen müssen, können auch einmal als
Ankreuz- oder Zuordnungsaufgaben gestaltet sein. In diesem Fall ist es eine offene
Aufgabe. Wir meinen, sie ist so einfach, dass wir pro Arbeitsschritt nur einen halben
Punkt vergeben können.
Notieren Sie alle wesentlichen Arbeitsschritte, die bis zur Erstellung des Angebotes an
Dr. Meyer erforderlich sind. (2,5 P.)
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Lösung:
• Aktuelle Lagerbestände prüfen
• Verfügbaren Lagerbestand ermitteln
• Termine mit der Produktion abstimmen
• Liefertermine der Roh- und Hilfsstoffe abstimmen
• Daten für das Angebot zusammenstellen: Listenpreise, Gewinnaufschläge, Konditionen,
Dass Sie im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde auch einmal rechnen müssen,
zeigt die nächste Aufgabe. Zur Auftragsbearbeitung gehört selbstverständlich die Kalkulation des Angebotes. Dafür benötigen Sie in der Regel weitere Belege und zusätzliche Informationen, die wir in diesem Info weggelassen haben.
Sie haben von unserem Meister in der Produktion – Herrn Zimmermann – eine Aktennotiz und eine Vorkalkulation erhalten, in denen er den Auftrag von Frau Dr. Meyer
spezifiziert. Vgl. Anlage 1 und 2.
Für die Auftragskalkulation steht Ihnen auch die Verkaufspreisliste der OsnaLadenbau GmbH zur Verfügung. Vgl. Anlage 3.
Kalkulieren Sie zunächst den Angebotspreis der von Frau Dr. Meyer gewünschten Empfangstheke. Nach Absprache mit Ihrem Abteilungsleiter soll mit einem Gewinnaufschlag
von 15 % kalkuliert werden. Zudem gewähren wir Frau Dr. Meyer ein Zahlungsziel von
30 Tagen. Bei Zahlung innerhalb 8 Tagen soll sie 3 % Skonto erhalten. (7 P.)
In der Lösung erwarten wir die Berechnung des Nettoverkaufspreises mit Hilfe des
Kalkulationsschemas. Die Punkteverteilung finden Sie in der letzten Spalte. Übrigens
finden Sie solche Kalkulationsaufgaben auch im Prüfungsfach Rechnungswesen.
Selbstkosten
Gewinnzuschlag
Barverkaufspreis
Kundenskonto
Zielverkaufspreis
Nettoverkaufspreis
37.346,74
5.602,01
42.948,75
1.328,31
44.277.06
44.277,06
15,00 %
3,00 %
DM
DM
DM
DM
DM
DM
1,0
1,0
1,0
3,0
1,0
Pkte.
Pkte.
Pkte.
Pkte.
Pkte.
Nachdem Sie eine vorläufige Kalkulation vorgenommen haben, sollten Sie in den nächsten Schritten prüfen, welcher Lieferant bei diesem Auftrag zum Zuge kommt. Prüfungsfragen dazu könnten sich z. B. auf die Zuverlässigkeit der Lieferanten oder deren
Lieferbereitschaft beziehen. Der nächste für die Auftragsbearbeitung wesentliche
Schritt ist die Verfügbarkeitsprüfung. In anderen Fällen ist auch die Bestimmung des
Liefer- oder Montagetermins denkbar. Die Beispielaufgabe zur Verfügbarkeitsprüfung
ist eine Ankreuzaufgabe.
Führen Sie eine Verfügbarkeitsprüfung der für die Produktion der Empfangstheke benötigten Roh- und Hilfsstoffe durch. Dazu stehen Ihnen die "Mengenübersicht Produktionsauftrag" und die Aktennotiz aus der Produktion zur Verfügung.
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Aus diesen Unterlagen sind folgende Daten zu entnehmen:
Aktuelles Datum:
Produktionstermin:
Montage- und Verlegetermin:
Lieferfristen:
Edelstahlplatte, Artkelnr. 8110
Edelstahlplatte, Artikelnr. 8111
Zierleiste, Messing, 1000 mm, Artikelnr. 9614
Rahmen, Edelstahl, Artikelnr. 8410
Glas Exclusiv
22. KW (Dienstag)
26. KW (Dienstag oder Mittwoch)
26. KW (Freitag)
3 Wochen
3 Wochen
1 Tag
3 Wochen
2 Tage
Bis zu welchem Termin muss Frau Dr. Meyer den Auftrag erteilt haben, damit wir den
von ihr gewünschten Montage- und Verlegetermin problemlos einhalten können? Markieren Sie den Termin auf dem Arbeitsblatt! (2 P.)
1) Montag 23. KW (Lösung)
3) Montag 24. KW
5) Montag 25. KW
2) Freitag 23. KW
4) Freitag 24 KW
6) Dienstag 26. KW
Wenn Sie sich diese Teilaufgabe genau ansehen, wird Ihnen deutlich, wie komplex manche Aufgaben sein können. In diesem Fall müssen Sie mehrere Informationen miteinander kombinieren. Manchmal stehen diese Informationen an ganz unterschiedlichen Stellen – in der Auftragsbeschreibung, bei der Teilaufgabe oder in einem Beleg.
Der erste Teil der Auftragsbearbeitung endet mit der Erstellung des Angebotes. Das
ist in der Regel eine Schriftverkehrsaufgabe, in der selbstverständlich auch Gestaltungs- und Rechtschreibregeln zu beachten sind. Welches Gewicht diese haben, zeigt
die Punkteverteilung. (Die Musterlösung haben wir aus Platzgründen weggelassen.)
Verfassen Sie das Angebot für Dr. Meyer unterschriftsreif für Ihren Abteilungsleiter.
Achten Sie dabei auch auf eine kundenangemessene Formulierung, auf Rechtschreibung,
DIN-Vorschriften, einen übersichtlichen Aufbau und Sauberkeit! (11 P.)
Lösung: Punkteverteilung:
Inhalt:
Ausdruck/Übersichtlichkeit/Aufbau
Rechtschreibung/Zeichensetzung
DIN-Norm
Sauberkeit
7,0 Pkte.
1,0 Pkte.
1,0 Pkte.
1,0 Pkte.
1,0 Pkte.
Weil die Auftragsbearbeitung nicht nur Gegenstand der betrieblichen Ausbildung sondern auch der schulischen Ausbildung ist, müssen Sie damit rechnen, dass in einer sol11
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chen Aufgabe auch einmal Fragen zu rechtlichen Aspekten, wie dem Zustandekommen
des Kaufvertrages, Vertragsarten, Eigentums- und Besitzfragen behandelt werden.
Neben diesen Aufgaben, denen berufliche Tätigkeiten zu Grunde liegen, finden Sie in
jeder zweiten oder dritten Prüfung so genannte Einzelaufgaben aus Themengebieten
wie Wirtschaftspolitik, Steuern und Versicherungen oder Das Unternehmen. Zu diesen
Einzelaufgaben gehören in der Regel mehrere Fragen oder Teilaufgaben, die sich auf
einen Text oder eine Situationsbeschreibung beziehen, jedoch keine typischen beruflichen Arbeitsaufträge für Bürokaufleute im engen Sinne sind. Häufig kommen die Inhalte aus der schulischen Ausbildung wie bei dieser Aufgabe aus dem Themengebiet Wirtschaftspolitik:
Aus einer Pressemitteilung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland:
Eiszeit für die Handwerkskonjunktur
Für eine Trendwende im neuen Jahr gibt es noch keine Anzeichen.
Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage für das Winterquartal lassen auch für 1998 noch keine Trendwende erkennen, teilt die Kammer mit. Rückläufige Umsätze, schrumpfende Auftragsbestände, Abbau
der Beschäftigung und verminderte Investitionsbereitschaft signalisieren deutlich die anhaltende
Schwäche der Binnenkonjunktur.
Die ersten Zeichen eines Frühlingserwachens, wie sie von anderen Wirtschaftsbereichen berichtet
werden, seien im Handwerk noch nicht auszumachen. Die Probleme am Bau und der nach wie vor
stagnierende private Verbrauch verhinderten das Tauwetter. ...
1.
Welche Phase des Konjunkturzyklus spiegelt der Artikel wider? Tragen Sie die
richtige Kennzahl in das Kästchen auf dem Arbeitsblatt ein! (1 P.)
1. Rezession (Lösung)
4. Depression
2.
2. Boom
5. Inflation
3. Regression
Kennzeichnen Sie die Entwicklung der Konjunkturindikatoren in der Phase des
Abschwungs (siehe Arbeitsblatt)! Kennzeichnen Sie Zunahmen mit + und Abnahmen mit - . (3 P.)
Indikator
Phase
des
Abschwungs
Lösung
+
+
-
Arbeitslosigkeit
Güternachfrage der Haushalte
Zinsen
Investitionen
Lagerbestände
Zukunftserwartungen
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3.
Prüfungsinfo
Durch welche Maßnahmen könnte der Staat die Konjunktur im Baugewerbe ankurbeln? Nennen Sie zwei Möglichkeiten (2 P.) und beschreiben Sie deren Auswirkungen! (2 P.)
Lösung:
•
•
•
•
Steuererleichterungen für Bauherren
Gewährung von Abschreibungserleichterungen auf Einfamilienhäuser,
Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen
Gewähren von Investitionszulagen oder Investitionsprämien
Vergabe von staatlichen Aufträgen
Je 1 P.
Nachfragebelebung und Verbesserung der Auftragslage (2 P.)
Rechnungswesen
Wenn Sie überlegen, welche Tätigkeiten im Rechnungswesen zu den Aufgaben eines
Sachbearbeiters im Büro zählen, fallen Ihnen vermutlich auch vor allem die folgenden
Gebiete ein:
•
•
•
•
Belege kontieren
Vorbereitende Abschlussbuchungen
Entgeltabrechnung
Kostenrechnung und Kalkulation
Ein Teil dieser Arbeiten wird heutzutage an Steuerberater abgegeben. Für einen Auszubildenden ist es deshalb schwierig, all diese beruflichen Tätigkeiten, die dem Rechnungswesen zugeordnet werden, in seinem Ausbildungsbetrieb praktisch durchzuführen.
Wir haben bei der Konstruktion von Aufgaben und Aufgabensätzen deshalb stärker auf
die Inhalte der schulischen Ausbildung zurückgegriffen.
Eine der Haupttätigkeiten eines Sachbearbeiters im Rechnungswesen ist das Kontieren
von Belegen: Eingangsrechnungen über Rohstoffe, Fertigbauteile oder Fremdleistungen,
Ausgangsrechnungen, Kfz-Kosten u. ä.. Zu berücksichtigen sind aber auch Nachlässe,
Erlösschmälerungen, Boni und Skonti. Ebenso zu kontieren sind Zahlungen per Banküberweisung oder Abbuchung an oder von diversen Empfängern.
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Vorbereitende Abschlussbuchungen sehen in unserem Modellunternehmen z. B. so aus:
Am 31. Dezember ... sind noch die folgenden Sachverhalte buchhalterisch zu berücksichtigen:
1.
Eine Rechnung für Büromaterial steht am Jahresende noch aus DM 452,00 netto.
2.
Wir überweisen am 01.11. DM 2.400,00 Hypothekenzinsen im Voraus für 6 Monate.
3.
Die Zinsgutschrift der Bank über DM 415,00 für die Zeit vom 01.10. - 31.12. steht
noch aus und wird erst im Januar eingehen.
4.
Im Februar des nächsten Jahres soll eine Dachreparatur durchgeführt werden,
die schon in diesem Jahr erforderlich gewesen wäre. Die voraussichtlichen Kosten betragen lt. Angebot netto DM 22.000,00.
5.
Der PKW OS - HV - 742 verursachte im vergangenen Jahr Kosten von netto
DM 6.342,00. Da er auch privat gefahren wird, müssen 20% als Privatanteil gebucht werden.
Bilden Sie die Buchungssätze zum 31. Dezember ..!
Lösung:
BelegNr.:
1
Konto
Soll
6800 Büromaterial
452,00
an 4890 Sonst. Verbindl.
2
2900 ARA
452,00
1.600,00
an 7510 Zinsaufw.
3
2690 Sonst. Forderungen
1.600,00
415,00
an 5710 Zinserträge
4
6160 Fremdinstandhaltung
415,0
22.000,00
an 3900 So. Rückstellungen
5
Haben
3001 Privat
22.000,00
1.458,66
an 5420 Eigenverbrauch
+ 4800 UST
1.268,40
190,26
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Es handelt sich, wie Sie vielleicht bemerkt haben, bei diesen vorbereitenden Abschlussbuchungen, ebenso wie bei den Belegbuchungen überwiegend um ausführende
Arbeiten. Aufgaben, bei denen Sie Zusammenhänge erkennen und erläutern müssen,
werden Sie bei diesen Aufgaben selten finden.
Das Gebiet der Anlagenwirtschaft gehört nicht unbedingt zum Tagesgeschäft eines
Buchhalters. Die Beschaffung von Anlagegütern wird durch die Belegbuchungen abgedeckt. Abschreibungsfragen werden vor allem am Ende eines Geschäftsjahres behandelt. Sie tauchen deshalb nur manchmal in Prüfungen auf.
Zum Aufgabengebiet des Sachbearbeiters im Büro gehört selbstverständlich auch die
Lohn- und Gehaltsabrechnung. Manchmal ist eine einfache Gehaltsabrechnung zu erstellen. In einem anderen Fall sind Überstunden oder sonstige Zuschläge mit zu berücksichtigen. Es kann aber auch einmal vorkommen, dass eine falsch erstellte Gehaltsabrechnung zu korrigieren ist wie in diesem Beispiel.
Sie sind im Personalbüro tätig. Nach der Abrechnung für den Monat April wird Ihr Kollege Dirk Müller bei Ihnen im Büro vorstellig, da er mit der Abrechnung nicht einverstanden ist. Er sagt, er habe zwar keine Ahnung von diesen Dingen, doch hätte er im
letzten Monat nur einen Bruttoverdienst von 3.402 DM gehabt und dabei 2.582,57 DM
ausgezahlt bekommen. In diesem Monat habe er durch Überstunden einen höheren
Bruttoverdienst, bekäme jedoch wesentlich weniger ausgezahlt.
1.
Prüfen Sie die bei den Arbeitsblättern vorliegende Lohnabrechnung und erklären
Sie, ob Fehler vorliegen und warum es zu dieser Differenz kommt! (2 P.)
Nutzen Sie dazu den Auszug aus der Lohnsteuertabelle! (Beleg ) Berücksichtigen
Sie folgende Prozentsätze in der Sozialversicherung:
Krankenkasse:
13,9 %
Arbeitslosenversicherung: 6,5 %
Rentenversicherung:
Pflegeversicherung:
20,3 %
1,7 %
2.
Korrigieren Sie die Lohnabrechnung für Dirk Müller, indem Sie die richtigen Beträge in der Korrekturspalte eintragen und die korrekten Beträge abhaken! (8 P.)
3.
Welche Schritte müssen Sie auf Grund der korrigierten Lohnabrechnung veranlassen? (2 P.)
Lösung:
1.
Fehler:
Grund:
falsche/r LSt., KSt., Solidaritätszuschlag
falsche Spalte: statt LSt.-Klasse III wurde LSt.-Klasse I gewählt
2.
aus Platzgründen weggelassen
3.
Lohnsteueranmeldung korrigieren bzw. dem Finanzamt melden
Steuerdifferenz an Arbeitnehmer auszahlen.
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Wie Sie sicher festgestellt haben, ist nur in der zweiten Teilaufgabe eine Arbeit auszuführen. In den beiden anderen Teilaufgaben sollen Sie unter Beweis stellen, dass Sie
Zusammenhänge erkennen und erläutern können.
Ein weiteres, wichtiges Themengebiet des Rechnungswesens ist die Kostenrechnung.
Der Betriebsabrechnungsbogen sollte Ihnen ebenso geläufig sein wie die Ergebnisse,
die Sie mit Hilfe dieses Instruments ermitteln können und für die Kalkulation oder
Nachkalkulation von Aufträgen benötigen. Eine Aufgabe aus diesem Themengebiet könnte folgendermaßen aussehen:
Ihr Chef beauftragt Sie den folgenden Auftrag – siehe Arbeitsblatt - nachzukalkulieren.
Berücksichtigen Sie dabei auch die Belege Nr. 12 – 14.
1.
Aus welchen zwei Gründen ist die Nachkalkulation eines Angebotes sinnvoll?
(2 P.)
2.
Führen Sie die Nachkalkulation für den Auftrag Krumme mit Hilfe des Angebotsschemas auf dem Arbeitsblatt durch. Orientieren Sie sich an dem Angebot,
der Eingangsrechnung und dem Tagelohnzettel. Der Stundenverrechnungsatz für
den Monteur beträgt 75,80 DM, für den Auszubildenden im 3. Ausbildungsjahr
58,30 DM. (12 P.)
3.
Nennen Sie die Abweichungen in der Kalkulation gegenüber der Planung! (2 P.)
4.
Welche Ursachen könnte dies haben? Nennen Sie zwei! (2 P.)
Lösung:
1.
Um die tatsächlichen mit den geplanten Kosten eines Angebotes vergleichen zu
können
Um festzustellen, ob der Auftrag sich gelohnt hat, d.h. ob ausreichend Gewinn
erzielt wurde.
Um Fehlkalkulationen bei ähnlichen Aufträgen in Zukunft zu vermeiden.
2.
aus Platzgründen weggelassen
3.
½ Arbeitstag mehr, d. h. mehr Arbeitstunden, mehr Reisezeit, mehr Kilometer
4.
Zeitvorgaben entsprechen nicht dem tatsächlichen Zeitaufwand
Die Mitarbeiter haben langsamer gearbeitet
Die Vorarbeiten waren möglicherweise noch nicht so weit gediehen
unvorhergesehene Komplikationen
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KoPrA
Prüfungsinfo
Die Aufgabe beginnt mit einer Frage nach dem Sinn einer Nachkalkulation. Dann folgt
eine Rechenaufgabe mit der anschließenden Analyse des Ergebnisses. Weitere Teilaufgaben könnten Fragen nach den Konsequenzen für den Betrieb beinhalten.
Gerade der Bereich der Kostenrechnung oder des Controlling bietet Ihnen die Möglichkeit, Kennzahlen zu vergleichen und zu interpretieren. Solche Aufgaben kommen jedoch
im Prüfungsfach Rechnungswesen seltener vor.
Bürowirtschaft
Besonders im Prüfungsfach Bürowirtschaft finden Sie viele Arbeitsabläufe wieder, die
Sie täglich im Büro ausführen. Die Ablage oder der gesamte Postein- und -ausgang ist
ein Arbeitsbereich, der immer wieder angesprochen wird. Manchmal geht es darum, die
günstigste Versendungsform zu finden oder verschiedene Frachtführer miteinander zu
vergleichen.
Sie sollen die beschriebenen Briefsendungen postfertig machen. Wählen Sie die günstigste Sendungsart sowie - wenn nötig - eine geeignete zusätzliche Leistung aus! ((7
P.)
Welche Briefhüllen verwenden Sie? (5 P.)
Wie sind diese Sendungen zu frankieren? (7 P.)
Beschreibung der
Briefsendung
GeHöhe
wicht mm
g
Sendungart/ zusätzliche
Leistung
Format
Briefhülle
Geschäftsbrief ohne
Anlagen A4
Geschäftsbrief A4 mit
mehreren Anlagen,
ungefalzt
Kündigungsschreiben,
Empfangsbestätigung
10
3
Standardbrief
DL
1,10
600
40
Maxibrief
C4
4,40
10
2
Standardbrief,
Übergabe-Einschreiben,
Rückschein
StandardbriefÜbergabe-EinschreibenEigenhändig
Kompaktbrief
DL/C6
wichtiger Brief an
18
3
Empfänger persönlich
aushändigen
mehrseitiger Brief,
35
10
Zick-Zack-Falz ist
möglich
Lösung fett gedruckt, Posttarife können sich verändern
C6/DL
DL
Entgelt
in DM
1,10
+ 4,00
+ 3,50
1,10
+4,00
+3,50
2,20
Für die Lösung dieser Aufgabe stehen Ihnen Auszüge aus den Posttarifheften zur Verfügung.
Die Beschaffung von Büromaterial oder die Betreuung von Bürogeräten gehört ebenfalls
zu den Aufgaben eines kaufmännischen Sachbearbeiters. Beispielhaft sei hier die Reparatur eines Kopierers aufgeführt:
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Prüfungsinfo
Der vor vier Jahren angeschaffte Kopierer des Herstellers Sharp ist defekt. Die Mitarbeiter beklagen sich über verschmierte Kopien, zerknautschte Blätter und vom Papiereinzug zerstörte Kopiervorlagen. Die Wartungen sind in den letzten beiden Jahren
unterblieben. Toner und sonstige Ersatzteile sind jeweils von den Mitarbeitern ausgetauscht worden. Der Lieferant des Kopierers ist zwischenzeitlich in Konkurs gegangen.
Sie werden beauftragt mit einem Fachbetrieb Kontakt aufzunehmen und den Kopierer
reparieren zu lassen.
1.
Welche Sachverhalte müssen Sie mit dem Reparaturbetrieb telefonisch klären?
Nennen Sie 4 Aspekte. (4 P.)
2.
Vergleichen Sie die Kosten der Reparatur des Kopierers mit den Preisen für einen neuen Kopierer. Entscheiden Sie sich für eine der beiden Alternativen und
begründen Sie Ihre Entscheidung! (Beleg 1) (3 P.)
3.
Bei der OsNa-Ladenbau GmbH werden zurzeit ca. 5000 Kopien pro Monat angefertigt. Die Selbstkosten pro Kopie bei dem Altgerät betragen 0,04 DM, bei dem
neuen Gerät 0,02 DM. Nach wie viel Monaten wird das neue Gerät günstiger als
das Altgerät? Der Rechenweg ist aufzuzeigen!(2 P.)
Der Monteur vor Ort ist erstaunt über die in den letzten Jahren nicht mehr durchgeführten Wartungen. Er empfiehlt für die Zukunft einen Wartungsvertrag mit monatlichen Beiträgen abzuschließen.
4.
Welche zwei Argumente sprechen für die regelmäßige Wartung von Kopierern?
(2 P.)
Lösung:
1.
Beschreibung der Fehler, der Mängel, der Fehlfunktionen
Angaben über Modell und Alter des Kopierers
letzte Wartung
Terminabsprache
Verrechnungssatz Monteurstunde
2.
Die Reparatur wird voraussichtlich 1.356 DM netto kosten (1 P.), der neue Kopierer kostet abzüglich der Inzahlungnahme des Altgerätes 2.490 DM netto (1 P.).
Die Reparatur ist in jedem Fall günstiger.(1 P.)
Neukauf mit Begründung wg. Haltbarkeit/Abschreibung ist mit gleicher Punktzahl zu akzeptieren.
3.
2490 DM – 1356 DM = 1.134 DM = 113.400 Pf/2 x 5000 = 11,34 Monate
18
KoPrA
4.
Prüfungsinfo
Austausch von fehlerhaften Teilen, die bei weiterem Einsatz die Lebensdauer
verkürzen
Sachgerechte Wartung durch Fachpersonal
Notwendigkeit der Reinigung mit Spezialreinigungsgeräten
Weitere Teilaufgaben in diesem Zusammenhang können sich auf die notwendige Arbeitszeit, aber auch auf Finanzierungsmöglichkeiten erstrecken.
Das zweite große Themengebiet, mit dem Bürokaufleute zunehmend konfrontiert werden, ist die Information und Kommunikation. Hinter Begriffen wie Informations- oder
Kommunikationssysteme verbergen sich Bürogeräte und –einrichtungen, mit denen Sie
inzwischen selbstverständlich umgehen.
Auch in der Berufsschule sind Ihnen diese Inhalte intensiv vermittelt worden. Der
Aufbau eines PC, die Qualität von Druckern oder Kopierern, die Funktionsweise von Telefonanlagen oder Faxgeräten sollte Ihnen daher bekannt sein. Aber auch Fragen der
Datensicherung und des Datenschutzes sind für einen Bürokaufmann wichtig. Da in vielen Büros unterschiedliche Warenwirtschaftssysteme eingesetzt werden, müssen Aufgaben zu diesem Themenkomplex außen vor bleiben. Hingegen besteht die Möglichkeit,
dass Sie Ihre Kenntnisse im Umgang mit einem Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulationsprogramm schon einmal unter Beweis stellen müssen.
Beispielhaft sei hier die Beschaffung eines Druckers aufgeführt.
Ihr Chef beabsichtigt neue Drucker für alle Abteilungen anzuschaffen. Er beauftragt
Sie den Bedarfsumfang zu ermitteln, Angebote einzuholen und die Entscheidung vorzubereiten.
1.
Nennen Sie zwei Gesichtspunkte, die es notwendig machen bzw. sinnvoll erscheinen lassen neue Drucker anzuschaffen! (2 P.)
2.
Um die genauen Wünsche der Mitarbeiter/innen zu ermitteln, sollen Sie einen
Fragenkatalog entwickeln. Formulieren Sie zwei mögliche Fragen, die Sie den
Mitarbeitern stellen müssen, um eine Entscheidungshilfe für die Druckerauswahl
zu erhalten! (4 P.)
Die Drucker werden angeliefert und sollen angeschlossen werden.
3.
Welche Arbeiten sind zunächst notwendig, um die Drucker betriebsbereit zu
machen? (2 P.)
4.
Eine Kollegin möchte mit dem Laserdrucker für ein Angebot eine umfangreiche
Grafik ausdrucken. Nach 1/2 Seite bricht der Druckvorgang ab.
Erläutern Sie den Grund für diese Störung! (2 P.)
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KoPrA
Prüfungsinfo
Lösung:
1.
Alter Drucker zu langsam
Alter Drucker defekt
Reparatur zu teuer
Neues Briefpapier, neue Formulare (nur bei Nadeldruckern)
besseres Image durch sauberes Schriftbild
(multifunktionale Verwendung von Drucker, Fax, Scanner)
zunehmende Verwendung von Farbausdrucken
2.
Einsatzgebiet
Geschwindigkeit
Farbe
Papierformate
Benutzerfreundlichkeit
weitere sinnvolle Antworten
3.
Transportsicherung entfernen
Druckerkabel anschließen
Stromkabel anschließen
Treibersoftware installieren
unter Menüpunkt Druckeinstellungen entsprechenden Drucker auswählen
4.
Der interne Druckerspeicher ist zu klein.
Diese Aufgabe könnte man ergänzen um einen qualitativen Vergleich oder einen Kostenvergleich zwischen Tinten- und Laserdruckern. Auch eine Teilaufgabe zur Fehlerbehebung bei Druckerstörungen wäre denkbar.
Aufgaben aus den beiden anderen Themengebiete Betriebsorganisation und Statistik
müssen nicht in jeder Prüfung auftauchen. Es gibt jedoch zu diesen beiden Themengebieten manchmal Aufgaben, in denen Sie Analysen machen, Zusammenhänge erkennen
und Konsequenzen ziehen müssen wie bei der folgenden Aufgabe:
Ihr Chef plant die Erweiterung einer Produktionshalle sowie die Beschaffung des notwendigen Maschinenparks im Wert von insgesamt 800.000 DM. Die Investition ist jedoch von den Finanzierungskosten und der zukünftigen Auftragsentwicklung im Bereich
Ladenbau abhängig.
Sie haben die Entscheidung vorzubereiten, indem Sie Informationen über die Zinsentwicklung und die wirtschaftliche Entwicklung im Hotel- und Gastronomiebereich, den in
Zukunft wohl wichtigsten Absatzmarkt für die OsNa-Ladenbau, beschaffen und auswerten.
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Prüfungsinfo
1.
Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen der Zinsentwicklung (dem Preis für
Fremdkapital) am Kapitalmarkt, der Umsatzentwicklung von Kunden, wie dem
Hotel- und Gastronomiebereich, und der Entscheidung über eine Investition in
Höhe von 800.000 DM! (4 P.)
2.
Wo können Sie Informationen über die Zinsentwicklung am Kapitalmarkt erhalten? Wo können Sie Informationen über die Umsatzentwicklung des Hotel- und
Gastronomiebereichs erhalten? Nennen Sie jeweils eine Informationssquelle!
3.
Betrachten Sie die Zinsentwicklung für langfristige Bankkredite der vergangenen Jahre.
10,00
9,00
8,00
Zinssatz
7,00
6,00
5,00
4,00
3,00
2,00
1,00
1998
1997
1996
1995
1994
1993
1992
1991
1990
1989
1988
0,00
Jahre
Wie beurteilen Sie das gegenwärtige Zinsniveau (Jahr 1998) und damit die Kosten für Fremdkapital? (2 P.)
4.
Betrachten Sie die Umsatzentwicklung im Hotel- und Gastronomiebereich der
vergangenen Jahre (Grafik Nr. 2).
Umsatzentwicklung Beherbergungsgewerbe
99
Umsatz in Mrd.
98
97
96
95
94
93
92
I 1994
III 1994
I 1995
III 1995
I 1996
Quartale
21
III 1996
I 1997
III 1997
KoPrA
Prüfungsinfo
4.1
Wie beurteilen Sie die Entwicklung? (2 P.)
4.2
Mit welchen Folgen könnte Ihr Chef bei der Fortsetzung dieser Entwicklung
rechnen? (1 P.)
5.
Fassen Sie Ihre Interpretationsergebnisse der beiden Kurven zusammen und
machen Sie auf dieser Basis einen Vorschlag für oder gegen die Investition!
(3 P.)
Lösung:
1.
Bei einer Investitionsentscheidung in dieser Höhe muß man die zukünftige
Auftragsentwicklung berücksichtigen. Der Gastronomiebereich wird mehr investieren, wenn die Aussichten, d. h. Umsätze besser werden. (2 P.)
Gleichzeitig muß man die Kosten für Fremdkapital, d. h. die Zinsen beachten,
da bei einer solchen Summe nicht alles aus Eigenmitteln finanziert werden
kann. (2 P.)
weitere sinngemäße Antworten sind zu akzeptieren.
2.
Banken und Sparkassen, Bundesbank, Internet, Auskunfteien
Gastronomieverbände (z.B. Dehoga), Banken, IHK, Fachzeitschriften
3.
sehr niedriges Zinsniveau, d. h. es ist günstig, jetzt Fremdkapital aufzunehmen.
4.1
Nach Jahren der saisonal bedingten Schwankungen in der Umsatzentwicklung
zeichnet sich für die nächste Zeit ein stabilerer Aufwärtstrend ab. (2 P.)
4.2
Dieser Aufwärtstrend gibt Anlass zu höheren Umsatzerwartungen im Ladenbau (1 P.)
5.
Bei niedrigen Zinsen und damit niedrigen Kosten für Fremdkapital und in der
nächsten Zeit verbesserter Auftragslage ist die Investition als sinnvoll zu
betrachten. Durch die steigenden Umsätze dürften die zusätzlichen Kosten
gedeckt werden.
Beim Studieren dieser Aufgabe dürfte Ihnen der Gedanke gekommen sein: „So etwas
musste ich im Betrieb noch nie machen. Solche Entscheidungen trifft der Chef alleine.“
Bei diesen Aufgaben gilt, was oben schon gesagt wurde: Manche Themen sind in der
Prüfungsordnung vorgegeben und werden nur durch die Ausbildung in der Berufsschule
abgedeckt.
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KoPrA
Prüfungsinfo
4. Beispielaufgaben aus der praktischen Prüfung
Informationsverarbeitung
Hier sehen Sie ein Beispiel, wie eine Aufgabe zur Tabellenkalkulation aussehen könnte:
Situation:
Sie sind Mitarbeiter/-in der Firma Kältetechnik Dresen & Bremen GmbH, Waller Esch
3, 49594 Alfhausen. Der Betrieb erbringt folgende Dienstleistungen: Montage von
Rohrleitungen und Kälteanlagen, Reparatur von Kälteanlagen. Weiterhin verkauft er
Handelswaren im Bereich der Kältetechnik. Sie sollen aus den vorliegenden Zahlen die
Entwicklung der Umsätze, Kosten und Gewinne der Montage- und der Reparaturabteilung in letzten Halbjahr 1997 gegenüberstellen.
Aufgaben:
1. Laden Sie von der Diskette die Tabelle Stat1 und speichern Sie diese unter Ihrer
Prüflingsnummer erneut ab!
2. Berechnen Sie in den freien Spalten die Gewinne für die zwei Unternehmensbereiche!
3. Berechnen Sie in der dafür vorgesehenen Zeile die Summen der Umsätze, Kosten
und Gewinne für das 2. Halbjahr 1997!
4. Fügen Sie nach den Gewinnen Reparatur drei weitere Spalten ein und berechnen Sie
darin die Summen der Umsätze, Kosten und Gewinne je Monat!
5. Geben Sie diesen Spalten die Überschrift “Summen”!
6. Berechnen Sie in einer weiteren Spalte die prozentuale Verteilung des Gesamtgewinns auf die einzelnen Monate! (% - Format verwenden!)
7. Versehen Sie diese Spalte mit einer Überschrift!
8. Ermitteln Sie in den dafür vorgesehenen Zeilen den größten, kleinsten und durchschnittlichen Umsatz!
9. Fügen Sie eine neue Zeile ein und versehen Sie darin die Tabelle mit einer aussagefähigen Überschrift!
10. Schreiben Sie unter die Tabelle Ihre Prüflingsnummer und Ihren Namen!
11. Speichern Sie jetzt erneut unter Ihrer Prüflingsnummer!
Formatierungen:
1. Überschrift fett, Grad 12, zentriert über der Tabelle
2. Abteilungen und Summen zentriert über den drei Spalten (Umsatz, Kosten, Gewinn),
fett, Grad 12
3. Spalte 1 fett, linksbündig
4. Spaltenüberschriften fett, zentriert
23
KoPrA
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
Prüfungsinfo
Nach den drei Spalten Gewinn je einen senkrechten Strich einfügen
um die Zeilen vor Juli und nach Dezember einen Rahmen einfügen
alle Gewinne fett
DM - Beträge ohne DM – Format mit Tausenderpunkt, ohne Nachkommastellen
Prozentwerte mit zwei Nachkommastellen
Spaltenbreite ist auf optimale Breite einzustellen
Richten Sie die Tabelle bzw. Seite so ein, dass der Druck auf einer Seite erfolgt!
Speichern Sie jetzt erneut unter Ihrer Prüflingsnummer!
Drucken Sie die Tabelle aus und unterschreiben Sie sie!
Hinweise:
1. Für Berechnungen des größten und kleinsten Wertes und des Durchschnitts sind Funktionen zu benutzen!
2. Formeln sind, wenn möglich zu kopieren!
3. Die absolute Adressierung ist, wenn erforderlich zu verwenden!
4. Geben Sie auf dem Lösungsblatt die von Ihnen benutzten Formeln oder
Arbeitsschritte für die Berechnungen an!
5. Unterschreiben Sie das Lösungsblatt!
Auftragsbearbeitung und Büroorganisation
Eine Aufgabe in diesem Prüfungsfach, bei der auch ein „Rollenspiel“ vorgesehen ist,
sieht beispielsweise so aus:
Situation:
Sie sind Sachbearbeiter/-in im Einkauf der OsNa Ladenbau GmbH. Dieser Betrieb fertigt individuelle Einrichtungen (z. B. Verkaufstheken, Vitrinen, Tresen, Regale) für Handel, Gastronomie und Messen. Die Fertigung ist kunden- bzw. auftragsorientiert. Deshalb werden keine Fertigteile auf Lager produziert.
Sie sind u. a. verantwortlich für:
•
die Erstellung von Aufträgen an die jeweiligen Lieferanten der Rohstoffe
•
die Terminüberwachung bei Bestellungen
•
die Wareneingangskontrolle und -prüfung
•
die Bearbeitung mangelhafter Lieferungen
Von Herrn Berger aus dem Lager haben Sie soeben den Lieferschein mit der Nummer
00156 des Lieferanten T.E.G. erhalten. (siehe Anlage)
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KoPrA
Prüfungsinfo
Aufgaben:
1. Bearbeiten Sie den eingetroffenen Beleg der Firma T.E.G. und schildern Sie Ihr weiteres planmäßiges Vorgehen!
2. Bereiten Sie auf der beiliegenden Gesprächsvorbereitung Ihr Telefongespräch mit
dem Verkaufssachbearbeiter der Firma T.E.G., Herrn Körner, vor.
Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie im Rahmen der Prüfung dieses Telefongespräch
führen müssen.
3. Stellen Sie dem Prüfungsausschuss das Ergebnis Ihrer Verhandlungen dar und beschreiben Sie Ihre weitere Vorgehensweise!
Hinweise zur erwarteten Lösung
zu 1.:
− Erfassung der Situation und Herleitung der noch zu erledigenden Tätigkeiten gemäß
Arbeitsplatzbeschreibung
− Notwendigkeit des Vergleichs von Bestellung und Lieferschein
− Erkenntnis: zwei weitere Mängel (falsche Röhrengröße, Mindermenge)
− Notwendigkeit und Form einer Mängelrüge
(produktionstechnische Dringlichkeit, gesetzliche Frist)
− u. U. Bearbeitung der Lagerbestandsdatei
zu 2.:
- Dank für pünktliche Lieferung
- Bedauern über zwei festgestellte Mängel
- Gewährleistungsansprüche:
- Umtausch der Leuchtstoffröhren auf Kosten und Gefahr des Lieferers
- Nachlieferung der 10 Halogen-Beleuchtungen in angemessener Zeit
- Bitte um umgehende Erledigung
− Der Prüfer sollte den Prüfling durch seine Einwendungen in zusätzliche Entscheidungssituationen drängen (z. B. durch den Hinweis darauf, dass nur mittlere Qualität
zu liefern war, Ausschuss ist üblich bei hohen Liefermengen).
Die Person, die das Rollenspiel mit dem Prüfling durchführt, sollte sich bei den beschädigten Ventilatoren erst einmal auf keine Regelung einlassen. Sie soll den Prüfling durch
seine Einwendungen in zusätzliche Entscheidungssituationen versetzen (z. B. durch Hinweis darauf, dass bei einfacher Qualität so etwas vorkommen kann).
Im Anschluss an das Telefonat sollte der Prüfling dem Prüfungsausschuss seinen Eindruck von dem Verlauf der Verhandlungen darlegen und erläutern, in wieweit er die Belange der OsNa - Ladenbau GmbH durchsetzen konnte.
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KoPrA
Prüfungsinfo
OsNa-Ladenbau und Objekteinrichtungen GmbH
OsNa-Ladenbau GmbH, Bramscher Straße 134, 49088 Osnabrück
T.E.G.
Bahnhofstr. 57-58
Ihr Zeichen:
Ihre Nachricht vom:
Unser Zeichen:
49661 Cloppenburg
Name:
na
Natrup
Datum:
Bestellung
Pos. Artikel- Bezeichnung
Nr.
01
026-250
Menge
Deckenventilator, einfach
Einzel
preis
Gesamtpreis
10
512,00
5.120,00
weiss, 120 cm
02
026-3100 Innenbeleuchtungen
Leuchtstoffröhre 120 cm
20
80,00
1.600,00
03
026-570
60
140,00
8.400,00
Innenbeleuchtungen
Halogen
zu den üblichen Konditionen.
Für eine sofortige Lieferung wären wir Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichem Gruß
OsNa-Ladenbau GmbH
Robert Natrup
Robert Natrup
OsNa-Ladenbau GmbH
Bramscher Str. 134
49088 Osnabrück
Geschäftsführer: Robert Natrup
Tel: 0541 6929 540
Fax: 0541 6929 290
AG Osnabrück HRB 1669
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Osnabrücker Volksbank eG
Kto.-Nr. 100 99 700
BLZ: 265 900 25
KoPrA
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T.E.G.
Technischer Elektro – Großhandel
TEG, Technischer Elektro-Großhandel Bahnhofstr. 57-58 49661 Cloppenburg
Lieferschein
OsNa – Ladenbau GmbH
Bramscher Str. 134-136
49088 Osnabrück
Pos. Artikelnummer
Bezeichnung
01
026-250
Deckenventilatoren,normal
weiß, 120 cm
02
03
Nummer: 0015
vom 20.10.
Kunde
OsNa Ladenbau
Auftrag:14500
vom 15.10.
Lieferort
ME
Liefermenge
Osn
Stk
10
026-3100
Innenbeleuchtung
Leuchtstoffröhre 150 cm
Osn
Stk
20
026-570
Innenbeleuchtung
Halogen
Osn
Stk
50
Bei drei Ven
Ventilatoren
tilatoren ist die Lackierung verkratzt und blättert teilweise ab.
Berger
Bankverbindung
Commerzbank Cloppenburg
(BLZ 290 400 90)
Konto 20 120600
Geschäftsführung
Petra Schmidt
Erfüllungsort/Gerichtsstand
Cloppenburg
27
HRA 502
Amtsgericht
Cloppenburg